— — ä — 2 — 2 2 N N 8388 Oberhe 90 Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Redaktion: Sießen Bahnbofstraße 25 Ferusprecher 2008. 2 lkazei Crpebition: Gießen Bahnhofstraße 23 Fernsprecher 2008. 0 ie Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Der Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Blatt der Frau und„Land⸗ wirtschaftliche Beilage“ beträgt monatlich 1370.— Mk einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen 1900.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 50.— Mk Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. 1 Naa Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren Raum lokal 20.— Mk. auswärts 30.— Mk., die Reklamemillimeterzeile 100.— Mf. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. 9 le Nr. 39 Gießen, Freitag, den 16. Februar 1923 13. Jahrgang England und die Ruhr. Der dunkle Vonar Law. Die Eröffnung des englischen Parlaments brachte die 1 Aussprache über Frankreichs Einfall in das Ruhrgebiet, man mit Spannung entgegensah, ohne doch Entscheidendes won ihr zu erwarten. Im Mittelpunkt des Interesses stand maturgemäß die Rede des englischen Ministerpräsidenten, die Aufklärung darüber geben mußte, wie sich England der franzö— ischen Aktion gegenüber verhält. Während der Ministerpräsi⸗ antschaft Lloyd Georges ist der englischen Politik von der Kritik im eigenen Lande trotz ihrer großen Beweglichkeit oft in zu scharfes Maß von Inaktivität vorgeworfen worden. der Tat konnte man beobachten, daß die englische Re⸗ gierung sowohl in den Fragen der Orientpolitik, als auch in europäischen Fragen ständig vor Frankreich zurückwich; es erblüffte mehr als einmal, mit welcher Gelassenheit man in ndon die Ohrfeigen einsteckte, die von Paris aus offeriert urden. Fand Lloyd George bei solchen Gelegenheiten mit⸗ unter die Geste des rasenden Roland, so ist sein Nachfolger onar Law noch inaktiver. Er verzichtet vollkommen auf die ste und gibt sich ganz als uninteressierter Beobachter. Ein Wort des Tadels, eine temperamentvolle Auslassung würde man vergeblich in seiner Unterhausrede suchen. Sie erweckt fast den Eindruck, als habe sich England bereits vom euro⸗ äischen Schauplatz abgewandt. Wenn er er am Schluß seiner ede einer vagen Hoffnung auf eine englische Intervention aum gibt, so spricht daraus noch keineswegs der Wille zur at, es hat vielmehr den Anschein, als handle es sich um eine rethorische Schlußwendung. Man kann nach dieser Rede nur wiederholen: Deutschland steht allein. Das ist eine Tatsache, ie man im Interesse des Wiederaufbaues Europas und des Friedens bedauern muß, bleibt aber trotzdem eine harte Tat⸗ sache, die mit aller Klarheit in die deutsche Rechnung einge⸗ stellt werden muß. Der englische Ministerpräsident ist in seiner Rede zu dem sehr bezeichnenden Schluß gekommen: Jetzt wird ein Kampf der Ausdauer zwischen zwei Völkern ge⸗ führt... Die französische Regierung hat sich auf dieses Abenteuer seingelassen, sie ist gezwungen, das bis zu Ende durchzuführen.“ Es wär ein überaus verhängnisvoller politischer Fehler, leichthin über diese Worte hinwegzulesen. Sie kennzeichnen die Situation, wie man sie an nicht direkt beteiligter Stelle sieht. Dürfen wir es wagen, optimistischer zu sein, als der englische Ministerpräsident Bonar Law? Diese geringe Aussicht auf irgend ein aktives Eingreifen Englands wird auch nicht durch die bittere Kritik gebessert, die Lord Grey im Oberhause an dem Verhalten und Vor- gehen des Gewaltpolitikers Poincarés geübt hat, und auch icht durch die Rede des Außenministers Lord Curzon vor en Pairs, in der man einen Wink an die Regierung von Washington sehen will, Amerika möge die Initiative in die Hand nehmen. Für die von der deutschen Regierung einzu— schlagende Taktik aber ist aus Curzons Rede das eine von Wichtigkeit. Lord Curzon, der die Lösung der Ruhrfrage sohne internationale Aktion für ausgeschlossen ansieht, er⸗ klärte eine Vermittlung müßte so lange ganz zwecklos sein, als die Erklärung der Reichsregierung bestehe, daß für Deutschland die Räumung des Ruhrgebiets die unumgäng⸗ liche Vorbedingung für Verhandlungen sei; darauf würde Paris keinesfalls eingehen. Diese Auffassung Curzons eentspricht ganz und gar der unserer Partei. Die Reichs⸗ reegierung muß jede Gelegenheit zu verhandeln sich bereit zeigen— unbeschadet des unerschitterlichen Willens zur Weiterführung des Abwehrkampfes bis zum Tage der Ver- handlungen. Ein Vorschlag der Labour Party. Im Unterhause hat bie Arbeiterpartei einen Abänderungs⸗ antrag zur Antworlabresse über die europässche Lage eingebracht. Der Antrag fordert, um dem fortschreitenden Ruin der Wirtschaft Europas Einhalt zu tun, die allgemeine Streichung der inter⸗ lationalen Schulden als wesentlichen Teil einer umfassenden all⸗ 1 9 Regelung, die den Völkerbund zum Vertreter aller BVoölker mache und ihn 1 0 zur Versöhnung verwende als auch um e in öringenden, kritischen Fragen, wie die Be⸗ letzung des Ruhrgebiets, sowie für die baldigste Neuerwägung der Bestimmungen— insbesondere der wirtschaftlichen— der Frie⸗ dens verträge, die, solange sie in Wirksamkeit seien. die auf den schaftlichen Wiederaufbau und Frieden gerichteten Bestreb⸗ en aller Regierungen zunichte machen würden. Nach der Ansicht des Londoner Korrespondenten der ist der Vorschlag der Labour Party zu allgemein, praktischen Erfolg erwarten zu lassen. Dagegen London größere Bedeutung dem Antrag bei, Liberalen gemeinsam vorgelegt und von John Aoyd George formuliert wird. Der Antrag zom Völkerbund zu bestellende Kommission FJeststellung der deutschen Zahlungs- 1 wi fähigkeit. Lloyd George legt großen Wert auf einen Zusatz, wonach Amerika zur Mitwirkung eingeladen werden soll. Dieser Vorschlag dürfte nach der Londoner Information der Ir Ztg. auf Regierungsseite Symphatie finden, zumal die Einleitung einer solchen konstruktiven Politik die Frage der Ruhrbesetzung nicht unmittelbar beantwortet. Wir möchten auch diesem Antrage gegenüber davor warnen, ihn mit allzugroßer Optimismus aufzunehmen. Die englische Politik geht einzig darauf hinaus, sich selber alle Türen offen zu lassen. Frankreich spricht sich selbst Mut zu. Das Urteil der französischen Presse über die Rede Bonar Laws gipfelt nach einer Drahtmeldung der Vossischen Ztg. in der mit Bedauern vorgebrachten Feststellung, daß die Rede Bonar Laws nicht geeignet sei, eine Entspannung zwischen Deutschland und Frankreich zu beschleunigen. Im Gegensatz zu den Londoner Meldungen über die Haltung der englischen Regierung in der Frage des Kohlentransportes durch die englische Zone erklärt das auswärtige Amt in Paris, daß man dort trotz der Rede Bonar Laws der englischen Regierung völlig sicher sei, und daß dies in nächster Zeit anders als durch Worte bestätigt werden dürfte. Diese Andeutungen können sich nur auf Erfolge beziehen, die man von der Reise des französischen Minister Le Troquer, der am Mittwoch nachmittag in Begleitung des Chefs des Eisenbahn⸗ wesens im besetzten Gebiet nach London abgereist ist, erwartet. Eine italienische Verwahrung. Die Behauptung der englischen Thronrede, daß Italien die französisch-belgische Ruhraktion unterstütze, ruft den Widerspruch des offiziösen Volta⸗Bureaus der italienischen Regierung hervor: Italien nehme, wie bisher, aus wirtschaft⸗ lichen Gründen an der technischen Kontrolle teil, aber nicht an den politisch-militärischen Operationen; es nehme damit eine ähnliche Haltung ein, wie England, das sogar seine Truppen am Rhein lasse. Die wirtschastliche Zuspitzung an der Ruhr. Aus Dortmund wird uns unterm 14. Februar geschrieben: Es hieße Selbstbetrug üben, wollten wir die Lage rosiger schildern als sie ist und Tatsachen zu Ungunsten der Franzosen be⸗ wußt aufbauschen. Diese Methode wird leider in einem Teil der deutschen Presse beliebt, trotzdem die Erfahrungen mit dieser Taktit aus dem Kriege schrecken sollten. Was hat es, um nur ein ein⸗ ziges Beispiel zu nennen, für einen Sinn, bei jeder Wiedergabe eines Zusammenstoßes mit den Franzosen auf dem Papier gleich Blut fließen zu jassen? Wir sind der Auffassung, daß die wahr⸗ heitsgetreue Wiedergabe der Geschehnisse im Ruhrgebiet das un⸗ würdige Verhalten der Franzosen