ö gallen: Gießen Beahnhosstraße 23 Fternsprehet 20b5. Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. D Spedition: Gießen Bahuhofstraße 23 1 jeden 5 e e ele e e depend de Me einschl. Bringerlohn. Einzelnumm. 220— Mt Verantwortlicher Redakteur: J. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. mb. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(35 mm breit) oder deren Raum lokal 90.— Mt, auswärts 120.— Mk., die Retlamemillimeterzeile 450.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen-Annahme bis 6 Uhr abends. Gießen, Montag, den 18. Juni 1923 ** 18. Jahrgang Wochenschau. Das neue deutsche Angebot erscheint berständigen Politiker in England, in 1 und 01 6 nuch in Frankreich als eine geeignete Grundlage zum Beginn von wirklichen Friedensver⸗ 1 vand lunge n. Aber die offizielle französische Politik Zoincarés arbeitet vornehmlich mit der Prestigeforderung, daß Deutschland zuerst seine vassive Abwehr aufgeben müsse, bevor überhaupt verhandelt werden könne. Wir sollen also uerst kapitulieren und uns wehrlos machen, ehe mit uns 1 iber Frieden geredet wird. Was soll nun geschehen? Zunächst ist es für uns klar, daß gegenseitige Garantien auch bei einem etwaigen Abbau des passiven Viderstands gegeben werden müssen. Wenn Frank eich bereit ist, seine Kampfmaßnahmen an unsere üssen, und zwar bei iderstehenden Bevölkerung Abwehr sich abbauen der heroisch duldenden und . 0 selbst. Wer glaubt denn, daß zie Arbeiterschaft des Industriebezirks auf Geheiß eines Fabinetts Cuno zur Abwehr geschritten sei? Es handelt sich hier nicht um ein politisches Problem, im ein von Berlin auszusprechendes Zauberwort, sondern in etwaiger Abbau des passiven Wider⸗ andes hat mehr technischen Charakter. Wie bllten zum Beispiel die Bahnen auf eine andere Weise nieder zum Funktionieren gebracht werden als dadurch, daß ie Franzosen sich der störenden Eingriffe in ihren komp⸗ (zierten Mechanismus enthalten und sie wieder den ver⸗ kiebenen deutschen Eisenbahnern übergeben? f Jedenfalls aber dürfte doch eine Verständigung darüber, ß bis zum Abschluß des Konfliktes auf beiden Seiten ewalttaten gegen Menschen und gewalt sa me Schädigungen an Sachgütern nach kräften verhütet würden, nicht unmöglich sein. Also bei item Willen zunächst ein Waffenstillstand! Freilich das Schreckensregiment in Dort- wund! Hier wird eine Saat des Hasses gesät, die eine N ochspannung erreichen muß die Explosionen wildester Art In Gefolge haben kann. Man hört mit Schaudern von den bachegreueln der Soldateska, und man erlebt mit Schau⸗ bern was es heißt, wenn ein hemmungsloser Militarismus sch austobt. 1 Die Auswirkungen des unaufhaltsamen trostlosen Narksturzes haben ernste innerpolitische Ge⸗ sahren lebendig werden lassen. Die Unruhen im Ruhr⸗ sebtet waren nur denkbar auf dem Untergrund einer tief⸗ gehenden Gärung in der ganzen Arbeiterschaft, die der Zeucrungsnot einfach nicht mehr gewachsen ist, und das Zufflackern lokaler Unruhen über das ganze Reich hin, zu⸗ tt in Leipzig, zeigt, daß die wirtschaftliche Not der Massen ben Boden für allerlei Unruhstifter, verbrecherisches Ge⸗ Indel sowohl wie„zielbewußte“ Kommunisten und nicht zu⸗ letzt agitatorische Lockspitzel des antirepublikanischen Rechts⸗ kolschewismus, wohl vorbereitet hat. 8 8 0 Der Münchener Hochverratsprozeß ver⸗ breitet ein grelles Licht über die Pläne und die Persönlich⸗ kiten der Verschwörer, den Geift und das Treiben in den hampfverbänden, in denen die Retter des deutschen Volkes sch gegenseitig denunzieren, bespitzeln, als Lügner und Schufte beschimpfen und Mordpläne nicht nur gegen poli⸗ bsche Gegner, sondern auch gegen Gesinnungzgenossan als hecken. Die Errichtung der„Tscheka“ ist ein Lieblings projekt in diesen Kreisen, und mit ihr, einer geheimen Feme, füllen nicht nur pelitische Gegner, sondern auch e b h. persönliche Feinde in den eigenen Reihen„umgeleg erden. Zwei beeidigte Aussagen bezeichnen als den 1 deser Pläne den antisemitischen Führer Dr. 1 10 be, den vor längerer Zeit der bekannte Gießener 5 1 samitenhauptling auch bei uns eingeführt hatte. Mit uf ten sieht man, was in der„Ordnungszelle“ Bayern au em Münchener Boden möglich geworden ist. Zwei nunmehr sstgestellte Tatsachen verdienen dabei besondere Beachtung. i ateri altung des Exkron⸗ benmal die hochverräterische Haltung ösischen hrinzen Ruprecht, der offenbar mit 5 17 0 1 1 berstleutnant Richert„ 1 5 2 1 ds Entkommen eben dieses franzost ee kuysichtlicher Lässigkeit des banrischen In 5 3 5 euhw us innerpolitischen Gründen. Der re 190— 2 e des Freistaats Bayern will nicht seines ronprinzen Königliche Hoheit, ee wisse e dee dee den er ee ae eo 1 1 00 essische„ 8 7“ die Deutsche Volkspartei hinein. Dentschlands Protest.— Verschärster Druk. Eine deutsche Note. Gegen die unheilvollen Gewaltakte. Erklärung aufrichtiger Verhandlungs⸗ s bereitschaft. a Die deutschen Botschaften in London, Madrid, Rom, Washington und Moskau und die deutschen Gesandtschaften im Haag sowie in Bern, Kopen⸗ hagen, Kristiania, Stockholm, Riga und Warschau haben Auftrag erhalten, den Regierungen folgende Note mit Anlage zu überreichen: Die deutsche Regierung sieht sich neuerlich gezwungen, die Aufmerksamkeit der nicht an der Ruhr-Aktion beteiligten fremden Regierungen auf die unheilvollen Gewaltakte zu lenken, mit denen die französisch-belgischen Besatzungs⸗ truppen gegen die Bevölkerung des alt⸗ und neubesetzten Gebietes vorgehen. Die Schrikte, welche die deutsche Re⸗ gierung im Geiste aufrichtiger Verhandlungs⸗ bereitschaft mit ihrem Angebot vom 2. Mai und dem Memorandum vom 7. Juni getan hat, um die gegenwärtige Situation zu beenden, haben die französische Regierung nicht gehindert, ihrerseits den Terror gegen die Bevölke⸗ rung in den schärfsten Formen fortzusetzen. In dieser Hinsicht braucht nur auf folgende Tatsachen hingewiesen zu werden: Am 26. d. wurde der Kaufmann Schlageter wegen angeblicher Sabotageakte auf Grund eines Urteils des fran⸗ zösischen Kriegsgerichts erschossen, obwohl bei der franzssi⸗ schen Regierung dringende Vorstellungen erhoben worden waren, die Lage nicht durch Vollstreckung des Urteils weiter zu verschärfen. Am 10. Mai abends wurden in Dortmund anläßlich der unaufgeklärten Tötung zweier französiöscher Militärpersonen sechs Deutsche von einer französischen Patrouille auf der Straße aufgegriffen, schwer miß⸗ handelt und ohne jedes Verfahren nieder ⸗ geschossen; wie sich aus den anliegenden zeugeneidlichen Aussagen ergibt, stand von vornherein außer Zweifel, daß diese Deutschen mit der Erschießung der Franzosen nicht das Geringste zu tun hatten. Am 1]. wurde in Recklinghausen der 19jährige Karl Möller von kranzösischen Soldaten er⸗ schossen. Am 13. Mai verurteilte ein französisches Kriegsgericht in Mainz den landwirtschaftlichen Lehrer Görke wegen angeblicher Sabotageakte zum Tode. Alles dies geschieht zu der gleichen Zeit, da die fran⸗ zösische Regierung fordert, daß die Bevölkerung des alt⸗ und neubesetzten Gebiets den passiven Widerstand auf⸗ gebe, und von der Erfüllung dieser Forderung den Be⸗ ginn von Verhandlungen abhängig macht, die allein zur Lösung des gegenwärtigen Konfliktes führen können. Der Widerspruch in diesem Verhalten liegt offen zu Tage. Das französische Vorgehen macht alle Bemühungen der deutschen Regierung, beruhigend auf die Bevölkerung einzuwirken, illusorisch. Es stärkt nicht nur in der Bevölkerung das Gefühl der Notwendigkeit, gegen⸗ über dem fremden Militarismus den passiven Widerstand aufrechtzuer halten, sondern beschwört darüber hin⸗ aus immer ernster die Gefahr herauf, daß sich die in ihrem innersten Empfinden getroffene Bevölkerung zu ver ⸗ zweifelten Unbesonnenheiten hinreißen läßt, die in ihren Auswirkungen weit über das besetzte Gebiet hinausgehen. Die deutsche Regierung hat bei den Zwischenfällen wiederholt vorgeschlagen, den Sachverhalt durch internationale Kommissionen untersuchen zu lassen. Die französische Regierung ließ alle derartigen Anträge bis⸗ her unbeantwortet. Die deutsche Regierung legt hiergegen und gegen die fortgesetzte französische Gewaltpolitik Ver⸗ wahrung ein und stellt öffentlich fest, daß die Verantwortung für deren Folgen allein auf die französische Regierung fällt. Waffenstillstand, keine Kapitulation. Der Soz. Parlamentsdienst schreibt: Die Lage im Ruhrgebiet gibt zweifellos nicht zu dem geringsten Optimismus Anlaß. Der Druck der Besatzung wird von Tag zu Tag