9 ß a0 0 2 de 0 9 1 „ en e Organ für die Interessen des werktätigen Volkes wou ae len i n 92 Bahnhoffraße 23 5 ö 5 Bahnhoffraße 2 nd 0. . bene an der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. e an we— a 5 1— 0* md be 15 je Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(35 mm breit) oder deren bst* Ser Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Blatt der Frau“ und„Land⸗ Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Skrohwig. Naum sokgl 60.— Mek, auswärts 80— Mt., die Reklamemillimeterzeile debe, u, spirtschaftliche Beilage beträgt monatlich 3300.— Mk einschl. Bringerlohn. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. 800.— Mt, Bel größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen iebs eig e 0 i wütete ee Post bezog. 3300.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120.— Mek Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. 1 Nr. 112 Gießen, Freitag, den 18. Mai 1923 18. Jahrgan macht zen, 8* deisan 1 5 g l— N d den Lane 5 f i Umschwung in Bayern? 5 ati iti. f f e Un 9 Die Reparationspolitik der Sozialdemokratie „en 8 5 8 0 unde 0 Aus München wird uns geschrieben: 0 neee 5 Windfahnen 1 10 Donau sind eifrig bemühlt, Die Rede Hermann Müllers. 2 ͤ hen. Die bürgerlichen Blätter, abgesehen natür⸗ 0 , derten h 1; 71. 0 11 innerpolitische Motive in der Beantwortung einer Note gelten zu 4 den lich von den gans miesbacherischen, legen eine neue Walze Deutscher Reichstag. lassen, 1105 schwierigsten Fragen der auswärtigen Politik betrifft. wei ein:„Gegen die n een in der vaterländischen Berlin, 16. Mai. Ich säge das auch deshalb, weil gerade jetzt wieder Gerüchte im Um⸗ a0, ewegung“. Ja, sogar die Stammtische der ehemaligen Der Reichstag erledigte in seiner letzten Sitzung vor den(auf sind, die behaupten, im Reichsverband der deutschen Industrie dienen Einwohnerwehr die„Vaterlandischen Bezirksvereine“, kün. Pfingstferken zunächst eine Reihe kleiner Vorlagen und trat dann sei große Erregung, weil die Sozialdemokratie die letzten Note der f he digen ihrem rechtsradikalen Führer Zeller das Vertrauen in die Beraung der Etats des Reichspräsidenten, des Reichs⸗ e n e be 1 805 9 305 m1. e und rufen nach dem bei Nationalsoziclisten und Miesbachern auflers und des Auswärtigen Amtes ein. In der vor dem it, mur nich. da gerinaste berannt Der Kortlnt der Note ist un män a 0 öchst unbeliebten E 1 Plenum stattgefundenen Sitzung des Aeltestenrats konnte über erst durch die Presse bekanntgegeben worden. Wir haben den Auf uli ah, bböchst unbeliebten Escherich. 8. die Frage, ob man diese Etatsberatung zum Ausgangspunkt einer bau der Note im einzelnen uichtigekannt und auch nicht gewußt. bung i f 90000 dich Diese erstaunlichen Vorgänge stellen einen Akt dar in großen politischen Debatte machen wollte, keine Einigung erzielt wie wenig konkret einzelne ihrer Teile sind. Gerade zu dieser Frage 00** u dem Kampf zwischen Weißblau und Schwarzweißrot. Als werden, da unsere Genossen darauf bestanden, zu den schwebenden mlissen wir erneut Stellung nehmen. Man kann diesen ganzen 12 17 die Bayerische Volkspartei sich vor etlichen Wochen politischen Fragen Sellung zu nehmen. Als ihr Sprecher erhielt fai aud cher Wag H 9 Wat a 1 0 1 0 : b. deh 25 5. e 5 das Wort rein wirtschaftlicher Beziehung die Verhältnisse der letzten Zeit 1 i. a genötigt sah, geg en die Kreise um Hitler und Ludendorff Abg. Müller⸗Franken(Soz.): besser geworden sind. Der Dollarstand von 43 bis 44000 muß , Nuten 1 vorzugehen, standen ihre Aussichten nicht besonders gut, Es ist schon vier Wochen her, seit wir uns in diesem Hause sclon allein einen starken Antrieb geben, von uns aus alles zu r Sagte weil sie nicht auf volle Billigung in den eigenen Reihen] mit den Fragen der Auswärtigen Politik beschäftigt haben und tun, um eine Lösung dieser Krise zu erleichtern. Ich gebe zu, daß auf Ach rechnen durfte. Da haben ihr nun die Schwarzweißroten das deutsche Volk würde es nicht verstehen, wollte der Reichstag es ungeheuer schwer ist, die deutsche Leistungsfähigkeit- im gegenwär⸗ epi tien won der extremen Richtung selbst geholfen. Seit Monaten jetzt in die Pfingstferjen gehen, ohne sich über das auszusprechen, tigen Augenblick richtig abzuschätzen, aber man darf dabei nicht per⸗ 0 b. h, Mh betreibt Sitle das Spiel, fü e 2 was in den letzten vier Wochen auf dem Gebiete der auswärtigen; gessen, daß diese Abschätzung nicht nur eine wirtschaftliche Frage, son⸗ 0 bm zu betreibt Hitler das Spiel, für einen bestimmten Tag alle Politik geschehen ist. Es sind eine Reihe von Noten gewechfelt dern auch ein Pol tikum ersten Ranges ist. Ich habe die feste Spreis. I Vorbereitungen für einen Putsch zu treffen und dann nicht worden, aber tatsächlich hat sich zugunsten einer Befriedigung] Ueberzeugung, daß in dem Augenblick, in dem wir wirklich die End⸗ len beben loszuschlagen. Das mag Berechnung sein, oder es mag sich der 99, 155 fete 91 70 8 1 45 1 9 10 ee werden, die Summen für diesen Zweck aus der b gießen zh sso verhalten, daß ihm bisher stets im letzten Moment der[änder ee n e e ee en en ee ee ü eschante wären 23 1 5 7 5. im besetzten Gebiet nicht unbedeutend zugenommen hat. Ich ef 5 f 1 ee 1 Mut abhanden gekommen ist— jedenfalls hat dieses wieder- brauche nur zu erinnern an die Urtefle von Manz und Werden. e eee Biesccostlern gebe lee e bene 1 holte Steckenbleiben der Putschaktionen schon öfter zu Aus⸗ Zu dem Krupp⸗Urteil ist zu bemerken, daß wir kein Verständnis die Endl 5 1 5 Kräft 1 1 enge, 10 einandersetzungen in den hakenkreuzlerischen Reihen geführt. für die gehässigen Bemerkungen haben, die in dem urteil insbe⸗ Nur die Endlesung bam alles an Kräften freimachen. 12 ide n n Aber diesmal trieb man die Sache weiter als in allen sonbere gegen Arupn von Boßlen ee ee ae e en eee ee N 1 155 9 21 055 5 man mit solchen Bemerkungen Eindruck zu machen? Wir wissen, Wenn es gilt, das Ruhrgebiet zu befreien und im Rheinland wieder A bundage! früheren Jällen. Es wurde ein richtige Putschgruppe ron daß Krupp ein Exponent der deutschen Industrie ist, aber ihm rechtmäßige Verhällnisse herzustellen, dann ist kein Opfer groß genng, n ein paar tausend Mann zusammengezogen und in kriegs⸗ kann doch schließlich nachgesagt werden, daß er in der Reihe der das nicht ertragen werden kann. a gh mäßiger Ausrüstung mit Artillerie und anderen schweren e ee 1 e Es ist kein Zweifel, daß in bezug auf die Endsumme zwischen der en Ehre Neffen auf dern Exergiervlaß Oberwiesenfeld aufgestellt. in dem neubesesten Gebiet. Die Gerechtigteit gebietet, diese Tak. deallscben und der eneliscen Aufsassung ernte Unfkimmigkeiten deben. 30% Matten! Zettel flatterten durch die Stadt!?„Frauen und Kinder von fachen festzustellen.. 10 1 1 ee 919. 15 e a e ee e 1 lere 1 ban] der Straße weg“, als ob die Schießerei im nächsten Augen⸗ Will man etwa Eindruck macken auf die Eisenbahner, die fast e cpobe ich die 1 daß 5 ant Beit da klie losgehen sollte. Und dann— pafsierte nichts. Nachdem dur Kleichen Jon in Mainz ur den schwersten Strafen verurteitt ntommt nicht so wett auseinandergehen, daß der Aeg — 145 die hakenkreuzlerischen Streitkräfte eine ganze Nacht auf dem 2 3004 Oberwieserfeld gestanden hatten, ohne den Freistaat umzu⸗ ac 1 bod l stürzen, rückte Reichswehr und Landespolizei an, damit es sbhelung de he nicht zu Zusammenstößen mit dem Maifeierzug der Arbeiter⸗ 1-12 Uh schaft kommen sollte. Die gegenrevolntionöre Armee ließ int erg sich diese Polizeikontrolle ruhig gefallen, und wenn man lr: bh dem Minister Schweyer glauben darf, so gaben manche sogar —— ihre Handwaffen ab, um durch die Absperrungslinien nach Hause gehen zu dürfen. Der Witz von der polizeilich ver⸗ botenen Revolution ist übertrumpft: die Münchener Polizei hat die Hitler⸗Revolution gar nicht verboten, aber die Re⸗ volutionäre haben gewartet, bis die Polizei kommen mußte. Gewiß, Herr Hitler mag sich schwer getan haben, die berschiedenen„Kampfverbände“ unter einem Hut zu halten, — und sicherlich ist ihm ein Teil ausgesprungen. Aber schließ— 8e lich hat 1918 Kurt Eisner mit so etwas 20 Mann die Wittels⸗ — bacher Monarchie gestürzt, und er hat keine Artillerie und Feine Minenwerfer dazu gebraucht. Und wenn Herr Hitler gal bloß seine engere Leibgarde und seine nächsten Verbündeten geblieben sind, so müssen das doch wohl so viele Hundert⸗ nder. 18. Ma, dl m über„nz dt won der Li le Mitgliche 7 schaften gewesen sein wie bei Eisner Köpfe, von der Kriegs⸗ urg 0 rüstung gar nicht zu reden. Also— woran liegt es? Daran, 72 0 daß Hitler kein Eisner ist, oder daran, daß die angeblich so 1 eristierel, Korsche Republik hundertmal fester steht als die taufend⸗ f Jährige Dynastie? 