und Belgier am besten kenn⸗ zeichnet. Es liegt nur im Interesse unseres Abwehrkampfes, wenn sich die bürgerliche Presse, insbesondere die Berlins, diese Auf⸗ fassung zu eigen machen würde und es könnte nichts schaden, wenn die Regierung in diesem Sinne auf das halbamtliche Wolffbureau ihren Einfluß geltend machte. Es entspricht lediglich der Wahrheit, wenn wir feststellen, daß sich die Situation von Tag zu Tag verschärft und daß sowohl Deutschland wie Frankreich unter dieser Verschärfung wirtschaft⸗ lich in gleichem Maße leiden. Neuerdings hat die Besatzung die Ausfuhrsperre auch auf Eisen⸗ und Stahlerzeugnisse ausgedehnt. Verschiedene Sendungen dieser Art sind bereits festgehalten, bisher jedoch noch nicht beschlagnahmt. Die Eisen- und Stahlindustrie lehnt es ebenfalls ab, um Genehmigung zur Ausfuhr ihrer Er⸗ zeugnisse in das unbesetzte Gebiet nachzusuchen und denkt zurzeit nicht daran, Ausfuhrabgaben zu entrichten. Dieser Opfersinn, den die Arbeiterschaft tagtäglich in dutzenden Fällen beweist, ändert aber nichts an der Tatsache, daß sich im linksrheinischen besetzten Gebiet gegenwärtig ein starker Kohlenmangel bemerkbar macht. Der Eisenbahnverkehr stockt hier; eine ganze Zahl von Kohlen⸗ Lastautos sind von der Besatzung beschlagnahmt, sodaß Betriebs- einschränkungen nicht ausgeschlossen sind. Der Regierungpräsident hat bisher bei der Besatzung vergeblich versucht, hier Abhilfe zu schaffen. Die so systematisch von den Franzosen zum eigenen Nachteil hervorgerufene wirtschaftliche Zuspitzung und die bereits entstehende Stimmung innerhalb gewisser Bevölkevungskreise hat am Dienstag leider zu Unruhen in Krefeld geführt. Es sollen hauptsächlich Erwerbslose gewesen sein, die sich hieran beteiligten und mit der Polizei zusammengestoßen sind. Die Regierung kann die Wiederholung derartiger Vorkommnisse ver- hindern, wenn sie die Not der Aermsten nach besten Kräften durch finanzielle Unterstützung lindert. Für Krefeld speziell muß der Anteil des Reiches an den Notstandsarbeiten den Verhältnissen unbedingt schnellstens angepaßt werden. Im übrigen erscheint es angebracht, daß die preußische Regiexung den ihr untergeord— neten Instanzen im besetzten Gebiet sofort Anweisung zur Aus⸗ 10 0 der Zuschüsse für die Gehälter der Gemeindebeamten gibt. Neuerdings ist für das alt⸗ und neubesetzte Gebiet der Ge⸗ heimrat Burghardt aus dem Preußischen Landpwirtschafts⸗ ministerium zum Ernährungskommissar ernannt worden. Von seiner Energie und Entschlossenheit wird vieles von einem, erfolg- reichen Abschluß des Abwehrkampfes abhängen. Die in Aussicht genommene Wucherstelle in Dortmund, deren Wirkungskreis für das neubesetzte Gebiet bestimmt ist, kann dem Ernährungskom⸗ missar gute Hilfe leisten. Wir sind uns klar darüber, daß Burg⸗ hardt eine schwierige Aufgabe übernemmen hat. Die Verkehrs- verhältnisse sind alles andere als glänzend. Die Beförderung von Lebensmitteln auf den Straßenbahnen und mit Autos macht Schwierigkeiten, aber sie können schließlich von einem Mann mit Entschlußkraft wenigstens teilweise überwunden werden. Von der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln bängt letzte Endes alle ab. Diese Auffassung leitet auch die Franzosen. Deg⸗ halb ihre Taktik! Sie verhindern peinlich, die Lebensmittelzu⸗ fuhr direkt zu unterbinden, aber ihre Maßnahmen lassen keinen Zweifel darüber, daß sie darauf ausgehen, zum mindesten für die Versorgune mit dem täglichen Bedarf Schwierigkeiten zu machen. Der passive Widerstand unerträglich. Durch einen Zufall ist dem Vorwärts ein Brief eines französi⸗ schen Offiziers, der in Essen stationiert ist und der an dessen Frau gerichtet war, in die Hände gefallen. In dem Brief heißt es u a., es sei gar kein Gedanke daran, daß seine Frau nach Deutschland kom⸗ men könne. Er und seine Kameraden sehnten sich furchtbar nach der Eifel zurück. Dort sei die Bevölkerung doch ganz anders. Der passswe Widerstand, der im Industriegebiet von Tag zu Tag zunehme, werde geradezu unerträglich. Kein Mensch verkehre mit ihnen, keiner wür⸗ dige sie auch mr eines Blickes. Dazu käme die Sorge, was aus der ganzen Geschichte werden soll. Große Sorge machten ihm auch die Mannschaften. Die Zucht lockere sich, aufrührerische Reden würden laut. Es ereigneten sich Fälle von Desertionen. Besonders viele Leute, die zu einer 56tägigen Uebung eingezogen seien, murrten und erklärten, daß kein Gott sie halten könne und daß sie nach Ablauf der Tage schnellstens wieder nach Frankreich zurückkehren würden. Die französischen Eisenbahner, die aus den friedlichen Verhältnssen heraus⸗ gerissen wären, murrten und ließen es auch an der nötigen Arbeits⸗ freudigkeit fehlen. Auch die belgischen Soldaten seien unzuverlässig. Man hätte kürzlich zwei Regimenter auswechseln müssen. Ein neuer Zwischenfall in Gelsenkirchen. Ein neuer Zwischenfall ereignete sich am Mittwoch in Gelsen⸗ kirchen. Ein französischer Offizier, der sich in der Vorhalle des Hauptbahnhofs aufhielt, verstand es, durch sein Benehmen, die Be⸗ völkerung gegen sich aufzuwiegeln. Als er den Bahnhof verließ und mit der Straßenbahn nach Bochum fahren wollte, hinderte die Menge den Wagen an der Abfahrt, sodaß der Offizier wieder aussteigen mußte. Er nahm schließlich gegen die Menge Stellung ein und zog den Revolver. Jetzt gelang es einer Wache der Schupo einzugreifen und den Offizier zu isolieren. Der Offizier übergab seine Pistole den Beamten und bat sie, ihn in ihren Schutz zu nehmen. Die Beamten taten auch ihr möglichstes, um den Offtzier vor der Volkswut zu schützen. Es gelang ihnen jedoch nicht, die Menge voll zurückzudrän⸗ gen. In der Nähe des Rathauses stürmte die Menge auf den Offizier ein, der erheblich am Kopfe verletzt wurde. Man brachte ihn ins Rathaus, wo ihm sofort ärztliche Hilfe zuteil wurde. 5 Wieder ein deutscher Eisenbahner erschossen. Der Lokomotipputzer Franz Eltgen vom Betriebswerk Jünkerath wurde beim Ueberschreiten des Bahnkörpers, zu dessen beiden Seiten er Cigentum hat, in der Nähe des Bahnhofes Jlünkerath ron einem französischen Posten ohne erkennbaren Anlaß erschossen. Verhaftung eines Zechenbetriebsrats. Ein Lohnauto der Zeche„Ewald-Fortsetzung“ bei Recling⸗ hausen, das von den Franzosen beschlagnahmt werden sollte, suchte sich auf dem Zechenplatz dem Zugriff zu entziehen. Darauf be⸗ setzten die Franzosen die Zecheneingänge mit, Maschinengewehren und Kavallerie, öffneten gewaltsam die Tore und verhafteten den Betriebsrat. Die Belegschaft trat in den Proteststreik ein; seit gestern wird aber wieder gearbeitet. Proteststreik der Bottroper Zechenbelegschaften. Die Franzosen haben die Zeche Prosper III besetzt, weil ihnen die verlangten Kohlen nicht geliefert wurden. Daraufhin hat die Belegschaft die Arbeit niedergelegt. Dem Proteststreik haben sich die Zechen Rheinbaben und Vereinigte Welheim angeschlossen. Seit vorgestern abend ist die Lichtabgabe an die Stadt Bottrop eingestellt worden. Die Läden sind infolgedessen geschlossen. Ein sozialdemolratischer Reda teur in Fesseln Der verantwortliche Redakteur der Freien Presse in Aachen, die bekanntlich ebenso wie das Koblenzer Parteiorgan, auf einen Monat verboten worden ist, Genosse Ernst Tascher, ist am Diens⸗ tag nachmittag verhastet und gefesselt abgeführt worden. Ex wurde aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen. Auch seine Fa⸗ milie ist ausgewiesen worden. Ihr wurde eine Frist von drei Tagen gewährt. Militärdiktatur in Essen. Der Divisionsgeneral Fournier hat dem Oberbürgermeister Stadt Essen in einem Schreiben mitgeteilt, daß er auf Grund der Weigerung der Hotelbesitzer und Kaufleute, Angehörige der alliierten Armeen zu bedienen, folgende Maßnahmen getroffen habe: 1. Das Hotel Handelshof wird requiriert. 2. Den alliierten Militärpersonen wird das Recht eingeräumt, sich in allen dem Publikum geöffneten Lokalen bedienen zu lassen. Im Weige⸗ rungsfalle wird das Lokal geräumt, erforderlichenfalls wird Ge⸗ walt angewandt. 3. Den alliierten Militär- und Zivilpersonen wird das Recht eingeräumt, in allen dem Publikum geöffneten Ge⸗ schäften und Gastwirtschasten zu kaufen, was sie nötig haben. Falls die Geschäftsinhaber den Verkauf verweigern, werden die Ge⸗ schäfte geschlossen, erforderlichenfalls wird Gewalt angewandt.