ärker, neben der wirtschaftlichen Not haben unsere Volksgenossen schwere militärische Schikanen zu erdulden. Im unbesetzten Teil des Reiches ist die Lage ebenfalls schlecht. Die Mark verliert von Tag zu Tag an Wert, und in dem Verhältnis in dem sie sinkt, steigt die Not der arbeitenden Massen. Die geborenen Verschwörer und Abenteurer suchen diese Not auszunutzen, um für die geldgeben⸗ den reaktionären Parteien die verlorene Macht wiederzugewinnen. Nichts wäre unter diesen Umständen mehr angebracht, als die schnelle Wiederherstellung geordneter Zusiände auf jedem Gebiete. Voraus⸗ setzung dazu ist aber eine Beilegung des Ruhrkonflikts. Aus dieser Erkenntnis haben wir siets der Verständigung das Wort geredet. Auch heute noch treten wir für den Waffenstillstand auf Gegenseitig⸗ keit ein, dem wir sicherlich wenigstens etwas näher wären, wenn die unaufgeklärten Politik der Regierung Cuno sich schon früher von den Zweideutig⸗ keiten losgesagt hätte, die im In⸗ wie im Ausland so oft große Ver⸗ stimmung hervorgerufen haben. Die Sozialdemokratie als Partei kann deshalb auch nicht sagen, daß die Außenpolitik des gegenwär⸗ tigen Kabinetts vom 11. Januar bis heute immer richtig gewesen isi. Wenn dennoch eine derartige Meinung auftaucht, dann ist sie ver⸗ einzelt und hat für die Gesamteinstellung der Partei nicht die ge⸗ ringste Bedeutung,% Die Möglichkeit zu einem Waffenstillstand auf Gegenseitigkeit ist aber in dem vorläufigen Entwurf der Antwort Poincarss auf die englischen Fragen, wie er bisher in der französischen Presse bekanntgegeben ist, nicht gegeben. In diesem Entwurf verlangt der französische Ministerpräsident u. a. daß die Berliner Verordnungen, die den Eisenbahnbeamten und Geschäftsleuten Strafen androhen, wenn sie mit der Besatzung in Verbindung treten, aufgehoben, be⸗ Fetusprecher 2008. lfozeitung 1 reits verfügte Entlassungen und Bestrafungen rückgängig gemachet N werden und die Reichsregierung die Beamten des neu besetzten Ge⸗ bietes anweist, den Anordnungen der französischen und belgischen Be⸗ hörden Folge zu leisten. Als Entgelt dafür will er den Charakter der Besatzung ändern, und zwar derart, daß die militärische Ueber⸗ wachung durch eine Zivilkontrolle und auch durch sonstige wirtschaft⸗ liche Einrichtungen abgelöst wird. 1 Diese Forderungen und sogen. Zugeständnisse ähneln noch nicht einmal einem Waffenstillstand auf Gegenseitigkeit. c ist widerrechtlich besetzt! Das erkennt auch die englische Regierung an. Es hieße deshalb nicht nur die widerrechtliche Besetzung als be⸗ rechtigt anerkennen, wenn die Reichsregierung ihren Beamten be⸗ fehlen würde, in Zukunft sämtlichen Anordnungen der französischen Das Ruhrgebiet Besatzung nachzukommen, sondern Deutschland würde seine eigenen Gebietsteile gleichwertig als französisch⸗belgische Kolonie herabwür⸗ digen und den Machtgelüsten Frankreichs Tür und Tor öffnen. Die Verwirklichung der gekennzeichneten Forderung würde im übrigen das Chaos bedeuten; denn man kann einer Bevölkerung, die sich 6 Monate lang heldenhaft gegen die Besatzung gewehrt hat, nicht zu⸗ muten, jetzt die Befehle ihrer Peiniger durchzuführen. Aber auch die Zugeständnisse, die Poincars machen will, sind zu den Zumutungen in keinen Vergleich zu stellen. Er selbst verlangt die Wiederaufnahme der Produktion und fordert Sachlieferungen. Darüber aber scheint er sich noch nicht im klaren zu sein, daß die Wiederaufnahme der Ar⸗ beit und jeder regelrechte Verkehr auf der Eisenbahn sowie in den Aemtern nicht möglich sind, solange die Arbeiterschaft ihrer Gewerk⸗ „flihrer und die Produktion ihrer Wirtschaftsköpfe beraubt ist, solange ferner die sinnlose Ein⸗ und Ausfuhrsperre für Metall⸗ und andere Waren aufrecht erhalten bleibt. Ein Waffenstillstand auf Gegenseitigleit erfordert Zugeständnisse gleicher Art auf beiden Seiten. Was Sie wollen, Herr Poinaré, läuft auf die Anerken⸗ nung der Kapitulation hinaus. 57 Immerhin aber beweist die vorläufsge Formulierung der franzö⸗ sischen Regierung auf die englischen Fragen, daß Frankreich jetzt wenigstens bereit ist, über die Angelegenheit des passiven Wider⸗ standes zu verhandeln. Die Reichsregierung würde nur einen Beweis ihrer Verständigungsbereitschaft liefern, wenn sie in diesem Sbadium offiziell unter Benennung von Zugeständnissen zu diefer wichtigen Frage Stellung nimmt. Poincars will den Druck auf Deutschland verstärken. In der französischen Kammer wurden die Inter ⸗ pellationen über die Innenpolitik verhandelt. Es liegen vor: Die Interpellation des Abg. Pbarnegaray über die Stellung, die die Regierung in dem leidenschaftlich ent⸗ brannten Kampfe zwischen dem Block der Linken und dem nationalen Block einzunehmen gedenke. Die Interpellation des Abg. Bellet verlangt von der Regierung eine Erklärung über ihre Stellung zu einer Politik weitgehender repu⸗ blikanischer Vereinigung, um ein präzises Programm zu entwickeln, um das sich eine starke und sichere Mehrheit scharen könne. Ferner zwei Interpellationen kommunisti⸗ scher Abgeordneten über die Innenpolitik der Regierung und eine Interpellation des kommunistischen Abg. Laffont über die Treibereien der Royalisten.. In der Beantwortung dieser Anträge erklärte Poin⸗ cer 6: a Von dem alten Lied der Brüderlichkeit der Völker dürfe g man sich nicht einlullen lassen. Man müsse der Lage, in der sich Frankreich angesichts des schlechten Willens Deutschlands befinde, Rechnung tragen. Was die Sicherheit des Landes anbetreffe, habe er als Vor⸗ sitzender der Botschafter-Konferenz Deutschland notifiziert. daß die Kontrollkommissionen wieder funktionieren müßten; das sei namentlich hinsichtlich der Luftschiffahrt notwendig. Deutschland müsse überwacht werden. Die deutsche Re⸗ gierung ermutige die Mord- und Sabotageakte und fordere Frankreich durch lächerliche Vorschlage heraus. Deshalb sei man gezwungen, den Druck zu verstärken und zu verlängern. Die äußere Politik werde also noch eine zeitlang die Fragen der inneren Politik beherrschen. Vor allem müsse alles, was die nationale Verteidigung angehe, die Re⸗ gierung und die Kammermehrheit beschäftigen. Augenblick⸗ lich sei zwar der Friede unterzeichnet, aber die Friedens ⸗ bedingungen seien noch nicht geregelt. Frankreich habe also sein Werk der Gerechtigkeit noch nicht vollendet. Gestern habe sein moralisches und materielles Leben auf dem Spiel gestanden, heute sei sein wirt- N,, Ye 9 5 7 7 * Ichaftriches und finanzielles Leben be. 5 35. ˖ Proz 5 droht, und morgen werde vielleicht seine ganze er un zener 6 0 erra 20 Ge n e e Am Freit der l tzte Tag de Bee hme. Es] breitete sich ganz offenherzig über die internen Vorgäng itik ni ie i 0 iti 1 reitag war der letzte Tag der isaufnahme. i n gerzig g 2 Pelteit nicht volkonmen die innere Politik bebert hehe, warde zucht Dr Nera huber dednemmen, in dessen Kassen⸗ kleinlichen Eiserfüchteleen in den rattonakeakttvißt chen! Man müsse von der Mehrheit verlangen, daß sie die Wieder schrank die sranzösischen Gelder des Fuchs und Machhaus aufgee] wobef er immer wieder von sich als dem einzigen pol herstellung Frankreichs und seines wirklichen Friedens nicht] hoben und verwaltet wurden. Es waren im ganzen etwa 00 bis sprach, der. vorhanden gewesen sei, weshalb sich alles an e aus den Augen verliere und deshalb auch auf die Aufrecht⸗ 65 Millionen Mark und sechs verschlossene Geldpakete, deren In⸗ schöße gehängt habe. Bei späterer Gelegenheit wird auf di erhaltung der bestehenden Allianzen bedacht sein. Wenn alt aber dem Zeugen nicht bekannt ist. Als letzter Zeuge wurde und die Person Ruges noch zursickzukommen sein. Selbstr N die Mehrheit di litik unt 75 lle, sei die Re⸗ dat Dr. Arnold Ruge vernommen, der auf Antrag der Ver⸗ untersagte auch ihm das Gericht, über alle irgendwie m 8 8005 tehth diese Politik unterstützen wolle, sei teidigung zur Enklastung des Juchs und vor allem zur Belastung Dinge in diesen Verbänden zu sprechen. Dasselbe ge g gicrung bereit, ihr zu folgen. s der vier Hauptzeugen geladen war. Seine Aussagen und Dar⸗ Zeuge von dem in München organisierten Handgematen⸗ Nach Poincaré sprach der Ko mmun ist Laffont. stellungen wirkten sich aber gerade im entgegengesetzten Sinne aus. auf die Synagoge in Frankfurt erzählen wollte eine Angel Er bezeichnete die Rede Poincarss als ges chickt aufge Den beiden Hauptangeklagten Fuchs und Machhaus stellte er bas die bereits die Staatsanwaltschaft Frankfurt dag 5 N 5 5 7 c ied m Zeugnis aus, daß sie in seinem Sinn absolut keine Landesverräter Zum eigentlichen Prozeß⸗Thema wußte der An 5 baut und geeignet, dem Nationalen Blo Wide e seien, da sie die französtschen Gelder seines Wissens nur für natio- wenig Positives zu sagen. Er hatte, wie er selbst ang Leben zu verhelfen. Er begründet dann seine Interpellation, nale Zwecke genommen und ausgegeben hätten. Im üßrigen stche] Gefüßl, daß Spafer und Kautter ihn absichtlich von der in der er sich vor allem mit den royalistischen Umtrieben be⸗ er auch heute noch auf dem Standpunkt, daß man dem Feind zuerst zuhalten bestrebt waren. 