berhessi zeitung Schlien 6 L 50= ö 9 42 n„ 81 O 0 d ˖ d 8 w ˖ 8 Spedition: Gießen ee Organ für die Interessen des werktätigen Volkes mah d ng 1 U 9 i t 50 . eben a der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. 8 e 3 N— 0 re f 75 5 iaenpreis beträgt für die Millimeterzeile(as mm breit) oder d )J.... 2 5 5 25 5 55 1. 1 i sa i i 800.—„Bei größeren Aufträgen er Wiederholungen wird entsprechen! „n Sa b e bedee ener i erf Seile Ene ee 1. Deu Verlag Offenbacher Abendblatt G h 5. ö. f. M. der Rabat gewährt— Anzeigen⸗Annahme 518 6 Uhr abends. e, Au, 1—— 0——.—. 5— J 2 W Nr. 105 Gießen, Mittwoch, den 9. Mai 1923 183. Jahrgang r af 1 4 8 5. 1 80 0 2 1 . aus 7 7 2 5 2 80 5 1 Ptiswuc sgaftsniuiterun. Auch England und Italien woll tworten. „ uhr und Reigsnithshastiiterun. Auch England und Italien wollen antworten. sich ine N on Augen rech 8 W 25 0 1 1 e 1210„ 1 Sind Verhandlungen möglich? deen zur gone, ie die al, 3 1 kehrt. Zudem beabsichtigt man zuerst auch die übrigen Ant⸗ ee e eee der e 8 Hand Verstimmung in England. worten, insbesondere die englische Antwort abzuwarten, ehe bun eutstrochendes Eingreifen der Wucherrolttei da, teen In Mittelpunkt des allgememen Interesses steht jet eine endaultige Stelungnahme erfolgt. Wie die, Lele⸗ deze! der Preise mit 5 5 Steigen des Dollarkurses verhindert die englische Antwort an die Reichsregierung. Man kann graphen⸗Union ferner zuverlässig erfährt, besteht die Absicht, auf werden müßte. Das Vorgehen der Wucherbehörden bei der sich heute darüber nicht mehr im Unklaren sein, daß auch daß bei dem Reichskanzler der Wunsch besteht, anläßlich der i beg bor kurzem erfolgten Festsetzung der Schmalzpreise diese Antwort das deutsche Angebot als ungenügend und als dritten Lesung des Reichshaushalts im Plenum des Reichs⸗ r 1 855 e eee Verhandlungsgrundlage nicht ausreichend bezeichnen wird. tages zu den außenpolitischen Ereignissen, und insbesondere % der preise. Dage i jedoch den 1 Vorschlag zu d öfisch⸗belgi wort S. ika⸗ Nite hindert wurde. Wenn dem behördlichen Eingreifen ein Dagegen scheint man jedoch den letzten deutschen Vorschlag] zu der französisch⸗belgischen Antwort Stellung zu nehmen A c, nachhaltiger Erfolg nicht beschieden war und mit dem Dollar — die Preise aller Waren wieder lebhaft steigen, so hat dies vlt, Fin seine besondere Ursache. 4 in Es gibt Dinge, die man Grundsätze des Reichs ⸗ en ga wirtschaftsministeriums nennt und die fich auf Rexite die Feststellung des„angemessenen Preises“ gemäß§ 1 7000 Nr. 1 der Preistreibereiverordnung beziehen. Wer das be⸗ Colani zweifelt, möge einmal Nr. 12 des 7. Jahrgangs der Mit⸗ teilungen für Preisprüfungsstellen nachlesen. Das Reichs⸗ urban, wirtschaftsminsterium setzt dort mit einem seltenen Scharf⸗ . Ad sinn den Begriff„ordnungmäßige Marktlage“ auseinander. %„Das Kennzeichen einer ordnungsmäßigen Marktlage, heißt es da, besteht darin, daß zahlreiche Angebote in annähernd gleicher Preishöhe(marktgängige Angebote) vorliegen, mland 00 woraus das Bestehen einer preisausgleichenden Konkurrenz r und das Fehlen einer absoluten Ueberlegenheit des Ver⸗ ö Jei käufers über den Käufer zu folgern jst.“(ty) Lr Bei„ordnungsmäßiger Marktlage“ kann jeder normale de⸗Di mburg Marktpreis verlangt werden ohne Rücksicht auf die tatsäch⸗ en daß lichen Gestehungskosten. „ Wenn zum Beispiel ein Viehhändler an einem Stück Vieh eine halbe Million Mark verdient, so ist dies nach den ik Grundsätzen des Reichswirtschafts ministerums weder dew⸗ hal Wucher noch Preistreiberei, wenn der geforderte Clay“ Preis sich innerhalb der Marktnotierung hält, zumal wenn ral a die Marktnotierung unter amtlicher Mitwirkung erfolgt. 2 Wo eine ordnungsmäßige Marktlage nicht vorliegt, Ener 1 2 che oder die Ware überhaupt keinen Marktpreis hat, sind die 5. 5, 3 Gestehungskosten maßgebend; jedoch in der Weise, dee daß der Geldentwertung Rechnung getragen werden muß. g 110„Die Geldentwertung hat für alle preisbildenden Faktoren 5 Len Bedeutung, nicht nur für den Einstandspreis, sondern auch 5 6 i für die besonderen und allgemeinen Betriebsunkosten, die Ostasin Zinsen für das zur Bestreitung des Einstandspreises und „ G. e. der Unkosten aufgewendete eigene oder fremde Kapital, die — RNaisikoprämie, den sogenannten Unternehmerlohn und den 97500 fe Unternehmergewinn“. Als Maßstab der Geldentwertung — gilt bei Auslan dsware der Stand der deutschen r. Valuta. Beispiel:„Das Einschreiten der Wucherpolizei bei Ves! dem Hinaufschnellen der Preise für ausländisches Fett mußte W erfolglos bleiben, weil die neuerliche Markentwertung nach arte Je. den amtlichen Grundsätzen ohne Rücksicht auf den 10 5 Einstandspreis in Rechnung gestellt werden darf.“ 1 Del Maß stab der Geldentwertung im In⸗ 0 Ge land ik der Lebenshaltungsindex des Statisti⸗ fle schen Reichsamtes. Beispiel: Betrug der Einstandsprets einer Ware im Dezember 1922 100 Mk., so hat der Verkäufer — jetzt nicht mit einem Einstandspreis von 100 Mk. zu rechnen, a0 sondern er kann diesen in dem Maße erhöhen, in dem seit⸗ Piel ber der Lebenshaltungsinder des Statistischen Reichsamtes Phono, gestiegen ist. Jin Dezember 1922 ergab sich ein Stand des zu höhten Lebenshaltungsinder von 685, im März 1923 von 2854, also Müll rund eine vierfache Steigerung. Der Verkäufer darf also, . un e den Grundsätzen des Reichswirtschaftsministeriums ent⸗ aeg sprechend, den Einstandspreis auf 400 Mk erhöhen und die ba, üblichen Handelszuschläge verlangen, ohne dadurch den„an— gemessenen Preis“ zu überschreiten. Furgal! Würde das Reichswirtschaftsministerium davon aus⸗ 4, 1% gehen, daß eine Notmarktlage auf allen Gebieten vor⸗ 0% liegt, dann wäre die Begriffsprägung„ordnungsmäßige * Marktlage“ mit ihrer unheilvollen Auswirkung auf die 0 Entwicklung der Preise undenkbar.. ent Ebenso anfechtbar ist die Berücksichtigung der Geldent⸗ mnisterium aufgestellt hat. Wenn außerdem das Reichs⸗ preise als Ausdruck einer ordnungsmäßigen Marktlage zu bewerten und nur dann zu beanstanden sind, wenn die Veerbandspreise nicht auf den tatsächlichen durchschnittlichen Gestehungskosten beruhen, dann ist ohne weiteres zu er⸗ kennen, wie sehr diese Reichsbehörde privatwirt ⸗ schaftlich orientiert ist und wie wenig Möglich⸗ 1 keiten bei einer derartigen Einstellung des Reichswirt⸗ . schaftsministeriums vorhanden find, der Preistreiberei wirk⸗ gegnen. Es ist sehr schwierig, festzustellen. wertung nach den Grundsätzen, wie sie das Reichswirtschafts⸗ lie t doch zu keineswegs identisch ist wirtschaftsministerium bekanntgibt, daß auch Ver bands⸗ daß als Ausgangspunkt zur Diskussion über den Beginn von Verhandlungen nehmen zu wollen und bereit zu sein, bei den übrigen Alliierten unter der Voraussetzung, daß der deutsche Vorschlag wesentlich abgeändert wird, in umgehende Verhandlungen einzutreten. Am Montag hat sich das eng⸗ lische Kabinett mit der Antwort befaßt, die am Mittwoch bereits in Berlin überreicht werden soll. Es kann jetzt nicht mehr bestritten werden, daß die belgisch⸗französische Antwort an Deutschland wegen ihrer Voreiligkeit in England eine gewisse Verstimmung hervor⸗ gerufen hat, die aber keineswegs Folgerungen in der gesamt⸗ politischen Lage hervorrufen dürfte. Denn trotz der Ver⸗ stimmung hat das englische Kabinett beschlossen, sich in Paris ausdrücklich dafür zu bedanken, daß ihm die an die deutsche Adresse gerichtete Note immerhin 24 Stunden früher als dem deutschen Botschafter in Paris über ⸗ geben wurde. Inzwischen hat die franzöfische Regierung eine aus⸗ führliche Begründung ihres Vorgehens durch ihren Botschafter in London geben lassen. Die Gründe für Frank⸗ reichs Weigerung, mit England eine gemeinsame Note an Deutschland zu senden, werden in 3 Punkten zusammen⸗ gefaßt: 1. England hat sich öffenklich von den Ereignissen im Ruhrgebiet losgesagt und von diesen Ereignissen handelt vor allen Dingen die deutsche Note. 2 2. Frankreich fühlt sich durch die deutsche Note tief verletzt und faßt sie als eine Herausforderung und Provo⸗ kalion auf, die eine sofortige Antwort erfordert. 3. Ein Aufschub der französischen Note hätte keine Einigung Englands und Frankreichs zur Folge gehabt, weil die Note Deutschlands nur einen negativen Charakter trug. Die italienische Regierung wird ebenfalls im Laufe der Woche ihre Antwort auf das deutsche Angebot in Berlin abgeben lassen. Sie dürfte die gleiche Taktik ein⸗ schlagen wie das englische Kabinett. Die Reichsregierung und die französische Antwort. 