1 gedakkion: Gießen 1 ahuhoffkraßt 25 berhessisch Organ für die Interessen des werktätigen Volkes S ane n der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. itung Erpedition: Gießen Bahnhofstraße 23 Ferusprecher 2005. c Di„ Volksgeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. 1925 Woennemeglepreig mit den Beilagen„Das Blalt der Frau und„Land⸗ Zurch die Post bezog. 3000.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120—Mt Verantwortlicher Redakteur: J Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(35 mm breit) oder deren Raum lokal 60.— Mk. auswärts 80.— Mk., die Reklamemillimeterzeile 300.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. 7 11 8 letschaffliche Beslage“ beträgt monatlich 000.— Mt einschl. 9 r 5 Nr. 63 Gießen, Freitag, den 16. März 1923 18. Jahrgang 5 Kaasa m „ bon * 18 Neuer französischer Reparationsplan? Net Aus Paris wird gemeldet: Der Matin erfährt von einer a. verlässisen Persöulichkeit, dast Frankreich und Belgien — uche mehr an den deutschen Reparationsverpflichtungen nach am Londoner Zahlungsplan(132 Milliarden Goldmark) N sthalten, sondern sofort nach Deutschlands Unterwerfung — men neuen Reparationsplan unter Hinzuziehung englischer n. nid italienischer Delegierten ausarbeiten würden. Der bel⸗ u iche Plan liegt bereits fertig vor. — Vorschläge aus Amerika? — In Londoner politischen Kreisen treten jetzt hartnäckig un; serüchte auf, die sich nur schwer nachprüfen lassen. Man * inn sie etwa wie folgt zusammenfassen: 5 0 2 11 Nachdem der deutsche Reichskanzler durch nichtamtliche 2 sche Stellen eingeladen worden war, seine Pläne be⸗ Sai untzugeben, sei man jetzt hier zu der Ansicht gelangt, daß den e Brüsseler Besprechung zu einer Form der Vermittlung lu“ hren könnte. Es heißt, daß Cuno aufgefordert würde, zu * lären, ob er bereit sei, Vorschläge aus Amerika 1 zunehmen und ob er den Gedanken einer Wirtschafts⸗ N nferenz zur endgültigen Entscheidung des Repa⸗ t. Na nsproblems unterstützen würde. Hochgestellte Persön⸗ lin hkeiten, die aber nicht unmittelbar mit der Regierung in 1 Erbindung stehen, zeigen eine große Betriebsam⸗ u it nach dieser Richtung. Man spreche auch von der Aus- ul en flit, Bonar Law könne gezwungen werden, in einer um⸗ bssusn riebenen Weise Frankreich klar zu machen, daß der Tag n ber friedlichen Regelung gekommen sel. 4 GSierzu ist folgende Meldung des Londoner Korre. n pbpondenten der Frkft. Ztg. bemerkenswert: Nach Ansicht geri Kenner könnte die Wirkung des seit einigen Wochen n bestärkt auf die englische Regierung ausgeübten Druckes * der Richtung auf Aktiwpität wesentlich erhöht werden, 5 unn derselben aus der deutschen Politik Nahrung zu- c i se. Tatsache ist, daß die englische Politik heute in einem der n. labileren Zustand ist als bisher. Evening Standard teilt mit, daß auf den Reichskanzler . 2 Fino ein diplomatischer Druck ausgeübt werde, um ihn zu 1 1 aanlassen, die Vereitschaft Deutschlands auszusprechen, die „ Aparationsfrage einem internationalen neu A alen Schiedsspruch zu unterwerfen. gert, Bei dieser Meldung ist zunächst der Wunsch der Vater 10 Gedankens. Jedoch dürften einflußreiche Kreise eine % eh diefer Richtung zielende deutsche diplomatische Attion 111 Ar nützlich erachten. N Neue französisch⸗belgische Verhandlungen. Am Quai d'Orsan wird mitgeteilt daß in etwa 14 Tagen neue feunzösisch⸗belgische Besprechungen s'ottfinden werden, und zibar 1 Paris. Die Fragen, die dabei behandelt werden salen, sind türlich noch nicht bestimmt und werden sich erst aus der weiteren kutwicklung der Dinge ergeben. Die fngstliche Stille nach den Brüfsseler Verhandlungen und bvorgesehenen weiteren Vesprechungen lassen nicht gecade darauf ließen, daß die franzöisch⸗belgischen Gewaltpolitiker ihrer Sache 1 r — — — 1 ö ber fins. Wünsche und Erwartungen Belgiens. un Eoin Pariser Mittagsblatt vom Mittwoch läßt sich aus giüsssel berichten, daß Belgien den Plan Barthous, der am H. Januar der Reparationskommission vorgelegt worden tt t als eine brauchbare Grundlage zur Lösung des Repa⸗ tionsproblems betrachtet. Belgien, so heißt es in dem Ie 1. ztricht u. a., ist gegen die Verteilung der deutschen Zah⸗ . ingen über 20 oder 30 Jahre hinaus. Es wünscht eine Jiuordnung der Reparationsverpflichtungen, die Deutsch⸗ niid ermöglicht, seine Schuld durch internationale Anleihen fünf Jahren abzutragen. Der Brüsseler Berichterstatter e: Information glaubt zu wissen. daß die belgische Re⸗ ung sehr lebhaft Verhandlungen wünscht und un deshalb deutsche Vorschläge erwartet. Belgien als Agent? nt 5 2 5. gen Petit Journal verilfentucht Marcel Ray ein Inferview *, George Har rich, dem Direktor des bekannten Instituts Soloen, alem dieser einen belgischen Plan zur Regelung der Repara⸗ 1 ö 1 enen entwickelt. Dieser Plan geht darauf hinaus: , Gemeinsam mit Deutschland einen Zahlungsplan für 5 Jahre 1, utzustellen. Deutschland Kontrollmaßnahmen und Garantien auf⸗ U dur legen, sowie zu verlangen, daß die Organisationen, die mit der 4% Jurchführung des Zahlungsplanes betraut werden. exetutorische % daovalt haben. Die Annuitäten in den ersten zahren hälten zu eln Fragen je 3 Milliarden Goldmark, hiervon die Hälfte in Sach⸗ wären „ frrungen. Die Hälfte durch Anleihen, zu zu garantleren 0 Zolleinnahmen, Ein⸗ und Aus fuhrabgaben in Devisen. Ver⸗ sisbar sind die Anleihen mit 8 Proz. amortisierbar in 50 Jahren, 4s also einer Belastung von etwa 122 Millionen im ersten Jahre, Millionen im zweiten Jahre und 619 Millionen im fünften hat eine furchtbare Unordnung zur Folge gehabt. Seit Das Suchen nach einer Lösung beginnt. Frankreich und Belgien in der Sackgasse. Jahre entspräche. Nach Ablauf der ersten fünf Jahre müßte Deutschland die Zinsen und die Amortisotion für diese ersten 7 Milliarden der Anleihe weiter zahlen, hätte aber im ganzen an die Alliierten im Voraus 15 Milliarden Goldmark gezahlt. Alsdann hälte man den neuen Zahlungssähigkeiten Deutschlands Rechnung zu tragen. Wenn vor 1928 die politische Lage die Annullierung der interalliierten Schulden und auch der deutschen Bons C mög⸗ lich mache, würde Deutschland alsdann noch dem Zahlungsplan von 1921 eine Verschuldung von 35 Milliarden Goldmark haben, die möglichst schnell zu bezahlen im Juteresse des Reiches selbst läge. Hinsichtlich der Kontrolle und Pfänder kommt Herr Barrich auf dem Plan Briand⸗Loucheur vom 5. Mai 21 zurück. An Garantien verlangt er außer der Besetzung des linken Rheinufers: 1. Die Abgabe von 30 Prozent der deutschen Immobilien werte und insbesondere der an der Berliner Börse und den Provinzbörsen notierten Papiere, deren Zahl er aus 6000 veranschlagt; auch an hypothekarische Werte könnte man denken. 2. Der Reparationskommission könnte eine Art oberster Gerichts⸗ barkeit verliehen werden. Nach Regelung dieser Punkte könnte das werden. Im Falle der Nichterfüllung durch Deutsch würden die 54 Völkerbundstaaten geschlossen gegen Deutschland stehen. Dieser Plan des belgischen Wirtschaftlers hat seine besondere Bedeutung da⸗ durch, daß sowohl der Völberbund, als auch die Repavationskommission häufiger die Hülfe des Instituts Solvay in Anspruch genommen n Eine Stimme aus Holland. Der Neue Notterdamsche Curant schreibt über die Verhält⸗ nisse durch die französisch⸗belgische Ruhraktion u. a.: „Die Unkenntnis der französischen und belgischen 1 em 15. Januar ist in Deutschland nichts mehr über Rotterdam verkauft worden, Antwerpen hat den Nutzen von diesem Zustand. Das Getreide für die Schweiz ist z. B. in den letzten Wochen über Ant⸗ werpen gegangen. Bremen und Hamburg ziehen aber noch größeren Nutzen aus den gegenwärtigen Verhältnissen. Ist es vielleicht die Absicht der Franzofen und Belgier, den deutschen Handel auszubreiten zu ungunsten von Rotterdam? Paris und Brüssel dürfen jedenfalls nicht außer Acht lassen, daß jeder Nechsbruch, wie er im RRuhrgebet begangen worden ist, dem moralischen Ansehen der französisch⸗belgischen Politik nur schadet. Französische Bestialitäten. Der kommandierende General des 47. Infanterie-Regi⸗ ments in Recklinghausen hört nicht auf, die Bevölkerung der Stadt Buer als Meuchelmörder zu beschimpfen, in einem Augenblick, wo feststeht, daß 14 Opfer der Rachsucht der französischen Soldateska zum Opfer gesallen sind. Bewohner des städtischen Lyceums, das zum Gebäudekomplex des Rat⸗ hauses gehört, und das mit französischen Truppen belegt ist, teilen mit, daß sie Zeugen gewesen sind, wie am Montag mittag zwei Schupobeamte in Zivil auf dem Lyceumplatz regelrecht totgeschlagen worden sind. Sie sahen, wie etwa 25 französische Infanteristen mit Stahlhelm um zwei Zivilisten, die am Boden lagen und die nur noch schwache Lebenszeichen von sich gaben, herumstanden und auf die wehrlosen Opfer traten und schlugen. Französische Soldaten bestätigten, daß es zwei Schupoleute gewesen sind. