bol: din Organ fü J Sete O rgan für reger 200. r die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Erpedition: Gieheß Bahnhofstraße 23 Fernsprecher 2008. Beilage“ beträ 8800.— Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. 8 Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder derer Raum sokal 60.— Mt., aus wärts Mk., die Retlamemillimeterzeile 800.— Mk. Ben größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. Gießen, Mitiwoch, den 11. April 1923 18. Jahrgang Nach drei Monaten. Aus Essen schreibt uns Friedrich Stampfer: In wenigen Tagen vollendet sich der dritte Monat seit em Beginn der„friedlichen Aktion“. Er wird in der ge⸗ 5 ierten g Lehe nene. f ns ist nn baltigen Ehrung, die Essen und das ganze Revier für die pfer der Karsamstags⸗Tragödie vorbereitet, seinen drama⸗ er g ichen Abschluß finden. Ich habe hier mit zahlreichen An⸗ chr sestellten und Arbeitern, Augenzeugen des blutigen Vor⸗ 10 dangs, Angehörigen der verschiedensten politischen Richtun⸗ n en am Ort der Tat selbst gesprochen und glaube zu dem itteil berechtigt zu sein, daß bei dem geradezu unbegreif⸗ ichen rätselhaften Versagen der höheren militärischen Ftellen die Schuld an dem geschehenen Blutvergießen liegt. es, was über eine tätliche Bedrohung des französischen mmandos gesagt wird, ist unwahr; jedenfalls habe ich n wiederholt deutsche Schutzpolizei in viel schlimmeren jationen gesehen, ohne daß sie von der Waffe Gebrauch macht hätte. Allerdings ist mir kein anderer Fall bekannt, dem man zwölf Angehörige der bewaffneten Macht vier Stunden lang gegen Tausende erregter Demonstranten ehen ließ, ohne sich darum zu kümmern, was weiter daraus zerden sollte. In den nächsten Tagen werden auch die verhafteten birektoren von Krupp vor dem Kriegsgericht in Bredeney ehen. Keiner von denen, die ich sprach, hält es für mög⸗ daß ein Gericht, das diesen Namen verdient, zu einem Achuldspruch kommen könnte. Da das kommunistische Ruhr- sicho durch die Behauptung, die Firma Krupp habe„die Urbeiter bewußt in die Kugeln Poincarés gejagt“, die fran⸗ zsische Anklage unterstützt hat, halte ich es für eine Ge. i enspflicht, zu erklären, daß der Führer der Kommunisten den Kruppwerken Böhm, mir gegenüber die gegenteilige hauptung vertreten hat. Böhm ist gewiß bereit, vor dem zösischen Kriegsgericht, wenn ihm dieses dazu Gelegen⸗ gibt, die Aeußerungen zu wiederholen, die er mir gegen⸗ getan hat... Ueber dem Revier liegt jetzt die Stimmung eiserner . schlossenheit. Jene, die vor drei Monaten meinten, inger als zwei Wochen könne die Vesatzung nicht ertragen zerden, hatten mit den psychologischen Wirkungen des mili⸗ krischen Vorgehens nicht gerechnet. Man kann die nächste kunft des Ruhrgebiets sehr dunkel sehen und sich alle glichen Bilder ausmalen, nur eins kann man sich unmög⸗ ach vorstellen: daß es zu einem Paktieren der Bevölkerung zt den Franzosen kommen könnte. Und wenn wirklich das ranzösische Militär nach dem berühmten Wort Degouttes usend Jahre hier bliebe und es so weiter triebe, wie bisher, würde die Ruhrbevölkerung noch nach tausend Jahren mit 10 lreudentänzen den Tag begrüßen, der sie von dieser Plage ieder befreit. e Ahe Mo nicht gerade ein blauer een oder ein buntes pon 111 K käppi auftaucht, da erscheint das Leben und Treiben äußer⸗ b erfolgen. uch wenig verändert. Es gibt Ernährungsschwieriakeiten 1100 Nl. uu, Verkehrsstörungen dort, Stauungen und Stockungen, — überwindet sie. Der breite Strom flutet weiter. Aber de Möglichkeit der Bewegung, jeden Bissen Brot jeden eien Atemzug empfindet man als erkämpft, erlistet, er⸗ tz. Ueber jedem Einzelschicksal hängt das Schwert des damokles. Was andern geschah, wann wird es dir ge⸗ schehen? Blutend auf der Bahre, der Rücken von Peitschen⸗ iieben zerfleischt, ous der Heimat hinausgejagt, von Haus und Hof vertrieben, ins Zuchthaus gesperrt— alle, denen ans geschah, sie waren nicht schuldiger als irgend ein Ar- ter, der heute noch ungehindert zu seiner Arbeit geht, als fh gend ein Beamter oder Angestellter der jetzt noch sein zormales Leben lebt. Dies Ganze ist wie ein ungeheurer Ameisenhaufen, und jeder ist eine Ameise, die im nächsten Augenblick zerquetscht werden kann. Aber so wenig das Lanze Geschlecht der Ameisen durch grausame Bubenstreiche * m, ausgerottet worden ist, so wenig vermag Gewalt ohne Sinn 1 Abonie und Verstand das quellende Leben zu hemmen oder zu senken, das sich hier in gigantischem Ausmaß nach den Ge— e tzen seiner inneren Notwendigkeit entfaltet. Man weiß aus den Enthüllungen des Ruhr⸗Echo, welche Joffnung die fremden Gewalthaber auf die Kommunisten hen. Einstweilen und für alle absehbare Zeit ist die se zoffnung unberechtigt. In der KPD. des neubesetzten Ge— ets geht es freilich ebenso drüber und drunter, wie in der 5 bes unbesetzten Gebiets. Es gibt auch dort Richtungen, die nander heftig bekämpfen, und die kommunistische Presse reibt an jedem Tag das Gegenteil von dem was sie tags mvor geschrieben hatte. Keinen Boden aber findet bier jene ppositionelle Richtung, die den Standpunkt vertritt, man nüsse den französischen Militarismus in der gleichen Weise utionären Zwecken bensitzen wie Lenin es mit dem g An diesem Vergleich ist nur so viel vor kurzem aus Sicherheitsgründen die Bildung einer westdeutschen 92 0 Aktivität, Herr Cuno! Aus den letzten Veröffentlichungen der englischen und französi⸗ schen Presse geht klar hervor, daß die Annäherung zwischen Frank⸗ reich und England, deren Verhältnis aus Anlaß der Ruhraktion sberk gelockert war, sehr beträchtlich ist. Trotzdem gibt es in Deutsch⸗ land immer noch Kreise, die diese Annäherung hinwegleugnen wollen und die Regierung zu einer Politik aussordern, deren Ende schließ⸗ lich der Ruin des Deutschen Reiches sein muß. Was hilft es, ab⸗ zustreiten, daß die maßgebenden Persönlichkeiten der Ententemächte über die künftige Lösung des Reparationsplanes durch Erfahrungen aus der Vergangenheit in vieler Hinsicht gleicher Auffassung sind? Welchen Zweck hat es, zu bestreiten, daß sich. in Frankreich über die Lösung der Reparationen ein Wandel ö in der Auffassung 0 vollzogen hat, der schließlich aus dem Bestreben zu erklären ist, die Ruhraktion infolge ihres Fiaskos zu beenden? Es ist besser, die Dinge zu sehen, wie sie sind und sie entsprechend zu behandeln, als 5 vorzumalen, die in Kürze doch zusammenbrechen müssen.. Zweifellos muß der Schritt Loucheurs in London als erstes Zeichen der französischen Geneigtheit zur Beendigung der g Ruhraktion 8 betrachtet werden. Poincaré selbst konnte mit Rücksicht auf seine früheren Erklärungen und aus Gründen der Wahrung des franzö⸗ sischen Prestiges einen derartigen Schritt nicht unternehmen. Er hat deshalb eine maßgebende Privatperson— und das wor Loucheur — benutzt, um in England sondieren zu lassen, um hier die Meinun⸗ gen über die Lösung des Reparationsproblemes und der Sicherheits⸗ frage zu hören. Maßgebende französische Blätter, die als Sprach⸗ organe der fronzösischen Regierung bekannt sind, haben offen zum Ausdruck gebracht, daß das Ergebnis der Londoner Beratungen Loucheurs im Quai d' Orsay und Elysen Anklang gefunden hat. Daran vermag auch das von Poincars an die Brüsseler Regierung gerich⸗ tete Telegramm nichts zu ändern, in dem er mit Rücksicht auf seine rechtsradifale Opposition sagt, daß Frankreich auf dem bisherigen Wege seiner Politik fortfahren wird. Betrachtet man min das Ergebnis von London, wie es von der englischen Regierung in einem Reuter⸗Kommuniqus umschrieben und von der französischen Presse weiterhin gekennzeichnet wird, dann ergibt sich eine wesentliche Uebereinstimmung darüber, daß bei der kommenden Lösung der Reparationsfrage auf die Zahlung der Vons der Serie C verzichtet werden soll, sodaß die Gesamtleistung Deutsch⸗ lands in bar 50 Goldmilliarden betragen würde. Ferner aber scheint sicher zu sein, daß sich in der Auffassung maßgebender Teile Frank⸗ reichs auch ö N in bezug auf die Sicherheitsfrage in kurzer Zeit ein starker Wandel g vollzogen hat. Während die französische Regierungspresse noch bis Republik, unabhängig vom Deutschen Reiche, forderte, hat Loucheur diese Auffassung dahin revidiert, daß eine rheinische Republik ge⸗ schaffen werden soll, jedoch als integraler Bestandteil des Deutschen Reiches. Die englische Regierung macht dagegen keinen Hehl daraus, daß auch diese Forderung ihre Billigung nie finden wird und daß sie niemals die Organisalion eines von Teusschland abzutrennenden Rheinstaates dulden könne. Gleichzeitig aber scheint Bonar Law bereit zu sein, eine durchgreifende Entmilitarisierung des rheinischen Gebietes zu unterstützen. Dieses kurzumrissene Ergabnis, zu der deutschen Auffa über die Lösung des Reparationsproblems und der Sichenhei heitsfra⸗ in Vergleich gestellt, ergibt zwar noch Meinungsverschledenhei die u. a. die deutsche Regierung aber nicht berechtigen, in ihrer passiven Haltung zu den ganzen Fragen for zufahren. Der größte Unterschied besteht in der Veurteilung der deutschen Leistungsfähigleit. 8 Bei Berücksichtigung unserer alleemeinen Wirtischaftslage, die durch die Ruhrallion eine weitere schwere Erschitterung erfahren hat, üübersteigt der Betrag von 50 Milliarden zweifellos die deutsche Kraft. Einer Auffassung ist die Mehrheit des deutschen Volkes se⸗ doch mit der englischen Regierung über eine durchgreffende Ent⸗ militarisierung des besetzten Gebietes. um der Welt einen neuen Beweis stir die deutsche Friedensbereisschaft zu geben. In diesem Punkte kann die deutsche aktive Politik einsetzon, ohne daß sich Deutschland auch nur das geringste vergibt. Die Regierung muß JJCCCCCCCCCTCTCTFTTCGTC0GTCTsT—TFTsTTTTCT0T0T dorff einer war. Im übrigen ist aber Deutschland nicht Rußland und 1923 nicht 1917, und das Spiel der kom⸗ munistischen Maus mit der militaristischen Katze müßte dies⸗ mal unfehlbar mit dem Tode der Maus enden. Das wissen auch die Kommunisten im Rubrrevier, und darum haben sie keine Neigung, die weltrevolntionären Pläne zu verwirk⸗ lichen, die von Berliner Genies ausgeheckt werden. Die Hoffnung des franzssischen Militarismus, es werde mit seiner mehr oder weniger sansten Nachhilfe ein kom⸗ mumfstischer Putsch losbrochen und es würde sich dann dem ins Bockshorn gejagten Bürgerkum als Ketter und Wieder⸗ hersteller der Ordnung zur Ve ung stellen können, auch diese wenig ehrenhafte, letzte Koffnung wird zuschanden merden. Eine explosive Entladung der Klossengegensätze ist jetzt nicht möglich. Diese Gegensätze sind vorhanden; töricht wäre es, sie abzustreiten, aber sie waren da, als die Fran⸗ zosen noch nicht im Lande waren, sie werden noch da sein, wenn die Franzosen wieder fort sein werden. Aber der Wo bleibt die Verständigungsbereitschaft? hier einhaken, um im Ernst den ersten tatkräftigen Beweis ihrer Verständigungsbereitschaft zu liefern. Damit ist nicht gesagt, daß Herr Cuno sofort alles preisgeben soll und Deutschland ohne weiteres auf die passive Resistenz im Ruhrgebiet verzichten muß. Unter besonderer Betonung der Fortführung unseres Abwehr⸗ kampses, solange man uns dazu zwingt, kann aber mit dem Hinweis auf das Ergebnis von London der Welt jetzt gezeigt werden, wie Deutschland sich die Lösung der schwierigen Fragen denkt. Schon aus innerpolitischen Gründen halten wir einen derartigen Schritt für notwendig. In allen Entschließungen, die unsere Arbeiter an der Ruhr gefaßt haben, wurde von der Regierung verlangt, den Kampf nur bis zum unbedingt Notwendigen Nutzt die Regierung die gegenwärtige Situation nicht aus, in der die deutsche Arbeiterschaft eine Verständigungs möglichkeit sieht, dann ist es nicht ausgeschlossen, daß die Abwehrfront an der Ruhr langsam zu wanken beginnt. Herr Cuno und Herr Rosenberg handeln des⸗ halb nur im Interesse des deutschen Volkes, wenn sie sich der Auf⸗ fassung der übrigen Kabinettsmitglieder anschließen und jetzt einen Schritt tun, der unsern Kämpfern an der Ruhr neuen Mut gibt und der Welt den Beweis liefert, daß Deutschland im Ernst den Frieden will. 5 Eine ernste Mahnung. Der Vorwärts richtet in seiner heutigen Morgenausgabe en⸗ läßlich der heute im Reichstage stattfindenden Trauerfeier eine nicht mißzuverstehende Mahnung an die Regierung. Er schreibt: „Man mag mit Recht der Meinung sein, daß eine Toten⸗ feier keine Gelegenheit ist, über Reparationen, internationale Schulden, Jahreszahlungen, und Garantien zu reden. Zum min⸗ desten wird aber dann zu erwarten sein, daß heute im Reichs⸗ tag nicht etwa Türen zugeschlagen werden, die sich allmählich zu öffnen beginnen. „Die Einsichtigen wissen, daß nicht Unterwerfung unter brutale Gewalt sondern nur die Verständigung unter Aufrechten die Krise beenden kann. So könnte auch am heutigen Tage sehr viel nütz⸗ liches getan, sicher aber auch großer Schaden angerichtet werden.