ltion: Gießen I“Hahnhofftraße 23 rechet 2008. Lberhessische Vol Organ für die Interessen des werktätigen Volkes Srpedition: gießen Bahnhofstraße 23 Ferusprecher 2008. die Oberb. Volksseitung erscheint jeden W i in Gi 1 Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Bian wen d schaftliche Beilage“ beträgt monatlich 5500.— i Funchdie Post bezog. Sscck— Mt. einschl. Oestelfeeld. Einzeln. 240. 15 5 der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Veragntwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. 1 von Siena Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigen preis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren Raum lokal 60.— Mk. auswärts 80.— Mt. die Reklamemillimete eile 300.— Mf, Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. Nr. 133 Gießen, Donnerstag, den 14. Juni 1923 Grundrente, Hypothelenzinsen, 0 Pachtpreise und Grundsteuern. aN 14 Wenn ein Bodeneigentümer heute für seinen ver⸗ b suchteten Boden nahezu oder überhaupt eine Goldpacht er⸗ N lt, er zahlt seinem Hypothekengläubiger aber keine Gold⸗ Een, sondern Papiernoten, die nur den achttausendsten eil Kaufwert haben, so findet handgreiflich eine Bereiche. ung des Schuldners zum Schaden des Gläubigers statt. ach gefühlsmäßigem Recht und nach allgemeiner Billigkeit 55 bühren dem in unserm Beispiele angeführten Grund— 9%% sitzer— gemessen nach dem ursprünglichen Verhältnis— D f bude 1 197 0 920 Mark, und seinem Gläubiger pre ark, sondern der erstere hätte Anspruch auf ein Fünftel 2 1260 000 Mark), der andere aber 0 115 Nute = 5040 000 Mark). Man muß sagen, daß dem durch die seldentwertung hervorgerufenen Umsturz das werdende ue Recht noch keinerlei Rechnung getragen hat; es wird noch immer mit alten Maßstäben gemessen, die für ganz edere Verhältnisse geschaffen waren. 0 . Es liegt darum nichts näher als die Schlußfolgerung: ie Hypotheken sind durch Gesetzesvorschriften so aufzu⸗ erten, daß das frühere Verhältnis auch in den Papiermark⸗ hlungen wieder klar und bestimmt zutage tritt. Einem uchen Bestreben stehen jedoch unüberwindliche Hindernisse elgegen. Es wäre nämlich nicht angängig, nur den noch Mrhandenen Hypothekengläubigern in diesem Sinne helfend r Seite zu treten. Man müßte dasselbe dann auch mit Injenigen tun, die ihr Guthaben bereits ausgezahlt er⸗ ten haben. Man müßte weiter auch alle Zeichner von fentlichen Anleihen, Inhaber und frühere Inhaber von Fandbriefen sowie von Sparkassenguthaben aus der Gold⸗ Fährungszeit genau in derselben Weise bedenken; die esteren erst recht 9 Eine solche„Aufwertung“ aller dieser jetzt zer⸗ * nn aber auch darum nicht vorgenommen werden, weil die zu erforderlichen Vermögensbestände heute gar nicht mehr hrhanden sind; sie wurden ja, wie wir schon sagten, durch im Krieg und die Kriegsfolgen„aufgefressen“. Wollte man botzdem eine formale Aufwertung vornehmen, so träte Insichtlich des sich daraus nur für öffentliche Anleihen er⸗ Abenden Zinsendienstes etwa folgendes zutage: Um die ansen aufzubringen, müßte ein Regierungsrat den auf ene Familie entfallenden Steueranteil mit nicht weniger is mit der Vollsumme seines Gehalts von fünf Kalender- ebe · dicht el Erzeug; U onaten begleichen. Ein Durchschnittsarbeiter hätte als Fomiljenanteil etwa sein Arbeitseinkommen von sieben 1 Fonaten jedes Jahres zum Opfer zu bringen. 5 i Gewiß, einige ganz Wenige könnten 0 e N 5 i ermögens aus der Vorkriegszeit wieder ift Hung ihres Goldvermög e 1 n ihrem früheren Rentendasein zurückkehren. vie 17 Hillionen des Volkes jedoch würden durch die zmerschwing⸗ 5 schen Steuern, die zu diesem Zwecke geleistet werden nüßten, einfach erdrückt und zum Hungertode verurteilt N 10 * 7 5 vielleicht ließe sichs einrichten. wenigstens die * Lundpachtpreise um jene Beträge, die die Bodeneigentümer ren Hypothekengläubigern jetzt abnehmen, zu ermäßigen? Ruch das geht nicht! Warum nicht? Weil nicht alles Pacht⸗ und mit Hypotheken belastet ist. Man müßen ft acht bloß jenen Teil der Grundrente den Pächtern aue schreiben, der in dem Leihkapital enthalten ist, sondern auch die Grundrente des gesamten Bodenanlagekapitals, das häßt auch desjenigen Teils, der aus dem Eigenvermögen ds Eigentümers herrührt. Damit kommen wir endlich auf den Kern der Sache. Die Grundrente, also das an sich ar⸗ sitslose Einkommen des Bodens, kann rechtlich weder dem jodeneigentümer noch dem Bodenpächter 1 wer⸗ den. Die Grundrente ist ein Uebergewinn, der we er 15 dem Eigentümer noch von dem Pächter, e en⸗ migen erarbeitet, also geschaffen wird, die die Bodenerzeug⸗ Diets ge nchen ebenfals gelcher Eigentümer und Pächter er 7 5 er i deen dur d e 5 5 Grundrente 0 Volksgesamtheit zugeleitet werden 1 160 7 1 che Einrichtungen dieser Art möglich? Ja denkbar und gehbar! nd zwei Wege 5 8 0 lcher Höhe, bung einer Grumeste id 0 50 12 Weg heißt: Was steht zu erwarten? Aus Berlin wird uns telephonisch gemeldet: Nach den bis heute morgen vorliegenden Meldungen aus Paris ist die französische Regierung bis jetzt noch nicht in den Besitz jener Note der englischen Regierung gelangt, wie sie von dem amtlichen Bureau Reuter in Aussicht ge⸗ stellt wurde. Vielmehr besagen die Aeußerungen aus Paris, daß die englische Regierung„fortfahre, die französischen An⸗ regungen mit Wohlwollen zu prüfen“. Das scheint auch eher der Fall zu sein wie nicht. Die heutigen Londoner Be⸗ richte sind wesentlich zurückhaltender als der gestrige Bericht von der Kabinettssitzung. In den nächsten 48 Stunden wird die Entscheidung der französischen Regierung darüber fallen, ob sie wenigstens bereit ist, in Erörterungen über den Ab⸗ schluß eines Waffenstillstandes an der Ruhr einzutreten. Gleichzeitig wird in diesem Zusammenhang Lord Curzons Ansicht behandelt, der dem fransösischen Botschafter nicht schroff, sondern friedlich auseinandergesetzt hat, daß es ihm nicht möglich sei, an Deutschland die Auf⸗ forderung zur Aufgabe des passiven Wider- standes zu richten. Dagegen sei es wohl denkbar, daß England der deutschen Regierung freundschaftlich raten werde, den Widerstand abzubauen, wenn Frank⸗ reich sich bereit finde in weiteren Verhand⸗ lungen, die Besetzung„unsichtbar“ zu machen und jedes Cingreifen in das Wirtschaftsleben des Ruhrgebietes vermeide. Das Auffällige ist, daß in den neuesten Meldungen nicht mehr die Rede ist von Vorbedingungen für Verhandlungen seitens Deutschlands, sondern Bedingungen für Frankreich aufgestellt werden. Der Evening Standort erklärt jetzt z. B. im Gegenteil: „Wir wissen keinen Grund, warum das englische Kabinett dem deutschen nicht mitteilen soll, daß der passive Wider⸗ stand ein Hindernis ist, das nicht beseitigt werden sollte. Aber wir müssen dabei doch sagen wenn Deutschland ihn aufgeben sollte, so muß Frankreich sich bereit erklären, die Besetzung zu mildern und unsichtbar zu machen, wie es Frankreich schon in Aussicht gestellt hat.“ Es scheint, daß sich England und Frankreich nunmehr doch über ein gemeinsames Vorgehen einigen werden. Ob Italien hierbei mitmachen wird, ist zweifelhaft. Es ver⸗ lautet daß die italienische Regierung beabsichtige, eine selbständige Note nach Berlin zu richten, des Inhalts, daß die deutsche Note unzulänglich und ihre Garantien un⸗ annehmbar seien, daß jedoch weitere Verhandlungen einen Weg finden könnten, der Italien gangbar erscheine. Die französisch⸗englische Spannung. England will das Verlangen Frankreichs ablehnen. Die englische Regierung ist dem Verlangen Frankreichs vor Be⸗ ginn von Verhandlungen eine gemeinsame Note an Deutschland zu richten, in der die Aufgabe des passiven Widerstandes gefordert wird, vorläufig nicht beigetreten. Die Gründe, die für diese Haltung aus⸗ schlaggebend waren, sind in der Tat sehr stichhaltig. Es besteht die. Gefahr, daß ein erzwungener Verzicht auf den passiven Wider⸗ stand zwar nicht zu einer kommunistischen Revolution, aber zu einer Erhebung der nationalistischen Kreise führen kann, die sich schließlich zu einem Zerfall des deutschen Reiches auswirkt. Weil wir u. a. diese Gefahr von vornherein gesehen und nie unterschätzt haben, an⸗ dererseits aber auch den entschlossenen Willen der französischen Re⸗ gierung, von ihrer Forderung nicht abzuweichen, in Rechnung stellten, ist von uns immer wieder eine Verständigungspolitik, auch was die Frage des passiven Widerstandes anbetrifft, durch einen Waffenstill⸗ stand auf Gegenseitigkeit vertreten worden. 18. Jahrgang 5 Die englisch französischen Verhandlungen. Englischer Druck auf Frankreich.— Italien für eine Separatnote? Es gibt Leute in Deutschland, die sich über die Meinungsver⸗ schiedenheiten in England und Frankreich freuen, von ihr die Rettung des Reiches und was ihnen besonders am Herzen liegt, die Wahrung der Prestiges der gegenwärtigen Regiekung erwarten. Wir gehören nicht zu diesen faulen Denkern, die aus dem Beschluß der englischen Regierung Sympathien für Deutschland folgern. Schon aus den Ver⸗ lautbarungen, die dem Hinweis, daß ein sofortiger Verzicht auf den pasiven Widerstand unpraktisch ist, beigefügt sind, ergibt sich, daß auch England bereit ist, eine ähnliche Forderung wie Frankreich an Deutschland zu stellen, es aber als Vorbedingung einer Sach ve rstän⸗ digenkonferenz fordert, die ausschließlich von den Alliierten ein⸗ berufen werden und sich zunächst über die Frage der interalliierten Schulden und der Sicherheiten zunächst einigen soll. Mit den Sym⸗ pathien ist es also nicht so sehr weit her. Englands Handeln ist diktiert von der Sicherung seiner eigenen Macht gegen⸗ über Hegemonie⸗Bestrebungen der französischen Politik, während Frankreich seine Bestrebungen unter restloser Wahrung des Prestiges durchzusetzen versucht. Man darf die Auffassungen der englischen Re⸗ gierung und Frankreichs nicht von dem Standpunkt aus betrachten, als handle es sich ausschlteßlich um die Regelung der Frage des Waffenstillstands. 