* . 2 e e D eee — — —— 2 — 2 2 2 1 Mintel. 79 el 2 2 2 3 —— 8 5 2 — ebenso der Leitspruch des ganzen deutschen Volkes sein muß: [Haltet aus, 0 Das französische Militär erschießt einen unschuldigen Deut⸗ 5 175 Werden 5 Millic nenbuße angedroht, wenn fie den unbekannten Mörder nicht finde.— In Herne dürfen nach 9 Uhr abends„mehr lauf der Straße stehen bleiben. Generals sofort zu schießen.— Der Verleger und Redakteur 5 Uhr morgens verboten.— Die Ruhrhilfsgelder werden von den Belgiern und den Franzosen geraubt. werdende Schreckensherrschaft gibt es nur eine Bezeichnung: lhemmungslose Gemeinheit. idie französische sozialistische Zeitung Populaire anläß⸗ stulation zu zwingen. Neben der Bevölkerung zu wirken beginne, Zzösischem Urteil: Grausamkeit und Unsinn! Ruhrabenteuers sind verfrüht. Poincars scheint aber das Gleise f geben sie die Parole aus:„Erst Reinigung, dann Einigung“. Wie reden zwar noch von der Vergeltung an den Franzosen Das Ziel ist klar: alle rechtsorientieren Elemente sollen in witter soll sich aber dann nicht gegen den„Erbfeind“ ent- endlich zahlreiche Ortsgruppenführer der unter der Leitung il Kedaktion: Gießen Bahnhosstraße 23 derusprecher 2008. Organ für die Jnteressen der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. des werktätigen Volles Fryedition: Gießen Bahnbofstraße 23 Ferusprecher 2008. i„Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Der enen pe mit den Beilagen„Das Blatt der Frau und„Land⸗ irtschaftliche Beilage 1 8 monatlich 3000.— Mek einschl. 1 Durch die Pos bezog. 3000.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120— Mk 1— 2 ee 2— 2 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. 0 Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenvpreis beträgt für die Millimeterzeile(35 mm breit) oder d Raum lokal 60.— Mk., auswärts 80.— Mk., die Neilamenni 900.— Pk, Bel größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. Nr. 71 Gießen, Montag, den 26. März 1923 — 183. Jahrgang Wochenschau. Der Reichspräsident Ebert, dessen Tüchtigkeit bei allen einsichtigen und anständigen Deutschen immer mehr Anerkennung findet, hat in einer Rede zu Hamm in Westfalen den Einbruch des fremden Heeres in das fried⸗ liche und arbeitsame Ruhrgebiet, der heuchlerisch der Welt als Entsendung einer Ingenieurkommission mit geringer militärischer Bedeckung angekündigt wurde, den lJeichtfertigsten Bruch von Recht und Moral genannt, den die neuere Geschichte kennt. Ebert schloß mit der Mahnung an die Männer von der Ruhr, die seid wie bisher tapfer, fest, ruhig und besonnen! g Zunächst eine kleine Blütenlese der jüngsten Kultur ⸗ aten im Kriegsgebiet. In Essen wird ein fran⸗ zösischer Heizer ermordet. Sofort setzt Poincarés Rache ein. schen. Geiseln werden festgenommen und in das Zuchthaus überführt, eine Reihe angesehener Bürger, arunter ein Landgerichtspräsident, ein Reichstagsabgeord⸗ neter und mehrere Bankdirektoren. Der Stadt wird eine als zwei Personen nicht zusammen sein“, und niemand darf if de. Die Posten find angewiesen, hei Nichtbefolgung dieser Anordnung des kommandierenden einer Zeitung zu Alzey in Rheinhessen wird verhaftet und innerhalb einer halben Stunde aus dem besetzten Gebiet ab⸗ geschoben. Sein 83jähriger Schwiegervater, seine herz⸗ kranke Frau und sein kleines Töchterchen werden ebenfalls sausgewiesen. Im Frankfurter Wirtschafts⸗ [bezirk wird als Sanktion wegen angeblicher Attentate gegen französische Soldaten jeder Verkehr nach und aus dem besetzten Gebiet für die Stunden von 8 Uhr abends bis Für diese ganze, immer roher und wahnbwitziger Es ist schon so, wie llich der Vorgänge in Buer geschrieben hat:„Die Atmosphäre wird immer mehr vergiftet durch all das, was die armselige Menschenrasse an gemeinen Instinkten, an physischen Brutali⸗ täten und moralischen Häßlichkeiten noch aus den fernen Zeiten der primitiven Barbarei mit sich schleppt.“ Die stärkste Brutalität der Franzosen liegt da⸗ bei nicht einmal in den einzelnen Gewalttaten, Rechtsbrüchen und Roheiten. Vielmehr ist es der kalt⸗grausame Gesamt⸗ plan des französischen Großkapitalismus, der schaudern macht: die gewaltsame Abschnürung des wirtschaftlichen Zentrums Deutschlands und der Versuch, durch eine un⸗ barmhezige Blockade Deutschland zur Kapi⸗ Das Echo de Paris stellt fest daß die Blockade im Ruhrgebiet in grausamer Weise auf das und daß es den Bemühungen der französischen Behörden gelungen sei, das Eisenbahnsystem im Ruhr⸗ gebiet ir einer in Europa beispiellosen Weise in Unordnung zu bringen. Also nach fran⸗ Alle Gerüchte beginnender Lösungsversuche des nunmehr seine gründlich der notwendigen Sicher ung gegen mächtige Deutschland abschieben zu wollen. Die rechtsradikalen Kreise haben die Einig⸗ keitsmaske wieder abgelegt. Sie reden zwar noch von der Einheitsfront, aber mit einem Zynismus sondergleichen verfahrene Sanktionspolitik auf das uber sie meinen die Rache an den„Novemberverbrechern“. einen Zustand nationaler Raserei versetzt werden. Das Ge⸗ laden, sondern gegen die Republikaner.— In Berlin sind der Reichstagsabgeordneten Wulle, Henning und v. Gräfe stehenden Deutschvölkischen Freiheitspartei werhaftet worden. Hochverräterische Verschwö⸗ rung gegen die Republik! Die Kommunisten haben auf dem Kongresse der kommunistischen Internationale in Frankfurt als Aktionsprogramm u. a. beschlossen: Verbrüde⸗ rung zwischen der deutschen Arbeiterschaft! 6 einigen Schwierigkeiten begegnen, Die Einheitsfront der Putschisten: Henning, Wulle, v. Graefe, Roßbach, Hitler und Ludendorff. Die Enthüllungen des Genossen Severing Die Antwort des preußischen Innenministers Genossen Severing auf die Interpellation der Fraktion der sozial⸗ demokratischen Partei über die rechtsbolschewistischen Um⸗ triebe im Reiche und in Preußen war reich an Enthüllungen. Wenn auch Genosse Severing nicht das gesamte Material, das ihm zur Verfügung stand, restlos vorlegte, so kann doch gesagt werden, daß eine Verschwörung aufgedeckt ist, an der sich die Träger der bekanntesten Namen beteiligten oder doch vom sichern Hintergrunde aus die Zügel in der Hand hatten. sticht lange mehr hätte gewartet werden dürfen, denn nach allem ist sicher festgestellt, daß noch im März der vorgesehene und genau vorbereitete Putsch erfolgen sollte. Was Severing bekanntgab, die verschiedenen Tatsachen, die er mitteilte, die Dokumente und Briefe, die er verlas, genügten vollständig, um die Größe der Gefahr zu kennzeichnen, die dem Reich und der Republik von den volksverräterischen„Völkischen“ in allen Teilen Deutsch⸗ lands drohte, als die ihm unterstellten Organe rechtzeitig reinfuhren. Es ergibt sich daraus insbesondere und un⸗ widerlegbar, daß die norddeutschen Völkischen nicht nur in engster Fühlung mit den bayerischen National⸗ sozialisten stehen, sondern daß sie sich sogar ihnen bereits organisatorisch untergeordnet hatten, um der Republik den Garaus zu machen. Aus einem Brief aun Roß bach geht hervor, daß die Frage der Oberbefehls⸗ haberschaft Hitlers beim kommenden Putsch schon geregelt war, daß die Ehrhardt⸗Leute auch im Spiele waren, und daß— selbstverständlich— Ludendorff sich vollkommen im Bilde befand. Die Selbstschutzorganisationen, so führte Genosse Severing aus, sind die Sammelbecken des Bürgerkrieges. Darüber kann gar kein Zweifel sein: Wenn die Organi⸗ sationen so weiter wirken wie bisher und ihnen weiter wie bisher Arbeiterbataillone entgegengestellt würden, dann hätten wir heute zwar noch nicht den Bürgerkrieg, aber es ließe sich mathematisch berechnen, wann er losgehen würde. Ich habe das Gefühl, daß in 95 diesem Termin nicht mehr weit entfernt n d. Der Minister wendet sich sodann gegen verltest einen Artikel dieses Blattes, wonach die Regierung trotz umfangreichen Materials nicht gegen die nationalistischen Ver⸗ schwörer vorgehen wolle und bemerkt dazu: Soviel Sätze, soviel Unwahrheiten. Derartige Mitteilungen sind nicht gemacht wor⸗ den. Ich habe mich darauf beschränkt, als vor einigen Wochen die heute hier zur Besprechung stehenden Gerüchte scharf auftauchten, eine knappe sachliche Darstellung der Tätigkeit dieser Organi⸗ sationen und Verbände zu geben, um die Herren von der sozjal⸗ emokratischen Landtagsfraktion zu überzeugen, daß die Behörden nicht schlafen, sondern ihre Pflicht getan haben. Es mußte scharf durchgegriffen werden, und es wurde auch erreicht, daß das mystische Halbdunkel über gewissen Selbstschutzorganisationen ge⸗ lüftet wurde. Das wäre nicht erreicht worden, wenn von Anfang an die Regierung sich etwa in einem hysterischen Geschrei über diese Dinge ergangen hätte; solches