“ Die Stellung der rheinischen Sozialdemokratie. 6 1 5 In Köln tagte am 8. April eine von Vertrauensleuten der Sozialdemokratischen Partei ans den Wahlkreisen Köln⸗Aachen, Koblenz⸗Trier und dem Saargebiet. Nach einem Vortrage des Reichstagsabgeordneten Genossen Sollmann und einer Aussprache, die die volle Einmütigkeit der cheinischen Sozialdemokratie zeigte, wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: a „Die rheinische Sozialdemokratie erblickt in dem französisch⸗ belgischen Einbruch in das deutsche Ruhrgebiet einen militaristisch⸗ imperialistischen Gewaltakt gegen die von den Massen nach innen und nach außen zu schützende deutsche Republik. Als unversöhn⸗ liche Feinde jeder imperialistischen Raub politik a werden die Sozialdemokraten in ihrem passiven Widerstande gegen die französischen Heere aushalten, bis Frankreich zu einer Verständigung über die Wiedergutmachung im Rahmen der deutschen Lei ungs fähigkeit bereit ist. Die So⸗ zialdemokratie klagt den französischen Militar'smus des Mordes an deulschen Volksgenossen an; sie erhebt schärfsten Einspruch gegen die unerhörte Barbarei der Auslreibung Tausender rheinischer Vollsgenossen nat Frauen und Kindern und gegen das unmenschliche Wüten der Militärgerichte: sie protestiert gegen die unaufhörlichen Eingriffen in die Pressesreiheit, gegen die Unter⸗ drückung der Versammlungen, gegen die fortschreitende Lahmlegung des politischen und gewerkschaftlichen Lebens. Mit derselben Eut⸗ schiebenheit wendet sich die Sozialdemokratie gegen jeden Versuch, den Völkerhaß zu schüren, zu Gewalttaten gegen die Besatzung aufzureizen und nationalistische Leidenschaften zu rückschrittlichen innerpolitischen Zwecken auszunutzen. Von der Neichsregierung erwartet die Sossoldemolratie, daß sie ihren Verhandlungswillen durch keineslei Unklarheiten ver⸗ dunkeln läßt. Die Neichb regierung muß einen Neparationsplan hallen, der unter der Voraussetzung der Räumung des Nuhr⸗ gebiets und unter Mitverantwortung, unter Garantie und unter HBelastung der deutschen Kapitalistenklasse den Beweis für den deuischen Erfüllungswillen liefert. Im Geiste der internationalen Sozzalistenbeschlüsse sordern wir Mitwirkung der Arbeitecorgaui⸗ fallonen am Wiederaufbau Nordfrankreichs. Die rheinische Sozialdemokratie begrüßt alle gegenseitigen Sicherungen, die einen neuen Krieg zwschen Frankrech und Deulsch⸗ land unmöglich machen. Sie lehnt aber die als Sicherung ge⸗ sor derte und Schicksalsungewißheit jedes Einzelnen, das ist das Neue, das Unerhörte, auf das sich alle Blicke richten und auf dessen Abwehr alle Nerven bis zum Zerreißen angespannt sind. Das Kooperieren mit dieser Gewalt zu Zwecken der Weltrevolution ist eine blasse Theorie, füt die auf dem Boden der Wirklichkeit kein Platz ist. Gegen jeden Versuch, ste zu verwirklichen, sträubt sich auch im kommunistischen Arbeiter des Ruhrreviers der natürliche Instinkt. Abgesehen von einer Handvoll verworfenen Gesindels gibt es hier keinen Menschen, der den militaristischen Ein⸗ dringlingen ihr Handwerk erleichtern wollte. Ueber ein widerwilliges Sichfügen in Unvermeidliches hinaus gibt es kein Entgegenkommen, keine Neigung zur Unterwerfung. Diese Menschen, die als einzelne so entsetzlich ohnmächtig ind fühlen doch triumphierend daß auch die brutale Fe. walt ohnmächtig ist gegenüber der Masse und dem gemein- samen Gefühl. das sie beseelt. Ungebrochener trotziger steht das Arbeitervolk an der Ruhr am Ende des dritten Monats da als am ersten Tage der Besetzung. militörische Einbruch in dieses friedliche Land die täglichen getan hätte. f Degoutte ebenso ein Volschewist ist wie Luden⸗ — Schikanen und Quälereien, die vollkommene Rechtlosigkeit *— durchzuführen. * Errichtung eines rheinfschen Bundesstaates auf Besehl Frank⸗ reichs und unter fremder Kontrolle als eines freien Volkes unwürdia mit aller Eutschiedenheit ab. Niemals werden sich die rheinischen Sozialisten wie ein Oploniabtaat behandeln lassen. So sehr die Sozialdemokratie zu großen deulschen Opfern als einer Jolge des Weir lorenen Kricges bereit ist. so unversöhnlich wird sie alle Ver⸗ juche bekämpfen, das Reich zu zerstückeln und die Hoheitsrechte der Deutschen Republik zu schmälern.“ 4 5 405 Eine weitere Entschließung wendet sich gegen die kommunisti⸗ schen Hundertschaften. Der Kampf gegen die Feinde der Republik sei Sache des Staates. Zeige sich die Staatsmacht als zu schwach, so hätten Sozialdemokratie und die Gewerkschaften Abwehrmaß⸗ nahmen zu treffen. Die Hysterie des französischen Nationalismus. Jn Frankreich gibt es auch jetzt noch, trotz der Ruhraktion ebensoviel Kurzfichtige wie in Deutschland. Betrachtet man die Stimmamg in beiden Ländern näher, dann ergibt sich auch jetzt wieder, daß die Nationalisten sich gegenseitig eifrig wieder in die Hände spielen. Dort Schreie gegen die Verständigung, hier Rufe nach endloser Fortsetzung der Ruhraktion, die schließlich zu einem finanziellen Zusammenbruch Deutschlands und damit zu einem endgültigen Erfolg Frankreichs führen müsse. Auch der Temps markiert eifrig mit der Unvernunft. Er sormuliert in seiner Montag⸗Abendausgabe noch einmal die beiden„grundsätzlichen Forderungen“ Frankreichs: 3 5 1. Die französische Regierung bleibt entschlossen, die Repara⸗ tionszahlungen so zu verlangen, wie Poincaré sie bei der Londoner Konferenz im Dezember definiert hat. 1 18 2. Französische Truppen werden im Ruhrgebiet bleiben, bis die Reparationen bezahlt sind. 1 Diese„Zrundsätzlichen Forderungen“, die im wessentlichen als Beruhigungspulver gegen die Pariser Unwernünftigen von Geburt dienen sollen, liefern keinen Beweis dafür, daß die französische litik durch die Reise Loucheurs eine scharfe Wendung nicht er⸗ 4 5 hätte So sagt z. B. der Korrespondent der Vossischen Itg. in Paris, bessen Beziehungen zu maßgebenden französischen Po⸗ Attikern bekannt sind, in seinem Blatt heute u. a.: „In nichtamtlichen Kreisen bleibt man trotz aller offiziösen Ableugnungen davon über⸗ zeugt, daß die Reise Loucheurs einen Wende⸗ punkt bedeutet.“ Die sozialistischen Vorschläge. Der Vorschlag, der in den Konferenzen der internatignalen ialisten in Berlin und Paris erwogen wurde, ist, wie der ütterte Auriol mitteilt der Vollendung nahe. Auriol erklärt, daß er über einig: Punkte noch Diskretion bewahren müsse be⸗ sonders über die Sicherheiten und Pfänder die dieser Plan vor⸗ ü f Er deutet nur an. daß es sich um andere Forderungen 9 0 So, 7 0 0 J dele, als vielfach in Regierungskreisen geplant war. Aus 00 en langen Ausführungen lassen sich etwa folgende Richtlinien ern: 5 5 g 555 Keine Gebietsbesetzung zum Zwecke der Sicherheiten. 2 Schnelle Stabilisierung der deutscken Schulden durch einige An⸗ leihen. 3. Ausgleich der interalliierten Kriegsschulden. 4. Herab⸗ setzung ber deulschen Verpflichtungen auf etwa 20 Millionen Gold⸗ mark für Frankreich, die hauptsächlich für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete verwendet werden sollen. Der laue Bon ar Law. Bonar Law, der am Montag im englischen Parlament An⸗ tragen über Loucheurg Reise beantwortete, beobachtete dabei große urückhaltung; er sagte nschts Neues und bezeichnete die Reise oucheurs als gänzlich inoffiziell. Wedgwoods Fragen über den Inhalt der iugeblichen Vorschläge wich er durch die Bemerkung ants. die Unterhaltung sei nur allgemeiner Art gewesen. Auf Be⸗ hen erklärte er weiter daß die Frage, ob Englaud die Ruhr⸗ don billige nicht besprochen worden sei und sügte hinzu, daß m keine Pressenotiz bekannt sei, die besage, Loucheur sei mit der Billigung der Ruhraktion von englischer Seite nach Paris zurück⸗ rt.* Brückensprengung am Mhein⸗Hernekanal. An der Stelle, an der der Rhein⸗Hernekanal bei Henrichen⸗ burg über die Emscher führt wurde am Sonntag morgen gegen 5 Uhr von unbekannter Seite die Kanalbrücke gesprengt. Die Wassermassen des Kanals stürzten mit wildem Tosen in die Emscher. Mehrere Holzbrücken die dem gewaltigen Wasserdruck nicht stand⸗ halten konnten wurden hinwiggeschwemmt. Der Herner Hafen und weite Strecken des Kanals waren in wenigen Stunden fast wöllig wasserlos. Zahlreiche beladene Kohlenkähne sind umgekippt. Die Schleuse Nr 7 des Rhein⸗Hernekanals wurde unbrauchbar und der K 8 4 analbetrieb infolgedessen lahmgelegt. Auf dem Dort⸗ munb⸗Emskanal wurde Sonnkag ein Kahn gesprengt; infolgedessen liegt der Verkehr still. a Politische nebersicht. Vandervelde gegen die Nuhrpolitik. Auf dem Parteitag der belgischen Sozialdemokratie hielt Gen. Vandervelde eine politisch bedeutungsvolle Rede die verdient, auch in Deutschland bekannt zu werden. Vandervelde führte u. a. aus: Selbst Arbeiter, die für die Sozialisten stimmen, aber bürger⸗ liche Blätter lesen, sagen, wenn wir 50 Milliarden Schulden haben, die Deutschen zahlen werden. Das ist eine schwere Illusion. Denn selbst wenn Deutschland seine Gesamtschuld zahlen würde, genügte das nicht, um die belgische Schuldenlast zu beseitigen. Eine energische Politik ist notwendig. Wenn wir eine demvkratische Re⸗ gierung hätten, würde sie zunächst die Wiedergutmachungen nicht durch Zwang, fondern durch Verständigung lösen. Sie würde dann die Erbschaftssteuer erhöhen, das Monopol auf Alkohol, Tabak und Versicherungen einführen. Schließlich würde sie eine Kapitalsteue erheben. Das ist unsere Politik. Ich erkenne an daß Theunis und Jaspar seit langen Monaten sich bemühen, gemäßigt zu sein. Aber sie sind nicht allein, sie sind im Rate der Alliierten. Italien weicht aus. Die Vereinigten Staaten beobachten. England will wohl die deutsche Schuld herabsetzen, aber unter der Bedingung, so wenig wie möglich dabei zu verlieren. Was Frankreich will, ist schwer zu ersehen. Als die Alliierten nicht wußten, welche Haltung sie einnehmen sollten, ist Frankreich in das Ruhrgebiet einmarschiert und hat Bel⸗ gien mitgezogen. Ich will hier nicht untersuchen, ob die Ruhrbe⸗ setzung dem Buchstaben