8 5 Ein solche Blamage verträgt keine politische Bewegung. Von Hitler rücken seine besten Freunde ab, weil sie am 0 Fluch der Lächerlichkeit nicht teilhaben wollen. Dieser Fluch überträgt sich auf die ganze schwarzweißrote Richtung, die auf Hitler gehofft hat. Weißblau strahlt im Glanze der Staatsgesinnung, der staatlichen Ordnungsliebe. Niemand redet mehr von Fuchs⸗Machhaus, niemand will mehr wissen, 5 wie der Rechtsbolschewismus lange Zeit von der Bayerischen enen Polkspartei gehegt und gepflegt worden ist— solange man erte. von der rechtsradikalen Stimmung Wahlhilfe gegen die ese, Sozialdemokratie erhoffte. dul f Und da sind wir bei dem zweiten Grund für die ver⸗ iustler wan änderte Haltung der in Bayern maßgebenden Partei. Die iet letzten Wochen haben eine entscheidende Entdeckung gebracht: 45 der Münchener Bürger ist bei weitem nicht so dumm, wie eine politischen Führer ihn eingeschätzt haben. In dem Maße, wie er die Angst vor einer neuen Räterepublik über⸗ , 4, 2 wand, begriff er die Gefahr des Rechtsbolschewismus. Die⸗ er Prozeß ist noch lange nicht abgeschlossen, aber seit die u Sozialdemokratie durch ein sichtbares Zeichen zu erkennen gab, daß sie sich stark genug fühle zu äußerstem Widerstand . gegen einen Hitlerputsch, hat sie einen gewaltigen Zustrom auch aus dem Kleinbürgertum. Das sichtbare Zeichen war sustreten der sozialdemokratischen Sicherheitsabteilung. n wußte: hier haben sich Männer gefunden, die sich ern werden als den Terror der Gegenrevolution 1 10 1 7 9 worden sind, weil sie ihre Pflicht dem deutschen Reiche gegenüber getan haben? Während des Krieges haben die Belgier und Franzosen Lobeshymnen auf die Arbeiter, Beamten und Ange⸗ stellten gesungen, die sich geweigert haben, unter der Okkupation zu arbeiten. Diese Leute wurden der Welt als Muster des Pa⸗ triotjsmus vorgestellt, während Deutsche, die heute dasselbe tum, als Kreaturen der Berliner Regierung abgetan werden. Wenn wir uns die Noten ansehen, die die deutsche Regierung in den letzten Tagen erhielt, so finden wir, daß sie zwar im Ton nicht übereinstimmen, aber inhaltlich das Angebot der deutschen Re⸗ gierung für ungenügend erklären. Das einzig Erfreuliche ist, daß die Wege noch nicht verschüttet sind, die zu einer Erfolg ver⸗ sprechenden Verhandlung führen können und schließlich auch führen müssen. Was steht dem in erster Linie entgegen? Die franzöfisch⸗ belgische Note sagt, daß man zu einem Akkord nicht kommen könne, solange der passive Widerstand aufrechterhalten wird. Ueber die Frage des passiven Widerstandes haben mein Kolloge Breitscheid und ich bereits am 16. und 17. April hier mit aller Deutlichkeit ge⸗ sprochen und auseinandergesetzt, daß der passive Widerstand nach den Regeln der Gewerkschafstaktik geführt wird. Ich möchte nochmals unterstreichen, daß unserer Auffassung nach alles getan werden muß, um eine Kapitulation zu vermeiden. Gleichzeitig lege ich strengste Verwahrung ein gegen jene deutsch⸗ völkischen Blätter, die in letzter Zeit die Unverfrorenheit hatten, zu behaupten, daß meine Freunde und mit ihnen Herren aus den Rei⸗ hen der Deutschen Volkspartei die Kapitulation vorbereiten. Die französische Regierung könnte endlich einsehen, daß es die Bevöl⸗ kerung ist, die den passiven Widerstond im besetzten Gebiet trägt. Wenn diese Maßnahmen nicht aus dem freien Willen der Bevöl⸗ kerung hervorgegangen, sondern von Berlin aus„befohlen“ worden wären, dann wäre der Widerstand unter dem furchtbaren Terror längst zusammengebrochen. Auch der Eisenbabnerstreif ist etwas ganz selbstverständliches und nur rein äußerlich betrachtet ein Streik. Denn ein Streik richtet sich doch gegen den rechtmäßigen Arbeitgeber, während der Streik gegen„die französisch⸗belgische Besatzung nur in seiner Wirkung dem Streik gleichkommt, ohne mit ihm etwas zu tun zu haben. Die deutschen Arbeiter aller Richtungen haben immer darin übereingestimmt, daß in solchen Fällen, ich erinnere auch an den Streik gegen die Kapp⸗Negierung, die Verweigerung der Arbeitskraft höchst patriotische Bürger- pflicht ist. Zu der deutschen Note ist zu sagen, daß wir es nicht ver⸗ stehen, daß die Regierung gleich im Anfang auf den passiven Widerstand eingegangen ist. Man soll diesen passiven Widerstand der Bevölkerung der besetzten Gebiete überlassen und sich in den Noten darauf beschränken, diejenigen Fragen zu behandeln, die zur Lösung der Reparationsfrage notwendig sind. Ich glaube, daß es falsch ist, des Entgegenkommens nicht beschritten werden könnte, wenn beiden Seiten der ernste Wille dazu vorhanden ist. Wir dürfen bei einem deutschen Angebat nicht aus den Augen lassen, daß die von Deutschland unter irgendwelchen Modalitäten aufgebrachten Summen groß genug sein müssen, um den Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete in Frankreich und Belgien zu garan⸗ tie en 5 Im Rahmen des deutschen Angebots muß der Wiederaufbau der ver⸗ wüsteten Gebiete herbeigeführt werden. 5 Es kommt, wie ich bereits am 16. April betonte, nicht nur auf die Endsumme an, ebenso wichtig, wenn nicht noch wichtiger, sind die Modalitäten, unter denen die Zahlungen erfolgen sollen. So wie die deutsche Wirtschaft jetzt beschaffen ist, kann in den ersten beiden Jahren eine Annmität aus Deutschland selbst nicht herausge⸗ zogen werden, es muß der Weg der Anleihe gesucht werden. Uns erwächst die Aufgabe, alles zu tun, was zu einem gewissen Zahlungsvlan führen und die Anleihen sichern kann. Eine solche Lösung ist ohne substantifjerte Garantien nicht zu finden. Bedauerlicherweise läßt die deutsche Note gerade in diesem Punkte Konkretes vermissen. Gerade die französische und belgische Regierung legen Wert darauf, über diese Garantien etwas zu er⸗ fahren. Unsere Zölle, die wir auf Goldbasis erheben, sind doch ein Faktor, der etwas bedeutet, wenn man dem Gegner konkret sagt, baß man bereit ist, dieses Pfand als Annuität zur Verfügung zu stellen. Wir müssen auch wieder dahin kommen, daß die Eisenbahn, wie in Friedenszeiten, eine Milliarde Goldmark Ueberschuß abwirft. Dieser Ueberschuß könnte auch in den Kreis der Erörterung gezogen werden, wenn es sich um die Substantierung der Garantien handelt. Man könnte schließlich auch von den Einnahmen des Branntweinmonopols reden. Vor allen Dingen aber glaube ich, daß, nachdem die Noten der diversen alliierten Regierungen eingegangen sind, es auch an der Zeit ist, etwas konkreter zu werden in bezug auf die Garantie, die Industrie, Landwirtschaft, Banken und Handel geben sollen. Man behauptet, der Reichskanzler hätte Briefe von Flihrern der Industrie, ber Landwirtschaft, des Handels und der Banken in der Tasche, die ihm diese Garantie der Wirtschaft zur Ver⸗ fligung stellen. Aber solche Privatbriefe mögen noch so diskontfähige Unterschriften tragen, sie sind nicht da, was wir brauchen. Wir miissen einen Schritt weitergehen und uns darüber klar sein, daß es an der Zeit ist, die notwendigen gesetzgeberischen Vorbereitungen zu treffen, damit wir auch in diesem Punkt etwas konkretes in die Wagschale werfen können. Ich frage die Re⸗ gierung, ob sie zu solchen Schritten Vorbereitungen getroffen hat. In diesem Zusammenhange möchte ich daran erinnern, daß meine Partei⸗ zum nicht hervorwagten. Der Eindruck ist deshalb umso stärker, weil man weiß, nur die Not hat diese Organisation geschaffen, hier wird nicht Rote Armee gespielt, die Arbeiter würden tausedmal tieber ihren friedlichen Interessen nach— gehen und die Niederhaltung rechtsbolschewistischer