Febaktion: Gießen gühnboffraße 25 scensptecher 2008. 1 N 55 Organ für die Interessen des werktätigen Volkes N der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. eitung Bahnhosstraße 23 Ferusprecher 2008. jeden Werktag vormittag in Gi g gen„Das Blatt der Ae und de monatlich 5500.— Mt. einschl. Bringerlohn. — Mk feinschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 290.— Mt . Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von 5 Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck; Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Augeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(35 mm breit) oder deren Raum sokal 60.— Mt, auswärts 80.— Mk, die Reklamemillimeterzeile 300.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. Nr. 132 Gießen, Mittwoch, den 13. Juni 1923 18. Jahrgang Grundrente, Hypothekenzinsen, Pachtpreise und Grundsteuern. 104 5 UU. Das werdende neue Bodenrecht, das sich nicht bloß in zm Artikel 155 der neuen Reichsverfassung ankündi„das belmehr nach sehr deutlichen Anzeichen schon 1 8 auf, Marsche ist und das sich, wenn seine Gegner nicht noch biseiten einlenken, um ihm in friedlichen Vergleichen die Lege zu ebnen, schließlich in Sturmesbraus durchsetzen hifte, weil es eine Lebensnotwendigkeit unseres Volkes ist, llt zahlreiche und tiefgehende Probleme auf, die bei der seugestaltung dieses Rechts gelöst werden müssen. Das uptproblem dürfte sein die Aufhebung der Grundrente, e Heimholung für diejenige Körperschaft, die sie erzeugt it und solche fortgesetzt neuschafft, namlich die Volks⸗ samtheit.. Mit der Bezeichnung„Rente“ belegen wir jede Art von nlommen, das diefenigen, die es beziehen, nicht selbst urbeitet haben, das diesen vielmehr von anderen Volks⸗ len als Geschenk oder als Almosen zugeführt wird. Rente also schlechtweg arbeitsloses Einkommen. Unsere soge⸗ innten„Sozialrentner“(das sind die Kranken, Invaliden ind nicht mehr arbeitsfähigen Alten) beziehen ihre Renten af Grund des Rechtes, das sie sich in ihren gesunden Tagen urch Arbeit und Beitragsleistung erwworben haben, oder s mit ihnen bereits geboren ist(Geburtskrüppel), weil t Mitmenschen sind. Das gleiche trifft zu für unsere hiegsbeschädigten. Die Sozial⸗ und Kriegsbeschädigten⸗ unten werden also die Gesunden immer aufzubringen laden,— oder aber sie müßten diese Rentner dem Hunger⸗ he ausliefern oder sie sonst aus dem Dasein in das Nicht⸗ 5 kel fließen. In Frage kommen hier besonders die Renten un. Geldkapital; kinsen“. Weiter kommt die sogenannte Boden- oder Fundrente in Betracht. Diese beiden Arten von Renten inen beseitigt werden, ohne daß dadurch die sittlichen Rundlagen eines Volkes oder die Lebensfähigkeit einzelner File des Volkes irgendwie in Frage gestellt wird. Heute en die Verhältnisse sogar so, daß wir uns geradezu ge⸗ ungen sehen, sie zu beseitigen. wenn und soweit überhaupt s möglich ist. Denn wir können anders der großen Uksarmut, die Krieg und Kriegsfolgen über uns verhängt ben, gar nicht mehr Herr werden. 0 bporden, daß wir uns den Luxus. auch ungeheure Geld- d Bodenkapitalrenten hinzugeben, gewissermaßen leisten bunten. Heute hat selbst der geringste Teil einer solchen gente zur Folge, daß sie nur geleistet werden kann auf aten des Hungers, des Siechtums und der Verminderung Arbeitskraft derer, die neue Werte schaffen sollen. d Die Renten, also die arbeitlosen Einkommen von Geld⸗ shitalien aus der Vorkriegszeit sind, infolge der Geldent⸗ ertung, heute großenteils fast restlos vernichtet, und zwar wegen vernichtet, weil diese Kapitalien selbst nahezu auf Nichts ihres Wertes zusammengeschrumpft sind. Sie urden von dem Kriege und dessen Folgen„aufgefressen“. gefressen“ hat sie zu einem Teil der Krieg selbst, zum wern Teil sind sie in das Ausland abgeflossen, und zum kten Teil sind sie den Sachwerteigentümern, die sie in N Vorkriegszeit als Schuldner gellehen hatten,„zuge⸗ dachsen“. In Frage kommen da besonders alle jene Geld⸗ italien, die auf öffentliche Schuldverschreibungen feichs⸗ Staats-, Gemeindeanleihen usw.) gezeichnet, die 5 ausgeliehen in Pfandbriefen und auf urden. Während das gesamte deut⸗ der Vorkriegszeit auf 350 bis 400 itzt wurde, waren damals(in Sparkassen 20 Milliarden, 15 Milliarden. in ländlichen Milliarden, ferner steckten in n, in e 775 3 i Länder 19 Milliarden, also zu⸗ a en immer 3 Hierzu kommen die in der Kriegszeit ur enen Kriegsanleihen und die neuen Gemeinden und anderen politischen i ein angelegtes, festverzins⸗ gesamte Volksvermögen um (Von den zu erwartenden zu schweigen.) Die hier⸗ 1. l stadlischen Hypotheken 10 n ebenfalls 15 efen 11 Milliarde eit etwa nur der vier. wertes gezahlt. Damit mit Reitpeitschen bearbeitet. In der Vorkriegszeit waren wir als Gesamtvolk so reich Mens chenjagd in Dortmund. Optimismus in Paris.— Kabinettsrat in London. Sechs Personen erschossen und beraubt! Wieder französische Alpenjäger? Durch den plötzlich über Dortmund verhängten Be⸗ lagerungszustand ist die Bevölkerung völlig überrascht. Die vielen Ausflügler, die am Sonntag früh Dortmund mit der Bahn verlassen, waren ohne jede Ahnung von dem in⸗ zwischen verhängten Belagerungszustand zurückgekehrt und wurden auf der Straße von französischen Patrouillen be⸗ schossen, die eine förmliche Jagd in den Straßen abhielt. Sechs Personen zwischen 20 bis 28 Jahren wurden er⸗ schossen. Von zweien ist durch eidliche Zeugenaussage fest⸗ gestellt, daß sie ohne jeden Anruf niedergeknallt wurden. Nach Ausweispapieren ist gar nicht erst gefragt worden. Die Erschossenen wurden von den Franzosen dorthin ge⸗ schleppt, wo die französischen Offizierstellvertreter erschossen worden sind. Dort fand man sie, die Taschen nach außen gekehrt und aller Wertsachen beraubt. An 60 Einwohner wurden verhaftet. Die Verhafteten wurden geohrfeigt und Nach der Bemerkung eines französischen Kriminalbeamten soll es sich um die Rache der Kompagnie handeln für die erschossenen französischen Offiziere, nicht Unteroffiziere, wie es erst hieß. Alle diese Vorgänge sind umso entsetzlicher, schreibt die Frkft. Ztg., als nach der bisherigen Untersuchung des Doppelmordes durch die deutsche Polizei alle Anzeichen da⸗ für sprechen, daß die Tat don Franzosen verübt worden ist. Es ist festgestellt, daß unmittelbar, nachdem gegen ein Uhr nachts die beiden Schüsse gefallen waren, zwei Alpenjäger von dem Tatort davoneilten. Die sofort von deutschen, in Kriminalsachen erfahrenen Aerzten vorgenommene Untersuchung der Wunden hat ergeben, daß die Schüsse aus einer Langwaffe, also einem Gewehr oder Karabiner abgegeben worden sind. Endlich wurde festge⸗ stellt, daß es sich um Kupfermantelgeschosse handelt, die be— kanntlich in der französischen Armee eingeführt sind. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat eine vorläufige Be⸗ lohnung von fünf Millionen Mark für Angaben ausgesetzt, die dazu dienen, den oder die Täter zu ermitteln. Die Franzosen haben mittlerweile weitere Vergeltungs⸗ maßnahmen getroffen, Summe beschlagnahmt, deren Höhe nicht bekannt ist, das Gebäude besetzt und aus dem Stadthaus 70 Millionen her⸗ ausgeholt. Montag vormittag traf in Dortmund, wahr⸗ scheinlich zur Verstärkung der dortigen Besatzung, das Jägerbataillon 159 ein. Da den Vormittag über vor dem Hauptbahnhof einige Kompagnien lagerten, rechnete man mit der Besetzung des Bahnhofes, die Truppe ist aber am Nachmittag wieder abgezogen. Pariter Stimmungsbild. Bei der Mitteilung, die Grand St. Aulaire im Auftrage Poin⸗ carés der englischen Regierung gemacht hat, handelte es sich nicht um eine eigentliche Note, sondern um eine mündliche Mitteilung, mit dem Charakter einer Verbalnote. Die französische Regierung ver⸗ langt, das Aufhören des passiven Widerstandes durch Deutschland, vor einer weiteren alliierten Aussprache über die Reparationen, während die englische Regierung verlangt, wie wir aus sehr zuver⸗ lässiger Quelle erfahren, daß zunächst der gegenseitige Standpunkt der Alltierten zu dem ganzen Reparationsproblem geklärt wird, be⸗ vor irgend eine bindende Mitteilung in offizieller Form an Deutsch⸗ land gegeben wird. In den diplomatischen Kreisen in Parjs herrscht, ein gewisser Optimismus, über die weitere Entwicklung der Situ⸗ ation. Die Belgier haben wiederum, wie schon in der ganzen letzten Zeit, einen Vermittlungsvorschlag vorgelegt. Von der englischen Re⸗ gierung ist erneut der Wunsch nach einer Art Obersten Rat geäußert nämlich bei der Reichsbank eine worden. Auch in der Frage des passiven Widerstandes scheint mann 1 auf eine mittlere Formel hinzustreben. Eine maßgebende französtsche Persönlichkeit erklärte, es sei selbstverständlich, daß, wenn die deutsche Regierung ihre Verordnungen über den passiven Widerstand zurück⸗ ziehen werden, sich auch„der Charakter der Okkupation ändern wird.“ Von den amerikanischen Blättern erklärt der New⸗Nork Herald, daß Sir Stanley Baldwin wahrscheinlich weiter als sein Vorgänger gehen wird und die Ruhrbesetzung als eine vollendete Tatsache annehmen werde. Die frangzösischen Kreise seien der Auf⸗ fassung, daß es leichter wäre, im Einverstänädnis mit England Deutschland zum Zurückziehen aller im Ruhrgebiet gegen die Okkupationsbehörden erlassenen Vorschriften zu veranlassen, was die Möglichkeit zur Eröffnung von Verhandlungen überhaupt geben werde. In franzöfischen Kreisen dächte man, daß England im Austausch für dieses Zugeständnis von Frankreich verlange, sowohl den englischen wie den französischen Plan vom Januar zu besprechen und auch gleichzeitig das deutsche Angebot in Erörterung zu ziehen, damit alle aufkommenden Gesichtspunkte miteinander verglichen werden können. Die französische Regierung sei über⸗ zeugt, daß aus den Besprechungen der Verbündeten England, einen Plan zur Streichung der europäischen, wenn nicht der alliierten Kriegsschulden hervorbringen werde und da die letzte Note Deutschland den französischen Forderungen, die vor sechs Monaten aufgestellt wurden, in dieser Hinsicht entgegenkomme, erwartet man auch keine besonderen Schwierigkeiten. Die größte Sorge Frank⸗ reichs sei, daß England möglicherweise Deutschland zu der enz zulassen möchte, an der lediglich, dem französtschen Standpunkt zu- folge die Alliierten teilnehmen sollten.. 