E e eee 5 Er rr — r 9— * eU .—— 0 5 . N . q * 1 4. ö 1 a N en 2 — — — Piernsprecher 2008. — zu wenig gelieferten 85 000 Tonnen Kohle sicherzustellen; heute glauben sie noch viel weniger daran, denn zur Förde⸗ deutscher Gebietsteile 4 Redaktion: Sießen Bahuhosstraße 23 ethessische Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. 2 llazeit Ewedition: Gießen Bahuhosstraße 23 Fernsprecher 2008. Die Oberb. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Der Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Blat der Frau“ und„Land⸗ wirtschaftliche Beilage“ beträgt monatlich 1370.— Nek. einschl. Bringerlohn. Durdd die Post bezogen 1300.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 50.— Mk Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von psen Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(35 mm breit) oder deren Raum sokal 20.— Mk., auswärts 30.— Mt., die Reklamemillimelerzeile 100— Mek, Ber größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Ühr abends/ f Nr. 37 Gießen, Mittwoch, den 14. Februar 1923 2 13. Jahrgang Vier Wochen Ruhrbesetz ung Mehr als vier Wochen stehen die französischen Truppen jetzt im Ruhrgebiet. Was haben sie erreicht? Durch ihr entschiedenes Draufgängertum, ihr leichtfertiges Hantieren mit der Schußwaffe haben sie Produktion nicht erhalten, statt dessen aber die deutsche Abwehrfront wesentlich ge⸗— stärkt. Die Erschießung mehrerer Arbeiter, die Skandal⸗ szenen in Recklinghausen und vieles andere mehr haben der Arbeiterschaft im neubesetzten Gebiet gezeigt, um was es geht. Unsere Arbeiter haben nie daran geglaubt, daß der Einmarsch ins Ruhrgebiet erfolgte, um die Kohlenverteilung neu zu regeln und die im Verlaufe des vergangenen Jahres rung von 85 000 Tonnen Kohle braucht man keine Besetzung zu Tausenden von Quadratmetern, 5 1 1 1 14 solgen“ sehr enttäuscht ist. braucht man nicht die willkürliche gesetzeswidrige Entlassung braucht man vor allem nicht jenes Aufgebot an Militär, das Neigung Durch neue Schreckensmittel gefügig zu machen. Wir haben Einmarsch von ihnen erhofft hat. Oder glaubt man schließ⸗ 1 können? Gerode solche Mittel können unsere Klassengenossen egierungsoffiziösen Blätter in jeder Ausgabe zum Ausdruck lxingen, dann hätte man sicherlich auf das Einreiseverbot kritliche Wolffbureau den größten Teil Schuld. 9 Fktende 16 deutscher Eisenbahnbeamten, Arbeiter und Angestellten, sich bisher nur als Hemmung jeder ruhigen Arbeit, jeder Produktion erwies. Trotzdem vermißt man auf der Gegenseite noch jede zu einer Verständigung durch Verhandlungen. Vielmehr glaubt man die deutsche Arbeiterschaft, deren Führer in dem Abwehrkampf in vorderster Linie stehen, Herrn Poincaré für einen besseren Psychologen gehalten! Wäre er ein guter Psychologe, dann müßte auch er nach dem Verlauf der bisherigen Besatzungsaktion zu der Einsicht kommen, daß seine Maßnahmen mit noch so viel Truppen nie das einbringen werden, was man in Paris vor dem ch durch das Einreiseverbot deutscher Minister an der ent⸗ hiedenen Abwehr der deutschen Arbeiter etwas ändern zu in der Ruhr in ihrem Abwehrwillen nur bestärken. Wäre nan in Paris tatsächlich so siegesgewiß, wie es die ir deutsche Minister verzichtet. Auch die Vorgänge in dem kammerausschuß für Auswärtige Angelegenheiten zeigen, kaß es mit der französischen Siegesgewißheit in allem Ernst icht weit her und man vielmehr von den bisherigen„Er- Das heißt natürlich nicht, daß Foincars bald das Ministerpräsidium räumen wird. Auch ir Paris denkt die Opposition vorläufig nicht daran, den jetzt berfahrenen Regierungskarren aus dem Dreck zu fahren. Pan läßt Herrn Poincars weiter wursteln, bis seine Stunde beschlagen hat. Die deutsche Presse kann die Position des Herrn oincaré nur festigen, wenn sie über die Vorgänge im uhrgebiet mit Falschmeldungen arbeitet, wie es leider in ͤn letzten Tagen geschehen ist. Und hier trägt das halb- Einmal urde gemeldet, die von Mussolini zur Beteiligung an der suhraktion beauftragten italienischen Ingenieure seien ötzlich abgereist, trotzdem Herr Coste eifrig versucht hat, sie n halten, und am Freitag abend teilte das gleiche Nach— ihtenburean mit(die Presseobteilung der Reichsregierung tstätigte uns das ausdrücklich), daß der in Wanne von kinem Franzosen geschlagene Zugführer kurze Zeit nach dem lichen Angriff gestorben sei. Beides waren Falsch⸗ meldungen, die Poincaré geschickt zu seinen Gunsten aus⸗ erutzt hat und die auch jene Kreise gegen Deutschland auf⸗ ringen welche von vornherein Gegner der Ruhraktion ge⸗ besen sind. In geradezu perbrecherischer Weise leistet aber erst die entschnationale Presse der französischen Regierung Vor- üb. Planmäßig sucht sie nach einer neuen Dolchstoß⸗ und sie glaubt diese jetzt in Aeußerungen des Ge— essen Breitscheid gegenüber dem diplomatischen Bericht⸗ ö statter der Daily News in London gefunden zu haben. Heitscheid hat in dem Interview in knappen Worten die beltung der Sozialdemokratie zur Ruhraktion gekenn⸗ kichnet und keinen Zweifel darüber gelassen, daß jede Ver⸗ Hudlungsmöglichkeit ausgenutzt werden muß. Er hat sich kurit einer Auffassung des Reichskanzlers angeschlossen, die en vorvergangenen Sonntag in einer Besprechung in Essen gun Ausdruck gebracht wurde. Wir lehnen es ab, mit Ardesverrätern weiter über diese Angelegenheit zu dis— kteren. Jedenfalls hat die deutsche Arbeiterschaft allein den letzten vier Wochen der Abwehr im Ruhrgebiet mehr 0 dene und Liebe zum Vaterland gezeigt, als die Herren fferich, Hergt und Genossen Zeit ihres Lebens. Sie wird die Treue zur deutschen Republik trotz Poincaré auch in Wohle des deutschen Volkes. 4 0 sunft wahren zum Die Taktik der grrrande Nation. Auch der Reichspräsident darf nicht ins besetzte Gebiet! Die französische Tollheit geht immer weiter. Wie die Telunion aus Offenburg erfährt, war am Sonntag ein Delegierter der Juteranlliierten Rheinlandkommission mit dem neuen französischen Kommissar der Stadt Offenburg auf dem Rathäus erschienen. Sie hatten hier dem Ober- bürgermeister erklärt, die Interalliierte Rheinland- kommission habe erfahren, daß verschiedene Mitglieder der Reichs- und Staatsbehörden die Absicht hätten, in das be⸗ setzte Gebiet zu kommen. Er habe Auftrag, dem Oberbürger⸗ meister mitzuteilen, daß der Besuch dieser Herren verboten sei und daß die französischen Truppen Befehl erhalten hätten, diesen Besuch zu verhindern. Wenn dieser Besuch etwa beabsichtigt sei, so solle der Oberbürgermeister den Franzosen sofort Mitteilung machen. Weiter sei durch die Zeitungen bekannt geworden, daß der Reichspräsident Ebert in Karlsruhe erschienen sei. Der Delegierte forderte vom Oberbürgermeister, falls ein Besuch des Reichspräsidenten im besetzten Gebiet beabsichtigt sei, ihn der französischen Militärbehörde zur Anzeige zu bringen. Der Oberbürger⸗ meister lehnte dieses Ansinnen ab. Hierauf machte ihn der Delegierte für den Fall etwaiger unangenehmer Folgen verantwortlich. 5 Die Antwort der deutschen Regierung. Kurz und bündig. Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist beauftragt worden, der französischen Regierung folgende Note zu über⸗ reichen: a f Die deutsche Botschaft beehrt sich, dem Außenministerjum auf die Verbalnote vom 10. Februar, betreffend die Reisen deutscher Minjster ins Ruhrgebiet, auftragsgemäß zu erwidern, daß die Reichsregierung und die Regierungen der deutschen Länder es ab⸗ lehnen, Vorschriften über das Verhalten ihrer Minister von fremden Regierungen entgegenzu⸗ nehmen. 5 Der Geschäftsträger in Brüssel ist angewiesen, der bel⸗ gischen Regierung eine entsprechende Note zu übergeben. Ams amtlichen Berliner Kreisen erfährt hierzu die Telunion noch, daß man es dort für selbstverständlich hält, daß dem Verbot für die deutschen und preußischen Minister, nicht in das Ruhrgebiet einreisen zu dürfen, deutscherseits keinerlei Bedeutung beigemessen wird. Die französische Re⸗ gierung kann den deutschen und den Länder-Ministern nicht verbieten, Handlungen auf deutschem Gebiete vorzunehmen. Man wolle sich um derartige Weisungen und Verbote über⸗ haupt nicht kümmern. Pflicht der Minister sei es, in dieser Zeit auch der Gefahr zum Trotze in die besetzten Gebiete ein⸗ zureisen, soweit das tatsächlich notwendig ist. Vor der Besetzung von Emmerich und Wesel. Wie der Köln. Volksztg. von zuverlässiger Seite mit⸗ geteilt wird, ist beim Reichskommissar in Koblenz eine von den französischen und belgischen Vertretern bei der Rhein- landkommission unterzeichnete Note überreicht worden, nach der der französische und belgische Einmarsch in Emmerich und Wesel Dienstag früh 8 Uhr angekündigt wird.