Gewalt⸗ taten einer zuverlassigen Polizei überlassen; nirgends hat der grundsätzliche Standpunkt des Genossen Severing in der Selbstschutzfrage überzeugtere Anhänger als in der Sscher⸗ heitsabteilung der Münchener Partei. So kam bei der Bayerischen Volkspartei zu der Furcht vor schwarzweißrot noch die andere Sorge, daß die Sozial⸗ demokratie bei den Wahlen des nächsten Jahres den größten Nutzen ziehen werde aus ihrer eindeutigen Ablehnung der Hitlerei. Seit man gemerkt hat, daß die Wähler das Techtel⸗ das gab und gibt all denen Kraft und Mut, isher mit ihrer Meinung gegen das Hakenkreuzler⸗ mechteln mit dem Umsturs von rechts zu verübeln beginnen, fühlt man die eigene Verfassungstreue gekräftigt, und wäh⸗ rend man gestern noch Hitler begönnerte, findet man heute. daß seine Bewegung nus auf dem„verseuchten Boden der evolution“ möglich war. g Daß mit solcher Verfassungstreue nicht biel anzufangen ist, liegt auf der Hand. Im Gegenteil verdienen die Weiß⸗ blauen doppelt mißtrauische Beobachtung, seit sie ein vor aufiges Uebergewicht über die Schwarzweißroten erlangt baben. Ob nicht trotzdem aus dem Stimmungsumschwung breiter bürgerlicher Schichten ein volitischer Umschwung in Bayern wird, bleibt abzuwarten. Es wäre nicht das erste⸗ mal in der Geschichte das etwas, was als Machtverschiebung zwischen Führereliguen begann, zu einem politischen Um⸗ vildungsprozeß geworden ist. 5 —— Freinide fert mehere! Fahre die Forde ung vertreken, daß es zit einer Erfassung der Sachwerte 8 kommen soll. Es ist uns immer gesagt worden, der Zeitpunkt dazu wäre gekommen wenn die Endlösung der Reparationsfrage in Sicht sei und eine endgültige Abgrenzung umserer Verpflichtungen getroffen würde. Ich halte es in der gegenwärtigen Situation an der Zeit, daß die Parteien, die diese Auffassung vertrefen, dem In⸗ und Auslande sagen, daß sie bereit sind, guf dlesem Gebiete mitzuwirken, weil ich glaube, daß damit einer der Schritte getan ist, (die uns wirklich etwas vorwärts bringen können. Wir sollten aus eigenem heraus alles tun, was wir können, um zu einer Befriedung der Verhältnisse zu gelangen. Notwendig erscheint mir auch, daß die Regie rung die Initiative zu Verhandlungen mit den Arbeitgeber⸗ und Arbeitnehmerverbänden über die vertragsmäßigen Koks⸗ und ö enlieferumgen ergreift. Wir dürfen diese Sache nicht der In⸗ dustrie Framkreichs und Deutschlands überlassen, sondern müssen auch chier zu konkreten Plänen kommen, wenn wir nicht eines Tages von Diktaten überrascht werden wollen. Wir müssen auch in der Frage der politischen Stcherun⸗ gen konkreter werden, wenn wir die Unterkontrollestellung der Eisen⸗ bahnen im besetzten Gebiet, wie sie von der framzösischen und belgischen Regierung geplant ist, verhindern wollen. Wir dürfen uns nicht, wie in der letzten deutschen Note, darauf beschränken, auf die Rede des Reichskanzlers hinguweisen, in der er über den Rheinpalt sprach. Wir müssen guch hier konkrete Formulierungen geben, die ins⸗ besondere eine Befriedung der Berhälknisse am Mhein bringen sollen. Wenn man Bedenken wegen des Saargebietes hegte, dann hätte man in einem Nebensatz feststellen können, daß ganz selbstver⸗ ständlich das, was im Versailler Vertrag über das Sgargebiet fest⸗ gesetzt ist, nicht von einem solchen Rheinakt berührt wird. Wir sind ums, glaube ich, alle darüber klar, daß das Ziel der Verhandlungen die Räumung der Ruhr in kürzester Frist ie Probe gestellt werden, ob ahme handelt, wie sie in daß es das sich eben mit den Verhältnissen im Häf at, auch einmal mit der Rheinlandkommission in diesem Falle die englische Ehre noch weit 0 7 0 einen Anteil hat an d Dynamitkiste im besetzten Gebiet herumreisen. Mit solchen Taten ist 55 Theinischen Bevölkerung nicht gedient und sie bringen nur ie Gefahr neuer Bedrohungen für die rheinische Beröl⸗ kerung mit sich. Zum Schluß bleibt noch zu bedauern, daß die deutsche Note nicht in demselben Maße auf die Weltpropaganda eingerichtet gewesen ist wie die belgisch⸗französische. Zum Zwecke der Propa⸗ ga behauptete Herr Poincars, daß ein in Erwägungzieh en der deu schen Note zu moralischer, wirischaftlicher, volitischer und mili⸗ täriscker Revanche Deutschlands führen wird. Wenn man der Re⸗ vanche⸗Idee, die durch den Terrorismus der, französischen Soldaten im besetzten Gebiet gestärkt wird, den Weg verriegeln will, soll man Deutschland endlich als gleichberechtigten Faktor achten und seine Souveränität achten. Als gleichberechtigtes Glied in der euroväischen Völkerfamilie wird das deutsche Polk zur Erhaltung der Republik jedes Opfer bringen das es irgendwie tragen kann. In befriedeten Verhältnissen wird die Zahl der Repancheschreier immer kleiner, aber E Zahl derer immer größer werden, die das deutsche Volk durch Ar⸗ 0 5 dem Jammer herausführen wollen, in den es der Weltkrieg gebracht hat. ‚ In der Debatte erklärt Abg. Leicht(B. Vp.) namens der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft, daß diese den gegenwärtigen. Augenblick als nicht geeignet betrachtet, zu den auf das deutsche Angebot eingegangenen Antworten im Reichstag Stellung ur 1 en. Die Arbeitsgemeinschaft lehne es daher ab, sich an der r Aussprache zu betefligen. Sie spreche aber die vertrauensvolle Erwartung aus, daß die Reichsregierung den Weg gehen werde, der in dieser wichtigen Entscheidung notwendig sei. Abg. Hergt(Otn.) erklärt, daß bei allem Wunsche, die ein⸗ mal angeknüpften Fäden nicht endgültig ahveißen zu lassen, man doch zu dem Resultat kommen milsse, daß durch die Antworten der Ententestaaten für die deutsche Regierung keine Möglichkeit zu einer neuen Note gegeben sei. Für uns könne es keine Rhein⸗ a andfrage, keine Frage der Internationalisierung der Rheinlande, aber auch lein Niederlegen der Waffen geben. Minister des Auswärtigen v. Rosenberg bedauert, im an Augenblick seinen Vorrednern nicht auf dem Gebiet der auswärtigen Politik folgen zu können und teilt mit, daß die 5 degierung mit dem Ernst und der Sorafalt, die der Wichtigkeit des Gegenstandes entsprechen, in die Prüfung der Antwortnoten ein⸗ 0 Hamburger Großbanken als Geldgeber. Hamburg, 16. Mai.(Eig. Drahtb.) Ueber die in Hamburg aufgedeckten Putschabsichten, insbesondere deren Hintermänner, erfahren wir noch folgendes: Die Zentrale der republikfeindlichen Organi⸗ sationen bildet in Hamburg der„Bund der Niederdeutschen“. Leiter ist H. C. Vering, der sich nach eigenen Angaben als„von Escherich beauftragter Organisator der nationalen Bewegung im Norden“ betrachtet. Der erste Geschäfts⸗ führer dieses Bundes, Oberst v. Notz, beschwert sich am 6. 7. 22, daß ein Mitglied des Landbundes die Lüge öffent⸗ lich verbreitet hat,„der niederdeutsche Bund habe sich voll⸗ ständig hinter die Regierung gestellt.“ Herr Vering eignet sich offenbar besonders dazu, Geldquellen zu öffnen. Er machte nicht allein die Hamburger Großbanken und Groß⸗ betriebe mobil, für das Konto„Siedlungsbund“ zu zeichnen, er lockt auch Deutsch⸗Chilenen und anderen Auslandsdeut⸗ schen Edelvaluta aus der Tasche. Mit deutscher Papiermark rechnen die Patrioten nicht mehr; so verpflichteten sich die Hamburger Groß ⸗ banken zu Anfang des Jahres, jede einen Kopfanteil von 222 Dollar zu zeichnen. Der Gener al v. Morgen wollte in Lübeck 1000 Dollar zusammenbringen, aber unter der Bedingung,„daß er allein das Verfügungsrecht über das Geld behalte“. Geschäftstüchtig sind die nationalen Herren überhaupt. So bezieht der General v. Ledebur einer Sitzung in Kiel Die Niederdeulschen. außer seiner 9 noch ein Gehalt ols Gaul außerdem noch in der Veringschen Alstertalter schaft angestellt ist, bekommt er seine bewährte also dreifach bezahlt. Vering verstand es als Geldquellen, die anderen Rechtsverbande al seinen Wagen zu spannen. So finanzierte er 9 deutschen Heimatbund“, und Ennecerus und Kapitänleutnant f 6 Heimatbund“ ist die Fortsetzung der Bahren. freiwilligen, die unter Leitung des Helden Sier f Kapp⸗Putsch das Hamburger Rathaus für dre eroberten. Die ganze Gesellschaft hätte wahrsche 8 lange losgeschlagen, wenn sie untereinander gan ei wesen wäre. Früher bestanden zwei Richtung zu der Vering hineigt und die militarisch durch Graf Schulenburg und Hellfritz vertreten wird, dorff, für den im Norden General Frhr. p. Sieveking und Ennecerus arbeiten. Generß schreibt von Ludendorff und Watter, daß putschistische Absichten verfolgen“. Ennecerus am 5. 