gau: Gießen behrbessraße 22 uusrther 2b. berhesst Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Frpedition: Gießen Bahnhofstraße 23 Ferusprecher 2008. 1.5 82 ö * Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. di. Heannemegtspreig mit den Beilagen„Das Blaft der Frau“ und Aan. birtschaftliche Beilage. monatlich 3300.— Mk. einschl. Bringersohn. urch die Post bezog. 3300.— k. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120— Mk Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich; R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann ck Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. * 12 6 N. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(35 mm breit) oder deren Raum sokal 60.— Mk, auswärts 80.— Mk., die Reklamemillimeterzeile 800.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen-Annahme bis 6 Uhr abends. Nr. 31 1 J„ Gießen, Dienstag, den 10. April 1923 — 18. Jahrgang ksal des Lunderseneigeschek iche 1 Von Paul Hertz, M. d. R. jetzigen Reichstag begegnen Steuervorlagen unge⸗ etlichen Schwierigkeiten. Nie ist die parteipolitische Be⸗ i rachtung so vorherrschend gewesen wie gegenwärtig, nie die 8 Abneigung gegen Besitzbelastung so groß wie heute, wo ie rein bürgerliche Regierung die Geschicke Deutschlands Leitet. Seit dem Ausscheiden der Sozialdemokratie aus der hsregierung sind die bürgerlichen Parteien und die Re⸗ g in Abhängigkeit von den Deutschnationalen geraten, lie damit auch zum entscheidenden Faktor bei der Steuer⸗ zesetzgebung geworden sind. E benso schwierig, ja noch schwieriger als die Erledigung es Geldentwertungsgesetzes gestaltet sich die Verabschie⸗ ung des Landessteuergesetzes. Vor einer Reihe von Wochen 1 seine Beratung im Steuerausschuß des Reichstages nterbrochen worden, weil sich eine positive Stellungnahme dem wichtigsten Punkte der Vorlage, der Erhöhung der atzsteuer, nicht erzielen ließ. Die bürgerlichen Parteien, e das Geldentwertungsgesetz mit voller Absicht gegen die gozialdemokratie verabschiedet haben, wollen der Umsatz⸗ er nur zustimmen, wenn auch die Sozialdemokratie da⸗ mitwirkt. Wo es sich also um die Befreiung des Be⸗ s von Lasten handelt, da will man die Sozialdemokratie licht, wo es sich aber um die Belastung des Verbrauches der 1 zassen handelt, da soll sie gut genug sein, dieses Ver⸗ uulten der bürgerlichen Parteien in den Augen der Oeffent⸗ lchkeit durch ihre Zustimmung zu rechtfertigen. Die Sozialdemokratie lehnt eine solche Rolle ab. Sie erkennt zwar durchaus die Notlage der Gemeinden und hr starkes Interesse an der Erschließung neuer Steuer ellen, deren Erträge den Gemeindefinanzen zugute kom⸗ nen. Sie weiß auch, daß die Notlage der Gemeinden eine +Vaschärfung der Notlage der hilfsbedürftigen Schichten de Gruppiett ber er stödtischen Bevölkerung darstellt. Denn wenn die Ge⸗ nes besanze geinden kein Geld haben, so müssen sie sparen; das Sparen en url den Gemeinden kann nur erfolgen auf Kosten der Ein⸗ brut! Fränkung von sozialen und kulturellen Aufgaben. Die en n Ni kozialdemokratie war deshalb stets bereit, mitzuwirken, beam, 1 die Finanznöte der Gemeinden zu beseitigen. Der Weg „ ber, den das Reichsfinanzministerium, die Spitzenkörper⸗ 2 nend Haften der Gemeinden und die bürgerlichen Parteien be⸗ N.. wollen, ist ungangbar. Nach ihrer Meinung gibt es um einen Weg, um den Gemeinden zu helfen, nämlich die höhung der Umsatzsteuer von 2 auf 2½ Proz. Das ist Die Hauptursache der Finanznot der Gemeinden ist 1 t ihr zu geringer Anteil an den Reichssteuern, sondern verspätete Entrichtung der Steuern und die verspätete erweisung der Anteile an die Gemeinden. Mit vollem t sagt eine Eingabe der Handelskammer zu Düsseldorf: In dem Uebelstand, daß die Gemeinden in den Genuß der lihnen gesetlich zustebender Anteile an den großen Reichssteuern zerst nach Ablauf eines Jahres und mehr gelangen und sie somit Beträge erhalten, die in keinem Verhältnis zu der inzwischen eingetretenen Geidentwertung stehen, ist nach unserer Ansicht die che der finanziellen Notlage der Gemeinden zu er⸗ 17885 2 Ebenso sagt eine Eingabe des Oberbürgermeisters von (Mestf.) an den Reichsfinanzminister: age zoder 3 Prozent, als auf die alsbaldige Erhebung und Auszahlung.“ I Denselben Standpunkt hat die sozialdemokratische Frak⸗ n bei den Beratungen des Landessteuergesetzes einge · ummen, doch fand sie mit ihren Anregungen keinerlei . Legenliebe beim Reichsfinanzministerium und den bürger⸗ ganbne den Parteien. 5 5 2 1 In den Beratungen des Steuerausschusses des Reichs⸗ bes ist ferner vom Reichsfinanzministerium unter Zu⸗ dle, mung der bürgerlichen Parteien die Anschauung ver ⸗ 2 g worden, daß eine stärkere Beteiligung der Gemeinden. be 1 den Neichssteuern ohne gleichzeitige Erhöhung dieser gabe n ettagen, So richtia es ist daß sich die Reichs inanzen 1020 10 f ncht möglich sei. Die Reichsfinanzen könnten keinen Aus⸗ b an a i ettragen. So richtig es ist. daß sich die Rechisfinanzen aha e. der denkbar schlechtesten Verfassung befinden, und daß eine e(rhöhung der Einnahmen des Reiches notwendig ist und 10 Ni l und t eine Verminderung, so wenig denken die bürgerlichen Diet i Karteien und das Reichsfinanzministerium daran, diesen 0 ndpunkt zu vertreten, wenn es sich um die Bemühungen eum Abbau der Besitzsteuern handelt. Im Einverständnis oder mit Duldung des Reichsfinanz⸗ steriums sind dauernd die Tarife der direkten Steuern 1 1 krabg it worden, meistens weit über die Regierungsvor⸗ 5 sgehend. Schlimmer aber ist die mit Zustimmung Wo bleibt Deutschlands aktive Politik? Loucheur bei Poincaré. Der ehemalige französische Wiederaufbauminister ist un Freitag aus London nach Paris zurückgekehrt und wurde am Samstag von Poincaré zu einer zweistündigen Unterredung empfangen. Diese Tatsache widerruft in gewissem Sinne die nach der Unter⸗ redung von Loucheur der Presse übergebene Erklärung, daß er ohne Auftrag der Regierung in London geweilt hat.„Ohne Auftrag“ heißt nicht ohne Einverständnis, ohne besondere Instruktionen, nach⸗ dem die Reise einmal geplant war, und Herr Loucheur hätte sicher⸗ lich der Wahrheit mehr entsprochen, wenn er erklärt hätte, nicht im direkten Auftrag der Regierung in London gewesen zu sein. Be⸗ rücksichtigt man, daß der Aufenthalt des ehemaligen französischen Wiederaufbauministers in London sehr viel Aufsehen erregt hat und die Art seiner Behandlung in der ausländischen Presse das franzö⸗ sische Prestige gerade nicht wahrte, dann wird seine Erklärung ver⸗ ständlich. In der Tat aber handelt es sich um ein französisches Rückzugsgefecht in der Reparationsfrage, das durch Loucheur eingeleitet wurde und das unter dem Druck der belgischen Regierung jedenfalls seine Fort⸗ setzung finden wird, wenn auch in einem Maße, das Frankreichs Prestige weniger verletzt, als es durch seine Einleitung geschehen ist. U. a. erklärte Loucheur nach der Unterredung mit Poinsré gegen⸗ über Pressevertretern noch, „daß eine Einigung über die Reparationen und liber die Sicher⸗ heitsfrage mit England möglich ist, die nicht von den berechtigten Interessen Frankreichs und der Verbündeten Opfer fordert.“ Diese Erklärung ist kennzeichnend für die Situation, in der wir uns befinden. Man muß sich in Deutschland damit abfinden umd sollte dem in amtlichen Stellen endlich Rechnung tragen, daß die Reise Loucheurs zu einer Erstarkung der gelockerten Entente geführt hat, daß Frankreich bestrebt ist, mit England eine Verständigung herbei⸗ zuführen und daß, wie es scheint, England auch bereit ist, ohne Deutschland sich für eine Eimigung über die Reparationem und über bie Sicherheitsfrage herzugeben. Wenn die englische Regierung diese Annäherung vollzogen hat und damit gleichzeitig ihre Opposi⸗ tion im Unterhaise tot machte, so trägt daran sicherlich die deutsche Zickzackpolitik der letzten 14 Tage nicht die wenigste Schuld. Es ist für Deutschland zum allermindesten insofern Gefahr im Verzuge, als 5 die Initiative zu einer Lösung nach gegenseitiger Verständigung 5 von Frankreich und England ergriffen werden soll. Die Vergangenheit müßte eigentlich lehren— auch dem gegenwärtigen Außenminister—, daß das nicht im Interesse Deutschlands liegen kann. Fest steht, daß die Aeußerungen Loucheurs nicht als autsschließlich prinate Meinung zu betrachten sind, sondern von französischen und belgischen maßgebenden Stellen in wesentlichen Teilen geteilt werden. Infolgedessen muß es jetzt Aufgabe der deutschen Regierung