5 e;; 157 N, das Geld und dann das Leben nehmen müsse. Andererseits ftel der Der Samstag ist sitzungsfrel. Iiir Montag vormittag b schäftigt. denen nach seiner Ansicht die Regierung nicht die Zeuge 255 kräftiger und mit 8 pathologischem Hasse auf Staatsanwalt noch ache zwei. Zeugen geladen, die beide nötige Beachtung schenke. die vier Belastungszeugen her, vor allem auf den Zeugen Schäfer, Angeklagten 9 5 belasten sollen. Für Montag nachmitta 5 Weitere B esetzun g von Bahnhöfen. den er nur den blonden Pascha im Bund Blücher nannte. Er ver⸗ Beginn der Plaldoyers festgesetzt.. 2 1 . Zwangsmaßnahmen gegen Deutsche. lutionaren Bauernmassen. Aber auch diesmal verfolgte ihn] dem Ertrag von 1% Arbeitsstunden gleich ist. Der Bar Die französtsche Besatzung hat am Freitag vormittag die das Schicksal. Das zweite Mal, mute er hinter Kerker eich in 1 c de Hennig 2. en Bahnhöfe in Langendreer, Gelsenkirchen, Wattenscheid sowie mauern schmachten. Bald erfolgte seine Begnadigung, weil Sozialabgaben entrichten zu können. Tie Folge ist, daß er den Notbahnhof Herne und sämtliche Bochumer und Dort⸗ die Regierung des Königreichs glaubte, ihn abermals zur Teile des Deputats verkauft werden müssen. Während der 2 munder Bahnhöfe(Hörde, Dortmund ⸗Verschiebebahnhof, Beruhigung der revolutionären Bauernmassen brauchen zu nationale Zentralverband F der im Stre Diortmund⸗ Hauptbahnhof) besetzt. Der Personen⸗ und] können. Diese Hoffnung war vergeblich. Im Frühjahr 1 pech Seit 15 ewe Güterverkehr ruht auf sämtlichen Bahnhöfen, sodaß nun- 1920 gelangte Stambulijski dann auf Grund des Wahl; politischen Zwecke auszunützen. Die Industriearbeiters mehr das Ruhrgebiet auf dem Eisenbahnwege nicht mehr zu ergebnisses, das der Bauernpartei eine kleine Mehrheit sie freigewerkschaftlich organisiert ist leistet den 2 erreichen ist. Durch die neuesten Maßnahmen der Be⸗ brachte, zur Macht, der er schließlich zum Opfer gefallen ist. nicht nur e e 1 1 b 0 sliatzungsbehörden ist vor allem die Lebensmittelversorgung Er verleugnete die Demokratie, wurde zum Diktator gegen E 927 sse 1„ Len i 5 und die Versorgung der Großstädte mit Milch äußerst ge- den überwiegenden Teil der Bevölkerung und als solcher] Verbandsleitung der Landarbeiterschaft ist natürlich jederzeit d ährdet. Hinzu kommt, daß der verstärkte Straßenbahn. gestürzt.. reit, in Verhandlungen mit den Arbeitgebern einzutreten(e 5 verkehr laut Anordnung der Rheinlandkommission zum Teil* s aber ab, deren. a bedingungsiofe 3 bereits jetzt unterbunden und auf die normale Ausdehnung, Schulfragen im Reichstagsausschuß. endigung des Streiks anzunehm 5 wie— 3 ruhigen Zeiten bestand, 1. g 8 775 0 5 55 re indggiggee m 15 e D tsch 5 Reich t 4 Diese Maßnahmen werden als Absicht gedeutet, die 8 Reichstags sollen in den Bekenntnisschulen die r. Lehr⸗ 8 at! a 1„bilccher und die Lehrpläne der Eigenart dieser Schule angepaßt wer⸗ eu„ er e ag. 1 zu erzwingen. In der Tat ist die Abwehr 1 70 Die Ste dennek ragen wissen mit Schärfe auf das Unmög⸗ 5 40555 n, 16. kraft der Bevölkerung durch die restlose Unterbindung des liche dieser Beschlußfassun Aus i 0 f 5 g 4 85 6 g hin. Mit diesem Beschluß ist die Ar⸗ 5 5 Eisenbahnverkehrs im Ruhrgebiet und die Verminderung beitsgemeinschaft der Mitte selbst hinter die reaktionärsten Be⸗ n der Sitzung am Donnerstag wurde der Gesetze des Verkehrs auf den Straßenbahnen auf die härteste Probe stimmungen des alten Regimes zurückgegangen. Selbst in dem 5 t. Es i 8 f g peaktionären Bayern, dem klassischen Lande der Konfessionsschulen, gestellt. Es ist deshalb in diesem Augenblit vor alem not. wurden bislang einheitliche Lehrbgcher für ane Shulen bend wendig. daß endlich den Dynamitattentaten, wie überhaupt Die Demokraten stimmten dieser Verschlechterung zu. Sie ver⸗ jeder Propaganda zum aktiven Widerstand, ein Ende ge⸗ trösteten sich auf die zweite Lesung, für die eine Einschränkung macht wird. Neuerdings gehen die Franzosen dazu über, vorbereitet werden foll. Ferner wurde ein Antrag der Sozial⸗ 7 75 3 Filez 1 demokraten abgelehnt, der dahin geht, die fachwissenschaftliche die in der Nähe gesprengter Gleise bezw. Brücken wohnenden püdagogische und lehrplanmäßige Selbständigkeit der Lehrfächer Deutschen zu Ausbesserungsarbeiten zu zwingen, deren zu sichern. Unter dem Druck des Zentrums wagten die Demokraten Kosten den Gemeinden auferlegt werden. Der von den Ge⸗ 3 05 a ere der e 1 1 e 1 beimorganisationen erstrebte aktive Widerstand läuft also in[so wurde eie alan hr zialdemokraten, dem Staa aus⸗ seiner e auf— indirekte. f— Be⸗ 9 6 7 e eee ee 1. 5 1. ehnung ie N 5 lockbrüdern ö n und eine Sabotage des passiven Widerstandes Zentrums und der Deutschnationalen wieder beteiligt. f ö 6 Gegen diese Bestimmung wandte sich die Sozia VVV Der Streik in Schlesien. 1 be F e e Der Landarbeiterstreik in der Provinz Schlesien dauert mit — unmverminderter Kraft an. Es befinden sich rund 90 000 Arbeiter Bulgarien im Streik. Das bedeutet, daß in Schlesten z. Zt. der größte orga- des Kriegsbeschädigten stellen, ob er sich abfinden lassen N N 5 a nisterte Streik geführt wird, der jemals in der Landwirtschaft zu] nicht. Uebrigens kann der Abgefundene bei Verschli b d wurde am Freitag vormittag, als er ver⸗. 5 1. 9 e e—. 5 85 115 7 8 bea e en r e Krieg e, den Tr„die i 2 5 N 5 är 6 e nicht in der Lage ist, die Streikgelder zu zahlen, wies darauf, eutschland es vor a rie chädigtn burch einen Schuß 9 5 ff.. ist von einem Abbröckeln des Streiks nichts zu bemerken. Die zu danken habe. wenn es, nicht durch den Feldzug verwüstet w ö Mit der ie Stambulifski.. Fütterung und Pflege des Vfehs und das Melken der Kühe wird ei. Die Kriegsopfer hätten allen Grund, daß die deutsche 8 er Erschießung Stambulijskis verliert die bul'] von den Streikenden besorgt. Wie lange aber diese Notstands⸗ schaft ihnen ihre großen Opfer durch ausreichende Renten e garische Bauernpartei ihren 92 97 Führer und die neue 0 92 2 7 5 1 17 75 55— 5 maßen l a f 1 ren schärssten. Viellei i wer N geit der 3 dee wand ben knie en delt br in den laden Heng, e be ee d Sa een n bitt 1 88 8 n Verlangen nach einer Verschärfung des Streiks immer mehr An⸗ Nuten oft bitter heimgesucht wurde der bewaffnete Ver. gang finret. Lrbeplche delle ber debe genen sind bereit, den Ar⸗ such der Bauernpartei, erneut zur Macht zu gelangen⸗ er⸗ beitern entgegenzukommen, aber die Zentmallettung des Arbeit⸗ part. Die Glanzzeit des Toten war nur von kurzer Dauer. geberverbandes hindert sie daran. Wie wenfg die Löhne der Land⸗ N N 1 8 arbeiter der rasenden Geldentwertung gefolgt sind, geht daraus Im Herbst 1918, von der lebenslänglichen Kerkerstrafe be⸗ hervor, daß z. B. im März 1922 der Umlagepreis für einen Zent⸗ gnadigt, stellte sich Stambulifski an die Spitze der revo-[ner Roggen dem Lohn von 46 Stunden entsprach, während er jetzt 20 v. H. Erwerbsbeschränkten Mk. 420 000.— 6 — mit Troddel und geflochtenem Haar da, ihn aus ihren Als sie am Abend zu Bette ging, mußte sie un villkt Der verlorene Sohn. sanften, blauen Augen von der Seite anschauend und ihn[an Magnus denken und ihn zu seinem Nachteil mit se Roman von Hall Caine. N 9 mit ihren beiden Reihen milchteißer Zähne anlächelnd. Sie Bruder vergleichen— wobei ihr kleine Nebensach f Sechstes Kapitel. erschien ihm wie das Bild bezaubernder Einfachheit, er seine Hände und Nägel und die scheckigen Flecken auf f Oskar Stephenson eroberte alle Herzen im Sturm. nahm ihre beiden Hände in die seinen und so blieben sie, Wangen, wenn er sich zu rasieren versäumt hatte, ein Während seiner sechsjährigen Abwesendheit in England war während Thora mit jedem Moment tiefer errötete und zu Am nächsten Tage verteilte Oskar die Geschenke, er schlank wie eine Pappel und schön wie ein junger Gott entfliehen versuchte, einige Augenblicke stehen. aus England mitgebracht hatte— eine Brosche, geworden. In Kleidung und Haltung erschien er den„Ist es mögliche“ fragte er.