— Die Antwort auf das Schreiben des Generals Fournier ist bereits fertiggestellt und wird im Laufe des Tages dem General zugestellt werden. Darin wird deutlich zum Ausdruck gebracht, daß die Franzosen als Eindringlinge betrachtet werden und daß die Er⸗ regung der Bevölkerung über das Verhalten der Franzosen be⸗ rechtigt sei. Eine Verantwortung der Behörden für die Maß⸗ der nahmen der Bevölkerung, die diese zum Selbstschutz spontan er⸗ greife, könve unmbolie sibernemmen werden. Wie der Vossicchen Zeitung aus Essen gemeldet wird, hat in Hamm eine Vesprechung von Vertretern sämtlicher Gewerkschasten und Arbeitnehmerverbänden mit den Vertretern der Industsie stattgefurden, wobel auch die Frage der Besetzung des Essener Hauptbahnhofs ausgiebig ecörtent wurde. Die Eisenbahner droh⸗ ten, den Essener Hauptbahnhof stillsulegen, wenn die Franzosen für ihre militaristerte Strecke den Bahnsteig 6 beschlagnahmen würden. Dieser Absicht ist von den Gewerkschaften ganz entschie⸗ den widersprochen worden. Den Essener Hauptbahnhof dürfe man Paris vorzustellen scheint, noch nichts verspürt. nuf keinen Fall aus der Hand geben. Von den Vertretern der freien Gewerkschaften wurde zum Schluß eine Erklärung im Namen aller Gewerkschaften und aller Arbeitnehmerverbände ab⸗ gegeben, daß von dieser Seite aus der Kampf bis zum letzten nde durchgefochten werden soll. Vor der Militarisierung der Ruhrbahnen? Die französische Presse hat angekündigt, daß die Re⸗ nierungen Frankreichs und Belgiens beabsichtigen, die Eisen · Wehnen des neubesetzten Gebietes in eigene Verwaltung zu übernehmen. Bis jetzt hat man von technischen Vorbereitun · 9 hierzu, die doch nicht so einfach sind, wie man es sich in Aber seit werden von den verschiedensten Stellen neue Truppenbewegungen gemeldet. So oft die Franzosen ruppenbewegungen unternahmen, folgte diesen militäri⸗ 1 5 Aktionen irgendwelche technischen Maßnahmen, so daß eine entsprechende Annahme auch in Bezug auf die neuen militärischen Unternehmungen nicht unangebracht ist. 5 Der Rhein⸗Herne⸗Kanal gesperrt. Der Verkehr auf dem Rhein⸗Herne⸗Kanal ist von den deutschen srbeitern für die Franzosen dadurch unmöglich gemacht worden, daß die Deutschen einen Kahn im Kanal versenkt haben. Zeutschland soll die Kosten zahlen. In einem Leitartikel der römischen Zeitung Il mondo ird die Vermutung ausgesprochen, daß Frankreich beab⸗ ssichtige, die Kosten der Ruhrbesetzung Deutschland aufzu⸗ erlegen. Dadurch würde aber das Reparationsproblem nach der italienischen Auffassung nur noch unlösbarer werden. Der französische Finanzminister hat in einem Bericht an den Präsidenten der Republik das Ersuchen gerichtet, ein Spezialkonto für die Ausgaben errichten zu dürfen, die die Besetung des Ruhrgebietes erfordern. Diesem Ersuchen ist Durch ein Dekret stattgegeben worden. Die französische Re⸗ gierung soll auf diesen Ausweg verfallen sein, um eine Debatte über die Ruhrbesetzung in der Kammer zu ver- hindern. Sollte das nicht vielmehr geschehen sein, um uns später die Rechnung präsentieren zu können? Deutscher Reichstag. Berlin, 11. Februar. 1 Präsident Löbe eröffnet die Sitzung mit einem Nachruf auf en am Dienstag abend verstorbenen Abgeordneten Vogtherr. Er at dem Hause von 1903 bis 1008, dann von 1912 bis 1918 und jetzt ieder seit 1920 angehört. Er gehörte, so sagte der Präsident, zu den ifrigsten Mitgliedern des Hauses. Er hat auf kulturpolitischem und sozialpolitischem Gebiet mit Eifer sich den Aufgaben ergeben, die er für eine Partei als richtig erkannt hatte. Gestern abend noch weilte er im Hause; er hatte es frisch verlassen, und über Nacht hat der Tod ein entbehrungs⸗ und arbeitsreiches Leben ausgelöscht.(Die Mitglie⸗ Mirtwoch er hörten den Nachruf stehend an.) Ich danke Ihnen, daß Sie sich 1 des Verstorbenen erhoben haben. Nach Erledigung einiger kleiner Anfragen wird der elfte Nach⸗ etat, der die Mittel für die Neuregelung der Beamtenbesoldung fordert, ohne Debatte dem Haushaltsausschuß überwiesen und die orlage über die Aenderung des Postscheckgesetzes, das die Stamm⸗ f auf 1000 Mark erhöht, in zweiter Lesung erledigt. stimmig wird in allen drei Lesungen ein Antrag sämtlicher angenommen, die Unterstützungsbeträge der Erwerbslosen⸗ irsorge vom 1. November 1921 auf das 1½fache zu erhöhen. Dazu erden zwei Entschließungen angenommen, die von der Rceichsregie⸗ die Erhöhung der Unterstützung für Erwerbslose spätestens ab 9. Februar in dem vom Sozialpolitschen Ausschuß beschlossenen und von ens geslern gemeldeten Ausmaße und die Ausarbeitung eines Schllüsselversahrens fordern, das als Grundlage für die automatische 2— der Erwerbslosenunterstützung dienen soll. Das Haus setzt dann die Beratung des Haushalts des Reichsjustizministeriums Abg. Dr. Moses(Soz.) bespricht die Tätigkeit des Reichsbe⸗ gnadigungsausschusses, der sich demnächst auch mit dem Fall Hölz zu beschäftigen habe. Der vom früheren Reichsjustizminister Radbruch die Gegensätze vertiefen. hergestellte Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches sollte veröffentlicht werden. Taß immer noch mit zem von Klassenjustiz gesprochen wer⸗ den kann, hat seiner Zeit niemand anders als der nationalliberale Abgeordnete Dr. Heinze, der heutige Reichsjustizminister, zugegeben. Nach den Ausführungen des Ministers wird man wohl sehr lange noch auf die Reform des Strafvollzuges warten müssen, was vom Standpunkte des Arztes aus sehr zu bedauern ist. Wie bedenklich der bisherige Strafvollzug auf die Kriminalität wirkt, geht aus der un⸗ verhältnismäßig hohen und immer weiter steigenden Zahl der Rück⸗ fälligen hervor. Ein Gebot der Menschkichkeit ist es, den unehelichen Kindern zu ihrem Menschenrecht zu verhelfen. Unmöglich muß es ge⸗ macht werden, daß Frauen im Zuchthaufe niederkommen. Die Tra⸗ gödie der schwangeren Frau im Gefängnis ist eine schwere Anklage gegen die heutige Gesellschaft. Für diese armen Opfer stellt sich nicht leicht ein haftunfähiamachendes Leiden ein, wie etwa bei der mord⸗ lustigen Gräfin Schlieben oder dem Junker Oltwig v. Hirschfeld. Der Minister sollte auch dem Strafvollzug in den Ländern sein Augen⸗ merk zuwenden. Nach weiteren Ausführungen des Abg. Rießer(D. V.), des Reichsjustizministers Dr. Heinze und des Abg. Hoffmann(S.) über die Not der Anwälte und ihrer Angestellten sowie Über Reformen im Reichspostamt wendet sich das Haus der Beratung des Haushalts des Neichs ministeriums des Innern 1 Abg. Dr. Schreiber(tr.): Für die Entwicklung und Ver⸗ teidigung des Reichsgedankens bleibt noch unendlich viel zu tun. Die Einheitsfront kann mir in jahrelanger Wirksamkeit aus dem Volke heraus wachsen durch die Mehrung der politischen Einsicht in allen Schichten, durch die Achtung des politischen Gegners und durch die Kunst des Lebens und Lebemassens. An der Bildung diefer Einheitsfront sind alle kul⸗ turellen Interessen des Volksstaates beteiligt. Das sind die Postu⸗ late unserer inneren deutschen Politik. Dazu gehört auch die Her⸗ stellung eines fruchtbaren Verhältnisses des Reiches zu den Ländern. Wir weisen einen Zentralismus und Unitarismus zurück, der die Landesregierungen als überflüssig abschieben möchte. Auf den großen Gebieten der Heimatkultur und der künstlerischen Stammeskultur hat auch der politische Föderalismus seine Lebenskraft gefunden. Frank⸗ reich irrt sich, wenn es glaubt, in Baden— eine Neckarlinie aufrichten zu können. Aber die Gliedstaaten müssen sich auch dagegen wehren, daß der föderalistische Gedanke zum Deckmantel nationa⸗ listischer Bestrebungen mißbraucht wird. Die bayerische Regierung sollte sehr schnell den Trennungsstrich zwischen sich und Hitler ziehen. Von einer Verwaltungsreform ist nicht zu reden solange nicht eine Reform der Dollarwährung erfolgt ist. Denn am Anfang aller Ver⸗ waltungsreform steht Geld und immer wieder Geld. Das Walten der Papiermark bedeutet auch wissenschaftliche Not und, wenn die Währungsnot noch länger anhält, auch wissenschaftlichen Tod., Für das besetzte Gebiet darf es nicht nur eine Ruhrhilfe geben, es bedarf dringend einer Rhein⸗ und Ruhrhilfe. Ein furchtbarer Mißbrauch der deutschen Not wird im Rheinland getrieben. Die Franzosen umter⸗ stützen die sozial Schwachen zu politischen Zwecken. Die Gelder dafür müssen von uns aufgebracht werden, sodaß es sich hier um einen doppelten Mißbrauch der deutschen Not handelt. Das Ministerium des Innern muß zu seinem Teil dazu mitwirken, daß das heilige Feuer der Vaterlandsliebe in Deutschland nicht erlöscht. Abg. Sollmann(Soz.): Die Angriffe des Zentrumsredners Dr. Schreiber auf die Zivilkommissare bei der sächsischen Polizei sind unberechtigt. Diese Kommissare haben die Tätigkeit, Konflikte durch Vermittlung zu verhüten. Wenn die sächsische Regierung diese Einrichtung ge⸗ troffen hat, so ist das ein Fortschritt, kein Rückschritt. In kultur⸗ politischen Fragen, die das Reichsministerium zu behandeln hat, sind wir für. Duldsamkeit nicht nur gegenüber den religiösen Gemeinschaften, sondern auch für dieselbe Duldsamkeit gegenüber den Organi⸗ sationen, die sich abseits von Kirche und überlieferter Religion gestellt haben. Wir wünschen für alle Teile nur Rechte, keine Vor⸗ rechte, Toleranz, nicht Unterdrfickung. Religionskriege können wir in der jetzigen Lage Deutschlands nicht brauchen.