Geschrei ist kein Zeichen von Kraft. Nun haben die Kommunisten der Reichsregierung zugemutet, sie solle die die Rote Fahne. Cr proletarischen Selbstschutzorganisationen unterstützen und mit Waffen versehen. Glauben die Kommunisten, daß eine Regierung, die Ruhe und Ordnung aufrechterhalten will; sich bereitfinden wird, ihnen Waffen in die Hand zu geben? Von der preußischen Regierung werden Selbstschutzorganisationen feg⸗ licher Art verboten, sie werden aufgelöst und es wird dafür ge⸗ sorgt, daß die einzelnen Schuldigen strafrechtlich zur Verant⸗ wortung gezogen werden. Die rechtsgerichteten Organisationen begründen ihre Existenz und ihre Tätigkeit durch den Hinweis auf die Gesahr von links, auf die Bildung einer Roten Armee. Ein Muster politischer Aureißerei ist ein Brief, der an den Reichskanzler gekommen ist, der vom Reichskanzler verlangt, ex solle durch einen Appell an alle völkisch Gerichteten den Aufmarsch gegen das hochverräterische Treiben veranlassen. Der Briefschreiber heißt Wulle Am 7. März habe ich bereits erklärt, daß der Bezirk Suhl mit Schutzpolizei belegt werden würde, um der Bildung von roten Hundertschaften ein Ende zu machen. Wenn in Remscheid sich Hundertschaften bildeten, die sich polizeiliche Befugnisse anmaßten, die friedliche Bürger anfallen und ihnen die Pässe abverlangen und dann alle jene Leute, die den Hundertschaften nicht in den Kram passen, verprügeln, dann muß auch solchen Selbstschutzorgani⸗ sationen von links ein Ende gemacht werden. Diese Arbeiter- bataillone, diese„Rote Armee“ find nun bei weitem nicht so gefähr⸗ lich wie die Organisationen von rechts. Haben Sie(zu den Kom— K. ͤ(y ³˙ A f d und den französischen Soldaten in den be⸗ setzten Gebieten.“ Sind die Leute wirklich so dumm, oder stellen sie sich nur so? Zur Verbrüderung gehören zwei. Jedenfalls dürfte die auch im Aktionsprogramm vor— gesehene„Aufklärungsarbeit unter den Besatzungstruppen“ von seiten der Reit- peitschenoffiziere und der Soldateska selbst, die in ihrer Mehrzahl leider Freude am Terror zu haben scheint. munisben) schon jemals in der Deutschen Zeitung einen Artikel mit der Ueberschrift gefunden:„Aufmarsch der rechtsgerichteten Selbst⸗ schutzorganisationen?? Den Gefallen tun Ihnen die Herren nicht. Der Kampf der Staatsregierung hat sich gleichzeitig gegen beide Seiten zu richten, aber naturgemäß vor allem gegen die größere Gefahr. 55 8 Haussuchungen haben ergeben, daß zahlreiche der nach dem Rathenau⸗Mord aufgelösten Formationen tatsächlich fort⸗ bestehen. Terror.. Die politische Seite der Angelegeiheit muß restlos klargestellt werden. Bei allen Verbänden handelt es sich in der Tat um nichts anderes Aus fertige, zum Teil ausgerüstete Kompagnien. Aus einem Briefe vom Januar ds. Is. geht hervor, daß sie sich selbst als mili⸗ tärische Organisationen mit eigenen Waffen betrachten. Es wird her⸗ vorgehoben, daß die Leute ausgebildet sind mit dem Gewehr 98, daß die Marschordnung durchgenommen wurde, daß in Döberitz Feld⸗ dienstübungen gemacht wurden. Noch am 22. November hat der auf⸗ gelöste Verband nationalgesinnter Soldaten dem Abgeordneten Wulle telegraphisch bestätigt, daß er treu zu ihm halte. Zum Kriegführen gehört Geld, Geld und nochmals Geld. Roßbach braucht sehr viel Geld. Augenblicklich sind 6 Millionen Mark Schulden vorhanden. Der Minister verliest eine von Roßbach ge⸗ machte Aufstellung, wonach bis zum 31. März u. a. Oberschlesien 6 Millionen, Sachsen 4 Millionen, Westfalen 4 Millionen, Mitteldeutsch⸗ land 6 Millionen, Großberlin 4 Millionen, Brandenburg 4 Millionen, Niederschlesien 6 Millionen, Ostpreußen 6 Millionen aufzubringen hätten. Insgesamt sind demnach 79 Millionen erforderlich außerdem für die Leitung 10 Millionen und für besondere Propaganda 11 Mil⸗ lionen. Erfreulicherweise muß festgestellt werden, daß die Reichs⸗ wehrkommandos in der Provinz und die Reichswehrzentrale es strikte abgelehnt haben, mit Roßbach in irgend eine Verbindung zu treten, aber nicht ganz sa widerstandsfähig gegenüber seinen Lockungen haben sich einige Offiziere erwiesen. n Potsdam Offiziere nicht nur aus Potsdam, sondern aus dem ganzen Reiche bei der Besprechung zugegen gewesen, die von Roßbach präsidiert wurde. Der Reichswehrminister ist mit mir der Meinung, daß für solche Offiziere in der Reichswehr kein Platz mehr ist. Partei an, daß sie mit mir damit einverstanden sind, daß gegen diese Elemente mit aller Entschiedenheit vorgegangen wird.(Abg. Graef⸗ Anklam stimmt nicht zu. Sozinldemokratische Abgeordnete weisen auf ihn mit Fingern und lachen.) In einem Zirkular des Herrn Lebius heißt es:„Im Frühjahr dürften die Gewehre von selber los⸗ gehen. Polen wird auf Veranlassung der Franzosen im Mai einen Einfall in Ostpreußen und Oberschlesten machen. Wenn sich Deutsch⸗ land nicht mit aller Energie gegen Franzosen und Polen wehrt, dann ist es rettungslos verloren. Die Reichswehr langt aber nicht aus, es müssen Freikorps gebildet werden. Die Reichsregierung, der im Versailler Vertrag die Hände gebunden sind, muß von ums unterstützt werden.“ Weiterhin wird zum Eintritt in den Verein und zur Zahlung von Beiträgen aufgefordert. Nun kann ich mir allerdings keinen ungeeigneteren Mann denken zur Auf⸗ stellung von Freikorps als Herrn Lebius. Es muß aber auch an dieser Stelle ausgesprochen werden, daß es sich bei diesem Herrn nicht um den Schutz deutscher Interessen handelt sondern um den Schutz des eigenen Portemonnaies. Es handelt sich einfach um ein Geschäft. Gefährlich aber bleiben Roßbach, Ludendorff und Hitler. In einem Briefe an Roßbach heißt es zum Beispiel, daß Herr v. Graefe sich Hitler als Führer der Partei unterstelle. In einem anderen Brief heißt es dann:„Teilen Sie bitte Roßbach mit, daß die Verhandlungen mit Graefe in unserem Sinne ausgefallen sind. Die Verhandlungen Ludendorffs mit der Ehrhardt⸗Organi⸗ sation seien gescheitert.“ 5 1 0 Ich hoffe, daß durch die Unschädlichmachung derjenigen, die diesen Hochverrat verübt haben, durch die Verhaftung der Führer, die dabei betetligt sind, durch Beunruhigung der Kreise, die in dem Verdacht standen, Hilfe geleistet zu haben, daß uns dadurch die Möglichkeit gegeben wird, die nächsten schweren Monate zu überstehen. Mit einer Berliner Zeitung antworte ich:„Nicht ver⸗ zweifeln, erst einmal dreinschlagen.“ Und es wird dreingeschlagen werden! Ich glaube, der Zustimmung aller Parteien sicher zu sein, die Deutschnationalen nicht ausgenommen. Ich kann mir nämlich nicht denken, daß bei Ihnen(nach rechts) Leute sitzen, die es wirk⸗ lich mit dem Wiederaufbau unseres Landes gut meinen und trotz⸗ dem Gemeinschaft mit den Mordbuben haben. Ich kann mir aber auch nicht denken, daß die Kommunisten es als ihre Aufgabe be⸗ trachten, in Arbeiterstädten wie Remscheid den Namen„Arbeiter“ a0 so zu schänden, daß man dort von proletarischen Organisationen schon nur noch als von„Räubern“ spricht. Wenn wir so zu⸗ nächsten Tage nicht sammenstehen, dann werden die Schläge der i wird viel⸗ umsonst sein, und dann bleibt Preußen gefestigt und leicht noch einmal zur Ordnungszelle Deutschlands. Auflösung der„Freweits“ partei. Der amtliche preußische Pressedienst veröffentlicht zwei Erlasse des preußischen Innenministers Severing, die die Auflösung der Deutschvölkischen Freiheitspartei und die Be⸗ kämpfung der Selbstschutzorganisationen enthält. Die Deutschvölkische Freiheitspartei wird mit allen ihren Zweig⸗ vereinen und Organisationen einschließlch ihrer Jugend- vereinigung für das preußische Staatsgebiet aufgelöst und verboten. Das Vermögen der aufgelosten Vereinigung wird gemaß des§18 des Schutzgesetzes zugunsten des Reiches be⸗ schlagnahmt. Als Gründe für die Auflösung wird zunächst angeführt, daß die Partei als eine Fortsetzung der verbotenen Ihr Zweck war zunächst der wirtschaftliche Am letzten Samstag sind in Ich nehme zur Ehre der Herren von der Deutschnationalen * Mationalsozialistischen Arbeiterpartei anzusehen sei. Unter dem Deckmantel der Vildung einer neuen Reichstagspartei hatten die deutschvölkischen Abgeordneten eine Reihe auf- ne Verbände wieder neu organisiert. Sodann wird be⸗ hauptet. daß die Ziele der Partei auf die Beseitigung des Parlamentarismus auf nicht verfassungsmäßigem Wege ge richtet seien. In Verfolg dieses Zieles hatte die Partei im Geheimen umfangreiche Vorbereitungen zu einem natio⸗ nalistischen Putsch getroffen. Der zweite Erlaß, der die Be⸗ kämpfung der Selbstschutzorganisationen betrifft, geht eben⸗ falls von der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei aus und behauptet, daß in den Kreisen ihrer Anhänger zur angeb⸗ N lichen Abwehr linksradikaler Arbeiterbataillone militärische Stoßtrupps gebildet worden wären. Da die Ueberwachung der öffentlichen Sicherheit lediglich der Staatspolizei ob⸗ liegt, so wird diese Ausübung von Straßendienst, Posten⸗ dienst, Saalschutz usw. durch private, Organisationen ver⸗ boten. Sobald eine der Selbstschutzorganisationen den Charakter einer militärischen Organisation trägt, soll gegen diese auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom Mai 21. die die Durchführung der Entwaffnung betrifft, 7 strafrechtlich vorgegangen werden. Der Vorwärts zur Lage. Im Anschluß an die Freitagsitzung des preußischen Landtags schreibt der Vorwärts: „In der Presse der Rechten wird Veschwerde darüber geführt. daß durch die gestrige Erörterung im preußischen Landtag die„Einheitsfront“ gestört worden fei. Aus dieser Beschwerde ergibt sich ganz von selbst die Frage, wer in Deutschland eine„Einheitsfront“ bilden will mit Leuten, die inmitten der schwersten äußeren Drangsale des Reiches den blutigen Umsturz und die Abschießung mißliebiger Minister vorbereiten. Wer Lust hat, in eine solche„Einheits⸗ front“ einzurücken, der möge es tun. Er möge es dann aber gefälligst offen und ehrlich tun und sich nicht in einer ver⸗ kappten Brüderschaft betätigen, in der die einen handeln, während die anderen sich mit Entschuldigungen und Be⸗ schönigungen vor sie hinstellen.“ Zu der Frage der Stellung der Reichsregierung und linsbesondere des Reichswehrministeriums zu den völkischen „Organisationen führt der Vorwärts aus: „Tatsächlich kann festgestellt werden, daß sich die preußi⸗ sche Regierung bei ihrem Vorgehen gegen die völkischen Roßbachbanden in Uebereinstimmung mit der Reichs⸗ regierung befindet, insbesondere auch mit der Stelle, auf die es am meisten ankommt, mit dem Reichswehrmini⸗ sterium. Gerade weil wir an dessen Tätigkeit oft Kritik zu üben genötigt find, halten wir es für eine Pflicht der Loyalität, festzustellen, daß das Reichswehrministerium schon längst vor Roßbach als einem gefährlichen Abenteurer ge⸗ warnt und den Wunsch ausgesprochen hat, daß ihm das Handwerk gelegt werde. Von den Reichswehroffizieren, die an den Versammlungen der Geheimbündler teilnahmen, haben das einige auf Befehl zum Zweck der Ueberwachung getan und sie haben über die Vorgänge Meldung erstattet. Daß gegen andere Reichswehroffiziere, die sich aus anderen Sründen beteiligten, mit größter Schärfe vorgegangen wird, ist ein selbstverständliches Verlangen.“ Sie Putschisten in Thüringen. Die thüringische Staatsregierung hat auf Grund ein⸗ gehender Vernehmungen und Untersuchungen festgestellt, daß die in Thüringen verbotene nationalsozialistische Ar⸗ beiterpartei unter der Flagge der deutschvölkischen Freiheits⸗ partei ihre Tätigkeit fortsetzt. In Organisation, Taktik und Endziel ihrer Bestrebungen sind die beiden Parteien völlig übereinstimmend. An ihrem staatsfeindlichen und auf Um⸗ Neues vom Tage. ö Ein Zwischenfall in Essen. ö Freitag morgen war einer der Termine, an denen vom Arbeitsamt die Erwerbslosenunterstützungen ausgezahlt. werden. Um 1210 Uhr aber erschien vor dem Arbeitsamt eine Abteilung französischer Kriminalbeamter mit Soldaten. Da die deutschen Beamten annahmen, daß man die Unter⸗ stützungsgelder beschlagnahmen wollte, stellten sie die Aus⸗ zahlung ein und brachten die Gelder in Sicherheit. Nach⸗ mittags zogen nun mehrere Tausend, angeblich Arbeitsloser zum Rathaus, wo sie alle Eingänge besetzten und den Ver⸗ kehr störten. Es wurden hitzige Reden gehalten und u. a. behaupteten die Redner, die Franzosen hätten gar keine Gelder beschlagnahmen wollen. Nachdem es einigen Ver- tretern der Stadtverwaltung gelungen war, das Rathaus zu betreten, entspannen sich Verhandlungen, die zu einem vermittelnden Ergebnis führten. sturz abzielenden Charakter ist kein Zweifel mehr möglich. Der Frankfurter Zeitung wird aus Thüringen berichtet: 5 Die Ermittlungen haben einwandfrei den Beweis dafür erbracht, daß die Rechts vadikalen auff den Bürgerkrieg hinar⸗ beiten und daß ein Losschlagen schon für die alle rnächste Zeit geplant war. Die einzelnen Kampforganisationen waren zum großen Teil bereits fertig gerüstet. Organisierte militär i⸗ sche Kampfseinheiten der Natfonalsozialisten wurden in einer größe⸗ ren Anzahl von Städten Thüringens festgestellt, zugleich wurden auch Waffen und nicht geringe Munitionsmengen beschlagnahmt. Weiter⸗ hin haben nachweislich Uebungen, zum Teil unter Leitung von Offipieren, flattgefunden; auch hier ist engster Zufammen⸗ hang mit der Hitlerschen Bewegung erwiesen. Verhaftungen in Hannover. Im Laufe des Freitag nahmen Beamte der politischen Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums Haussuchungen bei Angehörigen der deutschvölkischen Freiheitspartei vor. Das Ergebnis des dabei beschlagnahmten Materials führte zur Verhaftung des Leiters der deutschvölkischen Ortsgruppe Hannover und Herausgeber der deutschvölkischen Zeitschrift Der Sturm. Quindel, des früheren Hauptmanns Brinkmann und des früheren Majors von Oehme. Unter französischer Leitung. Drei Deutsche getötet. In der Nacht vom Mittswoch auf Donnerstag hat sich an der Eisenbahnüberführung bei Hirzenach bei St. Gogr ein schweres Unglück zugetragen. Auf der von den Franzosen verwalteten Strecke war die Schranke nicht geschlossen. Ein von Franzosen geführter Personenzug fuhr in einen großen Möbeltransportwagen, der die nicht beleuchtete Eisenbahn⸗ überführung kreuzte, hinein. Drei Begleiter dieses Trans⸗ portes würden auf der Stelle getötet und mehrere ver⸗ wundet. Nach den Aussagen der Verwundeten hat die Lokomotive des Zuges keine Lichter geführt, sodaß das Herannahen des Zuges nicht rechtzeitig bemerkt werden konnte. Der verhaftete frauzösische Journalist Der Intransigeagt bespricht heute den Fall seines Mitarbeiters Labourel, der ohne deutsches Paßvisum von Paris über Berlin nach Polen und Nußtend reisen wollte und der an der deursch⸗pol⸗ nischen Grenze verhaftet wurde. Labourel hatte, wie einer seiner Kameraden in Berlin dem Intransigeam schreibt, aus bloßem Leichasinn die Fahrt ohne deutsches Paßvisum angetreten, da er wußte, daß bei einer Einreise in das Ruhrgebiet keine strenge deut⸗ sche Paßkontrolle slatfinde. Seine Behandlung durch die dentschen Behörden im Osten sei außerordentlich streng gewesen. Er befinde sich nun schon 14 Tage im Gefängnis. Er sei geschlagen worden. Sein Geld im Belrage von 45000 Franks habe man ihm abgenom⸗ men ulw. Der Intransigeant verlangt energische Schrine der ö Ser Mörder von Smeets ergrisse Der Täter, der den Anschlag auf Smeels ausführte der sich den Namen Karl Kalbers zugelegt hatte, heißt r 1 Karl Deutzmann. Er wird noch wegen vers ö anderer Strafsachen gesucht. Deutzmann ist von der Kölner Polizei in Köln ergriffen worden und leugnet vorläufig noh. Der Täter wird aber durch die bei der Tat zugegen gz. wesenen Personen ee und überführt. Lenins Zustand hoffnungslos. Nach einer in Helsingfors eingetrofenen Mosk Meldung versichert man in eingeweihten russischen K entgegen den offiziellen Meldungen, daß der 8 Lenins hoffnungslos sei. Sein Ableben könne jeden Augeß⸗ blick eintreten. Keinesfalls bestehe noch eine Aussicht alf seine Rettung. b französischen Regierung zur Befreiung seines Mitarbeiters. Sturmszenen in der fraunzösischen Kammer, In der Kammer spielte sich Freitag vormittag eine ungewöhnlich heftige Szene ab, die durch die Kommu gerufen wurhe und in der Poincars seine ganze Ruhe vetlor. Von soziel Antrag gestellt, daß en Budgetszwöl 1 f e 5 der ge Verich volte che 5 5 0 den Dardel, ö 4 Handlun 5 gegen 8 aus der Zeit vor dem Krieg 1 Lump! 1 der Tribüne zu behaunig erklärte, daß 5 af. sen. Er habe nur von der tal Sinne ech die Dandel gegen Poi, efdigendes geäußert hätte, er wieder zurücknehmen. Darauf erklärte der Präsident der Kammer din Zwischeufall für erledigt. Politische nebersicht. — 1 Sachkundige Urteile. Der französifche Kriegsminister Maginot wenigen Stunden ist er zusammen mit dem militärischen Oberbe Der Deserteur. 2 5 Noman von Roberi Buchanan. „Bei Gott, das war eine interessante Begegnung!“ be⸗ merkte der Pfarrer.„Der General hat Euch doch zweifellos für Euren Liebesdienst belohnt?“ „Neun Jahre später hat er sich daran erinnert. Der General vergißt nichts!“ f „Neun Jahre später? Das ist eine lange Wartezeit, Onkel Ewen! Wie hat er sie belohnt?