7 Hinter den Handlungen der beiden Mächte verbirgt mach wie vor an dem V al nicht auf eine Linie zu bringen ist? Das offene Zerwürfnis wäre vorgehen, ihren Druck auf die Bevölkerung des Ruhrgebietes ver⸗ Nur Kata⸗ Die Folgen Aber auch eine Kompromißlösung, an der Frankreich und Eng⸗ land beteiligt sind, dürfte nach Lage der Verhältnisse Deutschland vor ob es nicht angebracht ist, in diesem Stadium selbst die Hand zu einer Vermittlung zu bieten, die selbstverständlich beide Seiten, sowohl Frankreich wie Deutschland, zu Zugeständnissen verpflichtet. Ein derartiger Schritt kann natürlich nicht gegen den Willen der englischen Regierung erfolgen— er muß sorgfältig vorbereitet werden. Deutsch⸗ land hat den Krieg verloren, wir sind machtlos und Prestigefragen können u. E. erst dann wieder Berücksichtigung finden, wenn unsere bieten, solange es noch Zeit ist, als sich den Frieden infolge einer kurzsichtigen Politik diktieren zu lassen. Die Loge im Ruhrgebiet ver⸗ trägt sich nicht mit einer Politik der starken Worte, sondern erfordert eine schnelle Beendigung des Konfliktes! 185 Die voreilige Presse. 95 Blätter dementiert, welche allerhand Berichte, die auch von der was angeblich in der Kabinettssitzung in London vorgegangen sein soll. Diese Berichte entbehren, so wird festgestellt jeder Grund⸗ lage. Tatfächlich habe das Kabinett keinen Be⸗ schluß irgendwelcher Art gefaßt. Es findet jetzt ein Gedankenaustausch zwischen den alliierten Regierungen auf ge⸗ wöhnlichem diplomatischen Wege statt. Da offizielle Aeußerungen zu der Lage in London jetzt noch nicht vorliegen, müissen alle Be⸗ richte, die der britischen Regierung bestimmte Entschlüsse und An⸗ sichten zuschreiben, als apokryphisch angesehen werden. Frankreichs Reparationsforderungen. Es will 26 Milliarden Goldmark. In seiner Unterredung mit Lord Curzon verlangte der Ver treter Frankreichs, Herr St. Auläire, die Einstellung des Wider⸗ schon alle vorhandenen Pächter zahlen müssen. schaftsbetrieb selbst würde bei beiden Vorgängen nicht ge⸗ ändert und nicht gestört werden.) 5 Einen gewissen Unterschied wird man insoweit machen können, daß man im Falle einer Eigentumsübernahme(nur des Bodens, nicht des Betriebes!) alle Wirtschaften bis zum Umfange einer selbständigen Ackernahrung im Eigentum ihrer Bewirtschafter beläßt, und daß man auch den Eigen- tümern größerer Wirtschaften ein gleich großes Eigentum zuerkennt, während der überschießende Teil öffentliches (etwa Gemeinde-) Eigentum werden würde. Eine selbst⸗ ständige Ackernahrung ist ein sogenannter Familienbetrieb; er stellt im weiteren Sinne nur Arbeitsland dar. Der diesen Umfang überschießende Teil jedoch ist, weil er regelmäßig mit fremden Arbeitskräften bebaut werden muß, Herren- und Rentenland. Dem Arbeitsland wäre eine nur geringe nissen im Reich, kommen. 58 Um noch einmal auf das Verhältnis zwischen Hypo thekengläubigern und Hypothekenschuldnern zurückzukom⸗ men, sei folgendes gesagt:„Alle heute noch aus der Vor⸗ kriegszeit bestehenden Hypotheken. und sonstigen Schuld- verschreibungen müssen genau so mit entwerteten Papier ⸗ noten abgelöst werden und bis zur Ablösung mit Papier- mark verzinst bleiben wie die bereits abgelösten. Den Schuldnern jedoch sind dafür öffentliche Hypotheken in jener Höhe einzutragen, als sie an Goldwert den Privatgläubigern zu wenig ausgezahlt haben.“— 0 Aehnlich wie hier für den landwirtschaftlichen Boden empfohlen, wird man auch vorgehen müssen besonders bei städtischem Grund- und Gebäudebesitz. Das werdende neue Bodenrecht verweist zwingend und dringend auf derartige Maßnahmen,— allen Kleinpächtern und dem Gesamtvolke Grundsteuer(zur Abbürdung öffentlicher Lasten) aufzu⸗ leuert wird. n 2 e ene in das Eigentum der Volks- erlegen. Vom Rentenland jedoch sollte die volle Grundrente zum Seil und Segen! deutschen Presse übernommen wurden, siber das zu bringen wußten, eitung neue Schwierigkeiten stellen. Es fragt sich deshalb immer wieder, Gesamtlage entsprechend ist. Es ist besser, die Hand zum Frieden zu In energischer Weise werden in London diejenigen Pariser 5 — — lichkeit aber aktiv in der Begehung von Morden sei, eines Wider⸗ andes, der von der Berliner Regierung durch Verordnungen und Unterstützungen aufrechterhalten werde. Der Botschafter wies auf die seit einiger Zeit wachsende Anzahl von Attentaten und Sabo⸗ tagehandlungen im Ruhrgebiet, ebenso auf die angeblich heraus⸗ fordernde Haltung hin, die Reichskanzler Cuno in seiner Rede in * eingenommen hatte. Schließlich erklärte der Vertreter der nzösischen Regierung, daß Frankreich und Belgien schon zweimal den Grundsatz mitgeteilt hätten, das Ruhrgebiet ent⸗ surdcher den eingehenden deutschen Reparationszahlungen räumen zu wollen. Ueberdies machte Herr St. Aulaire auch genaue Angaben übes die Repargtionsforderungen Frankreichs, die sich auf mindestens 26 Milliarden Goldmark für seinen Anteil allein belaufen, während von den sog. C⸗Obligaljonen des Londoner Zahlungsplanes so viel in Abzug 1. 20 werden könnte, als von den Schulden Frank⸗ reichs an die Alliierten nachgelassen würde. 5 Dieses eindringliche Plädoyer, das Frankreich zum ersten Male mit genauen Ziffern über seine Reparations forderungen, d. h. also in Wirklichkeit mit den von England verlangten ziffern⸗ müßigen Angaben versah, hat dennoch seine Wirkung auf Lord Curon verfehlt. Der Haupteinwond von englischer Seite gegen Frankreich wäre, dem Temps zufolge, daß die französische Re⸗ gierung nur ihr eigenes Programm, wie es im Januar der e Konferenz vorlag als Grundlage für Verhandlungen an⸗ sehen wolle und daß es die anderen Vorschläge ousschließt. Ferner⸗ hin wolle man in England nicht die Einstellung des Ruhrwider⸗ standes bedingungslos fordern, sondern für diese Einstellung als Gegenleistung um mindesten die Eröffnung von Verhandlungen auf der Grundlage der deutschen Denkschrift zugestehen. Wie der ferner mitteilt, hat Lord Curzon in seiner Unterredung mit dem französischen Botschafter vorgeschlagen, einen inter⸗ nationalen Ausschuß zur Beurteilung der Reparationsforderungen durch den Völkerbund einberufen zu lassen. Die große Erleichterung. Die nervöse Spannung, die sich in Paris infolge der Nach⸗ richten aus London geltend macht, hat sich nach dem Dementi der englischen Regierung etwas gelegt. Der Matin führt aus, Poincaré habe mit großer Befriedigung von der Mitteilung der englischen Regierung Kenntnis genommen, daß die in der fran⸗ zösischen Presse über eine angebliche Entscheidung des englischen eee e weitewe Nachrichten reine Erfindung gewesen seien. Es wäre Poincaré peinlich gewesen, wenn er bein anderes Resultat erzielt häte als eine brutale Jurückweisung durch die Presse, nachdem er dem Wunsche nach Verständigung der englischen Re⸗ gerung seine Ansichten über die Lage im Ruhrgebiet dargelegt und auch über die Reparationsfrage sich geäußert hatte. Die Er⸗ leichterung ist groß, denn der Wunsch der franz ösischen Regierung, fich mit Englaud zu verständigen, ist sehr ernst. wofür sie gerade jetzt den Beweis geliefert hat. Hoffen wir also. schreibt der Matin weiter, daß die end⸗ b e Entscheidung des englischen Kabinetts derartsg sein werde, ö sie nicht eine schroffe Herausforderung gegenüber einer Politik darste„der gegenüber Bonar Law früher eine wohlwollende 5 en ind, die an den Oklupationstruppen vorgenommen werden und ge die Regierungsverordnungen, die diesen Widerstand vor⸗ reiben, nicht zurückgezogen sind. Politische uebersicht. Die Beamten der Republik. Die selbstverständliche Pflicht eines jeden Staatsbürgers in einer demokratischen Republik, seine Dienste uneigennützig zur ügung zu stellen und am inneren Aufbau des Deutschen standes im Rührgedfet, der nur dem Namen nach passiv, in Wirk⸗ Ein weiteres Opfer. Beschlagnahme von Geldern. Die Repressalien der französischen Besatzung dauern in Dort⸗ mund an und sollen so lange forigesetzt werden, bis die Täter den Franzosen ausgeliefert sind. Außer den bereits ausgewiesenen sechs Deutschen ist am Montag Abend ein Angehöriger der ausgewiesenen Dortmunder Schutzpolizei ein Opfer der französ sischen Kugeln geworden. Dieser Beamte weilte bei seinen Angehörigen. Das wurde der Besatzung von seiner Frau mitgeteilt. Ferner be⸗ setzten die Truppen die 11 beschlagnahmten eine Milliarde Mark und verhafteten zwei Reichsbankdirettoren. Auch im übrigen Industriegebiet macht sich eine Verschärfung der Besatzungsmaß⸗ nahmen bemerkbar. In Herne, Recklinghausen und Wanne ist der verschärfte Belagerungszustand verhängt worden. Als Gründe wer⸗ den Vorkommnisse angegeben, die kaum der Rede wert sind. So muß z. B. die Bevölkerung in Lünen schwere Drangsalierungen über sich ergehen lassen, weil junge, unerfahrene Burschen Verkäuferinnen französischer Zeitungen angepöbelt haben. In Recklinghausen, wo