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um die Schupobeamten Krause und Moor von der aufge— lösten Schutzpolizei, die ihre Frauen und Kinder holen wollten. Die Zeugen dieser Bestialität sind bereit, ihre An⸗ gaben eidlich zu bekräftigen und haben dies bereits getan. Von weiteren Zeugen wird bestätigt, daß in der Sonn— tagnacht, in der die französische Soldateska geradezu sinnlos wütete, eine Anzahl Leichen in eine Schule gebracht worden seien, die mit französischen Truppen belegt ist. Da es der deutschen Kriminalpolizei nicht möglich ist, in die französi⸗ schen Quartiere einzudringen, wäre es unbedingt erwünscht, daß Vertreter neutraler Staaten Klarheit über die Zustände schaffen würden. Im städtischen Krankenhause liegen als weitere Opfer der Franzosen zwei Arbeiter, die Brüder Paul und August Thiel, die am Sonntag abend gegen 8 Uhr nach Reckling— hausen zurückkehren wollten und unterwegs zweimal von französischen Patrouillen üben fallen worden waren. Der eine erhielt schwere Schlagverletzungen und eine Stich- wunde im Kopfe, während der andere einen Oberarmschuß und schwere Verletzungen durch Kolbenschläge erlitt, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt werden muß. Viele Per- sonen, die ebenfalls in der genannten Nacht niedergeschlagen wurden, wagen anscheinend aus Furcht vor den Peinigern sich nicht zu melden. Die Beerdigung der Opfer in Buer. In aller Stille mußten Mittwoch morgen 7 Uhr die er⸗ schossenen drei Deutschen beerdigt werden Die Franzosen hatten ursprünglich sogar verlangt, daß die Beisetzung bereits um 6 Uhr stattfinden sollte. Sie hatten weiter bestimmt, daß nur die nächsten Angehörigen den Särgen solgen durften. Die beiden erschossenen französischen Offiziere sind im Rathaus mit allem Gepränge auf⸗ gebahrt. Vor dem Rathaus sind Tanks in Parade aufgestellt. rgebiet geränmt as Gebäude selbst ist mit Grin geschmückt. Um die vier riesigen Sürten des eee 85 7 5 Tannengirlanden. In 2 Mitte des TreppenhrtJeströlt in Flur mit schwarzen Tüchern ein Raum abgeteilt, in ig an le Särge aufgestellt sind, umrahmt von Kandelabern und Krmten. Dil Schleifen in französischen und bel⸗ gischen Farben. Im jetzt feh Abends rückte eine starke Truppen⸗ abteilung mit einer N rechmevon Mannschaften, die zur Eskorte des Trauerzuges bestimtet find ein. Der Widetstand der Arbeiter hat Erfolg. Belohnung für Verräter. Die Arbeiterschaft der Union⸗Werke in Dortmund hatte wegen der Erschießüng des auf der Union beschäftigten Ar⸗ beiters Gysels einen Protest an den französischen Kom⸗ mandanten gerichtet. Darauf erschien Mittwoch mittag eine Abteilung französisa r Soldaten auf dem Werk und ver⸗ haftete den Vorsitzenden des Betriebsrates, der jedoch infolge seines energischen Pratesles nach einer halben Stunde wieder auf freien Fuß gesetzt wurde.— In Witten haben die Fran⸗ Mark ausgesetzt. Für Lumpen zahlen die Franzosen höchste Preise. In Dortmund ist die Besetzung gestern um eine Kompagnie des Infanterie⸗Regiments 68 verstärkt worden. Die Truppen sind in einer Schule untergebracht. In Ruhr⸗ ort haben die Franzosen auf den dortigen Hafenanlagen eine Kontrollstelle für Wasserumschiag eingerichtet. Abwehraktion der Bergarbeiter. Aus Buer wird gemeldet: Nachdem die Bergarbeiter auf der Zeche Westerholt die Arbeit niedergelegt haben, wird nun auch auf den Zechen Bergmannsglück und Scholwen abtransportieren lassen wollen. Französische Drohungen. Die französische Regierung hat der Ingenieurkom⸗ mission im Ruhrgebiet mitgeteilt, daß etwa 4000 französische bezw. elsässische Bergarbeiter für die Arbeit in den deutschen Schächten zur Verfügung ständen und daß aussichtsreiche Verhandlungen mit Belgien im Gange seien, um auch belgische Arbeiter für den genannten Zweck zu erhalten. Im übrigen hat die Ingenieurkommission den Plan gefaßt, bei Uebernahme des Betriebs der deutschen Bergwerke bei etwaiger Weigerung der deutschen Arbeiter diesen ein Ulti⸗ matum zu stellen, das ihnen im Falle des Beharrens in der Weigerung die Ausweisung von der Zeche und aus ihren Wohnungen androht. 5 Ein ernstes Wort. Der Regierungspräsident von Münster, Dr. Haslinde, hat an den französischen Oberdelegierten für die deutsche Zivilverwaltung, General Den vignes, in Düsseldorf ein Schreiben gerichtet, in welchem er Mitteilung macht von einer besonders bestialischen Verge⸗ waltigung einer gewissen Josesine Malaker in der Nähe von Essen durch französische Marinesoldaten. Das Schreiben schließt mit folgen⸗ den Worten: 1 „Ich frage Sie, Herr General wie lange das Oberkommando diese schmachvollen Zustände noch dulden will? Mein Protest gegen die schweren Ausschreitungen in Recklinghausen am 7. und 8. Februar ist ohne Antwort geblieben. Sollte das französische Oberkommando so kann es immerhin nicht die Beschwerde eines wehrlos gemachten Volkes und die Protestnoten seiner Regierung überhörten. In der ge⸗ samten Kulturwelt aber hat es immer als Feigheit und Schande ge⸗ golten, sich an wehrlosen Zivilisten und Frauen zu vergreifen. Ich darf also wohl einer Antwort entgegensehen, welche Erledigung der vorliegende Fall gefunden hat.“ Gewehrfeuer auf einen Güterzug. Der fahrplanmäßige Güterzug Wanne Bottrop, der gegen 1.40, Uhr nachts den Bahnhof Gelsenkirchen Schalke passiert, wurde au der Nordsternbrücke kurz vor Carnap aus einer Entfernung von 30—40 Meter von den Franzosen durch Zeichen aufgefordert zu halten. Trotzdem sofort alle Bremsen in Tätigkeit gesetzt wurden, rutschte der Zug noch einige Meter über die Brücke und die Franzo⸗ sen eröffneten sogleich ein wütendes Schnellfeuer auf den Führerstand der Lokomotive und verwundeten den Heizer Vonderhöhe aus Wanne durch zwei Brustschlisse schwer. Als der Zug stand, unter⸗ suchten sie Lokomotive und Packwagen und ließen den Zug dann weiterfahren. Der schwerverletzte Heizer wurde in Carnap ausge⸗ laden und ins Altenessener Krankenhaus gebracht, 0 Papstspeude sür das Ruhrgebiet. Wie die Kölnische Volkszeitung meldet, hat der Papst die Summe von 500 000 Lire für die Bevölkerung des Ein. bruchsgebietes übersandt. Politische Uebersicht. Die Hintermänner. Ein Major a. D. K. Mayr, dem die Aufdeckung der Verschwörung der Fuchs, Berger usw. zu danken ist, stellt in einer aufsehenerregenden Zuschrift an den Bapyerischen Kurier fest, daß der bayerische Minister des Innern und der —— zosen für die Angabe über jeden sich noch in Witten auf⸗ haltenden Schutzpolizeibeamten eine Belohnung von 250 000 —— gestreikt, da die Franzosen die dort lagernden Kohlenvorräte die in diesem Protest hervorgehobenen Handlungen tatsächlich dulden, Minchener Polfzeipräsident drei Stunden vor Beginn der von dem französischen Generalstabsoffizier Richert abge— haltenen Besprechung am 20. Februar über die Sachlage eingehend orientiert waren. Es sei das bestimmte Urteil statthaft, daß der Polizeipräsident North den Richert unbe— dingt hätte in polizeiliche Gewalt bekommen können, wenn er am 20. Februar abends richtig disponiert hätte. Die Be⸗ zeichnung des Richert als Agent ist durchaus irreführend. Richert hatte hochpolitischen Charakter; er war seit längerer Zeit in Bayern politisch tätig und ist u. a. im Auftrage des ehemaligen Kronprinzen Rupprecht am 6. Dezember 1921 von Freiherrn v. Cramer⸗Klett zu einer längeren politischen Aussprache in dessen Münchener Wohnung empfangen worden. Zeugen hierzu könnten namhaft gemacht werden. Unser Parteiorgan, die Münchener Post, die offenbar über vorzügliche Nachrichtenquellen verfügt, veröffentlicht heute einen Parolezettel der nationalsozialistischen Feld⸗ dienstübung am 4. März im Original, der folgenden Wort⸗ laut hat:„Der Parole Scheißkerl— Mistfink Losung Cuno besonders stramme Haltung und Meldung Hauptmann Göring gegenüber. Neubauer, Schwartzkopf usw.