„Und dies soll Thora Kapsel für sein eigenes Bild enthielt, an Anna, eine isländischen Augen untadelhaft, und beide trugen den sein! Als wir Kinder waren, pflegte sie mich zu küssen, stecknadel an Tante Margret, einen silbernen Gü Stempel der Individualität, dem niemand widerstehen Genfer!. Thora und eine Kleinigkeit fast an jedermann. Seine konnte. Seine Laune war ebenso übersprudelnd und knaben„Jetzt wird sie sich verheiraten, Oskar. Hast Du es noch losigkeit war der Gegenstand allgemeiner Lobeser haft wie vordem, und seine herzgewinnende Fröhlichkeit nicht gehört? Thora wird Magnus Frau werden.“ Hund niemand dachte nur einen Moment daran, daß nahm jeden gefangen.„Dann gehört sie also zur Familie, und ich darf ihr Stück vom Gelde des Gouverneurs bezahlt worden Das seine Karriere fost ein Fehlichlag zu nennen war, jedenfalls einen Kuß geben, sagte Oskar. Am Nachmittage kehrte er nochmals zum Faktor zu daß sein Vater, um ihn an seine Studien zu binden, eine Thora riß sich endlich los, und darauf kam der Jaktor underzählte Thora und Tante Margret wohl eine 8 frühere Rückkehr verboten und er dessenungeachtet vor be— hinzu, und Oskar mußte sich wie ein Kreisel rund herum⸗ lang 1 55 2 5 und seinen Herrlichkeiten. 9 mußt d standener Prüfung Oxford verlassen und seit seiner, auf drehen, damit sein Pate sich überzeuge, was die Welt aus alles eines Tages selbst sehen, Thora,“ sagte er. be inständiges, eigenes Bitten erfolgten Uebersiedelung nach ihm gemacht habe. Er lachte und lachte, erkundigte sich nach alte Magnus, denke ich mir, wird unter keinen London bisher nichts auf der mustkolischen Hochschule ge. dem Geschäft und den Leuten. ging durch das ganze Haus, Islard je verlassen.“ b 5 17 leistet hatte, wurde ihm von keinem Menschen verdacht. Er fragte was aus diesem Stück Möbel geworden sei und jenem. Thora war unglücklicher denn je, als sie den z brauchte nur zu wollen, dann würde er schon können, war„Alles scheint mir zu reden,“ sagte er,„und in meiner e ü ed das allgemeine Urteil über ihn; und sobald er einmal be- Bude in Oxford hörte ich jene alte Bornholmer Uhr gerade. 105 17 1 1 15 0 ö gonnen hätte, würde er die Welt im Sturm erobern. so deutlich ticken, wie jetzt.“ nicht, und welch ein herrliches Leben die Frau Nach seiner Landung lief er, nach allen Seiten hin Darauf kam der Gouverneur mit Anna im Gefolge, führen müsse, die Oskar heiraten würde. Sie be Grüße rufend, leichtfüßig wie ein Renntier die Straße und während die alten Herren rauchten und Tante Margret Oskars neuen Gürtel im Spiegel und war gera e hinauf, stürzte ins Gouvernementshaus, drückte seine Mutter] die Wirtin machte, berichtete Oskar in einer sich überstürzen⸗[Schri 1: 3 lle z wohl fünf Minuten lang wieder und wieder ans Herz, sprach den Flut von Worten die Neuigkeiten des Auslandes und S N 8 5 Wee so schnell, daß sie seinen Worten nicht folgen konnte, stürmte erkundigte sich darauf, was zu Hause vassiert sei. Sie er⸗ darauf fühlte sie sich unglücklich 5 2 0 ganz kle 1 1 85 51 5 n i küßte ihn wie er als Knabe zu tun] zählten ihm von Magnus' Plänen und Ideen, er stimmte beschämt 8 5 5 1 5 legte, erzählte zehn Minuten lang, setzte ihm auseinander, ihnen jedoch nicht bei.. 8 7 f daß er nur einfach deshalb seine Rückkehr verschwiegen habe,„Island wird nicht länger Island sein, wenn ihr ein e 5 e ee 8 15 um alle zu überraschen und sagte dann:„Nun muß ich aber kleines Amerika aus ihm macht,“ sagte er.„Es ist das Land dunkel war, allein bei Thora und er ählte ih meinen Paten begrüßen,“ und war, seine beiden, sich vor der Lieder, der Märchen, des Feuers, des Frostes, der Eis⸗ Theaterstücken die er gesehen hatte 2 5 enth ten entzückter Ueberraschung anlächelnden Eltern im Zimmer berge, Vulkane und der patriarchalischen Regierungs- und Menge über Liebe, und eines handelle von einem! zurücklassend, wie ein Aprilsonnenschein verschwunden. Handelsmethoden.“ 8 Nez j rilson. 8. das von zw 98 hatt Ja, Oskar verstand sich immer auf Ueberraschungen,“„Oskar hat recht,“ sagte der Faktor,„der junge Bursche sie noch 1 e 8 sagte der Gouverneur, indem er, um ihm zu folgen, seinen hat mich um fünfzehn Jahre jünger gemacht. Ich werde sobald ihr, Herz 3 1 ae liebte Hut aufnahm. doch ein Auge auf Magnus zu werfen haben. Er ist kein jüngeren, und ihr Gatte tötete sie beide. Thora Als Oskar beim Faktor anlangte, kam er zuerst auf] Tölpel, reicht Oskar aber nicht das Wasser. Oskar das ist 17 8; 5 f f Tante Mareret zu und hielt sie, seine Arme um ihren Hals ein Junge!“ 0„ 2 155„„ 1 1 schlingend, so lange an sich gepreßt, daß sie, um Atem zu„Er ist ein Herzensjunge,“ sagte Tante Margret, indem in der folgenden Nacht davon 1 schmerzlich er holen und ihre Locken zu schonen, sich genötigt sah, ihn mit sie ihre Locken zurecht zupfte. auch gewesen sein mochte, d 8 Erw chen war schr den Fäusten zurückzustoßen. Und dann stand Thora in ihrer Thora wußte kaum, was sie von ihm dachte, nur daß noch hte, da achen Schnürtaille ihrem niedergeklapptes Kragen ihrer Hufa! sie sich sehr unglücklich nach seinem Fortgehen fühlte. f Jortsetzung folgt.) Gießen und umgebung. 5 5 will schon wieder meeh hun! Ludwigs, dessen von 30 Millionen Erhöhung der Erwerbslosen⸗Unterstützung. 5. den Beschlüssen des Reichs rats und der Reichsregierung abb folgende Höchstsätze: 13 ö in* Orten der Ortsklassen 1. für männliche Personen: B C Du. E ) über 21 Jahre, sofern sie nich im Haushalt eines anderen 1290 5000 ir 4650 45 d) über 21 Jahre, sofern sie im e 9 2 790525 2 5 anderen leben 4400 4100 3800 3500 Mk. r W 3050 2850 50 Mk. 2. für weibliche Personen:„„ 3 8 21 2 1. sofern ste nicht i 55 aushalt eines andern laben 4400 4100 3800 3500 Mk. b) über 21 Jahre, sofern sie im 1 9 5 2 5 anderen leben 3350 3400 3150 2900 Mk. ren 2750 2550 2350 2150 Mk. 8. als Familienzuschläge für: 11 1 5 85 den Ebegatten 1850 1750 1650 1550 Mk. b) die Kinder und sonstige unter⸗ stiitzungsberechtigte Angehörige 1450 1350 1250 4150 Mk. —— Der Abwehrkampf im Westen. 1 Von einem aus dem Bezirk Trier ausgewiesenen Eisenbahner, der f ch in Gießen aufhält, gehen uns folgende Zeilen zu, die für unsere Leser von Interesse sein dürften: „Fest und entschlossen steht die Abwehrfront der gesamten Be⸗ völkerung des besetzten Gebietes. Nichts hat die„Grande Nation“ unversucht gelassen, um den eisernen Widerstand der Rhein⸗ und Ruhrkampfer zu brechen. In vorderster Linie dieses Abwehrkampfes steht die Eisenbahnerschast. Man sperrt sie massenweise in nasse Keller und Gefängnisse ein, raubt ihnen Hab und Gut, wie es im dreißigjährigen Kriege nicht schlimmer sein konnte. Seit 1918 hat man drüben die harten Bedrängnisse der Besatzung ertragen müssen. Was jedoch seit Februar dieses Jahres geschehen ist, grenzt beinahe Greueltaten, die sich der Außenstehende gar nicht ausdenken kann. Die Franzosen gehen in siunloser Wut so weit, daß sie vaterlands⸗ treue Männer erschießen lassen und die mit jahrelangen Gefängnis⸗ sttvafen Verurteilten den scheußlichsten seelischen Qualen aussetzen. Selbst jegliche Lebensmittelzufuhr wird neuerdings unterbunden. Die rrkheinische Bevölkerung soll eben durch Hunger mürbe gemacht wer⸗ N den. Man nimmt kranken Müttern und Kindern den Vater weg, ver⸗ uurteilt ihn in brutalster Weise zu strengsten Zwangsarbeiten usw., well dlefe Männer ihrem Vaterlande die Treue halten und ihren ö Diensteid nicht brechen wollen. Nur well sie Deutsche sind, milssen 0 Franzosen ist uns allen klar. Die Rheinlandbevölkerung, die wie das ganze Volk durch die lange Kriegsdauer und die damit ver⸗ Entpften Entbehrungen gelitten hat, will man, da sie auf leere Ver⸗ sprechungen nicht höven will, mit Gewaltmitteln mürbe machen. Jeder Tag bringt strengere und unmenschlichere Maßnahmen der Fran⸗ sie dieses harte Schicksal über sich ergeehn lassen. Der Zweck der z des Nit Trotz all dieser Anstrengungen denkt die Elsenbahnerschaft llt u a 1. nicht daran, sich zu ergeben und das Vaterland zu verraten? Mutvoll vote ud nehmen unsere hart bedrängten Brüder des besetzten Gebietes alle wurde i. Opfer auf sich. Es ist cin neuer harter Kampf entbrannt, wie man myften l. ihn in der Geschichte bis heute noch nicht kannte; ein Kampf, der für manche Familie viel härter zu ertragen ist, als wie die Zeit von N 191418. All die seelischen Leiden, die manche deutsche Frau ge⸗ TDuldig auf sich nimmt, laffen sich in Worten nicht um Ausdruck bringen. Wir denken hier z. B. an eine Frau, deren Mann wegen e uml N eines Nichts zu vielen Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde und chteil mi k mit ihren fünf noch kleinen Kindern als Ausgewiesene im unbe⸗ geben, letzten Gebiet Aufnahme sucht. Solche und ühnliche noch härtere lecken 0 f Falle könnten zu Hunderten angeführt werden! Wenn auch einige 7 ert 1 unserer früheren Kollegen, entweder verlockt durch falsche Versprech⸗ hahe 1 1 ungen oder beängstigt durch scharfe Drohungen der Franzosen von Geschenk, der guten Sache abfallen so bedeutet dieses für die große Sache gar gtosche⸗ 5 nichts. Solche Verräter, die für ein paar schnöde Girberlinge ihre Aung eine Heimat und ihr Voterland verkaufen, gibt es hüben wie drüben. Anna. Hier sei das Wort Napoleons angewandt:„Den Verrat liebe ich, ernen W aber den Verräter hasse ich!