5 Die Stellung der Partei. Die Note der französischen und belgischen Regierung ist am Montag abend im Wortlaut durch Kuriere dem Aus⸗ wärtigen Amt übermittel worden. Die Regierung konnte schon deshalb bisher zu der Antwort nicht Stellung nehmen, wäre im übrigen dazu auch nicht in der Lage gewesen, weil der Reichskanzler erst am Dienstag aus Freudenstadt zurück⸗ Ob diese Plenarsitzung am kommenden Freitag stattfindet, steht noch nicht fest. Unter diesen Umständen dürfte dem Zusammentritt des Auswärtigen Ausschusses am kommen den Mittwoch nicht ganz die Bedeutung zukommen, die man sonst den Beratungen des Auswärtigen Ausschusses zumißt. Die Fraktionen des Reichstags werden sich mit dem In⸗ halt der Note beschäftigen, sobald die amtliche Uebersetzung in ihrem Besitz ist. Die sozialdemokratische Fraktion tritt bereits am Dienstag abend zusammen. In maßgebenden sozialdemokratischen Kreisen wird die französisch⸗belgische Antwort zur Fortsetzung der Diskussion für geeignet gehalten. Fortsetzung der Diskussion. Ueber die Möglichkeit, doch zu Verhandlungen zu kommen, schreibt der Soz. Parlamentsdienst u. a.: 8 Nicht ganz unberechtigt ist die Kritik der französischen und bel⸗ gischen Regierung an dem vorläufigen deutschen Zahlungsplan, wie er in dem deutschen Angebot niedergelegt war. Ueber die Höhe der Summe läßt sich handeln. Der Hauptfehler des deutschen Angebots aber lag in dem Mangel an Garantien. Auch die Reichs⸗ regierung dlürfte sich klar darüber sein, daß zur endgültigen Lösung des Reparationsproblems internationale Anleihen gehören, sodaß es uns unbegreiflich bleibt. wenn sie nicht von vornherein die notwen⸗ digen Garantien wenigstens näher formuliert hat. Heute rächt sich die Unterlassung. Herr Poincaré greift sie auf und macht sich über die deutsche Zumutungen in demagogischer Weise lustig. Die Re⸗ gierung muß deshalb hier das Versäumte nachholen und in einer neuen Note Klarheit darüber schaffen, welcher Art die gesetzlichen Verpflichtungen der Wirtschaft für die Garantieleistungen sein sollen und welche anderen Garantien sie zu leisten beabsichtigt. Das Gleiche gilt für die Sicherheitsgarantien gegenüber Frankreich und Belgien. Daß die über diese Frage in dem deutschen Angebot abgegebenen Er⸗ klärungen sowohl die französische wie die belgische Regierung nicht be⸗ friedigt haben, konnte man sich im voraus an den Fingern abzählen. Warum bezog sich die Regierung nicht auf die 88 42 bis 44 des Ver⸗ sailler Vertrages und nahm Herrn Poincars so von vornherein die Gelegenheit, darauf zu verweisen, daß noch nicht einmal auf die Sicherheiten, die im Vertrag von Versailles festgelegt sind, Bezug genommen wird? In der kommenden deutschen Note wird man sich trotz der Deutschnationalen Volkspartei dazu bereit finden und darüber hinaus auf den Pakt Bezug nehmen müssen, den man da⸗ mals aus Freundschaft zur bayerischen Regierung fallen ließ. Be⸗ dauerlich bleibt nur, daß das Verhältnis der Reichsregierung zu Bayern und ihre Liebe gegenüber den Herren Helfferich und Hergt, die bekanntlich den Versailler Vertrag für Null und nichtig erklären, zu neuen Schädigungen für das deutsche Volk Anlaß geben konnten. Deutschland kann Frankreich und Belgien natürlich nicht daran hindern, die vorgeschlagene internationale Kommission zur Festsetzung der deutschen Leistungsfähigkeit und zur Gewährung der Anleihe ab⸗ zulehnen. Reparationskommission vernichten will. So viel Einfluß trauen wir ums nicht zu, Herr Poincaré soll diese Instanz um unseretwegen be⸗ die von einem Verband festgesetzten Verbandspreise nicht auf den durchschnittlichen Gestehungskosten der Mitglieder beruhen, denn der entsprechende Nachweis muß ja von den Verbänden selbst erbracht werden. Ueberaus kennzeichnend ist auch die Stellungnahme des Reichswirtschaftsministeriums gegenüber der Preisberech⸗ nung des Buchhandels. Das Reichswirtschaftsmini⸗ sterium erklärt:„Gegen das System des Buchhandels, die Preise nach Grundzahl und Schlüsselzahl zu berechnen, liegen zurzeit keine Bedenken vor. Diese Erklärung erfolgt doch unter der Voraussetzung, daß auch in Zukunft die aus solcher Multiplikation sich ergebenden Papiermarkpreise für Bücher im allgemeinen nicht höher werden als diejenigen Papiermarkpreise, die sich aus einer Multiplikation der Friedenspreise mit dem allgemeinen Teuerungsindex der Lebenshaltung ergeben.“ Wenn gegen das System der Preisberechnung im Buchhandel an sich keine Bedenken vor⸗ liegen, so ist doch zu sagen, daß die Grundzahl meist mit dem Friedenspreis, sondern diese Grundzahl ganz nach Willkür festgesetzt werden kann und oft festgesetzt wird. Wohl ist die Schlüsselzahl im Buch⸗ handel(2500) wesentlich hinter der Indexziffer für die Lebenshaltungskosten zurückgeblieben, aber da die Höhe der Grundzahl eine beliebige ist und das Reichswirtschaftsmini⸗ sterium die Preisberechnungsmethode im Buchhandel so lange nicht beanstandet, als die Schlüsselzahl nicht höher ist als der Lebenshaltungsindex, besteht behördlicherseits so gut wie gar keine Möglichkeit, die Preisberechnung im Buch⸗ handel zu beeinflussen. 0 Aus alledem ergibt sich, daß eine wirksame Bekämpfung der Preistreiberei bei dieser Orientierung des Reichswirt⸗ schaftsministeriums so gut wie unmöglich ist, und mehr als eigentümlich mutet es an, wenn Herr Reichswirtschafts⸗ minister Dr. Becker im Reichstage erklärte: Wenn auf dem Gebiet der Preissenkung noch nicht das Erstrebenswerte erreicht werde, so sei das Publikum zum Teil selbst mit daran schuld. Es gingen so wenig Anzeigen wegen Wucher ein, weil das Publikum zu wenig mitarbeite. Als ob Anzeigen des Publikums irgend welchen Wert haben könnten, so lange das Reichswirtschaftsministerium Grundsätze über die Feststellung des angemessenen Preises herausgibt, die eine wirksame Bekämpfung des Wuchers ein⸗ fach unmöglich machen. Der Handel würde es von sich aus kaum gewagt haben, die Preise zu fordern, die jetzt bei An⸗ wendung der Richtlinien des Reichswirtschaftsministeriums gefordert werden können, Es erweist sich deshalb als un⸗ erläßlich, dem Reichswirtschaftsministerium mit aller Deut⸗ lichkeit zu sagen, daß der offizielle Preisabbau⸗ rummel einen mehr als eigenartigen Beigeschmack erhält, wenn man sich die Gesamteinstellung des Reichswirtschafts⸗ ministeriums vergegenwärtigt. Fühlt sich das Reichswirt⸗ schaftsministerium nicht verpflichtet, dem allgemeinen Ver⸗ langen der breiten Masse nach Eindämmung des Preis— wuchers entgegen zu kommen, dann ergibt sich die Not- wendigkeit, daß die Auffassung der Reichsbehörde, wie diese in den Grundsätzen zur Feststellung des angemssenen Preises zum Ausdruck kommt, durch die parlamentarischen Vertreter der Arbeiterschaft entsprechend korrigiert wird. Jedenfalls ist die Befürchtung falsch, daß Deutschland die Bren. Ms 85sektiwer ünmer für sich in Anspruch— sollie Poinars eigentlich für den deut⸗ uhen Vorschlag Verständnis haben. Er geht einmal von dem Grund⸗ Atze aus, die Leistungsfähigleft von einem unparteiischen Richter⸗ kollegümn abschätzen zu lassen, andererseits aber von der durchaus Lichtigen Annahme, daß sitr Anleihen, die doch einmal notwendig sind, nicht die Reparationskommission zuständig sein wird, sondern dieses internationale Komitee. Deutschland dürfte keine Anleihen er⸗ Halten, ohne daß die Anleihegeber oder deren Vertrauensleute selbst die Leistungsfähigkeit festsetzen und die Garantien für die Anleihen prüfen. Insofern kann uns an sich die Ablehnung einer internatio⸗ malen Kommission durch Poinare ziemlich gleichgültig sein, da ihre Bildung von denjenigen Bankiers doch als erste Voraussetzung ge⸗ fordert werden wird, die bereit sind, uns- Geld zu borgen. Alles in allem ermöglicht die französische Antwort die Fort⸗ etzung der Diskussion, wenn sie auch von Deutschland manches Zu⸗ geständnis sordert. An Zugeständnisse muß man sich in Deutschland ebenso gewöhnen wie an den Verzicht auf Prestigerücksichten. Denn darüber soll man sich in der Wilhelmstraße doch auch klar sein: Deutschland hat den Krieg verloren. Ueber die Art der von uns not⸗ wendig zu machenden Zugeständnisse werden die englische Regierung und das italienische Kabinett, die jetzt ernsthaft bemüht scheinen, eine Dösung des Konfliktes herbeizuführen, mitzureden haben. Noch im 1 Verlauf dieser Woche sollen ihre Antworten auf das deutsche Angebot fin Berlin abgegeben werden. Bis dahin hat die Regierung Zeit, die unbedingt notwendige Rückantwort vorzubereiten. Politische Uebersicht. Die Arbeiterentlassungen im besetzten Gebiet. Anläßlich der Beratungen des Haushalts des Reichsarbeits⸗ min iste riums hatte die sozialdemokratische Fraktion im Hauptausschuß Antrag gestellt, den im neu⸗ und altbesetzten Gebiet entlassenen irbeitern und Angestellten das Recht auf Wiedereinstellung gesetzlich sichern. Die bürgerlichen Parteien glaubten nach Ablehmmg dieses ses die Ruhrkämpfer mit einem Beschluß abspeisen zu können, wonach die jetzt entlassenen Arbeiter und Ange⸗ stellten bei späteven Neueinstellungen„bevorzugt“ werden sollen. An⸗ gesichts dieser Herausforderung unserer Kameraden im Ruhrgebiet erneuerte die sozialdemokratische Fraltion ihren Antrag im Plenum verlangte mummehr unter Berücksichtigung aller vorgebrachten sachlichen Bedenken die sofortige Vorlage eines Notgesetzes, „durch das den seit der Ruhrbesetzung im neu⸗ und altbesetzten Ge⸗ biet entlassenen Arbeitern und Angestellten in Betrieben mit mehr als 10 Arbeitnehmern das Recht auf Wiedeveinstellung und Weiter⸗ beschäftigung in allen nicht vollkommen stillgelegten Betrieben ge⸗ währleistet wird. Weitere Kündigungen und Entlassungen sollen in den genannten Betrieben während der Dauer der Ruhraktion nicht ausgesprochen werden dürfen. Die nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, dem Handelsgesetzbuch und der Reichsgewerbeordnung geltenden Bestimmungen über fristlose Entlassungen bleiben von dlesem zu erlassenden Notgesetz unberührt.