Kedaktion: Gießen Bahuhofstraße 23 Fetusprecher 2008. berhessi Organ für die Inte der Provinz Oberhe f ressen des werktätigen Volles ssen und der Nachbargebiete. zeitung 5 Cppedition: Gießen Bahnhofstraße 23 Fernsprecher 2008. Dt Oberh. Volksseitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. 5 Abonnementspreis mit den Beilagen Das Blaft der. und„Land⸗ wirtschaftliche Beilage, betr 3300.— Mf. einschl. Bringerlohn. M monatlich Durch die Post bezog. 3300.— 1 8 7 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenzeil veraniwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder derer Naum lokal 60.— Mk. auswärts 80.— Mk., die Reklamemillimet 00.— Mt. Ber größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen · der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. k. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120.— Mt 10 Nr. 108 Gießen, Montag, den 14. Mai 1923 18. Jahrgang N 5 Wochenschau. Die lang erwartete, nach der Aufforderung des eng⸗ kischen Außenministers Lord Curzon notwendig gewordene, von der Sozialdemokratie wie von der Deutschen Volks⸗ partei gleichmäßig geforderte Angebotsnote der Re⸗ gierung Cuno⸗Rosenberg ist wahrlich nicht gerade geschickt ausgefallen. Der For m nach erscheint sie durch- aus als ein Werk der alten Diplomatie, die sich immer mehr verklausuliert als offen ausgesprochen hat, als sei die deutsche Sprache nur dazu da, Gedanken zu verbergen. So mußte sich der Eindruck der Hinterhaltigleit der deutschen Politik im Ausland leider nur noch verstärken. Warum wurde in dem Angebot nicht klipp und klar und mit un⸗ zweideutigen Worten gesagt, daß die Räumung des Ruhr- gebiels zwar erstes und wichtigstes Ziel aller Verhand⸗ Lungen sein müsse, aber nicht, wie es die Deutschnationalen wollen, Vorbedingung derselben? Auch der Inhalt der Note scheint zu verraten, daß Westarp und Helfferich, also die ungeeignetsten Männer. dabei Paten gestanden en 2 beat Wo finden sich wirkliche Garantien angeboten, wo utlich und klar die Sachwertbesitzer als Garanten bezeich⸗ net, d. h. als diejenigen, die nunmehr die Reparationen zu tragen haben? g Immerhin ist die Note natürlich inhaltlich und formell nicht so schlecht gewesen, wie sie Poincarés Antwort mit bewußter Absicht der Verächtlichmachung und mit Ver⸗ drehung wesentlicher Punkte hinzustellen beliebt. Auch hat 5 das schroffe französische Vorgehen eine andere, für uns nicht ungünstige Wirkung gehabt. En gland ist mit Recht stark verärgert, daß Poincaré, den man auch dort immer mehr als das größte Hindernis für die Lösung des Ruhrkonflikts erkennt, getrennt von den Alliierten geantwortet hat. Da nun aber selbst die französische Note nicht alle Türen zu⸗ bur schlägt, so müssen wir zunächst die bevorstebande Antwort Plans Englands und auch Italiens abwarten und wollen wir hon, boffen, daß die Reichsregierung daraus Anlaß und Gelegen- azukbclas heit gewinnt, wenigstens die Verhandlungen weiter zu 1. Milt spinnen. 1 Frankfurt, Es ist höchste Zeit, daß Deutschland und Europa, ja die Ante, Welt aus diesem entsetzlichen Kriegszustande heraus⸗ Le bm? kommen. Denn wie die„Sieger“ in dem besetzten und neu⸗ Perle, besetzten Gebiet verfahren und hausen, spottet allmählich n jeder Beschreibung. Es herrscht der allerwüsteste Lu Terror. Ist die Verurteilung des Herrn von Krupp 1 7 10 und seiner Direktoren in Essen die von Betriebsräten und art, Gewerkschaftführern des Deutschen Eisenbahnerverbandes in 9 10 Mainz zu langjährigen Gefängnisstrafen schlimmer, bei 1 1 Krupp, weil an jenem Karsamstag französische Soldaten ihre N 1 Nerven verloren und deutsche Arbeiter erschossen haben— 111. oder ist es die teuflisch⸗grausame Vertreibung kleiner r Eisenbahner familien aus Haus und Heimat, die 17 1 nunmehr überall eingesetzt hat?. fi Mit der Einführung des Paßzwanges für den it Motta Personenverkehr und der vollstandigen Unterdrückung rant in de gelle des Lastwagenverkehrs machen die Franzosen. den letzten Versuch, den passiven Widerstand der linksrheinischen Bevölkerung zu brechen. Ob sie bei der bewundernswürdigen Haltung unserer dortigen Volksgenossen ernstlich an den Erfolg ihrer Brutalität glauben? a u pe Im Innern Deutschlands sieht es gerade nicht gut — aus. Der kapitalistische Reichswirtschaftsminister Dr. Becker % erklärt den Marksturz für eine vorübergehende Er⸗ 1 cheinung; aber seine Freunde, die Großindustriellen, stürzen 1 Die Kommunisten im — weiter 40 000 Dollarkurs!— litwoch⸗ 0 preußischen Landtag verwechseln dauernd Politik mit 0 Krakeel. Daß die Sache der ganzen Arbeiterbewegung durch abe derartige sinnlose Spektakel schwer geschädigt wird, wie sie Hape, Jeg dort aufgeführt worden sind, ficht die moskowitischen Partei B, Umso mehr ift einer solchen Gesellschaft gegenüber die feste Hand zu begrüßen, die man ihnen end⸗ lich einmal gezeigt hat.— Könnte man nur endlich diese feste Hand auch einmal erkennen gegenüber den monar ch i stischen Regimentsfeiern und dergleichen, die jetzt wieder zu beginnen scheinen! Freilich ein Reichswehr⸗ aminister vie Dr. Geßler wird wohl nie gegenüber den Draht⸗ 5 0 ziehern eines Hindenburg aufkommen können. Vom aller⸗ höchsten Kaiser, König und Herrn“ haben wir nun wirklich genug gehört. Ist„Er“ denn fiir gewisse Kindsköpfe, Zitter⸗ greise und Hofinteressenten immer noch nicht endgültig in der holländischen Versenkung verschwunden? Indeß, dieser Geßler hat nun einmal das Zeug zu einem harten Land- grafen nicht in sich.— In Vayern steht es oder stand es hart arm Bürgerkrieg. Die Hitlergarden starren in Waffen. Immerhin waren ihre„Leute“ nicht zuverlässig genug, um am 1. Mai, wie geplant, in München den Kampf gegen die Arbeitermassen aufzunehmen. Jetzt erschrecken selbst die . nicht an. bare Zeit von uns genommen, dann könnte 9 Rechtsparteien vor den Gefahren, die dem Bestande Bayerns Vor Ueberrtichuug ber kͤglischen und italienischen Rote. Neues Blutvergießen. Auch sie verlangen Pfänder. Die englische Antwortnote und die Note der italienischen Regierung sind jetzt endgültig fertiggestellt. Die Ueber⸗ reichung soll in Kürze ersolgen. Italienische Blätter be⸗ haupten von der Note ihrer Regierung, daß sie die logische Fortsetzung jener vernünftigen Politik der mittleren Linie darstelle, die Italien bis zur Ruhrbesetzung und weiterhin verfolgt habe und für die es nur darum in letzter Zeit keine greifbaren Beweise habe geben können, weil die Lage im Ruhrgebiet allmählich zu einer Sackgasse geworden sei. Das offiziöse Organ Mussolinis, Giornale di Roma, stellt außer ⸗ dem fest, daß sich auch England der italienischen These über die Notwendigkeit der Pfänder für Frankreich angeschlossen habe. Es handelte sich um jene These, die sich das„Memo⸗ randum de Mussolini“ nesme und die im Augenblick wieder auftauche. Ueberreichung der euglischen Note nicht vor Sonntag. N Aus London wir gemeldet, daß die englische Note wohl fertig ei, daß aber noch die letzte Retouche am Text vorgenommen wer⸗ en soll. Die Note werde insolgedessen erst am Samstag den Ver⸗ bündeten und nicht vor Sonntag Deutschland zugestellt werden können. Die Note stellt ein kurzes Schriftstsick von vier Seiten dar und sagt in ganz unzweideutigen Worten, daß Vorschläge von deutscher Seite keinerlei Ausmerksamkeit beanspruchen könnten, wenn sie nicht einen ernsthaften Fortschritt gegenüber den jetzt ab⸗ gelehnten Vorschlägen enthielten. Schießerei in Herne. f Auf dem Güterbahnhof Herne waren deutsche Eisen⸗ bahner an einem Waggon beschäftigt. Plötzlich rückte eine zehn Mann starke Abteilung französischer Soldaten heran und schoß blindlings in die Leute hinein. Drei von den Eisenbahnern wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Zu diesem Vorfall wird noch gemeldet: f Am Mittwoch nachmittag ereignete sich auf dem Hilfsbahnhof G. ein schwerer Zwischenfall. Dort sind zum Ausbessern zahlreicher Güterwagen mehrere deutsche Arbeiter beschäftigt. Mit der franzö⸗ sischen Bauverwaltung ist vereinbart worden, daß die deutschen Ar⸗ beiter sich auf dem Gelände des