108 unn 9 1 1 dne Abb. ü für Organ der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. die Interessen des werktätigen Volles Frptdition: Gießer Bahnhofftraße 23 Itrusprecher 2005 1 0 1 Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. e Der Abonnementspreiß mit den Beilagen„Das Blatt der Frau und„Land⸗ Verantwortlicher Redakteur: J. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Raum lokal 60.— 15 200. et. Ber größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(83 mm breit) oder derer Mk., auswärts 80.— Mk., die Reklamemillimeterzeile der Rabakt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. Gießen, Donnerstag, den 17. Mai 1923 18. Jahrgang 655 iche Beilage“ beträ lich 3800.— Met. einschl. Stel Such de ef bende. 8800. Mir einfthl Bestelgerd. Eise ian m 1. Wk bull. f N 0 L Nr. 111 EN e Cen er eint D 5 gerle Cuno und Rosenberg amts müde. artikel!, In der ausländischen Presse wird eifrig das Gerücht drüte elo iert, daß der Reichsaußenminister dem Kabinett 00 bereits seine Demission überreicht habe, ohne daß sie ange⸗ di lederprech f Tien diefe Regierung überhaupt bleibt, it der Situation, in der keine Partei bereit ist, die Re⸗ en. und Dmüheute einen gar zu kläglichen Abgang dieser Regierung fest— n aller Ari nen lad glänzenden Zeit hat entgegenfül ren wollen, so hat sie uns .A. Mont uprecber I Perheißungen wahr zu machen. Was sollte überhaupt alles D erreichen sein, wenn die Deutsche Volkspartei die Ver⸗ um A ntvortung übernehme. Und nun? 5 ulsfras und Sclelr fratischen Partei für Mittwoch vormittag 9 Uhr zu sich ge⸗ ner fan beten und will um 10 Uhr mit den Vertretern der bürger⸗ e, Kurlerle lichen Arbeitsgemeinschaft eine Besprechung über die politi⸗ ische Lage führen. Der Sinn dieser Beratungen ist, die „D ampfarm ai Is teh igen auch schwer erklärlich. 5 ewebedt, bolitichen Lage verzichten und wir hoffen, daß dieser Re⸗ leren igierung mit aller Deutlichkeit gesagt wird, was zu sagen ist. ie bei firma f, ieh „Maschinen Dunger 4 nur kein Poligfker ist und dessen bei ihren bisherigen Entschlüssen, ztättel 45 der der Reichsinnenminister erklärte, daß dem gegenwärtigen mungen Keickskanzler der Bandenführer Roßbach vor seinem offiziellen e Empfang im der gpeichskanzlei nicht bekannt getesen sei, ist über den Alta? die 3 Herrn Cuno ein Urtell gefällt worden, en Plelses 69 8 Reichskanzlei erneut ihre Auffassung über die Verhandlungsfrage die Exil hach den Genossen Hermann 15 nommen wurde. Diese Behauptung an sich stimmt micht. Richtig ist jedoch zweifellos, daß Herr von Rosen⸗ berg, genau wie der Reichskanzler, den Tag herbei⸗ sehnen, an dem sie abtreten können, und daß insbesondere der Außzenminister bereits Aeußerungen getan 6 bat, nach deren Inhalt anzunehmen ist, daß er die Berech⸗ tigung zum Rücktritt in der letzten Note der alliierten Mächte, die eine höhere Gesamtsumme fordert, sieht. Wenn dann verdankt sie das nicht ihren Fähigkeiten, sondern der Schwierig⸗ igierungsgeschäfte zu übernehmen. Wer sich zu erinnern weiß, was für ein Weihrauch ge⸗ 1 rankfurter Nachrichten, sogar hervorzuheben wußten, daß un endlich nach dem unbeweibten Wirth jetzt wieder eine Frau im Reichskanzlerpalais die Gäste empfange, wird stellen müssen. Wenn sie uns auch nicht gerade einer doch sehr viel versprochen, von dem wir noch nichts verspürt (haben, weshalb wir Herrn Cuno gern noch Zeit geben, seine Sie sollen schweigen. Der Reichskanzler hat die Vertreter der sozialdemo⸗ Parteien von einer außenpolitischen Debatte anläßlich der dritten Lesung des Etats der Reichskanzler abzuhalten. Die Gründe, die ihn hierzu bewegen, sind, nicht bekannt und Die Sozialdemokratie wird deshalb nicht ohne weiteres auf eine Erörterung der außen⸗ Die Sozialdemokratie will am Mittwoch bei dem Etat der Müller zur Kenntnis bringen. Vor allem wünscht stie daß die Regierung schn ell und präzise zantwortet. Im Vorderarund der Antwort muß die Erörterung der Gerantiefrage stehen. aus deren, Behandlung sich unter der Voraussetzung daß die Regferung endlich zur Erfassung der Sach⸗ werte schreitet, die Höhe der Reparationsleistungen ab schätzen läßt. Ob das Kabinett die Noten einzeln beantwortet, oder ob es besser ist, Fraukrefch, England und Italien je eine gesonderte ote zu übermitteln muß das Auswärtige Amt durch Riickfragen feststellon. 0 Daß die Lage äußerst schwierig ist, verkennt kein Mensch. cherade von der Sozialdemokratie werden die Schwierigkeiten insbesondere deshalb als groß gewertet, weil sie von einer Regierung zu meistern sind deren leitender Kopf alles andere Mitarbeiter sich leider, wenigstens vielfach von innerpolitischen Momenten leiten ließen Erst in der Dienstagsitzung des Reichstages, Ehre einbringt und das im Aus⸗ muß. Aber trotzdem kleiben wir der Aufassung. daß die gegenwärtige Regierung ihren vollenden und jetzt auch die Dienstag abend zu Landta es tra! an ö ane einmütig die Auffassung Garantsen gemacht werden müsse. der Auffassung, daß keine andere e gegenwärtige zu dieser Aufgabe berufen sei. 1 Erhöhung der Eisenbahntarife. f Ausschusses des Reichseisen⸗ ienstag vormittag unter dem Vorsitz des Staats⸗ ichs ehrsmintsterium stattfand, wurde Bedürfnis für b kam nach eingehender Beratung Tarifermäßigung für. Der Ausschuß war einhellig auch der Am Ende ihrer Regierungskunst. die Personengrife eine Erhöhung um 100 Prozent zu dem nächst⸗ möglichen Zeitpunk in Anbetracht der ganzen Lage für erforderlich gehalten wurde, war der Ausschuß der Ansicht, daß die Güter⸗ tarife in solchem Ausmaße erhöht werden müßten, daß auch die durch die bevorstehenden Gehalts-, Lohn⸗ und Kohlenpreiserhöh⸗ ungen verursachten Mehrausgaben alsbald Deckung finden. Der Umfang der Gütertariserhöhung müßte wahrscheinlich schon über 40 Proz. betragen. Die Stabilisierungskunst ist also am Ende. Sachlieferung au Italien. Da sich die italienische Regierung und ebenso England an der Vesetzung des Ruhrgebiets nicht beteiligt haben, wurden die Re⸗ parotionsverpflichtungen diesen Ländern gegenüber von der jetzigen Regierung fortgeführt. Bis zum 30. März 1922 ist die gesamte noch für Italien zu liefernde Restmenge an Holz dem italienischen Abnahmedienst für die Reparationsverpflichtungen zur Verfügung gestellt worden. Belagerungszustand in Höchst. Die Franzosen besetzten am Dienstag morgen die Badische Anilin⸗ und Sodafabrik in Ludwigshafen und Uerdingen. Außer⸗ dem sind auch die Höchster Farbwerke militärisch belegt worden. Ueber Höchst wurde gleichzeitig der verschärfte Belagerungszustand verhängt und der Landrat abgesetzt. Nach Mitteilungen der fran⸗ zösischen Bezirksdelegierten erfolgte die Besetzung zu dem Zweck, diejenigen Mengen von Farbstoffen zu beschlagnahmen und abzu⸗ befördern auf die Frankreich nach dem Versailler Friedensvertrag Anspruch hat. Die Besetzung sämtlicher Werke erfolgte unter dem Schutze der Absperrung, die durch die neuerdings in Kraft getretene Paß⸗ maßnahme zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet durchge⸗ führt worden ist. Die Paßkontrolle wird äußerst rigoros durchge⸗ führt. Die Arbeiter durften die Werke nicht betreten, mitAusnahnie derjenigen, die in den lebenswichtigen Abteilungen der Farbwerke beschäftigt werden. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß der Bekagerungszm⸗ er wohl angedroht, aber nicht verhängt wurde. Dagegen hat sich der französische Bezirksdelegierte den Betriebsrat der Höchster Farbwerke kommen lassen, um ihm mitzuteilen, man werde die Werke besetzen, um die Reparationen zu holen, die Frankreich von der deutschen Regierung vorenthalten würden. Man hoffe binnen drei Tagen damit zu Ende zu sein und die Werke wieder freigeben zu können. Der Betriebsrat wurde aufgefordert, bei der Expedition der Materialien behilflich zu sein, lehnte das aber selbstverständlich ab. Die Morgenschicht, die um 6 Uhr an⸗ trat, durfte nicht mehr in das Werk hinein, ebensowenig wurden die Angestellten zugelassen. Nur die Leute in lebenswichtigen Be⸗ trieben konnten das Werk betreten. Auch die Direkte ren konnten sich in den Betrieben bewegen, wurden jedoch überwacht. 