gchtlüon: Bihuhofftraße Crpedition: Gießen Bahnhofstraße 23 Ftrusprecher 2008. Volles 4e Oberb. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. 2 Abonmementspreiz mit den Beilagen„Das Blatt der Frau n a Verantwortlicher Redakteur; J. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich; R. Strohwig. Der Anzeigenpreis beträgt für bie Millimeterzeile(35 mm breit) oder deren Raum sokal 60.— Mk, auswärts 80.— Mk., die Neklamemilkmeergeil 0 8 7* 2 7 5 8 7 5 3 2 irtschaftliche Beilage beträgt monatlich 3300.— Mk. einschl. Bringerlohn. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. 300.— Mk. Bei größeren Auft der Wi i. ö—.—— bezog. 8800.— Mit. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120.— Mt Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. 50 Offenbach a. M. der Rabat gewährt 15 Anteigen⸗Aumahmne 91g 6 Ahr abends. 7 Nr. 35 Gießen, Samstag, den 14. April 1923 18. Jahrgang —— Das Hunger⸗Dumpiug ber deutschen Arbeiterschaft. Jahre hindurch hatte die deutsche Produktion vor der niisländischen dadurch einen Vorsprung, daß sie durch den niedrigen Stand der deutschen Währung in der Lage war, Varen billiger zu exportieren als gleichwertige Produkte im Ausland kosteten. Nach der Stützungsaktion für die Mark bber hat sich ergeben, daß der Preisvorsprung der deutschen daten, umgerechnet in fremde Valuta, sich wesentlich ver⸗ mindert hat. Trotzdem ist die deutsche Industrie noch in der Loge, nach dem Ausland einen Schleudererport zu betreiben. jeser Schleuderexport, meist Dumping genannt, wurde in Ann der Hauptsache damit begründet, daß die deutsche Industrie Vemang zusch Ueberhöhung der inländischen Warenpreise sich die i sglichkeit schuf, ähnlich wie vor dem Kriege durch bewußte erkschalc und absichtliche Unterbietung der fremden Konkurrenz sich den Ne 4% 1550 Absatz ins Ausland offenzuhalten. Diese Auffassung es. mag richtig sein; sie kennzeichnet aber nur die Außenseite lhnen der Frage. Tatsächlich wird der billige Export der deutschen iustrie dadurch herbeigeführt, daß der deutsche Arbeiter unserem Ut im Verhältnis zu seinen ausländischen Kollegen wesentlich daun ic nunterbezahlt it. Die Schweizer wirtschaftliche Monatsschrest Die Kurbe. der wir die nachfolgenden Ausführungen ent ⸗ — hat sich dadurch ein Verdienst erworben, daß sie die „ arein weltwirtschastlichen Konsequenzen dieses Hunger⸗Dumpings e deutschen Arbeiterschaft in einer Untersuchung klarge⸗ at, die weiteste Verbreitung verdient 2 0 s die Preise und die Valuten der berschiedenen bor dem Krieg ziemlich genau aufeinander abge⸗ waren, so bildete sich für die Arbeiter der ver⸗ n Volkswirtschaften auch eine Lebenshaltung heraus, zabgesehn von durch nationale Eigenart und klimatisch Verschiedenheiten— mindestens in der Nahrung, stens binsichtlich des Kalorienwertes nicht allzu sehr chieden war. Sie schwankte zwischen 3000 und 3800 Eine Arbeiterfamilie bon ungefähr gleicher Größe u. a. pro Jahr Kilo, bezw. Liter, bezw. Stück: Tatil Von 5 . uin ber Schweiz Deutschland Oester reich England .„ ren(49120(1909(1912)(1904) 9 0 500— 510 480 geschätzt 414 520 etgermifen 1070—1080 5⁰⁴ 665% 298 h und Wurst 102— 106 131 165% 154 nan.. Butter 14%. 16%, 35 10 47 Die 10%— 12/ 18 l Tier 380— 390 392 405 625/ö26 Jette und Oele 22⸗J/.— 24% 281 471% 2 Aartoffeln 247— 257 438 164 402 ö Teigwaren 28— 20 2 2 2 Aiucker 65— 67 1470 65 126 i 2 itwerksll 0 Fabel Fu a ssefsel, s 1 Hal n, Taba g 1 a 2 Gewiß finden sich in dieser Aufstellung wesentliche Unterschiede der Lebenshaltung. Allein es handelt sich doch mehr um Verschiebungen in den Artikeln als um eine aus⸗ gesprochen andere Lebensweise. Die Lebenshaltung der zentraleuropäischen Arbeiterschaft, inkl, jener Englands, wies insofern aber besondere und ganz unbestreitbare Aehnlich. keiten auf, daß sie ca. 45—55 Prozent ihres Einkommens auf die Ernährung verwendete. Im großen und ganzen war— bei allen tatsächlich vorkommenden Verschiedenheiten — eine einheitliche Lebenshaltung insofern vorhanden, als der Arbeiter in einem Lande sich ohne große Schwierigkeiten an den Standard im anderen gewöhnen konnte. Man kann also mit Rocht von einer gewissen Stabilität der internatio⸗ nalen Lebenshaltung sprechen. Diese Stabilität war eine äußerst wichtige Grundlage für die internationalen Kon⸗ kurenzverhältnisse. Es liegt auf der Hand, daß in dem Moment, wo die Arbeiterschaft eines Landes sich bereit er⸗ klärt hätte, ein Drittel weniger zu konsumieren, diese frei⸗ willige Zurückschraubung der Lebenshaltung sich aufs schärfste hätte in den Konkurrenzbedingungen ausdrücken müssen. Was ist nun aber heute geschehen? a gira 10 Millionen Arbeiter Deutschlands arbeiten heute unter ganz veränderter Lebenshaltung. Alle Berichte, die wir besitzen, sprechen dafür, daß sie für die Ernährung ta. 70 bis 80 Prozent ihres Einkommens verwenden müssen. Das ist ein Prozentsatz, wie er für die Ausgabenstruktur des— chinesischen Arbeiterhaushaltes festaestellt worden ist. Und für was für eine Ernährung! Es ist wohl nicht über⸗ krieben, wenn man behauptet, daß der qualifizierte Arbeiter von heute in Deutschland höchstens 50—45 Prozent von dem verzehren kann, was er früher als zu seinem Unterhalt ge⸗ börig erachtete. Dabei erspart ihm die Mieterschutzgesetz⸗ Die Stellungnahme der soziald. Reichstagsfraktion. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschäftigte sich am Donnerstag abend in einer fast fünfstündigen Sitzung, die bis 11 Uhr währte, mit der außenpolitischen Lage, wie sie durch den Ruhreinbruch und den geführten Abwehrkampf entstanden ist und sich bis jetzt entwickelt hat. Trotzdem die Fraktionsbesprechungen streng vertraulich sind, glaubt die bürgerliche Presse über sie be⸗ richen zu können. Die Berichte sind deshalb. auch entsprechend. So behauptet z. B. der Lolalanzeiger in seiner heutigen Morgenaus⸗ gabe, daß der Flügel innerhalb der Sozialdemokratie, der von der Regierung mehr Aktivität verlangt, von Breitscheid geführt wird, während ein großer Tefl der Fraktion, und das sollen ins⸗ besondere die„alten Rechtssozialisten“ sein, der Ansicht sei, daß die Regierung keine andere Politik versolgen könne, als sie sie bisher getrieben hat. An diesen Behauptungen ist kein wahres Wort. Weder führt Breitscheid einen Flügel, der mehr Aktivität verlangt, noch besteht in der Fraktion bei einem Teil der Genossen die Auffassung, daß die Regierung auch weiterhin keine andere Politik verfolgen könne, als sie sie bisher getrieben hat. In Wirklichkeit hat die ausgedehnte Debatte über die außen⸗ politische Lage innerhalb der Fraktion am Donnerstag gezeigt, daß diese vom ersten bis zum letzten Mann einmütig im Interesse des Volkes den psychologischen Augenblick für ge⸗ kommen hält, in dem die Reichsregierung die Pflicht hat, die Ini⸗ tiative zu Verhandlungen zu ergreifen, ohne zuvor auch nur im Geringsten die passive Abwehr aufzugeben. Ebenfalls erkannte die Mehrheit der Fraktion an, daß die bisher unterstützte Politik, die schon seit Wochen von verschiedenen Seiten als zu wenig aktiv bezeichnet wird, die richtige war. In diesem Sinne werden auch die von der Fraktion zur Debatte über den auswärtigen Etat als Redner bestimmten Genossen Hermann Müller und Breitscheid sprechen. Die Verständnislosigkeit der Cuno⸗Roseuberg. Die Kanzlererklärung vor den Regierungsparteien. Leider besteht innerhalb der Reichskanzlei nicht der gute Wille, im der Tat zu einer Aktiven Politik zu schveiten, wie sie im Interesse der deutschen Bevölkerung, insbesondere aber aus Fürsorge für unsere an der Ruhr kämpfenden Brüder mit Entschiedenheit gefordert werden muß. Das ging zum mindesten aus der Erklärung hervor, die der Reichskanzler am Donnerstag nachmittag den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft abgegeben hat, nachdem diese mit dem Wunsch zur Reichskanzlei gegangen waren, von Cuno mehr Aktivität zu ver⸗ langen. Aber trotzdem sind wir davon überzeugt, daß die Verhält⸗ nisse auch die gegenwärtige Regierung bald zu einer Auffassung zwingen werden, wie ste jetzt bereits von den Sozialdemokraten ver⸗ treten wird. Die Verständnislosigleit der Herren Cuno und Rosen⸗ berg(des Reichsaußenministeriums) ist umso unbegreiflicher, als ihnen von der englischen Regierung öffentlich, andererseits aber auch im Vertrauen die Brücken geschlagen worden sind, die zu einer Ver⸗ ständigung führen könnten, und daß sich gegenwärtig auch in Frank⸗ 1008 ein starker Wille zur Liquidation des Ruhrabenteuers breit macht. Die Sozialdemokratie deukt nicht daran, den bürgerlichen Par⸗ teien Material zu einer neuen Dolchstoßlegende zu geben, aber sie wird dennoch als Fraktion das tun, was ihr die Vernunft gebietet. Sie wird, falls die Regierung nicht aktiver werden will, die Ver⸗ antwortung für das kommende ablehnen, ohne dabei die Abwehr als solche zu gefährden. Daß in Wirklichkeit auch innerhalb der fran⸗ zösischen Industrie der Wunsch besteht, mit der Ruhrpolitik Poinegrés Schluß zu machen, ergibt sich aus einer Auseinandersetzung zwischen einem Teil der Pariser Presse und den von dem Comité des Forges unterhaltenen Nachrichtenbüros. Indem diese Instanz der franzö⸗ sischen Industrie darauf hinweist, daß der Versailler Vertrag das Hauptproblem der französischen Wirtschaft, die Belieferung der Metallindustrie mit 6—7 Millionen Tonnen Koks, nicht gelöst hat und diese Lösung nachträglich erzielt werden muß, sagt sie:„Das zeigen, ein wie kläglicher Rest weniger als üppigen Lebensweise dem deutschen Arbeiter verblieben ist. Was hier an Umstellungen in der Lebenshaltung vor sich gegangen ist, ist durchaus keine bloß innerdeutsche, sondern eine internationale Angelegenheit. Nehmen wir an, die deutsche Industrie hätte vor dem Kriege Kulis importiert, um die französische, belgische, englische, schweizerische Indu⸗ strie auf dem Wege der billigeren Lebenshaltung der Ar⸗ beitskräfte im Konkurrenzkampfe zu schlagen und der nicht⸗ deutschen Industrie wäre ein gleicher Ausweg versagt ge⸗ blieben. Hätte diese Tatsache nicht die ganze Welt aufge⸗ rüttelt? Daran ist nicht zu zweifeln. Und heute? Die deutsche Lebenshaltung steht heute weit unter dem—und dies bei ganz anderen klimatischen Be⸗ dingungen— was ein armer Bauer in den Abbruzzen vor dem Kriege sich zuführte. Um diese Lebenshaltung wett⸗ eifert in Form der Preise der Fertigfabrikate die Industrie aller Länder. Rohbaumwolle ist in Deutschland aber teurer als auf dem Weltmarkt. Der Spinner und Zwirner kann den ausländischen aber schon unterbieten, weil seine Leute gebung sozusagen ganz die Bestreitung der Wohnungs. bedürfnisse, für die er früher doch 15—20 Prozent seines Einkommens zu verwenden hatte. Wenn auf dem Gebiete des Wohnungswesens der Ausgleich einmal eingetreten sein wird und wenn die Anpassung der im Inland produzierten hrungsmittel an die Preise des Weltmarktes im Verlaufe halben Jahres gänzlich erfolgt ist, dann erst wird sich weniger essen, als die entsprechenden des Auslandes. Der Weber erhält das Garn daher billiger. Der Stoff. den er absetzt, konkurrenziert den ausländischen um den Betrag der Lebenshaltungsdifserenz der Spinner, Zwirner und Weber in Deutschland