(Lebhafte Zustimmung.) Es ist richtig, daß in Deutschland viele Kultur⸗ zentren außerhalb der Reichshauptstadt liegen. Das Reichs⸗ ministerium wird die Eigenart der Länder zu achten haben. Andererseits aber haben auch die Länder in das Reich sich einzugliedern. Das Thema„Deutsche Hochschule“ und neuer deutscher Geist ist eines der schwierigsten. Es ist verhäng⸗ nisvoll, daß sich die Hochschulen geistig in einem starlen Gegensatz zu unserer Reichs⸗ und Landesverfassung befinden.(Zustim⸗ mung.) Auch alle diejenigen verrichten ein Herostratenwerk, die Der Deserteur. 5 Roman von Robert Buchanan. Neuntes Kapitel. „Der Tag der Tage.“ Schon seit vielen Fahren hatte man in Kromlaix keinen 85 prächtigen Frühling zu verzeichnen gehabt. Es gab mehr Fische denn je und die guten Leute wären sehr vergnügt und zufrieden gewesen, wenn das Gespenst der Konskription nicht mit jedem Tage näher gerückt wäre. Man wußte nun bestimmt, daß es nur eine Frage der Zeit sei. Kürzlich erst hatte man hundert Kohorten der National- garde— eine Art Miliz, die seit jeher die Vergünstigung genoß, unter keinen Umständen über die Grenze marschieren zu müssen— einfach der regulären Truppe eingereiht, ferner sämtliche Matrosen der französischen Flotte aus allen Meeren zurückberufen und in Artilleriekorps verwandelt. Als Krönung aller Ungehenerlichkeiten bewilligte der Senat dem Kaiser auch noch eine Antizipando-Konskription (Militäraushebung im voraus) für das Jahr 1914— eine Macht von zweimalhunderttausend ungeschulten Rekruten, die mit den Matrosen und den vorerwähnten National- gardisten eine neue Armee von 340000 Mann bildeten. Darob gab es öffentlich viel Freude, aber an den häus— lichen Herden verhielt man sich still und lebte in fort- währender Angst. Die Mütter, Gattinnen und Schwestern vergossen ein Meer heimlicher Tränen. Es wurde aller— orten bekannt gemacht, daß man infolge der ungeheuren Menschenverluste während der letzten Feldzüge keinerlei Vergünstigungen gestatten könne: die einzigen Söhne mußten ihr Glück ebenso versuchen wie die anderen. Bei der Urne würde eine strenge Kontrolle geübt werden und jeder Konskribierte, der eine fatale Nummer zog. mußte mit. Das Loskaufen durch Stellvertreter stand diesmal außer Frage. Nur zu bald kam der schreckliche Tag. Tas Zettelziehen sollte in dem benachbarten Städtchen St. Gurlott statt⸗ finden. Noch vor Sonnenaufgang wurde die Gassentüre un Hause des Korporals Derval geöffnet und ein mit einer roten Nachtmütze bedeckter Kopf ward sichtbar. Inkel Ewen fugte nach dem Wetter aus. Cebh. Zuftimmung.) Creße fielen Studentenschaft 8 ihr Wissen hungernd, frierend erliegen. 1 Zustimmung links.) Was geschehen kann, um der republi Staatsgesinnung den Hochschulen Boden zu ve. 1 unsere Ader eng Wir erwarten, daß das Reichsministerium sich bemüht, J eine Notgemeinschaft der Kunst— u bilden.(Zustimmung.] Das ist eine der traurigsten e 1 ungen unserer hochkapiralistischen Unkultur daß alle 3 alle Cochonerien Gewinne aufhäufen wie nie während die wirk⸗ liche Kunst mit femem Sinn und prophetischem Hicke ert und verkümmert.(Lebh. Zustimmung.) Das Reich muß hier belfen, so gut es geht und muß auch private Hilfsquellen du er⸗ für die K werf 1 5 . gkunst. Man oollte ferner nersuchen, die Jugend der Handwerkskunst. so f. vor- Gilgen liche Kunst getrofsen werden.(Beifall.) 1 Schutze der Republik verabschsedet wurde, befürchtete man bei den Rechtsparteien Hetze gegen nicht republikanisch gesinnte Beamte. Von solcher Hetze haben wir kämpfer gedeckt hat, beschimpft ist ein Bube ung nicht wert. deutscher Beamter zu sein.(Starke Zustimmung links.) Das Reichsministerium des Innern als Zentralnerv der ganzen Reichs⸗ verwaltung hat den Reichsgedanken und die Einheit des Reiches zu pflegen. Mit vorbildlichem Talte waltet auf diesem Gebiete der Reichsprästdent seines Amtes. Wenn das Reich so in Gefahr ist wie jetzt, brauchen wir einen starken zwingengen Reifen um das Förderativgebilde unseres Reiches. Es ist* teine Zeit für partikuläristische Eigenbrödelei. 93 Diejenigen, bie vielen deutschen Beamten, Lehrern, Erziehern geistigen Arbeiter den deutschen Freistaat verekeln sind die wahren Reichsfeinde. Wer jetzt mit Bewunderung von den proletarischen Kämpfern an der Ruhr spricht. der singt damit zugleich ein Loblied auf die deutsche Demokratie und die deutsche Republik, die sich un: blutige Lorbeeren erwirbt. die miemals verwelken werden, wie der Kampf auch ausgehen wird. Meinen Sie(nach rechts), dieser Kampf sef möglich in einem Staat mit dem Dreiklassenwahl 1 in Gemeinden, in Kresen. wo eine volksfremde Burcaukratfe die Massen von der Verwaltung ferngehalten hat wie früher? Rur weil die Massen das Bewußtsein haben ein wichtiger Teil dieses Staates zu seln, führen sie den Kampf mit diesem Schneid. ebh. Zustimmung links.) Die Massen verlangen dafür keinen 1 keine Heldengesänge aber es ist klar, daß ihr Einfluß in der Politik in der Wirtschaft. in der Verwaltung Deutschlands so sein mum. wie es den Rettern des Resches gebührt. Im Westen soll der ge⸗ meißelte Satz aus der Verfaffungsurkunde von Weimar Geltung behalten:„Die Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ Vom dentschen Volke. nicht non den Generälen Frankreichs. Das Wort sie sollen lassen stahn! Dieses Wort gilt nicht nur für den fcanzösischen Militarismus sondern auch für alle diejenigen in Deutschland die dem Volk die Staatsgewalt wieder entreißen möchten.(Lebh. Zustimmung.) Wir fordern, daß J das Reichsministerium in sozlalem und demokratischem N Geiste geführt wird. Die Gefahr für das Reich ist groß, aber wir trauen dem Hölderlinschen Wort wo die Gefahr groß ist, die Rettung wächst. Wir stehen nicht am Grabe der deutschen Nation. Das Reich mag vorübergehend erschütttert werden, unüberwindlich ist der staats⸗ bildende Wille der ganzen deutschen Jugend die auf deutschem Boden leben und von deutscher Kultur gesegnet werden.(Lebh. Beifall.) Dieser soziale und demokvatische Wille wird alle Wider⸗ „Der Himmel ist wolkenlos, eine milde Brise weht übers Meer. Bei der Seele des heiligen Gildas, das ist ein gutes Omen! Nicht einmal der Morgen bei Austerlitz war so sonnig!“ murmelte der alte Soldat, sich vergnügt die Hönde reibend. Dann humpelte er ins Zimmer zurück, um seine Toilette zu vervollständigen. Er rasterte sich noch sorg⸗ fältiger als sonst, bürstete seinen besten halbmilitärischen Sonntagsstaat und zwang seinen gesunden Fuß in einen Schuh. Nachdem er all diese Vorbereitungen beendet hatte, setzte er sich in Hemdärmeln vor den Herd— dessen Feuer er, wie alle Tage, eigenhändig angezündet hatte— um sein Morgenpfeischen zu schmauchen. Korporal Derval war ein Frühaufsteher und immer der erste im Hause wach. Hosl und Gildos— die Zwillinge— schnorchten noch in ihrem Kastenbett in der Küche. Alain und Jannick schliefen oben in einem Kämmerchen neben dem Frauengemach. Marcelle kam als die erste die schwarze Holztreppe herab, sie war schon vollständig angekleidet und trug auch ihren Sonntagsstaat. Durch ihre Schritte aus seinen Grübeleien geweckt, drehte sich der Veteran um. „Du bist's, Kleine? Meinen Morgenkuß!