0 Lunburg von Truppen verlassen. Stadt und Bahnhof Limburg a. d. Lahn wurden von 5 Kompagnien Marokanern besetzt die sehr strenge durchführten und umfangreiche Haus suchungen abhalten. Die Eisenbahn verwaltung hat einen Pendelverkehr zwischen Eschhofen und Camberg und zwischen Esch⸗ hofen und Weilburg eingerichtet. Nachmittags 5 Uhr rückten die Trpupen wieder ab, angeschlagene Plakate aber besagen, daß die Stadt als besetzt gelte. Auf dem Bahn⸗ hof wurde sämtliches Material, darunter 7 Lokomotiven, beschlag⸗ nahmt. Die verhafteten Personen sind von den Truppen mit abge⸗ führt worden. Haussuchungen wurden auch in den Gewerkschafts⸗ bureaus und bei dem Vorsitzenden der Deutschnationalen vorge⸗ nommen. Auch die russische Note unbefriedigend. Die englischen Forderungen müssen erfüllt werden. Die englisch-russische Spannung ist nach dem Verlauf der letzten Debatte im Unterhause vorläufig noch nicht als erledigt zu betrachten. Im Auftrage der Regierung erklärte der Unterstaatssekretär Maecneill, daß es sich bei dem Kon⸗ flikt gar nicht darum handele, den Handelsvertrag mit Ruß⸗ land zu beraten. England richtete an Rußland nur die genau formulierte Frage ob Moskau noch Wert darauf lege den Handelsvertrag, so wie er ursprünglich gedacht war, ehrlich durchzuführen, d. h. England die Sicherheit zu geben, daß seine Staatsangehörigen in Rußland anständig behandelt würden und daß jede bolschewistische Propaganda unterlassen werde. Der Unterstaatssekretär betonte ferner, daß die russische Antwort in jeder Beziehung un ⸗ befrie digend sei und keine klare Zusage gebe, die bolschewistische Agitation in Asien zu unterlassen. Sie biete keinen Schadenersatz für die 116 Fälle von Uebergriffen gegen englische Staatsangehörige an und stelle unannehm⸗ bare Forderungen bezüglich der Küstefischerei. Die eng⸗ lische Regierung müsse daher diese Note als völlig unan⸗ nehmbar betrachten. Insofern habe aber die Lage eine Aenderung erfahren, als die englische Regierung davon unterrichtet worden sei, daß Krassin in England ange— kommen sei um über den Konflikt zu verhandeln. Die eng⸗ lische Regierung sei bereit, jede einzelne Beschwerde Punkt für Punkt mit Krassin durchzuberaten. Sie könne aber mit Krassin über die ultimativen Forderungen nicht verhandeln. Diese Forderungen müßten von Rußland erfüllt werden. Sperrmaßnahmen Die Bodenfrage. 0 Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat im Reichstag einen Antrag eingebracht, der sich mit der in der Reichsverfassung verheißenen Reform der Bodenverteilung und Bodennutzung beschäftigt, den wir am Schlusse dieses Artikels wiedergeben. In Anbetracht des allgemeinen Interesses, das diese Frage innerhalb der Bevölkerung hervorrufen wird, werden wir uns in einer Reilhe von Artikeln mit der Angelegenheit noch ausführlich beschäftigen. Das Görlitzer Programm fordert, daß der Grund und Boden der kapitalistischen Ausbeutung entzogen und in den Dienst der Volksgemeinschaft überführt werden soll. Die sozialdemokratische Partei als die Vertreterin der breiten besitzlosen Massen, für welche die Regelung der Bodenver⸗ teilung eine Lebensfrage ist, muß dem Volke bekannt geben, wie dieser wichtige Grundsatz des Programms seiner Ver⸗ wirklichung entgegengeführt werden soll. Kein Zweifel, daß die heutige, auf eine Jahrhunderte lang währende systematische und brutale Klassenpolitik zurückgehende Grundbesitzverteilung für die Massen in Stadt und Land immer unerträglicher wird. Kein Zweifel auch, daß diese Erkenntnis in den letzten Jahren lawinenartig um sich ge⸗ griffen hat und daß heute Millionen die Lösung der Boden⸗ frage mit ganz anderer Energie verlangen als im Jahre 1914. Und ebensowenig kann darüber ein Zweifel sein, daß er sich hierbei nicht, wie das berühmte Cliché lautet, um die Hetze einiger berufsmäßiger sozialistischer Agitatoren handelt, sondern daß der gesunde Urinstinkt des Volkes das Richtige trifft, wenn er die Lösung der Bodenfrage als einen Teil, und zwar einen wichtigen Teil der sozialen Reform verlangt, welche zur Ueberwindung des Kapitalis⸗ mus führen soll. 5 Wenn die sozialdemokratische Partei daran geht, einen Feldzugsplan für den Kampf um die Reform des Boden⸗ besitzes zu entwerfen so steht von vornherein fest: nichts wäre weniger sozialistisch und nichts törichter, als wenn reform stellt, nach einem kurzen Schema lösen wollte. Ins⸗ besondere kann es sich nicht darum handeln, etwa das ge⸗ samte Privateigentum an Grund und durch gesellschaftliches Eigentum zu ersetzen. Der Kampf des Sozialismus hat von seinen Anfängen an nur dem kapitalistischen Eigentum, dem Ausbeutereigentum, dem Bodenmonopol, gegolten. Das sagt schon klar das Kommunistische Manifest. Es ist aber immer offen aner⸗ kannt, daß es Formen des Eigentums gibt, in dene der Ausbeutung eines Menschen durch andere nicht die Rede ist. Der Arbeiter, der neben seiner Verufsarbeit eine kleine Parzelle bestellt und über sein kleines Eigentum froh ist, und der Bauer, der mit seiner Familie in unermüdlicher Arbeit seine Scholle von früh bis spät bearbeitet, sie sind keine Monopblisten: ihnen darf keine Reform ihr Eigentum rauben oder beschränken. Denn ihnen dient die eigene Scholle nur zur Grundlage eigener Arbeit. Ihr Boden ist lediglich ein Arbeitsinstrument. Aber es gibt andere Formen des Bodeneigentums Denken wir an die Latifundienbesitzer im Osten, im Weston und im Süden des Reiches. Sie nennen Tausende von Hektaren wertpollsten Acker- und Waldbodens Mit welchem Rechtstitel? Vor Jahrhunderten haben es ihre Vorfahren durch Gewalt und Rechtsbeugung unter Knechtung der Landbevölkerung zusammengebracht. Die gefügige Staatsgewalt des alten Klassenstaates ist ihnen dabei behilflich gewesen und hat ikmen stets den sicheren Genuß dieses Eigentums verbürgt. Ist es für sie auch die Grundlage eigener Arbeit wie für die Arbeiter und Bauern? Nein! Hier ist der Boden die Grundlage eines wirtschaft⸗ lichen, sozialen und politischen Monopols. Er ist Herren- eigentum, Renteneigentum. Er dient nur dazu, anderen Menschen den freien Zugang zum Boden zu bersperren, sie eine arbeitslose Rente zu sschern. sind vielfach verpachtet, teils als große Güter nach Art der Staotsdomänen, teils als Bauern- höfe oder kleine Parzellen. Und auch wo eine eigene arund⸗ herrliche Verwaltung— wie häufig beim Waldbesitz— stattfindet, spielt die Arbeit des Eigentümers keine Rolle. Die fürstliche oder gräfliche Rentei sammelt die Einkünfte und siefert sie dem Grundherrn ab. Das ist die Rolle der Latifundienbesitzer, für deren Existenz, wie David mit Recht sagt, es keinerlei volitische. soziale und moralische Rechtfertigung gibt da sie keinerlei volkswirtschaftlich wertvolle Arbeit leisten. Besonders empörend muß dies wirken, wenn man bedenkt, daß diese Eigentümer, denen die unerhörten Holzpreise, die das ge⸗ samte Wirtschaftsleben so schwer belasten, große Monopol⸗ gewinne ermöglicht haben, zu den Steuern nur ver- aus ihrer sauren Arbeit Diese großen Besitzungen für die Deckung der notwendigen Aus⸗ ungen gesorgt werden müsse. Während für — schwindend wenig beitragen. Werden doch diese reichen Be⸗ * 41 man olle die bielgestaltigen Probleme, welche die Boden⸗ 6 und Voden aufzuheben von ihr eigen. in Abhängigkeit von den Grundherren zu halten und ihm ——ͤ——— mit dem Vierzigfachen des Wehrbeitrages herangezogen, der dekanntlich schon vor dem Kriege eine Prämie für Steuer- scheue war. i Es ist bezeichnend, daß wir keine Statistik darüber haben, wie groß der Latifundienbesitz in Deutschland eigent⸗ lich ist. Wir haben nur eine Betriebsstatistik, die uns sagt, wieviel landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Betriebe von bestimmten Größenklassen es 1882, 1895 und 1907 in Deutschland gegeben hat. Aber diese Statistik sagt uns nichts über die Verteilung des Eigentums. Wenn daher 1907 nicht ganz ein Viertel des landwirtschaftlich benutzten Bodens auf sog.„große Güter“(Betriebe über 100 Hektar) entfiel, so besagt das noch nichts für die Verbreitung des Großgrundeigentums in Deutschland. Denn einmal ist im Süden und Westen ein erheblicher Teil des Latifundien⸗ besitzes in kleinen Parzellen verpachtet, sodaß dieser Boden in der Betriebsstatistik den mittleren und kleinen Betrieben zzugezählt ist. Und andererseits sind östlich der Elbe eine erhebliche Zahl von großen Betrieben mit gewaltigen Forst⸗ komplexen in wenig Händen vereinigt. Gehörte doch nach einer Berechnung Conrads im Jahre 1883 nicht weniger als ein Fünftel der gesamten land- und forstwirtschaftlichen Fläche in den östlichen Provinzen Preußens Grundeigen⸗ tümern mit mehr als 1000 Hektar Eigentum. 5 Aber auch in den großen Städten und Industriebezirken finden wir ähnlich schädliche Auswüchse des Eigentums. Die wachsende Bevölkerung verleiht hier dem Boden Monopol⸗ wert und macht ihn zum Gegenstande einer volksschädlichen Bodenspekulation kapitalkräftiger Konzerne, welche im Boden lediglich ein Objekt zur Bereicherung sehen, und denen das Wohl und Wehe der Bevölkerung gleichgültig ist. Wenn dann Arbeiter, Angestellte und Beamte eine be⸗ scheidene Parzelle für einen Garten oder eine Heimstätte kaufen wollen, so sehen sie sich den unerhörten Forderungen der organisierten Spekulation gegenüber, die ihnen den Heimatboden verteuert. So wird auch hier der Boden zu einem Instrument der Ausbeutung, zu einer Rentenquelle. Vergegenwärtigen wir uns diese Verhältnisse, so ist es klar, wie die Parole im Kampf um den deutschen Boden lauten muß: Sie muß heißen: Kampf dem Gewalteigentum, dem Ausbeutereigentum, den überkommenen und neu be⸗ [gründeten Bodenmonopolen, aber Schutz und Förderung dem Arbeitseigentum! 