Organ für die Interessen des werktätigen Volle der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren Raum lokal 20.— Mt, au⸗wärts 30.— Mek, die Reklamemillimeterzeile 100.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabakt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. genultion: Gießen 1 Vahnbosstraße 23 Derusprecher old. J*— Eppedifton: gie e s Bahnhofftraße 23 3 Ferusprecher 2008. Die Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Deer Abonnementspreis mit den Beilagen Das Blatt der Frau und„Land⸗ wirtschaflliche Beilage“ beträgt monatlich 1370.— Pet einschl. Bringerlohn. Durch die Poft bezogen 1800.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 50.—Mt Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Gießen, Samstag, den 10. Februar 1923 183. Jahrgang 1 1 Nr. 34 funden und nahmen dort Aufstellung. Ferner wurden auf dem J. Regelung der geldlichen Unterstützung. 1 9. e. 15 Die Flüchtlinge erholten eine geldliche Unterstützung in Höhe 1 0 die e 7 e 1 Publikums und der Beamten ist nicht erfolgt. Die Reisenden wur⸗ des Verdienstaus falle. den sie durch die Wertre bung erleiden. Wohl hat der 2 ußenminif er im Ausschuß einen i den bis weit in die Stadt hinein von den Franzosen mit aufge⸗ enn Wird ein Flüchtling durch die Vertreibung aus triftigen] stattet. Seither sind neue Ereignisse, schwerwiegende pflanztem Basonelt verfolgt. Das Gepäck der Neisenden ist e e a e o 1 2 weitere Komplikationen eingetreten. Ueberdies sind wir 0 8 i i i 1 10 8 hädigen. Als Maßste 5 5 9580 5 7 8 8 1 eee deren ede de„ 1 75 5 1 Hausstand, bestehend aus Frau und Kind 30 Prozent des Verdienstes 00 1 dee 805 d Wi 5. seinen Verletzungen erlegen. Ein Poslbeamler des D⸗Zuges wurde, zugrunde zu legen sein. 5 i 5 dingt vor dem Forum des Wlenus zes men i J. Ausgaben für Umzüge und Reisen werden insoweit ersetzt, hauses beraten werden müssen, damit nicht nur den Mit; Heizer auf, die Maschine zu verlassen. dann die Lokomotive. Ein Eisenbahnschaffner wollte K Darauf setzte ein französischer Soldat dem Zugführer das Gewehr auf die Brust. Die Menge der Frauen und Kinder auf dem Bahn⸗ Frankreichs Bajonette im Ruhr⸗ und im Saargebiet. Das Wüten der Soldateska. Der völlige Mißerfolg der französischen Aktion im Ruhrgebiet scheint die Gemüter der militärischen Gewalt⸗ haber stark zu beunruhigen. Offenbar sucht man den Konfliktsstoff anzuhäufen, um ihn zur Entladung kommen zu lassen und dann um so gewalttätiger eingreifen zu können. So wird uns heute, Freitag, morgen aus Essen telephonisch gemeldet: Im Bezirk Essen ist die Rücklaufsperre aufgehoben wor⸗ den, die Verladesperre soll aufgehoben werden. Heute vor⸗ mittag fuhren die ersten Kohlenzüge über Bochum nach Aachen ⸗West. Die Züge sind mit französischem Personal ge⸗ fahren. Es handelt sich um zwei mittlere Züge. Bei der heute morgen erfolgten Besetzung des Bahnhofs Wanne haben sich Schreckensszenen abgespielt. Wie jetzt bekaunt wird, ist der Zugführer des D.⸗Zuges 27b von einem fran⸗ bofsichen Soldaten mit einem Kolben auf den Kopf ge⸗ schlagen worden. Der Zugführer ist gestorben. Die Reisenden eines von Langenherne kommenden Personenzuges wurden von den Franzosen mit gefälltem Bajonett von den Bahn⸗ 5 vertrieben, viele Reisende mußten ihr Gepäck im Zug assen. Der Postbetrieb im Ruhrgebiet leidet noch weiterhin nach Entfernung der deutschen Beamten von den Franzosen besetzt worden. Zwei Eisenbahnbeamten gaben folgende Darstellung der Vor⸗ Als wir ausstiegen, kamen etwa 30—40 Franzosen vom Bahn⸗ steig 3, ausgerüstet mit Gewehren, Brechstangen und Hämmer, gingen zur Maschine und forderten den Lokomotivführer und den Einige Franzosen hestiegen ö Hierauf wurden sämtliche Beamte und Neisende von den Bahnsteigen abgewiesen. Zu gleicher Zeit lief auch ein Personenzug ein. Auch die Reisenden dieses Zuges mußten ihre Abteile verlassen. Durch das Aussteigen staute sich die Menge auf dem Bahnsteig Als der Zugführer die Türen schließen wollte, kam ein französischer Offizier und riß den Zugführer vom Zuge herab. In demselben Augenblick kam auch ein französischer Soldat und schlug dem 44jährigen Zugführer rücklings mit dem Gewehr kolben mehrmals auf den Schädel. Der Zugführer fiel zu Boden. dem Zugführer behilflich sein. l schrien laut auf. Ein französischer er zog den Revolver, elt ihn auf die Menge gerichtet und forderte sie auf, ausein⸗ Unterstützungsaktion der Gewerkschaften. An die Gewerkschaftsmitglieder! Der Einmarsch der französisch⸗belgischen Truppen ins Ruhrgebiet wurde von der ganzen deutschen Bevölkerung mit Entrüstung aufgenommen. Keinerlei Meinungsstreit besteht, daß dieser ungeheuerliche Angriff auf die Existenz der deutschen Wirtschaft, mit der das Wohl und Wehe der Arbeiterschaft unlösbar verbunden ist, nicht widerstandslos hingenommen werden kann. In heroischer Weise kämpft die ganze Bevölkerung des besetzten Gebietes mit der einzig möglichen Waffe des passiven Widerstandes und der Ar⸗ beitsverweigerung gegen die brutale Gewalt des bis an die Zähne bewaffneten Militärs an. Dieser Kampf hat bereits erhebliche Opfer gefordert und wird in den nächsten Wochen und Monaten in seiner Answirkung auf das ganze deutsche Reichsgebiet Anforderungen in ungeheurem Ausmaß stellen. Aufgabe der Volksgesamtheit ist es, die Durchführung dieses Abwehrkampfes zu ermöglichen, den Opfern hilfreich beizustehen und dafür zu sorgen, daß die erwachsende Not⸗ lage mit allen Kräften eingedämmt wird. Die Arbeiterschaft darf und wird nicht abseits stehen. In dieser Voraussetzung hat der Bundesausschuß am 24. Januar den Beschluß gefaßt, alle vollbeschäftigten Ar⸗ beiter zur Hergabe eines Stundenverdienstes aufzurufen und wollen— auch der Bildung eines gemeinsamen Unter⸗ stützungsfonds zugestimmt. Dieser Beschluß sichert uns nicht nur die Kontrolle über auch der Mühe, einen besonderen Apparat zur Einziehung und Verwendung der Beträge aufzuziehen. Wer für die Hilfeleistung selbst ist, muß folgerichtig auch für ihre weiteste Ausdehnung und Beschleunjgung sein. Wir ersuchen die Gewerkschaftsmitglieder deshalb, alle Kräfte anzuspannen und im Sinne des bereits veröffentlichten Aufrufes für die Durchführung des Hilfswerks, in allen Betrieben zu sorgen. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerk⸗ schaftsbundes. Theodor Leipart. e N französische Presse weist ausdrücklich darauf hin, daß es sic um„freiwillige Meldungen“ handele. Die Fürsorge des Reiches für die ö sammentritt des Parlaments abzuwarten, bevor bestimmte Beschlüsse gefaßt werden. Vornehmlich handelt es sich dabei um die Frage der Zurückziehung der Truppen aus dem Rheinland. Bestimmtheit damit, daß aus allen Parteien des Unterhauses her⸗ aus die Forderung gestellt werden wird, die englischen Truppen aus dem besetzten Rheinland herauszunehmen. f Vermittlung über Prag und Rom? Das Wiener Achtuhr⸗Abendblatt meldet: In diplomati⸗ schen Kreisen waren Gerüchte verbreitet, wonach Minister⸗ präsident Benesch und Mussolini in der Frage des Ruhr⸗ konflikts eine Vermittlung eingeleitet haben und direkte Vorschläge an Poincarés und Dr. Cuno gerichtet hatten. Wir haben uns dieserhalb an hiesige diplomatische Entente⸗ stellen gewandt und es wurde uns übereinstimmend erklärt, daß man diese Gerüchte nicht mit einem entschiedenen Nein beantworten könne, doch sei die Angelegenheit so delikater Natur, daß im Interesse der Sache selbst vorläufig noch eine abwartende Haltung geboten erscheint. Die Stellung der tschechischen Sozial⸗ demokratie. 8 Die deutsche Sozialdemokratie der Tschecho⸗Slowakei hat in der Kammer eine Resolution eingebracht, die sich mit der gegenwärtigen Situation befaßt. U. a. heißt es: stark unter dem unsachgemäßen Eingreifen der Franzosen f i U i 1 0 N une 1. 0 1 zosen.— nachdem feststeht, daß die gesamten Unternehmer in Die französi Regierung hat unter Bruch des 1 In Bommern ist eine französische Funkenstation errichtet Industrie, Handel und Landwirtschaft den vierfachen Betrag e 5 des Versailler b worden. In Duisburg⸗Meiderich ist das Telegraphenamt der von der Arbeiterschaft aufgebrachten Summe leisten trags verfügt, daß das Deutschland gehörige Ruhrgebiet militärisch besetzt wird. Diese Maßnahme soll dem Zweck Ruhrgebietes wendet sich begreiflicherweise dagegen, unter gange bei der Stillegung des Bahnhofes Wanne zu Protokoll: Der: j z f 7770 55. 5 85 Doug 97 von Essen nach 8 195 5 vor 988 halten, da die gesamten eingehenden Gelder, sondern auch die volle militärischer Aufsicht zu arbeiten. Die Bevölkerung des er deine Einfahrt hatte. Nach etwa 10 Minuten gab es Einfahrt. Mitwirkung bei der Verteilung des Fonds. Er enthebt uns Ruhrgebiets hat eine ungeheure Erregung erfaßt. Ver⸗ werden täglich in diesem Gebiet von den Besatzungstruppen verübt. Unter leidenschaftlicher Erregung verfolgt insbe⸗ sondere die deutsche Bevölkerung in der tschecho-flowakischen an dem durch den Versailler Friedensvertrag niederge⸗ worfenen Deutschland verübt werden. Die deutsche Arbeiter- schaft in der tschecho⸗slowakischen Republik steht mit ihren herzlichsten Sympathien an der Seite ihrer Deutschland, die als die eigentlichen Opfer des Krieges und des Gewaltfriedens in tiefstes Elend gestoßen werden. Es ist das dringendste Interesse der Bevölkerung der Tschecho⸗Slowakei, vom Leiter der Außenpolitik zu erfahren, wie sich die tschechoslowakische Republik in der Zeit der Ent⸗ wicklung des Konflikts verhalten hat und wie sie sich in der A e 7 05 10 25 n Panik unter dem Publi⸗ um wurden zahlreiche Frauen und Kinder verletzt. Die Fran⸗ Plus gewi nächsten Zeit zu verhalten gedenkt, auf welchem Weg und zosen stachen jetzt rücksichtlos mit ihren Basonetten in die Menge 5 ee j c Mitteln sie 1 ist 915 W der hinein, wo ebenfalls zahlreiche Personen verletzt wurden. Auf Minister Oeser gab im Haupkausschuß des Reichstages gestern Pane e e die dem Bahnsteig hatten sich inzwischen Kovallersepatrouillen einge⸗ folgendes bekannt: Bevölkerung zu schützen und dahin zu wirken, daß die weil er sich weigerte, das Geld das der D⸗Zug mit sich führle, herauszugeben, durch einen Basonettstich schwer verletzt. Die 1 7 beschlagnahmten drei Kisten mit mehreren Millionen Geld. Wanne wieder geräumt. Nachdem die Franzosen den Bahnhof Wanne besetzt hatten, richtete Amtmann Weiberg hiergegen einen Protest an den französischen Kommandanten. Er wies darauf hin, als diese infolge von Maßnahmen der Einbruchmächte erforderlich und unabwendhar geworden sind. 4 Anträge auf Erstattung von Sach⸗ und Personenschäden sind an das Reichsministerium des Innern zu leiten.“ II. Wohnliche Unterbringung. Für die vorläufige wohnliche Unterbringung der Flüchtlinge ist mit Hilfe der staatlichen Behörden Sorge zu tragen. Für die not⸗ dürstig wohnliche Unterbringung sind die Flüchtlinge darauf hinzu⸗ weisen, daß sie nach dem in Vorberestung befindlichen Reschsgesetz drohenden schweren wirtschaftlichen Nachteile und Schäden gliedern eines Ausschusses, sondern sämtlichen Mitgliedern des Hauses Gelegenheit zur Aussprache gegeben wird.“ Militärische Besetzung der Saargruben. Die Saargruben, deren Arbeiter gegenwärtig streiken, sind von französischem Militär besetzt worden. Es ist des⸗ halb verständlich, wenn sich innerhalh der Arbeiterschaft eine 4 daß Wanne ein bedeutsamer Knotenpunkt sei, daß die große Erregung breitmacht. Die Organisationen fordern * i f ö ö hligt sind, unter Ausschluß einer Beschwer s Mieteini:⸗ gruse denn. l 5 Lebens mittelzufuhren gefährdet seien und die auf dem e e e N eee, Mieteinse ihre Mitglieder auf, sich nicht zu Unbesonnenheiten hin- 1 Bahnhof stehenden großen Lebensmittelmengen dem Ver⸗% III., Arbeitspermittlung. reißen zu lassen und Ruhe zu bewahren. derben preisgegeben würden. Amtmann Weiberg ersuchte Die Erfahrung hat gezeigt, daß es den Flüchtlingen darauf an⸗ um sofortige Räumung des Bahnhofes. Gegen 6 Uhr abends wurde der Bahnhof von den Franzosen geräumt. kommt, möglichst bald eine Erwerbstätigkeit wieder zu erlangen. Diese Bestrebungen sind nachdrücklichst zu unterstützen. Lohustreik sranzösischer Bergarbeiter. Nachdem der kommunistische Verband der Bergarbeiter im cb. IV. Fürsorgestellen. Mosel⸗Departement bereits gestern den Ausstand erklärt hatte, har 5 a Die Pläue scheuen das Licht. Die Betreuung der Flüchtlinge liegt in der Hand des deutschen 1 1855 0 der 1 8 00 e* n 88 7 75 1252 5 0 Roten Kreuzes schlossen, und in ganz Lothringen liegen die Bergwerke, wie di 10 Der französische Ministerpräsident hat dem Vorsitzenden] Wees, m übri 1 e 10 Frankf. Ztg. meldet, still. Mie im Gegensatz zu den Verdächti⸗ V. Im übrigen finden die Richtlinien für die Handhabe der Zeitungen und Nachrichten⸗Agenturen Oirientfrage des Kammerausschusses mitteilen lassen, daß es ihm z. Zt. unmöglich ist, über die Aktion im Ruhrgebiet und über die U die verlangten Auskünfte zu geben. An⸗ scheinend gestatten die in Aussicht genommenen neuen Maß nahmen gegen die Ruhrbevölkerung keine Behandlung vor Fürsorge für die Flüchtlinge aus den abgetretenen und besetzten preußischen Gebieten sinngemäße Auwendung. Das englische Unterhaus für die Zurückziehung der Truppen am hein! gungen der französischen festgestellt werden kann, handelt es sich dabei keineswegs um einen plötzlich ausgebrochenen Sympathiestreik zur Unterstützung der Bergarbeiter im Saargebiet oder gar im Ruhrgebiet, sondern um einen seit Monaten vorbereiteten Lohnkampf fämtlsched franzö⸗ der letzten Tage von 1 4 44 Das englische Kabinett hält angesichts der politischen Lage jetzt] den Verbands nn Reschlüssen 16 10 50. Ai a 5 5 N gen L 0 den Verbandsvorständen in Pa Beschlüssen, am 16. n größeren Forum von Kammermitgliedern. 