“ Marcelle trat gehorsam auf ihn zu und küßte ihn ehr⸗ erbietig auf beide Wangen. „Wo ist Deine Mutter, mein Käferchen?“ „Sie schläft noch; ich wollte sie nicht wecken, es ist ja noch früh.“ Derval paffte eifrig wahre Dampfwolken aus seiner Pfeife. Es war bisher noch nie vorgekommen, daß die fleißige Witwe ihre Tochter hätte früher aufstehen lassen. Das gab ihm zu denken. Er ahnte die Ursache dieser Ver⸗ spätung. Für ihn war der heutige Tag ein„Tag der Tage“, für sie ein Tag banger Sorge. Die ganze Nacht hatte sie wachgelegen, weinend an ihre gefallenen Söhne gedacht und Gott angefleht er möge ihr doch die lebenden lassen. „Paß!“ brununte der Alte.„Die Bengels schnarchen auch noch als ob es Mitternacht ware.„Hosl! Gildas! Auf! Es ist die höchste Zeit!“ Während Marecelle vor die Haustsüre trat und, an den Türpfosten gelehnt, die Straße hinabblickte, schlüpften die beiden jungen Riesen aus den Federn und saßen gar bald mit ihrem Onlel vor dem eus. Mittlerweile kamen auch Alain und Jannick, verdrießlich und schläfrig aussehend, 5 und als letzte von allen, blaß und verweint, Mutter erval. Allmählich machte die Dämmerung dem Morgenrot Platz. Es wurde heller und heller. Marcelle, nicht minder bleich und ernst als ihre Mutter, beobachtete das Erwachen des Dorfes. Türen und Fenster wurden geöffnet, benacht⸗ mützte Köpfe herausgesteckt, Stimmen wurden laut und jetzt eilte sogar ein kleines Mädchen vorbei, das Wasser vom Brunnen holen wollte. „He, Marrianiae, gehst auch Du heute Gurlott?“ rief Mareelle sie an. 9 „Ja,“ antwortete die Kleine vergnügt,„ich gehe mit Mutter, Onkel Maturin und meinen Brüdern. Es wird sehr lustig sein, wie bei einer Kirchweih, aber jetzt muß ich mich sputen. denn Mutter wartet aufs Wasser.“ 4 Marcelle seufzte. Sie war zwar noch immer von Enthusiasmus für die„große Sache“ erfüllt, aber die Tränen ihrer Mutter beunruhigten sie und sie dachte mit Trauer an ihre gefallenen Brüder und an— Rohan. Sie war selbstsüchtig genug, zu wünschen, daß sein Name nicht gezogen werde. Der erste Schluck den sie aus dem Becher der Liebe genippt, war so berauschend, und ihr Wesen war aus so leidenschaftlichen Elementen zusammengesetzt, daß schon der Gedanke an die Möglichkeit. ihren Geliebten so bald zu verlieren, sie tief unglücklich mochte. 2 Kromlair glich an diesem herrlichen Frühlingsmorgen einem geschäftigen Bienenhause. Fast alle Welt war auf der Straße; die blendend weißen Hauben, bunten Röcke und gestickten Mieder der Frauen leuchteten förmlich in der Sonne; auch die Männer hatten sich zum großen Teil in ihren Sonntagsstaat geworfen und jungerten in Gruppen 1 e herum. Trotz der frühen Morgen⸗ f unde hatten sich doch f vi f 5 3 Gurlott e n e W 8. Als Marcelle wieder in die Stube trat, stand das Früh⸗ stück schon auf dem Tische, der Korporal— seine 9 saßen an ihren Plätzen und aßen Schwarzbrot. Vor jede stand ein Zinnbecher und in der Mitte des Tisches ein Krug mit Apfelwein. Der Korporal erhob»einen Becher und wandte sich an die„Makkabäer“: Habt acht! Wir trinken auf das Wohl unseres großen Kaisers!“ 1 (Fortietzung folat.] nach St. 5 3 A ETEFP§«ĩ]. M LL.. 2 A Ii . A SA —— N 2 f g — * 4 8 Schluß 0— 25 2 5 5—— Gerade wir Sozialdemokraten müssen eine gewisse Nabfonglstagteg wülnschen well in einem national eklüfteten Volk der Klassenkampf geschwächt und an seiner rein bechlichen und zweckmäßigen Auswirkung gehindert, wird. Die innere Politik der deutschen Republik soll der Kräftigung aller wirtschaftlich und kulturell aufbauenden und dem republikanischen Sbaate dienenden Elementen dienen.(Lebh. Beifall bei den Soz.) e Sitzung: Donnerstaa 2 Uhr.(Weiterberatung.)— Uhr. Innerpolitisches. Der Abwehrkampf in Rheinhessen. Die wahren Absichten der Dentschnattonalen. In einem längeren Artikel wendet sich unser Darm⸗ städter Bruderblatt gegen die deutschnationale Hessische Landeszeitung, stoßlegende durch eine neue Lügenmär ergänzen und ver— vollständigen zu müssen, indem sie sich aus dem besetzten Mende besiegen. Stärkung des Gebiet folgende Räubergeschichte schreiben läßt: * „Immerhin erheischt die Lage im besetzten Gebiet eine baldige Aenderung. Die Nerven der Bevölkerung sind aufs äußerste ge⸗ spaunt. Wir sind ja nicht in der Lage, wie das Ruhrgebiet, uns gegen die frechen Eindringlinge wehren zu können, da wir durch Unterschrift unter den sogen. Frieden von der damaligen Regierung an Frankreich verkauft worden sind, und da wir gezwungen sind, das durch das Deutsche Reich garantierte Rheinlandabkommen als einen Teil der deutschen Gesetzgebung anzuerkennen“ Dazu bemerkt der Volksfreund, es sei ein starkes Stück, zu einer Zeit, wo die Eisenbahner in Rheinhessen einen arten Kampf mit dem französischen Militarismus aus- seohten wo die Zahl der Männer, die wegen dieses Kampfes mit Weib und Kind von Haus und Herd vertrieben wird, täglich größer wird, zu schreiben, daß Rheinhessen sich nicht wehren könne. Der hartnäckige Kampf, den die Lohn- und Gehaltsempfänger in Rheinhessen fübren, die Opfer, die dort gebracht werden, alles das gilt dem deutschnationalen Organ für nichts. Daß der Verkehr in Mainz stillgelegt ist, daß die Arbeiter und Angestellten sich weder durch Drohungen noch durch Lockungen bestimmen lassen, den Weisungen der Reichsregierung entgegenzuhandeln, davon weiß man in der Waldstraße zu Darmstadt offenbar nichts. Wenn der Wirtschaftskrieg, den Deutschland gegen Poincarés Pfänderpolitik führt, nach Ansicht der deutschnationalen Herren überhaupt keine Abwehr ist. was gedenken die Strategen der Waldstraße denn eigentlich zu tun? Wollen sie die Rheinhessen etwa vor die Maschinengewehre der Marokkaner treiben? Was ersteht man in der Waldstraße unter Abwehr— das ist die Frage! Wollen die Herren verfahren, der in der Deutschen Zeitung die Methode der sizilianischen Vesper von 1282 eiapfiehlt? Sein Verfahren ist allerdings fabelhaft einfoch: Man nimmt den Franzosen die Waffen und schlägt sie damit tot, so daß keiner von ihnen übrig bleibt. a Die Hessische Landeszeitung behauptet aber nicht nur, daß die Rheinhessen sich wegen des Versailler Vertrags gegen französische Bedrückung nicht wehren können; sie gibt auch den Grund für diese Erscheinung an: Rheinhessen sei sedurch Unterschrift unter den sogenannten Frieden von der damaligen Regierung an Frankreich verkauft worden.“ Die Wahrheit ist, daß gerade das Bestreben, die Rheinlande dem Reiche zu erhalten, das stärkste Motiv war, den Friedens ⸗ wertrag zu unterzeichnen. Hätten wir die Unterschrift ver⸗ weigert, so wäre das Rhein-Maingebiet damals glatt von Clemenceau annektiert worden. Das lag für jeden Klar⸗ blickenden offen vor Augen. So darf nur daran erinnert werden, daß die Franzosen damals mit großer Heeresmacht vor Darmstadt und Frankfurt lagen, vollständig bereit, das Annexionsgebiet weit über Darmstadt hinaus zu erweitern. Gerade die rheinhessischen Vertreter in der Nationalver⸗ sammlung waren es, die die Gefahr für ihre Heimat klar erkannten und die Annahme des Friedensvertrags ver— langten. Und wie es eine Unwahrheit ist daß Rheinhessen sich gegen französische Unterdrückung nicht wehren kann, so ist es auch eine Lüge, daß die Rheinlande durch den Friedens- vertrag„verkauft“ worden seien. Mag der Versailler Ver⸗ trag für diejenigen, die ihn schufen, auch noch so sehr ein Dokument impericlistischer Schande sein daran, daß Rhein- hessen deutsch ist und es immer bleiben wird, ändert auch er nichts. Deutschland braucht auch von dem Versailler Ver- trag nicht abzurücken, um sein unverjährbares Recht auf die Rheinlande zur Geltung zu bringen. Keine Silbe in ihm spricht für die Ansicht der Hessischen Landeszeitung, daß Rheinhessen von Deulschland aufgegeben sei. Deutschland handelt auch nicht gegen den Versailler Vertrag, wenn es sich zur Wehr setzt gegen Bestrebungen, welche Rheinhessen von der deutschen Heimat loslösen wollen. Der Kampf der Arbeiter, Angestellten und Beamten in Rheinhessen gegen bie Poincarésche Pfänderpolitik bleibt ein Kampf für Recht und Freiheit auch dann, wenn man den Versailler Vertrag als