bekanntlich ein französischer Offizier erschossen wurde, kommt es jeweils zu großen Schießereien, sobald die französische Besatzung nachts ein Lebewesen sichtet. das sich aus Versehen oder Unkenntnis an die befohlene Verkehrs sperre nicht gehalten hat. Diesem Treiben sind bisher eine ganze Reihe Personen zum Opfer gefallen. Die Bitte der Stadtverwaltung, die angeord⸗ nete Verkehrssperre in der ersten Nacht nicht durchzuführen, blieb er⸗ folglos. Die Wachen schossen auf jeden Straßenpassanten, der sich nach 9 Uhr auf der Straße zeigte. Ein junger Mann, Karl Müller aus Dortmund, der geschäftlich nach Recklinghausen gekommen war, wurde gegen 9 Uhr ohne Anruf beschossen und mit schw letzungen nach dem Krankenhaus gebracht, wo er gleich darauf ver⸗ starb. Auch auf Personen, die sich auf Balkonen zeigten, wurde ge⸗ schossen, ebenso nach den nach der Straße gelegenen Zimmern, deren Fenster erleuchtet waren. eren Ver⸗ bleiben soll. ö n Walen stießen mit den Kolben Leute ein, gleichviel, ob es sich um Männer, Frauen od handelte. Ein Offizier feuerte aus einem Revolver blindlin Menge. Der für Dortmund zuständige französische Generg die Vorgänge seien durch die Erregung der Truppe du er Angeblich wegen Beschseßung französischer Poslen über den Amtsbezirk Wanne die Verkehrssperre ve 120 Personen, die in Unkenntmis dieser Sperre nach 9 auf 2955 92 895 ande reh W 10 bis 3 Mor einem Schulhof in Haft bel n worden. rbede französische Soldaten den der Firnna ee a später für mehrere Millionen in Witten verkauften. Höllein zurückgehalten. In der Presse wurde die Entlassung des deutschen ko schen Algeordneten Höllein erwartet, er sollte sogar schon Grenze angekon men sein. Jetzt verlautet jedoch, daß zufolge der Zwischenfälle in Dortmund einstweilen woch se Entschlseßung, die der Mimisterrat in Falle treffen sollte, wurde aufgeschoben. Belagerungszustand in Höchst a. M Infolge der Weigerung der Stadt Höchst, die of übergänge bewachen zu lassen und r das Hevahl Schranken auf den militaristerben Bahnstrecken Sorge zu ist vom französischen, Kreisdelegierten üher die gesamte G Höchst der verschärfte Belagezungszustand verhängt word Bürgermeister ist angedroht worden, daß er vor ein K gestellt werde. Von der Stadtvetwalkung sind gur erhaltung von Ruhe und Ordnung besondere Maßne troffen worden. Die Geschäftsinhaber wurden aufg diefen Tagen keinerlef Pteiserhöhungen vorzunehmen, ii eine Rakvnierung der Abgabe pon Lebensmitteln N immer noch nicht erkannt worden. Wir sind in den Besitz eines vertraulichen Rundschreibens des„Bundes deutscher Reichsfinanz⸗ beamten“ an seine Landes- und Bezirksverbände gelangt, das einen Einblick in die teilweise direkt staatsfeindliche, sabotierende Tätig⸗ keit gewisser Beamten liefert. Die Leitung dioses Bundes gibt ihren Funktionären Instruktionen und Verhaltungsmaßregeln gegenüber den von der Eisenbahn und der Post an die Finanzver⸗ waltungen überwiesenen Beamten. Sie schreibt u. a.: e„Zum Schluß möchten wir noch auf die Uebernahme der Verkehrsbeamten anderer Verwaltungen eingehen. Unsere eigene Verwaltung ist nicht in der Lage, dieses Unheil abzu⸗ wenden, da sie an die Beschlüsse des Reichstages gebunden ist. Hier können die Kollegen nur selber helfen, indem sie den über⸗ tretenden Beamten das Leben recht sauer machen(1): ein Vor⸗ gehen, das in verschiedenen Fällen schon segensreich(1) gewirkt hat. Die besonderen Verhältnisse unseres Dienstes haben es mit sich gebracht, daß viele von diesen Beamten wieder zu ihren alten Verwaltungen zur gekehrt sind. Soweit uns bekannt ge⸗ worden ist, sind die zuerst überwiefenen 200 Stellen noch nicht restlos besetzt, und auch die kommenden 800 werden der Ver⸗ waltung zum Teil wieder den Rücken kehren, wenn nur die eigenen Kollegen in möglichst unauffälliger Weise dafür sorgen, daß ihnen der Dienst mehr Leid, denn Freude bereitet. Mit Bundesgruß! gez. Troppenhägen, 1. Vorsitzender.“ Wenn schon bisher die Finanzbehörden infolge der Steuer⸗ sabotage des Besitzes, infolge vieler unklarer gesetzlicher Bestim⸗ mungen und nicht zuletzt infolge bürokratischer Arbeitsmethoden verschiedener älterer Beamten, die sich in die verwickelten neuen Verhältnisse nicht hineinarbeiten konnten, versagten, wohin sollen wir erst bei einer direkten Sabotage der alten Beamten kommen! Es erscheint uns dringend notwendig, daß sich der Reichsfinanz⸗ minister um die Angelegenheit kümmert und den gekennzeichneten Verband bei kommenden Verhandlungen als Beteiligten infolge seiner antigewerkschaftlichen Mittel ablehnt. * Orden“, der„Bismarck-Bund“, det„Helmut von 9 Eine Reichswehr Putschzentrale. Der harmlose Jungdeutsche Orden Aus Magdeburg wird uns geschrieben: Am 8. Juni wurden hier dreißig Deutse darunter Angehörige der Reichswehr, verhaftet. sich um die Aushebung einer Reichswehr⸗Putschzentr unter dem Titel„Reichswehr⸗ Block Ro (R. W. B. R.) von dem ehemaligen Oberleutnant in Magdeburg gegründet worden war. Die Magdeb Putschzentrale war für das gesamte Reich mit Au von Bahern zuständig. Roßbach hat selbst aus dem suchungsgefängnis in Leipzig noch Befehle an die B. R. gerichtet. In einem Befehl Nr. 51 vom 20. Apr heißt es u. a.:„Der Feind steht dicht am Rhein und Münster. Er steht auch in Berlin!“ Die R. W. B. N. hat nach berühmtem Münchener Muster Feme organisiert, deren Aufgabe die E politisch unbequemer Männer ist. Für die Ausbildi jungen Leute in den verschiedenen„nationalen“ sind genaue Lehrpläne aufgestellt worden. Als traten auf: Riehl, Kirmse, Siebert, Schneider, Ku Holm. Kleve. Im Pionierbataillon ist der Ob Seiler für den R. W. B. R. tätig, und im Reich regiment 12 der Leutnant Leist von der 11. Ko Außerdem stehen eine Reihe Privatpersonen, die zum der Deutschvölkischen Freiheitspartei angehören, mit „Reichswehr⸗Block Roßbach“ in Verbindung. Von „nationalen“ Bünden, die ihre Leute durch diesen B. R. ausbilden ließen, seien der„Jungde . Reiches mitzuwirken, ist von einem Teil unserer alten Beamten —.——pů———— 5 Der verlorene Sohn. 5 Roman von Hall Caine. 6 Sobald die jüngsten der vier Kinder vierzehn Jahre alt ren, wurden sie gemeinsam eingesegnet. Es war außer hhnen nur noch ein Konfirmand, der kleine Neils, des Kreis⸗ richters Sohn da, dessen Mutter nicht mehr am Leben war. Bei dem voraufgegangenen Examen wurde allgemein er— wartet, daß Oskar der erste Platz und Helga der zweite, Thora und Neils die nächsten und Magnus der letzte Platz zugesprochen würde. Der Rektor examinierte die Kinder, und als der Moment für die Veröffentlichung der Kon- firmandenreihenfolge kam, nahm sein Gesicht einen ernsten, fast strengen Ausdruck an. Oskar stand blitzenden Auges, straff aufgerichtet da, sund Helga zeigte keine Spur von irgend welcher Befangen⸗ heit, Thora und Neils indes zitterten vor heimlicher Er⸗ regung und Magnus nagte, aus Angst, daß er überhaupt nicht angenommen würde, an seinem Daumennagel, denn unverrichteter Sache nach Hause zurückkehren, erschien ihm, da der schwarze Anzug nun doch einmal schon gekauft war, äußerst bedenklich. Nachdem der Rektor sich geräuspert und Schweigen geboten hatte, gab es eine große Ueberraschung. 5„Magnus ist der erste, Thora die zweite, Neils der dritte, Helga die vierte und Oskar— Oskar ist der letzte,“ sagte er. Darauf sich an Oskar wendend, fuhr er fort:„Es ist Dir nur Dein Recht geschehen, mein Sohn, Du hättest viel besseres leisten können, aber Du hast Dir durchaus keine Mühe gegeben. Laß Dir von einem sein, Oskar— nicht immer der Reiter, der seine Sporen zu⸗ letzt anlegt, gewinnt im Wettstreit des Lebens den Sieg.“ Oskar wollte vor Scham vergehen, nach einem kurzen Moment jedoch foßte er sich wieder und trat, während die anderen Kinder, Helga mit gekräuselten Lippen, Thora feuchten Blickes und mit trockener Kehle, um zu sehen, was er tun würde, zu ihm hinüberschauten, gesenkten Hauptes und errötend wie ein Kind zu Magnus heran, ergriff seine Hand und drückte sie. Es war ein wunderschöner Konfirmations⸗Gottesdienst. Das Schiff des Domes war von Frauen gefüllt, der Gouver— nur aber saß mit Anna in seinem Kirchenstuhl auf dem in schwarzen Anzügen und weißen Handschuhen. alten Mann gesagt Chor, und der Faktor allein auf seinem Platz darunter. Die Kinder knieten in einer Reihe auf der untersten Altarstufe, die Mädchen in Muslinkleidern und Schleiern, die Knaben Der Morgen war hell und warm und durch die Chorfenster schien gerade, als der alte Bischof ihnen eins nach dem anderen die Hand auf das Haupt legte, die Sonne auf die fünf gesenkten Köpfe herab. Nachdem die Kinder ihr Bekenntnis abgelegt hatten, hielt der Bischof eine Ansprache:„Seid getreu, seid stand⸗ haft, seid aufrichtig! Gedenket des Bündnisses, das Ihr mit Gott geschlossen habt und widersteht der Versuchung. Wenn Satan Euch mit den Schätzen dieser Welt locken will, erinnert Euch, daß Reichtum und Macht mit dem Tage ver⸗ gehen, während ein befleckter Name Jahrtausende besteht. Liebet eines das andere, meine Kinder! Niemand weiß, wie bald die Welt Euch trennen mag, oder unter welchen Sorgen und Tränen Ihr voneinander gerissen werdet. Haltet zusammen, so lange Ihr könnt, und möge der liebe Gott Euch alle behüten und segnen!