“ „Wie würden Sie eine Kruste Brot und einen Schluck Wasser mit Schnaps belohnen? So was reicht man ja jedem Bettler vor der Türe, ohne dafür eine Belohnung zu er⸗ warten! Ein General hat an ganz andere Dinge zu denken; übrigens geschah die ganze Geschichte rasch wie im Traum. Sie müssen aber nicht glauben, daß wir keine Belohnung er⸗ hielten“— grollte Derval. „Erzähle doch, wie die Sache endete, Vater Rolland weiß es ja noch nicht,“ drängte Marcelle. Ja, ja, lassen Sie mich den Schluß hören, ich bin schon sehr neugierig darauf,“ rief der Pfarrer. „Große Veränderungen waren vor sich gegangen, der kleine Korporal war mittlerweile zum Erbkaiser von Frank⸗ reich erklärt worden, aber Jacques und ich, wir dienten noch immer als gemeine Soldaten. Wir dachten, der General habe uns länest vergessen, was auch kein Wunder gewesen wäre, wenn man bednkt, wie sehr er davon in Anspruch ge⸗ nommen war, die Kronen von den Häuptern der Könige zu schlagen. Die„Große Armee“ kampierte vor Boulogne— wir zählten das Jahr 1805— und wir Grenadiere standen in der Front. Der Krönungstag war zur allgemeinen Ver⸗ teilung von Verdienstkreuzen und Medaillen bestimmt wor⸗ den. Welch ein Tag! Der Nebel stieg vom Meere auf, wie Rauch aus der Mündung einer Kanone. Auf einer Anhöhe vor der Stadt hatte man einen Thron errichtet— den großen eisernen Stuhl des mächtigen Königs Dagobert— unterhalb des Thrones kampierten die Lager der„Großen Armee“ und zu Füßen des Thrones brauste das unendliche Meer. Nachdem der Kaiser Platz genommen, klang es aus Tausenden von Kehlen:„Vive l'Empereur!“ Man hätte glauben können, daß die Meereswellen mit ihrem Gebrüll die Luft so erschütterten. In demselben Augenblick zerteilte sich der Nebel und die Sonne strahlte in vollster Pracht. Mein Gott, die Banner und Fahnen flatterten, die Bajonette und Schwerter blitzten im Sonnenschein, daß es einen fast blendete. Einen solchen Anblick genießt man nur einmal im Leben. Ich könnte Ihnen die ganze Nacht hindurch von all den Herrlichkeiten erzählen, ohne daß Sie den zehnten Teil all der Wunder jenes Tages erführen. Jetzt will ich Ihnen nur mitteilen, was mir und Jacques passierke.“ Wir standen, wie ich bereits erwähnt habe, in der Front, als der Kaiser seine Grenadiere musterte. Als er an uns vorbei⸗ schritt, blieb er plötzlich stehen— so!— nahm eine Prise Schnupftabak aus seiner Westentasche, neigte den Kopf, wie ich Ihnen zeige, auf eine Seite und prüfte unsere Gesichter. Mit einem Male kam es wie eine Erleuchtung über ihn; er trat ganz dicht an uns heran und sagte— ach, ich wollte, ich könnte seine Stimme wiedergeben:„Ich habe weder Cismone, noch den Geschmack des Schwarzbrotes und des Wassers mit Schnaps vergessen“; dann wandte er sich lachend an den Marschall Ney, der neben ihm stand und erzählte ihm rasch ckwas; auch Ney lachte so herzlich, daß seine weißen Zähne sichtbar wurden und nickte uns freundlich zu. Darauf wandte sich der Kaiser wieder an uns, heftete uns mit eigener Hand das Verdienstkreuz an die Brust und begrüßte uns als seine neuesten Korporale. Ich will Ihnen eingestehen, Vater Rolland, daß meine Augen feucht wurden und ich Mühe batte nicht wie ein schwaches Weib aufzuschluchzen; aber ehe wir wieder recht zur Besinnung kamen, war er ver— schwunden!“ g Derval fuhr sich mit dem Aermel an die Augen. die in Erinnerung an jene Auszeichnung ganz seucht geworden waren und bückte sich über das Feuer, um seine ausge⸗ gangene Pfeise zu entzünden, während die Anwesenden in ehrfurchtsvollem Schweigen verharrten, bis der kleine Curé bemerkte:„Der Kaiser scheint ein gutes Gedächtnis zu haben. Man sagt, daß ein guter Schäfer jedes Schäfchen seiner Serde kenne; aber dies ist noch merkwürdiger. Wie viele Jahre waren sei Cismone bis zu jener Begegnung ver⸗ strichen?“ „Neun!“ „Und in jenen neun Jahren hatte Napoleon zahllose Schlachten geschlagen, zahllose Gesichter gesehen und zahllose große Gedanken ausgeheckt! Er ist doch ein großer, ein be— deutender Mensch! Haben Sie ihn seither nicht wiederg sehen, mein Korporal?“ fragte der Pfarrer ernst. 4 „Nur noch ein einziges Mal— am ersten Dezember, dem Vorabend der glorreichen Schlacht von Austerlitz!“ en, gegnete Derval mit stolz erhobenem Haupte und bemüllt ganz napoleonisch auf seine Zuhörer herabzublicken. Del Pfarrer fuhr zusammen, Mutter Derval blickte verstohhen auf den Stelzfuß ihres Schwagers, Alain und Jannick wu, den ganz ernst und Mikel Grallon blinzelte neugierig d Marcelle hin, über deren blasses Gesicht ein traurig ⸗stolse⸗ Lächeln huschte. „Wir kauerten, 7080 000 Mann, im Dunkel der Natz! als es plötzlich jemandem einfiel, daß der kleine Korpor gerade vor einem Jahre gekrönt worden war. Wie ein Lauf feuer verbreitete sich die Kunde. Im Nu hatten wir Scheitef; haufen von Reisig und Stroh errichtet und Freudenfen angezündet. In diesem Augenblick sah ich ihn auf einen schneeweißen Schimmel wie ein Gespenst die Front abreile sein Kopf war zwischen die Schultern gesunken, er blick! weder nach rechts noch nach links. Jacques meinte, er sell wie der weiße Tod aus, der dahinreite, um die Russen 8 verschlingen. Armer Jacques! Am nächsten Tag bekam„ seinen ewigen Urlaub und ich meinen Marschallsstab schloß Derval, mit halb wehmütigen, halb humoristischeß Blicken seinen Stelzfuß streifend. „Und damals haben Sie Napoleon zum letztenmal ge sehen?“ forschte der Pfarrer teilnehmend. 1 Noch ehe der Korporal antworten konnte, wurde die Til heftig aufgerissen und Sergeant Pipriac stürmte, von seinehn ö gefolgt, totenbleich und außer Atem in di üche.„e „Krähenseeles was ist denn los?“ fuhr ihn Derval a „Man könnte glauben, der gute Sergeant habe ei G. spenst gesehen!“ bemerkte der Curs, sich von seinem Plat erhebend. 5 1 Piprige starrte erst den Korporal dann den Pfarker mf entsetzten Blicken an und brachte nur stoßweise und Luft schnappend die Worte hervor:„Zum Teufel, fast ff es so! Seht, wie ich noch vor Entsetzen zitkere, ich, Pipri“ der bisher vor keinem Teufel erschrocken ist. Ei 9 Wasser, Mutter Derval, oder ich ersticke!“ (Fortsetzung folgt.) tine 100 Wm. . 5 9 142 4 *—— — der Auflösung der Schutzpolizei und in der Ausweisung der wider⸗ Beamten zu suchen. 1 Sowen der französische Kriegsminister. Wie hat doch einmal Bismarck gesagt: Aiemnals werde mehr gelogen, während des Krieges! Wer finanziert die Nationalsozialisten? Die Oessentlichkeit Fat sich in der letzten geit wiederholt mit dem Fall Geisler beschäftigen müssen, der nun seinen Abschluß da⸗ mit gefunden hat, daß Geisler aus der Deutschen Volkspartei aus⸗ geschieden ist. Auch die Kölnische Zeitung bezeichnet in einem Ri Miichblick auf die ganze Angelegenheit die Umtriebe Geislers als„verhängnbsvoll und gemeingesährlich“ und fügt hinzu: Das Kennzeichnende an dem Fall Geisler ist die Tatsache, daß Lente ohne politische Vorzüge bei gewissen Stellen des Bürgertums eld in Hülle und Fülle bekommen, wenn sie nur das Gespenst des Bolschewismus oder Sozialismus an die Wand malen und sich mit großem Phialengedrß hen zue Gespenstexaustreibung empf.. Man scheint in diesen Kreisen des Bürgertums aus den naheisvollen Felgen der Tatig⸗ kei des Neichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie nicht die kleinste Spur gelernt zu haben. Ueberall, wo eine Stablerei, Hitlerei oder Geislerei in Gang kommt, sind Gelder in staunenerregender Menge da, die von einigen poli⸗ tischen Abenteurern in der leichtfertigsten Weise ausgegeben wer⸗ den, um das deutsche Volk mit allen Kräften zu verhetzen und in ah 5 1 but spalten. 0 gut, da partei steht. Nicht am wenigsten in ihrem Umkreise sind die Stellen des Bürgertums zu finden, von denen die Kölnische Ztg. spricht.„Vaterland“ und„Kirche“ finanziell zu stützen 288 hat die Großindustrie stets nach Kräften mitgewirkt. Denn der Ehmwinismus gezen Erbfeinde lohnt sich wenn damit der Konkurrent des„welschei“ Kewpitalismuts getroffen wird, und dem arbeitenden eigenen Volk muß die„Religson“ und damit die Zu⸗ friedenheit erhalten werden. 