II ö 1.. 1 neben Schadeh Füllgub Arbein⸗ en! unktztaß uh 3 hene. elböffer, gal, 1 Diele 1 weh Sihnbossrase 23 Durch die Post bezog. 3300.— f 925 hat, den Weg zu einer Hebktion: gitßen der Provinz Ftrusprecher 200d. berhessische Volkszeitung Organ für die Interessen des werktätigen Volkes Oberhessen und der Nachbargebiete. Sfpebition: Sießer Bahnhofstraße 23 Fernsprecher 2008. Die Oberb. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. e ane een. beten vonne 20. 2 ec wel eee Wirtschaftliche Bei age“ beträgt monatli— Mk. ein ringerlohn. Wirtiche. k. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120— Mk Verantwortlicher Redakteur: J. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren Raum lokgl 60.— 1 300.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ Mk. auswärts 80.— Mi., die Reklamemillimeterzeilt der Rabakt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr a 8. Nr. 109 Gießen, Dienstag, den 15. Mai 1923 18. Jahrgang Die Antwortnoten Englands und Italiens. Die deutschen Vorschläge eine große Enttäuschung und völlig unannehmbar; keine 1 Grundlage zur Diskussion.— Erweiterte Vorschläge notwendig. Die englische Note. Die am Sonntag früh der deutschen Botschaft in London überreichte und von Lord Curzon unterzeichnete Note hat folgenden Wortlaut: N Die Regierung Seiner Majestät hat dem Memorandum, da Euer Exzellenz mir am 2. Mat mitgeteilt haben, und in dem die deutsche Regierung ihre Vorschläge für eine Regelung der Reparationsfrage vorlegt, ihre sorgfültige Aufmerksamkeit zuteil werden lassen. Dieser Schritt der deutschen Regierung ist bekanntlich die Folge einer An⸗ (regung gewesen, die ich im Laufe einer Debatte im britischen Parla⸗ ment am 20. April gegeben habe, und die Regierung Seiner Majestät bat daher am der Antwort, die auf diesen Appell hin erfolgt ist, ein besonderes Interesse. Ich kann Euer Exzellenz nicht verhehlen, daß die Vorschläge Ihrer Regierung eine große Enttäuschung gewesen sind und daß die deutsche Regierung den ung nstigen Ein⸗ druck, den sie sowohl auf die Regierung Seiner Mafestät als aurf ihre Alliierten gemacht haben, nach meiner Ansicht hätte voraus ⸗ se hen und ihm daher vorbeugen können und müssen. Die Vouchläge entsprachen weder der Form noch dem Jubalt nach dem was Semer Mafestät Regie rung vernünftigerweise als Ant⸗ wort auf den Nut hätte erwarten Töeimen, den ich bei mehr als eimer Gelegenheit der deutschen Regierung durch Euer Exzellenz zukommen zu lassen unternommen habe, und auf den direkteren, ihr in der er⸗ L wähnten Rede gegebenen Hinweis. n Die Hauptgründe fur diefe berechtigte Enttäuschung imd die folgenden: I. Die deutsche Regierung bietet als gesamte Bezahlung ihrer anerkannten Schulden eine Summe au, die weit unter dem mäßigen Betrag liegt, der die Grundlage des der Pariser Konferenz im letzten Jannar unterbreiteten britischen Zahlungsplanes bildet und daher von vornherein als für die alliierten Regierungen völlig un annehmbar hätte erkannt werden müssen. Weiter⸗ 62 wird die Zahlung sogar dieser unzulänglichen Summe von dem Ergebnis einer Reihe internationaler Anleihen abhängig gemacht, das unter den kundgegebenen Bedingungen in weitem Umfange ungewiß sein muß, und zwar in so hohem Grade, daß der von der deutschen Regierung vorgelegte Plan tatsächlich Bestimmungen enthält, die sich mit der Möglichkett des Nichtzustandekommens der Anleihen beschäf⸗ tigen. Außerdem schließen die zu diesem Punkte vorgeschlagenen Re⸗ gelungen fmanzielle Bedingungen ein, die für Deutschland weniger drückend sind, als wenn die Anleihen erfolgreich wären, sodaß kein N 3 Anreiz flir Deutschland gegeben ist, den Versuch zur Auf⸗ bringung zu machen. 2. Daß es die deutsche Regierung umterläßt, die Art der (Garantien mit größerer Schärfe zu bezeichnen, die Deutschland anzubieten bereit ist, ist noch ganz besonders zu bebauern. Statt greifbare, substantielle Vorschläge in dieser Richtung zu erhalten, sehen sich die alliierten Regierungen unbestimm⸗ ten Versicherungen, Bezugnahmen auf künftige Verhandlungen gegen⸗ ütbergestellt, die in einer geschäftlichen Transaktion dieser Art prak- stischen Wertes entbehren. Die Enttäuschung ist umso größer, als die Regierung Seiner Majestät gern den Glauben aufrechterhalten möchte, daß in dem deutschen Memorandum Anzeichen dafür zu finden seien, daß die deutsche Regierung die auf ihr liegende Verpflichtung merkennt, eine ernsthafte Anstrengung zur Erfüllunm ihrer Verbindlicheiten mit dem Vertrag von Versailles zu machen in einer Weise, die die Alliierten als bil und aufrichtig ansehen konnen. Wenn Deutschland die Ab. wirksamen und schnellen Lösung eines Problems zu eröffnen, das, solange es nicht gelöst, die politische und wirtschaftliche Lage Europas und tatsächlich der ganzen Welt in ernste Verwirrung bringt, dann scheint es bedauerlich, daß es nicht eme Haarere und schärfere Abschätzung der Linien bewiesen hat, auf denen allein eine solche Lösung gesucht werden kann. Die Regierung Seiner Majfestät ist ihrerseits überzeugt, das Deutschland in seinem eigenen Interesse es vorteilhaft finden wird, eine größere Bereitwilligkeit zur Auseinandersetzung mit der salsächlichen Lage zu entwickeln und unter Ausschaltung aller un⸗ wesentlichen und strittigen Punkte dazu schreiten wird, seine Vorschläge noch einmal zu erwägen und zu erweitern, daß sie in eine brauchbare Grunblage filr weitere Erörterungen umge⸗ wandelt werben. An einer solchen Erörte rung wird die Regierung Semer Majestät bereit sein, im geeigneten Augenblick an der Seite shrer Allterten teilzunehmen, mit denen sie ein praktisches Interesse on dieser Frage teilt, daß sie ebensowenig aufzugeben beabsichtigt, wie 8 en Wunsch, einer Lage von internationaler Gefahr ein Ende zu machen. Aber sie kann der deutschen Regierung micht verhehlen, daß der erste Schritt zur Verwirklichung einer solchen Hoffnung die An⸗ erkennung von Deutschlands sein muß, daß eime viel ernsthaf⸗ tere und viel bestimmtere Mitwirkung erforderlich ist, als sie je bisher in Erscheimumg getreten ist. Die Note Italiens. Die Antwort der italienischen Regierung, von Mussolini unter⸗ zeichnet, lautet: Die aufmerksame Priifung des Memorandums vom 2. Mai, das die Vorschläge der deutschen Regierung für die Lösung der Repa⸗ rationsfrage enthält, hat mich davon überzeugt, daß diese nicht der⸗ art sind, um den Alliierten als Grundlage für eine entgültige Dis⸗ kusston dienen zu können. Meine wohlwollenden Vorstellungen, die bestimmt waren, die deutsche Regierung dahin zu bringen, vernünftige und praktische Vorschläge zu unterbreiten, um aus der in Mittel⸗ europa geschaffenen gefährlichen Lage herauszukommen, hatten mir zu der Hoffnung Grund gegeben, daß der Schritt der deutschen Re⸗ gierung einen Fortschritt bedeute, um eine friedliche Lösung der Re⸗ parationsfrage herbeizuflühren. Aber ich muß konstatieren, daß meine Erwartungen getäuscht worden sind. Man weiß, welches der Standpunkt der italtemischen Regierung in dieser Angelegenheit ist, wie aus den Vorschlägen hervorgeht, die es den beiden letzten Konferenzen in London und Paris unterbreitet hat, die Italien zu⸗ folge seiner finanziellen und wirtschaftlichen Lage gezwungen haben, die Reparations⸗ und Schuldenfrage als immer eng mitein⸗ ander verknüpft anzusehen. Ich kann diesmal nicht davon ab⸗ sehen, darauf zu bestehen, daß diese beiden Fragen so bald als mög⸗ lich gelöft werden, indem den Ausgaben für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Rechnung getragen wird. Diese Antwort erklärt genau die Haltung sowohl mit bezug auf die Unterhandlungen inner⸗ hasb der Reparationskommission, wie auch bei allen Ereignissen nach der Pariser Konferenz. Wie in mehreren offiziellen Kundgebungen und Verordnungen der königlichen Regierung erwiesen wurde, ist Italien bereit, seinen Anteil an den Opfern zu tragen, um es zu einer allgemeinen wirtschaftlichen Lösung der Reparations⸗ frage kommen zu lassen. Italien kann nicht zugeben, daß ihm solche Opfer über das hinaus auferlegt werden, was ihm seine eigenen Kräfte verünftigerweise gestatten. Es darf nicht vergessen werden, daß die besondere Lage, die in Italien durch seinen Anteil an den deutschen Reparations zahlungen geschaffen worden ist, auf der Er⸗ wägung beruht, daß ihm von Seiten der kleinen Staaten ein großer Anteil reserviert wird. Italien hat diesen Staaten gegenüber aus einem Gefühl der Großmut und der Mäßigung und aus Anerkennung ihrer eigenen schwierigen Lage heraus, bedeu⸗ tende Konzessionen gewährt. Die deutsche Regeirung weiß außerdem, daß die italienische Regierung zu ihrem großen Bedauern