0 vnn: Stier Fahuboffraße 23 rusprecher 2008. 1 Oberhe he 2 Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. kozeitung Frpehition: Gleßen Bahnhoffraße 22 Jerusprecher 2008. je Oberb. Volksgeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. r Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Blatt der Frau“ und„Land⸗ ertschaftliche Beilage 8 monatlich 3000.— Mk einschl. e urch die Post bezog. 3000.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120.— Mt Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von 8 Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Angeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(25 mm breit) oder deren Raum lokal 60.— Mt. auswärts 80.— Mk., die Reklamemillimelerzeile 300.— Met. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ Nr. 64 Gießen, Samstag, den 17. März 1923 der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. 18. Jahrgang Die Bedingungen des Friedens vertrages. Der Pariser Intransigeant behauptet, daß für den ükmftigen Friedensvertrag in Brüssel sieben Bedingungen lenbogen worden sind und zwar: 1. Die rückständigen Lieferungen von Kohlen, Koks, Holz und anderen Materialien. ö 2. Die Verteilung der Eingänge an Lieferungen und Zahlungen durch die Reparationskommission. 3. Die Berechnung der deutschen Gesamtschuld und die ten Art, wie diese Schuld bezahlt werden soll: entweder 10 durch Anleihe oder durch Zahlungen während 25 bis Gere, 30 Jahre von je 2 Milliarden Goldmark. eng, 4. Die endgültige Regelung der Saarfrage. 5. Die Organisation der rheinischen Eisenbahnen. 3. Dauer und Bedingungen der zwei Besetzungen, näm⸗ lich der Ruhrbesetzung und der Besetzung von Düssel⸗ dorf, Duisburg und Rubrort. 7. Die Frage des linken Rheinufers, bei der über die Verlängerung der Besetzung oder über die Räumung des Rheinlandes eutschieden werden soll. Verhandlungs möglichkeiten? In den Wandelgängen des Reichstages wurden am Dnnerstag die Meldungen aus Paris und London lebhaft bevrochen, in denen von Verhandlungsmöglich⸗ enten die Rede ist. Die Parteiführerberatung, die durch bie Regierung stattgefunden hat, wurde mit diesen Nach⸗ cen in Verbindung gebracht. Dazu ist zu sagen, daß auf Tagesordnung dieser Besprechungen die Frage der 0 eideumlage stand. Bevor man aber in die Beratung . hlees Gegenstandes eintrat, sind von der Regierung, die uh Reichskanzler Dr. Cuno und Reichsaußenminister 11„Fosenberg vertreten war, Mitteilungen über die aus⸗ Ibpittige Politik des Reiches gemacht worden. Diese Mit⸗ ngen waren, wie versichert wird, von der aller- 1 1 ß fen Wichtigkeit. Sie wurden für vertrau⸗ 7 ic erklärt. Trotzdem hieß es abends im Reichstag, daß iner Frage der Ruhrbesetzung, wenn nicht eine Inter⸗ eon, so doch eine Auregung von einer dritten Macht ssöchlich zu erwarten sei. Die Leiter unserer ottik hätten hierüber ausführlich gesprochen. Es heißt, Daß eine Fühlungnahme maßgebender englischer Kreise itider deutschen Regierung bereits stattgefunden Für kennzeichnend wird gehalten. daß Minister u S5. lldt h — lungit * 0 gosenberg seine Reichstagsrede verschoben hat. Er wird hh am Dienstag vor dem Plenum des Reichstages lechen. Aller Voraussicht nach wird er erst nach den ien seine Erklärungen über die auswärtige Politik des ies abgeben. Englische Intervention? Hus Paris kommen Mitteilungen, die der englischen Regie⸗ ih Interventionsabsichten zuschreiben. Das englische Kabinett em Mittwoch unter dem Vorsitz Bonar Laws beschlossen haben, ir deutschen Regierung einen Schritt zu unternehmen, um ihr suumte Fragen zu stellen, die eine Lösung der Reparationsfrage essen. Vorausgesetzt, daß diese Angaben zutreffen, scheint also latzte Unterhaus⸗Debalte doch nicht wirkungslos an der eng⸗ eu Regierung vorübergegangen zu sein. Das Auffallende an zinterventionsgerschten ist, daß sie aus Paris kommen und mus London direkt. Aber noch weit auffälliger ist, daß die ssische Presse alle Mitteilungen, die von einer englischen Ver⸗ sahftezung sprechen, mit äußerster Zursickhaltung aufnimmt und auf anf Geheiß des französischen Ministerpräsidenten bisher immer u usbruck gebrachte strikte Ablehnung gegenüber einer IJnter⸗ gun, von welcher Seite sie auch kommen soll, verzichtet. en dieser Wandel von gestern auf heute, der überraschend n und der hervorgehoben werden muß, selbst wenn die Ver⸗ Elungsgerüchte noch verfrüht sein sollten, ist vieles wert und dafür, daß man in Paris wider Erwarten von einem end⸗ ten Erfolge des Nuhrabenteners doch nicht so überzeugt ist, „ nach den großen Worten Poincarés und Millerands aus leg Zeit hätte angenommen werden dürfen. in großer Teil der deutschen Presse glaubt in der Tatsache, ie Vermittlungsgerüchte aus Paris kommen, den Beginn Jesse! ede neuen Kesseltreibens der französischen Regierung gegen ker Dehiand sehen zu können. Wir geben zu, daß diese Auf⸗ i iu auf Grund der Vergangenheit berechtigt wäre, wenn nicht — biedergabe der angeblichen englischen Aktion mit einer auf⸗ den Zurückhaltung begleitet würde. Wir überschätzen salls die gegenwärtige Zurückhaltung der französischen Pele glauben aber nach alledem, was voraufgegangen ist, nach den en. len Bedingungen, die noch vor 24 Stunden überhaupt für den Randlungsbeginn als Voraussetzung gefordert wurden, an dem ichen Schweigen von alledem vorläufig eine gewisse 1 i el* nektur der bisherigen amtlichen Pariser Auffassung über 6 N. Dien güslegung des Konfliktes sehen zu dürfen. Herr Poincaré 0 Hir nicht ohne weiteres von gestern auf heute das aufgegeben 10 0 was er vor wenigen Tagen noch hoch und heilig angebetet ö kolange man nicht klar sieht, warum das geschah, sollten wir 1 Deutschland zum mindesten hüten, voreilige Sanz. Auf dem Wege zur Verständigung. ee deutsche Verhand⸗ (l une . Ganz gleich, ob die Interventionsgerüchte eine Bestätigung er⸗ fahren oder nicht, dürsen wir darauf hinweisen, daß Deutschland zu jeder Zeit eine Intervention unter Berücksichtigung der ge⸗ gebenen Verhältnisse begrüßen wird. Aber man muß sich im Auslande von vornherein klar darüber sein, daß diese Intervention nur Erfolg hat, wenn sie nicht auf eine indirekte Kapitulation Deutschlands hinausläuft. Die Anbahnung einer Verständigung muß in einem Sinne versucht werden, der zum mindesten die Möglichkeit einer ehrlichen, friedlichen Auseinandersetzung über die umstrittenen Fragen in sich schließt. Endzweck jeder ehrlichen Intervention muß die Herbeiführung einer endgültigen Lösung des Reparationsproblems von wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus und eine ihr folgende restlose Räumung des Ruhr⸗ gebietes sein. Ob Frankreich von dem Willen zu einer ehrlichen, friedlichen Verständigung beseelt ist, möchten wir selbst in Anbetracht der jetzt von der französischen Presse im Auftrage Poincarés geübten Zurückhaltung bezweifeln. Uns scheint deshalb das Beste, die heiß⸗ umstrittene Frage der deutschen Leistungsfähigkeit und die Frage, ob Frankreich das Ruhrgebiet zu Recht besetzt hat, einem internatio- nalen Schiedsgericht zur Entscheldung zu übergeben. Darüber hinaus wäre u. E. nichts dagegen einzuwenden, wenn dieses Schieds⸗ gericht von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus auch die Sicher⸗ heitsleistungen Deutschlands vorschlagen würde. Frankreich und Deutschland könnten an diesem Schiedsgerichtshof mit beratender Stimme beteiligt sein, müßten andererseits aber die Verpflichtung übernehmen, einen evtl. Schiedsspruch anzuerkennen. Nur so dürfte die Möglichkeit geboten werden, von vornherein jeden„schlechten Wil⸗ len“ Deutschlands mit dem Poincaré seit Jahren hausieren geht, aus⸗ zuschalten, andererseits aber Frankreich zu binden. Notwendig wäre natürlich insbesondere, daß die den Schiedsgerichtshof bildenden großen und kleinen Staaten von vornherein festlegen, welche Schritte unternommen werden sollen, falls Deutschland mit seinen Leistungen notgedrungen im Riickstande bleibt und was getan wird, wenn Frank⸗ reich dem entgegen auf eigene Faust Europa wieder in den Kriegszu⸗ stand zu versetzen versucht. Die Haltung Englands. Die Erwartung, daß die letzte englische Unterhaus⸗ debatte Herrn Bonar Law veranlassen würde, seine rein geschäftsmäßige Einstellung zum Ruhrkonflikt zugunsten Europas aufzugeben. hat sich bald wieder als ungerecht⸗ fertigt erwiesen. Eine offiziöse Reutermeldung sagt, daß England auch in Zukunft den bisher eingenommenen Stand- punkt vertreten werde und daß es Deutschlands Aufgabe sei, einen Plan vorzulegen, der Frankreich und Belgien be— friedige. Tatsächlich, wir hätten von der englischen Re⸗ gierung mehr Verantwortungsgefühl erwartet, als sie jetzt in dem Reutertelegramm zum Ausdruck bringt. Wenn man schon eine indirekte Aufforderung zur Ausarbeitung eines Plans an die Reichsregierung richtet, dann sollte man zum mindesten auch sagen, in welcher Art das geschehen soll und wie man sich schließlich eine Lösung vorstellt. Einen Plan vorzulegen, der Frankreich und Belgien befriedigt, ist eine Phrase. Was befriedigt insbesondere Frankreich? Gerade Herr Bonar Law sollte wissen, daß sein Verbündeter in Paris schwer zu befriedigen ist. Die Vossische Zeitung meldet aus London: In amt⸗ lichen Kreisen verlautete, daß die englische Regierung„das Terrain sondiere, um festzustellen, was das wirkliche Ziel der französischen Ruhrpolitik sei“, ob„Reparation oder Sicherheit“. Frankreichs Hauptforderung. Die Daily News glaubt feststellen zu müssen, daß Frankreich vor allem die Entmilitarisierung der Rheinlande und des Ruhr⸗ gebiets unter internationaler Kontrolle verlange. Wichtiger als dieser alte französische Plan sei jedoch die Tatsache, daß man nunmehr in einflußreichen englischen Kreisen geneigt sei, auf die französischen Absichten einzugehen, nur mache man die Einschränkung, daß die deutsche Souveränität in den entmilitarisierten Teilen nicht beschränktt werde und daß es sich um eine wirkliche inter⸗ nationale Kontrolle und nicht um die alte französische Kontrolle unter anderm Namen handeln dürfe. Pariser Spiegelfechterei. In der französtschen Presse steigen verschtedene Versuchsballons hinsichtlich der Bedingungen für ein Abkommen mit Deutschland auf. Diese Versuchsballons nehmen bezeichnenderweise alle die Form von Gerüchten über den Inhalt angeblicher deutscher Vor- schläge an. Der Berliner Korrespondent des Journal erklärt, man spreche in Berliner Kreisen von einer Summe von 30 Milliarden Goldmark für die Reparationen. Das Kabinett Cuno werde sich bemühen, dem Vorschlage einer progressiven Räumung des Ruhr- gebietes industrielle Garantien entgegenzustellen, die Frankreich und Belgien vollkommen befriedigen. Der Korrespondent berichtet von Desmarchen, die bei den Vertretern der Tschechoflowakei und der Schweiz unternommen worden sind. U. a. habe Stinnes eine lange Unterredung mit dem schweizerischen Gesandten in Berlin gehabt. Der Londoner Korrespondent des Petit Journal teilt mit, die deutschen Vorschläge würden fiir die zerstörten Gebiete Frank⸗ reichs und Belgiens eine Priorität der Zahlungen einräumen. Ihre Grundlagen seien die folgenden: Einen Pakt zu schllehen, der die Sicherheit Frankreichs garantiere und eine Klausfel über die Entmilitarisierung des Ruhrgebietes und des Rheinlands enthalte und gleichzeitig dem Wiederaufbau der zerstörten Ge- biete die notwendigen Summen garantiere, die aus einer durch Arbeitslohn und Volkswirtschaft. Noch ist von einem Preisabbau— ausgenommen im Großhandel— in den Lebenshaltungskosten nichts zu spüren, aber schon ertönt mit derselben Pünktlichkeit wie in der Tschechoslowakei und in Deutsch⸗Oesterreich nach der Stabilisierung der Währung bei den Unternehmern der Ruf nach dem Lohnabbau. Man ist nicht so offen, den Lohnabbau als solchen zu propagieren. Nur die Erhöhung der Löhne wird verweigert. Da aber die bisherige Lohn⸗ politik sich darauf aufbaute, daß man nicht etwa die Löhne zugleich mit dem Dollar und mit den so lichen Warenpreisen erhöhte, sondern erst der Statistik den Vortritt ließ und die Löhne nur den nachgewiesenen Lebenshaltungskosten anpaßte, kommt die Verweigerung der Lohnerhöhung, nachdem die Teuerung im Kleinhandel nicht spürbar zurückgegangen ist, sondern im Gegenteil die Lebenshaltungskosten des Monats Februar viel stärker ge ⸗ stiegen sind als die Löhne, sachlich dem Lohnabbau gleich. Die Unternehmer sind gewohnt, die Lohnfrage als eine Angelegenheit der Interessenpolitik zu behandeln. Wenn sie volkswirtschaftliche Argumente anbringen, so identifizieren sie ihre eigenen Interessen mit denen des Volkes. In Wirk⸗ lichkeit muß die Verweigerung der Lohnerhöhungen, die jetzt in Berlin und anderwärts schwere Arbeitskämpfe heraufzubeschwören droht und Streiks nahezu unvermeid⸗ lich macht, zu den schwersten Schädigungen der