Bahnhofs frei bewegen können, nur der Zutritt zu einer Brücke, über die die Schienen der Strecke Bochum—Riemke—Herne in die militarisierte Strecke der Köln— Mindener Bahn führen, ist verboten. Am Mittwoch nachnittag er⸗ schienen zwei französische Soldaten auf der Strecke und schossen ohne Grund auf die in der Nähe der Brücke beschäftigten deutschen Ar⸗ beiter, die sofort die Flucht ergriffen. Der Arheiter Schwebe wurde durch einen Schuß in die Brust schwer verletzt und mußte ins Kran⸗ kenhaus eingeliefert werden. Außerdem erhielten noch zwei Arbeiter Streifschüsse leichterer Natur. Proteststreik in Essen. Der Proteststreik gegen das Urteil im Krupp⸗Prozeß war am Freitag in Essen allgemein. Die Geschäfte waren geschlossen. Sämt⸗ liche Behörden stellten ihre Tätigkeit ein. Auch die Straßenbahnen fuhren nicht. Gemäß der ergangenen Aufforderung, während der Dauer der Arbeitsruhe die Straßen zu meiden, hatte sich das Publi⸗ kiun in der angegebenen Zeit auch von den Straßen entfernt. Nach⸗ mittags um 4 Uhr setzte überall der normale Verkehr und Betrieb wieder ein. Der Streik verlief ohne jeden Zwischenfall. Un aufhörliche Verhaftungen. Am 9. Mai verhafteten die Franzosen in Aplerbeck drei Eisen⸗ bahnbeamte, die sich geweigert hatten, mit einer Lokomotive drei Wagen Ammoniak von Hörde nach Aplerbeck zu bringen. Die Vex⸗ hafteten wurden Freitag wieder freigelassen. Ferner wurden fest⸗ genommen ein Eisenbahnmeister in Mengebe, ein Betriebsassistent der Polizei in Wetter, weil er s. Zt. versucht hatte, einige Leute von ihrem Vorhaben, sich bei den Franzosen zur Arbeit zu melden, abzuhalten. Ferner werden täglich zahlreiche Festnahmen aus Bobelschwingh gemeldet. Alle Personen, die nach 10 Uhr abends sich auf der Straße befinden, werden verhaftet. So wurden in Bodelschwingh in der Nacht vom 6. zum 7. Mai acht Personen fest⸗ genommen und erst nach Zahlung einer Summe von 30000 Mk. wieder freigelassen. In Mengede wurden am 8. Mai elf Personen von den Franzosen festgehalten. Sie wurden erst am nächsten Morgen wieder entlassen. eue Opfer französishe Shießwut. Die Arbeiterin Bredorf in Wiesbaden wurde in ihrer Wohnug durch einen Marorkaner durch Schüsse in die Brust schwer verletzt. In Mainz wurde ein holländischer Schiffer von einem französischen Posten erschossen. und damit der Reiches drohen durch die Hitlerei einerseits, die Schwäche der bayerischen Regierung andererseits. In Kürze: Würde der französische Albdruck in abseh⸗ die Republik trotz allem inneren Elend und Wirrwarr sich bald besser be⸗ festigen, als man bis jetzt zu hoffen wagte. Republikaner nach Verstand und Hers gibt es immer mehr! Politische Uebersicht. Erhöhung der Erwerbslosen⸗Unterstützung. Der sozialpolitische Ausschuß des Reichstags befaßte sich am Freitag mit der Frage der Festsetzung der Unterstützungs⸗ sötze für die Erwerbslosenfürsorge. Die Regierung teilte mit, daß sie eine Erhöhung um etwa 33 Prozent in Aussicht nehme, während ein Antrag der Sozialdemokraten und Kommunisten erheblich höher gehen wollte. Die vorliegenden Anträge wurden einem Unterausschuß genommen wurde eine Entschließung des Abg. Schlak(Ztr.), welche die Anpassung der Unterstützungssätze an die Teuerung, die einheitliche Regelung des Beschlusses der Be⸗ dürftigkeit sowie die Förderung der produktiven Erwerbs⸗ losenfürsorge durch öffentliche Aufträge verlangt. Der Steuerskandal. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat dem Reichstag den Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Einkommen⸗ steuergesetzes vorgelegt, der eine wesentliche Erhöhung der Er⸗ mäßigungssätze vorsieht. Die Abzüge von der Steuer für den Mann, die Frau und jedes Kind sollen verdoppelt werden, während eine Erhöhung der Werbungskosten um 150 Prozent vorge⸗ sehen ist. In der Begründung wird gesagt, daß eine Anspannung der Ermäßigungen beim Lohnabzug um so notwendiger erscheint, weil die Geldentwertung ohnedies zu einer steigenden Belastung des Ein⸗ kommens geführt hat. Im Januar betrug der Anteil des Lohn⸗ abzugs am Gesamteinkommen in der Einkommensteuer 90 Prozent, im Februar 94 und in März sogar 96 Prozent. Von den 533 Milliarden Mark, die die Einkommensteuer dom 1. April 1922 bis 31. März 1923 erbrachte, stammen rund 464 Milliarden Mark, das sind fast 90 Prozent, aus den Lohnabzügen. Dieser unerhörte Zustand soll durch den sozialdemokratischen Gesetzentwurf wenigstens einigermaßen gemildert werden. 5 Wer verteuert das Fleisch? Auf diese die Arbeiterbevölkerung auf das engste be⸗ rührende Frage gibt ein Mitglied der Preisprüfungsstelle Hannover, Wilh. Seemann, in einem Schreiben an die Presse Antwort. Danach sind nicht die Erzeuger und die Fleischer, sondern die Kommissionare die eigentlichen Schul⸗ digen. Dies sucht der Schreiber an einigen Beispielen zu beweisen, die auch wir unseren Lesern unterbreiten wollen. Ein Händler K. aus dem Kreise Lüneburg sendet an einen Viehkommissionär M. in Hannover zwei Schweine zum Verkauf. Da die Schweine auf dem Transport Gewichts- verlust haben, muß dieser wieder nachgeholt werden. M. läßt die Schweine einen Tag vor berg ausladen und bringt sie in seine Stallung, wo sie nach allen Regeln der Kunst präpariert werden, d. h. eine ordent⸗ liche Henkersmahlzeit erhalten, welche für zwei Schweine nit 11000 Mark in Rechnung gestellt ist. Die Fütterung auf dem Schlachthofe betrug zur selben Zeit 1600 Mark ie Stück. Das Futter wird am anderen Tage mit 3800 Moak je Pfund auf den Düngerhaufen geworfen und der Schlach⸗ ter muß durch Gewichtsverlust beim Schlachten das kaufende Publikum belasten. Die Verkaufsrechnung des Kommissionärs N. gendermaßen aus: Preis 3800 Mark je war am fraglichen Tage 3200 Mark), sieht fol⸗ Pfund Lebendgewicht(Notierungspreis 750 Pfund= 2850 000 Mark. Provision für Verkauf„„ eee Untersu chung 8 400 Mk. Ueberführung„%%% 50 Mk. Fuhrlohn, Treibg eld 350 Mk. Stand⸗ und Wage geld 1680 Mk. Futtergeld 3%«ö. Versich erung 5 000. Mk. Porto und Reise 100 Mk. Arbeitslohn, 4 40 Mk. 61 370 Mk. ab Verkaufsgeld bleibt 2 788 630 Mark. Hieraus ist ersicht⸗ lich, daß die Unkosten dafür, daß der Kommissionär die Schweine verkauft hat, 61370 Mark betragen. Der Einkauf der zwei Schweine ergibt folgende Auf⸗ stellung: g Einkauf Jͤͤ;w; N Kaufes” 190 000 Mk. Fuhrloknrn* 10 000 Mk. Bahnfr act 10 483 Mk. Umsatzsteuer. 8 57 000 Mk. 9069 869 Mk. Verkauf wie vorher. 2788 630 Mk. Verdienst für 2 Schweine 718 761 Ml. Das sind die angegebenen Zahlen. Betrachten wir diese aber etwas genauer, so stellt sich heraus, daß das Kaufgeld. welches, wie allgemein üblich un Handel, mit 3000 Mark überwiesen. An⸗ dem Markt auf dem Möhrings⸗ Zwei Schweine an Schlachtermeister Z., 1 beweriet wird, hier um 187 000 Mark zupiel berechnet ist, um den wirklichen Verdienst zu verschleiern. Fernerhin wird durch die unerhörte hohe Preisforderung des Kommissionärs M. über den sonst handelsüblichen Verdienst dem Publikum um mindestens 1200 Mark je Pfund das Fleisch verteuert. Ein weiterer Fall. Ein Händler X. kauft von einem Landwirt im Kreise Lüneburg vier Schweine zu 1200 Mark je Pfund Lebendgewicht. Der Landwirt fährt die Schweine kostenlos zur Bahn, wo der Händler verladen will. Hier trifft er einen Käufer und fordert diesem für ein Pfund Lebendgewicht des einen Schweines 1900 Mark ab. Sie einigen sich schließlich auf 1850 Mark je Pfund. Dadurch hat der Händler an dem einen Schwein, ohne irgendwelche Un⸗ kosten zu haben, 158 600 Mark verdient. 1 Aus diesen beiden Fällen ist zu ersehen, daß der Kom⸗ missionär sowohl wie der Händler diejenigen sind, die die Viehpreise ganz gewaltig in die Höhe treiben. Hunderte 55 Fällen sind mir bekannt, daß die Händler auf dem Schlachthofe weit niedrigere Preise fordern wie die Kommissionäre. Soweit der Schreiber der Preisprüfungsstelle. Seine Beispiele zeigen, daß an dem Fleischwucher die Kommissionäre die Hauptschuld tragen. Aber die Händler und Er- zeuger und Fleischer sind deshalb am Fleischwucher keines⸗ wegs unschuldig. Der Leidtragende ist der Verbraucher, be⸗ sonders der Arbeiter, der bei höheren Preisen heute nicht entfernt oviel verdient wie im Frieden. Das„reiche“ Deutschland. Der Frkf. Ztg.