“ Dieser sehr bemerkenswerte Parolezettel ist an erster Stelle von Neubauer unterzeichnet. Dieser Neubauer ist der Diener Ludendorffs, den die Roßbach⸗Leute in freund⸗ schaftlicher Vertraulichkeit„die 55 zellenz““ nennen. Die Münchener Post knüpft an di N Wöffenklichung * die Frage, ob man im Ernst annehmen für, da Luden⸗ dorff von der engen persönlichen Perbizrerlangeines Dieners mit den Nationalsozialisten 754 2 1 ung hat. Ludendorff wird von dieser⸗ Veröffentichung junseres Parteiorgans um so peinlicher betroffe seind als gestern dens ger der Baherischen auch der Abg. Held, der Fre 5 Volkspartei, in dem Regensbutger Inzeiger Ludendorff einen Mann nennt, der seine darist sieht, die ihm gewährte Gastfreundschaft in Bayern zu mißb n und, wo es nur geht, gegen die boden gen Bewegungen im Land Bayern zu kämpfen und zu 0 München in Oberschle Die Roßbach-Leute sind im Verein mit anderen Selbst⸗ schutzorganisationen seit Monaten bestrebt, aus Oberschlesien „ein zweites Bayern“ zu machen. Wir haben bereits ver⸗ schiedentlich über ihr Treiben in Oberschlesien berichtet, wo es zuletzt am 24. Februar in Hindenburg anläßlich eines Fackelzuges der Selbstschutzorganisationen zu Zusammen⸗ stößen mit der Schutzpolizei kam. Dieser Fackelzug war von der Polizei verboten worden. die Orgeschleute kümmerten sich aber nicht darum. Jetzt hat das preußische Ministerium des Innern eine ganze Anzahl von Verhaftungen vornehmen lassen. In Hindenburg wurden fünf Personen in Schutz⸗ haft genommen, an deren Spitze der bekannte Roßbach⸗ führer, Hauptmann a. D. Heydebreck, steht. Ferner befinden sich darunter die beiden Brüder Nierobisch, ein Eisenbahn⸗ arbeiter Janoschka und der Glasermeister Kowollik. Heyde⸗ breck hat in Oberschlesien eine umfangreiche Propaganda für die Gründung verbotener Selbstschutzorganisationen ein⸗ geleitet, während die anderen Verhafteten sämtlich als Führer der Selbstschutzgruppen anzusehen sind, die den obenerwähnten Zusammenstoß am 24. Februar verschuldeten. Wie in Preußen, so ist auch in einigen anderen deut⸗ schen Ländern die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter⸗ partei oufgelöst worden. Um aber ihren Mitgliedern eine ungestörte Tätigkeit ermöglichen zu können, hat die Haupt⸗ leitung der Hitler⸗Partei ein Abkommen mit der Deutsch⸗ völkischen Freiheitspartei getroffen, wonach die National⸗ sozialisten auch weiterhin in der Dentschvölkischen Freiheits⸗ partei bleiben können,„bis die Aufhebung jenes Verbotes die Wiedererstehung eigener nationalsozialistischer Organi⸗ sationen in den zurzeit von dem Verbot betroffenen Reichs⸗ gebieten gestatten“. Die Deutschvölkische Freiheitspartei be⸗ gibt sich hier unnötigerweise in die Gefahr, aufgelöst zu wer⸗ den; denn es entsteht die Frage, ob sie unter diesen Um⸗ ständen nicht als die Fortsetzung der aufgelösten National. sozialistischen Arbeiterpartei zu betrachten ist. Die Ziele der französischen Großindustrie. Die gesamten Mannheimer Hafenanlagen, einschließlich des Industrieortes Rheinau, sind nunmehr von den Franzosen besetzt, ohne daß sich dafür, sei es im Versailler Vertrag, sei es sonstwo, die geringste rechtliche Grundlage fände. Die wirtschaftliche Be⸗ deutung dieses riestgen Binnenhafens, eines der größten Kohlen⸗ umschlagplätze des Kontinents, ist bekannt, sie ist der wahre Grund des sranzösischen Raubzugs. Wie an der Ruhr, so will der fran⸗ zösische Hochkapitalismus, gestsitzt auf den gewaltigsten Ueber⸗ militarismus der Welt, auch hier mit dem Umschlagplatz Mann⸗ heim eine der unentbehrlichen Schlagadern unserer Volkswirtschaft abbinden, um damit das deutsche Volk zum Erliegen zu bringen und, wenn das Reich erst zersprengt ist, die deutschen Menschen zu 8 und Werkzeugen der französischen Vorherrschaft in Europa zu machen. Lohnabbau oder Gewinnabbau? Die Ankündigung der Reichsregierung, daß zum Zwecke der Markstabilisierung und des Preisabbaus für den März von einer Erhöhung der Löhne abgesehen werden sollo. hatte bekanntlich die Gewerkschaften auf den Plan gerufen, deren Spitzenvertreter dann auch ein teilweises Aufgeben des Regterungsstandpunktes er⸗ rechten. Der Reichsanzler gab zu. daß. 1 eine Erhöhung der Löhne da gerechtfertigt sei, wo sie zur An⸗ pasfung an das allgemeine Lohnnivean und den Preisstand er⸗ forderlich sei. 5 Wie wir gestern mitteilten, ist auch in neuerlichen Verhand⸗ lungen eine Vereinbarung zwischen Regierung und Gewerkschaften zustande gekommen. Welcher Art sie ist und was sie in Bezug auff Erhöhung der Löhne und auch der Gehälter bietet, ist noch un⸗ bekannt. Heute möchten wir aber eine Frage stellen: Wenm die Regierung so stark betonte, daß eine Hebung der gesamten⸗Löhne den notwendigen Preisabbau unmöglich mache warum hat sie in ihren Kundgebungen jede Aufforderung an die Unter⸗ nehmer, Prqisabbau und Markstabilisterung auch durch Gewinnabbau zu unterstützen, ver m ie de n; Die Arbeiterschaft hat volles Verständnis dafür, daß eine allgemeine Erhöhung der Löhne nur wieder eine Geldverschlechterung zur Wirkung hat, und sie bat auch den guten Willen, durch Opfer ihrer⸗ 15 an der finanziellen und wirtschaftlichen Gesundung mitzu⸗ Aber wo ist der gute Wille der Industriellen? Wir suchen ihn vergebens. Diese Herrschaften sitzen auf ihren Valuta⸗ gewinnen und wollen ihre Arbeiter mit Hungerlöhnen abspeisen. Diesen Leuten und auch der Regierung sei entgegengehalten, was ein bürgerliches Blatt. die Vossische Zeitung, schreibt: „Wie die ursprüngliche Preisabbauprapaganda der Re⸗ gierung die gleich nach dem Gelingen der Stützungsaktion ein⸗ setzte übertriebene und unerfüllbare Erwartungen aufkommen ließ und nachher starf„gedämpft“ werden mußte, so scheint uns auch die Parole der Lohnstabilisierung voreilig, verfrüht und in allzu zugespitzter Form in die Debatte geworfen worden zu sein. Hat die Regierung ein Wort der Mahnung an die Unter⸗ nehmer gerichtet, ihre Gewinne abzubauen? Es wird jetzt Mode, sogen.„Golddividenden“ zu verteilen, d. h. die Dividenden in Goldmark umzurechnen. weil trotz der Bflanzverschleierungen die Dividenden so viesig sind, daß man es für angabracht hält, diese Verschleierung der Verschleierungen vorzunehmen. So verteilt z. B. die Delmenhorster Linoleum⸗Fabrik eine halbe Goldmack Dividende was im Wirklichkeit 250 Prozent ausmacht. Die Um⸗ rechnung in Goldmark wäre berechtigt, wenn das heutige Aktien⸗ kapital und die gegenwärtigen Vermögen sich seit 1914 nicht ver⸗ ändert hätten. Run weiß aber jedes Kind, daß das Kapital von Jahr zu Jahr vecwässert wurde. Allein im Januar und Februax 1923 betrug die Kapitalvermehrung der Aktiengesellschaften rund 30 Milliarden Papiermark. Auf diese Papiermark, die aus den Gewinnen stammen. die verteilten Dividenden in Goldmark um⸗ rechnen, ist ein aufgelegter Schwindel. Was sagt die Reichs⸗ cegierung dazu, wenn z. B die Getreidekommission A.