Oberse 6 Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nach bargebiete. naution: Gießen Bahubofstraße 23 Ferusptechet 2008. kozeitung Frpebitien: Sleßer Bahnhofstraße 23 Fetusprecher 2008. ie Oberh. Volksseitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. 27 Abonnementspreis mik den Beilagen, Das Blatt der Frau und„Land⸗ swirtschaftliche Beilage, beträgt monatlich 780.— Mk. einschl. Bringerlohn. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. Der Angeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 um breit) oder deren Raum lokal 7.— Mt, auswärts 10— Mt., die Retlamemillimeterzeilg 30.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ Durch die Post bezogen 780.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 80.— Mk, Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. i— 6 Nr. 9 Gießen, Freitag, den 12. Januar 1923 18. Jahrgang Die Vergewaltigung Jeutschlands. Abbruch der diplamatischen Beziehungen. Die amtliche Bekanntgabe der Nuhrbesetzung Zwischen Krieg und Frieden. Durch den vertragswidrigen Einmarsch der Franzosen in das Ruhrrevier und die Erklärung der deutschen Re- gierung, sich widerrechtlichen Zwang nicht beugen zu wollen, ist eine völkerrechtliche Lage entstanden, die in der Geschichte ihresgleichen nicht findet. Der Zustand, in dem sich die beiden Staaten einander gegenüber befinden, kann weder als ein Friedenszustand, noch als ein Kriegszustand be— zeichnet werden. Deutschland hätte sich— darüber muß man sich klar sein— den Einmarsch nicht widerstandslos gefallen lassen, wenn es nicht entwaffnet wäre. Bisher galt es immer noch als die Pflicht eines jeden Staates, nicht bloß sich selbst, sondern der Staatengesamtheit gegenüber sein Gebiet gegen widerrechtlichen Angriff zu schützen. Ob Deutschland, wenn es bewaffnet gewesen wäre, seine Zuflucht zu neuen Methoden der Politik genommen und auf gewaltsamen Widerstand ver⸗ zichtet hätte, kann ruhig dahingestellt bleiben. Die Tatsache, daß Deutschland entwaffnet und zu physischem Widerstand unfähig ist, macht jeden Streit darüber gegenstandslos. Auf der andern Seite ist es aber ebenso selbstverständlich, daß Deutschland nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet ist, sein Recht mit den ihm gebliebenen Mitteln zu ver⸗ fechten. Die Vertragswidrigkeit des französischen Vorgehens steht außerhalb jeden Zweifels. Es muß aber beachtet wer⸗ den, daß zum Beweis dieser Vertragswidrigkeit verschiedene Theorien angewendet worden sind. Nach der deutschen Auf- fassung, die auch von der deutschen Sozialdemokratie stets mit größtem Nachdruck vertreten worden ist, besitzt nicht nur nicht Frankreich, sondern auch nicht die Entente als solche das Recht, zu militärischen Maßregeln zu greifen, die auf das bisher unbesetzte Gebiet hinzielen. Diese deutsche Theorie verweist mit vollem Recht darauf, daß der be⸗ rüchtigte 8 18 zu Anlage 2 des Art. 244 auf keinen Fall militärische Maßnahmen im Auge haben kann, wenn er sagt, im Fall einer vorsätzlichen Verfehlung Deutschlands seien die alliierten und assoziierten Regierungen berechtigt zu „wirtschaftlichen und finanziellen Sperr- und Vergeltungs⸗ maßregeln, überhaupt solchen Maßnahmen, welche die ge— nannten Regierungen als durch die Umstände geboten er⸗ achten.“ Erstens ist es unsinnig, anzunehmen, daß mit den „überhaupt solche Maßnahmen“, die nebenbei erwähnt wer⸗ den und die Deutschland nicht als feindliche Handlungen be— trachten darf, militärische Maßnahmen gemeint sein können, offenbar ist dabei vielmehr an ähnliche Maßnahmen, wie wirtschaftliche und finanzielle Sperr⸗ und Vergeltungsmaß⸗ regeln gedacht worden. Zweitens aber und hauptsächlich würde der§ 18 andernfalls in offenem Widerspruch stehen zu Teil 14 des Vertrags, wonach zur Sicherheit für seine Ausführung die deutschen Gebiete westlich des Rheins durch die Truppen der alliierten und assoziierten Mächte besetzt werden. Diese besetzten Gebiete sollen in Abschnitt von drei⸗ mal fünf Jahren abschnittweise geräumt werden; sie sollen aber länger besetzt bleiben können oder nach der Räumung wieder besetzt werden können, wenn Deutschland seinen Ver⸗ pflichtungen nicht nachkommt. Daraus geht klar hervor, daß nur das Gebiet westlich des Rheins als Okkupationspfand in Aussicht genommen ist und daß sich das Nehmen weiterer Okkupationspfänder mit dem Vertrag nicht verträgt. Es muß aber beachtet werden, daß England sich dieser zweifellos richtigen deutschen Theorie nicht angeschlossen hat. England hat das Londoner Ultimatum vom Mai 1921 mit⸗ gemacht, das Deutschland mit der Besetzung des Ruhr— reviers, also einer zweifellos vertragswidrigen Maßregel, bedrohte. England hat auch aus politischen Gründen zur Besetzung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort seinen Segen gegeben, obwohl diese ebenso vertragswidrig ist wie die Besetzung des Ruhrreviers. Nur aus einem zweiten anderen Gesichtspunkt stimmen Deutschland und England in der Betrachtung der Rechts- lage überein, nämlich darin, daß sie erklaren, der 8 18 gebe auf keinen Fall den einzelnen Regierungen das Recht zu eigenmächtigem Vorgehen, vielmehr seien nur gemeinsame Maßregeln der Alliierten zulässig. Hier handelt es sich geradezu nur um eine Selbstverständlichkeit. Hätte Frank- reich das Recht, auf eigene Faust nach Deutschland einzu- marschieren, so hätten die andern Vertragsteilnehmer das gleiche Recht. Die Engländer z. B. könnten über Hamburg Schrittweiser Raubzug. Amtlich wird bekanntgegeben: Der französische Bot⸗ schafter und der belgische Geschäftsträger haben heute dem Reichsminister des Auswärtigen gleichlautende Noten übergeben, deren Wortlaut im folgenden wieder⸗ gegeben ist: Auf Grund der von der Reparationskommission festgestellten, von Deutschland begangenen Nichterfüllungen in Ausführung der Programme der Reparationskommission hinsichtlich der Lieferun⸗ gen von Holz und Kohle an Frankreich und gemäß den Bestim⸗ mungen der Paragraphen 17 und 18 Anlage 2 zu Teil 8 des Ver⸗ trages von Versailles hat die französische Negierung beschlossen, eine aus Ingenieuren bestehende und mit den erforderlichen Voll⸗ machten zur Beaussichtigung der Tätigkeit des Kohlensyndikats ver⸗ sehene Kontrollmission ins Ruhrgebiet zu entsen⸗ den, um dadurch die von ihrem Vorsitzenden an dieses Syndikat oder an die deutschen Verkehrsbehörden erteilten Besehle und die strikte Anwendung der von der Reparationskommission festgesetzten Pro⸗ gramme sicherzustellen und alle für die Bezahlung der Reparationen erforderlichen Maßregeln zu ergreifen. Die Vollmachten dieser Mission werden durch die beiliegenden Urkunden bestimmt. Die deutsche Reg ierung wird gebeten, dieselben den beteiligten Behörden zur Kenntnis zu bringen und sie mit den erforderlichen Weisungen zur genauen Befolgung der darin enthaltenen Vor⸗ schriften zu versehen. Die italienische Regierung hat gleich⸗ falls beschlossen, italienische Ingenieure an dieser Mission teilneh⸗ men zu lassen. Die französische Regierung legt Wert darauf, zu erklären, daß sie gegenwärtig nicht daran denkt, zu einer mili⸗ tärischen Operation oder zu einer Besetzung politi⸗ scher Art zu schreiten. Sie entsendet einfach ins Ruhrgebiet eine Mission von Ingenieuren und Beamten, deren Zweck deutlich umschrieben ist. Sie muß dafür sorgen, daß Deutschland die im Vertrag von Versailles enthaltenen Verpflichtungen achtet. Sie läßt im Ruhrgebiet nur die zum Schutze ihrer Mission und zur Sicherstellung der Ausführung ihres Auftrags erforderlichen Trup⸗ pen einrücken. Keine Störung und keine Veränderung im normalen Leben der Bepöllerung wird also erfolgen. Sie kann in Ruhe und Ordnung weiter arbeiten. Die deutsche Regierung hat das größte Interesse an der Erleichterung der Arbeit der Mission und an der Unterbringung der zu ihrem Schutz bestimmten Truppen. Die franzö⸗ sische Regierung rechnet auf den guten Willen der deut⸗ schen Regierung und aller Behörden, welcher Art sie auch seien. Sollten die Maßnahmen der Beamten der Mission und die Unterbringung der