(Stadtblatt) entnehmen wir:„Die in Berlin herausgegebene Wochenschrift Rheinischer Beobachter, ein Organ, das für das deutsche Selbstbestimmungsrecht an Rhein, Saar und Ruhr eintritt, entnimmt der Westminister Gazette vom 30. Januar eine interessante Zusammenstellung. Der Engländer H. Rounham Bromn gab in einem Aufsatze über die Frage:„Kann Deutschland zahlen?“ folgende Uebersicht über die Kaufkraft des Gehalts eines deutschen männlichen Angestellten im Vergleiche zur Kaufkraft des Gehalts eines englischen Angestellten: Die Zeit, die erforderlich ist, um die in der 1. Spalte angegebenen Gegenstände zu verdienen: Deutscher Englischer Angestellter Angestellter (Clerk)(Clerk) 1 5 Stunden 20 Minuten 1 Ei a 30 Minuten 10 Minuten 1 Pfund Feinzucker 1 Stunde 20 Minuten 1 Pfund rationiertes Brot 1,20 Stunden 15 Minuten 1 Pfund Rindfleisch 4,20 Stunden 1.15 Stunden 1 Anzug 7 Wochen 1½¼ Wochen 1 Paar Schuhe 5 Wochen 2 Tage 1 Stück Seife 45 Minuten 12 Minuten 3 Die Preise, auf Grund deren diese Gegenüberstellung gemacht wird, sind durch die neue Teuerung des letzten Vierteljahres be⸗ reits weit überholt.“ Deüeutscher Reichstag. Berlin, 11 Mai. Gegenstand: Pfund Margarine und eine Produktionskontrolle durch rdert. Ferner verlangt dieser kom⸗ zur kämpfung der Mieterschutzgesetzentwurf. Dieser Gesetzentwurf bringt den Mietern erheblichen Schutz gegen willkürliche Kündsgungen durch die Hausbesitzer. Ent⸗ Verbrechertum oder Fascismus! Der Mord in Lausanne. Am Himmelfahrtstage ist in Lausanne der Vertreter der rus⸗ stschen Regierung von einem Techniker aus Zürich, der von gleichem Geiste beseelt ist wie die bayerischen Nationalsozialisten, feige er⸗ mordet worden. Von den sieben Schüssen, die ihm zugedacht waren, trafen ihn selbst drei durch den Kopf, die übrigen verletzten seine beiden Sekretäre zum Teil leicht, zum Teil schwer. Worowski weilte in Lausanne, um als Vertreter seiner Re⸗ gierung an der Orientkonferenz teilzunehmen. Diese Konferenz ist lediglich als Fortsetzung der im Januar abgebrochenen Beratungen über die Orientfrage zu betrachten. Trotzdem wurde die russische Vertretung zu den Verhandlungen nicht zugelassen. Die alliierten Mächte und ebenso ein Teil der beteiligten anderen Staaten sind der Auffassung, daß Rußlands Interesse an der jetzt tagenden Be⸗ sprechung durch die Meerengen⸗Frage begrenzt ist, während Wo⸗ rowski im Auftrage seiner Regierung mehrfach schriftlich und münd⸗ lich den Standpunkt vertreten hat, daß die Natur der Probleme, mit welchen sich die zweite Lausanner Konferenz beschäftigt, Rußland ein weit größeres Recht zur Beteiligung gibt als den anderen Staaten, die an den Beratungen der Konferenz teilnehmen. In der schweizert⸗ schen Presse hat dieser Konflikt zwischen Rußland und der Mehrheit der Konferenzteilnehmer keine umfangreiche und aufsehenerregende Behandlung erfahren. Die schweizerischen Faseisten aber nahmen ihn dennoch zunächst zum Anlaß von Demonstrationen gegen Wo⸗ rowski und seine Sekretäre, um so ihre Antipathie gegen den Kom⸗ mumismus zu dokumentieren. Am Vormittage des Himmelfahrts⸗ tages schickten sie sogar eine Delegation in das Hotel Cecile, wo Wo⸗ rowski Wohnung genommen hatte.— Sie wurden von dem ersten Sekretär empfangen und forderten die sofortige Abreise der russischen Delegation, wenn nicht ernste Dinge sich ereignen sollten. Dieses An⸗ sinnen lehnte der Sekretär im Auftrage seines Chefs ab. Am Abend, kurz nach 9 Uhr als Worowski mit seinen Gehilfen beim Abendtisch saß, ereignete sich dann die bedauernswerte Mordtat. Worowski war ein Mann von außergewöhnlichen Fähigkeiten, der seine Regierung bereits in den verschiedensten Ländern vertreten hat, vorübergehend auch in Berlin weilte und später als Leiter des russischen Handelsamtes nach Rom übersiedelte. In Genua hat er sich eifrig für das Zustandekommen des Rapallo⸗Vertrages betätigt. Politisch war er ein Mann der gemäßigten kommunistischen Richtung. Er soll durch seinen Einfluß zu Beginn der Kommunistenherrschaft im Rußland manches Unheil verhütet haben. Auch der schärffte Gegner des Bolschewismus muß den Mord an Worowski auf das entschiedenste verurteilen. Wenn es überhaupt so weit kommen konnte, dann trägt u a. die Bundesregierung der Schweiz, insbesondere aber die Polizei, hieran einen erheblichen Teil Schuld. Die Haltung der schweizerischen Fascisten gegenüber der ruffischen Delegation war in der Oeffentlichkeit bekannt; auch die Bimdes regierung dürfte unterrichtet gewesen sein. Sie hatte in⸗ folgedessen die Pflicht, mindestens die rufsische Delegation zur Vor⸗ sicht zu mahnen und ihr Schutz anzubieten. Sowohl das eine wie das andere ist unterblieben. Die Bundesregierung hat den Dingen ihren Lauf gelassen— das Unheil erfolgte, das neuen Explosionsstoff in die gewitterschwüle Atmosphäre der Welt zu bringen vermag. Der Mord in Lausanne hat weit über die schweizerische und russische Grenze hinaus allgemeine Beachtung hervorgerufen. Er liefert nicht mir einen neuen Beweis für den Charakter des Fascis⸗ mus und seiner Elemente, sondern zeigt erneut, daß Fascismus in allen Ländern mit Verbrechertum gleichbedeutend ist und daß die Zeit drängt, dieser Gesahr vorzubeugen. Wo man hinsieht, nach Polen, der Tschechoslowakei, nach Oesterreich, der Schweiz, nach Frankreich, in den nordischen Ländern, selbst in den baltischen Klein⸗ staaten lebt das fasciftische Verbrechertum auf und unterstützt sich auf Gegenseitigkeit. Aus diesen Verhältnissen sollte insbesondere die deutsche Arbefterschaft lernen. Von Bayern aus bemühen sich die Freunde der internationalen Mordgesellschaften, alles Republikanische zu erdrosseln, Vorbereitungen zur Ermordung unsere treffen und Verhältnisse zu schaffen, die die Diktatur 8 auf den Tron heben. Erst in diesen Tagen hat ein 11 stattgefundener Prozeß gegen mehrere Freunde der 9 und Graefe gezeigt, daß die Waffe des Jascismus auch land die Pistole, die Sprengkapsel und andere Mordinstun Nur in dem Kampf gegen den Fascismus und Stütze, den Militarismus, kann Deutschland genesen u Welt wieder zur Ruhe kommen. Voraussetzung für dees aber ist im geutschen Reiche eine geschlossene Front der Beo gestellten und Arbeiter,— die Einigkeit in der Arbe. Die Stellung der Kommuniste Die Rote Fahne veröffentlicht anläßlich der E Worowskis einen Leitartikel über den uchischen Felde Sowjet⸗Rußland, der augenscheinlich aus der Fede stammt. Nadeck ist bekanntlich am Freitag in Berlin e um hier die aus Anlaß der englischen Note an die 1 gierung entstandene politische Lage zu erörtern. Zum Eiluß Artikels heißt es: „Das erste Opfer in dem von dem englischen Imper entfachten Kampf gegen Sowjet⸗Rußland ist gefallen, ben die Sowjet⸗Regierung auf die Note Englands antwort Der Mord an dem Somwjet⸗Gesandten Woromski ist ein der letzten englischen Hetze gegen Sowfet⸗Rußland. W. Schweizer Regierung unter dem Protektorat Englands konnte, dem diplomatischen Vertreter eines Staates, der de Teil der Welt umfaßt, das Recht abzusprechen, das der Monaco besitzt, so konnte der Mordbube sicher sein, daß ihn Attentat kein Haar gekrümmt wird——“ 5 5 Das Exekutiv⸗Komitee der kommunistischen In hat den Mitgliedern den Exekutive unterm 11. Mai fol geteilt: 5 5 Mit Riicksicht auf die ultimative Note Englands an 0 land, die die Kriegsgefahr in unmittelbare Nähe stellt, und seren Sektionen die Möglichkeit der dadurch notwendige torischen Maßnahme zu geben, wird die erweiterte Exeku zum 10. Juni vertagt. 