1 4 täglich eine Sitzung ab, in der insbesondere die Ruhraktion und die[Februar auch auf die Gruben 9 drankreichs und des Am Freitag werden, wie aus Paris mitgeteilt wird, Lage in der Türkef erörtert werden. Was die Ruhraktion anbetrifft,] Losrebeckens ausdehnen soll. sronzösischen Bergleme haben so hält die Mehrheit des Kabmetts es dafür, den demnächstigen Zu-] dem Verband der Berawerlkageselllckarten bis aus 15. Februar — N weitere 4500 Eisenbahner ins Ruhrgebiet geschickt. Die 8 Man rechnet mit dienen, Reparationen zu erhalten. Die Arbeiterschaft des schleppung von Personen und zahlreiche andere Gewalttaten. Republik diese verhängnisvollen Vorgänge, die Martern, die 1 Brüder in 4 ein Ultimatum gestellt, das die Eröffnung von Verhandlungen zur allgemeinen Erhöhung der Löhne und zur Einbeziehung der Teue rungszulagen in die Löhne fordert. s Die Schweizer Note. Die schweize rische Note an Frankreich und Deutschland, in der der Bundes rat in freundlicher Weise auf die ernsten Folgen wegen 5 der Einstellung des Zugverkehrs hinweist, ist durch die Schweizer 5 Gesandtschaften in Berlin und Paris übergeben worden. 71 Nach der Nationalzeitung hat der französische Gesandte in Bern 75 vor Absendung der Note sich beeilt, offiziell mündlich mitzuteilen, daß 2 die Lage mit den französischen Maßnahmen nicht zusammenhänge, 8 175 auf die passive Resistenz der deutschen 1 isenbahner zurückzuführen sei. 7 Wenn diese Lesart richtig ist, beweist es nur aufs Neue, daß es 8 mit der vielgerühmten Unabhängigkeit der„freien“ Schweizer nicht . weit her ist. Sie scheinen nicht wissen zu wollen, daß die deutschen 5 Eisenbahner in dem schweizerischen Nationalheros Wilhelm Tell ihr i Vorbild sehen und sie, gleich wie er, gegen eine fremde Tyrannei im 8 Kampf stehen. 3 Neues vom Tage. Dass Ultimatum von Smyrna. Der Gouverneur von Swyrna hat der Besatzung der Kriegsschiffe der Entente mitgeteilt, daß er die Abzugsfrist aller über 1000 Tonnen großen alliierten Schiffe um 24 Stunden verlängere. Es verlautet, daß sich Bonar Law und Poincaré darüber verständigt haben, irgendwelche türkische Feindseligkeiten gemeinsam abzuwehren. Eut⸗ 4 sprechende Vorbereitungen sind bereits getroffen. Zwei 3 englische Schlachtschiffe sollen nach Smyrna unterwegs sein, ebenso wird behauptet, daß sich im 125 von Smyrna zwei englische Kreuzer ein französischer Kreuzer, ein französisches Torpedoboot, ein Kanonenboot und vier amerikanische Torpedoboote befinden. 8 Der Zwischenfall von Smyrna. . In der Angelegenheit von Smyrna besagt die neueste Meldung, f bie in Paris aus Konstantinopel vorliegt, der Gouverneur von Au⸗ gora soll den französischen Konsul verständigt haben, daß für die Ab⸗ reise der Kriegsschiffe aus dem Hafen eine Fristverlängerung von 24 Stunden bewilligt worden sel, damit der Gouverneur die Mög⸗ lichkeit erhält, Weisungen aus Angora abzuwarten. Dem Temps zu⸗ folge sind die bisherigen Schritte in dieser Frage folgendermaßen verlaufen: Die türkische Regie rung hat zunächst die Entfernung der 2 französischen und italienischen Kriegsschiffe bis zur 0 rnacht des 7. Februar verlangt, dann die beschleunigte Ent⸗ ferung vor Einbruch der Nacht gefordert. Gleichzeitig mit diesem Ultimatum, das an den Kommandanten und die Oberkommissäre in ee gerichtet wurde, sandte die Angorgreglerung eine schriftliche Note des gleichen Inhalts nach Paris und Rom, dagegen nicht nach London, angeblich, weil sie dort keinen Vertreter hat. Auf diese tilrkische Note hat Frankreich, wie bereits gemeldet, ablehnend geantwortet, nach dem es sich mit England über den Wortlaut der Antwortnote geeinigt hätte. Inzwischen hat die Angoraregierung die Frist in der oben mitgeteilten Form verlängert, andererseits aber die B von Smyrna mit versperrt und die alliferten Re⸗ gierungen davon verständigt. Frankreich steht auf dem Standpunkt, daß es diese Sperre nicht anerkennt und ihre Aufhebung verlangen Die Pariser Prsse bezeichnet den Zirischenfal von Smmprma als Heine Sensation, die ihr als Ablenkung vom Lausanner Miß⸗ nicht ganz unwillkommen sein scheint. Das Journal de Debats setzt seine antitürkische itik fort, in dem es die Angora⸗ als eine Verletzung bes Waffenstillstandes von Mudros PFCCCCPPPPPTCPPPPVVVCVCVVVTTVT 2 e g nalistis bolschewistischen und über dies— eise Zusam⸗ menstellung, die hier nicht zum ersten Male auftritt— alldeutschen N Einflusses bezeichnet. Dem genannten Blatte zufolge hätten deutsche Industrie⸗ und Finanzleute in Anatolien Fuß gefaßt und sie be⸗ 5 nutzen die jetzige Situation, um Frankreich zu schädigen. Deutsche ö Offiztere sollen in Angora mit dem kemalistischen Generalstab zusam⸗ 1 menarbeiten. Den Deutschen zuliebe hätte man die Armenier und 6 Griechen vertrieben und erschwere man jetzt den Engländern und Franzosen das Leben. In ähnlichem Sinne schreibt der Temps, daß N ein orientälischer Konflikt der deutschen Regierung, da diese angeblich 7 0 A 18 ei f. 2 malen und die ngoraregie rung ein In trunent natio⸗ willkommen sein muß. Deutschland habe auf bisher unbekanntem diplomatischen Wege Einfluß in der Türkei gewonnen. Alle Kriegs⸗ gefahren, so schreibt der Temps mit einer pathetischen zwen⸗ dung haben im gegenwärtigen Augenblick ihr Zentrum in Berlin. Die Auffassung in London. Aus London wird dem Temps berichtet: Das Ultimatum der Angoraregierung an die alliierten Kriegsschiffe wird in London als ein Versuch zur Einschichterung der Verbündeten angesehen. Dasselbe glaubt man von der Einberufung türkischer Offiziere. Man hält es auch für möglich, daß man es in Smyrna mit einem Fehlschritt des Platzkommandanten zu tun hat, der auf die Mel⸗ dung vom Abbruch der Lausanner Verhandlungen etwas unter⸗ nehmen wollte. Diese Auffassung vertritt der Angoravertreter in Konstantinopel, Abnan Bey, der dem Daily Telegraph ein Inter⸗ view gab Abnan Bey hat erklärt, daß der Zwischenfall von Smyrna ohne große Bedeutung sei und bald beigelegt werden würde. Die angebliche Einberufung türkischer Offiziere habe nur den Zweck, die Bezahlung der Offiziere zu regeln. Man glaubt allgemein, daß der Befehl von Smyrna von der Angoraregierung widerrufen werden wird. In der Note der alliierten Kommissare an Abnan Ben stellten sich die alliierten Regierungen auf den Standpunkt des Waffenstillstandsablommens, das ihnen das Recht gibt, ihre Schiffe und Soldaten überall hinzuschicken. . Protest der Memelländer. Die maßgebenden Körperschaften und Vereine des Memelgebiets haben an die in Memel weilende Sonder- kommission der Botschafterkonferenz zur Prüfung der durch den Einfall der Litauer geschaffenen Lage zwei Eingaben gerichtet. In der ersten wird protestiert gegen den Einfall bewaffneter Banden und Litauer und erklärt, daß die unter Verletzung der Autorität der alliierten Mächte und unter dem Schutz der bewaffneten Eindringlinge gebildete Re⸗ gierung als widerrechtlich anzusehen ist. Es wird erwartet, daß die alliierten Mächte den Rechtszustand wieder her⸗ stellen, die bewaffneten Eindringluge sofort entfernen, die sogenannte memelländische Armee auflösen und die volle persönliche Freiheit verbürgen soll. In der zweiten Eingabe wird festgestellt, daß Frankreich, dem das Mandat und damit der Schutz über das Memelgebiet von der Botschafter⸗ konferenz übertragen war, die wehrlose Bevölkerung der Vergewaltigung preisgegeben hat und daß auch nach dem Eintreffen der Sonderkommission in diesem Zustande keine Aenderung eingetreten ist. Tie neuen Kohlenpreise. Die nötig gewordenen Lohnerhöhungen im Bergbau und die gestiegenen Materialpreise ergaben die Notwendigkeit einer weiteren Erhöhung der Kohlenpreise. Die Organisation der Kohlenwirtschaft beschloß gestern ab heute folgende Preiserhöhungen eintreten zu lassen: Ruhrfettförderkohle 36622, Sachsen: Durchschnitt 34 272, Niederschlesien: 29 804, Aachen⸗Eschweiler 43 046, Aachen⸗Nordstern: 48 648, Niedersachsen⸗Werninghausen: 30 872, desgleichen Ibben⸗ büren: 29 240, reine Rohbraunkohle 6494, desgleichen Brikett 22 828, mitteldeutsche Rohbraunkohle 9176, desgleichen Brikett 25 395, alles netto je Tonne. Die Preiserhöhungen halten sich prozentual in den einzelnen Revieren an das Ausmaß der bewilligten. Lohner⸗ höhungen. Einschließlich der Steuern usw. stellt sich der Preis für die Tonne Ruhrfettförderkohle durch die gestrigen Beschlüsse von 68 411 auf 123 355 Mark. Politische uebersicht. Die Stützen der bayerischen Reaktion. Die Hitler— Ludendorff⸗ Garde. Vor einigen Tagen teilten wir mit, daß der unter dem dringenden Verdacht des Landesverrats stehende national— sozialistische Sturmtruppführer Lüdecke verhaftet worden ist. Dieser„nationale“ Held hat sich bekanntlich als fran— zösischer Spitzel betätigt und mit den so verdienten Franken einen Hitlerschen Sturmtrupp zur Niederzwingung alles„Undeutschen“ und der„November Verbrecher“ ge— g 6 nicht mehr lange mit dem Widerstand im Ruhrgeblet rechnen könne, N—.— 2 8 Der Deserteur. 5 Roman von Robert Buchanan. Lächelnd ordnete sie ihr Haar und schlich Zehenspitzen zu ihrem Bette. Ueber demselben gewöhnliches Oeldruckbild der Madonna mit dem Jesus— kindlein. Mareelle kniete davor nieder, faltete andächtig die Hände und betete:„Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen!“ Sie dankte für seine Gnade, bat ihn, ihr ihre Sünden zu vergeben, alle ihre Lieben in seinen besonderen Schutz zu nehmen, sich der Seele ihres Vaters im Himmel zu er— barmen, sowie ihrer Mutter, dem Korporal, ihren vier Brüdern und ihr selbst auch weiter gnädig zu sein. Dann hielt sie einen Augenblick inne, ehe sie zitternd fortfuhr:„Ich bitte Dich, heilige Jungfrau, segne meine Liebe zu Rohan und schenke mir Deine Gnade, damit ich nie mehr gegen Dich sündige. Ist es eine Sünde, daß ich Rohan so sehr liebe? Mach', daß er mir ewig treu bleibe!“ Sie bekreuzigte sich fromm und wollte sich erheben, doch plötzlich fiel ihr ein, daß sie etwas vergessen. Sie erhob ihre Augen, aber jetzt nicht mehr zu dem Bilde der Mutter Gottes, sondern zu dem eines Mannes in Uniform, der auf einer Anhöhe stand und auf ein rotes Licht herunterblickte, das von einer brennenden Stadt unten im Tal heraufzu— lodern schien. Sein Antlitz war weiß wie Marmor, zu seinen Füßen kauerten einige Grenadiere mit gezücktem Bajonett. Der Jungfrau Augen hafteten mit ebensolcher Ehrfurcht und Liebe darauf wie auf jenem ersten. Sie spitzte die Lippen wie zum Kusse, ehe sie ihr Antlitz mit den Händen bedeckte und mit halbleiser Stimme betete:„Um Jesu, der heiligen Jungfrau und aller Heiligen willen erhalte, o Gott, unseren großen Kaiser, verleihe ihm den Sieg über alle seine Jeinde und schmettere die Bösen nieder, die ihn vernichten wollen. Segne ihn und lasse ihm Deine Gnade, 9 er- barmungsvoller Gott angedeihen— um der Segnungen willen, die er uns angedeihen ließ. Amen! Amen!