⸗G. Düssel⸗ dorf, neben den 25 Goldpsennigen Dividende an ihre Aktionäre eine sechsprozentige wertbeständige Anleihe ausgibt, die den In⸗ habern der Schuldverschreibungen Kapital und Zinsen auf der Grundlage eines Guldenkurses von 500 gewährleistet, während der Gulden über 8200 steht? Es genügt nicht, wenn der Reichs⸗ kanzler jetzt die unglücksellae Kundgebung gegen die Lohnerhöhun⸗ gen bald zurückzieht. Er muß sich in erster Linie für den Gewinn⸗ abbau einsetzen, will er den Preiswucher unterbinden. Auch der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Be⸗ amtenbundes hat in einer Entschließung darauf hingewiesen, daß die unhaltbar gewordee Notlage aller Staatsbediensteten beim Ausbleiben einer Einkommenserhöhung sich weiter verschärfen und die gerade im gegenwärtigen Augenblick so bedeutsame Wider⸗ standskraft der Staatsbediensteten in verhängnisvoller Weise ge⸗ schwächt werden würde droht auch unsere Kinder und in ihnen 0 8 Schule und Tuber kulose. Die Tuberkulose, die gefährlichste Volkskrankheit, die deutsche Zukun Deshalb muß man den Zusammenhängen zwischen Sch und Tuberkulose besondere Aufmerksamkeit schenken, und vielfachen Beziehungen zwischen den beiden behandelt Breslauer Stadtschulrat Dr. Samelson in einem ausf lichen Aufsatz der Klinischen Wochenschrift. Die offene Lungentuberkulose kommt in der Schule sehr selten vor, sich ja im Kindesalter die tuberkulösen Erkrankungen mei noch nicht offen zeigen. Ein schwieriges Problem aber ist d Lehrertuberkulose, die zwar nicht wesentlich höher ist als in anderen Berufsgruppen, die aber die gefährlichste 95 Folgen haben konn. Tuberkulöse Lehrer können in dies N Zustande monate⸗, bisweilen jahrelang ihr Umgebung g fährden und in zahllose Kinder den Keim der furchtbar Krankheit legen. Gewiß haben Schularzt und Schuldire die Aufgabe, der Tuberkulose verdächtige Lehrer von Schule zu entfernen, aber die Feststellung einer solchen krankung stößt auf große Schwierigkeiten, weil niemand Macht hat, sie zu einer genauen Untersuchung zu zwingen. und manche Lehrer das Bekanntwerden ihrer Erkrankung vermeiden suchen, weil sie fürchten, ihre Stellung zu ver⸗ lieren. Bei der außerordentlichen Wichtigkeit dieser Frage ist es notwendig, das bereits vor der Aufnahme in das Lehrerseminar eine gründliche fachärztliche Untersuchung er. folgt und auch die Anstellung von einem genauen ärztlichen Gutachten abhängig gemacht wird; sodann muß währen des Dienstes bei jeder längeren Erkranlung eine Unter suchung durch einen Vertrauensarzt erfolgen. Kinder n offener Lungentuberkulose dürfen natürlich die Schule nicht weiter besuchen. Da sie aber Unterricht erhalten müssen. so ist es schwer, sie richtig unterzubringen. In Dänemark wer⸗ den diese lungenkranken Kinder auf Staatskosten unter⸗ richtet und die Stadt Frederiksborg hat eine eigene Schule für tuberkulöse Kinder eingerichtet. Die idealste Lösung wären Schulsanatorien, die aber bei unseren traurigen Wirt schaftsverhältnissen nicht eingerichtet werden können. i Ungesunde und unhygienische Schulräume, schlecht kon⸗ die die Atmung behindern, schlechte Klassen, all das bedeutet eine Die Bekämpfung der Tuber⸗ 0 ech b bea Kinder eingerichtet; in Amerika und Italien sendet mar Schulschiffe aus. Die Aufklärung über die Tuberkulose il Schulunterricht wird weniger zu empfehlen sein, da di Kinder die Bedeutung dieser Dinge noch nicht so recht stehen; dagegen muß man ihnen durch Wort und Tat ö wichtigsten hygienischen Regeln beibringen und die körper⸗ 0 lichen Uebungen nach Kräften fördern. 5 e Deutscher Reichstag. Berlin, 14. März. Der Reichstag beendet am Mittwoch die zweite Beratung des setzes über die Berücksichtigung der Geldentwertung in d Steuergesetzen.. Genosse Hartleib sprach über die Steuerzahlung. Er b u. a. zahlenmäßiges Material für die skaudalöse Zurückhaltung der Steuerzahlung durch die Besitzenden. Es brachten ein: In der Zeit vom 1. April bis 31. September 1922: im Januar 1928 n en de a a in Milliarden Marta 1 7 70 Einkommensteuer 146.3 94.5 Körperschaftssteuer 3. 9817 Umsatzsteuer 60.— 43,.— Kohlensteuer 44.— 67.— Tabaksteuer 1757 10 Weinsteuer 2.8 1.8 Zwangsanleihe 38 4.1 13 Essigsäuresteuer 0.⁰„25 Aus dem Stickstoff⸗Monopol 0,67.8 0.93 Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. Ein weniger mutiges Geschöpf wäre unter dem Ein⸗ fluß der Umgebung und des erregten Seelenzustandes in Ohnmacht gefallen. In ganz Kromlaix gab es tatsächlich kein Weib, ja, kaum einen Mann, der es gewagt haben würde, zu einer solchen Stunde allein den„Blutpfuhl Christi“ aufzusuchen. Auch Marcelle war im ersten Augen⸗ blick wie vom Schreck gelähmt, aber sie faßte sich schnell und ergriff abermals die Flucht. Die unheimliche Gestalt folgte ihr auf dem Fuße, immer näher und näher erschallten die Tritte. Sie lief und lief, bis ihr der Atem stockte und sie nicht mehr weiter konnte, dann blieb sie stehen ent⸗ schlossen, dem geisterhaften Verfolger kühn die Stirne zu bieten. Schon fühlte sie seinen heißen Atem, neben ihr stand ein Mann, dessen Antlitz so blaß schien, wie der Mond, und ehe sie ihn deutlich sehen konnte, stammelte er kaum ver⸗ nehmbar:„Marcelle!“ Sie erkannte die Stimme sofort und, o Unberechenbar⸗ keit der Frauennatur, obgleich sie sich seit Tagen danach ge⸗ sehnt, wit Rohan zusammenzutreffen erschrak sie jetzt und war keines Wortes fähig. Der Mond trat wieder hell hervor und beleuchtete die Gestalt Rohans vom Kopf bis zu den Füßen. Er war barhaupt und barfuß, das Saar fiel ihm in wilden Strähnen ins Gesicht; sein Anzug war zerrissen. Das zitternde Mädchen glaubte ein Gespenst vor sich zu sehen, selbst seine Stimme klang unnatürlich und heiser. „Marcelle! Erkennst Du mich nicht? Ja, ich bin's, Rohan, und Du fürchtest Dich vor mir!“ „Ich fürchte mich nicht,“ entgegnete Marcelle, sich fassend,„aber Du hast mich erschreckt— ich dachte, Du seist ein Geist.“ f „Ich hielt mich drüben zwischen dem Ginster verborgen und sah Dich zum Blutpfuhl Christi kommen.“ „Du hast wich gesehen? Dann hast Du meinen Zauber gebrochen,“ lautete ihre charakteristische Entgegnung. „Durchaus nicht!“ versicherte Rohan kühl.„Ich kenne 50 weder Dein Vorhaben, noch konnte ich Dich sehen, während Du knietest. Die Nacht ist zu unfreundlich, als daß Du sie auswärts verbringen solltest. Du zitterst ja; schau', daß Du nach Hause kommst.“ Er sagte das, als ob nie etwas zwischen ihnen vorge— fallen wäre und er mit einer Fremden spräache. „Hoél und Gildas ziehen morgen in den Krieg und deshalb bin ich hierher gekommen. Meine Leute werden sich wundern, wo ich so lange bleibe,“ bemerkte sie in demselben kühlen und fremden Ton, der er angeschlagen hatte. Sie machte Miene, zu gehen, er rührte sich nicht. Nachdem sie einige Schritte weiter gegangen war, blieb sie stehen und wandte ihr blasses Gesicht zurück:„Ich finde es so seltsam, Dich hier zu treffen; ich dachte, Du seiest weit fort... Man sucht im Dorfe nach Dir. Vor der Haustüre Deiner Mutter steht Tag und Nacht eine Wache, auch vor der unsrigen. Gendarmen, an deren Spitze der alte Pipriae steht suchen Dich. An jedem Hause sind Proklamationen angebracht, Dein Name steht darauf; man hat eine Belohnung auf Deinen Kopf ausgeschrieben...“ „Das alles weiß ich“ erklärte er, noch immer kalt und ruhig. Er stand bewegungslos auf demselben Fleck und blickte zu ihr hinüber, wie auf das Grab seiner verlorenen Liebe. Sie konnte es nicht länger aushalten; ihre erheuchelte Gleichgültigkeit aufgebend, stand sie mit einem Sprung neben ihm, schlang leidenschaftlich die Arme um seinen Hals und rief schluchzend:„Rohan, Rohan, weshalb sprichst Du so kalt zu mir? Wir wußten nicht, was plötzlich mit Dir ge⸗ schehen. Mein Herz ist vor Leid und Kummer fast ge⸗ brochen. Gildas und Soeél marschieren morgen direkt an den Rhein... Alle Welt ist hinter Dir her, o, es ist furchtbar!