— Damit soll offenbar die Isolierung des Ruhrgebiets von der holländischen Grenze erreicht werden. Der Verkauf der Ruhrprodukte als neue Sanktion? Nach dem Petit Parisien soll in Paris als weitere Sanktionsmaßnahme für die Ruhr der Verkauf der Ruhr- produkte ins Auge gefaßt werden. Noch ein Ausfuhrverbot. Die französischen und belgischen Mitglieder der Rhein- landkommission haben am Montag ein neues Ausfuhrverbot für Farbstoffe, Düngemittel und Samen aller Art erlassan. Dieses Verbot soll wie die bisherigen Ausfuhrverbote für Kohlen, Koks, Eisen, Stahl usw. im gesamten alt- und neu⸗ besetzten Gebiet Anwendung finden. Die Ausfuhrbewilli⸗ gungen sollen erteit werden können von neu eingerichteten Ausfuhrstellen in Ems, Köln, Mainz, Essen, Krefeld und Aachen gegen Entrichtung einer Ausfuhrabgabe von 10 vom 100 des Wertes der ausgeführten Ware. Elin Zurückzieher Poinea rs? Der Frankf. Ztg. wird aus Paris vom 12. Februar gedrahtet: Die französisch-belgische Gewaltpolitik hat einen neuen schweren Miß⸗ erfolg zu verzeichnen. Es hat noch nicht 24 Stunden gedauert, bis man an den maßgebenden französischen Stellen zu der Ansicht gekom⸗ men ist, daß die gestern der deutschen Regierung notifigierte Sper⸗ rung des besetz ten Gebietes für alle In dustrie⸗ Jerzeugnisse, zu der Herr Poinears nach dem Echo National von den Belgiern wider seinen Willen gezwungen worden ist, ein Schlag ins Wasser ist. Fast gleichzeitig mit den ersten Meldungen über die Durchführung der neuen Maßnahme, d. h. über die Anhaltung der ersten nach dem unbesetzten Deutschland bestimmten Transporte, läßt die französische Regierung zum Rückzug blasen. In einem Ar⸗ tikel, über dessen offiziösen Ursprung kein Zweifel möglich ist, er⸗ klärt der Temps gestern abend, daß keinesfalls eine völlige Sperrung der Grenze geplant sei, daß es sich vielmehr lediglich darum handle, eine Erportkontrolle zu errichten, die über die Ausfuhrbewilligungen zu entscheiden haben werde. Die Okkupationsbehörde habe nicht die Absicht, die Durchfuhr der nach dem Ausland bestimmten Gütersendun⸗ gen durch Deutschland zu verhindern, und darüber hinaus sei es wahr⸗ scheinlich, daß die Ausfuhrstelle von Fall zu Fall auch die Be⸗ lieferung deutscher im unbesetzten Gebiet an⸗ sässiger Firmen zulassen werde. Hier werde es sich natür⸗ lich um Ausnahmen handeln, jedoch um Ausnahmen, die in solchen Fällen sehr häufig zu sein pflegen. Die neue Ausfuhrstelle im Ruhrgebiet werde die Ergänzung zu dem Ein⸗ und Ausfuhrbewil⸗ ligungsamt in Ems bilden, und in kurzer Zeit werde die neue Or⸗ ganifarton einnouofrei funktionieren. Jedenfalls hätten die Alliier⸗ ten in keiner Weise die Absicht, die Industrie des besetzten Gebiets zu parallelisieren oder gar Arbeitslosigkeit zu verursachen. Sie behielten sich nur das Recht vor, den Versand der aus dem besetzten Gebiet hinausgehenden Güter zu kontrollieren und diejenigen Produkte zu bestimmen, deren Export nach dem unbesetzten Deutschland zugelassen werden sollen. Die Gründe, die die französische Regierung zu dieser über⸗ raschend schnellen Abschwächung— um nicht zu sagen Zurücknahme— einer kaum erst beschlossenen Maßnahme veranlassen, liegen auf der Hand. Dies ist zu einem Teil bereits von den Morgenblättern an. gedeutet worden, soweit sie der Befürchtung Ausdruck gaben, daß die nächste Wirkung der beschlossenen Maßnahme sein werde, Hundert⸗ tausende von Arbeitern des besetzten Gebietes um ihre Existenzmög⸗ lichkeiten zu bringen und auf die Straße zu treiben, und die Aus⸗ lassungen des Temps bestätigen, daß Besorgnisse dieser Art den Aus⸗ schlag gegeben haben dürften. Darüber hinaus erscheint es nicht aus geschlossen, daß die französische Industrie, die von der Ab⸗ sperrung des besetzten Gebietes eine Ueberschwemmung der außer⸗ deutschen Märkte befürchten mußte, an dem überraschenden Umfall nicht ganz umbeteiligt war. Die Uebernahme des Bahnbetriebs durch Franzosen und Belgier. Nach den Mitteilungen der Pariser Abendblätter hat Interalliierte Rheinlandkommission beschlossen, die Bahnen des linken Rheinufers in eigenen Betrieb zu nehmen. In der gleichen Weise werden die französischen und belgischen Besatzungsbehörden die Hand auf die Bahnen des neubesetzten Gebietes legen. Ein Erlaß der alliierten Besatzungsbehörde stellt das ge⸗ samte deutsche Eisenbahnpersonal der besetzten Gebiete vor die Alternative, die Arbeit im Dienste Frankreichs und Belgiens unverzüglich wieder aufzunehmen oder sich als entlassen zu betrachten. Nach dem Temps soll die belgisch⸗-französische Organisation bereits völlig ausreichen zur Bewerkstelligung der Militärtransporte und zur Abfuhr der Reparations⸗ kohle. Die wirtschaftliche Versorgung des besetzten Gebietes, fährt das Blatt fort, werde also ausschließlich von den deutschen Eisenbahnern abhängen, die nur auf ausdrück⸗ liches Ersuchen wieder eingestellt werden würden. Die in den letzten Tagen sich häufenden Beschlagnahmungen amt⸗ licher deutscher Gelder, die zur Entlohnung der Eisenbahner bestimmt waren, scheinen dem Zweck zu dienen, Beamten und Arbeiter durch Hunger gefügig zu machen. Die Gewalttaten. Die Gewalttaten im neu- wie im altbesetzten Gebiete gehen weiter. Beamte werden wegen Grußverweigerung und wegen ihres Gehorsams gegen die deutschen Behörden verhaftet, ver⸗ urteilt oder ausgewiesen. Menschen, darunter Frauen und Kinder, werden bedroht und mißhandelt, wobei insbesondere die Neit⸗ peitsche eine große Rolle spielt. Es wird geschossen und Menschen⸗ leben bleiben als Opfer der Schreckensherrschaft des französischen Imperialismus. Waren und Lebensmittel werden„beschlag⸗ nahmt“, Personen- und Transportautos widerrechtlich abgefangen. Ganz wie im Kriege. Und wie im Kriege wird das, was man unter militärischen Vorwänden nicht zu erreichen weiß, durch ein Bombardement mit Flugblättern é nachzuholen versucht. Ganze Propagandaab teilungen sind zu diesem Zweck Tag und Nacht unter Aufwendung der größten Mittel bei der Arbeit Die„technischen Maßnahmen“ mit ihren psychologischen Aus⸗ wirkungen werden unsere Arbeiter in der gleichen Art zu beant⸗ worten versuchen. Das ist sicher, trotzdem die Besatzung eifrig be⸗ strebt ist, unseren Gewerkschaftsführern jede Zusammenkunft zur Beschlußfassung über die Taktik unmöglich zu machen. Poincarés Schwierigkeiten. Poincaré hatte sich bekanntlich, geweigert, dem aus- wärtigen Ausschuß der französischen Kammer die gewünschte Rechenschaft über das Ruhrabenteuer abzulegen. Angeblich unter dem Druck der Kritik der deutschen Presse an diesen unparlamentarischen Verhalten des französischen Mmister- Prasidenten, hat sich dieser jetzt entschlossen, seine Haltung zu ändern und sich dem Kammerausschuß zur Verfügung zu stellen. In der Sitzung, die der Ausschuß am Montag ab— hielt, verlas dessen Vorsitzender einen Brief Poincarés, in die 5 4 . ie Orientfrage, samtheit der Ereignisse in Deulschland mündlich und so dem dieser dem Ausschuß vorschlägt, in kürzester Zeit über die Vorgänge im Memelland und die Ge⸗ vollständig wie möglich ein Erposé vorzutragen. Der Aus- schuß könne dann noch diejenigen Fragen stellen, die er zur Vervollständigung der Mitteilungen für notwendig erachte. und die der Ministerpräsident entweder mündlich in einer neuen Sitzung oder schriftlich beantworten werde. Diesen Vorschlag hat der Ausschuß, wie versichert wird, einstimmig angenommen und zu diesem Zweck eine Sitzung auf den nächsten Montag festgesetzt. Tardieu, der die Opposition von rechts gegen, Poincaré führt, soll bereits in der gestrigen Montagsitzung einen Fragebogen mit nicht weniger als 93 Fragen ausgearbeitet haben. Poincaré muß also mit einer starken Gegnerschaft im auswärtigen Aus- schuß rechnen. Auf Grund zuverlässiger Informationen aus Paris will die Vossische geitung wissen, daß die