“ Mit diesem innigen Gebet für den heiligen Napoleon ging Marcelle zu Bette und schlief nach einigen Minuten auf den hing ein * Ee e —* 8 3— fest ein. um am nächsten Morgen etwas später als sonst zu erwachen. . SBiebentes Kapitel. Am Brunnen. Vor der Haustüre der Mutter Gwenfern standen Meister Arfoll und Rohan, in ein ernstes Gespräch vertieft. Es war eine ruhige und windstille Nacht. Der Mond wurde oft von leichten Wolken verdunkelt; wenn diese sich ver⸗ zogen, beleuchtete er eine eigentümlich phantastische Szene unten am Strande. Schattenhafte Frauengestalten neigten sich über verborgene Wassertümpel, rings um diese herum lag blendend weiße Wäsche auf dem Kiese, ab und zu flackerte das Licht einer Laterne auf oder bewegte sich, wie von unsichtbaren Händen getragen. Um den geisterhaften Eindruck noch zu erhöhen, erklang dumpf und melancholisch das schreckliche Lied von den„Wäscherinnen der Nachl“ durch die Luft. Diese gefürchteten„Wäscherinnen der Nacht“ sind nicht etwa liebliche Nixen, sondern entsetzliche, totbringende Ge⸗ spenster, vor denen die abergläubischen Frauen eine Heiden⸗ angst haben. Wer die„Kannerez-noz“ im Dunkel der Nacht mit leiblichem Auge erblickt, ist nach dem Volksmunde dem Tode geweiht. Sie waschen Nacht für Nacht; ihre Arbeit endet nie, denn die Reihe der Toten ist endlos. Am liebsten suchen sie verborgene Stellen auf, wo sie ungestört waschen und die Wäsche guswinden können. In stillen Mondscheinnächten pflegten die fleißigen Frauen von Kromlaix eine am Strande befindliche Buchtung aufzusuchen in welcher von einer tief in der Erde ver— borgenen Quelle ein Süßwasserbrunnen entstanden war. Dort spülten sie ihre Wäsche gemeinsam, melancholische Lieder singend, welche die gefürchteten„Wäscherinnen der Nacht“ fernhalten soslten. oder Neuigkeiten austauschend. während sie ihre Krüge für den nächsten Tag füllten. Bei Tag und Nacht, am liebsten aber zur Zeit der Ebbe, ver⸗ sammelte sich alt und jung am„Brunnen“. Dieser bildete den Mittelpunkt oller Tratsch⸗ und Sfandalgeschichten des Dorfes. (Fortsetzung folgt.) — 8————— 2 gründet. Wie sehr gerade Lüdecke dazu berufen war, diesen Kampf zu rüsten, zeigt seine Vergangenheit. 8 Mann ist geborener Deutscher, wanderte in Iriedens eit nach Argentinien aus, betätigte sich dort als Journalist u arbeitete während des Krieges als Entente-⸗Agent im Solde der englischen Gesandtschaft in Argen. tinien. Nach Friedensschluß kam er nach Danzig, wo er kurze Zeit als Redakteur tätig war. Als seine argentinise Vergangenheit bekannt wurde, gab er diese Stellung und gründete mit Unterstützung rechtsradikaler Kreise ei nationalistisch-antisemitische Wochenschrift. Schließlich wurde bekannt, daß er im Auftrage Frankreichs und Polens a g Agent provocateur tätig war. Jetzt wurde, ihm der Boden in Danzig zu heiß, er zog nach Berlin und landete endlich bei Hitler, wo„das reinste und edelste Deutschtum“ züchtet wird. K l Ein anderer nationalistischer Führertyp aus dem Lag Hitlers wurde dieser Tage in München wegen widernatür⸗ licher Unzucht zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Au hier handelt es sich um einen Slurmtruppführer, einen g wissen Franz Kirschtaler, der sich nicht schämte, die Notlage eines obdachlosen jungen Menschen schamlos auszunutzen. In der Verhandlung wurde übrigens sestgestellt,! taler, der früher der Eisernen Division der Brigade Eh hardt als Vizefeldwebel angebört hatte, im letzten Jahre. schon wegen Diebstahls bestraft worden ist. 3 8 Nationalistische Laus bübereien. In Stettin traf am Mittwoch in einem Sonderzug, bestehend aus 14 Personenwagen und einem Gepäckwagen, ein Trupp Abe teurer in Stärke von 335 Mann ein, der von Schwerin aus Marsch gesetzt war. Sie waren militärisch organistert, kompagnie⸗ weise eingeteilt, die Führer waren bewaffnet. Der Beförderungs⸗ schein, der in Strasburg(U.⸗M.) ausgestellt war, lautete auf„10 Kinder über 10 Jahre. Zahlung ist zu stunden.“ Die Verwaltung der Reichsbahn hielt es nicht für nötig, den Behörden von der An⸗ kunft dieses Transporles Mitteilung zu machen. Vom Bekriebsrat wurde das Polizeipräsidium benachrichtigt. Eine halbe Hundertschaft nahm die Abenteurer in Empfang. Der Zug wurde von mehreren Kriminalbeamten durchsucht. Es stollte sich heraus, daß es sich un eine Abteilung der berüchtigten Nationalsozialisten handelte. Die 4 Führer wurden auf dem Polizeipräsidium vernommen und gaben an, daß der Trupp nach Ostpreußen unterwegs sei, um angeblich von dort aus eine kriegerische Bewegung einzuleiten. 500 000 W seien auf drei verschiedenen Heerstraßen zu demselben Zweck mobil emacht. Während des Aufenthalts auf dem Hauptgüterbahnhof stellten die Herrschaften ein Ultimatum, die Führer bis J Uhr entlassen. Nach einem Hornsignal formierten sie sich militärisch r dem Zuge und stimmten ein Hurra⸗Gebrülle an. Als darauf de anwesende Poligeioffizier energische Maßregeln androhte, besti. sie die Wagenabteile. Wie polizeiliche Ermittelungen weiter 90 handelt es sich um jene Leute, die bereits seit einigen Wochen im Lande umherspuken und in Berlin vom Reichswehrministerk Einstellung in die Reichswehr verlangten. Im verschlossenen Zuge murden sie umter polizeilicher Bewachung nach dem Munsterlager abgeschoben. In Pasewalk versuchten sie den Zug zu verlassen, sodaß von dort und von Anklam polizeiliche Verstärkung herangeholt wer⸗ den mußte. 3 Die neue Abgabe zur Förderunn des Wohnungsbaues. i Die Reichsregierung hat dem Reichstag eine Abänderung des Wohnungsabgabegesetzes unterbreitet. Dieser Entwurf fo 5 daß die Abgabe, ab 1. Januar ds. Is. von den Nutzungsberech⸗ tigten solcher Gebäude und Gebäudeteile, die vor dem 1. Juli 1918 fertiggestellt sind, um das 15fache erhöht werden soll. Ferner soll 7 die Reichsregierung ermächtigt werden, de Höhe der Abgabe mit 5 Zustimmung des Reichsrats abzuändern. Diese neue Belastung der Mieter, die insbesondere die Lohn- und Gehaltsempfänger trifft, wird eine starke Beunruhigung hervorrufen. Würden wir aber unsere Stellung zu der Vorlage nur von dem einen Gesichts⸗ punkt abhängig machen, ob die neue Belastung bei dem jetzigen Einkommen der Mieter getragen werden könne, so würden wir dex Bedeutung der Wohnungsfrage und den in Neubildung be⸗ griffenen Wohnrechtsfragen nicht gerecht. 8 Die Wohnung⸗ und die Mietzinsbildung ist»der einzige be⸗ deutende Wirtschaftszweig, für den die Kriegszwangswirtschaft fortentwickelt ist und in der versucht wird, ein neues Mietzi 0 bildungs⸗ und Wohnrecht zu stabilisieren. Das Reichsmieten⸗ gesetz beseitigt die Alleinherrschaft der Hauseigentümer bei der Festsetzung der Miete. Ohne die Zwangsbewirtschaftung und ohne die Wirksamkeit dieses Gesetzes hätten wir heute sicher den 1000 fachen Betrag der Friedensmiete zu entrichten. Die Grund⸗ rente der Hausbesitzer und die Werte der Hypothekengläubigern wären im gleichen Maße emporgeschnellt. Der Wohnungsaus⸗ schuß des Reichstags hat das vorgelegte Mieterschutzgesetz in erster Lesung fertiggestellt. Dieses Gesetz wird jedem Vesitzer einer Wohnung ein gesetzliches Wohnrecht sichern, und die Kündigung der Wohnung wird hiernach nur auf dem Wege einer Klage beim ordentlichen Gericht erfolgen können. Das bedeutet eine wöllige Veränderung des Rechtszustandes gegenüber den bisherigen Verhältnissen. Die Entscheidung darüber, ob der Mieter aus seiner Wohnung durch Kündigung entfernt werden kann, wird aus den Händen des interessierten Hausbesitzers genommen und einer ohsektiveren Stelle zur Entscheidung unterbreitet. Das ist der Anfang eines demokratischen Wohnrechts und einer Mietzins⸗ bildung, die eine unrechtnäßige Bereicherung der Hauswirte und der Hypothekare verhindern kann. Diese geringen Errungen⸗ schaften werden allerdings von den meisten bürgerlichen Parteien und den materiell interessterten Kreisen mit allem Nachdruck be⸗ kämpft und wenn es nach deren Wunsch geht, so werden diefe Ein⸗ richtungen nur eine vorübergehende Erscheinung bleiben, und an deren Stelle wird recht bald die freie Wirtschoft treten. Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß die freie Wirtschaft für alle Mieterkreise eine sehr große Gefahr bedeutet. Der beste Schutz hiergegen ist 1) Die Erhaltung des alten Wohnbestandes, damit keine Wohnung vorzeitig dem Verfall anheimfällt und damit ein weitere Steigerung des Wohnraummangels eintritt. 2) Durch eine möglichst umfangreiche Wohnungsneubautätigkeit durch die Erfassung allen verfügbaren Wohnraumes und Ausnützung aller Baulichkeiten, die zu Wohnzwecken um- und ausgebaut werden können, eine möglichst hohe Anzahl neuer Wohnungen zu errichten. Wenn dieses Ziel erreicht werden soll, so werden wir uns ent⸗ schließen müssen, auch die hierfür erforderlichen Mittel aufzu⸗ bringen. Würden in diesem Falle die Mieterkreise versagen, so muß die Nachfrage nach Wohnungen und die Wohnungsnot selbst in einem Umfange steigen, daß die Not alle Dämme der organ sierten Wohnungsbewirtschaftung durchbricht und die Mietzins⸗ bildung und das in Bildung begriffen Wohnrecht mit in den Ab grund reißt.„Die Folgen sind leicht zu übersehen. 5 Die Fortführung der Wohnungsbautätigkeit i tigen Baukosten nur möglich, wenn für jede heblicher Zuschuß aus öffentlichen Mitteln dessen Höhe mit der weiteren Geldentwertung anteil dieser Kosten aber muß aus der Wohn genommen werden, wie jeder, vermag, zugeben muß. politischen Parteien. b fa n ohnungswirschaft selbst leder, der velkswirtschaftlich zu denken „Darüber sind auch die Verkreter die wirtschaftlickhen Oraauisatjenen der A eee 2— 1 — — „E — eee —— Gießen, Samstag, den 10. Jebruar 1923. 5 Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 34 Gießen und Umgebung. Vaterländische Streiktasse. Es gingen weiter bei uns ein: Gießener Oel⸗ und Fettfabrik Lamm u. Co. 75 000 Mk.— Bereits quittiert 220 900 Mk., zusammen 295 900 Mk. Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne N engenommen. 8 0 Verlag der Oberhessischen Volkszeitung. Unterbringung der Ausgewiesenen aus dem besetzten Gebiete. Von der Regierung aus ergeht an die Gemeinden die Aufforderung, die auf Grund der letzten Ereignisse aus⸗ gewiesenen Personen so schnell wie möglich unterzubringen. Dies ist jedoch nur dadurch möglich, das den Gemeinden das Recht und die Pflicht übertragen wird, diese Personen vor allen Wohnungssuchenden zu berücksichtigen. Hiernach besteht für diese z. Zt. wenig Aussicht auf eine Wohnung. Wir verkennen durchaus nicht die Harte einer derartigen Anordnung, glauben aber von der Einsicht der Betroffenen erwarten zu dürfen, daß sie sich der Berechtigung dieser wohl nur vorübergehenden Maßnahzne nicht verschließen werden. Bei dieser Gelegenheit möchten wir an die gesamte Bevölkerung den Appell richten, sich zugunsten unserer schwer getroffenen Volksgenossen auch freiwillige Beschränkung in Bezug auf ihre Bequemlichkeit aufzuerlegen und die irgend- wie freizumachenden Wohnungen oder Räume, sei es möb- liert oder unmöbliert, den Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Uns wurde schon öfter mitgeteilt, daß gutsituierte Leute über weit mehr Zimmer verfügen, als sie für sich und ihre Familie nötig haben. Hier öffnet sich nun ein weites Feld für Opferwilligkeit, besonders derjenigen Leute. die das Wort Vaterlandsliebe und Patriotismus stets im Munde führen. Hier gilts Vaterlandsliebe in der Tat zu be⸗ weisen und den Opfern des französischen Imperialismus Unterkunft zu verschaffen. Auch in vielen Bauernhöfen gibts noch Platz genügend; hoffen wir, daß obiger Appell nicht vergeblich ist! Gemeinden und soziale Baubetriebe. Der technische Ausschuß des deutschen Städtetages hat sich in einer Sitzung im Frühjahr vorigen Jahres mit der Stellung der Gemeinden zu den sozialen Baubetrieben beschäftigt. Er war bei dieser Gelegenheit zu der Auffassung gekommen, daß die Interessen der Gemeinden und der sozialen Bau- betriebe weitgehend übereinstimmen, hat aber gleich⸗ wohl die Gewährung finanzieller Beihilfen zur Förderung der sozialen Baubetriebe abgelehnt. Auf den Widerspruch dieser Stellunganhme aufmerksam gemacht, hat sich nun⸗ mehr der Vorstand des deutschen Städtetages erneut mit dieser Frage beschäftigt. Er erkannte an, daß über die Tätigkeit der sozialen Baubetriebe überwiegend günstige Berichte vor⸗ liegen; die Frage der Kapitalbeteiligung könne aber nur örtlich entschieden werden. Weiterhin erklärte der Vorstand, daß die Gemeinden und die sozialen Baubetriebe das Inter⸗ esse haben, eine Verbilligung der Wohnungserstellung her— 1. Jamtar 1923 erfolgte, wiürde es als eine Härte erscheinen, wollte man Hundebesitzern, die sich durch die Höhe der Abgabe zur Ab⸗ schaffung des Hundes gezwungen sehen, die erhöhte Jahressteuer auch für das laufende Jahr anfordern. Um solche Härten zu ver⸗ meiden, sind die Hauptzollämter von dem Hessischen Mimisterium der Finanzen ermächtigt, Erlaß der Hundesteuer für das laufende. Jahr auf Antrag in eigener Zuständigkeit zu gewähren, wenn: 1. die Abschaffung und Abmeldung des Hundes bis zum 25. Febr. laufenden Jahres in der vorgeschriebenen Form(8 3 der Hunde⸗ steuerverordnung) erfolgt ist; 2. der Hundesteuerpflichtige glaubhaft macht, daß er lediglich aus Unkenntnis über die mmmehrige Höhe der Zundesteuer die Abschaffung und Abmeldung des Hundes bisher umterlassen hat und daß 3. die Erhebung der erhöhten Hundesteuer für 1923 nach Lage der Verhältnisse eine Härte darstellen würde. — Hunde und Hundesteuer!„Recht hat er!“ sagte uns kürzlich ein Genosse in Bezug auf die Zuschrift in umserem Blatte, die sich mit der„Hundeplage“ beschäftigte. Der betreffende Genosse war der Ansicht, daß die geschilderten durch die Hunde verursachten Uebel⸗ stände durch weit höhere Hundesteuern bekämpft werden müßten, als sie unsere Stadtverordneten beschlossen hätten.