für uns bindend anerkennt. Nicht Deutschland verstößt gegen den Versailler Vertrag, wenn es sich mit wirtschaft⸗ lichen Mitteln gegen die Poincarésche Pfänderpolitik zur Wehr setzt, sondern Frankreich, wenn es diese mit Gewalt durchsetzen will. die glaubt, ihre schon allzu abgenutzte Dolch etwa nach dem Rezept des deutschnationalen Herrn Niemeyer Breiischelds Londoner Aeußerung richtiggestellt! Die Aeußerungen Breitscheids zur Haltung der Sozialbemokratie zum Abwehrkampf im Ruhrgebiet find belarmtlich von der Rechtspresse gegen die sogial⸗ demokratische Partei mit großem Vergmitgen ausgeschlachtet worden. Nun meldet der Korrespondent der Frambf. Zeitung seinem Blatte, daß Breitscheid Überhaupt nur in einer Versammlung der parlamen⸗ tarischen Arbeiterpartei die Ausfassung der deutschen Arbeiterschaft in der Ruhrfrage dargelegt und, wie dem Korrespolndent von elnem hervorragenden Teilnehmer der Versammlung mitgeteilt wurde, durch besonnene, überzeugende Darlegung elne sehr gute Wirkung erzielt hat. Dieser englische Teilnehener versichert, daß Breitscheid zwar die Niltzlichkeit einer Vermittlung betont, aber mit keinem Wort eine Schwäche der deutschen Position behauptet und ebenso wenig erklärt habe, daß Deutschland, auch so lange die Ruhr besetzt sei, Verhand⸗ lungen eröffnen wolle, wie dies in dem allzu eilfertigen Bericht der Daily News über das angebliche Interview behauptet wird. Breit⸗ scheid gab in England überhaupt keine Interviews aus. — Verkehrte Verkehrspolitik. Eine neue Erhöhung der Post⸗ und Telegraphengebühren wird angekündigt. Wie eine Meldung aus Berlin besagt, hat der Reichsrat in seiner am Montag abgehaltenen Sitzung eine Verordnung angenommen, wo⸗ durch zum 1. März die Post⸗, Telegraphen⸗ und Fernsprechgebühren abermals verdoppelt werden sollen. Nur die Postkarte soll ferner⸗ hin auf den Portosatz von 40 Mart im Fernverkehr belassen werden. Hoffentlich finden sich im Reichstag Leute, die gegen eme solche ver⸗ drehte Politik entschieden Einspruch erheben. Wenn wir auch nicht gerade behaupten wollen, daß eine nochmalige Verdoppelung der Portosätze eine völlige Lahmlegung bedeutet— denn Geschäfts⸗ welt und Private sind doch eben auf die Post angewiesen— so wird dadurch das ganze Wirtschaftslaben ungeheuer belastet und die Waren⸗ preise werden weiter in die Höhe getrieben. Aber auch die Post selber hat den Schaden davon. Denn es ist doch selbstverständlich, daß bei den hohen Portosätzen der Briefverkehr stark zursickgeht und infolge⸗ dessen auch die Einnahmen der Post. So wird das Defizit größer statt geringer. Das hohe Paketporto verteuert natürlich die Waren um mehr, als Fracht oder Porto ausmacht. Einem Riesenbetrieb wie der Post muß es möglich sein, den Anforderungen gerecht zu werden, die an ein modernes Verkehrsinstitut gestellt werden müssen, ohne großes Defizit zu machen. Gießen und Umgebung. Parteifreunde, Leser! Der 1. März steht vor der Tür. Jeder pflichteifrige Parteigenosse, jeder aufgeklärte Arbeiter weiß, daß keine Stunde versäumt werden darf, die vornehmste und schärfste Waffe der Partei, die Presse, ständig weiter zu verbreiten. Wer zum kommenden Monatswechsel der Oberhessi⸗ schen Volkszeitung noch keinen neuen Abonnenten zugeführt hat, der gehe sofort ans Werk! Wer die Hände in solcher Zeit in den Schoß legt, der verdient nicht den Ehrennamen des Parteigenossen. Etwa untreu gewordene Abonnenten suche man erneut dem Parteiblatt wieder zu gewinnen. Nochmals: Der 1. März steht vor der Tür! Das Parteiblatt ruft! 8 — Die stubentische Wohnungsnot. Wir werden um Aufnahme des Folgenden ersucht: Ueber Wohnungsnot im Allgemeinen noch Worte machen zu wollen dürfte keinerlei Zweck haben. Diese ist zur Gentige bekannt. Besonders dringend aber gestaltet sich in unserer Stadt die Frage der Beschaffung von Unterkunstsgelegen⸗ het für die Studierenden. Selbst für die allerbescheldensten Aw⸗ sprliche ist es kaum noch möglich. ein Zimmer zu finden. Die Ur⸗ sache dürfte vielsach nicht nur in der Unmöglichkeit der Veschaffung von Räumen sondern auch bei dem fehlenden Entgegenkommen derjenigen zu suchen sein, welche evtl. in der Lage wären. ein Zimmer abzugeben. Es ist eine bedauerliche Tatsache, daß viel⸗ sach auch Zimmer lieber nur an Ausländer und selbständige Beamte üsw., die besser zahlen können. wie ein Student. vermietet wer⸗ den. Wenn auch vielfach zuzugeben ist, daß sür manchen Klein⸗ rentner und manche Wilfrau die schmalen Einkünfte aus der Ver⸗ mietung unerläßlich zur Fortsetzung der Existenz sind. so darf doch andeversents auch einmal hingewiesen werden, auf das Schick⸗ sal der Bewohner des unc so nähen besetzten Gebietes in deren Wohnräumen sich das feindliche Militär tummelt, und die über⸗ haupt nicht nach ihren elementarsten Wirtschastsbedürfnissen ge⸗ fragt werben, sonbern einfach ihre Zimmer weggenommen be⸗ kommen, um darin den feindlichen Offizier mit seiner Familie einschließlich Tante Suhwiegermutter, Urgroßmutter und allem anderen, was sich möglicherweise damit in Verbindung bringen läßt, aufzunehmen. Wir glauben bestimmt annehmen zu können, daß es bei etwas mehr autem Willen doch möghich wäre manchen Naum für einen Studenten frei zu machen, und richten die mahrende Bitte an alle Kreise der Bevölkerung, sie möge den Studierenden doch hiey ermas helsen und jeden nur irgend ver⸗ fügbaren Raum dem Wohnungsamde der Gießener Studentenhilfe (Bürostunden: 9—12 und 3—7 Uhr) alsbald anmelden, damit der unerträglichen Wohnungsnot der Studentenschaft allmählich ge⸗ steuert werden kann. — Vorträge über Unfall und Unfallverhütung. Der am Dienstag abgehaltene 12. Vortrag handelte von den Maßregeln zur Verhütung von Unfällen an Dampfkesseln, Dampf⸗ leibungen Dampfmaschinen und Gasmotoren, Ferner kamen die beiden Methoden der Metall- Verarbeitung, insbeson⸗ dere leim Gießen Schweißen. Schlossern, Schmieden. Drehen, und Walzen erforderlichen Schutzvorrichtungen zur Besprechung. Bei Hochspannleitungen wurde das gefahrlose Aufsuchen beschädig⸗ ter Isolatorenköpfe unter Anwendung verbrennbarer Koppen für letztere sowie die Spiegelmethode besonders hervorgehoben. Den Schluß bildete eine Uebersicht über Unfallschuz in der Textil⸗ industrie und in chemischen Fabriken. Die wiederholte Ausstellung zahlreicher, auf Veranlassung von Gewerkschaften hergestellten phytographischen Aufnahmen und Merkblätter trug wesentlich dazu bei, das Verständnis für die in der Unfallverhütung zur Anwen⸗ dung kommenden Schutzvor richtungen zu fördern. Nächster Vortrag her Unfallentschädigung Diens⸗ tag, den 20. Februar abends 8 Uhr im großen Hörsaal der Universität. ö e 1 1 Jagdpreis und Zeitungsabonnem ek. Zu der in der Montagsnummer unter dieser Ueberschrist erg schlenenen Nolsg schreibt uns Herr Fabrikant Klingspor: „Es ist ein Irrtum des Einsenders daß ich eine gewichtige Stimme im Vorsitz der Gießener Handelskammer habe. ber⸗ tvete nur den Vorsitzenden der Handelskammer in dessen Ab⸗ wesenheit oder in aner Behinderung. Die finanzielle Lage der Handelslammer und die Beschwerden über die Höhe der Beiträge haben zu einer Einschränkung im Bezug der Druckwerke geführt; welche Zeitungen davon betroffen werden. entzieht sich meiner Kenntuls. Die Beziehungen zwischen Handelskammer und Jagdpacht sind nicht un interessanf und geben allerdings zu wirtschaftlichen Be⸗ trachtungen Anlaß. Nachdem ich einundzwanzig Jahre Pächter der Busecker Jagd für einen ihrer Güte angemessenen eis war, fiel es mir schwer genug jetzt in eine solche Erhöhung einwflligen zu mlissen; es geschah unter dem Druck der heutigen Verhältnisse. Die Wildpreise wenden sich notwendigerweise den Pachtpreisen an⸗ passen und für Diejenigen, welche das Wild bezahlen müssen, wird folches ein nebelhafter Begriff werden: sie mögen sich daflür bei den Pachttreibern und deren Hintermännern bedanten. Eine Erscheinung die vom Standpunkt des Jägers wie von dem des Verbrauchers aufs Tiefste beklagt wird,— die aber auch den Intoeressen der Gemeinden kaum dient ist es, daß der waidgerechte ehemalige Jäger der des Waidwerks wegen sagte und micht des Geschäftes wogen, kaum noch in der Lage ist, sich jagdlich zu beteiligen: um so viel eher vermag es der in Ihrer Zeitung so oft richtig gekennzeichnete„Neue“. Es dllrfte sich für die Presse empfehlen, nicht nur die Namen der so maßlos getrie⸗ benen seitherigen Pächter, sondern besonders die vier wichtigeren und eine viel größere Beachtung verdienenden plamos treibenden Jagdliebhhaber bekannt zu geben. Zu meiner Freude höre ich daß sich in Jägerkreisen der Gedanke Bahn brscht, dieses Materfal zu sammeln und entsprechend en behandeln. Die Namen der„Jäger“ die mich aus Vufeck zu verdrängen suchten und den Pachtpress auf Mk. 1 500 000.