des Vertrages von Versailles entspricht. Aber was ich behaupte, ist, daß der Eimmarsch in das Ruhrgebiet, der durch einige Verfehlungen bei den Lieferungen von Kohle und Holz bestimmt worden ist,. ein Akt des Zwanges und der Vergewaltigung war, gegen den die Arbeiter aller Länder protestieren. Das wirt⸗ schaftliche Ergebnis der Besetzung ist verhängmisvoll. Die Zeitungen verkünden uns, daß täglich 3000 Tonnen nach Frankreich und Belgien geschickt werden. Vor der Besetzung erhielten wir 35 000 Tonnen täglich. Man hofft zwar, daß die Kohlenlieferungen sich erhöhen werden, aber während wir sie vor der Besetzung gratis bekamen, miissen wir heute dort 75 000 bis 100 000 Mann unterhalten. Das ist eine unsinnige Politik, die uns zum Ruin und zur Arbeits⸗ losigkeit führt. i Die Regierungen Belgiens und Frankreichs haben erklärt, daß ste nur wörtschaftliche Ziele verfolgen. Aber welche wirtschaftlichen Ziele? Maͤn hat darüber offiziell noch nichts gesagt, aber offiziös hat der Parsser Matin ein Interview einer bedeutenden belgischen Persönlichkeit veröffentlicht. Ich kann dem hinzufügen, daß diese Persönlichkett ganz besonders qualifizzert ist, im Namen der Regie⸗ rungen zu sprechen. Auf die Frage, welche wirtschaftlichen Ziele die Alliierten in Ruhrgebiet verfolgen, war die Antwort, daß ein neuer Reparationsplan notwendig sei, wenn man den zerstörten Gebieten die Priorität zuerkennen würde. Diese Erklärung ist interessant für die, die man des Verrats anllagte, als sie von der Frankfurter Sogzialistenkonferenz zurückkamen, denn diese Erklärung bedeutet die Annahme des sozialistischen Programm von Frankfurt. Sie bedeutet Verzicht auf die Militärpensionen und Wiedergut⸗ machung der Schäden entsprechend der Zahlungsfähigkeit Deutsch⸗ lands. Wäre das eine offizielle belgische Erklärung, so en wir vom Albdruck befreit sein. Aber sowie man die Grenze überschritten hat, spricht man anders, und man spricht auch anders öffentlich, als in privaten Gesprächen. In der Finanzkommission der Kammer hat Poincars erllärt, daß die Räumung nur nach Maßgabe der Zah⸗ lumg der Reparationen erfolgen würde. Das kann bedeuten, was die belgische Persönlichkeit dem Matin gesagt hat. Aber es kam auch bedeuten, daß unsere Truppen im Ruhrgebiet bis zu dem Tage bleiben werden, an dem der Londoner Zahlungsplan ausge⸗ führt sein wird., d. h., daß wir a das Ruhrgebiet in absehbarer Zeit nicht verlassen werden. Diese Politik mit ihrem zweideutigen Charakter ist eine ungeheure Gefahr für den Frieden und für die Lösung der wirt⸗ schaftlichsten Probleme. Und diese zweideutige Politik treibt auch die deutsche Regierung. Aus dieser Situation müssen wir durch die Verständigung zwischen den belgischen, französischen, englischen, italie⸗ nischen und deutschen Arbeitern herauskommen. In unseren industriellen Bezirken gibt es viele Genossen, die sich der deutschen Besetzung erinnern, der erduldeten Leiden, der erschossenen Männer und Frauen, der niedergebrannten Volkshäuser. 5 — v Se der z us:„Ar Eonnen das nicht vergessen⸗ N nicht vergessen. Aber auf gefühlsmäßige Erinnerungen Und wir sollen uns der Leiden Belgtens Das darf nicht wieder fein!(Beifall). Rep . ahmtett der Reg und an Beer nfähigkeit ist die Die Ausführungen, die der französische Markn wir wir jungst kurz berichteten, über die Notwe 00 einer starken Vermehrung der französischen Kriegs flott macht hat muten wie die Propagandarede eines M. 1 des Deutschen Flottenvereins aus jener längst verst denen Zeit an, in der die alldeutschen Welteroberer. deres Ziel kannten, als die Steigerung der Rültun m Wasser und zu Lande. um dem deutschen Imperialism. Heilt „Ellenbogenfreiheit“ in allen Erdteilen zu sichern. Jet Nucl. an die Stelle des deutschen Imperialismus, dem der We krieg das Genick gebrochen hat, der franzöftsch treten. Und nun zeigt es sich immer deutlicher, daß Imperialismus, um seine Siegesbeute zu sichern, nötigt sieht die znilitörischen Streitkräfte Frankte Lande zu Wasser und in der Luft mit jedem Jahre gern und dem französicchen Volk immer größere La Deckung der Rüstungsarsgaben aufzuerlegen. Die Argumente, die der französische Mari für die Vermehrung der Rüstungsausgaben anführt typisch für den modernen Imperialismus. Zunächst es immer, daß die Erwerbung von Kolonien unumgä sei für die Aufrechterkaltung der Wirtschaft die Verbindungen mit den sranzösischen Kolonien a Osten. Und die Ausnützung Danzigs und Meme cutf der Hand. Als Ende 1921 auf der Washingtonet aber kommt als noiwendige Konsequenz der Hinweis eine große Kolonialmacht auch eine a 0 erhalten wollen, sondern vor allen Dingen von dem 0 beseelt sind, auf allen Meeren und an allen Brem 10 eventuelle Stittpunkte der französischen Flottenpoliffk A pocht scheint ihnen nicht minder wie die Festsetzung in aun riistungskonferenz der Versuch gemacht wurde, das n fernen Osten getroffene Abkommen über Rüstungsbes Wa zen ben U L N 1 feen u. sitzen müsse, ohne die sie keine auswärtige Po könne. Im bejonderen Falle Frankreichs kommt noch daß die gegenwärtigen Herrschor dieses Londes nich des intervationalen Verkehrs der ena ichen Sem hen entgegentreten zu können. Tie Ostsee und das 0 löndische Meer sind für sie ebenso wich ig wie 50 N tinopel, Smyrna und Alexandrette als eine„Frage Leben und Tod“ für die französische Politik. Die Interessengegensatze, die sich hieraus ergeben,! kungen auch auf Europa zu übertragen, war es vor Dingen Frankreich, das sich der englisch⸗amer ika Initiative entgegenstellte. Seit dieser Zeit hat Gegensatz zwischen dem englisch-amerikanischen N trust. der die Weltmeere beherrscht, und der stärksten! tärmacht Europas, Frankreich, immer mehr verkies kürzlichen Debatten über die Vermehrung der kräfte im englischen Unterhause haben gezeigt, wie ge Furcht vor der französischen Uebermacht in allen pol Kreisen Englands ist und mit welcher Besorgn Staatsmänner angefichts des zunehmenden Rüstungin Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. 5„Wenn man eine Fliege wäre, könnte man ihm viel⸗ leicht folgen; er wandelt ja auf Wegen, die vor ihm sicherlich noch kein menschlicher Fuß betreten!“ knurrte der Sergeant. „Er kann auf keinen Fall weit sein,“ versicherte Mikel, „denn hinter der Kathedrale führt nicht einmal ein Pfad, den eine Ziege erklettern könnte. Wir müssen ihn in der Kathedrale selbst suchen, zum Glück verläuft sich die Flut soeben.“ ö Es dauerte aber doch noch eine gute Stunde, ehe sie das Tor halbwegs trockenen Fußes zu passieren vermochten. In der ungeheueren Kathedrale umfing sie tiefe Finsternist, nur einige verfrühte Sterne blitzten vom Firmament hinab. Selbst Pipriac, der weder von Natur noch durch Erziehung abergläubisch war, überlief ein geheimes Gruseln. Die laut⸗ lose Stille, die nur durch das über den Moosvorhang frieselnde Wasser und durch das zeitweilige furchtsame Ge⸗ kreisch der Seevögel unterbrochen wurde, wirkte geradezu lähmend auf die Sinne. Die Königin der Nacht hatte ihre Herrschast angetreten, man vermochte keinen Schritt weit zu sehen. Dicht an die Wand geschmiegt, saßen in Reih und Glied zahllose schwarze Scharben, die, von den ungewohnten Fußtritten aufgeschreckt, im Dunkeln aufflatterten. Die Leute sprachen im Flüsterton und krochen nur vor— sichtig weiter. a„Wenn wir doch jammerte Pierre. i„Man könnte glauben, daß der Teufel in dieser ver— dammten Finsternis sein Spiel treibt,“ brummte Pipriac aiftig. Am liebsten wäre er Grallon an den Hals gefahren. Dieser bekreuzigte sich und lispelte:„Gott schütze uns vor dem Bösen! Doch horcht, was war das?“ Eine Taubenschar flatterte aus irgend einer dunkelen Grotte hoch in die Lüfte.. f „Das ist wirklich ein verwünschter Ort, man siebt ja seine eigene Nase nicht! Man könnte ebensogut in dem großen Ozean eine verlorene Nadel suchen! Wenn Gott mich als Ziege oder Eule erschaffen hätte, dann könnte ich dieses 69 eine Fackel mitgebracht hätten!: Werk zu Ende führen, so aber ist's verlorene Zeit! Wir wollen trachten, je eher, je lieber wieder mit heilen Gliedern herauszukommen,“ brummte Pipriac.„Kehrt Euch!“ Der Rückzug wurde in aller Stille angetreten und erst als alle wieder den Strand erreicht hatten und festen Boden unter sich fühlten, atmeten sie erleichtert auf. Mikel Grallon beharrte standhaft bei seiner Ansicht, daß Rohan in der Nähe sein und daß man die ganze Nacht Wache halte müsse, damit der schlaue Fuchs nicht wieder entwische. Pipriac schnaubte innerlich vor Wut, denn er hätte sich am liebsten mit seinen Leuten sofort zurückgezogen, um der Nachtruhe zu pflegen und die Nachforschungen erst am Morgen fortzusetzen. Trotz seiner Pflichttreue hätte er dem Deserteur auch ganz gerne die Möglichkeit einer zweiten Flucht geboten, aber etwas in den Augen Grallons lehrte ihn, vor diesem Menschen auf der Hut zu sein, der Rohan mit solscher Standhaftigkeit verfolgte. Er würde sich wahr⸗ scheinlich kein Gewissen daraus machen, Pipriac höheren Orts wegen Pflichtversäumnis anzuzeigen. Es wurde also beschlossen, sowohl die Kathedrale wie auch die umliegenden Klippen während der Nacht streng zu bewachen. Wut⸗ schnaubend verteilte der Sergeant seine Mannschaft, dann zündete er sein Pfeischen an und begab sich selbst auf seinen Posten. Aber die Nacht verstrich ohne jedes weitere Ergeb— nis. Infolge des sich erhebenden heftigen Seewindes und der darauffolgenden kalten Regengüsse verloren die Gen⸗ darmen die Geduld; die Dorfleute— bis auf Grallon— hatten sich ohnehin schon längst zurückgezogen und die Schultern gezuckt über das was sie eine vergebliche Wild⸗ gansjagd nannten. Nach dem Rücktritt der Flut führte Mikel die Häscher in die Kathedrale zurück, die jetzt ganz hell und freundlich aussah, so daß sie alle Nischen und Spalten in den roten Granitwänden mit ihren aufgepflanzten Vajonetten durch⸗ stöbern konnten, ohne jedoch eine menschliche Seele zu finden. Mit jedem neuen Schritt verschlimmerte sich die Laune Pipriacs und seiner Mannschaft. „Hol's der Teufel!“ brüllte er endlich wütend.„man kann hierher kommen, um Krebse zu fangen, aber ich kann kein Versteck entdecken, das geeignet ware, mehr als einen Sergeant wütend. gung Vogel zu beherbergen! Und deshalb seine Nachtrü ain du seinen Morgentrunk zu opfern! Man sieht es ja an keen Inte Granitwänden klar und deutlich, daß die Hochflut sof kr dae kder u — Nischen und Spalten betrifft, nun. nur eine 1 1 ih Aue mestel hinaufkriechen, denn die Wände sind glatt und schlil Gras. Bei den Gebeineg des heiligen Gildas, hier f. Deserteur versteckt! Gehen wir!“ „Halt!“ schrie Mikel außer sich. ö „Himmelsakrament, was nun?“ fuhr Pipriac zornig „Ihr habt noch nicht überall gesucht.“ 1 „Du bist ein Esel! Wo sollen wir denn noch fh Vielleicht in Deiner verdammten Gurgel?“ schrit t 1 „Nein; aber dort oben— im Trou,“ entgegnete gleichmütig.. Während Pipriac ärgerlich in die trichterartige! nung starrte, von der Rohan zu Anfang der Erzi Marcelle berichtet hatte, doß sich dort hoch oben ein bh Grotte befinde, flog eine Taubenschar hinein, flattert sofort wieder hinaus.. wandte sich Mikel f „Habt Ihr das gesehen?“ Leute. i. „Was denn, Du kluger Fischer?“ brummte Pipe „Die wilden Tauben! Sie flogen in den ö 1 7 105 1 e 2 25 flatterten aber sofort wieder hinaus.“ „Was weiter?“ ö Die Grotte muß also bewohnt sein.