0 Erklärung der Schweizer Regierun Zu den Beschuldigungen, die der verwundete Ahren die Schweizer Bundespolizei wegen ihrer angeblichen 1 keit in der Bewachung der russischen Abordnung richtete, mah Bundesregierung in einer Erklärung Stellung, in der es hiißt, die russischen Vertreter während der ersten Lausanner g. der sie als offizielle Teilnehmer beiwohnten, dieselben Eczützm nahmen genossen wie die anderen Konferenzteilnehmer, aber zu den jetzigen Verhandlungen nicht eingeladen v überdies der Polizei weder ihre Ankunft noch ihre Wohmm ziell mitgeteilt hätten. Bekanntlich hätte ja Worowskt reisevisum in die Schweiz erlangt, ohne sich an das pol partement zu wenden. Auch von Drohbriefen, d Wo romski während seiner jetzigen Anwesenheit erhielt, ö Schweizer Behörde keinerlei Mitteilung erhalten. Trotset sagt de Erklärung, hat die Polizei Ueberwachungsmaßnah genommen, denen jedoch der Mörder leicht entgehen konn keiner Organksation angehört oder dient, sondern einen sönlichen Racheakt verüben wollte. Insbesondere mg Schweizer Nationalliga, die sich am letzten Sonntag an mit dem Verlangen nach der Abreise der Russen gen d darauf, aufmerksam, daß der Mörder Orer sation nicht angehört. In den Kreisen der Schweiz gierung fürchtet man Vergeltungsmaßnahmen der Bol gegen die in Rußland internierten 600 Schweizer. Der Bum hat sich gestern früh zu einer Sitzung vereinigt, um zu di Stellung zu nehmen. sprechend der Unmöglichkeit angesichts des Wohnungsmangels sich im freien Markte Wohnungen zu beschaffen, werden genau die Fülle angegeben, in denen der Vermieter die Wohnung kündigen kann. Der Vermieter kann auf Aufhebung des Mietsverhältnisses klagen, wenn der Mieter oder eine Person seines Hausstandes oder Geschaftsbetriebes sich einer erheblichen Belästigung des Ver⸗ mieters oder eines Hausbewohners schuldig macht oder den an⸗ gemessenen Gebrauch des Mieteaums oder Vernachlässigung und ahnlichen Mißbräuchen seiner Pflichten als Mieter erheblich ver⸗ letzt. Der Vermieter kann serner auf Aufhebung des Mietver⸗ hältnisses klagen, wenn der Mieter für eine gewisse l mit dem Mietzins in Rückstand ist. Außerdem ist N Aufhebung des Mietverhältnisses auch möglich, wenn mieter aus besonderen Gründen ein so dringendes Int der Erlangung des Mietraums hat, daß auch bei Berückf der Verhältnisse des Mieters die Vorenthaltung eine schme billigteit für den Vermieter darstellen würde. Ueber hebungsklage entscheidet das Amtsgericht unter Zuzleh Beisitzern die zur Hälfte Mieter, zur andern Hälfte Has sein müssen. Den Mleteinigung.ämtern bleiben die Aufgale 1* Der Deserteur. 0 Roman von Robert Buchanan. Wie kam Rohan dazu, sich wieder unter seine Mit⸗ enschen zu wagen? Aus dem hochangeschwollenen unter- irdischen Wassergewölbe in die Flucht gejagt, in sein neues luftiges Versteck zurückgekehrt, das Hirn voll verwirrender Gedanken, die sich nicht klaren wollten, lehnte er den Kopf au dem Spalt, der ihm als Fenster diente, hinaus. Es egnete in Strömen, die Dunkelheit war hereingebrochen, ein babe Sehnen nach Menschen erfaßte ihn. Die Eindrücke der letzten Tage und Stunden überwältigten ihn fast. All⸗ 9 i e kam er zu der Ueberzeugung, daß das riesige unter⸗ irdische Gewölbe mit seinen Verbindungsgangen ein von den lrömischen Kolonisten angelegter ungeheuerer Aquädukt sein 1 müsse und zweifellos dem Zwecke gedient hatte, von der, „ Ueberschwemmungen leicht ausgesetzten Ansiedelung das überfließende Wasser abzulenken und dem Meere zuzuführen. ö ohan erging sich stundenlang in Gedanken über die ans Märchenhafte grenzende Kunst der römischen Ingenieure. 25 grübelte auch darüber nach, ob der Fluß, den er da unten im Herzen der Klippen entdeckt, derselbe sei, der der Sage nach unter Kromlaix dahinrauschte und sich in die Sümpfe on Ker Léon ergoß Durch eine merkwürdige Ideenassocia⸗ tion wurde seine Aufmerksamkeit auf den Allerseelentag ge⸗ lenkt. Er blickte träumerisch hinaus und sah, daß aus allen Fenstern des Dorfes Lichter strahlten, um den Seelen der Gestorbenen den Weg zu zeigen. Seine Sehnsucht nach Menschen wuchs bis zur Unerträglichkeit. Unruhig durch⸗ kreuzte er seine Höhle es wurde immer dunkler, der Regen immer heftiger und das Brausen des Meeres ohrbetauben⸗ der; von Zeit zu Zeit erschreckte ihn ein donnerähnliches Rollen. das von dem unterirdischen Gewölbe bis zu ihm hinaufdrang. Endlich vermochte er dem unwiderstehlichen Impuls, der ähn, den, Geächteten, zu den Menschen trieb, nicht länger zu unterdrücken, und kroch unter großen Gefahren, durch den „Trou“ in der St. Gildas⸗Kathedrale, hinab, in welche die Flut eben einzudringen begann, von da über die Trifflines⸗ leiter zu seinem alten Freund, dem Menhir. Gegen Mitter⸗ nacht stand er im Schatten desselben und blickte durch die Dunkelheit träumerisch in die Richtung gen Kromlaix. Die Totenstille wurde jäh durch das Läuten der Sturmglocke unterbrochen und gleichzeitig drangen entfernte Hilferufe an Rohans Ohr. Im ersten Moment glaubte er, daß all diese Töne von den umherirrenden Seelen der Verstorbenen herrührten und daß Geisterhände die Kirchenglocken in Be⸗ wegen setzten, aber die Sturmglocken läuteten immer mahnender und die Hilferufe wurden immer deutlicher. Es mußte ein furchtbares Unglück im Dorfe geschehen sein! Jetzt hörte er auch vom Festlande her das Rauschen der sich von den Bergen herabwälzenden Flut, das Krachen der ein⸗ stürzenden Häuser und nun wußte er, daß das Dorf in Ueberschwemmungsgefahr sei. Ohne sich weiter zu be— sinnen, stürzte er den Bergpfad hinunter zur Hütte seiner Mutter— wo er Zeuge des Gespräches seines Vetters Gildas mit Mikel Grallon wurde— und rasch entschlossen an die Rettung Marcelles schritt. Was lag ihm an seinem eigenen, verpfuschten Leben! Die Geliebte aber sollte, wenn Menschenkrafte sie zu retten vermochten, keines so elenden Todes sterben. Als er sich mit dem schwanken Floß dem überschwemmten Dorfe näherte begann seine Lage eine äußerst kritische zu werden, denn er wußte, daß das gebrech⸗ liche Fahrzeug dem rasenden Ansturm der Fluten nicht lange würde standhalten können. Mit übermenschlicher Kraft und Waghalsigkeit lavierte er es durch allerlei Trümmer, die das braune sprudelnde Wasser mit sich führte, jeden Augenblick in Gefahr, in eine Kollusion zu geraten. Da der Mond jetzt hell leuchtete, konnte Rohan deutlich den Umfang des über Kromlaix hereingebrochenen Unglücks sehen und sich auch seinen Weg bis zum Dervalschen Häuschen bahnen. Die Hauptstraße des Dorfes war in ein schmutziges, gurgelndes Meer verwandelt, die meisten Hauser standen fast bis zum Giebel unter Wasser, viele waren bereits unterwaschen und eingestürzt. von anderen die Docher abgerissen, und dabei stiegen die Fluten noch immer. Dagegen hatte der wolken⸗ bruchartige Regen zum Glück nachgelassen. Wie viele Menschenleben der Ueberschwemmung bereits zum Opfer gefallen waren, konnte man nicht wissen, aber während Rohan mit Anspannung aller seiner Kräfte das Floß in die gewünschte Richtung zwang, bemerkte er zu seinem Entsetzen unter den schwimmenden Trümmern viele nackte Leichname von Erwachsenen und Kindern, die von der hereinbrechenden Flut in ihren Betten überrascht worden und dem Tode verfallen waren, ehe sie recht begriffen, was geschehen. Je weiter Rohan vordrang, desto wilder wurde die Strömung, so daß es schließlich unmöglich wurde, das Fahrzeug zu lenken. Die ihm wild entgegenstürzenden Wasser warfen es zurück und drohten, es ins offen zu treiben. Endlich rissen auch die die einzelnen Balz Flosses zusammenhaltenden Stricke und Rohan mitten in der wirbelnden Flut. Er war zwar ein schwimmer, aber seine Kräfte waren infolge der lang behrungen, der seelischen und physischen Aufregun geschwächt. Er klammerte sich mit einer Hand sich mit Anspannung aller seiner Kräfte schwang. namenlosen Freude entdeckte er auf dem Boden und einen großen Blechtopf. Leider hatte es ein arge so daß die Schwere Rohans es fast zum Sinken bracht 1 Minute war kostbar. Rohan zögerte nicht lange und! höp es mit dem Topfe aus, dann ergriff er die Rud steuerte tapfer auf sein Ziel los. ohne der Gefchtze achten, die ihn von allen Seiten umringten. 