— trieben stehen gern zur Verfügung und man kann dem Herrn Einsender nur dankbar für die Anregung zur Aufrollung der Frage der derzeitigen Jagdverhältnisse sein. Bet einer Wanderung von Gießen über Wieseck nach Buseck kann er bet richtiger Beachtung der Wegezeschen den Gang ins Jagdgebiet nicht verfehlen und sich dort genastere Informationen verschaffen.“ Wir haben von der Aufklärung des Sachverhaltes gerne Kenntnis genommen. Bemerken wollen wir noch, daß es sicher⸗ lich dem Einsender der ersten Notiz ferngelegen hat, ihr etwa eine versönliche Spitze gegen Herrn Kl. zu geben. ste ist ja auch nicht in dem Sinne aufgefaßt worden. — Gaspreis mehr als verdoppelt! Nach einer Bekannt⸗ machung des städt. Gaswerks im heutigen Blatte beträgt der Gaspreis ab 16. Februar nicht weniger wie 550 Mark. Mancher e wird dadurch dus Budget aus dem Gleichgewicht ge⸗ racht. — Milchpreis 580 Mark! Im heutigen Blatte befindet sich eine Bekanntmachung des Lebensmittelamtes, wonach das Liter Milch von jetz ab 580 Mk. kostet. Das bedeutet Unterernährung und unter Umständen Tod für viele Kinder, die auf Milch als einziges Nahrungsmittel angewiesen sind. — Lichtbilder⸗Abend zum Besten der Arbeiterwohlsahrts⸗ pflege. Die Sozialdemokratische Partei Gießen veranstaltet am Sonntag, den 25. Februar, abends 8 Uhr, im Saale des Gewerk⸗ schaftshauses einen Lichtbilder⸗Vortrag über„Volk in Not“. Das Thema des Vortrages ist recht zeitgemäß und behandelt in ver⸗ schiedenen Abschnitten Deutschlands Verarmung und ihre Ursachen, den Zusammenbruch der Währung und den Umfang der deutschen Not im allgemeinen, Ursachen und Wirkungen des Krieges, Frie⸗ densvertrag, Reparationsverpflichtungen und Bedingungen wer⸗ den in diesem Vortrage behandelt und findet das gesprochene Wort durch eine Anzahl wohlgelungener Lichtbilder wertvolle Er⸗ gänzung Der Besuch des Vortrages ist sehr zu empfehlen. Und da der Gesamtertrag zum Besten der Arbeiterwohlfahrtspflege be⸗ stimmt ist, darf wohl auf zahlreichen Besuch weitester Krefse der Bevölkerung und unserer Parteigenossen gerechnet werden. n⸗ trittskarten sind im Vorverkauf zu 50 Mk. in der Geschäftsstelle der Oberhessischen Volkszeitung zu haben. 0 — Für Parteifreunde, die Leipzig ist besuchen ist folgendes vom Leipziger Volkshaus ausgehende Mitteilung von Interesse. Im Leipziger Volkshaus(das während der Kapp⸗Tage von der Reaktion niedergebrannt wurde) befindet sich auch ein nenzeitlich eingerichtetes Hotel mit 35 Betten. Die Preise sind mäßig und die Verpflegung rechtfertigt ihren guten Ruf. Das Valkshaus ist vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahn(Linie 10, Richtung Conne⸗ witz) in wenigen Minuten zu erreichen. Wir bitten alle Genossen und Freunde der Arbeiterschaft um freundliche Benutzung unserer Einrichtungen. im merbestellungen und Anfragen sind zu richten an Volkshaus, Leipzig, Zeitzer Straße 32, Telephon 3170. — Wareudieksahl. In der Nacht zum 13. Februar wurde aus einem Laden entwendet: 1 Pack Kerzen, 120 Stück in Pack⸗ papier verpackt, 1 Flasche Cognak(Weinbrand), einige Flaschen Zwetschenwasser, J Paar fast neue schwarze Damenhalbschuhe, Gr. 37 und 39, 1 Paar Herrenschnürstiefel, Gr. 43 und 3% Pfund Fleisch. Sachdienliche Mitteilung nimmt die Kriminal⸗Abteilung entgegen. br. Wieseck. In der Gemeinderatssitzung am Montag, 12. Februar, wurde zunächst über den Beitritt der Gemeinde zur Gemeinwirtschaft Oberhessen beraten. In Anbetracht der außerordent⸗ lich tief einschneidenden Wirkung für die einzelnen Gemeinden soll das großzügige Projekt durch die Finanzkommission durchgearbeitet und dann dem Gemeinderat erneut Vorlage gemacht werden.— Das Elektrizitätswerk der Stadt Gießen gab Mitteilung davon, daß es in Zukunft bei der Unterhaltung der Straßenbeleuchtung nur für die Friedenskosten aufkommen werde, der Mehrbetrag von den Gemein⸗ den zu tragen ist. Hiergegen erhebt der Gemeinderat Einspruch.— Der Ausschlag der Gemeindeumlagen für Rj. 1922, durch die etwa 6 Millionen zu decken sind, geht zunächst an die Finanzkommisston.— An Baukostenzuschuß für die Gemeinnützige Baugenossenschaft werden 1160 000 Mk. bewilligt.— Das Beihilsedarlehen zur Förderung des Wohnungsbaues beschließt der Gemeinderat für 2 Doppelhäuser mit 8 Wohnungen und voraussichtlich 2 Privatbauten in Anspruch nehmen zu wollen. Kreis Friedberg⸗Züdingen. Butzbach. Baumfrevler haben dieser Tage an der Straßse zwischen Griedel und Gambach mehrere junge Obstbäwme teils abge⸗ brochen oder so beschädigt, daß sie vernichtet sind. Gegen solche Schändlichkeiten wären empfindlichste Strafen am Platze. Warum benutzt die Hausfrau Leurlo: Weil sie dadurch die Lebensdauer ihrer Wäsche verlängert, denn Feurlo haushaltseise enthält che e Vereinigte Heifenf e e 80% Fett, greist also die Wäsche nicht an und ist im Gebrauch viel sparsamer als Rernseife. abriken Stuttgart A.⸗G. 5 1 15 rell Wetzlar. f W. Atzbach. In der letzten Parteiversammlung erstattete Genosse Bepler den Geschäftsbericht. Genosse Leib hat den Vorsitz Kiedergelegt. Als Vorsitzender wurde gewählt: 1. Vors. Genosse P. Bepler, 2. Vors. Aug. Brömer, Schriftührer Genosse L. Weber, Kassierer Genosse K. chardt. Vorsitzender des Bildungsausschusses ist Genosse L. Weber. Die Bildungsabende beg am 15. Febr. „Staats- und Odenhausen(Lahn). Am vergangenen Sonntag fand hier im Saale des Gastwirts Klinkel ein Märchenabend unserer Schuljugend statt. Der Saal war stark besetzt. Die Leitung hatte der Herr Lehrer Willig übernommen. Er hielt zuerst eine Ansprache an die Anwesen⸗ den und nachher begannen die Märchenspiele der Schuljugend. In der Ansprache gedachte er mit kurzen, kernigen Worten der Alten und Rentner unserer Zeit, die heute hauptsächlich einen schweren Kampf um ihr Dasein führen müssen. Ferner führte er die Not der Eltern daf beginnenden Spiele klappten recht gut und wurden durch das Singen einiger Volkslieder durch die Schliler unter Leitung des Herrn Fehrer Thoms noch um manches verschönert. Mancher der Anwesenden wurde durch die schönen Spiele der Jugend aus dem Trubel und der Not unmserer Zeit herausgezogen und weilte mit ihr im Lande der Märchen. Den mitspielenden Schlllern und hauptfächlich der Leitung des schönen Abends gebithrt volle Anerkennung. Leider muß bedauert werden, daß der Aufforderung des Herrn Lehrers Willig in seinem Schlußwort, zum fröhlichen Beisammensein nach dem Spiel wenig Folge geleistet wurde. Hier tritt die Interesselosigkeit gegenüber den Lehrern und überhaupt gegember der Schule einmal klar zutage.— Hoffentlich wird es das nächste Mal besser. Kleine Nachrichten. Angegriffener Kurier. In Insterburg ist am Donnerstag ein auf der Reise nach Berlin begriffener Kurier der russischen [ Sowietreglerung in Verkennung feiner Nationalität durch das Publikun mißhandelt worden. Die deutsche Regierung hat ihr lebhaftes Bedauern über diesen Zwischenfall ausgedrückt und die Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Im Zusammenhang damit kann mir wiederholt darauf hingewiesen werden, daß korrektes Verhalten allen Ausländern gegenüber ohne Unterschied der Nationalität Pflicht eines jeden Deutschen ist. 22 Tod im Parkument. Aus Stuttgart wird berichtet: In der Sitzung des Württembergischen Landtags am Dienstag brach der 8 e Lechner während seiner 3 über die stenographie vom Schlage getroffen zusammen verstarb darauf. Der Präsident des Hauses sowie der Staatspräsident dem Verstorbenen einen warmen. Arbeitsrecht, Gewerkscha'tliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Verhandlung vom 13. Februar. In der Lohnstreitigkeit des Zentralverbandes der Hotelangestellten und des Verbandes der Bad⸗Nau⸗ heimer Hotelindustrie erging folgender Schiede spruch: Das Bargehalt eines Küchenchefs, das im Tarifvertrag für das Hotel⸗ und Gastwirtsgewerbe in Bad⸗Nauheim ab 1. Mai 1922 auf 7000 Mk. festgesetzt war, wird für den Januar 192g festgesetzt auf 49 000 Mk., für den Februar 1923 auf 98 000 Mk. und für den März auf 147000 Mk. Alle übrigen Bar⸗ und Garantielöhne des Tarifvertrags sind in demselben Verhältnis zu erhöhen. Diese Re⸗ gelung galt nur bis zum 31. März 1923.