“ In der Generaldebatte appellierte Genosse Aufhäuser an die bür⸗ gerlichen Parteien, ihre wiederholten Liebes erklärungen für die Ar⸗ beiterschaft im Ruhrgebiet mi endlich in die Tat umzusetzen. In der Spezialdebatte erinnerte Genossin Toni Sender daran, in welch aumfassender Weise das Reich die Unternehmer im besetzten Gebiet beglinstigt habe, um ihnen die Aufrechterhaltung ihrer Betriebe zu dern. g si . dem die sozialdemokratische Fraktion schlleßlich die mament⸗ iche Abstimmung beantragte, um so die Reichslagsabgeordneten ler Partcsen zu einem klaren Bekenntnis zu bewogen, stellten die bürgerlichen Parteien den Antrag. die Angelegenheit an einen usschuß zuclckzuverweisen. Der Hinweis vom sozialdemokratischer Seite, daß es sich zunächst lediglich um die Willenskundgebung des Reichstags handle und die ausgearbeitete Gesetzesvorlage ohnehin och an den Ausschuß gelangen werde, also dex jetzige Ueber⸗ ssungsantrag lediglich eine Verschlenpung darstelle hatte keiner⸗ fei Wirkung. Die bürgerlichen Parteien benutzten ihre Mehrheit, f die ihnen unangenehme Abstimmung zu umgehen, indem sie die Ueberweisung am den Sozialpolitischen Ausschuß boschlossen. ie Sozialdemokratse wird diesem Schachzug zu begegnen wf ssen im Sozialpolitischen Ausschuß die sofortige Behandlung der Angel it verlangen. Dabei wird sich zeigen, daß das ganze geschäftsondnun ige Manöver der bürgerlichen Partesen nur gemacht worden ist. wen man- Gegner dieses eigentlich selbstver⸗ — Antrages ist. ee, ee e e e * 16 kommunistische Abgeordneten ausgeschlossen. Die Kommunisten im preußischen Landtag haben sich am Mon⸗ tag felbst überboten. Der Krawall vom Freitag, der zum Aus⸗ schluß des Abg. Katz(Komm.) von 15 Sitzungen führte, war eine Kinderei gegen das, was sich am Montag in der Prinz Albrecht⸗ straße abspielte. Zu Beginn der Sitzung beantragte der Kom⸗ munist Schul z⸗Neukölln, sosort den Antrag seiner Fraktion gegen den Ausschluß von Katz zu beraten. Der der Deutschen Volkspartei angehörende Vizepräsident Garnich erklärte, 5 Antrag sei zu spät eingereicht und daher unzulässig. Unter fort⸗ währenden Beschimpsungen des Präsidenten und des Hauses er⸗ klärte Abg. Schulz, sein Parteifreund Katz dürfe nicht einmal die Tribüne des Hauses betreten. Der Präsident Leinert habe aus eigener, frech angemaßter Machtvollkommenheit... Weiter kam der kommunistische Provokateur nicht. Im ganzen Hause erhob sich ein solcher Sturm, daß bie weiteren Ausführungen des Kom⸗ munisten unverständlich blieben. Zwei Ordnungsrufe waren die Folge dieser unverschämten Beleidigung. Dann kam der Kom⸗ munist Menzel aus Halle und forderte die sofortige Verhand⸗ lung der kommnunistischen Anträge gegen die Anwesenheit der Polizeibeamten im Hause. Er meinte, man könne dle Person des Präsidenten Leinert überhaupt nicht beleidigen. Wieder zwei Ord⸗ nungsrufe! Als dann die Mehrheit des Hauses einen Antrag auf Schluß der Geschäftsordnungsdebatte onnahm, erhob sich großer Lärm der Kommunisten, der sich verstärkte, als der Abg. Dr. Steffens(D. Vp.) zum Kultusetat das Wort erhielt. Nie hat der preußischen Landtag solch einen Lärm erlebt. Minutenlang klapperten die Kommunisten mit ihren Pultdeckeln und dazwischen machten sie mit ihrem Pfeifen jedem Gassenjungen Ehre. Dem Abg. Steffens blieb nichts übrig, als seine Rede dem Ste no⸗ graphen zu diktieren.— Vizepräsident Garnich verkündete den Aus⸗ schluß des koummunistischen Abg. Hossmann von der Sitzung und verließ dann mit dem gangen Hause den Saal. Nur die Kom⸗ munisten scharten sich um ihren ausgeschlossenen Genossen. Krimi⸗ nalbeamte entfernten in der Pause gewaltsam die Abgg. Paul Neue Sturmszenen im preußischen Land Hoffmann, Sobottka und Scholem. Der Aeltestenrat tra Sitzung zusammen und der Präsident ließ sämtliche räumen. ü 0 Die neue Sitzung wurde vom Vizepräsidenten um 2 f Min. mit der Mitteilung eröffnet, daß Hoffmann auf 8 2 den Sitzungen ausgeschlossen sei. Wieder Proteste munisten, wieder lange Geschäftsordnungsdebatten und d der ein vergeblicher Versuch des Abg. Steffens, seine abgeh koch Rede zum Kultusetat fortzusetzen. Der Lärm der orm libertönte alles und machte jede geordnete Verhandlung um Der Präsident mußte abermals die Sitzung um eine hall vertagen und die Abgag. Pieck, Menzel, Knoth und Kili durch besonderen Lärm hervortaten, ersuchen, den Saal lassen. Auch hier muß wieder die Kriminalpolizei eing die Abgeordneten der Aufforderung des Präsidenten n leisteten.. Zu Beginn der neuen Sitzung wird mitgeteilt, daß 0 mann nunmehr auf 15 Tage ausge schlossen ist. Und nun w lach dasselbe Spscl. das mul dem Aisschluß der Abg. Cin Sobottka und Frau Wolffstein endet. Frau Wolffstein 10 auf den Boden und läßt sich durch zwei Beamte aus den tragen. N In der vierten Sitzung dasselbe Theater und der der Abgg. Scholem, Schnetter, Frau Ludewig, Schumann, mann und Schulz⸗Neukölln.. Dann folgt die flinfte Sitzung, in der die Abgg. Frau sure und Rogge ausgeschlossen werden und diesmal ohne Kun ihrer Parteigenossen den Saal verlassen. Nunmehr err Abg. König(Komm.), daß die noch im Saal befindliche munisten darauf verzichten, weiter zu tagen. Sie verlas al. N Vizepräsident Garnich bedauert, in dieser Weise d heit vor dem Terror der Minderheit schützen zu müssen m Steffens kann zum sechsten Mal das Wort ergreifen Rede beenden. Um 5 Uhr vertagte das Haus die 2 auf Dienstag 12 Uhr. Unsere Reiche wehr. Auf die Anfrage der Genossen Kuhnt und Horn betreffend monarchistische Propaganda der Reichswehr gelegentlich einer Ge⸗ denktafelenthüllung für die im Weltkriege Gefallenen der ehe⸗ maligen 4. Diviston antwortet der Reichswehrminister Geßler wie folgt: „Die Vorgänge in Stettin am 15. 4. 29 sind der Reichs⸗ ee bekannt. Der in Frage kommende Sachverhalt war ge 5 Am 15. April 1923 fand in der Garnisonskirche die Ent⸗ hüllungsfeier einer Gedenktafel für die Gefallenen ehe⸗ maligen 4. Diviston statt. Mit Genehmigung des Reichswehr⸗ ministeriums hatte die zuständige Militärbehörde dienstlich be⸗ fohlen, daß Abordnungen der Reichswehr an dieser Feier teilzu⸗ nehmen und hierzu als geschlossener Truppenkörper unter Vor⸗ antritt der gleichfalls befohleuen Mustkkorps von ihrer Kaserne zur Kirche und auf dieser gleicher Weise nach Bendigung der Feier wieder zurückzumarschieren hätten. Es handelte sich also micht, wie der Poltzeipräsident von Stettin in irrtümlicher Auf⸗ faffung annahm, um einem der polizeilichen Genehmigung unter⸗ ltegenden privaten Straßenumzug, sondern um einen dienstlich befohlenen Marsch, dessen Ausführung lediglich von den An⸗ ordnungen der Militärbehörden abhängig ist und nicht der Ge⸗ nehmigung oder dem Verbot der Polizeibehörden unterliegt. Bei ber nach dem Gottesdienst auf einem Kasernenhof statt⸗ findenden Feierlichkeit schritt der Chef der Heeresleitung die Front der Reichswehrtruppen, der Generalfeldmarschall v. Mackensen, als ältester der anwesenden Feldzugs teilnehmer die Front des Regiments ab; in gleicher Weise wurde bei der Ab⸗ nahme des anschließenden Vorbeimarsches verfahren. Prinz Eitel Friedrich befand sich beide Male unter den übrigen Zuschauern, ohne irgendwie hervorzutreten. Die Behauptung, daß die Ver⸗ anstaltung zu antirepublikanischen Handlungen mißbraucht worden sei, trifft in keiner Weise zu. Von den mir hierliber vorliegenden Berichten abgesehen verbürgt mir die Anwesenheit des Chefs der Heeresleitung den würdigen und einwandfreien Verlauf der Feier.