1 Er zwang das Boot in der Richtung der Dorff wurde aber von einem Wirbel erfaßt, der es ebe 0 wieder zurücktrieb. So ging es eine Weile fort und ol Unternehmen schien aussichtslos zu sein, denn geg reißenden Strom zu rudern, ging selbst über seine lichkeit. Jeder andere hätte längst den Versuch a und sein eigenes Leben zu retten versucht; er standhaft— vielleicht weil ihm an seinem Leben mf oder weil sein Mut und seine Waghalliigkeit du stand gereizt wurde, oder weil er beweisen wollte „Feigling“ handelt, wenn tapfere Männer zittern u Haut nicht zu Markte tragen wollen. Er lavierte sein! Boot dicht an die rechte Häuserreihe, warf die Rub die Bank und klammerte sich an den festen Maueryn eines Hauses, das Boot, dessen langes Seil er um den geschlungen hatte, nach sich ziehend. So legte er, von zu Mauer ksetternd, seinen Weg bis in die Mitte de straße zurück. Je weiter er vordrang, desto graue wurde das Bild. Die Hütten waren fast alle ein nur die größeren festeren Gebäude standen noch alf Platze, auf den Dächern war eine Anzahl von J versammelt, die flehend ihre Arme zum Himmel e treckten:„Hilfe! Hilfel, schrieen sie, als sie Gwen seinem Boot erblickten. Aber er setzte seinen beirrt fort. (Fortsetzung folgt.) N ——— . N 2 54 * e 8 9 — e d dg Wers en Wohnungsmangel erwachsen. Gegen die Entscheidungen n, die aus dem migungsämter wird in Zukunft eine Beschwerde möglich Gesetz foll am 1. Juli 1926 außer Kraft gesetzt werden. Obermeyer(Soz.) bedauerte, daß die bürgerlichen den Regierungsentwurf wesentliche Unsere Partei werde aber für den Gesetzentwurf er trotz allem notwendige Bestimmungen bringe ie Mieter verpflichtet würden, zur Erhaltung des Wohn⸗ Teil beizutragen, müßten sie auch gegen willkürliche tionale Abgeordnete Wohnungswirtschaft. Seine Partei les die Sozialisterung des Wohnungs⸗ l olksparteiler Winnefeld kündigte an, eil seiner Fraktion für das Gesetz stimmen werde. enkrumsabgeordnete Tremmel sse Kuhnt wiesen nach, daß nicht nur Deutschland, ch in den Ländern mit hoher Valuta, sogar in Ländern, während des Krieges neutral geblieben waren, eine bedeutende sodaß es unrichtig sei, Abg. 1 ien im Ausschuß 0 Kündigungen ges e Lobrede auf die freie das Gesetz ablehnen. wei wesens sortsetze. nungsnot herrsche, swirtschaft habe die Wohnungsnot herkeigeffihrt. sprach außerdem scharf gegen die Befristung des Ge⸗ n Einzelabstimmungen wurden die sozialdemo⸗ In der Gesamtabstimmung Gesetz in zweiter Beratung gegen die Stimmen der tonalen und eines Teiles der Volkspartei angenommen. Gießen und umgebung. — Provinzialtag. Mehvere Mitglieder des Provinzialtags Haben infolge ihrer Wahl zum Provimzialausschuß ihre Mandate andere sind an ihre Stelle getreten. Nach amt⸗ uno des Provinztaldirektors hat die Provinzial⸗ wahltommisston in ihrer Sitzung vom 25. April 1923 festgestellt, ß Anna Holzapfel geb Leschhorn, Hausfrau, Butzbach. an Stelle von Dr. Albert Aaron, Rechtsanwalt, Gießen, Johannes eibolt 6., Landwirt. Nieder⸗Eschbach. an Stelle von Rechts⸗ mwalt Dr Georg v. Helmolt, Friedberg, Josef Ballmert, von Kommerzienrat Heinrich n Anträge abgelehnt. ih miedergelegt und 5 ingen, an Stelle agen. Gießen. Ludwia Rinn, Fabrikbesitzer, Heuchel⸗ heim(Kr. Gießen). an Stelle von Landwirt Otto Schneider 1. f Ütphe, in den Provinzialtag der Provinz Obe sbessen be⸗ ne rufen sind. Wer das Mehl verteuert. Januar 1923 dadierte Kalkulation andelsmühlen G. m. b. H. Die ppelzentner 70prozentige⸗ 8 ist mit 101 912,54 Vor uns liegt eine vom 31. bes Verbandes Bayerischer etsberechnung ist aufgestellt pro Do eizemnehl. Der Gestehungspreis des Weizen Gestehungspreis des Doppelzentner ohne Sack ab Mühle. Preis des Endproduktes ein⸗ derem finden wir da 3662 Mk. Mahllohn, und Gewichtsschwund und Diebstahlsver⸗ 2465.47 Mk. Verkaufsunkosten einschließlich Verkau⸗ Verlustrückstellung(Konjunkturrisiko), 1849.10 mie auf unvorhergesehene Lohn⸗, ngen bei Verkauf auf spätere L 153 283 64 Mk. für je Onteresse ift nun, 1019.13 Mk. Transport⸗ was alles in den und Frachter⸗ 1849.10 Mk. Neube⸗ Unternehmerlohn, hlverstanden: für einen Doppel⸗ öglichkeiten und Unmöglichkeiten, auch gewinn, gewiß reichlich genug daß die verrechneten obigen 31. Januar 1923 stammende leichen Mühlenverbandes, und da finden 060 Mark pro Doppelzentner 70prozen⸗ Nach Abzug von 2500 Mk. für den Sack ver⸗ kaufspreis von 180 560 Mk., das ist gegen⸗ erlohn, Handelsgewinnn usw. kalkulierten oduktes von 153 283 Mk. ein Mehr von ö 20 Mk. Handelsgewinn. bentner!) Nachdem so alle M er Unternehmerlohn und Handels rechnet sind, sollte man meinen, 159 283 Mk. den Mehlverkaufsprei liegt vor uns eine ebenfa Preisliste(Nr. 114) des g tiges Weizenmehl. bleibt demnach ein Ver über dem mit Untrnehm Gestehungspreis des Endpr⸗ 27 277 Mk.— Ist das Wucher? n Städte Hessens auf ließlich der Bekleidung Darmstadt(282 968, 8 42), Worms 291853(271 689) und Die Teuerung ausschließlich Be⸗ f April um 15 Prozent gestiegen. 5 Teuerungszahlen für die fünf größte Grund der Preise vom 25. April 192) aussch betrugen in Mainz 296 12 Offenbach 275920(257 Gießen 279908(27, kleidung ist von März au f— Das Lupusheim in Gießen besteht jetz diesem Anlaß soll am 23. Mai, dem Jahre 1913 eine Feier stattfinden. in ganz Deutschland die einzige An einzige, die mit den modernst Lupus ausgestattet ist. stalten für Lupuskranke.— 23. Mai, vormittags 11 Uhr. — Beamten⸗Versammlung. A abends 8 Uhr, ist eine Lokal zum„Postkeller Oberpostsekretär Hoff der Verwaltung und der Eröffnung im Das Lupusheim in Gießen ist stalt dieser Art, wenigstens die chtungen zur Behandlung des gibt es noch zwei oder drei An⸗ Feier beginnt uf kommenden Donnerstag, den Beamtenverysammlung Reichstagsabgeordneter „Demokratisterung Reichsregierung“ Blatte wird hinge⸗ lbeamten sind freundlichst ird zahlreicher Besuch erwartet. zu lösen, wird besonders Frühzüge benutzen, Reisen an den bevorstehen⸗ zur Vermeidung längeren An⸗ lichst ausgiebigen keitsdauer der Fahr⸗ karten werden schon ausgegeben. Außerdem ezählt bereit zu halten. verlangt, die Fahrkarten⸗ elle für Großgeld zu benutzen. Speiseeis auf den Straßen d dnulng erlassen worden, die erkauf von Speiseeis an “einberufen, in der mann⸗Berlin die Gehaltspolitik de Auf das Inserat im eingeladen und es w — Die Fahrkarten am Tage vorher en, die Sonntags den Ausflugs⸗Reisend Insbesondere bei dringend angeraten. den Pfingstfeiertagen empfieh ns am Schalter, von der 5 brauch zu machen, wenn die Atägi karten nicht ausgenützt wi am Samstag und am ist es dringend geboten, Die Rücksicht der Reisen schalter nicht als Wechselst Vorauslösung mög vor Feiertagen das Fahrgeld al den auf einander auf weniger als 200 Meter n werden mit Strafe bedroht. — Der Konzertverein veran zert in der Stadtki Mendelssohn⸗Bartho Komponisten. Den ißerdem als Solis Berlin(Sopran), staltet heute Montag sei rche. Zur Aufführung kommt dy, eines der 1 Akademische Gesangverein Ruth Arndt(Alt), Hans R. Gerhardt⸗Leipzig ird vom hiesigen Kammerorchester lle in Nauheim g alle übernommen. werke des berühmten wirkt hierbei mit, au Das unter Prof. stehende Konzert verspri Der Verband südwesideutscher Konsumvereine versendet so⸗ eben seinen Bericht über das Geschäftsjahr 1922, dem wir ent⸗ nehmen, daß im Berichtssahr die nachstehenden Genossenschasten dem Revisionsverband beigetreten find: Bezirkskonsumverein Ueberlingen, Allgemeiner Konsumverein Singen und Umgegend, Konsumperein Wilhelmsfeld und Umgegend, Eisenbahnkantine Bahnbetriebswerk Karlsruhe, Allgemeine Selbstversorgungn⸗ genossenschaft für Reichseisenbahner, Manuheim, Eisenbahnkan⸗ tinen Weil⸗Leopoldshöhe⸗ Haltingen, Einkaufsgenossenschaft Baum⸗ holder e. G. m. b. H.