gezwungen war, den Vorschlag abzulehnen, den die englische Re⸗ gierung der Pariser Konfernz unterbreitet hat, weil das Memoran⸗ din Bonar Laws im Hinblick auf ein hohes Ziel den unabänderlichen Forderungen Italiens nicht genügend Rechnung trug. Im Hinblick auf diesen prinzipiellen Fall muß die italienische Regierung mit be⸗ rechtigtem Staunen erklären, daß das deutsche Memorandeum vom 2. Mai weit hinter dem zurücksteht, was im englischen Vorschlag ent⸗ halten war, zumal schon die sestgesetzte Reparationssumme offensicht⸗ lich um vieles hinter einer noch so geringen Schuld zurlicksteht, auf die man sich vernünftigerweise gefaßt machen konnte. Bezüglich der internationalen Anleihe, wodurch diese Summe bezahlt werden sollte, ohne daß die notwendigen Garantien bezeichnet werden und ohne daß gesagt wird, welche Bestimmungen für deren Plazierung und Erfolg ergriffen werden sollten, fehlen konkrete Angaben für die Garantien und die Zusicherungen, die tat⸗ sächlich geleistet werden sollen. Der deutsche Vorschlag stellt somit 5 keinen methodischen und vollständigen Plan, dar, wie es unerläßlich gewesen wäre, damit er auch nur für eine prinzipielle Diskussion hätte dienen können. Der Plan beschränkt sich auf eine Reihe von unbestimmten und ungenauen Angaben, die umso weniger Wert haben, als die Fragen, auf die sie sich im Hinblick auf eine allgemeine Regelung beziehen, um so wichtiger sind. Ein solcher Mangel ist ein Anlaß des Bedauerns für die italienische Regierung, weil damit zum Schaden aller jeder Schritt zur Lösung der Repara⸗ tionsfrage verzögert und die Meinung verstärkt werden kann, die einen gewissen Glauben findet, nämlich, daß Deutschland unter dem Einfluß bestimmter innerpolitischer Strömungen sich seinen Verpflich⸗ tungen zu entziehen suche. Da unter diesen Umständen die italienische Regierung feststellt, daß die deutschen Vorschläge keine wesentliche Aenderung der Lage gebracht haben, drückt sie von neuem die Ansicht aus, daß sowohl im Interesse Deutschlands wie im Interesse des allgemeinen Friedens und der europätschen Volkswirtschaft ein neuer und baldiger Beschluß der deutschen Regierung Anlaß zu Vorschlägen geben möge, die durch ihren Inhalt und ihre Präzision derart sein können, um von der königlichen Regierung in Uebereinstimmung mit ihren Alliier⸗ ten mit Nutzen geprüft werden zu können. 10 Politische Uebersicht. Die belgif chen Sozialisten zum Reparationsproblem. Der Parteiausschuß der belgischen Arbeiterpartei, der auf dem Internationtlen Kongreß in Hamburg durch die Genossen Vandervelde, de Brouckere, Wauters und van Roosbroeck vertreten sein wird, hat in der vergangenen Woche Stellung zu der Hamburger Tagung genommen. Vandervelde, der für Hamburg vorgesehen ist als Referent für das Probelm der Reparationen und der Sicherheit der Nationen, hat seine Ausführungen vor dem Parteiaus schuß in einer Resolution zusammengefaßt. in der zunächst die ausdrücklichen Vorbehalte, die der belgische Parteiausschuß vor Abschluß des Friedensvertrags von Versailles gemacht hat, erneuert werden, vor allem, was die Bestimmungen über die Saar und Schlesien betrifft, das Fehlen jeder ernsten Garantie bei der Volksbefragung in den Kreisen Eupen und Malmedy, und die verschleierte Annexion der deutschen Kolonien durch die Siegerländer. Der Partei- ausschuß bekennt sich zu den Sicherheitsmaßnahmen, über die ein Einverständnis erzielt ist zwischen den Sozialisten der in Frage kommenden Länder Westeuropas: ein allge⸗ meiner Garantiepakt und zur Ergänzung eine durch Eng; land und die Vereinigten Staaten Frankreich und Belgien zugesagte Garantie für den Fall eines nicht selbstveran · laßten Angriffs; Entmilitarisierung des linken Rheinufers und der neutralen Zone auf dem rechten Ufer. Er betont noch einmal die Ueber ⸗ zeugung, daß der Friede Europas und die Sicherheit Frank⸗ reichs sicherer garantiert sein werden durch die wirtschaft⸗ liche Befriedung und durch eine Stärkung der Repu⸗ blik und der Demokratie in Deutschland als durch Zwangs- und Gewaltmaßnahmen wie die Ruhr ⸗ besetzung, die nicht nur für beide Teile verheerend sind vom wirtschaftlichen Standpunkt aus, sondern unaufhörlich die große Gefahr neuer Konflikte berschärfen.“ Was insbesondere das Reparationsproblem angeht, so stellt die belgische Partei folgende Grundsätze auf: „1. Die loyale Erfüllung der Wiedergutmachung, deren Be⸗ rechtigung die deutsche Sozialdemokratie seierlichst anerkannt hat, ist ein wesentlicher Bestandteil des europäischen Friedens; aber die Wiederherstellung normaler wirtschaftlicher Beziehungen und eben⸗ so eine vollständige und endgültige Abmachung zwischen Deutsch⸗ land und seinen Gläubigern sind unerläßliche Bedingungen dieser Erfüllung. 5 2. Diese vollständige und endgültige Abmachung erscheint nur möglich durch ein allgemeines Abkommen zwischen den beteiligten Ländern im Sinne der Resolutionen von Frankfurt, d. h. a) durch die Begrenzung der deutschen Schuld auf die Wiederherstellung der zerstörten Gebiete unter Anrechnung der militärischen Pensionen — was einen Verzicht von Seite Englands auf seine Guthaben an Deutschland bedingt, b) durch die Streichung der interalltierten Schulden, die man auf die Gesamtsumme von 41 Milliarden Gold⸗ mark berechnen kann, davon nahezu 20 Milliarden(19,873 Mil⸗ liarden) auf Frankreich entfallen, e) durch eine von Deutschland mittels wirklicher und fester Garantien aufzunehmende inter⸗ nationale Anleihe, um im Interesse aller das System rascher Kapi⸗ lalausschüttungen an Stelle des Systems jährlicher Zahlungen zu setzen, wie sie bisher vorgesehen waren durch die Konferenzen Regierungen. 3. Es ist ganz klar, daß in dem Reparationsplan, wie er in Frankfurt aufgestellt woden ist, alle Teile logisch zusammenhängen, und daß man z. B. die Herabsetzung der deutschen Schuld auf Ziffern, wie sie von verschiedenen Seiten genannt worden sind nicht begreifen könnte, wenn die Kriegsschuld Frankreichs eintreibbar bliebe und wenn England mit 22 Proz. als nehmender Teil in die Zahlungen eingriffe, die von Deutschland geleistet werden. 4. Das für die Lösung des Reparationsproblems unerläßliche allgemeine Abkommen stößt also auf große Schwierigkeiten, die sich gleichzeitig ergeben aus den ungenügenden deutschen Angeboten und den widerstreitenden Gesichtspunkten der anderen kapitalistischen Regierungen, die sich nicht verständigen weder über die zwischen ihnen zu treffenden Abmachungen, noch über die Methoden, die angewandt werden miitssen, um die wirkliche und loyale Erfüllung der Reparationen zu ereichen. 5 5. Daher müssen die Arbeiter der in Frage kommenden Länder, wie sie in der Internationale zusammengefaßt sind, in ihren Sy⸗ stemen des jeweiligen Vorgehens ihrer Anstrengungen vergrößern, um ihren gemeinsamen Resolutionen Geltung zu verschaffen im Interesse des Wiederaufbaus Europas und des Weltfriedens. So ungenügend auch die Angebote und Garantien der deutschen Re⸗ gierung in ihrer Note vom 3. Mat 1923 sind, dieser Mangel recht⸗ fertigt nicht die Weigerung, mit ihr die Bedingungen eines mög⸗ lichen Abkommens zu besprechen und von allem den Reparations-⸗ plan bekanntzugeben, den man vorschlägt zur Erfüllung dieses Ab⸗ kommens. 15 Der internationale Kougreß. Nach den bisher vorgesehenen Anmeldungen zum Inter⸗ nationalen Kongreß in Hamburg ist anzunehmen, daß die Zahl der erwarteten Kongreßteilnehmer weit überschritten wird. Der Kongreß selbst wird am 21. Mai, dem zweiten Pfingstfeiertage, um 10 Uhr vormittags, im großen Saale des Gewerkschaftshauses eröffnet. Am Nachmittage finder auf der Moorheide eine Kundgebung der Hamburger Ar- beiterschaft statt. Den vier vorgesehenen Plenarversamm⸗ lungen gehen eine Anzahl Sonderbesprechungen voraus. Bereits am 17. Mai tritt das Exekutivkomitee der zweiten 18 00 7 9 6 0 A 1 44 I fängnis und zu hohen Geldstrafen verurteilt. 193 15 * in den Räumen der Hamburger Partei⸗ eitung zusammen. Am 18. und 19. Mai wird das Zehner⸗ komitee die Arbeiten des Kongresse vorbereiten. Für den . Mai ist eine Tagung der zu dem Kongreß delegierten rauen vorgesehen. Am gleichen Tage treffen sich die Dele⸗ gierten der Wiener Arbeitsgemeinschaft zu einer Be⸗ sprechung. i In den Plenarversammlungen werden folgende Referate gehalten: 5 1. Der imperialistische Friede und die Aufgaben der Ar⸗ eiterklasse. Referenten: Macdonald(England), Blum rankreich), Hilferding(Deutschland), Vandervelde(Bel⸗ ien), . 