5 Hessische Landeswanderbühne. Uns wird geschrieben: Während der diesjährigen Spielzeit der Hessischen Landes⸗ wanderbühne wurden ungefähr 240 Vorstellungen veran⸗ staltet. Die diesjährige Spielzeit der Bühne wurde nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, erst am 30. April, sondern schon am 10. März beendet. Maßgebend für den früheren Schluß war vor allen Dingen die Entwicklung der politischen Verhältnisse an Ruhr und Rhein; denn dadurch ist vorerst für die Bühne jede zielbewußte und organisierte Tätigkeit im besetzten Gebiet, für das in erster Linie diese Einrichtung geschaffen wurde, unmöglich gemacht. Zu diesen äußeren Schwierigkeiten, die nicht zu überwinden sind, gesellten sich auch noch Schwierigkeiten anderer Art. Der harte Abwehr- kampf, in dem wir stehen, erregt und beschäftigt alle Ge⸗ müter aufs tiefste. Bei der Bevölkerung des Landes ist da⸗ durch nicht allgemein die rechte Stimmung und nicht über⸗ all die genügende Aufnahmefähigkeit für die Gaben der Kunst vorhanden. Die stehenden Theater der größeren Städte werden davon weniger berührt. Sie bieten in dieser Richtung keinen geeigneten Vergleichsmaßstab, da sie im allgemeinen ihr Stammpublikum haben. Sehr wesentlich für den früheren Schluß war aber auch daß sich im Zu⸗ sammenhang mit der politischen und wirtschaftlichen Ge⸗ samtlage die Verhältnisse hinsichtlich der Saal⸗ und Gal derobenbeheizung, des Transportes, der Quartier⸗ beschaffung usw. von Tag zu Tag mißlicher gestalten. Eine ganze Reihe von Erkrankungen des Personals sind auf die hier zutage tretenden, nicht abstellbaren Mängel und die langandauernde naßkalte Witterung zurückzuführen. Diese Erkrankungen selbst aber machten sich natürlich bei der Durchführung, des Spielplans sehr störend geltend. Der frühere Schluß der diesjährigen Spielzeft hat vielfach Be⸗ dauern erweckt; ein Beweis dafür, daß sich die Hessische Landeswanderbühne trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens im Bewußtsein des Volkes verankert hat. Wir hegen die feste Hoffnung, daß die neue Spielzeit im Herbst unter besseren politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen wieder beginnen kann; die Vorarbeiten dazu sind bereits im Gange. 7 Goethe über den deutschen Charakker. In den Gesprächen mit Eckermann findet sich folgende Aeuße rung Goethes: „Als neulich der 4 75 lag und meine Nachbarskinder ihre kleinen Schlitten auf der Straße probieren wollten, sogleich war ein Polizeidsener nahe, und ich sah die armen Dingerchen fliehen, so semell sie konnten. Jetzt, wo die Frühlings sonne sie aus den Häusern lockt und sie mit ihresgleichen vor ihrem Tore gern ein Spielchen machten, sehe ich sie immer geniert, als wären sie nicht sicher. Es darf kein Bub mit der Peitsche knallen oder singen, oder rufen, gleich ist die Polizei da, es ihnen zu verbieten. Es geht bei uns alles dahin, die liebe Jugend frühzeitig zahm zu machen und alle Natur, alle Originalität und alle Wildheit auszutreiben. Könnte man nur den Deutschen nach dem Vorbilde der Engländer weniger Philosophie und mehr Tatkraft, weniger Theorie und mehr Praxis beibringen. Wir wollen abwarten, wie es in einem Jahr⸗ hundert mit uns Deutschen aussteht und ob wir es dann dahin ge⸗ bracht haben, nicht mehr abstrakte Gelehrte und Philosophen, son⸗ dern Menschen zu sein.“ — Nachdenkliches von dem bershmten, zu früh verstorbenen Kapellmeister und e Komponisten Max Reger. In besonders vornehmen Hotels trug er sich gern folgender⸗ maßen ein: Max Reger, Akkordarbeiter. Schülerin(bei ber Korrektur einer Komposition):„Ach, Meister, da war meine Seele ganz zerrissen!“ Reger:„No, da wollen mes se halt wieder flicken!“ Eine Prinzession fragte ihn, wie die dunklen merkwürdigen Tonfiguren der Fagotte im„Gastmahl“ der Böcklin⸗Suite entstiin⸗ den, ob die Müsiker sie mit dem Munde hervorbrächten. Der Komponist sah die Fragerin einen Augenblick starr an, dann sagte er toternst:„Das will ich stark hoffen.“ 5 5 Neger zu seinem Freund, F rosessor Dr. Th., bei einer Hof⸗ sestlichteit(beide waren ohne Orben erschienen):„Wir beide sind halt heute abend die einzigen nagten Menschen hier.“ Tstel sind dazu da, damit sich die anderen darüber ärgern. bil stehen. Am Freitag war der Thermometer bis auf 16 Grad nach Reaumur gestiegen, für diese Jahreszeit eine außer⸗ ß das in einem Organ der Deutschen Volks⸗ Ausführungen gab Sic en und Kngebung. — Der Lenz ist gekommen! Diesmal ist mit dem kalendermäßigen Beginn des Frühlings auch dieser selber eingezogen. Herrlicher Sonnenschein wie im Mai lag in den letzten Tagen der Vorwoche auf Wold und Feld und die Vögel ließen schon ihre Lieder erschallen. An den Flieder⸗ und anderen Sträuchern haben sich die Knospen stark ent⸗ wickelt und bald werden sie im neuen, grünen Kleide da⸗ gibt es keinen ordentlich hohe Temperatur. Hoffentlich [Rückschlag, wie das schon so oft der Fall war, wo Frost die aufgegangenen Sämereien im Kleingarten und die Blüten der Bäume vernichtete. Denn es herrscht in den Gärten jetzt schon rege Tätigkeit und man ist eifrig dabei, die Beete zu bereiten. Man muß jedem wünschen, daß seine Mühe und Arbeit Erfolg hat, der Kampf ums Dasein durch die Früchte des Gärtchens erleichtert wird. — Freie Lernmittel in den Volksschulen. In der letzten Stadtverordnetensitzung stand die Frage der Lernmittel⸗ stellung durch die Stadt für die Volksschulen zur Beratung. Von unserem Redner wurde darauf hingewiesen, daß die Stadt die Lernmittel im Großen beschaffen und an die⸗ jenigen zum Selbstkostenpreise abgeben könne, die für freie Lieferung nicht in Betracht kommen. Wie angebracht das wäre, zeigt eine Gerichtsverhandlung in Potsdam, die dieser Tage vor dem Wuchergericht stattfand. Auf dem Tisch des Gerichts lag, wie der Vorwärts berichtet, eine einfache Schiefertafel, Kaufmann Felix Polentz in Rathenow 2600 Mk. bezahlen. Der Arbeiter erstaktete Anzeige, und Polentz mußte sich wegen Preistreiberei vor dem Potsdamer Wuchergericht ver⸗ antworten. In der Verhandlung kam zur Sprache, daß der Angeklagte die Schultafel vor einem Jahre mit 6 50 Mk. eingekauft hatte; alle Kosten hinzugerechnet, kam dem Kaufmann die Schultafes auf 11 Mk. Der Angeklagte be⸗ gründete den hohen Preis damit, daß lout Verbands ⸗ beschluß der Deutschen Papier- und Schreib⸗ warenhändler ihm der geforderte Preis vorgeschrieben war. In scharfen Worten geißelte der Vorsitzende diese Verbandsvorschriften, die geradezu eine Notmarktlage für die jetzt mehr als, früher gekauften Schultafeln schaffen. Auch der Staatsanwalt ging scharf gegen den Angeklagten vor und beantragte 150 000 Mark Geldstrafe, Publikation im Kreisblatt und Aushang des Urteils im-Geschäftslokal des Angeklagten. Nach langer Beratung erklärte sich das Wuchergericht für unzu⸗ ständig und verwies die Sache an die Potsdamer Strafkammer.— Es ist durchaus am Platze, wenn man dem unverschämten Wucher, der von den Verbänden be⸗. trieben wird, entgegentritt. — Französische Preßfreiheit. bote, die im be Kürzlich teilten wir u. a. mit, daß unser Mainzer 0 wiederum auf vier Wochen verboten ist; es hat überhaupt in die⸗ sem gangen Jahre nock nicht viel Nummern herausbringen können. — In feiner Freitagsnummer teilt der Gießener Anzeiger mit daß das Blatt vom 22. März ab auf drei Momate von der internationalen Rheinlandkommisston verboten ist. — Bilder aus Alt⸗Gießen führte Rechtsanwalt Homberger seinen zahlreichen Zuhörern im letzten Bildungsvortrage am Donnerstag abend vor Redner gab zunächst einen geschichtlichen Abriß über die Entwicklung der Stadt von ihrer Entstehung an, die um das Ende des 12. Jahrhunderts anzunehmen ist. Weiter schilderte der Redner die keineswegs in Bezug auf Sauberkeit einwandfreien Verhältnisse Gießens, das bis Ende des 18. Jahr⸗ hunderts mit Festungswällen umgeben war. Aber auch nach deren Beseitigung war die Stadt noch unsauber. die Gassen waren eng. die Wohnungen meistens mangelhaft. Im weiteren Verlauf seiner der Redner verschiedene bemerkenswerte Ge⸗ meinderats⸗Veschlüsse zum Besten, die stark an Schilda erinnern; besprach dann das gesellschaftliche Leben in Gießen in früherer Zeit sowie einzelne„Originale“ der Bürgerschaft in humorvoller Weise. Gelegenulich hoffen wir, die sehr beifällig aufgenommene Plauderci ausführsich wiedergeben zu können.— Der Vorsitzende Moosdorf wies darauf hin, daß nit diesem Vortrag die Reihe der Bildungsvorträge für diesen Winter geschlossen sei. Daß sie ein Bedürfnis waren, habe die starke Beteiligung gezeigt. Der Wahl⸗ verein werde es sich angelegen sein lassen. auch fernerhin zur Be⸗ lehrung seiner Mitalieder das Möglichste zu bieten. 