(Rheinland). Die Konsum⸗ und Spargenossen⸗ schaft für den Oberwesterwaldkreis und Umgegend in Hachenburg ist an den Verband der Konsumgenossenschaften in Rheinland und Westfalen abgetreten worden. Der Konsumverein in Mühl⸗ heim a. M., der älteste Arbeiter⸗Konsumverein in Hessen, hat sich mit Frankfurt a. M. verschmolzen. Die Verteilungsstellen konnten bei einem Zugang von nur fünf Genossenschaften von§97auf 917 vermehrt werden. Auch, der Jentrallggerbetrieh konnte im Bor richtsjahr erweitert werden. Die Zahl der Mitglieder beträgt 358 501 gegen 326 363 im Vorjahre. Unter Abzug der ausge⸗ schiedenen Genossen beträgt die Zunahme 32 128 Familien. Im Jahre 1921 betrug die Zahl der Familien 25 880. Baden steht bei der Zunahme mit 14725 Mitgliedern an erster Stelle. Die Statistik über die soziale Gliederung der Mitglieder ergibt 66,4 Prozent gegen Gehalt oder Lohn beschäftigte Personen 15,2 Proz. freie Berufe und Beamte, 6 Prozent selbständige Gewerbe⸗ treibende, 7,7 Prozent Pensionäre usw., 3,7 Prozent felbständige Landwirte. Der Umsatz im eigenen Geschäft beträgt 1290 780 826 Marl(im Vorjahre 516 143 369 Mark). Den größten Umsatz pro Verteilungsstelle hatte die Pfalz, dann folgt Hessen⸗Nassau, Rhein⸗ land Hessen usw. Die Spqaypeinlagen haben sich auf 83 928 057 Mark erhöht. Die Lieferanbengeschäft ist vollständig bedeutungslos geworden. Die Eigenproduktion gestaltete sich etwas günstüger wie im Vorjahre. Der Wert der selbsterzeugten Waren betrug 10,4 Prozent des gesamten Umsatzes. Die Geschäftslasten betrugen 1914 11,9 Prozent, 1921 9.22 Prozent. Der 13. Verbandstag Südwestdeutscher Konsumvereine findet am 10. und 11. Mai 1923 im Volksbildungsheim in Frankfurt a. M. statt. — Wieseck. Uns wird geschrieben: Die durch den„Wander⸗ vogel Wieseck“ gemeinschaftlich mit dem Turnverein e. V., Männer⸗ quartett Harmonie und Radsahrer⸗Verein geplante Himmelfahrts⸗ feier konnte leider durch die ungünstige Witterung nicht wie all⸗ jährlich im Freien veranstaltet, werden und war man genbtigt, selbige im Vereinslobal abzuhalten. Nach einem Umzug durch den Ort begann man mit den Darbietungen, welche in bunter Folge gezeigt wunden. Hierbei konnte man zum erstenmal in Wieseck eine vom Turnverein ins Leben gerufene Schitlerinnenriege am Gerät sehen. Als neu aufgenommen dürsten auch zwei vom „Wandervogel“ aufgeführten wohlgelungenen Volkstänze bezeich⸗ net werden, welche zwar nicht für die Aufführung im Saale be⸗ stimmt waren, aber auch bier allen Beifall fanden. Der Vortrag elmiger schöner Lieder durch daz Männerquartett Harmonie sowie die Mitwirkung der aut eingeübten Spielabteilung des„Wander⸗ vogel“ trugen zu der gemeinsamen Feier wesentlich bei. Nach einer vorausgegangenen Ansprache in welcher auch auf die Ziele der Jugendpflegeb, insbesondere der Jugend bewegung hingewiesen wurde. forderte man(laut Beschluß einer voraus⸗ gegangenen gemeinschaftlichen Sitzung) zur Ruhrhilfe auf, welche an Stelle von Eintritt erhoben werden sollte. Die Sammlung ergab(inkl. eines nachträglich eingezahlten Betrages non 600 Mk.) die Summe von 24 390 Mk. welche restlos überwlesen werden soll Die gegen 7 Uhr abends beendete Feier dürfte als dem Tag entsprechende würdige Veranstaltung bezeichnet werden. E. r. Kleine Nachrichten. Darmstabt, 11. Mal. Aus gewiesen wurden: Die Frau des noch in Haft befindlichen Regierungsrates Th. Reinhart⸗ Alzey, die Weinbergsverwalter der hessischen Weinbaudomäne in Oppenheim Bernhacd und Christian Hertt und Ph. Willig. Ferner Regierungsrat von der Reichsvermögensverwaltung in Worms Petzold⸗Bingen K. Platz⸗Ober⸗Ingelheim und die Studenten K. und H Südding⸗Bonn Darmstadt, 11. Mai. Dem iärdischen Richter ent⸗ zogen hat sich der wegen Mordes an der Frau Hoffmann von hier in der Zellenstrafanstalt Butzbach untergebrachte frühere Inspektor der Kriminalpolizei, Chr. Weber. Man fand ihn heute vormittag als die Zelle um 6 Uhr geöffnet wurde, erhängt vor. Der Selbst⸗ mordversuch muß erst kurz vorher verübt worden sein. Darmstadt, 11. Maj. Der Mord an dem Wachtmeister Günther aufgeklärt. Der Mord an dem vor Jahresfrist in Darmstadt erschossenen Wachtmeister Günther hat seine Aufklärung gefunden. Die Krimmalpolizei in Stuttgart verhaftete einen ge⸗ werbsmäßigen Einbrecher, der neben einer Reihe schwerer Ein⸗ brüche und Diebstähle auch die im letzten Jahre in Darmstadt be⸗ gangenen Einbrüche in die öffentlichen Gebäude eingestanden hat. Dabei ist ihm und seinem angeblich inzwischen verstorbenen Kompli⸗ cen Wachtmeister Günther begegnet. auf den sie geschossen und die Flucht ergriffen haben. Weitere Untersuchung der Angelegenheit wurde nach dieser Seite sofort eingeleitet. Nach Lage der Dinge dürfte die anfängliche Vermutung über diesen Fall richtig gewesen sein und keine Verbindung mit der Angelegenheit Weber⸗ Hoffmann bestehen. 5 Mainz, 1 Mail. Miß handlungen Deutscher. Mitt⸗ woch kam es im Bebelring ur schweren Mißhandlungen Deutscher durch französisches Militär. Die Franzosen waren dazu über⸗ gegangen, zahlreiche im Bedelrina wohnende Eisenbahnerfamilien einfach auf die Straße zu setzen und die Wohnungen zu heschlag⸗ nahmen. Die fürchterlichen Szenen, die sich dabei abspielten, lockten zahlreiche Neugierige herbei, die den Aussetzungen zusahen. Plötzlich erschien im Bebelring ein Trupp von etwa 30 Mann Spahis zu Pferd und jagte mit gezogenem Säbel, auf der Straße id den Bürgersteigen veitend die Ansammlungen auseinander, während Spahis auf Fahrrädern vor den Reitern auf den Fuß⸗ steigen herfuhren und mit Reitpeitschen unbarmherzig auf die auseinanderstiebenden Menschenmengen einschlugen. Die Vor⸗ sälle hlelten bis zum Einbruch der Dunkelheit an. Von Zeit zu Zeit erschien der militärische Aufzug wieder in der Straße und dann bot sich immer wieder erneut das erbärmliche Schauspiel vor den Augen der entsetzt Zuschauenden. Mainz, 11. Mal. Das Schreckensurteil. Die Verhand⸗ lung gegen die Eisenbahner fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt, als Verteidiger war nur der französische Rechtsanwalt Leclery aus Nancy zugelaͤssen. Zwei Rechtsanwälte aus Paris hatten sich zur Verteidigung bereit erklärt, waren aber zur Verhandlung nicht gekommen. Die Verhandlung war plötzlich um 2 Tage vorverlegt „ wahrscheinlich, um diesen Rechtsanwälten das rechtzeitige Eintreffen zu unterbinden; es kann aber auch sein, daß sie über⸗ haupt nicht zugelassen wurden. Worms, 11. Mai. Von den Franzosen ausgewlesen wurde der sogialdemokratische Abgeordnete, des hessischen Landtages K. Storck⸗Osthosen mit Familie. Das Amtsblatt gibt soeben seine Ernennung zum Lehrer nach Mainz bekannt, welche Stelle er nunmehr nicht antreten kann. Nierstein, 11. Mai. Der Raubmord an dem Kreisveteri⸗ närarzt Dr. Gerhardt von Oppenheim in der letzten Woche hat seitens der deutschen Aerzte zu der Feststellung geführt, daß die Kopfver⸗ letzung durch einen Gewehrkolbenschlag! erfolgt ist, lehnen jedoch aus gewissen Gründen ab, ihre Aussage über diesen Befund zu machen, überließen diese Feststellung vielmehr den französischen Aerzten. Ver⸗ mutlich wurde Dr. Gerhardt, als er nach 9 Uhr abends von burg kam, von algerischen Soldaten erschlagen und beraubt. Jede Aeußerung, aus denen sich ein Verdacht auf französische Sol⸗ daten ergibt, wird unterdrückt. Ein Deutscher, der einen französischen Wachtposten bei dem Erschlagenen gesehen haben will, wurde verhaf⸗ tet. Unter der Einwohnerschaft herrscht marke Erregung. Kaufmann Ernst Müller⸗Mainz, Verwaltungs sekretär E. Fasold * Deulschvölkischer Heldenmut ober eine wirkungsvolle Z Die Fränkische Tagespost berichtet aus Fürth i. B.: Vö Ohrfeige für Liebenswürbigleiten. Empfang genommen. Wucht, 25 geschehen war.