10. 22 unverhüllt z Am 2. 11. 22 findet dann Leiter die Majore e Organisation Ge initiativputsch“ auf. wehrkasino 5 5 5 Richtungen statt, in der die radikale Richtung W ter völligen Sieg erringt. 1 Abg. Koenen(Komm.) spricht von der unmittelbar bevor⸗ stehenden Gefahr eines neuen Krieges und erklärt, daß nur eine Arbeiterregierung Hilze bringen könne. 5 Abg. Wulle(Dautschwölk.) schimpft üb r die deutsche Ge⸗ heimdiplomatie, die schlimmer sei als zu Wilhelms Zelten und die ohne das deutsche Volk zu fragen, vollendete Tatsachen schaffe, über Leben und Tod enkscheide und Noten aus hecke, die politischer Selbstmord sind. Die Diplomaten schauten unentwegt mach dem Westen, während es doch möglich wäre, gerade im Osten und Süd⸗ ofben mehr politische Aktivität zu entfalten. 5 Der Antrag der Kommunisten auf Aufhebung des Severing⸗ schen Verbots wird abgelehnt und die drei Haushalte gegen die Shimmen der Kommumisten angenommen: ebenso drei Gesetz⸗ eimwürfe unter denen sich auch der über den Verkehr mit unedlen Metallen, Edelsteinen und Perlen befindet. 5 Das Reichs fiedlungsgesetz, nach dessen Bestinnmun⸗ gen 40 000 Hektar Land zur Ansiedlung von vertriebenen Deut⸗ schen von den Landlieserungsverbänden zur Verfügung gestellt werden follen, wird nach längerer Beratung in 2. und 3. Lesung angenommen und die Vorlage über die Sicherung der Baotversorgung im Wirtschaftsjahr 19234 dem Volks⸗ wirtschaftlichen Ausschuß überwiesen⸗ g Präsident Loebe erhält die Ermächtigung, Zeitpunkt und TDagebdordunng der nächsten Sitzung selbst zu bestimmen und er⸗ iumert in kurzer Ansprache die vom Hause stehend angehört wird, an die 75jährige Wiederkehr des Tages, an dem in der Frankfurter Paulskirche das erste Parlament Deu schlands zusammentrat. Der Stadt Frankfurt und 185 15 versammelten Männern sendet der Reichstag solida rische rliße. —— Politische Uebersicht. Sie Gäste des Reichskanzlers. Herr Cuno hat wirklich keine guten Tage. Zu all seinen Regierungssorgen bereitet ihm jetzt der deutsch⸗ völkische Abgeordnete Wulle auch noch den Schmerz, seine durch den Minister des Innern abgegebene Erklärung über den Empfang Roßbachs und v. Graefes als un wahr zu bezeichnen. Das muß ausgerechnet dem„ehrbaren Kauf⸗ mann“ passieren. In seinem Deutschen Tageblatt sagt Wulle, es sei nicht wahr. daß der Kanzler über Roßbach nicht informiert war, als er ihn empfing und daß Herr Euno Herrn v. Graefe vor Unbesonnenheiten gewarnt habe. Richtig sei vielmehr„daß Herr Cuno über die Bedeutung des Herrn Roßbach und über Ziel und Zweck der von ihm 777FFFCCCC0 ĩ— 8 5 1 1 85 geleiteten Jugendorganisation durch eine politishe lichkeit genau unterrichtet worden ist infolge dieser Unterrichtung Herrn Roßbach hat“. Die angeblichen„Warnungen“ des an Graefe sehen nach Wulle folgendermaßen aus: hat in verschiedenen Besprechungen Herrn Cune druck gebracht,„daß es lediglich das Verdienst schaft der Freiheitspartei gewesen sei, wenn Jugend, die durch die amtlichen Quälereien biz gereizt worden sei, sich von Unbesonnenheiten bi gehalten habe. Herr Cuno hat nicht verfeh völkischen Führer dafür seinen Dank sprechen.“ 1 Diese„Feststellungen“ einen tiefen Blick hinter die kanzler Dr. Cuno in seiner völligen Es scheint, daß sich in der nächsten kanzlers informatorische Kräfte befinden, die bestrebt sind, das Ansehen der Reichsregierun So behauptet sich z. B. hartnäckig das Gerüch Privatsekretär des Herrn Cuno Vorsitzender el nalionalen Wahlvereins in Berlin ist und daß allernächsten Umgebung ein Attachee arbeitet, der sogenannten„nationalen Klub“ angehört. nale“ Freiherr soll auch den Empfang des& und anderer Vandenführer vermittelt haben. bedingt notwendig, daß sich der Reschskanzler seiner Ehre zu den Anschuldigungen des Wulle äußert. Was soll das Inland, vor all e das Ausland, von einem Reichskanzler halten, dar sich spruchslos der Unwaßhrheit beschuldigen lä O fürchtet Herr Cuno, daß Wulle seine Drohung e und über das Verhältnis zwischen Reiche illegalen Vanden weiter ausplaudert, wenn er auf schuldigungen reagiert? des Abgeordneten Wille g Kulissen und zeigen den politischen Pilflost 1 7 5 sei. Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. Einige Tage später wollte der alte Haudegen aus⸗ gehen, aber Marcelle, die sehr blaß war und verweinte Augen hatte, hielt ihn zurück. „Krähenseele, was ist denn los? Weshalb soll ich denn nicht in die Barbierstube gehen. um die neuesten Nachrichten zu hören?“ Marcelle schwieg und sah flehend zu ihrer Mutter und Gildas hinüber, die ebenfalls sehr verlegen dreinblickten. Endlich faßte sich die Witwe ein Herz und sagte:„Es sind schlechte Nachrichten eingetroffen und es wäre daher besser, wenn Du heute zu Hause bliebest, Schwager!“ Marcelle hatte mittlerweile die Haustüre geschlossen; trotzdem drangen Hochrufe und Händeklatschen von der Straße herein. „Was hat das zu bedeuten?“ fragte der Alte, aufhorchend. „Sprecht und laßt mich nicht in Ungewißheit!“ 5 Gildos brummte etwas Unverständliches und stieß die Witwe an; in diesem Augenblick wiederholten sich die Hoch⸗ rufe in verstärktem Maße und der Korporal begann die Wahrheit zu ahnen. Er erbleichte und wankte. „ch win Dir sagen, was los ist, wenn Du mir ver⸗ prichst, nicht auszugehen,“ rief Marcelle.„Sie prokla⸗ mieren den König!“ Derval starrte, wie vor den Kopf geschlagen, vor sich hin, seine Lippen bewegten sich ohne einen Laut hervorzu⸗ bringen; endlich gab er sich einen Ruck, preßte die Lippen fest aufeinander und schritt entschlossen zur Türe. „Onkel, geh' nicht fort!“ flehte Marcelle. 5„Halt's Maul, Mädchen, und mach' mich nicht böse! Ich bin kein Kind mehr und will sehen und hören, was los ist. Gott im Himmel, ich glaube, die Welt geht ihrem Unter⸗ gange entgegen.“ Damit riß er die Türe auf und schritt 99 Es war ein herrlicher Frühlingsmorgen, das Dorf hatte sich kereits von den Folgen der Ueberschwemmung einiger⸗ maßen erholt und leuchtete wie ein Juwel im Sonnenschein. Die Straße war still und ruhig, nur aus der Ferne hörte man lebhaftes Stimmengemurmel. Die Frauen hatten Gildas beschworen, den Onkel zu begleiten, damit ihm nichts Böses zustoße. In wenigen Augenblicken hatten sie das unterste Dorfende erreicht und waren auf eine lebhaft er⸗ regte Menge gestoßen. Einige vornehm aussehende fremde Herren verteilten weiße Kokarden unter die Männer und weiße Rosetten unter die Mädchen. Der Ruf„Es lebe der Fönig! Es lebe der König!“ erfüllte die Luft. Ein Edelmann. Sieur Marmont, der Besitzer eines benachbarten Schlosses, ein ältlicher, runzeliger Herr in reicher Kleidung, zog voll Begeisterung sein Schwert aus der Scheide.„Es lebe der König! Es lebe Monsieur Marmont!“ brüllte das Volk begeistert. Unter der Menge befanden sich manche, die nur als umme Zuschauer an der Komödie teilnahmen und finster dreinblickten— die bonapartistische Minorität. „Was hat all das zu bedeuten? Zum Teufel, was geht hier vor?“ knurrte Derval, sich mit den Ellbogen einen Weg bahnend. „Der Kaiser ist tot und es lebe der König!“ schrie eine Jischersfrau. „Hier, alter Freund, ein kleines Geschenk!“ bemerkte der Schloßherr, eine weiße Kokarde auf die Säbelspitze spießend und sie dem Veteranen mit einer höflichen Ver⸗ beugung reichend.„Der Kaiser lebt, aber er ist entthront, V lebe der König!“ „Nieder mit den Bourbonen!“ brüllte Derval. Dem Edelmann schoß das Blut ins Gesicht und er blickte zornig auf den Störenfried:„Wer ist dieser Mensch?“ „Korporal Derval!