0 — Spekulations⸗Hausverkäufe. In der Mieterversammlung am Samstag wurde unter anderem auf die riesigen Summen hin⸗ gewiesen, die durch Häuserverkäufe jetzt erzielt werden. Es kommt auch vielsach vor, daß die Häuser an Ausländer verkauft werden, kein Mensch kümmert sich darum, die Häuser in bewohnbarem Zustande zu erhalten. Diese Verhältnisse sind Veranlassung dazu Zahllos sind die Zeitungsver⸗ gewesen, daß der preußische Landtag ein Gesetz über den Verkehr mit Grundstücken angenommen hat. das die Ein⸗ führung einer Genehmigungspflicht für Häuserver⸗ käufe vorsieht. Das Gesetz ist am 10. März in Kraft getreten. Die preußische Regierung hat nunmehr die Ausführungsbestim⸗ mungen zu diesem Gesetz erlassen. Darin wird betont, daß die Tendenz des Gesetzes nicht dahin geht, die Genehmigungszflicht bei Verkäufen rigoros und schikanös auszuüben, sondern daß es zu⸗ ächst vor allem darauf ankommen soll, besonders krasse und im Grundstücksverkehr unerwünschte Fälle zu treffen. Weiter wird ausgeführt: Eine Gefährdung der ordnungsmäßigen Bewirtschaf⸗ tung des Grundstücks zum Schaden der Wohnungsfürsorge wird durchweg bereits dann angenommen werden können wenn aus der Persönlichkeit des Erwerbes und aus dessen Wohnsitz hervorgeht, daß er nicht in der Lace ist, dse jetzt mehr als je erforderliche per⸗ sönliche und ständige Aufmerksamkeit seinem Grundbesitz zu wid⸗ men. Es darf ebensowenig ein Verfall von Wohngebäuden infolge Vernachlässigung der Unterhaltung wie eine Verschlechterung der Substanz infolge Entfernung wichtiger Bestandteile zu besorgen sein. Wenn die Genehmigung wegen der Besorgnis der Still⸗ legung einer Industrie oder eines gewerblichen Betriebes versagt werden soll, ist tunlichst die zuständige Handels⸗ oder Gewerbe⸗ bammer gutachtlich zu hören. Erfolgt der Erwerb unter Aus⸗ nutzung des Tiesstandes der deutschen Währung, vor allem mit Hilse einer hochwertigen Valuta, so wird stets unbedenklich ein spekulativer Zweck, der die Versagung der Genehmigung rechtfertigt, angenommen werden können. Aehnliche Bestimmungen wären auch bei uns in Hessen angebracht um der Wohnungsnot entgegenzuwirken. — Frühere Auszahlung der Militärversorgungsgebührnisse. Die für den Mongt April 1923 fälligen Militärversorgungsge⸗ bührnisse werden bereits am 27. März in der Zeit von 7½ Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags und 2 bis 7 Uhr nachmittags vom Postamt gezahlt. die man früher für einen Groschen kaufen konnte. Für diese Schiefertafel mußte ein Arbeiter bei dem setzten Gebiete durch die Franzosen erfolgt— 0 . — Solzversleigerüngen. Aug den Meßener Waldungen werben am Dienstag vormittag 9½ Uhr in der Wictschaft„Zur Liebigs, Lache“ aus dem Bezirk des Försters Arft Brennholz Nnüppel und Reißig versteigert Ferner am Donnerstag den 29, März 9% Uhr aus dem Bezirk, des Försters Lotz⸗Wieseck ebenfalls Brennholz Buchenscheite. Knüppel und Reißig. Zusammenkunft an der Straße nach Daub ringen, in der Nähe des Steinbruchs— Die, Bekanntmachungen, aufdie hingewiesen wird, erschienen in der Samstagsnummer. 5 — Lollar. Am kommenden Dienstag, den 27. Märg, findet der 8. und vorläufig letzte Vortragsabend statt.— Genosse Professor Hüter⸗Gießen spricht(diesmal bestimmt) über: 48er Mär z⸗ Gedanken und Karl Marx⸗Gedenlen Alle Genossen müssen erscheinen. Wegen der Ferien findet dieser Abend nicht in der Schule, sondern im kleinen Saale der„Linde“ statt.— Der Vorstand des Wahlvereins wird weitere Bildungsarbeit vorbereiten, sodaß im Spätsommer, wenn die Genossen wieder mit Garten⸗ und Feldarbeit Fan sind, mit neuen imnteressanten Vorträgen begonnen werden n. n. Kreis Friedberg⸗ Büdingen. 5. Agitationsbezirk Friedberg⸗Büdingen⸗Schotten. An Sonmteg tagte der Unterbezirksvorstand in Friedberg und beschäftigte sich unter anderem mit der Frage der Ruhrbesetzung. Genosse Schoub⸗Büdesheim der über die Ruhrfrage referierte, führte folgendes aus: Die Frage der großen Koalition in Hessen will auch heute nicht verstummen. Die Genossen im Lande haben darüber zu wachen, daß unsere Führer nach dieser Richtung fest bleiben und auf Grund der früher gefaßten Beschlüsse die große Koalition ablehnen. Früher ist vieles verstumt worden und heute hat das Proletariat den Schaden zu tragen. Die Situation, in der wir uns heute befinden, ist die gleiche wie 1914, nur mit dem Unterschiede, daß eine Ein⸗ mütigleit nicht vorhanden ist. Die Parteileitung muß unter allen Umständen mehr Aktivität zeigen. Die besitzende Klasse drückt sich von allen Steuern und überläßt die Steuerzahlung der arbeitenden Be⸗ völkerung. Es muß eimmal offen ausgesprochen werden, daß einer solchen Regierung die Mittel zu verweigern seien. Unter keinen Um⸗ ständen durfte der Reichswehretat bewilligt werden. Die Verfeh⸗ lungen bei der Holzlieferung bezeichnet Redner als Skandal und es hätte 1 nicht vorkommen dürfen. Man hätte den Privat⸗ besitzern ihre Wälder konfiszjeren sollen, wie man während d Krieges ja auch vor keinem Mittel zurückgesckreckt hätte. Alles pro⸗ voziert, genau wie während des Krieges und haben uns gerade die Machenschaften der Rechtskreise in der ganzen Welt geschadet. Aus diesem Grunde ist die Einheitsfront mit dem Bürgertum abzulehnen und der Kampf gegen den französischen Imperialismus durch die Arbeiterschaft mit allen Mitteln zu führen. Wenn wir das Vertrauen innerhalb der Arbeiterschaft wiedergewinnen wollen, muß eine andere Politik getrieben werden. Er bespricht weiter die Zustände innerhalb der Landtagsfraktion und bedauert aufs lebhafteste, daß Genossen sich bei der Frage der großen Koalition auf den Standpunkt gestellt haben, daß durch den Eintritt der Volkspartei in die Regierung, unser Einfluß gestärkt würde. Auch im Reiche sind Bestrebungen vor⸗ handen, die große Koalition herzustellen. Dem Volke muß es mit allem Nachdruck gesagt werden, daß uns die Regierung Cuno in diese Verhältnisse geführt habe. Wir müssen unter allen Umständen ver⸗ langen, daß eine allgemeine Amnestie für die beim Kapputsch ver⸗ urteilten Arbeiter durchgeführt wird. Er empfiehlt, in den Orts⸗ vereinen nach dieser Richtung Aufklärung zu schaffen. Eine Zer⸗ störung der Partei muß unter allen Umständen vermieden und des⸗ 125 muß der Versuch gemacht werden, die Genossen, die anderer eimig sind, aufzuklären. Die Orgesch entfaltet eine eifrige Tätig⸗ keit im Lande, um die Monarchie uns wieder zu bringen. Hiergegen muß entschieden Front gemacht werden. Deshalb muß von der„ gierung verlangt werden, daß sie klipp und klar erklärt, was sie zu tun gedenkt. Er empfiehlt die Annahme der Frankfurter Resolution. An der anschließenden Resolution beteiligten sich die ossen Rößler Repp, Hofferberth und Holzapfel welche die gemachten Aus⸗ ergänzten und sich zustimmend äußerten. Genosse Rößler stellt den Antrag, die Resolution dahim zu er⸗ gänzen, daß eine andere Stenerpolitik getrieben werden muß, damit die breite Masse der arbeitenden Bevölkerung nicht ganz verarme Diesem Antrage wird einstinmnig zugestimmt. 1 Ein Antrag des Landes vorstands auf Mandatsnfederlegung des Genossen Wittig im Provinzialausscheß wird entschieden abgelehnt. Ferner würde beschlossen, die ordentliche Kreiskonferenz Mitte Mai in Stockheim abzuhalten. Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 23. März. Vom Schulschluß in den To d. In der Schloßstraße wurde heute vormittag ein achtjähriges Mädchen, das mit dem guten Schulzeugnis und der Versetzungsnote in der Hand freudestrahlend nach Hause eilen wollte, von einem auswärtigen Auto überfahren und auf der Stelle getötet. Die Kleine hatte, als man sie tot unter dem Wagen hervorzog, das Schulzeugnis noch in der Hand. 0 Frankfurt a. M., 23. März. Zu Tode gedrückt. Beim Transport eines Transformators im städtischen Elektrizitätswerk stiirzte der 20 Zentner schwere Koloß um und begrub einen 40 jähr. Monteur unter sich. Dem Manne wurde der Leib förmlich aufge⸗ schnitten und die Wirbelsäule gebrochen, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat. Darmstadt, 23. März. Ausgewiesen wurde der technische Direktor der Opelwerke, Depl.⸗Ing. Dr. Wilh. Scholz, ohne Angabe von Gründen. Seine Familie muß innerhalb der üblichen Frist das besetzte Gebiet ebenfalls verlassen. Darmstadt, 23. März. Schwer verunglückt ist gestern beim Ueberqueren der Straße der Rechmungsrat Schönberger von hier. Er wurde von der Straßenbahn überfahren und erlitt so schwere Ver⸗ letzungen, daß er bald nach der Einlieferung in das Krankenhaus starb. Walldorf(Hessen), 22. März. Der gefährliche Aufsatz. Ein hiesiger Lehrer hatte von seinen Schülern einen Aufsatz über die Ruhr schreiben lassen. Die Folge war seine sofortige Ausweisung aus dem besetzten Gebiet. Ein Riesendiebstahl wurde in der Nacht vom Dienstag auf Mitt⸗ woch voriger Woche in Heppenheim in der dortigen Strickwaren. fabrik Söldt u. Co. ausgeführt. Die Diebe waren durch ein Fenster eingestiegen und hatten das ganze Lager durchstöbert. Ein Teil der Ware wurde durch die Fenster in den Garten geworfen, wo sie am Morgen zerstreut dalag. Nur die wertvollsten gestrickten Kostüme, Jumpers und Strümpfe wurden mitgenommen. Die Spitzbuben sollten sich aber ihrer Beute nicht lange freuen. Mit dem ersten Früßh⸗ zug fielen dem Bahnsteigschaffner und mitfahrenden Bahnbediensteten drei schwer bepackte verdächtige jungen Männer auf, die Fahrkarten nach Darmstadt gelöst hatten. Auf telegraphischen Bescheid wur⸗ den die verdächtigen Elemente am Bahnhof Darmstadt von der Krimi⸗ nalpolizei in Empfang genommen und verhaftet. Und siehe da, in 5 großen Paketen führten sie die gestohlenen Sachen, die einen Wert von 15—20 Millionen Mark repräsentierten, bei sich. Zwei der Spitz⸗ buben stammen aus Frankfurt, einer aus Dieburg. Gattenmord. Aus Walters hausen bei Cassel wird berichtet: Wie durch die Staatsanwaltschaft festgestellt wurde, ist der 28jährige Kutscher Schröder nachts durch einen Revolverschuß getötet worden. Die Tat vollzog sich in seiner Wohnung bei Anwesenheit seiner, ihm erst vor zwei Jahren angetrauten Ehefrau. Die Umstände ließen keineswegs auf einen beabsichtigten Selbstmord schließen. So wurde der Verdacht erweckt, daß die Ehefrau die Mörderin ihres Mannes gewesen sei. Nach einem längeren Kreuzverhör durch die Staatsan⸗ waltschaft gestand die Frau, ihren Mann im Schlafe erschossen zu haben. Die Ehe war durch die Schuld der Frau deine glückliche. des . 