Volkswirt ⸗ schaft führen. Schon jetzt macht sich am Warenmarkt eine erhebliche Absatzstockung bemerkbar, deren Wirkungen auf den Ar⸗ beitsmarkt unvermeidlich find. Die Gründe dieser Absatz⸗ stockung liegen auf der Hand. Das Ausland hat keinen An⸗ reiz mehr, deutsche Waren zu kaufen, nachdem infolge der Verbesserung der Valuta die deutschen Preise über die Weltmarktpreise hinausgeschossen sind. Die Landwirtschaft wurde in der segensreichen Kriegs⸗ und Nachkriegszeit mit Geld überschüttet, das sie zu einem großen Teil in Ge⸗ brauchsgütern angelegt hat. Von ihr und von den neuen Reichen, den Rittern der Börse, wurde Ware, d. h. Arbeits- kraft, auf viele Monote im voraus gekauft. Sie haben für Industriefabrikate nur noch einen verhältnismäßig ge⸗ ringen, auf manchen Gebieten fast gar keinen Bedarf und können warten, bis die Preise fallen. Die übrige Be⸗ völkerung aber sah mit der Geldentwertung die Kaufkraft ihres Arbeitsverdienstes schwinden. Die Kleinrentner wurden, soweit sie sich nicht der Valuta durch irgendwelche spekulative Machenschaften anpassen konnten, von der Notenpresse ganz und gar erdrosselt. Das Ausland und die dünne Oberschicht des kaufkräftigen Publikums bestreikt den Warenmarkt; der ungeheure Bedarf der breiten Masse aber kann nicht befriedigt werden, weil es an Kaufkraft fehlt. Die Regierung hat bisher nur versprochen, die Preise abzubauen. Mit derartigen Versprechungen, deren Durch- führbarkeit noch sehr zu bezweifeln ist, kann man natürlich keine Lohnpolitik treiben, kann man nicht die Kaufkraft der bedürftigen Massen derart stejgern, daß damit auch die Ab⸗ satztätigkeit der Industrie sich belebt. Die Industrie be⸗ gründet die Forderung nach Lohnabbau mit der Gefahr der Absatzkrise. Baut sie aber die Löhne ab, so drosselt sie da⸗ mit die Kaufkraft der Bevölkerung noch mehr. Sie verstopft so das einzige Ventil, durch das die mit der Geldentwertung überhitzte Produktion den Markt erreichen kann. Die Lebenshaltungskosten waren im Februar nach der amtlichen Statistik auf den 2643fachen, im Januar auf den 1120 fachen Vorkriegspreis gestiegen, nach den gleichen amt⸗ lichen Ermittlungen stellten sich die Wochenlöhne einiger Berufsgruppen gegenüber dem Friedensstand: l Januar Februar Maurer und Zimmerer c öefache— She 8 73 5 Bauarbeiter in Groß berlin 1614fa che Bauhandwerker 15„ 1135„ Holzfacharbeiter„ e 1136 ah y— Metallarbeiter(verheiratet:) 695— Metallarbeiter in Großberlin vom 29. 1.—11. 9.. 900fache 5 9 I Fabrikarbeiter e 935. 1— Fabrikarbeiter in Großberlin Handwerker(Großberlin) vom 31. 1.—13. 2, 1194fache Belriebsarbeiter 31. 1—13. 2 15885 Lebenshaltungskosten.. Se 1120„ 2408 Aus dieser Tabelle geht eindeutig hervor, daß die Steigerung der Löhne mindestens um 25 Prozent im Januar, dagegen um 40—60 Prozent im Februar hinter der Steigerung der Lebenshaltungskosten zurückblieb. Nol und Elend waren Gast in allen Arbeiterfamilien, wo nicht ein glücklicher Zufall mehrere Familienmitglieder in die Lage versetzte, für den gemeinsamen Haushalt zu arbeiten. den Völkerbund verhandelten internationalen Anleihe stammen. Inzwischen hat sich der Arbeitsmarkt, insbesondere für herrlich beweg⸗ weibliche Arbeiter, verschlechtert. Beschäftigungslos sind viele Tausende von Mädchen, die sonst zur Erleichterung der Lebensführung der Familie beigetragen haben. Aber auch sonst nimmt die Arbeitslosigkeit allgemein stark zu. Selbst wenn man von den Beschäftigungslosen absieht, ar⸗ beiteten nach der amtlichen Statistik im Januar bereits 18 v. H. mit verkürzter Arbeitszeit. Joder achte Arbeiter er ⸗ hielt also bereits im Januar nicht einmal den Tariflohn, der ihm um die ausgefallenen Arbeitsstunden verkürzt wurde. Unter diesen Umständen angesichts der steigenden Not noch die Löhne zu kürzen heißt Raubbau mit der Kraft des Volkes treiben, den Absatz ganz und gar zum Erliegen bringen und die Kampffähigkeit der Arbeiterschaft in der Abwehr um die Ruhr maßlos schwächen. Die Reichsregie⸗ rung hat bisher einseitig für die Unternehmer Partei ge⸗ nommen. Es ist Gefahr im Verzuge. Nicht um die Ar⸗ beiterschaft allein, um den Bestand der Volkswirtschaft geht es wenn man ohne nachhaltigen Preisabbau und auf Grund unsicherer Versprechungen die Löhne abbaut! Der Mord in Buer. . Schenßliche Bestialitäten. Die französische Besatzung beschuldigt immer noch die deutsche Bevölkerung als schuldigen Teil in der Mordange⸗ legenheit der beiden französischen Offiziere, ohne auch nur den geringsten Nachweis hierfür erbracht zu haben. Während sie das an sich unterläßt, wird jetzt mit allen Mitteln ver⸗ sucht, die Aufklärung der Mordangelegenheit zu vereiteln. Am Donnerstag wurden die von deutscher Seite angegebenen Zeugen, die bestätigen, daß die Mörder zwei Alpenjäger sind, festgenommen. Außerdem haben die Franzosen ver⸗ sucht. die noch vorhandenen Abschriften der polizeilichen Vernehmungen zu erlangen. Zu diesem Zweck wurden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die Bureauräume der Kriminalpolizei in Buer durchsucht und mehrere Kriminalbeamte verhaftet. Die Lage in Buer. Die Untersuchung über die Erschießung der beiden französischen Offiziere kommt nicht vom Fleck. Die Haupt⸗ zeugen, der Landwirt Landmann und der Bergmann Winking, sind noch immer nicht freigelassen worden. Bei letzterm fand gestern eine Haussuchung statt. Winking sagte aus, er habe direkt gesehen, wie zwei französische Soldaten auf die Offiziere geschossen haben.. Die Kriminalpolizei in Buer hat am Donnerstag ihren Dienst eingestellt, weil ihre Arbeit durch die Maßnahmen der Besatzungsbehörden und durch das Treiben der fran⸗ zösischen Soldaten unmöglich gemacht wird. In der Stadt ist die Ruhe wieder hergestelt. Der Oberbürger⸗ meister ist noch immer in Haft. Entgegen anderslautenden Meldungen muß erneut festgestellt werden, daß die beiden Schutzpolizeibeamten Krause und Moor nicht standrechtlich erschossen, sondern totgeschlagen worden sind. Die Militärbehörde verweigert die Herausgabe der Leichen, sowie nahere Angaben über die Toten der Sonntagnacht. Die Bevölkerung ist in Unruhe, weil außer den gemeldeten noch weitere 10 Personen ver⸗ mißt werden. Vermutlich werden die Leichen deshalb nicht freigegeben. weil sie sehr entstellt sind. Die Leiche des Kriminalassistenten Burghof war derart zugerichtet, daß selbst seine nächsten Kollegen ihn nicht mehr erkannten. Nur ein Ring am Finger verriet, wen man vor sich hatte. Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. „Und in die Armee stecken!“ unterbrach er sie bitter. Was weiter? Du wirst, wie Onkel Ewen, ruhmbedeckt aus dem Krieg heimkehren und jedermann wird Dich als Helden verehren.“ a „Und Du?“ 4„Ich? Ich werde Dein Weib sein und Dich lieben und achten bis übers Grab hinaus— das schwöre ich, mein Rohan!“ „Aber wenn ich auf dem Schlachtfelde bleibe?“ „Dann werde ich Dich doppelt lieben und Dich be⸗ trauern, so lange ich lebe. Ich werden Witwentrauer tragen und keinem anderen Manne zum Altar folgen. Du wirst als tapferer Soldat für Kaiser und Paterland Dein Leben auf dem Felde der Ehre ausgehaucht haben und im Himmel⸗ reich auf Deine treue Morcelle warten. Ich werde Dir bald nachkommen und wir werden uns in alle Ewigkeit lieben und küssen. Komm, komm, Geliebter!“ Ihre leidenschaftlichen Bitten und Küsse hätten sicher⸗ lich die Energie und die Entschlüsse jedes gewöhnlichen Erdensohnes gebrochen. Wie schön war sie doch in ihrer wilden Erregung! Ein überirdischer Glanz strahlte aus ihren Augen, Worte der Liebe flossen wie Honigseim von ihren Lippen, ihr Busen wogte vor leidenschaftlicher Er⸗ regung und Rohon sah das alles; sein Herz pochte zum Zer⸗ springen, das Blut raste in seinen Adern seine Augen flammten vor verhaltener Leidenschaft und er mußte seine ganze Selbstbeherrschung aufbieten, um das zitternde Mäd⸗ chen nicht an sein Herz zu drücken, aber— er blieb fest: „Marcelle, was Du verlangst, ist unmoglich!“ „Rohan, Rohan, habe Erbarmen mit mir!“ jammerte sie, daß es einen Stein hätte erweichen können. Er wankte, seine Zähne klapperten wie im Fieber, er drückte die Hand aufs Herz und sank in die Knie:„Ich kann nicht mit Dir gehen, Marcelle, ein Eid bindet mich! Lebe wohl— auf ewig!“ Sie sah ihm longe forschend in die Augen, als ob sie in seiner Seele lesen wollte. Ein furchtbarer Gedanke blitzte ihr durchs Hirn:„Rohan, um der Barmherzigkeit willen! 4 Neues vom Tage. Ermäßigung der Kohlensteuer? Der Steuerausschuß des Reichstages setzte die Beratung des Entwurfes eines Kohlensteuergesetzes bei der Jrage des Steuersatzes(8 10) fort. Staatssekretär Zapf erklärte, daß, der Reichsfinanzminister ihn zu der Erklärung er⸗ mächtigt habe, daß er sich wirtschaftlichen Notwendigkeiten nicht verschließen werde und für den Fall, daß der Reichs- kohlenrat eine Ermäßigung der Kohlensteuer für geboten erachte, die Reichsregierung an dem Gutachten einer solchen Körperschaft nicht achtlos vorbeigehen könnte, sondern es zur Grundlage ihrer Entschließung machen würde. Nach dieser Erklärung wurde der Antrag auf Ermäßigung der Kohlensteuer von 40 auf 20 Prozent zurückgezogen. * e Erhöhung der Unterstützung für die Sozialrentiner. Im Haushaltausschuß des Reichstages wurde die 3. Verord⸗ nung über die weitere Erhöhung der Unterstützung für Renten⸗ empfänger der Invaliden⸗ und Angestelltenversicherung beraten, die bereits im Reichstagsausschuß für Sozialpolitik Gegenstand der Erörterung gewesen war. Es wurde der Beschluß des sozial⸗ politischen Ausschusses bestätigt, wonach die Geldbeträge der Ver⸗ ordnung vom 2. Februar 1923 mit Wirkung vom 1. März 1923 wpervferfacht, für die Orte des besetzten Gebietes und des Einbruchsgebietes, sowie der ihnen gleichgestellten Bezirke ver⸗ fünffacht werden. Dabei werden die erwerbsunfähigen Ehe⸗ frauen im Hausstande der Rentenempfänger einem zuschlagsbe⸗ rechtigten Kinde gleichgestellt. Die Ministerpräsidentenwahl in Sachsen. Der Präsident des sächsischen Landtags teilte am Donnerstog in der Sitzung mit, daß am 21. März die Wahl Kriegsgerichtsurteile gegen badische Beamte. Die badischen Amtmänner Rudolf Mayer nnd Walter Mül⸗ ler aus Offenburg, die sich vor dem französischen Kriegsgericht in Mainz zu verantworten hatten, weil sie sich 7 haben, Plakate der Rheinlandkommission zum Anschlag zu bringen und weil sie die ihnen unterstellten Beamten zun Ungehorsam aufgefordert haben sollen, wurden verurteilt und zwar: Mayer zu 1% Jahren Ge⸗ .* 30 Millionen Mark Geldstrafe und Müller zu 1 Jahr efängnis. g Verurteilung des Offenburger Bürgermeisters Vor dem Kriegsgericht in Landau i. P. stand heute die Ver⸗ handlung gegen den Offenburger Oberbürgermeister Holler und Gendarmerieoberwachtmeister Kaiser. Oberbürgermeister Holler wurde zu 6 Monaten Gefängnis und 100 000 Mark Geldstrafe. Oberwachtmesster Kaiser zu 1 Jahr Gefängnis und 100 000 Mark Geldstrafe verurteilt. Gröner über den Abwehrkampf der Eisen⸗ bahner. ö In der Sitzung des Reichstags⸗Hauptausschusses am Donnerstag, in der zunächst der Etat der Reichspost verab⸗ schiedet wurde, nahm Reichsminister Gröner vor Eintritt in die Beratung über den Etat der Reichseisenbahnver⸗ waltung das Wort, um den Eisenbahnern im Westen für ihr vorbildliches Verhalten den wärmsten Dank der Reichs⸗ regierung auszusprechen. a Die Eisenbahner, so führte er aus, stünden in der vordersten Front des Abwehrkampfes gegen Gewalt und Unrecht. Das werde am besten daraus zu ersehen, daß nach den bisherigen Meldungen 142 Eisenbahner verhaftet, 72 ausgewiesen und 52 auf das schwerste und unmenschlichste mißhandelt worden seien. Hierbei seien nicht gezählt die Bediensteten, die aus ihren Wohnungen vertrieben und auf die Straße gesetzt worden seien. Selbstverständlich habe es Steh' auf und sag' mir die Wahrheit Die Leute behaupten, Du habest Angst— ist dem wirklich so?“ Rohan sprang wie von einer Schlange gestochen auf und maß sie mit spöttischem Blick. „Sprich, Rohan!“ „Ja, es ist wahr——“ „Daß Du Dich fürchtest, daß Du ein——“ „Ja; alles, was die Leute sagen, ist wahr.“ Wenn es Tag gewesen wäre, dann hätte sie das gequälte Lächeln, das um seine stolzen Lippen zuckte, eines Besseren belehrt.„Die Leute haben recht, ich will dem Kaiser nicht dienen, ich will nicht in den Krieg gehen, weil— nun weil ich mich fürchte. Es wird am besten sein, wenn Du endlich einmal begreifen lernst, daß ich niemals Soldat sein werde. Mein Herz lehnt sich dagegen auf und... und... daß ich vielleicht alles das bin, wofür mich die Menschen halten. Wäre es anders, Marcelle, dann würde mich Deine Liebe in Versuchung führen, aber ich besitze den Mut nicht, zu tun, was Du von mir verlangst. Wie Du zitterst. Mädchen es ist kalt. Spute Dich, damit Du nach Hause kommst.