sie begleitenden Truppen durch irgendein Manöver behindert oder in Frage gestellt werden, sollten die örtlichen Behörden durch ihre Tätigkeit oder durch ihre Untätigkeit irgendwelche Verwirrung im moteriellen Leben und in der Wirtschaft des Gebietes herbeiführen, so würden alle für erforderlich erachteten Zwangs⸗ oder Strafmaßnahmen unverzüglich er⸗ griffen werden. Die Zurückberufung der deutschen Gesandten aus Paris und Brüssel. Die deutsche Reichsregierung hat infolge der Besetzung des Ruhrgebietes ihre Botschafter in Brüssel und Paris nach Berlin zurückberufen. Die Führung der Geschäfte ist Geschäftsträgern über⸗ tragen worden. Damit sind die Würfel gefallen. Durch den Abbruch der deplomatischen Beziehungen mit den beiden an der Besetzung des Reichsgebiets beteiligten Regierungen weist die Reichsregierung 1 E er nach Deutschland hereinkommen, die Italiener über Bayern, die Tschechoslowaken über Sachsen, die Polen über Schlesien und Westpreußen; sie könnten alle von Deutschland besetzen, was ihnen beliebte und für die Räumung des besetzten Ge— biets beliebige, vielleicht einander gänzlich widersprechende Bedingungen stellen. Dies alles dürste Deutschland nicht als feindliche Handlung betrachten, wenn Frankreich mit seiner geradezu lächerlichen Auslegung des§ 18 recht hätte. Indem England diese abenteuerliche Auslegung des § 18 lebhaft hestreitet, verteidigt es nicht das Recht Deutsch⸗ lands sondern sein eigenes Recht, über die Verhältnisse Europas und die Verteilung der Rohstoffe auf dem Festland mitzubestimmen. Die Gemeinschaft der deutschen und der englischen Rechtsauffassung ergibt sich also aus der zurzeit gleichen Richtung der beiderseitigen Interessen. Auf alle Fälle liegt die Vertragswidrigkeit des fran⸗ zösischen Vorgehens, der offene Friedsbruch Frankreichs, klar zutage. Deutschland wird von dem Recht des Schwachen Gebrauch machen, indem es die Rechtssphäre, die ihm der Vertrag von Versailles gelassen hat, mit allen Mitteln des Rechts verteidigen wird. Da alle Mächte, die den Vertrag von Versailles unterschrieben haben, seine Garanten sind, anklagend die ganze Welt darauf hin, daß der französische Im⸗ perialismus Poincarés den Vertrag von Versailles zertreten hat und sich anschickt, die Naubpolitik eines Ludwig des Vierzehnten und eines Napoleon gegen Deutschland zu erneuern. Es bleibt dabei: Der französische Einmarsch ist ein Gewalt⸗ streich. Die deutschen Behörden und Zirilpersonen sind auf Grund keines Rechtes der Welt verpflichtet, von Leuten, die wider⸗ rechtlich eingedrungen sind, Befehle entgegen zu nehmen, nicht ein⸗ mal auf Grund des Kriegsrechtes, denn der Krieg ist ja nicht er⸗ klärt.— Es handelt sich ja um eine„vollkommen friedliche Aktion“. Wer sich der fremden Gewalt fügt, schützt sich damit vor schlimmeren Gewaltmaßregeln, wer sich ihr nicht fügt, ist voll⸗ kommen in seinem Recht. Wenn ihm dafür auch nur ein Haar krümmt wird, so gibt es keine Regel des Völkerrechts, mit der die Schädigung, die ihm zugefügt wird, gerechtfertigt werden könnte. Das festzustellen ist heute Pflicht eines jeden Friedens freundes, eines jeden Politikers, der die Verständigung mit einem Frank⸗ reich erstrebt, das sich vom Poincarismus befreit hat und mit rechtmäßigen Mitteln seine Interessen vertritt.— Trotzdem wäre es verhängnisvoll und Verrat an unserem gequälten Volke, wollten wir uns trotz der berechtigt tiefen Er- bitterung zu Unbesonnenheiten hinreißen lassen, zu denen ein skrupelloser Nationalismus die deutsche Arbeiterschaft verleiten möchte. Eine eiserne Disziplin des Geistes tut not. Kein größeres Unglück könnte Deutschland widerfahren und Herrn Poincarẽ könnte kein größerer Triumph bereitet werden, als wenn sich die berechtigtigte Erbitterung in zahllosen Gewalttaten gegen Aus⸗ länder— Schuldige oder Unschuldige äußern würde. Jeder Schlag, der einen. Franzosen trifft, ist Herrn Poincars Millionen wert, jeder Schlag aber, der gegen einen anderen Ausländer ge⸗ führt wird, Milliarden. Poincars braucht Leute von der Gegen⸗ seite, die noch größere Dummheiten begehen als er selber. Eine Erklärung des Reichskanzlers. Im auswärtigen Ausschuß des Reichstages berichtete am Mittwoch Dr. Cuno über die politische Lage: Der Kanzler gab einen großen Ueberblick über das, was die Regierung seither unternommen habe. Auf Grund der Novembernote sei sie bestrebt gewesen, sich aktiv an der Lösung des Reparationsproblems zu be⸗ teiligen. Dieser Weg sei begangen worden, weil es sich um das Schicksal Deutschlands handelte, um das von der anderen Seite entschieden werden sollte, und zugleich, weil die Regierung glaubt, daß das Problem nur in gegenseitiger offener Aussprache möglich sei. Dann sei ver⸗ sucht worden, obwohl Deutschland nicht eingeladen war, auf den Konferenzen in London und Paris mit Vorschlägen nicht zu fehlen. Diese hätten sich innerhalb der Leistungsfähigkeit Deutschlands gehalten, weil ihm dazu der Vertrag von Versailles ein Recht ge⸗ geben habe. Alles sei bisher versucht worden, um zu einer offenen Aussprache auch mit Frankreich zu kommen, aber wiederholt habe Poincars wissen lassen, daß er zu direkten Verhandlungen, nichr die Hand böte. Daneben hätten wir uns zugleich an die Konferenz ven London gewandt. Dabei sei man sich klar gewesen, daß der Londoner Vorschlag dahin ergänzt werden mußte, daß insbesondere die deutsche Industrie, Handel, Banken und Landwirtschaft, die vom Ausland immer noch als Träger des deutschen Reichtums angesprochen würden, die Vorschläge in ihrer Ausführung ge⸗ währleisten müßten. Daran sei in ununterbrochener Arbeit in engster Fühlungnahme mit den wirtschaftlichen Kreisen gearbeitet worden. Daneben sei der Versuch, mit Frankreich in unmittelbare wirtschaftliche Verhandlungen zu kommen, fortgesetzt worden. Auch das sei ohne Erfolg ge⸗ blieben. Der Grundgedanke der Vorschläge entspreche der Er⸗ kenntnis, daß Frankreich zur endgültigen Lösung der Reparations⸗ frage unmittelbarer Zahlungen bedürfe und auch auf Zusammen⸗ rr kann sich Deutschland an die Signatarmächte wenden und von ihnen verlangen— fraglich allerdings mit welchem Er⸗ folg— daß sie Deutschland in den wenigen Rechten, die ihm der Vertrag von Versailles noch gelassen hat, schützen. Ebenso ist wegen Bedrohung des Friedens ein Appell an den Völker⸗ bund möglich, den nach einer Nachricht des Vorwärts Schweden planen soll. Auch hier ist der Erfolg zweifelhaft, weil sich der Völkerbund eben nicht nur von rechtlichen. sondern vielmehr von politischen Gesichtspunkten leiten läßt und der französische Einfluß in ihm sehr groß ist. Die französischen militärischen und unmilitärischen Amtspersonen, die vertragswidrig und gewallsam in unbe⸗ setztes deutsches Gebiet eindringen, haben keinen Anspruch auf Schutz oder Unterstützung durch die deutschen Behörden. Da sie aber auf Grund des militärischen Okkupationsrechts, d. h. des Kriegsrechts, zweifellos solche Ansprüche erheben werden, so werden schwere völkerrechtliche Konflikte nicht ausbleiben können. Nur das Bewußtsein, ihr gutes Recht zu verteidigen, wird der Bevölkerung zer widerrechtlich be⸗ setzten Gebiete und dem deutschen Volk überhaupt die Kraft geben können. die Leiden der nächsten Zeit zu Gbersteben. —— 3 ärbelt der beiderseftigen indüstriellen Nräfte Wert lege. Was dle. erste Frage antreffe, sei die von dem Bankkonsortium ausge⸗ sprochene Zahlungsunfähigkeit des deutschen Reiches das einzige Aktivum gewesen. Der deutsche Kredit hätte nur bei einer end⸗ gültigen Lösung der Reparationsfrage angespannt werden können. Wir hatten angeboten, eine feste Summe als Anleihe aufzulegen. die auch, wenn sie als solche nicht realistert wäre, der Entente gegenüber als Anleihe verzinst und amortisiert werden sollte. In bestimmten Zeiten sollten weitere Anleihen aufgelegt werden, die ebenfalls der Repgrationsfrage zugute kommen sollten. Die An⸗ leihen sollten durch die Garantien unserer Industrie sichergestellt werden. Ueber die Anleihe der Sicherungen sei mit dem Anleihe⸗ konsortium zu verhandeln gewesen. Außerdem sollte eine Ver⸗ ständigung mit den fremden Industrien zu gemeinsamer Korpora⸗ tion erfolgen. Der Reichskanzler legte dann dar, warum man diese Pläne nicht durch eine Note der Konferenz von Paris über⸗ We Alle Erfolge unserer Bemühungen gegenüber dem b sbruch hingen davon ab, ob wir die Kraft aufbrächten, wirklich durchzuhalten.. Nachdem dem Kanzler sprachen die Abeordneten Müller⸗ Franken, Bernstorff, Dr. Helfferich, Dr. Stresemann, Dr. Spahn, Koenen und Emminger. — Das Kohlensyndikat hat Essen verlassen! 