sein, aktiv ein⸗ zugreifen umd zu sagen, daß die Vorschläge Loucheurs für uns viel zu weit⸗ gehend sind, sie einmal Deutschlands Leistungsfähigkeit überschreiten, und zum anderen Teil in territorialer Hinsicht vor allem dem Ver⸗ sailler Vertrag widersprechen. Gleichzeitig aber muß positiv, klar und deutlich gesagt werden, wie sich die deutsche Regierung die Lösung des gegenwärtigen Kon⸗ flikts vorstellt. Das kann in einer Form geschehen, die in der Welt . ͥ¶2 W keinen Zweifel darüber läßt, daß die deutsche Bevölkerung den passiven Abwehrkampf an der Ruhr fortzusetzen gewillt ist, wenn man weiter⸗ hin an uns Forderungen stellt, die dem deutschen Volke das Recht zum Leben nehmen und schließlich zum Ruin Europas führen müssen. Die höchste Zeit für Cuno. Die in der englischen und französtschen Presse fortgeführten Erörterungen über die Reise Loucheurs sagen selbst einem poli⸗ tischen Kind, daß es jetzt höchste Zeit ist für eine aktive deutsche Politik. Bemerkenswert sind gegenwärtig eine Auslassung Pariser Matin und eine Erklärung des Londoner Observer vom gleichen Tage. Der Matin sagt über die Situation: N „Es sind gute Aussichten vorhanden, daß der englische und der französisch⸗belgische Standpunkt sich einander nähern und daß ein Meinungsaustausch zwischen den vier interessierten alltierten Mächten mit Aussicht auf Erfolg schon von Beginn dieser Woche ab eingeleitet werden kann. D. h.: Man wird eine Formel prüfen können, die gleichzeitig dem von Frankreich aus⸗ gedrückten Wunsch, seine Reparation sich er zu stellen und der Notwendigkeit, in der sich die englische Regierung befindet, die für Deutschland festgesetzten Annuitäten zur Tilgung seiner Schuld bei Amerika zu erhalten, Rechnung trägt. Das Kabinett Bonar Lap ist tatsächlich nicht mehr sehr weit davon entfernt, hinsichtlich des prozentualen Anteils Frankreichs an den Repa⸗ rationszahlungen, sowie hinsichtlich der französischen Schuld bei England Zugeständnisse zu machen, wenn es den englischen Steuerzahlern sagen kann, daß die Rückstände der amerikanischen Forderungen von Deutschland gezahlt werden.“ Daß 970 für Frankreich rosige Schilderung zu einem guten Teil begründet ist, zeigt der Londoner Observer, dessen nach⸗ stehende Mitteilungen in London als halbamtlich angesprochen werden. Der Observer schreibt u. a.: „Ob Herr Loucheur hierhergekommen ist als offizieller Ab⸗ gesandter des Herrn Poincaré, ist vom englischen Standpunkt belanglos. Er war wenigstens in der Lage, die englische An⸗ sicht über die von ihm vorgeschlagene Kompromißlösung zur Bei⸗ legung der französisch⸗englischen Differenzen kennen zu lernen. Obwohl das Kompromiß in der von Herrn Loucheur ausge⸗ dachten Form fiir die englische Regierung nicht annehmbar ist, stellt es wenigstens die Wiederaufnahme jenes Gedankenaus⸗ tausches dar, der jedem Ausgleich vorangehen muß.“ Als Annäherung des englischen und französischen Stand⸗ punktes bezeichnet das Blatt, daß man der Bonar Law⸗Zifser von 50 Milliarden Goldmark näher gekommen sei. Die größte Schwie⸗ rigkeit bereite immer noch die Sicherheitsfrage. Wörtlich heißt es dann weiter: „Der Standpunkt der englischen Regierung wurde Herrn Loucheur in größter Offenheit und in dem Sinne klargelegt, daß jede englsch⸗französische Annäherung nur eine Ersfatz⸗, aber nie eine Begleiterscheinung der gegenwärtigen französischen Politik an der Ruhr sein kann. Die englische Regierung könne einer Zerstückelung des deutschen Reiches weder in roher und offener, noch in verhüllter Form unter Zuhilfenahme des Völkerbundes oder der Einführung einer internationalen Verwaltung mit vor⸗ herrschende französisch⸗belgischer Kontrolle zustimmen.“ Zum Schluß des Artikels wird dann noch angeregt, die eng⸗ lisch⸗französische Aussprache durch ein deutsches Angebot zu för⸗ dern. Wir sind gewiß nicht dafür, daß man in Deutschland Presse⸗ notizen zum Anlaß großer Aktionen nimmt. Aber die englisch⸗ französische Annäherung ist so offensichtlich und der Charakter der De u.1.„ des Reichsfinanzministeriums beim Geldentwertungsaesetz beschlossene gewaltige Minderbewertung der Sachwerte bei der Einkommensteuer, der Körperschaftssteuer und den Ver⸗ mögenssteuern. Durch die Bestimmungen über die Be⸗ wertung von Warenvorräten, ausländischen Zahlungs⸗ mitteln und Effektenbesitz sowie durch die zugelassenen sehr weitgehenden Abschreibungen werden in sehr großem Maße selbst leistungsfähige Steuerpflichtige für die Einkommen⸗ steuer bezw. Körperschaftssteuer entweder völlig steuerfrei oder nur mit unwesentlichen Beträgen steuerpflichtig. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß beide Bestimmungen den Anteil der Gemeinden an der Einkommen- und Körper- schaftssteuer außerordentlich stark herabdrücken. In dem Augenblick also, wo man den Gemeinden durch starke Be⸗ lastung des Verbrauchs neue Einnahmen zusühren will, ent⸗ zieht man ihnen durch Entlastung des Besitzes einen Teil ihrer bisherigen Ansprüche. In den letzten Tagen hat überdies das Reichsfinanz⸗ ministerium auch in seiner sonstigen Proxis den Standvunkt verlassen, daß ein Abbau von Reichssteuern nicht möglich sei. Die Kohlensteuer ist um 10 Prozent ermäßigt worden, ob⸗ wohl die angekündigte Voraussetzung dafür— der gleich⸗ zeitige Abbau der Kohlenpreise um denselben Betrag— nicht erfüllt worden ist, und obwohl dem Reich dadurch sehr erhebliche Steuerbeträbe verloren gehen. Gewiß sprechen für den Abbau der Koblensteuer sehr gewichtige Gründe. Man erwartet von ihm eine Senkung der Preise. Ob diese Erwartung eintreten wird, ist überaus zweifelhaft, doch wer⸗ den die nächsten Wochen das ja zeigen. Angenommen, es erfolgt ein Preisabbau und die Herabsetzung der Kohlen⸗ steuer erweist sich dadurch als wirtschaftlich und fiskalisch zweckmäßig, würde nicht gerade dann eine Erhöhung der Umsatzsteuer die Wirkung durchkreuzen, um derentwillen man bei der Kohlensteuer auf einen so erheblichen Teil der Reichs- einnabmen verzichtet hat? Daß die Umsatzsteuer preis- steigernd wirkt, läßt sich nicht in Abrede stessen. Ihre Er⸗ n re höhung ist also die Verhinderung, mindestens aber die Er⸗ schwerung des Preisabbaus. Im übrigen ist auch ohne die Erhöhung der Umsatz⸗ steuer auf 2½ Prozent das Mißverhältnis zwischen den direkten Steuern und den Verbrauchssteuern immer größer geworden. Im Jahre 1921 war das Aufkommen aus fort⸗ laufenden direkten Steuern etwa 49 Milliarden, aus Zöllen und Verbrauchssteuern einschließlich der Umsatzsteuer er⸗ geben sich eine Einnahme von 32 Milliarden, das Verhältnis war also 3 zu 2. Nach dem Voranschlag von 1923 sind die fortlaufenden direkten Steuern mit 220 Milliarden ver⸗ anschlagt, denen 445 Milliarden Verbrauchssteuern ein. schließlich Umsatzsteuern gegenüberstehen; das Verhältnis ist also jetzt 1 zu 2 geworden. Die tatsächliche Entwicklung wird dieses Mißverhältnis noch weiter verschärfen, wie die monat⸗ lichen Nachweise über die Reichseinnahmen erweisen. Im Laufe der Veratungen über das Landessteuergesetz ist auch die Anregung gegeben worden, für die Erhöhung der Umsatzsteuer dadurch eine Mehrheit zu schaffen, daß gleichzeitig eine Erhöhung der Besitzsteuern erfolgt. Es ist bezeichnend für den mangelhaften Willen der bürgerlichen Parteien, den Gemeinden auch durch Taten zu helfen, daß von ihrer Seite dieser Gedanke schroff zurückgewiesen wurde. Sie sind nur für den Abbau von Bcsitzsteuern, selbst unter Schädigung der Gemeindeinteressen. So ist z. B. jetzt in Preußen ein Gesetz erlassen worden, daß die skandalösen Be⸗ wertungsvorschriften, wie sie das Geldentwertungsgesetz vor⸗ sieht, auch auf die Gewerbesteuer Anwendung finden sollen. Die Folge wäre, daß auch diese Steuer, die heute in vielen Gemeinden das Rückgrat der städtischen Finanzen bildet. wertlos gemacht wird. 0 So war und ist die Haltung der bürgerlichen Parteien, die die Erledigung des Landessteuergesetzes verhindert hat. Die sozialdemokratische Fraktion war bereit, das Landes- steuergesetz ohne die Bestimmungen über die Umsatzsteuer noch vor der Vertagung zu erledigen. vorgenanmten been Auskassungen erwelst sich so klar als amtlich, daß Deutschlands Simation im Augenblick nur durch ein Angebot Verettet wird. Französisch⸗belgische Neparatiousverhand⸗ lungen in Paris. Poincaré hat den belgischen Ministerpräsidenten Theunis und den belgischen Außenminister Jasper gebeten, sich sobald wie möglich nach Paris zu begeben, um die jüngsten, in Brüssel und Paris gepflogenen Beratungen über das Neparationsproblem fortzusetzen. Man geht aum fehl, diese Einladung mit der Reise Loucheurs in Verbindung zu bringen. Poincaré soll daran liegen, die Leiter der belgischen Politik von den Mitteilungen zu verständigen, die ihm Loucheur nach seiner Ruikkehr gemacht hat. Wie aus einer Meldung des Soir her⸗ vorgeht, hat die belgische Regierung von der Mission Loucheurs nichts gewußt. Jasper soll dem Korrespondenten dieser Zeitung erklärt —— Wir wissen nichts von den Unterredungen Loucheurs in Lon⸗ don; weder amtlich noch halbamtlich sind wir davon in Kenntnis ge⸗ letzt worden. Es kann daher keinem Zweifel unterliegen, daß Loucheur zu Verhandlungen keinerlei offizielle Vollmachten hatte. Das wirtschaftliche Wias ko der Ruhrbesetzun g Der Sonderberichterstatter des Echo national veröffentlicht folgende Liste über das wirtschaftliche Ergebnis der Ruhraktion bis aum 15. März: Transportierte Kohlenmenge für Frankreich... 