“ Sie knickte wie gebrochen zusammen. Kein Wort des Zornes, kein Wort der Verachtung entschlüpfte ihren Lippen, sie weinte nur still vor sich hin, und diese Tränen brannten wie Feuertropfen in seiner Seele. Sie, die Rohan für den tapfersten, edelsten Menschen auf Erden gehalten hatte, mußte einsehen lernen, daß sie einen Feigling geliebt! O, wie weh das tat! Freilich, wenn sie mehr Menschen⸗ und Weltkenntnis besessen hätte, würde sie sich wohl gesagt haben, daß derjenige, der sich selbst mit den bösesten Namen brandmarkt, in den seltensten Fällen diese auch verdient. Aber Marcelle war nur ein einfaches, schlichtes Dorfmädchen und Rohan selbst hatte zugestanden, daß ihn die Dorfleute mit Recht der Feigheit beschuldigten— mußte sie seinen Worten nicht glauben, obgleich sich ihr Herz dagegen auf⸗ lehnte? Mit tränenüberströmtem Antlitz schlich sie davon. „Marcelle, willst Du mir nicht einmal Deine Hand zum Abschied reichen? Willst Du mir nicht Lebewohl sagen?“ stammelte Rohan. Sie blieb zaghaft stehen, brachte aber kein Wort hervor. Er faßte sie bei beiden Händen und küßte sie sanft auf jede Wange:„Gott mit Dir, Marcelle! Du kannst mich nicht begreifen und ich tadele Dich darob nicht. Aber ich bitte des Ministerpräsidenten endgültig März wird sich der Landtag in die Ferie zum 5. April dauern. An diesem Tage wird nur Punkt auf die Tagesordnung kommen: die erklärung, deren Besprechung am 0 Reg 10. April stattfindes verworfen. Die Kosten wer preußischen Staatskasse auferle gt, Rußland vermittelt in der Wilna⸗Frage. den Völkerbundsrat eine volle Handlungsfreiheit h mittlung eines solch intere Der Nachfolger Lenins? 1 Nach einer Information des Daily Telegraph hätte das pol tische Bureau der kommunistischen Partei in Moskau Kame⸗ 0 Nachfolger Lenins für die Präsidentschaft des Rates der Volkshe aufragten erwählt. Sein Hauptkonkurrent bei dieser Wah Stelim, der Kommissar für Nationalitäten gewesen, der b lich georgischer Herkunft sei. Trotzki sei wegen seines sch Gesundheitszustandes als Nachfolger nicht in Frage gekommen. — elegen sein lassen, Fürso Bei der Generalbetriebsleitu Abwehr⸗Aussschuß gebildet wor tlichen Organisatione; nterstützung im Ruhrgebiet zu. Castroper Kriegsgerichtsurteile. Vor dem Kriegsgericht in Castrap wurde der Straßenba direktor, Baurat Schmitt, zu 1 Million Mark— 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte die Herausgabe vier Schreibmaschinen gegen Requisitionsschein verweigert. Der Oberbürgermeister von Lünen. Wiedmann; 1 4 Wochen Gefängnfs und 1 Million Mark verurteilt. Er hatte A Lichtanlagen für die französische Vesaßung legen assen. f Stillegung des Pfälzer Eisenbahnverrehrz. Seit Sonntag abend verließen die gesamten Bean Arbeiter die Bahnhöfe und Eisenbahnlinien, weil nach ei fügung der Besatzungsbehörde, das gesamte fälzische 9910 be dem Befehl der Vesatzungsbehörde unterstehe. Als Folge d schlossenen Ablehnung erging von den Franzosen der weiter fehl, daß sämtliche Eisenbahner der Pfalz binnen 4 T Dienstwohnungen zu räumen hätten. Ueber 1500 Familien davon betroffen. Der gesamte Verkehr ruht, von zwei 2 in der Vorderpfalz abgesehen, vollkommen. Politische Uebersicht. 4,6 Billionen Mark Reichsschulden. Die schwebenden Schulden des Reiches werden von der Re finanzverwaltung in ihren zehntägigen Ausweisen nur i nachgewiesen, als sie in diskontierten Schatzanweisungen au 41 Dich, falls mir etwas Schlimmes zustoßen sollte, nicht un Zorn und Verachtung meiner zu gedenken. Vielleicht win Gott so gnädig sein, Dich eines Tages zu erleuchten, wirst Du mich auch verstehen und besser von mir de Lebe wohl! Gott schütze Dich!“ Seuszend wandte er um zu gehen; sie faßte ihn am Arm und rief leidens „Sie werden Dich finden und töten— das wird entsetz sein! Wohin gehst Du? Wo wirst Du Dich verstecken?“ „Gott wird meine Schritte lenken ich stehe in se Hand. Ich glaube nicht, daß sie mich finden werden. wahre mir Deine Liebe!“ Damit war er im Dunkel der Nacht verschwunden. Eine Stunde nach jener seltsamen Begegnung „Blutpfuhl Christi“ schlüpfte Marcelle wieder ungesehen ihre Kammer. Mutter Derval saß noch immer weinend i den gepackten Kofferchen ihrer Söhne und wollte sich trösten lassen. Gegen Mitternacht ward es auch in der still. Hosl und Gildas, die vor Togesanbruch abmarsch mußten, hatten sich in den Kleidern aufs Bett geworfen waren sofort in tiefen Schlaf gesunken. Der Korporal sich gar nicht zur Ruhe; er saß vor dem Feuerherd mit erkalteten Pfeife im Munde. Der Abschied von seinen bein Neffen ging ihm näher, als er gedacht. Er blieb wach, sie zur rechten Zeit wecken und ein Stück Weges zu können. 5 Mittlerweile wanderte Rohan Gwenfern wie düsteres Gespenst in der Dunkelheit dahin. Die 1. iter mit Marcelle, die er über alles liebte, hatte ihn we 05 erschütlert, aber in seinem festen Entschluß nicht gemacht. Die leidenschaftliche Liebe in seinem kämpfte einen harten Kampf gegen das kalte Ideal Seele. Er fühlte noch immer Marcelles heiße Um n und sagte sich, daß gar mancher Mann für weniger Küsse seiner Seele Seligkeit geopfert haben würde. Seit zwei Tagen und Nächten hatte er kein Au schlossen und so gut wie nichts gegessen. Es regnete immer und mit jedem neuen Guß wurde es dunkler dunkler. Erschöpft und todestraurig schleppte er Kreuz zurück, warf sich ins feuchte Gras, lehnte den gegen das Steinbecken, das ihn vor dem Regen schütte 5 dans verfiel in tiefen Schlaf. (Fortsetzung folgt.) so insbesondere 715 Milliarden vom Bessitz zurückzuflibren ist. geht Datum: Gesamte schwebende Schuld unahme geg. d. Vormonat 1922 f in Milliarden Mark g Ende Januar 270,3 „ Februar 277,3 7 „Mürz 281,1 3,8 „Abril 289,4 8.3 Mai 299,8 10,4 „ Juni 311.6 ale „ Juli 329,0 17,4 „ August 355,6 26,6 „Sehtember 528,4 17278 „ Ottober 720,7 192,3 „November 1166,0 445,3 „Dezember 202,8 926,8 f 1923 „Januar 2781.3 688,5 „ Februar 4628,2 1846,9 Nepublikaner heraus! Einem viel beachteten Aufruf Philipp Scheide⸗ manns entnehmen wir folgende ernsten Mahnungen. Die Republik ist in größerer Gefahr denn je zuvor. Bei der Unternehmung der Herren Kapp, Traub und Brederek, die Herr Ludendorff vom Branden- burger Tor aus besichtigte und segnete, waren die Herr⸗ schaften— sozusagen— auf sich und ihre Organisation lallein angewiesen. Jetzt besorgen die Herren Franzosen den borussisch⸗bajuvarischen Feinden der deutschen Republik die Geschäfte. Als im September 1919 zum erstenmal die Mahnung erklang:„Der Feind steht rechts!“, suchten ssich selbst sehr prominente Demokraten und Sozialisten über die klar zutage liegenden Tatsachen und Gefahren hinweg⸗ zutäuschen. Der Kapp⸗Putsch, der die Regierung zwang, ihren Sitz fluchtartig von Berlin nach Stuttgart zu ver⸗ llegen, mußte erst kommen, aktive und inaktive Minister mußten erst paarweise angefallen oder abgeschlachtet werden, bevor sich ein aktiver Reichskanzler— drei Jahre später!— dazu verstand, ebenfalls festzustellen, daß der Feind rechts stehe! Ich erinnere an diese Dinge, um allzu Vertrauens- selige zu warnen. Aus der Vergangenheit kann selbst der mancherlei Nutzanwendung ziehen, der sonst der Meinung zustimmt, daß die Geschichte nur da sei um aus ihr nicht zu lernen. Mit dem Oberst Reinhardt, der eine demokratische Re⸗ gierung als Lumpengesindel beschimpft hatte und trotzdem um Dienste bleiben konnte, fing die Vogel⸗Strauß⸗ Taktik an. Hört sie mit den Offizieren der republikani⸗ ichen Reichswehr, die Fühlung mit monarchistischen Organi⸗ ationen hielten, immer noch nicht auf? Das gesamte deutsche Volk— die sozialdemokratischen Massen in erster Linie— ist einmütig in seinem Widerstande segen die Franzosen, die im Frieden brutal in unser Land ngedrungen sind. Es ist das Gegenteil von Ritterlichkeit, wenn bis an die Zähne bewaffnete Heere über ein Volk her⸗ fallen das waffenlos ist. Es ist aber auch nieder ⸗ rächtige Demagogie, wenn in unserm Lande be⸗ ttimmte Männer und Gruppen so reden und schreiben, als jönnten wir mehr denn passiven Widerstand leisten. Durch solches gewissenloses Gerede, das national“ verbrämt und mit dunklen Anspielungen auf den zum Siege nur notwendigen„Willen“ gespickt wird, sollen ie Volksmassen getäuscht werden. a i Durch die Verhandlungen im Reichstage und die ffiztösen Erklärungen in der Presse ist bekannt geworden, aß hier und da Waffenlager vielleicht im geheimen estehen, daß auch Verbindungen zwischen Offi⸗ ieren der Reichswehr und nationalistischen Drganisationen mindestens bestanden haben. Es ist irrsinnig, sich einzubilden, daß mit Gewehren nd Handgranaten auch nur das geringste ausgerichtet wer⸗ dcchwersten Kalibers und Flugzeugen überreichlich ausge⸗ küsteten Franzosen. Herr Geßler, der Reichswehrminister, lat die Leute, die bewaffneten Widerstand leisten wollen, als Ber rückte bezeichnet. a Dogegen sind Gewehre und Handgranaten Händen unserer Rechtsbolschewisten vollkommen ausreichende Waffen gegen die waffenlose republikanische ö hevölkerung! Die etwa versteckten Waffen jetzt in die Hände ber monarchistischen Organisationen zu spielen— das ist der zweck des Heldengeredes derer um Hergt and Hitler. f Es ist die höchste Zeit, den Rechtsbolschewisten nicht nur auf die Mäuler, sondern vor allem auf die Fäuste zu sehen. Es kommt mir vor, daß ich deutlich genug gewesen bin, uu gering eingeschätzt haben nachdrücklich aufmerksam zu machen. Der Hamburger Senator Petersen, der Führer bier demokratischen Reichstagsfraktion. ein gewiß kluger NMeann, hat vor kurzem in einer Versammlung in München esagt: „Heute wird kein einheitliches Deutschland sein und bleiben als in der Staatsform der Republik!“ i Herr Petersen hat ein rechtes Wort zu rechter Zeit am nachten Orte gesprochen. Wir unterschreiben die Worte und ziehen daraus auch bestimmte Folgerungen. Erneut mahne ih öffentlich, so schnell wie möglich einen demokrati⸗ sthen Block zum Schutze der Republik zu schafsen. Wie stehen demgegensiben die republikanisch gesinnten Massen da? Gewiß zählen die gewerk⸗ haftlichen Organisationen nach Millionen, ebenso die sozial⸗ demokratischen Organisationen. Aber außer diesen politi⸗ schen Massen gibt es erfreulicherweise doch auch bürgerliche epublikaner, die dem Zentrum, der Deutschen Demokrati⸗ cen Partei angehören, wohl auch in anderen Parteien noch bertreten sind. Wie gegenüber dem Angriff der Franzosen 1 lesen. gen könnte gegen die mit Tanks, Minenwerfern, Geschützen in den eigentlichen Träger neben dem Hunger um alle Republikaner auf Gefahren, die sie bisher vielleicht * Deutscher Reichstag. — Das Steuerdrückeberger⸗Gesetz angenommen. Helfferich als Steuerstratege der Bürgerlichen. 5 Berlin, 15. März. Bei der dritten Lesung des Gesetzes über die Anpassung der Steuergesetze an die Geldentwertung kam es am Donnerstag im Reichstag noch einmal zu lebhaften Aus- einandersetzungen zwischen Sozialdemokraten und bürger⸗ lichen Parteien. Als Führer der bürgerlichen Parteien trat wieder Herr Helfferich auf, fordernder und waßlos verhetzender Weise, daß auf den Bänken der Bürgerlichen, die Deutschnationalen ausge- nommen, das zustimmende Echo zu seiner Rede ausblieb. Für die Sozialdemokratie sprach Genosse Hertz. Aus seiner Sachkunde und seinem Angriffsgeist heraus rechnete er gründlich mit den Fehlern der deutschen Finanzpolitik ab. Er verwies darauf, daß die Finanzen des Reichs nur noch mit 7 v. H. durch Steuern aufgebracht würden. Auf je 100 Mark Steuern kommen 1365 Mark durch Aufnahme neuer Schulden. Unter stürmischem Beifall unserer Fraktion und allgemeiner Aufmerksamkeit des Hauses entrollte Genosse Hertz die verheerenden Folgen einer solchen Finanzpolitik im Innern und nach außen und warnte das Bürgertum noch einmal, Einkehr zu halten und auf dem verhängnisvollen Wege umzukehren. Der Reichsfinanzminister Dr. Hermes ontwortete unserem Redner in auffallend schwachen Aus⸗ führungen. Er konnte keinerlei Tatsachen des Genossen Hertz entkräften. Er erklärte vielmehr, daß er bei der kommenden Beratung seines Haushalts auf die allgemeinen Finanzfragen eingehen werde. Zwar bezeichnete er die Rede unseres Genossen als starke Uebertreibungen, aber den Be⸗ weis für diesen Vorwurf blieb er uns schuldig.— Dr. Helfferich, der ewig aufgeregte Führer der Deutschnatio⸗ nalen, hielt diesmal eine Hetzrede, in der er sich selbst über⸗ traf. Sie war säuberlich aufgeschrieben und wurde vorge⸗ Er sprach also nicht für das Haus, sondern er las eine Broschüre vor, die zweifellos demnächst draußen im Lande massenhaft verbreitet werden wird; denn an Geld fehlt es den Deutschnationalen nicht. In seinem Eifer, die trostlose Lage der Besitzenden zu schildern. ließ er die Ver⸗ hältnisse der Arbeiterklasse geradezu rosig erscheinen. So behauptete er kühn und dreist, das Lohneinkommen der Ar⸗ beiter und Beamten betrage jetzt 80 v. H. des Friedens- einkommens, während alle Welt weiß, daß der Reallohn der Lohn- und Gehaltsempfänger im Durchschnitt kaum 50 Proz. des Friedenslohnes beträgt. Wertvoll ist ein Eingeständnis Helfferichs: Als er seine Entschließung noch einmal empfahl, die die Lohnsteuer beseitigen und dafür eine Arbeitgeber- steuer einführen will, wurde ihm zugerufen:„Und wo nimmt der Arbeitgeber die Summe her?