5 Die französische Note an England. Aufgabe des passiven Widerstandes und Waffenstillstand im Ruhrgebiet? Aus Berlin wird uns telephonisch gemeldet: 5 Die französische Regierung hat Montag in London eine Verbalnote überreichen lassen, in der sie der englischen Re⸗ gierung Mitteilung machte, daß Frankreich es für notwendig halte, vor Eröffnung von Besprechungen über die Repo⸗ rationsfrage unter den Alliierten an Deutschland eine ge ⸗ 15 meinsame Note zu richten mit der Forderung der Auf⸗ gabe des passiven Widerstandes. Belgien ist ebenfalls dieser Auffassung, doch ist es gleichzeitig bereit, nach Erfüllung dieser Forderung in Verhandlungen einzu⸗ treten auf der Grundlage seiner Bedingungen vom 25. Mai. Zwar ist der englische Standpunkt noch der, daß eine Aussprache unter den Alliierten stattfinden solle, ö bevor das Verlangen der Aufgabe des passiven Wider⸗ standes an Deutschland gestellt werde. An sich ist England bereit, der deutschen Regierung einen Waffenstillstand im Ruhrkampf vorzuschlagen; es soll ihr nahegelegt werden, die vom Reichskohlenkommissar erlassenen Verbote, auch gegen Bezahlung keine Kohlen an französische Stellen zu liefern, und die ausdrücklichen Streikbefehle außer Kraft zu setzen. Auf englischer Seite ist man weiter aber der An⸗ sicht, daß ein solcher Waffenstillstand auch Bedingungen über die Räumung des Ruhrgebiets nach Ab⸗ schluß des zu erwartenden Abkommens enthalten müsse. Auch gedenkt man in England die Sicherheitsfrage dahin zu lösen, daß England und Frankreich auf der nächsten Tagung des Völkerbundsrates sich auf einen gemeinsamen allgemeinen Sicherungspakt einjgen und die fran⸗ zösisch⸗deutsche Sicherheit durch einen besonderen Vertrag garantiert wird. f Die deutsche öffentliche Meinung tut gut daran, sich auf dieses Kompromiß vorzubereiten, ganz besonders aber sollte die Reichsregierung sich darauf einstellen. Erst am Montag hat wieder der Reichskanzler in Karlsruhe unverantwort⸗ lich geredet, indem er die Frage des passiven Widerstandes so formulierte: 2 5 kommen wir auf die eigentliche Boden- oder Grundrenten⸗ frage und in Verbindung damit auf die Bodenhypotheken und die Pachtpreise. Ein besonders handgreifliches Beispiel soll die Lage klar⸗ stellen. Ein Großgrundbesitzer hat im Jahre 1922 von seinem Nachbarn ein Ackerstück zum Preise von 100 000 Goldmark hinzugekauft. Der Verkäufer ließ die 100 000 Mark als Hypotheken darauf stehen und erhielt vom Tage des Eigen. tumsüberganges 4 Prozent Zinsen— 4000 Mark im Jahre. Damit konnte der Verkäufer mitsamt seiner Familie ein gutes, sorgenloses Rentnerleben führen. Heute bekommt er immer noch 4000 Mark, aber in der Form gegenwärtiger Papiernoten; damit kann er knapp ½ Pfund Margarine bezahlen. Der Käufer vom Jahre 1912 hat das Grundstück gar nicht selbst in Bewirtschaftung genommen, es vielmehr an kleine Leute weiterverpachtet, und er erhielt in den ersten Jahren 5000 Mark Pacht(50 Heltar je 100 Mark S 5000 Mark), hatte also 1000 Mark Ueberschuß(reine Grund— rente). Denn alle Nebenleistungen für die Ackerstücke ließ er sich noch besonders vergüten. Heute läßt sich der Mann von seinen Pächtern ler ist noch sehr„rücksichtsvoll“) für den Hektar einen Roggenwertpreis von 10 Zentnern zahlen. Da letzte Zahlung am 1. Oktober 1922 erfolgte und damals der Roggen auf Weltmarktpreis(zeitweise sogar darüber) stand, demnach Voll⸗Goldwährung bedeutete, so erhielt er für den Hektar etwa 820 Goldmark. Das sind zwar 180 Mark weniger als im Jahre 1913. diese machten aber 6586 Millionen Papiermark aus. Sein Hypothekengläubiger er⸗ hielt davon nur 80 Papiermark— eine achttausendstel Gold- mark oder 6 Goldpfennig. Früher: 80 Goldmark! War früher der Reinverdienst des Vervächters pro Hektar nur 20 Goldmark(weil er 80 Mark als Zinsen abgeben mußte), so steigerte sich dieser Verdienst(das ist: die reine Grund⸗ rente) auf 819 Mark und 9976 Pfg.! Immer Goldmark! Wir erkennen daraus, daß die Geldkapitolrente vernichtet, die Grundrente dafür aber zu einer fast unglaublichen Höhe gewachsen ist. Welche Schlußfolgerungen müssen daraus gezogen werden? Das wollen wir in einem zweiten Aufsatz behandeln. Regierung seit dem 11. Januar betreten hat. Der passive life und daß diese Aussprache es verdient, fortgeführt „das diplomatische Spiel hier in Paris mit einer gewissen „Alles ist fest entschlossen, den Weg zu gehen, den die Abwehrkampf muß durchgeführt werden. Diese Order kommt vom der Ruhrbevölkerung. Wir wollen keinen Ab⸗ bruch, sondern einen gerechten Ausgang dieses Kampfes.“ Vor der Entscheidung? Der Londoner Ministerrat, der heute Nachmittag stattfinden follte, itt auf den Abend verschoben worden, wie es scheint, infolge einer Intervention von französischer Seite. Poincaré betreibt die Geschäfte jetzt, wo es sich um die Beantwortung der zweiten deutschen Note handelt, nicht mehr mit demselben Mut zur Unabhängigkeit wie mach der deutschen Note vom 2. Mai. Ebenso wie mit Belgien, wer⸗ den am Quai d'Orsey auch mit England eifrige Verhandlungen ge⸗ führt, die fast ausschließlich durch den französischen Botschafter in London gehen, der in ununterbrochener telephonischer Verbindung mit Paris steht. Vor allem sind zwei Schritte von französischer Seite bekannt geworden: 1. das Memorandum, dem Ministerpräsi⸗ dent Baldwin seinen Sonntag opferte und 2. der Besuch des Herrn der die Verschiebung des Minister⸗ Bei beiden Gelegenheiten hat Frank⸗ geltend gemacht, daß eine gemeinsame Antwort der Verbün⸗ g ist, wird dem Temps aus London berichtet:„Eine summarische iti 1 die Demtschland ge⸗ cht hat, würde hier als ein schwerer Irrtum. aufgefaßt werden, Man ist der Ansicht, daß die von Deutschland angebotenen Garan⸗ tien von internationalen Organen zugunsten der Wiedergutmachung verwertet werden könnten und daß der Sachverständigen⸗Ausschuß, dem nach dem deutschen Vorschlag die Prüfung der Zahlungsfähig⸗ eit Deutschlands übertragen werden soll, nicht unbedingt der separationskommisston ihren Einfluß auf das gesamte Repara⸗ ti oblem nehmen müßte. Dieser Ausschuß könnte mit beraten⸗ der Stimme wirksam sein, ebenso wie es die Bankter⸗Konferenz im letzten Jahre war. Aus diesen und anderen Gründen ist die englische Regierung der Ansicht, daß etwas unternommen werden zu werden.“ Das ist überraschend objektiv gesagt und man verkennt auch sin Paris andererseits nicht, daß die liberale englische Presse mit einmütiger Entschlossenheit für die Fortsetzung sachlicher Verhand⸗ lungen mit Deutschland eintritt und daß ihr nur ein paar konser⸗ watiwe Blätter mit allgemein gehaltenen Argumenten entgegen⸗ reten. Trotzdem sei nicht verschwiegen, daß in Paris sich eine goptimistische Anschauung im Hinblick auf die Wirkung der letzten deutschen Note bei der Entente bemerkbar macht. Nen ech 105 Heschick⸗ lichkeit gespielt worden, was sich am besten daraus ergibt, daß England all seinen ursprünglichen Protesten gegen die Ruhrbe⸗ ssetzung zum Trotz, heute wo diese Besetzung in Wirklichkeit Schiff⸗ bruch erlitten hat, sie entweder anerkennen, oder um sie in irgend einer Form wieder halbwegs znschädlich zu machen, für sie ein Lösegeld anbieten muß. Es kommt noch etwas hinen, was gleich⸗ falls 11555 ausgesprochen sei: Die Wege, die Reichskanzler Cuno Münster wies, haben hier in den Kreisen der radikalen Linken ind sogar bei den Politikern, die Herrn Poincaré noch viel kriti⸗ lichkeit die Cuno⸗Rede kühl beurteilt. der man die Londoner Entscheidung erwartet. Entscheidung nicht mehr fallen, sie wird frühestens morgen bekannt Französische Wahlergebnisse. Der Bürgermeister von Le Havre, Meier, wurde zum Ab⸗ der Radikal⸗Sozialisten im Departement ⸗Inferieure gewählt. Im Departement Aisne wurden die längerer Freiheitsstrafe verurteilt Leichenschau. 5 In der augenblicklichen gespannten außenpolitischen Lage glauben gewisse„Politiker“ von ganz rechts und ganz links uns auch noch allerlei innere Schwierigleiten bereiten zu müssen. Kom⸗ munisten find drauf und dran, die Arbeiterregierung in Thüringen und Sachsen zu stürzen. Die Faseisten mit ihrem Hauptstützpunkt in Bayern, wo sestgeslellt wurde, daß die Führer der roten Armee der Münchener Näteherrschaft jetzt die Führer fascistischer Hundert⸗ schaften sind, benutzen jede Gelegenheit zu einem nationalistischen Rummel, der die Gemüter der Bevölkerung noch mehr erregt und die Schwierigkeit der äußeren wie inneren Lage nur noch vergrößert. Wie die Kommunisten den armen Leichnam des russischen Delegier⸗ ien in Laufanue durch Deutschland schleisten, um Gelegenheit zu „Demonstrationen“ zu haben, so machen es ihnen jetzt die Fascisten mit der Leiche des Schlageter nach. Nur haben letztere noch immer in Deutschland größere Bewegungs freiheit, weshalb diese Gefahr noch größer ist.. Die Reg ierungskrise in Thüringen. Das Landesorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Thüringens, Das Volk, teilt mit, daß am Mittwoch im Weimarer Landtagsgebäude eine Aussprache stat fand, die nach dreistündiger Dauer mit dem Ergebnis endete, daß die Verhandlungskommisston unserer Partei die Vorschläge der Kommunistischen Partei zurück⸗ wies, weil sie darin keine Grundlage zur Stärkung der Arbeiter⸗ politik, sondern nur zur Zerstörung der Sozialdemo⸗ kratie erblicken konnte. Zu diesem ergebnislosen Ausgang der von der VSP D. angebahnten mündlichen Verhandlungen schreibt das Volk:„Die Regierungskrise ist in das akute Stadium ge⸗ treten. Die KPD. hat sich demaskiert und zeigt sich in brutaler Offenheit. Die KPD. will keine Verständigung! Die KPD. will bewußt die Arbeiterregierung Thüringens stüir zen. Die Außenpolitik Moskaus braucht diese Taktik. Dem Moskauer Diktat können sich die getreuen russischen Vasallen in Deutschland und in Thüringen nicht entziehen. Daher wird auch der optimistische Appell unserer Verhandlungskommission an die KPD., nunmehr die sozialdemokratische Minderheitsregierung im Arbeiterinteresse wefter zu fördern und zat unterstützen, wirkungs⸗ los verhallen. Um so mehr muß jetzt die sozfaldemokratische Ar⸗ beiterschaft Thüringens ihre Regierung unterstützen.