Mehr. heit der Ausschußmitglieder der Ansicht sei, daß Frankreich die Besetzung des Ruhrgebiets nur im Einvernehmen mit England und möglichst unter aktiber Beteiligung Englands hätte vornehmen dürfen. Die bisherige Entwicklung der Ruhraktion habe alle Befürchtungen bestätigt, die von den Gegnern einer ohne England vorgenommenen Ruhrbe⸗ setzung gehegt worden seien. Die Vertreter für diese Auf⸗ fossung fordern jedoch nicht den Riickzug der französischen Truppen aus dem Ruhrgebiet, sie fordern im Gegenteil eine schärfere Besetzungsmethode, weil sie sich nur davon einen den Interessen Frankreichs entsprechenden Abschluß der Ruhraktion versprechen. Die Haltung Amerikas. Die Presse von New Hork beschäftigt sich mit Pariser Andeutungen, daß Frankreich sich als im Kriegszustand mit Deutschland befindlich erklären werde, wahrscheinlich, um auf diese Weise sein Ziel leichter erreichen zu können, doch finden diese Gerüchte keinen Glauben. Auf jeden Fall würde ein solches Vorgehen Frankreich den letzten Rest von Sympathie rauben, den es hierzulande noch besitzt. Aber selbst dann darf eine amerikanische Einmischung in den Konflikt als ausgeschlossen gelten. Politische Uebersicht. Die kritische Lage im nahen Osten. Ultimative Forderung auf die Räumung von Smyrna. besagt, daß die Türkei den Ver⸗ bündeten ein Ultimatum überreicht hat, in dem die Frist zur Räumung des Hafens von Smyrna durch die alltierten Schiffe bis zum Dienstag verlängert wird. Dazu schreibt der Petit Parisien; Am letzten Samstag hatte die Türkei ihre Forderung an die alliierten Kriegs schiffe, den Hafen von Smyrna zu verlassen, erneuert. Die Mitteilung kam zuerst an die französische Regierung, die sie nach London weitergab. Der Entschluß der Alliierten bleibt bestehen, daß sie nicht nachgeben und ihre Schiffe werden im Falle eines Angriffes mit blanker Waffe antworten. In Angora zeigt sich in dieser Frage eine gewisse Aufregung. Verschiedene Persönlichkeiten, wie vor allem Ravunof Bey, betreiben, wie es heißt, eine namentlich gegen Frankreich gerichtete Agitation. Es ist noch unbekannt, wie sich Ismed Pascha unter diesen Umständen verhalten wird. Er sollte heute in Konstantinopel ankommen, aber ist infolge von Schneeverwehungen unterwegs vorläufig in Bukarest fest⸗ gehalten. Pertinax bemerkt dazu im Echo de Paris, daß die Türkei zunächst durch einen zielbaren Schlag oder eine Drohung von seiten der Alliierten zur Vernunft gebracht werden müsse, ehe die Interessen der Alliierten vertreten werden können. Frankreich könne aber augenblicklich nicht an eine Intervention nach dem Osten denken. Es könne nur dem britischen Geschwader ein paar Schiffe zur Ver- fügung stellen. Das werde aber nicht gehen und man werde sich deshalb der Unterstützung Griechenlands. Rumäniens Eine Reuterdepesche Nach einer Havas⸗Meldung aus London liegen, zurzeit vor Smyrna elf englische, vier französische, drei italienische und vier ein enolisches hinzu⸗ kommt, das in aller Kürze eintreffen soll. Diese zweiundzwanzig Schiffe hielten die Stadt unter ihren Kanonen. Englische Bemühungen um den Orientfrieden. Ismed Pascha wird Dienstag vormittag in Kon- stantinopel erwartet. Die britische Regierung hat dem Quai d'Orsey bekannt gegeben, daß sie denChef der türkischen Friedensdelegation telegraphisch gebeten habe, seinen Ein⸗ fluß zur Aufrechterhaltung des Friedens geltend zu machen. Sie habe Ismed Pascha davon verständigt, daß sie nach wie vor bereit sei, auf Grund der Lausanner Vorschläge der Alliierten den Friedensvertrag zu unterzeichnen. * Eine englische Drohung an Aegypten. Nach einer Reuter⸗Meldung aus Kairo erklärte Premier⸗ minister Neschim Pascha in seinem Rücktrittsgesuch an den König, daß sein Entschluß auf die von Großbritannien vorgeschlage⸗ nen Aenderungen in der ägyptischen Verfassung zurückzuführen sei. Großbritannien erkläre, daß, wenn Aegypten nicht innerhalb von 21 Stunden annehme, es sich volle Hand lungsfreiheit vorbehalten würde. 2 Der irische Bürgerkrieg. Im Anschluß an die Mitteilung der frischen Republikaner, daß die Friedensvorschläge der Freistaatregierung nicht in Erwägung gezogen werden könnten, ist vom Stabschef der Aufstän⸗ dischen an die Offiziere und Mannschaften der republikanischen Armee eine in scharfem Tone abgefaßte Proklamation ergangen, in der es heißt, der Kieg werde fortgesetzt, bis die uUnabhän⸗ gigkeit lands anerkannt worden seh Es könne kein Kompromiß geben. Das Heer der Aufständischen wird aufgefordert, seine Tätigkeit energisch fortzusetzen und sich nicht um die Intriguen der Gegner und die niedrigen Methoden, womit man die Moral des Heeres brechen wolle, zu kümmern. Gleichzeitig mit der Veröffent⸗ lichung der Proklamation erfolgte ein Angriff auf eine Druckerei, in der das Amnesticangebot der Freistaatregierung gedruckt worden it. Die Druckerei wurde in die Luft gesprengt * Noch keine Klärung im Memelland. Entgegen anderslautenden Meldungen ist der Rücktritt der aus dem Putsch hervorgegangenen Regierung Simo⸗ naitis noch nicht vollzogene Tatsache. Die Verhandlungen, über die wir bereits berichteten, sind vielmehr auf dem toten Punkt angelangt, da Simonaitis den Rücktritt des fran⸗ zösischen Cberkomissars und den Abzug der französischen Besotzungstruppen verlangt, eine Forderung, auf die die Sonderkommission der Botschafterkonferenz nicht einzugehen gewillt ist. Die Kreise um Simonaitis versuchen nun die Bevölkerung zu einer Protestaktion gegen den französischen Oberkommissar zu veranlassen. Die Nachricht, daß der frühere litauische Gesandte in Berlin, Gailius zum Landespräsidenten ernannt sei, eilt mithin, wie der Fr. Ztg. aus Memel gemeldet wird, den Tatsachen voraus. Deutscher Reichstag. Das Notgestz.— Justizetat. Berlin, 12. Februar. Die Reichsregierung legte am Montag dem Reichstag das Not⸗ gesetz gegen die Wirkungen des Ruhreinfalls zur ersten Beratung vor. Der Reichswirtschaftsminister Becker machte sich seine Aufgabe, den Gesetzentwurf zu begründen, recht leicht. Er glitt mit einigen vater⸗ ländischen Redewendungen iber die ernsten wirtschaftlichen Probleme hinweg. Der Redner unserer Partei, Genosse Sollmann, ließ dem⸗ gegenüber keinen Zweifel darfüber, daß der Sozialdemokratie dieser Gesetzentwurf ganz und gar unzulänglich erscheint. In nachdrücklichen und sehr entschiedenen Worten verlangte unser Fraktionsredner die Ergänzung des Gesetzentwurss nach der wirtschaftspolitischen und finanzpolitischen Seite hin. Gegen die Presse der Rechtsparteien polemisierend, rechnete Genosse Sollmann mit den lächerlichen natio⸗ nalistischen Uebertreibungen und Illusionen zahlreicher bürgerlicher .. ͤ P und Bulgariens gegen die Türkei zu bedienen haben. Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. Das war alles, was sie auf dem langen Wege mitein⸗ ander sprachen. Rohan war heute außergewöhnlich einsilbig und in sich gekehrt und Marcelle empfand ein unsagbares Vergnügen, still an seiner Seite einherzuschreiten. Als sie endlich vor dem Häuschen des Korporals standen, nahm sie ihren Krug vom Kopfe, stellte ihn zu Boden und fragte: „Willst Du nicht eintreten?“ „Ich danke, heute lieber nicht.“ Die Straße war ganz öde; er faßte sie bei beiden Händen, zog ihr Gesicht zu dem seinigen herab Und wollte sie küssen. Doch plötzlich warf sie ihr Köpfchen zurück und bemerkte lachend:„Es ist also doch wahr!“ „Was ist wahr?“ fragte er, sie küssend. „Daß es wieder Krieg gibt. Der Kaiser ist auf die Deutschen erbost.“ Wie eine eiskalte Douche trafen ihn diese Worte. schauerte zusammen. „Was hast Du?“ fragte sie weich. „Nichts; der Abend ist kühl. Es gibt also wieder Krieg?“ Er bemühte sich seiner Erregung Herr zu werden, die ihn fast überwältigt hätte. Seine Stimme klang ganz fest. Plötzlich, wie ein Blitzstrahl duechzuckte Marcelle zum ersten⸗ mal der Gedanke daß dieser junge Riese, ihr Verlobter, wohl auch auf der Liste stehen werde. Und ein schmerzliches 25 Er Gefühl krampfte ihr das Serz fast zusammen, während Tränen ihr in die Augen traten. „Vergib mir, Rohan, ich hatte vergessen. Ich dachte wirklich nicht daran, daß auch die einzigen Söhne gezogen werden,“ stotterte sie. „Was ist weiter dabei?