“* Pipriac stieß einen derben Fluch aus und seine ke sahen einander verblüfft an, während Grallon selbstanfen schmunzelte. g 1 5 „Aber das ist rein unmöglich!“ rief der Alte el ö „Die Wände sind glatt und flach wie meine Hand 10 Moos ist so schlüpfrig, daß kein Mensch dingufffsh könnte, und was den Zugang von oben betrifft, spett Deine listigen Spionsaugen auf und steh', spie zerl das Gestein ist. Wenn er dort oben ist, nun, dang it Teufel und wenn er ein Teufel ist, mag ich ni schaffen haben. Basta!“ 1 b (Fortsetzung folgt.) —— .. ee, N 2 , . rhessischen Volkszeitung Nr. 82 Gießen, Mittwoch, den 11. Arik 1923. Beilage zur Obe 9 iese d Beweis von Arbeiterdisziplin und das übrige lä J Arbeit für Notstandsarbeiter zu schaffen sei die erste Aufgabe, Für⸗ Gießen und Ungebung. 1 8 a0 rige ift seh bevert. dae u fer agen ee dae 3 0 9 N wie ae ener falle den dreserenden den eff der * N 5 e r stattete 15 en n 1 Die Eroberung der Presse. Jugendfürsorge und⸗ Wohlsahrtspflege. 1 1 welcher in der Aussprache noch verschiedene Fragen antwortete. — bekannte azifistische ichrifts Der pazifistisch Schriftsteller Normann Am Sonntag Nachmittag wurde im Gewerkschafshaus der 3. Die Versammlung war seitens der Genossinnen und Genossen nicht so besucht, wie es unbedingt hätte erwartet werden müssen. gell⸗London zeigt in seinem Buche„The Preß and the Vortra s g von dem Genossen, Beigeordneten Del p⸗ stadt 1 1 e Es ist deshalb besonders dankbar anzuerkennen, daß dle Fürsorge⸗ 8. ganisation of Society“(Die Presse und die Organi- gehalten. f 0 on der Gesellschaft)(Labour Publishing Company Ltd. Der Referent sprach über:„Sozlalpolitik und das Lebensrecht schwestern der Stadt Gießen erschtenen waren und hiermit ihr ndon 1922, sh 3—6) die ganze Ungeheuerlichkeit des der Wohlfahrtspflege in der Genneinde.“ 0 Aue resse für die Bestrebungen bekundeten,* kapitalistischen Zeitungswesens auf. Die Rolle d 5 Unter Hinweis auf die Artikel 161, 162 und 163 der Reichs⸗ a kapit 0„ e der Presse verfassung führte er aus, daß das Fundament für den Bau des— Ausländische Spenden für die Studentenhilfe. Man schreibt ö In letzter Zeit sind der Universttät seressierter Kreise“ zu sein: Die Gefahr ist größer. J gesunde Mensch habe die sittliche Pflicht zu arbeiten, um hierdurch schiedene Spend dem Auslande zugegan r mpf um die größere Auflage Aerbiaten ne N 51e so viel Verte zu schaffen, daß nicht nur der Unterhalt für ihn und ee e e eee der e Seudentenhife andere an Entstellungen und verdummenden Sensationen. de dee e. 1175 110 9 e und insbesondere zur Unterstützung der Studeutenspelfung. Es hat So beschafsen ist die Quelle unserer Informati ir darch Famlltenverhälknisse e ee e ee Fellowshin eine nal che wer mono ene N. e ö ö 0 0 Informationen, somit b Familienverhältnisse in Bedürftigkeit geratene Mitmenlch] Gesellschaften Deutschlands besücht, um die hiesigen Verhältnisse unsere meisten Urteile. Der Verfasser macht das Gedeihen erhalten werden könne. 1 aug einiger Anschauung kennen zu lernen und persönliche Be⸗ der Menschheit geradezu von einer Aenderung der bestehen⸗ gli 18 0 sei 5. der Wohlfahrtspflege. Er zer⸗ ziehungen anzubahnen 20 Pfund gespendet für das Stude e ß die unter den gegebenen Umständen eine Besserung doch er- sowie die große Gruppe der allgemeinen Wohlfahrtspflege, a de e de e e a en er 55 hoffen lassen, und führt über die den Arbeitern zukommende Mutter- und Säugling fürsotge, Pflege dee ichulpflaptigen den, beg anet tei die warmen Wünsche für eine rasche Befreiung Deutsch. des zur Schule gehenden Kindes, bessere Anteilnahme an dem lands aus seinen Nöten und zur Förtsetzung des guten Werkes an i sich keineswegs darin, das Instrument„gewisser Staates und der Gesellschaft die Arbeit sei. Der in jeder Hinsicht uns von der Universität: 1 N dt Rolle unter anderm aus: en d 0 1 ö 0 e 2 5 Schicksal der Pflegekinder, Tuberkolosenfürsorge und anderes mehr. 5 70 177 8 ücke ö 8 öbel 50 Es handelt sich hier nicht,„eine blutige Revolution„ Redner mußte seine Ausführungen du allen diesen einzelnen 155 1 1 e S. ete dat“ egen die be Kräfte des Kapitals“ auszutragen. 1 5 1 gestalten und bot manche beachtenswerte und] summe und einige Fässer Schmalz gespendet.— Dieses warme Keine Artillerie ist erforderlich. i i 5 schahmenswerte Anregung. 8 4.. Interesse für die Notlag, Mehrzahl unserer Studenten auch im K st erf Keine„gemieteten Meuchel⸗ Grundsätzlich habe in der Wohlfahrtspflege jede Parteipolitik ee 95 5 1 e da ohne 9 Auf⸗ worder“ brauchen überwältigt, keine Armeen besiegt zu wer- und etwa die Behandlun si 15 e 5 f g 0. f Be g vom konsessionellen Standpunkt ausgu⸗ 0 0 eit 5 1 denz; keinen Blockaden soll getrotzt werden, keine Barrikaden scheiden. Nur die Hilfsbedürftigkeit des Menschen entscheide. Der 19 ee 205 10 0 ede Proletariats proksamiect wer dus daß an in erte Ane in Dorma d. e Kampf um Holzscheine. Am Montag früh wurden auf den, wiewohl die Veränderung die geistige Diktatur der Ar⸗ e ausge 1 a denß Wohl dem Spend ugsscheine für 501 ausgegeben. beiter bedeuten würde. Ohne Blutvergießen und Leiden läßt fahrtspflege. 6 5 ö 1 Dazu hatten sich soviel Käufer eingefunden daß ein geradezu 6 75 5 e Sehne des Kapitalismus, die größte t klei 0 i 155 e e e lebensgefährlicher Andrang herrschte. Frauen wurden durch 5 achtquelle der a en rdnung er 1 5 3 5 t 1 ne ezirke zu scha en, amt e Pflegebe enen mi 1 22 9 2 2 2 4 ge welcher sie die Gedanken 10 115 1 den Pflegern und Pflegerinnen rasch in Verbindung treten können Männer rücksichtslos beiseite gedrückt, teilweise sogar ge⸗ lunge nd die Politik 1 d infolg en und umgekehrt. In Darmstadt mit 80 000 Einwohnern beständen stoßen und die Kleider zerrissen. Schuld an diesen Dingen N 90 Ho gen und die Politik der Nation. Niemand braucht gegenwärtig 120 Bezirke, doch sei daran, in allernächster Zeit die ist jedenfalls die mangelhafte Organisation der Verteilung: ür diesen unermeßlichen Arbeitersieg auf den Barrikaden zu Stadt in 300 Bezirke einzuteilen. Es dürfte ein Bezirksborsteher j 5 f z. erben; man kaufe des Morgens eine Zeit Stell mit den Pflegern nicht mehr wie etwa 10 Fälle zu bearbeiten haben. 1 nicht genügend Holz vorhanden ist, sollte man 2 Zahl Disse kleine tägliche d 195 ung an Stelle Alles mehr sei ein Uebermaß, führe dazu, daß die Fürsorge nicht der Bezieher— vielleicht nach dem Alphabet— einteilen. b 5 gliche Handlung würde den so ausgeübt werden könne, wie dies in der heutigen Zeit uerläß⸗ Wer glücklich Scheine bekommen hatte, mußte sich wieder en Bren Kapitalismus der Gnade des Arbeiters ausliefern. Keine lich sei und untergrabe die Arbeitsfreudigkeit der mit der Pflege i 1 eite e! das schen E Machte könnte gegen den Entschluß der Arbeiter, keine kapi⸗ betrauten fersonen, die das Amt doch meistens noch neben ihrer 5 8 98 i 9 5 5 1. ind daß alistischen Zeitungen mehr zu lesen, aufkommen. Kein a e dee e 19 12 10 0 55 en keinie Rückscht Imilitari 8 7 1 75 2 1 Ses r ingeräumt. Man habe hnen 7 2 5 5. militärischer Zwang wäre wirkungsvoll. Seit einer oder einen Fond zur Verfügung gestellt, aus dem sie sofort helfend ein⸗ 80 0 e e 5 0 N 8 Mit dem stsplel am Donnerstag, der Mitglies es. Staatlichen Theate wie der, mr 8 5 5 nd Meme zwei Generationen werden die Arbeiter aufgefordert, sich zu greifen können, ohne daß erst die Angelegenheit über den Bezirks⸗ 8 Flottenpif heben und ihre Ketten abzuschütteln, sagt man ihnen, für 1 95 155 e 1 1 u 8 1 1 5 8 192 0 ach Scholz's Schauspiel„Der Wettlauf ie Revolution 8 1 0; 8 1 gen würden erst nachträglich dem ihlfahrtsamt überreicht. mit dem Schatten“ bringen, wird eine ganz eigenartige Dar⸗ Rei zu sterben bereit zu sein. Sicherlich würden An den großen Deputationssitzungen nähmen nicht nur die stellung dem Publikum geboten. Der Dichter wirft in diesem ung in f 1 8 85 0 5 ge⸗ illionen ihr Leben hergeben; würden sie aber auf die Bezirksvorsteher, sondern alle Pfleger teil. Bei der Anzahl der⸗ Schauspiel ein Problem auf das phantastisch ist, aber doch nicht 5* dies jedoch mehrere Deputationssitzungen, die nach ganz außerhalb der Sphären der Wirklichkeiten liegt. Uebersinn⸗ 5 tler ik. duc Sportseite ihres vertrusteten Leibblattes verzichten, um es selben bebinge f gegen ein zunächst weniger unterhaltendes Blatt ihrer Bezirken abgehalten würden. Dort habe man auch eine Erwerbs⸗ liches und Mögliches vermischen sich, und so wird das Problem 0. e Sigenihalon aber Geuofcnscaft instaan e 2 1 1. e 5 7 ha! ie Wohlfahrtspflege bedeutend entlaste. In der Werk⸗ ort im ält. Das Schauspiel bietet eine Fü e * 1 Hier kann die Fähigkeit der Arbeiter, sich selbst zu be⸗ stätte würden Erwerbsbeschränkte wie Kriegsbeschädigte, Sozial⸗ logisch Jeinen und gedanklich Glänzenden. Die Sprache ist außer⸗ ö Nüstmgb freien, auf die Probe gestellt werden. Eine gewisse Schule und Kleinventner beschäftigt mit Besen⸗ und Bürstenbinden, Korb- ordentlich packend der Aufbau des Werkes von eimer prachtvollen er, bt uns unausgesetzt,„daß der Kapitalist niemals kampf⸗ e e e e N e Das Werk ift bereits über 50 Bühnen Deutsch⸗⸗⸗ 5 7705 3 2 7 2— 019 7 5 Hausha. zin Stamm gesunder ngen. 99 fücpanatt os nachgeben wird.“ In diesem wie in vielen andern Fällen Leute übernehme die schweren Arbeiten. Die Erwerbsbschränkten 3 für Tauben. Auf die im heutigen Blatte ent. 1b bet f 99151 es A e zum Nachgeben zu zwingen, sondern e 1 1 5 e Suu e haltene Bekanntmachung. wonach die Tauben von 10. April bis 1 ihm zufließende i s stro irbeiters, gegenwärtig etwa 7 ie Stunde. Die Beteiligten i ö i. 1 i 20 zufließ u Reichtums strom aufzuhalten, der, hätten also zu ihren Rentenbezügen noch eine Einnahme und zwar 12 Mai einzuhalten ind. werden Sai eser dane 8 ani wn 5 0 2 15 schen würde es nicht an dem Willen der Arbeiter— oder, was auf fselbsterarbeiteten Verdienst. Das sei ein so stolzes Bewußtsein 8 Holzversteigerungen. Im Gießener Stadtwald finden beute det stürkfen as gleiche herauskommt, an i i li f 5 N ihrer Enthaltsamkeit— fehlen, für die Leute, daß sie sich freudig der Arbeit unterzögen, das viele Do f 5 58 0 l 5 hn le berhaupt ihm nicht zuzukommen braucht. Das Problem der Menschen bedrückende Gefühl, daß sie aus öffentlichen Mitteln Zu⸗ die 1 in bedgen Blatts Je af werfen U g det Ersetzung der mühsamen kapitalistischen Maschinerie durch wendungen erhielten, komme in Wegfall f 5 f igt mern eine neue Gesellschaftsordnun e bi en Auch die Einrichtung des„Arman⸗Arztes“ habe man in Darm⸗ Eingesandt. Bodens an die Bevöl g,„ di ückgabe des stadt beseitigt. Die Stadt habe mit den Aerzten einen Vertrag(Für Form und Inhalt der unter dieser Rubril zum Abdruck kom⸗ 55 955 politic ev 1 11 1 die. 115 bedeutende 1 und dem Wohlfahrts⸗Pflegling die freie Aerztewahl menden Artikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) soziale, politische und wir aftliche Schwierigkeiten. gesichert. 6 e. Er erwähnte auch die für Darmstadt geltenden Pflegesätze pro ene de 4015 155 a e aber die Uebernahme der Presse betrifft, ist die Haupt bed: 1 5 7 Woche und betonte dabei, daß man sich hierbei an ein starres f. des Erfolgs eine selbst für den unbegabtesten Ar. System nicht kalten könne, sandem individuell handeln müsse. Die Durch die Geldentwertuna sind für die Mhtglieder der Orts- beiter durchaus mögliche Handlung, die dem Volke nicht nur heutige Wohlfahrtspflege stelle an die Gemeinden große An⸗ krankenkasse schwere Schäden enestanden. Während vor dem Kriege „Profite“ tragen, sondern eine das Parlament überragende forderungen, doch müßten Bedenken finanzfeller Art in den Hinter⸗ das Krankengeld etwa 55 bis 60 Prozent des Arbeitslohnes aus⸗ grund treten, die Linderung der Not set die einzige Richtschnur. machte, betragt es heute. bei längerem Krankfein kaum noch 3 bis Ma.