“ Es stand von vornherein fest, daß Herr Geßler versuchen wird, seine Handlungen, oder besser gesagt, die Handlungen der mo⸗ Engel eines Herrn Dr. Geßler als Reichswehrminister war narchistischenReichswehroffiziere, zu rechtfertigen. Dies ist in völlig mißlungen. Er gibt zwar zu, daß sich die Dinge so alggesple haben, wie in der Anfrage behauptet wurde er verschme daß die ganze Veranstaltung von Privatpersonen und du patver einen veranlaßt wurde. Dadurch, daß das Reichswehrmiusster die Genehmigung zu einer Abordnung der Reichswehr erisste und Herr v. Seeckt anwesend war, erhielt diese Veranstaltung k falls den Charakter eines militärisches Aufzuges. auch der Standortkommandant Oberstleutnant Sch indem er den Umzug bei dem Stettiner Poltzeipräsident Herr Geßler gibt selbst 17 daß Generalfeldamarschall v. sen auf dem Kasernenhof die Front abgeschritten hat. sen wie die übrigen monarchistischen Teilnehmer micht der Reichswehr an. Die Anwesenheit dieser Leute lediglich monarchistischen Zwecken dienstbar gem konn Herr Geßler behaupten, die Veranstaltung habe keigen chistischen Anstrich gehabt. Sind denn Herx v. Machensen Eitel Friedrich und seine Gattin Republikaner geworden was hätte das Reichswehrkommando in Stettin gesagt sozialistische oder kommunistische Arbeitervereine zu diese tärischen Schaustellung erschtenen wären und gemein Sceeckt oder v. Mackensen die Paraden abgenommen an ist eine unerhörte Zumutung des Herrn Geßler an die repn⸗ blikanische Bevölkerung, die Reichswehr der Republik für f strationen der Monarchisten, Hakenkreußler und Deutsch mißbrauchen zu lassen. Während auf der andern Seite h Konzertveranstaltung in Stettin am 1. Mat der Musfikkap l Reichswehr vom Reichswehrkommando verboten wurde, zu Mit der vorstehenden, den Sachverhalt verdrehenden Anm ted Geßler ist die Angelegenheit für die Sozialdemokrasß erledigt.* Erst dieser Tage hat in Lichterfelde eine neue Parabe⸗ funden, an der Hindenburg und wieder Eitel Friedrich tell bei deren Anfahrt es zu monarchistischen Demonstra Ueber diese monarchistischen Umtriebe geht uns noth gu: Der erste Maisonntag traf in diesem Jahre mit dem tag des Verbannten von Wievingen zusammen. In meissrhe Regie wußten unsere Deutsch⸗Monarchisten dies für ihre auszunutzen und wie immer die Reichswehr mit dem ahn Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. Neunundzwanzigstes Kapitel. Allerseelen! Während Rohan Gwenfern, mit der Handlaterne be⸗ waffnet, das römische Gewölbe oder besser gesagt, den Aquädukt, zum zweitenmal durchforschte, läuteten zu Krom⸗ air die Kirchenglocken und riefen die andächtige Menge zur Nachtmesse. Die Tür jedes Hauses stand geöffnet, der Tisch war sauber gedeckt, das Abendessen bereit gestellt, im Kamin rannte ein lustiges Feuer, das bis zur Morgendämmerung aufrecht erhalten werden mußte, denn heute war„die Nacht der Toten“. Dem Volksglauben zufolge kommen in der acht von Allerheiligen auf Allerseelen, nachdem die heilige Totenmesse gelesen, das Abendbrot eingenommen ist und die Hausbewohner sich zur Nachtruhe zurückgezogen haben, die Seelen der Toten in die Häuser, tun sich an den gedeckten Tisch gütlich und führen Zwiegespräche miteinander. Wohl⸗ been es kehren nicht nur die Seelen der Toten, die droben im Friedhof ihr Grab haben, dorthin zurück, wo sie gestorben oder wo ihre Verwandten hausen, sondern auch lle jene, die auf dem fernen Schlachtfeld oder zur See ihr Leben eingebüßt haben. Die Nacht war stockfinster, hoch in der Luft ertönten un⸗ heimliche Laute, die Seelen der Toten huschten wohl über Land und Meer durch dieselbe, um das Heim derer, die sie im Leben geliebt, aufzusuchen. Oben in dem Kirchlein zele⸗ bierte Vater Rolland die Totenmesse, die stark besucht war, denn es gab in Kromlaix wohl kaum ein Haus in welchem man keine Toten zu beklagen gehabt hätte. Mareelle Derval ließ ihre Mutter in der Kirche zurück und ging in Begleitung einiger Freundinnen nach Hause. 8 Sie fand die Küche nett aufgeröumt, Kerzen auf dem Tische, ein helloderndes Feuer im Herd, vor welchem der Held von Dresden im Sonntagsstaat schlummerte, eine große Tonpfcife, die er aus Deutschland mitgebracht, im Munde. . AAh! Bist Du es, Marcelle?“ rief er, auffahrend.„Der lte war um Euch besorgt und ist Euch entgegengegangen. Wo ist die Mutter und die Jungens?“ „In der Kirche; Du weißt ja, Mutter verläßt dieselbe 1 Schlag Zwölf nicht. Ich bin zu müde und will zu Bette gehen.“ 5 „Das Nachtmahl ist bereit, meinte Gildas wohlwollend. „Ich kann nicht, mir ist nicht recht wohl. Gute Nacht, Bruder!“ Damit nahm sie ihr Oellämpchen und stieg müde in ihr Kämmerchen. Sie sah wirklich sehr blaß und abge⸗ spannt aus, denn sie hatte den ganzen Tag an Rohan ge⸗ dacht und für ihn gebetet. Während die anderen für die Seelen der Toten ihre Andacht verrichteten, dachte sie nur an diesen Lebendig⸗Toten, mit dem sie litt und fühlte, weil er ein so schweres Kreuz auf sich geladen. Sie glaubte unter ihrem großen Schmerz zusammenbrechen zu müssen und des⸗ halb sehnte sie sich nach Einsamkeit in ihrem stillen Kämmer⸗ chen. Die anderen würden ebenfalls bald aus der Messe kommen, essen und die Küche dann den armen Seelen der Verstorbenen überlassen. Ach, wenn doch auch diejenige Rohans käme, um sich an all den aufgetischten guten Sachen einmal ordentlich satt zu essen. Gildas blieb wieder allein in der Küche zurück, der Regen klatschte einförmig auf die Fensterscheiben, sonst herrschte Totenstille drinnen und draußen. Er begann sich recht unheimlich zu fühlen und erhob sich, um auf die Straße zu spähen, ob denn seine Leute noch immer nicht kommen wollten— aber es war stockfinster, wirklich die Nacht der Toten. Als der Zeiger auf halb Zwölf stand, hielt es Gildas vor Unruhe kaum mehr aus, denn die Geisterstunde nahte bedenklich. Er fuhr bei jedem Geräusch erschreckt zusammen, der Kriegsheld fürchtete sich ernstlich und bereute bitter, Marcelle nicht zurückgehalten zu haben. 0 Endlich ging die Türe auf und der Korporal humpelte, bis auf die Haut durchnäßt, in die Küche:„Donnerwetter, ist das eine Nacht! Sind sie heimgekommen?“ „Nur Marcelle, die anderen sind noch in der Kirche, obgleich um diese Zeit jeder gute Christ zu Bette sein sollte,“ brummte Gildas. „Ich habe die Straße auf und ab gespäht, und da ich sie nicht entdecken konnte, ging ich an den Strand hinunter. Die Flut ist schon bis auf die Straße gestiegen und die Leute fürchten, daß es eine Ueberschwemmung geben wird; sie wollen die ganze Nacht wachen, obgleich das Meer spiegel⸗ glatt ist,“ berichtete der Korporal, vor dem Feuer seine nassen Kleider trocknend. Plötzlich erzitterte das Haus in seinen Grundfesten, als ob ein heftiger Sturm es schüttele. „Was bedeutet das?“ schrie Gildas, entsetzt von seinem setz' Dich und iß was!“ Sitze schnellend und sich bekreuzigend. 5 Empfindung, als ob kalte Hände ihn streiften und „Es muß sich ein starker Wind erhoben haben der Korporal, zur Türe humpelnd und diese hastig öffnend. Draußen rührte sich aber kein Lüftchen. 1 „Das ist doch merkwürdig!“, flüsterte der Alte n Kamin zurückkehrend.„Ick habe heute Nacht schon diese Erschütterung, die von einem Erdbeben her scheint, verspürt.“. „Onkel, ob das nicht die Seelen der Toten fine“ merkte der abergläubige Gildas. 1 Nun bekreuzigte sich auch der Korporal und fünfte dankenvoll in die Flammen. Einige Minuten vergisgen beängstigendem Schweigen. Plötzlich erzitterte dos ohne jedes Vorzeichen, von neuem! Den Korporal seinen Neffen beschlich jenes schwindelnde Gefühl mit einem Erdbeben verbunden zu sein pflegt.* schien unter ihren Füßen zu wanken, alle Gegenstände! Wänden hüpften und tanzten. Die Tür der kleinen ckuc uhr sprang auf und das hölzerne Vögelchen rief zwölf f Kuckuck, Kuckuck! Die Geisterstunde war also d Den Korporal vermochte seine Unruhe nicht länger zu bemeiste 1. „Das ist doch unerklärlich, weshalb Deine Muth die Jungens noch nicht zurück sind. Ich will noch le nach ihnen ausschauen.“ N Und ehe Gildas etwas einwenden konnte, war er! in seinen grauen Soldatenmantel geschlüpft und in der Nacht verschwunden. Der junge Kriegsheld war Situation nicht gewachsen. Angstschweiß trat ihm auf Stirne— kein Wunder übrigens, denn die Luft 5 unheimlichem Schweigen erfüllt, nur der Regen k ob alle Schleusen des Himmels geöffnet wären, an die Fenster und wenn das Saus, wie von Geif geschüttelt, wiederholt erzitterte, war die Wirf lähmende. den Gußregen hinaus. 5 Es war stockfinster, er hal Wimmern der abgeschiedenen Seelen an seine Ohre In jedem Fenster der langen Dorfzeile brannte( chen für die Toten und alle Türen standen sperte offen, wie die seinige. Gildas hielt es in seiner losen Angst nicht länger aus, er trat in die Küch näherte sich der Holztreppe und rief in das Kämme auf:„Marcelle, Marcelle!“ Keine Antwort. (Jortsetzung folgt.) Gildas stand in der offenen Türe und kürte m * 2 S 2 — 25 enden Am 1 Haben e hofltg lk der Alt k eben Tolen fil ö al und 1 len bert tete de Kordon 2 Gefill felt. 80 derne ö lich ungeeignete leider sehr wenige). nicht ruhen und rasten. bes der der Mediziner war und den die Mutter besonders in ihr Herz Wirkung, als der arme Kerl schon im 1 Gießen, Mittwoch, den 9. Mai 1923. 