31 509 Tonnen Kolsmengen für Frankreich.. 3 725„ 9 5 Kohlenmengen für Belgien 13137„ 5 Koksmengen für Belgien 1465„ 1 Kohlen⸗ u. Kokssendungen f. Italien 100 000„ 5 Kohlenmengen nach Luxemburg 8289„ 2 Kohlenmengen nach Holland. 88537„ Kohlenmengen nach der Schweiz 24 898„ Wir* also, so erklärt der Berichterstatter, wäh⸗ rend 1½ Monaten täglich zwei Kohlenzüge erhalten, wähvend vor ber Besetzung 47 Züge täglich nach Frankreich gingen. Die Nuhr⸗ besetzung hat uns einschließlich Belgien und Luxemburg bisher 78 125 Tonnen Kohlen und Koks eingebracht, wähvend nach Holland ber Schweiz und Italien in der gleichen Zeit 273 435 Tonnen ab⸗ ingen. Das französische Fiasko auf Bergmannsglück Die Zahl der in französischen Diensten auf der Kokereihalde der „Bergmannsglück“ bei Buer heschüftigten Zivilarbeiter beträgt dungenblicklich 120—150. In den letzten 3 Tagen haben die Franzosen 980 Tonnen Koks verladen. Aber schon der Abtransport dieser ge⸗ ringen Mengen stößt auf große Schwierigkeiten. Man hört immer 0 von großen Verstopfungen in der französischen Eisenbahnregie. Anscheinend deshalb ist auch die Verladetätigkeit auf„Bergmanns⸗ glück“ zus Stocken gekommen. Die Franzosen erklärten, daß sie für bie nächsten Tage weitere Verstärkungen erwarten, flir die mich be⸗ reits eine Schule in der Nähe der Zeche zur Einquartierung bereit⸗ gehalten wird. Bisher 27 Milliarden von den Franzosen geraubt. der Deutse Allg. Ztg. beträgt die Gesamtsumme der biber un den 8 geraubten Gelder 27 Milliarden Mark. Die Bestattung der Essener Opfer. Trauerfeier im Reichstag. Am Dienstag um 10 Uhr vormittags, zu der Stunde in der die Arbeiter und Angestellten, die in Essen französischen Geschossen . Opfer fielen, zur letzten Ruhe bestattet werden, findet im Reichs⸗ dag eine Trauerfeier statt, bei der in Anwesenheit des Reichspräsiden⸗ ien der Reichskanzler die Gedächinisrede halten wird. An der Feier werden Vertreter sämtlicher Gewerkschaften und Beamtenverbände, Vertreter der Länder, der Kirchen, der Parlamente und der Behör⸗ ben teilnehmen. Aus Anlaß der Beisetzung werden am Dienstag zum Zeichen der Trauer im ganzen Reich die Glocken läuten. Arbeitsruhe im besetzten Gebiet. In Essen wird am Dienstag zum Zeichen der Trauer die Arbeit 1 9 72 ne und dle. Die letzteren werden shren rie nds um 8 Uhr wieder öffnen.* Auch im al les Hebie haben die Arbeitgeber⸗ und Arbeit⸗ nehmer⸗Organisationen einmütig beschlossen, daß zur Stunde der Be⸗ erdigung der bei dem Zwischenfall auf der Krupp'schen Fabrik Ge⸗ töteten am Dienstag, den 10. April zwischen 9 und 10 Uhr vormittags im ganzen altbesetzten Gebiet jede Arbeit ruht.— Das Prototoll über das Essener Blutbad. Die Aussagen, die die Mitglieder des Kruppschen Betriebhs⸗ rates Kühnen(Angestelltenrat), Müller(Arbeiterrat) und Schlüter (Arbeiterrat) den Berliner zuständigen Stellen über das Essener Blutbad gemacht haben, sind in einem Protokoll festgelegt worden. Die Betriebsratsmitglieder schildern in diesem Protokoll, wie sie ihr möglichstes getan haben, um einen Zufammenstoß zu verhin⸗ dern und erklären u. a.: Die steigende Unruhe der Massen ver⸗ anlaßte das Betriebsratsmitglied Wüller nochmals kurz vor 11 Uhr zu dem Offizier zu gehen. Er bat ihn dringend, abzu⸗ ziehen. Der Offizier lehnte das ab und betonte nochmals, daß er, wenn die Massen den Eingang der Hallen überschreiten würden, Feuer gebe. Müller stieg auf den Rücken eines Arbeiters und ver⸗ suchte den Anwesenden den Ernst der Sitnation und die Worte des Offiziers klarzulegen. Er konnte sich jedoch kaum verftändlich machen, da die Unruhe zu groß war. Nachdem er wieder abge⸗ sttegen war, sah er, wie ein Mann mit einer Latte in der Hand, die etwa 4 Meter lang und 20 Mm. im Quadrat hatte, vom linken Flügel aus sich an der Wand aufstellte und ruhig stehen blieb. Darauf beugte sich der Osfizier zu dem Lauf des Maschinen⸗ gewehrs und drückte denselben etwas herunter. Anschließend hieran entstand wieder eine Bewegung in der Menge, die die Wirkung hatte, daß etwa 10 Mann der äußeren Flüge etwa einen halben Meter in den Toreingang vorgedrückt wurden. Hierauf ließ der Offtzier Feuer geben. Das Betriebsratmitglied Müller nahm zunächst an, daß es sich um Schreckschüsse handele. Müller sah zu den Franzosen hin und bemerkte, wie das Maschinen⸗ gewehr aufgerafft wurde. Außer den getöteten Zander und Göll⸗ mann lagen links und rechts Meuschen aufgeschichtet in etwa 1 Meter Höhe, unter denen das Blut hervorquoll. Die Masse war im Zurückweichen und befand sich in wilder Flucht bereits hinter dem Haufen der Gefallenen. Die Franzosen kamen jetzt in Schützenlinie stets feuernd aus der Halle heraus und schossen in die fliehende Menge. Auf der Straßen stellten sie das Schießen ein und zogen nach der Stadt ab. Die von den Franzosen be⸗ hauptete Provokation durch das Direktorium von Krupp sst durch⸗ aus unzutreffend. Die Maßnahme der Arbeitsniederlegung und des Heulens der Sirenen sind von dem Direktorium und dem Be⸗ triebsrat gemeinschaftlich veranlaßt worden und hatten lediglich den Zweck einer friedlichen Demonstration. Die Direktoren tragen ebensowenig die Schuld an dem Blutbad vom 31. März wie der Betriebsrat. Schuld trägt allein der französtsche Militarismus. 105 Millionen Mark Geldbuße. Für die Ermordung des französischen Soldaten Schmidt, der am 18. März in einem Keller des Hauptbahnhofes erschossen wurde ist der Stadt Bochum, ohne daß die Mordtat überhaupt auf⸗ geklärt ist, eine binnen zehn Tagen zahlbare Geldbuße von 105 Mil⸗ lionen Mark auferlegt worden. Für die Zahlung werden hafübar gemacht: Beigeordneter Bode, Beigeordneter Küppers und Bei⸗ geordneter Dr. Hüttner. ö Besetzung weiterer Bahnhöfe und Zechen. Am Sonntag morgen haben die Franzosen die Bahnhöfe Herne, Herne⸗Güterbahnhof, Merten und Castrop, Marklinde und den öst⸗ lichen Teil des Bahnhofes Wanne besetzt, sodaß der Personenvor⸗ kehr von Dortmund nur bis Rauxel geleitet werden wird. Am Samstag sind die Anlagen der Zeche Waltrop besetzt und bisher nicht wieder geräumt worden. Auch die Zechen Schwerin und Erin in Castrop wurden besetzt. Auf der Zeche Schwerin wunde das Maschinenhaus besetzt und die Sirenen abgestellt. Die Beamtenvertreibungen. Spahi reuel. Die Aus wei der Eisenb us wehte een een Aeg an n Hater 4 93 Familien aus ihren Wohnungen verdrängt worden. Ferner wurden aus allen Bahnwärterhäusern an der Eiselstrecke Selregen Kresesd Munchen⸗Gtadbach und Clebe Gerber d i l. tliche enstwohn ume ben d esehl 202 Mö f Jun Tell ist die Kaumung ö N fol 0 gt. a dorf, 7. April— 2 Der Regierungsassesse 1 Da ldorf⸗Land wurde von 2 nz en e n Bf bew, ce len, 1 Belieben* . 5 5 en een dee ae i bee ee um b in die Essenbahnerkolonse Eiren bei Trier⸗West ein und fee sämtliche Bewohner in der Kolonie auf, die Wohnungen ie 10 Minuten zu räumen. Als die Bewohner sich weigerten g die Spahis in rahester Weise ein, 1 die Leute aus dei warfen die Möbelstücke us den F und verübten. Greueltaten. Von diesen Ausweisungen wurden insgen Familien betroffen. 5 Raub aller Holzloger in den badischen 5 wwangenen ercchenen framösiche Ser Am ve 5 72. der Hafendirektion in Karl, e 25 in den Häsen von unterbreiteten gierten der Internationalen erklärten, daß sänntli und Mannheim 8 Sinn lose Zerstörungswut. N Ein örten Roheitsakt leisteten sich am Samstag stadt a. 2 bie funf Soldaten. Sie drangen in die Fun ausgabe des Hauptbahnhofes und zerstörten sie von Grund al n he 5 bedruckte kn 2 5 korbweise in den Heizungsanlagen des Bahn N brannt. 