“ lachte Rohan bitter auf. Dos Mädchen ließ jetzt traurig den Kopf hängen. Beide 1 sich zuerst auf, trat ganz dicht an ihren Vetter heran, schlang beide Arme zärtlich um seinen Hals, so daß er das heftige Pochen ihres Herzens an dem seinigen hören konnte, drückte ihre Lippen leidenschaftlich auf die seinigen ünd schluchzte: „Geliebter Rohan, mein tapferer Rohan! Es ist wahr, Dein Name steht ebenfalls au fder Liste und kann gezogen werden. Wenn er es wird, mußt Du mich verlassen, um dem großen Kaiser zu dienen und für Frankreich zu kämpfen, Ich will nicht lügen, ich werde inbrünstig beten, daß Du nicht zu gehen brauchst; aber solltest Du gehen müssen, nun, dann wirst Du mich tapfer finden, ich werde nicht weinen. Es tut bitter weh, von dem Liebsten, was man hat, zu scheiden, aber es geschieht für den Kaiser— was würden wir für diesen nicht alles tun? Wenn es sein und Gottes Wille ist, werde ich nicht trauern, nein, ich werde stolz sein.“ Sie fuhr sich mit der Handfläche über die feuchten Augen. Ehe Rohan sich von seinem Erstaunen so weit fassen konnte, um ihr zu antworten, ertönte vom Hause der laute Ruf:„Marcelle!“ Sie drückte rasch noch einen Kuß auf Rohans Lippen, nahm ihren Krug auf und eilte ins Haus. Rohan stand noch eine Weile wie vor Entsetzen versteinert im Schatten. Ihr Kuß brannte ihn wie Feuer. Er empfand es heute zum ersten mal, wie grundverschieden ihre Gesinnungen waren, wie ganz anders ihre Seelen empfanden. Und doch liebte er dieses Mädchen immer mehr, sein Gefühl für sie wuchs ins Unendliche, aber auch die entsetzliche Angst vor der Zukunft. Er gloubte, unter der Wucht dieser beiden neuen Empfindun⸗ gen den Verstand verlieren zu miissen. Wie lange er vor dem Hause des Korporals gestanden, wußte er selbst nicht. Stundenlang irrte er dann noch im Mondschein umher, seinen Eid wiederholend:„Du hast meinen Schwur gehßrt, o Gott! Ich will kein Blut ver⸗ gießen! Nie! Nie!“ schwiegen, von ihren Gefühlen überrzalkigt. Marcelle raffte 5 (Jorisetzung folgt.) — 3 hat den Schiffahrts⸗Gesellschaften den J Zeitungen ab und fand bei diesen Ausführungen „ auch Zustimmung des Hauses. Die Sozialdemol so schloß unser einem Kampfgesetz machen gegen den n Von den bürgerlichen Parteien ließen n Zentrum kurze Erklärungen a Zum Haushalt des Reichs justizministerjums sprach Geno Rosenfeld, der seine 5 Einspruch Völkerrechtsverletzung im Ruhrgebiet und für wirkliche einer Fülle 0 sehr mangelt. Die 1 5 Richter f bescülcafk nicht beseitigt W 5 9 a Klassenjustiz in der heutigen 5 1„— care Ermiderungen von Thüringer Amtsrichter Abg. stellten sich vor den Reich. iag und beklagten sich über zu scharfes l Zupacken der Justiz gegen Deutschnationale und Deutschvölkische. Dabei mußte wieder einmal die Thüringer Regierung herhalten. Der thliringische Ministerpräsident, Genosse Froehlich, bereitete den beiden Rechtsparteilern sofort eine Niederlage, die von dem ganzen Hause mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und von der ie Linken stürmisch applaudiert wurde. Es zeigte sich, daß militärssch organisterte Banden mit Eisenbahnzügen und zum großen Teil be⸗ waffnet, nach München hatten vorstoßen wollen. Daß die Thüringer Regierung und ihre Polizeiorgane das verhindert haben, ist ein durch⸗ aus verdienstliches Werk. Am Dienstes wird die Beratung des Etats des Reichs justiz —— a ministertums fortgesetzt. Innerpolitisches. Geldentwertung und Erwerbslosenfürsorge. Wir wiesen vor kurzem an dieser Stelle auf die soziale Ungerechtigkeit hin, die darin liegt, daß bei den Steuer⸗ abzügen der Lohn⸗ und Gehaltsempfänger die Geldent⸗ wertung keinerlei Berücksichtigung findet, während Veranlagungspflichtigen das rasende Tempo der Ent wertung infolge zarter Rücksichtnahme des Reichsfing ministeriums in weitestem Ausmaß zugute kommt. Lohn- und Gehaltsempfänger aber sind auch weiter dadurch geschadigt, daß für ihre Bezüge die Forderung der auto. matischen Anpassung an die Geldentwertung immer n nicht erfüllt ist. In noch schlimmerer Lage befand sich naturgemäß eine andere Gruppe. die der Erwerbs losen(wenn wir hier von den Kleinrentnern und anderen durch das Valutaelend bedrängten Volksschichten absehen). Bei einer Erhöhung der Unterstützungssätze mußte stets ein umständlicher Apparat, die Befragung der Länder und des Reichsrats, in Bewegung gesetzt werden, wobei von einer Anpassung an die Geldentwertung keine Rede sein bau Vom 29. Januar ab beträgt der höchste erreichbare Satz für eine männliche Person über 21 Jahre 720 Mark für den Tag. eine Unterstützung, die natürlich völlig unzu⸗ reichend ist. 5 Die beiden sozialdemokratischen Mitglieder im Volks- wirtschaftsausschuß des Reichstags nahmen sich nun der Sache an und stellten im Ausschuß Anträge, wo in wesentliche Erhöhung der Unterstützung, automatische 2 passung an den Lohn der Klasse 6 der Reichslohnempfäng und zur Entlastung der Gemeinden Uebertragung eines Teiles der Lasten auf Reich und Ländern gefordert wurde, Die Anträge fanden in dieser Form zwar keine Gegenliebe, aber es wurde doch ein Unterausschuß zur Durchberatung der Angelegenheit eingesetzt. 4 In diesem Unterausschuß beantragten unsere Genossen Krätzig und Toni Sender: l Die Erwerbslosenunterstützung soll in Ortsklasse A be tragen: 1 1. für eine männliche Person über 21 Jahre, sofern sie nicht im Haushalt eines anderen lebt, 1500 Mk. für de. Tag. Sosern sie im Haushalt eines andern lebt, 1300 Mk. für den Tag und für eine männliche Person unter 21 Jahren 1100 Mk. für den Tag. 1 2. Weibliche Personen sollen erhalten, wenn sie über 21 Jahre alt sind und nicht im Haushalt eines anderen leben 1400 Mark pro Tag. l Wenn sie im Haushalt eines anderen leben, 1200 Mark pro Tag und wenn sie unter 21 Jahre sind, 1000 Mark pro Tag. N 8. An Familienangehörige sollen gewährt werden für Ehegatten 800 Mark und für Kinder und sonstige unter stützungsbedürftige Personen 600 Mark pro Tag. 9 Diese Anträge fanden Annahme und mit Wirkung vom 15. Februar ab. Ebenso gelang es unseren Genossen, die Vertreter der anderen Parteien von der unbedingten Notwendigkeit d automatischen Anpassung der Unterstützungen an die Geldentwertung zu überzeugen, und es wurde folg von allen Parteien unterzeichnete schließung angenommen: „Der Aussckuß(Volkswirtschaftlicher Ausschuß de Reichstags. D. Red.) wolle beschließen, die Reichsregierung a ersuchen, bis zum Zusammentritt des Reichstages ein Schlüsselverfahren vorzulegen, das als Grundlage für die e Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung ent.“ 3 In der Frage der Kurzarbeiterunterststzung einiatt man sich auf der Grundlage eines Vorschlages, den die gierung macht und der darauf hinausläuft, den arbeitern die Zusapunterstützung nach Sätzen zu beme die, je nach dem Grade der Kürzung den 1½ bis 1a 99. Erwerbslosenumterstützung enthalten. f Nachdem aber nun einmal für ei e 6 empfängern die automatische. 1 ent wertung als berechtigt anerkannt ist, wollen wir hoffen, der gleiche Grundsotz sich nun auch bei Lohn und Gehaltsempfängern durchsetz 1 9 1 zwar * 4 N 9 1 1 8 1 1 1 5 —— N 1 sind neue Rentenerhöhungen dank Au alle Uufallverletzte und Sozialreutuer des Freistaats Hessen! Vom Zentralverband der Arbeitsinvaliden und Witwen geht gender Aufruf zu: 115 rasenden 15 nimmt das Eleyd unter der deutschen Be⸗ völkerung zu. Schwer lastet der Druck der furchtbaren Gelbent⸗ wertung auf dem Lohn⸗ und Gehaltsempfänger. Niemand kann voraussagen, niemand weiß, wie sich in den nächsten Tagen die wirtschafkliche Lage gestaltet. Den Lohn⸗ und Gehaltsempfängern ist es noch möglich, Dank der unermüdlichen Tätigkeit der Gewerk⸗ schaften, einigermaßen an die Anpassung der ungeheuern Teuerung angereiht zu werden, doch müssen sast täglich neue Forderungen ge⸗ stellt werden, damit Hand⸗ und Kopfarbeiter sich mit ihren Ange⸗ hörigen über Wasser halten. Doch viel, viel trostloser stehen So⸗ zialrentner, Unfallverletzte usw. diesen Verhältnissen gegenüber. Der Sozialpolitische Ausschuß hat zwar die neue Erhöhung der Unfallrente beschlossen; nun bekommt ein völlig erwerbsunfähiger Unfallperletzter eine monatliche Rente von 64000 Mark. Trotz dieser bedeutenden Rentenerhöhung sind die Umfallverletzten in 1 r Gefahr, Es wird immer schwerer in Zukunft, bei