— Tatsache ist jeden⸗ falls, daß bei uns in Gießen die Zahl der Hunde zugenommen hat, wie man das Gleiche auch in anderen Städten beobachtet. In Berlin z. B. hat die Hundehaltung ungeheuer zugenommen; wie üm Vorwärts zu lesen ist, könnte man dies schon durch die zuneh⸗ mende Masse der„Belege“, die auf den Bürgersteigen umherliegen, feststellen. Mehr als 170 000 Hunde sind nach den Feststellungen gegemwärtig in Berlin vorhanden, das sind 35 000 mehr als im Vorjahre! Und im Jahre 1914 waren es nur 36 000, die Zahl ist also um das Fünffache gestiegen. Und das, trondem die Hunde⸗ steuer erheblich erhöht warrde. Zum Entsetzen der Hundebesitzer kün⸗ digt mm jetzt die Berliner Stadtverwaltung eine Hundesteuer von 12 000 Mark an. Diese Steigerung ist noch bei weitem nicht so stark, als die Erhöhung aller Preise und es ist fraglich, ob selbst eine Steuer in dieser Höhe einschränkend auf die Hundehaltung zu wirken vermag. Der Vorwärts hält eine Staffelung in dem Sinne für angebracht, daß diejenigen, die einen Hund neu anschaffen, den höchsten Steuersatz zahlen, dagegen sollte sich für die, welche ihren Hund schon länger im Besitz haben und sich von dem lieb gewordenen Tiere nicht tremmen möchten, die Steuer ermäßigen. Ein Vorschlag, der nicht übel ist, dessen Durchführung aber wieder erhebliche Mehr⸗ arbeit für die Beamten verursachen würde. — In der Gemälde⸗Ausstellung des Oberhessischen Kunstver⸗ eins im Turmhause am Brand sind einige Original⸗Radierungen von Hans Thoma neu qausgestellt. Da die Ausstellung des süddeutschen Illustratoren⸗Bundes nur bis morgen, Sonntag, dauert, so können auch die Neuqusstellungen nicht länger ausgestellt werden. Von Montag ab bleibt die Ausstellung wegen völligem Wechsel geschlossen. — Im Stadttheater ist heute, Samstag nachmittag, eine Kinder⸗ vorstellung„Die drei Haulemännerchen“. Morgen nach⸗ mittag„Gasparone“, abends„Die Hamburger Filiale.“ — Wohltätigkeits⸗Konzert. Zum Besten der Ruhrhilfe ver⸗ anstaltet die Kapelle des hiesigen Reichswehr⸗Bataillons, heute Samstag abend 8 Uhr, ein Symphonie⸗Konzert im Stadttheater. Karten dafür sind zu sehr mäßigen Preisen in der Musikalienhand⸗ lung von Challier zu haben. — Für die Studentenhilfe findet morgen, Sonntag, abends 5 Uhr in der Neuen Aula ein Wohltätigkeits⸗Konzert statt. Es kommen Werke von Chopin, Schubert und Brahms zum Vortrag. — Die angekündigten Gemeindevertreter⸗Konferenzen finden erst am 18. Februar statt. Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 8. Febr. Frankfurter Viehmarkt. Auftrieb: 5 Rinder, 551 Kälber, 145 Schafe und 241 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber feinster Qualität Mk. 200 000 bis 210 000, mittlerer Qualität Mk. 170 000 bis 195 000, geringerer Qualität Mk. 130 000 bis 165 000; Schafe Mk. 90 000 bis 170 000, Schweine unter 80 Kilo Mk. 220 000 bis Kiefer, geb. Wolfsheim, die ihrem Meister getreulich assistierte. Ein großer Teil der Diebesbeute, die allein schon den Wert von 15 Mill. Mark ausmacht, konnte bereits wieder herbeigeholt werden und füllte, als sie aus einem Keller der Schützenstraße abgeholt wurde, einen ganzen Lastkraftwagen. Die Räume des Frankfurter Dieb⸗ stahlskommissariats gleichen einem Warenhause, aus dessen Bestän⸗ den jetzt die bestohlenen Geschäftsleute aller Gattungen ihr Eigentum heraussuchen. Gröninger war vor längerer Zeit aus dem Zucht⸗ haus gusgebrochen und hatte noch sieben Jahre dort zu verbüßen. Mainz, 5. Febr. Militärische Uebergriffe. Ein in Hechtsheim wohnender städtischer Bediensteter wurde am Freitag abend, als er sich auf dem Heimwege befand, von Militärpersonen 1 Der erheblich Verletzte kam ins städtische Kranken⸗ aus. Darmstadt, 8. Febr. Das Darmstädter wurde von den Franzosen im besetzten Gebiete verboten. Falsch verstandener Kommunismus. An der 63jährigen Rentiere Cäciliepunve in Steglitz bei Berlin war in der Nacht vom 2. zum 3. Januar ein Raubmopdversuch verübt worden. Als Täber wurden verhaftet eine 38 Jahre alte, Metallacbeiterin Marie Seidel, geb. Kersting aus Steglitz und 1 Jahre alte Drechsler Fr. Matzat aus Berlin. Nach längerem hartnäckigem Leugnen hat Matzat ein Geständnis abgelegt. Er erklärt daß er durch Beschäf⸗ tigung mit kommunistischen Ideen zu der Auffassung ge⸗ kommen sei, es müsse den wirtschaftlich Schwachen erlaubt sein, den wirtschaftlich Starken von ihrem Ueberfluß etwas wegzu⸗ nehmen. Aus diesem Gedanken heraus habe er mit Frau Seidel die Tat ausgeführt. Frau Seidel erkläcte ihre wirtschaftliche Not⸗ lage damit, daß sie an Kommunisten, die wegen Teilnahme an den Aufständen in Mitteldeutschland gefangen sitzen. wiederholt Pakete geschickt habe Ein Frauenmörder zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Hannover hat nach dreitägiger Hauptverhandlung den Bergmann Wilhelm Müller, der am 19. Oktober 1920 in Golding seine Ehe⸗ frau mittels einer Drahtschlinge erdrosselt und sie in die Leine ge⸗ worfen hatte da die Tat mit Ueberlegung begangen wurde, wegen Mordes zum Tode verurteilt: außerdem sind ihm die bürgerlichen Ehvenrechte auf Lebensdauer abgesprochen worden. Tagblatt auf drei Tage Schwere Erderschütterungen im Stillen Ozean. Erst jetzt treffen nähere Angaben über die neuesten kurz gemeldeten Erd⸗ beben ein. Dem New Vork Herald zufolge ist es immer noch nicht möglich gewesen, den Herd des großen Erdbebens festzustellen, von dom nun sicher ist daß er von ganz ungeheurem Umfang gewesen sein muß. Die Inseln Samoa und Guam antworteten nicht mehr auf Kabel und selbst auch nicht mehr auf drohtlose Anrufe. Es scheint festzustehen, daß der Herd des Erdbebens in den Inseln des Stellen Ozeans sich befunden hat und sich wahrscheinlich bis an die Westküste Südamecikas erstreckte. Eine andere Mel⸗ dung aus Newyork besagt. daß die Erderschütterungen, die in mehreren Observatorien der Welt verzeichnet wurden, den Süd⸗ pazifistischen Ozean heimgesucht haben. Die Hawai⸗ ischen Inseln wurden von einer ungeheuren Sturzwelle über⸗ schwemmt. Ueber 100 Fischerboote wurden fortgerissen. Die Hauptstadt Honolulu hat großen Schaden zu verzeichnen. Die Erderschütterungen waren ebenso heftig wie die, durch die im Jahre 1906 San Franzisko zerstört wurde. Die meisten Seismo⸗ graphen der Vereiniaten Staten sind außer Gebrauch gesetzt worden. Es wird als beunruhigendes Anzeichen angesehen daß der Vulkan Lassen nordwestlich von San Franzisko wieder eine vermehrte Tätigkeit entfaltet. Nach den Aufzeichnungen soll das Erdbeben, dessen Herd in Mittelamerika vermutet wird bedeutend 8 55 als das kürzlich in Chile gemeldete. Nähere Nachrichten en noch. Verschiebungen von Zeitungspapier vor Gericht. Vor der Kölner Strafkammer wurde seit acht Tagen ein großer Schieberprozeß ver⸗ handelt in dem es sich um 76 Waggons verschobenes Zeitungs druck⸗ papier handelte, das als Klosettpapier nach Holland verkauft worden war. Es wurden verurteilt: der Hauptangekfagte Joseph Siefer wegen unerlaubter Ausfuhr, Preistreiberet und Schleichhandel zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von e 5 75. 5 280 000, von 80 bis 100 Kilo Mk. 300 000 bis 320 000, über 10060 Millionen Mark, von der Anklage der Urkundenfälschung wurde beizuführen. Deshalb sei es zweckmäßig, die Bestrebungen Kilo Mk. 300 000 bis 350 000. Der Kleinviehmarkt wurde bei flottem er freigesprochen. Ferner erhielten 7 5 Beihilfe 5 Bruder Leo der sozialen Baubetriebe zu fördern.— Verschiedene Städte] Handel geräumt, Schweine hinterließen bei langsamem Geschäft drei Monate und 500 000 Mk., sein Bruder Franz einen Monat und haben sich denn auch bereits mit Stammkapitalien an den etwas Ueberstand. 500 000 Mk., der Sener 1 9 8 1 952 ozialen Baubetriebe eteiligt. In Gießen ist das nicht Frankfurt a. M., 8. Febr. Der König der Einbrecher. 500 000 Mk., der Generaldirektor Tei er Reisholz e drei 10 5 1 Vaubütte 1180 Wel gemern⸗ Diesen Titel darf man wohl heute dem 37jährigen Weißbinder Wilh.] Monate und 30 Millionen Mark und der Sach verständige Baudisch * 4 4 5 Gröninger aus Büdingen beilegen. Denn im Laufe von wenigen wegen Begünstigung zwei Monate und 500 000 Mk. Geldstrafe. In nützig gewirkt hat. Wochen hat Gröninger eine geradezu ungezählte Fülle von Laden⸗ der Urteilsöbegründimg wurde hervorgehoben, daß die Strafen, — Von der Hundesteuer. Vom Hauptsteueramt wird mitgeteilt:] einbrlichen begangen, bei denen ihm Werte von vielen Millionen] namentlich die Geldstrafen, verhältnismäßig hoch ausgefallen seien Wie allgemein bekannt sein wird, ist durch die Aenderung des— man spricht von mehr als 30 Mill.— in die Hände fielen. Alle[und man auch auf eine Gefängnisstrafe nicht habe verzichten können, 1 Hundesteuergesetzes vom 22. Dezember 1922 die Hundesteuer wesent⸗ die großen in den letzten Wachen hier vorgekommenen Einbrüche eil die Mehrzahl der Angeklagten Jahre hindurch die Wirren und . lich erhöht worden. Da jedoch die Veröffentlichung erst nach dem J kommen auf sein Konto und das der 25jährigen Ehefrau Katharina[ die Not des Vaterlandes zu rein egoistischen Zwecken ausgebeutet 15 0 5 7 7 7 44 1 j 0 isl am festgelegten Wocte nicht unbedingt zu halten braucht. Liegt mit der„besonderen Wertschätzung“, weg mit dem„Ihr ergebener“ 1 Vom Rechte, das mit uns geboren ist. ihm diese Schranke nicht auf, so kann er bei der Urteilsfällung][ufw. ruft er. Die Hälfte aller Geschäftsbriese sind nach seiner 0 Ueber dieses Thema sprach vor einigen Tagen Genosse Mini⸗ ein Ergebnis gewinnen das ihm befriedigend erscheint. Auf diese] Ansicht„in ihren Ausdrücken mindestens 25 Jahre hinter unserer „ sierial at Dr. Schröder in einer von der Arbeitsgemein⸗ Art kann er die maunzcaltigen Probleme des Lebens meistern.] Zeit zurlick.“ Aber der Professor kämpft nicht nur gegen die schaft sozialistischer Justizbeamten Dresdens Jun allgemeinen trägt die heutige Rechtsprechung dem Rechte. Formel selbst sondern noeh gefährlicher scheint ihm der Gesühls⸗ „% eeinberufenen öffentlichen Versammlung. Genosse Dr. Schröder] das mit uns geboren ist, keine Rechnung. Das Nechtsbewußtsein[gehalt, der sich nach seiner Ansicht dahinter verbürgt. Er bezeichnet % führte ungefähr folgendes aus: und das Rachtsempfinden sind nach der wirtschaftlichen Lage des die Wendungen im Geschäftsbriefe als„eine Reliquie aus den nn Beobachtung und Erfahrung innerhalb des Gemeinschafts⸗ einzelnen verschieden und die Rechtsprechenden sind zumeist aus Tagen schmeichlerischer Höflichkeit und Krieche ret“ und er meint, * lebens der Menschen stellen die Rechtsregeln auf. Der Gemein⸗ einem anderen Milien hervorgegangen als die breite Masse des daß sich mit dem demokratischen Stolz und der aufrechten Gradheit bdrang dor Trieb und das Sehnen nach Liebe sind der Urquell] Volkes, und mancher Richter kann sich darüber kein Urteil bilden. des modernen Kaufmanns derartige wikrdelose ene eee allen Rechts. Treffend sagt auch Nietzsche in seinem„Zarathustra“: was von der Allgemeinheit für Recht befunden wird. Besonders nicht mehr vereinigen lassen. Gewiß hat der Ind ustriekapitän Recht ist die Liebe mit sehenden Augen. Alle Menschen müssen] im Strasprozeß ist der Rechtsspruch, ob und welche Strafe aus⸗] von heute und der nüchtern praktische Kaufmann nichts mehr mit W von dem Rechtsbegriffe beseelt sein, daß die Freiheit des einzelnen geworfen werden foll in der Hand des zünftigen Juristen allem] den geschmeidigen Vertretern einer formvollendeten Kultur zu tun, 9 zu beschränben ist, um der Gleichheit aller Menschen willen aus nicht aufgehoben. Von hier aus ergibt sich die Forderung der die diese Ausdrücke prägte aber warum sollen wir uns in dem % dem Gefühle der Bridderlichket heraus. Niemals darf der Mensch] Mitwirkung von Lasen bei der Nechtsprechung in weitestem Maße.] gegenwärtigen Zusammenbruch aller feinen Lebensart nickt wenig⸗ in seine Macht nach freiem Willen ausüben, sondern muß Be⸗ Die Jumrtsprudenz kann nicht immer entschesden. Hinter stens etwas davon selbst auf dem Gebiet dee en be⸗ 1* schränkung üben zugusten seiner Volksgenossen. Der einzelne dem juristischen Wissen muß etwas andres stehen, nämlich das wahren? Diese letzten vereinzelt stehen gebliebenen Blüten 115 L muß sich den Rechtsregeln der Gesellschaft unterwerfen in der Er⸗ juristische Denken und hinter diesem das juristische Wollen. dem Garten hsfischer Lebensart haben etwas Rührendes. und 16 kenntnis der Notwendigkeit daß alle berechtigt sind, an des Lebens] Dieses soll aber wieder geleitet sein vom suristischen Fühlen. man soll sie nicht noch mit rauher Hand ausrotten, wie dies „ 0 Gütern Anteil und Freude zu haben. Der formal und technisch vorgebildete Jurist soll lernen, sich des] Prosessor Palmer so eifria fordert. 