und im Vergleich zu jener im Auslande, und wenn der Stoff gar in Form des Hemdes exportiert wird, so steckt darin noch die Differenz der Lebenshaltung der einer schon früher nichts Schneiderin. Das ist das furchtbare Hunger⸗Dumping der Der Kampf um die Initiative und Aktivität. Handeln schließt das Verhandeln keineswegs aus, sondern bedarf seiner sogar als notwendige Konseguenz“. Die Reichsregierung ist darüber unterrichtet, daß derartige Aeußerungen nicht leicht zu nehmen sind. Wenn sie trotzdem in ihren maßgebenden Instanzen vorläufig darauf beharrt, der Gesamtentente keinen offiziellen Plan zu überreichen, dann zeugt das nicht von großem Verantwortungsbewußtsein. Die Vertreter der Gewerkschaften beim Reichskanzler. Der Reichskanzler empfing am Donnerstag im Beisein des Reichsarbeitsministers Dr. Braun, die Vertreter der sämtlichen deutschen Gewerlschaften im Ruhrgebiet, um einen Bericht über die gegenwärtige Lage entgegenzunehmen. Nachdem die Arbeiter⸗ führer hervorgehoben hatten, daß sie an der passiven Abwehr gegen bie eingedrungenen Franzosen und Belgier mit aller Entschieden⸗ heit festhalten würden, richteten sie ihrerseits die Frage an die Regiérung, ob sie auch bedacht sei, den günstigen Stand der passi⸗ ven Abwehr nach außen hin polilisch auszuwirken, Reichskanzler Dr. Cuno gab eine bejahende Antwort und betonte, daß das Kabinett auch weiterhin bereit sei, auf Grundlage der Gleichbe⸗ rechtigung Verhandlungen zu führen, sowie sic eine Möglichkeit dafür bietet, d. h. sowie die Voraussetzung afür gegeben sei. Immerhin glaube er, die Delegierten des Ruhrbezirks darauf auf⸗ merkfam machen zu müssen, daß sie noch lange Zeit in ihrer Ab⸗ wehr verharren müssen, bis sich die Situation außerpolitisch weiter kläre. Im Anschluß daran wurden die wirtschaftlichen und finan⸗ ziellen Fragen besprochen, nachdem Reichsfinanzminister Dr. Hermes ein längeres Exposee gegeben hatte. In einer einmütig gefaßten Entschließung bekundeten die Gewerkschaftsführer und die Regierung den Willen, auch fernerhin im Abwehrkampf auszu⸗ harren, aber Verhandlungs möglichkeiten mit dem Gegner nich außer Acht zu lassen.—. Schöne Worte! Aber wo sind die Taten? Mehr Mut. Seit Loucheur aus London zurückgekehrt ist, haben die Be⸗ sprechungen der Presse über die Art der Beilegung des Ruhrkonflikts, sowohl in England wie in Frankreich, ebenso aber auch in Deutsch⸗ land kein Ende genommen. Wäre in diesen Ländern nicht die Ueber⸗ zeugung im Wachsen begriffen, daß es so wie bisher nicht weiter⸗ gehen kann, dann würden derartige Erörterungen sicherlich nicht andauern. Das gilt auch von Frankreich, insbesondere von seiner Regierung. Es kann nicht bestritten werden, trotz der Ableugnungen Poincarés, daß das offizielle Frankreich das Ende des Ruhraben⸗ teuers herbeisehnt. An sich sind die von uns nur kühl bewerteten Beteuerungen des französischen Min'steryrändenten ia den ihm ge⸗ treuen Presse, die bisherige Politik fortzuseben, verständlich. Die gegenwärtige französische Regierung fürchtet um ihr Prestige, weil sie vorläufig mehr nicht zu verlieren hat. Und eben aus dieser Furcht glaubt sie 0 5 in ihrer Taktik vom 11. Januar sortfahren 5 zu müssen. Anders in Deutschland. Wir haben bei einem zweifer⸗ haften Ausgang des Ruhrabenteuers viel zu verlieren, und gerade weil das der Fall ist, weil von der anderen Seite aber auch anzu⸗ nehmen ist, daß sie eine evtl. deutsche Aktion nicht so achselzuckend behandeln wird, wie den letzten Vorschla, für die Pariser Konferenz, fordert ein wesentlicher Teil des deutschen Volkes von der Reichs⸗ regierung eine ernsthafte aktive Politik. Diese Forderung wird auch von einem Teil der Kabinettsmüglieder und von maßgebenden Mit⸗ gliedern des Reichstages geteilt. Nur die Deutschnationalen wünschen einen Abwehrkampf bis zum Bankrott, der die nationalistische Stim⸗ mung fordert und damit indfrekt zum Zutreiber für ihre Reihen wird. Sie haben eine eigene„Verständigungsbereitschaft“, in dem sie an Verhandlungen Bedingungen knüpfen, die von jedem Deutschen abgelehnt würden, wenn Frankreich sie bei umkehrtem Stärkever⸗ hältnis an uns stellen würde. Welcher Art die einzuschlagende aktive Politik sein muß, ist an dieser Stelle schon mehrfach gesagt worden. N CCC deutschen Exportindustrie. Es ist undenkbar, daß ein Volk von 60 Millionen im Zeitalter der Verkehrswirtschaft eine so elende Lebens- haltung durchmachen muß, ohne daß es die Konkurrenz- staaten am eigenen Leibe in gleicher rm büßen müssen. Das deutsche Hunger-Dumping ist eine Erscheinung, die nach der Konsolidierung der Währungs- und Preisver⸗ hältnisse binnen kurzem nachdem einmal der Star gestochen sein wird, alle Welt beschäftigen wird. Und je länger die siegreichen Nationen in Konferenzen, Kommissionen und Expeditionen an Deutschland herumdoktern, umso schwieri⸗ ger wird die Lage auch für sie werden. Denn es ist grund- falsch wenn man glaubt, bei unserer dermaligen Wirt⸗ schaftsversassung zahle ein Volk allein eine Rechnung. Jedes muß auf dem langsamen und mühseligen Wege des Zirku⸗ lationsprozesses der Waren mitzahlen helfen, ob es wolle oder nicht. Das wird auch die Schweiz treffen. Wir sind erst in den Anfängen.“ Diese Ausführungen sind so schlagend und beweis kräftig, daß sich eigentlich jedes Wort des Kommentars er⸗ übrigt. Es sei hier nur darauf hingewiesen, daß es keine vernicktendere Kritik des Versailler Vertrages gibt als die Feststellung, daß das deutsche Volk mit seinem Hunger nicht nur die Kosten imperialistischen Wahnsinns trägt, sondern sie auch durch den Schleuderexport auf diejenigen Mächte abwälzt. die glauben, aus dem internationalen Chaos Nutzen ziehen zu können. 1 Deutschland muß die Initiative zur Einleitung von Verhandlungen ergreifen und der Welt klipp und klar sagen, wie es sich die Lösung der gegen⸗ wärtigen Krtse vorstellt. Es sollen hierzu von einzelnen Reichs⸗ ministern schon Vorbereitungen getroffen sein: falsch aber ist, wie es jer Verliner Berichterstatter des Journal in der Donnerstagsaus⸗ gabe seines Blattes behauptet, daß bereits ein neuer Reparations⸗ plan ausgrarbeitet sei.. Gewiß ist die Ausarbeitung eines Planes nach den unendlichen Entiüuschungen keine Vergnügen und nicht mit Unrecht, wird jetzt immer wieder die Behauptung aufgestellt, daß Deuts gegen⸗ wärtig nicht in der Lage ist, mehr oder auch nur das anzubieten, was dem letzten Angebot stir die Pariser Konferenz enksprach. Aber leichtsinnig scheint uns der hieraus gefolgerte Schluß, daß Deutsch⸗ Land deshalb gegenwärtig überhaupt keinen Vorschlag an die Entente machen kann. Alle Welt weiß, daß die deutsche Produktion unter der abenteuerlichen Politik Poincarés stark gelitten hat, und damit ergibt sich von selbst, daß in der verminderte Leistungsfähigkeit im Verhältnis zu unserer Produk⸗ tions kraft im Dezember 1922 besteht. er trotzdem bleibt Deutschland doch in der Lage, zu sagen, was es mit Rücksicht auf den Verlust durch die belgisch⸗französische Muh raktion glaubt leisten zu können. Das sollte jetzt gesagt werden. Sicherlich werden an einer Schätzung unserer Leistungsfähigkeit von scher Seite nicht nur von Frankreich, sondern auch von anderen Ländern Zweifel gehegt werden. Die deutsche Regierung müßte sich deshalb gleichzeitig von vorneherein bereit erklären, daß, falls Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schätzung bestehen, einer Internationalen Kommission das Urteil über die deutsche Leistungs fähigkeit überlassen bleiben soll und diese Entscheidung von Deutschland anerkannt wird. Die Frage der Garantien könnte im Notfall bei den deutschen Ab⸗ gaben in ähnlichem Sinne von der Reichsregierung angeregt werden. Was die Sicherheitsfrage anbelangt, muß sich die Reichsregierung klar auf den Boden des Versailler Vertrages ellen. Sie kann ferner beruhigt in alle Maßnahmen einwilligen, die die Territorialität des deutschen Reiches nicht antasten, anderer⸗ seits für Frankreich als Sicherheit gelten kann. Wenn nicht alle Zei trügen, befindet sich die englische Regierung im übrigen in jeser Frage in wesentlicher Uebereinstimmung mit weiten deut⸗ schen Volkskreisen. Das besonders zu bedenken, würde nichts Es führt zu weit, im Rahmen eines fachlichen Artikels auf alle ten einzugehen, die in einem solchen Vorschlag Erwähnung inden müßten. Der Sinn einer aktiven Politik ist im Augenblick, den überhaupt ein Vorschlag gemacht wird, der in der Welt Eindruck der deutschen Verständigungsbereitschaft, des deutschen . erweckt, und der denjenigen, die ebenfalls den N n wollen, die Möglichkeit gibt, diesen Vorschlag als Basis zu Verhandlungen zuͤ benutzen. Es dürfte sich dann zeigen, ob Frank⸗ reich es wagen wird, einen derartigen Vorschlag abzulehnen. Ein weiterer Sendbote Poincarés in Lon don? Entgegen allen anderen Meldungen, denen zufolge der frühere Finanzminister Klotz am Mittwoch nach London abgereist sei, teilt die Liberte mit, daß Klotz sich bereits sest 3 Tagen in London aufge⸗ halten habe und bereits wieder nach Paris zurückgekehrt sei. Es eien strengste Weisungen ergangen, seine Anwesenheit in London, von r* die französischen Behörden wußten, den Journalisten zu ver⸗ r. Wie sich jetzt herausstellt, hat Klotz während seines Londoner Aufenthaltes eine lebhafte Tätigkeit entfaltet und obwohl über den seines Besuches nichts verlautet, gehe man kaum fehl, in der „ihn mit der Reise Loucheurs in Zusammenhang zu bringen. Klotz soll mit amtlichen englischen Persönlichkeiten Unterredungen geführt haben, was jedoch in englischen Kreisen bestritten wird. Die Massenausweisungen. Auch Tote werden ausgewiesen. Die Massenauswessungen und das brutale Auf⸗die⸗Straße⸗Setzen won Familien mit Greisen, Kranken und Säuglingen, wobei Baso⸗ zette und Offizierspeitschen in Tätigkeit treten, geht unentwegt fort. un verantwortlicher Leichlfertigkett die Franzosen bei den lu sungen arbeiten, daß durchaus nicht irgendwelches„Vergehen“ gegen die Besatzungstruppen zu Grunde liegen muß, sondern daß die Ausweisungen einem ganz bestimmten Plan dienen, nach Listen 5 225 75 Untersuchung erfolgen, das zeigt die folgende Meldung ö r. 15 Sonnenberg bei Wiesbaden, 11. April. Dieser Tage erschienen Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. Wie eine Quelle, die plötzlich ihr unterirdisches Ge⸗ ängnis durchbricht, so brach sich die langunterdrückte Liebe arcelles Bahn und sprudelte mit überwältigender Macht aus der Tiefe ihres Herzen empor. Sie vergaß alles um sich 8 nur das eine nicht, daß Rohan lebte und daß er sein eben gegen eine große Uebermacht zu verteidigen hatte. Sie dachte im Augenblick nicht einmal daran, daß er sich gegen den Kaiser auflehne und sich weigerte, Soldat zu sein. Ihr Herz war nur von dem einen beseligenden Gefühl er⸗ füllt— er lebt! Noch vor einigen Stunden hatte sie sich wie ein Schatten ihres früheren Ichs bewegt. Ihre Seele war von einem unaussprechlichen Schmerz erfüllt, etwas in ihr gestorben. Nun war es wieder zu neuem Leben erwacht. Sie, die stillergeben und wie erstarrt ihren Kummer ge— tragen, schüttelte sich wie ein Baum im Sturme, als der erste Hoffnungstrahl die Eiskruste ihres Herzens