“ Darauf ant⸗ wortete er prompt:„Wo er jetzt die Lohnsteuer hernimmt!“ Herr Helfferich weiß also ganz genau, daß er bei einer soge⸗ allerdings in so heraus- auf das Land das gesamte deutsche Volk zusammensteht, so müssen gegenüber den reaktionären Feinden der deutschen Republik alle Republikaner einig sein. Also auf zur Sicherstellung der Republik gegen alle reaktionären Bedrohungen! Deshalb: Demokraten heraus! Schützt den Achtstundenta;! Man hält wieder einmal die Zeit für gekommen, dem Achtstun⸗ denarbeitstag das Lebenslicht endgültig auszublasen. Angesichts der verzweifelten Wirtschaftslage Deutschlands dürfte es diesmal nicht nur bei dem Versuch bleiben, Mehrarbeit auf Kosten der Arbeiter⸗ schaft zu erzielen. Die daran interessierten großen Redekünstler der Rechtsparteien intonieren Himmelstöne, wie wunderschön es dem deutschen Volke gehen könnte, wenn es mehr arbeiten und gleichzeitig noch etwas mehr entbehren wollte, und beweisen mit vielen Worten, daß einzig die Faulheit der Arbeiterschaft schuld ist an der Finanz⸗ kbatastrophe des Deutschen Reiches. Leider kann man vielfach diese Ansicht unterstützen hören von solchen Leuten, die ihrer Lebens füh⸗ rung und ihrer gesellschaftlichen Stellung entsprechend offensichtlich zum Proletariat gehören, durch eine Beseitigung des Achtstunden⸗ tages aber scheinbar nicht getroffen würdem. Wäre sich ein jeder, der sein Brot im Arbeits⸗ oder Angestellten⸗ verhältnis zu verdienen verurteilt ist, über die Folgen der Stinnes⸗ und Thyssen⸗Forderungen in bezug auf Mehrarbeit klar, der Wider⸗ stand dagegen wäre noch viel ausgeprägter, und jene Leute würden es gar nicht wagen, an dem Gedanken nur zu rithren. So aber trifft der Vorwurf, daß zu wenig gearbeitet würde, nicht nur die Männer im Arbeitskittel, sondern auch diejenigen, die mit Stehkragen und Krawatte sich ihr Brot verdienen müssen. Den sogenannten„einsich⸗ tigen“(charakterlosen, unwissenden) Kreisen der Arbeiterschaft ver⸗ sucht man einzuhämmern, daß das Wirtschaftsleben in Gefahr ist und daß eine Gesundung desselben mur von Mehrarbeit, und zwar von bedeutender, erwartet werden kann. Man unterläßt es aber, denen zu sagen, daß das Wirtschaftsleben nicht um seiner selbst willen, son⸗ dern daß es da ist, dem Volke in seiner Gesamtheit zu dienen. Was nlitzt uns ein gesundgepriesenes Wirtschaftsleben, an dem ein paar Leute wie Stinnes und Thyssen profitieven und an dem die n schwere körperliche und geistige Fron geraten? Die Pointe des Witzes ist doch die, durch ver⸗ längerte Arbeitszeit mit viel weniger Arbeitern das zu Leistende leisten dadurch große Arbeitslosenheere zu schaffen und mit ihnen die Löhne zu drücken, gleichzeitig den Beamtenapparat zu vermindern und die ewigen umd lästigen Forderungen der Beamten um Gewäh⸗ rung des Existen⸗minimums zu unterbinden. Dadurch würde zwar das sogenannte Wirtschaftsleben wachsen, blühen und gedeihen, dem Volke in seiner Mehrheit aber wfirde es schlechter gehen als je zuvor. Schon ist flür viele Proletarjer im Stehkragen der Achtstunden⸗ tag zu einem Zerrbild geworden. Gesetzlich ist es zur Zeit noch nicht möglich, ihn gänzlich zu beseitigen, so behilft man sich, indem man uhm durch Zusatz⸗ und Ausführungsbestimmungen soviel als möglich von seinem Charakter nimmt. Für die Beamten und Arbeiter der Reichsbahn hat man ein Arbeitszeitgesetz in der Schublade, das dem Achtstumdentag offen Hohn swricht und für einzelne Zweige des Be⸗ triebes bequem sechzehn Stunden Dienst herausschindet. Dieses famose Werlchen wird fast bei jeder Lohnforderung der Eisenbahner als Gegenleistung präsentiert. Arbeitet ein Arbeiter denn nun wirklich nur acht Stunden?— O nein, das wissen sie auch alle ganz genau. Sie wissen genau, daß die große Mehrzahl des„unteren Volkes“ eine riesige Summe an Mehrarbeit letstet, daheim nämlich, innerhalb der Familie oder sonst⸗ wie. Geht hinein in die Familien und seht, was da geschustert, ge⸗ schneidert, getischlert, gezimmert wind, um die Familie über Wasser zu halten. Welch eine Unsumme von Arbeit verschlingt Kleintier⸗ zucht, Land⸗ und Hausarbeit außerhalb der Arbeitszeit. Im morali⸗ schen Sinne gibt es urch für den Arbeiter keinen Achtstundentag. nannten Arbeitgebersteuer die Arbeiter genau so belastet wie bisher; wohrscheinlich aber noch mehr, weil dann die Ar⸗ beiter nicht kontrollieren können, wieviel Steuern in Wirk⸗ lichkeit gezahlt werden.— Die übrigen bürgerlichen Redner fielen gegenüber dem rednerischen Kampfe Helfferich⸗Hertz wesentlich ab.— Der Kommunist hielt die übliche Rede, di wir aus allen Volksversammlungen kennen: die Massen sollen aufgeboten werden. Arbeiterregierung und ähnliche Forderungen mehr. Vor der Abstimmung stellte Genosse Hertz in einer knappen, durchschlagenden Rede die Verdrehungen und Au⸗ schuldigungen Helfferichs richtig. Die Sozialdemokratie stimme nur deshalb für die Aufrechterhaltung der Kohlen⸗ steuer, weil keinerlei Sicherheit dafür vorhanden sei, daß der Fortfall der Kohlensteuer eine Preisermäßigung zur Folge haben werde. Es sei zu befürchten, daß bei Auf⸗ hebung der Kohlensteuer die Summen dem Reiche entgehen, aber den Kohlenmagnaten in die Tasche fließen würden. Die Behauptung Helfferichs, daß Hertz der Entente über die Stundung der Kohlensteuer Material geliefert habe, tat unser Genosse mit dem Hinweis darauf ab, daß in Gegen⸗ wart Helfferichs bereits festgestellt worden sei, daß die Repa⸗ rationskommission längst von dieser Stundung Kenntnis gehabt habe. Noch einmal zeigte Hertz die Demagogie der deutschnationalen Entschließung auf, die die Arbeiter, An⸗ gestellten und Beamten scheinbar steuerfrei lassen wolle. Unsere Partei habe den Mut, den Massen zu sagen, daß in der furchtbaren Lage Deutschlands auch sie Steuern zahlen müßten. Sie werde aber nicht zulassen, daß aus der direkten Lohnsteuer eine neue indirekte Steuer nach dem Willen der Deutschnationalen werde. Auf die hochfahrenden persön⸗ lichen Angriffe Helfferichs gegen Hertz antwortete dieser mit der klaren Feststellung, daß der Name Helfferichs für alle Zeit mit der Ermordung Erzbergers und Rathenaus ver⸗ knüpft sein werde. Hatte schon die Rede Helfferichs selbst in der Mitte des Hauses einen veinlichen Eindruck gemacht, so war während der Rede unseres Genossen Hertz deutlich zu erkennen, daß außerhalb der Helfferichschen Fraktion all⸗ gemein sich die Meinung verbreitete, daß Herr Helfferich diesmal eine schwere Niederlage erlitten habe. Er fühlte das wohl auch selbst, denn er verzichtete auf eine Erwiderung mit der billigen Ausrede, daß der Ton der Hertzschen Rede ihm die weitere Debatte unmöglich mache. Herr Helfferich spielt bei solchen Anlassen immer den Zartbesaiteten, während doch jede seiner Reden voller Gift und Galle und Haß gegen seine Gegner ist.— In der Gesamtabstimmung, die auf Verlangen der Sozialdemokratie namentlich war, wurde das Gesetz mit den Stimmen aller bürgerlichen Parteien gegen die sozialistische Linke angenommen. hindern Der Achtstundentag darf auf keinen Fall durchbrochen 1 Was der Arbeiter mit seiner„freien“ Zeit macht, darf die Besitz den ebensowenig interessieren, wie es den Arbeiter nicht interessieren soll, wie jene ihre Zeit umbringen. Der ständig hergeleierte Kehr⸗ reim des Unternehmers ist, daß es für ihn auch keinen Achtstunden⸗ tag gebe. Es gibt in Wirklichkeit auch für den Arbeiter keinen. der Unternehmer mehr als 8 Sunden arbeitet, weiß er auch, warum er es tut. Als ausgesprochene Gegner der Erfüllungspolitik sollten sie es lieber bleiben lassen. Muß aber mehr gearbeitet werden, so braucht man mir noch Arbeiter einzustellen, es gibt genug von ihnen, 5 welche Beschäfigung suchen. 5 Der finanzielle Zusammenbruch Deutschlands ist nicht die Schuld des Arbeiters, sondern gerade jener Kreise, die seine Gegner sind. Ggarbeitet wird fleißig in Deutschl and, das ist häufig genug unge⸗ wollt von jenen anerkannt, und auch die Fachleute unserer ehemaligen Feinde haben dies feststellen können. Schnell sucht man noch sein Parteisüppchen zu kochen und sucht nach einem Lamm, das Schuld und Sünde des Zusammenbruchs trägt. Wir weisen es von uns. Schuld sind allein die, die die wahnsinnige Nachkriegspolitik trieben und jene, die sie stützten. Es gilt aber, die Augen aufzuhalten und auf der Hut zu sein. Mir das Selbstbestimmungsrecht der gesamten Arbeiterschaft muß darüber befinden dürfen, wenn vom Achtstundentag abgewichen werden kann. Und der Zeitpunkt darf nicht eher eintreten, als die freiheitlichen Forderungen der Arbeiterschaft bis in die Ewigkeit hin⸗ ein restlos erfüllt sind. Von der Etatsberatung des Landtags. Der Finanzausschuß des Landtags fuhr am Donnerstag bei Kap. 18(Landtag) fort. Hier wurde von einer Seite das gar zu langsame Fortschreiten der Arbeit an der Ge⸗ schichte der Hessischen Verfassung und der Hessischen Land⸗ stände bemängelt. Kap. 19(Staatspräsident) wurde ohne Debatte genehmigt. Bei Kap. 20 Staatsverlags⸗Fond) wurde die Darnistädter Zeitung erörtert. Der Zuschuß⸗ bedarf für das Regierungsorgan mir 1800 000 Mk. wird nicht beaͤnstandet. Von verschiedenen Seiten wird im Gegenteil gefordert, daß das Organ zu einem wirksamen Sprachrohr der Regierung ausgebaut werde, was im Augen- blick besonders wichtig ist. Kap. 21(Auswärtige und Reichs- verhältnisse) wird ohne Debatte genehmigt. Zu Kap. 22 (Ober⸗Rechnungskammer) wird von einer Seite ein stärkere Heranziehung der Gemeinden mit Beiträgen für die Prüfung ihrer Rechnungen verlangt. Ein Abgeordneter wünscht von der Regierung Aufschluß, ob die Aufrecht erhaltung der Kammer neben den beiden Abteilungen, die die eigentlichen Arbeiten leisten, notwendig sei. In An⸗ wesenheit der Regierung soll diese Frage geprüft werden. Die Kap. 23(Verwaltungsgerichtshof), 24(Staatsarchiv) und 25(Rheinschiffahrt) werden ohne Debatte angenommen, ebenso die Kap. 28 bis 30. Bei Kap. 27(Ministerium des Innern) wird die Neuorganisation der Abteilung für Ge⸗ sundheitswesen gefordert, insbesondere die Berufung eines psychiatrischen Referenten in das Ministerium angeregt. Kap. 31(Provinzialdirektion) und 32(Landesgendarmerie— direktion) und 34(Arbeitshaus Dieburg) werden ohne wesentliche Bemerkungen angenommen. Fortsetzung Freitag. eee e eee U Ununterbrochen geöffnet von 8 bis 6 Uhr— Sonntag, den 18.. von 1 bis 6 Uhr Niemand kann mit, mit unlerer Aus wall, mit unseren Oualitäten. Alle Anstrengungen, die gemacht werden, bleiben bedeutend zuruck hinter unserer Leistungsfähigkeit. Wir haben das grösste Lager— wir haben die billigsten Freise! 5 Wir führen alle Arten Schuhe für Herren, Damen und Kinder von den gewöhnlichen Arbeits- bis zu den feinsten Gesellichaits-Schuhen. Wir offerieren heute als besonders preiswert, solange der Vorrat reicht: 5 Herren-Abteilung Gute Rindbox-Herrenstiefel Hochelegante Einsatzstiefel. Zug- und Schnallens tiefe el 5 2 2 ie ure fierrestiefel Tourenstiefel F ensenllfe 2. 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Zur Frage des Preisabbaues“ Nach langen erfolgreichen Bemühungen ist es den Organen E gelungen. in Verbindung mit der Reichsbank den sonstigen maßgeblichen Wirtschastsfaktoren des Reiches zue wesseneliche Verbesserung im Wertstand der inländischen lungsmittel gegenüber dem Ausland durchzusetzen und damft we beträchtliche Herabsetzung der Preise sowohl der vom Ausland führten Roh⸗ und Hilfsstoffe, wie auch der Halb⸗ und Fertig⸗ itte die mit ihrer Hilfe hergestellt werden. In den Kreisen 5 sücksicht darauf daß mam an den Bestand diaser Preisgestaltung suucht recht glauben wollte auf Grund früherer Erfahrungen, daß er zeitweilig abfinkende Kursstand der ausländischen Währung ald durch starken Aufkauf von Rohmaterialien im Ausland Ciedenum einer stejgenden Preistendenz Platz machen werde. 