Unfall⸗ verletzten die Beodürftigkeitsfrage auszuschalten, die der Gesetz⸗ geber immer noch anwenden will. Wenn wir auch selbstverständ⸗ lich ganz entschieden Stellung gegen die Anwendung der Be⸗ düntigkeitsklausel genemmen haben und nehmen werden, so können wir doch in Zukunft nicht mit dem gewünschten Nachdruck vorgehen, wenn nicht hinter uns eine entschlossene Macht steht. Den der rastlosen Täligkeit der Zentralverbandes gewährt worden, doch werden die⸗ selben nur den Bedürftigen zuerkaunt In ihrem eigenem Inter- esse tun deshalb alle Sozjalxentner,⸗Witwen und Unfallverletzten in Stadt und Land gut, sich sofork dem Zentralverband anzu⸗ schlleten, damit hinter unseren Forderungen entschlossene Macht steht 5 tur dann, wenn der letzte Unsallverletzte und Sozjalrentner im Freistaat Hessen organisiert ist, wird es uns möglich sein, die Gefahr, die in der Bedürftigleitsklausel liegt, abzuwenden Der Unterzeichnete ist bei jeder Grlindung neuer Orts⸗ gruppen zur Mithilfe gerne bereit. Heiyrich Cyrus, Geuleiter, Offenbach a. M., Geschäftsstelle: Herrnstraße 37 J. uns diese Banhütten bewegung. Eine wichtige Beiratssitzung des Verbandes sozialer Bau⸗ betriebe fand am 1 und 18. Januar in Berlin statt. Ueber die⸗ selbe berichtete Geschäftsführer Cge am 3. Februar in Aschaffen⸗ burg. Dort hatte sich der Beirat des Bauhütten⸗Betriebsver⸗ bandes Hessen und Hessen⸗Nassau eingefunden, sowie einige Mit⸗ glieder des Aussichtsrates. Vor der Sitzung fand eine Besichti⸗ gung des Aschassenburger Betriebes statt. Da sah man zunächst ein eigenes Grundstück von 5100 Qm. Bodenfläche, auf dem sich der Zimmer⸗ und Lagerplatz befindet, mit einer gut gebauten und eingerichteten Werkstätte für Zimmerer und Schreiner, einen Maschinenraum mit den notwendigen Maschinen und Elektro⸗ motox. Eine eingerichtete Schmiede, ein Lagerraum für Zimmerer, Maurer, Dachdecker und Tiincher und die üblichen Gerüste und Geräte und Baumaterialien. Vom Lagerplatz ging es nach dem neuerbauten Aschaffenburger Volkshaus, das Eigentum der Bau⸗ hütte ist und 3000 Qm. bebaute Fläche enthält. In den Gebäuden befinden sich 17 Buxeauräume für die Bauhütte und die Gewerk⸗ schaften, 15 Drei⸗ und Vierzimmerwohnungen, ein Wirtschafts⸗ lokal mit Sitzungszimmern und Schlafräumen für Durchreisende. Weiter besitzt die Bauhütte als Eigentum einen Steinbruch von 19000 Qm. Flächeninhalt. Hier sind Sachwerte erfaßt, die bra Hand⸗ und Kopfarbeiter haben hier eine Tat voll⸗ bf Nach der Besichtigung konnte Geschäftsführer Ege die Sitzung in eigenem Heim eröffnen und darauf hinweisen, daß es nun gelte, alle diese Sachwerte der in Deutschland vorhandenen soztalen Baubetriebe zusammenzufassen, um die Gründung einer Garantte⸗ gemeinschaft vorzunehmen. Auf etwa 3 Milliarden Mark seien bie Sachwerte heute zu schätzen, die Garantiegemeinschaft solle nach den Beschlüssen des Beirates des Verbandes sozialer Vaubetriebe CCC ĩVö ͤ v.../ /////(((( Konzerte. Konzert zum Besten der Gießener Studentenhilfe. Zahlreiche Musikfreunde fanden sich am Sonntag zu dem von hiesigen Kräften veranstalteten Wohltätigkeitskonzert zusammen. Herr Prof. Henle eröffnete die Reihe der reichhaltigen Vortragsfolge mit der auch im Konzertsaal gern gehörten C⸗moll Etude von Chopin. Herrn Prof. Henle, der sich in Chopins Eigenart ganz eingelebt hat, gelang es auch diesmal, den verschiedenen Stimmungsgehalt der drei Chopin⸗ schen Werke(A⸗moll⸗Ballade und As⸗dur⸗Polonaise) zu voller Gel⸗ tung zu bringen. In dem Gast Frl. M. Peter aus Berlin lernten wir eine stimmbegabte Altistin kennen, deren wohlausgebildetes, ganz beson⸗ ders in der Tiefe schön külngendes Organ gepaart mit einem ver⸗ ständnisvollen Vortrag und tadelloser Aussprache sehr bald die Zu⸗ hörer gewann. Durch die Wahl der Schubert⸗ und Brahmslieder — von denen letztere ursprünglich flir Soloquartett geschrieben sind — zeigte die Künstlerin deskreten Geschmack, berücksichtigte damit aber auch in glücklicher Weise den Klangcharakter ihrer Stimmittel, die durch ein leichtes Vibrato in ihrer Entfaltung gehindert wurden.— Frau H. Spohr gefiel durch ruhige Sicherheit des Vortrags, schöne Bogenführung und tiefe musikalische Auffassung, besonders in dem auch heute in seiner Süße noch Eindruck verschaffenden E⸗moll⸗ Adagio von Spohr. Auch durch die Wiedergabe der G⸗moll⸗Sonate von Schubert erbrachte die Solistin mit ihrem tüchtigen Klavier⸗ partner den Beweis wahrhaft bünstlerischen Empfinden'. Nicht ver⸗ gessen aber auch sei Frau C. Nebelung⸗Knapp, die in fein⸗ sinniger Weise die Begleitung der Schubertlieder sowie der unga⸗ rischen Tänze No. 2 und 5 von Brahms⸗Joachim vorzüglich durch⸗ führte. Der eifrige, leider manchmal zur Unzeit einsetzende Beifall, wie die reichlichen Blumengaben ehrten die Mitwirkenden für ihr opferfreudiges Einsetzen ihres Könnens. N * Konzert der Reichs wehrkapelle. Unter Leitung von Musikmeister Löber gab die Kapelle des hiesigen Reichswehr⸗Bgataillons am Samstag abend ein Konzert im Stadttheater. Zur Aufführung kamen Werke von Beethoven und dem norwegischen Komponisten Grieg, die exakt und in künstlexischer Weise wiedergegeben wurden. Das Thea⸗ ter war voll besetzt und das Publikum spendete den vorzüglichen als A.⸗G. gegrundet werden. Wie Arnen wurn von den Bau⸗ hütten, den Bauhütten⸗Betriebsverbünden und dem Verband sozialer Baubetriebe übernommen werden. Redner ing alsdann auf die sonstigen in Berlin behandelten Punkte und Beschlüsse ein und gab ein Bild über den Stand der Bewegung im Reich und ganz besonders im Bezirk Hessen und Hessen⸗Nassau. Trotz Ein⸗ stellung der Bautätigkeit wurden am Stichtag der Zählung am 30. 12. 22 im Bezirk beschäftigt 4790 Handwerker, 266 Hilfsarbeiter, 11 Baustoffarbeiter, 66 Lehrlinge, 49 technische und kaufmännische Angestellte. Im 4. Quartal 1922 wurden 99 090 763 Mk. an Löh⸗ nen und 7553 209 Mk. an Gehältern ausgezahlt. Der Bericht wunde beifällig aufgenommen, alle Anwesenden brachten in der Diskussion zum Ausdruck für die in Berlin ge⸗ faßten Beschlüsse zu wirken und waren ganz besonders darüber erfreut, daß die junge Bewegung ihre geschaffenen Sachwerte in einer Garantiegemeinschaft zusammenfasse, um so eine Bürg⸗ schaftsorganisation zu haben. — 1120fache Lebens haltungskosten. Nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes beträgt die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung) im Durchschnitt des Monats Januar 1120,27(1913/ö 14 1) gegenüber 685,06 im Dezember 1922. Die Steigerung gegen⸗ über dem Vormonat beträgt 63,5 v. H. Die Indexziffer ohne die Bekleidungsausgaben stellt sich auf 1034, sie ist danach 69,1 v. H. höher als im Vormonat. Die Bekleidungskosten allein haben sich nur um 44,90 v. H. auf 1682 erhöht, während die Ernährungskosten um 69,3 v. H. auf das 1366fache gegenüber dem Frieden gestiegen sind. Diesen Durchschnittsberechnungen liegen die Erhebungen am 10, und 24 Januar zugrunde. Die sprunghafte Verteuerung der sämtlichen Lebensbedürfnisse, die auf den erst in die letzte Januarwoche fallen⸗ den Marksturz eingetreten ist, kommt daher in der fiir den Durch⸗ schnitt des Monats Januar berechneten Indexziffer noch nicht zur Geltung. Gießen und Umgebung. — Wohnungsbauprogramm der Stadt. Im laufenden Jahre beabsichtigt die Stadt die Bautätigkeit wieder auf⸗ zunehmen und eine Reihe Wohnhäuser zu errichten. Wir brachten darüber kürzlich schon eine Mitteilung. Im ein⸗ zeln ist vorgesehen: Errichtung zweier Baracken für Not⸗ wohnungen, ferner eine Baugruppe an der Ecke der Stephan⸗ und Gnauthstraße, ein Neubau auf dem Grund⸗ stück Johannesstraße 3, eine Wohnung in Verbindung mit dem zu erbauenden Mehllager, eine weitere Wohnung auf dem städtischen Lagerplatz an der Steinstraße, ferner Er⸗ richtung von 6 Häusern der Eigenheimbaugenossenschaft. Außer dem werden die 20 Häuser der Eigenheimbaugenossen⸗ schaft voraussichtlich bis Mai beziehbar sein. Hierfür wird der hiesigen Stadtvertretung ein Kredit von 225 Millionen Mk. angefordert werden, über den diese in der morgigen Sitzung zu beschließen haben wird. — Ein Nachtragsvoranschlag für 1922 wird der Stadtver⸗ ordneten⸗Versamimlung vorgelegt werden. Er schließt in der Be⸗ tviebsrechnung ab mit 177 163 352 Mk. in Einnahme und 251212 075 Mk. in Ausgabe es erglebt sich somit ein Fehl⸗ betrag von 74 048 723 Mk.