“ Dun die Kräfte in Zresden. Das Berliner Tageblatt bringt aus Dresden einen aufsehen⸗ erregenden Artikel und stellt u. a. fest: Es bleibt jedenfalls die Tatsache bestehen, daß während der Un⸗ ruhen hier in Dresden Leute gewesen sind, die eine sehr merkwür⸗ dige, keineswegs völlig klare Rolle gespielt haben, Leute, deren Namen schon bei früheren sascistischen. Putschen, z. B. bei der Ermor⸗ dung Liebknechts, genannt worden sind. So haben sich zwei sehr be⸗ kannte Persönlichkeiten, die ehemaligen Leutnants Krull und Kil⸗ linger, bei Dresdner Behörden Zutritt verschafft, unter der An⸗ gabe, sie seien vom Reichskommissar für die öffentliche Sicherheit be⸗ auftragt, sich über die Zustände in Dresden zu orientieren und nach Berlin Bericht u 1 phoniert und 15 dann plötzlich verschwunde Gedanken befaßte, sie zu einer gen ihrer Tätigkeit zu sistieren. Zu einer N herein lagen keine genügenden Unterlagen vor. Dann heißt es weiter: N Anlaß dazu bot das V steht fest, daß gerade in der 3 eine Dresdener Kaserne von den bei einem etwaigen ifen 5 Reichswehrtrwopen an Stelle der säcchsischen in gegen den Willen der sächsischen Regierung in die Dresden einzogen. Von diesen Truppenbewegungen, mögen sie oder nur zufällig gewesen sein, war die sächsische Regier nicht verständigt worden. Und für sie war deshalb die 0 keit gegeben, auch in dieser Richtung äuf ihrer Hut zu sein. kam, daß aus Anlaß der plötzlichen Ankunft des Reichswehr; 6 Geßler in einer anderen Dresdener Kaserne eine schwarz⸗ w rote Fahne gehißt wurde. Es soll dies allerdings Dienstflagge gewesen sein, aber trotzdem rief die Fahne 9 diesem kritischen Augenblick die lebhastete Beunruhigung he wurde dann auch auf Veranlassung des Polizeipräsidente wieder eingezogen. Auch der Durchmarsch auße gsächsisc wehrtruppen durch Dresden, inen die wie es hieß, ei nach der sächsischen Schweiz unternommen hatten, Anlaß zu Argwohn geben. Die Truppen sangen Lieder, du sich die erregten Arbeitermassen pro vo ziert fühl die(auf einer Vergnügungsreise befindlichen) Reichsw stellten später am Neustädter Bahnhof Posten mit ge Revolver auf, die die Zivilpassanten, die in den Bahnhof n nach ihren Fahrkarten revidierten. Seit wann artige Dinge üblich? Im engsten Zusammenhang mit diesen Ereignissen steht en eine Unterredung, die der Reichswehrminister Geßler Ministerpräsidenten Dr. Zeigner und dem ultralinks gerichte nenminister Liebmann gepflogen hatte. Es soll dabei nicht sehr erfreulich hergegangen sein, und der Reichswehrm! sehr energisch seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben die sächstsche Regierung eine un verantwortliche Duldsam Demonstranten gegenüber an den Tag gelegt habe, und daß Verhalten viellescht viel weitergehende Folgen haben könne, in Sachsen annähme. Die sächsische Regierung soll ihrer das Verhalten der Neichswehrtruppen hingewiesen ben.“ Danach ist also auf das hysterische Geschrei nationali waltpolitiker die Reichswehr nach Sachsen beordert w Bayern kann natürlich passieren, was will. Aber der minister Geßler ist Republikaner und Demokrat. 2 der frühere Kriegsminister. gewählt. In dem 7. Bezirksrat von Bordecur wurde der Kommunist Marty, der wegen Auf⸗ wiegelung zur Meuterei der französischen Marinesoldaten zu ist, mit 224 Stimmen gewählt. Es war kein Gegenkandidat aufgestelltt worden. Der Ausgang dieser Wahlen bebeutet eine unerwartete Niederlage der Re⸗ gievungsparteien. Im Departement Seine⸗Inferieure ist die erste Wahl nicht zustande gekommen, da nicht die Hälfte der einge⸗ wurde in letzter Stunde der nunmehr gewählte Radikalsozialist zur Wahl aufgestellt. An der ersten Wahl hatten sich die Radikal⸗ sozialisten nicht beteiligt, weil sie ihnen aus sichtslos erschien. Politische Uebersicht. Die Wahlen in Oldenburg. Reinfall der Deutschen Volkspartei. Die jetzt vorliegenden amtlichen Wahlergebnisse in Oldenburg zeigen, daß die Bevölkerung der Deutschen Volkspartei für ihr antinationales Verhalten die richtige Quittung gegeben hat. Diese Partei, die bisher 13 Sitze hatte, besitzt jetzt nur noch 9. Sie verliert am meisten von allen Parteien. Im übrigen verteilen sich die Sitze wie folgt: f tragenen Wähler abgestimmt hatte. Erst bei der zweiten Wahl —— 8 1923 1920 VSP D. 11 10 (SP.)(0 G0 8 KPD. 2 0 1 6 Demokraten 9 1 Volksp. 9 13 Zentrum 9 11 Dutl. 3 1 Die Koalition Tantzen geht also gestärkt aus der hervor. 9. 270. Die nenen Bergarbeiterlöhne. Am Montag wurde in den Lohnverhandlungen im Berg Schiedsspruch gefällt, der die Löhne einschließlich der sazialen 3 je Schicht ab 15. Juni um 15000 Mark erhöht. Für das obersch Niemals vergessen darf die praktische Hausfrau, daß es zum Färben von Kleidern, Blusen, Gardinen usw. nichts Besseres gibt, als die weltberühmten echten Heitmaun's Farben, Marke Fuchs kopf im Stern. 5 0 ö Heitmann's Farbe spart den Färber, E E radikal⸗sozsalistischen Senatoren Fouillon und Messimy, — Der verlorene Sohn. * Roman von Hall Caine. 5• Oskar war an Geist und Herz in jeder Hinsicht so grund⸗ sperschieden von Magnus, daß man ihn kaum für seinen Bruder hätte halten können. Der hellblonde kleine, Knabe it seinen hübschen Zügen war freundlich wie ein Sonnen⸗ strahl und heiter wie ein fließender Bach. Er lernte ohne Anstrengung und hatte ein außerordentliches Ohr für Mufik. Ehe er ordentlich sprechen konnte, ahmte er die Töne eines jeden Instrumentes von der Orgel bis zur Guitarre nach, und ehe er alle Buchstaben schreiben gelͤrnt hatte, kritzelte er geheimnisvolle, musikalische Hieroglyphe uf Schnitzel Papier, die der Gouverneur nach seinem Bureau schleppte und sorgfältiger als goldene Schätze auf⸗ (bewahrte. Aber was die Natur Geniegleiches ihm zuerteilt atte, das ging auf Kosten seines Charakters, ohne welchen Genie ein Fluch ist. Seine fröhliche kleine Seele schien eder Recht von Unrecht, Wahrheit von Lüge unterscheiden zu können. Er sprang wie Aprilsonnenschein von einem zum anderen, eine Minute weinend, die andere lachend. Nichts quälte ihn lange, nichts aber auch konnte ihn fesselnd und dauernd beschäftigen. Er begann mit der Versicherung, daß er ein König werden wollte, etwas später erschien ein General ihm erhabener, nachdem er jedoch eines Abends den Organisten mit nach seiner wöchentlichen Uebung in den Dom begleitet hatte, kam er zu dem Schluß, das ein Bälge⸗ creter das schönste von allem sein miisse. 5 Niemand liebte ihn seiner Charakterschwächen wegen geringer, denn es ist ja einmal eine der Seltsamkeiten des menschlichen Herzens, daß diejenigen Leute, die alle Lebens⸗ gesetze am gewissenhaftesten innehalten, durch die Sorglosig— keit derer, die ihre Grenzen überschreiten, unwiderstehlich ge— fesselt werden. Oskar war der erklärte Liebling aller Menschen und das Ideal seines Vaters. d„Ah, Stephen, den Jungen wirst Du nie groß be⸗ kommen,“ sagte der Faktor. 5 „Wen die Götter lieb haben, der stirbt jung, das weißt Du doch.“ g „Einfach deshalb, weil er nie alt wird,“ sagte der Gouverneur. Er meinte alt int Herzen. Von Kindheit an liebte Oskar ein Schaugepränge, beständig wollte er wie ein Feldherr mit dem kindlichen Ersatz für Fahnen und Musik⸗ chor in Prozessionen dahermarschieren. Eines Tages, als er sich, eine eigene Komposition auf einem Kamme blasend, mit Helga als geschäftigen Leutnant, Thora als gehorsamen Gemeinen und Magnus als diensttuenden Sklaven derartig erging, erfaßte ihn, den General, gerade als sie den die Felder scheidenden Fluß erreicht hatten, der Durst nach einem Blutbad, und plötzlich auf die enge Brücke zurück⸗ springend, stieß er sein Gefolge ins Wasser. Magnus und Helga entkamen ohne ernste Folgen. Thora wurde von ihrer Schwester mit hinabgerissen und bis auf die Haut durchnäßt. Denselben Moment, als Magnus Thora ans Ufer zog, kam der Gouverneur hinzu und war sehr erzürnt. „War es ein Unfall?“ fragte er, ohne eine Antwort von den Kindern zu erhalten.„Wer tat es denn?“ fragte er weiter. Aber Thora, an die er sich gewandt hatte, blickte erst zu Oskar und dann zu Helga hinüber und fing zu weinen an.„Warst Du es, Oskar?“ Oskar zögerte einen Moment, aber Helga zupfte ihn am Aermel und er schüttelte den Kopf.„Warst Du es Helga?“ Helgs antwortete mit einem schnellen„Nein“.„Dann mußt Du es also gewesen sein. Magnus,“ sagte der Gouverneur, und Magnus' Gesicht und Nacken überflog eine dunkle Röte, er blieb jedoch stumm. „Warst Du es?“ Magnus' Lippen bebten, aber wieder ant⸗ wortete er nicht.„So warst Du es also, Bursche, Du wirst nach Hause und augenblicklich zu Bette gehen.“ Stillschweigend und tränenlos, aber trotzigen Blickes schüttelte Magnus den Kopf und wandte sich dem Hause zu. Bei diesem Anblick wollte Oskar mit der Wahrheit zutage kommen, sein tränenfeuchter Blick jedoch begegnete dem Helgas, der ihn gefangen hielt und verstummen ließ. Anna feierte gerade einmal wieder einen der vielen Ge⸗ burtstage, und von dem oberen Zimmer, wo alles still und „Unsinn! Weshalb nicht?“ kalt war, konnte Magnus die Kinder unten lachen hören, erst unterdrückt und befangen, bald jedoch fröhlich mit Oskars Stimme dazwischen und Helgas alle übertönend. Das Lachen und Scherzen schnitt ihm Seele, und schließlich schlug er mit der Faust auf und brach in eine Flut von Tränen aus. Dann h durch sein eigenes Schluchzen hindurch das Flüster weinerlichen kleinen Stimme.„Magnus! Magnu war Thora am Schlüsselloch. 9 „Geh weg,“ rief Magnus rauh, Thora aber ging n „Magnus, soll ich's sagen?“ fragte Thora, und plinkte, während große Tränen seine Backen nieder einige Male krampfhaft zu, aber wieder antwortete weg, sag' ich Dir!“ J Hierauf begann Thora das Schlüsselloch zu küsse Magnus hielt, um zu lausen, mit Schluchzen inne, a eine andere— Annas Stimme— außerhalb der Tür und dann wurde Thora weggeführt.. Sobald die Geburtstagsfeierlichkeiten vorüber Mädchen fortgegangen waren, begann Oskar nach zu fragen. Der Gouverneur jedoch streichelte seinen kopf und antwortete, Magnus sei unartig gewesen die Nacht allein oben schlafen. Eine halbe Stun fand Annq ihn schluchzend mit dem Kopf unter der und sie sagte zu ihm:„Verheimliche Deinem Vater mein Kind.“ N 5 Der Gouverneur saß allein in seinem Bureau, in Schlafrock gehüllte kleine Gestalt hereintrat, schwimmenden Augen und zitternden Lippen zu ih „Magnus war es nicht, Papa— es war—“ und dam ein heftiger Tränenausbruch. 9 Der Gouverneur war mehr durch Oskars Geß als durch Magnus Schweigen gerührt, er str iche wieder und wieder den Kopf und sagte:„Das wa recht von Dir, Lockenkopf; geh nun und bitte Dei um Verzeihung und nimm ihn mit zu Bett.“ Als Anna darauf wieder hinaufging, fand Köpfe— den dunklen sowohl wie den hellen— ander auf dem Kopfkissen; Magnus machte Oskar erzählte, und beide lachten fröhlich. 5 g Tortsetzung folgt) 1 e Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 132 Gießen, Mitlwoch, den 13. Juni 1923. e Gießen und Umgebung deren Kollegen abgab. Wir können unsererseits hinzufügen, daß zu politische und me Lage im Reiche hin, die unsere ganze .— 8 diesen auch Studienrat 5 5 9 1 5 9 und energische Tätigkeit erfordere. 5 1 1 9 5 8(Fortsetzung folgt. vielfach Mutlosigbeit und Gleichgültigkeit in den Reihen der eiter Die gegnerische Berichterstattung über den schul—„ e ate an 55 Barzel Es gelte cker 17 ben en 175 ; 2 8 ten Kräften mitzuarbeiten, damit endlich d rieden: e Prozeß in Darmstadt. Stadtverordneten⸗Versammlung. 