“ schrieen ein Dutzend Stimmen gleichzeitig. Vater Rolland, der neben dem Schloßherrn stand, flüsterte ihm etwas zu, worauf Marmont, verächtlich auf die Straße. kindischen Alten! einige seiner Freunde Nach einem minutenlangen Straßenkampf, ahne gefährliche Waffen geführt wurde, sah sich von einer kleinen Zahl von Anhängern umigt, die liche Schar aber marschierte, von Marmont gefüh. Lirche hinauf. N 1 Nachdem sich Derval einigermaßen de strengung des Kampfes erholt hatte und wiehen klar konnte, begriff er, was die Anwesenheit Mart onts deuten habe. Er eilte ins Dorf hinab, in Mi Plousts, las die letzten Zeitungen und fand dten Befürchtungen bestätigt. Sein a er schwindelte, das Herz krampfte sich zusamn 10 cübten seine Augen. 1 Mein Kaiser! Mein Herr und Gebie könnte auf der Stelle für Dich sterben!“ lächelnd, sagte:„Verlieren wir unsere Zeit nicht mit diesem — zitternden Lippen.(Fort en Escher in Hamburg eine gemeinsame Sitzing be zum! Umgebung des R 15 S F. ö au a Teri währte) 0 58 0 de 1A erte 0 f ore gi lin Der 00 Vabreft den S 0 für de wahrsteg nder ge ite d durch in n wird u al cht ena z 0 maßen as ern Cinofe Lerdiens wenn Mie lereien Ie heiten bit cht verfcls Dank neten 18 und zeig politische ez Umgebung den, die git zegierung g das Gericht sitzender ei! st und e arbeile, en hört. D; ng des het lt haben hskanzler 1 en des Nen d, bor alle r halten, die digen li d. e Drohung E en eb „ wenn kt 1 ern entf! stung. gebrdncte e der sun d dieser 195 trag gestlll. ö girche, 10 1 1 i Dane . E diese Rolle eines Vermittlers geeignet ist.“ Haus fuchung im Gewerkschaftsburealt. In Duisburg haben die Franzosen im Bureau der Ge— werkschaft deutscher Eisenbahner eine Haussuchung abge⸗ halten. In Essen sind Mittwoch morgen die Eisenbahn⸗ betriebs- und Verkehrsämter von den Franzosen besetzt Der englisch⸗ru sische Kouflitt. „Die Konfliktgefahr zwischen Rußland und Englan cheint dur die Verhandlungen Lord Curzons mit Krassin aansig 8 Das zehntägige Ultimatum ist z. B. zeitweise„suspendiert“ worden so daß eine volle Aussprache zwischen Rußland und England wei⸗ terhin ermöglicht ist. Krassin hat Pressevertretern gegenüber der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es möglich sein wird, das Han⸗ delsabkommen zwischen England und Rußland aufrechtzuerhalten. Wenn man in England russisches Getreide und russisches Holz nicht wolle, so würden es Deutschland und andere Länder nehmen. Weder Rußland, noch die Sowjet⸗Regierung würde ohne den englischen Handel zugrunde gehen. Die Vorwürfe, daß die russische Propa⸗ ganda in Asten England feindlich set, bezeichnet Krassin als unbe⸗ gründet. Er erklärte die russische Propaganda für ausschließlich national und wenn sie sich gegen andere Staaten wende, so beruhe dies auf wirtschaftlichen und politischen Gegensätzen. Uebrigens versucht Frankreich gegenwärtig in dem Konflikt eine vermittelnde Rolle zu spielen. Das geht insbesondere aus dem Pariser Temps hervor, der am Mittwoch bereits den dritten Artikel mit guten Ratschlägen für England veröffentlicht. Nach der Auffassung dieses Blattes, die sicherlich der Meinung des fran⸗ zösischen Minister⸗Präsidenten entspricht, ist der Streit zwischen Groß⸗Britannien und, Rußland nur durch Vermittlung eines Dritten zu regeln. Wer soll dieser Dritte sein? Natürlich Frank⸗ reich, das durch seine„Allianz mit Polen und durch seine enge Freundschaft mit den Staaten der kleinen Entente am besten für worden. 0 ö Wer ist Heinz? g Wie wir gestern melden konnten, ist man in Elberfeld der weit⸗ verzweigten Geheimbunde auf die Spur gekommen, von der einzelne Helfecshelfer in Düsseldorf zu harten Strafen verurteilt wurden. Das Haupt der Bande war„Heinz“, der jetzt verhaftet sein soll und von dem die Welt am Montag folgende Feststellungen macht: „Im Frühjahr 1921 zog der ehemalige Leuknant Hauen⸗ stein aus Breslau, der sich das Pfeudonym„Heinz“ zulegte, mit einem selbstformierten Sturmbataillon von 800 Mann nach Ober⸗ schlesien. Auch die jetzt in Düsseldorf verurteilten Sadowski, Werner, Becker und Zimmermann gehörten zu seiner Abteilung. Schlageter, der Hauptbeschuldigte, war Leutnant und Kompagnieführer im Sturm⸗ bataillon Heinz. Nach den oberschlesischen Unruhen brachte Schlageter seine Leute auf schlesischen Gütern in den bekannten Arbeitsgemein⸗ schaften unter. Er selbst lebte bis zum Herbst 1922 in Berlin, wo er seinen ehemaligen Freikorpsführer Hauenstein alias Heinz wieder traf. Heinz eröffnete ihm, daß er sein Sturmbataillon„zu ander⸗ weitiger Verwendung“ wieder formieren wolle. Es kam zur Be⸗ setzung des Ruhrgebiets. Heinz, der dreißig seiner früheren Leute wieder zusammengezogen hatte, schlug sein Hauptquartier im unbe⸗ setzten Elberfeld auf. Sadomski und Schlageter begaben sich nach Essen. Schlageter übernahm das Kommando der Gruppe, während Heinz mit seinen beiden Hebjutanten König und Krause in Elberfeld blieb. In den ersten Märztagen, so berichtet der Gewährsmann der Welt am Montag weiter, schlug Schlageter seinem Führer die Spreng⸗ ung der Eisenbahnbrücke bei Düsseldorf⸗Kalkum vor. Dreißig Kilo⸗ gramm Dynamit waren nach Essen geschafft worden. Schlageter, Krause, König und mehrere Beobachter begaben sich zur Brücke; Schlageter brachte die Ladung an, König setzte die Zündung in Gang. Der Eisenbahnkörper flog auf, die Ladung war jedoch für die Brücke unzureichend; sie erlitt immerhin ernste Beschädigungen. Die Täter blieben unerkannt, der Landrat und der Bürgermeister der nächst⸗ liegenden Ortschaft Kaiserswerth wurden als Geiseln verhaftet Es folgte die Sprengung des Eisenbahnkörpers zwischen Essen und Wer⸗ den. Die Besatzungsbehörde legte der Stadt Essen eine Millionen⸗ kontribution auf. Ein Tunnel zwischen Kettwig und Hösel auf der Slrecke von Essen nach Diisseldorf zog die Essener Gruppe besonders an. Eine Bombe wurde auf einen vorbeifahrenden Zug Essen⸗Paris geschleudert, richtete jedoch keinen großen Schaden an.“ Aus der Aussage des Angeklagten Werner wird in der gleichen Veröffentlichung noch folgendes hervorgehoben: „Werner war bei Heinz in Elberfeld um Einstellung vorstellig geworden. Er hatte Heinz vor der Besetzung des Ruhrgebiets in Berlin in Wannsee bei einem Ball der Roßbachleute wiedergesehen. Heinz der damals übrigens stark betrunken war, erklärte ihm, in allernächster Zeit Beschäftigung für ihn zu haben. Im Februar ging dann Werner nach Elberfeld, wo ihm Heinz eröffnete, daß er, Werner, für einen Tagessold von 18 000 Mark nunmehr den Kuxrierdienst zwischen Elberfeld und Berlin aufrecht zu erhalten habe. Von diesem Zeitpunkt an überbrachte Werner nach seiner Erzählung regelmäßig versiegelte Briefe nach Berlin zur Uebergebe an die Reichstags⸗Ab⸗ geordneten Wulle und v. Graefe, Führer der Deutsch⸗Völkischen Freiheitspartei. Cbenso regelmäßig gingen Briefe und Berschte nach Berlin⸗Wamnsee an Oberleutnant Roßbach und dessen militärischen Abteflungschef Eberhardt, ja nach der Verhaftung Roßbachs über⸗ brachte Werner dessen Gattin noch Berichte aus Elberfeld.“ Wulle und Graefe wollen heute natürlich all die Leute nicht kennen, so erklären sie wenigstens. Hessischer Landtag. Darmstadt, 16. Mai. „Die heutige Landtagssitzung, die Präsident Adelung 9.20 Uhr er⸗ öffnete, stand ganz im Zeichen der Debatte über die Schulkapitel. Als erster sprach Abg. Kaul(Soz.), der die gestrige Rede des Abg. Schian als Trauerrede bezeichnete und die Vorwürfe gegen den Direktor Schnell in Gießen aufrecht erhielt. Redner sprach dann über den Fall des Schuldirektors Hensing⸗Offenbach dem er rechts⸗ radikale Leitung der Schule zum Vorwurf machte. Die gegenwärtige politische Lage habe geradezu verzweifelte Aehnlichkeit mit der Lage am Kriegsende. Wenn sich unser Schicksal zum Schlechten wende, dann trage die Schuld jene politische Richtung. die den heroischen passiven Widerstand an Rhein und Ruhr in den aktiven Widerstand der Gewalt überführen N wolle. Deshalb müsse man sich bei der Jugenderziehung vorsehen, denn die Jugend dürfe nicht in der Idee der Gewalt erzogen werden. Der Staat müsse ein wachsames Auge dafür haben, ob der Unterricht in republikanischem Geiste erteilt werde. Nach Verneinung der Not⸗ wendigkeit der höheren Bürgerschulen wandte sich der Redner den schulrformerischen Vorschlägen der Sozialdemokratie zu und ent⸗ wickelte den Ruf bau der Deutschen Oberschule. Eine soziale Staffelung des Schulgeldes sei erforderlich. Hessen müsse auf dem Gebiete des Schulwesens bahnbrechend wirken. Ange⸗ sichts der großen Not sei der Gedanke einer Schulsteuer gerecht⸗ fertigt. Er dankte dem Landesamt für das Bildungswesen für seine Tätigkeit und trat für Volkshochschile und die Arheiterakademie in Frankfurt ein. Auf dem 1 115 Landesamts für das Bildungs⸗ wesen sei das Sparen nicht am Platze.. 