* 2 5— Nachtquelle erschließen würde, deren Besitz die Vorbedingung Der Vortragende faßte sein Referat schließlich dahin zu⸗⸗ 5 Prozent. Wäre es nicht durchführbar. innerhalb 5 bestehenden 1 ö 9. wirklichen Aenderung bildet. Tüglich ein kleiner l sananen: Arbeit für die Gesunden, Arbeit für Erwerbsbeschränkte,] Klassen das Krankengeld der Geldentwertung anzu und e Ausstellung des Oberhessischen Kunsivereins. 7 1 1 6 e ee 1 bezaubernd gleich⸗ Unter welche Rubrik ist ein Diskussionsredner zu setzen? f 1 9 5 5 ul t.. f N 8 eisten ara 9„ N 5 f 3 71 bes het Ju einer Sammlung deutscher Holzschnittranst wurde so uber. en a ee W Ae mai viel Material geliefert(einige hundert Arbeiten, daß man(Lenedig Cane graute“,„Birken im Moor“, Georg Zim⸗ also ein fachlicher Beurtesler.“ Menschliche Tätigkeiten oder ssch zumächst abmithen muß, an den mannigfachen Eindrücken, die in[mers Gestalnmgen aus Märcherleben u. Naturromantik(„Ratten⸗ Leitungen, gleich, ob sie technischer, künstgerische, wissenschaftlicher, pre ku, cheer Ipensünt großen Ichwangungen unternehmen dauernde fängerbild“,„Die sieben Schwaben“,„Movdlicht“) ragen e e ee e N 10 läßt sich 17 5 1 570. ee 5 0 5 eg gol e 1 99 55 e Dinge 85 iz. w den Tel Ki rer verdien 5 den ah“ wem etwas Gut f e ee e ee e e eee e us mythischen In. nur der, der nicht nur das Mangelhafte hervorsußt, sordenn das es geschaffen werden soll, haben sich den Wilen halts(Feueranbetung, Veweimma) oder aufs Grandiose zugespitzt Objekt allseitig kritistert— beurteilt— und sagt, wie die 1 gel?“ see, dieser Künstler nicht entzogen. Vielmehr besticht sogar manche klei⸗(Brennendes Schiff), aber manchmal unklar i i 5 5 N e l gere Arbeit, weil darin beide Faktoren erfolgreichen Schaffens zu]Scmarg und Vent fade ae e Piat wird. derbessem wären Wer allo ein Kritiker sen wi, muß einer schönen Synthese sich vereinigen. Dagegen sind die Darstellungen des Daniel Staschus aus dem een 9 5 e. 952 4 5 Zuweilen sind da Bilder, deren Vorwurf in den Grundzügen Fischerleben und seine Waldeinsamkeit und Winterlandschaft zufan⸗ Ein Kritiker muß sich bei seiner Kritit auf allgemein anerkannte un einen gewaltigen Ausdruck gesteigerter Besessenheit erinnert, men mit den wild geschaffenen, mehr ekstatischen Bildern seiner Frau Grundsäge und Regeln, sowie auf, Tatsachen stützen. Einem partei⸗ benen die harte Linienführung des Holzscknitts und seine steile Jeich- daula. Sta sch aon(che Feuerpwbe, Am Oysersten, palin eder dae Kane fehlt jeder Maßstab kur Ber Götzenrache, im nordischen Wald, Sturm, Kinderkreuzzug) Mitgefühl urteilung. Fanatismus, Haß nehmen jedem Menschen die Fähigkeit ng bet. mumg gerade genügt, ein dunkles Schicksal in dem Künstler waltend, 5 n f oben K ahnen zu lassen, auch wenn sein Messer von einer mutwilligen und erzwingend und beschaulich. zur Beurteilung, zu.— Kritik. g i * launigen Hand geführt erscheint. Arbeiten des Pfähler von W. Barthel Oelbilder„Die Brandenburg“, Aus dem Gieße⸗ Nun gibt es jegoch eine Reihe„Kritiker“, die es in Wirklichkeit nen, Ottegraven gehören in diese Richtung und geben dem ordnen⸗ ner Stadtwald“ sind gewöhnliche Mache, der sogar der solide Reiz nicht sind. Man nennt sie Kritikaster, Afterkritiker, Nörgler oder 11 6 den Sinn verständiger Betrachtung einen ersten Anhaltspunkt von des Hmdwerklichen erheblich fehlt. C. Fries hat dies mal besseres Schwadroneure. 1 1 5 5. 5 sich Ni nen heraus. Seine Handdrucke„Berg der Ergebung“ und„Berg, vorzubringen als vorher. Besonders die„Welkende Rosen“ wurden Ich kenne Leute, die sehr viel reden, überall, auf dem Werk, auf 1 des Mitleids“ haben viel Verwandtes mit Werken des Miinchener ein recht, eindrucksvolles Stilleben tonig gut gebaut, während sein dem Wege, im Wirtshaus(dort besonders viel), in der Versamm⸗ 0 halt überall und immer nur, um zu„kritisieren“. Es ge noch nicht so form⸗„Badeplätzchen“ den schon einmal gerügten Mangel technischer Ge⸗ lung, na— schnitt die charakte⸗ duld wieder ausweist. R. Pfaff⸗ Gießen hat in Oel ausgestellt gibt auch welche, die in der Versammlung stets anderer Meinung 0 Jnische Abwandlung der menschlichen Ergebenheit: Trotz, Stolz,„Blick nach dem Gleiberg“,„Wallernhausem“,„Kloster Arnsburg“. sein müssen wie der Referent. Sie meinen, daß die Versammelten Furcht, Hingabe. Die„Spielgesellen“ behandeln eine recht schwierige Alle diese Arbeiten haben den Fehler, daß die Vorbildlichung in der sie nicht mehr bewundern wütden, wenn sie nicht anderer Meinung Ausgabe, Bewegung darzustellen, mit erotischer Leichtigkeit,„Kraft“ Fläche stecken bleibt wie bei E. Eimer, Darmstodt, der mis Gro wären. Ueberhaupt hat man Menschen, die nur reden, um„anderer g und„Werden“ sind von allem das reifste, nicht nur weil eine große] tesken„Entenreiter“ und„Der Schatten, vertreten ist. R. Pfaff Meinung“ zu sein D sie wollen immer anderer Meinung sein n! Idee ihre durchaus sinngemäße Form erhielt, sondern weil auch] vermag die Gegenstände in leine dringliche Atnosuhäre zu stellen. Sie fangen ihre„Diskussionsrede“ gewöhnlich so an:„Der Vortrag 1 7 war gut und wohl, aber..“ oder:„Ich bin mit dem Redner nicht des Bildners Können den beiden Ideen auf Gnade und Ungnade Diesen Eindruck steigert noch eine zu blasse Farbgebung. Auffallend 1 eigenartig sind drei Bilder Willi Ern ers⸗Darmstadt, eines] ganz einverstanden...“ oder:„Gegen den Vortrag ist nichts ein⸗ klliegen durfte. Das ist gut. Anders ist es bei G. Fredrich. Seine. oder: 0 farbigen Naturstudien, auch die lichtbeworsene Straße bei Nacht. Malers der Darmstädter Zweiten Secession. Man merkt gleich,„Die zuwenden, jedoch muß Kritik sein, denn wo keine Kritik ist, da geht Al. 1617 hassen erkennen, wie sehr es dem Künstler darguf ankommt, alles Sonnenlichter“ sind noch Anfängerarbeit, aber man muß staunen es nicht vorwärts!“ Diese Diskussionsredner reden sich dann vom , be 0 N Gegenständliche in den Schwingungsbereich seiner eigenen schön⸗ über die genialische Auffassung eines Sommerwaldes, in dem alle Stöckchen aufs Hölzchen, reden laut und lange, weil sie meinen, daß eine! N unkenen Seele zu ziehen, sogar das Düstere jenes Straßen⸗ Umrisse von Baum und Strauch, Weg und Mauer durch herein⸗ man dadurch als kluger Kerl ins Ansehen kommt. Sie reden sich ch 1 blldes mit seinen Schatten von Menschen durch volle leuchtende, flutende Lichtbündel verwischt werden, ohne daß umser Blick durch auch in die Erregung hinein und begleiten ihre„Kritik“ mit 8 otift, e warmansprechende Farben aufzuhellen. Weniger ergreifend bleiben die chaotische Illusion zusammenlaufender Materien: Luft, Licht, von denen„Verrat“,„Lumpen“ und dergleichen mehr, noch die sans⸗ 0 testen sind. Und all diese Redner behaupten, daß sie nur„kritisieren“ Meisters Sepp Frank. Aber sie sind lan vollendet. Dennoch erfreut in dem einen Holz dae ö die Bilder A. Lindgrafs. Außer seinem Holzschnitt, der blühende Pflanzengrün, Staub, Seö rungen erleidet. Diese starke malerische sleh, ek LKastanien vor einem Hause darstellt, sind seine anderen Werke noch Begabung triumphiert dann im„Herbstbild“ ausschließlich mit der wollen. g 5 1 gun, bach diemlich schillerhaft unbeholfen, denn er konnte nicht die Gefahr Farbe, die zeigt, wie sterbendes Lehen kurz vorm Ende noch ein Nein,„Kritiker“ sind das keine. Ob man sie unter die Kritika 5 sa weitern, die gerade die Holzschnittkumst so sehr erschwert, größere letztes Mal verzweifelt aufflackert.„Die Ruine“, ein Stück aus der Afterkritiker, Nörgler oder Schwadroneure einreihen soll, kann 0 f Farben farbig zu beleben. Zwei Stilleben von E. Halleur er⸗ gleichnamigen Sammlung, sicher erst Anfang dieses Jahres vollendet, aur von Fall zu Fall beurteilen. Ich warte also bis zur erch eine zwar weiche, aber edle Zeichnung. Indes vermißt strömt über von unvergleichlicher Schönheit in jeder Beziehung der Mitgliederversammlung, um an Ort und Stelle die Klassf ie noch eine gehaltvollere Ausbeutung des Motivs. Der. Künstler J bildenden Kunst. Karl Stork. vorzunehmen.(Stüber in der Seer 1 15 fast ganz auf malerische Lichtwirkungen. Ein paar Flecken 5 * unmer neue Kfassen zu schaffen.„Die Krankenkasse soll doch einen sohialen Alisgleich bilden und ich halte es deshalb nicht für gerecht, daß man dem einzelnen den durch die Geldentwertung entstaudenen Schaden zusügt; denn daß jemand, der 20 Wochen krank ist mit täglich 350 Mark Krankengeld eine Familie ernähren kann, ist unmöglich. Die Reichstagsabgeordneton bitte ich, um Auskunft, an welche Stelle sich ein in solchen Nöten befindlicher Kranker um Unterstützung wenden soll. Andernfalls müßten dem Reichstage Vorschläge gemacht werden dahingehend, daß länger Erkrankte mindestens eine Unterstittzung erhalten, die der Erwerbslosenunter⸗ stützung glesch kommt. Ich glaube mit dieser Gsendung Vielen s dem Herzen gesprochen zu haben. L. S. in L (Anmerkung d. Red. Wir bemerken dazu, daß die Beiträge, sowie die Unterstützungssätze be! der Ortskrankenkasse auf reichs⸗ gese u Bestimmungen beruhen.) g Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M. 9. April. Getreidebörse. Bei fester G schäfts 5 wurden bezahlt für je 100 Kilo Weizen Mk. 103 000 107 Roggen Mk. 95 00098 000, Gerste Mk. 77 000 bis 600, Hafer(inländischer) Mk. 78 000.80 000, ausländischer 8400092 000, Mafs(La Plata) Mk. 110 000, Mixed Mk. f 000 Weizenmehl(füddeutsches) Mk. 165 000185 000. Roggen⸗ 5 Mk. 120 000135 600, Kleie Mk. 47 000— 50 000, Erbsen Mk. 55 180 600, Biertreber Mk. 50 900. Frankfurt a. M., 9. April. Frankfurter Viehmarkt. Troß der vetmehrten Zufuhr von Vieh machte sich heute eine aber⸗ malige Pireissteigerung auf fast allen Märkten bemerkbar. Es wären aufzetrieben: 165 Ochsen 90 Bullen 816 Färsen und Kühe, 277 Kälber 32 Schafe 1235 Schweine. Es wurden bezahlt für 1 7 0050 Lebendgewscht: Ochsen(vollfleischige) Mk. 270 000 0 N 921 mäßig genährte Mk. 220 000260 000, gering ge⸗ 180 000.210 000 Bullen Mk. 190 000—245 000, Fersen he(vollfleischigeß Mk. 270 000300 000, mäßig genährte 170 000260 000, gering genährte Mk. 100 000160 00. Kälber schlier Qualität Mk. 290 000—330 000, mittlerer Qualität Mk. 220 000 280 000, geringere Qualitat Mk.—.—, Schafe Mk. 180 000230 000, Schweine unter 80 Kilo Mk. 280 000— 310 000, von 80100 Kilo Mk, 320 000350 000, über 100 Kilo Mk. 330 000 Gis 340 000. Der Markt wurde bei lebhaftem Handel geräumt. Frankfurt a. M., 9. April Internationales Gauner⸗ paar. Die Kriminalpolizei ist augenblicklich auf der Suche nach einem gefährlichen internationalen Gaunerpgar, das in sast allen füddeutschen Kurorten mit reichem Ersolg seine Mitmenschen be⸗ trogen und begaunert hat. Es handelt sich um den 37jährigen Kailfmann Paul Rußwyl aus Dütseldorf und die 25jährige Herta N aus Essen. Das Paar hat zuletzt in Garmisch einer Kölner Dame ein Paar Perlohrringe im Werte von 20 Millionen Mark abgeschwindelt. Zuletzt hat es seine Tätigleit in Frankfurt aus⸗ geführt. Auf seine Ergreifung hat man eine Belohnung von 5050 auf die Wiedererlangung der Ohrringe eine solche won 500 000 Mark ausgesetzt. 