“ Der Gottesdienst endete mit dem von den Kindern allein gesungenen Konfirmationschoral. Anna, der Gou⸗ verneur und der Faktor waren tief bewegt. O, schöne glück⸗ liche Kinderzeit! Wenn die Kinder nur Kinder bleiben könnten! Niemandem jedoch offenbarte sich die Zukunft— nichts außer den fünf unschuldigen nebeneinander knieenden Knaben und Mädchen bot sich dem Blick— nichts als ihre silbernen, über die Häupter der Gemeinde zur blaubesternten Decke emporflutenden Stimmen traf das Ohr. Diete e Bald darauf wurden die Kinder getrennt. Helga war die erste, die fortging. Der Faktor war reich geworden, und seine Frau, die nur solange gewartet hatte, bis sie einen eigenen Haushalt würde beanspruchen können, verließ ihren Mann und ging, ihre jüngste Tochter mit sich nehmend, nach Dänemark zurück. Helga war damals fünfzehn Jahre alt und freute sich fortzukommen; es war jedoch eine der Trennungsbedingungen, daß sie mit einundzwanzizg Jahren, auf ihres Vaters Wunsch, nach Island zurückkehren oder aller ihrer Anrechte auf sein Testament verlustig gehen sollte. 3 Der kleine Neils Finsen folgte als nächster, sein Vater 4 Konfirmation nur zwei der Kinder noch zu Hause wake hatte wieder geheiratet und seine Stiefmutter Übert den Kreisrichter, den Jungen noch London zu sch er ein ausgesprochenes Talent für die Violine ha Oskar blieb einige Jahre länger und versuchte, 0 den Beruf, der ihm als der wünschenswerteste erschien zu werden, wobei er sich bald zugunsten der Recht schaft, bald zugunsten der Kirche, öfter aber noch z der Musik(die in aller Augen für eine brotlose Kun entschied, bis er schließlich zur Erklimmung der ersten e auf der Leiter der englischen Rechtswissenschaft und Verfolg einer öffentlichen Laufbahn in Island einem Universitätsfreunde des Gouverneurs in Oxford a wurde. 705 5 So kam es denn, daß innerhalb vier Jahren na und es hatte sich so gefügt, daß diese beiden— Magnus un Thora— unter einem Dach miteinander lebten. ö Magnus hatte sein Examen auf dem Gymnasi bestanden, und da der Rektor zu der Ueberzeugn kommen war, daß es Zeitverschwendung sein wür noch länger dort zu lassen, hatte der Gouverneur sich entschieden, ihn auf das Erbpachtgut zu schicken, ale Faktor sich erbot, den Jungen als Lehrling in sein und als Mitgenossen in sein Haus aufzunehmen. Des Faktors Haus hatte sich unterdessen sehr v der Platz seiner Frau war von seiner Schwester, schlauen kleinen Person mit scharfer Zunge, aber lie Herzen, die jedermann in Zaum hielt und alles nach festsetzte, ausgefüllt. Unter Tante Margrets Regi Magnus als einer der vier Lehrlinge, die mit ihrem und seiner Familie am selben Tische aßen, außerd nichts von ihnen sahen, seine Lehrzeit an. 55 Es wurde ihm schwer, sich in seines Herrn Gesche einzuarbeiten. Es war ein Tauschhandelgeschäft, in Pachtbauern ihre Wolle gegen fremde Produkte vert und in welchem Handelsabschlüsse auf Papier gemacd den. Magnus machte anfänglich viele Versehen u unausgesetzt gerügt. Im Verlauf der Zeit wuchs er z Menschen von großem, gewaltigem Körperbau here seine Mitgenossen tauften ihn„Jumbo“. Der Name an ihm haften und jedermann behandelte ihn wie eine faltspinsel. f 5 (Fortsetzung folgt.) 0 berhessischen Volkszeitung Nr. Gießen, Donnerstag, den 14. Juni 1923. 6 Gießen und Umgebung. Die gegnerische Berichtersiattung über den sch ie gegneris chul⸗ politischen Prozeß in Darmstadt. „ im der er sei durch die von v — lichtigte Ir 2„daß ein Hauptstück der Aussage des Direktors, die Die Aussagem aber. die der Bericht bringt, nötigen ihrem fachlichen Inhalt zu schärfster Verwahrung; sie geben Anlaß, das„System Schnell“ einmal zu beleuchten. 1. Dir. Schmell hat ausgesagt: Michel habe vor der Revolution bei allen möglichen kleinen Anlässen„Reibereien mit dem Direktor gemacht“, wobei M. immer allein gestanden habe: nur„persönlich BVerstimmte“ hätten zu ihen gehalten, dis Gegensätze seien nicht an e bolitischer Natur gewesen.— Die sse Angaben find N. Aut famt und sonders falsch! In Wirklichkeit stand die ein und k Sache so: M. hat vor der Reoolution vielsach Anlaß gehabt bei Je wegen dessen selbstherrlichen, die Rechte Stellung des Lehrerkollegtums un icht dabel Ausbim der erwäblte Sprecher der 0 f ndlef“ k sich allerdings das Verhältnis, aber mur, weil W ganz wenige Mitglieder des Kollegiums, darunter M, sich offen n. und entschieden zur Republik bekannten, während die überwiegende Mehrheit mit dem Dir. am der Spitze der alten Staatsform inner⸗ ich verbunden blieb, eimige sich auch mehr oder weniger neutral — 9 rhßelten. Aus die ser grund verschiedenen politischen im de ellung heraus ist die weitere Entwicklung der N Es ist eine reine Spiegelfechterei, 8 beurtes len. e es chian tut das mit Vorliebe—, be Schule sei nicht in einer bestimmten politischen Richtung ge⸗ seitet worden, da Dir. Schnell kein„Politiker“ gewesen sei. Ge⸗ wiß betätigt, wie etwa Herr . bags⸗ oder einem ungden 55 11 kein politischer Peterling auf allen Suppen: ut bon dem Gießener Anzeiger geschöpftes politsisches Wissen Aber er war trotzdem utter lber 5 . fein ine uc 1 vielmehr den gehorsamen Beamten zu e eh 3 7 öglichstes, die neuen Cm richtungen un⸗ et Rechen rch Ausführung der betr. behördlichen 5 Buchstaben. Vor allem wandte er alle So geriet die kleine Minbderhelt der ossen für den repu⸗ blikanischen Staat eintretenden Lehrer naturgemäß mehr und mohr in Oppositionsstellung, aber selbstverständlich nur in Dingen politsscher oder schulpolitischer Färbung. Bei Fragen, in die das Politische nicht hineinsplelte. hat das Kollegium ohne Ausnahme nach rein fachlichen Molen Stellung genommen. Wenn aber Dir. Schnell vor Gericht das Vorgehen gegen hn auf lauge Zeit sich erstveckchide persönliche Treibereßen zurücksührle, so ist das eine Dreistigkeit. Eine Erklärung für eine solche unter Eid gegebene, den Tatsachen nicht entsprechende Darstellung könnte in einer allerdings seltsam anmutenden Gedächtnässchwäche gefunden werden. Tatsichlick wurde auch sofort vor Gericht nach⸗ gewiesen, daß Herr Schnell in zwei Einzelfällen Falsches behauptet hat. Vielleicht üst aber der Grund für diese merkwürdige Tat⸗ sachenwerschiebunc noch in größerer pfychologischer Tiefe zu suchen. Eine Autorität wie Herx Sch. der sich für unfehlbar hält und auf Grund jeses Unfehlbarkeitsglaubens seinen Willen unter allen Umständenp durchsetzen will, sieht hinter jedem Widerspruch nur den bösen Willem des andern. Geht es um politische Dinge, so gesellt sich dieser Schwäche noch ein weiterer Mangel, nämlich die Unsähig⸗ keit, sich in das polilssche Denken und Fühlen eines demokratisch⸗ republikanisch Gesinnten einzufühlen, eim Charakterzug, der ja vielen in der Gedankenwelt des mogarchistischen Staates wur⸗ zelnden und zugleich im Kastengesst befangenen, auch ihrem Mehr⸗ heitsgefühl sich sicher fühlenden Gebildeten eigeem ist. Diese Leute begweifen einsach nicht. daß ein Angehöriger ihrer Kaste aus ehr⸗ licher Ueberzeugung verdammt. was sie anbeten, und wittern so⸗ sort persönliche Motive, wenn er in seinen Gefühlen verletzt, sich 2 Wehr setzt. Da spricht dieser Vertreter des alten Staates vor Gericht danm von einem„Klüngel“, von„persönlich Verstimmten“, die ihm verfolgen, und merkt nicht, wse er dadurch dio Kleinheit seines Geistes selbst entschleiert. (Fortsetzung folgt.) Sommersonderzüge. Die Reichsbahn beabsichtigt, wie im vorigen Jahre, auch in diesem Jahre während der Monate Juli bis August„Sommer⸗ Sonderzüge“ zu ermäßigten Preisen zu fahren. Die Züge führen nur die 3. Wagenklasse. Es werden Rückfahrten 3. Klasse mit zweimonatiger Gültigkeit ausgegeben, die bei der Rückfahrt zur Benutzung aller fahrplanmäßigen sowie geeigneter Sommer⸗ sonderüge berechtigen. Für Schnellzüge ist der tarifmäßige Zu⸗ schlag zu zahlen.. Die Ermäßigung beträgt für Hin⸗ und Rückfahrt je 25 v. H. des gewöhnlichen Fahrpreises. 7 7 Für den Bezirk der Reichsbahndirektion Frankfurt und Mainz kommen nachstehende Sonderzüge in Betracht: 12 325 Frankfurt(Main) nach Freiburg(Breisgau) am 7. Juli Abfahrt in Frankfurt(Main) Hbf. 8.00 Uhr vorm. Ankunft in Freiburg(Breisgau) 7.36 Uhr nachm. Einsteigestationen sind Frankfurt(Main), Darmstadt und Bensheim. Es werden Fahrkarten ausgegeben nach Freudenstadt, Hausach, Freiburg(Br.), Donaueschingen, Triberg, Mühlheim (Baden), Wehr, Zell(Wiesental), Ueberlingen und Konstanz. 2. Von Frankfurt(Main) nach Norddeich(Nordseebäder) am 7. Juli 1923. 5 Abfahrt in Frankfurt(Main) Hbf. 6.13 Uhr vorm. Ankunft in Norddeich 6.37 Uhr nachm. Einsteigestationen sind Frankfurt(Main), Friedberg(Hessen), Gießen, Marburg(Lahn) und Cassel. Es werden Karten ausgegeben nach Emden, Außenhafen, Norddeich, Borkum, Juist, Norderneye und Langeoog. 3. Von Frankfurt(Main) nach München am 16. Juni, 6. Juli, 7. Juli und 4. August 1923. Abfahrt in Frankfurt(Main) Hbf. am 16. 6., 6. 7. und 4. 8. 9.18 Uhr nachm., am 7. Juli 8.25 Uhr vorm. Ankunft in München am 17. 6., 7. 7. und 5. 8. 6.30 Uhr vorm., 8 am 7. Juli 5.25 Uhr nachm. Einsteigestationen sind Frankfurt, Offenbach und Hanau und bei dem Sonderzug am 7. Jult auch Darmstadt. Es werden Karten ausgegeben nach Augsburg, München, Berchtesgaden⸗Hbf., Garmisch⸗-Partenkirchen und Oberstdorf. 4. Von Freiburg(Br.) über Franbfurt(M.) nach Berlin am 13. Juli 1923. Abfahrt in Frankfurt(Main) Hbf. 6.53 Uhr nachm. Ankunft in Berlin Anh.⸗Bahnhof 6.13 Uhr vorm. Es werden Karten von Frankfurt(Main), Offenbach(M.) und Hanau Ost nach Berlin verausgabt. 