2. Der internationale Kampf gegen die internationale eaktion. Referenten: Otto Bauer(Oesterreich), R. Abramo⸗ itsch(Rußland). Außerdem mehrere Spezialreferate für ie einzelnen besonders in Frage kommenden Länder. i 3. Die Aktion der sozialistischen Arbeiterpartei für den chtstundentag und die internationale Sozialreform. Rese⸗ nten: J. H. Thomas(England). Th. Stauning(Däne⸗ rk), Shaper(Holland). 4. Die Organisation des internationalen Proletariats. eferenten: Friedrich Adler(Oesterreich), Tom Shaw(Eng⸗ and). Ein Protest gegen den Mord in Essen. 5 Im Namen der Internationalen Föderation der Ar⸗ beiter öffentlicher Dienste und Betriebe ist dem französischen inisterpräsidenten folgende Depesche gesandt worden: M. Poincars, Premierminister, Paris. Im Namen von 500 000 in öffentlichen Diensten und etrieben beschäftigten Arbeitern Englands, Deutschlands, ankreichs, Belgiens, Hollands, der Schweiz und Skandi⸗ aviens protestieren wir aufs kräftigste gegen den von fran⸗ ösischen Soldaten an friedsamen deutschen Arbeitern in ssen verübten Massenmord. Internationale Föderation der Arbeiter öffentlicher Dienste und Betriebe. gez. N. van Hinte, Sekretär. L Staateprüsident Ulrich zum Urteil gegen die Mainzer Eisenbahner. Staatspräsident Ulrich hat an die Reichsbahndirektion Mainz das folgende Schreiben gerichtet: Gewalt und Willkür haben neuerdings wieder eine größere Anzahl Beamter, Angestellter und Arbeiter des eichsbahndirektionsbezirks Mainz zu jahrelangem Ge⸗ Abscheu und erachtung vor dieser Justiz, die die elementarsten Begriffe n Recht und Gerechtigkeit verletzt, erfüllen auch im Hessen⸗ ande aller Herzen. Der Erfolg dieser Gewaltmaßnahmen es Gegners kann nur der sein, daß der Wille zum Wider⸗ tand in allen Volkskreisen nicht nur unerschüttert bleibt, ondern sich noch mehr festigt in der klaren Ueberzeugung, daß von einem solchen Gegner nur Diktat und Unterdrückung erwartet werden kann, bis er einsieht, daß der freie Wille —————-— Eine Anklage gegen die Schweizer Regiert 10 Woroswkis letzter Brief. Daß die neutrale Schweiz durchaus nicht das freie Land ist, als das es allgemein gilt, hat sich schon mehrfach erwiesen. Ganz besonders deutlich wurde es während des Krieges, da es sich die schimpflichsten Handelskontrollen durch die Entente gefallen ließ und Schweizer Großfirmen bereit⸗ willigst den Agenten der Entente die Geschäftsbücher vor⸗ legten. Die Schweizer Industrie durfte wohl für die Entente, nicht aber für Deutschland Kriegsmaterial liefern. Wie die Machthaber der Welt mit der Schweiz verfahren, das ließ erst vor kurzem Frankreichs Verhalten in der Frage der Zollgrenze erkennen, und nun zeigt das Attentat von Lausanne, daß auch die Schweiz kein sicherer Boden mehr ist für freiheitlich gesinnte Politiker. Sehr deutlich wird das gekennzeichnet durch den Brief, den am 9. Mai Woroswski an die russische Botschoft in Berlin sandte: „Die Alliierten hatten, wie Ihnen bekannt ist, von An⸗ fang an die Absicht, uns von der weiteren Beteiligung an der Konferenz auszuschließen unter dem Vorwand, daß die Frage der Meerengen abgeschlossen sei und Tschitscher in es abgelehnt hätte, diese Konvention zu unterzeichnen. In Wirklichkeit fürchten sie aber unseren Einfluß auf die tür⸗ kische öffentliche Meinung... Das Sekretariat der Kon⸗ ferenz hat auf meinen Brief nicht geantwortet, und die schweizerische Regierung hatte zu uns auch keinerlei Be⸗ ziehungen. Somit sitzen wir hier als Beobachter. Nichts⸗ destoweniger will man uns hier unter allen Umständen hin⸗ auswerfen. Am Sonntag erschienen in unserem Hotel einige junge Leute mit einem Apotheker an der Spitze, die sich als Delegation der Nationalen Liga ansgaben und über meine Position in bezug auf die schweizerische Regierung zu sprechen kamen. Ich habe sie nicht empfangen. Genosse Ahrens wies sie ab, indem er erklärte, daß sie sich ham ihre eigene Regierung wenden sollten. Jetzt lassen sie all in der Stadt herumschreien, daß sie uns mit zwingen werden, die Schweiz zu verlassen. Ob die 8 irgendwelche Maßnahmen zu unserem Schutze trifft, if nicht bekannt. Aeußerlich ist jedenfalls nichts da merken. Man fühlt ganz deutlich, daß hinter diese Leuten eine bewußte fremde Hand an de ist, vielleicht eine ausländische. Die 9 Regierung, die über alles dieses informiert sein die Zeitungen voll davon find, hat die Verantwot unsere Unverletzbarkeit.... Ich habe über diese Bed nach Moskau berichtet, und es ist möglich, daß Me beauftragen wird, dem schweizerischen Vertreter in A erklären, daß für die Beleidigungen der Mitglieder Mission die in Rußland lebenden Schweizer büßen Da die Haltung der Schweizer Regierung eine Verletzung der Garantien darstellt. die uns zu Konferenz gegeben wurden und in diesem wohlger Lande nichts ohne Wissen der Behörden geschieht, h Schweizer Regierung die Verantwortung tragen“ 1110 Die schweizerische Sozialdemokratische Parte begab. 5 sichtigt, im Nationalrat eine Interpellation wegen mordung Worowskis einzubringen. Die Geschäftsleitung der sozialistischen Par Schweiz erläßt eine Erklärung, worin das Attentat sanne aufs schärfste verurteilt und wegen des mang Sicherheitsdienstes in der Konferenzstadt, wo bereits der Faschismus nachgeäfft worden sei, protestiert Wenn das ruchlose Attentat für die in Rußland Schweizer schwer Folgen nach sich ziehe, so liege die E allein an den schweizerischen Behörden, die ihre fl vernachlässigt haben. Der russischen Sowjetdelege Lausanne wurde telegraphisch das Beileid ausgespn eines großen Volkes sich solchem Zwange nie und nimmer beugt. Die Hessische Staatsregierung hat das Bedürfnis, Ihnen 0 den Ausdruck des Mitgefühls an dem schweren Los der Be⸗ troffenen und den Dank für ihre mannhafte Treue zu über⸗ mitteln und bittet Sie, dies den braven deutschen Männern und ihren Angehörigen zur Kenntnis zu bringen. Zugleich ergreife ich aber die Gelegenheit, um namens der Hessischen Regierung Allen, die als deutsche Eisenbahner nun schon seit vielen Wochen im Vordergrund des Abwehr⸗ kampfes stehen, auf das wärmste zu danken für ihre vorbild⸗ liche und bewunderuswerte Haltung, die die Absichten der Gegner zu Schanden werden läßt. Seien Sie versichert, daß das ganze Volk mit Stolz und Bewunderung auf die Volks- genossen blickt, die für ihr mnanhaftes Festhalten an unserer guten deutschen Sache im Gefängnis schmachten und die mit Weib und Kind, neuerdings sogar unter Zurück⸗ lassung aller ihrer Habe, von Haus und Hof vertrieben wer⸗ den. Jeder, vor allem auch derjenige, der an diesem Ringen nicht unmittelbar beteiligt ist, muß angesichts der täglichen erschütternden Nachrichten sich bewußt sein, daß ez 5 seine vornehmste Pflicht ist, nach seinen Kräften zu helfer ö 10 um die Not zu lindern, aber auch um den Abwehrn 1 stärken. Niemand darf ein Opfer schenen, wenn es Vertriebenen Obdach zu gewähren, niemand darf al den Kämpfern im besetzten Gebiet in den Rücken indem er auf den Bahnstrecken führt, die die fremy wider jedes Recht mit Mühe und ünter Mißachsulg Vorsichts maßnahmen in Betrieb zu setzen versucht. A selbstverständliche Pflicht mißachtet, begeht ein V an seinem Vaterlande. Es wird weiterhin die vornehmste Aufgabe de schen Regierung sein, allen Schwierigkeiten zum Titz Möglichste zu tun, um die Ausgewiesenen unterzuß Ueber 123 Jahre Gefängnis und etwa 35 Milli Mark Geldstrafen wurden seither gegen Bewohner de d schen Gebiets an„Strafen“ ausgesprochen, weil h ihrem c Vaterlande die Treue hielten. Erfolg wird der Gene diesen Wahnsinnstaten nicht haben, im Gegenteil, wehrwille wird stark und mutig bleiben wie am erf . 8 0 D D t aufs Gesimse, hieß sie sich fest mit beiden Händen an seinen] größeres vor Anker liegendes Fischerboot, das er o. 0 0 er eser eur. 96 Arm klammern und ließ sie langsam, aber sicher in das[Beide sprangen hinein, nahmen ein zweites ins Se 10 e Roman bon Robert Buchanan. Endlich hatte er nach übermenschlicher Anstrengung das tockhohe Häuschen der Dervals erreicht, das noch unversehrt r und dem Andrang der Fluten trotzte. Gegenüber stürzte serade eine große Scheune ein und Rohan sah zu seinem ntsetzen mehrere Leichen seewärts gleiten. Sein Herz opfte zum Zerspringen, wie wenn eine davon seine Base arcelle war?! Das Wasser war an dieser Stelle bereits o hoch gestiegen, daß es bis zum Fenster des Dach- ämmerchens reichte, in welchem Marcelle schlief. Wie wenn ie Flut sie in der Küche unten überrascht hätte? Jetzt hieß es rasch haideln. Er durfte die kostbare Zeit icht mit Spintisieren vergeuden. Nach vieler Mühe gelang es ihm, das Boot dicht unter das Fenster zu ziehen, sich aufs Fensterbrett zu schwingen und das Seil um einen großen Haken zu winden, dann stieß er das Fenster auf und sprang ins Kämmerchen.„Marcelle! Marcelle! Bist Du hier?