auftaute. Nicht ohne Sto dachte sie jetzt an die Kraft ihres diebsten, der sich bisher so tapfer verteidigt hatte. Ohne Waffen, in nächster Nähe des Feindes und es war ihm doch gelungen, zu entkommen! Irgend ein Zauber mußte ihn den— vielleicht liebte ihn der allgütige Gott doch und serbarmte sich seiner Not... Die Nachricht, daß Rohan Gwenfern sich in dem schwarzen Loch der vom heiligen Gildas verfluchten Kathedrale ver- stecke, daß er seit vielen Wochen dort oben, von allen Menschen Abgeschnitten, ein einsames Dasein friste, verbreitete sich wie ein Dauffeuer im Dorfe. Alle Welt glaubte, daß der schreck— „dhe Ort von Gespenstern und Geistern heimgesucht sei, die a allnächtlich dort ihr Unwesen trieben. Selbst die beherztesten Männer von Kromlaix hatten es noch nie gewagt, die Kathe⸗ drale zur Nachtzeit zu betreten. Wer den Mut besaß, Nacht um Nacht dort zuzubringen, mußte entweder mit dem Bösen einen Bund geschlossen haben oder unter dem besonderen Schutze Gottes und aller Heiligen stehen. Die Meinungen waren geteilt. Einige Schwarzseher behaupteten steif und fest, Rohan müsse sich dem Teufel mit Haut und Haaren verschrieben haben und dieser wache nun in dem„Teufelsnest“ oben über sein Leben. Die Mehrheit Welt auch Klarheit über die augenblicklich eines guten Geistes— des heiligen Gildas selbst— stehe, Das„korrekteste“ aller Parlamente der Welt, das eng⸗ lische Unterhaus, in dem traditionsgemäß jede unparlamen⸗ tarische Aeußerung rücksichtslos durch den Präsidenten (Sprecher) und eine ganze Schar von Ordnern unterdrückt wird, das einzige, in dem wohl noch nie regelrechte Prügel⸗ szenen vorgekommen sind, ist nun auch der Schauplatz wilder Auftritte gewesen. So geht auch im konservativen England eine Tradition nach der anderen dahin. Wer weiß, ob nicht vielleicht sogar der Sprecher eines Tages die lange, weiße Perücke im Stile des 16. Jahrhunderts wird ablegen müssen, die er noch immer vor jeder Sitzung aufsetzen muß; Anlaß dieses Krawalls war die tags zuvor von der Re⸗ gierung Bonar Law erlittene Schlappe, die das Kabinett anscheinend durch ein reglementswidriges Manöver wieder aus der Welt schaffen wollte. Darüber meldet in Erweiterung unseres gestrigen Berichts Europa⸗Preß in einem Londoner Telegramm: In der Mittwoch⸗Sitzung des Unterhauses kam es zu einer regelrechten Schlägerei. Die Reg erung. wollte den An⸗ trag, bei dessen Abstimmung sie vorgestern eine Niederlage erlitten hatte, erneut zur Beratung bringen. Die Arbeiterpartei wider⸗ setzte sich diesem Vorgehen mit der Begründung, daß dies mit dem bestehenden Reglement im Widerspruch stehe. Als aber die Regierung diesen Einwand unbeachtet ließ, fingen die Mit⸗ glieder der Arbeiterpartei an, revolutionäre Lieder zu singen. Infolge eines Miß verständnisses kam es zu einem Handgemenge zwischen einem Mitglied der Arbeiterpartei und dem Unterstaatssekretär im Kriegsamt, Oberst W. Guinnes, der Faustschläge erhielt. Darauf setzte ein fast allgemeines Handgemenge ein, so daß der Präsident die Sitzung aufheben mußte. Etwas detaillierter, wenn auch ebenfalls nicht ganz klar, ist die Darstellung eines Londoner WT B.⸗Telegramms: Nach der Aufhebung der Sitzung näherte sich ein Mitglied der A* eiterpartei bem Untersekretär des Kolonialamtes Gore und verwickelte ihn in ein erregtes Gespräch, in dessen Verlauf er versuchte, ihn miteinem Schriftstück zu schla⸗ gen. Regierungs⸗ und Arbeitermitglieder griffen uwerzüglich ein und verhinderten, daß es zu Tätlichkeiten kam. Angeblich war vorher ein Mitglied der Arbeiterpartei von einem Anhänger der Regierung geschlagen worden, und dies soll den Zwischenfall veranlaßt haben. Einige Arbeitermitglieder, die sich drohend gegen mehrere Regierungs⸗ anhänger wandten, wurden von ihren Parteifreunden zurückge⸗ lten. Schließlich verließen fämtliche Mitglieder das Haus, ohne aß es zu weiteren Zwischenfällen kam.— Vor der Aufhebung der Sitzung hatte Macdonald nochmals die Regierung aufge⸗ 2 eine Erklärung abzugeben, ohne eine Antwort zu erzielen. Bei der Wiederaufnahme der Sitzung herrschte große Be⸗ wegung. In den Wandelgängen wurde erzählt, daß die Arbeiter⸗ vertreter beabsichtigten, ihre Kundgebung zu wiederholen. Der Spreche vertagte schließlich die Sitzung des Hauses morgen, ohne daß nochmals die Ordnung gestört wurde. 45 Der Vollständigkeit halber sei noch die Version des Daily Expreß hinzugefügt: Der Parlamentsberichterstatter des Daily Expreß schreibt, eine derartige Szene habe wahrscheinlich nie im britischen Par⸗ lament stattgefunden. Die Arbeitermitglieder hätten einen Höl⸗ lenlärm veranstaltet, um zu verhindern, daß das Haus seine Geschäfte erledige, und hätten das Lied der roten Fahne gesungen. Während einer halben Stunde habe das Haus einem zoologischen Garten geglichen. Nach dem“ im „Kampf“ im Laws Zimmer im Unterhaus einzudringen versucht, Poli⸗ Prügelei im englischen Unterhaus. zisten hätten jedoch rasch die Tür des Zimmers des ministers abgeschlossen. f 3 2 Natürlich haben diese Zwischenfälle in der gesamten lischen Presse einen lebhaften Widerholl gefunden: „Daily Chronicle(das Blatt Lloyd Georges. Red.) e einem Leitartikel, das Tabinett von zweitklassitn Leuten, über das Vonar Law den Vorsitz führe, habe a seine Unfähigkeit, durch das im Innern angerichtete Du einander und die im Auslande erlittenen e die Leute, von denen es eingesetzt worden sei, enttäuf 110 sei erustlich erschütterl. Niemand erhoffe von di Kabinett irgend etwas Gutes und wenige erwarte. es lange Bestand haben werde. Der petsönliche Faktor der schwächten fundheit Bonar Laws hänge über 8 Kabinett wie ein Damoklesschwert. Bonar Law könne jeden g urücktreten, und wenn er dies tue, wiür niemand 1 1 15 Einer politischen Krisis, die mindestens eine Neublldu Ministeriums zur Folge haben würde und vie icht wahlen führen könne, müsse daher benen bark Daily Chroniele fragt, wie weit die verschiedenen Mun ag N seien, dieser Krisis zu begegnen. Die konservative und die beiterpartei seien vorbereitet, 8 die Arbeiterpartei sei einig, lic wohlorganisiert und f zuversichllich, und sie könne, wenn es zur Auflöfung des Parlaments sollte, sicher darauf rechnen viel besser abzuschneiden legten Heröst. Wie stehe es dagegen mit den liberg le teien? Einfach, weil einige reiche oder W Per keiten eine Abneigung gegen Lloyd George bliebn sie getrennt und machtlos. Sie hätten kein Progee lelne gemeinsame Führung oder Strategie. keine Aussicht e reichung der Macht. Wie 1 solle dies noch weitergehen? Beschleungiung des Absii N Regi* rung in der liberalen ierung ma Nerb müsse augestrengt werden eo cgamisation nur gefährlicher. eh „damit bie endgül 0 Krit win die Liberalen bereit seien. ihre Pflicht zu tun. 5 sowohl die Regierung als auch hätten an Ruf eingebüßt infolge der Ni f 0 16 11 den heutigen Zwischenfällen die Schlußfolgerung der fähigkeit der Regierung und ihrer konservativen Meß ziehen, ist jedenfalls kennzeichnend für das tiefe Unbeh das in ganz England auf dem Gebiet der inneren, wie auf dem der auswärtigen Politik herrscht. Nach Ansicht führender Parlamentarier der Arbei partei wäre übrigens mit einem bloßen Rücktritt W Laws, dessen Krankheit keine diplomatische, sondern wirkliche ist, außenpolitisch nichts gewonnen. Denn d Law genieße ein hohes Ansehen in seiner eigenen d und sei der einzige, der imstande sei, die extrem konservafß Elemente, die Poincarefreundlichen, nationalistischen, l Lords“ bei der Stange zu halten. ——— —ä— — — F bewohner erklärten, der Gesuchte wohne nicht hier, sie hätten das Haus bereits seit zwei Jahren gemietet. Die Franzosen begaben sich zum Bülrgermeister, um bei ihm nach der Wohnung des Gesuchten zu forschen. Dort erhielten sie die Antwort, Schmidt wohne seit zwei Jahren„dort oben“. Eine begleitende Handbewegung deutete auf den benachbarten hochgelegenen Friedhof der Gemeinde. So be⸗ rechtigt dus Lachen über die französische Blamage ist, so ungeheuer ernst ist die Sache aber auch, zeigt sie doch wieder einmal, daß die denn es herrschte eine starke kaiserfeindliche Gegenströmung, die in unverkennbarem Mitleid mit dem Deserteur und in der Meinung, daß er unter göttlichem Schutze stehe, zum Ausdruck kam. f Pipriac entschloß sich nach kurzer Beratung mit seinen Untergebenen, sofort einen Boten nach St. Gurlott mit der Bitte um Verstärkung der Mannschaft zu entsenden. Die überschwemmte Kathedrale wurde von allen Seiten um⸗ lagert, so daß eine Flucht aus dem„schwarzen Loch“ unmög⸗ lich schien. 15 „Er ist in der Falle,“ knurrte Pipriac,„und nur Gott oder der Teufel kann ihn retten.“ Einundzwanzigstes Kapitel. Die Belagerung. Während seine Verfolger Kriegsrat hielten, lag Rohan ruhig in seinem Versteck und dachte nicht an Flucht. Hie und da horchte er auf, aber der einzige Laut, den er ver⸗ nahm, war das Gurgeln der Flut, die allmählich die unge⸗ heuere Kathedrale überschwemmte. Einige Stunden lang wenigstens war er sicher geborgen. Denn solange die Flut anhielt, drohte ihm weder von unten noch von oben Gefahr. Er lag in einer großen natürlichen Grotte, welche ins Herz eines Granitfelsens eingehauen schien und durch die in die Mündung des„schwarzen Loches“ oder Trichters dringenden Lichtstrahlen spärlich beleuchtet wurde. Große elliptische, mit seltsamem Moos bewachsene Bogen wölbten sich über seinem Haupte, während zu beiden Seiten die eben⸗ falls mit Moos bedeckten Wände in allen Farben des Regen- bogens glitzerten ähnlich dem von uns bereits be— schriebenen Vorhang des„Altars“; die Grotte war geräumig und kühl wie die Gruft einer von Menschenhand erbauten Kathedrale; da und dort rieselten ganze Wasserströme von den Wänden herab und bildeten auf dem Boden tiefschwarze Pfützen. Die Luft war feucht und kalt und hätte einem weniger abgehärteten Menschen verhängnisvoll werden können. Rohan aber sog sie mit dem Behagen eines kühnen Tieres ein. In der trockensten Ecke der Grotte befand sich sein aus einer hohen Schicht Seegras bestehendes weiches Lager, auf welchem er seit vielen, vielen Nächten der Ruhe pflegte. Mochte draußen auch Sturm und Wetter toben, er aber neigte der Ansicht zu, daß Rohan unter dem Schutze schlief hier rubig und fest. Peber seinem Lager hing ein Voglerhaken und ein winziges Oellämpchen, auf de 8 Fend 8 einige. 8 Bot vanzosen e Nachforschung jeden brut Geschäft or Ausweisung vornehmen an Hand alter Listen, die der Zufall oder verbrecherisches Spitzeltum in die Hände gespiell) Major Schmidt ist übrigens 1921 im Alter von 83 Jahren gestich Bei der Bergbauinspektion Gladbeck beschlagn ahmten die e zosen 500 Millionen Mark Lohngelder für die Arbeiter der Sci Rheinbaben. Die Belegschaft trat sofort in einen Proteststrei 1 3 lagen ein Paar Holzschuhe und daneben ein Stück 0 brot. 0 In dieser abgeschlossenen Einsamkeit, oft in vollstäth ster Dunkelheit, hatte Rohan, wie gesagt, bereits ile Wochen zugebracht. Hätten nicht die ewigen Seeleng 0 die Angst vor dem Enkdecktwerden seinen mächtigen Orga mus erschüttert. das Esnsiedlerleben am Busen der d würde ihm nichts angehabt haben und er wäte der riesenstarke Rohan geblieben. Aber selbst die kraftvolsen Tiere magern ab und verlieren an Kraft und Ansehen, wen sie in steter Angst vor Verfolgung leben. Was Wuff, wenn Rohan der Schatten seines ehemaligen Selbst worden war— ein magerer, verwilderter, argwöhpshen Mensch, aus dessen großen, angsterfüllten Augen ein u erträglicher Seelenschmerz sprach. Er hatte sich, um dis Maß voll zu machen, bei seinem letzten Gang über den ge. fährlichen Klippenweg auch noch einen Fuß arg verstal so daß er augenblicklich beim besten Willen nicht hätte fliehen können. 