5 1920 Frankfurt(Main) nach Hamburg-Bremen am 6. Juli „ Abfahrt in Frankfurt(Main) Hbf. 6.53 Uhr nachm. Ankunft in Hamburg Hbf. 6.05 Uhr vorm. Ankunft in Bremen Hbf. 6.58 Uhr vorm. In Frankfurt(Main), Offenbach(Main) und Hanau⸗ Ost werden Karten nach Hamburg und Bremen verabfolgt. Gegen Vorzeigung der Soͤnderzugkarten sind in Hamburg und Bremen Anschlußkarten zu ermäßigten Preisen nach den See⸗ bädern erhältlich. 5 Der Vorverkauf der Karten erfolgt an den Fahrkartenschalteen der Einsteigebahnhöfe 18 Tage vor Abfahrt des Sonderzuges und dauert im allgemeinen 14 Tage, wenn die Karten zu den einzelnen Sonderzügen nicht schon vorher verkauft sind. Alles Nähere ist aus den auf den Bahnhöfen angebrachten Aushängen ersichtlich. Die Fahrpläne, die Fahrpreise sowie die sonstigen Vorschriften Für die Benutzung dicser Sonderzlüge sind von der Reichsbahndirektion in Heftform zusammengestellt. Ein derartiges Heftchen kanu von den, Fahrkartenausgaben der Einsteigestationen zum Preise von 100.— Mark bezogen werden. Stand der Feldfrüchte. Nach dem amtlichen Saatenstandbericht für Hessen von Anfang Juni stehen die Halmfrüchte gut, Die naß⸗ kalte Witterung hindert jedoch das Wachstum; Kartoffel, Runkel⸗ und Zuckerrüben sind noch sehr zurück. Fast überall wird über, Verunkrautung, vereinzelt auch über Drahtwurmfraß geklagt. Klee durch allzu große Nässe. Die Reben haben durch den Frost stark gelitten. Die Saatenstandsnoten betragen für Winterweizen 2,5: für Sommerweizen 2,7; für Winterspelz 2,6; für Winterroggen 2,6: für Sommerroggen 2,7: für Wintergerste 2,9; flür Som mergerste 2,3; für Haser 2,7; für Kartoffeln 3,0; für Zuckerrüben 2,6; für Futterrüben 2,9; für Klee 2,5; für Luzerne 2,4; für Be⸗(Ent⸗)⸗ wässerungswiesen 2,3; für andere Wiesen 2,6 und für Reben 3,0.— Hierbei bedeutet 2 gut, 3 mittel und 4 gering. 1 1 — Schweinerotlauf ist wieder in Gießen ausgebrochen und zwa in einem Gehöfte in der Zozelsgasse und in dem Anwesen des Land⸗ wirtschaftlichen Instituts in der Marhurgerstraße. — Mieterversammlung. Auf die heute, Donnerstag, 8 Uhr, abends im Saale des kathol. Vereinshauses stattfindende Mieter⸗ versammlung, in der Rechtsanwalt Homberger und Postsekretär Mohr über den erhöhten Mietzuschlag sprechen werden, sei nochmals aufmerksam gemacht. a — Nieder⸗Bessingen. und Pflege des Ebers wurden täglich 3000 Mk. gefordert und be⸗ willigt. Zum Halten der beiden Faselochsen fand sich niemand bereit. Es wird beschlossen, einen Stall zu mieten und einen Faselwärter anzustellen. Der Mann soll nach den Richtlinien für Gemeindebeamte bezahlt werden. Man will sich in nächster Zeit über die Aufbringung der Kosten aussprechen. Außer Naturallieferungen ist noch ein Sprunggeld vorgesehen.— Dem alten Eberhalter wird für die letzten 17% Monate pro Tag auch 3000 Mk. zugestanden. Sodann gab der getreide(Liefersoll der Gemeinde) zur Kenntnis des Gemeinderats. schlossen. 500 000 Mk. Nachtragssteuern sollen erhoben werden.— Vorschläge wegen einer Wohnungssache werden bekannt gegeben.— Chaussierungsarbeitsvergebung im Gemeindewald wird genehmigt. Es wird bezahlt für den lfd. Meter(3 Quadratmeter)= 8500 Mk. Das Aufsetzen der Steine pro Kubikmeter 400 Mk. Planierungs⸗ und Grabenarbeiten werden im Stundenlohn geschafft. Kreis Wetzlar. — Wetzlar. Die Stadtverordneten⸗Versammlung beschäftigte sich in der Sitzung in voriger Woche eingehend mit Er⸗ höhung der Wohnungsbauabgabe und dem Bau von 20 weiteren Wohnungen. Der Bürgermeister stellte sich auf den Standpumkt, daß das Bauprogramm der 20 Wohnungen nur durchgeführt werden könne, wenn eine beträchtliche Erhöhung der Wohnungsbaubgabe be⸗ schlossen werde. Als Gründe hierfür führte er an, daß die it⸗ hilfe des Reiches und des Staates nur reichlicher ausfallen werde, wenn die Stadt ihre eigenen Mittel stärker angespannt habe. Das von der Versammlung geforderte stärkere Heranziehen der Industrie werde nicht den gewünschten Erfolg haben. Um den Hausbesitzern die Annahme der erhöhten Wohnungsbauabgabe schmackhaft zu machen, wurde deren Abwälzbarkeit betont. Bei der starken Be⸗ lastung der Stadt durch die Ausgewiesenen, von denen bis jetzt 77 Elsaß⸗Lothringer, 30 Ruhrdeutsche, 28 Ostlandsdeutsche und 12 Auslandsdeutsche eine neue Heimat in Wetzlar gefunden haben, sei vielleicht eine stärkere Hilfe vom Reich zu erwarten, doch dürfte diese bei dem Durchlaufen der üblichen Instanzenwege noch längere Zeit auf sich warten lassen. Die Durchführung des Bauprogramms er⸗ fordere mit Einschluß der zwei Wohnungen in der Werderstraße rund eine Milliarde Mark. Die Kosten einer einzelnen Wohnung dürften sich auf 45 800 000 Mark belaufen, die sich aber durch das schon längere Zeit eingekaufte Baumaterial auf etwa 37 Millionen Mark pro Wohnung ermäßige. Die Versammlung konnte sich auch diesmal nicht mit der Erhöhung der Wohnungsbauabgabe befreun⸗ den und forderte stärkere Heranziehung der Industrie. Diese von den Rednern aller Parteien ausgesprochene Abneigung gegen die von der Verwaltung geplante Erhöhung der Wohnungsbauabgabe brachte den Bürgermeister derart in den Harnisch, daß er sich zu einer Entgleisung hinreißen ließ, indem er der Versammlung vor⸗ 0 Eduard David. Zu seinem 60. Geburtstag. f d Davi 60 Jahre alt. ö Am 11. Juni wurde Genosse Dr. Eduard David 15 1 0 j Er ist 1863 in Edi ger an der Mo el gebo ren und verlebte seine . das Gymnasium In Gießen ef, von wo er 8. b 1 5 er Kaufmannsleh 155 e e ab a ie Studi rauf und wurde Gyennastal⸗ fehr en 0 1 7 Ses 1 0 er eine kleine Schau geistig sbochirtebender Intellekt rigkeitlich versemten 1 1 bemokratischen Bewe David war ba Jugend in Krof ebten. besuchte. Sodann wur sein Liner der vordersten Unter ee 1 70 1055 ae liche Karriere, die af 1 taten ee de. er offen der d 5 1. 1 unseres Blattes. Während tagszeitu ng, di 0 liebenswürdige e unge Parteibenosse der längere Ze 730 7 hre hi i obe, wußte, zahlreiche Freunde, die ihm über all die. ales nes Andenken bewahrt haben eastau d und verttesend zu 6 fe als Lernender umd Lehrer gg ee 1 fein 1 6 wirken cher ältere Gießener Gen 5 99 55 0 it 950 1 1 A f in den Sozialismus. Eine Reise, die m a(Aindringenberes 7 1 0 85 gleichgesinnten jungen Freunde David 5 Pfingsten e av 60 zen Gesellschaft seiner dus der bürgerlichen Wesaltt Wilhelm dh, rahm, hatte die beiden mi ee David führte si bei als Mitarbeiter des Vo s durch el 400 1 2 abeherke lber die kulturelle Bedeutung des Sozialis⸗ dulte be 1 S und Erziehung ein. 5 0 e be de dee e e ar i. e 15 2 1963 1% 1 ö in Hessen. Von 1896— 1903 ter er Falalbentrallschen 2 er Netiglleß der Zweiten a. Genossen U alteren bemühen de kation sischen Kammer, in der er eben 17 0 rich unermüdlich gegen die werden alliberale Regierung kämpfte . beit sitr die Besse rung der Lage der ar⸗ e te potter Pebelt fee de fesahre moltisce. dee e e l 22 einem heftigen Wahlgang den Reichstagswahlkreis Mainz dem Zentrum. Seitdem gehört er dem Reichstag ununterbrochen an und zählt zu seinen besten Rednern. Am 1. Oktober 1918 berief ihn der Reichskanzler Max von Baden als Unterstagtssekretär in das Auswärtige Amt. Nach der Revolution wählte ihn die Nationalversammlung zu ihrem ersten Präsidenten, aber schon eine Woche darauf wurde er Reichsminister ohne Portefeuille. Den Kabinetten Bauer und Müller gehörte er als Innenminister an. Seit einem Jahr ist er Reichsvertreter in Darmstadt: N Als Theoretiker wandte David sich vornehmlich der Agrarier⸗ frache zu, der sein großes Werk„Spialismus und Land⸗ wirtschaft“ gewidmet ist. Es erschien 1903 und kam 1922 in zweiter erweiterter Ausgabe heraus. Durch dieses bedeutende Werk hat sich der gelehrte und weitsichtige Verfasser einen ehren⸗ vollen Platz in der volkswirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Wissenschaft gesichert. Die von ihm klar gestellten Entwicklungen der Landwirtschaft im Zeitalter des Kapitalismus und die von ihm hieraus gezogenen Schlüsse weichen vielfach von dem strengen „Marxismus“ ab. Hierdurch und durch seine sonstige politische Haltung, die ihn zeitweise in nähere Verbindung mit v. Vollmar und Bernstein brachte, galt er einige Zeit für einen Hauptvertreter des sogen. Nevisionjismus. Nichtsdestoweniger war sein Verhält⸗ nis zu August Bebel stets sehr gut, der die jüngeren kenntnisreichen und klugen Vorkämpfer des Sozialismus überaus schätzte. Von Davids kleineren Schriften hat sich vornehmlich der„Referenten- führer“ Eingang in weiteste Kreise verschafft. Gerade hierin hat er sein pädagogisches Geschick glänzend bewährt. Doch ist er Jün⸗ geren gegenüber stets nur Erzieher und Lehrer im besten Sinne gewesen, nie wurde er anmaßlicher Schulmeister. Eduard David faßt den Sozialismus in erster Linie als die grüßte Bildungs- und Kulturbewegung auf, die die Welt je gesehen, und ist überzeugt, daß auf dieser sicheren und festen Erziehungsarbeit an sich und anderen allmählich in stetiger Ent⸗ wicklung die„Völkerbesreiung“ sich vollziehen werde. Wissen ist Macht! Begeisterung überwindet! Die notwendige Organisation der Vielen, wenn sie wirksam werden, auf die Dauer die mensch⸗ lichen Verhälmisse umgestalten und bessern soll, setzt voraus klare Erkeuntnis ud Ueberzeugungstreue des Einzelnen. Der Neorig ver dern Gewie fue” IBL 2 Arbeiter mit Kopf und Hand, in Stadt und Land, die bisher den Kapitalherren ihre Profite schaffen. Die