“ Beispiele für die Bestätigung dieses mn. Sei Wortes liegen bereits vor. Verschiedene dieser Lumpen wurden „ Lobekale schon nach einigen Tagen von den Franzosen wieder entlassen. f ö Trotz aller dieser Opfer und Leiden muß man leider im unbe⸗ aun ö setzten Gebiet häufig auf wenig Verständnis für unsere Lage stoßen. hlt wol Wir haben drüben seit 1914 ununterbrochen flir die gute deutsche deln 0 Sache im Kampfe gestanden, für alle, auch für die, die bis heute der 2 i Knecheschaft det französtschen Militaristen entzogen waren. n ah Eins steht unumwunden sest und kenn une Deulsche mi mit „** Stolz erfüllen! Die Franzosen. wie es eee e el. weiteres zugeben wird, außerstande, einen gereg senbahn⸗ 15 U kerrted 25 erhalten. Auch nicht dae sind 11 1 755 Lage, die mustergültigen Einrichtungen der eutschen 1 00 hen gebrauchen oder inen geordneten Bekrieb einzurichten, der den Ver⸗ su 1 hläͤlinissen des Landes entkspricht. 1 g 5 * ö 25 Ale Betriebssicherheit der deutschen a en e ee deen Fate auh nech den Arlene il daher Sen when g t 1725 5. 4 die 01 0 1 ae 8 7 daß im deutschen e e e. 705 größerer 1 11 5 h e fade a K. El e 22 2 N 8 1 1 1 e e e dee kee 17 eugnis für die Unfähigkei 0 ge. eee ö l älle abzulen 8 4 N 10. 1 15 eitlich der Bahn liegende Trüm⸗ 2 ee b e der französischen Regie. S s allgemeinen Anstoßes gewordenes Millio⸗ 1 5 Optimismus, mit dem die Verwal⸗ haltsplan für 1922, der ein Gleichgewicht von Aus⸗ 0 aufgestellt hatte, hatte sich tfertigt erwiesen. Da kam der allem Völkerrecht hohnsprechende Ruhreinbruch und die bamit verbundene Verdrängung 1 planvoll angelegter Zer⸗ ber ata und Sicheriungs anlagen und Räuber en durch die Franzosen gesche N Augenzeugen„ übt, dann 5 ö nhalt gänzlich beraubt, Züge mit wertvollem 1 9277 i ur hören, daß nach unh beiden boden, die Zerstör ir die Erwerbslosenunterstittzung vom 4. Juni 1923 Der Monarhisteublok lehnt ab!— Die Hessischer Landtag. 5 Darmstadt, 15. Juni. Präsident Ade lung eröffnet die Sitzung um 9,15 Uhr. Die Debatte zu Kapitel 100 des Hauptvoranschlags(Mini⸗ sterium der Justiz) ist geschlossen. Es liegt ein weiterer An⸗ trag Kaul vor, die Regierung zu ersuchen, beim Reichstag dafür einzutreten, daß ein Gesetz geschaffen wird, das die Landesregierun⸗ gen ermächtigt, die Abfindung der ehemaligen Fürstenhäuser auf dem Wege der Lanbesgesetzgebung unter Ausschluß des Rechtsweges vor⸗ zunehmen. 0 Gemäß den Ausschußanträgen werden genehmigt: Kaptel 101 (Gerichte) Kap. 102 und 103(Zellenstrafaustalt Butzbach und Landes⸗ zuchthaus Marienschloß) Kapitel 104(Kriminallassen), Kapitel 105 (Hochbauwesen), Kapitel 106(Stellvertretung⸗ und Aushilfskosten sowie sonstige Kosten verschiedener Art), Kapitel 107(Postgebühren), Kapitel 108(Ministerium der Finanzen), Kapitel 109(Hausverwal⸗ tung), Kapitel 110(Hauptstaatskasse), Kapitel 111(Landesver⸗ messungswesen). Zu Kapitel 112(Bau wesen) fragt Abg. Osann(D. Vp.): Wie steht 2s mit der Organisation der Baubehörden und wann wird die neue Bauordnung zu erwarten sein? ö 5 Staatspräsident Ulrich: Diese Fragen werden so rasch wie irgend möglich erledigt. Die neue Banordnung ist in Arbeit. Abg. Osann(D. Vp.): Ich kann mich mit dieser Auskunft nicht zufrieden erklären.. Staatspräsldent Ulrich: Auch das gesamte Ministertum ist mit der Auskunft, die ich geben mußte, nicht zufrieden. Aber es muß doch festgestellt werden, daß sich eine erhebliche Menge Schwierig⸗ keiten ergeben. 1 Elin Regierungs vertreter diese Schwterig⸗ eiten. Abg. Widmann(Soz.): Die Organifatlon der Bauverwaltung scheint ein Kräutchen Rührmichnichtan zu sein. Die Zuständigkeits⸗ frage spielt hler offenbar eine große Rolle. Wir sind daher der An⸗ sicht, daß es zweckmäßig wäre, die Bearbeitung und Beurteilung dieser Materie einmal einem uninteressierten Fachmann zu übergeben, der hierin vielfach wesentlich rascher arbeiten würde. Das foll natür⸗ lich kein Mißtrauensvotum für irgend eine Stelle sein. Es werden ferner genehmigt: Kapitel 113(Brücken und Ueber⸗ fahrten) und Kapitel 114(Landesamt für Wetter⸗ und Gewässer⸗ kunde). Zu Kapitel 115(Privateisenbahnen und Kraftwagenverbin⸗ dungen) bemerkt. Abg. Neff(Soz.): Dies Kapitel gehört nach meiner Auffassung nicht mehr in den Staats voranschlag. Die entsprechenden Bahnen müßten vom Reich übernommen werden. Die Verkehrsverhältnisse insbesondere der Bahn Reinheim— Reichelsheim, sind äußerst man⸗ gelhaft. Auch auf andere Linten herrschen sehr mäßige Zustände. Besonders muß auch der Kraftwagenverkehr nach Weinehim ver⸗ bessert werden. l Abg. Wünzer(D. Vpt. führt ebenfalls Klage über die äußerst mangelhaften Bahnverbindungen im, Odenwald. Abg. Fenchel(Bbd.): Die gerügten Mißstände finden sich auch in Oberhessen vor. Der Redner kritistert die Zustände bei der Butzbacher Eisenbahn⸗A.⸗G. Abg. Dr. Dehlinger(Bbd.) wünscht ebenfalls Verbesse⸗ rung der Verbindungen im Odenwald. Ebenso Hofmann⸗ Seligenstadt. Kap. 115 wird hierauf genehmigt, ebenso Kap. 116(Stellver⸗ tretungs⸗ und Aushilfskosten), Kap. 117(Postgebühren), Kap. 118 (Ausleihungen und Staatsschuld), Kap. 119(Jorst⸗ und Kameral⸗ gllter unter Forstverwaltung), Kap. 120(Siedlungswesen), Kap. 121, 123, 124, 127 fallen aus. Genehmigt wird 9 123(Salz⸗ werk, Badeanstalt und Tiefhauamt Bad⸗Nauheim und Badeanstalt Bad⸗Salzhausen), Kap. 125(An⸗ und Verkauf von Staatsgütern). Kap. 126(Reste aus frfiheren Jahren, Ueberschüsse und Fehl⸗ beträge), Kap. 123(Auswärtige und Gerichtsverhältnisse usw.), Kap. 129 und 133(Hochbauwesen), Kap. 130—133 und 134141, 143—145 und 147 fallen aus. Angenommen werden ferner Kap. 142(Hochbauwesen), Kap. 144(Anlegung neuer Grundbücher), Kap. 146(Bauwesen) und Kap. 148(Ausleihungen und Staatsschuld). Die Abstimmung über Kapitel 100(Ministerium der Justiz) er⸗ gibt Annahme gegen die Stimmen der Kommunisten. Der erste An⸗ trag Kaul wird gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Ebenso, mit Stimmengleichheit, der zweite Antrag Kaul(Wortlaut zu Beginn des Berichts), für den auch die Demokraten stimmen. Der Antrag des Abg. Ebner(Komm.) auf Schadloshaltung und Wlederanstellung des entlassenen Hilfsgefangenenaussehers Mehring aus Offenbach a. M. wird abgelehnt. Zur Frage der 5 Erhöhung der Unterstützungssätze der Erwerbslosen (Antrag der sozialdemokratischen Partei) führt. erläutert 17* 1 e 21. dziald. Vorschläge zur Erwerbslosenhilfe. Abg Delp(Soz.) aus: Die Erwerbslosenfrage und die Not der Arbeitslosen sind zu einem Problem allerernstester Art ange⸗ wachsen. Es muß daher der Einfluß auf die Reichs regiernug aus⸗ geübt werden, daß sie den Erwerbslosen dasfenige gibt, was sie un⸗ bedingt brauchen, um das nackte Leben zu fristen. Bei dleser Ge⸗ legenheit will ich die Auffassung zerstören, die leider an manchem Biertisch noch besteht, als wollten die meisten der Erwerbslosen nicht arbeiten, als seien sie notorische Faulenzer. Das trifft in keiner Weise zu. Diese Erwerbslosen sind allergrößtenteils ernste Familienväter, die zeitlebens gearbeitet haben und die nur durch die Ruhrbesetzung und die Verschärfung der Verhältnisse im übrigen besetzten Gebiet ihre . Arbeit verloren haben. 