10 ren ene aten mecber, Ah lee d, 4 er ˖ N malität ergriff teisekretä d 1 statt 8 10 An Kampfesweise.(Schluß) 97955 eich e 908 e 55 951 1 Oberheff⸗ Von einem Druck des Voranschlages für 1923 soll abgesehen und[ Volkszei Uschi tener f 1 715 117,. ,, werden. Das bisher gedruckte Erläute rungsheft zu der Zahlenüber⸗] merkte eingangs seiner Ausführungen, daß das verflossene Geschäfts⸗ sicht wird in mehreren Exemplaren handschriftlich hergestellt. 1555 Für jahr ein außerordentlich bewegtes war. Von nationalistischen und 1 5 0 170 et den, Beitrag für 1923 ein Vor⸗—monarchistischen Elementen wurde versucht, den Bestand der Republik; n ber Stadt Gießen 0 Na es 30 e 1 77 zu erschüttern, sie womöglich zu stürzen. Unsere Partei hatte deshalb Sandes AAntrerslat sollen auf Ant 908 jährigen Bestehens der in erster Linie die Angrisse gegen die Republik abzuwehren und für . ität sollen a Antrag es Finanzausschusses künftig ihren Schutz einzutreten. Das geschah denn auch in nachdrücklichster nur 55 ee en de zugestimmt.— Meise. Durch den Rathenaumord trat die Verwerflichkeit der sog⸗ 5 Einschränkung des S a Von der Betriebsdepu⸗ nannten„völkischen“ Agitation klar zutage, das ganze Volk erkannte tation und dem Finanzausschuß wird beantragt, in den verkehrsarmen die Gemeingefährlichkeit der Mordorgamisationen und man fand es. 9 den, Ferner wird die Be⸗ endlich notwendig, gesetzgeberische Maßnahmen zum Schutze den riebsdeputation ermächtigt, Einschränkungen des Straßenbahnbe⸗ Republik zu treffen. Der Rathenaumord trug auch zum weiteren 9 8 d ene 9 8 e e 15 Sinken der deutschen Währung bei und somit zur Verschlechterung Sei 0 iest ag ie Straßenbahn ein finan⸗ irtschaftli e ö ö 1 peies Scene rien der Sac se. Bi Jenchalkeng dee Wetehrs hren ging Len gie Metern Ei, der man 1 See 1855 57. eee e e i mit großen Hoffmumgen entgegensah. Wie diese getäuscht wurden, 5705 5„ 9 0 e ie le nu 1 sat die bishert ö ö 1 o dt den er in iernchmen ud tr aner den den urn e dere eee bade n e duch e e 625 dg e be, eh en een.......% ͤ schrieb,„zugle 1„wie er Schilder an den Haltestellen über die Fahrzeiten unterrichtet werden. wickelung der Parteiorganisation, die im gedruckten Bericht eben tesbe teiligten ecfullend“. Aber wer glaub Das Defizit ist immer größer geworden. Im Dezember 1922 betrug falls ausführlich dargestellt ist.— Weiter erwähnte Redner das ron en wirklicher sienogbigll an Berber er Blenden waube, das Desi% Wil Mu bel lis deo veforderen Personen; im ichs sied 3 stenographischer Bericht mit wortgetreuer g 5 5 dem Reichssiedlungsverbande beantragte Volksbegehren, durch das N enn ee ee ee ee, e ee e e ee eee ee ee Emme solche Aktion schwer irre. n cht ist vielmehr michts als eine Ausl. e] Februar 21, Mill. Mk. ber rund 84 000 Personen; im März 19 Mill. erfordert aber nicht nur bedeutende Mittel, sondern auch eine schlag⸗ Gunsten des Angeklagten und zu Ungunsten 7 zu Fehlbetrag bei 73 000 Fahrgästen und im Aprtt ie Mill. Defiit dei fertige Organssation. Die Antragsteller hätten aich mit der Partel ichel; er ist kurz gescgt eine un verschäm te Er lägers 45 000 beförderten Personen.— Eine Erhöhung der Benutzung durch in Verbind n sollen, die jeden 5 5 e Entstellung 1. 1 f durch) in Verbindung setzen sollen, die jedenfalls die eressen der K. er Wahrheit. Herabsetzung der Fahrpreise dürfte kaum zu erzielen sein. Deshalb siedler nachdrücklich und gewissenhaft wahrnimmt.— Die Partei ver⸗ 5 1 hatte mit Recht seim leb⸗ 91 1 5 en 1 W e anstaltete nach den Wahlen Kurse über Gemeindepolitfk. Diese waren us gesprochen. r Pr. ü 0 0 9 Ausgab N nah 95 5 0 teilwei i b„ wie es äre. nt⸗ unte. wo dle Dinge sich 110 an 0 zu Hider. die sotiald. Fraktion der Einschrändng zustinmen zu wollen unter lich haben dle 1 e te Verpsich⸗ 8 Dinge sich spielt und wo durch Ver 5 5 ich haben gewähl semeindevertreter die Verpflich⸗ Aena ron breiter, Tosfenmtehett des durch die deleidegenden der Voraussegung, daß sie nicht auf Kosten der Arbeiter geht. Eine kung, sich eingehend mit unseren Grumdsätzen auf dem Gebiete der Lee geschehene Urach wieder hüte gugemol werden Ole rkeren ait Wi eee domemesen gu h de enen volte een a men dae welchen sigerog mit d We Sete Feachacten eben un e eee r dnn do. Lungen orden nber die dane dee er dene Wohl⸗ dem Recht und der hrheit Geltt u ve f t 5 den müsse. Na nne nur, so⸗ f mii 5 1 zräilliger 1 5 Gegen e ele 40 p e eee u wel wat ange ee 10 dee ee ann b 10 e und schloß damit seinen Bericht, der beifällige Auf⸗ die Gegen„Dir. Schnell und seine Anhä„die Rechts⸗ würde erspar ie Leute könnten dann i e, erauf ergriff ertreter irksvo f E und andere Kreise wie die e en de der Straßenbahn bleiben. Bei Durchführung der Einschränkung könnte 1 8 1 1 zur a ber e. 925 bn einmmmt: wenn h che eee e e dez en wen, Tamen des Bezertrovrstandes⸗ Er erhoffte von der Tagung eine 77 tädter Gerichtsvec ung den Nachweis erbracht rsuchen, die freiwe eitskräfte 5 en Be⸗ 5 r i gung in dies irke. f habe, daß Herr M. nicht im üblen Sinne derumgiatorisch tätig ge⸗ trieben unterzubringen, wobei zunächft die in der Stadt Wohnenden 8 85 e e e i 5 wesen sei, so sei doch der Vorwurf bestehen geblieben, daß er aus in Frage kämen. Es werde geprüft, ob die übrigen auf dem Lande Frauen Wert zu legen. Unsere Partei ist seit jeher für das Frage 5 Fersonichen Gründen mut allen Mitteln ein Verfahren gegen den Arbeit fürden binnen der Vorlage wird mit allen gegen die Stim- wablrecht eingetreten, hat aber damit wenig Dank geerntet. Darun Direkktor mit dem Ziele der Beseitigung vom Amte bei der Re⸗ men der drei Kommunisten zugestimmt. auf allen Gebieten kräftig weiterarbesten!(Befall) 1 gierung zu erwirken gamacht habe. Da es sich aber hierbei Für Lohnerhöhungen der städtischen Arbeiter wird vom Finanz⸗ Den Bericht der Preß 11 batte O tie nicht um persönluche Dinge. sondern um eine Sache mit politischem Ausschuß beantragt für die Zeit von 15. bis 31. März 1923 einen wies hin auf di reßkommiss 180 55„Ottilie. 1 5 e e dee nden an an benen Sn aut al Krehit on 35 Mibienen Mark für die Zeit vom 6. S. 102g bew. menten See ee Se. 5 il ö U 15 0 5 ö J 0 f 1 N JJJV%V%V%V%0%%% ⁵p 1 925 0 115 10 1 N 1. 5 Erhöhung der Abonnementspresse, was erplärlicherweise Abbe⸗ den der dach an Sure e bienliches heran- aber vergleicht man den Lohn mit dem Goldstund, Jo zeiat sich, daß selungen zur Folge batte gaben miner N. ziehen, in Darmstadt zur Sprache gekommen wäre, wenn der Wochenlohn 6—7 Murk beträgt, Eine große Zahl von unteren aller ee ee ee 5 e, die Verhandlung fortgesetzt worden wäre. Beamten der unteren Gruppen bleiben 1 5 Löhnen der aller Schwierigkeiten alles tun, ihre Presse zu erhalten. Was möglich Wir könnten schon gleich bein ersten Stuck des Berichts, der] Arbeiter gurld. Vom Arbellgeberverband wird immer mach Berlin ef aner Hen inholtlich auszugestalten, ist getan worden es nne Ze sage des Herrn Urstadt beginnen, bei deren Wieder⸗ berichtet, daß Gießen eine billige Stadt sei, infolgedessen steht Gießen gesagt werden, daß unser Blatt in dieser Beziehung sich sehen lassen gabe tend enzstöfe Aufmachung vorliegt. So einfältig. in Bezug auf die Beamtenbezlige hinter anderen Städten zurück. daune. Nach einigen Bemerkungen über den Unasten Prozeß weist wie da berichtet wird(Nr 110), hat sich natürlich der Zeuge nicht] Redner begründet emen Antrag, wonach die Verwaltung ersrht e 1 daß von den bütrgerkhen Jestungen ue, en . waere Siehe enen wen uc ant mird eme Torte dehmgehen en meseg, de den demea eue i e a e e ng e Leeds de ber ger wuthgreallt webe. O. Sicht Fecher Coen): Fein zei ger derber neten dene ahh den teien Wert, 3 5 2 un es war noch kein halbes Dutzend Zuhörer an⸗ Mensch bann verantworten, zu behaupten, daß Gietzen billiger sein i 1 10 1 12 5 55 n einfach seine Wegur Fernchmun des Nebenklägers und Zeugen Mi poll wie anderwärts. Der Zahler liegt in Berlin, Die Situation ist Partewressel 9. b ehen!— Sorgt deshalb für Weide ee ge ur wernehmuna de Zebenkargers und diele dane tatsächlich unerträglich.— Stadto Schmidt befürwortet den An⸗. g 0 Die Vernehuuma des Gieß. Anz ift natürlich darauf abge, trag Mam.— Ho rn bezweffelt, daß derartige Berichte vom Arbeit- Ir err datulsten desen lee 2 5 e e bierelt alerket iir bereut. Lckerverbrnd nach Lerlen galanger. Dun) die bisherige Eintelung part in zem Provins schuß verkret 0 ben a inen zu sen: diesem Zwecke dienen aller erEnt⸗ 90 0 7 5 N g 0 in dem Provinzialausst vertreten sein müßte. Frau Noll⸗ stellung. werden schwierige Verhältnisse geschaffen.— Der Antrag Mann Gießen beschäftigt sich mit der Frauenorganjfsation, die weiter aus⸗ Gegner dazu zwin entsprechend l zu werten war: denm der Anklage zugrunde liegende nun gegen Dir. Schmell auf n e e ericzasübven? auf die * wurde, ihre Lösung fand. Faft . sischen Landeszeitung . iwzige große L Tager später brachte di mehreren Nummern ein⸗ 10 0 1 5 auf die stenogra dete. Diese Darstellung gefiel dem Gießener Anzeiger, der 93 4 f.. ird angenommen.. 5 5 6 5 e a 1 Jüche 1. Der Zeuge ist mit zwei Vorstandsmitgliedern des Republika⸗ 15 55 f f 1 6 l gebaut werden müsse. Sie weist auf die Schwierigkeiten der Agitatio i deses nischen Lehrerbundes, wie in der Verhandlung festgestellt wurde, in 2 i e e a eee e e hin doch sei die Schulung der Frauen eine Notwendigkeit für die f ee N Partei. Ferner muß die Aufmerksamkeit auf die Wohlfahrtspflege nicht zu dem Zwecke bei Herrn Urstadt(in Gießen) gewesen, um 60000 10 5. über den Fall Schnell zu sprechen, sondern um besttmumte Resorm⸗ 7 7 4 2 1900 1 5 e e een hingelenkt werden. Die auddurchdachten Ausführungen fanden allge⸗ forderungen des R. L. vorzutragen. Dies würd im Bericht für 5 ene 1 1 11 2900 be meine Zustimmung.— Weiter sprach Herber⸗Gr Buseck über die 00 5 0 e 250 000 Mk. be⸗ Presse; Reinhardt⸗ Schlitz wünscht mehr Versammlungen; 2. Bericht wird wiederholt von einer„Beschwerde⸗ willigt.— Für Unterhaltungsarbeiten in der Stadtmädchenschule l. ⸗Jinden führt di. 5 e 5 10 Am cht 1 f werden 200 000 Mk. bewilligt.— Fr die Ergänzung des Inventars 155 e en Weihe 8 1 75 0 1 1 schrift“ gesprochen, die M. dem Regierungsrat Henrich über⸗ 1 1 5 enkar fröhlich geben habe, dabei wird der Leser im Unklaren gelassen, daß es sich] der Mädchenfortbildungsschule im Schulhaus in der Neustadt wird ein] Lich tadelt das Beneh 8 den. Pfim e 13 alle W hier nur um die Aussagen handelt, die M. bei der Untersuchung Kredit in Höhe von 500 000 Mk. bereitgestellt. 