Sozialisierung der Gesell⸗ schaft ist mehr oder weniger sernes Endziel. Die Bewegung, die bewußte Aecbeit auf dieses Ziel hin, die sich nunmehr in Deulschland natürlich nur im Rahmen der neuen Republik und überall uur in echt demokratischen Staatsformen betätigen kann, vollzieht sich ebenso im gesellschaftlich-wirtschastlichen Kampf durch Partei, Ge⸗ nossenschaft usw., wie im Kopf und Herzen des einzelnen Volks⸗ genossen. Es gilt, die Köpfe zu revolutionieren! Freilich wicht mit radikalen Phrasen, sondern durch mühsam zu erwerbende Ein⸗ sicht in die Gesetze der menschlichen Kulturentwicklung überhaupt. Diese geht bei der allmählichen Aufwärtsentwicklung des Menschen als„Gehirntier“ natürlicherweise nur langsam, aber, im großen betrachtet, sicher voran. Wir sollen in besonnenem Optimismus an diesen Aufstieg zum Besseren glauben und an ihm mitarbeiten, ein jeder nach seinen Kräften, alle aber mit vereinten Kräften in be⸗ ruflichen und politischen Organisationen. Oft hat David in der Partei hart für seine Ueberzeugung ge⸗ rungen, und er wird es vielleicht noch manchmal tun. Hat ihn allen unklaren Phantastexeien skeptisch gemacht, hat sie ihn gelehrr, daß der Weg des Aufstiegs des Proletariats härter und schwiertger ist, als Nur⸗Optimisten gewähnt haben und wähnen, hat sie ibm manches herbere rteil über den„Unverstand der Massen“, fber⸗ haupt über das Heerdentier Mensch entlockt, so ist der in Grund unentwegte Idealist doch nie irre geworden an der hohen Bewegung selbst, der er sein Leben und sein Stroben gewidmet hat. Er glaubt an die Menschheit, und er hofft, daß der Sozialismus dereinst ihre Träume reifen lassen wird. Aber er fordert von sich und allen wahren Sozialisten ernste, unablässige und unbeirrte Mitarbett „Nur des Meißels schwerem Schlag erweiche: Sich des Marmors sprödes Korn.“ 8 Menschlich ist Eduard David stets auch denen liebenswert ge⸗ wesen, die anderer Ansicht waren als er. So vereinigt sich die ganze sozialdemokratische Partei in den herzlichsten Wünschen filr sein Wohlergehen und weiteves Wirken! g (tt c Mi ermetrwes r e Die Oberhesstsche Volkszeitung aber sendet ihrem ersten und testen Nedakteur besonders freundlichen Dank und Stüs⸗ „arsch! Sie ist stolz auf ihn! — und Wiesen stehen zum Teil gut, leiden aber an manchen Orten — Die Aufstellung eines Nachtragsvoranschlages für 1922 wird be⸗ seine reiche Lebenserfahrung gegenüber allen„Radkfalismen“ und * 5 5. Gemeinderatssitzung v. 9. Juni. 1923. Am 8. Juni wurde das Gemeindefaselvieh vergeben, außer dem Ziegenbock, dessen Vertrag noch ein Jahr läuft. Für die Haltung 1 Blürgermeister ein Schreiben des Kommunalverbandes betr. Umlage⸗ 9 9 * . CCC ˙¹1 dy—ũ ̃¶ôSp—f—rEreEfeTfefT—T. habe in einigen der anderen Seite sei aber sestzustellen, daß es Orte im Agitations⸗ E P—— warf, daß sie aus Scheit vor den bevorstehenden Wahlen elner Er⸗ höhung der Wohmigsbauabgabe aus dem Wege gingen. Die Ge⸗ nossen Hanusch und Poppe wiesen diesen Vorwurf scharf zurück. Der letztere machte dem Bürgermeister klar, daß sich die sozial⸗ demokratischen Stadtverordneten nicht durch Wahlrücksichten leiten lassen, sondern weil dadurch Kreise belastet würden, die keine Be⸗ lastung mehr vertrügen. Genosse Poppe wies ferner dem Bürger⸗ meister Widerspruch in der Behandlung der Frage des Bau⸗ programms nach. Dies führte zu einem Zusammenstoß mit dem Blürgermeister. Letzterer glaubte einen Trumpf gegen unsere Ge⸗ nossen damit ausspielen zu können, daß er einige Orte mit soziali⸗ stischer Mehrheit aufführte, welche höhere Wohnungsbauabgabe beschlossen haben sollen. Recht wirkungsvoll erwiderte ihm Genosse Poppe, in diesen Gemeinden aber jedenfalls nicht die Häuser wieder verkauft würden, wie dies in Wetzlar geschehen sei. Die Demokraten, welche sich anscheinend von des Bürger⸗ meisters Seitenhieb doch etwas getroffen fühlten, beantragten nur eine Erhöhung der Wohnungsbauabgabe um 2000 Prozent, also auf 4500 bezw. 6000 Prozent. Nach einer Unterbrechung der Sitzung zwecks Fraktionsberatung erklärte Genosse Beik, daß die sozjfal⸗ demokratische Fraktion auf Ablehnung auch dieses Antrages beharre. Von Seiten der Deutschen Volkspartei wurde namentliche Abstim⸗ mung beantragt. Diese ergab eine Ablehnung mit 15 gegen 9 Stim⸗ men.— Die Erhöhung der Fremdenstener von 15 auf 25 v. H. wurde nach Ablehnung eines Antrages Kyrmse auf 20 v. H. an⸗ genommen.— Entsprechend dem Gesetz über die vorläufige Regelung der Gemeindewahlen wurde eine Ortssatzung genehmigt. Die Zahl der Stadtverordneten wurde auf 27 festgesetzt. Eingesandt. (Für Form und Inbalt der unter dieser Rubrik zum Abdruck kom⸗ menden Artikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Vollkornbrot. Alle Theorie ist grau, die Praxis oft nicht anders. Ihr Artikel(obgleich ein Professar dahinter steht) bezüglich des Voll⸗ kornbrot, ist wohl gut gemeint, weiter aber auch nichts. Erstens, bei Vollkornbrot ist zunächst ein hoher Prozentsatz Pflanzenrohfaser ent⸗ halten, welcher von einem Tiermagen nicht immer restlos verdaut wird. Zweitens, gehört zur Herstellung ein normal gewachsenes und gut geratenes Rohprodukt. Wo finden wir dies immer, zumal in jetziger Zeitspanne? Drittens, sollen die Menschen das essen, was eigentlich dem Vieh gehört, und der Erzeuger füttert das kostbare Brotdetreide, ohne besonderen Nutzen, in Natura mit seinem Vieh? Viertens, gehört zu einem groben Stückchen Brot notwendigst etwas Aufstrich oder auch sonstiges Zubrot. Wie es mir scheint, verlassen sich Ihre Autoren auf den Kochbuchstil— man nehme— vergessen aber der Mutter und Hausfrau zu sagen, woher!— Unsere deutschen Mühlen sind wohl imstande, ein nahrhaftes, kräftiges, verdauliches Mehl zur Brotbereitung herzustellen. Tatsache ist, daß dem ehrlich denkenden und handelnden Müller wie Bäcker fast kein Schutz zur Verfügung steht, damit' er auch seine Rechnung findet; wohl aber ein himmelhoher Haufen Polizeiverordnungen, welche den Zweck er⸗ flillen, das Kind mit dem Bade auszuschsitten. Die Brotrationierung seit 1915 konnte mit bestem Willen garnicht noch schlechter ausgeführt werden, es war der größte Volksbetrug unter spezieller Aufsicht der Regierung, nach Professor Backhaus(im Einhorn 1917) sollte es auch nur eine Magenstillung sein. Dazu möchte ich nicht unerwähnt lassen, daß in allen Lebensmittelbetrieben auch in Deutschland etwas mehr Ordnung 0 Reinlichkeit walten könnte; dieses wäre Sache der izei. 5 8. Bezitkskonferenz des 5. Agitations⸗Bezirks Friedberg⸗Büdingen⸗Schotten. Die Konferenz des 5. Agitationsbezirks Friedberg⸗Büdingen⸗ Schotten der sozialdemokratischen Partei fand am vergangenen Sonntag, 10. Juni 1923, vormittags 10 Uhr im Saale des Gast⸗ wirts Weitzel in Stockheim statt. i Die Tagung, welche einen anregenden Verlauf nahm, hatte einen guten Besuch aufzuweisen. Vertreten waren 64 Orte mit 140 Delegierten, der Bezirksvorstand mit 7, der Landesvorstand mit 1 und die Presse mit 3 Vertretern. Nachdem der Vorsitzende, Gen Rößler, kurz nach der fest⸗ setzten Zeit die Konferenz eröffnet und die Anwesenden begrüßt tte, erteilte er dem Gen. Nagel ⸗Stockheim das Wort, welcher die Konferenzteilnehmer im Namen der Ortsgruppe Stockheim auf das herzlichste begrüßte. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde aus der Mitte der Versammlung der Antrag gestellt, man solle für die Diskussionsredner eine Redezeit von 5 Minuten festsetzen; diese Ansicht wurde jedoch nicht gutgeheißen und nach kurzer Aus⸗ sprache einigte man sich auf eine Redezeit von 10 Minuten. Alsdann erhielt Parteisekretär Wittig zum Geschäfts⸗ bericht das Wort. In ausgiebiger Weise gab der Referent den Konferenzteilnehmern einen Ueberblick über die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit des Sekretariats. Er teilte u. a. mit, daß es trotz aller schwierigen Verhältnisse möglich war, eine Zunahme des Mitgliederbestandes zu erzielen und zwar um 525; auch die Zahl der Organisationen habe sicß) um 11 vermehrt. Leider Organisationen die Rfihrigkeit nachgelassen, auf bezirk gebe, von denen das Gegenteil zu sagen sei. Redner fordert für die Zukunft unbedingt rege Agitation unter den Indifserenten. — Das Landssedlungsgesetz habe unserer Partei keine Vorteile eine gunze Anzahl kleiner Landwirte, welche früher unserer Partei angehörten, heute derselben den Rücken gekehrt haben, aber nicht, weil sie kein Land bekommen haben, sondern weil sie welches erhielten. Nachdem sie nun zu etwas gekommen feien, seien sie Mitglieder des Bauernbundes geworden. An die Ortskassierer richtet der Redner die Bitte, unbedingt mehr Pünktlichkeit walten zu lassen. Auch sei eine bedeutend schnellere und pünktlichere Be⸗ antwortung der herausgegebenen Fragebogen von unbedingter Notwendigkeit. Redner hält die Hausagitation für die Presse wie für die Partei von großem Vorteil. Scharf verurteilt wird vom Referenten die Listenzersplitterung bei den Gemeinderats⸗ wahlen. Die Aufstellung von gemeinsamen Listen sei eine Not⸗ wendigkeit. Bei den Gemeindevertreterkursen sei eine bessere Be⸗ teiligung erforderlich. Zur Bildungs frage gibt der Redner die Ursachen bekannt, weshalb die Lichtbilder⸗Vorträge nicht statt⸗ finden konnten.