1 e Gießen und Umgebung. Das neue Notstandsgesetz und die Auswirkung in den Landgemeinden. Der Reichstag hat die Notstands renten ab 1. März um das Vierfache erhöht. Er ließ sich von dem Gedanken leiten, daß auch die Sozial rentner ein Recht! haben, als Menschen zu leben. Der Gesetzgeber hat in den Ausführungsbestimmungen dieses Gesetzes aber eine Lücke gebassen und zwar dergestalt, daß 20 Prozent von der Gemeinde getragen werden müssen, nur 80 Prozent trägt das Resch. Es muß ohne Zweisel zugegeben werden, daß das Gesetz auf die Gemeinden eine starke Belastung ausübt und wir können verstehen, daß dieselben versuchen, soweit wie irgend möglich die Gumst des Gesetzes zum Vorteil für sich auszunutzen. Es ist auch nicht zu leugnen daß es als die vornehmste Ausgabe der Gemeinde betrachtet werden kann, zu sparsen, wir glauben aber, daß die Sozialrentner die Aeemsten der Armen, dazu gänz⸗ n Objekte sind. Tief bedauerlich bleibt die Tatsache, daß verschiedene Ge⸗ meinde räte. größtenteils demonstrativ die 20 Prozent ablehnen, nicht wissend, daß sie dem Reich damit einen großen Ge⸗ fallen tun und den Aermsten der Armen einen großen Schaden ver ur sachen. Die Sozialrentner stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Renten in Goldmark bezahlt werden müssen, da ste ja ihre Beiträge auch in Goldmark bezahlt haben. Die Sozialrentner verlangen, daß die Bedürftigkeits⸗ frage unbedingt ausgeschaltet wird. Der§1255 der RVO. sagt klar und deutlich, daß derfenige Invalidenrente bekommt, der mehr als 6676 Prozent erwerbsbeschränkt ist. da derselbe nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt zu verwenden sei. Nach denselben Motiven versagt man ihm nach§ 6 des Erwerbslosengesetzes die Ermerbslosenunterstützung. Der Invalide, der jahrelang an dem Aufbau seines Vaterlandes mitgearbeitet hat, der seine gesunden Glieder im Dienste der werktätigen Arbeit verloren hat, wird quasi bestraft dadurch, daß seine Bedürftigkeit fremden Menschen offenbar wird durch die hochnotpeinliche Prüfung, o b er bedürftig ist. Im Städten, wo ein Wohlfahrtsamt besteht, das sich sozialen Gedanken leiten läßt les gibt auch solche Gemeinden. 0 werden die Notstandsrenten pünktlich bezahlt, dort werden Maßnahmen getrofsen, daß ein großer in den Genuß der Sozialrenten kommen kann Es gibt aber auch heute noch Gemeinden, die monatelang keine Notstandsrenten aus⸗ bezahlt haben Ja es gibt noch rückschrittliche Gemeinden, wir können den Wahrheitsbewels dafür antreten, welche die armen Invaliden, die mit den Materien des Gesetzes nicht perkraut sind, zu bewegen suchen. durch Unterschrift überhaupt auf die Renten zu verzichten. Besonders das sogenannte Aus zugsrecht oder Altenteil, wie man es gerne nennt. wird dazu verwendet, um recht wenige der Aermsten der Armen in den Genuß der Renten kommen zu lassen. Wem auch das Gesetz sagt. daß ein gewüsser Teil der Renten an⸗ gerechnet werden soll darf deshalb doch nicht nach Schema 7 gearbeitet werden. Es ist Aufgabe der Kommission, zu prüfen, wie weit die Bedürftigkeit vorliegt, um möglichst einem Teil der Notstands renten fedem Invallden zugute kommen zu lassen. Das neue Sozialrentnergesetz das im März d. J. in Kraft getreten ist, laßt 40000 Mk. Einkommen monatlich frei! 0 In vielen Gemeinden herrschen noch Zustände, die jeder Be⸗ schreibung spotten doch ist es unserer Ocgamisationsleitung ge⸗ lungen, mit Hilfe des hessischen Ministeriums und der Kreisämter bahnbrechend zu wirken. Der Zentralverband der Invaliden und Witwen Deutschlands, der aus der Not heraus entstanden ist, wird letzte Invalide und die letzte Witwe ein Dasein führt das der heutigen Zeit ontsprechend menschlich zu nennen ift. Dazu bedürfen wir taträftige⸗ Hilfe sowohl der gesetzgebenden Körperschaften wie der Mithilfe der arbeitenden Bevölkerung. 1 0 Arbeiter und Angestellte, vergeßt nicht, daß es Eure Brüder sind, die in früheren Jahren mit Euch Schulter an Schulter im Kampfe gegen das Kapital gestanden haben. Es sind Witwen. denen der Ernährer geraubt Kinder denen der Vater fehlt! Mögen auch besonders die Arbeitervertreter in den Landgemeinden dafür sorgen, daß die Kommissionen, die nach§ 8 des Ausführungsgefetzes über die Festsetzung der Renten zu bestimmen haben. ach Gerechtigkeit verfahren. In allen Gemeinden muß es Aufgabe der Gemeindevertreter sein, dafür Sorge zu tragen. daß Zustände geschaffen werden, die er⸗ träglich sind. Denke jeder daran, daß. Arbeitsstelle betritt, er eventl. bis herausgeragen werden kann.. An die Invaliden in Stadt und Land richten wir die dringende Mahnung, sich restlos in Massen zufammenzuschließen. Nur dort, wo Ortsgruppen des Zentralverbandes der Invaliden und Witwen Deutschlands bestehen war es möglich, Zustände zu schaffen, die vom aber aus⸗ Teil wenn er morgens gesund seine zum Abend als In valide find zum Teil die Invaliden selbst, weil sie nicht den Weg zur Organisation finden dafür müssen sie num selbst ihre Interessen⸗ losigkeit teuer bezahlen. Invaliden der Arbeit! Wir miissen gemeinsam unsere Forde⸗ „rungen an Reich, Staat und Gemeinden richten. Nur eine kom⸗ pakte Masse kann genügend Einfluß auf die Gesetzgebung ausüben. Deshalb gründet neue Ortsgruppen, wende sich jeder in Zweifelfällen an die unterzeichnete Gauleitung. Nur so können wir menschenwürdige Zustände schaffen. Alle für Einen, Einer für Alle! Zentralverband der Invaliden und Witwen Deutschlands Gauleitung Hessen. Gauleiter Cyrus, Ossenbach a, M., Herrnstraße 37. 13 — Eine Beamten⸗Versammlung ist am Donnerstag, 17. Mai, geplant, in der Reichstagsabg. Hoffmann Berlin über die Demokratisierung der Verwaltung, das Beamtenrätegesetz und Beamten-Wirtschaftspolitik sprechen wird. Das Lokal wird noch bekannt gegeben. Es wird erwartet, daß die Beamtenschaft sich zu dieser Versammlung zahlreich einfindet. 5 — Offener Sonntag vor Pfingsten. Zu der Notiz unter dieser Ueberschrift in der Montagnummer wird uns vom Zentralverband der Angestllten mitgeteilt daß nach einer Vereinbarung der Ange⸗ stellten mit dem Detaillistenverein in Gießen nur an den drei Sonntagen vor Weihntchten der Gewerbebetrieb in offenen Verkauf⸗ stellen gestattet seln soll. Der nach der Gewerbeordnung an bestimm⸗ ten Sonntogen vor Ostern und Pfingsten zulässige Gewerbebetrieb fällt also für Gießen weg, die Geschäfte bleiben also ge⸗ schlossen. — Die Frauengruppe der V. Soz. Partei Gießen macht am Himmelfahrtstag einen Morgenspaziergang nach Annerod. Zusam⸗ menkunft punkt 7 Uhr am Ludwigsplatz. Die Genossen sind hierzu ebenfalls freundlichst eingeladen. — Freie Turnerschaft Gießen. Nochmals sei auf den am Him⸗ melfahrtstag stattfindenden Turngang, nach dem Dünsberg, Königs⸗ berg und Biebertal aufmerksam gemacht. Der Abmarsch erfolgt mor⸗ gens 7 Uhr pünktlich von der Lahnbrücke. Freunde der Arbeiter⸗ Turnsache werden eingeladen, sich zahlreich daran zu beteiligen. — Die warme Sommerwitterung, die seit Anfang Mai einge⸗ treten ist, hat die Bäder in der Lahn zur Aufnahme ihres Betriebes veranlaßt. Es wäre wünschenswert, wenn auch die Freibäder an der Lahn baldigst in Ordnung gebracht und in Benutzung genommen werden könnten. 0 — Ein gemeiner Streich wurde am Sonntag von Handwerks⸗ burschen gegen einen ihren Kollegen verübt. Diese nahmen zusam⸗ men ein Bad in der offenen Lahn. Dem einen davon entwendeten seine Kollegen die Kleider und verschwanden damit. Der seiner Kleider Beraubte Familie einn Anzug überließ. — Fahrrad⸗ und andere Diebstähle. Am 5. d. Mts. wurde ein. Fahrrad Marke„Opel“, Fabriknummer⸗ 616 989, schwarzer Rahmen⸗ bau, brauner Sattel und Tasche mit Vorhängeschloß im Werte von 450 000 Mk. gestohlen. Der Geschädigte setzt für Wiedererlangung des Rades eine Belohnung von 50 000 Mark aus.— An einer Bau⸗ stelle wurden durch Erbrechen einer Kiste 5 Kg. Drahtstifte und ein e im Werte von 30 000 Mk. gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. Wieseck. Am Himmelfahrtstage unternehmen die Freien Tur⸗ ner und der Arbeitergesangverein einen gemeinschaftlichen Rund⸗ gang durch den Hangelstein nach der Linde am hölzernen Brunnen. Abmarsch dazu morgens 6 Uhr bei der Möserstraße an der Wiesecker Linde. Sämtliche Mitglieder sowie Freunde und Gönner dieser Ver⸗ anstaltung wollen sich daran beteiligen. Rlickkehr gegen 12 Uhr. — Wieseck. Unter Bezugnahme auf den Bericht über die Ge⸗ meinderatssitzung in Nr. 99 unseres Blattes vom 2. Mai, in welchem von der Planierung des Sportplatzes die Rede war, er⸗ 115 uns der Turnverein Wieseck um Aufnahme des Fol⸗ genden: 5 „Bedauerlicherweise sind wir genötigt, gegen vorerwähnten Bericht Stellung zu nehmen. Wir sehen aus leichtverständlichen Grlinden davon ab, an dieser Stelle den Bericht einer ausführ⸗ lichen Kritik zu unterwerfen, können jedoch nicht umhin, der Oeffentlichkeit die Tatsache zu unterbreiten, daß in Angelegen⸗ heit der Planierung des Sportplatzes weder schriftlich noch mündlich an uns herangetreten worden ist. Die Tatsache, daß innerhalb des Vorstandes unseres Vereins niemand etwas von einem solchen Schritt bewußt ist, mag jedem Rechtdenkenden ge⸗ nügen, sich selbst ein Urteil bilden.