2 bull. 1 wolitische uebericht. Vor der Einigung der sozialistischen K 5 Internationale. Das sozialistische Zehnerkomitee, das im Dezemb in Amsterdam eingesetzt worden war, fand sich. wie vergangene Woche in Bregenz zusammen. Seine sowohl die organisatorische, wie politische Einizußg! sozialistischen Internationale vorzubereiten, hat es tägiger Beratung denkbar zufriedenstellend gel denken, ob angesichts der Wirkungen der Ruhrbeseßn 9 7 Gründungskongreß in der Woche nach Pfingsten 0 0 5 burg stattfinden könne, wurden vom Genossen Wel e zerstreut. Nach der vorberatenden Kölner Ko fen 1 Januar mar die Hauptaufgabe der Bregenzer Zuf kunft die Beratung des künftigen Statuts der neue nationale. Tom Shaw und Friedrich Adler, die 15 Sekretäre der Londoner und Wiener Internationas 5 zu diesem Zweck einen gemeinsam waste de een Ae vor. Die organisatorische Gliederung der Intern duch, soll danach fünf verschiedene Instanzen zählen. Die 9 Instanz wird der Kongreß sein, der allerdings, schon 5 1 der Kosten, nur selten in Erscheinung treten dürfte. 10 W stens einmal im Jahre soll dafür eine Exekutive sag bis 50 Delegierte umfassen wird. Eine engere Faß wird das„Bureau“ darstellen, das aus 8 Mitglied stehen wird. Als permanente Organe der Inken sind die Geschäftskommission und das Sekretaria fsichis behi 2 2 2 2 84 sehen; jene wird gewissermaßen die Au Sekretariats sein. b Angesichts der zerfahrenen Währungsverhal Europa war das Problem der Finanzierung 43 5 12 duhen. Alle Betriebe und Geschäfte bleiben geschlossen. Ebenso die Jünkerath⸗Liblar die Wohnungsinh vertrieben. Auf den nationale äußerst schwierig. Man einigte sich dau N 771 5 68 Füßen, ich will mich einmal vorneigen und sehen, ob ich Bick zuwerfend. Der Spion fing an, ihm gerade Feuoffanen und Heroen! Müstet um Welffeierkag, Titer zum I. Mal 5 e e verlief:„Die Kathedrale befindet sich direkt unter unseren] alte meinte Pipi, Nitel keinen bespnders 5 Roman von Robert Buchanan. Als Pipriac an der Spitze seiner Mannschaft weiter marschierte und einige mitleidige Frauen aus dem Dorfe sich ihr anschlossen. um sie nach Hause zu begleiten, kam noch ämmer kein Wort über ihre Lippen. Sie hatte Wichtigeres zu tun— sie betete inbrünstig zu Gott, der ihren Sohn bis⸗ her so gnädig beschützt hatte, ihn auch in dieser Stunde der höchsten Gesahr nicht zu verlassen. Die meisten der Nachzügler blieben zurück, als der Weg keschwerlich wurde, nur Grallon und einige Bursche, nicht gerade Freunde Rohans, begleiteten Pipriac und seine Leute bis zum Rande des Abgrundes. Sie waren ihrer im ganzen zwanzig und alle, mit Ausnahme Mikel Grallons, hielten Rohan für einen verweichlichten Feigling, wenn er nicht, wie Pipriac mit aller Bestimmtheit behauptete, ein gefährlicher Irrsinniger war, der für seine Handlungen nicht verantwort⸗ lich gemacht werden konnte. Niemals hatten die gigantischen Klippen und Felsen so furchtbar und drohend ausgesehen wie an jenem schwülen. von keinem Lüftchen bewegten Tage. Die unheimliche Ruhe in der Natur erhöhte noch den Eindruck der Trostlosigkeit und Einsamkeit. Wie von einem Erdbeben zerrissen und von dem ewig nagenden Salzwasser in phantastische Formen gestaltet, hoben sich die Felsen und Riffe gespensterhaft von dem bleigrauen Himmel ab, so daß die Leute, die über das Plateov hinwegeillen und hier und da einen Blick in die schwindelerregende Tiefe warfen. ein ungeheures Gräber— meer zu sehen vermeinten mit moosbewachsenen, seltsamen, im allen Farben schillernden Granitgrabsteinen, über denen eine Legion weißer und silbergrauer Möwen kreifte. So oft Pipriac hinabblicken wollte, ersaßte ihn ein hef⸗ tiger Schwindel und er zog sich mit einer Verwünschung zu⸗ rück. Mikel Grallon, an diesen Anblick gewöhnt, faßte die Sache schon kühler an, aber auch er hütete sich wohlweislich, sich dem Abgrunde zu sehr zu nähern, dessen Rand an man- chen Stellen geradezu lebensgefährlich war, denn das Ge⸗ stein bröckelte sich unter dem eisglatten Rasen leicht ab. Plötzlich blieb Mikel stehen und gebot Halt. Sie hatten eine Stelle erreicht, wo die Klippe in eine Art Vorgebirge etwas erspähen kann!“ f Gesagt, getan! Er warf sich auf den Bauch und kroch vorsichtig auf allen vieren, bis sein Gesicht über den Rand hinweggehen konnte. In dieser Lage verblieb er so lange, daß Pipriac die Geduld verlor und ihn ärgerlich anschnauzte, was es denn da unten zu sehen gebe. Mikel wandte ihm sein käseweiß gewordenes Gesicht zu und winkte ihn herbei. Sofort warfen Pipriac und drei der Gendarmen ihre Flinten zu Voden, nahmen ihre Dreimaster ab und krochen ebenfalls auf allen vieren der Stelle zu. „Ist er das?“ brummte Pipriac. „Seht doch!“ rief Grallon erregt. Im Nu hingen vier Köpfe fiber dem Abgrund und vier Paar Augen starrten entsetzt, mit dem Ausdruck der höchsten Ver⸗ und Bewunderung in die bodenlose Tiefe. Das war der Augenblick, in welchem Rohan Gwenfern, von den zu ihm herabdringenden menschlichen Stimmen aufgescheucht, von seinem gefährlichen Sitze aufsprang und in die Höhe blickte. Er sah, von oben gesehen, wie ein Zwerg aus, der an Stellen einherschritt, die selbst einer Fliege keinen festen Halt zu bieten schienen, geschweige denn einem menschlichen Fuße. Den vier Lauernden oben entrang sich unwillkürlich ein Schreckensruf als Rohan zu wanken begann, ehe er ruhig seinen Weg fortsetzte. „Der Bursch hat den Teufel im Leibe! Kein Sterblicher könnte ihm das nachmachen, ohne sich das Gehirn an dem Gestein zu zerschellen!“ keuchte der Sergeant, sich den Angst⸗ schweiß von der Stirne wischend. „Das war ein furchtbarer Anblick!“ rief der Gendarm Pierre. „Kein Mensch wird es wagen, ihm zu folgen,“ bemerkte André. „Unsinn!“ schrie Mikel Grallon.„Er kennt eben die Wege besser als ein anderer und klettert wie eine Ziege— das ist alles! Nun wißt Ihr auch worum er sich damals nicht das Genick gebrochen hat, als Ihr ihn für verunglückt ausgabt. Na, jetzt werdet Ihr ihn wohl bald beim Kragen haben und seinen Schlichen ein Ende bereiten.“ „Wir verlieren mit diesem unnützen Geschwätz kostbare 3 — — zu werden.„Wir müssen uns beeilen, die Triffinesle erreichen. Vier von Euch, Nicole, Jan, Bertram ul Has 155 werden hier oben bleiben und aufmerksam dalle 1155 Aber merkt Euch, es darf kein Blut fließen! Tracht ale er heraufklettern sollte, ihn lebend zu erwischen.“ 0 1 „Wenn er aber Widerstand leistet?“ fragte eine i geht Männer. wah, „Zum Teufel, Ihr seid vier gegen einen Wehrlog ge anderen, vorwärts, marsch! Komm Grallor!“ 0 Sie waren noch keine hundert Schritt gegangen Sergeant einen Schrei ausstieß und zurückfuhr, dn b a einer Einbuchtung war plötzlich ein lebendes Wesen fei gesprungen und stand jetzt am äußersten Felsrande, mich n sellschaft mit erschrockenen Blicken anstarrend. un, de Jannedik. I bo „Herr Gott, bin ich erschrocken!“ keuchte Piprint a feuer das vor einer dummen Ziege!“ 1 a bas „Sie gehört der Mutter des De serteurs“, bemer ole lon,„und ist ein abscheuliches Ding, nicht einmal der ssen, 9 seibeiuns kann pfliffiger sein. Ich hatte schon dureh 10 die Absicht, ihr mit meinem Messer den Garaus zu h zossen wenn ich sah, wie Rohan Gwenfern das dumme Mh Die koste, als ob es ein Christenmensch gewesen wäre- dh Jannedik hatte sich gar bald von ihrer Uebe i Im erholt und trabte ruhig an der Gruppe vorbei. ö ment schien sie willens den sie mit ihren Bajonett 1 N den Gendarmen die Kraft ihrer Hörner zu zeigen, Re begann sich eines Vesseren, als sie die Ueber macht seh m be g e telte nur zornig das Haupt und ging ihres Weges. 