“ Da er es zu. Unter drastischer Eine Lebensmüde als Verkehrshindernis. Auf dem Unter⸗ grundbahnhof Potsdamer Platz in Berlin spielte sich am Dienstag in der vierten Nachmittagstunde ein aufregender Vor⸗ sall ab. In selbstmörderischer Absicht stürzte sich eine Frau vom Bahirsteig herab vor einen gerade einfahvenden Zug. Der Körper der Unglücklichen war so festgeklemmt, daß der Wagen, um die Frau aus ihrer Lage zu befreien, erst mit großer Mühe ge⸗ hoben werden mußte. Es stellte sich heraus, daß die Frau zwar 0 dem Leben davongekommen war aber einen Arm eingebüßt Wirtschaft, Handel, Soziales. Der Zentralverband deutscher ae im Berichtsjahre 1922. Im Berichtsjahre 1922(das Geschäftsjahr der alle rmeisten berichtenden Konsumgenossenschaften schließt bereits am 30. Juni ab), ist die Zahl der dem Zentralverband angeschlossenen Konsum⸗ genossenschaften von 1337 auf 1350 gestiegen. Die Zahl der Mit⸗ glieder der 1300 berichtenden Konsumgenossenschaften stteg von 2834 000 auf 3 162 000. Die berichtenden Konfumgenossenschaften betrieben 384 Zentrallager, gegen 330 im Borjahr. hin⸗ sichtlich der Berteilungsstellen ist eine starke Zunahme von 7456 auf 8066 zu verzeichnen. Der Umsatz der berichtenden Konsumgenossen⸗ schaften betrug 13 889 Millionen Mark, gegen 5183 Millionen Mark im Vorjahr. Auf die Eigenproduktion entftelen 2265 Millionen Mark, gegen 737 Millionen Mark im Vorjahre. Die Zahl der in der Güterverteilung beschäftigten Personen ist insgesamt um 15,4 Prozent und der in der Güterherstellung beschäftigten Personen um 19,1 Prozent gestiegen. Der Pensionskasse des Zentralver⸗ bandes deutscher Konsumvereine gehörten 9475 genossenschaftliche Angestellte und Arbeiter an, gegen 8543 im Vorjahre— Der Be⸗ trag der Geschäftslasten betrug 1621 Millionn Mark oder 11,67 Prozent des Umsatzes, gegen 561 Millionen Mark oder 10,83 Pro⸗ zent des Umsatzes im Vorjahr. Es ist somit eine weitere Be⸗ lastung um 0,84 Prozent eingetreten. Das eigene Kapital der Kon⸗ sumgenossenschaften, bestehend aus Geschäftsguthaben der Mit⸗ glieder und Reserven, ist das natürliche Betriebskapttal der Kon⸗ sumgenossenschaften. Es soll also ausreichend groß sein, um den Betrieb ordnungsmäßig zu führen. Die Geldentwertung hat das Verhältnis des eigenen Kapitals zu dem den Betrieb be⸗ nötigten Kapital außerordentlich ungünstig beeinflußt. Die Ge⸗ schäftsguthaben der Mitglieder erfuhren eine Zunahme von 150 Millionen Mark auf 348 Millionen Mark: das ist ein relativer Rückgang von 2,90 Prozent auf 2,51 Prozent des Umsatzes. Die Spareinlagen, die jetzt leider fast restlos als Betriebskapital in Anspruch genommen werden, erreichten im Berichtsjahre die Höhe von 942 Millionen Mark oder 6,78 Prozent des Umsatzes, gegen 567 Millionen Mark oder 10,95 Prozent des Umsatzes im Vorjahr. Im Jahre 1914 standen die Spareinlagen auf 79 Millionen Gold⸗ mark oder 16,26 Prozent des Umsatzes. Der Mangel an Betriebs⸗ kapital kommt zum Teil in der Verminderung des flüssigen Ver⸗ mögens, zum Teil auch in dem verhältnismäßig starken Anwachsen der Lieferantenschulden zum Ausdruck, ein Zustand, der wieder überwunden werden muß, um die volle Leistungsfähigkeit der Konsumgenossenschaften beim Wareneinkaufe wieder herzustellen. Ein sehr starker Aktivposten in der erfundene Bilanz sind die Sachwerte. Der Grundbesitz stand mit 2 illtonen Mark oder 1,48 Prozent des Umsatzes und die Geschäftsein⸗ richtungen und Maschinen standen mit 49 Millionen Mark oder 0,35 Prozent des Umsatzes zu Buch. Die Zahlen lassen erkennen, daß unsere Konsumgenossenschaften in ihren Sachwerten sehr starke innere Reservn haben. Das Rabattguthaben der Mitglieder stellt sich auf 374 Millionen Mark und der Reinertrag auf 289 Millionen Mark. Ueberweisung von Rabattguthaben auf Geschäftsguthaben, Rabattguthaben und Reinertrag zusammen ergaben die Summe von 702 Millionen Mark oder 5,05 Prozent des Umsatzes. Die Rückvergütung auf den Umsatz betrug 130 Millionen Mark oder 0,93 Prozent des Umsatzes, wozu der bereits erwähnte Rabatt von 374 Millionen Mark oder 2,69 Prozent des Umsatzes hinzuzu⸗ rechnen ist. Den ordentlichen Reserven wurden 75 Millionen Mark oder 0,54 Prozent, den Spezialreserven 61 Millionen Mark oder 0,44 Prozent überwiesen und für Volksbildungs⸗, gemein⸗ niitzige und“ wohltätige Zwecke 13 Millionen Mark oder 0,10 Pro⸗ zent des Umsatzes aufgewendet.— Im Bilde über die konsum⸗ genossenschaftliche Entwicklung des Berichtsjahrs 1922 sind zweifel⸗ los noch Lichtpunkte vorhanden. Wir sehen aber auch die Schatten dunkler werden, und das laufende Jahr müßte ein viel trübe res Bild geben, wenn nicht mit größerer Energie auf die Beschaffung eines ausreichenden Betriebskapitals durch Erhöhung des Ge⸗ schäftsanteils und durch rasche Einziehung der erhöhten Geschäfts⸗ anteile Gewicht gelegt wird. Arbeitsrecht, Gewerkschatliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschun der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 9. Mai. Den Bad⸗Nauheimer und Friedberger Mitgliedern des Süd ⸗ westdeutschen Arbeitgeber⸗Verbandes für das Transport-, Handels⸗ und Verkehrsgewerbe gab der Schlichtungs⸗ ausschuß auf, die Trans portarbeiterlöhne und Zehrgelder, die seit dem 16. 2. 2 galten, vom 30 4. 23 an um 30 Prozent zu erhöhen. Hieraus ergeben sich z. B. 65 000 Mk. Wochenlohn der Fuhrleute über 21 Jahren. 5 In der Tarifvertragsstreitigkeit des Sattlerverbandes und der Gießener Sattlermeister erging folgender Schiedsspruch: 1. Mit Wirkung vom 1. Mai 1923 gelten bis auf weiteres folgende Stun⸗ denlöhne: im ersten Gehilfenjahr 500 Mk., im 2. Gehilfenjahr bis zu 20 Lebensjahren 700 Mk. von 2023 Jahren 1000 Mk. und über 23 Jahren 1400 Mk. 2. Der Urlaub wird wie in den bisherigen Tarifvertrag festgelegt gewährt. Wird während der Urlaubszeit gegen Entgelt Arbeit ausgeführt, dann erlischt in der Höhe des Ent⸗ geltes der Anspruch auf bezahlten Urlaub. Außerdem ist der Ur⸗ laubsanspruch für das mächste Jahr in der enssprechenden Höhe ver⸗ wirkt. Den Einspruch dreier Arbeiter des Gießener Installations⸗ geschäftes Georg Appel gegen Kündigung wegen Arbeitsmangels wies der Schlichtungsausschuß ab, weil weitere Arbeitsstreckung nach der Art der Arbeit nicht- in Frage kam und die Auswahl der Kün⸗ digungen nicht zu beanstanden war. Er gab dem Antragsgegner aber auf, den drei Antragstellern bei neuer Arbeitsmöglichkeit den Vorzug vor Neueinstellungen zu geben. Die Entscheidung über einen 4. Kündigungseinspruch vertagte er. * K einer Streitigkeit der Firmen Schaffstaedt und Heyli⸗ 9 nud ihrer Arbeiterräte erging folgende bindende Ent⸗ scheidung gemäß 88 75 und 80 des Betriebsrätegesetzes: 1. Die von den beiderseitigen Organisationen vereinbarte Arbeitsordnung gilt As Arbeitsordnung für die Firmen Heyligenstaedt und Cie. und Schaffstaedt G. m. b. H. 2. Zur Vermeidung von Weiterungen wird festgestellt, daß die in§ 23 Absatz 4, Satz 2 vorgesehene Zeit der Maschimenreinfgung als Arbeitszeit im Sinne des§ 24 Absatz 2 zu erachten ist, und daß demgemäß eine entsprechende Vergütung zu leisten ist, soweft nicht bei Akkordarbeit bereits in der Akkordentloh⸗ mung diese Vergütung enthalten ist. Falls die Parteien hierüber zu keiner Verständigung kommen, bleibt Austragung dieses Sonderfalles wor dem Schlichtungsmusschuß vorbehalten. 3. Die„Anhörung“ des Alrbeiterrates nuch§ 42 der Arbeitsordnung ist im Sime des 8 80 Absatz 2 des Betriebsgesetzes zu verstehen als„gemeinsam mit dem Arbeiterrat“, wobei in Streitfällen der Schlichtungs⸗Ausschuß zu ent⸗ scheiden hat. Jedoch wird empfohlen, flür Fälle untergeordneter Be⸗ deutung Richtlinien zu vereinbaren. 4. Die Festlegung eines Ueber⸗ stumdenzuschlages und dergl. ist nicht Sache der Arbeitsondnumg son⸗ Hern Gegenstand der besonderen Vereinbarung, evtl. der Entscheidung Des Schlichtungs⸗Ausschusses. In der Tarifvertragsstreitigkeit der Sattlerünnung Alsfeld Einigen sich die Streitteile ohne öffentliche Verhandlung. Richtfest des neuen Gewerkschaftshauses. Das neue Gewerkschaftshaus, das der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund in Berlin in der Wallstraße an der Ecke der Inselstraße baut, wurde am Samstag gerichtet. Wir erfahren hier⸗ von durch einen Teilnehmer des Richtfestes, der uns eine Schilde⸗ rung sendet und gleichzeitig über einen Bubenstreich berichtet. Er eibt: 55 Als am Samstag um 1 Uhr die Trillerpfeife unseres Poliers ertönte, stiegen auf dem Baugerüst zwei Fahnen in Rot und Schwarzrotgold an den hohen Masten auf. Alle Arbeiter des AD B.