4 1 15 .* 1 1 —...———— 0 Massenproßeß weyen Fuckerwucherz. Vor bem Bielefelder werden die hmerdlichen Angestelsten lediglich zu billigen Ausdeu- J meister, Heuchelheim. HI. Versicherungs vertreter: Wirherge ricky hat ein e Prozeß gegei 13 Groß⸗ und SAccdtsteate aus Bielefeld, Halle i. W., Oenabrück, Braunschweig und Magdeburg wegen Preiswucher und Kettenhandel mit Zucker bezw. Beihilfe dazu begonnen. Zu der Verhandlung, die etwa acht Tage dauern wird, sind nach einer Meldung des Berl. Tageblatt 34 Zeugen und 6 Sachverständige geladen. Es handelt sich um Ge⸗ schäfte mit einer Gesamtmenge von 4700 Zentnern Zucker. Der Gerichtshof lehnte 3 nach längerer d Anträge dem schwersten Terror möglich war, ergibt sich bis jetzt auch 1 Clos N. schästigt bei der Rain-Weser⸗ Sts in Lo Karl 3., timgsobjekten mißbraucht. Das mögen alle Eltern beachten. Zu Aus⸗ Wilhelm,. Lollar, beschäftigt beim Konsumvereit künften und Rarschlage ist ber Zentralverband der e— Gießen und Umg. Rohrbach, Heinrich 8., Schlosser, Lollar, als zuständige Organisation— gern bereit. Eine Niederlage der Kommunisten. 5 Daß der letzte Putsch der Kommunisten in der Badischen Schachner, Karl Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen nur unter[Bergmann, Lang⸗Göns, e bei Grube Adler. 6. Nit iner, 1„ beschäftigt bei der Firma Rin 92 185 e 7. Miiller, Heinrich, ee 8 Lollar. 3. 705 5 Gärtner, Neuhof, beschäftigt bei Oekonomierat Müller, N Leihgestern. 4. Dern, Wilhelm 2., Maurerpolier, Lanag schäftigt bei Martin Abermann in Gießen. 5. der Verteidigung auf Vertagung sowie Verweisung an die Straf. aus den Wahlen zum Betriebs- und Arbeiterrat. Die Wahl- beschäftigt 9 eren in Lich. 8. Krug, Heinrich, N Hummer ab. In der Begründung für die Ablehnung Das Gericht hat die Voraussetzung des§ 12 der Wucherprozeßver⸗ ordmung nicht für gegeben erachtet. Es ist vielmehr der Ansicht, daß sich die unter Anklage stehenden Vorgänge auch jetzt noch zur be⸗ wurde eine Falschmünzerwerkstätte ausgehoben. Frühjahr 1922 in Deutschland. Frankreich Polen, Rußland so gut nachgemachte Fälschungen englischer Zehnpfund⸗ scheine in Umlauf brachte daß selbst eine. englischer Banken mit den Fälschungen betrogen worden. Der Haupttäler ist der muff he Kunstmaler Missejedoff, der, als die Kriminalbeamten in seine Wohnung eindrangen. gerade mit der Herstellung falscher ame rikanischer Hundertdollarnoten beschäfligt war. in dem Gebiet von Mugello, nördlich von Florenz, ab. Zwei riesige Wölfe hatte die Bauern der Umgegend im Schrecken versetzt, und zwei Jäger spürten ihr Lager auf. Der männliche Wolf, der darin war, wurde erschossen, und der eine Jäger nahm die jungen Wölfe mit fort, während der andere auf das weibliche Tier wartete. Als die Wölfin bei ihrer Rückkehr die Jungen nicht mehr vorfand, griff sie in ihrer Wut den Jäder an, der feuerte und fehlte. Darauf biß CCC bo Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung. 40⸗Stundenwoche der Damenschneider in New⸗Nork. Der Zeitung der amerikanischen Damenschnefdergewerkschaft vom 23. Februar d. J. ist zu entnehmen, daß ein Streik der New⸗Norker eingefiihrt Samstags Sonntags bleiben die Betriebe . Die Akkordarbeiter erhalten 10 v. H. Lohnerhöhung; die . Wochenlohn Beschäftigten erhalten Lr jetzt 40 Stunden den ö gle chen Lohn wie bisher für 44 Stunden. Die Gewerkschaft hat durch die Bewegung viele neue Mitglieder gewwonnen. Die Lohnbewegung der Berliner Hochbahnangestellten tt noch nicht zu einem Abschluß gekommen. Die Situation hat sich infolge der 3 Zugeständnisse sehr bedenklich zugespitzt. wands.— Nach dem Spruch des Schlichtungsausschusses sollen die Löhne um FPV 2 5 Wurf 00 1 175 ir Ungelernte Mk. n Wahl der Versicherungsvertreter als Beisitzer des Ver ⸗ 23 in Reist gleich für Saasen mit der Sumde betragen. Die Gewerkschaften und die Funktionärversammlung sicherungsamts beim Kreisamt Gießen. Der Wahlleiter zu dieser(1, September 10. bt Keieunte Sn. be n der eee ne ee, e e e haben diesen Schiedsspruch abgelehnt und werden dem beteiligten Wahl selden, zugleich für Hattenrod und Oppenrod. Die Personal empfehlen, in der am Donnerstag und Freitag stattfinden⸗ den Urabstimmung für die Ablehnung zu stimmen. Hungerlöhne der Rechtsanwaltsangestellten. Vom Zentralverband der Angestellten wird uns geschereben: . Zu den Arbeitnehmergruppen, die heute am schwersten ums Da⸗ sein zu kämpfen 1 gehören in erster Linie die Angestellten der Rechtsanwalts⸗ Notariatsbureaus. Die Anwälte und Notare zahlen ihren dee ele Hungerlöhne. Mit keiner anderen Arbeit⸗ geberschicht haben die Gewerkschaften einen so unerbittlichen und un⸗ 5. Kampf zu führen als mit den Anwälten. Die Anwälte n ihrer übergroßen Mehrpahl sind jedes sozialen Verständnisses bar. 5 Den Abschluß von Tarifverträgen lehnen sie aus nichtigsten Vor⸗ wänden ab und versuchen mit allen Schikanen der heißt es etwa: die seit dem Belgien und beteiligung war eine recht mäßige; es haben zirka 50 Proz. der Gesamtbelegschaft von ihrem Wahlrecht Gebrauch ge-] Giessing in Mainzlar. 9. 9 1 5 Maurer, Groß macht. Die Kommunisten haben allerdings ihre Leute bis schleumigten Aburteilung eignen, deshalb dem Wuchergericht ver⸗ zum letzten Mann an die Wahlurne gebracht, aber gerade bleiben und in diesem Stadimn nicht abgesetzt werden können. deshalb ist ihr Fiasko um so offenbarer. Ausgehobene Falschmünzerwerkstatt. In Halensee bei Berlin ergebnis entfallen auf die verschiedenen Listen: W bei der Bauhütte G. m. b. H., Abgegebene 1 Arbdeiter⸗ ra 8⸗ überhaupt voggöhler mitglieder 100 der Freie Gewerkschaften Kommunistische Partei. Christliche Gewerkschaften Die Nache der Wölfin. Eine Wolfstragödie spielte sich dieser Tage Ji, die gomiaunittische Partei bedeutet der Wahlaus⸗ i gang einen bösen Reinfall Im vorigen Jahre hatten sie bedeutend besser abgeschnitten. Der Reinfall ist um so schwerer, als dieses Jahr 50 Prozent der Beschäftigten der Wahl fernblieben, im Vorjohr aber nur 25 Prozent. Diese Nichtwähler sind bestimmt keine Hommunistenverehrer, ihnen a. d. Oda., zugleich fil hat die Kommun istische Partei es zu verdanken, daß sie noch Odenhausen, ö so glimpflich davonkam. Die Wahl ist wieder ein Beweis, Rüddingshausen und Weitershain. Am 12. Juni 1923 in genen ö daß die kommunißischon Putiche den Arbeitern jede gewerk. zugleich für Lauter, Stangenrod, Beltershain. 1 schaftliche und sozialpolitische Tätigkeit verekeln. 572² 2997 144⁵ arbeiter, Trais(da.) beschäftigt bei der Firma Scheidhauer u Gießen. 10. Münch, 5 hannes, 1., Feldschütz, Sue beschäftigt bet der Gemeinde Har bach. 11. Schmidt, Heinrich 3., Bergmann, Lauter, beschäftigt be. Nach dem Wahl- der Gewerkschaft Louise. 12. Schleenbecker, Adolf, 3, Kespene beschäftigt bei der Finma Rinn u. Cloos A.⸗G., Heu⸗ chelheim. 13. Wagner, Ludwig 2., Feldschütz, Alten⸗Buseck, beschif. er⸗ tigt bei der Gemeinde Alten⸗Bufeck. 14. Klinkel, Ludwig 8., 1 gänzungs⸗ mec, Lollar, beschäftigt bei der Main⸗Weser⸗Hütte, Lollar. 15. mitglieder Stein, Friedrich, Maurerprlier,. beschäftigt bei Hein⸗ i rich Deibel in Lollar. 16. Braun, Wilhelm, Fuhrmann, S 1 56.60 13 4 berg, beschäftigt bei Heinrich Deibel in Lollar. 