1 00 den, 8. April. Französisches Grenzver⸗ gehen. Am 28. März ritten nachmittags um etwa 2 Uhr zwei französische Soldaten, darunter ein Unteroffizier, in das unbesetzte Dorf Eschollbrücken hinein. Sie betraten, augenscheinlich in schon betrumkenem Zuftand, die Wirkschaft Hauf, wo sie je ein Glas Bier id eine Flascke Wem tranken. Auch in der WBirtschoft Pfeiffer Exhielten sie, nachdem sie mit der Schußwaffe gedroht hatten, je ein 7070 ter. Sie verließen später im Galopp das Dorf, rissen dabei zinem harmlos auf der Straße stehenden Landwirt die Mütze vom 1 und gaben 2 Pistolenschüsse w. Bei der Aufregung, in die die kerung hierdurch geriet, hätte es leicht zu Tätlichkesten kommen f m Karfreitag trieben sich ebenfalls 2 berittene franzö⸗ n.— „die scharfe Schüsse abgaben. Nauheim(Kr. Gr.⸗Gerau), 7. April. Schießeifer eines französischen Bahnpostens. Bei der am 27. März nach⸗ mittags abgehaltenen Holzversteigerung die nur für hiesige Ein⸗ wohner stattfand, waren 20 bis 30 Leute erschienen, Handwerks⸗ leu n Nauheim. Nachdem 24 Stämme an der Mainzer Straße verkan ef der“ wollte man sich auf die andere Seite der Eisen⸗ bahn über den unterhalb des äußersten Stellwerks gelegenen . a begeben, um dort noch 7 Stämme zu verkaufen. Daran wo meist Handwerker, beteillgen. Als man „ u ett 2 Leute, rich Gütlich und Jakob Jourdan, blieben liegen, bis Soldaten im Eberstädter Wald, Abt. Klingsacker⸗Tanne, her⸗ senkrecht auf den Uebergang zukam, konnte man den auf dem Stell⸗ werk befindlichen Posten nach seinem Gewehr greifen sehen. In demselben Augenblick machte der Posten zurückweisende Handbe⸗ wegung, woraus man schloß, daß er das Ueberschreiten des Bahn⸗ körpers auf dem darüber führenden Jußpfad nicht gestatten wolle. Die Leute blieben einen Augenblick stehen und leisteten sogleich der Aufforderung zum Umkehren Folge, als der inzwischen unesl. vom Stellwere heruntergekommene Posten sein Gewehr lud. Die Leute entfernten sich wieder in der Richtung nach der Mainzer Straße, einzelne wollten anscheinend den zwischen dem Hahnschutzstreisen und dem Wald hinführenden Weg entlang nach bem Uebergang Hügelstraße gehen. Der Posten war so schnell wie er herebge⸗ kommen, wieder auf das Stellwerk geeilt und sprach dort heftig anscheinend am Telephon, was die Zurückge enden im Wald noch höcen konnten. Wieder einen Augenblick später sielen zwei scharfe Schüsse kurz nacheinander. Die Leute suchten Deckung hinter Bäumen und durch Hinlegen auf den Boden. Zwei 9 5 ie Wache vom Bahnhof erschien, welcher sie den Sachverhalt klar machten. Diesen zwei Leuten wurde nun von der Wache der Fußübergang über den Bahnkörper freigegeben. Durch einen der beiden Schüsse ist dem Schlosser Phil. Diehl 1. der Rockärmel an der Außenseite aufgeschlitzt worden. Der Postenführer erklärte, der Soldat habe ihm gemeldet, es komme ein ganzes Bataillon Zivil aus dem Walde. Der Posten habe in einem Irrtum gehandelt, das Ueber⸗ schreiten des Bahnkörpers sei nicht verboten.— Die Bevölkerung wurde durch das Vorkommnis in begreifliche Erregung versetzt, da, wie sich herausstellte, auch einzelnen Personen der Uebergang schon verwehrt wurde. Nach einer Mitteilung des Kreisdirektors von Groß⸗Gerau an den französischen Kommandanten Haas über die⸗ sen Vorfall, erwiderte dieser lediglich, daß er nicht in der Lage sei, in die Instruktion des französischen Eisenbahnposten einzugreifen. In der Antwort fehlt jedes Wort der Entschuldigung. Gegen diese Vorfälle wurde von den zuständigen Stellen des Reiches und hessi⸗ schen Staates energisch protestiert. Mainz, 8. April. Beschlagnahmte Erwerbslosen⸗ gelder. Bei der städtischen Sparkasse nahmen die Franzosen durch ihre Kriminalpolizei eine Haussuchung vor, in deren Verlauf sie Alten und etwa vierzehn Millionen Mark in bar beschlagnahmten, alles Gelder, die an die Erwerbslosen auf Grund der gesetzlichen Fürsorgebestimmungen auszuzahlen waren. Durch die Beschlag⸗ nahme hat nur ein Teil der Erwerbslosen die ihm zustehenden Gelder erhalten können, sodaß in diesen Kreisen die Erregung eine ganz außerordentlich große ist. Die Stadtverwaltung, bei der bereits eine Kommission der Erwerbslosen aufs dringendste vorstellig geworden ist, hat energisch bei dem Delegierten Protest erhoben. Im Zusam⸗ menhang damit steht auch eine Haussuchung bei dem Kreisamt hier. Die Horcher an der Wand. Ein Kulturdokument aus nachrevolutionärer Zeit. Ein Chemnitzer Bürger, der als Witwer im Befitz einer kleinen Wohnung ist und seinen Haushalt von seiner Braut führen läßt, hat von der Polizeibehörde einen Trennungsbefehl bekommen, der als Kulturdolument bekannt zu werden verdient: An Herrn X. N, hier! Sie unterhalten mit Fräulein 3. ein unsittliches, ärgernis⸗ erregendes Verhältnis Auf Grund der Bestimmungen in 8 2 unter 1 des Gesetzes A vom 28. Januar 1835, verbunden mit§ 8 des Gesetzes vom 8. März 1879 wird Ihnen aufgegeben, sich dieses unstttlichen, ärgerniserregenden Verkehrs zu enthalten. Insbesondere wird Ihnen untersagt das gegenseitige Besuchen, Besuchs⸗ annehmen, das Wohnen und Nächtigen in einem und demselben Hause sowie jedes Betreten der gegen⸗ seitigen Wohnungen, auch wenn diese ait dritten Per⸗ somen geteilt werden. 5 Für jeden Zuwiderhandlungsfall wird Ihnen eine Strafe von 400 M. Geld, hilsw. vier Tage Haft angebroht. Zur Vermeidung gleicher Strase haben Sis ferner den gegenwärtigen unstatthaften Zustand des Wohnens in einem und demselben Hause binnen 14 Tagen, von Empfang dieser Ver⸗ fügung gerechnet, durch Trennung zu beseitigen. Polizeipräsidium. gez. Dr. Schulze, Oberregierungsrat. Ausgefertigt, Chemnitz, am 28. Feb mar 1923. Körnig, Verwaltungsinspektor. Wie die Chemnitzer Volksstimme hierzu mitteilt, delt ele Rechtsrat und ehemaliger Offizier der nachbar des auf dem Boden der Republik und des Sozig stehenden Bürgers k. Y. und es reflektiert ein Fre Herrn Rechtsrats in demselben Hause auf die Wohnung freiwilliger Che lebenden Paares. Der Begriff des Aerhe nehmens ist, laut Akten, dadurch gegeben worden, daß der Rich durch Horchen an der Wand an dem Zusammensezn beiden Menschen Anstoß genommen hat. 5 7 Man stelle sich vor, daß die Polizeibehörde ein Dokument nicht an einen armen Teufel, sondern einem reichen Herrn in seiner Villa geschickt hätte, um ihm zu b binnen 14 Tagen seine Mätresse zu entlassen und auch das ge seitige Besuchen einzustellen! Gegen Arbeiter aber glaubt me solche merhörte Herausforderungen erlauben zu können. Arbeiter wagt man es, zwei Menschen, die sich lieb haben, ni das Zufammenwohnen, sondern sogar das gegenseitig suchen selbst in Gegenwart dritter Personen zu verbieten Das Ministexium des Innern hat mittlerweile auf de drücklichen Protest des Angegriffenen die Verfügung auch 0 zurückgezogen Und das ist das einzig Erfreuliche an der G Der Mord des griechischen Studenten Papademotrit Grunewald bei Verlin ist aufgeklärt worden. Als Mörder 26 Jahre alte Dyonisos Georgatos aus Athen ermittelt der sich seit zwei Jahren beschäftigungslos umhertrieb En b aus den Fenstern seiner Pension gestürzt und so den Tod gef Lokale Parteinachrichten. An die Ortsvereine! Werte Genossen und Genossinnen! Unser Frauenorgm Gleichheit, wird am 1. Mal ds. Js. als internationale Num doppelter Stärke von 24 Seiten herauskommen. Sie wir 0 auf den 1. Mai als Weltfejertag als auch auf die an e Hamburg stattfindende internationale Konferenz eingestest und Beiträge bekannter internationaler Genossinnen e 1 Da die Nummer bereits Mitte April fertiggestellt sein muff nötig, schon jetzt überall eifrige Propaganda dafür zu mache stellungen müssen alsbald bei den Parteibuchhandlungen o Buchhandlung Vorwärts. Berlin SW. 68 Lindenstraße, gegeben werden. Wir empfehlen den Ortsvereinen, die Nn zu einer Verbreitung unseres Frauenorgans zu benützen im Beslellungen baldmöglichst aufzugeben.. Mit Parteigruß W. Widmann. Bezirkssek . An die Ortsvereine des 6. Unterbezirks(Grünberg Am Sonntag, den 15. April, nachmittags 2 Uhr fi Grünberg im Lokale Witwe Repp eine Unterbezirks⸗Konferenz rdnung statt: 75 . —— 2 2 5 2 2 — mit folgender Tageso 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Bezirksmaifeier. 5 Zu dieser Konferenz werden die Ortsvereine Grünberg, horn, Lauter, Ettingshausen, Weikartshain, Göbelnrod, 8 Lumda, Beltershain, Stangenrod, Stockhausen und Reinhald ersucht, Vertreter zu entsenden. Kein Ort darf 2 5 N er * An die Ortsvereine des 7. Unterbezirks( Rabenau]. Sonntag, den 15. April, nachm. 3 Uhr Unterbez sammlung bei Gastwirt Bergen in Allendorf a. d. Oda. ordnung: 1. Bezirksmalfeier, 2. Aussprache über Genosseh 3. Verschiedenes. Alle Ortsvereine mülsen vertreten sen Der Vorstand: H. Schu Versammlungskalender. Treis a. da. Volksverein. Samstag den 4 abends 9 Uhr be Gastwirt Amend Versammlung. Tages N Abrechnung des 1 Quartals 1929; die diesjährige Maffeich richt der Gemeinde⸗Vertreter. Sämtliche Genossen milssen Stellẽ sein.. Treis a. Lda. Freie Turnerschaft. Donnerstog 12. April, abends 9 Ühr bei Gastwirt Will Versammlung 5 sämtlscher aktiven. sowie passiven Turner ist wünscht. Antisemitische Wissenschaft. Bei den„Deutsch⸗Völbischen“ und Antisemiten ist es eine be⸗ te Art, bedeutende Männer als Zeugen für ihre rückständigen An uungen ausgurusen. Goethe, Schlller alle Dichter und Philosophen von, Bedeutung müssen für diesen Zweck herhalten. 9 muß sich nur wundern daß sie nicht auch noch Lessüng, den Dichter des„Nathan der Weise“ für sich reklamieren. Die Hetren machen sich diese Beweisführung sehr leicht; es gibt da in den Werken dieser Männer irgend eine Stelle, die— vielleicht krgend einer Person in einem Roman oder Bühnenwerk in den Mund gelegt— sich als judenfeindliche Aeußerung des betreffen⸗ dent Verfassers auslegen läßt. Unter Umständen wird die Wahr⸗ heit etwas umgebogen, um den gewollten Zweck zu erreichen. In der neulichen Schöffengerschtsverhandlung las Oberlehrer Dr. Lenz zur Begründung seiner deutschvölkischen antisemitischen Ansichten ein langes Zitat aus Luther vor. Unstreitig war Luther ein be⸗ deubender Mann. Er lebte aber vor 400 Jahren, in der sinsteren Zeit der Ketzer⸗ und Juden verbrennung und konnte selbstverständ⸗ lich vom Geisie seiner Zeit nicht gang unbeeinflußt bleiben. In Bezug auf das Jeudentum hat ei übrigens seine Ansichten mehr⸗ fach geändert. Es ist daher für qinen Lehrer von heute höchst be⸗ denklich Luther als Autorität für antisemitische Ansichten anzn⸗ führen. Die Herren werden aber dabei von keinem Bedenken irgendwelcher Art geplagt, sie zitieren munter drauf los— selten ontrolliert ja einer die Zitate nach! Mauchmal geschheht's aber och und da wurden sie schon oft mit ihren Zitaten abgeflihrt. So 1555 4 bezüglich Goethes und Luthers Antlsemitismus ge⸗ schrleben:. Was würde man wohl von einem Menschen scagen, der Goethes berühmten Osterspahergang im„Faust“ zum Vewejse dafür an⸗ führen wollte daß der Dichter ein Felnd des Naturgenusses und der Freude an der erwachenden Natur im Frühling gewesen sei? Man würde es mit vollem Recht als wahnsinnsges Unterfangen hinftellen, die Verse, die Goethe dort Wagner sprechen läßt:„Man steht sich leicht an Wald und Feldern satt,— Des Vogels Fittich werd' jch nie bengden“ usw.