“ „Und Du?“ „Ich, mein Rohan, stand immer an Deiner Seite. Sie behaupten, Du fürchtest Dich; ich sagte ihnen, daß dies nicht wahr sei. Sie sind alle böse auf mich, weil ich Dich verteidige. Küsse mich, mein Rohan! Willst Du mich nicht küssen?“ Als seine kalten Lippen die ihrigen schon fast berührten, hauchte sie freudetrunken:„Ah, mein Rohan, ich wußte, daß Du Vernunft annehmen wirst. Es ist noch nicht zu spät, man wird Dich begnadigen und Du wirst mit den anderen ab⸗ marschieren. Komm, komm, laß uns ins Dorf gehen. sei gedankt, daß dem so ist! Onkel Ewen wird die Geschicht vermitteln. Hoel und Gildas werden Dir wieder die Hä reichen, alles wird noch gut werden. O, wie ich glücklich b mein Rohan!“ N 0 1 Ihr Gesichtchen strahlte wirklich hoffnungsfreudig; sie drückte ihre heißen weichen Lippen leidenschaftlich auf seiner Mund. Ihre vollen Arme hielten noch immer seinen umklammert, als ob sie ihn für Zeit und Ewigkeit festhalten wollten, ihr Herz pochte an dem seinigen. a „Marcelle, Marcelle!“ stöhnte er mit gebrochener Stimme. Es bedurfte übermenschlicher Kraft, um ihrem Lockrufe zu widerstehen.. 5 1 „Mein Rohan!“ „Begreifst Du denn noch immer nicht? Willst Du mich nicht verstehen? Mein Gott, ich bin nicht schwankend ge⸗ worden; ich kann nicht mit Dir ins Dorf hinunter gehen, denn ich werde mich lebend niemals ergeben!“ Im Nu hatten sich ihre Arme gesenkt, sie trat Schritte zurück und starxte ihn entsetzt an. e „Wozu bist Du dann nach Kromlaix zurückgekommen?“ „Wozu? Um Dich zu sehen, um Dich noch einmal au sprechen, ehe es mit mir zu Ende geht!“ 8 Zitternd und weinend nahm Marcelle seine eiskalte Rechte zwischen ihre warmen, weichen Hände:„Ich be⸗ schwöre Dich bei allem, was Dir heilig ist begleite mich i Dorf! Ich, Deine Marcelle, bitte Dich darum; tus mein wegen! Es bricht mir das Herz, wenn alle Welt Dich ei Feigling nennt, ich kann es nicht länger ertragen! willst Du es nicht meinetwegen tun so tus um deinetwege In rkanst den Häschern nicht entrinnen; sie machen Tag u Nacht Jagd auf Dich, und wenn sie Dich erwischen, bi des Todes! O, mein Rohon, glaube es mir, der Kais % vor 4 Fngsvo einige gutt er wird Dich, wie ein Vater den verlorenen Se „tiegeboll aufnehmen——“(Fortsetzung folgt.) Mhen haben diefe nei Steiern in Frer Blerteln des Jahres rund 275 Milliarden eingebracht, im Januar 1929 aber 220 bad kerden, d. h. zu 80 Prozent sind diese Steuern in dem Monat mit . 9—.— beglichen worden. Die Besitzenden halten nit der S ot, 4 2 2 25 1 dieser Antrag von den bürgerlichen ien abgelehnt, obwohl unser Redner darauf hinweisen konnte, zm Freistaat Danzig die öffentliche Auslegung der Steuerlisten serklicht ist. Simon sprach ferner gegen die Wiedereinführung des eheimnisses und Aufhebung des Depotzwanges. — 2 22 N 8 . 1 en demagogischen deutschnationalen Antrag, der die Lohnsteuer a8. eigen und an ihre Stelle die Steuer von den Arbeitgebern ent⸗ ae wissen will, bekämpfte Genosse Peine. Er wies darauf hin, ing, p 3 tiefer deutschnationale Antrag nur auf eine Vertuschung der m EE. chen hinauslaufe. Selbstverständlich werde nicht der Arbeitgeber u. Riß. teuer en, sondern sie voll oder mit einem Aufschlag auf die darer und Angestellten abwälzen. Der deutschnationale Antrag, so 4 1 . Peine, wolle das Steuerunrecht nur beschönigen. Wir da⸗ 2 wollten es wirklich beseitigen. Deshalb verlangten wir von der licrregierung einen Gesetzentwurf, der das deutsche Steuersystem gie neue gerechte, der Lage des deutschen Geldwesens entsprechende druch dem Vorbild der Lohnsteuer die Erhebung vereinfachende anlage stellen soll, damit das rechtzeitige Aufkommen der Steuern 77 5 weis Reich gegen Kursverluste bei der Steuerzahlung ie Abstanmm über die Eneschliesamg wird in dritter Lesung ben. 1 1 ächste Sitzung: Donnerstag 2 Uhr. Dritte Lesung des Gesetzes beer Anpassung der Steuergesetze an die Geldentwertung. Gießen und Umgebung. 0 2— Voöllische Rüpeleien. Zegenwärtig schwebt gegen unsern Redakteur eine Be- (ungsklage des Herrn Studienrats Dr. Lenz. Es hem lt sich um zwei Artikel, die Ende Oktober in der Ober⸗ 1 schen Volkszeitung erschienen und die Vorgänge in der Sbcrealschule behandelten. In den Artikeln wird man 0 h mit dem Mikroskop keine Beleidigung des Dr. Lenz eltteken können, trotzdem fühlt sich dieser„beleidigt“. Ein empfindlicher Herr. Seine Parteipresse aber und seine P. igenossen, die Deutschvölkischen, nehmen nicht soviel Aäeicht auf die Empfindungen ihrer Nebenmenschen, be⸗ anirs nicht, wenn diese zu ihren politischen Gegnern ge⸗ k. Bis zu welchem Grade der Verrohung es diese Sorte n Den gebracht haben, zeigt folgendes Beispiel: gt le In dem kernbayerischen, antisemitischen at atland“ macht sich die kochende Volksseele der ur⸗ irre chen Stadt München in folgenden Tönen über den ner sozialdemokratischen Bezirkstag Luft: Und der andere Schuft lich sehe eine Klage Ruhe entgegen!), der Jude Levi, erfrecht sich agen:„Die Verpflichtungen zur Reparation be⸗ 1 . für uns ohne Rücksicht auf den Ausgang des Ruhr- cs. Stellen wir nochmals klar: Frankreich führt inn e mit Deutschland. Es steht sogar für den Vorwärts fh daß Frankreich nur machtpolitische Ziele verfolgt,— 1 0„die Verpflichtungen zur Reparation bestehen für uns n wer“, sagt der Levi, und der andere Schweins ⸗ zen noch im Ruhrgebiet rauben f Ar nennt man dieses Verhalten im Krieg: Hochverrat! Daß Schuft Crispien die Reihe voll macht mit der f * r 22 1 1 7 „ VBetumdung:„Die Ruhrbesetzung wäre zu vermeiden ge⸗ U 9 4 5 5 5 8 we,“ ergänzt unsere Anklage vorteilhaft. Wir wieder⸗ 1 hill: Hochverrat nennt man dies Treiben der„Volks⸗ rteter“. Hochverrat! Erinnern wir uns an unseren „ chuf: Die Verräter müssen vernichtet wer ⸗ — 8 eh,“ 1. 8 f en n— Eine Märzseier veranstaltet die Sozialdemokratische Partei n ain morgigen Samstag, abends 8% Uhr im Saale des Gewerk⸗ 00 Fshauses. Genosse Prof. Hüter wird in seiner Gedenkrede 1 hebung vom 18. März in Berlin und die Barrikadenkämpfe c oe die Bedeutung der 48er Revolution für die freiheitliche Ent⸗ 1 klung in eee e** 900 0 ic tages von Karl Marx gedenken, der am 14. März 1883, n vor 40 Jahren in London verstarb.— Die Feier wird mit 7 1 Hergsvorträgen des Gesangvereins„Eintracht“ eingeleitet, e ei, wird die Arbeiterjugend mitwirken.— Die Parteifreunde om ersucht, sich zahlrech einzufinden. f fen n deen Wert der Naturalbezüge neben den Löhnen der Haus⸗ gtellten und sonstigen Angestellten höherer Ordnung setzt das Abes⸗Finanzamt in einer Bekanntmachung fest, die im heutigen Allte. ist. Wir machen auf die Bekanntmachung a nerksam. aan 5 10 Nithr einheitliches Briefforma Die ordnungs mäßige Be⸗ grikung und pünktliche Besorgung der Briefe wird der Post 1 die übergroße Verschiedenhet der Briesform, durch die Un⸗ (äßigkeit im Aufkleben der Freimarken und durch die ost fu 1 age Uebersichtlichkeit der Aufsche it in tästiger Weise erschment. 0 u igenen Interesse benutze man daher nur rechteckige Brief⸗ 7 tläge mittlerer Größe— die geeig lete Form ist 15 Em. lang s 2 Em breit— klebe die Mirle in die rechte gere Ecke, 5 e nnen recht deutlich ben Bestimmungsort nieder und 7 1 neiche ihn. Wer seine Briesumschläge mit einem Vordrug eie Adresse versehen läßt, der lasse auch aiich ein Jeld für de or ke und einen starken Strich für die Angabe der Be⸗ l mungspostasstal' unten rechts mit vordrucken. l Früher hat eine Schachtel Streichhölzer tel war dabei„ 7 lager N man oft ein et mit 44% 2 ig kaufen als en 7 0 1155 5 4 die Schachtel 5 Pfennige, nn kam die 1% noch selten eln einheiklicher Preis für 9 10 Die Preise waren recht will⸗ 01 keine Seltenheit. Heute kostet 40% sie auf 700 Mark der Kubikmeter, Das Städtische Gaswerk begründet die Erhöhung des Preises mit der Beschaffung der teueren eng⸗ lischen Kohlen. 