— Bei dem im Frühjahr vorigen Jahres von den Stadtverordneten beschlossenen Voranschlag ergab sich nur ein Fehlbetrag von rund 4½ Millionen Mark. — Vom Städt. Miet⸗ und Pacheinigungsamt. Ueber die Tätigkeit des Städt. Miet⸗ und Pachteinigungsamtes im Jahre 1922 wird uns geschrieben: Insgesamt wurden 787 Anträge ge⸗ stellt davon auf Kündigung 246 Mietsteigerungen 417, Errichtung von Zwangsmietverträgen 46. Beschlagnahmebeschwerden 36, Ge⸗ nehmigung von Unbervermietung 28, Pachtsachen 14. Von den 417 Mietsteigerungsanträgen konnten 308 im Wege einer Vorent⸗ scheidung, also ohne mündliche Verhandlung, ihre Erledigung finden, während über die verbleibenden. sowie die gesamten übrigen Anträge in 618 Terminen streitig verhandelt werden mußte. Innerhalb dieser Verhandlungen war es möglich. in 106 Fällen eine vergleichsweise Erledigung zu erzielen, ein anderer Teil erledigte sich durch Zurücknahme oder gütliche Ginigung der Parteien sodaß nur noch in 377 Fällen Ent⸗ scheidung zu tressen war. Streitigkeiten zwischen den Beteiligten über die Höhe des von jedem Nutzungsberechtigten dem Zahlungs⸗ pflichtigen gegenüber zu ersetzenden Anteils an der Wohnungs⸗ bauabgabe weren 13 auszutragen, davon erledigten sich 12 durch Vorentschaidung und gütliche Auseinandersestung. Erwähnens⸗ wert ist hierbei, daß in den weitaus meisten Fällen die Anträge innerhalb eines Monats und bei mindlicher Verhandlung in einem Termin erlediat werden konnten. Die eingerichteten Sprechstunden wurden von mehreren tausenden Rat⸗ und Aus⸗ kunftssuchender in Anspruch genommen. Stadtverordneten⸗Versammlung. Für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag, 15. Febr., nachm. 4%½ Uhr, liegt folgende Tagesordnung vor: 1. Erhöhung des Beitrages zum Fulda⸗Lahn⸗Kanal⸗Verein. 2. Erhöhung des Bei⸗ trages zum Lesehallenverein. 3. Beitrag an den Verein für Kom⸗ nrunalwirtschaft und Kommunalpolitik. 4. Beitrag an den Deut⸗ schen Städtetag. 5. Stiftung der Stadt Gießen aus Anlaß der gol⸗ denen Hochzeitsfeier des ehemaligen Deutschen Kaiserpaares. 6 Kachtrag zur Ortssatzung über die Erhebung einer Fremdenab⸗ in der Stadt Gießen. 7. Gesuch der freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz um Erhöhung des städtischen Zuschusses. 8. Verwilligung von Beihilfen für Teilnahme an Verwaltungs⸗ prlifungen. 9. Erhöhung der Hundesteuer. 10. Baukostenvorschüsse an die Baugenossenschaft 1894. 11. Betriebsmittelvorschüsse des Reiches an die Gemeinden. 12. Antrag der Stadtverordneten Haupt, Biexau und Seng auf Sitz und Stimme im Bau⸗, Finanz⸗ und Sozialpolitischen Ausschuß, sowie im Beirat für das Woh⸗ nungsamt. 13. Antrag derselben Stadtverordneten, betr. die Oeffentlichkeit der Sitzungen der Stadtverordneten-Versammlung. 14. Gebührenordnung für de Erteilung der Erlaubnis zum Han⸗ del mit Lebens⸗ und Futtermitteln. 15. Erlaß einer neuen Ar⸗ beitsorbnung flir die städtischen Arbeiter. 16. Kreditbewilligung für die Beschafsung von Buveaumaterialien und Lehrmitteln für die Volks⸗ und Fortbildungsschuale. 17. Bauliche Herstellungen im Amtszimmer des Stadtschulrats. 18. Uebertragung von Aufgaben des Schulvorstandes an das Stadtschulamt. 19. Festsetzung der Ve⸗ züge der Beisitzer der Instandsetzungsstelle. 20. Bewilligung eines öffentliche von etwa zwölf Millionen N Kredkts flir Anbringung von Eisengittern an den Fenstern des Oberhessischen Museums. 21, Beitragsleistung zum Be zirks⸗ arbeitgeber⸗Verband. 22. Erhöhung des Selostveysiche rungsslocls für das Ri. 1922 ron 50% 000 Mk. auf 500 000 k. 23. Einschränk⸗ ung des Betriebes der Straßenbahn. 24. Gewährung eines Zu⸗ schusses an Anstalten, welche die Unterstützung mittelloser Wan⸗ erer übernehmen. 25. Erhöhung des Jahresbeitrages für den Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege. 25. Unter⸗ stützung des Evangelischen Schwesternhauses und des St. Josephs⸗ Krankenhauses. 27. Gebührentarif der Dienstmänner. 28. Soßiar⸗ rentnerfürsoz ge. 29. Beitrag an das Archiv Deutscher Berufsvor⸗ münder in Franlfurt a. M. 30. Rechnung der Armenlasse für das Ni. 1920. 31. Rechnung der Plockschen Stistung für das Rl. 1920. 32. Voranschlag der Ploschen Stiftung für Rj. 1922. 33. Auto⸗ mobildroschlentgrif. 34. Gesuch des Heinrich Bremond um Er⸗ laubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Steinstr. 76. 35. Gesuch des Heinrich Dechert, um Erlaubnis zum Schankwirt⸗ schaftsbetrieb im Hause Neuenbäue 5(Kühlen Grund). 36. Ges der Frau Minna Soldan, um Erlaubnis zum Schankwirtschafts⸗ betrieb im Hause Neustadt 78. 37. Gesuch des Heinrich Stecken, um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Eichgärten 50 (Liebigshöhe). 38. Erhöhung des Standgeldes auf den Vieh⸗ und Krämermärkten. 39. Erhöhung der Wochenmarktgebühren. 40. Wohnungsbauprogramm 19023. 41. Verlängerung des Anschluß⸗ gleises an der Margaretenhütte. 42. Verbesserung der Straßen⸗ beleuchtung. 43. Abhitzeverwertung im Gaswerk; hier: Veschaffung einer Dampfturbine. 44. Befestigung der Straße am Kugelberg. 45. Anpflanzung von Obstbäumen an öffentlichen Straßen und Wegen. 46. Herstellung von Amtsräumen sür das Standesamt. 47. Ausgestaltung der Abteilung I/ des, Friedhofes am Rodtberg. 48. Beleuchtungsanlage für die Waschküche der Liebigshöhe. 49. Ve⸗ schaffung eines Leihsarges. 50, Reparatur des Daches auf denn Hause Kirchenpl. 8. 51. Gewährung von Reichsdarlehen zur Fec⸗ tigstellung der im Jahre 1922 begonnenen Wohnungsbauten; hier: Aenderung der Tarlehensbedingungen. 52. Gesuch der Vauge⸗ nossenschaft 1894 auf Gewährung eines weiteren verzinslichen Baukostenvorschusses von 10 Millionen Mark für den 3. Bau⸗ abschnitt an der Licherstraße(Straße am Kugelberg). 53. Gesuch um Gewährung des Gemeindepflichtdarlehens für 6 Wohnungen des Hessischen Staates auf dem städtischen Gelände Jheringsstraße und der Straße auf der Weißerde. 34. Schluß⸗ abrechnung des Eisenbahner⸗Heimstättenvexeins für die Häuser an der Klinikstraße, Crednerstraße und Wetzlarerweg. 55. Anbau anr Geräteschuppen Oswaldsgarten. 36. Erbauung eines Autoschup⸗ pens auf dem Lagerplatz an der Steinstraße. 57. Beschaffung von Litewken für die Berufsfeuerwehr. 58. Vertretung der Stadt in der Eigenheim⸗Baugenossenschaft. 59. Rechnungsabschlüsse des Gaswerks, des Wasserwerks, des Elektrizitätswerks d der Straßenbahn für das Ri. 1920. 60. Anbringung eines Lichtbildes am Hotel Viktoria, Bahnhofstraße. 61. Errichtung einer Lager⸗ 5 auf dem Grundstück der Firma Andreas Euler an der Stein⸗ traße. 62. Baugesuch der Eigenheim⸗Baugenossenschaft für die Straße am Kugelberg und für die Iheringstraße. 63. Zahlung von Prämien für die e von Wohnungen. 64. Mit⸗ teilungen.(Bewilliung eines Kredits für Erhöhung der städti⸗ schen Arbeiterlöhne.) zwischen der — Die Biebertalbahn. „Von der Bürgermeisterei Rodheim g. B. erhalten wir folgende Zuschrift mit dem Ersuchen um Aufnahme: Seit August 1922 schränkt die Biebertalbahn den Personen⸗ verkehr erheblich ein. Sie begründet ihre Maßnahmen mit nach⸗ lassender Frequen⸗ der Züge und Kohlenmangel. Von vorneber⸗ ein sei aber festgestellt, daß bei der Biebertalbahn schon seit ahren ein reiner Personenzugverkehr überhaupt nicht mehr be⸗ steht sondern ein sogen. gemischter Verkehr, d. h. die Personen⸗ wagen werden den Güterwagen angehängt. Wenn die Biebertalbahn den Personenzugrerkehr dauernd einschränkt ist ein Rückgang der Frequenz selbstverständlich. 1906—.1914 liefen beispielsweise 12 Züge und jetzt laufen nur vier Züge und diefe nur Werktags. Bei regel rechtem Verkehr wurden damals also jährlich etwa 260 000 Personen befördert und jetzt— nach eigener Angabe des Kleinbahnverwalters etwa 72 000 Percsonen. Alio Personen und Rentabilltätsrückgang des Personenverkehrs selbstverständlich! Der Grund liegt aber in der Einschränkung des Zugverkehrs. Da ferner nur gemischte Züge laufen, kaun der weitere Grund für eine Einschränkung des Per⸗ sonenverkehrs— der Kohlenmangel— durchaus nicht ausschlag⸗ gebend sein. Sollte nicht zu unrechter Zeit angewandte Sparsam⸗ keit der Grund dafür sein. daß mau jetzt von Kohlenmangel spricht, Wir sind der Ausicht. daß bei einigermaßen gutem Willen die Möglichkeit bestand. ebenso wie es die Industrie und Reichs⸗ bahn mit Weitblick schon seit Monaten taten, sich mit englischen Kohlen einzudecken. Die Rentabilität der Biebertalbahn dürfte hierunter eine große Einbuße kaum erlitten haben, wie in folgendem dargetan werden soll: Der Güterverkehr hat durch die Inangriffnahme neuer Bergwerke und Kalksteinbrüche einen großen Aufschwung genommen. Im Jahre 1922 wurden, wie aus den Büchern der beteiligten Firmen festgestellt ist 72673 Tonnen Erz und Kalk verfrachtet. Unter Berücksichtigung der sich von Monat zu Monat verändernden Frachtsätze ergab sich hieraus eine Brutto⸗Einnahme von Mk 16 679 954.