1 Der Schlaukopf Mikel hatte ganz richtig vermutet! 6 Mutter Gwenfern den Flüchtling heimlich mit Lebensinss; versah. Zwei- bis dreimal wöchentlich trat die gebra alte Frau den beschwerlichen Weg an, auf welchem Mil überrascht hatte. Ohne ihre Hilfe hätte Rohan notwenge““ weise verhungern müssen, denn selbst der kräftigste 5 kann auf die Dauer nicht ausschließlich von Schellfischen hn Hauttang, wie sie der Flüchtling nächtlicherweise aus Meere fischte, und von Vogeleiern leben. Gegenwärtig war er nicht allein in der Grotte. Ziege Jannedik leistete ihm willkommene Gesellschaft i rieb von Zeit zu Zeit zärtlich ihten Kopf an seinen 0 3 als ob sie ihn trösten und ihrer Zuneigung versichern wil Das brave Tier hatte ganz zufallig auf einem ihrer ge 16 N heitsmäßigen Streifzüge über die Klippen das Versteck s Herrn entdeckt. Als sie es einmal kannte, wiederhe 0 15 ihre Besuche, und nun verging kein Tag, an dem sie wenn auch nur auf ganz kurze Zeit, gekommen wäre. Kommen und Gehen bildete für Rohan stets ein auf 10 des Ereignis. Erstens fühlte er sich in ihrer Gesells nicht gar so entsetzlich verlassen und unglücklich, und vernuttelte sie, zwischen ihren langen Haaren perbaß Botschaften an seine Mutter. Tortsetzung f R 3 714431 8 3 be l 7577 2 = . . 2 e e 5, die bein gerung det ativen Mah 0 tiefe Unbeht inneren, 18 t. nalistischen, cher in 9 Drunb iht eum er Lien, df f Hände gespüh g Jahren dee nahmten dir. irhester der W en Protest „ auf deff „ n Stütk Ei oft in voll 91. bereit r gen Seelen 1 sächigen Oui Busen ber f er wäte bet 1 1 die kauft nd Ansehen ö a5 W. an ihnen liegt, mit dazu beitragen, Sopia Welt. den 8 Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 85 Gießen, Samstag, den 14. A ril 1923. Gießen und Umgebung. Rüstet zur Maifeier! 5 Selbstverständlich wird auch in diesem Jahre der Welt⸗ feiertag der Arbeit in würdiger Weise begangen werden und in unserem Verbreitungsgebiete sind die Parteivereine bereits mit den Vorbereitungen dazu beschäftigt. Alle Parteifreunde und Gewerkschaftsmitglieder müssen, soviel daß der Maifeiertag eindrucksvoll gestaltet wird, die Gedanken und hohen Ziele des Sozialismus, der Völkerfreiheit zum Ausdruck bringt. — In welcher Weise in der Stadt Gießen die Maifeier be⸗ gangen werden soll, wird demnächst bekannt gegeben. Aller Voraussicht nach wird Arbeitsruhe beschlossen werden. Richte sich jeder Freund unserer Sache dementsprechend ein! Maifestzeitung. Zur diesjährigen Maifeier gibt die Buchhandlung Vorwärts im Auftrage des Parteivorstandes eine Maizeitung heraus. die ganz hervorragend und außergewöhnlich ausgestattet werden wird. Dazu liegt in diesem Jah re besondere Veranlassung vor, denn der Maimonat dieses Jahres wird sehr bedeutungsreich sein für die demokratie nicht ner in Deutschland, sondern der ganzen Der Maitag wind in hohem Ernste aber auch festlich von 6 Arbeitern der ganzem Welt begangen werden, wie kaum jemals awor und gegen Ende des Monats werden sich die Vertreter der Sozialdemokratie aller Länder in Hamburg diesem bedeutsamen Ort für die deutsche Parteigeschichte vecsammeln, um Stellung zu nehmen, gegen Imperialismus und Kapitalismus. gegen Militaris⸗ mus und Unkultur. Die deutsche Sozialdemokratie wird unter Milarbeit aller anderen sogzialistischen Parteien alles daran setzen, daß dieser internationale Parteitag die gewaltigste Heerschau der Arbeiter aller Länder sein wird. Die Maizeituna wird deshalb aus diesem Anlaß gleich⸗ zeitin die Maizeitung der Sozialdemokratie in den deutschsprechen⸗ den Ländern und Fesischrift des Internationalem Kongresses sein. Unter Mitarbeit hervorragender Vertreter des Sozialismus Deutschlands und des Auslandes, wird diese Festschrift mit reichem Bilderschmuck in einem Umfange. von 16 Seiten erscheinen. Kautsky und Bernstein, Molkenbuhr, Frohme. Stolten, Perner und andere deutsche Genossen verein gten sich mit Tom Shaw, Claudio, Treves Dan. Sokup u. a. qulsländtschen Genossen, um gusammen zu würken damit der deutschen Sozialdemokratie eme Maigzeitung wie nie vorher geschaffen werde und damit dem In⸗ ternationalen Kongreß zu Hamburg ein Ueberblick über die Be⸗ wegung des arbestendaen Volkes in Deutschland und im Auslande gegeben werde. Künmstlerische Kräfte verschönern und vertiefen das Bild, das der Tert in rescher Fülle bietet und zahlreiche Illustra⸗ tionen hervorragender Fühver dec Arbeiterklasse die in der Zeit⸗ schrift mitwirken, werden besonders Leben im den ernsten Gedan⸗ Die Schrift ist durch unsere Buchhandlung zu beziehen. Es ergeht die Bitte an die Parteivereine, Bestellungen baldmöglichst an unsere Expedition gelangen zu lassen. Der Preis wird sich auf 450 Mark stellen. f Dit Freunde von liuks. Jg der am Dienstag abgehaltenen Versammlung wurde von mehreren Rednern den Kommunisten gegenüber der Ausdruck„die Freunde von links“ gebraucht. Auf diese Freundschaft dürfen wir uns nicht stützen, es ist kein Ver⸗ laß darauf und auch damit kein Staat zu machen. Zum Beispiel verteilten die„Freunde von links“ ein Flugblatt, in dem unsere Partei in folgender Weise freundschaftlich be⸗ handelt wird: Gießener Wochenplauderei. In einer so belämmerten Zeit wie der unserigen ist es immer⸗ hin erquicklich, wenn wenigstens im engeren Kreis der geliebten Heimat allerhand passiert, was zu harmloseren Randbemerkungen reizt und auch dem lachenden Philosophen die ach so teuere Stahl⸗ feder zu ach so teurer Papier⸗ und Tintenverschwendung in die Hand drückt. 0 Papiernot!„Wie konnt' ich sonst so tapfer schmälen, wenn tät ein armes Mägdlein fehlen!“ Das Faustzitat ist heraus und schon ist die Gedankenverknüpfung mit dem zitatenfrohen Gietzener An⸗ zeiger hergestellt. Wie beweglich stöhnte er über Raummangel und Papierpreis damals, als er genötigt war, Weißgerber contra Schian Aufnahme zu gewähren! Jetzt war plötzlich alle Papiernot ver⸗ schnunden, als es galt, in breiter Ausflährlichkeit über den„poli⸗ lischen Beleidigungsprozeß“ einen Bericht zu erstatten, in dem die bekannte Herzensneigung des Generalanzeigers für Oberhessen fünf Sechstel der Partei Lenz⸗Fischer, ein Sechstel der anderen Seite zu⸗ billigte. Billig und gerecht, wenn man beachtet, daß es ein Ziel war, „des Schweißes der Edelsten wert“, die Leser in Stadt und Land unparteissch(„wie ich es auffasse“, denkt die Schulstraße mit dem Reichskanzler Michaslis) über einen verleumderischen Angriff auf den Kultur⸗Antisemitismus zu unterrichten! Ebenso umparteiisch, aber freilich etwas ausführlicher, wie acht Tage vorher über die fragwürdigen Enthüllungen des„sozialdemokratischen() Ministers Severing bzüglich der sogenannten deutschvölkischen Verschwörung. „Kein Kind, koin Engel ist so rein“, wie der fälschlich„diszipli⸗ miert“ behauptete Antisemitenhäuptling nebst Gestinnungsgenossen im geladenen Gerichtspublikum und gar sein Verteidiger, dem obendrein (der Gerechte muß viel leiden) internationale⸗orientalische Roheit „das lange Jahre umbehelligt gebliebene Anwaltsschild mit einem mitgebrachten schmeren Werkzeug völlig demoliert, insbesondere den Namen unkenntlich gemacht hat.“ Der Grieche Herostratus wollte seinen Namen unsterblich machen, indem er den Tempel der Diana zu Ephesus ansteckte. Es ist ihm gelungen. Ebenso sicher wird es dem feigen Sachbeschädiger nicht gelingen, den Ruhm des antisemitischen Rechtsanwalts zu verdunkeln dadurch, daß er seinen Namen unkennt⸗ ich macht. Ein blödes Beginnen— diese Rev uche für natiomaleger⸗ manische Großtaten im Dienste der Befreiung des von den Novem⸗ berverbrechern geknebelten Vaterlandes!„O alte, teutsche Freiheits⸗ zeit, wohin bist du geschwunden! Nie kehrst du wieder, goldne Zeit.“ 6 wollen wir wer gründlich hoffen, und so schließen wir nach An⸗ deihen aus Goethe, Schiller, Klopstock und dem ommersbuch(im gebildeten Stile einer literarischraesthetisch parfürmierten Presse) nit eim zeitgemäß verbesserten Worte Shakespeaces:„O Verstel dung, dein Name ist Kiekebusch!“ oder„O Unparteilichkeit, dein Name ist Generalanzeiger!“ 5 Der„grün angestrichene Winter“ ist pünktlich eingetroffen. Be⸗ uummlich ut ihn schon Heinrich Heine als Erbteil unseres nördlich 5 igten Klintas erkannt. Ja, die Juden! Ob nicht schließlich„die sen von Zion“ sogar das arische Wetter unheilvoll beeinflussen? gäbe vielleicht für einen urgermanischen Deutobold ein locken⸗ „Wenn Ihr glaubt, die Sozialdemokraten könnten Euch aus diesem Elend heraushelfen, so erinnern wir Euch an die Politik dieser Partei seit 1914, an die Noske⸗ Schandpolitik, die die Kraft des revolutionären Prole⸗ tariats zerschlagen hat, die durch ihre Arbeitsgemeinschaft in der Koalition mit den Bürgerlichen Euch vollständig den Cuno und Konsorten ausgeliefert hat. Wiederholt haben wir Kommunisten uns auch en die Parteileitung in Hessen⸗Frankfurt gewandt, sie aufgefordert, klar Front gegen die Pelitik der Führer im Reiche zu machen und versucht, entsprechend dem Willen der sozialdemokratischen Arbeiter, die Partei auf die Seite des klassenbewußten Proletariats zu bringen und ihr so die Möglichkeit zu geben, ihren radikalen Worten auch die Tat folgen zu lassen. Die Frankfurter Konferenz liefert als letztes Bei⸗ spiel den Beweis, daß vor die Wahl gestellt, mit den Ar⸗ beitern ihrer Partei in der Einheitsfront mit uns Kom⸗ munisten den Kampf um Brot, Leben und Freiheit zu führen, gegen Wucher und Fascismus der Ausbeuterklasse im eigenen Lande und international gegen die Ruhr⸗ besetzung, die sozialdemokratische Partei es vorzog, alles abzulehnen und uns zu sabotieren, und mit radikalen Phrasen verschleiert die Politik der Führer im Reiche zu machen.“ 5 Derartige Liebenswürdigkeiten gegen uns sind noch mehrere in dem Flugblatt entholten. Von„radikalen Phrasen“ reden diese Leute, deren ganze Agitation eine einzige Phrase ist! Und die ist noch von Moskau bezogen. Sehr treffend erwiderte unser Redner dem Kommunisten Haupt, der das Wort ergriffen und Forderungen vertreten hatte, wie man sie von den Kommunisten eben gewohnt ist. Sturz der Regierung Cuno verlangt Haupt,— sagte der Referent Soldmann unter anderem— darüber würde sich Cuno selber sehr freuen. Eine Arbeiterregierung zu ver⸗ langen, ist gut gesagt, aber dazu müssen wir die notwendigen Kräfte haben. Die politische Macht zu erobern ist unter Umstönden leichter als sie zu erhalten. In Sachsen haben die Kommunisten zweimal die soziolistische Regierung ge⸗ stürzt, die bemüht war, alles nur Mögliche für die Arbeiter⸗ klasse zu tun.„Aktionen“ mache man nicht mit dem Maul. In der Politik müsse man mit den realten Tatsachen rechnen. Weiter wies Redner auf Rußland hin, wo Lenin und seine Partei sich den Verhältnissen anbequemen und ihre Grund⸗ sätze gehörig»evidieren mußten.