0 — Trohe. In der Gemeinderatssitzung am 10. März stand als erste Sache der Beitritt der Gemeinde zur Gemein⸗ wirtsschaft Oberhessen zur Beratung. Nach eingehender Aussprache wurde der Beitritt ä einstimmig beschlossen.— Ein Antrag von Haas und Viehmann, die von ihnen von der Ge⸗ meinde zu erwerbenden Bauplätze zu vergrößern, wurde mit der Begründung, daß dadurch der Gemeinde ein ganzer Bauplatz ver⸗ loren geht und mit dem zu erzielenden Betrag die Gemeinde kein anderes Land kaufen kaun, gegen eine Stimme abgelehnt. Die Preisfestsetzung für diese Bauplätze warrde bis zur endgültigen Fest⸗ setzung der Baukostenzuschüsse durch das Reich zuxückgestellt.— Der Pachtzins für Vogel wird dex abgetretenen Mieterzahl entsprechend verringert. Gegen das Bestreben des Elektriztätswerks Gießen, die Reparaturkosten des Ortsnetzes auf die Gemeinde abzuwälzen, wird Protest erhoben, weil es gegen den Vertrag verstößt.— Zur Rechnungsprüfungskommission wurden die Genossen Vogel und Schmidt bestimmt. Mit derselben Tagesordnung war schon vor acht Tagen eine Sitzung anberaumt; da sie aber nicht öffentlich be⸗ kanntgemacht war, erhoben unsere Genossen Einspruch dagegen. t. — Lollar, Die Genossen und Genossinnen, die an den Reichs⸗ jugendnwhlfahrts⸗Vorträgen teilnehmen wollen, machen wir darauf aufmerksam, daß diese nächsten Sonntag stattfinden, Näheres in der Bekanntmachung des Parteisekretärs. Die Not der Presse fordert unbedingt, daß die gesamten wirtschaftlichen Kreise, die Tages⸗ und Fachpresse durch Zuwendung von Anzeigen⸗Aulträgen Aufrechterhaltung des Bezugs unterstützen. Im Hinblick auf die besondere Be⸗ deutung der Presse für die Allgemeinheit, auf die Wichtigkeit einer :: unabhängigen Presse:: für unsere wirtschaftlichen Beziehungen zum Aus⸗ land und auf die schwierige Stellung der Presse in dem gegenwärtigen Abwehrkampfe von Rhein und Ruhr fordern wir Industrie und Handel unseres Bezirks auf, zur Ethaltung einer wirtschaftlichnnabhängigen Pese beizutragen.(Aufruf der Kölner Handelskammer.) i A Strafkammer Gießen. s Sitzung vom 13. März. Faule Eier. Anfang Oktober 1922 ließ der Händler Welh. Weil von Inheiden durch seine Tochter Eier auf dem Wochenmarkt in Gießen verkaufen und zwar zu der auffallenden Datsache, daß sich der Preis 2 Mark unter dem sestgesetzten Markt⸗ preis hielt. Alsbald waren die 180 Stück Eier ausverkauft. Zu Haufe mußten die kaufenden Hausfrauen aber die Wahrnehmung machen, daß sie„faule“ Eier gekauft hatten. Dem Weil war nun zur Last gelegt. diese faulen Eier— trotzdem er als erfahrener Händler wissen mußte, daß sie für die menschliche Nahrung un⸗ brauchbar waren— in den Verkehr gebracht zu haben. Das Schöffengericht Gießen verurteilte ihn in erster Instanz zu zwei Wochen Gefängnis und 10 000 Mk. Geldstrafe wegen Vergehens gegen das Nahrungsmitlelgesetz Auf Berufung der Slaatsanwalt⸗ schaft erkannte die Straflammer den Weil des Betrugs in ein enheitlichem Zusammentressen mit ergehen gegen das Nahrungs⸗ multtelgefetz schulbig und erkannte mit Rücksicht auf die gemeine Handlungsweise des Weil— und da es notwendig sei, das zu teuren Preisen kaufende Publikum vor einer solchon betrügerischen Ausbeutung zu schiltzen— auf 4 Wochen Gefängnis und 20000 Geld strafe und erkannte außerdem außer der von der ersten Insbanz bereits ausgesprochenen Veröffentlichung des Ü cteils in dem Gießener Anzeiger und der Ober⸗ hessischen Volkszeitung, auf Aushang des Urteils auf 2 Wochen an den Markttagen in der Gießener Markt⸗ halle und Aushang an der Ortsta fel in Inheiden. Kirchen räuber. In der Nacht vom 1. zum 2. Januar 1023 wurde in der katkolischen Kirche zu Dorn⸗Assenheim einge⸗ rothen und aus der Kirche zum Gottesdienst gewidmete Gegen⸗ l wie Weihwasserkessel. Weshrauchkessel, Schale. Altardecke, Leinentücher usw., auch eine altertümliche goldene Monstranz ge⸗ raubt. In Friedberg am Bahnhof sielen die Räuber der Bahn⸗ noligei in die Hände. Die geweihten Gegenstände. insbesondere die Monstranz, waren schon vollständig zerschlagen. Heute standen als Täter der Arbeiter Olto Rybarezyk von Dorn⸗Assenheim und der Magaziner Willi Sutter von Frankfurt a. M. vor der Strafbammer. Das Versahren gegen den dritten Räuber Ernst Hecker von Frankfurt mußte abgetrennt werden, da er sich als Löffelschlucker in der Untersuchungshaft betätigt und 3. Zt. in dem Krankenhaus befindet. Die Angeklagten- waren geständig, versuchten sich aher gegenseitia die Hauptschuld zuzuschteben. Der als Dieb olickfällsge Rybarezuk wurde zu einer Zuchthaus⸗ strase von 5 Jahren 10 Jahre Ehrverlust und Zu⸗ lässigkeit der Polizeigufficht. Sutter der ohne Vor⸗ trafen, zu 4 Jahren Gezänanis und 5 Jahre Ehrverlust verurteilt. Als„gefährliche Hausbesitzer“ mußten sich der Landwirt Johannes Schombert und sein Sohn Heinrich Sie hatten gegen⸗ „FJaustrecht“ in sodaß der arg zerschlagene Mieter mehrere Tage arbeitsunfähig war. Gegen ein verurteilendes Erkenntnis des Schöffengerichts Laubach, das die beiden Angeklagten zu je 20 000 Mk. Geldstrafe halte, wurde von den Angeklagten Berusung vexfolgt, isprechung zu erzielen. Die Strafkammer kam auf Grund der Veweiserhebumg zu den gleichen Feststellungen wie das Schöffengericht und verwarf die Berusung. 1 N ei Kleine Nachrichten. Frankfurt g. M., 13. März. Frankfurter Kirchen ⸗ notopfer. In der hier abgehaltenen evangelisch⸗lutherischen Stadtsynede wurden von einzelnen Synodalen trübe Bilder der großen finanziellen Not der Kirchengemeinden gezeichnet. Während der vorjährige Haushaltsplan noch mit 6349 00 Mk. sich ausglich, jordert der diesjährige an Ausgaben fast 500 Millionen. für die nur zu einem Keinen Bruchteil Deckung vorhanden ist. a die — Ser Gaspreis sst schon wieder erhoht worden und zwar[ Monalen elngehen, erläßt der Synobolvorstand elnen Aufruf an die evangelische Bevölkerung zur Aufbringung eines Kirchennot⸗ opfers, dessen Erträgnisse zur Deckung der Ausgaben für Gehälter der Geistlichen dienen soll. Frankfurt a. M., 14. März. Frankfurter Getreide⸗ börse. Bei geringen Umsätzen war die Stimmung doch etwas fester. Die Mlihlen setzten den Preis auf 170 000 Mark hinauf. Es wurden bezahlt für je 100 Kilo Weizen Mk. 90 000—95 000, Roggen Mk. 85 000— 90 000, Gerste Mk. 70 000—75 000, Hafer lin⸗ länd,) Mk. 54 000— 70 000, Mais(La Plata und Mixed) 92 000 bis 95000 Mk., Weizenmehl(südd.) Mk. 140 000170 000, Roggen ⸗ mehl Mk. 115 000125 000, Kleie Mk. 40 000—45 000. Frankfurt a. M., 13. März. Doppeltes Unglück. Wir mel⸗ deten vor einigen Tagen einen schweren Einbruch, bei dem einem Bankker Silbersachen im Werte von 24 Millionen Mark gestohlen wurden. Am gleichen Tage geriet der Bestohlene vor die Straßen⸗ bahn, die ihn überfuhr und tötete. Frankfurt a. M., 13. März. In den Main gesprungen. In der Nacht zum Montag sprang ein 28 jähriger Arbeiter, nachdem er seine Börse mit einem größeren Geldbekrage seinen beiden ihn begleitenden Freunden gegeben hatte, von der Untermainbrücke in den Main und ertrank. Wos den Mann in den Tod getrieben hat, weiß niemand. den. Mit einem rätselhaften Fall ist augenblicklich die Polizei be⸗ schäftigt. Der 26jährige Eisendreher Heinrich Kiesel aus dem Vorort Haufe kehrte am Sonntag, den 4. März mit einem Freunde und zwei jungen Mädchen von einem Ausfluge zurück und wurde in der Taunusstraße von einem unbekannten Manne, der auf der Nase ein schwarzes Futteral trug, fortwährend beobachtet. Ohwohl Kiesel von seinen Freunden gewarnt wurde, nicht mehr nach Hausen zu gehen, trat er doch den Heimweg an und verabschiedete sich in der Taunus⸗ straße von seinen Bekannten. Seit diesem Augenblick ist der junge Mann verschwunden. Bis jetzt fehlt jede Spur von ihm. Es ist