5 1 Mittelpunkt alles Rechts ist also der Mensch mit seinen] Rechtsgesühls. das auch beim Laien gleich stark vorhanden ist, Börse in Moskau. Auch so etwas eristiert. In der Frankf. 200 Interessen. In unserm Privatrecht wurde diese Regel verschoben, bewußt zu werden, damit er bewußt abwägen kann. was für das Zeitung schreibt Geoxa Popoff einen längeren Bericht über sie. n aber nicht bewußt verschoben sondern es geschah im Lause der Rechtsgefühl des einen und das des andern spricht. Das heutige[Es heißt da u. a.:„Die meisten dieser Börsianer sind in Pelze ge⸗ 1 ökonomischen Entwicklung. Nach dem jetzt bestehenden Privatrecht Recht gibt nicht allen Vollsgenossen ein Recht auf das zum Leben] hüllt. Alles läuft durcheinander: Russen. Juden. Armenier dal ist die Sache Rechtsgut und nicht der Mensch, das Leben des] Notwendige und bein Recht auf Gleichberechtigung am Genusse des Persec, Chinesen usw. Oft originelle Gestalben. Und phantastisch 1 Menschen und die menschliche Arbeit. Auf Grund des Eigentums⸗ Bodens, der Bodenschätze, der Kulturwerte. Es verdient deshalb gekleidet. Aber alles in Pelze vermummt. Und schachert und ll vochts das im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert ist, kann der Be⸗ nicht den hohen Namen„Rechtsordnung“. Diese zu schaffen und] handelt und feilscht. Ein echter orientalischer Markt. Nur mit ulld sitzende seine wirtschaftliche Macht ohne Rücksicht auf die wirt⸗ durchzusetzen ist Aufaabe der sozialen Rechtsauffassung. dem Unterschiede daß es hier sehr kalt ist, und daß, der ganze in schaftlichen Nöte der proletarischen Volksmassen ausüben. Das 5 0 3 g 8 Trubel„eigentlich“ von der Regierung der„einzigen kommunisti⸗ heutige Recht existiert im allgemeinen zum Schutze der Besitzenden Eine Philippika gegen den Geschäftsstil. Gegen das Geschäfts⸗ schen Republik in der Welt“ verboten ist. Scheinbar um das all⸗ 14 und wicht um der Menschen, um der Allgemeinheit willen. Von deutsch mit seinen veralteten Wendungen und umständlichen] gemeine Tohuwabohu noch auf die Spitze zu treihen. hat sich an dem Rechte das mit ung geboren ist, von dem ist leider nie die[Schnörkeln ist schon viel gesprochen und geschrieben worden, und einem Ende der Börsenhalle wo es auch ein Kaffee gibt, ein i Frage. während des Krigges gewann die Bewegung immer mehr an Orchester von Rotarmisten aufgestellt und spielt„Rigoletto“. W Wer mum aher glaubt. bei Beseitigung der jetzt bestehenden Raum, die mit all diesen Floskeln wie„hochachtungsvollst“„er⸗ Sowjetistischer Börsen⸗Spekulatjons⸗Betrieb unter Musikbeglei⸗ „ Nechtsnormen das mit uns geborene Recht durch straff geformte gebenst“ usw. aufräumen wollte. Aber das Formgesühl steckt uns] tung. Das verbotene Goldklimper übertönend.. Vergessen 11 Gesetze gesichert zu sehen der gaukelte sich ein Trugbild vor. Durch Deutschen nun einmal seit jenen Jahrhunderten, da der brave spendend.... Unterdessen lassen sich die echten Börssaner durch ö derartig geformte Gesetze läßt sich das Gemeinschaftsleben nicht Bürger aus einem„Komplimentierbuch“ und aus„Zeremonien⸗] dieses mustkalische Intermesao nicht im geringsten stören.„Bern bei ordnen. Die Entwicklung schreitet vorwärts und das Leben geht vorschriften“ die feine Sitte lernte. allzu sehr im Blut. Merk⸗ dollary“.„daju kronn“ hört man weiter ohne Unterbrechung rufen. weiter. Was heute vernünftia ist, bezeichnet man morgen als würdiger ist es schon daß auch die viel formloseren Angelsachsen[ Auch, das von den oberen Galerien und Brückenhogen ihnen aller. 11 UUnsinn, und was gestern Wohltat war, ist übermorgen zur Plage[mit dem Geschäftsstil nicht fertig werden können. Ein amerikani⸗ hand Auspasser in die Brieftaschen schauen, ängstigt sie nicht. In geworden. Müßte der Richter nach straff geformten Gesetzen Recht] scher Professor namens Palmer, der den englischen Unterricht an Jahren hat man sich an die Tscheka gewöhnt und eine„gemein⸗ same Sprache“ gefunden.“ der Hochschule von Syrabuse im Staat Newyork leitet hat nun 48 Und das nennt man dann Kommunismus. wieder einmal mit einer heftigen Philippika gegen die„veralteten“ ind„sinnlofen“ Wendungen im Geschäftsbrief gewettert. Weg sprechen so würde er oft gezwungen, Urteile zu fällen, die seinem finden widersprechen. Es muß demzufolge dem Richter ö Für sein Nechtsbewußtseim ein Ventil gelassen werden. damit er — — — dingt. Trais⸗Horloff fängnis und * die er von einzel, zum Teil sehr die Strafkammer das Urteil auf des Angeklagten ni Auswirkungen Milchfuhrmann Heinrich habe. .. heute und vor dem Krieg. 55 Im Jahre 1922 betrug die landwirtschaftliche Anbauflüche in Deutschland insgesamt 27,0 Millionen Hektar, während auf dem gleichen Gebiete 1913 20, Millionen Hektar landwiwrischafllich ge⸗ mutzt wurden. An Erntesläche waren durch Gebielsabtretung auf Grund der Betriebszählung vom Jahre 1907 die allerdings den übrigen mitgeteilten Zahlen nicht zur Grundlage dient und daher nicht vollgüllig verglichen werden kann, 45 Millionen Hektar ver⸗ V icht nur die Anbaufläche auch auf dem Gebiet wesentlich zurlickgegangen, es hat sich auch die Art der Bebauung stark verändert und zwar in dem n tigen Sinne mehr extenstver Bewirtschaftung. Das geht deut⸗ lich aus der nachfolgenden Statistik hervor, die wir der Zeitschrift . rischaft und Statfstik“ entnehmen. Die 1922 mit Weizen bestellte verringerte sich auf dem Gebietsumfang des heutigen Deutsch⸗ land(nach Abzug von Oberschlesien und Saargebiet) gegenüber 1913 um 330 065 Hektar, die Roggenfläche um 1 180 710 Hektar, Gerste 147817 Hektar, Hafer um 1723 609 Kartoffeln um 118 559 „Zuckerrüben um 33 573 Hektar, Hopfen um 9901 Hektar. Ist a der Anbau fämtlicher Getreidearten erheblich zurückgegangen, so it der frei gewordene Boden größtenteils für Futtermittel, d. h. süir die Viehzucht verwandt worden. Daneben sind infolge der Wirt⸗ schaftsblockade einige Pflanzen, deren Kultur sich zuvor weniger rden, so Flachs und Hanf, die 1913 1922 aber 46 368 Hektar(+ 197,1 Prozeut), Raps und Rübsen wurden dieses Jahr auf 42 278 Hektar angebaut gegen 28 823 im Jahre 1913; doch ist hier schon gegenüber 15921 ein Rückgang um 50,4 Prozent zu bemerken. Während die An⸗ en d äche von Kartoffeln und Zuckerrüben abnahm, zeigen Runkel⸗ sonstige Hachfrüchte eine bescheidene Zu⸗ nahme. Auch von Weißkohl dehnte sich aus. Die für Vieh⸗ Brache usw. verwandte Fläche erfuhr eine Vermehrung um 656712 Hektar auf insgesamt 11,9 Millionen Hektar. Pfychologisch ünteressant ist die Zumahme der als Menggetreide bezeichneten Boden⸗ bestellumg, wohl eine Wirkung der Zwangswirtschaft flir einzelne . n. 1 Fruchtarten vliben eine beträchtliche, der Anbau loren gegangen. Es ist mum m 1 lohnte, reichlicher gezogen wo mir 15 592 Hektar bedeckten, 0 Anbaufläche in ba Seiyy fenge richt Butz bach zu 2 Wochen löstrafe verurteilt worden. weil er Trais⸗Horloff eingesammelt di Bearing. Bel dr mit der ün N cht einwandfoei erwiesen sei ob⸗ könne, unbe⸗ diesem Falle energisch zu jenen ungeheuren alle kennen. Der erzielte Ge⸗ Papiers, soweit dessen Menge Mk. berechnet 8 daß die Gesetze auch da, wo man Über ihren Nutzen 8 irtschaft) vielleicht zweierlei Meinung se beachtet werden müßten, und daß in 50 5 und fest habe zugegriffen werden müssen, weil das Treiben der An⸗ gellagten in seinen letzten i 5 n 6 55 wir im des n enen at festgestellt werden können und der auf 6 537 000 worden ist, wurde eingezogen. Strafkammer Gießen. Sitzung vom 6. Februar. Milchpantscher. Der Mil war vom Schöf 10 000 Marr Ge Bauern in ark gewässert von Ge⸗ schlachtet, Fleisch und Fell im gelegenen Walde zunächst ver⸗ und ft zu haben. Das. bach hatte ihn mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. ü. Monaten Gefängnis unter 9 von 6 Wochen Untersuchungshaft. Die Angaben zweier Jungen die den Vorgang von Anfang an aus einem Verster mi angesehen hatten, im Zusammenhang mit einem Geständnis das der 5 7 e 3 3 macht halte i Gericht so rgeug„ 85 ba de een für vollkommen überführt zu er⸗ Ver die Wandergewerbe⸗Vorschriften. Der Händ⸗ ler Sack N Ober⸗Seemen wurde wegen Hinterziehung der Moor und Heide in Norddeutschland berücksichtigt, während die be⸗ trächtlichen Flächen von früheren Hutungen, versumpften und ver⸗ ödeten Wiesen und vernachlässigten Waldungen in unseren deutschen Mittelgebirgen wenig Beachtung gefunden haben. Gerade diese letzteren haben aber einen größeren Wert als Moor und Heide der nordbeutschen Tiefebene,„weil der mineralische Verwitterungsboden unserer Mittelgebirge einen größeren Gehalt an Pflanzennährstoffen aufweist als Sand und Moor“. Besondere Aufmerksamkeit wird man daher einer Schrift Die Melioration von Oedland im Gebirge entgegenzubringen, die vor einiger Zeit erschienen“) und in der ein angesehener Landwirt, Ritbergutsbesitzer Karl Schneider⸗ Kleeberg, aus dem reichen Schatze seiner Erfahrungen diese Frage behandelt. Schneider hat im eigenen Gutsbe trieb auf dem rauhen Westerwald viel Oedland in bestes Kulturland unge⸗ bipgsgegenden Deutschlands als Sachverständiger mitgewirkt. gibt seinen Ausführungen besonderes Gewicht. 5 1 Im einzelnen legt er dar, daß die Oedlandkultur im Gebirge in der Haupisache ertragreiches Grünland oder Grasland schafsen muß: das ist die geeignetste Nutzungsart und hat den volkswirtschaftlichen Vorteil, neue Futterquellen für den Viehstand zu erschließen, al so der jetzigen Milch⸗ und Fettnot entgegenzuwirken. Und es ist bis⸗ her gelungen,„durch viele praktische Beispiele auch Oedlandflächen, die früher keinerlei Nutzen brachten, in ausgezeichnete Futterquellen mit staunenswerten Erträgen umzuwandeln“. Als Beispiel einer Melioration schildert der Verfasser das technische Verfahren, nach dem er 1913 zu Halbs im Westerwald eine große Fettweide aus Oedland gewonnen hat. Wir haben in Deutschland etwa 3 Millionen Hektar Oedland. Wlirden davon beispielsweise 100 000 Hektar nach dem geschilderten Verfahren in Fettweide verwandelt,„dann könnte diese jährlich 300 bis 400 Millionen Liter Milch produzieren. Damit könnte der notorische Misch⸗ und Butte rmangel völlig beseitigt wer⸗ den.“ Schneider übersteht aber auch nicht die Schwierigkeiten, die sich der Oedlandkulturr entgegenstellen, und gibt zur Abhilfe be⸗ achtenswerte Vorschläge gesetzgeberischer und organisatorischer Art. Als Ziel sieht Schneider eine allmähliche Ausdehnung der modernen Grlüinlandwirtschaft auf das ganze ungenutzt daliegende Oedland und damit eine solche Vervielfältigung unserer Produktion an tierischen Erträgnissen, daß in Deutschland an Milch, Butter, Käse, Fleisch und Fett kein Mangel mehr herrschen wird. Aber wann wird dieses schöne Ziel erreicht sein? Es wird bei unseren heutigen trüben Verhält⸗ nissn wohl noch sehr lange ein glänzendes Zukunftsbild bleiben. 5 Sommer⸗Weizen 1 Winter⸗Roggen Sommer⸗Roggen Winter⸗Gerste f 1 185 1 Sommer⸗Gerste. ischirucht Winter⸗Wesen WMWinterspelz und ⸗Emer 1 15. Sonstige Arten v. Getr 19 0 oder Hülsenfrüchten Faoffe! n 5 uckerrüben N e 2. Sonstige Ha e Weißkohl Raps und Rübsen o Luzerne Sonstige eee e Ackerwe lde 8 Andere Wieten Weinberge * 9 — 0 eee 5 Menggetreidea. A. auß. Spelz . einschl Lupin. S eide — * — — — Sonsige Garlengewüchfse e eee HGespinsipflanzen(Flachs u 4% eee Andere Handelsgewächse Futterpflanzen Bewässerungswiesen. 8 Viehweiden u. Hutunge E32 56 1 3„* CEF * „ 1922 Hf191ʃ% 1913ů% 1185 664 1274 317 1488 971 187 935 106 797 24693 126 802 15606 240 050 4078 941[ 4183 4175219 787 66 468 80 5% 10906 332 103 471 124347 47 020 1152030[1135 889 1383 298 3202 924 316912 4925 993 322289 322342 293 178 606 451 609 718 424 728 290 348 271501 138 358 73 272 76 907 76 758 2720864 2048 082 289 353 417 015 380 540 450 5 784.94 728 802 5446 685 314407 313 25 250 820 da bb 51 328 47 131 74 602 78 409 48 850 42 278 85 224 28 823 12371 110639 22272 46 468 47 671 15 592 41.159 42815 62 962 1894.722000 570[ 1749941 207 752 251.716 208 635 333 262 39 331[ 471 969 667 711 635 404 588 430 37% 9780„ 9104 314092 337 822 6185682 5 113 4 J 856 642 2548 9412492 7802285 216 83 919 82 983 90 145 auf 1 ha Weizen Koggen . Wimierspelz 8 Sommergerste 5 A vi —— Die Nichtlandwirte stellen 1 8 1913 24.1 19.3 16.1 22.0 22.0 kg 1921 20.4 15.9 13.7 17.1 15.8 für Erwerbslose Zusammen[ 27 941064 27 960 420 29 285 272 ) Auf dem Gebietsumfang Deutschlands nah Mai 1922. Wenn Deutschland sich in größerem Maße von der Einfuhr von Lebensmitteln unabhängig machen will, wird es wieder zu inten⸗ swerer Kultur, von der Weide zum Getreide⸗ und Hackfrucht⸗ bau übergehen müssen. Von größter Bedeutung ist auch die Be⸗ schleunigung der Umwandlung von Oedland aller Art in anbau⸗ 80 fähiges Kulturland.