1 5 sie wü von den Ad en Gene en eau llt ihm d. auf Verlangen von. 11 7 1 17575 1 tz ter e e 90 18 Walz Lauterbach wünscht Förde rung der Presse.— Mann be⸗ 1 euge riftlich zu Protokoll geben mußte, u zwar oll an die elektrische Leitung angeschlossen werden. Unter 5 0 0 ee N 197575 t auf dn 1 ber dle Janke bie ihm vorher von H. bezeichnet worden waren. der Voraussetzung, daß der Profektkionsarparat in das Eigentum der See e 1 8 ne e ie i den en Hieraus geht bervor, daß Michel in der Unterfuch aun] chu vez. der dg abe geht gag Mir. derettgeenn e Homberger: Bei den Wahlen zu den Kreis⸗ und Gemeindever⸗ eineswegs die Rolle gespielt hat, die ihm seine Geg⸗ e e in 5 70 ee e e 1 tretungen ist es unpraktisch, einen einzigen Stimmzettel für alle drei er zuschreiben. 1 Die Zahnpflege in der Volksschule so neu geregelt werden. Der Fan ee. Er hisffat; N 5 95 3. Die Aeußerung, die Herr Michel einem Kollegen gegenüber[ Finamzausschuß ist mit der von der Stadtverwaltung vorgesehenen e. Kii een 1 8 5 setnige Tage nach der Erm 7 ericht] Oraanisation der Zahnpflege in der Volksschule Jrundsätzlich ein- schreiben über Errich ung eines Gewerbegerichts für den Kreis ub⸗ aber din 112 LAso m men falsch Es wurde vor e 155 35 0 nur 62 5 e e be⸗ gestimmt, um die Koslen zu sparen. Alle Mitelkeder stimmten daftir, 1 andelt werden die guf Grund der jeweils gültigen Bestimmungen 1 10 0 e 1 0 1 1 und ö freie Lernmittel erhalten. Kinder, deren Elter N 5 nur der Kommunist war dagegen!— Abg. Henzel⸗Obbornhofen a, 1 3 0 Kinder, Eltern Mitglied irgend einer bespricht das rfliche Verh 8 i 1 8 l 9 paket ind, die Familienangehöri i e e ee e pricht das verwerfliche Ver halten des Kommunisten im Landtage, e ee eee 15 1950 15. Wee e 0 e 550 eee Mugabe der Sgeschl Für din hne e 57 1a Presse ist, für umsere Grundsätze zu wirken, die wir selbstverständlich 1 1 2 11 115 51 en wird ein auch gegen die Kommunisten zu vertreten haben. Man kann ihren . 8 on m Mark bereitgestellt. Dummheiten gegenüber nicht ein Auge zudrfücken, sonst wird die E n wiesen,„man gegen den Staat, der den Wald erhalten mill. Uebrigens müsse man den einzelnen Orten. Zur Frauenbewegung führt er aus, daß es 0 50 u erfüllen, Die Dienstbezüge des Schulmarts der Gewerheschule soll er Ini fi 1 70 ändlich N en i. würdigten, mit der Hälfte ouf e Saßlasse alt Wireung oom 1. Heider 1022 über. wan ente wecie ee eeeee, der A 17 5 71 1 1 0 weil der Schulwart auch Dienste für die gewerb⸗ 15 1 Blatt 1 8 1 9 1e 805 5 0 iche Abteilung der Forthildungsschule leistet. Seen fit fehr abend e 17 85 7 ö i 75 g fir dn en tir Hessen wird 1 für sehr abänderungsbedürftig.— Die Debatte wird ge⸗ 1 l 0 au Mk. erhöht.— Der Mitgliederbeitrag für den Verband S f. 8 j; 1 i. f e 0 g Im Schluß wort bemerkt Häuser u. a.: Bei der Pro⸗ 4 ful* Deulscher Gewerbe- und Kaufmannsgerichte wird auf 1000 Mk. vinzialausschußwahl war es die Absicht des Bezirks vorstandes, die 1. fan V erhöht. 1 i 5 ö Vogelsberger Bezirke zu erügchegen die Duchfich barkeit ieh N 91 Der Beitritt der Stadt zum Verband der Privatwalöbesitzer[aber auf Hindernisse.— Die Auffass ing Textor's ist cht 35 ue ö Hrankschen 1 e e ee e 0 nisse. Die Auffassung Textor's ist zu schwarz * 1 4. Betreffend Schül 1115 8 1 ae 0 140 N 1 1 hehehe, Nicht die Führer sind an die Verfahrenheit der wirtschaft⸗ N 1 0 S S l nden sich dagegen. Letzterer führt aus daß der ichen Verhältnisse Schuld, sondern leider die Inkonse nenz der r N Aufsatz verschwinden lassen“, Verband nur das Interesse der standesherrlichen Waldbesitzer wahr⸗Volksgenossen.— Das Pachtschutzgesetz hat Lücken; doch t es be⸗ n 1 0 1 nzu: daß er 15 5 72 5 1 0 a die 1 19 N wiirden dabei in den ie nach Möglichkeit Gerechtigkeit herbeizuführen. In der N e Aeußerung des Stu⸗ Hintergrund gedrängt. Dioser Verband nehme vermutlich Stellung kleinarbeit muß mehr getan werden, in Unterbezirken und auch gute 0 satz her⸗erst das Statut des Verbandes kennen lernen.— Beig. Dr. Rosen⸗ scheinbar viele Genossen noch nicht begriffen haben, was die * N schwinden lassen sollen!“ berg betont nochmals, daß die Stadt sehr wohl ein Interesse davan] Frauenbewegung bedeudet. Auch hier muß die Arbeft der Genossen l 1 gesagt, M. sei am 30. Juli mit einer Be⸗ habe, dem Verband beizutreten. Dem Antrag des Finanzausschusses in den Betrieben und Gewerkschasten ganz bedeutend gesteigert 1 u Direktor Schnell nach Darmstadt 1 19 55 habe wird zugestimmt.— Damit schließt die öffentliche Sitzung. 5 15 1.. der Jugendbewegung. Die g N ausflihrlich besprochen. Es wird ver⸗ älteren Genossen, müssen sich besru. htend in der Jugendbewegung N g Fache i ee en 05 Beschwerde wegen Ve irkskonferen g beteiligen.— Wir müssen alles daran setzen, um unsere Pardeibe⸗ 115 er Veleldigung durch den Fier Kommen Bezirkskonferenz Pente 6 fegeeh das glu wart ni denten en de 0 2. üschulden kommen f 1 1;; 1 25 Zartei. Er schlie as Schlußwort mit den Worten Lasalles 1 ie sic dieser nach deuter era in gende Satin, für bir Gee der srsfande kak, Paret fe dne Keise Gießen Mifez' Kere de aden u cose Otte denen en 10 leß und die, wie die! nitbestimmend war. Nur hierüber ist da⸗ auen ngeh⸗ a 5 Schlußwort, wir würdigen Sachlichkeit von Gegnern, aber wir be⸗ L des Direktors mi Es liegt also eine völ⸗ Am Sonntag wurde die alljährliche Bezirkskonferenz im Ge- kämpfen einen Geist, der von der äußersten Linken mit der Reaktion 5 werkschaftshauf se abgehalten, Gegen 7210 Uhr wurde sie vom Vor⸗ Hand in Hand gaht.— Wir müssen einen Fonds schaffen, um cht übeg den Protest Michels gegen die Pro⸗ sitzenden Mobsdorf erössnet und von dem Gesangverein„Ein⸗ damit das geistige Bindeglied erstarkt.„ Bericht über enghist verschwiegen, daß er tracht“ mit dem Freiheitschor„Ich warte Dein“ begrüßt. Vorsstzen⸗ Zum weiteren Gegenstand der Tagesordnung„Hessische Politik“ trag von noch künf an⸗] der Moosdorf wies bei Eröffnung der Konferenz auf die trostlose[führt Genosse Wann aus: Die hesffsche Prlitik ist ur zu verstehen 0 5 5 . 3 15 9 105 1 Zukunft dürfte der Preis zeitigen, wie wir es mit Auch 5 r en buen Aan 7 Bei ihnen deutet e g . e hessische Luidtagsfraktion m regierung nicht unter allen Umständen aurfrecht zur b een gewählt werden; 0 wählt: Alsfeld. aus flachen Stäbchen gebildeten Perlenkranz. mit Bezug auf die Reschspolitsk. schon, der im politischen Leben, sei es ment steht.— Die Sozialdemokratie N 1 Drittel der Mandate, das hat seinen Grund in dem ländlichen Cha⸗ rakter Hessens. Der agrarische Einfluß ist im hessischen Parlament sehr stark. Die gesamten Parteien im Landtage, außer unserer Partei, haben für die freie Wirtschaft im Brotgetreide gestimmt. In der für Brot und Mehl ähnliche Entwicklungen allen übrigen Konsumartikeln erlebt haben. Wohnungswirtschaft steht der Genossen in unseren Kreisen Verständnis darin zunimmt, eine derartige Ueberraschung be⸗ vor. Wir müssen rückbalts los das Mittel hier anwenden, womit scha im kleinsten Gemeindeparla⸗ steht im Landtage mit einem 2 auf dem Gebiet der ir die gebundene Wirtschaft aufrechterhalten. Die freie Wirt⸗ it bedeutet für alle Haus besitzer Goldrente und für alle übrigen Verelendung.— Daß bei Einführung der von dem Kapital gebaut würde, können wir nicht annehmen; nie und nimmer. Wo ist aber das schc are Gesicht der Besitzenden für die Klein⸗ und Sozialrentner herbei. Es Landelt sich hier nur um einen weiteren großen Naub des Kapitals. Wir werden im Hess. Landtage unser ganzes Können einsetzen sür Erhaltung dieser Zwangswirtschaft.— Die Umänderung des Wahl⸗ gesetzes in Kommume usw. beschästigte ebenfalls den Landtag, eben⸗ so die Brennholzrationierung alich die Vorwaltungsgesetze.— in Hessen haben die innerpolitischen Schwiengbeiten seit dem henaumorde ganz bedeutend zugenommen. Eins aber dibrfen micht übersehen das ist der zähe Kampf zwischen den Frak⸗ tionen und auch innerhalb der Regierung in Hessen in letzter 5 der letzten Endes unerträglich werden kamm.— Bei der Er⸗ Volksgenossan weitere U eien Wirtschaft mehr wir fassung zur Grundsteuer versagen die bürgerlichen Parteien todal. 1 hört ja schon immer beim Steuerzahlen die Gemütlich Das Fdeikomißgesetz hat zum Ziele, die gebundenen Fami⸗ ltemermögen aufzulösen. Aber mum besteht die Gefahr, daß die herrschaftlichen Wälder in unperantwortlicher Weise cursgebeutet werden. Gegenwärtia treten viele Gemeinden dem Verbande der iter bei. Hlervor ist zu warnen. In letzter Lime be⸗ der Verband einen Schutz für die Standesherren.— Dem liegt ferner ein Gesetz zur Pensionierung der Beamten er wird die Altersgrenze, von welcher ab die Zwangs⸗ onierung eintreten konn. auf 68 Jahre festgesetzt. Unser Be⸗ streben geht dahin die Altersgrenze herabzusetzen.— Im Allge⸗ mesmen stehts jetzoztrübe aus. Aber doch erleben wir, daß gewaltige Forlschritte, in der Richtung der sogialisifschen Grundsätze gemacht worden find. Durch den Ruhreinbruch wurde die Katastrophe ent⸗ glͤltig. Seit die Regierung Cund am Ruder ist, stien die Staats⸗ schuld ins Ungemessewe. Voriges Jahr waren es auch viele Ge⸗ nossen, die riefen:„Heraus aus der Ragierung!“ Heute heißt es: „So geht es nicht weiter!“ Wir wwürden aber der Regierung leinen größeren Gesallen tun, als wenn wir sie stürzten. Sie soll ihre Suppe selber auslöfseln! Würden wir die Regierung jetzt zum Ruücktrut zwingen, würde es bald heißen:„Nur noch 14 Tage weiter, so hätten wir gesiegt!“— und die Soztaldemokratie hätte die Schuld daran. Lassen wir die Regierung Eimo siegen! Eeue Diskussion des Reserats wurde sehn„ Der Antrag vonf Großen⸗Buseck auf Besestigung des 10pro⸗ (geutigen Sbeuerabzuas wird der Roichtagsfraktion zur Erwägung überwiesen. 5 14 Folgende Resolution wird einstimmig angenommen 1. Die am 10. Juni 1923 in Gießen stattsindende Unter⸗ bezirkskonserenz ersucht die Parteileitung für eine gerechtere Ver⸗ il dar Sbeuerlasten einzutreten, insbesondere durch die Am⸗ poassuua der Realsteuern an die Geldentwertung im Land und den Gemeinden. N 2. Die Reichstagsfraktion wird ersucht, fest auf dem Stand⸗ punkt zu verharren, daß eine weitere Belastung der breiten Volks⸗ massen abzulehnen ift und eine stärkere Heranziehung der Sach⸗ 15 durch Inanspruchnabme des Grundbesitzes und der Im⸗ dustrfeanlagen zur Erfüllung der Reparationspflichten durch Be⸗ des Reiches an den Betciebergebnissen erfolgt. wird ersucht: a) Die Kvalitions⸗ 2 5 Eine Beschneldung der Koalitionsfreiheit der mten und beiter mit den schärfsten parlamentarischen Mitteln zu bekämpfen: e Die höchsten Anstrengungen zur Belebung des Wohnungsbaues zu machen. Die nächstjährige Kreiskonferen z soll in Nieder⸗Oh men al gehalten werden.