9 355 Passiver Widerstand. Das Rheinisch⸗Westfälische Kohlensyndikat hat auf Grund eines Beschlusses, an dem u. a. Hugo Stinnes, August Thyssen, Geheimrat Kirdorf usw. teilgenommen haben, seinen Sitz in Essen verlassen und ist nach Hamburg übergesiedelt, um zu verhindern, daß die Franzosen sich der Einrichtungen dieser größten deutschen Kohlenvereinigungsorganisation für ihre Gewaltzwecke bedienen. Die sämtlichen höheren Beamten des Kohlensyndikats haben bereits mit allem Akten⸗ material, Geschäftsbüchern usw. Essen verlassen und sind nach Hamburg abgereist. Ferner beabsichtigen sowohl die führen⸗ den Persönlichkeiten der rheinisch-westfälischen Montanin⸗ dustrie wie auch die leitenden Direktoren und die Chefin⸗ genieure der großen Bergwerks- und Hüttenunternehmungen des Ruhrbezirks, unmittelbar beim Einmarsch der Franzosen in das Ruhrgebiet die von diesen besetzte Zone zu verlassen. Die im Kohlensyndikat sitzenden Vertreter der Bergarbeiter— organisationen haben diesen Maßnahmen zugestimmt. Ferner haben die Kohlenindustriellen beschlossen, das Kohlensyndikat mit Wirkung vom 1. März ganz aufzuheben. Dieser letztere Beschluß verdient scharfen Widerspruch. Gewiß darf das deutsche Volk den Ueberfall auf das Ruhrge⸗ biet nicht geduldig und widerspruchsloas hinnehmen. Im Auslande, auch unter der sozialistischen Arbeiterschaft, würde man solche trostlose Verzweiflung nicht verstehen. Gewalt können wir zwar nicht anwenden und wollen wir als Gegner brutaler Gewalt auch nicht, indessen der passive Widerstaud des Geknechteten muß sich regen. Auf der Linie des passiven Widerstandes liegt auch die Verlegung des Kohlensyndikats von Essen nach Hamburg. Die Sozialdemokratie wird gegen diese Maßnahmen keinen Einspruch erheben, obwohl viel⸗ leicht vorübergehend dadurch gewisse Störungen in der Kohlenversorgung da und dort eintreten können. Die Kon⸗ trolle des Kohlengebietes durch die Entente deutet, daß unsere gesamte Produktion unter die Befehle des franzö⸗ sischen Imperialismus gestellt wird. Man kann uns nicht zumuten, daß wir dazu auch noch aktive Hilfe leisten, indem wir den ganzen Apparat des Kohlensyndikats den fran⸗ zösischen Ingenieuren und Offizieren zur Verfügung stellen. Eine völlige Auflösung des Kohlensyndikots, dieses Organs der Kohlenbewirtschaftung und der Produktionsförderung, der Kohlenkontrolle für den inneren Markt Deutschlands in einem Augenblicke, wo die Kohlenbasis durch die Ruhr⸗ besetzung erneut eingeengt wird, müßte für die deutsche Kohlenversorgung und damit für die Aufrechterhaltung seiner Wirtschaft völlig katastroyhal wirken. Die Unter⸗ nehmer werden hoffentlich genug Verständnis för die Lage haben, um nicht gerade jetzt auf die freie Kohlenwirtschaft mit ihren maßlosen und ungehemmten Preissteigerungen zuzustenern und die Arbeiterschaft zu zwingen, die An⸗ wendung der Gesetze gegen sie zu fordern. 2 N DDD ee eee, eee eee Das Verhalten der Kruppschen Arbeiter. Wie die Telunion erfahren haben will, hat der Betriebs⸗ rat der Kruppschen Werke Dienstag abend nach einer ein⸗ gehenden Besprechung der Lage beschlossen, die Arbeit in den Kruppschen Werken weiterzuführen. Sollten jedoch die Franzosen die vorgesehene Ueberwachungskommission ein⸗ setzen und durch die geplanten Maßnahmen den normalen Gang der Arbeit stören, so wird der Betriebsrat die Parole ausgeben, daß die Arbeit niederzulegen ist. 1 Der Protest der Juternationalen Gewerk⸗ schaftsbundes. Der Verwaltungsrat des Internationalen Gewerkschafts⸗ bundes(Amsterdamer Internationale) hat am 8. und 9. Januar in einer außerordentlichen Sitzung zu der Bedrohung der franzö⸗ schen und belgischen Regierung, das Nuhrgebiet mit Gewalt zu be⸗ setzen, Stellung genommen. Nach ausführlicher Berichterstattung der Genossen Thoma⸗England, Jouhaux⸗ Frankreich und Leipart⸗ Deutschland, beschloß der Verwaltungsrat einen einmütigen Pro⸗ test der Arbefterschaft der Welt gegen jede Politik, die sich auf Ge⸗ waltmittel stützt, herbeizuführen. Der Internationale Gewerk⸗ schaftsbund fordert die Mitgliedschaften in allen Teilen der Welt auf, ungesüumt zu verlangen, daß die Reparationsfrage durch einen Schiedsspeuch des Völ erbundes, nicht aber durch die An⸗ wendung von Mitteln entschieden wird, die nur zum völligen Chaos Europas führen können. Die Mitglieder des Verwal⸗ tungsrats wurden beauftragt, sofort mit ihren Landesorgani⸗ sationen in Verbindung zu treten, um vorzubereiten, daß nach Eingang weiterer Verwalfungsmaßregeln von der Internationale bestimmte Beschlüsse gefaßt werden können. 5 Zurückziehung der amerikanischen Rheinbesatzung. Präsident Harding hat die Zurückziehung der amerikani⸗ schen Truppen vom Rhein angeordnet. 8 Die Zurückziehung der amerikanischen Rheintruppen dürfte, wie der Fr. Ztg. aus London telegraphiert wird, der an sich nicht geringen Neigung wichtiger englischer Kreise zu ähnlichen Schritten neuen Anstoß geben. Dabei ist höchst eachtlich, daß die Befürworter einer isolierten Politik und die Gegner der französischen Politik trotz disparater Motive ein gleiches Resultat anstreben, was um so bedenklicher ist, weil Bonar Laws Doppelspiel auch in Kreisen der Labour Party nicht durchschaut wird. Berliner Beratungen. Für Mittwoch nachmittag hatte die Reichsregierung die Parteiführer zu einer Besprechung in der Reichs⸗ kanzlei geladen. 9 0 Die sozialdemokratischen Parteiführer waren an der Teilnahme verhindert, weil gleichzeitig eine Sitzung der sozialdemokratischen Partei⸗ und Fraktions⸗ vorstände mit den sozialdemokratischen Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses und mit Gewerkschaftsvertretern aus dem Ruhrgebiet stattfand. In einer mehrstündigen Sitzung wurde eingehend über die Lage im Ruhrgebiet und über die Stellung der Partei zu den schwebenden sehr ernsten Fragen gesprochen.* Reichskanzler Dr. Cuno hat die Ministerpräsi⸗ denten der deutschen Länder zu einer Konferenz nach Berlin eingeladen, die am Freitag nachmittag statt⸗ finden und sich mit der durch die Gewaltmaßnahmen Frank⸗ reichs geschaffenen Lage beschäftigen wird. Der Reichstag tritt am Samstag nachmittag 2 Uhr zu seiner ersten Sitzung im neuen Jahre zusammen, in der der Reichskanzler eine Erklärung der Reichsregierung ab⸗ geben wird. Um 10 Uhr vormittags tritt die sozialdemo⸗ kratische Fraktion zu einer Sitzung zusammen. Sobald die Besetzung Essens vollzogen ist, werden der Reichspräsident und der Reichskanzler sich mit einem neuen Aufruf an das ganze deutsche Volk wenden. Aus dem ganzen Lande laufen bei der Reichsregierung, bei den politischen Parteien und den wirtschaftlichen Organisationen Forde⸗ 0 28 9 6 Die Sängerin. 0 Novelle von Wilhelm Hauff. 76 75 Die Sängerin fühlte sich freudig bewegt von diesem Beifall der Menge; ja sie hatte, berauscht von dem Gemur— mel der Glückwünschenden, beinahe vergessen, daß sie noch ein ernsterer Zweck in diesen Saal geführt habe; aber die vier handfester Dominos, die ihren Schritten folgten, die Fragen des Doktors, ob sie der grauen Augen des Chevaliers noch nicht ansichtig geworden, erinnerten, sie immer wieder an ihr Vorhaben. Ihr selbst und dem Doktor war es nicht entgangen, daß ein langer, hagerer Türke(man nannte in B. sein Kostüm den Ali Bassa) sich immer in ihre Nähe dränge; und so oft der Strom der Masken ihn wegriß, immer war er ihnen wieder zur Seite. Die Sängerin stieß den Doktor an und winkte mit den Augen nach dem Pascha hin. Er erwiderte ihren Wink und sagte:„Ich habe ihn schon lange bemerkt.