—, und die bestimmt ind kurch den krassen Gegensatz die Vecherrlichung des jungen Frühlings um so kräfticer he'vortreten zu lassen, in dem ange⸗ gebenen Sinne deuten zu wollen. Genau dasselbe tun aber bie Amtisemften, die einzelne Verse oder Prosastellen in den Werken Goethes aus dem Zusammenhang ro ßen um damit den Dichter zu ihrem Gesinnun genossen zu stempeln. Sie zitieren mit Vor⸗ liebe aus dem„Jahrmarktfest zu Plundersweflern“ die Verse: „Und dieses schlaue Volk sicht einen Weg nur offen, Solange die Ordnung steht, solang hat's nichts zu hoffen. .... Sie haben einen Glauben, Der sie berechtigt die Fremden zu berauben. Der Jude liebt das Geld und fürchtet die Gefahr. Er weiß mit leichter Miih und ohne viel zu wagen, Durch Handel und durch Zins, Geld aus dem Land zu tragen.“ dDiese Verse drücken keineswegs die Ansicht Goethes aus der Dichter legt sie vielmehr dem Judenhassex Haman, 150 Miulster des Königs Ahasverus, in den Mund, damit dieser durch bestinunt werden soll alle Juden im persischen Reiche zu vernichten. Was der König erwidert, wird natür⸗ lich ünterschlagen: er sagt: fernlagen Shalespeare und Linné als den Geist bezeichnet hat, der den seinen „Ich weiß das nur zu gut. mein Freund ich bin nicht blind; Doth das tien andere mehr die unbeschesttten sind.“ Mit demselben Unrecht versucht man insbesondere aus drei aus dem Zusammenhang gerissenen Stellen in„Wilhelm Meisters Wanderjahren“(2. Buch 2. Kap. und 3. Buch, 9. u. 11. Kap.) die Judenferndschaft Goethes zu beweisen. Eine Stelle im 13. Buche von„Dichtung und Wahrheit“ hat Chamberlain vor 20 Jahren umgefälscht in„Duldsamkeit gegen die Juden bedroht die bürgerliche Verfassung“. Trotzdem dem Fälscher nachgewiesen wurde, daß an der betr. Stelle das genaue Gegenteil dessen steht, was er behauptet haf Ch seine Fälschung in Deutschl. Ern. und in einer besonderen Flugschrift während des Krieges von neuem wieder auf das Tapet gebracht. Gerade im 13. Buche von „D. u. W.“ bekennt sich ja Goethe ausbdrlscklich als Anhänger des Humanismus und damit der Juden emanzüi⸗ pation. Es ist geradezu lächerlich behaupten zu wollen, daß unsey größter Dichter ein Judenseind gewesen sei, er, der stets⸗ auf das entschiedenste dio Toleranz in Glaubenssachen vertrat und der einst über Lessings„Nathan“ solgenden Ausspruch nieder⸗ geschrieben hat:„Möge doch die bekannte Erzählung glücklich der⸗ gestellt, das deutsche Publikum auf ewige Zeiten erinnern, daß es nicht nur berufen wind. um zu schauen, sondern auch um zu hören und zu vernehmen! Möge zugleich das darin ausgesprochene gött⸗ liche Duldungs⸗ und Schonungsgefühl der Nation heilig und wert bleiben!“ Der vertraute Genosse seiner letzten Jahre, F. W. Memec, hat ausdrücklich bekendet, daß G.„kein seiner als Natur⸗ und Geschichtsforscher unwürdiges Vorurteil gegen sie(die Juden) haben konnte“ und er selbst sagt ja in seiner Schrift „Meine Religion“ ausdrücklich:„Aber ich hasse die Juden nicht. Was sich in meiner friiheren Jugend als Abscheu gegen die Juden in mir regte war mehr Scheu vor dem Rätsel⸗ haften, vor dem Unschönen. Meine Verachtung, die sich wohl zu regen pflegte war mehr der Reflex der mich umgebenden christlichen Männer und Frauen. Erst später, als ich viele geist⸗ begabte, feinfühlige Männer dieses Stammes kennen lernte, ge, lellte sich Achtung zu der Bewunderung, die ich für das bihelschöpferische Volk hege und für den Dichter, der das hohe Liebessed gesungen.“ Daß G überhaupt antisemitische Regungen vehßt ja schon daraus hervor, daß er Spinoza neben am stärksten beinflußt habe, Aus Martin Luthers Schriften und zwar aus denen seiner späteren Zeit, werden in Fritschs Hdb. einige Stellen ange⸗ führt, die dessen Judengegnerschaft dartun sollen. L. hat oftmals in seinen Schriften und Reden Gelegenheit genommen, sich über die Juden muszusprechen. Als Kind seiner Zeit war er auch voll von ihren Vorurteilen, und so darf es nicht wundernehmen, daß sich manches kräftige Wort gegen die Juden vorfindet. Es ist auch richtig, daß er gegen die Juden die Vorwürfe erhob, sie trieben Wucher, sie fluchten den Christen und bewiesen ihnen alle Tücke und anderes mehr. Ja noch schärfere Urteile sprach er über die Juden aus. Aber diese entstammen seinem Greisenalter, we er durch viele Umstände verbittert war, während er als reifer Mann von vierzig Jahren nur achtungsvoll von den Juden sprach. Er war jedenfalls kein Antisemit im heutigen Sinne! Das konnte er nicht sein, er, dessen ganzes Leben und dessen ganze Lehre vom Alten und Neuen Testa⸗ ment ausging. Gerade die genaue Kenntnis des Alten Testaments diktierten ihm goldene Aussprüche über die Juden, die jede andere Gesumung atmen. nur nicht Judenhaß und Judenfeindschaft! So * segt L. einmal:„s sind aber die Huden des Geblüts hic Edelsten auf Erden, und so man eine edle Geburt malen welt 5 1 die Juden nehmen, um ihres Berufs, und Er Wi. Beziehen sich diese überschwenglichen Worte auch mur Juden des Alten Testaments, so beweisen seine Werke m reden, daß er auch für die Inden seiner Zeit ein warmes Hen end für ihre Fehler ein geschichtliches Verständnis hatte.„Wir Haben gber Volk(die Juden) lieb“, sagt er in seinen„Tischreden“.„Es ga treffliche Männer gehabt.“ Er sah, wie elend es den Jutz und wie sie unterdrückt und gequält wurden. Deshalb riet er! sollten die Juden nicht so unfreundlich beh md Wenn er den Juden vorwirft, daß sie Wucher treiben, ü klagt er es andererseits, daß sie von jedem ehrlichen Hand ö Gewerbe ausgeschlossen seien. Gerade der Dr. Martin Luthe, 1517 seine Thesen an die Schloßkirche zu Wittenberg schlug, günstig über die Juden. Im Jahre 1523— damals war 40 Jahre alt!— ließ er in Wittenberg ein Buch erscheinen, u er sich gegen die Judenhasser in den kräftigsten Ausdrücken um Der Titel des Buches lautet:„Daß Jesus Christus ein gehn Jude sey.“ In diesem Vuch heißt es u. a.:„ „Unsere Narren, die Papisten, Bischöfe, Sophisten und — die groben Esels— haben bisher also mit den Jude fahren, daß, wer ein guter Christ gewesen, hätte wohl mö p Jude werden. Und wenn ich ein Jude gewesen wäre un solche Tölpel und Knebel den Christenglauben regieren und le gesehen, so wäre ich eher eine Sau geworde ein Ehrist. Denn sie laßen mit den Juden gehende wären es Hunde und nicht Menschen... Darum wäre men und mein Rat, daß man säuberlich mit ihnen ungehe und mn Schrift sie unterrichtet. Will man inhen helfen, so muß man! licher Liebe Gesetz an ihnen üben, sie freundlich annehme, lassen werben und arbeiten, damit sie Ursache und Raum ger bei uns und um uns zu sein.“ 0 Zu seiner späteren Sinnesänderung über die Juden namentlich Mißerfolge bei, die ihm bei verschiedenen Bekes versuchen widerfahren waren. Es ist aber nicht wahr, was dings die antisemitische Geschichtsklitterung behauptet, daß dg wille über den Wucher der Juden, der auch zu dem aufstamde beigetragen haben soll, das Urteil des Reformatoß das Volk Israel unglünstig beeinflußt habe. Den Wucher, N in seiner abscheulichsten Form, hatte der Reformator schon vol ganz anderer Stelle sich breitmachen sehen. Mit seinen Thee den Ablaß handel wollte er nicht nur den Tetzel treffen, den krämer, sondern auch den reichen Fugger in Augsburg, 0 sörmliche Ablaßbank gegründet hatte und mit dem Ver Sündenvergehungen und Scligkeitsversprechungen das Geschäft machte. Die Fuggerschen Kaufleute zogen mit predigern geschäftseifrig in den Bistsimern umher, den 5 Gnade gegen Barzahlung zu verkaufen. Der Auspllinderi en deutschen Volkes durch die romischen Ablaßwucherer und ihr pagnons aus den deutschen reichen Kaufhäusern galt se öffentlicher Vorstoß. So oft Luther Gelegenheit hatte, sich — 255 2 zu müssen stets traf er auf chri Fucher, daher au eine ebnet Dan allgemeinen. 9 eee 1 „ 1 0 1 „ die Dukunft blicken. gonent nan noch, nach den der französischen Flottentreiber, die ebenso wie in Deutschland mit der Schwerin dustrie sppt ind, eine Steigerung der Flotten rüstungen hinzu so muß der latente Gegensatz zwischen den angel⸗ sächsiscten Ländern und Frankreich einen immer schärferen Cherakter nehmen und letzten Endes zu einem neuen ge⸗ wan gen bölkerkrieg führen. Die arbeitenden Klassen in allen Ländern können aus dieser sich schon jetzt abzeichnenden Entwicklung erneut den Zusammenhang zwischen Imperfalismus, Militarismus und Kapitalismus etkennen. Es gibt keinen anderen Aus- eg aus dem Chaos der internationalen Konflikte und ö Ktiegsgefahren als die Niederringung des Kapitalis⸗ ene„auf dessen Boden allein sich die Giftpflanzen des Impertalismus und Militarismus entfalten können. * Tie Geldpolitik der Neichsbauk in ersten Vierteljahr. en ersten Viertelfahr 1923 hat die Reichsbank den 0 benen auf mehr als das Vierfache gesteigert. % E rartig katastrophale Zunahme der Papiergeldflut ist . anderen Zeit verzeichnet worden. Allerdings kann die Reichs bank für sich in Anspruch nehmen, daß sie nach dem lehten Marksturz und in den Monaten der Besetzung der Uhr in ethöhtem Maße zur Bestreitung der Staatsaus⸗ a Ist doch der Bestand der u Kredite hergeben mußte. Hebank an diskontierten Schatzanweisungen seit Jahres⸗ von 1,18 auf 4.55 Billionen Mark gestiegen. Immer⸗ elgt diese Gegenüberstellung schon, daß die Reichsbank ihrer wichtigsten Aufgabe, die deutsche Währung auftecht⸗ zuerhalten, nicht ausreichend gerecht wird. Nachdem man durch die Stützungsaktion die Mark einigermaßen stabilistert 7 oht die innere Geldentwertung durch die Notenpresse die Devisenkutse wieder in die Höhe zu drücken. Folgender⸗ magen gestalteten sich die wichtigsten Posten der Reichsbank n ausweise an einigen Stichtagen: anf hin Diskonierte Haändels⸗Reichsschatz⸗ Helpunlt Goldbestand Umlaufende Noten 1 wechsel⸗Anweisungen 1170 2593 1491 1085 35 698 41 744 1092 68 805 60 634 995 113 639 1662 132 331 100 1280 095 422235 1181 464 1 00⁰ 1984 496 697 215 1609 087 1 00⁵ 3512 787 1829 341 2947 303 5517 919 2 372 102 4552 012 uf ih 5 i 5 men haben, und zwar noch stärker als die Staats⸗ ien erweiterte Kredite geboten wurden, der Einfluß editpolitik auf den Notenumlauf muß bedenklich stim. n. Ftaglos hat die Kreditbereitschaft der Reichsbank azn beigetragen, daß sich um Ostern eine erhöhte Nachfrage nuch Debvisen geltend machen konnte. Die damals von vielen fürchtete Steigerung der Depisenkurse ist allerdings durch Fthördlce Ptdauntmachungen Bekanntmachung. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk des Jörsters Geisel, sollen versteigert werden: ) am Donnerstag, den 12. April 1923, 5 vormittags 9½ Uhr beplunend, aus ben Abteilungen 1003, 1010, 118 u. 120: Algöben der Reichs bark an fremden Zahlungsmitteln bder⸗ hindert worden. Immerhin sollte dieser Vorgang eine er⸗ neute Mahnung sein, mit Krediten mehr als bisher zurückzu⸗ halten. Nachdem die Industrie das Reich bei der Gold⸗ anleihe im Stich gelassen hat. hat dieses ein erheblich ge⸗ ringeres Interesse als bisher, allzu nachsichtig in der Kredit⸗ politik zu sein. Es kommt hinzu, daß nach dem Fehlschlag der Dollarschatzanweisungen die Reichsbank mehr noch als früher bei ihrer Devisenpolitik angewiesen ist, auf ihren nicht unerschöpflichen Goldbestand zurückzugreifen. Hat sie doch bisher, um gegen alle Notfälle gerüstet zu sein, rund 165 Millionen(Gold-) Mark oder ein Sechstel ihres Gold⸗ wertes bei ausländischen Banken hinterlegt, um dafür Devisenkredite jederzeit aufnehmen zu können. Neben dem Goldbestand weist die Reichsbank in ihrem letzten Ausweis über 7 Milliarden anderen Metallbestandes auf. Dieses Konto ist eines der irreführendsten im ganzen Reichsbankausweis, der ohnehin schon darunter leidet, daß Gold⸗ und Papiermark unterschiedslos durcheinandergerech⸗ net werden. In diesen sieben Milliarden soll eigentlich das bei der Reichsbank einlaufende Silbergeld enthalten sein. Dieses stellt einen verhältnismäßig hohen Wert vot, wird aber nur zum Nominalbetrag angerechnet. Daneben jedoch sind in der letzten Zeit große Mengen von Aluminium- münzen geprägt worden, also Ersatzgeld oder noch besser Zettel⸗Ersatz, die in Wirklichkeit außer ihrem Metallwert gat nichts vorstellen. Diese Ersatzmünzen nun find zu dem Nennbetrag, auf den sie lauten, als Metallgeld ausgewiesen. Derartige Bilanzkunststücke tragen nicht dazu bei, das Ver⸗ trauen in die Reichsbankausweise, die von dem Ausland seht sorgfältig gelesen werden, zu fördern. 