“ ief er ängstlich. Ein markerschütternder Schrei kam als Antwort. Das Mädchen, welches mitten im Zimmer gekniet hatte, sprang sentsetzt auf. Sie war im Schlaf von der Flut überrascht orden und hielt sich für verloren. Mit der ihr angeborenen eistesgegenwart schlüpfte sie in ihre Kleider, nur die Füße aren nackt und das Haar floß ihr wie ein Mantel um die Schultern. „Ich bin's, Dein Rohan! Ich komme, um Dich zu retten! Wir haben keine Minute zu verlieren!“ Während er sprach. erzitterte das Haus in allen Fugen. Marcelle starrte ihren Verlobten wie einen vom Himmel ge⸗ stiegenen Geist, wie ein übernatürliches Wesen an. Er trat ganz dicht an sie heran, schlang seinen Arm um sie und suchte sie zum Fenster zu ziehen. „Fürchte nichts, Marcelle, ich werde Dich retten!“ ver⸗ sicherte er mit heiserer Stimme.„Komm'! komm'!“ „Bist Du es wirklich. Rohan?“ rief Marcelle, sich fest san ihn klammernd und ihr schreckensbleiches Antlitz zu ihm erhebend.„Ehe die Flut hereinbrach, träumte ich von Dir und als ich erwachte, das Geschrei der Nachbarn hörte. lief sich zum Fenster und schrie über das wilde Wasser hinweg: Rohan Rohan!“ „Wir haben keine Minute Zeit zu verlieren,“ mahnte der Retten. „Wie kamst Du hierher? Man könnte glauben, Du seist om Himmel herabgefallen! Ach, mein Rohan, die Leute lügen. wenn sie sagen, Du seist ein Feigling!“ 5 Er zog sie halb mit Gewalt zum Fenster hin und deutete 50 das schaukelnde Boot, indem er ihr Weisungen gab, was sie zu tun habe. damit er sie retten könne. Er löste mit der 7 schaukelnde kleine Fahrzeug gleiten. Im nächsten Augenblick stand er neben ihr und ruderte mit dem Strom dem Strande zu. Marcelle sah wie in einem bösen Traum allerlei Trümmer, Hausgeräte, Dächer, ertrunkenes Vieh und Ge⸗ flügel an sich vorbeigleiten, sie hörte die menschlichen Hilfe ⸗ rufe; vor ihr saß Rohan und handhabte mit geübten Händen die Ruder, geschickt jeden gefährlichen Zusammenstoß ver⸗ hindernd. Sie schöpfte unter seiner Anleitung mit dem Topfe das Wasser mechanisch aus dem Boote. Ihr Herz war von den letzten Eindrücken so übervoll, daß sie kein Wort sprach. Endlich trieben sie ins offene Meer hinaus; hier war fast jede Gefahr ausgeschlossen, denn Rohan ruderte dem Strand entlang, bis er die Stelle erreichte, von der er mit dem Floß ausgezogen war. Leute, die mit flackernden Fackeln und glimmenden Laternen ihrer harten, begrüßten Rohan mit begeisterten Hochrufen. Er zögerte einen Augen⸗ blick, ehe er landete, als ob er Marcelle noch etwas zu sagen hätte, dann schüttelte er entschlossen seine Löwenmähne und sagte bloß:„Steig' aus!“ Marcelle sprang an den Strand und fast in die Arme ihrer Mutter, die sie vor Freude schluchzend ans Herz drückte. Der alte Korporal, von seinen Neffen umringt, starrte die Gerettete wie ein blaues Wunder an; seine tränenfeuchten Blicke irrten von ihr zu der im Boote auf⸗ recht stehenden Gestalt des Retters. Ehe er Zeit hatte, ein Dankeswort an diesen zu richten, stieß Rohan wieder vom Ufer ab. „Halt! Menge. Rohan zog die Ruder ein und rief zornig:„Gibt es denn keinen einzigen wirklichen Mann unter Euch? Seid Ihr lauter feige Memmen, die nutzlos und ängstlich herum⸗ stehen, während unten im Dorfe Kinder und Frauen eines elenden Todes sterben? Wo ist Jan Goron?“ „Hier!“ „Die Flut ist im Sinken. aber noch immer stürzen Häuser ein und Menschenleben fallen zum Opfer. Begleite mich, pier Arme sind kräftiger als zwei, wir werden auf dem Wege ein größeres Fahrzeug finden.“ „Ich komme!“ entgegnete Jan. Bis zur Brust im Wasser watend, kletterte er ins Boot zu Rohan. Marcelle stieß einen leisen Schrei aus, als die beiden dem Dorfe zu⸗ ruderten. 0 „Gott verzeih' mir!“ brummte der Korporal. ein tapferer Mensch, ein Held!“ Die Flut begann nun ebenso rasch zu sinken wie sie ge⸗ stiegen war, aber die Ueberschwemmung dauerte nichtsdesto⸗ weniger fort und den Ueberlebenden drohte von allen Seiten Rohan Gwenfern!“ rief eine Stimme aus der „Er ist dich das Seil von dem Haken und zog das Boot wieder icht unter's Fenster, dann hob er Marcelle mit der Rechten Gefahr. Rohan entdeckte mit Hilfe Gorons bald ein und ruderten wieder an den Strand zurück, wo sie lauten Bravorufen begrüßt wurden. Rohan vergaß seiner Erregung hingerissen, seine persönliche L feuerte die Gaffer am Strande an, sich der Hilfsakti 0 schließen. In wenigen Minuten war auch das zweise mit einigen beherzten Fischern bemannt, die unt em Kommando Rohans ans Rettungswerk schritten, das j lange nicht mehr so gefährlich war wie Rohans erste Fahrt. Gar bald füllten sich die beiden großen Fahrzeuge mt halb 75 ohnmächtigen Frauen und Kindern, welche von den Rettern in Sicherheit gebracht wurden, die dann ihr Aetk der bon Barmherzigkeit fortsetzten, bis es kein Lebewesen m retten gab. Da gutes Beispiel ebenso ansteckend wickt wie schlechtes, hatten sich den beiden Booten bald ein halbes Dutzend andere angeschlossen. Die Retter mußten in die unterwaschenen Häuser dringen, um die vor Angst halb ge- r 9 lähmten Frauen, Greise und Kinder von den Dächem und 1 Böden zu holen. Als endlich der Morgen graute, war das Rettungswerk vollendet und Rohan stieg erschöpft wor der Hütte seiner Mutter an den Strand, wo er von ein* geregten Menge umringt wurde. Jetzt erst kam ihm seine sonderbare Lage in den Sinn und er wich scheu zurück, wie ein Mensch, der einen Ueberfall fürchtet. Zerfetzt, hülbnackt, abgezehrt, durchnäßt und todmüde, bot er einen f Anblick. Rufe der Bewunderung, des Mitleids schl sein Ohr; eine Frau, deren alten Vater und beide er gerettet, stürzte auf ihn zu, bedeckte seine Hin Küssen und flehte alle Segnungen des Himmels herab. Nicht weit von dieser Gruppe entfernt si Korporal, bleich und verlegen, neben ihm Marcelle,. leuchtenden Augen ihren Retter anlächelte. Mit zu gesenkten Blicken versuchte Rohan der Menge zu en die ihn ehrerbietig passieren ließ. „Im Namen des Kaisers!“ ertönte plötzlich eine el und eine schwere Hand legte sich auf Rohans Schuller. Et drehte sich ruhig um und stand Mikel Grallon Ar b Aug' gegenüber. Die Menge brummte zornig, dem i Sympathie gehörte dem Helden der heutigen Nach 5 „Schame Dich, Mikel Grallon! Laß die Hand ban ab!“ ertönten gleichzeitig ein Dutzend Stimmen. „„Er ist ein Deserteur!“ beharrte dieser.„h ihn im Namen des Kaisers gefangen!“ Ehe er weiter sprechen konnte, wurde er von 0 starken Armen zu Boden geschleudert. Rohan rühtte! Finger. Rot vor Zorn sprang der alte Kor po Grallon und hielt ihn mit den Knieen auf dem Buh bis Rohan hinter den Klippen verschwunden war. 0 „Im Namen des Kaisers sag' ich Dir, daß elender Schurke bist! Lieg' still, Bestie oder ich el Dich!“ schrie er den zappelnden Burschen an. (Fortsetzung folgt.) 1 a Kreuze kriechen. So heißt es denn weiter ausharren bis 1 f zum guten Ende! Die Kraft und der Mut der Beamten, ei e nb Angestellten und Arbeiter der Reichseisenbahn mögen hierbei Ob 0 Allen ein leuchtendes Vorbild sein! 5. e tif ichts 0 f 7 5 i „ Shkeidemann gegen die Kualdeutschen. 0 f Deutscher Reichstag. en f Berlin, 12. Mai. eruntwa 0 an Reichstag kam am Samstag, verbunden mit der 3. Be⸗ e e tene ber daß 1 deutschvölkischen Freiheitspartei zur 8 Graf Westarp, der die Interpellation begründete, wußte nur an iti venigen Stellen seiner Rede Farbe zu geben. Das Haus hörte er hüt einen Vortrag in schläfriger Stimmung an. Wer aufmerksam die duße Rede verfolgte, bemerkte, wie eng die Deutschnattonalen trotz der eie m organisatorischen Trennung sich noch mit den Deutschvölkischen ver⸗ J zu 0 bunden fühlen. Natürlich ist die Auflösung der deutschvölkischen n poahf ich, Freiheitspartei für die Deutschnationalen ein Akt der Gewalt⸗ chi a politik. Nicht mehr erinnert das Gedächtnis der Rechtsparteien sich hieht, i daran, wie sie unter dem Katsertum mit Parteien umzuspringen ragen“ pflegten, die auf rein gesetzmäßiger Weise, fern von jeder Gewalt, t Pur Opposition gegen die Regierung trieben. Neichsinnenminister W[Sefer verlas als Antwort das Urteil des Staatsgerichtshofes, egen d der den Standpunkt einnimmt, daß Parteien von dem Republik⸗ g sschutzgesez nicht ausgenommen seien. Es könnten daher nicht en Net nur Vereine, sondern auch Parteien aufgelöst werden. Uebrigens Attena sei der Urteilsspruch des Staatsgerichtshofes in Uebereinstim⸗ 0 ah mung mit der Judikatur des Reiches geschehen. des mag Die Aussprache eröffnete Genosse Scheidemann. Der wo berth Redner, der seit langer Zeit im Reichstag geschwiegen hat, sam⸗ prokefttt gelte sosort die Aufmerksamkeit des ganzen Hauses auf sich. Er 1 beschrieb mit wenigen Worten die Bedeutung der Angelegenheit, die land iz i mehr noch liege dy für die Außenpolitik von geradezu