“ Der Pascha näherte sich mit unge⸗ wissen Schritten; die Sängerin klommerte sich fester an Langes Arm; er war jetzt ganz nahe— starre, graue Aeug⸗ lein guckten aus der Maske, und eine hohle Stimme sprach zu ihr:„Es freut mich unendlich, wertgeschätzte Mamsell, Sie in so erwünschtem Wohlsein zu sehen.“ Die Sängerin wandte sich erschreckt ab und schien zu zittern; auch die Maske fuhr bei diesem Anblick bebend zurück und verschwand unter der Menge.„Ist er es?“ rief der Medizinalrat. „Fassen Sie sich doch; es gilt hier, ruhig und mit Umsicht zu handeln; glauben Sie, er ist es?“—„Noch weiß ich es nicht gewiß“ entgegnete sie;„aber ich glaube, seine Augen zu er⸗ kennen.“ i Der Medizinalrat gab den vier Dominos die Weisung, recht genau auf diesen Pascha acht zu geben, und ging mit der Dame weiter. Aber kaum hatte er einige Gänge durch den Saal gemacht, so erschien der Türke wieder: doch hielt er sich mehr in der Entfernung, als beobachte er die Sängerin. Der Doktor trat mit seiner Dame an ein Büfett, um ihr auf den gehabten Schrecken eine Tasse Tee zu verordnen; Befreiung der Minderheiten vom Militärdienst geregelt. Die Türken 2 2 25 rungen nach Veranstäalfung großer Prokestkundgebungen ein. Es ist anzunehmen, daß schon am kommenden Sonntag diesem Verlangen weitester Kreise des deutschen Volkes Rechnung getragen wird. I Protestmaßuahmen französischer Bergarbeiter. Das Arbeitersyndikat und die Bergarbeiter der Loire fordern in Aufrufen die Arbeiterklasse zu Protestmaßnahwen gegen die Ruhrbesetzung auf. e 1 Verhaftung französischer Kommunisten. 1 Die von der Presse vermuteten, auf höheren Befehl ver⸗ anlaßten strengen Maßnahmen gegen die französischen Kom⸗ munisten sind schon im Laufe des Mittwochs ausgeführt worden. Die von der Zusammenkunft in Essen nach Paris e ee kommunistischen Führer sind verhaftet worden, unter schuldigung des Vergehens gegen die Staatssiche rhef e führenden Mitglieder des„Akttionskomitees gegen eria⸗ lismus und Krieg“, den unter anderem auch Momouss k rhef! börte, sind in früher Morgenstunde in ihrer Wohnung verha 10 worden. Cachin, der als Abgeordneter Immunität genießt, be⸗ findet sich noch in Freiheit. Es wird der heutigen Kammersitzung bereits ein Entwurf vorgelegt werden, der die Aufhebung diese Immunität ins Auge faßt. Das Bureau Cachins bet der Huma⸗ nité, sowie die sämtlichen Bureauräume dieser Zeitung sind gestern mittag polizeilich untersucht worden. Sechs weitere Kom mumistenführer sind verhaftet worden, fünf weitere Haftbefehle sollen heute ausgeffühnt werden. Im Bureau Momousseaus sollen Plakate zum Protest gegen die Ruhrbesetzung beschlagnahmt worden sein.. 25. ter Keine Intervention Amerikas oder Italiens. Nach den neuesten in Berlin vorliegenden Mitteilungen aus dem Ruhrbezirk schwirren dort vielfach Gerüchte über eine bevorstehende amerikanische oder italienische Inter⸗ vention. Wie die Telunion zuverlässig erfährt, besitzen der⸗ artige Gerüchte keine Grundlage. ö Die deutschen Kommunisten sischen im Trüben. Die Zentrale der Kommunistischen Partei erläßt einen Aufruf, „An das. werktätige Volk Deutschland“, in dem eine das ganze Reich umfassende Generalstreiksaktion vorgeschlagen wird zur Abwehr der Besetzung des Ruhrgebiets, ein Appell an die Arbeiterschaft der Ententeländer zur Abwälzung der Wiedergutmachumgslasten auf die Besitzenden, zur Berufung einer Arbeiterregierung und Auflöfung des Reichstags. Die Kommunisten wissen in der jetzigen politischen Lage auch kein anderes Allheilmittel, als ihre abgedroschene Phrasn vom Generalstreik, die für sie-„Rettungsprogramm“ bedeutet. Einen Generalstreik im unbesetzten Deutschland im jetzigen Augenblick durch führen zu wollen, wäre das Blödeste, was unternommen werden könnte. 5 5 f 79 de Der kommende Sonntag als Trauertag. Der nächste Sonntag, der erste nach dem Einmarsch der Franzo⸗ sen ins Ruhrgebiet, soll die Trauer des deutschen Volkes über diese neue, ihm angetane Gewalt zum Ausdruck bringen. Alle heiteren Aufführungen, Varietévorführungen, Tanzbelustigungen usw. sollen verboten sein. Im ganzen Reiche werden Protestkundgebungen gegen den räuberischen Einfall in das Ruhrgebiet stattfinden. ee Politische uebersicht. Die nächste Sitzung der Repko. Entgegen allen anderen Meldungen berichtet der Intransigeant, daß die Repko für die nächste Sitzung noch keine Tagesordnung festgelegt habe. Diese sei provisorisch 0 auf den 12. Januar anberaumt, aber mit Rücksicht auf die Abreise Bradburys auf den 16. Januar verschoben worden. Erst im Verlauf der nächsten Sitzung soll das deutsche Mora ⸗ torium für das Jahr 1923 zur Sprache kommen. 2* J b Von der Lausanner Konferenz.— Sitzung der ersten Kommission. et ee Am Dienstag fand in Lausanne eine Pleuarsitzung der ersten Kommission für territoriale Fragen statt, in der der italienische Dele⸗ gierte Montagna emen Bericht über die in der Unterkommission für die Minderheitenfragen erzielten Ergebnisse erstattete. Nach seinen Darlegungen sind die Bestimmungen über den Schutz der Minder⸗ heiten bis auf die Frage der Amnestie flir alle Minderheiten und die, 2 jetzt hatte er auf einem Tellerlein ein Glas Punsch und einige Bonbons; er nähert sich der Sängerin, seine Augen funkeln, das Glas hüpft und klappers in seltsamen Klängen auf dem zitternden Teller; er ist an ihrer Seite, er bietet ihr den Teller und sagt:„Verehrte, beliebt Ihnen nicht etwas weniges Punsch und etliche Bonbons?“ Die Sängerin sah ihn starr an, sie erbleichte, sie stieß den Teller zurück und rief:„Ha! der Schreckliche! Er ist's, er ist's, er will mich vergiften!“ Der Pascha von Janina stand stumm und regungslos, er schien jeden Gedanken an Verteidigung aufzugeben; willenlos ließ er sich von den vier handsesten Dominos hin⸗ wegführen. Beinahe in demselben Augenblick wurde der Doktor heftig an seinem schwarzen Mantel gezogen; er sah sich um, jener kleine verwachsene Lohnlakai aus dem Hotel de Por⸗ tugal stand vor ihm, bleich und von Schrecken entstellt:„Um Gottes Varmherzigkeit willen, Herr Medizinalrat, kommen Sie doch gefälligst mit mir auf Nummer dreiundfünfzig, eben will der Teufel den französischen Herrn holen.“ „Was schwatzt Er da?“ fragte der Doktor unwillig und wollte ihn auf die Seite schieben, um dem Gefangenen auf die Polizeidirektion zu folgen.„Was geht es mich an, wenn ihn der Satan zu sich nimmt?“ „Aber ich bitte Sie,“ rief der Kleine beinahe heulend, „er kann vielleicht doch gerettet werden; Hochdieselben sind ja Stadtphysikus allhier und verpflichtet, zu den Fremden in den Hotellern zu kommen.“ Der Medizinalrat unterdrückte einen Fluch, der ihm auf der Zunge schwebte; er sah, daß er diesem unangenehmen Gang nicht ausweichen könne, er winkte den Kapellmeister Boloni herbei, übergab ihm die Sängerin und eilte mit dem kleinen Menschen nach dem Hotel de Portugal. 11. Es war still und öde in diesem großen Gasthof, Mitter⸗ nacht war beinahe schon vorüber, die Lampen in den Gängen und Treppen brannten düstar und trübe; es war dem Medi- zinälrat unheimlich zu Mut, als er zu dem einsamen Kranken hinaustieg. Der Lakai schloß die Tür auf, der Doktor trak ein, wäre aber beinahe wieder zurückgesunken. Denn ein Wesen, das seit einigen Tagen unablassig seine Phantasie im Wachen und im Schlafe beschäftigt hatte, saß hier wirk. lich und verkörpert im Bette. Es war ein großer, hageter ältlicher Mann, er hatte eine spitzig aufstehende, wollene Schlafmütze tief in die Stirn gezogen, seine enge Brust,. seine langen, dünnen Arme waren mit Flanell überkleidet, unter der Mütze ragte eine große, spitzige Nase aus einem mageren braungelben Gesicht hervor das man schon tot und erstorken geglaubt hätte, wären es nicht ein paar graue, stechende Augen, die ihm noch etwas Leben und einen schreck. lichen, grauenerregenden Ausdruck gaben. Seine langen, dünnen Finger, die mit den hageren Gelenken weit aus den Aermeln hervorragten, hatte er zusammengekrümmt, er kratzte mit heiserem, wahnsinnigen Lochen auf der Bettdecke. „Schaut! er kratzt sich schon sein Grab!