mit Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, daß er ein Opfer des Fremden geworden ist. Frankfurt a. M., 14. März. Die Beteiligung mit einer Million an der Bauhütte. Der Magistrat hat sich in der Sitzung am Montag mit dem Beschluß der Stadtverordnetenversamm⸗ lung einverstanden erklärt, daß sich die Stadt Frankfurt unter ge⸗ wissen Voraus setzungen mit einem Kapital von einer Million Mark an der„Bauhütte“ beteiligt. Höchst a. M., 14. März. Großer Arzneidiebstahl. Aus den Farbwerken stahl der Arbeiter Lauser für 27% Millionen Mark Pydamidon und verkaufte es angeblich an einen gewissen Veit wieder. Beide, der Dieb wie der Hehler, wurden festgenommen. Kelsterbach, 14. März. Große Kartoffeldießstihle im Werte von 500 000 Mk. wurden hier festgestellt. Bei Haus⸗ suchungen fand man 50 ausgeblasene Minen, die einen Wert von nahezu drewiertel Millionen Mark darstellen. Tarmstadt, 14. März. Zur Ausweisung des Pfarrers Berck. Der Interallfierten Rheinlandkommisston hat das Hessische Oberkonsistorium in Darmstadt unterm 12. I. M. nach⸗ stahende Verwahrung gegen die Ausweisung des Pfarrers Berck zugehen lassen: Am gestrigen Sonntag— kurz vor Beginn des Gottesdienstes— ist Pfarrer Verck in Mainz⸗Mombach ohne jede Begründung mit sofortiger Wirkung aus gewiesen und über die Grenze des besetzten Gebietes gebracht worden. Seine Familie muß ihm binnen 3 Tagen solgen.— Zwei Gemeinden sind dadurch unmittelbar vor der Konfirmation und dem Osterfest der segens⸗ reichen Wirksamkeir ihres Seelsorgers beraubt worden. Wir legen gegen diesen durchaus ungerechtfentigten und rücksichtsloien Ein⸗ griff in das kirchliche Leben und in die Rechtsverhältnisse unseter Landeskirche nachdrücklichst und feierlichst Verwahrung ein. Der Student als Denkmalsschänder. In Jeng hat vor einiger Zeit die Beschädigung des Burschenschaftsdenkmals großes Aufsehen erregt. Die nächtliche Untat wurde von Studen⸗ ten und Professorenschaft den Arbeitern zur Last gelegt, obwohl dafür gar keine Beweise vorlagen. Die Untersuchung des Falles durch den Oberstaatsanwalt hat jetzt eine völlige Klärung gebracht, durch die die Beschuldigung der Arbeiterschaft als leichtfertige Verleumdung gekennzeichnet wird Der Denkmalsschänder ist ein Verbindungsstudent Johann Paul Meyer, der die Tat nach einer Kneiperei in seiner Verbindung im Zustand starker Trunkenheit beging. Ein Pfiffikus. zu verleihen, hatte der Einwohner eines Taunusdörschens die Sohlen anstatt mit den üblichen Nägeln mit den jetzt seltener ge⸗ wordenen 10 Pfennig⸗Eistenstücken benagelt. Rechnet man etwa 80 Nägel für die Stiefel, so würde das rung 75 Mark ausmachen, während die Geldstücke nur einen Wert von 5 Mark haben und dennoch denselben Zweck erfüllen als die eisernen Kopfnägel. Der Tod im Beruf. „ Auf der Gewerkschaft Alexander geriet der Bergmann Josef Held aus Cellingen so unglücklich mit dem Kopf zwischen Wagen und Schachtwand, daß er auf der Stelle verstarb.— Bei der Aus⸗ übung seines Berufs kam der Monteur Göbel in Siegen dem Hoch⸗ dpannungsdraht zu nahe. Er trug dabei Brandwunden davon, die seinen baldigen Tod zur Folge hatten. — Arbeitsrecht, Gewerkscha tliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 13. März 1923. Die Dampfziegelei Hungen soll vom 24. Februar 1923 an den Stundenlohn ihrer Arbeiter, die Vorarbeiten für den Sommerbetrieb verrichten, von Mk. 800.— auf Mk. 1120.— erhöhen. Die Wollstrickerei Hadermann in Butzbach soll vom 12. März 1923 an den Stundenlohn der Arbeiterinnen über 20 Jahren von Mk. 500.— auf Mk. 650.— und die übrigen Löhne in demselben Verhältnis erhöhen. In beiden Sachen erhielten die Streitteile Erklärungsfrist. In zwei weiteren Lohnstreitsachen einigten sich die Parteien ohne öffentliche Verhandlung. Baugewerksbund und Tiefbau unternehmer Bonacker in Heblos vereinbarten, daß Bonacker bei neuem Bedarf an Arbeitskräften die 14 Arbeiter, die er in Hirzenhain entlassen hat, an erster Stelle wieder einstellt. Den Kündigungseinfpruch eines Waldarbeiters der fürstlich Isenburgischen Rentkammer in Büdingen wies der Schlichtungs⸗ ausschuß als unzulässig ab, denn, wie die Verhandlung ergab, war das Betriebsrätegesetz nicht anwendbar. Außerdienstliches„anstößiges Leben“ ein Kündigungsgrund? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Behördenkammer des Frankfurter Schlichtungsausschusses in einer seiner letzten Sitzungen. Es lag ein Kündigungssfall der Verwaltung des Post⸗ scheckamtes vor. Die Verwaltung hatte einem Angestellten, der Vater von neun Kindern und zu 25 Progent kriegsbeschädigt ist, gekündigt, weil er außerdienstlich„ein anstößiges Leben“ führe. Der Einspruch des Angestellten wurde vom Betriebsrat des Post⸗ Angestellten vertreten. Die Entscheidung lautet, daß der Einspruch als begründet erklärt wird und das Postscheckamt den be⸗ treffenden Angestellten weiterzubeschäftigen oder— falls es die Weiterbeschäftigung ablehnt— eine Entschädigung von 100 000 Mk. zu zahlen hat. Der Begründung dieser prinzipiell wichtigen Ent⸗ scheidung entnehmen wir noch folgenden Passus: „Dienstlich hat sich der Antragsteller nichts zuschulden kommen lassen, und seine außerdienstliche Führung könnte nur dann einen Grund zur Entlassung abgeben, wenn entweder dadurch seine Dienstleistungen beeinträchtigt oder durch seinen Lebenswandel Banlkredite der Synode erschöpft sind und Kirchensteuern erst in das Anssehen des Postscheckamtes geschädigt würde. Für letztere Frankfurt a. M. 13. März. Rätselhaftes Verschwin⸗ Um feinen frisch besohlten Stiefeln eine längere Haltbarkeit scheckamtes sowie von einem Beamten des Zentralverbandes der ee eee * 2 1 5 3 ANN fen der NfhärtspürrHN Fesen I ist die Kündigung des Antragstellers, der nach dem Gesetz ver⸗ Alichtet ist, für seine neun unerwachsenen Kinder zu sorgen, weder Zurch die Verhältnisse des Betriebes, noch durch das eigene Ver⸗ Iten des Antragstellers bedingt und stellt sich somst als unbillige ärte im Sinne des§ 84 Ziffer 4 BRG. dar.“ Die Oberpostdirektion, die sich von sozialen Rüicksichten nicht allzusehr leiten läßt, hat allerdings nicht die Weiterbeschäftigung zondern den Weg der Entschädigung gewählt, die unseres Erachtens Lehr gering ist. f Genossenschaftswesen. J Genossenschaftlicher Selbstmord. 5 Daß es heute noch Genossenschafter gibt, die lieber ihr Unter⸗ nehmen der Auflösung verfallen lassen, als die selbstverständlichen Folgerungen aus der wirtschaftlichen Lage zu ziehen, zeigt der Heili⸗ genbeiter Konsumperein(Ostpreußen). Vorstand und Aufsichts rat beantragten in Generalversammlungen im Dezember und Januar Erhöhung des Geschäftsanteils von 1000 Mk. auf 2000 Mk.; beide e erfolgte Ablehnung. Vorstand und Aufsichts rat legten deshalb fre Aemter nieder; in der zweiten Versammlung fand sich jedoch bereit, an ihre Stelle zu treten. Der zu Hilfe gerufene wendigkeit der Erhöhung des Anteils auf 10 000 Mk. dar, falls der Verein nicht aufgelöst werden solle. Doch nicht einmal der Vermitt⸗ kmgsantrag, es bei 5000 Mk. zu belassen, fand Annahme. In einer am 9. Februar abgehaltenen Generalversammlung wurde danm der Berlin aufgelöst. Eine Warnung für andere! Konsumvereine„verkaufen“ nicht. „Ein weiter zurückliegendes Urteil des Kammergerichts in Ber⸗ Lin spricht schon davon, daß bei der Verteilung von Bedarfsgütern unter die Konsumvereinsmitglieder von einem„Feilhalten“ und „Verkaufen“ nicht gesprochen werden könne. Die Mitglieder„ent⸗ nehmen“ vielmehr die Bedarfsgegenstände aus den gemeinschaft⸗ lichen Vorräten, an denen ihnen ein Miteigentum zusteht. Aus diesem Erkenntnis des Kammergerichts spricht eine Beurteilung, die dem Wesen der Konsumgenossenschaften durchaus gerecht wird. Es ist daher erfreulich, daß sich auch die unteren Instanzen dem Kammergericht eingenommenen Standpunkt immer mehr an⸗ ießen. So konnte bereits ein Urteil des Schöffengerichts Gelsen⸗ kirchen mitgeteilt werden, das sich der Rechtsprechung des Kam⸗ mergerichts anschloß. In den letzten Wochen hat sich das Schöffen⸗ gericht Husum hinzugesellt, das in einer Straffache gegen den Ge⸗ Abäfts führer des Konsumvereins Husum durch Urteil vom 3. Janu⸗ ar 1923 einmal entschied, daß die Konsumvereine Bedarfsgegen⸗ ände weder feilhalten noch verkausen, dann, daß die vom Kon⸗ K rein eingelagerten Bedarfsgüter Miteigentum der Mitglieder seien.