— In der Frage der Jugendfürsorge müsse mehr geschehen. Bezliglich der Maifeiern ist Wittig der Ansicht, daß hier ein bestimmtes Schema nicht maßgebend sein dürfe, soweit es an⸗ gängig sei, halte er die örtlichen Feiern für angebracht, im übrigen empfiehlt er die Bezirksfeiern. Das Halten der Parteipresse sei eine unbedingte Notwendigkeit. Bei Besprechung der Frage Jugendbewegung kritisiert der Referent ganz entschieden, daß es noch eine große Anzahl Arbeiterkinder gibt, die Mitglieder von bürgerlichen Vereinen sind, dieselben müßten unbedingt aus diesen verschwinden. Zum Schluß seiner Ausführungen bemerkt Redner noch, 8 die Fortschritte des Sekretariats in finanzieller Beziehung gute seien.. Zu der sich an das Referat anschließenden Aussprache hatte sich eine ganze Anzahl Redner vormerken lassen. Wie es aber sehr oft der Fall ist, gingen auch hier die einzelnen Diskusstonsredner weniger auf den Eeschäftsbericht ein, dafür aber mehr auf andere Fragen. Viel Zeit nahm die Frage der Kandidatur Wittig's als Provinzialtagsausschufmaglied in Anspruch. Die Konferenzteil⸗ nehmer vertreten aber fast durchweg den Standpunkt, daß Wit big sein Mandat weiter betclten müsse. In der Frage der Maifeier deckten sich die Ansichten der Diskussionsredner fast alle mit der des Referenten. Im übrieen wurde der Geschäftsbericht des Sekretärs fast kritiklos bingenommen. g Die zu Punkt 1 gestellten Anträge wurden alsdann von den Antragstellern begründet und hierauf beraten. Bei der Abstimmung über die Anträge wurde der Antrag Nieder⸗Erlenbach, Selbstkosten⸗ preis für Schreibmaterial betr., abgelehnt. Die Anträge Vilbel, Ech⸗ zell und Nieder⸗Eschbach wurden angenommen vesp. dem Vorstand üüberwiesen. Ferner wurde noch ein Antrag angenommen, welcher verlangt, daß aus dem 5. Agitationsbezirk für beide in Betracht kommende Preßkommissionen, der der Volksstimme wie der Ober⸗ 14425. je ein Vertreter gewählt und in dieselben ent⸗ an 5 Im Schlußwort stellt Wittig fest, daß seine Ansicht bezüglich Ab⸗ haltung der Maifeiern sich mit der der Diskusfionsredner decke. Wenn 2 7 0 auf den Geschäftsbericht eingegangen sei, hätte er es lieber gesehen. 5 Nach einer Mi se von kurzer Dauer wurde die Beratung der Tagesordnung fortgesetzt. Das Referat zu Punkt 2, Allgemeine politische Lage, hatte Genosse Schaub⸗Büdesheim übernommen. Der Redner ging zuerst in einigen kurzen Ausführungen auf die allgeminen politischen Verhältnisse ein. Der größere Teil seiner Aus⸗ führungen war der Lage im Ruhrgebiet gewidmet. Scharf kritisterte der Redner das Angebot der deutschen Kapitalisten resp. der deutschen Regierung, welches für die deutsche Arbekterschaft uermeßliche Leiftungen und Opfer bedeuten wifrde. Seiner Ueberzeugung nach bringe die Industrie nur scheinbare Opfer, letzten Endes habe die deulsche Arbeiterschaft doch die Zeche zu zahlen. Redner fordert von 9 der Leitung unserer Partei resp. von den Vertretern in den Parla⸗ menten, endlich einmal aktiv hervorzutreten(2) Schaub ist der An⸗ sicht, wenn unsere Parteileitung in Frage der Ruhraktion versage, sie Folgen von unabsehbarer Bedeutung auf sich laden werde. Redner kam dann auf die Frage der Koalitionspolitik zu sprechen und gelangt hier zu dem Schluß, daß an eine Koalitionspolitik mit den bürger⸗ lichen Parteien seiner Ansicht nach nicht zu denken sei, solange die bürgerlichen Parteien unsere Forderungen und Anträge ablehnen. In seinen wefteren Ausführungen kritisiert Schaub das Zustande⸗ kommen der Abfindungssumme an den früheren Großherzog. Zum Schluß kommt der Referent mit einigen Bemerkungen auf den zu diesem Punkt gestellten Antrag des Ortsvereins Staden, Gründung von Hundertschaften, zu sprechen und vertritt den Standpunkt, daß dieser Antrag vorsichtig aufgefaßt werden muß. Die Beteiligung an der Aussprache über dle Ausführungen des Gen. Schaub war ebenfalls eine äußerst rege. Die Aus⸗ führungen der Diskussionsredner konzentrierten sich in der Haupt⸗ sache auf die Frage. ob Koalitionspolitik oder nicht. Wenn auch die Ansichten im dieser Beziehung sehr verschieden waren, so war aus dem Ausführungen doch zu entnehmen, daß unter den ge⸗ gebenen Verhältnissen in dieser Frage nicht unbedingt eine ab⸗ lehnende Haltung eingenommen werden kann. Krause⸗Fried⸗ berg brachte in seinen Ausführungen u. a. zum Ausdruck, daß er Gegner einer Koalitionspolitik mit den bürgerlichen Parteien sei. In seinem Schlußwort erklärte Schaub u. a., daß, wenn er auch die Koalitionspolitifx gewissermaßen verurteile, so verwerfe er sie doch nicht unter allen Umständen. Ferner sagte er, daß er der Ansicht sei, daß dye Ruhraktion sobald wie möglich beendet sein * müsse, damit den Leiden der Ruhrbevölkerung ein Ende gemacht werde, da öfese spezfell für Arbefser und Beamkenschaft un lich würden. Für eine g bei Aupassung der Kommumsten an haben fein. von Seiten unserer Partei gebracht, das Cutgegengesetzte treffe eher zul. Tatsache se, daß der Konferenz eine Resolution, in der zum Ausdruck gebracht sich dle W e des ich eins wissen mit deen er biets, und sie seien 87 Ueberzeugung, daß die arbeitenden von diesen Leiden befreit geblieben, Klassen iu demselben Maße, wie haltsempsänger geschehen i t hätten, daß sie aber, nachdem durch die Haltung der bürg Parieien der Ruhrlampf zusammenzub rechen zeugung seien, weitere 5 i werden können. Von unserer Reichstagsfraktson fordern die die Ruhraktion unter Ferner verlangt die e Vermögen sowie Beteiligung des K striellen Unternehmungen.— Diese Resolution wurde angenommen. Büdingen zur An des Agitationsbezirks wird beauftragt, mit der Kreis und den als Sachversländiger in Betracht kommenden mitgliedern bezüglich der ne 5 Verbindung zu luten und in jedem politischen Kreise unserer Partei einzuberufen, in der ein geeigneter Ge lehrende Vorträge bält Fragen gefordert wird die sich in ihren Zielen fast werden angenommen. Einige andere Anträge stand überwiesen. raubt. An der Ecke Berger⸗ und Herbartstraße wurde in der überfallen, niedergeschlagen und seiner Barschaft und eines beraubt. Der Räuber hatte kurz zuvor mit neun Ber zusammengestanden und war dann auf den Schleifer zugegangen ihn ohne weiteres niedergeschlagen. f g Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung. Koalition mit den Kommunisten dir gegebenen Verhältniss Auf dem Gebiete 5855 Ernährungspolitik müsse ges mn. 5 Aaschließend an sein Schlußwort unterbreitete Gen. S Unterbezirks Friedberg⸗Büdingen⸗ kämpfenden Klassengenossen des wären, wenn die be dies seitens der Lohn⸗ ist. ihre vaterländische Pfl. droht, der Opfer den Kämpfern nicht zuge genannten Partesgenossen. daß sie sofort darauf himwirken 5 r allen Umständen zu Ende geführt wirz. Resolution sofortige Heranziehung der g Staates an den ger Gleichzeitig lam auch ein Antrag des nahme, der folgenden Inhalt hat: Der Bildung geeigneter Vorschlagslis hrlich eine Konferenz der Steuerausschußm einmal jäl Die unter Punkt 2 vorliogenden Anträge, in denen ein schiedene Stellungsnahme unserer Partei in allen pol 0 alle de werden dem Kleine Nachrichten. a Frankfurt a. M., 12. Juni. Auf offener 1 zum Sonntag ein 48jähriger Schleifer von einem anderen Pei Schlichtungsausschun der Provinz Oberhessen in Sieße Sitzung vom 12. Juni. 0 5 Die Fabrik feuerfester Erzeugnisse Scheidhauer u. ßing A.⸗G. in Mainzlar soll den„ selben Tagen an 2300, 2600, und 3500 hielten Erklärungssrist zu diesen Schiedssprüchen zur Förderung des Wohnungsbaues.— f Zucker Maurermeifter⸗ und Bauunternehmer⸗Zwangsinnung für den kreis Gießen.— Das Sonderverfahren zur Entschädigung im waltungswege.— Laufende Teuerungszuschüisse.— Das 5 Ee— Feldbereinigung Harbach.— Schwe e Versammlungs kalender. Gießen. Frauengruppe der Ver. Soz. Partei. So den 17. Juni bei günstiger Witterung Familienausflug mit ligung der Kindergruppe nach der Badenburg. Dort Zusau kunft mit den Genossinnen und Genossen von Staufenberg Lollar. Treffpunkt nachmittags 2¼½ Uhr bei der Trinkhalle auf Oßwaldsgarten. Zahlreiche und pünktl. Beteiligung wird ge Gießen. Arbeiter⸗Turn⸗ und Sportbund. 17. Juni Gruppenturngang in das Siebenmühlental. 7 Uhr früh vom Wetzlarer Bahnhof. Abfahrt von Gießen 6.30 l Pödgen. Wahl verein. Sonntag, den 17. Juni, nachm 3 Uhr Mitgliederversammlung bei Wirt Wagner. Berichterst von der Bezirkskonfereng. Pünktlich und vollzählig erscheinen. 10 . 5 rpfehleg: Teine Tasel⸗ i Margarine Trotz bedeutender Preiserhöhung seitens der Fabriken noch zu den bisherigen besonders günstigen Preisen, beden⸗ tend billiger wie alle an⸗ dere Fette. Spezialmarke Menus extra vollendeter Ersatz für frische Butter. 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Von Montag bis einschlieslich Freitag: Ftideriens Ner 3. Tell Er md sein Auth. Großes, berühmtes Orchester. — ö ähnl. lche ben mi fader zu verkaufen. 442 Sandgasse 35. 7 Bei der diesjährigen ernte 6-3 Wag. gutes 4 in kaufen gesn Ziegenzucht Clafeld- Bei Gestorbene. 11. Juni. Bruno Krobn, Kaufmann, Jahre alt, Roonstraße 24. 1 e e e e W. B. R. in 2 1 Die Führer des g bezw. fü 3 en die schon genannten Personen. für das gare Gebdet N 1 C a N 82 fade Befehl vom 8. Juni teilte die Leitung mit daß sie sich ensschlossen habe,„angesichts des überhand 8 Spitzeltums eine sogen. Jeme zu bilden“, deren 1 ga es ist,„der Leitung verdächtig erscheinende Leute zu beo achten. Verräter und politisch mißliebige Leute zu eseitigen. Zu diesem Zwecke sollten bis zum 9. Juni eute namhaft gemacht werden, die„durch Leute der R.