1 1 isse bereits ziemlich dunkel geworden, als die Leute, de! 5 ae finesleiter herabkletternd, endlich den Strand ef 05 j 75 4 ien Sie fanden unter Grallons Fiihrung keine Spur 10 70 Flüchtling. In seinem Eifer versuchte Mikel f i 2 86 a halsbrecherischen Weg emporzuklimmen, den Roh Ae ihren Augen hinabgestiegen war; aber es blieb bei hl e such, denn er wagte es kaum, vierzig bis fünfzig 8 ö klettern und fand es dann angezeigter, sich den Ge wieder auf festem Boden anzuschließen. (Fortfetzung folgt.) den Durchschnittsinder der Lohnsteigerung gegenüber der riedenszeit gezahlt werden soll. Setzt man die Indexziffer der Löhne in Deutschland mit 2000 an, so würde der Jahres. be der BSD. pro Kopf 17 Mk. betragen, was bei einem Mitgliederstand von 1½ Millionen immerhin rund % 21 Millionen Mark ausmachen würde. Heikel gestaltete sich die Regelung der Stimmenzahl für den Hamburger Kongreß und die künftigen Kongresse der Seozialistischen Arbeiter⸗Internationale(S. A. J.). Grund⸗ süotzlich einigte man sich auf eine Stimme für je 3000 Mit- . lieder, wobei die Höchstziffer mit 30 begrenzt wird. Eine tige Festsetzung des Stimmrechtes für den Hamburger neß wird das Zehnerkomitee am Vorabend desselben men Einstweilen hat mon sich in Bregenz auf Zahlen geeinigt: England und Deutschland je 30, Frankreich, Deutsch⸗Oesterreich und Belgien je 15, Rußland nsgesamt 14 für Menschewiki, Sozialrevolutionäre, Georgier . Ukrainer, Dänemark 7. Doch diese Vorschläge des Hgehnerkomitees hat der Hamburger Kongreß ebenso wie die Geschäftsordmumg und die Statuten selbst zu bestätigen. Die wichtige Frage, in welchem Lande die S. A. J. ihren Sitz haben wird, ist in Bregenz nur unverbindlich erörtert worden; die Entscheidung darüber soll der ersten Tagung der Exekutive überlassen werden. die unmittelbar nach dem 8 Kongreß stattfinden wird. * Für die Hamburger Tagesordnung stehen die meisten 4„und Nebenreferenten vorlöusig ist. Ueber„Die mperialistischen Friedensverträge und die Aufgaben der Arbeiterklasse“ werden Henderson⸗England, Silferding Deutschland, Leon Blum⸗Frankreich und Vandervelde⸗Bel gien referieren. Referate zum zweilen Punkt der Tages. ordnung„Der Kampf der internationalen Arbeiterklasse gegen die internationale Reaktion“ halten Otto Bauer⸗ Deusch⸗Desterreich. Wels⸗Deukschland, Abramowitsch⸗Ruß. bend und ein italienischer und ungarischer Genosse. Ueber 1 alreform und Achtstundentag“ werden J. H. Thomas⸗ Englond, Stauning⸗Dänemark und ein holländischer Ge⸗ we Peaben 8 Uufnug vor der französischen Votschaft. Im Anschluß an eine kürzlich in Berlin vor dem Reichtags⸗ 5 0 veranstaltete Kundgebung für Ruhr und Rhein haben ationalisttsche Jünglinge vor der französischen Bot⸗ 5 nstrationen veranstaltet, die schließlich von berittener arbeiteten h der Inten 0 zählen. AI dings, she ee 5, ließen e hochleben und schrien„Nieder mit 5 nahm persönlich die Leitung der Sicherheitsmaß⸗ nahmen. berittene chutzpolizisten wurden von der Menge mit Johlen.. nge a 5 5 berittenen Polizei, die in die Menge ritt, gelang es indes Die Erregung gegen den französischen Mili⸗ Aufsichsbehl wiß u 5 1 en vor dem Botschafts gebäude sind um so mehr ein grober Schugpolizei verhindert werden mußten. Es wird darüber berichtet: 8 Demonstranten sangen das Deutschlandlied, die„Wacht am Frankreich!“ Die Schupo stand diesem Treiben zumächst macht⸗ — 51 Der Kommandeur der Poligeitruppe Mitte, Oberst 5 K Er ließ Verstärkungen, zwei Hundermannschaften und Staffeln, heranholen. Die eintreffenden Lastautos mit Die Polizisten sprangen von den Autos und versuchten die gurückzudrängen, anfänglich ohne Erfolg. Der inzwischen er⸗ e erregten Demonstranlen zurückzutreiben. Nach Verlauf 55 Biertelstunde war es auf dem Pariser Platz wieder ruhig. rtsmus, der an Rhein und Ruhr gegen deutsche Bolksgenossen tet, ist weit verbreitet und gewiß verständlich Aber die Kund⸗ 10 als sie innerhalb der Bannmeile des Reichstages stattfinden flonnten, ohne daß rechtzeitig ein genügendes Polizeiaufgebot sie ngsberham zierung de werhindern konnte. Bei der Stimmung der Nationaliften war doch gte sich ß mit 3 Spielereien zu rechnen. Bei der ersten Ruhrkundgebung am igsplat war auch für genügende Sicherung des sran⸗ zösischen Botschafterpalais gesorgt, damit die Hakenkreuzler gar nicht erst soweit kommen konnten. Wenn es diesmal anders kam, sso scheinen die Herrschaften Mut aus der Tatsache geschöpft zu haben, daß die Reichsregierung jetzt schon zum zweiten Male das Bannmeilen⸗Gesetz außer Kraft gesetzt hat, als„Ausnahmefall natürlich, wie der Wortlaut es gestattet. Aber es scheint uns not⸗ wen zu sein, daß endgültig darüber entschieden wird, ob das Gesetz zur Befriedung des Reichstages noch weiter bestehen bleiben kann. Durch seine Anwendung gegen Republikaner und durch die Nichtanwendung gegen nationalistische Heldensünglinge — wollte er im Umsahsteuergesete wieder den gonsumvereinen und seiner eigenen besseren Einsicht Gewalt antun. Der Reichstag hat jetzt das Wort. Von allen Volks vertretern, die von der Bedeutung des Genossenschaftswesens durchdrungen sind, muß erwartet werden, daß sie ihre volle Pflicht tun und daß sie vor allem in der entscheiden ⸗ den Stunde zur Stelle sind, um Unrecht zu ver hüten. Die Geschäftsleute, die Kleinhändler wollen allerdings in der Befreiung der Konsumgenossenschaften von der Um⸗ satzsteuer eine Bevorzugung der Konsumvereine erblicken, sie verkennen aber, daß diese Befreiung auch ihnen zugute kommt. Auch sie haben sich zu einem gemeinschaftlichen Bezug von Waren in der Einkaufsgenossenschaft deutscher Kolonjalwarenhändler, der Edeka, genossenschaftlich zu: sammengeschlossen, die als Warenverteilungsstelle ebenfalls von der Umsatzsteuer zu befreien wäre und nicht anders wäre es auch mit den Bezugs- und Absatzgenossenschaften der selbständigen Handwerker. Gießen und Umgebung. Zum Beleidigungsprozeß Lenz⸗Vetters. Das Urteil und seine Begründung. Das schöffengerichtliche Erkenntnis, das unseren Redak⸗ teur zu einer in 6stelliger Zahl ausgedrückten Geldstrafe ver urteilte, hat wegen des krassen Miß verhältnisses zwischen Schuld und Sühne in unserer Stadt wie über ihre Grenzen hinaus schon eine gewisse Berühmtheit erlangt, auch bei Leuten, die unserer Partei fernstehen. Dieses Miß ⸗ es ist in den sachlich⸗kritischen Ausführungen unseres ersten Artikels(Nr. 78) enthalten, aus denen hervorgeht, daß es sich wirklich nur um eine Bagatelle handelte. Aber wir müssen der Begründung des Urteils noch einige Worte widmen. Der klaren Uebersicht wegen wollen wir gruppieren: J. Die angebliche Beleidigung durch den Ausdruck„diszipliniert“. Das Erkenntnis stellt fest,„daß eine Beleidigung vorliege, da ein disziplinierter Beamter allgemein als ein gemaßregelter Beamter angesehen werde. Das bedeute einen Makel, der den Privatkläger in der öffentlichen Meinung herabgewürdigt hätte“. Hierzu ist zu sagen: 1. Das Gericht hat den ganzen Zusammenhang der Geschehnisse, aus dem heraus das Wort„diszipliniert“ nur zu verstehen ist, nicht berücksichtigt. Die Oeffentlichkeit wußte, daß an der Oberrealschule eine Untersuchung stattgefunden wegen gewisser Vorgänge, die politischen Charakter trugen. Das hatte auch schon vorher in unserer Zeitung gestanden. Man mußte also, wie wir schon darlegten, annehmen, daß eine„Disziplinierung“ oder„Maßregelung“, wie das Wort allgemein aufgefaßt worden sein wird, aus dem Grunde erfolgt sei, weil in der Betätigung der Herren Schnell und Lenz etwas gefunden wurde, was, wie wir ganz allgemein sagen wollen, nicht mit den Pflich⸗ ten eines republikanischen Lehrers bezw. Leiters im Einklang stand. Der Unterschied zwischen regelt“ und„im Interesse des Dienstes versetzt“, fallt hierbei nicht ins Gewicht, da in der öffentlichen Be⸗ urteilung dieser Unterschied verwischt wird. Niemand konnte auf die Vermutung kommen, daß Dr. Lenz sich einer durch die allgemeinen Strafgesetze bedrohten Handlung schuldig gemacht und nur das hätte ihn in der öffentlichen Meinung herabwürdigen können. Das Gericht hat weiter zu unrecht unberücksichtigt ge⸗ lassen, daß Dr. Lenz sich selbst öffentlich in der ihm nahestehenden Presse als„ge ⸗ maß regelt“ hat bezeichnen lassen. Das Gericht hat ferner das subjektive Moment falsch gewertet. Der Behauptung des Klägers folgend unterstellt es zu unrecht, daß der Ausdruck in für liegt kein Beweis vor. Der Beklagte hatte den Artikel, der den Ausdruck enthielt im Drange der Arbeit nur flüchtig gelesen und ihn für sachlich richtig gehalten(vergl. Nr. 78). Wir fassen zusammen: Wenn auch der Ausdruck„diszip⸗ liniert“ nach der Auffassung des Gerichts dem Buchstaben des Gesetzes nach als beleidigend angesehen werden konnte (wir sagen nicht: mußte l), so hat es doch in ganz unzu⸗ reichendem Maße die näheren Umstände die straf⸗ mildernd in Betracht kamen. unberücksichtig ge⸗ lassen. II. Die angebliche Beleidigung durch den ersten und einige vorausgegangene Artikel. Das Urteil hat sich der klägerischen Aufassung ange⸗ schlossen und aus diesen Artikeln eine beleidigende Absicht herausgelesen. In der Begründung wird darüber gesagt: Der Privatkläger wird immer in seiner Eigenschaft als Jugenderzieher und als Privatmann angegriffen und damit seine politische Gesinnung verauickt. Der Beklagte sei über die zulässige Form des volitischen Kompfes weit hinausge⸗ gangen; es handle sich in den Artikeln nicht um unbedachte Aeußerungen, sondern um wohlbedachte Wendungen. Die Absicht der Artikel sei unverkennbar.