5 Die Anträge der soztaldemokratischen Fraktion zur Erwerbslosenfrage sind keineswegs unter dem Druck der Straße eingebr wor⸗ den. Nicht nur das Arbeitsministerimn hat sich mittlerwefle an dass Reichsgubettsministers gewandt, auch ich habe dies getan, und zwar mit einer Eingabe, die ersucht, die Unterstütznugssätze um das 100 fache zu erhöhen, sodaß sie batsächlich zwei Drittel des jeweiligen Durchschnittseinkommens eines ungelernten Arbeiters betragen. Gi Vergleich zwischen dem Einkommen eines ungelernten Arbeiters und dem eines Arbeitslosen ergibt(unter Zugrundelegung eines Fami⸗ lienverhälmisses von Frau nud 2 Kindern) folgender Zahlen: ein ungelernter städtischer Arbeiter erhält heute 206 400 Mk. wöchentlich; ein Erwerbsloser 87 725 Mk., das sind 42,6 Prozent, vor der letzten Erhöhung der Sätze betrug dies Verhältnis 51, Prozent, war also immerhin noch besser. Auch im besetzten beträgt jenes Verhältnis heute nicht, wie vorgesehen 667“ Prozent, sondern nur 55,23 Prozent. Wir sind der Ansicht, daß mindestens fiir die nächste schwerste Zeit alles versucht werden muß, damit die Erwerbslosen das erhalten, was wenigstens zur Fristung des nackten Lebens erforderlich ist. Abg. Knol](Ztr.): Ein Reichsregierungsvertreter sagte mir: Sorgen Sie nur dafür, daß die Löhne in die Höhe gehen, dann 1 die Erwerbslosenunterstiitzungen von selbst. Aber die Löhne im setzten Gebiet sind viel zu niedrig, bedeutend niedriger als im unbe⸗ setzten Gebiet. Kindt(Ontl.) meint, der Antrag der Sozialdemokra⸗ tische tei zur Erwerbslosenfrage sei nichts neues, alle Parteien seien bereit gewesen, zu helfen. g Kkel(Soz.): Einige Industrien sind von der Arbelitsnot besonders stark betroffen, u. a die Tabalindustrie. Nun haben die Tabakarbeiter gemäß den Bestimmungen Anspruch auf bestimmte Unterstützungen. Aber diese Bestimmungen werden nach sehr eng⸗ herzigen Grundsätzen gehandhabt. So wurde einem schwächlichen Tabakarbeiter, der keine Arbeit hatte, zugemutet, Steime zu klopfen. Auch die Freizilgigkeit der Tabakarbeiter ist durch die Verein⸗ barungen der Arbeitgeber noch vielfach beschränkt. g g Abg. Ebner(Komm.) ist der Meinung, daß auch diesmal in der ernsten Frage der Arbeitslosenunterstützung mehr mit Wor⸗ ten als mit Taten gearbeitet wurde. 5.- Abg. Lutz(Soz.): Durch die Debatte ist den Erwerbslosen in hinreichender Weise gesagt worden, daß wir ihnen mit allen Mitteln helfen wollen. Die Taten werden sich unmittelbar an⸗ schließen. Fasch ist die Aeußerung des Vertreters aus dem Reichs⸗ arbeitsministerium, daß man lediglich für die Erhöhung der Löhne sorgen möge, die Erwerbslosensätze folgten dann von selbst. Die große Differenz zwischen den Sätzen im besetzten und im unhe⸗ setzten Gebiet muß soweit wie möglich beseltigt werden. Der Redner geht dann auf Einzelheiten der soztaldemokratischen An⸗ träge begründend ein und bittet um Annahme. N Abg. Frau Roth(Komm.) bittet, den kommunistischen Zusatz⸗ antrag, der eine sosortige Unterstlitzung der Erwerbslosen, dadurch fordert, daß die erforderlichen Beträge durch die Staatsregierung zur Verfügung gestellt werden, anzunehmen. Abg. landwirtschaftliche n 5 Dr. Müller(Bbbd.) verquickt Wünsche mit der Erwerbslosenfrage. 5 Abg. Lang(Soz.): Es muß einmal öffentlich gesagt werden, daß die Reichsregierung offenbar den ganzen Ernst der Situation noch nicht erkannt hat. Oeffentlich muß auch erklärt werden, daß es Pflicht des früheren Großherzogs wäre, angesichts der heutigen Not auf sesne Entschädigungsansprüche zu verzichten. ö Damit ist die Debatte geschlossen. 5 Der erste Teil des sozialdemokratischen Antrags, der im wesentlichen fordert, die Reichsregierung zu ersuchen, dem hesstschen Staat zur Förderung der produktiven Erwerbslosenfürsorge baldigst den Betrag von 30 Milliarden Mark zur Verfügung zu sbellen und dafür besorgt zu sein, daß die Erwerbslosenfätze im gonzen Reich auf 6673 Prozent der Arbeitslöhne für ungelernte Arbeiter gehalten werden, wird einstimmig angenommen. Der zweite Teil, der die Gewährung einer einmaligen Wirt⸗ schaftsbeihilfe an die Erwerbslosen fordert, wird vorerst zurück⸗ Sitz 15 2*—— gestellt. Der kommunistische Antrag wird abgelehnt. Darauf schließt die Sitzung um ½2 Uhr. Nächste Dienstag vormittag 9 Uhr 5 2 lich sei, daß in absehbarer Zeit an einen geordneten wirtschaftlich wirksamen Betrieb nicht gedacht werden könne. So sieht es mit unseren Eisenbahnen drliben aus. Trotzdem soll uns Eisenbahner, die wir aus der Heimat vertrieben sind, nichts zurückhalten, in unsere Heimat zurückzukehren und mit vereinten Kräften wieder aufzubauen. Deutscher Fleiß und detztsche Ausdauer werden auch diese empfindlichen Schäden wieder gut machen. Daß wir Deutsche dies können, hat sich in unseren Grenzgebieten, wie Ostpreußen bewiesen, wo wir schwer heimgesuchte Gegenden in kurzer Zeit wieder aufgebaut haben. Die französischen Machthaber ziehen es jedoch vor, ihre Arbeiter als Soldaten zur Untätigkeit zu erziehen, als sie der Heimat zuzuführen, wo sie für den Wiederaufbau besser verwendet werden könnten. Aus all diesem möge hervorgehen, daß die deutschen Eisenbahner alles daran setzen, was von einem guten Deutschen verlangt werden kann. Mögen endlich die vielen unliebsamen Bemerkungen, die man so oft mit anhören muß, verstummen. Alle unsachliche Kritik, be⸗ sonders die am Biertisch betriebene, wirkt verhetzend und verbitternd auf die für die gute Sache kämpfenden Bediensteten der Reichsbahn, die, wie die Tatsachen beweisen, ihr Bestes hergeben und das Vater⸗ land nicht verraten wollen. Kein Mitleid, keinen Dank verlangen wir, sondern nur Verständnufs für die harte Lage im heimgesuchten Gebiet. Von welcher Bedeutung die Eisenbahn bei der heutigen Lage unseres im Endkampf ringenden Vaterlandes ist, hat sich zur Genüge dar⸗ getan. Auch auf die Eisenbahnerschaft muß sich die Volksgeweinschaft erstrecken, nur so kann Deutschland bestehen können. Kl. Sch. Hundesteuer. In der letzten Stadtverordneten-Sitzung wurde wiederum über die Hundesteuer debattiert, deren Erhöhung auf 30 000 Mk. von der Stadtverwaltung beantragt worden war. Wie wir berichteten, wurde die Vorlage an den Finanzausschuß zurlickverwiesen, weil verschiedene Anträge in Bezug auf die Bemessung der Steuer bei mehrfachem Hundebesitz, bei Hundezüchtern usw. gestellt worden waren. Bei unserm heutigen Währungsstande bedeutet eine Steuer von 30 000 Mk viel weniger als die Steuer vor dem Kriege, die damals 20 Mk. betrug. 5 Im übrigen gehen bezüglich der Hundesteuer tn allen Par⸗ teien und Bevölkerungskreisen die Ansichten stark auseinander. Wenn der Gießener Anzeiger in seinem Berichte über die Stadtver⸗ Wudneten-Sitzung die sozialdemokratische Fraktton glaubte, ver⸗ höhnen zu können, weil sich einige ihrer Mitglieder verschieden zu der Sache äußerten, so haut das völlig daneben. Warum können bezüglich der Hundesteuer in der sozialdemokratischen Fraktion nicht ebenso verschiedene Ansichten vorhanden sein, als in den andern Parteien? Merkwürdig, sonst hatte man doch immer an der So⸗ zialdemokratie auszusetzen, daß sie alles einseitig und schematisch nach dem Programm beurteile! Nun ists hier auch nicht vecht, wo jeder nach seiner Meinung stimmte! Hier handelt es sich um keine prinzipielle, sondern um eine Zweckmäßigkeitsfrage, in der ver⸗ schtedene Meinungen uestehen können, darum hatte unsere Fraktion auch Freigabe der Abstimmung beschlossen. Uebrigens war die große Mehrheit unserer Vertreter fitter die Vorlage der Stadtver⸗ waltung, keiner hat sich dagegen ausgesprochen, nur bezilglich des demokratischen Antrags auf Zurückverweisung an den Finanz⸗ ausschuß gingen die Meinungen auseinander. Bei der heutigen Finanzlage der Stadt ist diese genötigt, alle Steuerquellen in Anspruch zu nehmen: man muß auch zugeben, daß durch diese Steuer die Pflichtigen nicht besonders belastet werden. Offenbar hat die Zahl der Hunde in der Stadt in der letzten Zeit ganz erheblich zugenommen. Außerdem kommt der verminderte Geldwert in Betracht, nachdem die Hundesteuer nur einen Bruchteil dessen wie vor dem Kriege ausmacht. Uebrigens beschäftigt auch in andern Städten die Hunde⸗ und Hundesteuerfrage die Oeffentlichkeit. Dieser Tage lasen wir im Magdeburger Parteiblatt eine Einsendung aus Groß⸗Salze, das ist ein Städtchen von etwa 12—15 000 Einwohnern. Da heißt es: „Wie in andern Orten, so haben wir auch hier eine Hunde⸗ plage, die lästig zu werden beginnt. Wer hat nicht schon des Morgens in der Frühe die„Hundekongresse“ mit all den Attraktio⸗ nen, die dabei aufgeführt werden, gesehen und die in ekelerregender Weise besudelten Straßen, Häuser, die sorgsam gepflegten Wege und Beete in den Anlagen durch herrenlos herumlausende Hunde? Es ist schier unbegreiflich, daß es Familien mit 3 bis 7 Kindern geben kann, die sich zum Ueberfluß noch einen