40g. 0 mann. Alge(Itr.) entwickelte die Schulforderungen seiner Partelfteunde und zeigte dann an Hand von Statistiken, daß 0 in den letzten Jahren in Hessen die höheren Schulen weit besser von U vereine aller Art Rindern ats Arbeiterkressen besfucht werden, als dies frscher der Fall war. Der Vorredner habe nicht die Einheitsschüle gefordert, wie sie seither von der Sozialdemokralse immer gefordert worden sel, sondern nur ein einheitliches Schulsustem, und das wünsche das Zentrum auch. Die Höheren Bürgerschulen dürften nicht aufgelöst werden. Ohne Erziehungsarbeit in der Familie müsse jede Erziehungsarbeit in der Schule erfolglos bleiben. Nach der Pause sprach Frau Roth(Komm.), die sich 399 mit dem Fall Hensing befaßte und nachzuweisen versuchte, daß heute noch in der Republik in Schalen nationalistische und monarchistische Propaganda getrieben werde. Heute sei die Volksschule zur Armen⸗ schule herabgesunken. Die republikantsche Bevölkerung werde es sich nicht gefallen lassen, daß in den Schulen ein reaktionärer Geist herrsche, sondern die Kinder im Notfalle so lange aus der Schule lassen, bis der„alte Schund“ aus der Schule verschwunden sei. Abg. Dingeldey(D. Vp.) trat für die Simultanschule ein, die eine simultane, auf dem Boden der christlichen Weltauschauung basierende Schule sein müsse. Eine klare sachliche Gliederung des Landesbildungsamtes sei notwendig und zwar msisse es in eine Ab⸗ teflung für reine Schulangelegenheiten und eine Abteilung zur Bear⸗ beitung der übrigen Volksbildungsgufgaben geteilt werden. Staatsbürgerlicher Unterricht dürfe nicht nach parteipolitischen Ge⸗ sichtspunkten erteilt werden. Bedauerlicherweise sei die Landes⸗ Fan. verschwunden, doch hoffe er auf baldigen vollwertigen satz. Für den Bauernbund beantragte Abg. Laufer Ausfall des Fortbildungsschulunterrichts während des Som⸗ mers auf dem Lande. Vertedigt wurde der Antrag von seinem Fraktionskollegen Glaser, der über Arbeitermangel auf dem Lande, trotz übertariflicher Bezahlung klagte. Nachdem noch Abg. Nuß(Ztr.) zur Frage der Besetzung von Lehrerstellen gesprochen hatte, vertagte sich das Haus auf nachmittags 3 Uhr. Die Nachmittagssitzung des Hessischen Landtags brachte persönlicher Z. Nat) im wesentlichen nur Schulangelegenheiten mehr Natur. In langer Rede polemisterte Abg. Kindt(7 gegen das Landesamt für das Bildungswesen und verschiedene Maßnahmen des Landesamts. so die Versetzung einiger Lehrer, wobei der Redner die Ansicht vertrat, daß die Art ihrer politischen Gesinnung bezw. Betätiaung außerhalb der Schule das Landes⸗ amt zum Einschreiten veranlaßt habe. In längeren Ausführungen kritisterte auch der Aba. die Berufung des Freiburger Professors Kantorowies zur Abhaltung eines Kursus nach Darmstadt und warf dem Professor antideutsche Betätigung vor.. Ministerialdirektor Urstadt verteidigte die verschiedenen Maßnahmen des Amts und belegte eingehend seine Haltung in der Frage der Maßregelung von Lehrern. Den Professor Kantoxowics nahm er gegen die Angrisse des Abg. Kindt in Schutz. Fehler könnten jedermann unterlaufen. Zum Schlusse sprach noch Abg. Reiber(Dem.) ausführlich zu den Schulkapiteln. Erheblsche Fortschritte habe die Schul⸗ reform im letzten Jahre in Hessen nicht gemacht. Auch auf dem Gebiet der Reichs schalgesezgedung sei Stillssand eingetreten und in Bayern heresche auf dem Gebiet der Schule ausgesprochene Reaktion, während auch in Preußen nicht alles in fortschrittlichem Geiste weitergehe. Dann sprach Redner eingehend über die wirt⸗ schaftliche Lage der Lehrerschaft und seine Haltung zur Frage der Einheits⸗ und Aufbauschule, der die Berechtigung zur Erteilung des Zeugnisses zum Hochschulstudium erteflt werden müsse. Nach⸗ dem er noch, Wat ere Fragen des Schulwesens und der Volks⸗ bildung behandelt batte wurde die Sitzung aufgehoben. Nächste Sitzung Donnerstag vormittag 9 Uhr. Gießen und Umgebung. Zur Nationalversammlungs⸗Gedenkjeier in Frankfurt die heute stattfindet, sind umfassende Vorbereitungen ge⸗ troffen. Nach dem offiziellen Festakt in der Paulskirche wird in der vierten Nachmitkagsstunde auf dem Römerberg eine allgemeine Gedenkfeier für die erste deutsche National⸗ versammlung abgehalten. Die beiden Zugänge zu dem prächtigen Platz der an sich schon ein Wunderwerk deutscher Städtebaukunst ist, werden nach der Braubachstraße und dem Fahrtor, zu durch Guirlanden abgegrenzt werden, so daß der Platz an Geschlossenheit noch gewinnen dürfte. Zwei riesige Flaggenmasten von 14 Meter Höhe sollen die Römerfassade flankieren. An jedem Mast wird eine zehn Meter lange schwarzrotgoldene Fahne flattern. In der Mitte des Platzes soll, wenn der Reichstagspräsident den Balkon des Römers zu seiner Ansprache betritt, eine alte schwarzrotgoldene Fahne mit breitem altem Goldton(aus dem Besitz des Frankfurter Historischen Museums) gehißt werden. Von der Nikolaikirche wird ein Bläserchor ertönen, von den Dächern und Fenstern der Häauser am Römerberg werden Fahnen und Guirlanden den festlichen Charakter des Ganzen verstärken. Ein großer schwarzer Adler auf goldenem Felde von Guirlanden und Blumen umgeben, be⸗ zeichnet über dem Balkon des Römers den Platz für den Redner. Auf dem Römerberg werden Turn⸗ und Sport⸗ nach bestimmten symmetrischen Anord— nungen Aufstellung nehmen. Um diese Gruppen herum müssen sich die Zuhörer sammeln. Ein Chorgesang von etwa 3000 Sängern leitet die Feier ein und beschließt sie. Gerechtigkeit. In den Artikeln, in denen wir das Urteil des Gießener Schöffengerichts gegen unseren Redakteur besprachen, haben wir betont, daß in jedem geordneten Staatswesen unbedingt Gerechligkeit herrschen muß. Die Justiz muß ihres Amtes walten ohne Rücksicht auf die Person, die vor ihr steht, wie es ja schon die Binde vor den Augen der Gerechtigkeits⸗ göttin andeutet. Selbstverständlich: ein Fall liegt nicht wie der andere und es ist klar, daß im Strafprozeß die Strafen für das gleiche Vergehen gegen verschiedene Missetäter ver- schieden ausfallen können. Aber eine gewisse Ueberein⸗ stimmung muß doch herrschen. Ueber die Justiz ist besonders im alten Staat mit Recht viel geklagt worden, das heißt über die sehr unterschiedliche Behandlung der Angeklagten. Bestimmte Fälle aus der großen Zahl derjenigen, in denen man von Klassenjustiz reden kann, wollen wir unter⸗ lassen anzuführen. Die Gießener Strafkammer hat das Urteil des Schöffen⸗ gerichts, das unseren Redakteur 100 000 Mk. Geldstrafe wegen Beleidigung aufbrummte, bestätigt. Ueber das Ur⸗ teil haben wir uns eingehend gusgesprochen. Unter den Juristen herrscht keineswegs eine Meinung darüber, ob in dem Artikel überhaupt eine Beleidigung enthalten ist. Dasselbe Gericht aber, in derselben Besetzung, erkannte Leib trat, daß sie mehrere Tage krank war— bergleiche unseren Strafkammerbericht vom letzten Samstag— auf 5000 Mk. Geldstrafe.