entscheiden de m Ein⸗ 5 nur für unsere Innenpolttik, sondern vielleicht i seiner Briefe weniger auf tatkräftige, als auf finanzkräftige Mit⸗ lieder den Wert legte und sich rühmte in einer Sitzung 19 Mil⸗ ionen Mark zusammengebettelt zu haben. Große Bewegung gab s im Hause, als Scheidemann sagte, daß die Deutschvölkischen lein für die Propaganda innerhalb ber Reichswehr 11 Millionen sgeworfen haben. Die Organisation der Deutschvölkischen Frei⸗ deutsche Männer werden nicht vor solchem Zwange zu den Fiitichen der Deutschvölkischen Freiheitspartei ihre verbrecherische Tätigkeit ausgeübt haben. Wenn feststeht, daß in den Zielen und in der Anwendung von Mitteln Herr v. Graefe gleich Herrn Wulle, Herr Wulle gleich Herrn Henning, Herr Henning gleich Herrn Roß⸗ bach, Herr Roßbach gleich Herrn Salomon, Herr Salomon gleich dem Fabrildirektor Meyer und Meyer gleich so ist, und also alle untereinander gleich sind und sehr viele Deutschnationgle ihnen so ähnlich sehen wie ein Ei dem anderen, dann war es in der Tat die höchste Zeit, daß tatkräftig vom Minister Severing in Preußen eingegriffen 1 8 Von der Reichsregierung erwarten wir, daß sie die Größe der Gefahr erkennt und die Initiative ergreift, um de von einzelnen Regierungen eingeleitete Abwehr für, das ganze Reich einheitlich zu organisieren. Von unserm Redner fielen in diesem Zusammenhang scharfe Worte, für die jetzige Regierung und ernste Ermahnungen an den Reichswehrminister. Die Regierung müsse über diesen Punkt Auskunft geben. Gewiß gäbe es zahlreiche Offtztere in der Reichs⸗ wehr, die es mit ihrem Eid auf die Verfassung ernst nehmen; aber diejenigen Reichswehroffizieve, die sich als aktive Monarchisten fühlen, müssen baldigst einen Berufswechsel vornehmen. Die große Rede Scheidemanns war das Ereignis des Tages und wurde in allen Fraktionen lebhaft diskutiert. Nach Scheidemann kam der Volkspartefler Mare tzki zu Wort, der zu Beginn seiner Rede betonte, daß die politisch⸗parlamentarische Konstellation für den Reichs tag eine andere ist als fir den Landtag, und daß infolgedessen seine Ausführungen sich auch mit denen des Vollksparteilers Kardorff im Landtag nicht ganz decken werden. Ma⸗ retzki warf dem Innenminister Partelichkeit insofern vor, als er die Kommmmisten nicht auch mit demselben Maß messe, wie die Deutsch⸗ pölkischen. Anschließend sprach Hennings, der die deutschvölkische Freiheitspartei zu verteidigen suchte, und der die Verhandlungen vor dem Staatsgerichtshof als Pleite bezeichnete. Dabei waren seine Ausführungen der beste Beweis für“ die Pleite der deutschvölkischen Freiheitspartei. Gießen und Umgebung. Der staatsbürgerliche Unterricht in den hessischen Schulen. Auf Anordnung des hessischen Bildungsamtes wird an den Schulen zum ersten Mal seit Ostern besonderer Unter⸗ richt in Staatsbürgerkunde erteilt. An den höheren Schulen wird dafür 1 Stunde in der Woche verwandt, die durch Kürzung anderer Lehrfächer gewonnen wurde, sodaß die wöchentliche Stundenzahl sich nicht erhöht hat. Der Unter⸗ richt hat gleichzeitig in den Klassen Untersekunda bis Ober⸗ prima begonnen. Die Einrichtung ist außerordentlich be⸗ grüßenswert, da ja die Klagen darüber, daß die aus den höheren Schulen hervorgegangene Jugend auf dem Gebiete der Staatskunde nicht über die elementarsten Kenntnisse verfügte, nur allzuberechtigt waren. Die Umwandlung des monarchischen Obrigkeitsstaates in den demokratischen Volks- staat und die dadurch bedingte höhere staatsbürgerliche Ver⸗ antwortung und Selbständigkeit fordert in erhöhtem Maße, daß der ins bürgerliche Leben tretende junge Mensch über den neuen Staat und seine Einrichtungen Bescheid weiß, sich darin zurecht findet und auch seine eigenen Pflichten und Parteimitglieder, waren Miiglieder Ihrer Organisationen, die unter Wir sind der Meinung, daß die Schulbehörde gut getan hätte, sich vor Erlaß ihrer Verfügung Garantien zu ver⸗ schaffen, daß der neue Unterricht in die rechten Hände käme, statt einfach die Betrauung den Direktoren zu überlassen. Nachdem sie das aber unterlassen hat, sollte sie nun nach träglich nach dem Rechten sehen. Kein persönlicher Kampf. In seinem Plädoyer für seinen Klienten Dr. Lenz behauptete Rechtsanwalt Fischer, die Artikel in der Ober⸗ hessischen Volkszeitung bezweckten, den Kläger aus seiner Stellung zu bringen. Hiergegen müssen wir noch nachträg⸗ lich entschieden Einspruch erheben. Es liegt uns fern, Herrn Dr. Lenz oder überhaupt irgend einen Menschen aus seiner Stellung zu bringen. Nichts kann uns veranlassen, uns mit der Person des Herrn Lenz irgendwie zu befassen, an der wir nicht das geringste Interesse nehmen. Wenn wir es tun mußten, waren andere Gründe dafür maßgebend, Gründe politischer Natur und von allgemeinem Interesse. Unser Volk hat in seiner übergroßen Mehrheit besonderes Gewicht darauf zu legen, daß Verfassung und Gesetze unseres Freistaates beachtet werden, namentlich aber ist darauf zu bestehen, daß die Jugend im Geiste der Verfassung erzogen wird. Letzteres wird von einem Manne wie Dr. Lenz schwerlich zu erwarten sein, der sich in der Schöffen⸗ gerichtsverhandlung mit Nachdruck als Angehöriger der deutsch-völkischen Partei bekannte. Diese Partei steht im Gegensatz zur republikanischen Verfassung; Mit- glieder dieser Partei waren es, die an Mordanschlägen gegen demokratische Politiker beteiligt waren, mit den Mordtaten an Rathenau in Verbindung standen. Ihre Preßorgane tobten sich in den wüstesten und niedrigsten Beschimpfungen ehrenwerter Männer aus, die auf dem Boden der Ver⸗ fassung standen. Daß die Jugend von diesem Geiste durchdrängt wird, muß im Interesse des Volkes und Landes verhütet werden. Dabei hat jeder mitzuwirken, vor allem eine Zeitung der sozialdemokratischen Partei. Weiter sind wir aber auch der Ansicht, daß ein Mann, der zur Begrün⸗ dung seiner politischen Anschauung sich auf Luther als Autorität beruft, auf einen Mann, der zur Zeit der Ketzer⸗ und Sexenverbrennung lebte und zweifellos von dem Geiste seiner Zeit beeinflußt wurde, als Wissenschaftler nicht anzu⸗ sprechen ist. Nebenbei sei noch bemerkt, daß Luther, wie wir neulich dargetan haben, in Bezug auf die Juden ganz andere Ansichten vertreten hat. nach unserer Ansicht einen geistigen und kulturellen Mangel; einen Mann der sie vertritt, halten wir in der Tat nicht für geeignet, als Lehrer und Erzieher der Jugend zu wirken. Schließlich sollte man erwarten— was schon oft ausgesprochen wurde— daß Beamte, die mit dem Staate und seiner Verfassung im Widerspruch stehen, ihr mit allen Mitteln entgegenarbeiten, ihre Beseitigung anstreben, es auch ablehnen sollten, von dem gleichen Staate sich be⸗ e e e ee chte dern zahlen zu lassen. Wenigstens wäre das würdiger! Für d der Gage 1 8 VVV Aber nicht das Wissen vom Staate macht den uns handelt es sich also bei dieser Angelegenheit um die gegenteil vy antsati g. mo bi en 4. Saalschutz, 5. Staatsbürger, sondern der Wille, dem Staate, d. i. dem Sache, nicht um die Person! 5 ge gantsationen, 3. mobile Truppen, Saalschutz, 99980 8 8 l ie am eri 8 8 5 5 Wo 9 e 8 Zipfel bei— Volksganzen mit seinen besten Kräften zu 1 das*— — deutschvö ischen rganisationen aufhebt, immer stößßt man au a n, der Gemein aft unterzuordnen. 2 22 perbrecherische Zweige. Brutal und offen geht die Presse dieser e 5 155 1 8 8 80 1085 105 soll deshalb Die Abzüge von der Lohnstener. das er Oraanssati. der Herren Wulle un Zie angeordneten Un r 8 b 5 rganisationen vor. In dem neuen Organ der 9 se. i Ma Einzelstoff auf den Nach den Beschlüssen des Steuerausschusses des Reichstags, mit e is ese Graefe kann wur zeshald soptel Faß gesak werden, weil die Leute micht auf das Einpanken einer maß vor„me tor denen sich der Neichsrat eivverstanden erklärle, treten vom wü, m swissen, daß ihnen ja doch nichts passtert, solange sie Staatsanwälte] Gebieten der Verfassung, des Rechts, der Volkswirtschaft 1. Juni ab folgende Aenderungen bei dem Steuerabzug . 11 finden, die, anstatt ihnen an de Kragen zu gehen, solche Zeitungen usw. sein, sondern es muß gerichtet sein auf die Er-ein: %%% CCC f Hilfsakto die Beseitigung der„Volksbetrüger, Arbeiterführer und bürger⸗ heranwachsenden Geschlecht den Geist lebendig machen, der 1. für den Steuerpflichtigen und für seine zu seiner l 44 arteiverbrecher“ bedeute„nicht Bürgerkrieg, sondern ein diesen neuen, auf dem Gedanken der Volksgemeinschaft ge⸗] Haushaltung zählende Ehefrau: b das zun! gerechtes Strafgericht! Denn wir müssen endlich einmal einen gründeten Staat trägt. 