“ Dazu möchten wir bemerken, daß unser Bericht natürlich nur das wahrheitsgemäß wiedergeben kann, was in der Sitzung vorgebracht wurde, der Berichterstatter kann aber nicht nach⸗ prüfen, ob das von irgend einer Seite Vorgebrachte den Tatsachen entspricht. Unser Bericht soll ein zutreffendes Bild der Verhand⸗ suchte in der Stadt Unterkunft, wo ihm eine — Watzenborn⸗Steinberg. In der Gemeinde ra! 3sitzung vom 5. Mai wurde den Gemeindebeamten ab 1. 5. 28 die Frauen⸗ zulage, den Richtlinien entsprechend, gewährt. Einem in be⸗ drängten Verhältnissen geratenen Bürger wurde der Betrag seines gesteigerten Holzes im Gemeindewald ratenweise bis zum Herbst gestundet.— Die Gemeinde⸗Krankenschwester soll ab 1. April nach Gruppe 3 der Richtlinien bezahlt werden, abzüglich des Betrages für Licht, Brand, Wohnung. und dergl. Außerdem soll für die Krankenschwester eine andere Wohnung beschafft werden, diesbezüglich sind bereits Schritte unternommen worden.— Der Schulhofplatz in Steinberg soll, nachdem die alte Linde dort⸗ selbst gefällt worden ist, mummehr in drei gleichen Teilen als Garten⸗ land verpachtet werden. Die Pächter sollen die Pachtstücke selbst urbar machen, ohne Anspruch auf Entschädigung. Das Material für die Einfriedigung soll von der Gemeinde gestellt werden.— Zur Ein⸗ ebnung einer Schlucht(Penz) in Steinberg, sollen zu den bereits an⸗ geschaftfen 6 Zementrohren noch weitere 4 Rohre beschafft werden, damit dortselbft größere Mengen Schutt abgeladen werden können. Die hierdurch gewonnenen Landstücke können dann später als Garten⸗ land recht gute Verwendung finden.— Einem Bürger wird auf sein Nachsuchen gestattet, in, dem neuangefangenen Steinbruch am Kreuz⸗ hals 3 Kubikmeter Pflastersteine zu hauen. Er soll pro Kubikmeter eine Gebühr von 1000 Mark entrichten.— Dann wurden noch Wohnungsangelegenheiten geregelt. 1 Rüddingshausen. Die Lohnver handlungen — der trotz aller Bemühungen von seiten des Bergarbeiterverbandes zu keinem Ergebnis geführt. Nachdem der Schlichtungsausschuß in den letzten Wochen den Parteien anheimgestellt hatte, den gefällten Schiedspruch, welcher einen Stundenlohn von 950 Mk. festsetzte, an⸗ zuerbennen, lehnte die Firma ab. Der welcher zur Verbindlichkeitserklärung des Spruches angerufen wurde, brachte auch nichts Endgültiges zurstande. Daraufhin hat am Mittwoch die gesamte Belegschaft die Arbeit niedergelegt. Die seitherigen Löhne betrugen 650 Mk. die Stunde. — Alten⸗Buseck. Auf den Ausflug der Freien Turnerschaft am Himmelfahrtstage sei an dieser Stelle nochmals hingewiesen. Abmarsch 5 Uhr morgens über Trohe, Rödgen, Annerod zurück. Es wird pünktliches Erscheinen gewünscht. Kreis Wetzlar. Verurteilte 10 el Der Vorsitzende der Kreisprüfungsstelle gib! nt: Verurbeilt wurden wegen im Herbst 1922 ersolgten Aufkauf⸗ von Kartoffeln ohne Erlaubnfsschein: 1. der Landwirt Wilhelm Keller aus Atzbach zu 6000 Mark Geldstrafe; 2. die Ehefrau Anng van Diecken aus Duisburg zu 3000 Mark Geldstrafe: 3. der Händler Wilhelm Weil 2. aur Groß⸗Rechtenbach in einem Falle zu Mark und im Wiederholungsfalle zu 00 Mark Geldstrafe außerdem wurde er wegen Handelns mit Kelte cobst ohne im Besitze der erforderlichen Handelserlaubnis zu sein, — Wetzlar. „Anzeige gebracht worden war weil er für einen Zentner. toffeln 1000 Mark gefordert haben sollte Die Freisprechung er⸗ der Angeklagte Im Falle Keller und van Diecken wunde auch auf Einziehung des Erlöses der be⸗ schlagnahmten Kartoffeln erkannt. n Beträge sind zugunsten des hiesigen Kreiswohlfahrtsamtes(Säuglings⸗ und Tuberkulosenfürsorge) verwandt worden. a Marburg ⸗Kirchhain. i Städlisches aus Marburg. Die Marburger Stadtverord⸗ neten genehmigten die Aufnahme einer Anleihe, 60 Millionen Mark, um die Straßeubeleuchtung nur noch elektrisch ein⸗ zurichten. Mam will jährlich damit 13 Millionen Mark sparen.— Die Erwerbslosen⸗Unterstützung soll jetzt nach den Sätze der Klasse B erfolgen. Eitrer Anzahl Arbeiten zur Be⸗ schäftigung Erwerbsloser wurde zugestimmt, so der Chaussierung der Afföllerstraße für 72 Millionen, Verputzarbeiten für 11 Mil⸗ lionen, Waldwegearbeiten für 4 Millionen Mark.— Bei der Beschlußfassung über eine neue Gewerbesteue roronung wurde ein Magistratsantrag, in den Gewerbesteuerausschuß auch drei Nicht⸗ gewerbetreibende zu wählen. mit einer Stimme Mehrheit abge⸗ lehnt; mit derselben Mehrheit auch ein Antrag, die Gewerbe⸗ steuer nach einem Inder automatisch zu regeln. Schwearg richt in Marburg. In der letzten Sitzungsperiode des Schwurgerichts kamen noch folgende Fälle zur Verhandlung: 5 Eine Dienstmagd aus Goßfelden bei Marburg wurde von der — Drei junge Burschen aus Allendorf, Kr. Kirchhain, waren wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang angeklagt. Morgens Fußballwettspiel und nachmittags Kirmes in Erksdorf; dort kam es zu einer Schlägerei mit den dortigen Burschen, wobei Latten, Stöcke und Flaschen benutzt. wurden. Zwei Burschen er⸗ hielten 4 Monate und einer zwei Monate Gefängnis mit Straf⸗ aufschub bei Zahlung von je 60 000 Mk.— Wegen Meineid menschenwürdig sind Schuld an den noch bestehenden Zuständen! lung geben, das dürfte auch der Fall sein. 1 Gies Wie gesagt, vom Studieren mochte er nichts wissen, und als ein gar nix an, ich kann Schnaps trinken wann ich mit ved mme es Bilder aus Alt⸗Gießen. späterer Sprosse mit dem Wunsch an ihn herantrat, ihn doch] den Morgen um fünf ist, und wer? Na, ich kann Ihne meinen (Schluß.) siudieren zu lassen, fertigte er ihn mit den Worten ab: Nanien sagen, ich bin...“ und nun will ich nicht indiskret sein. die biebere Ehefrau eines hiesigen Instru⸗ Daß Originale wie die vorgenannten auch ihre Unnamen oder Spitznamen hatten, ist klar. In diesen Spitznamen selbst liegt aber ein so gut Teil urwüchsigen Humors, daß ich einige hier an⸗ führen möchte, gleichzeitig. um zum Schlusse meiner Ausführungen zu gelangen. Der Reigen möge beginnen mit dem Donnerhagel, so genannt nach einem von ihm besonders gern gebrauchten Kraft⸗ ausdruck, der ein angesehener Metzger war und mit ei ner Ehe⸗ frau 24 Kinder erzeugt hatte. Die lnterscheidung dieser Kinder fiel ihm nicht leicht und als er einstmals bei Tisch einen Sohn zu vermissen glaubte, der in der Tat auch krank war, frug er sesne Gattin:„Sa emal. Fraa. wo is dann der mit dene Glotzaage?“ Zwei seiner Töchter pflegte er stebevoll als den„Krautkopp“ und den„Kollergawekopp“ zu bezeichnen und er versprach ihnen, daß, wenn sie„das Gelaaf mit de Sturrente net ließe, daß er sie dann emal gehörig mit des Wirschsing anenanmer renne tät.“ Ein be⸗ sonderes Vorurteil hatte der Dunnerhagel gegen alles, was studierte, so war er auch mißtrauisch gegen einen seiner Söhne, geschlossen hatte während sie einen anderen Sohn, der zwar sehr fleißig, aber wenja manierlich war und das Metzgerhandwerk er⸗ lernt hatte wie der Vater, nicht sehr mochte. Der Stub io kam immer des nachts etwas spät aus der Kneipe, sodaß der Vater, der ihm gerne einmal eine Tracht Prügel versese hätte, längst sanft eutschlafen war. Aber er wollte sich zu helsen wissen, der Kneipengänger sollte sich selbst verraten. Es legte also der Alte genes abends die ganze Treppe des Hauses voll mit Blechdeckeln. Die Mutter wußte, was das zu bedeuten hatte. Sie gab deshalb dem„Scheppen“ wie sie den von ihr weniger geschätzten Sohn nannte, im Abendessen ein Abführmittel.-Dasselbe tat seine Bette lag; er eilt die Stiege zu gehen pflegt, kommt hinab dahin, wo auch der Exkaiser zu Fuß mit den Blechbeckeln auf der Treppe in Konflilt, und von dem Lärm geweckt, fährt der Alte aus dem Selafe in die Schlappen wo er dann in der Dunkelheit dem „Sturriern, nix werd sturriert, allo duzwitt en Wams an. die Messer in die Hand un Worscht gehackt, ich hab grad genug gehott mlt deim Bruber und dem sei Diebshandwerk.