17. Sinnen 95 28.28 6 3 4., Bergmann, Villingen, beschäftigt bei Grube e ber rn 14.12 3 1 18. Wagner, Wilhelm Packer, N beschäftigt be der Firma N April 1023 in Treis a. 5 zugleich für h Kesselbach, Tarifverhälnisses zu entgehen. Dieses Verhalten der Anwälte hat Unterhof. den größten Tefl der tichtigsten Gehilfen veranlaßt, zu anderen Berufen Ein anderer Teil, dem die ungünstige Lage des Arbeitsmarktes einen Stellenwechsel verbietet, sein, jeden Augenblick von den Anwälten vor die Tür gesetzt zu wer⸗ den. Die Amwvälte versuchen mm, ihre Betriebe durch Einstellung und Anlermung von Lehrlingen in umbeschränkter Zahl fortzuführen, zum Schaden dieser jungen Leute. Da von einer eigentlichen Lehr⸗ f 1 bei 8— keine Rede sein kann, meister, Lollar. Apr 1922, leiter angefochten werden. Aus den amtlichen Bekanntmachungen. Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 24 vom 23. 0 enthält: schneider mit vollem Siege endigte. Die 40⸗Stundenwoche ist] Wahl der Versicherungsvertreter als Beisitzer des Versicher⸗ worden. und ungsamtes beim Kreisamt Gießen.— Gebühren für amtstierärzt⸗ ae für liche Dienstverrichtungen. See der Genossenschaft für die Reichsunfallversicherung r Fahrze ig⸗ und Reittier haltungen.— Zahltage der Kreiskasse. — Ausfühcung der Landesfeuerlöschordnung.— Ausfall der Ge⸗ schäftsstunden.— Aenderung des§ 46 Abs. 2 des Einkommensteuer gesetzes.— Maß⸗ und Gewichtspolizei und die Durchslihrung der Nacheichung im Kreise Gießen.— Bekämpfung übertriebenen Auf⸗ Amtsverkündigungsblatt Nr. 114, angegebenen Termin ist nur je eine Vorschlagsliste von den Arbeitgebern 115 menden Steinbach. Abach und Annerod ae eee 20 ge 15 85 ahl Gruppen 5 85 ahl stattzufinden ha emã er er ordnung gelten die in den nachstehenden Vorschlagslisten verzeichneten Personen] und Sewichtereviston statt. 1 5 he 1080 0 b in der Wee N Im Bedarfsfalle mehr als 1 Tag. als gewählt, während die ü rigen als Stellvertreter in Betra komnten. Die Eultigkeit der Wahl kaun binnen einem Monat nach] Gießen gibt bekannt: Am 14. März 1923 wurde 5 der 2 Erscheinen dieser Bekanntmachung bei dem unterzeichneten Wahl⸗ I. Arbeitgebervertreter: 1. Kreiling, 3. Weiß, Rudolph, Pächter, Hof⸗Graß. 4. Bergen, Gustav, Direktor, Heuchelheim. 5. Horn, Phlipp 4., Bürgermeister eines und 0 Annerod. 6. Horst, Helnrich, Bureauchef, Bergwerk von 5000 Ehleder, Arthur, Kaufmann, Lollar. 8. Zimmer, . ga 708 a e ar. ann, Heinrich, 8 er, Neuhof muß gewärtig gestern. 11. Lan, Karl, 0 Direktor, Mainzlar. Papencordt, J., Direktor, Trafs⸗Horloff. 16. Krämer, Jakob 2.,[e Landwirt und Bürgermeister, Steinbach. 17. Formhals, Justus, Zigarrenfabrikant, Großen⸗Linden. 18. Mandler, Georg, Schreiner⸗ Billigste Preise Einen Posten blauen Cheviot la Ware, 18500 Mk. pro Mtr. Bauer f Tuchhandlung Jalkeseeled. Serahe ahn agi für perten Und Damen⸗Bekleidung N tof Qnalitätsware. Reichhalt. Auswahl 144 Sehürdliche Bekaunkmachnngen Bekanntmachung. 2 05 Beschluß der Stadtverord netenversammlung vom 15. ds. Mis, ist das Schulgeld der höheren Aädchenschule auf jährlich 4500 Mt. mit Wirkung vom 1. April 1923 an festgesetzt worden. Eine etwa notwendig werdende Erhöhung des Schulgeldes bleibt vorbehalten. Für Schülerinnen beider Schulgruppen, deren Eltern oder sonstige Unterhaltungs pflichtige nicht in Gießen, aber in Hessen wohnen, wird ein Schulgeld⸗ Fuschlag von 50% und für Schülerinnen deren Eltern p. p. nicht in Hessen wohnen, ein solcher von 1000, erhoben. Ausländer zahlen den 20 fachen Grundbetrag wie Inländer. Die seither geltenden Ermäßigungen für Geschwister bleiben in Kraft Das Schulgeld kommt in 2 Zielen zur Erhebung und zwar das erste im Monat April und das andere Ziel im Monat Oktober d. J. Gießen, den 20. März 1923. Der Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Sei b. Bekanntmachung. Gewäßrung freier Lernmittel au der Volts⸗ und Fortbildungsschule. Auf Beschluß der Stadtverordneten⸗Versammlung vom 15. ds. Bets. ist die Einkommeusgrenze für die Gewährung freier Lernmutel an der Volts⸗ und Fort⸗ bildungsschule mit Beginn des Schuljahres 1923 auf jährlich 400 000 Mk. bei einem schulpflichtigen Kinde lestgesetzt worden. Für jedes weitere Kind unter 18 Jahren erhöht sich die Einkommensgrenze um 100000 Mk. Kinder mit eigenem Einkommen über 72 000 Mk. jährlich bleiben bei der Kinderzahl uuberückschtiat. Anträge sind bei Beginn des Schuljahres durch die Eltern oder die Kinder bei den Klassenlehrern vorzubringen. Gießen, den 20. März 1923. Der Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Seib. Bekanntmachung. Zur Ersparung von Brennmaterial bleiben die städtischen Dienststellen 521975 vor Ostern geschlossen. Gießen, den 23. März 1923 Der Sberbürgermeister. Bekanntmachung. Abzählgas⸗ und Abzählwassermesser können der hohen Anschaffungskosten halber künflig nur für Rech⸗ nung der Antragsteller beschafft werden 30flammige und größere Gasmesser, sowie 2“ und größere Wassermesser mussen käuflich erworben werden. Die Miete für bereils eingebaute größere Messer wird erhöht und ist aus der Rechnung ersichtlich. Für 20flammige und kleinere Gasmesser und 1%“ und kleinere Wassermesser wird, wie bisher, Miete nicht erhoben Für jedes Grundstück wird nur 1 Wasser⸗ messer bis 1¼“ mietfrei gelie ert Für die bereits eingebauten Abzählmesser beträgt vom 1. April ds. Is. bis auf Weiteres die monatliche 100 Mk. 150 Miete: Sslermmigz Gasmesser 10 5 20 20 1 beni Wassermesser 1414* 8 0 Gießen, den 22. März 1923. 220 300 200 240 5 N 2 * Städtisches Gas⸗ und Wasserwerk Gießen. Gebühren der Schornsteinfeger— see Am 17. Juli 10²³ in Walch ne e, 10„ Arnsburg und Birklar. Am 18. Jult 1923 in Eberstabdt, Saglele„ Ober⸗Hörgern und Dorf⸗Güll. Am 7. August 1923 in Lang⸗Göns, zugleich Holzheim. Am 9. August 1923 in—— zugleich für Grüningen, Garbenteich und Hausen. Am 1923 in Leihgestern. Am 16. 9 1923 in Großen⸗Vinden. 9 Kirchen⸗ und Stiftungsvoranschläge für 1923 und 21. August 1923 in Klein⸗Linden, zugleich 5 Allendorf a. d. 1 1950 58.— Vara revel— Dergeld.— Flelschbeschau zr Allendorf unn Beete. n 2. Spender 4025 Alten⸗Buseck, Trohe, Eichtage im 17 0 eee Das Kreisamt Gießen gibt be. kannt: Zur Durchflihrung der Nacheichung werden örtliche ich tage in nachstehender Reihenfolge abgehalten werden: Vom Hess. Eichamt Gießen aus: Am 3. April 1922 in Lollar, 2910 a Rutter Stauffenberg, Mainzlar und Lula, hain und Göbelnrod. Am 19. Juni 1929 in Ettingshausen, für Harlach Queckborn, Münster und— 5 21. Ju 15 1923 in ep zugleich für Nonnenroth. Am Rödgen und Be am 18. und 19. September auf das Eichamt Gießen. In gleicher Reihenfolge und angemessenem Abstande findet die e„ Baumfrevel und Diebstahl von Obstbäumchen. Das Kreisamt Klein⸗Linden— Allendorf, kurz vor dem Allendo „ 120 e.(abbruch der 1— Georg, B t euche 2. 2 rner wurrde eter von der Sgrenze ein elbäumchen eilte„ 5 497 95 e ausge rissen und 8 Wer Täter so namhaft macht, daß eine gerichtliche 1 erfolgen kann, erhält eine Belohnung a r Daubringen. g April 1923 in Alenduf ö fur Clümbach. Am 17. April 1528 in Londerf, Geilshausen, Am 28. August in Gehen Beg, bringen ihre Gee. 0 ö Dollarstand: 20 875 Mark. gang nach dem Stoppelberg bei Wetzlar. Stec, Ae 1. Versammlunaskalender. a Ut, ese Ur, Im,. 13. Hörr, Ludwig, Landwirt und Gemeinde⸗ N vechner, Hausen. 14. Schäfer, Karl 2., Maurermeister, Wieseck. 15. lich von der Lahnbrücke Am Karfreftag: Turn⸗ Abmarsch 75e Uhr bine Vereinigte sozialdemokratische Partei Ortsverein Gießen. Donnerstag, 29. März, abends 8 Uhr im Gewerkschafthaus Mitglieder⸗Versammlung Tagesordnung: Bericht der Landtagsabgeordneten Kiel und Mann über hessische Angelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand Brillanten Platin Jar Aarat bis 30000.— Mk.] per Gramm do fob.— I. bold Silber Gebisse per Gramm per Gramm pro Zahn bis Abb. böbb.— HI.] I8b.— 8b.— A. Jbbb.— Il. sowie Uhren, Ketten, Ringe, Bestecke in Form und Bruch kauft höchstzahlend u. gegen Ausweis Goldzentrale Noll Mäusburg 15, Giessen, Tel. 1549 Agitiert für die Hherhessishe Volkszeitung. Dickpurz und Speisekartoffeln abzugeben Grabenstr. 7. Ein Sopha und eine Mesfinggas lhnen, zu verkaufen. Goethestraße 3. 0 Saͤlheal e den 26. März Außer Abonnement! Gutscheine gültig! Einmalige Aufführung! Ueber den Wassern Drama von Georg Engel Anj. 7 Uhr En Ende 91½ Uhr Dienstag, den den 27. März 22. Vorstellung im Dienstag⸗Abonnement Don Juan u. W, Anf.7 Ende onde geg. 10 Uhr, Mittwoch, den den 28. Mär: Außer Abonnement! Gutscheine gültig Iphigenie auf Tauriß Schauspiel von Goethe Anfang 7 Ende 90 Hur 0 0 Senutag, den den 1. April (Ostersonntag) Don Juan u. Faust Anf. 7 Ende nde geg. 10 Uhr. Moutag, den 2. Apri (Ostermontag). Letzte Aufführung! Im weißen Röß'l Anf. 3½ Uhr Ende blen Die Dollarprinzessin Anf. 7 Ende geg. 10 Uhr. — Partei-Literatur] empfiehlt Buchhandlg. Oberhess. Volksztg.— Gestorbene. 4 555 1 Johannette Christine Alle g. öboöffer, geb. Vogt, 69 Jahre alt, Kirchstr. 12. * kung 26. 2 2 Uhr nachm. eren eee —̃ 1— 2 =