5 Wie diese Reform im einzelnen durchzuführen ist, kann nur unter Berücksichtigung der verschiedenen Gestaltung der Bodenbesitzverteilung in Deutschland entschieden werden. Jedenfalls darf sie nicht zu einer Störung der landwirt⸗ schaftlichen Produktion führen. Es kann daher auch keine Rede davon sein, etwa die landwirtschaftlichen Großbetriebe, die großen Güter wahllos zu enteignen oder aufzuteilen. Es gilt zu scheiden zwischen dem Großbetrieb und dem Großejgentum, das sich keineswegs deckt. Wollte man den Eigentümer eines Großbetriebs enteignen, der seinen Betrieb selbst leitet, so würde man zugleich jemanden aus der produktiven Arbeit herausreißen, der, wenn auch privi⸗ legiert, doch als Wirtschaftsleiter gesellschastlich notwendige Arbeit leistet. Anders bei den obengekennzeichneten Lati⸗ fundieneigentümern: wenn ihre Beamten und Pächter eines Tages die Gefälle und Pachten nicht mehr dem Bankkonto des Eigentümers, sondern dem Finanzamt überweisen wür⸗ den, dann wäre lediglich der Bezieher der privaten Grund⸗ rente ersetzt durch die Volksgesamtheit, die auf die Rente Anspruch hat. Die Sozialdemokratische Partei ist sich darüber klar, wie diese notwendige Neuordnung der Bodenbesitzverteilung, die in Deutschland bisher versäumt ist, zu erfolgen hat. Ein weiterer Artikel wird das im einzelnen zeigen. Sie zweifelt sttungen zur Swangsanleihe und zur Vermögenssteuer nur f nicht daran, daß der Kampf, den sie beginnen will, pon den weitesten Kreisen des Volkes freudig mitgeführt werden wird, und daß die Massen der Arbeiter, Angestellten und Beamten ihr folgen werden, wenn sie die Fahne erhebt zum Kampfe für die Bodenreform. N 1 0 Der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion hat fol⸗ genden Wortlaut: a „Der Reichstag wolle beschließen: 5 Die in der dei laing derhetßene Reform der Boden⸗ verteilung und Bodennutzung ist unverzüglich durchzuführen. Ihr Ziel muß die Steigerung des landwirtschaftlichen Ertrages sein. Von diesem Grundsatz ausgehend ist die Frage der Betriebsgröße unter Berücksichtigung der Bodenbeschaffenheit, des Klimas, der Möglichkeiten der Bodenbearbeitung und des Grades der Aus⸗ nutzung unter Anwendung der wissenschaftlichen und techmischen Fortschritte, der Verkehrslage usw., zu beurteilen. Bei dieser Reform sollen folgende Richtlinien gelten: I. Die Privateigentümer von mehr als 750 ha land wirtschaft⸗ lich oder 100 ha forstwirtschaftlich benutzten Bodens sind verpflichtet, den überschießenden Teil an das Reich abzu⸗ treten. Als angemessene Entschädigung ist der für die Ver⸗ anlagung zur Vermögenssteuer festgelegte Wert der Grund⸗ stücke zu zahlen. 5 7 5 Verwertung dieses Bodens soll folgendermaßen erfolgen: 1) Der Wald verbleibt dauernd im Eigentum des Reiches. Das Reich kann die Nutzung und Verwaltung den Ländern übertragen. Auch jede Waldnutzung in anderer Besitzform ist der staatlichen Forstaufsicht zu unterstellen. 2) Bei der Verwertung des landwirtschaftlichen Bodens sind nach Möglichkeit die Vedürfnisse der Siedlung in ihren ver⸗ schiedenen Formen zu berücksichtigen: Landwirtschaftliche Neufiedlung, Anliegersiedlung, Gartensiedlung, Heimstätten⸗ siedlung, Pachtland für landwirtschaftliche Arbeiter und andere landbesitzlose Gemeindeangehörige. Bäuerliche Neu⸗ siedlungen und alle entwicklungsfähigen kleinwirtschaftlichen Betriebe sind bis zur Mindestgröße einer Ackernahrung zu gestalten. Geschlossene Güter können unter Mitwirkung der Angestellten und Arbeiter bei der Verwaltung in öffentliche Bewirschaftung(Reich, Länder, Gemeinden) übernommen werden. Auch können Genossenschaften berücksichtigt werden, wenn eine fachgemäße Bewirtschaftung gewährleistet ist. Der enteignete landwirtschaftliche Boden bleibt Eigentum des Reiches und darf zur Nutzung nur in langfristiger Pacht, Erbpacht oder nach Heimstättenrecht vergeben werden. So⸗ wei der enteignete Boden bisher in bäuerlichen Stellen oder Parzellen verpachtet war, soll den Pächtern, die eine Gewähr flir sachgemäße Bewirtschaftung bieten, die Benutzung des Bodens in Erbpacht gesichert werden. 3) Die auf dem enteigneten Boden bisher beschäftigten Ar⸗ beiter sollen bei Verwendung desselben als Siedlungsland in erster Linie als Siedler berücksichtigt werden. 4) Arbeiter und Angestellte, die durch die Aenderung der Be⸗ sitzverhälnisse ihre Arbeitsstätte verlieren, find in anderer Form schadlos zu halten. II. Bei jedem Grundstücksverkauf ist dem Reich, dem Staat oder g der Gemeinde das Vorkaufs⸗ oder Ankaussrecht zu sichern. III. Der genossenschaftliche Zusammenschluß der Klein⸗ und Mittelbetriebe ist mit öffentlichen Mitteln zu fördern, ebenso alle Bestrebungen, die dem unmittelbaren Austausch zwischen den Erzeuger⸗ und Verbraucher⸗Genossenschaften dienen. IV. Die bestehenden Pachtschutzgesetze sind auszubauen mit dem Ziel, die Interessen des Heinen Pächters zu stärken gegen⸗ über privaten Grundherren, die lediglich Rente beziehen, ohne der Volkswirtschaft einen Dienst zu leisten. Besonders ist den bäuerlichen Pächtern, die eine bestimmte Reihe von Jahren das Land bewirtschaftet haben, sichere Gewähr gegen Entziehung des Landes zu schafsen. 1 V. Zur Versorgung der landbedürftigen Bevölkerung mit Pacht⸗ land ist ein Kleinpachtlandgesetz für das ganze Reich zu er⸗ lassen(8 8 der Kleingaren⸗ und Kleinpachtordnung) wie solche Gesetze bereits in Braunschweig, Hamburg, Lippe, Schaumburg⸗Lippe und Bremen mit gutem Erfolge er⸗ lassen worden sind. Die bestehenden Kleingärten sind zu schützen, die Anlage neuer Kleingärten ist zu fördern. Bei der Aufstellung von Bebauungsplätzen ist die dauernde Anlage von Kleingärten von vornherein zu berücksichtigen. 1) Die Gemeinden und Gemeindeverbände sollen verpflichtet sein, bei vorhandenem Bedürfnis für Heimstätten⸗ und Gartenland besondere Teile ihres Gebietes zu Siedlungs⸗ bezirken zu erklären. Innerhalb dieser Bezirke sollen sie das Recht haben, die zum Bau von Heimatstätten, zur An⸗ a 0 lage von Gärten und für öffentliche Zwecke Grundstücke, falls sie nicht freihändig erwahl können, zu enteignen. Die Entschädigung ist aß lage des Steuerwertes der e erf 2) Die Enteignung von kleinem Grundeigeniiim, d Eigentümer selbst gärtnerisch oder landwirtst ftli, foll innerhalb dieser Bezirke nur zulässig sein enn g stücke von gleicher Ertragsfähigkeit als Entschsdigun geboten werden. 3) Zur Durchführung solcher Heimstätten⸗ unt geh politik steht den Gemeinden(Gemeindeverbänsen) kaufsrecht und in Fällen des dringenden öffntli dürfnisses insbesondere zur Beseitigung von Heim der Anlage von Bebauungsplänen, das Enteigeung VIII. 1 ein alsbald, zu erlassendes Bodenbewe ring, auf der Grundlage des Steuerwertes eine Jo stellen, die für alle aus der Siedlungsgeseßgeb⸗ springenden Enteignungen und Verkaufsbetäi gebend ist. IX. In Ausführung des Art. 153, Absatz 3 und An der Reichsverfassung:„Eigentum verpflichte brauch soll zugleich Dienst sein für das geme und„die Bearbeitung und Ausnutzung des Na Pflicht des Grundbesitzers gegenüber der Gemzinse alsbald ein Reichsbodenbewirtschaftungsgesetz 5 das gewisse Mindestforderungen für die lang Bodennutzung vorschretbt und den Rückfall in e schaftsform verhindert. f 1) Als Grundlage für dieses Vodenbewirt soll dienen das vom„Reichsausschuß der Deusch schaft“ im Winter 1921½2 aufgestellte und gierte Produktionsprogramm, Nach dem Wa sogenannten„Hilfswerkes r deutschen sollen nachstehende Aufgaben erfüllt werden: AIntensivste Bodenbearbeitung und planmß verbesserung, zweckentsprechende und verstärl Förderung der Pflanzenzucht, richige Sorten entsprechender Wechsel des Sagtgutes, planmäß und Schädlingsbekämpfung, Vermehrung und Ve des Hackfruchtbaues, Verallgemeinerung der zweckmäßiger Maschinen, gesteigerte und verbesfe⸗ erzeugung, Hebung und Förderung der Vieh sondere zur Vermehrung von Milch und Fe Bekämpfung der Tierkrankheiten. 