(Den zuletzt erwähnten Gesichtspunkt müssen vor allem die⸗ ensgen Kresse beherzigen, die nicht begreifen können, daß es un⸗ miemand Verbandsrevisor legte in der nächsten Generalverstmmlung die Not⸗ gerecht ist, die Konsumvereine mit der Umsatzsteuer zu belasten!) Bei dem Urteil des Schöffengerichts Husum handelt es sich um die Frage, ob eine Polizeiordnung, durch die der Aushang von Preis⸗ verzeichnissen im Schaufenster angeordnet wird, auch auf Konsum⸗ genossenschasten Anwendung findet. Das Schöffengericht Hufum verneint diese Frage, da nach§ 1 der Verordnung des Oberpräfi⸗ denten vom 31. Oktober 1922 zum Aushang von Preisverzeichnissen verpflichtet ist, wer Lebensmittel im Kleinhandel seilhält. Von einem solchen Feilhalten, daz heißt zum Kauf für jedermann be⸗ reithalten, köme beim Konsumverein keine Rede sein, weil die Waren nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarten an die Mit⸗ glieder abgegeben und nicht von ihnen gekauft würden. Es ist zu erwarten, daß diese Rechtsprechung Schule macht. Ein Gericht, das das Wesen der Konsumgenossenschaft gründlich durchdenkt, kann nur zu den mitgeteilten Ergebnissen gelangen. Lokale Parteinachrichten. 6. Agitationsbezirk Gießen, Alsfeld, Lauterbach. Kursus für Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge. An die Ortsvereinel Auf Veranlassung des Landeswohl⸗ fahrtsausschusses findet für den 6. Agktationsbezirk ein Kursus be⸗ stehend aus 4 Vorträgen zur Eis in das Reichs fugendwohl⸗ fahrtsgesetz in Gießen im Gewerkschafts haus statt: Sonntag, den 18. März, nachmittags 2% Uhr: 5 1. Vortrag: a) Einflührung in das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz. b) Jugendgerichtsgesetz und Jugendfürsorge. Referent: Dr. Aaron, Rechtsanwalt, Gießen. Sonntag, den 25. März, nachmittags 2% Uhr: 2. Vortrag: a) Die Jugendwohlfahrtsbehörden nach dem Reichs⸗ f jugendwohlfahrtsgesetz. b) Die Jugendämter, ihre Zusammensetzung, Ver⸗ fassung und Verwaltung. Gießen ie Referent: Dr. Aaron, Rech 3. Vortrag: Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge in der Praxis 5 und ihre Anwendung und Durchführung durch die tsanwalt, Sonntag, den 8. April, nachmittags 2½ Uhr: Organe der Gemeinden. Referent: Beigeordneter Delp⸗Darmstadt. Sonntag, den 22. April, nachmittags 2 Uhr: 4. Vortrag: Die rechliche Stellung zwischen Eltern und Kind und das Vormundschaftswesen. Ref.: Rechtsanwalt Homberger, Gießen. Wir erwarten bestimmt, daß sich unsere Genossinnen und Ge⸗ nossen im besonderen diejenigen, die in der sozialen Fürsorge tätig sind, zahlreich beteiligen. Sthürdlich Bekanntmachungen Gaspreis. g Infolge Beschaffung der teueren englischen Kohlen, die sich etwa 40 Prozent teuerer als westfälische Gas⸗ kohlen stellen, muß der Gaspreis vom 16. März ds. Is. ab bis auf Weiteres auf g 700.— Mk, für den Kubikmeter erhöht werden. Gießen, den 14. März 1923. Städtisches Gas⸗ und Wasserwerk Gießen monatlich monatlich monatlich und Passagierschiffen über 100 Brutto⸗Register⸗ Tonnen beschäftigten Personen, soweit sie nicht unter d bezeichnet sind: e) für Angestellte höherer Ordnung, soweit ste nicht unter d bezeichnet sind(3. B. Aerzte, Apotheker, Hauslehrer, Haus damen, Geschäftsführer, Werk⸗ meister, Gutsinspektoren): d) für die in der Großschiffahrt täne, nautischen und technischen Schiffsoffiziere und sonstigen im Offiziersraug stehenden Giieder der Besatzung: Von den angegebenen Sätzen entfallen auf freie verfahren an sie nicht gebunden. „„ e ee vom 1. Wärz 1923 außer Kraft. Darmstadt, den 9. März 1923. Landessinanzamt 3.. 50000 Mk. beschästigten Kavi⸗ Dr. Hellwig. um el ben weiblichen Wiialiebern engernter do ermöglichen, an dem Kursus teilnehmen zu können, wird geld vergütet. — — 8 Sport — Am vergangenen Sonntag trafen sich die obengenan Mann Mannschaften traten in ihrer stärksten Aufstellung an. Die teien spielten ziemlich gleichwertig. Während des Spieles mei Großen⸗Linden 1.— Wieseck 1. 0: 1(0 0). ften in G. zum Austrag eines Gesellschaftsspieles. beiden Toren schaffen. rch e e für sich entscheiden. Am Sonntag verweilten die Marburger in G., um das fäl Retourspiel auszutragen.. Gegner ist, war man auf das Spiel ziemlich gespannt. enttäuschten die M. 0 anpfiff, trat G. nur mit 9 Mann an lalso G. Sportler in Zu F. T. Gießen 1.— M. T. V. Marburg 5:1. Da M. im 3. Bezirk ein gefürcht Als der Schiedsrichter Hofmann das setzung des steuerbaren Einkommens im Veranlagungs⸗ Die bisherigen Festsetzungen des Wertes der Natural⸗ und sonstigen Sachbezilge treten mit Wirkung 138. teidigung, hatten einen Glanztag. Der Schiedsrichter handelte rre. 2 Dollarstand unverändert: 20 800 Mark. 5 Versammlungs kalender. 4 1 Gießen. auengruppe der Vereinigten Soz. Pa tet S n 20. März, abends punkt 8½ Uhr u 9 1 81 u 1 1 1 2 5,2 5 5 a 0 0. Eröffnungstermin an uns einzureichen. Zahlungsfrif 1 Tage. 7 D! Gießen, den 14. März 1923. J Di 382 Hessisches Hochbauamt Gießen Fe 1381 J. V.: Kuhlmann. de Abteilung für Besitz⸗ und Verkehrssteuern 24 Gestorbene. 60 000 Mk. Ministeriums werden für den Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die Bestimmungen des Hessischen! 5 Erweiterungsbau der 14. März. Karl Beichele. Braumeister, 57 Jahre alt, Ludwigsplatz 3. 5 Beerdigung: 16. März, 2 Uhr nachm. 4 7 Bekanntmachung. Der Herr Reichsminister der Finanzen hat durch Erlaß vom 28. Februar 1923— III C. 1525 III— den Wert der Natural⸗ uud sonstigen Sach⸗ bezüge für die Zwecke des Steuerabzugs vom Ar⸗ beitslohn mit Wirkung vom 1. März 1923 ab wie folgt FFF 5 Volle freie Station(einschließlich Wohnung, Heizung und Beleuchtung): g 2) für weibliche Hausangestellte, Lehrlinge, Lehr⸗ mädchen und sonstige gering bezahlte Arbeits⸗ . kräfte( B. Mägde) monatlich. 30 000 Yk. 0 b) für männliche Hausangestellte, Knechte, männliche und weibliche Gewerbegehilfen und für Personen, die der Angestelltenversicherung unterliegen, sowie für die in der Großschiffahrt d. h. auf Fracht⸗ Banken, Industrie Wohnung einschließlich Heizung und Beleutung ohne Naturalbezüge/ Rauf das erste und zweite Frühstück ½, auf das ittagessen 806, auf das Abendessen 2/6. Wird nur freie Wohnung ohne Heizung und Be⸗ leuchtung und ohne Naturalbezüge gewährt, so ist der Wert der freien Wohnung nach den ortsüblichen Mittelpreisen anzusetzen. Der Wert der den Bergbauangestellten und Berg⸗ arbeitern gewährten Hausbrandkohle wird auf 75 v. H. des Großhandelspreises festgesetzt. Für die Deputate in der Laud⸗ und Forstwirt⸗ schaft sind die Werle besonders festg setzt. Diese sind bei dem zuständigen Finanzamt zu erfahren. Die Wertsätze gelten nur für den Steuerabzug vom Arbeitslohn. Die Steuerausschüsse sind bei der Fest⸗ Au ust Förster Bahnhofstrasse 65 b Los 1. Univ.⸗Frauenklinik folgende Anstreicherarbeiren öffent⸗ lich ausgeschrieben: ca. 2070 qm Kalkfarbe auf Decken und Wände 990„ Oelfarbe 5 1 700„Fenster, Tilren usw. 2900 qm Kallfarbe auf Decken und Wände 535„ Oelfarbe„ Wände 650„ 9„Fenster, Türen usw 700 qm Kalkfarbe auf Decken und Wände 355„ Oelfarbe„ Wände 1„ Fenster Türen usw. Angebotsunterlagen werden zum Herstellungspreis e Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift und Los⸗ nummer versehen, sind verschlossen, post⸗ und bestell⸗ geldfrei bis zum 24. März d. Is, Los 2. 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