(Vgl. den unten stehenden Artikel.) Es hat sich aber nicht nur die Art der landwirtschaftlichen Produktion ver⸗ schlechtert, sondern auch der Bodenertrag heblich zurlickgegangen. Das zeigen die folgenden Zahlen, die sich iir 1922 auf die vorläufige Ernteschätzung stützen. En wurden geerntet ist pro Hektar er⸗ 192 13.8 129 101 18.8 12.9 Die Melioration von Oedland im Gebirge. Gewinnung von Siedlungsland, Umwandlung von Oedlund in e Kulturland, Arbeitsbeschaffung 1 5 zen, die in den letzten Jahren häufig in engeren Zusammenhang gebracht und von meiten Volkskreisen mit Interesse verfolgt werden. ich aber die Nutzbarmachung von Oedland leichter vor, als sie in Wirklichkeit ist, und die speziellen öffentlichungen über Oedlandkultur haben in der Hauptsache sind 2 Flugschriften der Frantfurter Zeitung. Frankf. Societäts⸗ erei. Zur Verbesserung der Siedelungsgefetze. Das Reichs siedlungsgesetz wie das hessische Siedlungsgesetz weisen bekanntlich mehr wie einen Schönheitsfehler auf. Vor allem sind es zwei Punkte die den praktischen Erfolg der Gesetze in Frage stellen: einmal die Beschräukung der Enteignungs⸗ grenze beim Großgrundbesig auf 400 Morgen und dann die Bemessung der Entschädigung für enteignetem Grundbesitz. Wir wollen uns heute nur mit dem zweiten Punkt beschäftigen. Das Gesetz sagt, daß eine„angemessene Entschädigung“ zu zahlen sei Damit ist in der Praris absolut nichts anzufangen denn die Schätzung des angemessenen Wertes eines Grundstücks ist heutzu⸗ tage mit den allergrößten Schwierigkeiten verbunden, wenm nicht ganz unmöglich. Es liege deshalb der Gedanke nahe, hier einen objektwen Maßstab zu suchen. und dieser ist leicht zu finden. Er besteht nämlich darin, daß man bei der Enteignung den Wert zugrunde legt, zu welchem sich der Eigentümer salbest zur Ver⸗ mögenssteuer eingeschätzt hat. und diesem Wert selbst⸗ verständlich alle Verbesserungen zurechnet, die seit Einschätzung eingetreten sind. Wenn man hiervon ausgeht. so kommt man zu einer Enteignungsemschädiaung die sowohl als gerecht ange⸗ sprochen werden muß. wie auch von den oft weit auseinander⸗ gehenden subjektiven Schätzungen unabhängig ist. Mitt diesem Gedanken läßt sich leicht ein zweiter, verbinden der die Ungerechtigkeiten ausgleicht, die heute durch die Geldent⸗ wertung entstehen wenn sich das Verfahren über die Enteignung lange hinzieht. Es muß die Möglichkeit eingeführt werden, die nach den Sbeuerwerten errechnete Enteignungsentschädigung in eine sich in etwa 30 Jabren tilgende Naturalwertrente umzurechnen, oder den Enteigneten an anderer Stelle an Land zu entschädigen, mindestens, sofern er damit einverstanden ist. Es ist wahrscheinlich nicht einmal erforderlich, daß das Reichssiedlungs⸗ gesetz geändert wird um diese Vorschläge in die Praxis umzusetzen jedenfalls würde ihre Verwirklichung, die in der Hauptsache Auf⸗ gabe der mit der praktischen Durchführung betrauten Länder ist. dazu führen. daß die Mängel bei der Bemessung der Enteignungs⸗ entschädigung völlig beseitigt würden. Gleichzeitig aber würde bei Durchführung dieser Vorschläge dag Enteignungsversahren vereinfacht und beschleunigt werden und damit einem weiteren erheblichen Mangel, der zur Zeit un⸗ zweifelhaft besteht abgeholsen werden, denn wenn die Bemessung der Enteignungsentschädiaunga in der vorgeschlagenen Weise auf eine objektive Grundlage(Steuerwert) zurückgeführt wird. und wenn außerdem die Möalichteit gewährt wird die Entschädigungs⸗ summe vor der Geldentwertung zu schützen(Naturalwertrente odec Landentschädigung) so wird damit zugleichl das Verfahren seiner wesentlichsten Härten entkleidet. Deshalb haben an der Durchführung dieser Vorschläge sowohl die Großgrundbesitzer wie auch die Landbewerber selbst das lebhafteste Jnteresse. Aber das Interesse muß damit auch in die Tat umgesetzt werden. Alle die Voltsschichten die an der kräftigen Durchführung der landwirtschaftlichen Siedlung ein Interesse haben, Klein⸗ bauern Arbeiter, Beamte und Handwerker auf dem Lande, müssen sich noch mehr als bisher zufammenschließen zu tatkräftigster Pro⸗ paganda. Letzten Endes hängt aber die zukünftige Gestaltung der Siedlungsgesetzgebung die den allerorts bestehenden Landhunger zu befriedigen vermag von den Parlamenten ab. Die genannten Volksschichten sollten daher nur solche Abgeordnete in die Parla⸗ mente schicken. die sich zur Mitwirkung an einer Verbesserung der Siedlungsgesetzgebung im angeführten Sinne verpflichten. wandelt und bei vielen Meliorationen in den verschiedensten. nicht im Bede eines Straße pat de e beim Einziehen von 1 angeb Die Strafkammer vertrat die Ansicht abt in diesem Falle sich einen Wandergewer! Straßensteuerhest hätte beschaffen müssen. 5 Versammlungskalender Großen⸗Linden. Wahlverein nachmittags 3 Uhr bei Gastwirt Faber. lung. Erscheinen aller Mitalieder Heuchelheim. Soziald. Febr., abends 8 Ubr Versam m lung bei 67 Tageso 0* der Versammlung. Reiskirchen. Volks verein. Samstag, abends 9 Uhr bei Guntrum Monatsvecsammlung. Mill. Stück verminderte. kung der Viehhaltung infolge sie, bei der Schweinezucht, d nötigte Lebensmittel in Anspruch nimmt, schon deshalb minder be⸗ denklich, weil das Schweinefleisch E fast garnicht mehr in Frage K so die Verminderung des Rindviehbestandes besonders im Hinblick a die Milchnot doppelt bedauerlich. Es kommt noch hinzu, daß der Nachwuchs an Rindern durch Abschlachtungen wesentlich, näml l um rund 8 Prozent, zurückgegangen ist. 0 Arbeit im Gemüsegarten. ten über Winter 5 e verlassen hat, so schneidet er 0 ten 4 Pflanzenresten überwintern allerlei Krankheits⸗ keime und Schädlingsbruten. Also heraus damit und am besten gleich verbrannt. Nur wo man nicht unter Krankheiten und Schäd⸗ lingen zu leiden hat, mag man die Pflanzenreste auf den Kompost⸗ haufen 1 105 Die abgeernteten Beete müsson umgegraben werden. Unzerlleinert bleibt die Erde liegen; Frost und Schnee zermürben darm über Winter den Boden. Sandiger Boden wird nach Regen⸗ wetter ungegraben, dann haftet bie Erde zu Schollen zusammen. Ein Garten, der im Winter nicht umgegraben ist und noch Pflamzenreste zeigt, stellt seinem Besitzer ein schlechtes. aus.— Drahtgeflecht gegen Katzen, Hühner und Hasen. Wohl jeden Gartenfreund hat schon böse Erfahrungen mit einem der eben aufge⸗ zählten Uebeltäter gemacht. Die Katzen wälzen sich auf den Beeten, scharren auch häßliche Löcher und stellen den nützlichen Vögeln und ihren Bruten nach. Hühner können, trotzdem sie manches Insekt mit wegschnappen, durch ihr Scharren in wenigen Stunden das Werk umd n die Arbeit mehrerer Wochen zerstören, und die Hasen sind auch un⸗ liebsame Gäste. Gegen alle drei und auch gegen kleinere Hunde hilft ein Drahtgeflecht, welches nur einen Fuß hoch zu sein braucht, welchen auch verhältnismäßig billig ist, resp. hergestellt werden kann.. Drahtgeflecht an der Inmenseite der Weißdornhecke entlang gezogen, wilrde den Garten vollständig gegen Schädlinge n e Art schützen, da diese bei Dornhecken mir fast am Boden inge versuchen, da sie gerade dort am wenigsten durch Dornen leiden. Es ist dieses wohl eines der besten Mittel, den Schaden, den die Katze durch Verfolgung der ban nützlichen Vögel anrichtet, un⸗ möglich zu machen und Weise zu schützen. Die Kalkbeine der Hühner werden durch eine Milbe ve Gärten im allgemeinen in besten die sich gelegentlich auch an den Kämmen einntstet. Da sich 2 2 Schmarotzer ungemein schnell verbreiten und auch leicht auf andere Tiere übergehen, ist die Krankheit ansteckend. Nach den bis jetzt gemachten Beobachtungen vermehren sich die Milben nicht durch 2555 118. sie setzen Larven ab, die bereits von den Eihäuten be⸗ reit sind. dern sie aus und suchen sich einen andern Wirt. Sie bohren Gänge in die Haut der Beine, die sich späterhin, falls die Krankheit nicht rechtzeitig bemerkt und bekämpft wird, zu ganz ansehnlichen Rissen erweitern. Das anfängliche Jucken steigert sich nach und nach zu recht heftigen Schmerzen. Das Jucken und die Schmerzen üben einen recht verderblichen Einfluß auf das Wohlbefinden und die Lebensweise der Hühner aus. Ihr Gefieder verliert die Glätte und den Glanz; die Freßkust wird gering, mut⸗ und tatenlos stehen 9 sie da, und das Eierlegen wird bald ganz und gar eingestellt. Wird die Krankheit recht bald bemerkt, so ist sie heilbar. Die Schmarotzer müssen abgetötet werden, sowohl die. welche an den Körperteilen der erkrankten Hühner selbst sitzen, als auch diejenigen, die sich sonst im Stalle, an Wänden, Fußböden, Sitzstangen usw. aufhalten. e g Am wirksam⸗ sten hat sich wohl das Pirol⸗Karbol der Fabrik F. Schacht⸗Braun⸗ Es werden verschiedene Mittel hierfür empfohlen. schweig erwiesen. Durchfall bei Ziegen. katarrh bestehende Krankheit tritt bei Ziegen recht häufig auf, be⸗ sonders auch bei Lämmern. Die Ursachen bestehen meist in Erkäl⸗ tung durch ungünstige Witterung als auch durch gefrorene Futter⸗ mittel. Auch verdorbene Rüben, Kartoffeln u. dergl. erzeugen Durchfall, ebenso vieles und zu nasses Grünfuter. Da bei Ziegen und Schafen der normale Mist die bekannte Rosinen⸗ oder Kugel⸗ form hat, so wird schon ein geringes Abweichen von dieser Form, als z. B. ein weichbreiiger Mist, zum Durchfall in gelinder Art gerechnet und muß auch als solcher mit demselben Mittel, wie wenn er dünnflüssig wäre, behandelt werden. Bei geringgradigem Darm⸗ katarrh gensgt manchmal eine diätische Behandlung als Warm⸗ halten des Bauches durch eine gute wollene Decke, reichliche 2 Streu, warmer Stall, verschlagenes Getränk, am besten Hafer⸗ schleim, etwas gut eingebrachtes Heu und zur Kräftigung dann wenn der Durchfall schon lönger angedauert hat, T 5 ö 0 3 annargenta Von ersterem gibt man einem Lamm. täglich 1 Ua ebenso oft. findet man Meinungsverschiedenhei i det man 2 heiten darüber, frischer Ecmüsesamen zu bevorzugen sei. Obgleich 1 05 die Wisser⸗ so haben doch Versuche bewiesen, da du 0 0„* Keimfähigkei: aller Sämereien in 85 1 rer Samen bei vielen lanzen ri inst! 1 solche sind besonders 8 Gunten, Weiner und wann ein Stück Brot. Als Arznei hilft stets Tannoform ober mit 1 2 8050 Wasser, eine Ziege die 2 bis Zfache Soll man alten oder frischen Gemsisesamen nen? Nicht selten schaft diese Frage noch nicht in bestimmter Form beantwortet ha fällt. Es hat sick vielmehr herausgestellt, daß ein menkohl, Radieschen, Kohl cabi B 8 Wüßrez K See 1 ein. Samstag. del Wahlverein. 1 — Wenn der Kleingärtner seinen Gar⸗ läßt, wie er ihn im Herbst nach der Ernte sich ins eigene Fleisch. An den im Gar⸗ allerle! Falls die Stätte ihrer Geburt übervölkert ist, so wan⸗ Diese in einem Magen⸗ und Darm 5 1 . 2 * Err e e FF e. 4 5 4 0 neuen Einrichtung entgegenstehen. So wichtig es ist, immerhin nur Nebenerscheinungen sind, die unsere zahl sozial schwächere dener aher Pichtungen und die Verkreter der Mfeterorganssatlon einer Ansicht. Sie die Wohnungsbautck Na von dax richtigen Erkenntnis aus, daß; ateit und die zu ihr gehörenden Industrien unter keinen Umständen stillgelegt werden dürsen. Die Aus⸗ 5 fh enz dieses Wirtschaftszweiges würde den völligen Zu⸗ sammenbruch unserer gesamten Wirtschaft herbeiführen, den Mil- lionen Wohnungsloser jede Hoffnung nehmen, jemals wieder ein abzusehende Arbeits⸗ eigenes Heim zu bekommen und eine nicht Vetrachten wir die neue Abgabe im Lichte dieser Tatsache, so dürfte es kaum einen einsichtigen Politiker oder Wirtschaftler geben, der nicht bereit wäre, den Mietexn zu empfehlen, die er⸗ forderlichen Mittel aufzubringen. Es kann eingewandt werben, daß das Reichsmietengesetz und dessen Ausführungsbestimmungen 0 5 das Mieterschutzgesetz große Mängel aufweisen und daß das sherige Baukostenabgabe⸗Gesez den Baustoffabrikanten und Vaustoffhändlen Riesengewinne ermöglichte. Das ist zuzugeben. Die Hauptschuld daran trägt die heutige Zusammensetzung des Reichstags und die Schwiergkeiten, die heute der Durchführung ie Be⸗ deutung dieser Vorkommnisse richtig zu erkennen und deren Ab⸗ hilfe anzustreben, so darf doch nicht verkannt werden, daß es Aufmerksam⸗ losigkeit hexaufbeschwören. keit von der Kernfrage nicht ableiten dürfen. Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß alles aufzubieten ist, das den wucherischen Gewinnbestrebungen ein Ziel setzt und die Baustoffe verbilligt. Davon muß sogarx die Stellung unserer Partei zu dieser Vorlage abhängig gemacht werden. Diese Aktion wird nach zwei Richtungen zu fübren sein. Einmal zur sofortigen Verbilligung bestimmter Baustoffe durch Vereinbarungen oder Verordnungen und zum anderen in Maßnahmen mit dem Ziele, die Monopolwirtschaft und Pressringbildung der Kartelle und ühnlicher Organisationen aufzuheben, die Einschaltung der Kon⸗ kurrenz zu ermöglichen und den Konsumenten ein Kontroll- und Mitbestimmungsrecht zu sichern. Es bleibt noch zu erwägen, ob die Mieter aus dem bisherigen Einkommen die neuen Lasten werden bestreiten können, insbe⸗ sondere unter der Berücksichtigung der Notwendigkeiten, die zu einer Ausführung eines Bauprogramms von mindestens 50 000 Wohnungen nötigt. Hierfür dürfte der angeforderte 15fache Be⸗ trag auch dann nicht ausreichen, wenn noch andere Finanzquellen herangezogen werden. Diese außerordentliche Belastung der Lohn⸗ und Gehaltsempfänger müßte durch eine besondere Erhöh⸗ ung der Löhne und Gehälter abgebürdet werden Die Durch⸗ führung dieser notwendigen Aufgabe darf nicht allein den Gewerk⸗ schaften überlassen bleiben, sondern daran müssen Regierungen, Behörden und Arbeitgeber im eigenen Interesse mitwirken. Das alte Gesetz über Wohnungsabgabe sieht Befreiungen für eine An⸗ 0 Schichten vor. Die jetzige Vorlage er⸗ weitert diesen Kreis um mehrere Kategorien, z. B. Renten⸗ empfänger der Invaliden⸗ und Angestelltenversicherung, Kriegs- beschädigte, Kriegshinterbliebene und sonstige Militärrentner, Kleinrentner und Personen, die Wartegelder, Ruhegehälter, Witwen⸗ oder Waisenpenstonen beziehen. Es ist ernstlich zu prüfen, impieweit eine noch weitere Befreiung notleidender Schichten möglich ist. Genossenschaftlicher Geschäftsauteil und genossenschaftliche Warenabgabe. Nach den Berechnungen des Reichsstatistischen Amtes betrugen schon im Monat Dezember des verflossenen Jahres die Mindest⸗ kosten für die notwendigsten Lebensmittel einer vierköpfigen amilie in ener Woche im Durchschnitt 11277 Mk. Was bedeutet s für den Konsumverein? Der Konsumrverein soll den Bedarf seiner Mitglieder decken. Die Vorteile des genossenschaft⸗ lichen Großeinkaufs und der genossenschaftlichen Verteilung gehen werloven, wenn etwa Mitglieder des Konsumvereins zum Privat⸗ händler gehen müssen, um womöglich bei dem die Lebens⸗ und Nahrungsmittel zu kaufen, die der Konsumverein nicht zu ver⸗ teilen vermag. Ber Konsumverein muß also für seine Mitglieder Waren vorrätig halten. Ein Warenvorrat flür eine Woche für jedes Mitglied ist das Mindeste. Dieser Vorrat für eine Woche muß aber vom Konsumverein entweder sogleich bei der Bestellung, spätestens aber bei der Lieferung bezahlt werden. Das heißt, daß für jedes Mitglied nach der amtlichen Berechnung schon im Dezember pro Woche zum allermindesten für. 11277 Mark Nah⸗ fungsmittel im voraus zu bezahlen waren. Heute sind es noch weit mehr! Nun ist der Konsumverein kein Kapitalist. Er hat peine ererbten oder vom Profit gekommenen Millionen und Mil⸗ liarden. Seine Betriebsmittel sind die eingezahlten Mitglieder⸗ geschäftsanteile. Für den geringsten Wochenbedarf eines Mitgließs umißte die Verwaltung der Genossenschaft im Dezember elf⸗ bis zwölftausend und muß sie jetzt schon wieder viel mehr Mark zur Verfügung haben. Es ist mithin bestimmt nicht unbillig, in dieser Zeit der schauderhaften Geldentwertung einen Geschäftsan⸗ teil von 10000 Mark und dessen schnellste Einzahlung zn fordern. Kein Zauberer kann für nur 1000 ober noch weniger Mark Lebensmittel im Werte von 12000 Mark in das Lager⸗ gebäude des Konfumvereins hexen. Eine reelle Genossenschafts⸗ verwaltung vermag das auch nicht. Soll sie nun die Mittel, die Rilcklagen, verbrauchen, die zur Erhaltung und zum ferneren Ausbau der genossenschaftlichen Betriebsanlagen vorhanden sein müssen? Soll sie fremde Gelder borgen und alsdann die jetzt sehr hohen Zinsen dafür auf den Preis aufschlagen, den die Mitglieder für die Waren zu entrichten haben? Das kann kein wirklicher Genossenschafter wollen Nein, er„ st hergeben, was dazu notwendig ist, damit die Verwalt r n auf bie vorteilhafteste Weise Bedarfsartikel beschassen kan er muß den Geschäftsanteil bis zur Höhe der Gestehungskosten eines kleinen Wochenvorrats einzahlen. Wo die Anleileinziehung durch Hauskassierung nicht den unerläßlichen raschen Erfolg versprach und dazu noch umständ⸗ lich und womöglich kostspielig wurde, ist die Sammlung ber Ge⸗ „ schäftsantefle durch Hergabe eines Aufschlags auf die bei der Warentnahme entstelende Umsatzsumme vorgengmmen worden. Auf diese lezte Weise sind zur Freude der keteiligten Genossen dc melee eingegangen. nicht mehr mit Vorteil im Konsumverein zu sein und bie in solcher erb pfererorts berests pfet MNinenesf Marr ge santene 5. Mitglieder, die 15 a meinten, nun Kurzsichtigkeit zum Händler gegangen waren, sind bemerkenswe rasch zur Warenabgabestelle ihrer Genossenschel ere ere Es bleibt eben wahr: wer sich von der genossenschaftlichen Bedarfs⸗ versorgung abwendet, der macht sich dem Privathandel tributpflich⸗ tig, der zahlt früher und später ein Vielfaches mehr an Kapital⸗ profit, als er seinem eigenen genossenschaftlichen Unternehmen zu dessen Betriebs⸗ und Wirtschaftsf“ hrung im eigenen Interesse zur Falschen 1 55 95 fc 17 A een ist, daß alle per⸗ nlichen, der Genossenschast gegebenen Mittel auch immer 0 liches Eigentum bleiben. 1 W Was wird der Zucker im Februar kosten? Vom Reichsverband Deutscher Kolonialwaxen- und Lebens⸗ mittelhändler e. V. Sitz Berlin wird dazu geschrieben: Der Grundpreis für den Zucker wird bekanntlich vom Beirat der Zuckerwirtschaftsstelle, der aus Vertretern der Zucker ver⸗ arbeitenden Industrie, des Groß⸗ und Kleinhandels und der Ver⸗ braucher besteht, sestgesetzt. In der letzten Sitzung dieses Beirats beschloß man unter Protest der Vertreter der Zucker verarbeiten⸗ den Industrie mit großer Mehrheit unter Zustimmung der Ge⸗ werkschastsvertreter ab 1. Februar einen Grundpreis von 350 Mark für das Pfund festzusetzen. Der Beschluß unterliegt, um rechtskräftig zu werden, der Zustimmung des Reichsernährungs⸗ ministers. Dieser hat nunmehr dem Beschluß nicht zugestimmt, statt dessen aber der Grundpreis auf 400 Mark festgesetzt. Zu diesem Grundpreis kommen dann noch der Orxtszuschlag bis zu 12,50 Mark für das Pfund und der Sortenzuschlag bis zu 17 Mk. ———— für das Pfund, die beide an die Zuckerfabriken fallen. Rechnet man dazu noch die sehr hohen Fracht- und Rollspesen, die Sack⸗ nutzungsgebühr, die ebenfalls an die Zuckerfabriken fällt, die Zinsvergütung für Sackpfandgebühr, den Großhandels⸗ und Kleinhandelsnmtzen, so ergibt sich ein Ladenverkaufspreis von mindestens 600 Mark für das Pfund. noch einige Spesenpunkte vergessen! Hoffentlich sind aber nicht Seht euch enre Führer an! Diese Mahnung rief auf dem Parteitage in Dresden August Bebel den Parteigenossen zu. Heute ist das Mahn⸗ wort berechtigter als je, die verflossenen vier Jahre nach der Revolution beweisen es. Da tauchten Leute auf, von denen man vorher in unserer Bewegung nicht das Geringste ge— hört, die ihr oft genug fern gestanden hatten, die aber das Maul ungeheuer weit aufrissen und damit stets eine zahl⸗ reiche Anhängerschaft hinter sich brachten, im übrigen sich aber als unfähige Tröpfe erwiesen. nicht Unfähige, hat ihr Radikalismus völlig den Kopf ver⸗ dreht. Zu diesen gehört der frühere Abg. Otto Rühle, der öfter auch in Versammlungen in Gießen und Wetzlar sprach. Ueber eine Versammlung, die er dieser Tage in Dresden abhielt und über„Krieg oder Revolution“ sprach, berichtet unser Dresdener Parteiblatt u. a.: „Die Reklame, die er vorher in den Straßen machen ließ, hatte gewirkt. Der Zirkus war von unten bis oben gefüllt. Rühle wetterte gegen alles, was er früher anbetete. Die Gewerkschaftler und Sozialdemokraten nannte er Volksverräter und Stellenjäger, die Kommunisten Spitzbuben, die mit dem Sturz der Regierung nur Plätze an der Regierungskrippe erringen wollen. Von ihnen sei gar nichts zu erwarten. Gegen einen nach seiner phantastischen Ansicht unmittelbar drohenden neuen Weltkrieg helfe nur eine wirkliche Revolution, die unter Zertrümmerung der Gewerkschasten, unter Abkehr von allen Parteien und ohne Führer von unten auf durch die Arbeiter in den Fabriken durchgeführt werden müsse. Ohne Führer, sagte Rühle. Allerdings, er wird im Ernstfalle nicht führen, wie er auch damals, als die im Zirkus von ihm gegen die Dresdener Volkszeitung aufgehetzten Massen nach dem Mettinerplatz zogen, nicht geführt hat, sondern sich auf dem Postplatz in die Büsche schlug. Die Massen merkten denn auch zum großen Teil, daß hier ein böser Geist, ein Unverantwortlicher wieder einmal von sich reden machen wollte. Deshalb fiel der Beifall mager aus....“ * 4 8*** Arbeitsrecht, Gemerkschatliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Verhandlung vom 7. Februar 1923. In der Lohnstreitigkest des Deutschen Metallarbeiter⸗ verbandes, des Christlichen Metallarbeiterverbandes und des Zentralverbandes der Maschimisten und Heizer mit dem Arbeit⸗ geberverband für Lahngau und Oberhessen erging folgender Schiedsspruch: 1. Eine Nachgahlung für den Monat Januar erfolgt nicht. 2. Für die Zeit vom 1.—14. Februar 1923 einschließ⸗ lich wird für die Arbeiter ssher 29 Jahre eine Erhöhung der Löhne um 115 Proz, für alle unter 22 Jahren eine solche von 100 Proz. zu den Löhnen festgesetzt, die nach dem Schiedsspruch vom 15. Jan. 1929 für die zwefte Hälfte des Janstar zu zahlen waren. Ange⸗ fandene Markbeträge sind auf volle Mark nach oben aufzurunden. Die Arbeiterinnen erhalten 75 Andere wieder, an sich 75 Proz. der Arbeiterlöhne derselben Gruppe und Altersllasse. 4. Die bn der Vereiubriunng am b. Der 1022 sestgesetzten Zulagen für alleinige Ernährer und Pane unter 25 Jahren erhöhen sich um 100 Proz. gegenüber dem durch den Schiedsspruch vom 15. 1. 23 flür die zweite Januarhälfte fest⸗ gesetzten Satz. 5. Eine generelle Regelung des Akkorödgrundlohneg kann heute nicht statfinden. Nach Erklärung der Arbeitgeberbeisstzer ind Erhebungen über diesen Punkt angeordnet worden. Es wird den, Verbänden empfohlen, zunächst eine Regelung im Wege gegen⸗ seftiger Verhandlungen herbeizuflihren.— Hiernach erhält der ge⸗ lernte Arbeiter über 25 Jahre Mk. 1136 Stundenlohn, der ange⸗ lernte Mk. 1110 und der ungelernte Mk. 1088. Die Streitteile er⸗ hielten Frist zur Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schbodsspruches bis zum 10. 2. 23, mittags 12 Uhr. Verkürztes Verfahren im Tariswesen. Das Gesetz über die Erklärung der allgemeinen Verbindlich⸗ leit von Tarisverträgen, das am 2. Februar in Kraft getreten ist, bringt eine wesentliche Vereinfachung des bisherigen Verfahrens. Bet Abänderungen allgemeinverbindlicher Tarifverträge, die aus⸗ schließlich eine Anpassung der geldlichen Leistungen an die Teu⸗ erungsverhältnisse enthalten, kann künftig die Erklärung der all⸗ gemeinen Verbindlichkeit ohne vorherige Bekanntmachung und Sotzung einer Einspruchsfrist ersolgen, wenn der Antrag auf Er⸗ klärung der allgemeinen Verbindlichkeit von sämtlichen Vertrags⸗ parteien gestellt oder gegen den von einzelnen Vertragsparteien ge⸗ stellten Antrag von den andern keine Einwendung erhoben wird. Falls also die Vertragsparteien den Antrag entsprechend vorbe⸗ reiten und unverzüglich stellen, werden solche Lohnabkommen künf⸗ tig schon etwa innerhalb einer Woche nach ihrem Abschluß allge⸗ meinwverbindlich sein können, Die Parteien eines Tarifvertrages werden hiernach gut tun, Abänderungen von Lohn vereinbarungen aus Anlaß veränderter Teuerungsverhältnisse nicht mit andern Abänderungen des Tarifvertrages in einem gemeinsamen Abkom⸗ men zu treffen, sondern über sie eine besondere Vereinbarung ab⸗ zuschließen, die im Wege des vereinfachten Verfahrens beschleunigt für allgemeinverbindlich erklärt werden kann. Ferner ißt es zur Beschleunigung des Verfahrens zweckdienlich, wenn die Parteien den Antrag auf Allgemeinverbindlicherklärung gemeinsam stellen. Stellt nur eine Vertragspactei den Antrag, sn muß sie um Ver⸗ zöge rungen zu vermelden, gleichzeitig die schriftliche Erklärung der andern Parteien beibringen, daß diese gegen den Antrog keine Ein⸗ wendungen erheben. Kann eine solche Erklärung nicht mit dem Antrage zusammen eingereicht werden, so empfiehlt es sich, sie be⸗ schleunigt nachzubringen. Lokale Parteinachrichetn. Bezirksselretariat der sozialdem. Partei Hessens An die Ortsvereine!. Von dem Parteivorstand sind uns eine größere Anzahl Partei⸗ abzeichen zu einem außergewöhnlich billigen Preise zur Verfügung gestellt worden, sodaß wir diese an die Parteimitglieder um 100 Mark abgeben können. Wir ersuchen die Genossen von diesen günstigen Angebot zahlreichen Gebrauch zu machen. Die Einkassierung der Beitzäge für den Monat Januar ist jetzt in allen Ortsvereinen erledigt. Die Kassierer werden ersucht, den Anteil der Bezirkskasse sofort an das Bezirkssekretariat einzu⸗ schichen, damit der Anteil des Parteivorstandes, die Gehälter der n und die laufende Verwaltung bestritten werden önnen. Für die Nothilfe der V. S. P. D. und weiter eingegangen: Direktor der Landesversicherungsanstalt Neumann⸗Darmstadt 5000 Mk., Minister Ragb⸗Darmstadt 5000 Mk. Landtagsabgeord⸗ neter Neff⸗Michelstadt 2000 Mk., Landtagsabg. Roß⸗Bensheim 1500 Mark, Lehrer Vogel-Dietesheim 1000 Mk., Gen. Kalbitz⸗Offenbach 1000 Mk., vom Ortsverein Groß⸗Steinheim 1000 Mk., von einem Genossen aus Lollar 1000 Mk., Gen. Keil⸗Wetterseld 100 Mk.: zu⸗ sammen 17600 Mk.; bereits quittiert 26 100 Mk., Summa 43 700 ark. „Den freundlichen Gebern herzlichen Dank. Da die finanzielle Krisis der Partei noch nicht überwunden ist, sind weitere Spenden willkommen. Mit Parteigruß! W. Widmann. Bezirkssekretär. * An die Parteivereine des 7, Unterbezirks. Londorf. Am Sonntag den 11. Februar, nachmittags 2 Uhr, findet bei Gastwirt Louis Weber⸗Kesselbach unsere Generalversammlung des 7. Unterbezirks statt wozu alle dem 7. Unterbezirk angehörige Vereine eingeladen sind Tagesordnung: Jahresschluß— Kassenbericht— Beitragsfrage— Vorstandswahl. Wir hoffen, daß alle Genossen zu dieser Generalversammiung erscheinen. Der Vorstand des 7. Unterbezirks Londorf: H. Schäfer, Unterbezirksleiter. 