— Die Wahl des Bezirksvorstandes hat eine Kommsston vorbereitet, nach deren Vorschlag folgende 1. Vors. Moos dorf⸗Gießen, 2. Vors. Maier⸗Gießen, Häuser Sekretär, Vetters Redakteur, Prof. Weißgerber⸗Gießen, namn⸗ Gießen, Frau Noll⸗Gießen. Ritzmann⸗Lollar, Seibert⸗Nieder⸗ Ohmen, Weitzel⸗Hungen. GEder⸗Alsfeld Schwarz⸗Lauterbach. Als auswärtige Mitglieder der Preßkommissionsmitglieder werden ge⸗ Bäutsch⸗Nieder⸗Ohmen. Schwarz⸗Lauterbach und Braun⸗ In den Bildungsausschuß werden gewählt: Hüter, Möckel⸗Sbeinberg, Herber⸗Großen Buseck, Dr. Rhein, Wieseck, Frau Homberger⸗Gießen. Der Vorsitzende macht noch auf den am 24. Jumi auf dem Schiffenberg stattfindenden Jugendtag aufmerksam. „Schließlich verurteilt noch Scharkowski das Verhalten der Gießener bürgerlichen Parteien, die auf dem hiesigen Bahnhof am Freitag abend die Durchfahrt der Leiche des von den Franzosen . Schlageter zu einer politischen Demonst ration be⸗ nutzten. Hierauf wurde die Konferenz geschlossen, auf der 33 Ortsver⸗ elne mit 82 Delegierten vertreten waren. — Die neuen Fünfhundertmarkstücke. Vom Reichsfinanzmini⸗ terium werden in der nächsten Zeit Fünfhundertmarkstücke in Ver⸗ lehr gebracht, die sich in ihrer Beschassenheit den bereits im Umlauf befindlichen Zweihundertmarkstlcken anpassen werden. Die neuen Stücke haben einen Durchmesser von 27 Millimeter und ein Gewicht von einzweidrittel Gramm. Auf der Schriftseite tragen sie inner⸗ halb des aus flachen Stäbchen mit Perlenkreis bestehenden erhabe⸗ nen Randes in Antiqua die Umschrift„Deutsches Reich“, in der Mitte in arabischen Ziffern die Zahl 500 und darunter in Antiqua das Wort„Mark“. Am unteren Rande befindet sich das Münz⸗ zeichen, verziert durch zwei Arabesken(Zweige mit je einer Eichel]. Die Schauseite zeigt den Reichsadler, der umgeben ist von einem Um diesen stehen im Kreise innerhalb des aus flachen Stäbchen mit Perlenkreis be⸗ stehenden Randes die Worte„Einigkeit und Recht und Freiheit“. Die neuen 500⸗Markstücke werden bekanntlich bis zu einer Gesamt⸗ summe von 90 Milliarden Mark ausgegeben werden. — Eine öffentliche Mieterversammlung wird sich morgen, Don⸗ nerstag, abends 8 Uhr im Saale des Katholischen Vereinshauses mit dem Thema besassen:„15540 Prozent Mletszuschläge“, worüber Rechtsanwalt Pomberger und Postsekretär F. Mohr sprechen werden. Wir weisen auf die Anzeige im heutigen Blatte hin. 5— Jahrraddiebe. Am 4. Juni wurde hier ein noch jugend⸗ licher Arbeiter festgenommen, der verschiedene Einbruchsdiebstähle in der Stadt ausgeführt hat. In seiner Wohnung wurden neben anderem Diebesgut 2 vollständig auseinandergenommene Fahrräder vorgefunden, welche den Eigentümern wieder zurückgegeben werden konnten. 5 Weiter wurde noch ein auswärtiger und ein hiesiger FJahrraddieb verhaftet. Ein gestohlenes Rad konnte dem Eigen⸗ tümer wieder zurückgegeben werden, wogegen das andere in Frank- furt a M. an Unbekannte abgesetzt wurde. — Gestohlenes Fahrrad. Am Freitag voriger Woche wurde aus dem botanischen Garten hier nachstehend beschriebenes Fahr⸗ rad gestohlen: Marke„Adler“, schwarzer Rahmenbau und Jelgen, . Lenkstange. Das Rad ist neu emailliert und neu ver⸗ nicke 1 D Aonzertresse des Lansesfheater⸗Orchesfers. un f schrieben: Vielfachen Bemühungen ist es gelungen, das Hessische Londesthegter⸗Orchester in Darmstadt unter Leitung seines Gene⸗ ralmusttdkrektors Michael Bal ling zu einer Konzertreise durch Oberhessen zu gewinnen. Für die oberhessische Bevölkerung steht hiernach ein hoher Kunstgenuß in Aussicht. Die Konzerte werden in der Zeit vom 26. Juni bis 2. Juli in den Städten Gießen, Fried⸗ berg, Bad⸗Nauheim, Büdingen, Lauterbach und Schotten verau⸗ staltet. Das für Alsfeld vorgesehene Konzert, für das allein die stimmungsvolle Walpurgiskirche in Betracht hätte kommen können, muß aursfallen, da der Kirchenvorstand zur Benutzung der Kirche seine Zustimmung versagt hat. Zur Aufführung kommen nur Werke deutscher Meister. In allen Städten, in denen Konzerte stattfinden, sind lokale Ausschüsse mit den Vorbereitungen betraut. Es darf erwartet werden, daß sich für die Konzerte, die nur unter großen Opfern zustande gebracht werden können, ein so veges In⸗ teresse zeigt, daß sie im nächsten Jahre nicht nur wiederholt, son⸗ dern vielleicht auch noch weiter ausgebaut werden können. — Die Operette Winzerliesel kommt heute Mittwoch abend im Saale des lalh. Vereinshauses durch Mitglieder der Waldbüßme zur Aufführung. Wir weisen nochmals empfehlend darouf hin. — Ein Ausbrecher. Der vor eimger Zeit aus dem hiesigen Vandgerichtsgefängwis ausgebrochene K. wurde am 7. ds. Mts. gegen 3 Uhr morgens in seiner elterlichen Wohmmg festge⸗ nommen. Hierbei wurde auf einer in unmittelbarer Nähe der Wohnung gelegenen Wiese eln frisch abgeschlachtetes Schaf vorgefunden. Die Ermittelungen ergaben, daß dasselbe abends vorher von einer Wiesecker Schafherde gestohlen worden war und daß nur K. als Täter in Frage kommen kam. Watzenborn⸗Steinberg. In der Gemeinderats ⸗ sitzung am Freitaa wurde bezüglich der Finanzierung der Bauvorhaben für 1924 beschlossen, mit den Bauvor⸗ habenden zwecks Beschaffung von Kapital für Baumatenialten nochmals zu verhandeln. Es soll damm im nochmals zu diefer Frage Stellung genommen werden. Dem Karl Becher und Dehmrich Schäser 6. wurden auf ihren Antrag je ein Vauplatz vom Gemeindebaugelände vor der Zahlgasse zugesprochen. — Die Verwertuma des Schulhafplatzes in Steinberg soll bis zum Herbst zurückgestellt werden. Der Platz soll vorläusig planiert und geräumt werden, außerdem sollen Probelöcher geuracht werden, um zu sehhem, welcher Untergrund der Platz hat. 770 Das Mobiliar der Gemeinde soll mit 10 Millionen Mack gegen Feuergefahr ver⸗ sichert werben.— Bei Versteigerungen für die Gemeimde soll in Zukunft nicht mehr geläutet werden, da der Kürchenvorstaund der polftischen Gemeinde diesen alten Brauch nicht mehr geuehmigen will, weil einsbens von der Gemeinde angeschafsten Glocken von cinem vorkröags zeitlichen Gemeinderat der Atrchenge meinde als Eigentum zugesprochen worden sind.— Die Tragul der halbem Baukosten des Pfarrgebaudes durch die politische Gemelnde wird vom Gemeinderat abgelehnt.— Die Pacht für den Jaselslall wird ab 24. 6. 1025 auf monatlich 2500 Mark und 2 Wagen Pils pro Jahr sestgesetzt.— Der Vertrag mit dem Faselwärter wird auf eim Jahr verlängert und soll von Jahr zu Jahr stillschweigend welter laufen, wenn derselbe nicht von einem der Vertrag⸗ schließenden 4 Wochen vor Ablauf- des Verktragsjahres gekündigt wird.— Eine ortsarme kranke Frau soll in der Landes⸗Siechen⸗ anstalt untergebracht werden.— Zum Schluß wurden Wohnungssachen geregelt. Marburg⸗Kirchhain. O Erhöhung der Wohn in Marburg. Die Mar⸗ burger Stadtverordneten stimmten der Erhöhung der Wohmungsbau⸗ abgabe von 1500 auf 4500 Prozent leinschl. der staatlichen Abgabe auf 6000 Prozent) der Grundmiete zu, mit dem von unseren Ge⸗ nossen beantragten Zusatz, daß über die Verwendung die Stadtver⸗ ordneten noch zu beschließen haben. Unsere Genossen wollen die Er⸗ Miethäuser verwendet trägnisse nur für haben, da frlüher gezahlde Znschüsse jetzt in entwertetem Geld zurtickbezahlt werden und die Abgabe dem privaten Kapital statt der Allgemeinheit zugute kommt. Durch die Ausweisungen wird die Wohnungsnot auch im Marburg verschärft. Beim Wohmmgsaut liegen bereits liber 1000 Wohnungsgesuche vor. Sirafkammer Gießen. Sitzung vom 8. Juni. Wegen Preistreiberei freigesprochen wude ein Bürstenmacher aus Friedberg. Auf Grund der Bekundungen der wiederholt vernommenen Sachverständigen teilte die Strafkammer die Auffassung des Schöffengerichts, daß der Angellagte flür die hier fraglichen Bürstenwaren einen solchen Preis verlangen durfte, der dem damaligen Marktpreis(zur Zeit des Verkaufs) entsprochen hatte. Weil er aber unzulässiger Weise bei den von einem Großhändler mit vorgeschriebenem Kleinverkaufspreis gelieferten Waren, diese Klein⸗ verbaufspreise heraufgesetzt hatte, erhielt er wegen Ueber⸗ tretung der Verordnung vom 18. Mai 1916 eine Geldstrafe von 5000 Mark. 8 Der Dieb im Gartenhäuschen. Aus dem Gartenhäus⸗ chen des Bürgermeisters von Homberg wurden in der Nacht vom 10. auf 11. Juli 1922 10 Eier und ein Paar Schnürschuhe entwendet. Der Verdacht lenkte sich auf den Zimmermann Conr. Dörr von Deckenbach. Er verbüßte gerade um die fragliche Zeit eine Strafe in dem Gefängnis in Homberg und war wiederholt in dem Garten des Bürgermeisters beschäftigt worden. An dem Abend des 10. Juli entsprang er bei der Außenarbeit. Als er wieder ergriffen wurde, wurden seine Stiefeln mit den Abdrücken auf dem Blumenbeet im Garten verglichen; sie stimmten genau überein. D. leugnet die Tat. Vom Schöffengricht wurde er freigesprochen. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft verurteilte die Strafkummer D. wegen einfachen Dießstahls zu 3 Monaten Gefängnis, indem sie als erwiesen ansah, daß er nur allein als Täter in Frage komme, nahm aber an. daß D. ursprünglich nur in dem Gartenhäuschen habe nächtigen wollen und e Verlassen des Häuschens die Eier und die Schuhe mitgehen i Eine Butterhamsterin aus Frankfurt hatte im Januar d. J. in der Gegend von Homberg 10 Pfund Butter aufgekauft. Sie wurde zur Anzeige gebracht, weil sie zum Aufkauf keine Erlaubnis als Händlerin hatte. Die Frau behauptet, die Butter nur für eigenen — großen— Haushalt auf Vorrat aufgekauft zu haben, da damals in Frankfurt die Fettpreise höher als die Butterpreise in der Hom⸗ berger Gegend gewesen seien. Das Schöffengericht hatte den Angaben der Frau keinen Glauben geschenkt und sie in 10 000 Mk. Gelostrafe genommen. Die Strafkammer konnte sich den Einwendungen der Frau nicht verschließen und sprach sie frei. In Zwangshaft wegen Eibesverweigerung ge⸗ nommen wurde der Bergmann Carl Cl. von Wieseck, weil er in einer Strafsache in der heutigen Hauptverhandlung die Leistung des Zeugeneides verweigerte. Einen Grund zur Verweigerung gab er nicht an. Zuerst war er wegen seiner Weigerung in eine Geld⸗ strafe von 50000 Mark eventl. 10 Tage Haft genommen wor⸗ den. Da er aber trotz eindringlicher Belehrung und ohne Angabe von Gründen bei seiner Weigerung verbleibt, wurde er schließlich in Haft genommen. 