Hund halten, wie das hier im Orte der Fall ist. Man sollte doch eigentlich meinen, die Wirtschaftsnöte wären groß genug, um diese nicht noch durch eine Hundehaltung zu Norge abgesehen davon, daß auch in gesund⸗ heitlicher Beziehung öͤas Halten von Hunden in Familien mit Kin⸗ dern höchst untunlich ist. Die Besitzenden in den Villen halten sich natürlich gleich zwei oder drei Hunde, welche hinter der Einfrie⸗ digung die Passanten grimmig ankläffen und die Anwohner in ihrer Ruhe stören. Deshalb ist es zu begrüßen, daß der hiesige Magi⸗ strat einen neuen Steuerordnungsentwurf ausarbeitet, nach dem eine progressiv 191857 Hundesteuer, den heutigen Währungsver⸗ hältnissen angepaßt, eingeführt werden soll. Hoffentlich wird mit diesem Mittel die Hundeplage etwas eingerämmt, 5 Man sieht: es ist doch ganz wie bei uns! — Der Mietzuschlag von 15 540 Prozent. Vor kurzem hat das Kreisamt Gießen den Mietzuschlag auf 15 540 Prozent sestgesetzt. Damit beschäftigte sich eine am Donnerstag im Scale des kath. Veveinshauses abgehaltene Mieterversammlung, iin der Rechtsanwalt Homberger und Postsekvetär Mohr diesen 1 70 5 1 5 1 1 „ 5 1 135 Gegenstand behandeltend Ersterer führte aus, daß man sich erst sollte ein Vierteljahr Plötzlich durch den Erlaß des Mietgesetzes Standpunkt daß sie alle aß die sie haben. Für Verwaltungskosten werden 140 Prozent angerechnet; es entstehen doch eigentlich gar keine, wenn man nicht etwa das Quittieren und die was er soll, als„Verwaltung“ an⸗ sehen will. Unzulässia ist besonders die Erhöhung der Hypotheken⸗ 80 Prozent aller Hypotheken abge⸗ Instandsetzungsarbeiten sind reich⸗ Wassergeld, Unverschämt ist es Brandversicherungsbeiträge Die Grundsteuern daß die Armen der Besonders auch deshalb dürfen sie den Mietern nicht angerechnet werden, weil der Hauseigentümer abzuziehen. dann aber auch noth⸗ zur auf 6000 Prozent geeinigt hatte, dieser Satz gelten, womit die Hausbesitzer eimverstanden men sie im Jumt mit neuen Forderungen, Reichswirtschaftsministers über die Auslegung des begehrlich gemacht. Diese Auslegung geht von dem Beiträge der Mieter so hoch sein müssen, Soweit gut, aber die Folgen davon sind, d dung, daß die Kosten decken. Hausbesitzer auch die alben Uebel im Hause nicht warten bis sie das Geld zusammen über, daß der Mieter alles tut. zmsen; es steht doch fest. daß tragen sind. Die Prozene sür lich hoch, aber dagegen soll gar nichts gesagt werden. Schornsteinfegegebühr muß unigelegt werden. aber, wenn noch die Grundsteuern und von den Mietern aufgebracht werden sollen. sind Vermögenssteuern und es geht doch nicht, Reichen die Steuern bezahlen. berechtigt ist, sie bei den Einkommensteuern also Steuer, die er auf die Mieter umlegt, mals anrechnen kann! Versicherung selber zu tragen hätte. Mieter abzuwälzen ist unbillig, die mei versichert.— Redner bemängelt weiter, fende Instandsetzung angesammelt und auf Lager gelegt Besser wäre es, dafür Dabei braucht es keine hohe In Butzbach, Frankfurt, Nauheim, im sollen, wo sie die Entwertung mitmachen. Werte, Baustofse usw. anzuschaffen! Verwaltungskosten zu geben. Offenbach hot Gießen 155401 ist Wassergeld, gäbe in Gießen 45 000 Prozent. waren. Vranqversiche rungsbeiträge des Eigentumes des Besitzers, die er mach allem Recht Auch die Haftpflichtversicherung auf den sten haben überhaupt nichts daß die Beiträge für lau⸗ werden man Mietzuschläge von 7— 411000 Prozent, Darmstadt hat zwar 30 000 Prozent, aber dabei Kanalgebühren usw. dabei. Das hinzugerechnet Redner schloß seine mit Aufmerk⸗ Nachdem beseitigen, dienen samleit verfolgten Darlegungen unter starkem Beifall.— der zweste Redner Mohr noch die Ausführungen Hombergers Notwendigkeit einer vernünftigen wurde eine Resolution agt ergänzt und besonders auf die Bodenreform hingewiesen hatte, beschlossen, schläge anzustreben. — Berichtigung. Prozeß in Darmstadt sind leider mehrfach dur stellt, die aber der Leser schon selbst berichtigt starkes Versehen des Setzers in der wollen wir, um zeichnet. — Wohnungsbauabgabe. Mit Wirkung vom 1. Januar dieses Jahres ist eine erhöhte Wohnungsbauabgabe zu entrichten, als J. Ziel das 30 fache des in den Abgabebescheiden angesetzten Betrages. Wir machen auf die städtische Bekanntmachung im heutigen Blatte aufmerksam. 6 — Die städtischen Verbrauchsabgaben für Wein, Branntwein N in welcher der Vorstand des Mietervereins beguftr wird, bei der Stadt und dem Kreisamt die Herabsetzung der Zu⸗ Unsere Artikel zu dem schulpolitischen Druckfehler ent⸗ n wird. Ein Nummer vom Donnerstag Mißverständnissen vorzubeugen, hier richtigstellen: wir haben den Direktor Schnell nicht als eine„Autorität“, wie dort zu lesen ist, sondern als einen„Autokraten“ be⸗ und Kohlen werden bis auf weiteres nicht mehr erhoben. — Ziegen⸗Ausstellung. Am 22., 23. und 24. Junt genzüchtervereinigungen auch aus dem Ausland im Gießen gur Hauptversammlusta des Reichsverbandes tveffen. Die Tagung wird eröffnet mit einem Begrüßungsabend am Freitag, den 22. Juni im Hotel⸗Restauramt Hindenburg, beginnend um 8 Uhr Somstag vormittag begeben sich die Toflnehmer mach L ich werden sich die Leiter der Zie aus ganz Deutschlanb zum Teil Aufsicht, dar⸗ Er zahlt 1923 „wo der . Züichberveretnigungen und Freunden der Ziegenzucht vereftgestellt, um die Preise einigermaßen der Geldentwertung anpassen zu eine bronzene und silberne Denk⸗ Ortsverein Lich stiftet 2 Zen⸗ beste selbstgezüchtete ältere und können. Der Reichsverband hat münze zur Verfügung gestellt. der tetfugen als Ehrenpreis für die ö jährige Ziege. Mit der Ausstellung ist eine Verstetgerung von zirka 200 Bock⸗ und 50 Mutterlämmern verbunden, die um 10 Uhr sihren Anfang nimmt. Nach Berichterstattung der Preisrichter über die Aussbelluna um 4% Uhr nachmittags inn Slein' schen Saal⸗ bau, an die sich eine allgemeine Aussprache anschließt, fahren die Teilnehmer mit den Abendzigen in ihre Unterkunft, die seitens der Züchterveremigungen in der Nähe Gießens in zuvorkommender Weise unentgeldlich zur Verfügung gestellt werden. Sonntag vor⸗ mittag treffen sich die Vesucher der Hauptversammlung um 10 Uhr im Hörsaal des Landw. Instituts der Universität Gießen, um den Geschästsbericht des Reichsverbandes entgegen zu nehmen und Vorträge von Prof. Dr. Krämer⸗Gießen über neuere Ver⸗ erbungsfragen und Ziegenzucht. Generalsekretär Oek.⸗Rat Wagner über die Ziegenzucht Hessens, und von Tierzuchtinspektor Brummer⸗Wiesbaden über Versicherungsfragen zu hören. Am Montag ist, genügende Beteiligung vorausgesetzt, ein Ausflug in Gießens schöne Umgebung geplant. Der Verband oberhessischer Ziegenzuchtoe reine dessen Geschästsssihrung in Händen des Land⸗ wirtschaftskammer für Oberhessen liegt, hofft seinen Gästen einige angenehme und anregende Stunden im unserer Provinz bieten zu könmen. — Stadtheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird mitgeteilt: Das wegen der Opernaufführung verschobene Gaftspiel des Casseler Staatstheaters, das Sternheims interessantes Schau⸗ spiel„Die Marquise von Arctis“ bringt, ist mimmehr auf Donnerstag, den 21. d. M. festgelegt worden.— Bestellungen bittet man im Briefkasten des Stadtheaters niederzulegen. Die alten Bestellungen haben ihre Gültigkeit verloren. — Konzerte der Reichswehr⸗Kapelle. Vom 21. Juni ab ver⸗ anstaltet die hiesige Reschswehrkapelle unter Obermusikmeister Löber einen Zyklus von 6 Abonnements⸗Konzerten auf der Liebigshöhe. Bei den anerkennenswerten Leistungen der Kapelle dürften die Konzerte auf zahlreichen Zuspruch zu rechnen haben. Das erste ist auf Donnerstag 21. Juni, abends 8 Uhr festgesetzt. Nationale Amazonen in Lich. Aus Lich wird uns geschrieben: Am vorigen Sonntag ver⸗ sammelten sich die Familien des im Jahre 1921 gegründeten Schützenvereins im Kloster Arnsburg, um ein Damenwettschießen abzuhalten. 