— Der Arbeitnehmerver⸗ treter erklärte die Annahme des Schiedsspruches. Der Arbeit⸗ geberverband erhielt drei Tage Erklärungsfrist. Die Lackfabrik Megerle in Friedberg soll vom 1—14. 2. 23 die Stundenlöhne zahlen, die das Bezirkslohnabkommen der chemischen Industrie für diese Zeit für Friedberg vorsteht, also z. B. den Betriebsarbeitern über 21 Jahren 1010 Mk. Dem grund⸗ sätzlichen Antrag des Fabrikarbeiterverbandes, die jeweiligen Be⸗ zirkslohnabkommen der chemischen Industrie für maßgebend zu er⸗ lären, gab der Schlichtungsausschuß nicht statt. Er gab den Streitteilen auf, über die Lohnregelung ab 15. 2. 23 alsbald mit⸗ einander zu verhandeln. Sie erhielten drei Tage Erklärungsfrist. In zwei meiteren Sachen einigten sich die Streitteile ohne öffentliche Verhandlung. eee eee eee Der Dollar war gestern mittag 12 Uhr auf ca. 20 000 Mark gesunken. CCCP 1 e von 100 Mark pro Stück an die kann mum den seftherigen vielen Nachfragen dae e den n f. ve en i samtbestellung an das Hammstr. 10 zu richten. Bei dem Bezug ist der Betrag sofort zu ent⸗ richten. Mit Parteigruß! J. A.: H. Häus er. Parteisekretariat Gießen, Aus den amtlichen Bekanntmachungen. Das Amtsverkündigungsblatt Nr. hält: Wahl zum Provmzkalausschu Prämientarif der Zweiganstalt .— Feldbereinsgung Klein⸗Linden. 1 Koblenpreise im Lanbkreise Gießen. Das Kreisamt gibt be⸗ sowie der allgemein ge⸗ 15 Wirkung vom 7. Februar 1923 ab folgende Höchstpresse festgesetzt: Fettstückkohlen pro Zentner 0352 Fettnußkohlen pro Zentner 6479 Mk. Fettkohlen(meliert) pro Zentner 5518 Mk. 0 ohlen pro Zentner 7051 Mk. Anthrazit II. pro Zentner 8001 Mk. Eiformbriketts pro Zentner 8269 Mk. Braunkohlenbeiketts pro Zentner 3370 Mk. Zechenkoks(grob) pro Zentner 7200 Mk. echenkoks) pro Zentner 8163 Mk sich vorstehende Koks um 110 Mk. per Zentner. Preisen abzugeben. Bthördliche Bekanntmachungen Bekanntmachung. Infolge Erhöhung des Stallpreises für Vollmilch bon Mk. 300.— auf Mk. 460.— und der Milchver⸗ arbeitungsgebühren von Mk. 55.— auf Mk 75.—, so⸗ wie der gestiegenen sonstigen Unkosten tritt auf Grund . der Verordnung über den Verkehr mit Milch vom 10. April 1921 gemäß Beschluß der städtischen Lebens⸗ mitteldevutation vom 14. Februar 1923 mit Wirkung vom 15. Februar 1923 ein Kleinverkaufspreis von 3 . Gemäß Beschluß des Vorstandes Beiträge unserer Kasse erhöht worden able beute Algeneie Ortalrankenkase für die Stodt Gießen. 18e Beile ande Sid M. 5000000 vom 13. 2. 1923 sind die Grundlöhne und Die seitherigen Lo hnstufen von 1 bis IX Lupler do. Mt. 580.— für das Liter Vollmilch in Kraft. Gießen, den 14. Februar 1923. Der Oberbürgermeister.(Lebensmittelamt.) für Platin pro Gramm 10000 bleiben unverändert bestehen. Hierzu kommt noch Stufe X, XI u. XII wie nach- zahlt die höchsten Preise für Gold 16 Karat 150 0 stebend: Zufall 1 ür Gol N 14 3 3 50 1— 5 705 8 Stufe Tägl. Verdienst] Grund⸗ Wöchentlicher Beitrag Beitrag zur Wolken ga 1e. 75 für Silber 24200 von I bis lohn Jb. 6 Arb ⸗Tg. b 7 Arb.⸗Tg. Invalid. ⸗Veis.— Edelstein⸗ und Edelmetall⸗Zentrale]]& 1302500 2400 1286 Mr. 1512 Mt. 320 Mt. Stadttheater 1 Bad 0 Kreuznach XI 2501 3100 3000 1620„ 1890„ 320„ 2 Filtale Gießen, Hotel Lend. Telepbon 151.] XI über 8100 3600[ 1944 f 2268 320„ Freitag, den 16. Febr. Zahle Bargeld. 1279 Zahle Bargeld Gaspreis. E Infolge weiterer Verteuerung der Kohlen, Erhöhung f der Frachten wird vom 16. Februar ab der Gas⸗ preis auf 5 550.— Mk. für den Kubikmeter erhöht. Gießen, den 14. Februar 1923. Städtisches Gas⸗ und Wasserwerk Gießen. Gestorbene. 4 13. Februar. Helmut Max Welke, 4 Monate 1 alt, Walltorstraße W. t Beerdigung: 15. Februar, 3 Uhr nachm. Lellscher ll General Versammlung 11. Geschäfts⸗ und Kassenbericht. 2. Neuwahl der Orts⸗ N innerhalb 1 Woche der Ka Tag A 15 ach Ablauf der gestellten Meldefrist sind wir gezwungen, gegen die säumigen Meldepflichtigen Strafanzeige zu stellen. 17 128 kleber Jerpaud Verwaltungs stelle Gießen. Vorstehende 3 Lohnstufen treten mit dem 12 2. 23 in Kraft. Die Herren Arbeitgeber werden ersucht, den täglichen Verdienst aller derjenigen Versicherten sse zu melden, welche seither schon über 1900 Mk. pro 17. Vorstellung im Freitag⸗Abonnement Im weißen Rößl Anf. 7 Uhr Ende 9˙½ Uher Zams tag, den 17. Febr. Schüler- Vorstellung bei kleinen Preisenl 3 2 3 Sonntag, ben 18. Februar, vormittaas 9 uhr im Gewerkschaftshaus zu Gießen Tagesordnung: verwaltung usw. 3. Kartellbericht. Zahlxe ichem Besuch sieht entgegen 1282 Die Ortsverwaltung. 4. Verschiedenes. 8 Der Vorstand: Ad. Volz, 1. Vorsitzender. 1 Hr Veinbrand enter: Anton Küchler, dissen, Zum letzten Male Wilhelm Tell f Anfang 4 Ende 6½ Uhr: Sonntag, den 18. Febr. Kindervorstellung bei kleinen Preisen! 5 Die drei Haule⸗ männerchen 5 Anfang 3½ Ende 6 Uhr 1 Schwarzwaldmädel 3 * A Fran Hurt a frautluntesrale 15 Lelelan 107 2% 1. Banken, Industrie N Disconto- Gesellschaft Iweigstelle Giessen, Plockstr. 13 Kapital und Reserve: 0 Darmstädter u. Nationalbank a Kommandltgesellschaft auf Aktien Johannesstrasse 1 Ruf 126, 174, 177 Commerz- und Privatbank Aktiengesellschaft Filiale Giessen = Bahnhofstrasse, Ecke Westanlage 1200 000 000 u. Bankmässige Geschäfte aller Art f Au ust döster Bahnhoistrasse 65 b 5 Huge! langs, Harmeniums. 22 1 2 5 Geschäftliche Rundschau mit Dauerfahrplan Aeppler& faber Onne Gewähr Ankunft aus der Richtung onne Gewähr Ruf 361 Südanlage 7 Ruf 381 1 Kassel Frankfurt- M. Köln Koblenz Fulda Gelnhausen Londi. 6 5 7 lität: N 5 C 550 1 1915—+ 1 9 1 701 WZ 510 200 WI 85— pesaia 1 U 2 Arossetrlen 62⁴ 221 57 W 203 802 D 126 W753 8⁰⁰ 71 427 739 7/330 W537 D 7¹ 515 WII P 305[ WAV31 2³9 9⁴³ 9⁴⁰ 758 8¹² 9⁴⁰ 7²² 257 8 22 1 2 2 52 22 0 0 5 ber e Heinrich Schäfer, Marktstr. 20 b 5 0 5e 55 1 N 5 9 W 750 10¹⁰ g Stöcke Pfeifen Schirme 9 W= Wochentags. Sa= Samstags. Die Zeiten von Gasthaus G mbrinus, Wieseck Besitzer Heinrich Braun Spiel Waren N D D-Zug. E= Eikzug. 600 Uhr abends bis 552 Uhr morgens sind in den Minutenziffern unterstrichen .. Löwenstein, Wiesech Siegfried Haas oritz Gregori Kreuxplatz 14 Anf. 7 Uhr Ende 9½ Uhr 5 Allgemeines RNufovertrieb u. Reparaturwerkstäütte oigarren, igaretten, Tabake 7 Butzbach ö * Zweigniederlassung Giessen 0 ö ö I miteldeufsche kreiitdant Filiale Siessen, Johannesstrasse 17 1 1 Isidor R ämer. Butzbach Manufakturwaren, Wäsche und Herrenstofle P f 5 5 apiergrosshandlung Wilnelm Haas, Wies 5 Fleisch- und 5 55 Seltersweg 68 a 1 15 Lich IIoldwaren, Taschen- Uhren Leistungstühiges Haus für Kleitlerstoffe, Baumwoll waren, Damen- und Herren-Kontektion. Wäsche Ausstattungen Carl Chambre, Lich 14 Karat Trauringe 8 Karat Cu R,. 1:, Keunlahs 8 5 IHandels-und dewerbebank Giessen E. G. m. b. H. Giessen I duslttztstache Hir näustrie und Hendel Wiln. Hadermann, Butzbach Otto Georg, vorm. H. Kühn, Giessen Herren- u. Knaben-Kleidergeschäft F r Carl Hadermann, Butzbach Harl Kühler, uirh IHessen] M. Ch. Münlstein, Seltersweg 83 Kurz-, Weiss- und Woll- Waren lid Hulunialularen- ffilsd Säcke aller Art, sowie Papier-Gewebe-Säeke] Schuhhaus Britt, Butzbach 1 c Männerchöre, Vereins- Weisslerstr. 25 Grosse Auswahl Weisslerstr. 25 I backlabrik Gebrüder böb 3 Aktiengesellschaft& Giessen Telephon Nr. 1409 u. 217l. Telegramm-Adr.: Lacklõb Soliditä„ Inhaber: C. BRIT T Butzbach, Wetzlarerstr. 19 Schnhwaren aller Art und Schafteustepperei Lebensmittelhaus W. Hahn, Lich Oberstadt 7 musikinstrumente Aulfahrpuges alis Ernst Challier, Giessen, Neuenweg Nr. 9 Optiker Magnus, Marktplatz 19 Oberstadt 7 e, Flügelstern“ Per Ilermann Löb, Butzbacu Uhren— Goldwaren— Brillen— Mus“ lien r bollis Stiefel, bich Baumaterialien Fachmann. Bedienung. Lieferant aller Krankenkassen Louis Rothenberger, Neuenweg 22 Alteisen— Mieialle Lumpen — 2