2 7 L en 5 Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung. Marburger Schlichtungsausschuß. Der Gemeinde⸗ und Staatsarbeiterverband klagte gegen die Stadt Rosenthal wegen der fristlosen Entlassung seines als Bauaufseher beschäftigten Mitgliedes. Der Bürger⸗ meister bestritt, daß die Entlassung wegen der gewerkschaftlichen Tätigkeit erfolgt sei, sondern die Tochter habe sich Unredlichkeiten gzuschulden kommen lassen und das könne die Stadtverwaltung nicht dulden. Es ergab sich, daß die Tochter in ihrem Garten eine fremde Ente totgeworfen und die Ente in den eigenen Brattopf 18. irg. f= 9905. ten gewußt habe gedachten Himme bra 9 0 0 5 Schiebsspruch den Einspruch gegen die Entlassung flüür Wind der Bauaufseher nicht weiterbeschäftigt, so hat di Rosenthal, fünf Zwölftel des Jahresverdienstes zu zahle, alßerdem als selbstverständlich fü a die Ausführungskommission in 1 8775 1 Schiedsspruch. Für die Tapezierer kam es vor dem Vergleich: in ersten Gehilsenfahr sollen ab 2. Jun N 700, im zweiten 1000 und im dritten 1200, nach dem dr hilsenjahr e! Für 15 0. 2 5 2 sestgelegt, wonach für die ersten drei f e border ellen.— ie Mebellarbeizer deangragten 200 P höhung ihrer jetzt 1645 Mk. betragenden Löhne Die 9 Mk. mit dem Himweis aurf die wiedrigeren Kassel, welche die Kunkurrens erschwerten.(Beim Bau des amts in Marburg hatten Kasseler Unternehmer in niedrigeren Löhme ein geringeres Angebot machen 0 Marburger.) Der Schiedsipruch lautete auf 200 Mk. füt di Lohnwoche im Juni und auf 2750 Mk. für die zweite Lahme Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 11. Juni. Frankfurter Get markt. Bei ruhiger Geschäfts lage steigen die er wurden bezahlt für ie 100 8 Weizen Mk. Roggen Mk. 240—250 000, Gerste Mk. 200210 000, ländischer Mk. 170—210 000. Mals—.—,. 440—500 000, Roggenmehl Mk. 325340 000, Kleie M 115 000, Erbsen Mk. 300—350 000, Hen Mk. 7580 000, Mk. 70—80 000.. — * lihe 500 600 Mk.; Kälber: feinf mittlere Qualität 550600 000 Mk., 540 000 Mk.; Schafe: 360.520 000 Mk.: 80 Kilo Mk. 720740 000, von 80100 von 100—120 Kilo Mk. 760— 770 000, über 770 000 Mek. Jufolge der hohen Viehpreise stieg n a der Preis für Fleisch enorm. Es kosten ab heute e Mk. 12—12 500, Schinkenwurst Mk. 14 400, Hausmacher W Mk. 13 200, Fleischwurst Mk. 13 200, Leberwurst Mk. 9600. Darmstadt, 11. Juni. Der Mord in der Pa wiesenstraße hat seine Aufklärung noch nicht erfahren Untersuchung wird scharf durchgeführt. Eine Person wurde 88 ob sich aber daraus näheres ergibt, muß dahing een,. Gro 11. Französische Warnu b⸗Grau, Juni. Franz Große Anschläge geben hier und in den der Bevölkernmm bekannt. bei Nichte behaltlich weiterer Aufsicht gestellt werden. holzt werden. 0 Großfeuer. In der Mlihle zu Niedenstein bei Kassel brach in letzten Nächte vermutlich durch Kurzschluß Großfeuer aus, Mühle und die in ihr lagernden Getreidevorräte vernicht Brandschaden wird auf mehr als 70 Millionen Mark g Bruder seiniges ausgerückt. Zwei junge Burschen von Dillenburg und dem bene Mandeln, sind, um einer Freiheitsstrafe zu entgehen, zu zosen ausgerückt. Aus dem besetzten Gebiet ist nun von Gesellen ein Brief ohne Ortsangabe zugeslogen, in dem 2 folgendermaßen heißt:.. ich schlaffe jetzt in ein Bet das ist und ein Sofa und ich zuraugen ziehkaren und Tapak. Ich ha Schude 60 Tausend Mark und Freihes Luschjeh und Kleider schuhe, Essen vrei. Ich bin Ferdebursche bei Oberleutnant. Ich es kuth ser ser kuth... den die bollezei kan mier niekz mer w es ist forber den dicsse Kwal hat ein ende kenomen es is forbel. von———— Ardresse unbekand. Eine Sparkasse um 40 Millionen Mark betrogen. Die Sparkasse des Mansfelder Seckreises in Eisleben m burch zwei Schwindler um 40 Millionen Mark geschädigt. Ihr we telephonssch mitgeteilt, daß die Schraplauer Kalkwerke fü zahlungen auf Schecks 40 Millionen Mark in verschiedenen abholen lassen würden. Bald danach erschien auch der angeb 1 der Gesellschaft mit dem Scheck und erhielt anstandslos das Ge Erst später merkte man, daß der Scheck gefälscht war. „Nur“ 90 Millionen. Die Kölnische Zeklung berichtet: Ein bei einer Kölner schäftig gewesener 19jähriger Banklehrling hakte innerhalb Monate durch Unterschlagung von Schecks und Bücherfäl 90 Millionen Mark an sich gebracht. Mit den erschwindelten wurden große Festgelage abgehalten. Nachdem der letzte S Höhe von 50 Millionen Mark abgehoben war, fuhr der ju in Begleitung auf Reisen. Die Reisenden wurden in Be sestgenommen. Der Bank konnten vier Fünftel der veruntt träge zurückerstattet werden. 170 Schiffsnachrichten der Hamburg⸗Amerika⸗Linie. Hamburg⸗ Nordamerika. Nach Newy Mount Clintton 19. 6., D. Westphalia 21. 6., D. Resolute D. Mount Cley 28. 6., D. Albert Ballin 5. 7. Nach Ne Boston, Baltimore, Norfolk: D. Fürst Bi dach Philadelphia, Baltimore, Norfolk: 29. 6. Westküste Nordamerika: D. Sachsen 2 Hamburg⸗Cuba⸗ Mexiko: D. Holsalia 11. 7., D. wald 27. 6. Hamburg⸗Westindien: D. Eupa D. Denderah 22. 6. Hamburg⸗ Südamerika:; de Janeiro und Buenos Aires: D. Rugia 16. 6. Nach? Buenos Aires und Rosario: D. Kellerwald 27. 6. buco(ev. Bahia, Viktoria), Rio de Janeiro und Santos: 6. 7. Nach Rio de Janeiro und Buenos Aires: D. Gal Ham beurg⸗Ostassien: D. Ludwigshafen 16. Logon 27. 6., D. Oldenburg 7. 7.(Mitgeteilt durch der Hamburg⸗Amerika Linie S. Loeb, Gteßen.) Dollarstand Dienstag mittag 12 Uhr: ca. 80 00 9—— und niederschlesische Steinkohlenrevler 5 9 8 1 wurde be ice Wde scan Jodl dungen die 5 6 Abele zugelegt werden. 65 8 00 3 aschultalich 17 300 Mark je Schi een statt. wöorigen Reviere finden noch besondere e e e e e ee e e e ee d deen e f gesbellungskosten hinguszuwerfen. mittel weit unter den Selbst⸗ So gehe nicht nur der den stsleuten entstandene und von der All* 572 b e 1 gemeinheit. machende Schaden in die Milliarden, sondern 155 i Wee e ssenschaften, also die Verbraucher selbst, hätt 5 12 Mark dabei eingebüßt. Das Wagen ge ene 2 en 2 ae 9 Hunderte von Verwundeten hab und Gut, Verschl i f ber ess knappen Leben zmittelvorrüte A h ge Se ergänzt und eine neue, höheren Dollarkurs entsprechende Teurungswelle herbeiführen werden. Die Leidtragenden dieser neuen Teuerungswelle würden diejenigen sein, die bei dem großen f 3 das Nachsehen hatten, und das sei der größte Teil der ölkerung, ganz besonders aber die Armen und Aermsten die Invaliden, Kleinrentner und Witwen. Den Nutzen. davon hätte die Großindustrie gehabt, der für einige Tage die Sorge um ihre Arbeiterschaft und ihrer Entlohnung genommen wurde, und bie fremden Gewalthaber, die ihre kühnsten Träume reifen jahen. —— Deutscher Reichstag. . 8 Berlin, 11. Jumi. f zweiten Lesung des Knappschaftsgesetzes verlangte Abg. Jan check(Sz), das Geset en n e 1005 0 Abg. Im busch(tr.) bedauert, daß das Gesetz nicht Wünsche erfülle: aber grundsätzlich sei es doch ein Fortschritt und die Grundlage für eine jahrzehntelange friedliche Zusammen⸗ arbeit. Nachdem noch Abg. Winnefeld(D. Vp.) dem Gesetz⸗ e—* 5 19 die Einführung 6 ö ung als einen wesentlichen itt begrüßt, wurde die Fortsetzung der Beratung vertugt. ortschritt begrüßt, Hessischer Landtag. Darmstadt, 11. Juni. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 2.15 Uhr. 0 Vor Eintritt in die Weiterberatung des Hauptvoranschlags wird zunächst die Regierungs vorlage über die Verbesserung der Wasser⸗ und Bodenverhältnisse im Ried 0 raten. Als Berichterstatter gibt Abg. Dr. Dehlinger(Bbd.) einen Ueberblick über die bisherigen Bemühungen um die Ver⸗ erung des Riedbodens und setzt sich dafür ein, daß die bisherigen nithungen im weitestgehenden Maße fortgesetzt werden. Ein hart⸗ näckiger fast jahrzehntelanger Widerstand der Landwirtschaft gegen die Verbesserungsversuche hat bisher unermeßliche Schäden herbei⸗ geführt. Der Redner wandte sich daher schließlich an die Regierung und bat um durchgreifende Maßnahmen. Die nunmehr geplante Bodenverbesserung des Rieds kann nur in Verbindung mit der Feld⸗ bereinigung mit Erfolg durchgeführt werden. Dem hat die Re⸗ gierungsvorlage vollauf Rechnung getragen. Die Feldbereinigung wird von Amts wegen durchgeführt werden um dem Widerstand der auch heute noch Unbelehrbaren zu begegnen. Eine größere Kul⸗ turaufgabe als diese ist bisher in Hessen noch nicht durchgeführt worden. g 5 Minister Raab: Der Abg. Dehlinger hat hier die Ursachen der Regierungsvorlage über die Bodenverbesserung des Rieds dar⸗ gelegt, er hat die Notwendigkeit dieser Vorlage zwingend dargetan. 05 erübrigt sich daher für mich, weiter darauf einzugehen, zumal ich — als Mitglied der Regierung der Auffassung bin, daß bei einer bdderartigen großen Kulturaufgabe nicht mit allzuviel Worten, viel⸗ 1275 mit der Tat vorzugehen ist. Ich bitte, daher die Vorlage mög⸗ lichst einmütig anzunehmen. 1 Das Gesetz wird darauf gmäß den Beschlüssen des Ausschusses 1 lin beiden Lesungen einstimmig angenommen. n e Hierauf wird mit der Beratung des Hauptvoranschlags , dportgefahren. f ba Zu Kap. 100(Ministerium der Justiz) betont 1.%%% Abg. Schreiber(Dem.): Ess gilt endlich einmal, den An⸗ 5 fsfsprüc 1 ber Mag und Willkür wider die Grundsätze und Forde⸗ mant. ö ngen des Rechts entgegenzutreten. Viel stärker als bisher muß der urch die Pflege der Rechtsidee den Glauben an das Recht Volle 1 1 5 1 88 8 Die Beratung des Justizetats darf nicht vorübergehen, ohne daß Protest erhoben wird gegen die Maskerade, die sich im Bereich des besetzten Gebietes und insbesondere auch stheinhessens unter dem Namen französischer Kriegsgerichte breit⸗ Der Münchener Hochverrats⸗Prozeß. Täglich neue Enthüllungen. Die Erklärungen des Ministers Schweyer zu der Nichtverhaf⸗ tung des Richert im Landtag bedürsen aus prozessualen, vor allem aber aus politischen Gründen, einer Stellungnahme. Der Minister stellte fest: 1. Es ist unwahr, daß die Verhaftung des Richert aus innerpolitischen Gründen nicht durchgeführt ist. 2. Die tatsäch⸗ lichen Unterlagen waren am 20. Februar noch mangelhaft. 3. Das ganze Belastungsmaterial war noch in den Händen eines Dritten. 4. Der Aufenthalt des Richert stand keineswegs fest. Der ersten Behauptung Schweyers steht die eidliche Aus⸗ 1251 des Zeugen MWajor Mayr gegenüber, wonach Kautter als eilnehmer der Besprechung bei Schweyer dem Zeugen Mayr er⸗ klärt hat, Schweyer habe tatsächl ich angedeutet, daß aus inner⸗ politischen Gründen die Verhaftung des Richert zunäch st nicht stattfinden solle. 