5 Gegensiber diesen Einwendungen muß heute betont werden, ß es der Reichsregierung bis jetzt gelungen ist, die Bewertung r ansländischen Zahlungsmittel auf den angestrebten Kursstand et mehr als Monatsfrist zu halten und es muß zu gleicher Zelt slrauf hingewiesen werden daß die Reichsregierung die Versiche⸗ 45 abgibt, daß neue Steigerungen der Transportkosten usw., Steigerungen der Brotpreise sowie der Preise für künst⸗ Düngermittel nicht zur erwarten sind. im Gegenteil, daß in essehbaver Zeit mit einer Herabsetzung der Düngermittelpreise ane auch der Preise für sonstige Rohmaterialien zu rechnen ist. Unter diesen Umständen kann wohl zum ersten Male seit der kaum überwundenen Kriegsnot von einer Stabilisterung der 1 gesprochen werden und es wird daher die A. er gesamtes Wirtschaftsleben besonders auch die Preise für . des täglichen Bedarfs. diesen Verhältnissen ang Iyssen. ‚ 5 1 9 nicht zu verkennen daß die gesamte Handelswelt und Erzeuger in dieser Richtung mit ma t Schwierig⸗ zu erwarten, f verschiedenen Preisen bezogen en. 5 ichllauna der Vorvatsmenge ein Durch⸗ senittspreis gebildet wird der etwa dem Mittel aus den und neuen Warenpreisen entsprechen soll. Diese Kalku⸗ wird den Handel besonders auch den Kleinhandel, vor dem sprechende Kalkulationen diesen Verhältnissen Rechnung nen. Ganz besonders muß davor gewarnt werden, innerhalb derer Zeit zu wechselnden. oft recht stark abweichenden Preisen ) Diese sehr beachtenswerten Ausführungen sind ums von dea Preisprlifungsstelle der Provinz Oberhessen zugegangen. Jakobs Tod“ Von Erna Büsing. In der Tat, es ging Jakob eigentlich gut. Sein Gesundheits⸗ and ließ nichts zu wünschen übrig, seine wirtschaftliche Lage Ir befriedigend, und seine Familtenverhältnisse waren angenehme. suß hatte er unter dem Einfluß der Zeitpsychose die Klage⸗ iind Jammersucht bekommen;: die Krankheit äußerte sich bei En in fortgesetztem Vergleichen. Das bekundete auch seine Ibere Erscheinung. Sein Gesicht glich dem eines hungrigen See⸗ Zes, die Mundwinkel hingen so tief herab, daß sie zu Falten niden, die Vorratskammern für genossene Speisen abgaben. nen die Fische billiger und die Menschen mildtätiger gewesen, hätte man ihm dann und wann wohl mal einen Hering vors grige Maul gehalten. Jakob verglich andauernd. Das Vergleichen und Jammern de Lebensinhalt für ihn. Sein Gesicht ward immer wehleidiger, 1 0 ging er am Vergleichen und Jammern ein. Und kam so. Mittags, wenn er sich zu Tisch setzte, sah er durch das Fenster tear Parterrewohnung Straßenkehrer bei der Arbeit. Er hatte daletzten Tarif gelesen und giftete sich, was diese Leut verdienten. verfiel auf die Idee, auszurechnen, was jeder Besenstrich der Sastgemeinde kostete. Das war furchtbar, es verschlug ihm's len. Das Gemüse drückte, die Kartoffeln lagen ihm schwer im Nazen, die Sußspeise säuerte ihm in der Mundhöhle. Zuerst dachte ien plage ein Bandwurm, doch nach und nach kam er dahinter, e Straßenkehrer wären schuld an der Unverdaulichleit der Speisen. bad konnte er nicht einmal mehr eine leichte Mehlsuppe vertragen. In seiner Familie verkehrte ein junger Mann. Der war f hantlich und strebsam, besuchte die Volkshochschule und leistete sich and zu mal ein Theaterbillett. Als Jakob nach der Einnahme e jungen Mannes gefragt hatte, war er erbost und bekam ö kysschmerzen. Er rechnete und rechnete und verglich. Früher, als dt dem Alter des jungen Mannes war, hatte er nur soundsoviel dent. Die zur schwindelnden Höhe gesteigerten Kosten der illalshaltung unterschlug er dabei wohlweislich. Und Jakob Aorse die Kopfschmerzen nicht mehr los. ö 5 Im Hinterhause wohnte eine kleine Stenotypistin möbliert. bs Mädel verstand es, sich nett zu kleiden. Bald hatte Jakob usspioniert, was es verdiente. Das war unerhört, für einen 1 stehenden Menschen, noch dazu fiir eine Frau. Daß auch eine r Essen und Trinken, Licht und Feuerung gebraucht, daran Jakob absichtlich nicht. Die kleine Stenotypistin e schlaflose Nächte. ald mußte Zatob einen Arzt aussuchen. Es gibt viele er⸗ ) Wir entnehmen dem Vorwärts diese zeitgemäße Geschichte. Beilage zur Ober gelesen, wegen seiner Anzeigen mehrere * Gießen, Samstag, den 17. März 1923. die verschlodenen Waren anzubieten, eine Erscheinung. die nament⸗ lich in den Kreisen unserer Kleingewerbetreibenden und des Klein⸗ handels oft zu beobachten ist und die dann stets zu gewissen be⸗ rechtigten Klagen und Beschwerden der Verbraucher führt. Es muß ganz besonders auch dem Handwerk ans Herz gelegt werden daß es bei seiner Kalkulation die steigende Kaufkraft der inländischen Zahlungsmittel berücksichtigt und daß es demgemäß eine auf Grund solcher Kalkulationen durchgeführt Pralsermäßi⸗ gung eintreten läßt. Die hessische Handwerkskammer in Darm⸗ stadt hat sich ebenso wie die Preisprüfungsstelle Oberhessen und die Kreis⸗ und städtischen Preisprüfungsstellen in der Provinz bereit erklärt. in allen den Fällen, in denen die Kalkulation schwievig erscheint, zur Unterstützung ganz besonders auch der kleineren Handwerker solche Kalkulationen durchzuführen. „Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß seitens der Preis⸗ prüfungsstelle Oberhessen sowie auch der Kreis⸗ und stäbthschen Preisprsfungsstellen der Provinz in absehbarer Zeit in ausgo⸗ dehnter Weise eine Uebrwachung der Märkte und Verkäufe platz⸗ greifem wird und daß hierbei von den Verkäufern die Vorlage einer solchen Kalkulation verlangt werden wird und im allen den Fällen eine scharfe Untersuchung hinsichtlich Wucher und Preistreiberei eintreten wird, in denen der Nachweis süür eine kalkulatorische Nachpriifung der früheren Verkaufspreise nicht erbracht wird. Dieses Vorgehen der Preispcüfungsstellen soll weder eine Bevormundung des Handels noch einen polizei⸗ lichen Spionagedienst gegen die Geschästswelt darstellen, es soll vielmehr nur ein Schutz der Verbraucher gegenüber ungerecht⸗ fertigter Forderungen mancher Handels⸗ und Erzeugerkrefse ge⸗ währt werden wie er in den Zeiten der wirtschaftlichen Unsicher⸗ heit in einem geordneten Staatswesen unentbehrlich ist. Die verb rauchende Bevölkerung wird wiederholt darauf auf⸗ merksam gemacht daß am Sitze jeden Kreisamtes und in allen größeren Städten der Provinz Oberhessen Pressprüfungsstellen bestehen, die ausdrücklich angewiesen sind, alle vorkommenden Be⸗ schwerden wegen vermuteten oder nachweisbaren Preiswuchers und Kettenhandels auf das eingehendste zu untersuchen und in Fällen vorhandener Gesetzesübertretungen gegen die Schuldigen mit aller Strenge vorzugehen. Die Bevölkerung wird gebeten, alle Anzesgen oder Beschwerden an diesen Stellen anzubrängen oder ste direkt an die Preisprüfungsstelle der Provinz Oberhessen in Gießen— Bismarckstraße 14 I.— zur Kenntnis zu geben. Eine Autorität. Im Gießener Anzeiger wird immer wieder einmal als eine gewichtige politische Stimme der Berliner Lokal⸗ Anzeiger zitiert. Donnerwetter, denkt da der unbefangene Leser, muß das aber ein Blatt sein nach Umfang und Inhalt! Um⸗ fang— stimmt, Das„Lokal“ Berlin ist groß. In Friedenszeiten war der Berliner Lokal⸗Anzefger eine geradezu phänomenale Ueber⸗Monstre⸗Riesen⸗Annoncenplantage P. P. Ia. ff.: eine Gold⸗ markgrube allerersten Ranges des Zeitungskapitalismus. Und auch jetzt ist dieser Weltstadt⸗Generalanzeiger viel gelesen, sehr viel als Mädchen für alles. Kein Wunder, daß er dem Generalanzeiger für Oberhessen imponiert! Inhaltlich freilich ist er so wie alle Generalanzeiger. Dürftiges Ragout monarchistisch⸗alldeutsch⸗kirchlich⸗kriegerisch⸗kriecherisch⸗chau⸗ winistisch⸗nationalistisch⸗ a bissel antisemitischer Mischung. Der Vorwärts hat jüngst seinen Berliner Riesenkollegen nicht übel so charakteristert: Der Hausschatz des Berliner Bourgeois in Rein⸗ kultur, das Hin mels⸗ und Kanonen⸗Blättchen der treudeutschen Männer und Frauen, Wilhelms und seiner Pfaffen Leib⸗ und Magenfutter. — Stadtverordneten⸗Versammlung. Die am Donnerstag abgehalbene Sitzung der Stadtverord⸗ neten hate ebenfalls. wie die vorhergegangene eine reichhaltige Tagesordnung zu beraten. Mit der nichtöffentlichen waren es 57 Gegenstände. Der größte Teil wurde ohne Debatte erledigt. Trotzdem dauerte die Beratung der öffentlichen Sitzung dvei Stunden; denn bei einzelnen Gegenständen kam es zu längeren Erörterungen. Das war bei der Wohlfahrts⸗ und Armenpflege der Fall wobei es sich um die Auswahl der Bezirksvorsteher handelte. Ferner war es die Frage der Holzlesetage, die zu längerer Debatte führte. Von den Kommunisten war beantragt worden. drei Lesetage statt nur enen pro Woche freizugeben. Hierbei wurde vom der Verwaltung betont, daß so wenig Leseholz vorhanden sei, daß es kaum für einen Tag reiche, würden noch Tage zum Holzlesen freigegeben, so würde der Wald⸗ hessischen Volkszeitung Nr. 64 sbevel, der jetzt schon einen höchst bedenklichen Umfang angenommen habe, noch mehr um sich greifen. Man hat auch die Beobachtung gemacht daß Leute die nickt zu den Beblliftigsten zählen von dem aufgearbeitetem Holz wegnehmen und dadurch erheblichen Schaden anrichten. Aber auch der Wald selbft wird dadurch schwer ge⸗ schüdigt, daß vielsach gesunde und junge Bäume umgeschlagen werden. Dem muß natürlich entgegengetreten en, darin waren sich alle Redner einig. Es wäre verderblich für die Gesamtheit, wollte man der Vernichtung des Waldes ruhig zu⸗ sehen. Schließlich wurde der Antrag der Kommunmisten einstimmig abgelehnt, die Antragsteller stimmten selber nicht dafür.— Zur Durchführung des diesjährigen Bau programms sind die bereits bewilligten Kredite nicht ausreichend, weil die Baustoff⸗ presse eine unerhörte Höhe erklommen haben. Der Kredit soll auf 300 Millionen Mark erhöht werden. Doch auch diese Summe reicht nur zur Ausführung der bereits begonnenen Bauten aus. Auf eine Anfrage weshalb die Stadtverwaltung nicht mit der Eisenbahnverwaltung in Verbindung getreten sei, die bereit ge⸗ wesen wäre einen erheblichen Teil der Kosten zu den Bauten des Eisenbahn⸗Kleinstättenvereins beizutragen, erklärt Bürgermeisben Krenzien, daß von der Eisenbahnverwaltung bis jetzt noch keine diesbezügliche Erklärung vorliege.— Ueber vorzunehmende Not⸗ stands arbeiten wofür ein Kredit von 10 Millionen Mark gesordert wird, entspann sich eine Debatte. Die Kommun wollten den Kredit auf 30 Millionen erhöht wissen, waren danmit einverstanden, daß der Antrag dem Ausschuß überwiesen wird. Vom Oberbürgermeister wird darauf hingewiesen, daß je nach Notwendigkeit neue Vorlage gemacht wird; die Geld⸗ forderungen betragen in heutiger Versammlung 153 Millionen Mark!—Von unserer Seite wurde dazu bemerkt, daß die Not⸗ standsarbeiten rechtzeitig vorbereitet werden sollten; z. B. könnte jetzt das Durchgangslager schnell obgebrochen und dabei arbeits⸗ lose Handwerker beschäftiat werden. Von der Stadtverwaltung wird erklärt, daß in dieser Hinsicht alles Erforderliche getan worden sei— Für Lieferuna freier Lernmittel in den Volksschulen üst die Mehrheit der Versammlung nicht zu haben Von unserer Seite trat Lehrer Schmidt lebhaft und mit guten Gründen dafür ein. Bel den heutigen Bücherpreisen sei es ein⸗ fach einem gering bemittelten Familienvater nicht möglich, das Geld für die Schulsachen aufzubringen. Wenigstens sollte man die Einkommensgrenze. bis zu welcher die Lernmittel frei geliefert werden, entsprechend dem früheren unter Berücksichtigung der Geldentwertunag sestsetzen also auf 900 000 Mark. Aber auch dies wurde abgelehnt, nur einzelne Demokraten stimmten noch dafür. — Schließlich gab es noch eine Debatte über die Milch ver⸗ sorgung die sehr im Argen liegt. Nicht einmal für die kleinen Kinder kommt genligend Milch in die Stadt! Es wurde hervor⸗ gehoben, daß die Landwirte einen großen Teil der Milch ver⸗ buttern, um höhere Gewinne zu erzielen. Weil keine Zwangs⸗ wirtschaft in eBzug auf Milch mehr besteht, fehlen die gesetz⸗ lichen Handhaben zur Regelung der Milchversorgung und unter dem„Segen der freien Wirtschaft“ haben Kinder und Kranke zu leiden! 5 — Sticuerabzug und Naturalbezüge. In einer Bekanntmachung des Landes⸗Finanzamtes im gestrigen Blatte war der Wert der Naturalbezüge von Angestellten festgesetzt. Wie sich in der Praxis die Steuerleistung der Angestellten, die Naturallöhne beziehen, stellt, mögen die beiden folgenden Beispiele zeigen, die vom Finanzamt mitgeteilt werden. Darnach berechnet sich vom 1. März ab bei einer weiblichen Hausangestellten mit einem monatlichen Barlohn von 10 000 Mark; der Geldwert der freien Station 30 000 Mark; zusammen 40 000 Mark, hiervon 10 Prozent 400 Mark. Diese Beträge ermäßigen sich nach 8 46 Einkommenfsteuergesetz, für den Steuerpflichtigen selbst um 800 Mark, für Werbungskosten 4000-4800 Mark. Mithin hat diese Angestellte ke ine Ein⸗ kommensteuer zu zahlen.