— Am gleichen Tage erhielt von dem⸗ selben Gericht eine Frau aus Münster, die einen Arbeiter, des Diebstahls beschuldigt hatte. eintausend Mark Geldstrafe! Natürlich fällt es uns nicht ein, zu sagen, daß diese Leute zu milde bestraft worden wären. Man braucht aber nur diese Fälle dem unseren gegenüberzustellen und jedermann wird erklären miissen, daß diese Urtefle sehr, sehr verschieden ausgefallen und mit einander nicht in Ein⸗ klang zu bringen sind. Kleinrentuer⸗Fürsorge. Mit der Ausführung des Reichsgesetzes über die Kleinrentner⸗ Fürsorge vom 4. Februar ds. Is. werden sich in nächster Zeit— west es nicht scton geen ist— chlch die Gemeindeverwaltungen und Vertretungen der Landorte zu heschäftigen haben. Auf an uns gerichtete Anfragen teilen wir deshalb kurz das Wesentlichste aus den Bestimmungen des Gesetzes mit, das mit Wirkung vom 1. Februar in Kraft getreten ist. Das Gesetz verpflichtet die Gemeinden oder an ihrer Stelle Ge⸗ meindeverbände oder Länder zur Gewährung der Fürsorge. Für⸗ sorgeempfänger sind bedürftige, alte oder erwerbsunfähige Personen, die infolge eigener oder fremder Vorsorge ohne die eingetretene Geld⸗ entwertung oder sonstige Kriesfolgen nicht auf die öffentliche Für⸗ sorge angewiesen wären, sofern sie a) durch Arbeit ihren Lebensunterhalt erworben haben, oder b) eine Tätigkeit in häuslicher Gemeinschaft qusgeübt haben, die üblicherweise ohne Entgelt erfolgt, aber im Falle der Einstel⸗ lung fremder Kräfte vergütet werden müßte, oder 0 e) eine wissenschaftliche, künstlerische oder gemeinnützige Tätigkeit ausgeübt haben, die ihre Acbeitskraft Jahre hindurch wesentlich in Anspruch genommen hat, oder d) infolge geistiger oder körperlicher Gebrechen ihren Lebensunter⸗ halt durch Arbeit nicht erwerben konnten. Wer ohne eigenes Verschulden sich eine solche Versorgung noch nicht gesichert hat, kann gleichbehandelt werden, wenn er sich durch jahrelange Arbeit eine wfrtschaftliche Stellung errungen hätte, in der ihm dies ohne Geldentwertung oder ohne sonstige Kriegsfolgen mög⸗ lich gewesen wäre. Art und Umfang der Fürsorge sollen sich der Für⸗ sorge für Sozialrentner angleichen. l Im übrigen bestimmen sich Art, Umfang und Durchführung der Fürsorge nach Richtlinien, welche die Reichsregterung mit Zu⸗ stimmung des Reichsrats und der Ausschüsse des Reichstags für soziale Augelegenheften und für den Haushalt festsetzt. Aus den sonskigen Bestimmungen ist noch folgendes zu erwähnen: Zuständig für die Gewährung der Fürsorge ist die Gemeinde oder der Gemeindeverband des Wohnorts des Kleinrentners. Gegen die Festsetzung oder Ablehmumg von Fürsorgemaßnahmen ist Beschwerde am die Aufsichtsbehörde zulässig. Diese entscheidet end⸗ gültig. Das Reich erstattet im Rahmen der ihm durch den Reichshaus⸗ halt zur Verfügung gestellten Mittel den Gemeinden oder Gemeinde⸗ verbänden 80 b. H. der ihnen durch die Fürsorge nach Maßgabe dieses Gesetzes und der Richtlinien entstehenden fachlichen Aufwen⸗ dungen. 5 Eine bestimmte Grenze des Einkommens oder Vermögens, von welcher ab Kleinrentnerfürsorge gewährt werden kann, ist also nicht festgesetzt, es sind hier— wie oben bemerkt— die für Sozialrentner geltenden Bestimmungen anzuwenden. Wer in der Stadt Gießen Kleinrentnerfürsorge in Anspruch nehmen will muß einen diesbezüglichen Antrag im alten Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer 14 stellen. — Der Heilstättenverein für Hessen hält am Mittwoch, den 23. Mat, vormittags 11 Ubr hier im Hörsagle der Hautklinik seine diesjährige Mitglieder⸗Versammlung ah. Damit ist eine Gedenk⸗ feier anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Gießener Lupus⸗ heilstätte verbunden. Prof, Dr. Jesionek wird in einem Vor⸗ trag„10 Jahre Lupusheilstätte“ die Lelstungen und Bedeutung der Anstalt schildern, deren Besichtigung nach Schluß der Ver⸗ handlungen in Nussicht genommen ist. 5 — Der Zirkus Straßburger eröffnet, wie im gestrigen Blatte bereits mitgeteilt wurde morgen, Samstag abends 7½ Uhr seine Vorstellungen auf Oswaldsgarten. Das hiesige Zelt umfaßt zwei Manegen. Etwa 300 Artisten würken bel den Vorstellungen mit. Auf das reichhaltsge Programm, das im heutigen Blatte ver⸗ öffontlicht wird, sei besonders hingewiesen. An beiden Pflingstfeier⸗ tagen finden Nachmittagsvorstellungen statt. „reis Friedberg⸗Büdingen. — Hakenkreuzler als Feldfrepyler. Am Sonntag morgen wur⸗ den die Laudstedler auf dem Rußlandgelände in Vil hel in aller grüße in Erregung gebracht. Junge Burschen und 2 ge⸗ schmückt mit Habenkreuz und sonstigen antfrepublikanischen Orden, trieben ihr Unwesen auf dem ehemaligen Exerzierplatz. Lieder wie„Siegreich wollen wir Frankreich schlagen“ und die„Wacht am Rhein“ erfüllten die Morgenluft. Doch das ohnebles kaum Erträgliche sollte seinen Höhepunkt exreichen. als einer unserer Genassen auf seinen in der Nähe gelogenen Acker kam und be⸗ merkte, daß ihm ein junger in voller Blüte stehender Baum etwa 20 Zentimeter über der Erde abgeschnitten war. Die Spuren führten in das Krfeaslager dieser Horde. Nach mühevollem Suchen fand er den Stamm des jungen Bäumchens in der Mitte des Lagers aufgepflanzt und an seiner Spitze wehte die Kriegs⸗ flagge. Auf Befragen, wober diese Fahnenstange sei, erklärte der „Führer“, dafür übernehme er die volle Verantwortung; sie sei aus dem in der Näbe gelegenen Tannenwald. Ein hinzu ge⸗ kommener Flurschütze stellte aber ebenfalls fest, daß es ein Obst⸗ baum sein müsse. Jedoch es wurde geleugnet. Als unser Genosse dann von einer Anzeige sprach erklärte der inzwischen hinzuge⸗ lommene Attentäter, daß ihm nicht viel passieren könne, sein Vater sei selbst Beamter am Gericht, der würde die Sache schon zum Guten führen. Gegen Abend aber kam die Reue. Mit ganzen zehntausend Mark kamen einige dieser „Helden“ und gestanden die Geschichte ein; sie wollten sie auf diese Weise aus der Welt schaffen. Unser Genosse ging natürlich auf dies samose Geschäft nicht ein: die Angelegenheit wird ein ge⸗ richtliches Nachspiel haben, auf dessen Ausgang man gespannt sein darf. Vielleicht findet dieser funge„Held“ einen Richter, der ihm, trotztem sein Vater Gerichtsbeamter ist, klar macht, daß man auch als Hakenkreuzler das Eigentum anderer Menschen respektie ren muß. Kreis Wetzlar. Eine Parteikundgebung veranstalten die Genossen des 5. Agitationsbezirkes am 1. Pfingstfeiertag bei der„Dicken Eiche“ bei Blasbach, ein großes Treffen unserer Partei⸗ und Ge⸗ sinnungsfreunde und deren Familien. In der Einladung des Parteisekretärs Knothe heißt es: Es soll ein Tag der Freude und der inneren Stäblung, ein Tag. an dem das Zusammengehörig⸗ leltsgefühl gepflegt werben soll, sein. Neben dem geschlossenen gemeinsamen Kampf soll uns auch die Geselligkeit zusammenführen. Ein Massenchor der Arbeitergesangvereine des Agitationsbezirks, Darbietungen der Arbeiterfugend, turuerische Aufführungen der Arbeiter-Turn⸗ und Sportvereine sorgen für de notwendige Unter⸗ haltung. Im Mittelpunkt steßt die Festrede. Wir laden hier⸗ mit alle auf dem Boden der sozialistischen Weltanschauung stehen⸗ den Vereine auf's herzlichste ein. Ueber die Art ihrer Mitwirkung wollen sie dem Genossen Geora Hofmann 2. in Rodheim sosort Mitteilung zugehen lasfen. Von unseren Parteivereinen erwarten gegen einen jungen Landwirt in Stangenrod, der einer Frau im Backhaus eine Ohrfeige versetzte und ihr in den wir, daß sie geschlossen mit Fahnen und wenn möglich mit Musik erschoinen. Kleine Nachrichten. Fraukfurt a. M., 15. Mai. Erhöhung der Polizei- 5 strafen. Auf Grund des neuen Geldstrafengesetzes werden Nach einer Dauer von genau 1 1. Mai d. J. auch die Polizeibehörden zu einer Erhöhung der der Bergarbeiter im Saar Geldstrafen veranlaßt. Demnach können tretungen fortan 300 bis meinen ist sonst der höchste Betrag der Zwangs⸗ Dementsprechend kann Mark erreichen. nunmehr auch die Ver⸗ strafen auf das 100 0fache erhöht worden. die polizeiliche Strafverfügung jetzt 30 0⁰⁰ diesem Gesetz 725— sich, wie wir erfahren, waltungspraxis der Frankfurter Polizei. Darmstadt, 15. Mai. gewiesen: aus Mainz: die Ehefrau des Zugführers Martin, motivanwärter Heymann; aus Nierste in: Lehrling Kleefeld; aus Worms: bei Bingerbrück; Eisenbahninspektor Drews, Oberhaus, Oppenheim: Schlosser Balz, a steher Hof, Darmstadt, 15. 