2 5. Agitationsbezirk, Friedberg⸗Bsidingen⸗Schotten. Gemeindevertreterkursus. Sonntag den 11. Februar finden in Stockheim und Echzell die Kurse statt und zwar: Stockheim vormittags 10 Uhr. Gastwirtschaft Adam, Ref. Gen. Kroner-⸗Vilbel. 5 Echzell, vormittags 10 Uhr, Gastwirtschaft Alt, Ref. Gen. Wittio⸗Butzbach. Ich ersuche die Vorsitzenden die Gemeinderatsmitglieder auf den Besuch der Kurse nochmals hinweisen zu wollen. Kein Genosse Mit Parteigruß Br. Witig. Sekketär. Der Dollar zeigte auch gestern fallende Tendenz. Gestern mittag 12 Uhr wurden ca. 32 000 Mark notiert. Othürdlice Vckanntmachungen Bekanntmachung. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk des Försters Brück, Rödgen, Abteilungen 1b, 2a, 3, 4a, 6a, 6b, 9a sollen Montag, den 12. Februar 1923, vorm. 9 Uhr beginnend, versteigert werden: 7 Rm Niefernscheit 225 Rm Eichenkuüppel 1 Bm Lärchenknüppel 66,7 Em Fichlenkuüppel 2 Em Fichtenknüppelreisig 1565 Wellen Eichenreisig 1800 Wellen Eichenstammreisig la 1160 Wellen Kiesernreisig 400 Wellen Fichtenxeisig 2 Nm Esche nstöcke 38,1 Km Kiefernstöcke 49,2 Rm Fichtenstöcke Hufammenkunst an der Ochsenwiese. Die Abfuhrscheine sind vom 4 Tage nach der Ver⸗ steigerung ab, spätestens jedoch bis zum 24 Februar 1926, gegen Barzahlung bei der Sladikasse, Garten⸗ straße 2, Eingaug von der Südanlage, in Empfang zu nehmen. Gießen, den 6. Februar 1923. der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenbera. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten für einen Erweiterungs⸗ bau am Geräteschuppen am Oswaldsgarten sollen Donnerstag, den 15. Februar 1923 vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden. 1. Maurerarbeiten.. 2. Zimmer⸗ und äußere Schreinerarbeiten 3, Speuglerarbeiten 4 Dachdeckerarbeiten Die Unterlagen liegen bei uns z ur Einsicht offen und sind Angebote rechtzeitig abzugeben.— Zuschlags⸗ frist 3 Wochen. Gießen, den 8 Februar 1923 7 Stadtbauamt Gießen. Braubach. Etäbt. Arbeitsamt Gießen Liebigstraße 16 Telephon 2054 Kostenlose Arbeitsvermittlung und Berufsberatung für beiderlei Geschlecht, u. a. guch für Kriegerwatsen und Kriegsbeschaͤdigtenkinder. Es können eingestent werben: a) bel hlesigen Ardestgebern: 1 Dreher, 1 Provistonsreisender. Lehrlinge: 1 Friseur, 1 Bäcker, 2 Lackierer, 1 Einrahmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner, 1 Schuhmacher, 1 Maler und Weisbinder. 1 Glaser, 1 Meß ger, ein Buchbinder, 2 Schreiner, 2 Spengler und Installaieur, 2 Kellner, 2 Schneider, 1 Schriftsetzer. bh bet auswärtigen Arbeitgebern: 2 landwirtschaftliche Knechte, m Hauer, 1 verheirate⸗ ter Knecht mit älteren Kindern, 3 Dreher, 2 Sattler und Polsterer, 1 verh. Gutsgärtner. Lehrlinge: 1 Steinmetz. 1 Spengler u. Installatenr, Es suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker. 2 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausburschen und Ausläufer, Maschineuschlosser, Bauschlosser, Schuh- macher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler, Ulandw. Verwalter, Bäcker und Metzger, 2 Kellner, 1 Kraftfahrer, 1 Buch⸗ binder, Mechaniker, 1 Heizer, 1 Wagner, mehrere Anstreicher, 3 Weißbinder, 1 Konditor, 2 Bautechulber, landw. Verwalter, 1 Landwirtschaftspraktikaut, ein Maschinenbaupraktikant, 1 verh. landw. Pferdeknecht, 3 Schueider. Leyrtinge: 1 Kaufmann. 2 Autoschlosser, 2 Schlosser, 1 Spengler, 3 Mechaniker, 3 Elektromon⸗ teure, ein Schuhmacher mit Kost und Wohnung, 1 Schreiner desgl., 1 Schneider. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls eutgegen⸗ genommen. Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werden: a) bei hliestgen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffraue n und mädchen für einzelne Tage, tüchtige Alle in⸗ mädchen, einfache Stiitzen, 1 Köchin, 1 Schäftestepperin, d) bei auswärtigen Arbeitgebern; 3 landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienstmädchen, Hausmädchen, Zimmermädchen, Alleinmädchen, eine Köchin, 1 Stütze, 1 Haushälterin. Es suchen Arbeit: 2 Biiglerinnen, Kontoristinnen, 2 Flickerinnen, drei Verkäuferinnen, 1 Haushälterin, einige Lauffrauen, auch für Nachmittagsdeschäftigung, Mädchen für tags⸗ über, Fabrikarbeiterinnen, 3 Waschfranen, 1 Kaffeeköchin, 1 Schneiderinnenlehrmädchen, 1 Bürolehrmädchen. Die Berufsberatung und Arbeits-Vermittlung für Musiker findet Dienstag, Donnerstag und Samstag Hans Krüger: Die Meichspachtschutzordnung nebst der Preußischen Ausführungs⸗ verordnung. Ventlicher als in der bisher geltenden Pachtschutzordnung vom 9. Juli 1020 tritt in dem neuen Gesetz zur Verlängerung der Pacht⸗ schutzordnung, welche das geltende Recht enthielt, der Gedanke des sogzialen Schutzes für die kleinen landwirtschaftlichen Betriede hervor. * m. Waschfrauen. Preis 150 M. Buchhandl. Oberhess. Volksztg. eee 3 Facharzt für Geburtshilfe err Aaoria-Lieltspiete Mur noch heute und morgen Der grosse Erfolg Carla Ferra u. Dary Holm in dem Sitteuflim as Nächsten Met Erich 1 mit Joe Deebs 1256 Gentlemen dauner Detektiy-Film in 5 Akten. A R Nach vierjähriger Assistententätigkeit an der Universitäts-Frauenklinik Gießen(Professor Dr. R. Th. v. Jas chke) habe ich mich als Aud Frauenkrankheiten Wetelar, Sclleusenstr.? niedergelassen. 1250 Dr. med. W. Lang Sprechstunden: Werktags ½11—/1 Uhr, sonst nach Vereinbarung. Diathermiebehandlung Fernruf 653 Zu allen Krankenkassen zugelassen. [Altpapier Zeitungen, Bücher, Akten, Hefte usw. unter Garantie des Einstamp fens. Altmetalle Kupfer, Zink, Zinn, Messing, Aluminium, Blei, Staniol, Rotguß. 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Such er uναο eee(rteruce rs, Wasch- nd Sleich- 55 . Nemals nest Nur 4 Origin cip HUT 3 Luer Ria B Der grösste jemals produzierte historische Prunkfilm. Es gibt wohl kaum einen Gobildeten auf der ganzen Welt, der die Borgi 75 Rodrigo Borgia. Lucrezia Borgia noch nicht Namen Cesare ee hat. Ruhm, Blut, Rache, Ehrgeiz, Hass u amen 1 spanischen, in Italien einge wanderten Geschlecht entstammenden Persönlichkeiten verknüpft.— Hunderte Geschichts- schreiber haben diese das Mittelmass weit u lichkeiten geschildert und jeder tat Pers onenverzeichni Papst Alexander II. Oesare Borgia Juan Borgia — „2 — —* 8 1 9 Lindenplat. wirkt eine Tasse Kaffee, Tee, Ka wohltuend. Zum Süßen verwendet man vorteilhaft Su pstoff Tabletten. Sie sind gut, b Eine Tablette genügt für Schachteln mit 100, 200 8 Etehältlich in Kolonialwaren ,, D 1 und Apotheken. Palast- Lichtspiele — Täglich Anfang 1 6, 8 Uhr. 6 orgia nd Liebe ist mit den berragenden Persön- es anders. Lothar Müthel Lucrezia Borgia. 2 Liane Haid Alfonso, Prinz 3 Aarägen- 1 9 2 Alfons 1 Aanfredo, sein Freund 5 Ernst Pitschan Giovanni Sforza, Herr von Pesaro Wilhelm Dieterle Lxa de 0 3 Grän Iulia lll! eie Betber Eugen pier Diabola, Tierbändigerin.,„ Lyda Salmonowa Winterstein, Roll!..... Eäte Waldeck Oswald M Z·ꝗ—7.. Wilhelm Diegelmann Michel 0 Paul Wegener Sebastiano, Vertraute Cesare Borgiass 0 H. George Lodowico E. A. Licho 5 Fratelli, Wa enschmied 3 Dr M. Pohl.— inn Fra!!!** Cleinenifs Plessner. Elerentinßnüunün Mary Donce Rosania„„ Fron Gennaro, ei, Page„„ 2 25 Tibor Lubinezki Gefangener VVV A. Granach Diener Ce ares 8 2 8 Hugo Dahlin ebe ff. Adele Sandrock Regie: Richard Oswald. Can hedeutend verstärktes Orchester! Albert Bassermann 5 ber b „ Coprad Veidt — Lichtspielhaus Bahnhotstrasse 34 Heute bis Sonntag rennende von Thea v. Harbon In den Hauptrollen nur erste Kräfte: e Dierks, Werner Krauss, aldimir Gaidarow, Ed. von Altred Abel und andere. Ein von der gesamten Presse glänzend begutachtetes Filmwerk Ferner N Baby Peggy in dem reizenden Lustspiel „Unser Schnucki“ Anfang 4, 6 und 81 Uhr. Ab Montag —̃ Ke an Das Drama der Leidenschaft. ficker 255 I N n e kao usw. besonders illig und beko mmlich. elne Tasse. u. 500 Stück. sehr wichtige ee 9 ift Ziegen b. 1700 Iltis. b. 6000 Maulwu Eichh. b. 2228 828 Hadllller Il 1500 Kanin b. 2600. asen b. 5500. 0. Rehe. b. 4000. 5 0.-J Katzen b. 3000- bf h. 3000. Marder b. 400 000 Holzarbeiter ist Pflicht. Füchse b. 170 000 Holzarbeiter! Achtung! Schreinergesellen! Montag, den 12. Februar, vormittags 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus Versammlung. im Bezirk. Tagesordnung: Der Vertragsbruch der Schreinermeistervereinigung Referent: Bezirksleiter Rurt Moosdorf. Dringendes Erscheinen aller in Schreinereien, Glasereien beschäftigten 1257 Die Ortsverwaltung. ll dägey Jopzugspreise. Katz, Bruchst. 5 8 Frankfurt am Main Samstags 1 Geschäft fur a Strassenbahn-Haltestelle: Belekenstrasse Line 4 und 16, Lokalbhf. Linie 7 und 19 Tel. Spessart 1151 Lehrling gegen Vergütung gesucht. Karl Ludwig Leib Bildereinrahmungs geschäft 1258 Kirchstraße 2. 1248 gesch lossen. Ern Für unsere Agentur Krofdorf suchen wir zum 1. März einen 5 zuverlässigen Zeitungsträger Meldungen werden von Herrn Karl. in Krofdorf, Haus Nr. 159, entgegengenommen. Oberhessische Volkszeitung. E( Leipziger Fellzentrale Krimm& Go. zahlt für Wild hasen bis zu Felle ca. bis Mk. bis MEK. Kanin bis Mk. IItis bis Mk. 8 Maulwurf bi- ik. 2800. Marder bis Mx. 380000.— Füchse bis Mk. 150000. Jäger und Händler Vorzugsprelse Nur Börneplatz 3 Frankfurt am Main Haltestelle Linie 7 und 18. zur Quelle). 15000.— 2500.— 2600.— Ziegen Eatzen 1247 (Früher Restaurant — Samstags geschlossen. „7 Gestorbene N 6. Februar. 20 Jahre alt. Kaiser-Ullee 119 Beerdigung: 10. Febr., 3 Uor nachm Emilie Kräbling ie Beruf 8. eee Sonntag, den 11. Februar, nachmittags 5 Uhr in der Neuen Aula der Universität l fabomen zum Besten der Gießener Studentenhilfe e. V. Werke von Chopin, Schubert, Brahms. Vorverkauf bei Challier, Studentenkarten bei Herrn Ritter. 1244 2 eee eee 11 E — 1 Soeben erschien: Die Grundzüge des . 8 8 Schlichtungswesens von Dr. Georg Flatow, „ Negierungsrat, im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe, 40 Seiten, mit — 1 71 Unischlag auf besserem Papier gebruckt. — Preis 420 Mark der Verfasser des bekannten„Kommentars zum Betriebsrätegesetz“ erläutert in dieser Schrift die wichtigsten Grundfragen des 5 Schlichtungswesens, die jeden Praktiker wie Theoretiker des neuen kollektiven Arbeits⸗ U rec chts in gleicher Weise interessieren wird. 2 Das Heft ist für Gem verischaften und Arbeit- 1 geberverbände, für„Betriebs vertretungen und Arbeitgeber wie für Schlichtungsbehörden, Demobilmachungstommissarxe, Gewerbe- Auf. LE sichtsbeamten, Richter und Rechtsanwälte von . größtem Wert. 2 Buchhandlang Oberhess. Volkszeitung leds le ls lee 1 12 2 2 2 eee eee Tebblsschblz-lelle Rat und Aus kun Rechts an gelegen! im alten Rathaus Marktplatz 14, ittwoch nachmitt von 6 bis) 7½ Uhr 2 eiserne Bettstellen mit Matratzen und ein tisernes Bett? (vollständig). Kanzleiberg Nr. 7. die Fahne der Republik Von Dr. Ed. DV Eine neue Schrist aus Gelchichte u. Gegen wart wider die Ver- aduer der Republix und ihrer Farben. Frels Mark Buchhandl. 5 Oberhess. . 2 f n II J Luper uey. zahlt die höchsten Preise Berüchsichtigt unsere Inserenten! Zufall Stadttheater Gasparone Anfang 3½ Ende n. 6 Uhr Die Hamburger Filiale 1246 Anfang 7 Ende geg. 9½ Uhr Dienstaa, den 13. Febr. Kinder vorstellung bei kleinen Preisen! Die drei Haule⸗ männerchen Anfang 3 Ende 6 Uhr Außer Abonnement: Die Hamburger Filiale Anfang 7 Ende g. 9½ Uhr Mittwoch, den 14. Febr. 17. Vorstellung im Mittwoch⸗Abonnement John Gabriel Borkman Anfang 7 Ende 10 Uhr. Donnerstag, 15. Hebr. Zum Besten der Ruhrhilfe! Wilhelm Tell Anfang 7 Ende 9½½ Uhr Freitag, den 16. Jebr. 17. Vorstellung im Freitag⸗Abonnement Im weißen Rößl Anf. 7 Uhr Samstag, den 17. Febr. Schüler ⸗Vorstellung bei kleinen Preisen! Zum letzten Male Wilhelm Tell Anfang 4 Ende 6¼ Uhr Sonntag, den 18. Febr. Kindervorstellung bei kleinen Preisen! Die drei Haule⸗ männerchen Anfang 3¼ Ende 6 Uhr echwarzwalbmädel Wolken gasse. Anf. 7 uhr Ende 9½ Uhr 4 l Sonntag, den II. Febrnar Ende 9¾ Uhr „ 1 e e ee