⸗W̃ (Reichswehr?) Ausbildung und Unterricht“ erhalten sollen. Iden Staluten des R. W. B. R. heißt es, daß er den Sweck hobe.„Vaterländische Verbände zu unterstützen und den völkischen Geist im Hoere zu pflegen“. Nach§ 2 können „Reichs wehrangehörige, die auf dem Boden dieser Satzungen stehen„Mitglieder werden. Als„Chef des R. W. B. R.“ vird im 8 3 Oberleutnant Roßbach bezeichnet. Die Garnisonsgruppen und die Gruppen innerhalb der Reichs⸗ ö wehrformationen erhrelten besondere Erkennungszeichen. Führer der Krastfahrkompagnie, die die Ehre hat, auch das HGaupt des R. W. B. R., den Kraftfahrer Riehl, zu den Ihren zu zählen. ist Hauptmann Naumann. J gesetzten der Verschwörer, den Hauptmann Naumann uf 16 55 1 0 1 w., 0. 120 eee aber wird diesmal die Sache nicht mit einem faulen und nicht Dementi erledigen können. l eee 8 Die schwierige Wirtschaftslage. Das Ministerium des Innern veranstaltete in diesen Tagen unter Mitwirkung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, der Staatsanwaltschaft und von Preisprüfungs⸗ stellen mit Vertretern von Landwirtschaft, Industrie, Handel und Gewerbe und der Verbraucher eine Besprechung über die durch den bedrohlichen Marksturz geschaffene schwierige Wirtschaftslage. Man gelangte zu der einmütigen Auf⸗ fassung, daß es unabweisbare Pflicht aller Berufsstände sei, insbesondere derjenigen, welche am raschesten in der Lage sind, sich der Markentwertung anzupassen, auf die Gesamt⸗ bevölkerung jede Rücksicht zu nehmen. Es steht zu hoffen, daß die Vertretungen der genannten Berufsgruppen bei ihren Berufsangehörigen das notwendige Verständnis finden und daß alle nicht durch die Verhältnisse gebotenen, insbesondere sprunghafte Preissteigerungen vermieden wer⸗ den. Die Erkenntnis, daß dos ganze Volk sich in einer Not⸗ gemeinschaft befindet, in der die wirtschaftlich stärkeren Schichten zu weitgehender Rücksichtnahme auf die übrige Bevölkerung, auch wenn es gewisse Opfer vom einzelnen verlangt, verpflichtet sind, muß mehr und mehr Boden ge⸗ winnen. Diese Erkenntnis muß in alle Bevölkerungskreise getragen werden und ist die Voraussetzung für eine wirk⸗ der Behörden bei ihrer Bekämpfung von Sämtliche Be⸗ das Mas A dleicher Ver Wir wollen urs zunächst jedes Urteils über die Vor ⸗ Danksagungen, die uns von unserer werten Kundschaft ausgesprochen werden, mehren sich täglich. N Versicherungen, Zehntausende im Einkauf bei uns gespart werden, hören wir stündlich. Der Münchener Hochverrats⸗Prozeß. Der Münchener Hochverratsprozeß beginnt insofern langweilig zu werden, als die neuen Zeugenaussagen nur noch bestätigen, was bereits vorher ausgesagt worden ist. Aber einzelne Vorgänge aus der Montag⸗Verhandlung verdienen doch, davor bewahrt zu werden, in Vergessenheit zu geraten. Der Staatsanwalt hielt es für notwendig, Feststellungen süber ein Gespräch des Angeklagten Fuchs mit dem Ex⸗Kronprinzen Ruprecht zu treffen. Statt nun aber die Vorladung Ruprechts als Zeugen zu beantragen, erinnerte sich der Staatsanwalt, daß in den Zeiten der Monarchie Fürsten und Prinzen nicht als Zeugen vor Gericht zu erscheinen brauchten. Da jeder bayerische Staatsanwalt verpflichtet ist, Monarchist zu sein und den Gesetzen der Republik Widerstand zu leisten, beantragte der öffentliche Ankläger, den Vertrauten Ruprechts, den Grasen Soden, darilber zu vernehmen, was Fuchs mit dem Wittelsbacher besprochen habe. Der Graf kann aber nur sagen, was Ruprecht ihm von dem Gespräch gesagt hat. Wenn man seststellen will, was zwischen Fuchs und Ruprecht verhandelt wurde, muß man schon Ruprecht selbst vor die Zeugen⸗ schranke bemühen. Graf Pestalozza, der Verteidiger des Fuchs, erklärte, daß er dann gezwungen wäre, um Aus setzung der Verhandlung auf drei Tage zu bitten, um entgegen seinem Gefühl als Bayer und seiner . ee vor dem Hassse Wittelsbach um die Vernehmung des tonprinzen Ruprecht selber zu bitten. Also„Seine Kgl. Hoheit“ soll nicht als Zeuge geladen werden, sondern von der Verteidigung ehrerbietigst gebeten werden, doch freiwillig vor Gericht zu erscheinen. Das Gericht setzte die Beschlußfassung über die etwaige Ladung des Grafen Soden und des Ex⸗Kronprinzen bis um Ende der Be⸗ nicht für seine Aufgabe weisaufnahme fest. Falls das Gericht es ö cht als Zeugen hält, den Tatbestand zu verschleiern, wird es Rin laden müssen, denn der Verdacht drängt sich auf, daß hinter der ganzen Affäre der Wittelsbacher stand, um sich mit Hilfe der fran⸗ zösischen Armee seinen Thron wieder zu verschaffen, 0 Verteidiger Graf Pestalozza stellte fest, daß der Zeuge Hug, der frühere Minister von Honduras, wegen Unterschlagung in der Schweiz eine längere Gefängnisstrafe abzusitzen hatte. 5 Zeuge Leutnant Friedmann teilt mit, der Angelagte Juchs habe selbst gesagt, er habe in Paris den Franosen empfohlen, Frankfurt und die Mainlinie zu besetzen. Der Minister des Innern Schweyer hatte im 2 5 be⸗ hauptet, er habe zur Zeit seines Gespräches mit dem Hofrat Pixis und dem Kapitänleutnant Kauter gegen die Verräter noch nich einschreiten können, weil das Bewetsmatertal noch nicht beisammen gewesen sei. Zeuge Major Mayr sagt aber unter seinem Eid aus, et habe bereits damals das gesamke Material dem Regierungs⸗ block, dem sogenannten„Ordnungsblock“(Deuts ationale, Baye⸗ rische Volkspartei, Bayerischer Bauernbund), übergeben gehabt; dort sei es jederzeit greifbar gewesen. ö Nun ist für die Deutschnationalen und Deutschvölkischen der Grundsatz maßgebend:„Judenschwur gilt nicht.“ Aber auch in den Augen der Anhänger diefer antisemitischen Lehre ist ihnen dies⸗ mal nicht geholfen. Einer der Verteidiger, Zustizrat Kohl, erklärte nämlich, er kenne die Abstammung des Zeugen Mayr, dieser stamme „aus durchaus christlicher germanischer Familie“. Dieser Kohl wird den Anttsemiten schwer verdaulich erscheinen. 5—— weiter erfüllen, bedürfen hierzu aber der verständnisvollen Mithilfe aller Berufsschichten.— Wenn es mit Vermahnungen getan wäre, hätten wit schon längst die verheißenen großen Zeiten. Die einge⸗ ladenen Personen aus Industrie. Handel und Gewerbe ver⸗ sprechen alles mögliche und tun immer so, als ob sie gern alles möchten, nur verspüren wir nichts davon. 2 Die Tolchstoßlegende ist da. 1 Das Langerwartete ist eingetreten: der Dolchstoß, den die Sozialdemokratie dem passiven Widerstand an der Ruhr in den Rücken rennt. Das Friedberger Hetzblatt, die antisemi⸗ tisch⸗völkische Friedberger Neue Friedberger Tagesztg. hat ihn gefunden. In einem„Die Sozialdemokratie“ überschrie⸗ benen Hetzartikel übelster Sorte verleumdet das edle Bünd⸗ lerblatt: N „Wenn auf die eine oder andere Weise die Sozialdemokratie rechtzeitig gezwungen worden wäre Farbe zu bekennen, so wäre ihr entweder der jetzt hervorgestoßene Kampfruf in der Kehl stecken geblieben, oder es wäre aller Welt. und vor allem denen an Ruhr und Rhein, und darunter nicht zumindesten den Arbeitern, klar geworden, wer die Leute sind, die eifrig an dem Dolche) schleifen, der dem passiven Widerstande in den Rücken gestoßen werden soll.“ 8 dc t göfinet ununterbrochen von 8—6 Uhr. Verkauf an Jedermann. sall-Zohuhvsrkauf Emanuel à bo. Giessen, Seltersweg 31, gegenüber Nowack. aul: Darmstadt, Ludwigsplatz 2 und Frankfurt am Main, am Schwimmbad 8 E stößer wirklich sitzen. Aber dann wärs ja nichts mehr mit den Verleumdungen gegen die Sozialdemokratie. Und darum wirds der edle Klopffechter fein bleiben lassen und weiter ver⸗ leumden. 8 Deutscher Reichstag. Berlin, 12. Juni. Der Reichstag beendete am Dienstag die zweite Lesung des Knappschaftsgesetzes und nahm das Gesetz nach kurzer Debatte auch in dritter Lesung an. Für die Deutschnationalen machte Abgeordn. Leopold zahlreiche Ausstellungen an dem Gesetz, das ihm sozial⸗ politisch über das Notwendige hinaus gehe. Er wendet sich vor allem gegen die zu weit gehenden Pensionierungsleistungen und tritt für Erfatzkrankenkassen ein. Auch verlangt er die Beibehaltung der Aufrechnung von Rentenbezügen. Der Kommunist Maltzahn nahm flir seine Partei, die im Ausschusse Anträge überhaupt nicht gestellt hatte, im Plenum mehrere der sozialdemokratischen Ausschuß⸗ ankräge an. Wem das fertige Gesetz auch unseren Ansprüchen nicht voll genügt und wir nicht alles durchsetzen konnten, so bedeutet es doch einen wesentlichen Fortschritt für die Bergarbeiter. Die deulsch⸗ nationalen Anträge, die eine Verschlechterung bedeuten, wurden faf durchweg abgelehnt. Bei der Endbestimmung über das Gesetz tete sich die Deutschnationale Fraktion. Hergt, Helfferich, L„ Westarp und die meisten anderen Deutlchnationalen stimmten gegen das Knappschaftsgesetz. Der Dollar war Mittwoch vormittag schon auf 100 000 Mk. gestiegen, Noch ist es Zeit, die konkurrenzlose Kaufgelegenheit in Sehuh- ö waren bei uns auszunutzen. Wir führen alle Arten Schuhwaren, vom derbsten Arbeitsstiefel bis zum elegantesten Gesellschaftsschuh. Wir führen alle Sorten Schuhwaren, vom Baby- schuh bis zum Herren- und Damenstiefel. mittags 12 Uhr werden 98 000 Mark notiert. 2 ͤ K . . 9 8 2 3 55 555 9 22 N e n Banken und Industrie ü Commerz- und Privatbank Aktiengesellschaft Ecke West- anlage kinale Ciefßen, Bahnholstr. Kapftal und Reserven 3 Milliarden Mark Tnbels- Int benebebert E. G. m. b. H. fertige Herrenbekleidung Berulskleidung e ffanulakturnaren . Dollazren en gros Ieh. 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