— Pir bemerken dazu: 1. Diese Feststellungen entbehren jeder tatsächlichen Grundlage. Wir miederholen: Die Artikel richteten sich subjektiv und objektiv gesehen wird tie Mißstimmung in den Kreisen der ehrlichen bertram ü Freunde der Republik hervorgerufen. Da ist schon besser, gan Dale wenn bas Gesetz entweder aufgehoben oder aber es rücksichts los cher! Tlalh gegen alle angewendet wird. Denen aber, die vor der Votschaft e Geschrei veranstalteten, sollte mit aller Deutlichkeit zum Bewußt⸗ wien fein 4 1 werden, daß sie die Stellung unferes Landes nur „ stage i gefährden, während einige von ihnen ihm doch zu nutzen meinen. wen Behle Keine steuerliche Sonderbelastung der alor!“ U 5 f Genossenschaften! it gebane“ Das Schsckal der Um satzsteuer soll sich demnächst wrückfuht, We im Reichstag vollziehen, nachdem alle anderen Steuergesetze endes Bi endlich unter Dach und Fach gebracht worden sind. Bedenkt n Fels man, daß die gesetzgebenden Körperschaften sich entschlossen nstartend. pbhaben, die ebenso lästige wie wertlose Kapitalertrag; steuet über Bord zu werfen und daß eine Herabsetzung dalle Jurtt der das ganze Wirtschaftsleben stark beeinflussenden Kohlenstener beschlossen worden ist, so könnte man b“ we hoffen,* 5 r 1 55 ichen 30% einnol d, werde, daß die Sonder belastung der Ge⸗ 1 fle nossenschaften reif für den Abbruch sei. Garni l. f Die organisierten Verbraucher des ganzen 10 dumm 0 Reiches haben seit Jahr und Tag mit allem Nachdruck gegen 9 wire. das Unrecht Verwahrung eingelegt und seine Beseitigung ihrer u, langt. In vielen Hunderten von Konsumvereins⸗ e raldersammlungen ist auch in den letzten Monaten und 4 bene Wochen wieder die Entrüstung über die Doppelbesteuerung en ee, des organisterten Verbrauchs zum Ausdruck gekommen. 29. 00 f Wissenschaft und Rechtsprechung stehen auf der Wege, N seite der Genossenschaften. Es gibt keinen namhaften Volks- es be 10 wirtschaftler oder Rechtslehrer, der die Auffassung verträte, die 2 75 7* tigkeit der Konsumvereine sei ein„Verkauf“, ein„Um⸗ N Sen 0 satz“; übereinstimmend stellen sie fest, daß es sich lediglich be 1 um eine Verteilung der gemeinsam eingekauften und een 1 bei en* bereits mit der Steuer belegten Bedarfs. n, guter handele. 4 lle Zahlreiche Schöffengerichte, das Kammer, 1 0 gericht, ja selbst der Reichsfinanzhof stützen mit „ sch ben 10 eindeutigen Entscheidungen diesen Standpunkt. ö Reichs und Landessteuergesengebung haben g* in zahlreichen Fällen vollinhaltlich angeschlossen. zer Reichstag würde seine bei anderen Gelegenheiten Feaeleaten Grundläbe abermals über den Haufen werfen, nicht gegen die bürgerliche Ehre des Klägers und politischen Agitator Lenz. Ist dieser gesetzlich ge⸗ schützt? Sind antisemilische und deutschpölkische Aagi⸗ satoren sakrosankt, unverletzlich und heilige Wir betrachten sie als volitische Scheidlinge, und sie zu be⸗ kämpfen, ist das gute Recht unserer Partei, in dessen Ausübung sie sich auch durch tausend Lenzprozesse nicht ö keirren lassen wird. Die in den Artikeln gebrauchten Ausdrücke sind wohl scharf, behaupten aber nur er weisliche Tatsachen verhältnis besonders nachzuweisen, können wir uns ersparen; „gemaß⸗ ö beleidigender Absicht gebraucht sei. Hier nicht gegen ihn als Lehrer, sondern nur gegen den denn die Herren Pressepol ren des politischen. bei anderer Gelegenheit Moment ist un be⸗ 2. Was lelsten sich selbst auf dem Gebie Kampfes? Wir werden damit aufwarten.— Auch dieses rücksichtigt geblieben.. Die Artikel sind vom Kläger nur herangezogen worden, um damit Stimmung zu machen. Hätte der Kläger darin eine Wendung entdeckt, die zu einer Klage ausgereicht hätte, so hätte er sofort den Klageweg be⸗ schritten. Erst als— rein zufällig— in ö späteren Artikel das„diszipliniert“ stand, wurde eingehakt und nun auf die früheren Artikel zurückge ⸗ griffen.— III. Das Strafmaß. Der Vertreter des Klägers hatte die Stirn, mit Rücksicht darauf, daß der Beklagte bereits früher wegen Beleidigung cine Freiheitsstrafe erlitten hahe und wegen der„Schwere“ der Beleidigung Gefängnisstrafe zu beantragen lll Schon daß der klägerische Vertreter gleich zu Beginn der Ver⸗ handlung die vor 17(5) Jahren verhängte Freiheitsstrafe zur Sprache brachte, war, um nicht mehr zu sagen, eine schmacksverwirrung ersten Ranges. Wie der Richter von sich aus aus den Akten feststellte, handelte es sich um eine Majestätsbeleidigung. Leider wurde nicht auch gleich gesagt, welcher Art. Wir holen es hier nach: Im Be⸗ richt eines rechtsgerichteten Blattes hatte ein Druckfehler eine Sinnentstellung bewirkt, die den früheren Kaiser in ko Beleuchtung erscheinen ließ. Während andere Zeitungen nur auf den Druckfehler hinwiesen und unbehelligt blieben, brachte Herr Vetters den Bericht unter der Rubrik„Humo⸗ ristisches und wurde mit 2 Monaten Gefängnis bestraft, die aber nicht verbüßt wurden. Also eine sehr harmlose Majestätsbeleidigung, aber immerhin: die Majestät war be ⸗ leidigt. Und da nun jetzt aber in der geweihten Per son eines Vorkämpfers des reinen Deutschtums die Majestät dieses Deutschtums selbst beleidigt war— nach der Auffassung des Klagevertreters—, so war für ein unkompliziertes deutsch⸗ völkisckes Gemüt die strafverschärfende Wirkung der früheren Artikel etwas S lbstnerständliches. f Aber dem hohen Fluge dieses Denkens vermochte selbst das Schöffengericht nicht zu folgen, wenn auch im übrigen seine Urteilsbegründung dem Boden gleicher Grundanschau⸗ ung entsprossen sein wird. Diese Uebereinstimmung trat schon in der Art der Verhandlungsleitung 4 den Vorsitzenden zutage, der sichtlich bemüht war, die Ver handlungen äußerlich in den Formen der gebotenen Objekti⸗ vität fich abspielen zu lassen. Aber der Erfolg entsproch nicht immer dem Bemühen, und die innerliche Stellung⸗ nahme wirkte sich des öfteren aus! der Kläger kämpfte im Licht, der Beklagte im Schatten; der klägerische Anwalt durfte ungehemmt über Dinge reden, die nicht zur Sache gehörten, der Kläger konnte ebenso ungehindert seine antise ⸗ mitischen Deklamationen vom Stapel lassen— aber wenn die beklagte Partei darauf erwidern wollte, dann hieß es bald: das dürfte nicht zur Sache gehören. Sehr hinderlich war dem Richter, der erst seit kurzem hier amtiert(was er wiederholt selbst hervorhob), die mangelhafte Kenntnis 5 vom Kläger zur Sprache gebrachten Vorgänge an der Ober realschule. So beherrschte er die Sache nicht, er führte nich sondern wurde geführt. a Bei dieser innerlichen Einstellung der drei Richter es begreiflich, daß sich anch die Wertung des Deliktes i den vom Klagevertreter vorgezeichneten Rahmen d unser unschuldig schuldig gewordener Redakteur und unsere Partei mußten für die Sünde gegen den arisch⸗nationalen Geist, wie er in dem Wirken des Herrn Studienrats Dr. Lenz sich so herrlich offenbart, büßen.„Tas Gericht hat sich vergecenwärttat, heißt es im Erkenntnis, daß die letzte Geld ⸗ strafe auf 1000 Mk. lautete, und weiter hat es die mittler · weile eingetretene Geldentwertung berücksichtigt. Daher ist auf 100 000 Mk. Geldstrafe und Tragung der Kosten erkannt worden“. Basta! Wir erwarten, daß die Berufungsinstanz ein Urteil finden wird, das mit gesundem Rechtsempfinden im Ein⸗ klang steht! f Hat das Miecttrschudgefet Geltung auch für Neubauten? (Von Justizinspektor Schröde 9 5 In Nr. 59 d. Bl. habe ich die Frage eingehend behandelt. Grund der dert erwähnten Verordnun des Hess. Landesarbeits und Wirtschaftsamtes vom 4. 1. 1921(Reg.⸗Bl. Seite 29)— nit wie irrig angegeben vom 13. 4. 4922— und des§ 16 des. mietengefetzes kam ich zu folgenden Schlußfolgerumgen: a 1. Auf Nänme, die nach dem 1. Juli 1918⸗ jedoch vo r n 1. Otrober 1920 bezugsfähig hergestellt worden sind, 2 das Reichsmietengesetz keine Anwendung, wohl aber die Woh- nungsmangelverordnung(Verfügungsbeschränkung, Beschlag⸗ nahmerecht usw.). Auf Wohnungen und andere Räume in Neubauten, die— dem 1. Oktober 1920 bezugsfertig hergestellt worden findet weder das Reichs mietengesetz noch die 5 mangelverordnung Anwendung. . Auf Näume der einen wie der anderen Ar! aber finden die Mieterschutzbestimmungen Anwendung; es darf bei räumen, Lüden oder Werlstätten die Kündigung oder ietpreiserhöhung nicht ohne vorausgegangene Genehmigung des Mieteinigungs⸗ amtes stattfinden, während bei anderen Räumen(Lager⸗, Fabrik⸗, Bureau⸗ und anderen Räumen) der Mieter unver⸗ üglich nach der vom Vermieter ausgesprochenen Kündigung as Mieteinigungsamt anrufen kann. 5 Zu dieser Schlußfolgerung Nr. 3 muß ich jedoch eine Ein⸗ schränkung machen und zwar auf Grund einer Bekanntmachung des Hess. Landesarbeits⸗ und Wirtschaftsamts vom 10. Jult 1921 158), die am 28. Juli 1921 in Rraft ge⸗ (Regierungsblatt Seite treten ist: „Auf Grund des 8 da der Bekanntmachung zum Schutze der Mieter vom 23. 