“ flüsterte der kleine Mensch und weckte damit den Doktor aus seinem Hinstarren auf den Kranken. So, gerade so, hatte sich dieser den Chevalier de Planto gedacht, dieses tückische graue Auge, diese unheilverkündenden Züge, diese dürre, gespensterhafte Figur— es war hier alles, was die Sängerin von jenem schrecklichen Manne gesagt hatte. Doch er besann sich, kam er denn nicht jetzt eben von der Verhaftung jenes Chevaliers? War es zu verwundern, daß ein Kranker abgefallen„ * 2 Fonnte noch ein anderer Mann auch graue Augen haben? bleich war? Der Doktor lachte sich selbst aus, fuhr mit der 0 Hand über die Stirn, als wolle er diese Gedanken hinweg⸗ wischen, und trat an das Bett.— Doch noch nie hatte er in so langen Jahren am Bett eines Kranken Grauen und Furcht gefühlt— hier, es war ihm unerklärlich, hier befiel ihn eine Beengung, ein Schauer, den er umsonst abzuschüt⸗ teln suchte, und er fuhr unwillkürlich zurück, als er di feuchte Hand in der seinigen fühlte als er lange umsonst 1 nach einem Puls suchte.. 13 (Fortsetzung folgt.) —̃— wöten nach wie vor die Amnestze nicht auch auf Mohammedaner ausgedehnt wissen, weil die hier in Betracht kommenden Vergehen Landesverrat darstellen. Auch lehnen sie eine Befreiung der christlichen Mind vom Militärdienst unter allen Umständen ab. Sowohl Lord Curzon wie Ismed Pascha begründeten noch einmal in diesen beiden Fragen ihre engegegengesetzten Standpunkte. Schließlich wurde pe! noch einmal an die Unterkommission desteht auf besden Seiten Hoffnung, daß zustande kommen wird. In der Frage der de sich die Türken nach wie vor ab⸗ In Berlin ist am Mittwoch vormittag die Nachricht verbreitet worden, daß die Stadt Memel, die seit dem Inkrafttreten des Frie⸗ densvertrages nicht mehr zum Deutschen Reiche gehört, von litauischen Truppen besetzt worden sei. An Berliner amtlicher Stelle lag gestern abend noch keine offizielle Bestätigung dieser Nachricht vor; dagegen ist bekannt geworden, daß zwei litaufsche Kompagnien mit Zivilisten die Grenze des Memel⸗Gebietes bei Plicken überschritten haben. Die näheren Zusammenhänge sind hier noch unbekannt. 5 Da eine Enlscheidung der Botschafterkonferenz über das end⸗ gültige Schicksal des Memellandes noch nicht getroffen ist, würde ein litamischer Einmarsch auf jeden Fall eine Eigenmächrigkeit bedeuten, die die Alliierten, auf denen die Verantworkung für das Schicksal des Landes ruht, nicht dulden dürften. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. — Geschichtstalender. 12. Januar: 1848 Aufstand in Palermo. g 90 Joh. Wedde, sozialist. Schriftsteller, in Hamburg gestorben. 1908 Blutiger Wahlrechtssonntag in Berlin. 1912 Reichstagswahlen; 4% Millionen sozialdemokratische Stimmen, e 1921 Briand wird französischer Ministerpräsident. 1922 Rücktritt Briands. Poincars folgt. Die hessische Regierungskrise. Die Entscheidung der sozialdemokratischen Fraktion Im Laufe des Mittwoch haben in Darmstadt zwischen den Fühtern der bisherigen Koalition sehr eingehende Ver⸗ handlungen stattgefunden. Die Sozialdemokratie war bis zum äußersten bemüht, die alte Koalition aufrecht zu er⸗ halten. Diese Bemühungen müssen jetzt als gescheitert gelten. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion hat darauf⸗ hin folgende Erklarung den beiden anderen Fraktionen der bisherigen Koalition zur Kenntnis bringen lassen: Die sozialdemokratische Fraktion konnte sich auch nach den erneuten Verhandlungen nicht zu der Ueberzeugung be⸗ kennen, daß die bisherige Regierungskvalition nicht mehr lebensfähig ist, und daß nur durch eine erweiterte Koalition die Gewähr für eine Stetigleit in der Landespolitik und Staats verwaltung gegeben sei. Mit Bedauern hat daher die sozialdemokratische Fraktion davon Kenntnis genommen, daß die demokratische Fraktion weder eine Rückkehr des Herrn Henrich in sein Amt als Finanzminister der derzeitigen Regierung noch den Eintritt eines anderen Parzermitglieds in dieses Amt gestatten will. Die sozialdemokralische Fraktion hat ebenso mit Be⸗ dauern davon Kenntyis genommen, daß die Zentrums⸗ fraktion unbedingt auf eine Erweiterung der Regierung durch Eintritt der Deutschen Volkspartei besteht. Die sozialdemokratische Fraktion ist sich aber der Ver⸗ antwortung bewußt, die diese furchtbare Zeit der höchsten außen⸗ und innenvolitischen Not unseres Landes und Volkes ihr auferlegt. Sie ist deshalb entschlossen, bis zur äußersten Grenze dessen zu gehen, was einer Partei politisch zugemutet werden kann. Die sunoldemokratische Fraktion ist bereit, in der Regierung des Landes irotz schwersten parteipolitischen Bedenken weiter verantwurtlich mitzuarbeiten. Die Fraktion hat deshalb nichts dagegen einzuwenden, weun ihr Fraktionsgenosse Nlesck in seiner Eigenschaft als Staatspräsident der derzeitigen Regferung wegen deren Wiedervervullständigung mit einer nicht den bisherigen Koalitions parteien angehörenden Persönlichkeit über deren Eintritt in das zur Zeit durch den Rücktritt des Herrn Henrich offene Amt des Finanzministers in Verbindung RN Ihre Bedingungen über die Garantien, die zur Auf— rechterhaltung ihres Einflusses in der Regierung und zur Schaffung einer möglichst großen Stetigkeit in dieser er— forderlich sind, wird die Fraktion stellen, weun der Staats⸗ präsident über seine Vorverhandlungen mit der außerhalb der bisherigen Koalition stehenden Persünlichkeit wird be⸗ richten können. Die sozialdemokratische Fraktion ist dann zu Verhandlungen über die gegenseitigen Bedingungen und Garantien bereit. a ö Eine Verantwortung für die Folgen, die sich aus einem Scheitern der Verhandlungen ergeben würden, vermag die sozialdemokratische Fraktion nicht zu übernehmen. * Wohnungsmangel und Wohnungsbeschasfung a in Gießen. Wie aus den Berichten des Wohmungsamtes hervor— geht, waren im vergangenen Jahre die Wohnungsverhält- nisse in unserer Stadt die denkbar ungünstigsten, sie haben sich im Laufe des Jahres sogar erheblich verschlechtert. Die Zahl der Wohnungssuchenden ist erheblich gestiegen, obwohl sich das Wohnungsamt bemühte, durch Beschlagnahme allen entbehrlichen Wohnraum zu erfassen und obgleich eine, wenn auch nur geringe Anzahl Wohnungen neu errichtet wurde. Ihre Zahl beträgt im ganzen 63. Davon erbaute die Stadt Gießen in der Gnauthstraße 38, der hessische Staat in der Senckenbergstraße 12, ferner wurden durch die Betongesell⸗ schaft und die Baukitwerke je 3, durch das Braunsteinberg⸗ werk 5 Wohnungen durch Neubau geschaffen. Die übrigen wurden durch verschiedene Firmen und Private errichtet.— Die Zahl der Wohn ungssuchenden belief sich im Januar vorigen Jahres insgesamt auf 1343, sie war bis November auf 1765 angewachsen. Davon wurden dringend geführt im Jannar 504, im November 549. Von den Woh— nungsuchenden waren ohne Wohnung im Januar 765, im November sogar 1014. Das Wohnungsangebot war dem— gegenüber gar nicht nennenswert; im ganzen waren im Januar 30, im November nur 12 Wohnungen angeboten. Interessant wäre es zu wissen, wo eigentlich die mehr als 500 neue Wohnungssuchenden im letzten Jahre herkommen; der Zuzug von auswärts muß doch ein ganz erheblicher sein. — Unter diesen Verhältnissen, wo sich Tausende um eine Wohnung reißen, hat das Wohnungsamt und die Woh⸗ nungszuweisungskommission keinen leichten Stand und es ist erklärlich, daß alle möglichen Vorwürfe gegen diese Stellen erhoben werden. Jeder Vernünftige sollte sich aber diese Verhältnisse vor Augen führen, er wird dann begreifen, daß viele Wünsche auf diesem Gebiete beim besten Willen nicht erfüllt werden können. — Aufkauf und Verkauf von Butter und Käse. Am Samstag war auf dem Wochenmarkte Butter bei einer An- zahl Händler beschlagnahmt worden, was bei den Be— troffenen, wie auch teflweise im Publikum starke Erregung verursachte. Es handelt sich dabei um Durchführung einer Regierungsverordnung über Aufkauf von Butter und Käse vom 13. Dezember. Vom Kommunalverband wird uns dazu geschrieben: Jeder Landwirt, welcher seine aus der eigenen Wirtschaft gewonnene Butter oder Käse direkt