2) im Salle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Mo- die 6 3 nn 5 e en er Wate en 595 Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt natürlich in erster we 15 10 5 2 e. ibn. 8% innerhalb des Reichstags“ Ich will, so führte Schei⸗ Linie von der Geeignetheit der Lehrer ab, die zur Erteilung Wuchen unt le 988 3 nen 85 1 rbeitslohnes für volle hans demann aus, auf eine ganze Menge Material verzichten und nur des Unterrichts berufen worden sind. Unserer Meinung e) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Ar⸗ abrgage f och ein kleines Hühnchen mit Herrn Henning rupfen. nach hat das Bildungsamt in diesem Punkte keine glückliche beitstage um je 48 Mark täglich, e von der! Herrn Henning beschuldige ich hiermit vor allem Volke, daß Hand gehabt. Es nimmt in seiner Verfügung als das Ge. d) im 1 der Jahlung des Arbeitslohnes filr kürzere Zeit⸗ n in fter. ee gebene an, daß der staatsbürgerliche Unterricht von den tunen je 12 Mk. für je zwei angefangene oder volle Arbeits⸗ dn ken er see. ihr der Greens ia er fr Geschichtslehrern erteilt wird. Da diese Herren wie 2. für jedes zur Harshaltung des Steuerpflichtigen zählende nsteckend! 0 Grenze zu schaffen. die Lehrer an den höheren Schulen überhaupt in der großen minderjährige Kind:. 1 u bald en Ein gewisser Hörnlein Vertrauensmann der Deutschnationalen Mehrheit innerlich noch auf den alten Staat eingestellt sind, 5 0 2 G 8 des Arbeitslohnes für volle Mo⸗ r mußt! Partei in Papenburg, teilte in einem Briefe an den Fabrikdirel so können sie, auch wenn sie den besten Willen haben, nicht e ph üim Falle der Zaßlung des Arbeitslohnes für dolle Wochen pot Anal K. 11 00 Mener, VLorsitender der e e das leisten, was zu leisten ist. Und wieviele unter den: um 1020 Mark wöchentlich.. 995 f den Dahn 1 12 1 l fe 2 7 deussch deutschnationalen oder deutschvölkischen oder sogar deutsch⸗ e) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Ar- n graute, K; nattonoten Partessezretär bw ehr noch Mittenwald, um sich volksparteilichen Heißspornen bringen wohl nicht einmal den 1 15— e uit 5 erschöpft K dort mit dem Hörnlein in Verbindung zu setzen und ihm üher die guten Willen auf! So wird uns berichtet, daß in der Unter i er 8 Mark für 1 ee ee her 75 von an Grenze zu helfen. Dabei hat der Abg. Henning tatkräf⸗ prima einer höheren Schule der Lehrer den staatsbürgerlichen stunden; ift kam 1910 tig mitgewirkt. Der n— 1 h Unterricht ungefähr also begann: Wir wollen mal gleich Kinder im Alter von mehr als 17 Jahren, die Arbeits, scen zit a e 3 eee, des angeblichen Erz. von der Sozialdemokratie sprechen diefe wil ja das Privat. 3 ae e 0 F ihm 0 alls alles Für eigentum abschaffen, also können Sie sehen, was das für eine„„ aer ne gerfett,. berger⸗Rörders gesprochen hat.„Wir haben jedenf c 9 3 9 a a) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Monate Heinen ee und Wider zusommen erwogen, wir entschlossen uns, Geld zu Partei ist! Wenn es, wie leider zu befürchten ist, noch mehr um 10 000 Mark monatlich, f, senden, ich mache kein Hehl daraus, daß, wenn Hörnlein, wirklich solcher Parteifanatiker gibt, die die günstige Gelegenheit be⸗ b) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Wochen ieee ber Täter war, es den g weg halte, hm zu helfen„ Mever nutzen, dann wird man sich auf nette Wirkungen gefaßt] um 204 Mga deen ga 6 2 und bel“ und Henning haben dann nach Meyers Aussage etwa 1000 Mark für machen müssen c) im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Ar⸗ e seine On e eee ee, e. 85 Andere werden es ja weniger grob anfangen, aber es 9 8 le ber 3. Arbeitslohnes für ki N örnlein h. M keine weiteren e unternommen.. 110. 5 1. im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für kürzere Himmel Maier 6 7551 h 1 dies etan haben“ Diese Aus⸗ fragt sich, welche Art die gefährlichere ist, die grob⸗drauf⸗ lark für je zwei angefangene oder volle Ar⸗ major Henning muß getan 0 i Art die ng. N ö 5 erte 0 en sind damals vor dem een de 9 t gängerische oder die mit feineren Mitteln arbeitende, die] beitsstunden. 1 Muehe, kebenbeit Erzberger gemacht und von Meer so keine fertigen Urteile(Aburteilungen) gibt, aber die Dinge 5 5 2 8 5 t l Landtwehr unterschrieben worden 5 1. 1*— Erhöhte Werbungskosten für Kriegsbeschädigte Wie wir kürz⸗ , een, nie dic in der gen solche Beleuchtung rückt daß dere nich mittelten, können Kriegsbeschädtgten auf Aetrag erhöhte Wet. nge u Presse fanden sich schließlich Mordbuben, die diesen beson⸗ Schüler sich in der gewünschten Weiße einstellt. Bei manchen bungskosten zugebilligt werden. Diese Anträge müssen, wie das 157 b ders beschimpften und verleumdeten Mann ermordeten, Lehrern, die den Willen zur Objektivität haben, wird un- Finanzamt Gießen schreibt, wenn die Zubilligung der erhöhten söblich ene, und wenn sie dann gesaßt waren, dann kamen derartige rechtsradi⸗ gewollt die gleiche Wirkung eintreten, sie können eben nicht] Werbungskosten rückwirkend am 1. Jannar 1923 eintreten soll. bis hans ea kale Herrschaften und suchten diefe Leute dem Strafrichter zu ent⸗ aus ihrer„nationalen“ Haut heraus. Oder es müßte sein, 1 5 N—— 2 Fan gant 1 Vorlage Gelen b, ziehen. Das war die Polick, die qund ginetaraßt.. den Rahmen daß sie ihren Unterricht lediglich auf lernbares Einzel⸗ 1 cen een eee, Ga zn dessen, was Sie vorher in den Artikeln in Ihrer Presse geschrieben terial abstell D Frauchten ft. a— Preisschilder in den öffentlichen Geschästslokalen. Die Ver⸗ nig, 9 15 5 i und Mordversuche an republika-⸗Pmakerfal a stellen. Dann brauchten sie aber lieber gar nicht ordnung des hessischen Ministeriums des Innern und des hessifchen zorn, haben. Alle wegen politischer Morde un ö e e. 8 5 l des e nischen Persönlichkeiten bisher inhaftierten Mörder waren Ihre erst anzufangen. Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft über die Pveisbeschilderung ..————— nahrhafte AG Gl Suppen bellen Kohlen und das sparen. denn je nach Sorte geben sie in 40 bis 20 Suppen. viele Sorten wie: Eiernudeln, Man achte auf den Namen MA . 1 75 0 inuten mühelos, ohne weitere Zutat, wohlschmeckende, 8 5. Eiersternchen, Ochsenschwanz, Reis, Pilz u. 8. W. tragen jedem Geschmack Rechnung. 66 1 und die gelbrote Packung. Erbs, Erbs mit Speck, Antisemitische Anschauung bedeutet * 4 ———.* won Gegenständen des notwendigen Lebensbedarses vom 23. 4. 1923 ist folge ihrer in Nr. 13 des Hessischen Regie rungsblattes erfolgten Veröffentlichung inzwischen in Kraft getreten.— Das Polizeiamt Sießen macht die von der Verordung interessierten [Kreise des Handels und des Gewerbes qufmerksam mit dem Anfügen, daß demnächst polizeiliche Revisionen vorgenommen zverden. Werden bei diesen fortgesetzten Revistonen Zuwiderhand⸗ ungen festgestellt, so wird Strafanzeige erstattet werden.. Mehl- und Brotpreise in den Landgemeinden des Kreises Wießen. Das Kreisamt Gießen gibt bekannt, daß der Kreisausschuß die Verkaufspreise für Mehl und Bwt wie folgt feftgesect hat: ür Mehl: Weizenbrotmehl Mk. 225.— für das Pfund, n⸗ ehl Mk. 210.— für das Pfund, Gerstenmehl Ml. 215.— für das für Brot: für den 4⸗Pfund⸗Laib Mk. 850. — Gestohlener Wagen. Am 11. Mat wurde am Balpnhossplatz ein für einem Augenblick aufgestellter Handleiterwagen ent⸗ Der Wagen war blau gestrichen. Der Anstrich ift kaum zu sehen. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilung nimmt e Hiesige Kriminalpolizei entgegen. — Allendorf a. d. Lahn. In ber letzten Gemeinderats⸗ stung erfuhr die in unserem Orte so scharf entbrannte Sport⸗ frage eime wenigftens vorläufige Regelung. Dem schon vor über f Jahre gestellten Antrag des Arbeiter⸗Turn⸗ und Sportvereins kattgebend, füberließ der Gemeinderat dem Verein den seither nur im Winter innegehabten Platz an der Lahn pachtweise, und zwar so „bis der nach der Feldbereinigung zugesagte Platz fertiggestellt t. Da aber die Lage des letzteren noch nicht geregelt ist, wäre es Nubetracht der feitherigen Haltung des Ortsoberhauptes, sowie einer bürgerlichen Vertreter zu empfehlen, auf der Hut sein, un kricht Gras über die ganze Angelegenheit wachsen zu lassen. Es ver⸗ dient woch besonders hervorgehoben zu werden, daß ein von der igesellschaft eingebrachter Antrag, um pachtweise Ueberlassung f Gemeindewiefe als Weide in der vorletzten Sitzung genehmigt wurde, womst wohl die nunmehrige rusche Erledigung des Antrages A. T. u. Sp.