“ Den„Simon setz Dich“ hab ich schon erwähnt und von anderen Größen sollen nur die Namen oder kurze Andeutungen solgen. Da war die„blecherne Rotznas“ und die,„Schneutzer⸗ mas“, der„Kitzehipper“ der„Faßhipper“ und der„Schimme“, der „Bolwer“ und der„Wiener“. der„Osse Noll“ und der„Wulle⸗ kapper“ der„Safran“ und das„Flohbein“, der„Empfehle mich“ und das„Liewerche“ die„Wolkenbruch“, der„Kadett“, der „Lumpentunker“ und der„Mesendapsch“, die„Aeppelratt“ und der„Höflich“, der„Kleientotzer“ und wie sie alle heißen mögen. Mögen die Unnamen noch so fürchterlich zum Teil klingen, ihre Träger waren zumeist die Angehörigen alter, guter. angesehener und eingesessener Gießener Familien, alles weniger wie Schlamm⸗ beißer. Dieser schöne Namen stammt aus der Zoplogie, er ist die Be⸗ zeichnen für einen gemeinen Fisch, der, zu nichts tauat, der im Schlaume wühlt, er wurde übertragen auf die Leute, die sich mit dem Reinigen der oben schon erwähnten Häuserwinkel befaßten, und die naturgemäß meist keine Söhne aus Kommerzienrats⸗ oder Generalssamilien waren mochten sie auch ein noch so wichtiges Glied der menschlichen Gesellschaft sein, sie waren halt in den Augen des Gießener Bürgers und Ansässers etwas minder⸗ wertiges, und so hatten sie den schönen Namen bekommen, dessen Wohlklang jedes echte Gießener Ohr erfreut. Doch zursck zu einzelnen der oben angeführten Spitznamen⸗ träger. Da war der Faßhipper, den die Liebe zur Dienstmagd dieser nach in den Keller trieb: und der, als ein Geräusch auf der Kellertreppe das Herannahen der Ehehälfte anzeigte, in ein nahe⸗ stehendes Samerkrautsaß sprang. Die Herkunft des Namens „Kitzehipper“ verträgt össentliche Darlegung nicht, ohne mit dem Strafgesetz in Konflikt zu kommen. Der„Safran“ gehörte besseren Kreisen an. Er war sogar einst mit einigen Freunden zum Ver⸗ guügen in Paris Dort bestellte er sich bei einem Kellner vor dem und die Treppe hinunter. armen Unschuldigen der 9 wand. das dem Bruder 10 sich noch zudem in seinen Leibschmerzen Studio zugedachte Traktament versetzte. Früßslück einen Chartreuse Der diensteifrige Jünger der Hebe N pu vert“„Schon“, sagte der Safran,„as geht * Das„Flohbein“ war 5 menteumachers, die mit Bezug auf eine ihrer Töchter sagte:„Jetzt geht us Linache noch zwa Semester uff de Klubball, un wann se dann bein Mann kriegt dann mags geh wie Gott will.“ Als man einen Teil ihres Gartens erwarb, um darin das Volksbad zu er⸗ richlen, sagte sie,„wann das Ding erscht ferdig is, dann nehm ich awwer des erscht öffentlich Bad.“ Und wer hätte die alte „Wollenbeuch“ nicht gekannt der alle Kinder nachliefen und nach⸗ riesen. Sei verdankte den schönen Namen dem Umstand, daß sie den ganzen Juhalt ihres Nachtgeschirrs auf die bunten Miitzen eines Trupps Studenten entleerte, der ihrer ganz respektablen Tochter ein nächtliches Ständchen darbrachte. Der„Lumpen⸗ tunker“ war ein Besitzer einer Färberei, der eben die Kleidungs⸗ stücke die Lumpen. in die Farbbrühe tauchte, oder, wie der Gießener sagt,„tunkte“ Ueberhaupt die Gießener Sprache, wer noch niemals von einem vornherausene Balkon herabgesehen hat auf eine zuene Schees und wer noch niemals einen„abenen Knopp“ gehabt hat. der beherrscht sie nicht, der ist nicht„echt von hei.“ Die Oeffnung an der Rückseite Kleie entfiel, war meist mit einer Medusenhaupt das die Kleie ausspie. „Kleienkotzer“ genaumt: und offenbar wegen einer gewissen Aehn⸗ liechkeit trug ein biederer Gießener Handwerksmeister und mit ihm, wie das so geht, seine Nachkommenschaft, den Namen der „Kleienkotzer“ davon. 5 Und nun zum Schluß als letzten sei noch des alten„Höflich“ gedacht, eines wegen seiner Decbheit, oder besser Grobheit gesagt, berüchtigten Gießener Metzgermeisters Zu ihm kam einst eine distinguierte Dame und beschwerte sich, der Schwartenmagen sei nicht mehr so gut wie früher und auch nicht mehr so bekömmlich. „So,“ meinte der„Höflich“„mein Schwarlemage bekommt ihne nir, na, dann könne Sie mich ja einmal vielleicht bekommt alter Mühlwerke. denen die Skulptur bekleidet, einer Art Diese Figur wurde der Ihne das besser.“ 0— hiesigen Bauritarbeiter der Firma Mühleisen u. Co. haben 5 Demobilmachungskommissar, nach Gießen und Beschuldigung der vorsätzlichen Kindestötung freigesprochen. zeilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 105 Wute gegen eine Drenstmage dis r e Die Angeklagte war nicht erschiene 8 dorher geäußert:„Ich gehe nicht nach Marburg, wenn die„Mar⸗ . etwas wollen, mögen sie zu mir kommen.“ In der nächsten 1 urgerichtsperiode soll die Angeklagte vorgeführt werden.— Im Oktober v. J. entstand in Eifa Schfeßerei zwischen Zigeunern, dem Schwurgericht hatte Stamm Ebender zu verantworten unter Zigeuner getötet zu haben. 5. n. Sie hatte Verlagsdirektor Steiner vom Rheinpfälzer wurde auf einer e durch die Südpfalz von einem Kraftwagen überfahren und dabei so schwer verletzt, daß er kurz nach der Einlieferung in das verstarb. Sein Begleiter kam mit leichteren Zwischen Guntersblum Landauer Krankenhaus Verletzungen davon.— wurde ein 22jähriges Mädchen, das Rad fuhr, erfaßt und auf der Stelle getötet. Eine wichtide Alimentationsentscheidung. Eine für er Kinder prinzipiell wichtige Entscheidung traf am 23. April in Ludwigshafen tagende Strafkammer Frankenthal. Ein Ludwigshafener Handwrker, der Vater eines unehelichen Kindes ist, kam diesem gegenüber seiner Unterhaltungspflicht nicht nach, sodaß die öffentliche Armenpflege Ludwigshafen eintreten mußte. Alu“ folgte gerichtliche Anzeige hin verurteilte das Ludwigshafener Amts⸗ gericht den Kindesvater wegen Nichtnachkommens seiner Unterhal⸗ Grund des§ 361 Ziffer 10 R. St. G. B. zu sechs Dfe von dem betreffenden Kindesvater gegen diefe Strafe eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig abgewiesene. Der Staatsauwalt geißelte in scharfen Worten das unmoralische Verhalten des Kindesvaters. Das Gericht hat lau Plälz. Post durch dieses Urteil zweifellos zum Ausdruck gebracht, daß es mit aller Strenge ose Kindesväter vorgeht, was bei den gegenwärtigen Zeitvevhältnissen im Interesse der unehelichen Kinder nur zu be⸗ grüßen ist. Zugleich dürfte das Urteil Vormündern umehelicher Kinder e säumige Kindesväter auch durch gericht⸗ füllung ihrer Unterhaltungspflicht angehalten und Ludwigshöhe bei welcher ein Zigeuner getötet von einem Lastauto sich ein Zigeuner vom der Beschuldigung, den Ein zweiter Angeklagter wird be⸗ en ersten Angeklagten zu töten versucht zu haben. Die bender spielt insoweit eine Rolle, als der Getötete und der Angeklagte zu der Sippe gehören, welche Ebender verraten Die Geschworenen verneinten die Schuldfrage der Beide Angeklagten wurden we zes unter Ausschluß mildernder tungspflicht auf Wochen Haft. gegen gewissenl den Weg gezeigt haben, wi liche Strafen zur Er werden können. Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschum der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 4. Mai. Die oberhessischen Sägewerke sollen die Löhne, die seit dem 5. März 1923 gelten, vom 16. April an um 5 Prozent erhöhen, vom 23. April an um 12 Prozent und vo bis auf weiteres. Der Stundenloh Jahren der Gruppe& kommt hiernach in 1234, 1316 und 1410 Mk. 5 Für die Arbeiter der Gailschen Tonwerke und der Ton⸗ Hüttenberg schlug der Schlichtungs⸗Ausschuß hung ab 23. April 1923 vor. Der Stundenlohn des Betriebsarbeiters über 21 Jahren kommt hiernach auf 1482 Mk. Die gelernten Handwerker sollen, solange sie in ihrem Beruf tätig sind, 5 Prozent der jeweiligen Stundenlöhne der Betriebsarbeiter als besondere Zulage erhalten. Die Quarzitbrüche bei Homberg und Rockenberg und die oberhessischen Kieselgruben sollen ihre Löhne vom 23. April Prozent und vom 30. April an um 20 Prozent erhöhen. Die Betriebsarbeiter über 21 Jahren kommen hiernach auf 1344 Mk. bezw. 1440 Mk. Stundenlohn. Diese Löhne sollen much in den Kieselgruben gelten, die bisher schon mehr als 1200 Ml. gezahlt Für die Betriebe, die der Gießener Schlossermeister⸗ ngehören, erklärte der Schlichtungs⸗Ausschuß die hne der Metallindustvie für maßgebend. b Zu allen Schiedssprüchen erhielten die Streitteile Erklärungsfrist. Marburger Schlichtungsausschuß. ischen Angestellte beanturgen auf ihre Gehälter für Erhöhung. Auf die Januargehälter war den An⸗ Prozent zugesprochen worden, was Entscheid über die beantragte Ver⸗ nicht ergangen und so wurde die twaige Verbindlichkeitserklärung ab⸗ zuwarten.— Gegen die Firma Möbelfabrik P. F in Schreiner wegen unberechtigter Entlassung. Er Stag und dritten des Vertreters der Kläger ist tau Hauslehrer aus Oberroßbach war angeklagt, Fahrscheine benutzt zu haben. scher Flüchtling die Fahrscheine von der Fl en zu haben, verwickelte sich aber in Widersprüche, er will sen sein, sodaß die Verhandlung zur nächsten Schwirr⸗ 5 e zurückgestellt werden mußte. drama brachte einen 67jährigen Kaufmann aus die Anklagebank wegen der versuchten Tötung mädchens aus Biedenkopf. Die abt und beschlossen, üchtlingsfürsorge Ein Liebes⸗ eines Stuben⸗ Beiden hatten ein Liebesverhältnis Nach einigem Hin sollte die Tat auf dem m 30. April an um 20 Prozent n des Maschinenarbeiters über der Ortsklasse 3 auf gemeinsam zu sterben. und Her und en 1 e in Biedenkopf ausgeführt werden. 