9 Vernehmung des Zeugen Kautter soll diese Woche erfolgen. Zu Punkt 2 ist festzustellen, daß nach dem bisherigen Ergebnis des Prozesses die Unterlagen am 20. Februar in keiner Weise mangelhaft waren, sondern daß im Gegenteil aus weiteren beeideten Zeugenaussagen hervorgeht, daß das Material, wie es dem Minister Schweyer am 20. Februar vorgelegt wurde, schon damals genau so lückenlos war wie es heute ist. Zu Punkt 3: Das ganze Belastungsmaterial befand sich in den Händen des Leutnants Friedmann, des Geschäftsführers des bayerischen Ordnungsblocks, dem ja Schweyer sehr nahe steht der Besprechung mit und dessen Vorsitzender, Hofrat Pixis, bei Schweyer anwesend war. Warum wurde Friedmann nicht sofort zum Minister gerufen? Sollte Schweyer aber mit dem„Dritten“ Major Mayr gemeint haben, so ist dieselbe Frage berechtigt. Denn Mayr hat unter Eid bekundet, daß er nach der Verschwörersitzung am 20. Februar die darauf folgenden 36 Stunden ununterbrochen in seiner Wohnung zugebracht hat in der Erwartung, daß ihn die Polizei doch ganz bestimmt rufen werde. Zu Punkt 4: Schweyer und Poltzeiprästdent Nortz waren dawon unterrichtet, daß die Verschwörersitzung abends 8 Uhr stattfinden werde. Es wäre ein Leichtes gewesen, die Wohnung des Machhaus ausfindig zu machen, wo diese Sitzung tatsächlich abgehalten wurde und wo auch, wie sich später heraus⸗ stellte, Richert sich bis gegen früh 5 Uhr des kommenden Tages auf⸗ gehalten hat. Zur Aufklärung dieser ganzen Angelegenheit ordnete das Ge⸗ richt am Samstag, dem sechsten Verhandlungstag des Machhaus⸗ Prozesses, die nochmalige Ladung des Zeugen Hofrat Pixis an, der am 20. Februar zusammen mit Kautter beim Minister Schweyer war. Unter Eid schilderte dieser den Vorgang in folgender Weise: Am Vormittag des 20. Februar hielt Kautter die Situation fte o außerordentlich kritisch, daß ihm eine sofortige Ver⸗ tändigung der Behörden notwendig erschien. Er bat mich, ihn zu Minister Schweyer zu begleiten. Wir gingen um 4 Uhr nachmittags zu Schweyer, wo Kautter an Hand eines schriftlich nie gelegten Protokolls dem Minister den ganzen Sachverhalt geschildert hatte und dannn anschließend noch seine persönliche Auffassung auseinandersetzte. Kautter gab dabei eine solche Menge er⸗ drückender Einzelheiten wieder, daß Schweyer jedenfalls von dem Ernst der Situation vollständig überzeugt sein mußte. Kautter sagte zum Schluß, daß er selbst und seine Mitarbeiter die weitere Entwicklung dieser Dinge nicht mehr auf ihre Verant⸗ wortung nehmen könnten; sie überließen nun die Entscheidung den Behörden. Er stelle nur die eine Bedingung, daß restlos zugegriffen 1 und daß nicht durch halbe Maßnahmen irgend eine Verschleie rung ermöglicht werde. Schweyer war im höchsten Maße er⸗ staunt und in großer Erregung. Er erklärte, daß ihm ähnliche Zusammenhänge zwischen Fuchs und Kühles bekannt ge⸗ wesen seien, andere Namen dagegen nicht. Nunmehr äußerte Kautter, er sei in der Lage, 5 dem Minister die ganze Verschwörergesellschaft noch heute abend ans Messer zu liefern. Schweyer bestellte daraufhin die beiden Herren nochmals auf 7 Uhr zu sich, um inzwischen den Polizeipräsidenten Nortz ver⸗ ständigen. Bei dieser zweiten Unterredung um 7 Uhr war Schweyer schon zurückhaltender, und Nortz erweckte den Eindruck, daß er die ganze Angelegenheit überhaupt nicht für ern st nehme. Ich hatte deswegen auch eine Auseinandersetzung mit Nortz, weil dieser sagte, die Sache wäre doch wohl nicht so schlimm und am Ende aufgebauscht. Er hätte doch andernfalls etwas von seinen Kriminalorganen erfahren müssen. Ich gewann den Eindruck, daß Schweyer und Nortz die Sache nicht für so dringend hielten und ste erst noch näher untersuchen wollten. Wegen der Per⸗ son des Richert sagte der Polizeipräsident ausdrücklich, daß man den Franzosen bei späterer Gelegenheit wieder nach München herüber⸗ locken und ihn dann festnehmen werde. Da Kautter selbst nicht wußte, wo die Verschwörersitzung stattfinden werde, gab der Poli⸗ zetprästdent Auftrag, daß Kriminalbeamte später mit ihm zu⸗ sammentreffen sollten, um ihn dorthin zu begleiten. Die Herren verfehlten sich aber.“ Auf Befragen äußerte der Zeuge Pixis dann, er könne sich wohl vorstellen, daß Schweyer aus außenpolftischen nicht aus innerpolitischen Gründen eine sofortige Verhaftung des Richert für unzweckmäßig gehalten habe. Jedenfalls habe er aber den Eindruck gehabt, daß Schweyer die Nichtverhaftung nur aus sach⸗ lichen Gründen durchgeführt habe. Der Vorsitzende des Gerichts schloß diese Episode mit der Bemerkung: „Daß dieser raffinierte Franzose nicht mehr herüberkommen würde, war doch klar!“ Ueber die Person des Richert wußte übrigens heute ein Zeuge namens Fontaine, der längere Zeit Redakteur im geb iet gewesen ist, einiges zu erzählen. Richert sei eine im rgebiet allgemein bekannte Persönlichkeit, ohne daß man aber über seine tatsächliche Stellung und die Rolle, die er spiele, genau informiert gewesen sei. Er bewohne seit dem Einmarsch der Franzosen ins Saargebiet ä eine Villa in Saarbrücken (Trillerweg 20), set äußerlich Privatmann, werde aber mit dem Titel„Kommandant“ angesprochen und verkehre sehr viel in der Regierung des Saargebiets. Ziemlich sicher aber wäre, daß Richert Chef der französischen Propaganda im Saar⸗ gebiet sei, die den Zweck habe, das Saargebiet dauernd an Frank⸗ reich anzugliedern. Und einen solchen Mann läßt Herr Minister Schweyer ent⸗ wischen! .— macht. Die Strafprozeßreform ist im allgemeinen zu begrüßen; aber die Novelle, die die Tätigkeit des Schöffengerichtes wesentlich be⸗ schränken will, scheint mir ein Rückschritt zu sein. Das verfassungs⸗ mäßig gewahrte Recht der Frau auf das Amt des Richters muß mn auch in Hessen in die Erscheinung treten. Die Kenntnis der Rechts⸗ grundsätze muß schon soweit wie möglich, in der Schule vermittelt werden. Die Grundsckze des Völkerrechts müssen allgemein bekannter werden Dafür kann im Examen mancher alte Plunder wegfallen. Alle heute geltenden Gesetzesbestimmungen müssen vom Justizministe⸗ rium endlich einmal zusamemngestellt werden, damit wenigstens der Richter in der Lage ist, sich rasch, gründlich und zuverlässig zu orien⸗ tieren. Der Redner erörtert dann die Fragen der Geldhinterlegungen und wertbeständigen Hypotheken. Vielmehr als bisher muß über⸗ haupt in der Rechtsprechung die Geldentwertung berücksichtigt wer⸗ den. Die gesamten Betriebsverhältnisse der Justiz müßten modern umgestellt werden, die Kassenverhältnisse vorab wie auch die Zu⸗ stände bei den Bibliotheken. Die Regierung möge sich fir eine baldige Verabschiedung der Strafrechtsreform einsetzen. Duellvergehen müssen der Körperverletzung gleichgestellt werden. Die Entscheidung über Be⸗ gnadigungen gehört in die Hände des Richters, nicht des Justia⸗ ministeriums. Ausführungsbestimmungen zu dem Jugendgerichtsgesetz sind bis⸗ her in Hessen nicht erschienen; es wäre aber sehr an der Zeit dazu, denn das Gesetz tritt am 1. Juli in Kraft. Die„Ochsentour“ bei der Besetzung von gehobenen Richterstellen muß aufgegeben werden. Das Mißtrauen weiter Volkskreise gegen die Rechtsprechuna hat leider ein gut Teil Berechtigung. Dieses Mißtrauen wird noch be⸗ rechtigter, wenn Staats⸗ und Amtsanwälte, wie das hier geschieht, Abzeichen verbotener Verbände und Vereinigungen tragen. Der Be⸗ griff des öffentlichen Interesses wird oft recht eigentümlich gedeutet. Eine Aeußerung, wie sie der Vorsitzende Rüster des Gerichts, das mit der Entschädigungs⸗Angelogenheit des früheren Großherzogs befaßt war, gegenüber dem Justizministerium tat, würde in anderen Ländern wohl zu einem Disziplinarverfahren geführt haben. Der Redner kritisiert dann noch eine ganze Reihe von Mißständen bei den Gerichten und setze sich für den Rechtsanwaltsstond ein. Wenn sich das Vertrauen des Voltes zur Justiz wieder eirstellen soll, dann müssen Recht und Rechtsprechung sich decken. l Abg. Nuß(Ztr.) brachte eine Anzahl Mängel zur Sprache und veschäftigte sich eingehend mit der Haltung des Oberlandgerichtes Darmstadt bei der Klage des früheren Großherzogs, die auch Abg. Schreiber einer Kritik unterzogen hatte. Den beiden Rednern trat Abg. Dr. Osann entgegen, der das Oberlandesgericht in allen Punkten in Schutz nahm. Seine übrigen Ausfiihrungen waren im großen und ganzen eine Anerkennung der hessischen Rechtspflege und des Ministeriums der Justigz. Ein Antrag der Sozialdemokraten fordert die Vorlage eines Gesetzes, das dem fruheren Großherzog die Verwendung der ihm vom Staate zufließenden Gelder zu hochverräterischen Zwecken un⸗ möglich machen soll. Nächste Sitzung Mittwoch vorm. 9 Uhr. Schluß 6.10 Uhr. Dienstag finden nur Fraktionssitzungen statt. 5 Bezirkssekretariat d. per. soziald. Partei Hesens An die Ortsvereine! Werte Genossen! Mit Rücksicht auf die eingetretene Geldent⸗ wertung und die damit verbundenen erhöhten Ausgaben für Ge⸗ hälter und die Verwaltung ersuchen wir die Ortsvereine, umgehend Abschlagszahlungen für den Monat Mai an die Bezirkskasse einzu⸗ schichen und damit nicht bis zur Einsendung der Quartalsab⸗ rechnung zu warten. Die Vorsitzenden und Kassierer der Ortsver⸗ eine werden ersucht, sosort die Ueberweisung zu veranlassen. Mit Parteigruß W. Widmann, Bezirkssekretär. . Fespilhar Babhnhofftraße 34. Von Montaa bis einschliesilich Freitag: Friederitus Re 3. Teil Ferner: Er und sein Auto. Großes, berühmtes Orchester. öl Kopfläuse 1. d cfentl. Mieter⸗ ae Versammlung Donnerstag, 14. Juni, abends 8 Uhr, im Kath. Vereinshaus. Rechtsauwalt Homberger Postbetriebösckretir F. Mohr. 22 der diesjährigen Heu⸗ gutes Hen zu kaufen gesucht. Ziegenzuchtverein Clafeld- Geisweid. Mielszusehläge Referenten: jermit nehme ich die be⸗ leidigenden Worte, die ich Fräul. Luise Schmidt gegenüber gebraucht habe, zu rück. Bieber, 8. Juni 1923. ebaulerlgungen Toll Polstermäbeln sowie alle Repara- turen an solchen l. dle Tapezierarbeiten werden ausgeführt Jol Franz Bock Liebigstr. 93. 443 eee Stadttheater Donnerstag, 14. Juni, von 7 bis 9/ Uhr Wie kriege ich bestimmt Erdal d Wie käusche ich mich nie d Verlange Erdal mit dem f Zur Deckung der bedeutende u unkosten Mr. 100 r 3 Aastspiel 1 1 i„ur De endes en Mk. 100 ran N ö len beten Reit und er. Der Worsland des Kurhaustheaters g 1 frischt vorzüglich die Kopf⸗„fn. Bad-Nauheim 1 6 305 Ech 2 5 ben bei 5 77 Eine Neuheit! 1 Schuppen, Zu ba g 1 eee J I N 7 l Waal ee, Bekanntmachung. lallsddlenl: Aelde 1 oi f f i f öffuet: d eine albes Herz. eee una beta Ian und Piel,]! as Voltsbad is von jetzt ab geöffüct: 5 ö „ offeriere U 8 1 8 Lustspiel in 3 Akten v doe au Ausser s f Mittwoch, Beru e Freitag und else 1 Häder 1 ge. 1 ligen Freisen Uupler U 1 den 9. J 111 5 Vorverkauf an der Tages 1 P Mono zahlt die böchsten Preise Kuhn, e n zu berkaufen. 2 bat Aide u. 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