2) Besitzer, die sich hartnäckig weigern, ihre zu erfüllen und die Ausnützung des Bodens o soll die Bewirtschaftung des Betriebes dauernd entzogen werden. Auch ist in solche Enteignung ohne Rücksicht auf die Betriebsgröß 3) Alle über den einzelnen Betrieb hinausgreif verbesserungen im großen, wie Flurbereinigu Bewässerung, Moor⸗ und Oedlandkultur sind lichen Mitteln energisch zu fördern. Politische Uebersicht Einigung über die Reichsarbeitel ö Die Verhandlungen über die Lohnerhöhungen ff und Staatsbediensteten sind beute zum Abschluß geh Verhandlungen gestalteten sich während der ganzen schwierig, sodaß sehr oft mit Verhandlungsabb 0 werden mußte. Erst im letzten Augenblick bequemteg gierungsvertreter, der entschiedenen Forderung der entgegenzukommen. N Die Spannumg beträgt von Ortsklasse zu Ousssfasse ersten Hälfte des Mai 21 Mark., in der zweiten Hä de Der Fvauenzuschlag beträgt für den gesamten Monat ebenso der Kinderzuschlag. Die Sonderzahlungen ss miedergeschlagen. Im Zusammenhang mit dieser im System der Ortslohnzulagen insofern eine als höhere Ortszulagen als 100 Prozent vom 1. M gezahlt wedden. Die Verständigung erfolgte um behalt der Zustimmung des Kabinetts und der B erforderlichen Mittel durch Reichsrat und Reichstag entsprechende Regelung der Beamten⸗ und ig sinden heute nachmittag im Reichsfinanzministersg lungen statt. Die Verhandlungen im Reichsfinanzministari Regelung ber Beamtengehälter haben gebnis geführt, daß die bisherigen Teuerungszuschsh ge Prozent rückwirkend vom 1. Mai auf 1219 Pran 16. Mai ab auf 1672 Prozent erhöht werden. D gezahlte 4. Monatsgehalt wird nicht angerechnet. — Der Deserteur. 5 Roman von Robert Buchanan. Unter den Abtrünnigen Napoleons befand sich auch Mikel Grallon, der, wenn es ihm Nutzen gebracht hätte, wahrscheinlich ohne Bedenken auch seine eigene Haut hätte zumkehren lassen. Der saubere Ehrenmann hatte die Idee, Marcelle zu heiraten, schon längst aufgegeben, grollte ihr aber nichtsdestoweniger, weil sie seinem Rivalen die Treue bewahrte. Ganz im stillen, wie es seine Maulwurfsart, suchte er den Einfluß des alten Derval zu untergraben, was ihm auch glänzend gelang; die Anhänger des Königreichs mehrten sich von Tag zu Tag und die des Kaiserreichs schmolzen arg zusammen. Infolge aller inneren und äußeren Aufregungen be⸗ gann die Gesundheit des Korporals zu leiden. Er ver⸗ brachte einen schlechten Winter, unzweideutige Zeichen des Alters begannen sich einzustellen, seine Stimme verlor an Klang und Kraft, seine Augen wurden schwächer und sein Gang weniger fest. Ganze Abende saß er, vor sich hin⸗ brütend und wahre Rauchwolken aus seiner Pfeife paffend, vor dem Kamin. Rohan erwähnte er nur selten, aber dann stets mit einer an ihm ungewohnten Zärtlichkeit; Marcelle behauptete, daß sich der Alte im stillen gräme, den unglück⸗ lichen Neffen so ungerecht behandelt zu haben. „Ich sage Euch, Onkel Ewen ist nicht gesund,“ erklärte Marcelle eines Abends. „Ich weiß, was ihn sofort heilen würde— die Nachricht von einem großen Sieg Napoleons,“ entgegnete Gildas, überlegen lächelnd. Ende März verbreitete sich in Kromlaix die Nachricht, daß die Verbündeten sich Paris näherten. „Glaubt Ihr, daß der Kaiser nicht wisse, was er tut?“ rief der Korporal, als er das vernahm.„Das ist einer seiner bekannten Geniestreiche! Paris wird sie wie eine große Falle verschlingen. Schwupps. hin sind sie alle, die Maulmacher! Jeder Schritt mit dein die Feinde sich Paris nähern, entfernt sie um einen Schritt von dem nötigen Proviant. Wartet nur, wer zuletzt lacht, lacht am besten.“ Einige Tage später hieß es, daß die Kaiserin geflohen sei.„Der Korporal lachte höhnisch auf:„Die Weiber haben natürlich vor Belagerungen und Kanonaden angst, und dann. ihre Verwandten, die Oesterreicher, bei lebendigem Leibe will sie es wahrscheinlich nicht mit eigenen Augen sehen, wie aufgefressen werden! das verargen?“ Als ihm vierundzwanzig Stunden später das furcht⸗ bare Ereignis der Einnahme von Paris zu Ohren kam, wankte der Alte, als ob man ihm ein Messer ins Herz ge⸗ bohrt hätte. 5 „Der Feind in Paris! hauchte er. Der war zum erstenmal in seinem Leben in eine Falle gegangen. Während Paris eingenommen wurde, hatte man ihn von der Grenze weggelockt. Vergebens eilte er, seiner Armee weit voraus, im Wagen nach Paris. Seine Generale trafen außerhalb der Hauptstadt mit ihm zu⸗ sammen und ermahnten ihn, umzukehren. Er tobte, drohte, flehte— zu spät! Mit Entsetzen vernahm er die Kunde, daß die Stadtbehörde die Eindringlinge willkommen ge⸗ heißen, ja, herbeigerufen habe, daß das Kaiserreich tatsäch⸗ lich gestürzt sei. Verzweifelt, halb wahnsinnig begab sich Napoleon nach Fontainebleau.. Vater Rolland war gerade anwesend, als der Korporal diese Schreckensbotschaft las. „Die verbündeten Herrscher weigern sich also, mit dem Kaiser zu verhandeln? Na, na!“ Dieses„na, na“ konnte ebensogut als ein Zeichen der Verwunderung wie als eines der Zustimmung oder des Tadels aufgefaßt werden. Der Geistliche war ein Diplomat und wollte es mit niemandem gründlich verderben, er nahm alle Dinge ruhig auf. Selbst das größte Wunder hätte ihn nicht aus der Fassung bringen können. Sein schlichter Geist hielt alle menschlichen Vor⸗ kommnisse für wunderbar, für wunderbar alltäglich nämlich. Der Veteran aber war aus anderem Holz geschnitzt und leicht erregbar:„Was, sie weigern sich! Am Ende wird es gar heißen, daß Mäuse sich weigern, mit einem Löwen zu verhandeln! Krähenseelen! Was bilden sich diese Kaiser und Könige eigentlich ein? Der kleine Korporal hat dutzend⸗ weise Könige entthront und zum Frühstück Kaiserreiche ver⸗ speist! Sie sollen sehen, Vater Rolland, gar bald wird dieser Zar Alexander froh sein, die Füße Napoleons küssen du dürfen. Das Benehmen des Kaisers von Oesterreich ist einfach schändlich, denn ist er nicht ein naher Verwandter Welcher vernünftige Mensch kann ihr Ja, wo ist denn der Kaiser?“ unseres Kaisers?“ 1 „Was glauben Sie, Onkel Ewen, wird ö Schlachten geben?“ 5 „Es ist leichter, seine Hand in eines Löwen Rach stecken, als sie wieder herauszuziehen. Wenn der zornig ist, ist er fürchterlich, das weiß die ganze! man ihn so gröblich beleidigt hat, wird er nicht er diese Kanaillen vom Erdboden vertilgt ha „Ich habe heute gehört,“ mischte sich je Gespräch,„daß der Herzog von Berri wieder au landet sei und daß der König———“ 0 „Der König? Verflucht! Welcher Könige u ihn der Alte wutschnaubend. 5 „Nun, König Louis,“ stotterte Gildas verle „Nieder mit den Bourbonen!“ donnerte de am ganzen Körper zitternd.„Gildas Derval, 0 Dir, in meinem Hause diesen Namen auszuspre Capet!“ 195 „Ich muß gehen,“ bemerkte der Pfarrer, „aber erlauben Sie mir, zu und ging. Derval sank wie vernichtet in „In ihre alten Rechte eingesetzt werden? Sol, kleine Korporal lebt, ist keine Gefahr!“ brumm sichtlsh. Der Gedanke, daß sein angebeteter Throne gestürzt werden konnte, tauchte ihm 3 Ebenso leicht könnte das Himmelreich selbst 00 was die verbannte Königsfamilie betraf, die mi wiß hüten, in die Löwengrube zu steigen! Der! hatte sich einfach lächerlich gemacht! Er war ei Seelenhirt, aber ein schlechter Politiker. Big sich unter Napoleons Herrschaft ganz wohl gefühl, n er ins Lager der im Dorfe immer stärker antpachse legitimistischen Parlei, um es mit seiner Gent zu verderben. Ihn über die„göttlichen Rech bonen schwatzen zu hören, war einfach, um aus d fahren. Konnte er denn ein„göttlicheres Rech die Herrschaft des Kaisers? 9 (Fortsetzung falt] rr R Jersey ge n S * — SSS . e n * 8 2 SS A. ß . 5 0 2 5 .“ Der Reichstag erledtag c! Reichshaushaltsplans mit Ausnahme der Haushalte des Reichs⸗ „des Reichskanzlers und des Reichsaußenmimisteriums, Mittwoch in eimer politischen Ausspvache behandelt werden Bei dem Haushalt des Reichsverkehrsmini i ums führte Genosse Brunner Besch nisteri⸗ lte. denen genden l 0 gung bon eölungs 1. ae der de % Schalten er der Gim wungsgese t g fee . pla d ver ige 95 les, Mlanniß rung 10 15 erung de e und ve imten ö zahlungen fh! 1210 Pro werden. Dig gerechnet. wen, wid eines Mun ben. Men b die gung f pird er nifts tigt hal“ te sich jeh 1 i wieder cf er förige gildas berlk, donnerte 0 das Derbal 0 n auszuprk r Marre, fl präsidenten 12 0 ö sollen Abg. Sch ö p 1 reaktionären 4 ann Visziplinarverfolren noch nicht erledigt eien. magen der Zum Haushalt des erhalt Abg. Silber Naschste uc Baust je 9 l fall ineg 0 ae gegen sede Verbilligung aber das Reichswirtschaftsminjsterium ide Meichs wehrmimister Debatten notwendig seien. gesprochen mit dem Bemerken. zu halten. Das Material über Strenge genrüft weredn, denn ein Zusammenarbaiten mit der⸗ artigen stec tsgesährdlenden Organisationen sei absolut ausge⸗ schlossen. bereitet wie bei uns Offiziere die sich longl in den Dienst Döberitz sei die ape A8 aufgestellt worden, um Hinden⸗ dem Nei — burg, sondern um 0 Gießener Konz Elias. Oratorium für Bartholdy.