5. Kunstaus st el am Samstag, den 19. Mat, vorm. 11.30 höhe statt. Abschluß. Die Ausstellungen der nur Qualität, nicht Verkaufsmöglichkeit ins Große. Beide Ausstellungen haben den ergänzen und bestimmte Programme zeigen, gehalten wurden; vor allem aber, daß sie fertig sind und in ihren künstlerische Darbietung geben. Regierungs verordnung. Mai eine Verordnung, über das Verhältnis republikanischen Staat erlassen, die Tragen von Abzeichen jeder Art, mit Landesfarben und der vom Reich oder einem Lande verliehenen Kriegsauszeichnungen ist den Beamten usw. Anordnungen geschlossene Darmstadt, 16. Mai. Regierung hat am 12. der Beamten in Hessen zum folgenden Wortlaut hat: Das Ausnahme der Reichs⸗ und im Dienst untersagt. Rothenberg, 16. Wie uns geschrieben wird, dauert au. Am letzten Sonmtag fand kein Herr Pfarrer Reinheimer habe von Landtagsabgeordnete Der preußische ihver Vereinigung der sozialdemokratischen früher unabhängiger Sozialde krat. schäftigt, er leitete die Berliner ergriff in diesen Angelegenheiten auch im preußischen L Wegen seiner Liebenswürdigkeit war er allge⸗ mein beliebt. Er ist Prediger der freireligiösen Gemeinde gewesen. Für den Internationalen Kongreß in Hamburg bestimmte Anfragen, Bestellumgen und Mittei öfteren das Wort. sämtlich zu richten an den Vorsitzenden des e Hamburg 36, Große n unseres Parteiblattes vollendet, das neun Fenster Front In schwerster Zeit ist also die Partei vorwärtsgekommen, hat sich ausgebreitet und befestigt. Wir wünschen Etagen nebst Dachgeschoß hat. Gllick dagu. Geldstrafen für Ueber⸗ 300 000 Mark betragen. Ausweisungen. wurden folgende Eisenbahner aus dem besetzten Rheinhessen aus⸗ Betriebsassistenten Schlicht, die Eisenbahnassistentinnen Holzhauer und Leutheuser, Eisenbahnoberinspektor Wenner, Werkhelfer List, Betriebsassistent Sachs; aus Mainz⸗Kastel: Loko⸗ Betriebsassistent Möller, Eisenbahnsekretär Nowack, Be⸗ triebsafsistent Ebert, ferner Eisenbahninspektor Klische, Groß⸗Gerau und Betriebsarbeiter Jockel, Büttelborn. lung. Die Eröffnung der Ausstellung Deutsche Kunst 1923 in Darmstadt findet am Freitag, den 18. Mai, nachm. 4 Uhr, in der Kunsthalle am Rheintor und Uhr auf der Mathilden⸗ An beiden Orten stehen die Vorbereitungen hessischen Künstler in der Kunst⸗ halle hat durch ernste Auswahl ein höheres Niveau erhalten, weil entscheidend war. Ausstellung auf der Mathildenhöhe hat unverkennbar einen Mai. Ein hartnäckiger Kirchenstreik. der Kirchenstreik hier noch immer Gottesdienst statt. Es verlautet, seiner vorgesetzten Behörde An⸗ weisung erhalten, keinen Gottesdienst mehr hier abzuhalten. Parteinachrichten. Genosse Waldeck Manasse gestorben. lungen lokaler Art sind Theaterstraße 44. Saarbrücken wurde dieser Tage ein neues Geschäfts haus allge⸗ und Ordnungs⸗ Nach 3% Frank pro Seit dem 7. Mai August und e e Beschlüsse. Militarismus. Münster bewaffneten Macht vermoch Bingen; Schaffner nicht zu erschüttern. Spi Appenheim; Kassenvor⸗ Koalition müssen. vor dem 2 Streikenden. Die Zug Vorzug, daß sie sich die unnachsichtig ein⸗ genossen der Gewalt, sichtigt geblieben sein, Die Musterbeispiel von Waldeck Manasse Mitglied des Er gehörte seit andtag des die s ch web 0 hat. Unter Lokalkomitees Genossen Millionen Mark für und bier wachsen dann wieder erfolgen Versammlungskalender. den 18. Mai, 8 ½ Uhr pünkt⸗ hich, Vortrag des Genossen Knothe ⸗Wetzlar über„Zweck und Ziel Bericht von der Reichsjugend⸗ daß alle Mitglieder zur Stelle 8 f Arbeiter⸗Zugend Gießen. Freitag, der Arbeiterjugendbewegung.“ Ferner konferenz in Görlitz. Wir erwarten, sind. Gewerkverein christlicher die Bedingungen anerk Arbeit beschlossen. Die am Arbeiter besitzen, wenn Verlockungen zum Trotze Treue und Opfermut tartats, das wenige Beispiele in der Geschichte hat. auch von Freund und Feind, se mehr als einmal während dieses Kampfes zugestanden worden. Wirtschaft, Handel, Soziales. Neue Rüstungen der Notenpresse. 0 erium wurde vom Reichs haus haltsaus⸗ samt über 10 Billionen M 10 Billionen Mark Geld zur Bezahlung seiner Ausgaben, denen keinerlei Einnahmen gegenüberstehen, von i diesen 10 Billionen Mark Zwecke der Reichsgetreideversorgung. Annähernd 8% Billionen Mark sind diskontierte Reichsschatzanweisungen, die ge⸗ bräuchlichste Schuldurkunde des der schwebenden Schuld zielle Kosten der Ruhrabwehr verursacht. verkennen, daß selbst für den infolge der hohen Zahlungen, müssen, auch nach Beendigung des der deutsche Staatshaushalt solange passiv sein wird, wie sich das gen Methoden der Finanz⸗ und Steuer⸗ tente von Deutschland Summen verlangt, zwischen Vertretern der streikenden sischen Bergwerksdirektion beige vollzog sich auf folgender Grundlage: lich des Streikes finden n icht obersten Stufe um 5 Frank pro Schicht, in der untersten Stufe unn Schicht erhöht worden. 5 In zahlreich beschickten Revierkonferenzen haben zunächst die im Bergarbeiter organisierten Bergarbeiter an- und die sofortige Wiederaufnahme der Sonntag tagende Konferenz der gewerkschaftlich organisierten Bergarbeiter faßte die gleichen Die Arbeit wurde am Damit ist ein Musterstreik zu gebiet stand auch an der Saar Aber selbst die brutalsten terroristischen Akte der ten die tzel wurden massenhaft eingesetzt, das srecht beschnitten, stehen fast unmöglich gemacht und die Familien auf alle nur erdenkbare standen diese, und heute nach und Militarismus zu Zugeständnissen an die Streikenden bequemen Besonders hervorzuheben Um der Militärgewalt nicht zum Einschreiten zu bieten, haben sich Beginn des Kampfes sel die Wirtschaften in den Ab. den Alkohr all die Wochen durchgehalten worden. 6 Mag mancher Wunsch der Bergarbeiter heute noch unberück⸗ so haben sie doch gezeigt, sie aller Gewalt, fest zusammenstehen. b est eine Polizeistunde gegeben, endstunden leer machte und einen Bundes⸗ Arbeitsrecht, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung. Das Ende eines Musterstreiks. oo Tagen ist der Streik gebiet durch Verhandlungen Bergarbeiter und der franzö⸗ legt worden. Die Einigung Maßreglungen anläß⸗ sta tt. Die Löhne sind in der frei⸗ 15. Mai wieder aufgenommen. Ende gegangen. Wie im Ruhr⸗ friedliche Arbeit im Kampfe mit dem Front der streikenden Arbeiter das Streikposten⸗ Streikenden und ihre Art drangsaliert. Aber desto fester 100 Tagen haben sich Kapitalismus ist die Selbstöͤisziplin der den geringsten Anlaß die Streikenden gleich 6 e hol, ausschaltete. Das ist treulich welche Macht die allen Verleumdungen und Sie gaben ein für die Sache des Prole⸗ Das ist ihnen lost von den deutschen Kapitalisten, auszugeben. Man wird diese Zahl festhalten müssen, wenn im der nächsten Zeit infolge des starken ist Borgwirtschaft wi Montag morgen unerwartet an Magenkrebs verstorben. Mit ihm i ist ein bei allen Fraktionen beliebter Abgeordneter dahingegangen. Er war 15 Jahre Stadtverordneter in Berlin und ist preußischen Landtags seit ungefähr zwei Jahren. Partei an und war mo Der Dahingeschiedene hat sich insbesondere mit philantropischen und künstlerischen Fragen be⸗ Zweigstelle der Schillerstiftung und Finangbedarfs des Reiches die Von den Reichs schulden. Nach einer soeben veröffentlichten Uebersicht des Reichsfinanz⸗ ministeriums betrug nach dem Stande vom 30. April dieses Jahres ende Schuld des ark. Das bedeutet also, Deutschen Reiches insge⸗ daß der Staat für der Reichsbank befinden sich 1388 Reiches. Dieses erschreckende An⸗ ist vor allem durch ungeheure finan⸗ Allerdings dürfen wir nicht Fall einer Einstellung der Ruhvabwehr die Deutschland auferlegt sind und die Ruhrkampfes nicht mehr entsprechen. . sag mittag 12 Uhr: 46 000 Mark. . Henkel's Putz⸗ und Scheuerpulver, für Haus halt, Gewerbe und Industr ie unentbehrlich. Atlctelge Ger stetlet SRERN A cu, Duss ETON. 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April 1923 hinge⸗ wiesen, die an den städtischen Anschlagtafeln ange⸗ schlagen ist. a Gießen, den 14. Mai 1923. Der Oberbürgermeister(Arbeitsamt) Dr. Frey, Bekanntmachung. Auf die durch Aushang erfolgte Bekanntmachung. die Zuckerausgabe an Anstalten usw. für den Monat April betreffend, wird hiermit hingewiesen. Gießen, den 16. Mai 1923. Der Oberbürgermeister.(Lebensmittelamt.) Das Dr. Olpe Heilverfahren gegen Lungenleiden, Heuschnupfen, Keuch⸗ husten, alte schw. Bronchialkatbarrhe — Ausgeseichnete Erfolge 4. Durch zahlreiche Aerzte begutachtet. Spezial⸗Aubulatorium(ubalatoriun) Gießen Weftanlage 10. 231 Werktäglich von 9 bis 12 und 3 bis 5 Uhr. Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 werden die inneren Anstreicherarbeiten sowie die äußeren Verputz⸗ und Anstreicherarbeiten für den Neubau eines Tierseucheninstituts in Gießen durch öffentlichen Wettbewerb zusammen oder in ein⸗ zelnen Losen vergeben. 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