— Eine Hausdame oder ein Hauslehrer mit einem monatlichen Barlohn von 150 000 Mark. Dazu freie Station 50 000 Mark. zusammen 200 000 Mark. Hiervon 10 Proz. Steuer= 20000 Mark. Diese Steuer ermäßigt sich nach§ 46 um 800 Mark, Werbungskosten 4000 Mark, zusammen 4800 Mark, bleibt also an Steuer zu zahlen 15 200 Mark. Bemerkt sei bei dieser Gelegenheit noch, daß die Arbeitergeber verpflichtet sind, die von dem Arbeitslohn der Arbeitnehmer ein⸗ behaltenen Steuerbeträge spätestens bis zum 10. des auf die Lohn⸗ zahlung folgenden Kalendermonats an den Fiskus abzuführen. Die Einhaltung dieser Anordnung wird von den Finanzämtern über⸗ wacht. Dadurch ist Vorsorge getroffen, daß die im Wege des Steuerabzuges einbehaltenen Beträge dem Reiche so schnell als möglich zufließen. grübelte Krankheiten, die den Aerzten das Leben sauer machen, ihnen aber auch gewinnbringend die Sprechstunden füllen. Doch Jakob hatte kein ergrübeltes Leiden, es war tatsächlich eine Krank⸗ heit, die auf nervöser Grundlage sest und sicher ruhte. Der Arzt versuchte es vorerst mit Schlafmitteln. Jakob nahm Adalin, Bro⸗ mural, Pantopon, und zu guter Letzt tauchte er seinen abgemagerten Körper in Fichtennadelbäder und ließ sich vom Bademeister massieren. Wenn Jakob die Medikamente schluckte oder sich vom Wasser umspülen ließ, dachte er an die erhöhten Arzthonorare und verfiel in sein beliebtes Vergleichspiel. Daher schlug keln Mittel bei 10 an, und er wurde kränker und kränker. Endlich lag er kraftlos im Bett. Er hätte Ruhe und Bett⸗ wärme nohltuend genießen können. Aber selbst diese Wohltat wurde ihm zur Last. In seinem Hause wohnte nämlich ein Rechts⸗ anwalt, zu dem viele Klienten kamen. Bei jedem Klingeln fuhr Jakob nervös in die Höhe. Nein, was der Kerl verdiente. Die Einnahmen des Rechtsanwalts beeinflußten Jakobs Herztätigkeit auf das unglünstigste. Schließlich verschied Jakob. Er starb am Vergleichen. Der arme Mann hatte eben eins vergessen. Seine eigene befriedigende wirtschaftliche Lage hatte er nicht— mitverglichen. — Da schämten sich die Soldaten... Ein Märchen von Leo Tolsto i.“) Als der Zar der Tarakanen die Grenze überschritten hatte, sandte er seine Vorhut aus, damit sie Jwans Heer aufsuche. Sie suchten und suchten— kein Heer war zu finden; sie warteten und warteten, ob es sich nicht endlich irgendwo zeigen würde, doch kein Heer war zu hören und zu sehen, niemand war da, mit dem man hätte Krieg, führen können. Da befahl der Zar der Tarakanen seinen Soldaten, sie sollten die Dörfer des Narrenlandes plündern. Sie kamen ins erste Dorf: Narren und Närrinnen liefen auf die Straße hinaus und guckten sich staunend die fremden Krieger an. Dlese nahmen ihnen das Getreide und das Vieh weg, und die Narren gaben es hin, ohne sich zu wehren. Im zweiten Dorfe ging es ganz ebenso zu. Einen oder zwei Tage zogen die Soldaten so umher, und überall geschah genau dasselbe: alles gaben die Narren her, und keiner widersetzte sich, ja sie luden die Soldaten sogar ein für immer bei ihnen zu bleiben.„Wenn's euch, ihr lieben Brüder, in eurer Heimat so schlecht geht“ sprachen sie„dann kommt doch zu uns und bleibt für immer hier!“ Die Soldaten zogen im Lande hin und her und stießen nirgends auf eine Kreigsmacht, überall ) Aus dem soeben im Verlag der Neuen Gesellschaft er⸗ schienenen Bändchen:„Tolstot. Eine Auswahl für die reifere Jugend.“ wohnten nur Menschen, die sich selbst und ihresgleichen redlich er⸗ nährten, sich nicht zur Wehr setzten und die Eindringlinge sogar zum Bleiben einluden Das wurde den Soldaten doch zu langweilig, und sie traten vor ihren Zaren hin. „Wir können hier keinen Krieg führen,“ sprachen sie,„schick“ uns anderswo hin! Die Menschen hier wehren sich gar nicht— es ist, als ob man in Brotteig einschnitte. An Kriegführen ist gar nicht zu denken.“ Da geriet der Zar der Tarakanen in Zorn und befahl den Sol⸗ daten, Iwans Reich nach allen Seiten hin zu durchziehen, die Dörfer zu zerstören, das Getreide zu verbrennen und das Vieh zu töten. „Wenn ihr meinen Befehl nicht ausführt,“ sprach er,„lasse ich euch alle hinrichten.“ Die Soldaten erschraken und machten sich daran, den Befehl des Zaren auszuführen. Sie steckten die Häuser und Getreideschober in Brand und schlugen das Vieh tot. Die Narren aber setzten sich noch immer nicht zur Wehr, sondern weinten nur— Männer, Frauen und Kinder, alt und jung: alles weinte. N „Warum fügt ihr uns solches Unrecht zu?“ sprachen sie.„Warum vernichtet ihr zwecklos unser Hab und Gut? Nehmt es doch lieber, wenn ihr es braucht!“ Da schämten sich die Soldaten ihres Tuns. Sde hielten ein in ihrem Vernichtungswerk und liefen nach allen Seiten auseinander. — Wie lange noch? So lange noch der Völker Kraft in Waffenruhm besteht und das Panier der Wissenschaft nur unterm Schwerte weht: so lange noch die rohe Macht wird obenan gestellt, so lange wird nicht Friede sein auf dieser schönen Welt. So lange noch der Dichter Mund dem Kriege Lob erteilt, in Worten voll Begeisterung bei blut'gen Szenen weilt, so lange noch das Fleisch den Geist in eh'rnen Schranken hält, so lange wird nicht Friede sein auf dieser schönen Welt. a Für die Bedrängte Zeichnungsliste liegt in der Geschäftsstelle * n im Ruhrgebiet. der Oberhessischen Volkszeitung — Wohnungspolitit und Wohnungswucher. Morgen abend S Uhr bält der Gießener Mieterrerein im Saale des Kathol. Vereinshauses eine öffentliche Versammlung ab, in der Reichs⸗ tagsabgeordneter Beckmann über Wohnungspolitik und Rechts⸗ anwalt Homberger über Wohnungswucher sprechen werden. Wir weisen auf diese Versammlung hin, deren Besuch jedem Mieter empfohlen werden kann. Nach den Referaten werden noch ver⸗ schiedene Mietsangelegenheiten zur Sprache bommen. — Frauenversammlung. Kommenden Dienstag, den 20. März, abends 8¼ Uhr findet im Gewerkschaftshaus eine Frauen⸗ versammlung der Ver. Sozd. Partei statt, in der Genosse Lehrer Schmidt einen Vortrag über:„Wie bereite ich mein Kind zur Scale vor“, halten wird. Da dieses Thema unsexe Frauen, die ja in erster Linie die Erzieherin ihrer Kinder sind von ganz beson⸗ derem Interesse sein dürfte, ist vollzähliges Erscheinen der Genos⸗ sinnen zu erwarten. Auch die Frauen von Genossen, die bis jetzt noch nicht selbst Mitglieder der Partei sind, sind herzlichst willkom⸗ men.— Gleichzeitig werden hiermit unsere Genossinnen auf den am Samstag beginnenden Vortragskursus über das Jugendwohl⸗ fahrtsgesetz ausmerksam gemacht und ist auch in demselben zahl⸗ reiche Beteiligung von Seiten derselben zu erwarten, ganz beson⸗ ders ist es Pflcht derjenigen Genossinnen, die im Stadtparlament wie in der Armenpflege tätig sind, an demselben teilzunehmen. L Konsum⸗Verein Gießen. Auf die Mitglieder⸗Versammlung für die Verteilungsstellen Asterweg und Schanzenstraße am Mon⸗ tag,(siehe Anzeige) weisen wir auch an dieser Stelle besonders die Hausfrauen hin. e Stiftung für die Ruhrhilse. Der Gesangverein„Eintrae R̊ d 1 n dat für die Ruhrhilfe den Betrag von 10 000 Mark gestiftet. Wir empfehlen dieses schöne Beispiel der Opferwilligkeit zur Nachahmung! — Vom Stadttheater wird mitgeteilt: Die Erkrankung des Frl. Wander machte auch für kommenden Sonntag zur letzten Auf⸗ i von„Schwarzwaldmädel“ ein Gastspiel erforderlich. Es ist der Direktion gelungen, einen ganz hervorragenden Gast zu gewinnen. indem die Soubrette des Frankfurter Opernhauses. Frl. Martl Schellenberg, die Partie des Bärbele übernommen hat. Es ist voraus zusehen, daß dieses Gastspiel eine außerordentliche Anziehungs⸗ kraft ausüben dürfte, und Interessenten dürften daher gut tun, sich bei Zeiten Plätze für die Aufführung am Sonntag Abend zu sichern. — Heuchelheim. Unser Arbeitergesangverein veran⸗ staltet morgen, Sonntag, 18. März, nachmittags 2 Uhr eine gemüt⸗ liche Zusammenkunft mit dem Arbeitergesangverein„Hoffnung“ aus Treis a. Oda. im Vereinslokal. Alle aktiven Sänger wollen dabei zur Stelle sein. Ebenso sind die übrigen Mitglieder und Freunde des Vereins freundlichst eingeladen. — Steinbach. Am Samstag sprach hier Genosse Henzel in einer öffentlichen Versammlung über den Kampf im Ruhrgebiet und über die Folgen der Besetzung. Er schilderte in packender Weise das Elend und den Opfermut der Arbeiter und Beamten des neubesetzten Gebietes. Leider hat man bei uns für die Vorgänge im Ruhrgebiet noch sehr wenig Verständnis. Dieses ersah man schon sehr deutlich an dem Besuch der Versammlung, welcher bei der Wichtigkeit der Tages⸗ ordnung viel zahlteicher hätte sein müssen. In Anbetracht der Oyser, welche im Ruhrgebiet gebracht werden, wo nach Angaben des Refe⸗ venten Leben und Gesundheit des Volkes auf dem Spiele steht, hätte die Sammlung, die im Dorfe veranstaltet wurde, bedeutend besser sein dürfen.— Zum Schlusse lam der Referent noch uuf die Gemeimwirt⸗ schaft Oberhessens, das Siedlungswesen, das Pachtschutzgesetz und die „Zwangswirtschaft zu sprechen. Bei dem Pachlschutzgesetz hätten die Vertreter der Landwirtschaft(Dr. Werner und Kindt) glänzend ver⸗ sagt und hätten es bei der Abstimmung vorgezogen, den Sitzungssaal zu verlassen. Die Zwangs wirtschaft sei ein notwendiges Uebel und das Heine Opfer, welches hier die Landwirte brächten, würde von den Opfern der Arbeiter in bezug auf Steuerzahlen weit überboten, da am Ende des es 1922 84 Prozent sämtlicher Einkommensteuern von den Lohn⸗ Gehaltempfängern aufgebracht worden seien. — Wieseck. Am morgigen Sonntag findet abends 7½ Uhr im Lokal von Wirt Bierau eine Versammlung der Mitglieder des Kon⸗ sumvereins Gießen statt, in welcher der Geschäftsbericht vom letzten halben Jahre zur Besprechung steht. Besuch der Versammlung ist jedem Mitglied der Genossenschaft zu empfehlen. d„ereis F riedberg⸗ Büdingen. — Büdingen. Unter dem Verdacht des Muttermordes ist der Schmied Johann Mörschel von Blidingen verhaftet worden. Der Boschuldigte ist durch den Schnaps heruntergekommen und als ein gewalttätiger Mensch bekannt. Es wird vermutet, daß er von seiner Mutter Geld verlangte und ihm dies verweigert wurde, wor⸗ auf er die Hand gegen seine Mutter erhob und diese erwürgte. Westerwald und Unterlaßn. Tod bei der Arbeit. Auf der Grube Eselskopf bei Kotzenroth ereignete sich durch herabfallendes Gestein ein Unglücksfall, dem zwei Bergleute zum Opfer fielen. Obwohl Hilse sofort zur Stelle war, konnten die Verschütteten nur mehr als Leichen aus dem Schutthaufen geborgen werden. Einer der Verungllickten, Schäfer, hinterläßt eine Frau mit sechs Kindern. Kleine Nachrichten. Auch einer, der in Ehren untergehen will! Merkwürdige Dinge scheinen in den Kriegervereinen vorzugehen. Der westliche Vorort Berlins, Zehlendorf, hat auch einen Kriegerverein, dessen Vorsitzender heißt Radde und ist aktiver Lehrer. Jedesmal, wenn dieser Krieger⸗ verein seine Versammlung hat, redet der Radde eine vatternde Rede. „Diesmal hat er zu seinen Mannen von dem bekaunten Hindenburg⸗ wort geraddet, alle Deutschen sollten eingedenk sein dieses Wortes: „zu kämpfen bis die letzte Fahne zerfetzt und die letzte Klinge zer⸗ splittert ist.“ Nadde soll das erst mal selber vormachen, so zum Bei⸗ spiel: er nimmt seine Kriegervereinsfahne und die gute Klinge seines Taschenmessers, fährt damit zu den Franzosen im Ruhrgebiet und kämpft mit Fahne und Klinge so lange gegen sie, bis von dem Radde kein Fetzen mehr übrig ist. Dann starb er den von ihm so offenbar ersehnten Heldentod, denn er, Radde, sagte mit Hindenburg selber, es sei„besser, in Ehren untergehen, als in Schande weiterleben.“ Also bitte, Herr Radde, machen Sie den Anfang und gehen Sie in Ehren unter. Vermutlich aber, wenn es noch einmal zum Untergang kommen sollte, dann sind es wieder die nationalistischen Radden, die zuerst, wie im November 1918, das sinkende Schiff verlassen. Erhard Auer in großer Not. Unter dieser Ueberschrift brachte der Völlische Beobachter in München die Mitteilung, daß Auer, der sozialdemokratische Abgeordnete und frühere Landtagspräsident, am 3. März mit Weib und Kind im Münchener Ratskeller gesessen sei, daß der„Herr Präsident“ köstliche Weine getrunken und eine Rech⸗ nung von„über hunderttausend Mark“ bezahlt habe, daß ein be⸗ trunkener Student vor Auer hingetreten sei und ihm den Vorwurf der Völlerei gemacht habe. Durch eine besondere Art von Humor habe Auer sich aus der peinlichen Situation in die Sphäre des be⸗ freienden Lachens gerettet.