(Leitung Gustav Trautmann.) t. Mit Marg. Kallweit(Sopran), Berlin, Ruth Arndt: (Alt) aus Franhfutrt, Reinh. Gerhard (Orgel) aus Halle, de des Staatlichen Kurorchesters ö freunden hat sich der Musikprofessor unserer Landesun großes Werk gewagt, um es tztes der Sladtkirche öffentlich zur Nicht nur die wohlwollende, sondern auch eine gerechte Kritik hat festzustellen, daß großes Wollen an und 1 N wer. it. Der Befehl„Iinger davon lassen“ ist auch im Reiche der Kunst der Todfeind des Fortschrittes. Die Schauspiele, namentlich Konzertvereins in bringen. eme äh pfychologisch geschulter Beobachter konnte denn auch gabe am 14. Mai die Wahrnehmung Juschauter merklich nd hovenscher Sätze obachten mag. iognomi die Stadtkirche 6 4 257 e eee die Erkenntnis glücklichster der ierebb en N 1 0 nsfreude, 5 4948 auf, 1951 die Mendelssohn empfänglichen Gemütern unendlich viel zu sagen hat. Bekanntlich hat kein Geringerer 15 Felix Meme ag 150 5 Le „ ee besonders wohltätig Wenn wan zutreffend er⸗ N daß dender so e jener Sprosse einer Deutschlands Ge Altertums stäh te, he, in dem 15„Orest“ Mendelssohn Deutscher Reichstag. en. Mit Befriedigung könne Asztsführung trotz der politischen S der Reichswehr passiert fei. der Umwälzung eine Armee oder wieder anders bei rt Andacht, Ergriffenheit und Freude paarten sich in den und„Götz von 1 den er ister aller Kult Berlin, 15. Mai. am Dienstag die 3. Beratung des de darüber. daß jetzt, Eisenbahner, dae schlagung Reichswirtschaftsministeriums (Soz.) In der Amerikaner habe er gesagt, wir würden Per⸗ bedauert, daß solche Wo habe jemals in solchen Zeiten dem Staate ? Das Verdienst ei D chswehrminister die enkmal und dem 8 sichtlich in vollem Maße in Anspruch ne Eindruck gehabt, dan Hindenburg mit seiner Angehöriger des ehemgligen 2 in den Beigeordneten Pennrich in Bingen Bezug nahm, erwiderte der orgeschriebenen milttärischen. Ehrungen 1 erweisen, die er aß me. habe nicht den f Rede eine monarchisti⸗ habe.(tel Friedrich sei nicht als 0 a Herrscherhauses, sondern als e des Regiments bei der Feier auwesend gewesen. Die Republlt 8 utschland so sesthegründet, daß man es ruhig wagen önure, tolerant zu sein. In der jetzigen politischen Situation müüsse man allerdings mit militärischen Schaustellungen sehr vorsichtig sem. Das Verbot der alten Uniform wäre aber nur durch eine Verfassungsände rung möglich, denn es handle sich hier um soge⸗ nannte wohler worbene Rech le. Bei einer neuen Revolution müßten die Sozialdemokraten eben mit den wohlerworbenen Rechten anfangen. Notwendig sei, in dieser Zeit des Ueberganges nicht allzu nervös zu sein. denn Nerposität werde als Schwäche ausgelegt. Wir seien aber nicht schwach. und wenn wir es seien, sollten wir es nicht zeigen. Der Etat wird bewilligt. Nach kurzer Beratung wird dann das Mieterschutzgesetz gegen die Stimmen der Deulschugtionalen, de. Kommunisten und eines Teils der Deutschen Volkspartei und des Zentrums in dritter Lesung aurgenommen. Hessischer Landtag. Darmstadt, 15. Mai. Präsident Adelung eröffnete die Sitzung um 9.20 Uhr mit der Mitteilung, daß der Abgg. Storck⸗Osthofen von der Besatzungs⸗ behörde mit seiner Familie aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen sei und sprach dem Ausgewiesenen die herzliche Teilnahme des Landtags aus. Mit dem Abg. Storck habe die Zahl der ausgewiesenen Mit⸗ glieder des hessischen Landtags die Ziffer 6 erreicht. Auf eine Heine Anfrage der Abgg. Ebner und Roth(Komm.), die auf die Bereitstellung von städtischen Arbeitern für das Entladen von Kohlen und Koks sür die fransösische Besatzungsbehönde durch sche Huldigung boabsichtigt Stagtspräsident, daß die Regierung darüber nicht unterrichtet sei, sie wisse nur, daß Beig. Pennrich verhaftet und nicht anzunehmen sei, daß diese Verhaftung erfolgte, weil er den Franzosen Gefälligkeiten erwiesen habe. Der Vorwurf, den der Abg. Ebner ohne jede posilive Begründung gegen einen Beamten erhoben habe, müsse deshalb zu⸗ rückgewiesen werden.(Beifall.) Eine weitere Anfrage derselben Abgeordneten betr. Einstellung eines Betriebsführers auf dem staatlichen Braunkohlenwerk Wöl⸗ fersheim ohne Befragung des Betriebsrats wurde vom Re⸗ gierungstisch aus als 2 falschen Voraussetzungen beruhend bezeich⸗ net. Der betreffende Angestellte sei kein Betriebsführer, sondern Hilfsmaschimist, seine Einstellung konnte ohne Befragen des Betriebs⸗ rats erfolgen. Zu einer kleinen Anfrage der Frau Abg. Birnbaum(D. Vp.) und Genossen, welche die Schaffung einer Roferentinnenstelle für Schulangelegenheiten im Landesamt für das Bildungswesen betraf, erklärte der Staatspräsident, daß die Verhandlungen über die Tätig⸗ keit der Referenten im Landesamt für das Bildungswesen und über die Schaffung einer neuen Stelle noch nicht abgeschlossen seien. Dann wurde die Beratung des Staatsvoranschlags für 1923 beim Kapitel 43(Anstalt für Schwach⸗ und Blödsinnige, Alicestift, Darmstadt) fortgesetzt. Das Kapitel 43 und die folgenden 45(Armtenpflege), 46(Staatsunterstützungskasse), 49(Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke), 50(michtamtliche Bausachen) und 51(Hochbauwesen) wurden ohne Debatte genehmigt. Kapitel 44(Volksgesundheitspflege) wurde zurückgestellt. Zu Kapitel 52(Kunststraßenverwaltung) wünschte Abg. Glaser(Bbd.) be⸗ sondere Berücksichtigung der Straßen im Ried und der Wege, die die Verbindung mit dem besetzten Gebiet herstellen und die in der letzten Zeit besonders überlastet gewesen seien und sehr Not gelitten hätten. Für die tiefer liegenden Straßen forderte er Mehranwendung von Kleinpflaster. Die im Etat vorgesehenen Mittel seien unzureichend. — Von der Regierung wurde Berüscksichtigung der Wünsche zugesagt. Eine Aenderung des Straßemmterhaltumgssystems sei ins Auge ge⸗ faßt. Das Kapitel wurde dann genehmigt. Mit dem folgenden Kapitel 53(Landesamt für das Bildungs⸗ wesen) wurden die Kapitel 56(Lehrerseminare), 57(Volksschulen), 58(Turn⸗ und Zeichnenunterreicht], 61(Gymnasien usw.), 62(höhere Bürger⸗ und Mädchenschulen) und 65(Volksbildung) verbunden. Zu den einzelnen Kapiteln lagen außerdem eine Reihe neuer Anträge vor, u. a. ein Antrag des Abg. Hosmann(Seligenstadt) betr. Gleichstellung der Zuwendung für die katholische Privatschule in Alzey mit der für die evangelische Privatschule am selben Ort.— Als cester Redner nahm zu dem Thema Bildungswesen der Abg. Schian(D. Vp.) das Wort. Die Jjährige Grundschule sei nicht für alle Kinder angebracht. Die Versetzung des Oberreglschuldirektors Dr. Schnell von Gießen nach Offenbach sei nicht begründet gewesen. Nach seinem Dafürhalten seien für das Landesamt für das Bil⸗ dungswosen dabei politische Gesichtspunkte entscheidend gewesen. Der Schutz der Verfassung müsse allen Beamten gleichmäßig zuteil werden. Ucber das Schicksal der vorliegenden Anträge in den Ausschüssen berichteten die Abgg. Dingeldey, Diehl-Hochweisel und Frau ertvere in, Soli, Chor und Orchester von F. Mendelssohn⸗ Hans Hoefflin(Tenor) aus Darmstadt, t(Bariton) aus Leipzig, Adolf Wieber m Akademischen Gesangverein, mit Mitgliedern Bad⸗Nauheim und hiesigen Musik⸗ lät an ein als letztes Abonneemutskonzert des Aufführung zu für sich schon dankenswert n denen abwichen, dicht süllenden Gemeinde. streng⸗jüdischer Gottesfurcht mit deutsch⸗ herben Stolzes mit gemütvoller Him⸗ als Goethe„den größten Anteil“ er gar oft selbst bezeugt. Und genommen, wie 50 Einheit machte für Goethe Musiker gebildete großen Zeit ist, in enien ihre Schöpferkraft in gefunder Er⸗ lte, so muß es nur natürlich erscheinen, sich Griechentum und Deutschtum,„Helena“ und Berlichingen“ vermählten, in dem einen ähnlichen Unversalismus ahnte und Lange Jahre hat Mendelssohn an seinem Elias gearbeitet, den er auf dem im August 1846 stattsindenden Musikfest zu Birming⸗ ham zum ersten Mal zur Aufführung bringen wollte. Der Text ist gebildet aus dem 16. bis 18. Kapitel des ersten Buches der Könige. Das Dratorium beginnt mit Elias Prophezeiung der Hungersnot, der die Wehklagen der Leidenden folgen; dieser die Abreise des Propheten, die Lebenserweckung des Kindes der Witwe, der Unter⸗ gang der Baalspriester, das Oefsnan des Himmels, der Dank für die sich erhebenden Wasser. Der zweite Teil enthält die Verfolgung“ und Flucht des Elias in die Müste, seine Hümelfahrt und die Weis⸗ sagung auf den Messias. Ju den„Signalen für die musikalische Welt“ erging folgendes Urteil des Londoner Berichterstatters über die englische Erstaufführung:„Wie soll man den heutigen Tag in der Musikhalle beschreihen? Nach solcher Aufregung ist es in der Tat schwer, seine Gefühle in der kalten Sprache wiederzugeben. Es war ein großer Tag für das Fest, ein großer Tag für die Künstler. ein großer Tag für Mendelssohn und ein Zeitabschnitt für die Kunst.