— Auf die Redensarten der„Freunde von links“ fallen aber immer hier und da noch Arbeiter herein. — Erhöhung des Ortslohnes. Nach der Reichsversicherungs⸗ ordnung müssen bekanntlich die Ortslöhne, wonach sich die Bei⸗ trags⸗ und Rentensätze richten, vom Versicherungsamt festgesetzt werden. Das ist ab 1. April erneut geschehen; aus einer Bekannt⸗ machung im heutigen Blatte sind die Sätze ersichtlich.— Ebenso ist der Jahresarbeitsverdienst land⸗ und forstwirtschaft⸗ licher Arbeiter vom 1. April erneut festgesetzt, der ebenfalls im heutigen Blatte bekanntgegeben wird. — Von der Bezirkssparkasse Gießen. Im ersten Viertelfahr 1923 betrugen die Einlagen: im Sparverkehr 131 555 000 Mk., im ck und Ueberweifungsverkehr 3 603 210 000 Mk., zu⸗ sammen 3 734 765 000 Ml. Rückzahlungen: im Sparverkehr 34 127 000 Mark, im Scheck⸗ und Ueberweisungsverkehr 2 797 700 000 Mk. zusanmen 2831.827000 Mk. Mithin Einlage⸗ überschuß 902 938000 Mk. Gesamteinlagenbestand Ende März 1923 1 291 000 000 Mk. des Thema für eine akademische Ehrendoktor⸗Dissertation. Jeden⸗ falls: Der April, der tut nicht gut, er schneit uns allen auf den Hut. So hat er uns auch diesmal gründlich in den April geschickt. Im wunderschönen Mond April, Als alle Knospen sprangen, Da hab ich mir aufs nen Den Pelzrock umgehangen. Einen altehrwürdigen, mit der laufigen Zeit zwar nicht gerade lausig(da sei Gott vor!), aber doch ziemlich schäbig gewordenen, sozuscgen deklassterten und proletarisie rten Pelz, ein wehmittiges Erbstück aus guten wilhelminischen Tagen. In, die Revolution!— Neue Pelze läßt sie nur bei Juden und Judengenossen, bei Schie⸗ bern und Dickverdienern, kurz bei den neuen Reichen aufkommen, während die alten Reichen, die Großagrarier und die Großindustri⸗ ellen, das bißchen, was sie jetzt im allgemeinen Dalles, etwa noch dazu verdienen, nie egoistisch als Profit einstecken, sondern im Ueber⸗ schwang ihres glühenden Patriotismus restlos der Finanzierung großer Volksgenossen(deutschvölkischer Kulör) wie Wulle und Hitler widmen. Auch dem ganz großen Erich Ludendorff wird hoffentlich etwas abfallen, zur Ausbesserung seiner ganz unzureichenden repu⸗ blikamischen Pension. Es gibt noch Idealismus. Weitigstens in treu⸗ deutschen und moskomitischen Herzen, und mit der richtigen Ziel⸗ setzung: unentwgete Bekämpfung der undeutschen, teils sozialpatrio⸗ tisch unheilbar erkrankten, teils kapftalistisch schwer verseuchten, leider immer noch nicht links⸗ oder rechtsbolschewistisch orientierten, mit einem Wort der verjudeten Sattler⸗Ebertinischen, immer noch nicht pofitiv oder negativ diktatorischen Saustalls⸗Republik! Uff! Der demokratische Realpolitiker aber und vorgenannte ganz im Nationalismus versunkene erbliche Efgentlimer des allmählich un⸗ modern gewordenen Pelzrockes lacht sich ins Fäustchen, wenn die obgemeldete grünangestrichene Winterzeit kommt, obwohl der Aus⸗ Hruch des Lenzes sich schon mit den liblichen Sturmgetösen und Hitze⸗ ernlostonen angezeigt hat, denkt bei sich: Du kannst mich.. und zieht sich wiederum auf seinen genußfrohen Dichter zurück:„Ge⸗ nieße, was öfr Gott beschieden!“ Was er nicht hat entbehrt der be⸗ scheidene Repußlikaner gern, z. B. russische Subsidien zur Bewaff⸗ mung einer roten Weltarmee, innerdeutsche Subsidien zur Erledigung von Schädlingen(Novemberverbrecher und ähnlichem Gelichter), Platintiegel, zu den höchsten Tagespreisen von divorsen Altmetoll⸗ händlern diskret angekauft, goldene Uhren, dem allgemeinen vater⸗ ländischen Opfer währand des hefligen Krieges glücklich entronnen, Hypotheken⸗ und zwangsmieterfreie Villas, Autokarossen, Dauer⸗ abomements im Kino und ähnliche Genüsse einer gesunden Infla⸗ tions⸗Valuta. Soweit unser, ber drohendem Nachtfrost und unangenehmer Tageswärme mit seinem Privateigentum ganz zufriedene Pelzrock⸗ besitzer! Aber die Jugend, die Jugend des Volkes, deren Jacken und Hosen, Blusen und Röckchen(pon den abwesenden Unterkleidern und Obermänteln ganz abgesehen) während der letzten, mindestens sieben mageren Jahre doch gar zu dünn und fadenscheinig geworden stnd, wie wird ihr die wiederbegonnene Schule schmecken? Haben die Kinder eine Einheiz⸗Schule angetroffen? Bange Frage! War — Verhütung von Waldbränden. Von der Stadtverwaltung wird auf die Gesahr von Waldbränden hingewiesen die bei der trockenen Witterung besteht. Es wird deshalb das Verbot in Er⸗ innerung gebracht wonach in der Nähe des Waldes kein angezündet werden darf. Ueberhaupt muß im Wald mit Feuer vorsichtig umgegangen werden, zum Beispiel soll man nicht brennende Streichhölzer oder glimmende Zigarrenst achtlos in dürres Laub usw. werfen. f — Das älteste Cafe Gießens, das seit 33 Jahren bestehende Casé Hettler, wird denmächst eine Veränderung und Ein⸗ schränkung erfahren. Der größte Teil der Wirtschaffs räume soll vermietet und zu Burcauzwecken benutzt werden, ein kleinerer Teil wird abgetrennt und zusammen mit der Veranda, dem soge⸗ nannten„Tortenstückchen“ als Tagescafé weiter betrieben. Ebenso wird dre Konditorei in seitheriger Weise fortgeflührt.— Das Hetllersche Cafe war das erste, das in Gießen in dieser Form entstand. Unter der tüchtigen Leitung seines Besitzers entwickelte und gern von Hiesigen und langjährige Gast wird seine Auf⸗ am morgigen Sonntag nachmittag Dollarprinzessin“ nochmals wieder⸗ Der kühne Schwimmer“, Male über unsere Bühne ging für Gemeindefuhrlohn 2500 Mk. der Schulen werden für jede Reinigung 300 Mk., für eine 1 1500 Mk. ie Schwester 60 000 Mek. bewilligt, die Arbeiten werden ausgeschrieben.— halten. Schließlich wird beschlossen, das betr. Gelände, sowett es für ein Wohnhaus erforderlich ist, e alles übrige für Garten usw. soll gegeben werden.— Von Ueberweisung einer Summe von 109 000 Mk. zur Ruhrspende vor, der Antrag wird abgelehnt. — In der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung lagen mehrere Wohnungssachen vor, die teilweise erledigt wurden.— Zu der öffentlichen Sttzung hatte sich eine beträchtliche Anzahl Juborer, besonders aus Arbeiterkreisen eingefunden, was sehr erfreulich ist, denn ein reges Interesse an der Tätigkeit des Gemeinderats fördert unsere Bewegung. Kreis Friedberg⸗ Büdingen. Butzbach, 11. April. Gegen die Mitwirkung der Tribüne. Die vorgestrige Sitzung des Gemeinderats mußte infolge Störungen aus dem Zußörerkreis nach dreistündiger Be⸗ ratung abgebrochen werden, da die Mitglieder der bürgerlichen Parteien infolge dieser Vorkommnisse und weil sich der Bürger⸗ meister nicht Ruhe verschaffte, den Saal verließen. —— Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M. 11. April. CEasver giftungen.— Der Selbstschuß. Beim Kesselreinigen wurden in der Osthazen⸗ Gasfabril vier Arbeiter durch restierende Gase betäubt und mußten dem städtischen Krankenhause zugeführt werden.— Im chemischen Werk Griesheim⸗Elektron fand der Arbeiter Thomas Häuser aus Schwanheim durch ausströmende giftige Gase den Tod.— In der Kleingartenkolonse Westend wurde der Schlosser Schuster mit doch ihre von so behaglicher Frühlimgsvorwärme ausgefüllte Ferien⸗ verlängerung gerade aus Kohlenmangel zum Zwecke von Kohlen⸗ ersparnts erfolgt! Ruhrkohlen? Schlesische Kohlen?? Saarkohlen??? Und unsere Abe⸗Schützen, wird i neben der, wir hoffen doch, sparsam eingeheizten Schule die Einheitsschule gefallen, deren sozialer Segen manchem zarten(oder körperlich und seelisch verzärtelten) Sprößling wohlhabender Eltern auf Grund ärztlichen Zeugnisses noch versagt bleibt? Privatunterricht, soweit hierdurch„eine Sonde⸗ rung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht ge⸗ fördert wird“(Weimarer Verfassung, Art. 147),— wir nehmen an, die Privatlehrer unterrichten zu zivilen Preisen, etwa nach dem Buchhändler⸗Index— hat zum mindesten den Nachteil, daß das, um ein Beispiel zu fingieren, das Universitätsprofessorensöhnchen keinen Schulkameraden aus weniger„besseren“ Kreisen gewinnt. 9 Um aber wieder auf das Thema des zwar in seine äche sich in rauhe Berge zurückziehende, aber leider immer noch nicht ganz erledigten Schädlings Winter zurückzukommen, so hatte immerhin umsere Jugend letzthin eine famose Gelegenheit zur Abhärtung. Bei 3 Grad Reaumur und scharfer Ostluft, umwirbelt von dichten Staub⸗ wolken(„Steub muß er fressen“: die Faustzitate jucken den Schrift⸗ steller), für jedesmal nur 50, beziehungsweise 100 Reichsmark, sich auf dem Berg⸗ und Tal⸗ oder Mühlrad⸗Karussell horizontal oder vertikal herumschaukeln zu lassen, das mag dem bestandenen Euro⸗ päer ein zweifelhalter Genuß dünken. Doch scheinen zahlungsfähige kleine und große Kinder dieses griesgrämige Urteil nicht zu teilen, und so ist die diesjährige Osterschaumesse, einschließlich des unver⸗ meidlichen Weltpanoramas von der Erstürmung des Gaisbergs bei Weißenburg durch bayerische Raupenhelme gegen französische Turkos Anno 1870(als hätten wir inzwischen keinei Weltkrieg gehabt!)— ganz vergnüglich für die Beteiligten zu Ende gegangen. Die Zeit arbeitet gegen uns. Pelzrock, verschwinde, wie die Wurst im Spinde! Unsere Plauderei im klühlen Ton ist überholt; sie ist wie mancher Leitartikel über Nacht inaktuell geworden. Es wird wieder warm. Das Bllihen kann weiter gohen. Wir sind nicht böse darüber, daß der Lenz gesiegt hat. Also, es will doch Frühling werden. So darf auch der Schalk wieder hitzig werden. Er notiert: Den preußischen Leutnant hat uns feinerzeit keiner nachgemacht. Jetzt macht uns keiner unsere republikanische Justiz nach! In der Refidenz des roten Ulrich knöpft sie dem Freistitt Hessen 30 Millio⸗ nen Mark ab für den sonst ins Proletariat versinkenden Exmonarchen Ernst Ludwig, Herrn von Brabant, in der Provinzialhauptstadt Gießen sucht sie den schriftleitenden Kapitalisten, respektive die sozial⸗ demokratische Parteikasse um 100 000 Mark zu erleichtern. O, sie ist uẽg und weise, diese ausgleichende Gerechtigkeit. Und so wären wir denn glücklich am leidigen Mammon ange⸗ langt. Die Löhne und die Gehälter stehen, fest wie die Mark am Rhein und überall in deutschen Landen. Und das hat mit ihrem Stabilisieren die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft getan. Cunos ziel⸗ sichere Hand zahlt partout nichts mehr nach, höchstens voraus. Deulsche Hausfrau, teile dich ein! Der„Preisabbau“ wirkt sich aus, aber empfindlich! Der Gas⸗ preis usw. usw. usw. stieg über das doppelte. Der Schornsteinfeget setem Sohn beim Legen von Selbstschlissen gegen Diebe schwer verletzt. 