9. 1918 und 22. 6. 1919 in der Fassung des Ge⸗ setzes über Maßnahmen gegen Wohnungsmangel dom 11. 5. 120 ordnen wir mit Zustimmung des Reichsarbestsminstertums für das Gebiet des Volksstaats bessen hiermit an, daß auf. bauten, die ohne Beihilfen aus öffentlichen Mitteln er 198 werden, die Vorschriften der Mieterschudtes setzgebung keine Anwendung finden“ 1 Diese Verordnung bedarf einer kritischen Betrachtung. Zunächst de Frage: Ist die Landes zen trol zehörde besugt, di Mieterschutzgesetzgebung schlechthin für nicht anwendbar gr erklären? Die Frage ist zu verneinen. Das Mieterschutzg it uwar in der Hauptsgche ein sog. Nahanengeleb, de der Ausführungsbestimmungen. Hiervon hat Hessen Gebrauch gemacht und allenthalben Mieteinigungsämter errichtet, denen es te im Miterschutzgesetz vorgesehenen Befugnisse übertragen hat. Hess. Arbeits⸗ u. Wirtschaftsamt hat somit das Hessenland Is einen sog. Notstandsbezirk angesehen. Es kann zweifellos der⸗ artige, im Rahmen des sog.„Genehmigungssystems“ erlassenen nordnungen zurücknehmen oder beschränken, aber nur lche. Denn ein Minimum des Miterschutzes auf Grund des r besteht überall, auch dort, wo Mieteinigungs⸗ ämter nicht errichtet oder Verordnungen der Landesbehörde auf⸗ cpoben oder eingeschränkt sind; das Mieterschutzsystem der „Initiative des Mieters“, wie es der§ 2 des Reichsgesetzes unn Schutze der Mieter regelt, kann auch die oberste Landesbehörde nicht aufheben. Es kann also in jedem Falle der Mieter gegen eine Kündigung des Vermieters Einspruch erheben und beantragen, die Kündigung für unwirksam zu erklären. Denn nach 8 11 des Mieterschutzgesetzes können die Entscheidungen in dem Falle des 2(also auf Anruf des Mieters) in Gemeindebezirken für die Ei Mieteinigungsamt nicht errichtet ist, durch die Amts⸗ 47 als zuständige Behörde getroffen werden Dieses Minimum des Mieterschutzes ist sonach überall durch das Meichsgesetz gewährleistet und kann nicht durch die Landesbehörden esettigt werden. Uuebrigens ist die eben kritisterte hessische Verordnung vom 16. Juli 1921 auf 8 5a des Mieterschutzgesetzes gegründet. Das ist meiner Ansicht nach ebenfalls nicht möglich; denn am Wortlaut des genannten§ nach können die Lanbeszentralhehöcden Aenderungen Der reichsgesetzlichen Bestimmungen treffen, wenn sich infolge beson⸗ bers starken Mangels an Mieträumen außergewöhnliche Mißsstände geltend machen. Das heißt zweifellos, daß die Aenderungen oder Aufhebungen nur zugunsten des Mieters, nicht aber zu seinem Nachteil getroffen werden können. Meine vorstehend dargelegte recht⸗ Auffassung beckt sich im wesentlichen mit den Ausführungen des entars von Unger⸗Lurfe⸗Kloer. Ich komme also zu dem Schluß, daß ein wesentlich be schränk ⸗ er Mieterschutz den Neubauten zugute kommt, die nach dem In⸗ eee der Bekanntmachung des Landesarbeits⸗ umd Wirtschafts⸗ amts vom 16. Juli 1921, 5. i. also nach dem 28. Juli 1921, errichtet worden sind. D. h.: die Mieter solcher Neubauten sind im Falle einer durch den Vermieter ausgesprochenen Kündigung berech⸗ ligt. tuf Grund des 8 2 des Miete rschutzgesetzes das Mieteinigumgs amt (und wo ein solches nicht besteht, das zuständige Amtsgericht) amgu⸗ aufen. Für alle vor dem 28. Juli 1921 errichteten Neubauten sind meines Erachtens bie oben unter Nr. 3 gemachten Ausführungen zu⸗ f— — schule und Schokolade. Uns wird aus inmteressierten e eee durch den kürzlich in der Oberhessischen Volks⸗ deitung veröffentlichten mehr humoristisch gehaltenen Artikel„Hoch⸗ Schokolade“ könne vielleicht der eine oder andere Leser auf an — Heute Abend Vortrag! Nochmals sei auf den Vortrag über Steuer- und Wirtschaftsfragen hingewiesen, den Abg. Soldmann Heute abend 8 Uhr im Saale des Gewerkschaftshauses halten wird. Sorgt für zahlreichen Besuch. — Ein Vermißter. Seit 3. Aprfl wird der Kaufmann Baltha⸗ ur Schmidt 5. von Großen⸗Buseck vermißt. Er hat sich am denunmmten Tage in der Frishe von Großen⸗Buseck entfernt und soll am gleichen Tage am Babnbof Gießen noch gesehen worden fein. Da er schwermütig war, wird „ schwarzer Schnurrbart, er war bekleidet mit schwargem, Anzug, neuen Stiefeln und grünbraunem Hut. Die Schneider⸗Zwangsinnung hält am kommenden Mittwoch ihre ammlung ab, ider welche Näheres aus dem Inserat in Mummer ersichtlich ist. — Watzenborn⸗Steinberg. Bei dem Brande des Sägewerks von Jak. Ruhl in Watzenborn am Freitag abend find, wie in gestriger Mummer furz berichtet, bedeutende Holzvorräte ein Raub der Flam⸗ en geworden, deren Wert sich auf viele Millionen beläuft. Zwar waren die Feuerwehren von Garbenteich und Hausen schnell an der Branöstelle, ste konnten aber nicht in wünschenswerter Weise ein⸗ greifen, weil das Werk am Dorfeingang liegt und micht genug Wasser cbeigeschafft werden konnte. In der Einwohnerschaft wird die Frage aufgeworfen, warum mam bei einem derartigen Brande nicht de Gießener Motorspritze rechtzeitig herbeordert hat. Marburg⸗Kirchhain. Landfriebensbruchs⸗Prozeß. Vor der Marburger Strafkammer purde am Freitag gegen Fünf Angeklagte verhandelt, denen zur Last gelegt wurde, an öffent⸗ lichen Zusammenrottungen teilgenommen und Gewtltätigkeiten gegen Personen und Sachen mit vereinten Kräften verübt zu haben. Diese Nach antlicher ers⸗ i — 49 Jahr alt, oa. 1,75 Meter groß, Haare dunkelblond(große Straftaten sollen bei der in Marburg am 4. Juft vorigen Jahres veranstaleten Demonstration anläßlich des Rathenau⸗Mordes be⸗ gangen worden sein. An diesem Tage unternahmen die Ge⸗ werkschaften in Marburg im Verein mit der soziald. Partei einen Zug durch die Stadt, der vom Bahnhofsplatz ausging. Beim Ab⸗ marsch des Zuges wurde bekannt, daß in der Tapetenfabrik von Schäfer noch gearbeitet würde, der Fabrikant Schäfer habe die Leute eingeschlossen usw. Das verursachte Erregung bei den Teilnehmern und man verlangte, daß vor die Fabrik marschiert werde. Dies ge⸗ schah denn auch und dort angekommen, drangen eine Anzahl der Demonstranten in das Fabrikanwesen ein und veranlaßten die dort Beschäftigten zur Niederlegung der Arbeit. Der Pförtner und einige zum Schutz aufgestellte Feuerwehrleute sollen auch bedroht worden sein. Hierauf zog der Zug nach der Ostheinischen Fabrik, wo sich ähnliche Dinge abspielten. Weiterhin kam es zu einem Zusammen⸗ stoß eines Teiles der Zugteilnehmer mit einem Studenten Eggert, der über den Zug abfällige Bemerkungen gemacht um auch geschossen haben sollte. Später hat sich herausgestellt, daß bei dem Ringen mehrerer Zugteilnehmer mit dem Studenten ein Schuß aus dessen Revolver losgegangen sei. Eggert wurde verprügelt. Nachdem er von der Polizei in Schutzhaft genommen worden war, verlangte ein Teil der Demonstranten stürmisch seine Herausgabe, die dann auch er⸗ folgte. Er wurde bis zum Friedrichsplatz im Zuge mitgeführt und dann von der Polizei ins Gefängnis in Schutzhaft abgeführt. Ein⸗ zelne Zugteilnehmer sollen in das Polizeigebäude, dem„Kilian“ ein⸗ gedrungen sein und Polizeibecunte bedroht haben.— Angeklagt waren der Gießer Peter Kleinberg, Former Hch. Kranz, Zimmer⸗ mann Jost Keßler, Hilfsmonteur Theodor Figenser, Gas⸗ arbeiter Hch. Pfing st. Das Urteil lautete gegen Figenser auf vier Monate Gefängnis, alle übrigen werden zu der Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis verurteilt mit Aus nahme von Keßler, der freigesprochen wird. Allen Verurteilten gewährt das Gericht bedingten Straferlaß bis zu einer Bewährungsfrist von 3 Jahren.— Wegen bei derselben Gelegenheit begangenen Aus⸗ schreitungen haben sich demnächst noch mehrere Angeklagte vor dem Schwurgericht zu verantworten. Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 8. April. Verschlechterung des Arbeitsmarktes. Der Arbeit markt hat in dieser abge⸗ laufenen Woche eine weitere Verschlechterung erfahren. Es sind 5568 Arbeitssuchende gemeldet. Auf hundert offene Stellen kommen 1235 Arbeitssuchende gegen 738 in der Vorwoche. 