“ Es ist hier nicht der Ort, den Elias im einzelnen musi⸗ alisch zu zergliedern oder etwa die Bedeutung der Chöre im Ver⸗ „Paulus“ zu untersuchen. Wer sich auch ohne liche Frömmigkeit z. B. des Chores„Wohl dem, der den Herrn fürchtet“ nicht seelisch angeregt, durch den Baals⸗ chor, den Regen⸗chor und den Himmelfahrts⸗chor nicht erschüttert fühlt, dem vermag auch der wissen-Hafllichste Bericht nicht zu bieten. Allerdings wird unendlich viel von der jeweiligen Aufführung abhängen; und deren Wirkung wird, da eine Wiedergabe wohl ohne Dilettanten schver wöglich ist. nicht nur durch die musikalische Lei⸗ ting, sondern auch durch die Leitungen der Chöre und der Solisten, des Organisten und der Inftrumente bedingt sein. Sodann mag es Dirigenten geben die ihre Aufgabe in wissenschaftlicher und korrekter Nebeneinanderstellung der einzelnen Tonßilder erfüllt sehen, während andere eine schwungvolle dramatische Gesamtleistung herauszub ringen s zu denen im is durch die liel Hinewe straff beherrscht wurden) sei nicht des Tadelns wegen erwähnt. Die schwierige Partie des Elias wurde tonschön innerlichem Schwung gesungen lein enfängliche sich) und die übrigen Einzelleistungen(namentlich auch die Altstimme. die sich durch mehrere Vorzütge auszeichnete, sowie der reine und tonstarke Sopran und Tenor) trugen unter Prof. Trautmanns Klünst⸗ lerhand zu dem einzigartigen Erfolge bei. Das Gesamtlob erstreckt Sattemer. Die schulärzlliche Tätigkest soll in vollem Maße auch auf die höheren Schulen ausgedehnt werden, da der Gesundheitszu⸗ stand der 71 Schüler nicht besser sei, als der Volksschulbesucher. Abg. Ebner suchte in längerer Rede den Nachweis zu erbrin⸗ gen, daß die republiffeinslichen Organssationen ihren Hauptnachwuchs aus den höheren Schulen zögen. Der Redner beschäftigte sich dann, um daffr ein Beispiel aufzuführen, mit den Verhältnissen an der Oberrealschule am Friedri hsplatz in Offenbach, wo zwischen dem monarchistisch gesinnten Direktor und dem republikanischen Studienrat von der Schznitt ein steter Kampf herrsche. 5 Nach der Pause verlas Frau Abg. Roth(Komm.) eine kleine Anfrage ihrer Partei über Zurückhaltung von ausländischen Lebens⸗ milteln, durch den Handel. Ein Regierungsvertreter erklärte hierzu, daß von der hessischen und der Reichsregierung in den nächsten Tagen neue durchgreifende“ Maßnahmen gegen Preistreiberei umd Wucher erlassen würden, um den Mißständen abzuhelfen. Nach einer kurzen Geschäftsordmunge debatte über die verzögerte Beantporfung kleiner Anfragen durch die Regierung ft 1 Storck(S.) zu den einzelnen Kapiteln, die das Bildungswesen be⸗ treffen. Die Einstufung des Vorstandes der Buchhaltung in Gruppe X sei nicht gerechtfertigt. Vorbildlich für die dringend notwendige Neuregelung der Lehrerbildung sei das Beispiel Sachsens. Die Auf⸗ bauschule solle keine Berufsschule, sondern eine höhere Schule mit den Rechten der anderen höheren Schulen sein. Die Popularität der Auf⸗ bauischule leide unter den scharsen Bestimmungen über die Aufnahme von Schlilern und der fehlenden Klarheit über die Berechtigung ihrer Abiturtenten. Das Schulgesetz sei noch nicht in allen seinen Be⸗ stimmungen durchgeführt. Der Lehrplan für die Grundschule, die er⸗ halten und ausgebaut werden müsse, müsse jetzt endlich aufgestellt werden. Notwendig sei auch eine Reform der Lese⸗, Lehr⸗ und Ge⸗ schichtsbücher in republikanischem Geiste. Es sei unerhört, daß in einem Schulbuch des Jahres 1923 vor der Sozialdemokratie als vor einer staatspernichtenden Partei gewarnt werde Der Ausbm der Volksschule zur 10jährigen Schule sei auch für das flache Land er⸗ strebenswert. Die Aufbauschule solle mit den Schulen mit erweiterten Lehrzielen in Einklang gebracht werden. damit ihren Absolventen das Hochschulstudium ermöglicht werde. Die Fortbildungsschule müsse nach dem Sinne des Gesetzes auch überall auf dem Lande durchgefiihrt werden.(Widerspruch.] Abg. Werner(D. Nil.) nahm den Direktor der Oberrealschule am Friedrichsplatz in Offenbach gegen die Angriffe des kommunisti⸗ schen Redners in Schutz. Das Gesetz über die Kosten der höheren Schulen bedürfe einer durchgreifenden Revidie rung. Die Studien⸗ assessoren, Regllahrer und Haus meister müßten höher eingestuft wer⸗ den. Auch die Gehälter der Industrielehrerinnen seien zu gering. Die Dienstanweisung für die höheren Schulen sei reformbedürfti Im System der Aufbauschule vermißt der Redner die Sonderflassen für Begabte. Eine 1 der Schulbücher von allem überflüssigen Byzantinismus wünsche auch seine Partei. Heimatdienst und Volks⸗ kunde müßten in den Dienst der Schule gestellt werden. Die englische Sprache sei anstelle der französischen im Lehrplan der höheren Schulen zu bevorzugen. Das Verbot der deutschen Jugendgemeinde und der deutsch⸗völksschen Jugendverbände sei ungerechtfertigt und aus er⸗ zieherischen Gründen ein Fehler. Nächste Sitzung Mittwoch vormittag 9 Uhr. Gießen und Umgebung. N Förderung des Wohunngsbau s im Kreise Gießen. Im Janugr d. J. hatte der Kreistag bekanntlich be schlossen, daß die nach Reichsgesetz zu erhebenden Woh⸗ nungsbauabgaben in eine gemeinsame Kasse, Kreiskasse fließen und gemeinwirtschaftlich verwaltet und verwendet werden sollen. Das Abgabesoll beträgt 76 Mk. für 100 Mk. des Brandkassewertes eines Gebäudes, die der Staat erhebt. Jede Gemeinde ist verpflichtet, mindestens den gleichen Be. trag zu erheben, sodaß sich ein Gesamtbetrag von 152 Mk. Das Gesamtaufkommen im Kreise Gießen berechnet sich da⸗ nach auf rund 60 Millionen Mark. Hiervon sind aber 15 Millionen als Ausfälle abzuziehen, die durch Befreiungen, Nichteingang von Beiträgen u. dgl. entstehen, und weitere 5 Millionen, die für Tilgung der Darlehen in 1921 und 1922, für Verwaltung, unvorhergesehene Aufwendungen usw. verwendet werden müssen, sodaß nur ein Netto⸗ betrag von 40 Millionen bleibt. Dieser Betrag, der als unmittelbare Hilfe für Neu⸗ bauten natürlich unzureichend ist, soll Verwendung finden für die Verzinsung der Darlehen, die 1923 von den Ge⸗ meinden für Errichtung von Neubauten aufgebracht und an die Bauherren gegeben werden. von Darlehen für Neubauten sind 69 eingegangen(Klein⸗ Linden 12, Veuern 12, Londorf 6, Private 39); berücksichtigt sollen 60 werden. Das Höchstmaß der Grundfläche, für das Darlehen gegeben werden, ist bekanntlich 70 Quadratmeter. Für 1 Quadratmeter sollen an private Bauherren etwa 70000 Mk., an bauende Gemeinden 100 000 Mk. gegeben werden. Für die 60 Neubauten sind daher nach diesem Schlüssel im ganzen 330 Millionen als Darlehen flüssig zu machen, von denen die Hälfte vom Staat aufgebracht wird, sodaß von den Gemeinden noch 165 Millionen zu beschaffen sind. Zur Verzinsung dieses Betrags sowie zur Tilgung mit etwa 10 Prozent sind also die 40 Millionen Wohnungsbauabgabe bestimmt. Zugrunde gelegt wird im allgemeinen ein Zinsfuß von 15 Prozent; werden aber die Gelder aus eigenen Mitteln der Gemeinde aufgebracht, so sollen nur 10 Prozent in Ansatz gebracht werden. Wird die Hilfe von einer Gemeinde in Naturalien gewährt, Holz oder sonstigen Baumaterialien, so sollen diese nur zur Hälfte des Marktwertes berechnet werden wodurch erreicht wird, daß die Hilfeleistung der Gemeinde aufs Doppelte gesteigert wird. Alle Maßnahmen müssen ja darauf abgestellt sein. die von der Allgemeinheit aufzubringenden Mittel möglichst zu steigern, um die Bautätigkest zu beleben. — Die Leichenbestattung wird bekanntlich jetzt immer kostspieliger, sodaß geringbemittelte Familien jetzt in vielen Fällen die Kosten gar nicht mehr aufzubringen in der Lage sind, wenn ein Todesfall eintritt. Von der Stadt Gießen werden jetzt sehr einfache Särge angefertigt, die trotz ihrer Einfachheit ein schönes Stück Geld kosten. Trotzdem sind sie noch erheblich billiger, als sie vom Schreiner geliefert werden. In anderen Städten befaßt man sich ebenfalls mit Maßnahmen, die eine Verminderung der Bestattungskosten herbeiführen sollen. Beispielsweise will man in Berlin nach dem Vorbilde süddeutscher und englischer Gebräuche Särge künfig, nach einer gewissen Uebergangszeit, nur noch in Höhe von 50 Zentimetern zulassen, um die Aus- ost die Stellung eines Weltbürgers im Reiche e insbesondere der Germanen, Grie⸗ sich auf alle, die an dem Abend beteiligt waren, der ein großes Wag⸗ mis, aber auch einen hahe A aer 4 hebung der Grabessohle von zwei Meter aüf 1,20 Meter Tiefe herabzusetzen. Der Preis für den 50 Zentimeter die ergibt, der der Berechnung zugrunde gelegt werden kann. Gesuche um Gewährung N r 5 8 C 7 autsamwalkschafft Faftbe sehl. Der Föhn Borg WI vorausfichllich 50 Prozent niedriger sein,[war, erding auf Puntrag ber Samwaleschaft Saftbeßehl. Der As der für die zurzeit gebräuchlichen Särge. fuhrpark wird ferner Sargtransportautomobiße beschaffen, mit denen je nach Bedarf zwei bis vier Särge zusammen übergeführt