“ Zerknirscht muß zugestanden werden, daß Auer sich erlaubte, am Samstag, den 3. März, abends mit seiner eigenen und emer weiteren verwandten Familie von auswärts im Ratskeller ein Glas Wein zu trinken. Aus bestimmten Gründen konnte es lesder lein„köstlicher“ sein. Die Rechnung von hunderttausend Mark ist ebenso eine Phantasie wie das angebliche Intermezzo mit dem Studenten. Der Vorgang zeigt aber, wie sorgsam Auer behütet wird, damit ihm nichts passiert und damit er vor Fehltritten bewahrt bleibt. Frankfurt a. M., 15. März. Frankfurter Viehmarkt. Auftrieb 12 Ochsen, 5 Bullen, 39 Färsen und Kühe, 765 Kälber, 219 Schafe und 268 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber feinster Qualität Mk. 200 000230000, mitt⸗ lerer Qualität Mk. 160 006200 000, gering. Qualität Mk. 120 000 bis 150 000. Schafe Mk. 90 000—240 000, Schweine unter 80 Kilo Mk. 200 000250 000, von 80—100 Kilo Mk. 250 000270 000, von 100150 Kilo Mk. 260 000280 000, über 150 Kilo Mk. 270 000 bis 290 000. In allen Viehgattungen war schleppender Handel, Schweine hinterließen Ueberstand. Frankfurt a. M., 15. März. Schießerei im Gerichts⸗ gebäude. Zu einer aufregenden Szene kam es heute vormittag in einem Zimmer des Amtsgerichts. Während seiner Vernehmung durch einen Amtsrichter schleuderte der Schuhmacher Bremser plötzlich einen Stuhl gegen den Beamten, konnte aber daran im letzten Augenblick gehindert werden. Dann zog er einen Revolver und drückte mehrere Male ab. Glücklicher Weise versagte die Waffe. Der Täter floh bar⸗ auf und wurde in einem der Gänge von einem Justizmachtmeister aufgehalten, den er aber durch einen schweren Schuß in die Brust niederknallte. Der Täter wurde schließlich in einer Seftengasse von der Menge ergriffen, zunächst verhauen und dann der Gefängniswache zugeführt. Die Verletzungen des Justizmachtmeister sind schwer und geben zu Besorgnissen Anlaß. J Frankfurt a. M., 15. März. Eine Frankfurt⸗Kölner Glockengeschichte. Vor Jahresfrist bestellte die Stadtsynode bei einer Glockengießerei in Apolda für die evangel. Kirchen 27 Glocken zu einem verhältnismäßig billigen Preise. Der Gießer verpflichtete sich zur Lieferung der Glocken bis August 1922 und beschaffte sich auch dazu das nötige Glockengußmaterfal. 10 Glocken lieferte er ab. Die übrigen 17 blieben aus. Alle Mahnungen Frankfurts blieben vergeblich. Einmal teilte die Gießerei mit, daß die Glocken für eine Kirche„sooben“ im Guß seien. Däbei aber blieb es. Inzwischen aber lief bei der Gießerei die Bestellung auf den Neuguß der Kölner Kaiserglocke für den dortigen Dom ein. Der Gießer machte dabei ein besseres Geschäft und verwendete zu dem Guß das Frankfurter Glockengut. Köln hat heute seine Glocke, die Frankfurter aber warten bis jetzt vergeblich auf ihre 17 Glocken für die einzelnen Kirchen. Der Meister will die Glocken wohl jetzt gießen, heischt aber für das Kilo Glockengut 8000 Mark gegen 33 Mark bei dem vor Jahresfrist schriftlich vollzogenen Lieferungsvertrag. Jetzt sollen mm die Juristen sprechen. Die Kölner Kaiserglocke aber ist von rechtswegen aus Frankfurter Glockengut gegossen. Mainz, 14. März.„Arzt oder Ebamm? In ernster Zeit fehlt auch den Mainzern der goldene Humor nicht. Als letzthin die Verlehrssperre verhängt war und nur Aerzte, Geistliche und Heb⸗ ammen zwischen 9 Uhr abends und 6 Uhr morgens auf den Straßen gehen durften, wurde ein Kaufmann aufgegriffen, der sich in seiner Kneipe verspätet hatte. Die aus Marokkanern bestehende Nachtstreise forderte den Ausweis, den ihnen der schlagfertige Kaufmann über⸗ reichte. Die des Lesens unkundigen Afrikaner studierten den Ausweis und fragten schließlich in gebrochenem Deutsch:„Arzt oder Gbamm?“ „Hebamme“ erwiderte der unerschrockene Mainzer, worauf die Marok⸗ kaner sagten:„Gut, passer!“ Der Kaufmann war einer hohen Geld⸗ strafe glücklich entronnen. Mainz 15. März. Ausgewiesen wurde der 67jöhrige Rektor Schorn(früherer Landtagsabgegedneter) mit seiner Familie. Vandalismus. In einer der letzten Nächte wurden am alten Eisenbahndamm bei Bad Homburg v d. H. zahlreichen prachtvollen Erlenbäumen die Stämme abgesägt. Einstellung eines Eisenbahnbetriebs. Am 15. März wurde wegen des Verkehrsrückganges der Be⸗ trieb auf der Kleinbahnstrecke Selters⸗Hachenburg(Westerwald) eingestellt. Nur für den Güterverkehr wurde ein Sammelverkehr eingerichtet. Bei der Ueberfahrt ertrunken. Bei Wörth fuhr der Landwirt Franz Schab seine Braut in einem Nachen über den Main. Als er zurückruderte, wurde Schab von dem Seil der Fähre aus dem Boot geschleudert. Die Leiche ist noch nicht gefunden worden. Zwei Ehefrauen wegen Vergiftung ihrer Männer angeklagt. Am Montag begann in Berlin der Giftmordprozeß gegen die Frau verw. Erna Klein, Frau Margarete Neppe und Frau Riener, die Mutter der Angeklagten Neppe. Der Prozeß gehört zu einem der interessantesten Fälle der modernen Psychologie. Zwei Ehe⸗ frauen haben nach gemeinsamer Uebereinkunft ihre Ehemän⸗ ner gewaltsam beseitigen wollen. Der Plan ist zum Glück nur zur Hälfte gelungen, da der eine Ehemann mit dem Leben da⸗ vonkam. Das Verbrechen ist dadurch verübt worden, daß Frau Klein ihrem Manne täglich eine bestimmte Menge Arsenik im Kar⸗ toffelbrei gegeben hat, die schließlich zum Tode führte. Die Ver⸗ nehmung begann mit den Aussagen der verschüchterten Frau Klein, die zwar den Giftmord an ihrem Manne zugab, aber als Beweg⸗ grund im wesentlichen die brutale Behandlung seitens ihres Mannes bezeichnete. Er soll oft betrunken gewesen sein und sie dann miß⸗ handelt haben. i Ein Teil der sonstigen Beschuldigungen, die sich auf das Eheleben der beiden bezogen, kamen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zur Sprache. Auch die zweite Angeklagte gibt als Grund die Bedrohungen ihres Mannes an. Das weiße Pulver, das Frau Klein ihrem Manne gegeben hatte, waren 10 bis 12 Gramm Arsen, das ein Drogist ab⸗ gegeben hatte lein Zehntel eines Grammes geniigt, um einen Men⸗ schen zu töten). Nach dem letzten Vergiftungsversuch erkrankte Klein so schwer, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte, wo er noch am Abend starb. Die Leichenöffnung ergab, daß große Mengen Arfenik im Körper waren. Der Vorsitzende fragte die Angeklagte Klein, warum sie alle die widernatürlichen Zumutungen ihres Mannes, die sie vor dem Gericht geschildert habe, niemals in den mehreren hundert Liebesbriefen die sie an ihre Freun⸗ din geschrieben hat, erwähnt hätte. Die Angeklogte erwiderte, daß es ihr peinlich gewesen sei, darüber zu reden. Sie habe aber ihrem Ver⸗ teidiger gegenüber Angaben gemacht. Sie hatte nur den einen Ge⸗ danken, frei von ihrem Mann zu sein, und es ist bemerkenswert, daß der ermordete Ehemann immer einen langen Dolch unter seinem Kopfkissen gehabt hat, da er stets Angst hatte, von seiner Frau ermordet zu werden. Arbeitsrecht, Gewerkscha tliches, Arbeiterbewegung. Rechte der Betriebsratsmitglieder im Aufsichts rat. Die Klage der Betriebsratsmitglieder des Auffichtsrates der Mitte gd ent schen Creditbank auf Nichtigkeitserklärung dex durch die Generalversammlung beschlossenen Satzungsänderun⸗ gen, nach denen gewisse, früher vom Aufsichtsrat ausgeübte Funk⸗ tionen diesem entzogen und einem besonderen Personalausschuß überwiesen wurden, ist durch die Zivilkammer des hiesigen Land⸗ 1 ahgewiesen worden. Die Begründung des Urteils eht en 185* b Stand der deutschen Gewerkschaften. a 8077 175 Mitglieder, worunter 1 760 676 weibliche, zählte den AB. bildenden Zeutralverbände der fresen Gewerkf am Jahresschlusse 1922. Diese Ziffern sind allerdings a5 vorläufig anzufehen, da von sieben der 49 Verbände erst die 0 vom 3. Quartal 1022 vorliegen, von einem Verband die vom 4. Quartal 1021 eingesetzt werden mußte, während der band der Film⸗ und Kinvangehörigen seit Mitte 1921 fiber Mitgliederbestand nicht mehr berichtet. Gegen die Ziffern 3. Quartal bedeuten die 3 Quartals Senate der lichen Mitglieder um 8215, dagegen eine Abnah ännlichg Megtalieder aum 81 902 einen Rückgang von 73 637 Mitgliedern Bei unvollständigen 0 0 zulässig: ein solcher zwischen den Ziffern des 1, und des 4. O a1. kals 1922 würde eine Zunahme im Laufe des Jahres von 2 10 Mitgliedern ergeben. Maßgebend sind die Se e das Jahr 1922, die 10 erst aus der Jahresübersicht des für 1922 ergeben werden. b 1 K Eine Schlußfolgerung lassen die Ziffern mit aller Besti zu, nämlich die, daß das Agitat'onsfeld zur Gewinnung neuer glieder für eine ganze Reihe von Gewerkschaften noch nicht al schlossen ist. Ueberflüssig zu betonen, daß nicht minder wichti, weitere Aufklärungsarbeit unter den acht Millionen Mitglie! ist, da es nicht nur auf eine möglichst große Zahl von Mithliede ankommt, sondern zugleich darauf, daß diese Mitglieder w weshalb sie es sind, daß sie nicht nur Mitglied sein, sondern arbeit llen. 8 e Kein Streik in Berlin. 9 Das genaue Ergebnis der am Montag und Dienstag vo menen Urabstimmung der Berliner Metallarbeiter über den spruch vom 8. März ist erst für Donnerstag zu erwarten. bisherigen Meldungen aus den einzelnen Betrieben haben rund 160 000 Abstimmungsberechtigten zirka 90 000 an der mung beteiligt. Davon stimmten zirka 55000 für den Stre 35 000 für die Annahme des Schiedsspruchs. Die für die& erklärung notwendige Dreiviertelmehrheit ist also nicht erre den. Der Metallarbeiterverband hat, da die Unternehmer Schiedsspruch ablehnten, inzwischen beim Reichsarbeitsministerjum ze Allgemeinverbindlichkeit beantragt. Ueber die Stellung des 9 arbeitsministers zu diesem Antrag ist bisher noch nichts bekannt g. worden. In den Kreisen der führenden Metallarbeiter hofft Arbeiter günstige Entscheidung herbeiführen aber, eine für die können. 5 „„ i Lokale Parteinachrichten. 5 6. Agitationsbezirk Gießen, Alsfeld, Lauterbach. 9 Kursus für Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge. An die Ortsvereinel Auf Veranlassung des L. 0 fahrtsausschusses findet für den 6. Agitationsbezirk ein 8 b stehend aus 4 Vorträgen zur Einführung in das Reichs jugend 0. fahrtsgesetz in Gießen im Gewerkschafts haus statt: Sonntag, den 18. März, nachmittags 2% Uhr: 1. Vortrag: a) Einführung in das Reichszugendwohlfah b) Jugendgerichtsgesetz und Jugendfürsorge. Referent: Dr. Aaron, Rechtsanwalt, Gie fassung und Verwaltung. g Referent: Dr. Aaron, Rechtsanwalt, Sonntag, den 8. April, nachmittags 2% Uhr: 3, Vortrag: Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge in der und ihre Anwendung und Durchführung d Organe der Gemeinden. 0 Neferent: Beigeordneter Delp⸗Darmstadt. Sonntag, den 22. April, nachmittags 2% Uhr: 4. Vortrag: Die rechliche Stellung zwischen Eltern und und das Vormundschaftswesen. Ref.: Rechtsanwalt Homberger Gießen. Wir erwarten bestimmt, daß sich unsere Genossinnen und nossen im besonderen diejenigen, die in der sozialen Fürsorge sind, zahlreich beteiligen. g Um es den weiblichen Mitgliedern entfernter Ortsve ermöglichen, an dem Kursus teilnehmen zu können, wird da geld vergütet. 5 Mit Parteigruß! J. A.: H. Häuser. 8 11 Sozialdemokratischer Kreiswahlverein Friedberg⸗Büdin Sonntag, den 25. März d Js., vormittags 9 Uhr fi Butzbach bei Gen. Berszinski, Schloßstraße, die dies ordentliche Bezirkskonferenz statt. Tagesordnung: 1. Die politische Lage. Gen. Widmann Offenbach. 2, Ein Gang e 1 tft geschichte. Referent Gen. Schilling, Lollar. 4. Anträge Verschiendenes. N. Der umfangreichen Tagesordnung halber bitte um und pünktliches Erscheinen. Mit Parteigruß! Die Bezirksleitung: J. A.: Stern, Briefkasten. Sch.⸗Trohe. Wenn dem Bahnarbeiter aus Rutter⸗ seines verwerflichen Streiches die Meinung gesagt worden ist, ö 55 1 88 für die Oeffentlichkeit hat die Sache weite interesse. 0 Versammlungs kalender. Gießen. Frauengruppe der Vereinigte Partei. Dienstag, den 20. März, abends punkt 872 Gewerkschaftshaus Frauenversammlung mit Vor Genossen Lehrer Schmidt über:„Wie bereite ich mein! zur Schule vor“, Die Genossinnen werden um und zahlreiches Erscheinen ersucht, ebenso ist es Pflicht der Ge ihre Frauen, auch wenn diese noch nicht Parteimitglied fin Versammlung zu schicken. 0 7 Geschäftliches. Die teuren Zeiten! So klagt heute jedermann und 9 jede sorgende, auf das leibliche Wohl der ihrigen be 1855 Es muß an 705 Enden gespart werden. Ein es, nie unexprobte, angeblich villige Nachahmung sondern beim Alten, Bewährten zu Reben“ Tier gt t die mit Recht so beliebte Maggi's Würze. Die echte Würze ist sehr ausgiebig und hilst wirklich spgren. Afitiert für die Oberhesssche Volk Ziffern sind solche Vergleiche natürlich nichl . — — —... 1 valt, br Kk— den. em val, 80h r: i be ung d, mind. m 1 Gießen en n Firas rte 0 0 „änstt Vübis l Uht im e bal 5 9,6„ Küchenmädchen. An die Geschäftswelt! Wir empfehlen zur Insertion die in unserer Zeitung erscheinende branchenweis geordnet. Diese Einrichlung stellt einen Wegweiser für die Leser der Oßberheffischen V dar und liegt es im Interesse der Geschäftswelt, auf Grunnd unserer weiten Wee ung sich zahlreich daran zu be⸗ teiligen. Von uns beauftragte Herren besuchen die serhalb die Geschäftswelt im Bereiche unseres Verbreitungsbezirke⸗ und bitten wir, dieselben wohlwollend aufnehmen zu wollen. Hochachtung voll Verlag der Oberhesstschen Volkszeitung. be häftliche Rundschau mit Zeitungs⸗Danuerfahrplan Jolfiszeitung bei ihren Einkäufen Sthördliche Bekanntmachungen Bekanntmachung. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk 1 Försters Arft, Forsthaus Hochwart, Abteilungen 1, 4, 7b, 8, 15b und 86, solleu am Montag, den 19. März 1928, vorm. 9% Uhr beginnend versteigert werden: in alter bewährter Gũt Orne CM! WSeefn Dlelcru GD Geste. Alleine rier seller: MAN KGT A 618. bdusser dex, e für alle Arten 7 n asche. „Wemastese fl Nude 10 OriqinotpacHKHUn AT Sc dier ντ..ꝛme e„NENME O Ones, νο Sieich- Soc V 104 Fichtenderbstangen J. Klasse 8 9,61 Fm 72¹. 22,73„ 110⁰ Fich tenreisigstangen. 