an Private oder auf dem Wochenmarkt absetzen will, kann dies nach wie vor ohne besondere Genehmigung tun. Will er jedoch seine eigenen Erzeugnisse an ein offenes Ladengeschäft absetzen, welches die Ware zum Wiederverkauf erwirbt, so muß der betreffende Geschäftsinhaber im Besitze der vorgeschriebenen Aufkaufserlaubnis sein. Ebenso kann Butter und Käse, soweit sie aus dem preußischen Gebiet stammt, ohne weiteres innerhalb Hessens abgesetzt werden, da in Preußen der Aufkauf dieser Artikel noch ohne besondere Genehmigung gestattet ist. Jedoch dürfte es sich für die betreffenden Händler empfehlen, möglichst Bescheini⸗ gungen mit sich zu führen, durch welche nachgewiesen werden kann, daß die Butter tatsächlich aus Preußen stammt. Einer Genehmigung zum Aufkauf von Butter und Käse bedarf nur derjenige, welcher beim Erzeuger, bei Molkereien, Käsereien oder anderen Milchverarbeitungsgebieten zum Wiederverkauf oder zur gewerbsmäßigen Verarbeitung an⸗ kauft. Der Sinn der Verordnung ist in der Hauptsache der, daß die seit einiger Zeit ganz minimale Frischmilchzufuhr an die Städte und Vedarfsgemeinden zur Versorgung der Säuglinge, Kranken und Altersschwachen wieder besser wird. Durch den regelmäßigen Aufkauf von Butter und Käse auf dem Lande und hauptsächlich auch durch den wilden Auf⸗ kauf, durch welchen diese Artikel größtenteils aus Hessen ausgeführt werden, um dann in den Großstädten an Hotels usw. zu hohen Preisen verkauft zu werden, wird jedoch die Frischmilchzufuhr an die Städte immer mehr gefährdet. Es werden deshalb von der zuständigen Behörde grundsätzlich an solche Händler, welche die Butter und Käse direkt auf dem Lande aufkaufen, keine Aufkaufsgenehmigungen erteilt. — Bedeutsame Neuerung im Kraftwagenbetrieb der Post. Die in den letzten Monaten eingetretene ungeheure Markentwertung und die damit zusammenhängende Verteuerung des Wirtschafts⸗ lebens hat naturgemäß auch den Kraftwagenbetrieb der Post stark in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere sind es die Brennstoff⸗ preise. die. im letzten Halbiahr um etwa das 30fache gestiegen, den Kraftwagenbetrieb unrentabel zu machen drohen. Die Reichspost ist daher seit Monaten bemüht einen Ausweg aus dieser Lage zu finden. Nunmehr ist ein Mittel zur Einschränkung der Kraft⸗ wagen⸗Belisiebskosten gefunden worden. Mit Hilse eines bo⸗ sonderen Vergaseps wird der Kraftwagen mit einem bllligeren Betriebsstoff— mit Schweröl(Gasöl) und selbstverständlich auch mit Petroleum— getrieben. Der vom Industriekonzern Schiele u. Bruchsaler in Baden⸗Baden hergestellte und gemeinschaftlich mit der Post durchgearbeitete Vergaser ermöglicht es schon jetzt, mit 3 Tollen Gasöl und 1 Teil Benzol usw. einwandfrei zu fahren. Was das wixtschaftlich bedeutet, wird jedem klar, der sich ver⸗ gegenwärtigt daß für Leichtöl(Benzol usw.) das Vier⸗ bis Fünf⸗ fache des Gasölpresses gezahlt werden muß. Die Reichspostver⸗ waltung hat bereits eine größere Angahl solcher Schwerölvergaser eingebaut und beabsichtigt, wie wir hören, in kürzester Zeit ihren gesamten Kraftwagen vark. soweit es sich um Wagen mit Ver⸗ brennungsmaschinen handelt auf Oelbetrieb mnzustellen. — Die hohen Toten⸗Bestattungskosten drängen überall zu Maß⸗ nahmen von Seiten der Gemeinden. Mehr und mehr kommt man dazu, der schon seit vielen Jahren von der sozialdemokratischen Partei vertretenen Forderung: Uebernahme der Totenbestattung durch die Gemeinde nachzulommen. Tatsächlich sind die Kosten einer Beerdigung für gering Bemittelte nach und nach unerschwinglich geworden. Haupt⸗ posten dabei sind die Kosten für den Sarg, die jetzt nicht unter 30000 Mark betragen, womöglich noch darüber gehen, wenn man auf einigermaßen anständige Ausführung Wert legt. Wo Krematorien am Orte sind, mag es zutreffen, daß Feuerbestattung sich jetzt billiger stellt als Eroͤbestattung, erstere verteuert sich aber, wenn die Leichen erst an einen anderen Ort transportiert werden müssen. Trotzdem stellt sich z. B. in Dresden eine in den einfachsten Formen vollzogene Feuerbestattung auf beinahe 50000 Mark! Derartige Kosten lönnen die wenigsten von einem Todesfall Betroffenen aufbringen, weshalb sich das Eingreifen der Gemeinden notwendig macht.— In Leich⸗ lingen im Kreise Solingen, beschlossen die Stadtverordneten, die Einrichtung einer Begräbnishilfskasse im Umlageverfahren, wobei die Gemeinde Zuschüsse gewähren soll.— Wir halten, wie schon früher ausgeführt, für das richtigste, wenn die Stadt die Toten⸗ bestattung vollständig übernimmt und dafür von jedem Steuerpflich⸗ tigen eine Geblihr erhebt. — Kriegsblinde Maschinenschreiber. Vom Versorgungsamt wird geschrieben: Eine große Anzahl Kriegs- und Zivilblinder ist in den letzten Jahren für den Beruf als Maschinenschreiber ausgebildet worden und hat dank den Bemifhungen der Amts⸗ stellen der sozialen Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenen⸗ fürsorge lohnende Beschäftigung bei Behörden und in der Privat⸗ industrie gefunden. Allein im Bezirke Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene der Stadt Berlin sind 50 Kriegs- und 8 Zivilblinde in geeigneten Arbeitsstellen unter⸗ gebracht worden. Bei der Ausübung ihrer Tätigkeit benutzen die Blinden besonders für sie geeignete Schreibmaschinen und Diktiexapparate, die häufig ihr Eigentum sind, in der Regel jedoch der zuständigen Hauptfürsorgestelle gehören. Um die erforder⸗ lichen Neubeschaffungen der sich allmählich abnutzenden Apparate zu ermöglichen, hat der Reichsminister der Finanzen für die bei Behörden beschäftigten Blinden die Zahlung einer sogenannten Abnutzungsgebühr gestattet. Sie durfte anfangs bis zu 30 Mark monatlich für jeden Apparat betragen, ist aber in Anbetracht der steigenden Teuerung durch einen neuen Erlaß des Reichsministers der Finanzen auf einen Höchstbetrag bis zu 400 Mark monatlich hingufgesetzt worden. Die Höhe der Abnutzungsgebühr soll sich nach dem Anschaffungspreis der Maschine richten. Der Betrag von 400 Mark kommt somit nur für neuere Appaxate in Frage. Die Abnutzungsgebsihr wird an den Eigentsimer der Schreibhengschsne oder des Diktiecapparates gezahlt, also entweder an den linden selbst oder an die Hauptfürsorgeslelle, Verfügung gestellt hat. — Finanz⸗Katastrophe einer Stabtgemeinde. Heute befinden sich ja alle Städte in größten finanziellen Bedrängnissen, was aber aus Flensburg berichtet wird, stellt alles in den Schatten, was bis⸗ her von trostlosen Finanzverhältnissen einer Stadt bekannt geworben ist. Danach hat der Flensburger Maglistrat der Stadtverordneten⸗ versammlung im August 1916 eine Vorlage unterbreltet auf Annahme einer Schweizer Anleihe, die nach zehn Jahren, also im August 1926, mit 123 Franken für je 100 Mk. bei fünfprozentiger Verzinsung rückzahlbar ist. Die Anleihe wurde von den städtischen Kollegien in Höhe von 6 150 000 Franken angenommen. Infolge des Sturzes der deutschen Währung muß die Stadt eine ungeheure Ver⸗ zinsung aufbringen, das Katastrophale aber bei der Sache ist, daß die Schuld Flensburgs an den Schweizer Geldgeber nach dem Stande der deutschen Valuta heute nicht weniger als 8½ Milliarden Mark beträgt. Es ist der Stadt natürlich ganz unmöglich, diese Riesen⸗ schuld zurückzuzahlen, und wenn sie dieselbe etwa auf dem Steuer⸗ wege aufzubringen versuchen würde, dann wäre die gesamte Bürger⸗ schaft Flensburgs mehr als bankerott. — Das Liter Milch 206 Mark! Nach einer Bekanntmachung des Lebensmittelamtes im hentigen Blatte ist der Kleinverkaufspreis für das Liter Milch auf 206 Marr festgesetzt. Zn Bezug auf die Milch⸗ preise kann man sagen, daß die Redensart„Höher gehts nimmer“ nicht zutrffft. 1 — Für Wanderfreunde. Es ist auch der Arbeiterschaft Gelegen⸗ heit gegeben, in den Godankenkreis der Touristik und des Wanderns einzudringen, wenn sie sich vertraut macht mit den Zielen und Be⸗ strebungen des Arbeiter⸗Touristenvereins„Die Naturfreunde.