1. Siegerin wurde Frau Zahnarzt Dr. Küster und zweite die Gemahlin des Kapitäns i. R. Fritz Böhm. Die übrigen Teil⸗ nehmerinnen haben mehr oder weniger das Zentrum verfehlt. Man versteht hier in feudal⸗orthodoxen Kreisen Stimmung zu machen, um mehr und mehr Leute zu den Zwecken zu gebrauchen, die den säbelrassenden und kriegslustigen Herrschaften genehm sind. selben Kreise, die das nationale Denken et zu haben glauben, veranstalten in solchen Zeiten„Damenwettschießen“. Glauben die maßgebenden Schützen Amazonenheere ausbilden zu sie in Zukunft erfolgreich den Feind schlagen können? Es lebe die Damenschießerei des Licher Schützenvereins 19211 Wann werden nun die Frauen des hiesigen„Arbeiterschützenvereins“ von Anno tobak ihr Damenwettschießen abhalten? Auf zur Tat, damit jede deutsche Frau den Schießprügel zu meistern verstehen lernt. Dann kann der große Befreiungskampf nach innen und außen beginnen! Doch ist immerhin einige Vorsicht zu empfehlen, denn im Ernst falle werden die Republikaner auch nicht mit Kartoffelklößen und Leber⸗ würsten schießen!. — Lich. Ueber Ruhrbesetzung und Pazifismus. Am Sonntag, den 10. Juni sprach hier in Steins Saalbau Herr Lehrer Engel über die Ruhrbesetzung und den Pazifismus. Der jugendliche Redner führte den Zuhörern die gegemvärtigen politischen Ereig⸗ nisse im Lichte des Pazifismus vor Augen. Vielen klang die Lehre Kreisziegenguchtverein Gießen in der fürstlichen Feldscheune eine melt und ungewohnt in den Ohren. Die Diskussion zeigte die reaktio⸗ Ziegemausstellung halten 9 8 um unseren Gästen ein Bild über nären und fortschrittlichen Köpfe in schöner Beleuchtung. Jedenfalls den Stand der Ziegenzucht in Hessen zu geben. Es ist damit zu hat man einen Abend verlebt, der die Probleme unserer Zeit jedem rechnen, daß ideser Ausstellung auch seitens der oberhessischen[ Besucher der Versammlung klar vor Augen stellte. Möge diesem Ziegenzüchler und Freunde dieser Zucht das größte Interesse ent⸗ wohl mit einem statt⸗ 0 Die Ausstellung wird mach be⸗ endigter Arbeit der Preisrichter, die zu deu berufendsten Kennern der deutschen Ziegenzucht gehören, gegen 12 Uhr eröffnet. Nam⸗ 5 der Behörden, 4 N gegengebracht wird und es darf deswegen lichen Besuch et werden. hafte Preisstiftungen sind seitens Ithöldliche Bekanntmachungen Bel anntmachung. Oeffentliche Aufforderung zur Entrichtung der erhöhten Wohnungsbau-Abgabe für das 4. Viertel des Rj. 1922. Nach Artikel 1 Ziffer 10 des- Reichsgesetzes vom 27. März 1923 zur 2 Abänderung des Gesetzes über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues ist die staatliche Wohnungsbauabgabe mit Wirkung vom 1. Januar 1923 auf das sechzigfache des bisherigen Satzes erhöht worden Der Gemein de⸗ (Verbands⸗) Zuschlag beträgt ebensoviel. Hiernach ist eine allgemeine Nachtragsabgabe für das 4 Vieztel des Ri 1822(Monate Januar März 1923) zu utrichten. Die Abgabeschuldner in den Gemeinden Gießen und Schiffenverg werden hiervon mit der Aufforderung in Kenntnis gesetzt, als 4. Ziel das 30 fache des in den Abgabebescheiden für das Ri. 1922 angesetzten Zielbetrages zu bezahlen. Ist das 4. Ziel bereits in der bisher gültigen Höhe entrichtet, so ist der Unter⸗ schiedsbetrag nachzuzahlen. Besondere Nachtragsbescheide werden nicht angefertigt; die Beitreibung muß gegebe⸗ nenfalls ansangs Juli ld. Is eingeleitet werden. Für das 4. Viertel des Ri. 1822 bereits be⸗ willigte Nachlässe erstrecken sich— ohue daß es eines nochmaligen Antrages bedarf— auch auf diese Nach⸗ tagsabgabe. Gießen, den 13. Juni 1923. Der Oberbürgermeister. J. V.: Krenzien. Bekanntmachung. Von einer Erhebung der Verbrauchsabgaben für Wein, Branntwein und Kohlen wird bis regelung durch das Fmanuzausgleichsgesetz des Reiches abgesehen. Gießen, den 11. Juni 1923. Der Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Seib. Bekanntmachung. Zur Aufbringung der Kosten der Handwerkskammer für 1923 ist die Erhebung einer Umlage erforderlich, deren Ausschlagssatz durch das Hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft auf 1000.— Mark Stamm⸗ beitrag für jeden Handwerksbetrieb und 67.— Mk. für je 1000.— Mk. Steuerwert des gewerblichen Anlage⸗ und Belriebskapitals festgesetzt worden ist. Die Anforderungszetiel werden in den nächsten Tagen den Zahlungspflichtigen zugestellt; die Zahlung hat bis Ende dieses Mouats an die Stadtkasse, Gartenstraße 2, zu erfolgen. Gießen, den 12. Juni 1923. Der Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Seib. zur Neu⸗ Gemeinden, Lichtspielhaus Vortrage bald ein weiterer folgen, der belehrend, ausklärend und versöhnend wirkt, wie dies derjenige des Lehrers Engel getan hat. 1 Dollarstand Samstag mittag 000 Mark. n— 3 5 N e eee 12 Uhr: 115 d EN müssen, damit sache und und eine folge Arbe von der Ho In gebrochen. Bei einem Kanalbau in plötzlich die Erdmassen nach, von ihnen konnten nur noch Zu einer Geldstrafe von 27 Millionen Mark und 10 M Gesängnis verurteilte Osnabrück gebürtigen, Terfort wegen verbotener Ausfuhr von, Wachs ähmasc Fahrradersatzteilen usw. nach stechung. und Beihilfe eine Geldstrase von. Gefängnis. 8 Meter hohe Lavaströme gegend, die sich Vesuvs erinner verbrannten ebenfalls. Der Schaden soll 2 Millionen Dollar betragen. Arbeitsrecht, Gewerlschaftliches, Arbeiterbewegung. Schlichungsausschun der Provinz Oberhessen in Sießen. 1 Die Arbeiterverbände der Metallin ten am 1. Juni mit dem Arbeitgeberverband Oberhessen die Löhne für die Zeit vom 27. Mai Woche 2300 Mark Stundenlohn, in der 1. Vom 10. Juni 2. Die übrigen Löhne sind in demselben Verhältnis zu er⸗ höhen. f 3. Die Löhne der Wetzlarer optischen und mechanischen, In⸗ dustrie find in demselben Verhältnis zu erhöhen. 1 4. Die Arbeiterinnen erhalten 75 Prozent der Löhne der ent sprechenden Arbeitergruppe und Altersklasse.* 5. Die Stundenlohnzulagen der alleinigen 0 9 9 59 25„ werden für uni um zent erhöht. 2 6. Bei der Errechnung der neuen Löhne und Sozialzulagen, ist ohn auszugehen bezw. von den ursprünglichen oben, Die Streitteile erhielten Erklärungsfrist. Durch Schiedsspruch des Landestarifamtes für begsere bis 20. 6. in der e sestgesetzt. Kleine Nachrichten. g Darmtyphus. 175 dem Orte Burgsinn(Spessart) ist der Darmtyphus Etwa 200 Personen liegen krank darnieder. Die Seuche wird in dem Genusse verdorbener Wurst Vier Arbeiter tot. der Bogenstraße in Bottrop 5 Arbeiter wurden verschsittet. als Leichen geborgen werden. dieser Ein Schieberprozeß. die Strafkammer in Osnabrück den jetzt in Holland ansässigen 5 Holland sowie wegen Beanke Der Zollassistent Dittmann erhielt wegen Bestechl Million Mark und 3 M Ausbruch des Vesuvs. 8 iladelphia ist einer der großen Bahnhöfe 50 eine e zerstört worden; 30 im Bahnhof befindliche Jun N Menschenleben waren keine zu beklagen. 1 Sitzung vom 13. Juni. 1 1 dustrie vereinbar, für Lahngau un bis zum 16. Juni in der zwar für die gelernten Arbeiter über 25 Jahren zweiten Woche 2710 M f in der dritten Woche 3000 Mark. Sie beantragten 3 11 Aenderung dieser Vereinbarung vom 3. Juni an. Es 1 nder Schiedsspruch: 1 an beträgt der Stunden der gelernten iter über 25 Jahren 4300 Mark bis zum 16. 15 Ne 8 1 Ernährer und Ver⸗ die Zeit vom 10. bis 18. der alten Lohnssala mit 2710 Mark Spitzenl 4 Juni⸗Sozialzulagen. 299 7. Im Ergebnis sind 5 und mehr Mark auf 10 Mark nach weniger als 5 Mark nach unten abzurunden. 1 Inzwischen wurze Schiedsspruch beiderseits angenommem. 7 Lohnvereinbarungen in der Holzindustrie. Fachbetriebe den in Hessen, Hessen⸗Nassau sind für die Zeit vom 14. 6. Spitze in den einzelnen Klassen folgende Durch⸗ N 8 4. 5. 5350 5104 4868 4576 4301 f Erklärungsfrist der Parteien zu diesem Schiedsspruch bis Mon⸗ den 18. Juni. ö Babuhofstraße 34. Fr Von Samstaa, den 16. bis einschliesil. idericus Rex 4. Teil und Schulß Ferner ein erstklassiges Lustspiel. Freitag, den 22. Juni Großes, ber ühmtes Orchester. per- Aeta V. sen- Lape im Hofe der Gastwirtschaft u. Metzgerei Müller, Bahnhofstrasse (Eingang Schanzenstra 2 ur 4 Tage! Achtenmg: Nur 4 Tage! Grosse sse) von heute Montag l Uhr an. WIT zahlen für Wolle(gestrickt) Zinn abe die Prabelare? so bringen Sie dieselben zu Jehneider, Neuengeg b Ueber den Preis werden Sie staunen! FEE empfiehlt 465 2 Lumpen 1 Kilo sd. Akten, Bücher, Zeitungen, N Ferner: altes Eisen Spezialität Großbetriebe und Händler Sonderpreis e. Schösseck Partei-Literatur Buchhandlg. Oberhess. Volksztg. 2500 K. 25000 MK. euluch, Kupfer, Messing, Blei, Zink, die allerhöchsten Tagespreise Abbruch ganzer Maschinen. alter Zinn- Gegenstände und Zink- Badewannen 2 10 Lentz aus Cassel lt 1 U 1 Gestorbene. 15. Juni. Auguste Buchhold, geb. Jung, ohne Beruf, 87 1 alt, Löberstr. 4 Beerdigung: 19. Juni, 3½ Uhr nachm. . N 0 25 41 W Gelegenheitstauf. HKinderstiesel von Nr. 80 an zum Preise von Mt. 30 000.— Wilh. Hofmann, Ederstr. 5. —— * Leeres Zimmer von einem Müller unweit der Mühle gesu ch t. Zuschriflen erbeten an Br. Schneider Rodheimerstr. 50 Ein Posten aufwärts zu verkaufen. 2 Goldperle Dr. Gentner's Waschextrakt 5 mit Schnitzelseife ist sauerstoffrel, daher unschädlich für die Wäsche-.