werden können. Den Angehörigen werden nur die reinen Selbstkosten in Rechnung gestellt, so daß der Be⸗ völkerung die Möglichkeit gegben ist, die Geldausgaben auf das Mindestmaß zu beschränken. Bei Bestellung von Särgen, die 50 Zentimeter Höhe überschreiten, sind Gebühren vor⸗ gesehen, die fünffach höher sind als die Gebühren, die bei der Verwendung bis zu 50 Zentimeter Höhe gefordert wer⸗ den. Die Friedhofsgebühren sollen dadurch ermäßigt wer⸗ den, daß die Grabstellen auf den Grabfeldern nicht mehr durch Hügel, sondern nur durch leicht gewölbte, be⸗ grenzte Erhebungen sichtbar gemacht werden. Die Reihen⸗ grabfelder selber sollen ein mehr wald⸗ oder parkähnliches Aussehen erhalten, und die Grabstellen solcher Art werden als Haingrabstellen bezeichnet werden. Aehnliche Maß- nahmen müßten auch bei uns ins Auge gefaßt werden. Neue Preissteigerungen sind wiederum eingetreten, seitdem der⸗Dollar erheblich in die Höhe geschnellt ist. Immer kann man piefebe Beobachtung machen: steigt der Dollar, so folgen die Preise im Galopp nach, fällt er jedoch, so denkt kein Verkäufer daran, die Preise herabzusetzen. Das wirkt jetzt um so schlimmer auf die arbeitende Bevölkerung, als Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit in einem geradezu erschreckendem Maße um sich gegriffen haben. Die fetzt veröffentlichten Mittetlungen über den Beschäfigungsgrad der Industrie ergeben, daß Ende März und Anfang April d. J. von je 0 Arbeitern nur 21 fiberhaupt voll beschäftigt waren, die übrigen 9 mußten infolge der Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit auf ihren Arbeiksverdienst ganz oder zu einem erheblichen Teil verzichten. Besonders groß ist dabei der Anteil der Kurzarbeit, die in Wirklich⸗ ett eine durch die Demobilmachungsbestimmungen und sonstige soziale Gesetze und Verordnungen mühsam verdeckte Arbeitslosig⸗ keit ist. Jeder vierte Arbeiter war Anfang April um einen Teil feiner Beschäftigungs möglichkeit und damit auch seines Lohnes ge⸗ bracht, ohne daß diese Minderung des Einkommens von irgend einer Statistik verzeichnet wurde. Lustbarkeiten an den Pfingstfeiertagen. Im vergangenen Jahre hatte das hessische Gesamtminister um die Bestimmung des Polizei⸗ strasgesetzes, wonach an den ersten Tagen und am Vorabende der drei hohen christlichen Feste alle öffentlichen Lustbarkeiten untersagt „für den Pfingstsamstag und Pfingstsonntag außer Kraft gesetzt. u diesem Juhre wurde hiervon kein Gebrauch gemacht. An den beiden Tegen dürfen daher öffentliche Tanzbelustigungen, auch solche zin geschlossenen Gesellschaften, nicht stattfinden. Theatralische Auf⸗ ungen, Kinovorstellungen und Konzerte aller Art wird das Poligesamt nur daun genehmigen, wenn die Darbietungen ernsten und belehrenden Inhalts find und der besonderen Bedeutung und Weihe der Festtage angepaßt werden. Genehmigungen sind schriftlich unter Beifügung der Programme beim Polizeiamt nachzusuchen. — Die Arbeiter⸗Erschießung bei Büdingen, die s. Zt. großes Aufsehen ervegt hat swielte in der Gießener Strafkammerverhand⸗ Ling am Dienstag eine Rolle. Angeklagt ist Dr. Robert Marcus, frliher in Büdingen, jetzt in Berlin. Die Sache geht zurck auf einen Vorfall im März 1920. Bei Büdingen fand damals ein bewaffneter Zufammenstoß zwischen Förstern, bei denen sich Forst⸗ meister Hofsmanm befand. und Wilderern statt. Dabei war ein Jakob Guillomont aus Waldensberg durch eine Kugel verwundet worden und in Gelnhausen im Krankenhause an den Folgen der Verwundung gestorben. Ueber diesen Vorfall gingen die wilde⸗ sten Gerüchte um. In einer Anklage war dem Oberamts richter Dr. Pusch aus Ortenbera und dem Dr. Marcus zur Last gelegt worden sie hätten sich in dem Sinne geäußert, als wenn Forst⸗ nreister Hoffmamm im frivoler Weise den Gufllomont getötet hätte. Beide waren deshalb wegen übler Nachrede durch Urteil der Strafkammer Gießen vom Dezember 1921 zu je einem Monat Gefängnis verurteilt worden. wobei im übrigen festgestellt wor⸗ den ist, daß die Forsibcamten sich in rechtsmäßiger Ausübung ihres Beruses befunden haben und daß sich nicht das mindeste dahin ergeben hat, daß Guillomont gerade vom Forstmeister Hoffman angeschossen worden ist. Das Reichsgericht hat das Urteil bezüglich Dr. Pich bestätigt. Bezüglich Dr. Marcus ist das Urteil in der Revisionsinstanz aus rechtlichen Erwägungen nusgehobem und das Verfahren zur erneuten Hauptverhandlung an die Strafkammer zuüritckgewieser worden. Der erste Termin stand am 27. Juli 1922 an. Seither wurde die Verhandlung zu mehreren Malem auf Wunsch des Angeklagten Dr. Marcus vertagt. Auch vor dem fetzigen Termin hatte Dr. Marcus, und zwar kurz zuvor, wieder einen Vertagungsantrag gestellt, der telegraphisch abgelehnt worden ist. 20 Zeugen waren erschienen. Gegen den Angeklagten, der trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen Dermim wurde auf Junk vertagt. 155 Der Zirkus Straßburger eröffnet am Samstag abend seine Vorstellung auf Oswaldsgarten. Das Unternehmen, das größte seiner Art in Deutschland, verfügt über eine reichhaltige Menagerie und ausgezeichnetes Pferdematcrial. Jedenfalls wird Sehenswertes ge⸗ boten. Auf das Inserat im heutigen Blatte wird hingewiesen. Kreis Wetzlar. — Wetzlar. Verhaftete Treibriemen⸗Diebe. Am vergangenen Samstag wurden von der Wetzlarer Polizei zwei Leute verhaftet, die bei der Firma Heyligenstaedt in Gießen zwei Treibriemen im Werte von über eine Millionen Mark gestohlen hatten. Die Treibriemen wurden ihnen abgenommen.— In der Nacht zum Montag wurde in der Helgebach eingebrochen. Gestohlen wurden zwei Fahrräder, ungefähr 200 Eier, Fleisch und Wurst, sowie mehrere Flaschen Schnaps. Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 15. Mai. Die Studenten lehnen ab! Eine große Studentenversammlung beschäftigte sich Montag abend mit der Beteiligung der Studentenschaft an der Paulskirchenfeier, zu der bekanntlich die Reichsbehörden usw. ihre Anwesenheit zuge⸗ sagt haben. Nach stürmischen Auseinandersetzungen wurde die Be⸗ teiligung der Studentenschaft an allen vorgesehenen Veranstalt⸗ ungen abgelehnt. Auch die für Mittwoch abend in der Universitäts⸗ aula geplante akademische Feier findet nicht statt. Der Vorsttzende der Studenenschaft, Koepp, legte sein Amt nieder. Mainz, 15. Maj. Erschossen. Am Mittwoch früh kurz nach 4 Ühr, wurde an dem Bahnübergang in Weisenau nahe der militarisierten Bahnstrecke nach der Rheinseite zu ein Toter aufge⸗ funden, Der Mann wollte vermutlich den Bahnübergang passieren und wurde dabei von dem manolkanischen Wachtposten erschossen. Wie sich der Vorfall im einzelnen zutrug, ist nicht bekannt, da Deutsche dabei nicht zugegen waren. Nach den bei der Leiche vor⸗ gefundenen Papieren handelt es sich um einen 32 Jahre alten hol⸗ ländischen Schiffer, namens Jan Adrian Maas aus Rotterdam. Er ist Witwer und Vater eines Kindes. Sein Schiff„Nardini“ von der N. V. Transport My.⸗Gesellschaft liegt zum Ausladen am Weisenauer Rheinufer. Die Leiche wurde von den Franzosen be⸗ sschlagnahmt, während die Papiere und Wertgegenstände der deut⸗ schen Ortsbehörde ausgehändigt wurden. Der Mainzer Vertreter der niederländischen Firma, bei der der Ersckossene in Stellung war, sowie das niederländische Konsulat in Wiesbaden wurden von dem Vorfall verständigt. 1 Worms, 15. Mai. Die Fahrraddiebstähle haben in letzter Zeit in ganz erschreckender Weise hier zugenommen. Bisher ist es nur in den seltensten Fällen gelungen, einen Marder festzu⸗ nehmen. i Eine Wiedergutmachung. Wie wir ersuhren, ist auf Anordnung des preußischen Ministers des Innern, Severing, die Ausweisung unseres Parteigenossen Maslo in Bad Wildungen aufge⸗ hoben worde. Wie erinnerlich, war Maslo von dem kommissari⸗ schen Landrat in Waldeck als„lästiger Ausländer“ ausgewiesen, weil er die Arbeiter in einer Ansprache vor der fascistischen Ge⸗ fahr gewarnt hatte. Die Ausweisung erfolgte, trotzdem Mas lo seit mehr als 20 Jahren in Deutschland ansässig war. Die Versügung des Ministers bedeutet eine erfreuliche Wiedergutmachung des Schadens, den die Bureaukratie anzurichten im Begriff war. Weitere Verurteilungen im Ruhrgebiet. Das Militärpolizei⸗ gerich in Witten verurteilte 1. den Apotheker euer aus Witten, weil er ein franzosenseindliches Plakat an seinem Schau fenster nicht entfernt hatte, sowie wegen Ungehorsams und unpassender Haltung gegenüber einem französischen Gendarmen zu zwei Mo⸗ naten Gefängnis und zwei Millionen Mark Geldstrafe; 2. den Schutzpolizeibeamten Scholl aus Lüdenscheid wegen Führung eines falschen Passes und Einreise ins besetzte Gebiet trotz Ausweisung sowie wegen Besitzes von Waffen zu einem halben Jahre Gefängnis und einer Million Mark Geldstrafe: 3. den Obersteuerinspektor Döving aus Hörde wegen Anklebens eines Artiblels aus der Wahr⸗ heit sowie wegen Besitzes zahlreicher Flugblätter zu zwei Mo⸗ naten Gefängnis und 300 000 Mark Geldstrafe. Der Arbeiter Franz Unruhe aus Schüren bei Hörde wurde wegen angeblichen Widerstandes und Gewalttätigketten gegen französtsche Soldaten zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. — Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschum der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 15. Mai 1923. In einer Streitigkeit des Verbandes der Bergarbeiter und der Vereinigung der Arbeitgeber verbände des Lahn⸗Dillgebiets und Oberhessens erging folgender Schiedͤsspruch: 1. Die Lohnzahlung hat in der Weise stattzufinden, 2, und B. des Monafs 88 Prof, des verpfenten L schlag gezahlt werden, den Sozlallohnempfängern jeu 7 ztalzulagen in voller Höhe. 2. Bet Erhöhung des ein on freien Teils, wie sie mit Wirkung vom 1. 