“ Die Ortsgruppe Gießen dieser proletaxischen Wanderorganisation veranstaltet heute, Freitag, den 12. Januar, abends 8 Uhr im Ge⸗ werkschaftshaus einen Lichtbilderabend, der Gelegenheit geben soll, die Naturfreundebewegung kennen zu lernen. Jedermann ist hierzu freundlichst eingeladen. 6 7. — Gesährdeter Eisenbahndamm. In der Nähe von der Station Lang⸗Göns war kürzlich durch das anhaltende Regenwetter der Bahndamm ins Rutschen geraten, so daß sich Vorkehrungen nötig machten. An jener Stelle ist das Erdreich stark mit Ton⸗ schichten durchsetzt, die schwer zu befestigen sind. Zu rechter Zeit wurde von einem Bahnwärter die Gefahr entdeckt und zur Meldung gebracht. Dadurch wurde verhütet, daß ein schweres Unglück geschah, wie das unter Umständen hätte geschehen können, wenn etwa ein schwerer Schnellzug die gefährdete Stelle passiert hätte. Wie verlantet, wäre dem Bahnwärter eine Belohnung für seine Aufmerksamkeit ausgehändigt worden. 115 g Kreis Wetzlar. — Ueber sozialistische Kommunalpolitik spricht nächsten Mon⸗ tag 15. Januar, abends 8 Uhr, Oberbürgermeister Gran zin⸗ Offenbach in öffentlicher Volksversammlung im Saale des „Schlitzengarten“, Granzin ist als ein guter Kenner kommunal⸗ politischer Verhältnisse bekannt es darf daher zahlreicher Besuch der Versammlung erwartet werden. Uebergll befinden sich Städte und Gemeinden in finanzjellen Schwierigkeiten. die überwunden werden müssen. Dazu bedarf es neuer Einnahmequellen. Die welche die Maschine zur 4 Auffassungen in der Schaffung der Mittel gehen weit auseinander. Oberbürgermeister Granzin wird unseren sozialistischen Stand⸗ punkt in all diesen Fragen klarstellen. Der in dieser Versamm⸗ lung zu behandelnde Stoff ist also bedeutsam genug für jedermann. — Versteuerung der Pacht⸗ und Mictverträge. Das Finanz⸗ amt Wegzlar gibt bekannt: Im Monat Jauuar 1923 sind sämtliche nach Tarifstelle 48 1 des Landesstempelgesetzes stempel⸗ pflichtigen Pacht⸗ und Mietveyträge einschließlich der nur mündlich abgeschlossenen welche im Lause des Kalenderjahres 1922 in Geltung gewesen sind, zu versteuern. Hierzu gehören auch schriftliche oder mündliche Verträge über die a möblierter oder unmöblierter Zimmer. Die Versteuerung erfolgt durch die dem Verrächter oder Vermieter obliegende Einreichung eines Pacht⸗ oder Mietverzeichnisses und Einzahlung der Steuer bei einer Finanzkasse oder einem Stempelperteiler. Die Vor⸗ drucke zu den Verzeichnissen werden von diesen Stellen unentgelt⸗ lich verabfolgt. Nicht oder nicht dechtzeitig bewirkte Versteuerung zieht hohe Bestrafung nach sich. Die ebenfalls für den Monat Januar vorgeschriebene Anmeldung und Versteuerung der nach Tarifstelle II: a des obengenannten Gesetzes steuerpflichtigen Auto⸗ maten und mechanischen Musikwerke hat bei den zuständigen Zoll⸗ stellen zu erfolgen. 1 9 Von Nah und Fern. Frankfurt a. M. 10. Jan, Das schlechte Gefängnis⸗ brot. Einer der Sberurfeler Mehlfälscher beschwerte sich dieser Tage, wie man im Kreise der. Gefängnisbeamten erzählt. über das schlechte, ihm in der hiesigen Untersuchungshaft gelieferte Brot. Ihm wurde bedeutet daß das gelieferte Brot weit besser sci, als das Brot aus Oberurseler Kommunalmehl. Die Beschwerde soll darauf zurückgezogen worden sein. 2 Frankfurt a. M. 10. Jan. Nächtliche Ueberfälle. In den letzten Nächten wurden im Stadtteil Bockenheim ver⸗ schiedene Uebersälle verübt. In einem Falle wurde ein Post⸗ beamter niedergeschlagen und seiner Wertsachen beraubt.— Dann überfielen morgens gegen vier Uhr zwei Kerle einen zum Dienst gehenden Eisenbahnbeamten der die Aug reifer aber durch einige wuchtige Schläge in die Flucht trieb.— In der Zeppelin⸗Allee versucht einige Romdies die Straßenlaternen für ihre Ueber⸗ sallstätigkeit auszudrehen, wurden aber daran durch eine Schutz⸗ polizeistreife gehindert Kelsterbach, 9. Januar. Wieder ein schwerer Un⸗ glücksfall. Aus der hiesigen Munitionszerlegungsfabrik ist wieder ein Unglücksfall zu melden; diesmal ein solcher, wie schon so oft, mit tödlichem Ausgang. Die 19 jährige Metzger aus Mainz, wohnhaft Emmexransstraße, war mit dem Anbohren der Zünder beschäftigt. Durch Umfallen der Maschine wurde das Unglück herbeigeführt. Der Zünder explodierte, dabei ist die Metzger so unglücklich getroffen worden, daß der Tod nach kurzer Zeit ein⸗ trat. Eine andere jugendliche, ebenfalls aus Mainz stammende Arbeiterin kam mit dem Leben davon, doch wurde auch sie be⸗ deutend verletzt. Das Los der dortigen Arbeiter, hauptsächlich in den Zerlegungswerkstätten, ist ein leichtes. Viele Menschen haben dabei ihr Leben schon eingebüßt, während andere als Krüppel oder als schwer Leidende ein kummervolles Dasein fristen. Wen die Hauptschuld an den vielen Unfällen trifft, ist für den Außen⸗ stehenden schwer zu beurteilen. Hauptaufgabe der Fabrikleitung müßte es sein, in Sicherungs-Maßnahmen die größte Sorgfalt obwalten zu lassen. Daß es immer noch Leute gibt, die in dieser Fabrik Stellung annehmen, kann nur in der großen Not zu suchen sein. Die Mehrbe zahlung an Lohn, die dort geleistet werden soll, kann unmöglich die Triebfeder zur Arbeitsannahme sein. Dann lieber doch einige Mark weniger verdsenen, als sich täglich der Lebensgefahr auszusetzen. 5 Darmstadt, 10. Januar. Ein großer Silberdiebstahl. wurde in der Nacht vom 8. zum 9. d. Mts. in der Parterrewohnung des Hauses Landwehrstraße 14 dahier mittelst Einbruch verübt. Die geraubten Gegenstände(Löffel, Messer und Gabeln) die zum Teile E. B. A. oder E. A. gezeichnet sind, haben einen Wert von etwa 2 Millionen Mark. Ein Hausbewohner, der gegen 12 Uhr nachts heimkehrte, fand die Haustüre unverschlossen vor. Auf der dunklen Treppe bemerkt unter Zurücklassung ihres Hutes(braun mit etwas hellerem Band) durch ein Fenster nach dem Garten flüchtig ging, Für die Wleder⸗ beschaffung der entwendeten Gegenstände und die Ergreifung des Täters ist eine Belohnung von 50 000 Mk. ausgesetzt. Darmstadt, 10. Jan. Ein poltischer Prozeß. Vor dem Schöffengericht fand heute ein Prozeß staft, bei dem Reichs⸗ fagsabgeordneter Pfarrer. Korell Beleidigungsklage gegen den verantwortlichen Schriftleiter der Hessischen Lagdeszeitung Darm- stadt erhͤben halte wegen einem Arkikel unter der Ueberschrift: Vermietung e er eine Mannsperson, die, als sie angerufen wurde. Sele r, Crlchrste rch ein Versehen einer Expeditionsdame erfolgte Aufnahme einer Auzeige der„Rheinischen Republikanischen Volkspartei“ in den In diesem Artstel war zunächst auf die J lionen Mark geschätzt.— In der ersten Stadtverordneten⸗Versamm⸗ lung wurde auf Antrag des Aeltestenrates folgende Erklärung mit allen, gegen die 3 kommunistischen Stimmen angenommen: In dieser Schloß und Riegel sitzen. Seit wann ist übrigens Hysterie ein Grund zur Haftunfähigkeit? Explosion einer Feuerwerksfabrik. Inseratenteil des Mainzer Anzeigers Bez enommen und daran i deuts⸗ i ö i ir in 55 beleidigende Bemerkungen 9 80 Neichelagsabg Pfarrer Korell es ii in Gesa bes bee„ been, In ber Nähe von Neapel ist eine en 10. 0 geknüpft, weil dieser in derselben Rumwer des M.⸗A. einen Art. sammlung der Stadt Worms namens der von ihr vertretenen Bür⸗ e 2 e r 1% h 4 Fe e e 1 70 i 10 dem S. 92117 19 3 86 des Opfer umter den Trümmern befinden. 1 0 1 1180 enn eines unve N reue es ten am 0 8 Zeitung ha 5 klärten fc. bereite e bn n euch kielche⸗ die. ae 1 eee, der Aueh— 5 erwähnten Umständen den esche der bevorstehenden Besetzung des Vier Kinder durch Gasvergiftung getötet. Ein tragisches Geschick traut, die Wüste Sahara im Automobil zu durchqueren, ein Unter⸗ a Ruhrgebietes) einzugehen. ach längeren Auseinandersetzungen[raffte in Erfurt die vier Kinder eines Ehepaares im Alter von] nehmen, das unseres Wissens zum erstenmale versucht wird. Die sta kam der Vergleich zustande, nachdem der Angeklagte folgende Er⸗ 3 bis 13 Jahren hinweg. Als die Eltern in der Nacht zum Sonntag strapazen⸗ umd gefahrvolle Reise wurde von dem algerischen Orte Ur klärung abgab: Der Privatbeklagte erklärt, daß er dem Privat⸗ in ihre Wohnung kamen, fanden sie ihre Kinter tot vor. Der Tod In⸗Salah angetreten und führt über das bis 2500 Meter hoch 7. kläger nicht den Vorwurf machen wollte, oder konnte, Privatkläger[war durch Gasvergiftung eingetreten. Wer den Gashahn geöffnet austeigende Tafelland oder Hoggar und Tanezrouft, das hänge mit der seperatistischen Bewegung zusammen oder leiste der⸗ hatte, konnte nicht festgestellt werden.