20 Millionen im Schnellzug geraubt. — Auf der Heimreise von Bad⸗Nauheim nach München wurde kurz nach der Abfahrt von Frankfurt einem Münchener Großkaufmann von bisher nicht ermittelten Dieben eine Reisetasche mit Schmucksachen im Werte von rund 20 Millionen Mark ge st o Ihen Mainz, 11. April. Das Geld im Strumpf. Ein Ehepaar von auswärts kam nach Mainz, um Einkäufe zu machen. Die Frau wollte doppelt vorsichtig sein und versteckte den Geldvor⸗ rat im Strumpf. linterwegs löste sich aber das Strumpfband und der Strumpf rutschte herab. Die Frau wurde auf dieses Miß⸗ geschick erst aufmerksam, als ein Kind einen Papierschein in ihrer unmittelbaren Nähe auf der Straße fand. Als die Frau jetzt nach⸗ sah, war es schon zu spät, der im Strumpf verborgene Schatz war verschwunden. Aus dem besetzten Gebiet. Ausweisungen. Der am 10. März von den Franzosen verhaftete Postinspeltor Kaiser vom Postamt Diez ist am 1. April freigelassen und ausgewiesen worden. Cbenso sind die seit 21. März verhafteten Oberpostmeister Heidersdorf, Tele⸗ graphenassistentin Elisabeth Münz, Oberpostschaffner Mößler und Hilfspostschaffner Nikolai am 10. April aus dem fran⸗ zöstschen Uüntersuchungsgefängnis in Wiesbaden entlassen und aus⸗ gewiesen worden. Die Eisenbahner in Ludwigshafen, soweit ste nicht ausgewiesen sind, erhielten am Dienstag und Mitt⸗ woch teilweise persönlich, durch einen Dolmetscher den Befehl, ihre Arbeit sofort wieder aufmnehmen. Eine gewissenhafte Behörde. Bei manchen Behörden wird. wenn wir nicht irren, längst auf die Eintreibung von Geldforde⸗ rungen kleinster Beträge verzichtet. Ist das nicht auch bei Steuer⸗ Kletterte für mir 2000 M. zehn Minuten lang auf dem Dach herum. Arzt, Apotheker, Uhrmacher und alle übrigen Neunundneumziger folgen dem 2 7 der Zet. Milch zieht an, weil der ländliche Produ⸗ zent zur Fabrikation der mit Recht so beliebten Butter mehr Milch brgucht. Also Milchknappheit! Butter zieht an, weil der städtische ohne die mit Recht so beliebte Milch sich mit Butter⸗ a begnügen müßte. Also Butternachfrage. So hat alles auf Grund der mater ialistischen Geschichtsauffassung seine tiefe nationglökono⸗ mische Verankerung. Wobei auch der ethische Oberbau unsever Ge⸗ sellschaft in diesem Falle das„praktische“ Christentum, wie der kluge Genosse Mann mit Recht betont, die Ralle spielt, die ihm liegt. Wenn du das alles nun noch nicht verstahst, so liegt das an dir. Damit tröste dich, deutscher Nörgler. Zumal Kunstbutter, auf deutsch Mar⸗ gavime, sichtlich fällt. Preistafel im Konsum statt 3000 Mk. vorige Woche, jetzt wur 2900 Mk. Atme auf, deutscher Feinschmecker und Genüßling!— Kohlen, zu schmerzlicher Billigkeft abgebaut, auf die noch nicht belieferten Nummern der Brennstoffkarte erstehen zu können, ist jedermann ermöglicht, der ein erkleckliches Bilndelchen von Tausenden für das Zentnerchen leine Tagesration unseres liber schwarzen winterlichen Hausfreundes) anzulegen, seinem Her⸗ en den Stoß gibt. Gewisse Bevorzugtere unsorer Mitbürger und Sitsrrgerinnen scheint es übrigens heuer nicht gefroren zu haben, nach den vielen in den Straßenbahnwagen liegen gebliebenen Hand⸗ schuhen zu urteilen. Oder sind die„Einzel⸗Glacechandschuhe“(Leder⸗ ersat?), als überflüssig in ihrer Vereinsamung, dort am Ende mit Absicht hinterlassen worden, eine Art vereinfachter, auch billiger Aillabfuhr?— Zei Holz ist jede Bevorzugung ausgeschlossen. Wer forderungen moglich oder hält man hier um bes Prinzips willen sür nötig. jeden noch so kleinen Anspruch geltend zu machen? Im Verwaltungsbezirk Neukölln(Berlin) hat der Besitzer einer in Mariendorf gelegenen Laube eine Probe dieses Prinzips kennen⸗ gelernt, die wirklich Bewunderung verdient. Er wurde zur Ge⸗ bäudesteuer veranlagt und zwar vergeblich, da nur ein Nutzungswert von 60 Mark angesetzt werden konnte ein jähr⸗ licher Steuerbetrag von 2,40 Mark(wei Mark und vierzig Pfennig). Den Veranlagungsbescheid überfandte das Katasteramt Neukölln dem Laubenbesitzer durch die Post mit Zu⸗ stellungsurkunde, wobei ein Porto aufwand von 130 Mark entstand. Wer zweifelt nun noch, daß wir uns endlich im Wü eraufbau befinden, ein Wiederaufbau cdeöbsten Verwaltungsunsinns! 2,0 Mark ist ain Betrag, für den du heute nicht ganz zwei Streichhölzer kaufen kannst. Wieviel mag neben den 130 Mark Portoaufwand der Gehaltsbetrag aus⸗ machen der auf die erforderlich gewesene Buroauarbeit entfällt? Die wandernde Fraktion. Als die Dreimäuner⸗„Fraktion“ Wulle⸗v. Graese⸗Henning ins Leben trat, hatte sie zunächst ihren Platz auf der äußersten Rechten. Da sich das Trifolium zunächst durch lebhaste Zwischenruse bemerkbar machte, die von den Steno⸗ graphen irrtümlicherweise den Deutschnationalen zugeschoben wurden, protestierten diese und die„Fraktion“ wurde vom Reichs⸗ tagsbirektor bei Nacht und Nebel hinter die Deutsche Volkspartei verschoben. Aber auch diese zeigte sich über den Zuwachs, nicht er⸗ baut: es hagelte abermals Verwahrungen und, auf die christliche Nächsteulbebe spekulierend, verfrͤchtete Herr Direktor Jungheim die drei wilden Männer hinter den Plätzen des Zentrums. Doch auch das Zentrum zeigte kein Verständnis und drohte, den Saas nicht zu betreten, solange die Drei nicht entfernt. So sind sie nach mancher Irrfahrt wieder auf der rechten Außenseite angelommen. rr 2 Scheiterchen in Stall, Keller oder Speicher gehamstert haben! Sei bindungen. An dem, wie man sieht, mit wenigen Ausnahmen(Margarine) fast allgemein zu konstatierenden Preiszubau(„es zog ihn nach oben“), den(unferen Reichsministern zum Trotz) Landwirtschaft, Handel und Indnustrie bevorzugen, hat die Oberhessische Volkszeitung nur im allerbescheidensten Maße teilgenommen: lumpige 300 Mark, gleich drei Fernbriefen, exklusive Papier (während die Oberhessische zum gedruckten Inhalt bekanntlich das Papier gratis liefert— jeder Hausfrau besonders willkommen) oder gleich drei Erwachsenen⸗Schaukelfahrten vertikal oder hori⸗ zontal. Herz, was begehrst du noch mehr? Stimme aus dem Verlag, Bahnhofstraße 23: Treue Abon⸗ nenten! Mehr Abonnenten!— Ist darnach die geistige Tages⸗ nahrung, sagen wir 3 für den nächsten halben Mongt, er⸗ leider das Fleisch seit eh- und vorgestern wieder schmerzhafter an⸗ gezogen. Doch darum keine Feindschaft nicht mit den Herren Vieh⸗ zlichtern, Viehhändlern und Metzgern! Die wollen auch leben. Und ist diesmal auch nicht das mangelnde Grünfutter infolge ab⸗ normen Winterfrostes oder extraordinärer Trockenheit daran schuld, eine Ursache hat es jedenfalls, wenn fleischliche teurer werden. Trösten wir uns, kein Zufall regiert; die talistische Welt! Alles in allem genommen: In diesem gesegneten Frühjahr scheint allen berechtigten Wünschn eines beschei⸗ denen Gießener Staatsbürgers leidlich Rechnung ge⸗ kapi⸗ freulicherweise im Preise so ziemlich stabilisiert, so hat allerdings Genüsse Nachklänge zum Streik in Ludwigshafen. Eine Generalversammlung der Ludwigshafener Zahlstellen⸗ funktionäre des Fabrikarbeiterverbandes nahm nach dem Bericht ber Funktionäre einstimmig eine Resolution an, die zum Ausdruck die Wirkung des Verbandes im ver⸗ im Interesse Die Rsolution verurteilt aufs schärsste die Streikmache in Ludwigshafen und betont, daß die ablehnende Stellung der Funktionäre gegen den Streik richtig und aus gewerk⸗ Die Delegierten sind ferner 15 ie bringt, daß die Haltung und l flossenen Jahre durchaus einwandfrei Kollegenschaft gewesen sei. und schaftlichem Geiste geboren war. Ansicht, daß die kommunistischen Organisationszersplitterer, nach dem Streik zur Gründung einer Opposttionsorganisation ge⸗ Kapitals Damit habe sich dieser scheinradikgle Verein der Ausgescklossenen in den Augen eines jeden denkende schritten sind, hiermit lediglich den Interessen des Rechnung getragen haben. und ehrlichen Gewerkschafkskollegen selbst gerichtet. Das Ende vom Liede ist also: Absplitterung von der Organi⸗ sation eines großen Teils derjenigen, die den Kampf nicht aus frei⸗ williger Solidarität mitmachten, wie auch der durch den Ausgang des wilden Streiks nach schweren Opfern Enttäuschten. Lachender Teil sind die Anilinkapitalisten, bis es mithevoller Arbeit wieder gelungen sein wird, eine starke lückenlose Front der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter aufzurichten. Einmittig stellten sichs die Delegierten auf den Standpunkt des Vorstandes und billigten die Halung, die während des Streiks eingenommen wurde. Doch nicht nur die Delegierten, sondern auc So berichtete daß in der Ver⸗ sammlung, in der der Streikbericht gegeben wurde, einstimmig den Vertrauen ausge Aus dem Bezirk Iggelheim wurde berichtet, daß nd zu ver⸗ Unter den ausgetretenen Kollegen waren 15, die Mitglieder nehmen denselben Standpunkt ein. ein Delegierter aus dem Bezirk Frankenthal, Angestellten des Fabrikarbeiterverbandes das sprochn wurde. dort infolge des Streiks 19 Austritte aus dem Verba zeichnen waren. die noch nie in einer Versammlung waren! Vom englischen Bergarbeiterstreik. Der Ausschuß der Bergarbeiterföderation von Derbyshire beschloß, den Arbeitern der einzelnen Bergwerke zu empfehlen, der Fortdauer des gegenwärtigen allgemeinen Lohnabkommens zuzu⸗ stimmn, da die Zeiten nicht geeignet seien, eine Abänderung zu er⸗ Der Ausschuß der Bergarbeiter in den Bezirken von Leichestershire und Norkshire unternahmen den gleichen Schritt.— Der Vollzugsausschuß der Bergarbeiter des Rhonddatales hat beschlossen den Streik für beendet zu erklären. Nahezu alle bisher nichtorganisierten Arbeiter haben sich dem Berg zwingen. 0 Nottingshamshire, arbeiterbund angeschlossen. f Riesenaussperrung im englischen Baugewerbe. Der Arbeitergeberbund des englischn Baugewerbes hat be⸗ 14. April an zu ver⸗ Die Ar⸗ beitgeber hoffen aber, daß die Arbeiter bis dahin die Forderxunge der Unternehmer auf Erhöhung der Arbeitszeit während Sommers auf 47 Stunden wöchentlich und Lohnherabsetzung 2 schlossen, die allgemeine Aussperrung vom hängen. Es werden 500 000 Arbeiter davon betroffen. nehmen werden.— Die Hoffnung beruht auf einer Illuston. 8 er⸗ längerung der Arbeitszeit bis zum äußersten zu kämpfen. Unterstützung des englischen Gewerkschaftsbundes ist ihm englische Bauarbeiterverband hat beschlossen, gegen zugesichert. —— Nrbeifsrecht, Gewerkscharkliches, Arbeiterbewegung. der bereitz gel * 8 * 2 e e 1 4 . 2 4 25 81 8 82 2 2291 S 1——— ͤ— 5 ö icht städtischer Beamter ist, darf anstehen in Holzpolonaife oder tragen. a che FN 77 Sage lhre e auge eue ate, f Puder, ee, ee f sich um leicht bekömmliche Dosen billigsten Brennmaterials in Sehe jeder wie er's treibe, 5 2 a 5„ Dekan 5 1 ilder Konkurrenzschlacht drängen, vressen, raufen und schlagen darf. Sehe jeder, wo er bleibe, und Nachbarn behufs Gewinnung neuer Abonnenten weiter, N Heil dem Sieger! Glücklicher noch die, welche schon vorher genug Und wer steht, daß er nicht falle! gegeben. 3 1 0 0* 55 r N 4 5 N 8 5 i NN g 3 15 3 5 7 8 1 95 0 5 f 8 N 25 7 755 8 2 75 1 8 7 8 8 5 5 8 5 5 2 bet 4. 2 00 2 22 1 8 1 r 0 20 2 8 2 2 1 g i a b Sethe 8 b 5 Nees 1 ö g. 2 I eum 8 7 5 ö N 0 A eheuerl ö NEN a ö N 14 197 K aucten A f* en? f 5 f 194 auen l a 15 7 N f 8 4 i e 0 f g 1 muchung . N Ie brit ö a 0 aß wie e Besuchen Sie uns 7 Ueberzeugen Sie sich von unseren reellen billigen Preisen und Qualitäten 5 1 2 S 3 S S S. E 8 e „ S ö — 2 — 1 Niemand sollte zögern, von unseren fabelhaft billigen. u. stets verwirklichten Angeboten Gebrauch zu machen. 5 1 0 Sie finden bei uns ein reichsortiertes Lager in ein⸗ 1 9 fachsten und feinsten Schuhwaren. Wir dienen stets 1 mit bester und billigster Ware, auch sind wir immer 18 bereit, unsere Kundschaft in entgegenkommendster Weise zu bedienen. n 3 . 5 8 I. Ueber Im ahr: 19014 dn Fe Front zu gehen. Ele Ist hoch font fu rüfrig urg 8. Politische Uebersicht. dabei, wenn es gilt, Wolhsteße“ Neal en ee U 4 6 n Mecklenburgische Justizseltsamkeiten. Sie pfeifen auf das Reich. den Perg Das Organ der Sozialdemokratischen Partei für Der Redakteur Weber vom Miesbacher Anzeiger und der um gusditt 5. 