13,44„ 2070 Boh nenstangen 7,26„ 235,9 Rm Kiefernscheit „2„ Fichtenscheit 544„ Tiefernknüppel „ Jichtenknüppel 150 Wellen Eichenreisig 3110„ Kiefernreisig 120 Fichtenreisig 62 Pm Kief ernstocke Fichtenstöcke Die Versteigerung findet in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe“ statt. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da für etwa später vorgefundene Mängel jeglicher Art mi. gehaftet wird. Die Abfuhrscheine sind vom 22. Mürz 1923 ab, spätestens jedoch bis zum 28. März 1923 gegen Bar⸗ 1 bei der Stadtkasse, Gartenstr. 2, Eingang ton der Südaulage, in Empfang zu nehmen. Nutzholz⸗Versteigerung. Nächsten Mittwoch, den 21. I. M. soll im hiesigen Gemeindewald folgendes Holz versteige rt werden: 1 Stamm II. 1. 31 9 Die Zusammenkunft ist nachmittags 1½ der Tal⸗ und Hangschneise im Distrikt See. Großen⸗Linden, den 15. März 1923. Bürgermeisterei Großen⸗Linden Kiefernstämme: 92005 Festmeter 188 N 5 25 9 Derb sta n gen: J. Klasse 26 Festmeter 1 Uhr in Kiel en ee 248 VLeinbrand 2 22 derlreler: Anton—— Giessen, nina, Lelelon 073 gun Cangen Lang. Im Anschluß an diese Versteigerung wird von 2 Uhr nachmittags ab an der Georg Philipp Gail⸗ Straße dort lagerndes Abfallholz aus den städtischen Anlagen und zwar: 13 8584 Knüppel⸗, Reisig⸗ und Stockholz lversteigert. Wießen, den 15. Mürz 1923. der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg. Städt. Arbeits amt Gießen Liebigstraße 16 Telephon 205 4 Kostenlose Arbeitsvermittlung und Berufsberatung für beiderlei Geschlecht, u. a. auch für Kriegerwaisen und e es können eingestellt a) bel bhiestaen Arbeitgebere: Lehrlinge! 2 Friseure, 1 Bäcker, 2 Lackierer, 1 Einrahmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner, 7 Schriftsetzer, 1 Maler und We ßbinder.! Glaser, 1 Meßger, ein Buchbinder, 2 Spengler und Installateure, 2 Kellner, 1 Schneider. b) bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 verheirateter Knecht, 3 Dreher, 1 älterer Bauschlosser, Sake über 30 Jahre alt, 1 Spengler und Installateur. Lehelinge: 1 Steinmetz, 1 Spengler und In⸗ stallateur. Es suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, 2 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hansburschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Schuh⸗ macher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler, 1 landw. 3 Bäcker und Metzger, 2 Kellner, 1 Kraftfahrer, 1 Buch⸗ binder, Mechaniker, 1 Heizer, 1 Wagner, mehrere Anstreicher, 3 Weißbinder, 1 Konditor, 2 Bautechniter, 1 neee 3 1 Wiaschinenbaupraltikant, 1 Müller, 1 Zahntechniker, 3 Schneider. Fe 1 Kaufmann, 2 Autoschlosser, 2 Schlosser, 1 Spengler, 3 Mechaniker, 3 Elettromon⸗ teure, 2 7 e mit Kost und Wohnung, 1 Schreiner desgl., 1 Schneider. Gelegeuheus arbeiten werden ebenfalls eutgegen⸗ genommen. Weibliche Abteil ns: bönnen eingestellt werden: a) bei hteligen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und mädchen fur einzelne Tage, tüchtige a llein⸗ 7 5 einfache Stützen, 1 Köchin, 1 Schästestepperin, ere Waschsrauen, 1 Zimmermädchen. bei aubwärtigen Arbeitgebern: 8 laudwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienstmädchen, Hausmädchen, Zim mermädchen, Alleinmädchen, eine Köchin, 1 Stüge, 1 Haushälterin, 1 Voteltöchiu, ein Es suchen Arbell: N 1 Büglerin, ontoritiunen, 1 Flickerin, drei Verkäuferinnen, 1 Haushallerul, einige Lausfrauen, auch für Nachmittags beschaltigang, Llabchen für ags⸗ Über, Jabrikarbeiteriunen, 1 Waschfrau, 1 Kaffeeköchin, 1 muenlehr madchen, 3 Hürolehrmädchen, üllerin. Tie Verufsberatung und Arbeits- Vermittlung für a Mustker findet Dienstag, Donnerstag und Samstag statt. ist verboten. Bezüglich der in der Nähe des Marktplatzes vor⸗ handenen Stallungen erteilt Herr Lohnkutscher Huhn Auskunft. Eine Prämiierung kann in Anbetracht der außer⸗ 9 hohen Unkosten nicht stattfinden. ieße Die slädtische Pferdemarkt⸗ Deputation: Frühjahrepferdemarkt zu Gießen. Am Mittwoch, den 21. 71½ Uhr begiunend, findet auf den flädtischen Marktanlagen an der Rodheimerstraße Der Auftrieb von Pferden aus Sperrbezirken 1 1923. vorm. Pferdemarkt den 13. Mürz 1923. 1387 Klingspor, Beigeordneter. f eine für den tobenden Kampf um die Erhaltung 5 des Achtstundentages sehr wichtige Schrift: Arbeitszeit, Arbeitslohn und f Tatsachen über die soskalvolitische und volks⸗ 0 N A Bedeutung des Achtsiunden⸗ tages Allen triebsräten zur Anschaffung dringend empfohlen. g 9 5 Der Fascismus in Deutschland Bisher fehlte es an einer Auftlärungsschrift, die gegen die vorhandene rohe Jascistengefahr ein reiches und gut, von schlagender Beweiskraft zusammenfaßte. Die Waffenstreckung der bayerischen Staatsregierung vor den nationalsozialistischen Fascisten zwingt die deutsche Arbeiterschaft zur größten Wachsam⸗ keit gegenüber der saatsumstürzlerischen terror Diese Schrift muß in den Kreisen der Arbeiter, Angestellten und Beamten, wie überhaupt der Von Paul Hertz und Richard Seidel. Soeben erscheint Preis 240 Mark Gtwerkschaften und Politik in Sowjetrußland Preis 220 Mark Beide verfaßt von Th. Dan. Die Kenntnis der russischen revolutionären Er⸗ fahrungen ist für jeden klassenbewußten Arbeiter von ungeheurer Vedeutung. Deshalb wird die Anschaffung dieser Schriften allen Parteigenoss en dringend empfohlen. Zwei neue Je delt Sörisen die nach dem Urteil von Sachverständigen das beste darstellen, was bisher über Sowjetrußland erschienen ist, sind eingetroffen: Der Arbeiter in Sowjetrußland Die Bilanz J. ommuniftiscen Wirtschaftspolitik Buchhandlung Oberhess. Volkszeitung. 5 Arbeitsleistung. in Deutschland und im Auslande. 9 Preis 1600.— Mark. 0 Gewerlkschaftsorganisgtionen, sowie Be⸗ Nen! Nen! von Paul Kamvffmeyer. Zivile Preise 11 Gewerkschaftshaus Giessen Schanzenstraße 18 2 Empfehlen allen hiesigen u. auswärtigen Partei- u. Gewerkschaftsgenossen unsere geräumigen Lokalitäten Guter bürgerl. Mittagstisch Prima Bier aus der Brauerei Ihring-Lich la. Weine und Liköre/ Imbiß/ Kaffee Aufmerksame Bedienung Die Verwalt.: Max Stephan. Fernsprecher 18 gesichteles Tatsachenmaterial stischen Fascistenbewegung. 0 rebublitanischen Bevölterung gelesen werden. Preis 350.— Mark. Buchhandlg. Oberh. Volsiszeitung. 0 2 e er eee. elne von 10—12 Uhr statt. Wilpe 11 Beerdigung; 17. Märg, 1% Uhr nachm 5 14. Marg. Katharine Heck 2 Monate alt, 1 Kaiser⸗Allee 38. 9 Beerdigung: 13. März. Hermine Florus, geb. Ashauer, 71 17 ff alt, Dammstraße 12. Gestorbene. März. Lisette Walz, geb. Neunobel, Jahre alt, Licher shraßze 74. 0 17. März, 2½ Uhr nachm. ——— Spielleitung: Rudolf Goll. „ Mk. 1500. 1000 Stadttheater Montag, den 19. Mürz. abends 7 Uhr Festvorstellung zum Besten der Wohlfahrts- Kassen des Personals Lis Doarpriazessin Operette in 3 Akten von Leo Fall Musikalische Leitung: Karl Knübel. 1866 Einstudierung der Tänze: Lina Oldini. Unter Mitwirkung der Chor vereinigung Arminius(Leiter: Joseph Würzburger). Warmn e Mk. 3500, Mk. 8000, Mk. 2500. Vorverkauf ab Montag. 12., an d. Theaterkasse. che- Tolle Jide im katholisch. Vereinshaus Heute abend 8 Uhr: fe Ihen. Nachmittags 4 Uhr: Schüler- Vorstellung! —.— 5 das kochen und Haus⸗ arbeit verrichten kann, gegen hohe 1 4 sucht in tleinen Haushalt van Claarenbeek Gonzeubeim⸗ Bad Homburg, Bindenstr. 10. Krätzurgan sor unauffäll., mild, unschädl. Jucken u. fast alle bautleid. 48852 Kaxn, Seu Auch Versd. Osterwunsch Sescheltswenn in d. 50er Jahr., bermög., ev. alleinst. ohne Kind, in Bäckerei u. Landwirtschaft erfahren, wünscht mit ält. Dame od. Witwe in pape zu treten, zw. bald. Heirat, am l. Einheirat. Offert. unter Nr. 1890 an die Oberhessische Volks · zeitung erbeten. Stadttheater Sonntag, den 18. Mär Meine Frau, das Fräulein Anfang 3½¼ Ende n. 6 Uhr Einmal. Gastspiel Martl Schelleuberg vom Opernhaus Frankfurt Schwatzwaldmädel Anfang 7 Ende 91¼ Uhr Moutag, den 19. Mär Festvorstellung Die 1389 Dollarprinzessin Anf. 7 Uhr Ende 9¾ Uhr Dienstag, den 20. Märs 21. Vorstellung im Dienstag⸗Abonnement Will und Wiebke Anf. 7 Uhr Ende 9 Uhr Mittwoch, den 21. Märs 21. Vorstellung im Mitiwoch⸗Abonnement Morituri(Teja, Das 9 7„Viäunliche) Anfang 7 Ende 9 /. Udr breztag. den 23. Märs 22. Vorstellung im Freitag Abonnement Die Dollarprinzessin Anfang? Ende 9/ ub Sonntag, den 25. Märs (Vaimsonutaa) Don In au u. Tragödie von Grabbe. Anf. 7 Ende geg. 10 Uhr. Montag, den 26. Märs A e Aufführung er Abonnemenz Gufscheine gultig! eber den Wassern Drama in 3 Akten von Engel 21 Anf. 7 Ende 9 ½ Uhr Partei-Literatur empfiehlt Buchhandig. Oberhess. Volksztg. „ Kufeke“ bezahlen zu, können. kommene Kindernah sparsam im ind gesund und widerstgnd ihren Müttern wenig Sorge. aber glaubt vielleicht,„L 1 Kinder Keterd pen, vrächtia, Mane und bereiten e Mutter nicht mehr Das ist ein Irrtum. „Kufeke“ ist immer noch preiswert, denn die täglichen Lebensmittel, Milch, Eier usw., sind bee Press gestiegen, als diese ae* rung.„Kufeke Gebrauch und auf diese vorteilba'ter als einfache Mehle oder andere Ersatzpräparate. 8. 3 5 4 else Vorteilhastester Bezug in Originalflaschen Nr. 6; unbegrenzt haltbar auch bei offener Flasche. Die Fleischteuerung“ rbb en erregen f 1 7 im Geschmack kräftigt. 1383 Madl? Würze Ein neuer Beweis ür die Vorzüge des Süßstoffs ist das Ergebnis der Versuche in der staatl. nstalt für Lebensmittelchemie in München. Der Leiter Geh. Reg. Prof. 4 Dr. Th. Paul erklärt: Süßstoff kann Zucker vorteilhaft überall da ersetzen, wo er als Süßgewürz in Frage kommt. Er muß aber sachgemäß und N — d. h. nach Geschmack— verwendet werden. Süßstoff ist gut, billig und bekömmlich. Erhältlich in Kolonialwaren⸗, Drogenhandlungen und Apotheken. Palast-Lichtspiesef Schönstes und größtes Theater am Platze. Heute bis einschließlich Sonntag laufen in unserem gut geheizten Theater die Glanz⸗Filme: 4 2 4 8 4 E Lichtspielhaus Bahnhofstrasse 34 Ba hnhofstrasse 34 Nur noch heute und morgen MoaonnavVanna Ueberwältigender Prunkfüm in 7 Akten.— Anfang 4, 6 und 815 Uhr, Sonntag ab 3 Uhr.— Grosses berühmtes Orohester. Ab Montag Das Lied der glutroten Blume Schwedischer Kunstfilm in 6 Akten, 5 0 f AM 0 9 9 9 b 9 9 5 Die Finsternis und ihr Eigentum Fenarix Ein spannendes Drama in 6 Akten nach dem gleichnamigen 15 ö Roman von Anton Perfall. Sowie ö Se Daß Geheimnis der alten Lampe 5 ab Ge eimnis ek allen umpe Ng οαοç⏑,’et I Eine interessante Geschichte in 5 Akten von altem Gerümpel dur und junger Liebe mit Viola Dana in der Hauptrolle. 6 0 Der Inhalt beider Werke geht weit über den a 9 1 2 Rahmen des nach den Titeln zu Erwartenden hinaus. 0 15 ersttlassiee Künstler⸗ Konzerte 4 Beginn Werktags 4 Uhr, Sonntags 3 Uhr.— Letzte Vorstellung 8/ Uhr. N 0 105 1 N Kreuzplutz 6 15 5 — r 19 r Fat Auen un a 22 . Deutscher Verkehrobund Gießen e 5. 5. Fan ee v,: Astoria- Lichtspiele . Sonntag, den 18. März, abends 8 u nn Konsumverein Gießen u. Amgeg. 5 enntag, b schehen u èð1.—L—]0] n 3 1 8 5 9. ehh i Montag, den 19. März, abends 8 Ahr 5 Verf l g de 5 1 5 1 Aigen E 1 5 E P 0 LO 1 dau Einheitliche Regelung der Söhne sür im Zirkus Gray. e. U o 5 fi f 6 0 6 0 5 die Putzfrauen. 1 Sensationsfilm in 6 Episoden 13 77 Nglede Gan 2e eee e. eee.. B Ea 5 A ferwe und 5 5 5 0 5 V.. 2 I und Erde. 1 7 e 5 f i 9 chanzenstraße* M 1 e t e r 2 V e 1 2 1 n Eddie P. 51 1 ee e e 1394 6 155 Zahlteicher VBesuch, besonders die Hausfrauen, 55 5 10 010 deine besten Kesstunzen; deer i e eee, Der Vorstand Sonntag, den 18. März, abends 8 Uhr übertrifft alles bis jetzt Dagewesene. Tief f eee im Kath. Vereinshaus Heute bis einschliesslich Sonntag: N A indun, 5 Der geheimnisvolle Schuss Oeffentliche Versammlunge e e ee g Neichstagsabg. Bekmaun: Wehuunzöpoliti: C Fa 2 D 5 S 8— utt — Rechtzauwalt Homberger: Wohuungswnher—— f. n DD¶die Hausbesitzer verlangen einen Zuschlag von 15 24 755 Prozent, Wir bitten deshalb um 1 12 5 ben 29000002 i zahlreiches Erscheinen. 1391132 E ee 6 15 05 5 2„ Eintritt Mk. 10.—. Der Vorstand. 2 2. e. 8 Nerinigte Spnindenohr. Partei ge Tana frtend der Husuirseld Nane Fe Orts 0 N f e ö 5. 3 9 Ortsgr. Gießen, Büro: I. le 0 0 Platin, Perlen, Bestecke, ö 15 amsta 60 8 17, 2 9 2 1 4 2 7 f Marz 19 5 2 EN 155 g h eee eder Seer ershenes des Lege dee Tafelgeräte, Alte Münzen, 18 ö 7. 4 5 5 1 ö 2— e März⸗Feier J uagezef ler ersann hug S nme Jenllener Art Gedenkrede: Genosse Profcssor Hüter. 7 leer maus des Siebener euehtauenvere Zrennstifte, Gebisse, 15 * 5 5 Mitwirkende: 9 Die Lehuregelung für Wanlo c 8 b ain fernt nenen menen 7 10 22 beiter grüner sint. Mönter gun. 25h e Sen ee wee Ellelmetall- und Edelstein- Zentrales 9 50. 2 3 r 0 1386 Der Vorstand. N 5 117 a U f 3 ee S οοοονοοοοοοτ iges, Selde sende, 2 Ferekis. . rd 8 5 1 3 r Geöffnet von r vormittags bis ü Dee ee eridsidtint nusere Iuserenten! eee 1 D ̃ ². eee 1 es N N 8 0 iche