⸗Neubaues strömten zusammen und begaben sich auf das Dach, um den Ansprachen zu lauschen, die der Zimmerpolier Hawilat und der Zementierer Michaelis hielten. Es war eine Ju diesen 5 Shied sprächen erhielten die Parteden Efriätundz- J Je ist 5 bestellt: en zu dem alten Bewerkschaftshaus am Engeläfer, um dort die Festlichkeit fortzusetzen. Leider sollte uns am Abend eine böse Ueberraschung beschieden sein. Elende Buben stahlen unsere schönen Fahnen, die jetzt einen bedeutenden Wert haben. Der Dieb⸗ stahl wurde in der Abendstunde zwischen 6 und 7 Uhr ausgeführt, obwohl dort seit/ Uhr ein Angestellter der Wach⸗ und Schließ⸗ gesellschaft stationiert war. Welche Halunken mögen die Fahnen geraubt haben? Wahrscheinlich haben sie sich dabei von ihrem Haß gegen das Rot und das Schwarzrotgold leiten lassen. Aus deu amtlichen Bekanntmachungen. Das Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberhessen und flir das Kreisamt Gießen dom 8. Mai enthält: Beschwerdestellen in Pachteinigungssachen. Verordnung über Ausschlußfristen für Anträge auf Feststellung von Kriegsschäden im Reichsgebiet.— Die Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes. — Abschaffung der Radfahrkarte.— Festsetzung der Polizeistunde. — Polizei⸗Verordnung gegen das Herumlaufen der Gänse, Enten und Hühner auf den Straßen und Plätzen zu Wieseck.— Er⸗ richtung einer Zwangsinnung der Wagnermeister des Kreises Gießen.— Aushändigung der Reichsverfassung an die zur Ent⸗ lassung kommenden Schüler.— Nationalsozialistische Deutsche Ar⸗ beiterpartei.— Das Verhältnis der Schulen in Hessen zum repu⸗ blikantschen Staat.— Feldbereinigung Lumda. A Beschwerdestellen im Pachteinigungssachen. Der Provinzial⸗ ausschuß der Provinz Oberhessen hat in seiner Sitzung vom 21. April 1923 folgende Beisitzer und Stellvertreter der Be⸗ schwerdestelle in Pachteinigungssachen für die Provinz Oberhessen J Kleinpachtungen a) Verpächter. f Besitzer: 1 Heinrich Jäger. Ober⸗Hörgern. 2, Heinrich Heister, Haim⸗ Gründau 3. Anton Lux, eee 4. Wilhelm Reitz I., Echzell, 5 Alfred Rompf, Lang⸗Göns. 5 Stellvertreter: 1. Friedrich Häuser III., Nieder⸗Weisel, 2. Aug. Mäser, Selters. 3. Heinrich Koch, Bisses, 4. Karl Goppel, Pfordt, 5. Theodor Müller. Rudingshain. Vad-⸗Nauheing 3. Peter Belt. Nid heim, 5 Heinrich Schneider I. Utphe Stellvertreter: 1. Sehrt, Nonnenroth. 3. Heinrich Höchst a. d. Nidda, 5. Otto Schlitt, II. Mittelpachtungen. a] Verpächter. i Beisitzer: 1. Friedrich Fenchel. Griedel 2. Bürg Münzenberg, 3 Georg Schimpf I., Nieder⸗Weisel, 4. Mirge Korell, Eudorf, 5. Bürgermeister Stellvertreter: nerod Heinrich Eifer, 1. Bürgermei hofen, 5. Karl Schneider, Büdingen. Beisitzer: rat Müller, Graf zu Solms⸗Rödelheim, Schlitz. 1. Graf Wilhelm zu Neuhof, W. Korell, Angenrod, 3. Fritz Ruoff, Leonhardt, Wissesslsheim, 5. Otto Koch, Aulendiebach. Hummel, Vilbel, 4. Leusel. 1 Aumann, Londorf. ster Bingel Grüning rich Schick, Diebach a Haag 3. Bürgermeister Fend 4. Bürgermeister Ochs. Ilbeshausen, 5. Bürgermeister Horn, b) Pächter. 14 Beisitzer: 1. Gustav Reuhl, Petterweil, 2. Heinr Steinbach(Kr. Gießen), III. Großpachtungen. a) Verpächter. l Solms⸗Laubach, A 2. Georg Freiherr Niedesel zu Eisenbach, Altenburg, 4. Forstmeister 5. Kammerdirektor Freiherr von Löw, Lich. Assenheim, b Pächter. 1 Beisttzer: 1. Richard Schäfer, Hungen, 2. Oekonom erat Abo Hensel, Dotzelrod, 3. Heinrich Gottmann, Gießen, 4. 0— Alles, Nieder⸗Florstadt, 5. Rudolf Weiß, Hof⸗Graß. 0 Stellvertreter: 1. Ludwig Muscheubemm.. ge Alen Lud Klingelhöffe ö Konradsdorf, Stunde der wirklichen Weihe. Nach den Ansprachen zogen wir ge⸗ 2 9 1 1 Nach wie vor Herren ö Herren⸗ N Stiefel U U ee, eee N n ee eee t ee eee 21 2 25 Staunend billig U ehe e eee er e. 2 2 85 E 7 b) Pächter. Beisitzer: 1. Bürgermeister Mäser. Wolf, 2. Georg Stoll II., Dollarstand Samstag Mittag 12 Uhr: 42 500 Mark, 9 ist meine Auswahl groß und sehr vielseitig. Sie finden bei mir alle Arten Schuhwaren vom einfachsten bis zum elegantesten. i Damen⸗ Damen⸗ Shanhen⸗ I va Hallscuhe Stiefel asche eee und Kinderstiefel 1 0 Schuhe Anverwu stliche ee ee e eee, zurn Kräifligsten Arbeiterlchub er Hiehen Bahnhof 30 Zu Pfingsten können Sie sich noch bei mir preiswert mit Schuhwaren eindecken. Die Breise der Fabrikanten sind enorm hoch, ohne Nücksicht darauf verkaufe ich noch Weiße 1 Bevor Sie Schuhe kaufen überzeugen Sie sich im Gießen Bahnhofstr. 30 f neben Schade. üllgra E Sandalen, Sthördliche Bekanntmachungen Bekanntmachung. Auf die durch Aushang erfolgte Bekanntmachung die die Zuckerausgabe für den Monat April betrifft, wird hiermit hingewiesen. Gießen, den 11. Mai 1923. Der Oberbürgermeister.(Lebensmittelamt.) Bekanntmachung. Auf die durch Aushang erfolgte Bekanntmachung (betr. Eutwässerungsanlagen in Privatgrund⸗ stücken wird hiermit hingewiesen. Gießen, den 5. Mai 1923. Der Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Frey. Städt. Arbeitsamt Gießen bevietrate 16 Telephon 2054 Kostenlose Arbeitsvermittlung und Berufsberatung für beiderlei Geschlecht, u. a. auch für Kriegerwaisen und Kriegsbeschädigtenkinder. 2s önnen eingestellt werben: feld freundlichst eingeladen. cokkalishe Partei Giesen Am Donnerstag, den 17. Mai, abends 3 uhr im„Postkeller“, Wagengasse 9, öffentliche eamlenversammlung Tagesordnug: 1) Demokratisierung der Verwaltung des Beamten⸗ rätegesetzes und die Gehaltspolitik der Reichsregierung. 2) Diskussion. Referent: Reichstagsabgeordneter Oberpostsckretär Hoffmann⸗Berlin Hierzu sind alle Reichs-, Staats⸗ und Kommunalbeamte und⸗Beamtinnen 294 al det n hiesigen Acbeitgeberet 1 Propistonsreisender, Möbelschreiner. Lehrlinge: 2 Friseure, 1 Bäcker, 1 Einrahmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner, 1 Glaser, 2 Buchbinder, 2 Kellner, 1 Sattler, 2 Metallschleifer, 1 Metalldrücker, 1 Gürtller b) bei auswärtlden Arbeitgebern: 3 Dreher, 1 Eisenhobler. Lehrlinge: 1 Steinmetz, 1 Spengler und In⸗ stallateur, 1 Schreiner, 2 Landwirtschafkseleven. eis nchen Arbeit: Der Eintritt ist frei! Der Vorstand. J. A.: Kurt Moosdor Die Berufsberatung und Arbeits⸗Veimteklung fir Musiker findet Dienstag, Donnerstag und Samzta von 10— 12 Uhr statt. Gestorbene. 9. Mai. August Klingelhöffer, Kaufmann, 45 Jahre alt, Friedrichstraße 10. Reinigen Sie ihr Blut! Dr. Buflebs Blutreinig⸗ ungstee„Maikur ist der Beste. Zu haben bei: E. Karn, Zentral⸗Drogerie, Karl Seibel, Germania⸗ Drogerie. Planos Flügel Pianolas Phonolas 249 kauft zu höchsten Preisen G. Müller Frankfurt a. M. Unterlindau 48 Tel. Hansa 4524. 38 binder, Mechaniker, 1 Heizer, 1 Wagner, mehrere Anstreicher u. Weißbinder, 1 Konditor, 2 Bautechniker, 1 Maschinenbaupraktikant, 1. Zahntechniker, mehrere Elektromonteure, 2 Gärtner. Lehrlinge: 1 Kaufmann, 2 Autoschlosser, 2 Schlosser, 1 Spengler, 3 Mechaniker, 3 Elektromon⸗ teure, 2 Schuhmacher mit Kost und Wohnung, 1 Schreiner desgl., 1 Schneider, 1 Schlosser oder Schmied auf dem Lande. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen⸗ Schriftsetzer, Buchdrucker, 2 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausburschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Schuh⸗ macher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler, 1 landw. Verwalter, genommen. Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werben: a] bei biesigen Arbeitgebern: Böcker u. Metzger, 3 Schneider, 1 Kraftfahrer, 1 Vuch⸗ Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und mädchen für einzelne Tage, tüchtige Allein ⸗ mädchen, 1 einfache Stütze, mehrere Waschsrauen, mehrere Küchenmädchen, 1 Beihilfe für Schneiderin. b) bel auswärtigen Arbeitgebern: Mehrere landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienst⸗ mädchen, Hausmädchen, alleinmädchen, eine Stütze, 1 landw. Haushälterin, mehrere Hotelzimmer⸗ u Küchen⸗ mädchen f. d. Saison, 1 Weißzeugnäherin f. die Saison es suchen Arbeit: 2 Büglerinnen, Kontoristinnen, 1 Flickerin, drei Verkäuferinnen, 1 Haushälterin, einige Lauffrauen, auch für Nachmittagsbeschäftigung, Mädchen für tags⸗ über, Fabrikarbeiterinnen, 1 Waschfrau, 1 Schneiderin⸗ lehrmädchen, 3 Bürolehrmädchen. Lehrling vom Land 5 für unsere mechanische Reparaturwerkstätte gesucht. Lösmann& dochneider Kaiserallee 45. eee eee ier e in der Nähe ba; W kraße geg. 4B mel, Wohnung„ f d. Geschästssseh hessischen Voll 0 3. Karl Hahn, Bellersbeim, 1 N Philippi, Friedberg⸗Fauerbach, 5. Karl Bickel. Ilbensigd Stellvertreter: 1. Gilbert Diehl, Münzenberg, 2. Ott Ulsa, 3. Emil Hensel, Rodheim v. d. H., 4. Karl He — — X22 — T0 Schudt, Wetterfeld, 2 Ofononemn Wilhelm