—. Diesem Betrage ist hinguzurechnen eine Einmabme für ankommende Güter(Nohlen. Koks, Holz usw.— nicht Stsickgüter, für welche die Unterlagen sehlen) Mk. 739 991.—. Zusammen Mk. 17 419 945.—. Die Nach⸗ rechnung der Ausgaben für 1922 ergab für Löhne, Kohlen, Schmier materialien usw Mr 5 601 807.—. Mithin verbleibt ein Ueberschuß von Mr 11818 138.—. Diesem Betrag, wäre noch hinzuzuzählen. die Rückvergütung, welche die Biebertalbahn von der Reichsbahn nach Maßgabe der beförderten Tonmen erhält. Ferner die Einnahmen für Stück⸗ gütter, Wiegegebühren und Personenverkehr. Die Summe deckt zum mindesten den angeführten Schwellenankauf der Biebertal⸗ bahn. Wenn die Kleinbahnverwaltung glaubt, von ihrem Uober⸗ schuß sür 1922, den Betrag für Schwellenanauf und Fleineisen usw. für 1923 abzusetzen, so dürfte sie sich damit wohl kaum auf einem bilanzsicheren Wege befinden. Eine spezifizterte Angabe obiger Einnahmeposten ließe sich ebenfalls errechnen. Die Amorti⸗ sation und Verzinsuna des Anlagekapitals dürfte ebenfalls nach unserer Kenntnis soweit erfolgt sein, daß das Gesamtundernehmen nur noch mit einem relativ geringen Betrage zu Buche steht. Wir gönnen der Biebertalbahn diese Reingewinne, sie sollte sich aber bei einer so hohen Einnahme auch dessen bewußt sein, daß sie Pflichten gegen die Allgemeinheit hat. Wenn serner allein im Monat Januar 1923 die Einnahme aus dem Gliterverkehr Mk. 16 958 700 betrug und ein Reingewinn dark verblieb und die Biebertalbahn Leistungen der Kapelle stürmischen, aber wohlverdienten Beisall. waschen Sie schon mit Feurio? Dann ist Ihnen auch schon aufgefallen, wie leicht die Aebeit ist, wie weiß und duftend die Wäsche wird und wie wenig Ihre hände aufgesprungen sind. Feurio Haushaltseife enthält So) Fett, cee. ift daher dle beste und sparsamfte. Vereinigte Seifenfabriken Ituttgart A.-G. eee Zeichnungsliste liegt in der Geschä Zeichnet für die Vaterländische 8troikkasss fill ftsstelle der Oberhessischen Volkszeitung an dann als Quittung hierau Personenzugverkehr ab 1. Februar 0 3 zu mite 4525 dann dürfte das eine unverständ⸗ decche Maßnahme sein deren Berechtigung wir dem Urteil der Allgemeinheit überlassen müssen. 5 5 Welche Widerwärtiakeiten die Maßnahmen der Biebertalbahn bei den Bewohneren des Biebertales und seines Hinterlandes, Geschäftswelt und die Gießener Bürger Verwaltung kaum zum Bewußtsein gekommen Schüler, die zum Teil noch weite Wegestrecken von und zur 1 i 0 Sstä d umgekehrt, zurückzulegen haben. i sowie zu ihren Arbaitsstätten 9500 gel e e Gewe tskartells Gießen. Es gingen weiter 1 900 A Arbeiter des Sägewerks Mücke Lazarett Braugg 2900 Mk., Arbeiter der — Forstrat Dr. Wimmauer ist am Samstag, im * gestorben. Seit 1887 gehörte er dem Fehr⸗ der Gießener Universttät an, nachdem er vorher viele Jahre praktisch im Forstwesen tätig war. Der Stadtverordneten⸗Versamm⸗ kung gehörte er während zwejer Wahlperioden an. g Die Gebüh cen⸗ erhöht. Wert auf der Pake ö aber in der Vafctaufschrist. Der Verschluß darf in auffälliger Weise hergestellt sein. Ein unauffälliger Vev⸗ fuß(Metall⸗Pappfiegel] ist nicht zu beanstanden. Im Postbe⸗ leb wird ein solches Paket im allgemeinen wie ein gewöhnliches handelt. die den Vorschriften für ö kar 2 4 „ flür die Behandlung im Postbetrieb gelten die für die bei unversiegelt Grundsätze(Entschäbigung bis zur Höhe der Wertangabe). — Für ein Zwanzigmarkstück werden in dieser Woche 140 000 steht in den nächsten Wochen bevor. Damit die Hauptkasse flür das Kriegsgesangenemvesen in Berlin S. W. 68, Schlitzenstraße 3, sofort mach Ueberweisung des Gesamtzuthabens mit der Auszahlung der G5 beginnen kann, wollen die in kommenden Heimkehrer sich sofort schriftlich oder mündlich bet ihrer Reichsbund⸗ ortsgruppe melden unter genauer Angabe von Vor⸗ und Zunamen, derzeitigem Beruf, Wohnort, Straße und Hausnummer und Nummer der Gefangenenkompagnie. Die Ortsgruppen des Reichsbundes stellen Sammellisten auf und übersenden diese der Hauptkasse fiür das Kriegs⸗ memwesen, von wo aus Amweisung der Guthaben erfolgt. Anlagen⸗Konzert findet Mittwoch, den 14. Februar, mittags 2 Uhr bei günstiger Witterung durch die Kapelle des ersten(Hesf.) Grenadierbatailons 15. Infanterieregiment am Liebigdenkmal statt. Mufi: 1. Des großen Kurfürsten Reitermarsch von Graf Cuno v. Moltle; 2. Große Fantaste aus„Die Götterdämmerung“ von Richand Wagner; 3. Onwerture zur Operette„Die schöne Galathé.“ von Franz von Suppé; 4. Walzer aus der Operette„Brüderlein ein“ von L. Fall; 5.„Unterm Sparrenschild“, Marsch für Herolds⸗ trompeten von R. Henrion. — Der Druckfehlerkobold hat uns im Leitartikel„Der neue Krieg“ in der Montagsnummer böses Unheil angerichtet. In der ersten Spalte muß es von der siebenten Zeile von unten in den b Lebenszentrum Deutschlands ausstreckt zur Errichtung eines großen Trustes von Eisen und Kohle unter fran⸗ zösischer Führung. Die französischen Industriemagnaten, die übrigens dem früheren Minfsterpräsidenten Mille rand n ihre Haupfkstlitze haben und jetzt Poincaré vorwärts treiben, zielen auf die Eroberung der industriellen Vorherrschaft des Kontinents.“ —Wieseck. Die gestohlene Kuh. Dieser Tage wurden hier eine große Anzabl von Personen in einer Untersuchungssache vernommen. Es bandelt sich um den kurz vor Weihnachten er⸗ folgten Diebstahl elner Tub in Mainzlar. an welcher Tat ein hiesiger Einwohner mit beteiliat sein soll. Vor kurzem sand man den Kadaver der Kuh in einem Wassertsimpel in der Nähe der Wellersburg. Der erwähnte Wiesecker Einwohner hat, wie ver⸗ mutet wird, im Verein mit einem Mann aus Mainzlar das Tier nach Wieseck gebracht weil sie aber im Orte selber keine Gelegen⸗ heit fanden, das Tier abzuschlachtn. versuchten sie das in einem Holzhäuschen in der Fundstelle. Bei dieser Arbeit sind sie offen⸗ bar gestört worden und haben das bereits getötete Tier in das Wasserloch geworfen* 2 Kreis Schotten. Hohe Jagdpachten. Aus Lardenbach wird uns berichtet: Am Samstag wurde die Jagd unserer Gemeinde auf weitere sechs Jahre verpachtet. Meistbietender blieb Heinrich Selm, Holzhändler von hier, mit 15 Millionen Mark. Kapitalkräftige Leute können sich auch den Jagdsport erlauben. Lokale Parteinachrichetn. Vereinigte Sozialdemokratische Partei, Gießen. Programm bes Bildungskursus im Winter 1922—1923, abends 8 Uhr pünktlich, im Gewerkschaftshaus. 4. Donnerstag. 15. Febr. 1923:„Das neue Schulgesetz“. Referent: Genosse Schmidt, Lehrer, Gießen. 5. Freitag, 23. Febr. 1923:„Der Mond“, Lichtbildervortrag. Referent: Prof. Koob, Studienrat, Gießen. 6. Donnerstag, 1. März 1923:„Die französische Revo⸗ lution“. Ref.: Gen. Prof. v. Aster, Gießen. 7. Donnerstag, 8. März 1923:„Die amerikanische Ver⸗ fassung“. Referent: Genosse Dr. Aaron, Rechts⸗ anwalt, Gießen. 8. Donnerstag, 15. März 1923:„Sozialismus, Religion und Kunst“. Referent: Gen. Prof. Dr. Kinkel, Gießen.. Für alle Vorträge wird ein einmaliges Eintrittsgeld von 60 Mk. erhoben. Die Karten werden in der Oberhessischen Volks⸗ zeitung ausgegeben. Außerdem werden für einzelne Vorträge Karten zu 10.— ausgegeben. Die Ausgabe diefer Karten erfolgt am Abend des Vortrages am Eingang. Die Vorträge finden ohne Restauration statt.— Rauchen ist verboten! Zu diesen Vorträgen ist Jedermann freundlichst eingeladen. Der Vorstand. Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 12. Febr. Frankfurter Viehmarkt. Bei guter Beschickung schnellten die Preise ins Ungemessene empor! Durchweg konnte man von einer Verdoppelung der Preise gegen den letzten Montagsmarkt sprechen. Im Kleinverkauf dürfte in Zukunft das Pfund Fleisch nicht unter 6000 Mark zu haben sein. Infolge dieser Preissteigerung war die Erregung unter den Metzgern außer⸗ ordentlich groß, da auch die Marklverwaltung durch einen entsprechen⸗ den Anschlag mit der Mahnung zur Ruhe und Besonnenheit Rechnung zu tragen versuchte. Auch die Wucherpolizei war mit einem starken Aufgebot erschtenen. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebend⸗ gewicht: Ochsen 200 000—280 000 Mk., Bullen 200 000— 250 000 Mk. Färsen und Kühe vollfleischige 210 000— 280 000 Mk., mittlere Ware 210 000—240 000 Mk., wenig gut genährte Tiere 110 000 200 000 Mark, Kälber feinster Qualität 260 000— 280 000 Mk., mittlerer Qualität 220 000—255 000 Mk. geringerer Qualltät 160 000—210 000 Mark. Schafe 140 000— 200 000 Mk.; Schweine unter 80 Kilo 280 000-320 000 Mk., von 80—100 Kilo 320 000-350 000 Mk., von 100-150 Kilo 340 000 360 000 Mk., über 150 Kilo 360 000— 370 000 Mk. Es waren aufgetrieben 152 Ochsen, 14 Bullen, 1028 Färsen und Klihe, 238 Kälber, 115 Schafe und 5129 Schweine. Der Rinder⸗ und Kleinviehmarkt wurden bei flottem Handel ausverkauft. Am Schweinemarkt verblieb bei schleppendem Handel Ueberstand. Frankfurt a. M., 12 Febr. Frankfurter Getreide⸗ börse. Bei flauer Geschäftslage wurden bezahlt für je 100 Kilo Weizen Mk. 115 000120 000, Roggen Mk. 100 000—110 000 Gerste Mk. 100 000—110 000. Hafer inländischer Mk. 70 000.— 85 000, Mais(La Plata und Mixed) Mk. 120 000—123 000, Weizenmehl, ssidd. Mk 190 000— 225 000, Roggenmehl Mk. 160 000 170 000, Kleie Mk 60 000—65 000. Darmstadt, 12. Febr. Verkehrseinschränkungen. Seit heute sind die Nebenbahnen Eberstadt— Pfun⸗stadt und Vickenbach— Secheim vollständig eingestellt. Auf der Strecke Die— burg— Ober Roden sind bereits Einschränkungen vorgenommen 2 2 2 1 Othördliche Bekanntmachungen Bekanntmachung. Au den Waldungen der Stadt Gießen sollen ver⸗ Reigert werden: Bezirk des Förster Arft, Forsthaus Hochwart, Abteilungen 13, 77, 81e, 82, 83a, 89b, 121, 122, 123, 125, 126, 128, . Donnerstag, 18. Februar 1928, vorm. 9½ uhr 1 beginnend: 93,5 Rm. Buchenscheit 4 179,„ Eichenscheit 55 6,4 Hainbuchenscheit 10 1 12,5„ Fichtenscheit 7 1,1„ Duchenknüppel . 41,4„ Fichtenknüppel 82 1„ Birkenknüppel 8 10900 Wellen Buchenreisig 5* 17⁰ Hainbuchenreisig 95 230„ Fichtenreisig 3 f 1 4190 Eichenreisig Telefon 151 26 Nm. Vuchenstöcke 16,8„ Eichenstöcke 38„Fichtenstöcke Neu-Erö Dem werten Publikum von Gießen und Umgegend zur gefälligen Kenntnis, N Gießen Hotel Lenz, direkt am Bahnhof, eine Edel⸗Metal⸗Aukaufftele errichtet habe. Durch gute Beziehungen bin ich in der Lage, stets die höchsten New Pork⸗Preise Tlälten. Kiehngaad 22nd Bad Renag röffnung. daß ich heute in 1275 Tauber fac dage- Jerünf Donnerstag, 15. Febr., nachm. 5 Uhr im Gewerkschaftshaus(Doppelzimmer) John Bae ohn Gabrie Verlammlung der Bortman Anfang? Ende 10 Uhr. Metallarbeiterjugend Sämtliche Lehrlinge der Fabrik und Hand⸗ werksbetriebe werden hiermit eingeladen. norden. Es wird ecwogen, auf der Strecke S at Himwern weitere Züge ausfallen zu lassen.— 15 1 10 1 f ind die Ve. riebsräte von Worms, Darmstadt un 5 49 2 e. nachmittag 8 Uhr nach Mainz zu Verhandlungen eingeladen. a Mainz, 12. Febr. Zu Tode gequält. Im nahen Bischofs⸗ heim sperrten die Franzosen den. We ichtigsten Beamten, Frei Tage lang in. 1 1150 pielten ihn hier unter strenger militärischer Bergern sest. Am Sonntag früh ist der wackere Mann infolge der seelischen Auf⸗ regungen einem Herzechlag erlegen. 5 4 a Ein Elektrizitätszweckverband Mitteldeutschland. S e 5 zu Cassel wurde von etwa 40 Städten und ee eee 1 5 zwischen dem Main, Thüringer Wald und Harz, dem 1 7 nover und bis in die westlichen Teile Westfalens hinein 9 f tätszweckverband Mitteldeutschland gegründet. 8 soll in der Elektrizitätswirtschaft des uumschriebenen Gebi 0 3 Kommunalverband für die Clektrizitätswirtschaft i 0 solcher sind ihm der Großeinkauf, die Verteilung und Pre festsetzung des Stromes im Großen für die Städte und Landkreise Dee Orlen Versaunlint bescloß die erase ach denen beständigen Braumtkohlenanleihe im Werte von Braumkohlen zur Vollendung des Großkraftwerkes Main⸗Weser bei Braunkohlen zur Vo ung a a Seiter ber 4 sorgen 7 übergoß, sodann in Brand setzte und sich in die Flammen himeinlegte. 1 Ein Kaufmann Zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilte das Kölner Schwur⸗ gericht einen Straßenräuber, Die Vergiftungen nach dem Genuß von Pferdefleisch haben jezt ihr sechstes 155 gefordert, indem noch ein Arbeiter im Kranken“ hause gestorben ist. Die übrigen Erkrankten befinden sich außer Lebensgefahr. 5 Aus den amtlichen Bekanntmachungen. Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 12 vom 9. Febr. enthält: 25 Ausgabe von Notgeld durch die Provinz Oberhessen.— Einband der Rechnungen und Urkunden.— Schießübungen.— Mietein⸗ gungsämter.— Feuerlöschwesen im Kreise Gießen.— Veterinär⸗ polizeiliche Beaufsichtigung der Zuchthengste.— Faselwesen.— Gesuche der Ruhegehaltsempfänger an die Versicherungsanstalt. — Wärmewirtschaftliche Schriften.—Schulverwalter⸗Konferenen. — Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung.— Dienstnachrichten. — Gefunden, verloren. 55 Nerloren, gefunden. Das Polizeiamt Gießen giebt bekann 1 In der Zeit vom 1—15 Januar 1923 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 arauer gestrickter Fingerhandschuh. 1 Stickerei⸗ muster 1 einzelner grauer Handschuh, 1 Schlips, 50 Mark 1 Ullsteinbuch(Die große Gauklerin), 1 Alumninumfeuerzeugbüchse. 1 linker grauer Stoffhandschuh, 1 Postmütze. 1 Damenporemon⸗ nases mit Inhalt 1 Geldmäppchen mit Inhalt, 60 Mark, 1 Brief. tasche mit Papieren 4000 Mack 1 silberes Feuerzeug. 1 aus Leder geflochtener Damengürtel: verloren: 1 silberne Damenarm⸗ banduhr Nr. 285 595, 1 silberne Brosche, 1 goldene Damenuhr am Armband, 1 Weinzipfel mit Kettchen, 10000 Mark in Hunder⸗ markscheinen. 1 Anbängsel mit Kettchen 1 Lohnbeutel mit 3400 Mr. 1 schwarzes Geldmäppchen mit Inhalt 1 Brieftasche mit Inhalt, 6000 Mark in Papiergeld 1 Monatsfahrkarte 3. Klasse, 1 dunkel⸗ braune Briestasche 1 Geldmäppchen mit 2000 Mark 1 blauer Mantel, 1 schwarzes Portemonnaies mit 3255 Mark. Die Ab⸗ holung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 10—12 Uhr vormittags und von 3—5 Uhr nachmittags. außer an Samstagen Zimmer Nr. 3, ersolgen. 69 Sladltheater Mittwoch, den 14. Febr. 17. Vorstellung im 75 Verwaltungs stelle Gießen. Donnerstag, 15. Vebr. Zum Besten der Ruhrhilfe! Wilhelm Tell 0 0 10 N 0 Die Ortsverwaltung. zu bezahlen. 1273 Diese Versteigerung findet in der Gastw irtschaft „Zur Liebigshöhe“ stalt. 12 3 Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da für etwa später vorgefundene Mängel jeglicher Art nicht gehastet wird. Die Abfuhrscheine sind jeweils vom 4. Tage nach den Versteigerungen ab, spätestens jedoch bis vom 26 bezw. 27. Februar 1923 gegen Barzahlung bei der Stadttasse, Gartenstraße 2, Eingang von der Süd⸗ 31—15 in Empfang zu nehmen. 78 Jahre alt, 11. Febr. 5 8 Gießen, den 10. Februar 1923. Der Oherbüsgerneller, J. l. de Noten bevd n Gestorbene. 10. Febr. Lieselotte Ocel. 6 Monate alt, Seltersweg 4.— Dr. Karl Wimmenauer, Univ. Prosessor i. Ruhestand, Geheimer Forstrat, II. Febr. Philipp Buri, Schlosser, 62 Jahre alt, Am Riegelpfad 17a. Beerdigung: 14. Febr. 3½ Uhr nachm. 5 ruf, 28 Jahre alt, Neustadi 55. Beerdigung: 14. Jebr. 3 Uhr —————— 1 1520000 Russensteine zu kaufen e ucht. Angebote mit Preisangabe unter Nr. 1272 an die Oberhessische Volkszeitung erbeten. 828 * Withelmstraze 1. Marig Theresia Ude, ohne Be. nachm. 8 W 1 5 AU 1 Filiale Gießen, Hotel Lenz. Telefon 151 f b alepelel für Gartenbau und Landwirtschaft Mülh. Velte, Zauenhandung Lich, Ig.. CCC TTT Partei-Literatur Buchhandlg. Oberhess. Volksztg. FCC Anfang 7 Ende 9% Uhr Freitag, den 16. Jebr. 17. Vorstellung im Freitag⸗Abonnement Im weißen RößBl Anf. 7 Uhr Ende 91/ Uhr 5 Samstag, den 17. Febr. Schüler⸗Vorstellung bei tleinen Preisen! Zum letzten Male Wilhelm Tell Anfang 4 Ende 6˙½ Uhr 55 Sonntag, den 18. Febr. Kindervorstellung bei kleinen Preisen! 1274 männerchen Anfang 3¼ Ende 6 Schwarzwaldmädel Anf. 7 Uöbr Ende 9ʃ¼. 1 5 * empflehlt