2946 Personen erhalten Erwerbslosenunterstützung. Frankfurt a. M., 8. April. Eine Pferdediebin. Bis⸗ her stand das Pferdediebstahlshandwerk nur dem starken Geschlecht zu. Jetzt drängen sich aber auch schon die Frauen in diesen„Beruf“ hinein. Eine 37jährige Frankfurterin, in deren Begleitung sich ihr 20jähriger Liebster befand, stahl auf raffinierte Weise in Niederselters ein Pferd und verkaufte es am nächsten Tage in einem Westerwaldstädtchen für eine Million Mark an einen Metzger. Aber schon am nächsten Tage wurde die Frankfurter Pferdediebin n Limburg abgefaßt und verhaftet. In ihrem Strumpfe entdeckte man noch 300 000 Mark. Für den Rest hatte sich die Amazone bereits in Limburger Geschäften neu eingekleidet. Frankfurt a. M., 7. April. Geisteskranker Raub⸗ mörder. Kurz vor Weihnachten vorigen Jahres erschlug der in Gießen geborene Gärtner Hans Appel auf dem Grundstück eines Dreschmaschimenbesitzers den Arbeiter Haller und beraubte ihn. Die des Haller durch Gerichtsärzte haben jetzt er⸗ geben, daß der fung Mann als geisteskrank anzusehen und für seine Tat nicht verantwortlich zu machen ist. Das Verfahren gegen den Appel wurde infolgedessen eingestellt. Appel wird eimer Am⸗ stalt zugeführt. Frankfurt a. M., 8. April. Brand auf dem Bahnhof. Durch den Funkenauswurf eines Gitterzuges geriet en am Samstag abend die Tankanlage auf dem Bahnhof Eschersheim in Brand. Das Feuer konnte durch das rasche Eingreifen des gefamten Bahnpersonals lokalisiert werden. Großfeuer. Das Sägewerk der Firma Zeitz in Wiesbaden wurde durch ein Großfewer völlig zerstört. Der Brand soll in der Küche des Säge⸗ meisters ausgebrochen sein. Er verbreitete sich von hier aus mit rasender Schnelligkeit über das Maschinenhaus, die Sägehalle und die reichen Holzvorräte, die vernichtet wurden. Die Maschinen sind unbrauchbar. Ferner wurden halbfertige Holzfabrikate und zahlveiche Haustiere am Raub der Flammen. Der Schaden ist außerordentlich groß und beläuft sich auf rund 50 Millionen Mark. Darmstadt, 9. April. Ein Kriminalkommissar unter Mordverdacht verhaftet. Ein schwerer, bisher unaufge⸗ klärter Kriminalfall, dessen Ausgangspunkt jetzt gerade zwei Jahre zurückliegt, scheint endlich durch die Feststellung, daß eine schon vor zwei Jahren im Spessart gefundene Leiche mit der einige Tage vor⸗ her von hier verschwundenen Ehefrau des Händlers Hofmann identisch ist, seine Auftlärung zu finden. Die Ehefrau Hofmann wurde am 8. April 1921 durch den damaligen Kriminalkommissar Chr. Weber, den Leiter der hiesigen Kriminalabteilung, nach vorausgegangenen Auseinandersetzungen wegen Abtreibung vernommen und am nächsten Tag angeblich gegen Abend wieder entlassen. Sie ist aber seit die⸗ sem Tage spurlos verschwumden. Weber, der nähere Beziehungen zu der Schwester des Hofmann hatte, unternahm wiederholt Reisen mit ihr, wobei er einen falschen Namen führte. Den dauernden Bemithungen der hiesigen Staatsanwaltschaft wie der ihr unterstellten Spessart gefundene Leiche Ehemann Hofmann Kriminalkommissar Weber hatten teresse an dem Verschwinden der Frau, die dem Weber wiede Vorwürfe über seinen unmoralischen Lebenswandel gemacht Weber ist schon seit etwa 5 Monaten wegen einer Reihe 5 Krimtnaftommissare ist es zu verdanken, daß erneute 5 dem Gebiete der Unmoral liegender Vorkommnisse von seinem Die beurlaubt. Die verschiedenen Verdachtsmomente wiegen so daß die Staatsanwaltschaft jetzt zur Verhaftung Webers und Hofmann geschritten ist. Von Interesse ist weiter der Umstand, seinerzeit die Akten über die Verhaftung der Frau H. durch We die Entlaffung und das Verschwinden der Frau ebenfalls ohne Spur verschwunden sind. Groß⸗Gerau, 7. Aprl. Den Liebhaber erschosf Ein junges Mädchen hat hier seinen Liebhaber und dann sich se erschossen. Die näheren Umstände der Tat sind noch nicht a klärt, es verlautet aber, daß das junge Mädchen mit dem Revol in der Hand bei seinem Liebhaber darrch das Fenster eingesti und dann nach einem kurzen Wortwechsel sosort geschossen habe. Mainz, 7. April. Haus suchung im Kreisamt. Polizei der Besatzungsbehörde stattete am Freitag dem hiesigen amt einen Besuch ab und nahm bei dieser Gelegenheit eine Hals“ durchsuchung vor. Worms, 7. graphenamt. Nachdem die Franzosen schon an den vorher, gehenden Tagen allerlei Maßnahmen versucht hatten, um den T graphen⸗ und Telephondienst in ihre Hände zu bekommen. was an dem Widerstand der Beamten scheiterte, wurde der Obert grapheninspektor Ditter nach kurzen Verhandlungen mit den J zosen verhaftet, ebenso kurz darauf der Telegrapheninspektor Dom Gleich darauf rückte eine Abteilung gelber Franzosen in das Tele, graphenamt ein und trieb unter Drohungen das Personal, Herre und Damen, von ihren Arbeitsstätten. Sie kommandierten„schnell „schnell“ und ließen kaum zu, daß die Damen des Telepho Kleidungsstücke und privates Arbeitsmaterial mit sich nahmen. 2 gesamte Telegraphen⸗ und Telephonverkehr von Worms ist nunmeh unterbrochen. Der Postbetreb hat bisher keine Störung erlitten. tiert wurden, brach die Menge in Hochrufe v Die Stimmung in Rheinhessen ist infolge der Ausweisungen d aber geschlossen und einheitlich. Niemand fragt mehr nach Par unterschieden. Die gegenseitige Hilfsbereitschaft ist allgemein. schbeschaul.— der Wagnermeister des Kreises Gießen.- Dienstnachrichten.— Aenderung der Ortssatzung über den Bezug un Wasser 5 dem Wasserwerk der Gemeinde Ober⸗Bessingen.— 0. verloren. Gefunden und verloren. Das Polizeiamt Gießen gibt bekannt In der Zeit vom 1. März bis 28. März 1923 wurden in hiesiger Suh gefunden: 1 Kneifer, 1 Rosenkranz, 1 Mantelgürtel, 1 Tasches, messer, 1 Füllfederhalter, 1 Brille, 1 Kindersammetbeutel, 1 Huh, 50 Mark, 1 Tausendmarks⸗ grüne Schülermlitze, 250 Mark, 1 Stoffgürtel, 1 alte Brieftasche u Inhalt, 1 Geldtäschchen mit Inhalt, 1 Geldmäppchen mit Inh 1 Drahtzange, 1 Wildlederhandschuh, 1 Kindermäntelchen, 1 Sack n Gerste, 1 Handtasche mit Inhalt, 1 Paar Strümpfe, 1 Kneifer, ein Wagenkapsel, 1 Rocknadel, 1 Schlüsselbund; verloren: 1 Goh füllfederhalter, 1 braumledernes Frühstückstäschchen, 1 Brieftasche in Inhalt, 1 grauer Handbeutel mit Inhalt, 1 goldene Armbandi, gez. E. M., 1 wollener Schal, 1 schwarze Stofftasche, 1 grauer Spo strumpf, 1 Petschaft auf einem goldenen Bleistift, 1 Rocknadel a Tulasülber, 1 Reifen von einem Kinderwagen.— Die Abholung de gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11—12 ll vormittag und 4—5 Uhr nachmittags im Polizeiamt erfolgen. Dollarstand am 9. April unverändert: 21 100 Mk. MAGGI 2 29885 N Nn Suppen ersparen Suppenfleiseh* Nur mit Wasser nach Anweisung gekocht, schmecken sie ebenso Kräftig wie mit selbstgemachter Fleischbrühe zubereiele Suppen. Eiernudeln, Eiersternchen, Erbs, Erbs mit Speck, Ochsenschwanz, Pilz und andere beliebte Sorien. Man achte auf . MagctssUbpk, den Mamen M 681 und die gelbrote Packung. 2 FEE Todes- Anzeige. Nach langem, schwerem Leiden verschied heute abend ½8 Uhr unsere liebe Tochter 1 und Schwester 15 EmmaLindenstru Pflegerin in der chirurgischen Klinik im blühenden Alter von 21 Jahren. Heuchelheim, den 8. April 1923. Ipt⸗Per Schneiderzwangsinnung Giessen am duttwoch, den 11. April d. Js., nachm 2 or, im katholischen Vereinshaus. lle Sc neidermeister. ö schneiderinnen müssen pünktlich ersche nen. famm lung!“ * Schneid rnnen und Haus⸗ d7 Der Vorstand. Zinmet a mit und ohne Bedienung, mit und ohne Pension, für Studenten gesucht nach Zimmerqualitiät von 26000. An⸗ eldungen täglich von 9—/ und von 3—7 auf dem Geschäftsz mmer der„Stu⸗ deutenhilfe“, Bismarckstr. 16, 3, wo die Zimmer sosort festgemietet werden. Donnerstag, 12. Af Außer Abonnement Einmalige Auffül Operettenpreise Gastspiel Trude Tandar, Alfons Pape, Kurt Uhlig v. Staatstheater in Kass der Wettlauf ml dem Schatten Schaufpiel in 3 Akten dc ieee eee Sladtthease llet Art Preise je f i enen e e eee e Fame Ludvig lindensrub. l N unt. 7„ Ende 98s. Al Die Beerdigung findet Mittwoch mittas 1 Par Li 7 2 denen dai um 3 Uhr vom Sterbenause. aulas 1 2 24. Vorstellung im ö strasse 20 aus statt ds 0 U 0 1 I I fü II Freilag-Abonnemen 8. empfiehlt* Der kühne Schwimm . a Buchh andlg. Oherhess. Volkszt S. D 172 8 905 end Ar.... er Ende 9 3 * April. Gelbe Franzosen auf dem Tele, 1 ag schein, 1 Vereinsnadel, 1 Schllisselbund, en kin bewuf — Vergütung für nebenntlichen Unterricht. 9 An Vorg Anf des! Aten Pil; Furien: en Fran; wössce J Aan gchte Altde die mabegtänzen in heftet o fit e