6. 23. zu ar hat eine entsprechende höhere Abschlagszahlung als I verdienten Lohnes ein n. Die Streitteile klärungsfrist.. In 5 i Anrogssoche des Verbandes der Berga den Arbeitgeberverband für hngau und be Zahlung einer besonderen Zulage an die Arbeiter de gruben des besetzten 1 erklärte sich der 160 sch ür örtlich unzuständig. e 2 0 Gewerkschaft Frie Der Braunkohlengrube sch 0 Trais⸗Horloff gab er durch endgültige Entf l § 87 des Betriebsrätegesetzes und dem Gesetz vom 9-4. 2 Anpassung des§ 87 des Betriebsrätegesetzes an die cal tung die Wiedereinstellung eines kaufmännischen Auge oder seine Entschädigung mit 2½ Millionen Mark einer Beschäftigungsdauer von 5 Jahren und 2 Mon Auch dem Kündigungseinspruch eines Arbeiters der u mmi lieber ei minde 320 000 Mk. Aus den amtlichen Beranntmachun en. 9 Das Amtsverkündigungsblatt für das Kreisamt Giczen Nr. 1 vom 15. Mai enthält: Pflegegeldsätze in den Landei peil⸗ Pflegeanstalten und der Heilstätte für Nervenkranke e Gießen — zprozentige Hessische Stagtsanleihe vom 12. Februn 1003.— Fürsorge für ausgewiesene Personem.— Maßwahmen zm Schutz der Republik.— Turnunterricht.— Festsetzung des Wertes 9 Sachbezlige auf Grund der Reichs versicherungsor Reinigung der Schornsteine in Bäckereien— Ferkel — Feldbereimguna in Allendorf a. d. Lahn.— — Preisbeschilderung von Gegenständen des notwendig bedarss.— Gefunden verloren.. Jestsetzung des Wertes der Sachbezüge auf Grund h versicherungsordnung und des Angestelltenversicherungsgeseßez Das Kreisamt Gießen bat den Wert der Sachbezig für Landgemeinden des Kresses mit Würkung vom 1. Mai 123 an folgt sestgesetzt: 1. Volle Tageskost für männliche un weiblich Personen 1800 Mk.: 2 Jahreskost mit Wohmung. Brau und Lich für männliche und weibliche Personen 720 000 Mk. 1 ner auf Familien. das Jahr berechnet: 3. Einzelzimmer 1500 Mk.; wohming(2 Zimmer mit Zubehör) 2500 Mk.; 5. Heizung sit Einzelpersonen 16000 Mk. Heizung für eine Familie 000 Mi. 6. Beleuchtung für Einzelpersonen 2500 Mk., Beleuchtung für ein Familie 3500 Mk. Vom Gesamtwert der Sachbezug e fallen auf volle Verpflegung 90 vom Hundert, auf Wohnung 10 vo Hundert. Vom Gesamtwert der Verpflegung tresfer auf dez erste Frühstück 10 v. H., zweite Frühstück 10 v. H., Mithcggessen J v. H., Vesperbrut 10 p. H. Abendbrot 30 vom Hunzert sonslige Sachbezüge gilt der Kleinhandelspress. Asseschungge von obigen Festsetzungen in besonderen Fällen bleiben norbehalten. Gefunden, verloren Das Polizeiamt Gießen gib bekannt; In der Zeit vom 15. April bis 1. Mai 1923 wurden n hiesige Stadt gefunden: 1 Mütze. 1 Paket mit Schürzenstoff, Schlüseh, bund und einzelne Schlüssel. mehrere Geldbeträge, I einzelner Kinderhandschuh, 1 Halskettchen mit Anhängsel, 1 Paschemuch Brotmarken, 1 Damengürtel 1 eiserne Achse mit zwe Rädern von einem Handwagen. Zipfelmütze, 1 Handsäge, Schü 1 Bierzipfel, 1 Atlas. 1 Geldͤtasche mit Inhalt, 1 schirm 1 Baumsäge: verloren: 1 silberne Arn 4 Lederriemen, 1 braun⸗lederne Briestasche mit Inhalt, 1 graues Geldmämppchen mit 10 000 Mark und einem Schriftstilh, 1 heller Hecrenmantel, 1 gelbes Handtäschchen mit 5000 Mark ud Klein keiten, 1 Kinderspielwagen mit Hessenmalerei, 1 1 tasche mit Inhalt: 1 silb. Damenuhr. Bleistift, spiegel Schlüssel und ca. 60 000 Mark. 1 Aktenmappe mit fü Mun 1 gold. Brosche mit Photographie, 1 hellgelber Dameshandschuh, 1 schwarze Samttasche mit 14000 Mark, 1 5000⸗Mirk⸗Schen, 1 bwaunlederne Brieftasche mit 27 000 Mark. 1 gold. ae, band, 1 Brieftasche mit Papieren. Die Abholung der gefundene Gegen stände kanm aum jedem Wochentag von 11—12 Uhr wormittags und 4—5 Uhr machmitbaas beim Polizeiamt erfolgen, Dollarstand Mittwoch mittag 12 Uhr: 43 000 Mark. Versammlungskalender. Arbeiter⸗Jugend Gießen. Freitag, den 18. Mat, 85 f lich, Vortrag des Genossen Knothe- Wetzlar über„Zmt der Arbeiterjugendbewegung.“ Ferner Bericht von der N daß in möglist gleichen Zwischenräumen spätestens bis je am 15., 0 in Görlitz. Wir erwarten, daß alle Mitglieder z ind. 0 Bthürdliche Bekannkmachungen Vekanntmachung. Grasversteigerung der Stadt Gießen. Die Stadt Gießen läßt Mittwoch, den 23., Donners⸗ ig, den 24., Freitag, den 25. und Samstag, den 26 Mai ds. Is. folgende Grasnutzungen für das ganze Jahr öffentlich meistbietend versteigern. Am Mittwoch, den 23. Mai g. Vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle die Wiesen beim städtischen Freibad in 4 Abteil ungen, desgl. die frühere Ockel'sche Wiese an der Rodheimerstraße in 4 Abteilungen, hieran anschließend sämtliche städtische Feldwege, Gräben usw. im Neustädter Feld. Am Donnerstag, den 24. Mat 2. Vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle die Gras⸗ nutzung von den Wieseckböschungen, Zusammenlunft in der Gartenstraße an der Wieseckbrücke, anschließend einige Kleestücke, verschied ene städtische Grundstückt bei der Kläranlage und sämtliche Feldwege, Gräben usw. zwischen der Lahn und der Kreisstraße nach Schiffenberg gelegen. Am Freitag, den 25. Mai SIe HIn waer SD 2 99. 2 5* 8 9„ 1 5 Serylus mere sich ein jeder hut die Schuh- ernòst des leder. l Rechtzan elegenbeiten Chen Herle lubsernss c, C. A.. Heflin-Achfenbem im alten Rathaus 8 Verreise am 10. Mai Dr. Steinreich Vertreter sind die Herren: Dr. Meyerhof. Dr. Ploch. Dr. Schäffer. ligszen— OS vallsgen Strassburger einzig in Europa existier euer 299 —„Schwache P feder uk Jule beer Dr. Bufleb's echter tiroler Enzianbranntwein. Zuhab. Frauen 1. Mädchen bei E. Karn, Zentral⸗Drog. JHaste- mit 2 Manegen.. 5 e G erhalten vnentgeldlich [Rat und As ken 3. Vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle die frühere Haubach'sche Wiese am Schiffenbergerweg vor dem Bahnübergang in 5 Abteilungen, anschließend sämt⸗ liche Feldwege und Gräben usw. zwischen der Kreis⸗ straße nach Schiffenbrrg und der Wieseck, sowie die Grasnutzung vom Friedhof auf dem Nahrungsberg in 20 Abteilnngen. Am Sainstag, den 26. Mai Vormittags 8 Uhr an Ort und Stelle die Gras⸗ nutzung von der Wiese in der Wiesenstraße in 17 Abteilungen, von den Wiesen beim Justizgebäude in 10 Abteilungen, ebenso von den Wiesen am Fürsten⸗ brunnen in 23 Abteitungen, anschließend sämtliche Feldwege, Gräben usw. zwischen der Wiefeck und der Lahn. 5 Vormittags 10 Uhr die Grasn vom Friedhof am Rodtberg. ee 8 — 5 1 Aukauf von Messing, Kupfer, Blei, Zink und Zinn zn den hächsten Tagegpreisen. H. Schneider, tna Daselbst 2 gut erhaltene Oefen Mark vlag 14, Mittwoch nachmittag von 6 bis 7½ Ur. Tel. A rr Pianos Flugel Pianolas Fhonolas 249 lauft zu höchsten Preisen G. Müller Frankfurt a. M. Unterlindau 48 Das grösste und schönste Unternel 0„ das seit Menschengedenken in Giessen gastierte. 10 neue Piesenzelte— 1 Riesenwagen- park— 300 Mitwirkende— eine Mus- lese der besten Künstler vom Ixus und Variété. 1 Das beste und schönste Pferdemtenlal Wie es kein anderer Zirkus best— 65 Sensationen in jeder Vorstellung Hansa 4524. n K ü m dringen Tell zu verkaufen. 8 sowie Marder, Iltis, Maulwurf, 6. Vormittags 12 uhr die Wiesen in der Schwarz lach in 19 Abteilungen. en 5 ic cruckst Gießen, den 14. Mai 1923 er Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg. 3 Hasen, Ziegen usw. und . 8——— Leipziger Fellzentrale Frankfurt a. M., Börneplatz 3 benötigt zur Ausführung 1 5 großen Auftrages Ziekel- die höchsten Tagespreise. Händler und Jäger Vorzugspreise. 142 5 40 Samstags geschlossen. 8 Zirkus zu leisten im Stande ist Menagerie mit König- und Berbel braune Bären, Eisbären, Kö Wolfherde, Löwenbaby, Wassethüßlel, 0 mehr als 3 mal soviel, als ein afdeter e * * Zwergpferdchen, Zwergesel, Papageien, 1. Hundemeute, dressierte Haustiere MW. — Füchse, Kanin, f 0 1 zahlte Kani 0 Hul abends“ 14 1 5 8 chf bon bete it I ß or hi 0 don a bert . gt 19 0