⸗V. in Verbindung zu bringen ist. Das ist kenn⸗ ichnend für die Gesinnung der bitrgerlichen Ortsgewalkigen. Kreis Alsfeld⸗Kauterbach. t. Maifeier in Nieber⸗Ohmen. Die Arbeiterschaft von Nieder⸗ Ohmen und Umgegend beging ihre Maifeker am Dienstag, 1. Mai im Lokale des Gastwirts Ziegenhain in Nieder⸗Ohmen. Eine zahl⸗ reiche Teilnehmerzahl hatte sich dazu eingefunden. Und wahrlich, dfe Arbeiterschaft hat es sehr nötig, im dieser Zest zu zeigen, daß sie einig und geschlossen dasteht. Die Zustände in Bayern und im ganzen Reiche machen es dringend notwendig, daß die gesamte Arbeiterschaft der Hut ist und wenn nötig, erworbenen Nechte zu verteidigen Genosse Homburger ⸗Gießen hielt die Festrede und legte allen Ampesenden bie No wendiofelkt des Zusammenschlursses dringend Herz. Er kritisierte die Zustände im Steuerwesen, in der Justig und stellte mit Bedauern fest, daß 75 Prozent Hand⸗ und Kopfarbeiter rich im der Lage seien, mir 50 Prozent der Reichstagsabgeordneten in den Reichstag zu bringen, weil eine große Anzahl der Klassen⸗ ssen am Wahltage nicht weiß, wo sie hingehört und in ihrem den bürgerlichen Parteien nachlaufen. Leider muß mit Be⸗ damern festgestellt werden, daß auch noch Arbeiter über ihre eigenen Kameraden und Klassengenossen herfallen und sich im Wüten über iejenigen, die an erster Stelle im Kampfe stehen, nicht genug tun önnen. Aber allen denen sei es gesagt, wenn sie auch an den führen⸗ Genossen und Komeraden kein gutes Haar lassen und sie in den ziehen, so werden diefelben unbeirrt und weiter ihre Pflicht Schuldigkeit tum. Sie werden ruhig weiter eintreten für die der Arbeiterschaft, der Kleinrentmer, der Witwen und Waisen, urzinn, für alle Volksgenossen, welche von der Not der Zeit heim⸗ esucht werden. Denn nur diejenigen, die so denken, und nicht wie 8 Ischariot, sind berufen, als Führer der Arbeiterschaft und Dienen dem echten wahren Sozialismus. Weiter wird noch den Ge⸗ mosfen und Kameraden von Merlau und Flensungen hiermit der herzlichste Dank ausgesprochen, besonders dem Mufifverein Merlau, der durch seine wol lgelumgenen Vorträge die Maffeier verschönen half. Auch der Genosse Bänsch darf nicht vergessen werden, der an der wohlgelungenen Feier einen großen Anteil hat. Mögen diese Zeilen baun beitrugen, in den Herzen und Sinnen aller Arbeiter das Echo erwecken, das in ihrem Interesse nötig ist, damit die Bahn frer 0 für die großen Ziele des Sozialismus. 5 Kl eine Nachrichten. Fraulfurt a. M., 13. Mai. Ein Volk in Not. Das Jugend⸗ amt gibt eine Anzahl Fälle erschütternder Not bekannt. Im Stadt⸗ wald kampiert seit einem Jahre eine Famflie, die keine Wohnung finden kann. In der Zeit vom 1. April 1922 bis 31. März 1923 liefen bei dem Amt 590 Anträge auf Abnahme von Kindern ein, darunter 208 wegen Krankheit der Eltern, 180, weil die Mutter auf Arbeit gehen muß, 45 wegen Tod der Eltern, 13 wegen Lieder⸗ lichkeit der Eltern, 40 wegen Wohnungsnot, in 30 Fällen ließen die Eltern die Kinder im Stich, in 23 Fällen kamen die Altern ins Gefängnis, in 19 Fällen lagen die Eltern in Scheidung, in 5 Fällen wegen Mißhandlung der Kinder. Frankfurt a. M., 13. Mai. Der Arbeitsmarkt. In der 12 0 Woche ist keine Verschlechterung des Arbeitsmarktes einge⸗ tveten. Zwar ist die Zahl der Arbeitsuchenden und der Unter⸗ sttützungsempfänger gestiegen. Mber auch die Zahl der offenen Stellen erfuhr eine beträchtliche Vermehrung. Es lagen 8021 Ar⸗ Ueitsgesuuche vor. Offene Stellen waren 2204 vorhanden. 4434 Personen befanden sich in Unterstützung gegen 4360 in der Vor⸗ avoche. Am stärksten ist die Arbeitsnot in dem Handels⸗ und Trans⸗ portgewerbe, der Metallindustrie, dem graphischen und dem kauf⸗ umännischen Beruf. 15 Frankfurt a. M., 13. Mai. Steigerung der Index ⸗ ziffer. Die Indexziffer für die Koften der Lebenshaltung einer vierköpfigen Familie stellte sich am 1. Mai 1923 auf 84 159 gegen 83 278 am 1. März. Die Lebensmittelpreise erfuhren eine Senkung um 1,76 Prozent, dagegen verzeichneten eine Erhöhung die Preise für Kleidung um 4,36, fr Wohnung um 733,33, für Heizung und Beleuchtung um 7,41 und für„Verschiedenes“ um 30 rozent. Darmstadt, 13. Mai. Zur Ermordung des Polizei⸗ achtmeisters Günther im vorigen Jahre ersahren wir noch: ie Stuttgarter Kriminalpolizei verhaftete den 31 Jahre alten Karl ishelm Kinkel und dessen Geliebte die 25jährige Schneiderin Dina 9 U, beide aus Frankfurt a. M. Sie waren beide mit Einbrecher⸗ wwerkzeugen aller Art bestens ausgertistet, und scheinen nur von Ein⸗ Frsichen gelebt zu haben. Die Art der in Stuttgart verübten Ein⸗ brüche ließ auf die gleichen Täter schließen, die in Darmstadt im vori⸗ gen Jahre die Bevölkerung in Unruhe versetzten. Kinkel hat einge⸗ standen umter etwa 50 Einbrüchen auch die in Darmstadt in öffent⸗ lichen Gebäuden verübten Einbrüche begangen zu haben, wobei auf en ihnen begegnenden Polizeiwachtmeister Günther geschossen wurde. K. gibt an, daß sein Komplice inzwischen gestorben ist. Eine Haus⸗ uchung in der Frankfurter Wohmung förderte gestohlene Gegenstände m Werte von vielen Millionen Mark, ferner eine Menge Einbrecher⸗ werkzeuge und Waffen ans Tageslicht. Weitere eingestandene Ein⸗ rüche N e Heidelberg, Mannheim, Karls ruhe, 8 ve rũ N Unwetter in ber Westpfalz. Durch ein verheerendes Unwetter wurde in der gesamten West⸗ Pfalz schwerer Schaden angerichtet. Besonders entwurzelte ein Wirbel⸗ wind in den Wäldern viele Bäume. Auf dem Zweibrückener Juhr⸗ m riß der Sturm die Zelte wie Kartenhäuser um. Ganze Stöße won Papiergeld vom Hunderter bis zum Zehntausender entschwanden auf Nümmerwiedersehen. Am Bahnhof setzte der Sturm einen Wagen in Bewegung, der den 22jährigen Musiklehrer Körner überfuhr und ködlich verletzte Im Straßenkanal ertrunken. In Köln waren zwei Arbeiter . der Reinigung des verschlammken Hauptsammelkanals beschäf⸗ tigt. Zwei am Einsteigschacht des Kanals Wache habtende Arbeiter baten sis beim Efntreten eines starken Gewitferregens wiederholt, den Land zu verlassen. Sie erhielten auch Antwort. Das Wasser nnuß aber donn so rauch un in ee en n assen in den Kanal einge⸗ strömt sein, daß den Arbeitern der Weg zum Ausgang abgeschnitten wurde. Sie kamen ums Leben. Ihre Leichen wurden noch nicht gefunden. ö Milliarbenverluste einer Dampfishle. Anf Veranlassung der Potsdamer Staatsanwaltschaft ist der Direktor der Rathenower Dampfmühlen, Bruno Dettmann, verhaftet worden. Die Aktionäre habem ungeheuere Verluste: das Defizit soll sich auf 4 bis 5 Mil⸗ liarden belaufen. Wie weiter mitgeteilt wird, soll der Vorsitzende des Nufsichtsrats, Banldirektor Karl Kriesch vom Rathenower Bankverein, wiederholt ersucht worden sein, dem Treiben nachzu⸗ gehen. Kriesch ist ein auter Freund des verhafteten Direktors. Weitere Verhaftungen sollen bevorstehen. Lokale Parteinachrichten. An die Ortsvereine im 6. Agitationsbezirk! Werte Parteigenosfen!. Der Vorstand der Vereinigten Soginldem. Partei beruft hiermit unse re diesjährige ordentliche Agitations⸗Bezirkskonferem fiür die Kreise Gießen⸗Alsfeld⸗Lauterbach auf Sonntag, den 10. Juni, vormittags 9 Uhr 5 nach Gtleßen(Gewerkschaftshaus) mit folgender vorläufiger Tagesordnung ein: 1. a) Bericht des Agitations⸗Bezirks⸗Vorstandes. Referent: Ge⸗ nosse Moosdorf. f 5 p) Jahres⸗ und Geschäftsbericht. Referent: Gen. Häuser. c) Bericht der Preßkommission. b 2. Die Sozialdemokratie im hessischen Landtage. Referenten: die Genossen Abg. Kiel 8 3. Beratung eingegangener Anträge. 4. Wahl des Agitations⸗Bezirksvorstandes und der Preß⸗ kommission. Die Ortsvereine werden ersucht, zu vorstehender Tagesordmumg Stellung zu nehmen und Delegierte zu bestimmen. 0 5 Die Mitgliedschaften können nach§ 9 des Statuts bis zu 25 Mit⸗ glieder 2, und auf je weitere 50 Mitglieder einen Delegierten mehr entsenden.: 5 Anträge sind bis spätestens zum 4. Jun an das Partei⸗ sekvetariat Gießen, Hammstraße 10 einzusenden. 17 Mandats formulare gehen den Ortsvereinen zu, diese sind zur Konferenz mitzubringen und dienen als Ausweis für die Delegierten. Es ist unbedingte Pflicht aller Ortsvereine, zu dieser Konferenz Vertreter zu entsenden. Mit Parteigruß! Der Vorstand der Vereinigten Sozialdem. Partei des 6. Agit.⸗Bezirks Kurt Moosdorf. Alfred Kiel. J. A.: H. Häuser. * NB. Den Ortsvereinen hierunt zur Kenntnis, daß wieder Partei⸗Abzeichem eingetroffen sind und durch das Sekretarfat bezogen Wirtschaft, Handel, Soziales. Steigende Lebenshaltungskosten Die Folgen der Kurstreiberei am Devisenmarkt machen sich immer drückender spürbar. Brachte schon die zweite Aprilhälfte eine wesentliche Steigerung der Kosten der Lebenshaltung, so hat ich diese am Anfang Mai noch verschärft fortgesetzt. Die amtlichen Indexziffern für den Monat April lassen allerdings die Verschlech⸗ terung der Lebenshaltung der Arbeiterschaft kaum erkennen. Nach ihnen betrug die Verteuerung des wichtigsten Lebensbedarfes durch⸗ schnittlich 3,5 Prozent, so daß sie auf das 2764 fache des Vorkriegs⸗ standes gestiegen ist. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Höhe der Lebenshaltungskosten nach dieser Berechnung ausschlag⸗ gebend bestimmt wird durch den verhältnismäßig günstigen Dollar⸗ stand der bis zum 18. April zu verzeichnen war. Unmittelbar auf jedoch hat eine recht beträchtliche Verteuerung des gesamten Lebensaufwandes stattgefunden. Neuerdings veröffentlicht die In⸗ dustrie⸗ und Handelszeitung des Herrn Stinnes eigene Berechnun⸗ gen der Lebenshaltungskosten einer vierköpfigen Berliner Arbeiter⸗ familie, und zwar für die einzelnen Wochen. Daraus geht hervor, daß die Lebenshaltung in der Woche vom 28. April bis 4. Mai nach den von dem Stinnesblatt zu Grunde gelegten Rationen fr Er⸗ nährung, Bekleidung und Wohnung sich auf den 3253fachen Vor⸗ kriegsstand stellten, daß aber in der Woche vom 7. bis 13. April der Preisstand der gleichen Waren nur auf dem 2869fachen sich befand. Innerhalb dieser vier Wochen ist also eine Verteuerung des Lebens⸗ aufwandes um etwa 13 Prozent eingetreten. Dabei ist zu berück⸗ sichtigen, daß die Berechnungen mit einer Vorficht aufgestellt worden ind, die einem zur Propaganda des Lohnabbaues vorbestimmten Unternehmerblatt trefflich ansteht. Dadurch nämlich, daß man nur eine vierköpfige Familie den Berechnungen zugrunde legte, ist der Anteil der im Pretse weit zurückgebliebenen Wohnungskosten an der gesamten Lebenshaltung verhältnismäßig groß, so daß die Le⸗ benshaltungskosten niedriger erscheinen müssen, als wenn man die gleiche Berechnung etwa mit den Rationen der Reichsindexziffer anstellen wollte. J 5 0 Der indirekte Lohnabbau. Die Arbeiterschaft ist unter dem Druck der Verhältnisse ge⸗ zwungen, auch Lohnerhöhungen zu fordern und stößt damit selbst⸗ verständlich auf den entschiedenen Widerstand derselben Unter⸗ nehmer, die zur Stabtlisierung der Mark nichts tun. Täglich ver⸗ stärkt sich der Eindruck, daß die Unternehmer den Ruhrkampf als Varwand nehmen, n eine weitere Senkung des Reallohnes herbei⸗ zuführen. Zunächst hat man die notwendigen Lohnsteigerungen be⸗ kämpft und auch bis zu einem gewissen Grade beschränkt. Gleich darauf setzte man den Dollarkurs gegen den Widerstand der Reichs⸗ bank um 50 bis 100 Prozent in die Höhe und bewirkte damit, daß über kurz oder lang die Lebenshaltung in dem gleichen Verhältnis sich verteuern mußte. Obwohl in einer Reihe von Gewerbezweigen die Geschäftsstille, die während der Zeit des stabilen Dollarkurses angehalten hatte, einer gewissen Belebung wich, zeigte man gegen⸗ über den Forderungen der Arbeiterschaft auch nicht annähernd das Entgegenkommen, das die erschwerte Lage erforderlich machte. Auf diese Weise wird der Lohnabbau, den man anfänglich propagiert hatte, versteckt herbeigeführt, nachdem die offenen Vorstöße in dieser Richtung an dem Widerstand der gewerkschaftlichen Organisation gescheitert waren. Die Gewerkschaften werden sich auch auf diese Kampftaktik der Unternehmer einzustellen wissen. Was wirtschafts⸗ 1 0 an diesen Vorgängen so außerordentlich zu bedauern ist, s ist die Tatsache, daß mit einer derartigen Geschäftspolitik das „%%—m% Unkernehmertüm ber nofwendigen Umstellung der Pfest⸗ eine billigere, d. h. 15 1 1 7 die Schäden der Geldentwertungswirtschaft! 4 Nachteilen für alle Verbraucher, die nicht Sachwertbesiterf in erster Linie für die Erwerbsunfähigen, Kleinrentner, g aher für die Arbeiter und Angestellten, aufrechterhalte ie lange das noch so weitergehen wird, ist nicht Die Industrie arbeitet mit Goldpreisen, ohne auch Ge zahlen, und muß damit die Aufnahmefähigkeit des Inl vollkommen untergraben. In den Berichten der prey delskammern waren die Feststellungen aus der chemisch und aus der Schuhfabrikation besonders inte ressant, w erhöhter Absatz im Inlande auftrat, als die wurden, dieser Absatz aber wieder schwand, als der N hähte. Aus diesen Zeichen sollte die Industrie lernen. — Aus den amtlichen Bekauntmachun Das Amtsverkündigungsblatt für das Kreisamt i Nr. 35 vom 11. Mai enthält: Zweiter Nachtrag zum Prämie Genossenschaft für die Reichsunfallverftcherung der Fahr Reittierhaltungen.— Aus schlagssatz der staatlichen Woh 1 abgabe.— Gebühren der nichtärztliche Leichenbeschauer.— o stund der Land⸗ und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für en. Viehseuchen.— Amtstage in Grlinberg und Hungen.— Newwah Beirats der Kreisfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte un Kriegs⸗ 19 N n. 1 hinterbliebene Gießen(Land).— Höchstpreise für Mehl ung Anbauflächenerhebung. Die nstnachrichten. Heuchelheim.— Schweinerotlauf in Gießen.— Polizei. über den Verkauf Sa auf öffentlichen Straße und Plätzen in der ie N A des Beirats der Kreisfürsorgestelle für Kissgsbeschz⸗ digte und Kriegshinterbliebene Gießen(Land). Das Kreisen Gießen gibt bekannt: Nach der Reichsverordnung vom 8. Februm ig über die soziale Kriegsbeschädigten⸗ und Kriegshinterbliebenenfürsrge nd als Mitglieder des für den Landbezerk des Kreises geßen neu zu wählenden Beirats insgesamt je zwei Vertreter de Kriegs, beschädigten, der Kriegshinterbliebenen, der Unternehmer imd der Arbeitnehmer zu berufen. Die zu berufenden Mitglieder sol in dem Landbezirk des Kreises Gießen ihren Wohnsitz haben. Für ihre Berufung sind die von den Wirtschaftsorganisationen de Unter nehmer und Arbeitnehmer sowie der Kriegsbeschädigten⸗ un Kriegs⸗ himterbliebenenvereinigungen eingereichten Vorschlagslisten mußg ebend. Demgemäß werden die genannten Wirtschaftsorganisation sowie Vereinigungen der Kriegsbeschädigten umd Kriegshinterblielenen, die Bro — eldbepeini ihre Wirksamkeit auf den Bereich der Kreisfürsorgestelle strecken und eine entsprechende Anzahl von Mitgliedern haben, hiehmtt auf⸗ gefordert, bis zum 1. Juni 1923 Vorschlagsglisten be der Kreisfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshimrlieben zu Gießen(Regierungsgebäude, Gießen) einzureichen. Spitzer einge⸗ reichte Listen können nicht berücksichtigt werden. Es haben sich die Vorschläge der Wirtschaftsorganisationen der Unternehme led 5 auf die Berufungen aus dem Kreise der Unternehmer zu bachränken, ebenso wie entsprechend die Vorschlagslisten der Wirtschußßsorgmm⸗ sationen der Arbeitnehmer sowie der Kriegsbeschädigten⸗ un Kriegs⸗ hinterbliebenen⸗Vereinigungen nur Namen aus den Kressef der don ihnen vertretenen Personengruppen enthalten dürfen. In ien Vor, schlagslisten sind die Vorgeschlagenen nach Familien⸗ und Mr⸗(Ruf⸗ Namen, Beruf und Wohnort zu bezeichnen. Jede Vorschlageliste muß mindestens die doppelte Zahl der Persomen enthalten, die ie vorge⸗ schlagene Vereinigung im Betrat beanspruchen kann. D Vorge⸗ schlagenen sind unter fortlaufender Nummer, die die Reißensilge ihrer Benennung ausdrückt, aufzuführen. Hinsichtlich der Vorgeschlagenen ist Angabe darüber zu machen, daß sie mit der Annahme der Be. mifung einverstanden sind. Vorgeschlagen werden können Münner wie Frauen, die das 21. Lebensjahr vollendet haben; Frauen besonders für die Vorschläge aus dem Kreise der Ku bliebenen in Betracht. Die einzureichenden Vorschlagslisten dem Vorsitzenden ber Wirtschaftsorganisation oder der unter Angabe seiner Anschrift zu unterzeichnen: bei Gi 2 Vorschlagslisten sind nähere Angaben über die Größe der behfeffe Wirtschaftsorganisationen oder Vereinigungen zu machen; lich ist anzugeben, wieviel in dem Landbezirk des* wohnende Mitglöeder die Organisation oder Vereinigung den Vereinigungen der Kriegsbeschädigten und Kri i ist insebsondere noch anzugeben wieviel Kriegsbeschädigte uh Kricgshinterbliebene sie als Mitglieder haben, wobei m Kriegsbeschädigte bezw. Kriegshinterbliebene mitgezählt dürfen, die Militärversorgung beziehen; Kriegswaisen, dere. Mitglied der betreffenden Vereinigung ist, sind nicht mitzuzäf Viehseuchen. In Gießen ist im Gehöfte Rodheimer Schweinevotlauf festgestellt worden. Maul und Mauen⸗ seuche ist in Kaichen(Kr. Friedberg) und auf dem uli bei Büdingen ausgebrochen. In Lich wurde der Scheidekatarrh umter dem Rindviehbestande festgestellt. N 2 err eee v rNN Dollarstand 12 Uhr: en. 48 000 1 ark. Montag mittag Phonolas 2 kauft zu höchsten Preisen G. Müller Frankfurt a. M. Unterlindau 48 Tel. Hansa 4524. ö enk, Henkel'e Wasch. und Bleich-Sode tur Wäsche und Hausputz. MENKEL A cl. boss DORT. 2 2 daher für das kaufende FDD Nee einige Tuge?. Ab Dienstag, den 15. Mai 1923, iindet im Hotel Felsenkeller grosser Verkauf von Merren- und Damen- Anzug und Nostüm- Stoffen Mode 1923 zu staunend billigen Preisen statt. verkaufszeit täglileh von 9 Uhr fru bis 7 Uhr abends. Besichtigung ohne Kaufzwang. NB. Da vir im Hotel unser 8 haben, sind Wir in den Verkaufsräumen beschränkt. 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