„Land des Durstes und der Schrecken“, durch die Berge des Adrar. selben in irgend einer Weise Vorschub. Dem Privatbeklagten ist bekannt, daß im besetzten Gebiet die politischen Parteien von rechts und links eine Notgemeinschaft bilden und daß Privat⸗ Häger in dieser Notgemeinschaft im Sinne der Erhaltung des Rheinlandes bei Deutschland tätig war und ist. Der Privatbe⸗ klagte erkennt an, daß die Aufnahme der Anzeige in den Mainzer Anzeiger durch ein Versehen untergeordneter Organe erfolgt ist. Die Kosten der Privatklage einschließlich der persönlichen Aus⸗ lagen des Privatklägers übernimmt Privatbeklagter. Der Privat⸗ bekl e wird diesen Vergleich in der nächsten Nummer der ge⸗ meinsamen Ausgabe der Hessischen Landeszeftung und des Tägl. Anzeigers unter der„Am Scheinwerfer“ bekanntgeben. Darmstabt, 11. Januar. Das Urteil gegen die Lrbe des Maforates werde. Die Gräfin war, wie die Verbande sinkt das Therometer um diese Jahres zekt auf den Nullpunkt— ver⸗ Naübmörder Roschmann. Nach dreitägiger Schwur⸗ lung ergab, die Urheberin des Mordplanes. Trotzdem kam sie[ halten. 4 gerichts⸗ Verhandlung erklärten gestern die Geschworenen äußerst glimpflich davon. Wegen Aufforderung zur Begehung die beiden Brüder Johann und Jakob Roschmann aus Kolmbach bei Lindenfels wegen schweren Raubmordes an dem 18 Jahre alten Heinrich Gerstenschlager schuldig und verurteilten den 17 Jahre alten Jakob Roschmann, den eigentlichen Täter, zu der böchftzuläfsigen Strafe von 15 Jahren Gefängnis und den älteren Bruder Johann Roschmann, 20 Jahre alt, wegen Beihilfe zu 15 Jahren Zuchthaus. Beide haben das Urteil angenommen. Vermißte Frau. Aus Darmstadt wird berichtet: Unter recht sonderbaren Umständen wird seit August 1921 die damals Wenn eine Gräfin„sitzen“ soll. Im Januar vorigen Jahres fand in Görlitz vor dem Schwurgericht in dreitägiger Verhand⸗ lung ein großer, aufsehenerregender Mordprozeß statt. Auf der Anklagebank saßen die Gräfin Ella v. Schlieffen, deren Sohn Hanns⸗Heinrich, ihre Gesellschasterin, ein Görlitzer Gemüsehändler und ein junger Student. Der Anklage lag ein Mordversuch an dem Grafen Ernst⸗Martin v. Schlieffen und dessen Sohn Graf Georg⸗Wilhelm in Schlieffenberg(Mecklenburg) zugrunde. Die gräfliche Familie befand sich in großer finanzieller Bedrängnis, und deshalb wurde beschlossen, den Grafen Georg⸗Wilhelm zu er⸗ morden, damit der Sohn Hanns⸗Heinrich der Gräfin v. Schlieffen eines Verbrechens wurde sie zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt(1) und ihr auf die gleiche Zeit die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Das kaum Glaubliche an der Geschichte ist nun, daß die Gräfin Schliesffen bis heute ihre Strafe noch nicht ange⸗ treten ha't, sondern in einer Pension Gernreich in Görlitz, Gartenstraße 2, freudig und vergnügt lebt. Unserem Görlitzer Parteiblatt wurde diese Tatsache von der zuständigen Staats⸗ ann altschaft bestätigt. Begründet wurde der bisher unterlassene Strafvollzug mit der Hysterie der 47 Jahre alten Gräfin.(1) Soweit bishr ersichtlich ist, haben die Automobilisten den kürzesten Weg gewählt. Für die Expedition, die lediglich sportlichen Zwecken dienen kann, ist ein besonderes Automobil konstruiert worden, das wesentlich von der üblichen Bauweise abweicht. Die hintere Achse ist ähnlich wie die im Kriege verwendeten Tanks ausgebildet und mit einem System von je zwei großen Rädern und vier kleinen Führerrollen versehen. Ueber das Ganze läuft, wie bei den Tanks, das Raupenband. Die Vorderräder unterscheiden sich nicht von denen eines gewöhnlichen Automobils. Es wird interessant sein, zu er⸗ fahren, wie sich Motor und Betriebsstoff im Wechsel von Hitze und Kälte— am Tage herrscht gllihender Sonnenbrand, in der Nacht Dollarstand gestern mittag 12 Uhr: 10 400 Mark. Versammlunaskalender Saasen. Wahlverein. Samstag, 13. Januar, abends 8 Uhr Versammlung bei Gastwirt Schepp am Bahnhof. Vorlage der Jahresrechnung Mitgliedsbücher sind mitzubringen. 1. 1 b n Die Verurteilte steht nach weiteren Angaben der Staatsanwalt⸗ reig a. Oda. s verein. Sam 13. Januar. 2⁰ Jahre alte Frau des Händlers Fritz Hosmann in„Darmstadt schaft unter ärztlicher Kontrolle und soll zuweilen unvermutet auf 1 ii e 111 Rr Geschaftz und vermißt. Sie war damals wegen einer angeblichen Verfehlung ilsren Gesundheitszustand untersucht werden. Ein Pfychtater, Dr. Kassenbericht, 2. Vorstandswahl, 3. Sonstiges. Das Erscheinen aun Mucht im Polizeigewahrsam und ist seit dieser Zeit spurlos] Werner, als Sachverständiger des Gerichtes, erklärte die Gräfin aller Genossen ist sehr erforderlich. verschwunden. Gewisse Umstände lassen die bestimmte Vermutung für haftunfähig. Die Staatsanwaltschaft selbst bezeichnet uch gegen Staufenber Frei Turnerschaft. Samstag. 18. zu daß an der Frau ein Verbrechen begangen worden ist. Auf⸗ diesen Beschluß als machtlos. In der Gexichtsverhandlung hat berg.. g i N fallend ist daß ein Aktenstück durch das ein Polizeibeamter belastet t, wicht mehr aufgefunden werden kann. Die demnächst vor dem höchsten hessischen Gerichtshof stattfindende Verhandlung gegen biesen Beamten wird vielleicht gewisse Aufklärung bringen. derselbe Pfsychiater als Sachverständiger bekundet, daß die Gräfin einen durchaus normalen Eindruck auf ihn gemacht habe und nach seiner Ansicht vollständig gesund sei. Das ist höchst sonderbar! Wie stellen sich das preußische und das Reichsjustizministerium zu Januar, abends 8 Uhr Mitgliederversammlung. Zahl⸗ reiches Erscheinen erwünscht. Lollar. Verein. Sozialdem. Wahlverein. Dienstag, den 16. Januar, abends 8 Uhr, in der alten Schule, findet die Mit⸗ Worms, 10. Jan. Der Fehlbetrag der Stadt Worms wird im Voranschlag 1923, der in Klirze zu erwarten ist, auf 96 Mil⸗ ————.w·uuieeeeeeeeerrrreerrreeeeeeee glieder⸗-Versammlung statt. Tagesordnung wird in dern dieser seltsamen Angelegenheit? Wäre die Urheberin dieser scheuß⸗ v Versammlung bekanntgegeben. Alles ersche inen! lichen Mordtat keine Gräfin, dann mürde sie sicher längst hinter Sthürdliche Bekaunlmachungen W ee eee ee 15 N 4 5 2 Henkel's Putz⸗ und Scheuerpulver Bekanntmachung. für Haussa, Gewerbe uad Saduffie Infolge Erhöhung der Frachtsätze, der Fuhrwerks⸗ kosten, der Milchverarbeitungs⸗ und Austrägergebühr wird auf Grund der Verordnung über den Verlehr mit Milch vom 10. April 1921 gemäß Beschluß der städtischen Lebensmitteldeputation mit Wirkung vom 11. Januar 1923 der Kleinverkaufspreis von Mk. 191.— unentbehriich. Aeta Herta He EKL d cin sse. 3— m Freitag, den 190. Januar 1923, auf Mk. 206.— für das Liter Vollmilch erhöht. 0 0 R N 15 Gießen, den 10. Januar 1923..—— N Der Oberbürgermeister.(Lebensmittelamt.) Ferner: 175 n—— e Bruchkranke 0 1 bewährter Bekanntmachung.„% Ranke 55 e 4 Aus den. Waldungen der Stabt Gießen, Bezirk des eginnend, aus den ei 25. un 5 5 und erufs 1 2 eln f Vörsesd Gee, Gießen, sollen verteigerk werden: 1%„ Fichten Schel Metalle, Eisen, Lumpen, Knochen. he Cee Siga 7. 5 2 7 1 4 eee 2: Jie e Papier, Druckstampt, Neu-Tuch, an 25 d fr.“ 55 innend, aus den Abteilungen 56, 57, 62, 64, 65, N„Stöd + Dr. med. Hausmann, 101. 103, 106, 107, 108, 109: 5 Zu 5 ft: Alter. eee e* e 6 4. Schneise N aschen aller Art zu verkaufen] Einfach möbl. Das Holz aus den Abt. 64, 65, 106 bis 109 wird so wenden Sie sich bitte an die Firma 4„Kaiefern⸗Knüppel nicht vorgezeigt; vorherige Besichtigung deshalb 78,8„ Fichten⸗Knilppel empfohlen. cke Gießen, den 9. Jannar 1923. 155,„„Stö Zusammen kunft: Licherstraße, Waldeingang. 22„ Fichten⸗Scheit Zimmer gesucht. Offerten unter Nr. 1148 an Sclaneider, Neuenudeg 6 Elügel, Eiangs, Harmaeniums 1 der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg. Bestellungen werden pänktliech abgeholt. 1163 die Oberh. 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