5 1 j nationalsozialistische Schriftsteller Eckart⸗München haben ihre An⸗ daes man Mecklenburg, 19 e ee Vostsgettung in Rostac, Ain gen g wahr gemacht. Sie sind ber den fen ein e ne dg eue de. veröffentlichte nach der Ermordung Rathenaus im Juli] Staatsgerichtshofes zun Schutze der Republik, vor sie unter uu fange] vorigen Jahres ein Schreiben des Deutschvölkischen Schug⸗ fila ehen mictersch geg Cre n do ale Hasschund deaf ie Glehn und Trutzbundes, Gau Mecklenburg, das an dem Kopf den] führungsbesehl erlassen. Werden nun etwa die baverischen Straß, ee 1 5 en 0 Streng rer⸗ und Polizeibehörden die verfassungsmäßshe Rechtshilfe versagen? lätteter at. traulich!“ und folgende Unterschriften aufwies: Erich Bade, ie de ehrenamtlicher Gauwart, Schwerin⸗Mecklenburg; 1 Die Regierungsumbildung in Oldenburg. 8 dan Ritter Fabrikbesitzer, Grabow; W. Straeter Inspektor, ntiseh eee bur 2 Elen i 54 Kapital n N e 4„ en erga urch alle Parteien abge⸗ lee Neuhof; H. Straede, Telegraphendirektor, Rostock; H. Rie- lehnt worden. Die alten Regierungsparteien aben die Bildung t. landt, e be Fr. v. Schubert, Hofbesitzer, 15 1 17 1 1 1 5 3 e 3 N 0 DN reiben forderte f. m um darstellt, das die wohlwollende Neutralität der Volks⸗ N 5 9 1* Zweck der en a ee de igen Fele te ia hene Len re, dee un den uu M“. Hungen tere Minister sind Geheimer Oberregierungsrat Stein und tn Nasen nicht gemacht, doch ging er aus dem Text des Schriststlcks] Ministerialrat Weber. da en zur Genüge hervor. Es hieß darin: 0 e W. de 15 e d enk i us in ber beenben Kro del dccgen en eie, Wie in Bayern Bereidigung bestraft wird. rennt de. mente etwa anderes als das Judentum erblicken... Der eine Segen drei Nürnberger Postbeamten wurde im vorigen Jah Les Stra stellt die Mittel zum Kampf, der andere opfert Leib und Leben... wie seiner Zeit bereichtet, eine Untersuchung eingeleitet, da sie be⸗ Prbern an 9 5 e ossen und alls dem Treubund hervorgegangen ist der Aeabeen würden, nach der Ermordung Rafhenaus beschimpfende S⁰ denen V. N. S.[Verband Nationalgesmmnter Soldaten) und der N. V. D. O. eußerungen über Rathenau, den Reichspräfldenten usw. gemacht in der 85(120 naler Verband Deutscher Offiziere). Ihnen sowie insbesondere zu haben. Während des 2 wurden von der Bayerischen instimm 5 10 i der Brigade Ehrhardt ist jede erdenkliche Hilfe zu Volkspartet und der Deutschnationalen Mittelpartei Inter⸗ mien 0 len 5 beeee en 0 Land g er 8 des Been ee 15 berich 8 ede Ortsgrup i ndgruppe. 1 ge re n der effentli hkett eine He gegen n 8⸗ a 5 h A een e e in Feat e präsidenten eröffnet, obwohl bfeser ersucht hatte, von einem Straf⸗ en waren f felderprobten, Männern erzogen. Gegebenenfalls müssen die um⸗ verfahren abzusehen, und auf die Ayrfrechterhaltung der vor⸗ , siegenden Güter des Waffenbesites wegen um Jagderlaubnts unge⸗ läufigen Amtenthebung verzichtet hatte. Das Disziplinarver⸗ gungen werden. Wir haben außerdem eine Reihe meist verhefrateter Jahren gegen zwei der, Bequmben, den Pastinspekter Amtbar und den Männer, deren besondere A en öfteres Zusammenkommen nöti Oberpostsekretär Fackler, fand dieser Tage vor der Disziplinar⸗ erünshttes n e m notig kammer Nürnberg statt Die Angeklagten zogen außer ihrem Ver⸗ empfehlen, dr A bel Heger Selene un 1 Verbänden„ teibiger nach einem Bericht Nürnberger Blätter als„polftischen dne n een f m e von Handfeuer⸗ Sue noch den 1 4 ee Hetzer Nuten 0 9 e Belchen 5 leigene Sache nicht Bundes angelegenheit: Tatkräftige, enk⸗ 1 17 i abe, e g J mige een e eee een dergehen ung enen Supetar n een gene aldarkmmer lautes Ef Wesel a „ e e eee ee e Aer sh dem Ben In einem weiteren Artikel machte die Mecklenburgische Volks⸗ Fgdeeitung auf die Aehnlichkeit zwischen dem Nachsatz des veröffentlichten g „ ins und den bel dem Anschlag auf Harden festgestellten Ge⸗“ Deutscher Neichsta g. A heimzirkularen aufmerksam und bezeichnete es als auffällig, daß sich 0 Berlin. 12. April. f i hat he. unter ben Verschwörern auch ein Reichsbeamter, der Telegraphen⸗ Der Reichstaq beriet den 8 wa, direktor Straede befinde. In der darzuf folgenden Nummer ver⸗ Ernäührungsetat. en Föffentlichte die Volkszeitung ein zweites von denselben Herren unter⸗ Abg. Moses(Soz.) erörterte die Tätigkeit des dem Mini⸗ wide ee ecnete Gebeimscheiten. die Nummer entgült weiter die Mit. stertum besgegehenen Reichsaursschuskes für, Erndprungem e enckaft ralsehnn 12 155 von der Verhaftung Bades in der Rathenau⸗Affäre und eine und die Notwendigbeit einer westesten Verbreitung wissenschaft⸗ Suu 9. ö ritische Stellungnahme des Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes licher Belehrungen über die zweckmäßige Zubereitung der Speisen u b ee bam e 15 Fier beenden Uh wr fe der uud der 1 190 des Alkobols vom mne 10 G 5 100 N e 0„ wie nunmehr der Vor⸗ Dazu müsse allerdi eine vernünsfti rn oliti 1 40 5 wärts niittellt, auf Antrag der Mecklenburg⸗Schwerinschen Stagts⸗ 95 e 1 ez; aum lüschaft gegen den verantwortlichen Redakteur der Mecklenburgi⸗ Abg. Hermann(Da wies auf die Schwierigkeit des Trans⸗ — Volkszeitung das Hauptverfahren eröffnet werden. Die Mecklen⸗ portes von Gemüsen aus dem unbesetzten in das besetzte Gebiet hin Nutzen burger Staatsanwaltschaft umterstellt der Volkszeitung, daß sie durch] und verlangte Abhilse eit die in den Artikeln ausgesprochene Verdächtigung, die genannten 3 weiteren Ausführungen der Abg. Horn(S.) und Hende⸗ ade, Bekannt Persone verfolgten als Deutsch⸗Völkische im geheimen gegen die mann(K.) werden die bisher ausgesetzten Abstimmungen Über nenten weilt verfaffungsmäßige Staatsform und gegen das Leben jüdischer Staats⸗ die zum Eat gestellten Resolutionen vorgenommen. Die vom Aus⸗ bürger gerichtete Pläne, die Herren und Genossen beleidigt habe. schuß beantragte Entschließuna der Bevölkerung mit niederem Ein⸗ Telegraphendirektor Straede sei außerdem in seiner Eigenschaft als] kommen den N 4 0 ke Kritik statt gegen die Geheimverbindler Stnatsbeamter beleidigt worden.„Die Unterfuchungshaft“, so schließt das Schreiben der Staatsanwaltschaft,„wird nicht angeordnet.“ Dieses Vorgehen der mecklenburgisch⸗schwerinschen Staatsanwaltschaft kennzeichnet der Vorwärts mit Recht als ungeheuerlich. Wenn die vom mecklenburgischen Blatt ge⸗ machten Angaben über die Geheimzirkulare den Tatsachen entsbrechen, so muß es selbstverständlich zul issig sein. daraus die entsprechenden Folgerungen in der öffentlichen Be⸗ sprechung zu ziehen. Die staatsanwaltliche Altion gegen zu richten, suß wie eine Umkehrung des Rechts wirken. „Rationale“ Gesinnung. Für die Ruhrfront unabkömmlich. dem Zusammen⸗ wurde von dem reußischen Innenminsster Severing zur Uebernahme des Vorsitzes iner kammer des Reichsentschädigungsamtes für Kriegsschäden Wilkins, er sei erfahrens angedroht wurde, erklärte Herr 5 ö immerhin 0 Dtensthetriebes in Ruh r⸗ räfte verlangt. Den Vogel schießt aber die essen des Staates wahrgenr men, der sich, Nahrbese zung, locht den Luxus leisten kann, auf Dlenstleistungen lMommen abr tssähiger Wartegeldempfaänger Fc, arif! uch, 0 Stadt. Arbeitsamt Gießen Liebigstraßze 16 Telephon 2054 Kostenloe Arbeltsvermittlung und Berufsberatung für beiderlei Geschlecht, u. a. auch für Kriegerwaisen und Kriegsbeschädigtenkinder. Es können eingestellt werben: a bei hiesigen Acbeitges es: 1 Friseur, 1 junger Kellner, 1 Hoteldiener Lehrlinge! 2 Friseure, 1 Bäcker, 1 Einrahmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner, Glaser, 2 Buchbinder, Kellner Bezug des Brotes zu„verbilligtem“ Preise zu ermöglichen und bie Kosten dieser Maßnahmen den leistungs⸗ fähigen Bevölkerungsschichten aufzueclegen, gelangt mit den Stim⸗ men aller bürgerlichen Parteien zur Annahme. Die Resolution Hergt und Genossen(Du.). wonach die Zwangswirtschagft auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Erzeugung mit Beginn des Wirtschaftsfahres 1928/24 aufgehoben, auch die Ge⸗ treideumlage nicht mehr erhoben und die Reichsgetreidestelle am 1. Oktober ds. Js. aufgelöst werden soll wird im namentlicher F mit 261 gegen 93 Stimmen der Deutschnationalen ab⸗ gelehnt. Abg. Döbrich(TB.) gibt zu dieser Abstimmung die Er⸗ Härung ab, daß seine Partei sachlich mit den Deutschnationglen vollkommen übereinstimme. daß sie aber gegen die Resolution Hergt stimme weil der von ihr mitunterschriebene Kompromiß⸗ antrag dem Sinne nach dasselbe ausspreche. Hierauf wird die von den Kommunisten und gesondert davon auch von den Sozialdemokraten beantragte Wiederherstellung der Zwangsbewirtschaftung für Getreide abgelehnt. Annahme findet mit 211 gegen 146 Stimmen die vom Zentrum, den Demokraten, der Deutschen Volkspartei und der Bayerischen Volkspartei eingebrachte Entschließung: „Die Sicherung des Bedarfs an Brotgetreide durch eine ge⸗ bundene Wlrlschaft ist nicht mehr möglich. Von einer weiteren Getreideumlage muß daher abgesehen werden. Die rechtzeitige Sicherstellung einer für die Ernährung der Bevölkerung aus⸗ reichenden Brotgetreidemenge unter Mitwirkung der land wirtschaft⸗ lichen Organisationen der Verbrauchervertretungen der Mühlen, der Bäcker und des legitimen Handels ist erforderlich. Eine Ver⸗ billigung des Brotes für Minderbemittelte, zu denen auf jeden Fall bie breite Masse der Sozial rentner, Erwerbslosen. Armen, Geldempfänger und der Kinderreichen zu rechnen ist, ist unter ckung der erforderlichen Mittel durch Belastung des Deftzits in weltestem Umfange zu bewirken. Diese Belastung muß vor Beginn des neuen Wirtschaftsjahres gesetzlich festgelegt sein. Vor⸗ her wird die Reichsgetreidestelle nicht aufgehoben werden. Das Ernährungsprogramm der Reichs regberung für das Jahr 1923/24 ist mit möglichster Beschleunigung vorzulegen.“ Ein Antrag der Kommunisten auf Wiedereinführung der Zuckerzwangswirtschaft sindet keine Mehrheit dagegen spricht sich geweigert hätie, Ohne CHiori Wesern. Bielcru De Geslru zert. das Haus in einer Entschließung r r an den Auss in alter bewährter Güte! geeignet für alle Arten ven Allescicge Fler steter: NEAMRET A CE. 2E bokk, quch der ue r„NEMKO, Hees Wes. D See. Socον gelen bie Verdoppelung der Zucckerpreise aus und ersucht die Retzierung dieser Verdoppelung die Zustim⸗ müng zu versagen oder in Verhandlungen über die Mate chung der Preisvecboppelung einzutreten. Für diese Ent ace stimmen die Sozialdemokraten, Kommumssten und ein, kleiner Teil des Zentrums und der Demokraten, dagegen die ge. samte Rechte, die Mehrheit des Zentrums und der Demokraten, sowie bie Bayerische Volkspartei. Die Auszählung ergibt 13 gegen 134 Stimmen. Angenommen werden mehrere Anträge des Ausschusses, nach denen die Auszahlung der Guthaben an die Landwirte und Zucker⸗ fabriken sowie ber Anbau von Zuckerrüben im kommenden Jahre erleichtert werden soll. Mit 351 Stimmen bei einer Enthaltung, also nahezu einstimmig, findet die Entschlie Fung des Ausschusses Annahme, wonach die Regierung die Einzelstarten zu Maßnahmen veranlassen soll dagegen, daß Güßer an Persönlichleiten gelangen, die der wirtschaft völlig fernstehen und deren Wirtschaften in vielen Fällen außerordentlich stark vernachlässigt werden. Mit geringer Mehrheit stimmt das Haus der Entschlie fung Domsch(Du.) zu, die Aufhebung der Verordnungen in Sachsen und Thüringen über Höchstpreise für Milch und Molkereiprodukte fordert. Die kommunistische Entschließung auf Wiedereinführung der Zwangswirtschaft für Kartoffeln wird abgelehnt. Abg. Frau Wurm(Soz.) befürwortet eine Entschließung ihrer Partei zugunsten der Erleichterung der Einfuhr von Fleisch und Fleischwaren aus dem Auslande, oder wenigstens der Beibehaltung der bisherigen Vergünstigumgen für die Einfuhr von Gefrier⸗ und Kühlfleisch auf weitere zehn Jahre. Ein Vertreter der Regierung erklärt, daß das Mini⸗ sterüum des Innern eine Aenderung des Fleischbeschaugefetzes im Sinne des uAtrags zur Zeit nicht für angüngig halte. Gegen die weitere Zulassung des Gefrierfleisches bestiinden keine Bedenken. sei erwogen wor⸗ sorgt werden konnten. l g Abg. Dr. Böhme(Dem.) bemerkt, daß niemand die Einfuhr von Gefrierfleisch verhindern wolle, daß aber der Zeit⸗ punkt, bis zu dem sie zugelassen werden könne, noch näher grprüft werden miisse. 