0 Die Gerüchte vom Rücktritt Bonar Laws. London, 10. April. Die Gerüchte, wonach Bonar Law infolge seines angegriffenen Gesundheitszustandes genötigt sein wird, sein 1 Amt niederzulegen, tauchen in gewissen Kreisen immer wieder auf. Die franzosenfreundlichen Kreise nennen für diesen Fall als seinen Nachfolger Lord Derby oder Lord Curzon. Sie meinen, der augen⸗ blickliche Schatzkanzler Stanley⸗Balduin würde sich alsdann mit der olle als Parteiführer im Unterhause zufrieden geben. Es ist jedoch nicht ausgeschlosfen, daß gewisse Kreise der konservativen Partei einen Regierungschef wünschen, der dem Unterhaus angehört, und alsdann gilt Stanley Balduin als der aussichtereichste Kandidat für die Nachfolgeschaft Bonar Laws. Die ganze Frage ist aber noch in der Gdeschäftsverlegung. Schwebe, da sich der Gesundheitszustand Bonar Laws, wie übrigens auch Loucheur versichert hat, sich erheblich gebessert hat. In anderen Kreisen wird auch Chamberlain als der kommende Führer der Regierung genannt. 4 Die amerikanischen Kriegsforderungen an Deutschland. Paris, 10. April. Wie dem Petit Parisien aus London gemeldet wird, besagt eine Meldung der Central News ats Washington, daß die Vereinigten Staaten die Gesamtsumme ihrer Kriegsentschädig⸗ ungsforderungen gegen Deutschland auf 1187 736 Dollar festgesetzt haben. Diese Zahl umfaßt die versönlichen Forderungen, die die amerikanischen Bürger aufgestellt haben, sowie alle Forderungen. die sich auf den Schiffbruch der Lusit inia beziehen. Den deutschen Dele⸗ gierten in der gemischten Kommission für die Kriegsforderungen sei diese Aeußerung der Vereinigten Staaten offiziell notifigiert worden. 2* Verwaltungsreform. Der Ausschuß der Kommission für die Verwaltungsreform hat nach Erledigung des Gesetzentwürfs liber„Die Wahlen der Stadtver⸗ ordneten und Gemeinderatsmitglieder, sowie der Kreistags⸗ und Provinzialtagsmitglieder“, seine Arbeiter mit det Beratung der Ge⸗ Ausschzisses wurden don der Regierung ermzelne wichllge Fragen, n Dentschriften bearbeftet. Bei der Frage der Bitrgermeister⸗ und Bei⸗ geordnetenwahlen bildete die Wahl und Stellung von Berufsbürget⸗ meistern in den Landgemeinden einen Gegenstand eingehender Be⸗ ratung. Die außerordentlichen Schwierigkeiten, die bei den Gemein⸗ den, Kreisen und Provinzen infolge der Geldentwertung und der m⸗ derweitigen Regelung der Steuerverhältnisse eingetreten sind, er⸗ gaben die Notwendigkeit, die Regelung der Kreis⸗ und Pro⸗ vinzialumlagen und der hiermit in Zusammenhang stehenden Finanzverhältnisse als besonders dringlich zu behandeln. Insbeson⸗ dere trat die dringende Notwendigkeit hervor, die Umlageverhältnisse der Kreise und Provinzen für die Rechnungs jahre 1920, 1921 1922, die in den Voranschlägen nut vorläufig, borbehältl ich späteren Ausgleichs, geregelt waren, definitiv zu ordnen, um für dieses Jahr den notwendigen Finanzausgleich mit den Gemeinden herbei⸗ zuführen. Der Ausschuß befaßte sich auf Vorlage des Ministeriums eingehend mit diesem Gegenstande, der sodann durch ein Ausschreiben des Ministeriums des Innern vom 27. Januar 1923 geregelt wurde. Infolge der durch die Rückwirkung der Ruhrbesetzung eingetretenen Umstände mußten die Arbeiten des Aus schusses für einige Zeit leider unterbrochen werden; sie sind jetzt wieder in Gang gekommen, und es haben im laufenden Monat Sitzungen des Ausschusses teils in Anwesenheit des Ministers des Innern, teils von Vertretern des Ministeriums stattgefunden. leber die seitherigen Aufgaben der Provinzen und Kreise(Selbstoerwaltungs⸗ und Staatsaufgaben, sowie den Gemeinden abgenommene Aufgaben) wurden an Hand der Vor⸗ anschläge besondere Uebersichten gefertigt, welche den weiteren Beratungen zu Grunde liegen. Ebenso wurden eingehende e Arbeiten über das seitherige Verhältnis der Kreis⸗ und Provinz⸗ umlagen zu den Gemeindeumlagen, sowie über die Beteiligung von Kreis und Provinz an dem Ergebnisse der neuen Reichseinkommen⸗ steuer aufgestellt. Diese Vorarbeiten ermöglichen mimmehr die Aus⸗ arbeitung eines Gesetzentwurfs, der die gegenwärtigen einschlägigen Bestimmungen der Kreis⸗ und Provinzialordnung auf⸗ heben und an deren Stelle den Provinzen und Kreisen eine steuerliche Selbständigkeit einräumen, dadurch aber auch die Gemeinden von den Kreis⸗ und Provinzialummlagen für die Folge entlasten will. Durch diesen Entwurf, der die notwendigen Zusammenhänge mit dem Landessteuergesetz und dem Gemeindeumlagengesetz mehren. wird, hofft man, der großen Erschwerung der Steuer⸗ und Finanzverhältnisse in den Kommumalverbänden und Gemeinden eini enbgegen⸗ wirken zu können. Auch die Bestimmumgen der Städteordnung und Landgemeindeordnung über besondere Ausschläge, Gebtthren, sowie Abgaben und indirekte Steuern beabsichtigt man im Zusammen hang hiermit einer Priifung und einer dem Bedürfnisse entsprechenden Aenderung zn umterziehen. Bei den Arbeiten des Ausschusses wird dem Gesichtspunkte der Geschäftsvereinfachung und Kostenver minderung besondere Rechnung getragen werden. Man hofft, die neuen Entwürfe, die den Finanzausgleich für die Kom⸗ mumalberbände und Gemeinden auf eine neue Grundlage stellen werden, in Bälde abschließen und dem Landtag vorlegen zu kön⸗ nen. Gelingt es, sie noch im Laufe dieses Jahres im Landtage zu verabschieden, so könnte voraussichtlich die neue Regelung noch für das Rechnungsjaht 1923 in Anwendung kommen und hier⸗ durch ein weiterer wichtiger und besonders dringlicher Abschnitt der Verwaltungsreform erledigt sein. Genossenschaftswesen. Die Entwicklung des Genossenschaftswesens. Im Februar ds. Js. ist der Bestand der deutschen Genossen⸗ schaften um 133 gestiegen, während der Zuwachs im Vormonat 143 betrug. Die Gründungstätigkeit hat etwas nachgelassen, allerdings ist auch die Zahl der Auflösungen von Genossenschaften zurückge⸗ gangen, sodaß immerhin noch der erwähnte Ueberschuß Über die Auf⸗ löfungen bleibt. Der Rückgang der Gründungstätigkelt erstreckf sich auptfächlich auf landwirtschaftliche Rohstoff⸗Genossenschaften, Kre⸗ ditgenosseuschaften, Wareneinkaufs⸗ und Konsumvereine. Von den letzteren find im Febrnar nur 3 neugegründet worden, denen 6 Auflösungen gegenüberstehen. Insgesamt hat sich die Zahl der Ge⸗ nossensckaften ohne die Zentralgenossenschaften am Ende Februar auf 50 291 erhöht. N e 3 2 2 — meindeverfassungsfragen fortgesetzt. Auf Wunsch des Unser seitheriger Laden NMeuenweg wurde mit unserem Laden . Seltersweg 79a 2— — büro Gebildetes Trünlein im Maschinenschreiben und Stenographie per⸗ fekt, für Rechtsanwalts- esuicht Schriftliche 2 ³ĩ²dn e Diollarstand unverändert: 21 100 Mark. Blutarmut und Bleichsucht sind eine Folge ungenügender oder ungeeigneter Ernährung bei schnellem Wachstum der Kinder. Eine durch⸗ gteifende Kräftigung des geschwächten e ist dann die Hauptsache. Geben Sie Ihrem Kinde, wenn es in den Entwicklungs jahren schwächlich wird, eine zeitlang regel⸗ mäßig„Kufeke! und zwar einmal zum Frühstück als Ersatz für Kaffee und Tee, die doch keinen Nährwert haben, das andere mal als Suppe vor den Hauptmahlzeiten. „Kufeke“ läßt sich mit Milch, Kakao und bielen anderen Speisen verabreichen, bietet da⸗ durch stets eine willkommene Abwechselung blaß und Angebote es 1,7 Rm. Eichenscheit 5 5 zusammengelegt l 9 50 1 i g f die Ge⸗ regt Appetit und Verdauung an. dlt 4.4 Fichtenscheit 5 18 unter Nr. 78 an n fee Kost wied auch gern penommen. — 10. Vuchenknüppel. fürberei Braubach& Fischer. en 11 82 Hainbuchenknüppel 25 Volkszeitung erbeten. Mädchen geben ihr oft den Vorzug vor der 5 2 Aßpenknüppel 2 Milch, gegen die sie manchmal einen Wider⸗ . 9 7 Erxlenknüppel 79 weak en 9 1 5 kau 125 4 733 N 5„ wer Ar 1 1 ˙ 4* 4. R. A 475 Student sucht für 1. Mai 5 ea de e stellt es sich z. B 2 1 3 8 5 5 Alu: 1 illiger als die Milch. 12 Fichtenknüppel U N 2570 Wehen aan e Bekanntmachung. Metallbetten ll fonles Ader vichenreisig 5 g öglichst Nähe der Kliniken 90 Erleureisig 8 Sperrzeit für Tauben. 8 5 N 5 e 9 0 Nr. 60 an 722 5 e Die Besitzer von e n. 1 Hinweis kisenmöbelfabrik Sun, lr. die Oberh. Voltsztg. erb. Fichtenxeisig auf Art. 39 Abs. 1 Ziffer 2 des Feldstrafgesetzes vom . 9 Rm Kiefernstöcke 13. Juli 1904 aufgefordert, ihre Tauben während der scheint 1 Aulammenkunst aim allen Steinbachet Weg, 6. Schneise] Saatzeit vom 10. April bis 1. Ma des ane. Soeben erscheint N regi 3. April 1928 halten, andernfalls sie zu gewärtigen haben, daß die] eine für den tobenden Kampf um die Erhaltung ge 5 ih am Frettag, den 1 185 6 Taubenhalter gemäß vorgenannten Gesetzes bestraft des Achlstundentages sehr wichtige Schrift: guben aa 1 e w eee 7 104.1028. fog die 1 von dem Feldschutzpersonal abge- Arb eitsz eit Arb eitslohn und i i 1 eilung„600, 615, g Ischossen werden. 0? 8 aum 7 191 N 8 1 5 8 f b 2 2 9 4 8 Nach§ 2 des Gesetzes vom 28. Mai 1894 den] 5 N . me 1 5 15 5 1 Schutz 1 Brieftauben betreffend, gelten für die nach Arbeitsleistung 9 in g ane, 7 Fichtenscheit folgenden Besitzer von Militärbrieftauben die ersten Tatsachen über die sozialvolltische und volks⸗ auen 1 6,7„ Eichenscheit 10 Tage der Sperrzeit. 5 h en e 5. 10 N 16„ Kiefernknüppel 1. Geißner, Erwin, Plockstraße 9.. Paul Hertz und Richard Seidel. l be ib 1 0 3 ban Vice 2. Hambach, Georg, Walltorstraße 755 8 Preis 1600.— Mark. 0 0 1 ellen Eichenreisig 3. Henkel, Heinrich, 1 27. 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April 1923. von schlagender Beweiskraft zusan umenfaßte. Die Und pflege Deine Schuh! Harke Rolfrosch- Schuhpes fe Werner& Mertz&. G. Mots, 2 Gießen, den 9. April 1923. Der Sberbürgermeister. J. B.: Dr. Rofenberg Bekanntmachung. Im Amtsverkündigungsblatt Nr. 24 vom 23. Mürz 920 ist eine Bekanntmachung betr. Ethöhung der Ge⸗ fur die Reinigung der Schornsteine beröffent⸗ icht, auf bie hiermit hingewiesen wird. Gießen, den 7. April 1928. a der burg ce J. V. Krenz in Waffenstreckung der bayerischen Staatsregierung vor den nationalsozialistischen Fascisten zwingt die deutsche Arbeiterschaft gur größten Wachsam⸗ keit gegenüber der staatsuntstürzlerischen terror 9 stischen Fascistenbewegung. Diese Schrift muß in den Kreisen der Arbeiter, Angestellten und Beamten, wie überhaupt der republitanischen Bevölterung gelesen werden. J Preis 350.— Mark. 1 Buchhandlg. Oberh. Volsis ster. J. A der Oberbürgermei nberg. 1 1 zeitung. 1 ee r .: Dr. Rose artei-Literatur Buchhandig Oberhess. Volksztg. . 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