8 g Nach langer, sehr erregter Debatte über einen Antrag, die Frage zurlickzuverweisen, wird der erste Teil des al⸗ demokratischen Antrages gegen die Stimmen der Soziald en, der Kommunisten und einiger Demokraten mit 163 gegen 147— 4 men abgelehnt. Der Antrag wegen Einfuhr von Gefriersteisch. mit großer Mehrheit angenommen. Der Rest des Etats wurde nach den Ausschußanträgen erledigt. 8 Lokale Parteinachrichten. An die Ortsvereine im 5. Unterbezirk(Hungen). * Inheiden statt.. Tagesordnung: 1. Bezirksmaifeier, 2. Vorstandswahl.. Die Unterbezirks leitung 82 2 Arbeiterjugend, Unterbezirk Gießen. Ortsgruppe Lauterbach. An alhe Ortsgruppen des Freistaates Hessen! Jugend⸗ gen ossen!l Am 29. April findet in Lanterlag U Werbetag für die Arbeiterjugend unter Mitwirkung des Ar⸗ beitergesangveveing statt. Unter anderem gelangt dabei das Fest⸗ spiel„Der Aufb uch“ zur Nair 99 Um unseren Werbetag eindrucksvoll zu gestalten ung zur Förderung der Arbeiterjugend beizutragen. laden wir alle Ortsvereine herzlich ein. Wir bitten Anmeldungen bis zum 24 April unter Angabe der Teilnehmer⸗ zahl an Karl Schopbach 2. Lauterbach, am See 29 ö richten, damit für Quartiere Vorsorge getroffen werden bent. Jugendgenossen, sorgt für zahlreiche Beteillgung! i Der Vorstand: Chr. Berk. Versammlungskalender. Alten⸗Buseck, Arheiter⸗Gesangverein Germania Samstag, 14. April, Versammlung. Wichtige Tagesordnung. Freie Turnerschaft. Gruppenturnstunde der vierten Gruppe am Sonntag, 15. April, nachmittags 1½ Uhr in Oppen⸗ rod, Wirtschaft zum kühlen Gru Pünktliches Erscheinen er⸗ wünsch Sozialdemokratische t. Heuchelheim. Vereinigte Par te i. Samstag, dn e14. April, abends 8% 107 General⸗ versammlung bei Gastwirt Hermann Graflich. Die Mit⸗ glieder wollen hierzu pünktlich und vollzählig erscheinen. Großen⸗Buseck. Volksverein. Samstag, 14. April, abends 8 Uhr Generalversammlung bei Mitglied Koch. Tages⸗ ordnung: Nechnungsablage, Vorstandswahl, Maifeier usw. Voll⸗ zähliges und pünktliches Erscheinen. Treis a. Lda. Volksverein. Samstag den 14. April, abends 9 Uhr bei Gastwirt Amend Versammlung. Tagesordnung: Abrechnung des 1. Quartals 1923; die diesjährige Maifeier. Be⸗ 72 45 5 Gemeinde⸗Vertreter. Sämtliche Genossen müssen zur Stelle sein. Gießen. Kraft⸗ und Sportklub 1893. Samsklag, 14. April wichtige Versammluna im Vereinslokal. Dollarstand unverändert: 21150 Mk. 2 125 1 8 5 Agitiert für 8 r e eee iSmststssel Ne i GH iN PGSK UNNI Wäsche. b bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 landwirtschaftlicher Kuecht, 1 verheirat. Gärtner I dau,. 3 Dreher, 1 älterer Bau⸗ schlosser. Lehrlinge: 1 Steinmetz, 1. Spengler und In⸗ stallateur, 1 Schreiner, 2 Laudwirtschastseleven. es suchen Arbeit: 2 Schreiner, 3 atker, Hausburschen un Bauschlosser, Schuh ⸗ 2 landw. Verwalter, monteure. Lehrlinge: Schlosser, teure, genommen. Bäcker u. Netzger, 3 Schneider, 1 Kraftfahrer, 1 Buch⸗ binder, Mechaniker, 1 Heizer, 1. Anstreicher u. Weißbinder, 1 Konditor, 1 Maschinenbauprattikant, 1 Zahntechniker, 10 Elektro⸗ 1 Spengler, 3 Mechaniker, 3 Elettromon⸗ 2 Schuhmacher mi 1 Schreiner desgl., 1 Schneider. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen⸗ Wagner, mehrere Es können eingestellt werden: 2 Bautechniker, 1 Kaufmann, 2 Autoschlosser, mii Kost und Wohnung, Haushälterin. Weibliche Abteilang: a bei hlesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und ⸗mädchen für einzelne Tage, tüchtige Allein⸗ müd hen, 1 einfache Stütze. mehrere Waschfrauen, eine Haushälterin, mehrere Küchenmädchen. dh bei aunz wärtigen Acbeitgebern: 5 landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienstmädchen, Hausmädchen, Zimmermädchen, Alleiumädchen, eine Stütze, 1 Hotelköchin, mehrere Küchenmädchen, 1 landw. es suchen Arbelt: Kontoristinuen, 1 Flickerin, drei 1. Büͤglerin, 1 1 Haushälterin, einige Lauffrauen, Verkäuferinnen, auch für Nachmittagsbeschäftigung, Mädchen für tags⸗ über, Fabrikarbeiteriunen, 1 Wäschfrau, 1 Schneiderinnen⸗ lehrmädchen, 3 Bürolehrmädchen, 1 Kinderfräulein nach auswärts. Die Berufsberatung und Arbeits⸗Vermittlung für Musiker findet Dienstag, Donnerstag und Samstag von 10—12 Uhr statt. e 2 adas-Licllspiet Vornehmstes und grösstes Theater am Platze. Noch bis zum Sonntag einschliesslich das Grosstadt-Sittenbild: Ferner: Ab Montag: Frank Norton Der Roman eines Dienstmädchens welches leder gesehen haben sollte. Knoppchen der Sieger Der Museumsdiehstahl und Ermässigte Preise.— Verstärktes Orchester. Beginn 6 und 8½¼ Uhr.— Samstags ab 3 Uhr. g Geschäftsverlegung. Unser seltheriger Laden A MNMeuenweg 4 wurde mit unserem Laden Seltersweg 792 zusammengelegt Furberei Braubach& Fischer. oeh dägleh Aunabme 0 1 die neuen Kurse in allen Handelsfächern und Fremdsprachen. . Halbjahresklasse, bshere Handelsklasse Auskunft und An- meldung bei der Hansaschule von J. Kunzelmann Bleichstr. 5, Telephon 821 oder Vogtschen Handelsschule ch nach von 6 bis 7½ Uhr. 17 beseit. eee Arnzurgen 1 Jucken ur fast alles autleld. Drog. Karn, 5 Auch werd. Kinderwagen⸗ Reifen in allen Größen zu billigsten Preisen. J. P. Mono Neuenweg 10. Fahrräder u. 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Freitag, den 20. April 25.(letzte) Vorstellung im Freitag⸗Abonnement Das Konzert Anf. 7 Uhr. Ende 9¼ Uhr. Tonntaa, den 22. April Der kühne Schwimmer Anf. 3½ Uhr. Ende 6 Uhr. Mascottchen N 2 Uhr. Anf. 7 . Heriog, Alsfeld. Sthördliche Penh gen Bekanntmachung. Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis auf Art. 39 Abs. 1 Ziffer 2 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1904 aufgefordert, ihre Tauben während der Saatzeit vom 10. April bis 12. Mai 1923 einzu⸗ halten, andernfalls sie zu gewärtigen haben, daß die Taubenbalter gemäß vorgenannten Gesetzes bestraft und die Tauben von dem Feldschutzpersonal abge⸗ schossen werden. Nach§ 2 des Gesetzes vom 28. Mai 1894 den Schutz der Brieftauben belreffend, gelten für die nach⸗ folgenden Besitzer von Militärbrieftauben die ersten 10 Tage der Sperrzeit. 1. Geißner, Erwin, Plockstraße 9. 2. Hambach, Georg, Walltorstraße 2 3. Henkel, Heinrich. 4. Kösinger, Wilhelm, Landgraf Pb lip Platz 1 5. Rosenbaum, Fritz, Löwengasse 20. 6. Rühl, Ludwig, Markfplatz 13. 7. Reusch. Konrad, Wieseckerweg 3. 8. Schmalz, Friedrich, Bismarckstraße 40. 9. Schomber, Willi, Walltorstraße 51. 10. Schmidt, Hugo, Wilhelmstraße 8. 11. Vollmer, Gustav, Frankfurterstraße 89. Gießen, den 7 April 1923. der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die bei trockener Witterung be⸗ stehende Gefahr der Entstehung von Waldbränden mache ich darauf aufmerksam, daß es verboten ist, mit unverwahrtem Feuer oder L cht einen Walo zu betreten, sich diesem zu nähern oder in der Nähe eines Waldes Feuer anzuzünden. Gießen, den 4. April 1923. der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg. Betr.: über 21 Jahre: männl. 6400— von 16-21„ 49 unter 16 * Kraft. 6 00 3360.—„ Die in unserer Bekanntmachung vom 13. November d 1922 enthaltene Festsetzung tritt ab 1. April 1923 außer Gießen, den 9. April 1923. Versicherungsamt der Stadt Gießen. Dr. Frey Beru eme Festsetzung des Ortslohns. Auf Grund der 88 149 ff. der Reichsbersicherungs ordnung ist vom Oberversicherungsamt in Darmstadt für die Sladt Gießen der Ortslohn mit Wirkung vom 1. April 1928 wie folgt neu festgesetzt worden. Versicherte: Mk., weibl. 4800.— Mk 2240.— Betr.: licher Arbeiter. männl. 1 570 000 Mk., Versicherte von männl 1 305 00 Mk., männl. 810 C00 Mk., Bekanntmachung. Jahresarbeitsverdienst land⸗ und forstwirtschaft⸗ Auf Grund des 936 der Reichsversicherungsordnung hat das Oberversicherungsamt in Darmstadt den durch⸗ schnittlichen Jahresarbeitsverdienst land- und sorstwirt⸗ schaftlicher Arbeiter für die Stadt vom 1. April 1923 wie folgt neu festgesetzt: Versicherte über 21 Jahren: vießen mit Wirkung weibl. 1 170 000 Mk, 16—21 Jahren: weibl. 900 000 Mk., Versicherte un er 16 Jahren: weibl. 585 000 Mk. Die in unserer Bekanntmachung vom 13 Nov 1922 enthaltene Festsegung trut ab 1. April 1923 außer grat Gießen, den 9 April 1923. Versicherungsamt der Stadt Gießen. hr ei Schuhaus Meyer bissen, Bahnhofstrasse 30(neben Schade& Tüllgrab ger Vorteil ists Kaufe, solange der wenn Sie beim Einkaufen von Schuhwaren auer fr sich bei mir von der Billigkeit meiner Qualitätswaren überzeugen, Ich habe grosse Posten Schuhwaren neu hereinbekommen und vel Vorrat reicht, diese Schuhwaren en Preisen! 21 Spoltbillig 1 Sie finden bei mir alle Sorten Schuhwaren vom einfachsten bis zum elegantesten Herrenstiefel Damenstiefel morvondalnzahude namenhalbschuhe Lackschuhe Weisse Schuhe Sandalen Turnschuhe Kinderstiefel Burschonstierel Arbeiterstiefel Gen. Kinderstiefel Hausschuhe usw. Schuhhaus N Dahnhatstagzeg Afeben schade z fag A Aaoria-Ligtspiele. Samstag und Sonntag: Zirkus Gray ö 4. Episode e bogaus Depiger Hauptrolle: Eddie Polo. Ferner: ler Malle Je Nolte 5 Akte. 5 Akte. W Sensationen. Danlcsagung. 5 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teil- nahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagen wir nur auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank . In Mamen der Faügrnden NMulerblebeeg: f Familie Ludwig Lindenstruth. näeachelheim, den 11. April 1923. 92 Bruchkranke können nach Sue 1 Methode ohne 2 und Berufsstörung werden. Sprechstun 0 0 Norddeutsche e yer Saat- Kartoffeln am Lager eingetroffen in den Sorten Frühe Kaiserkrone Kuckuck: Industrie Samenhandlung Partei-Literatur empfiehlt Dr. Frey. Buenhandig. Oberhess. Volkaztg. Leiurich Hahn Bahnhofstr. Tel. 1403 Tränleih Gießen Hotel Schwaben Moutaa, den 16. A von 4 bis 6 Uhr. Dr. med. Haus mal Spezlalarzt für Bruch leider 7 fekt, sür e büro gesucht Schristliche Ang unter Nr. 78 an die schäftsstelle der Ob Volkszeitung erbeten. im Maschinenschr und Stenographle 4 1 5 e Elrge de fich eagle, walllkert Den Abele l dubfalla dude al sssche gunbelte wulll, N en don big un Aeg peil Ahulbigt ben zu aher an u nahen llt ho Arizmu sttunde Amen det n ile jetzt a geh At. Wem r jagt f Echt, um