0 0 ind sagte das Mädchen: ae eee „So schieß doch, ich bin ja noch gar 12 Prozent Lohnerhö Schuß vexletzte das Mädchen schwer, das Dann will der Täter besinnungs⸗ chen wollte und will auch jetzt noch weil ihr der Mann zu alt sei. Der ur wegen gefährlicher Körperverletzung ohne Waffenbesitzes zu 10 fortgelaufen sein. Das Mäd von einer Heirat nichts wissen, rnde Umstände omaten und 14 Tagen Gefängnis verurte ingung, 4 775 1 0 1 0 kommt, erhielt er Strafau Bei einer Schlägerei in Dodenau, Kr. Biedenkopf, schmer verletzt, daß später fest im Kopfe, daß i e x auszuziehen. Verletzte nach Battenber der frühen Störung, doch hatte auch der am er nach Marburg in die Klinik, Die Wunde verschlimmerte sich der Tod ein. Wegen Körperverletzun, 0 r, ein junger Maurer aus Do! mildernder Umstände ein Jahr und drei Mo Kleine Nachrichten. Frankfurter Viehmarkt. trieb von 1119 Rindern, und zwar ren und Kühe, Es wurden bezahlt 200340 000 Mark, Färsen und Kühe bester Qualität er Qualität 120 000 ilt. Unter der Be⸗ gegenüber seinen Verpflichtungen nach⸗ er Neufahrsnacht wurde ein junger Mann mit einem Messer so Das Messer staß so s mit der Zange Es gelang nicht. Darauf begab sich der g zum Arzt, entschuld der Tod erfolgte. Vereinigung a gte sich noch wegen jeweiligen Tariflöl Arzt keinen Erfolg und . und n einigen Tagen 5 4 t N Die kaufmänn g mit Todeserfolg erhielt März 0 Prozent gestellten eine Erhöhung von 90 die Unternehmer ablehnten. Der bindlichkeitserklärung war noch Verhandlung vertagt, um die e Schäfer klagte hatte am Kar⸗ Ostertag nicht gearbeitet und soll nach Angabe Firma auch früher schon gefehlt haben. Der Verständigung erschwert wird und gewesen, daß an den beiden Tagen hat er nicht gesehen, die „Fehlen ohne Erlaubnis des Der Schiedsspruch er⸗ Nichtweiterbeschäftigung nat, rund 280 000 Mk. sseldorf weigerte sich, ihren Kr. Biedenkopf die tariflichen Löhne zu jestimmt hatten, eine Zeitlang für geringeren emp benachbarte, weniger leistungsfähige Be⸗ zahlen. Durrch Schiedsspruch wurde sie vor⸗ 923 die Löhne zu zahlen, wie sie zwischen dem ind der Hess. Syenstindustrie und dem Zentralver⸗ — Die Baamunternehmer⸗ uberg und die Bauunternehmer⸗Zwangsinnung en Bauarbeiterlöhne nicht zahlen. Während bei n soll, ob seine Angabe, er sef seit 14 Tagen eitgeberverbandes, zutrifft, da er sonst wurde die Kirchhainer Zwang „die mit dem Marburger Arbeitgeber⸗ hren Bez. einzuhalten. g auch angeführt, daß chaltung des Unternehmer⸗ Arbeiten zu übernehmen.— Die Bäcker⸗ rozent Erhöhung auf ihre jetzt gezahlten Februar war ihnen 80 Prozent Erhöhung zuge⸗ in der Spitze 51000 Mark. Der Marburger weigerte sich, diese Erhöhung in den Brotpreis voll ein gesellen mit 40 500 Mk. zufrieden geben. Fehruar⸗Schiedsspruch itze) bis auf weiteres Frankfurt a. M., 7. Mai. Der Hauptmarkt hatte einen Auf 117 Ochsen, 35 Bullen, 966 Fü Schafen und 1376 Schweinen. Lebendgewicht: 000 bis 250 000 Mark, 40 000 Mark, geringer er 1055 Qualität 330—360 000 Mark, 381 Kälber, 74 bstumm, wodurch so war ihm nicht deutlich bekannt gearbeitet wurde. D Arbeitsordnung, in der Entlassung bei stattfinden kann, ist unleserlich. klärte die Entlassung flür nicht berechtigt. Bei soll der Unternehmer den Lohn flür einen M zahlen.— Die Firma Geisler in Dii Arbeite m in Steinperf, zahlen, nachdenn diese zug Lohm zu arbeiten, trotzd. triebe den Tariflohn pflichtet, ab 1. März 1 Arbeitgeberverba Steinarbeiter vereinbart sind. Firma Drost⸗Frautbe wollten die tariflich ersterem festgestellt 1 nicht mehr Mitglied des ohne weiteres zahlen muß, durch Schiedsspruch gehalten verbande getroffene en Aushang darüber bis 280 000 Mark, mittlerer Qualität gerer Qualität 180230 000 Mk., 0000 Mark, von 80100 Kg. 0 430—450 000 Mark. Der Markt n Ueberstand. Rinder notierten um 0 000, Mk. den Zentner höher. Frankfurter Getreide⸗ stslage und steigenden Preisen (Wetterauer) 135 000 bis 155 000 bis 160 000 Marf, 110115 000 Mark, Mais(La Plata) Weizenmehl, südd., Mark, Kleie 60 000 Stroh 5458 000 Mark, weine unter 80 Kilo 38 440 000 Mark, über 100 Kil eß bei allen Gruppe „Schweine um 30—4 Fraukfurt a. M., 7. Mai. Bei sehr fester Geschä m bezahlt für je 100 Kilo Mark, Weizen(mitteldeutscher) 130 000 bis 134 000 Mark, inländischer 90 000 bis 110 600 000 Mark, Mais(Mixed) 145 000 ark, Roggenmehl 165180 000 Erbsen 170 000 220 240 000 M bis 64 000 Mark, —— Mark, Heubo 000 Mark, treber 60—70 000 Mark. Frankfurt a. M., 7. Ma D. aimarkt des Land wirtschaftlich als 700 Tieren beschickt. durchweg aus 7 solgedessen wurden sehr hohe Prei Arbeitspferde wurde mit 18—20 N Tiere kosteten nicht unter 6 Mill ark war überhaupt kfurter Pferdemarkt. n Pereins war von mehr gezeschnetes Material. Das Paar bester killwnen Mark bezahlt, mittlere Unter 1 Million Für das Pfund Vereinbarung auch für i Die Unternehmer hatten für ihre Weigerun Bauarbeiter sich vereinigen, um unter Auss. gewinns zu Tariflöhnen gesellen beantragen 50 P kein Pferd zu haben. tpserde wurden micht unter 2000 Mark ang hatten sich neben der heimischen Kund⸗ aus Baden dem Rheinlande und Norddeutsch⸗ schleppend, später flott Fraukfurt a. M., 7. Mai. 0 war ausgezeichnet, Es und so mußten sich die Bäcker Der Schiedsspruch laute festgesetzten Löhne(also 51000 Mk. in der Spi weiter gelten sollen. te dahin, daß die im unerschütterliche Zur itnabdingbarkeit der Tarffverlrät Bei der Firma E. u. C. in Hagen wurde die in gelegte Kündigungsfrist von 14 Tagen durch eine m schäftigten abgeschlossene schriftliche Vereinbarung m daher die tägliche Lösung des Arbeitsverhältnisses festh Kollegen, die nun von der Firma ohne Kündigung en den, reichten Klage beim Gewerbegericht ein auf Lohnes für die vierzehntägige Kündigung. Das.f Hagen fällte folgendes bemerkenswerte Urteil:„Alle oder schriftlichen Vereinbarungen, die dem Tarisveitusg en stehen, sind ungültig. Treu und Glauben erfordern, ud Hagen allgemein üblich, daß getätigte Tarifverträge nicht aufgekündigt sind, rechtsverbindlich gelten, und daß barungen, welche diesem Tarifvertrag zuwiderlaufen, anzusehen sind. Die Beklagte hat daher vertragswihr und 155 zur 1 des Lohnes für die vierzehntägg gungsfrist verpflichtet.. 5 Beklagte wird verurteilt, dem Kläger P. 820 M Kläger R. 920 Mk. zu zahlen. N Betriebs rütekongreß des Eisenbahner⸗Verban Die Vertreter der im D. E. V. organisierten 3 Beamtenräte der Reichsbahn hielten am 22. und 23. 4 ihre Z. Reichskonferenz ab. Die Konferenz galt der Wen der Haupträteverwaltung des Deutschen Eisenbahner des Hauptbetriebs⸗ und Hauptbeamtenrats im Reichsven rium über ihre Tätigkeit im verflossenen Geschäftsjah N leitung der Wahlbewegung zu den Betriebsrätewah Mai in allen Dienststellen der Reichsbahn im unbes stattfinden. 5 g N In den Berichten und in der Diskussion wurde Beamtenrätegesetz besprochen. Das Urteil der Versammlu gegenwärlig vorliegende Produkt der zweiten e ausschuß 71 e ee in einer Entschließung zu der wir folgendes entnehmen: 5 1 „Die Reichskonferenz verurteilt entschieden sowo pende Tempo dieser Verhandlungen wie den Versuch de und der bürgerlichen Parteien, das Beamtenrätegesetz u b um die Betmtenschaft aufs neue in ihrer rechtlichen Eellumg der gesamten übrigen Arbeitnehmerschaft abzutrennen. koferenz muß es ablehnen, die Beamtenschaft als e nehmergruppe geringeren Rechts behmdeln zu lassen. daß die Beamten gleichberechtigt und gleichgewertet anderen Arbeitnehmerschichten stehen. Gleich dem Bet muß es(das Beamtenrätegesetz) ausgehen von dem G. durch die Wahl von Beamtenräten die Beamtenschaft 0 faßt wird zu gesetzlich anerkannten Einheiten, die bei fe er 7 stelle als zweiter willenbildender Faktor gleichberechtig neben vorgesetzte Verwaltung zu treten haben. Die Reichs loßfe hebt daher den Anspruch, daß den Beamtenräten ein Nit ungsrecht in allen Fragen des persönlichen Dienstverhe wie hinsichtlich der wirtschaftlichen Ausgestaltung de 1 die Zusammenfassung der Beamtenschaft zu einheitlichen G Grund einheitlichen Rechts ist dts Ziel eineg Beamtem beg das die gerechten Anspriche der Beamtenschaft zu befrichig mag.“— Die Entschließung fand einstimmige Ann ahm Am zweiten Verhandlungstage wurde nach einem fer Kollegen Seidel über die Betriebsrätewahlen und die Lag beiterllasse eine Entschließung angenommen, die. u. a. so sagt: „Die Reichskonferenz der Betriebs⸗ und Beamte D. E. V. spricht den Kollegen des besetzten und Einbrucßze insbesondere den Betriebs⸗ und Beamten räten, ihre und Anerkennung aus und fordert sie auf, ihren opfervof stand gegen die in die westlichen Gebiete. Deutschlands gene militärische Invasion fortzusetzen. Die Konferenz der Haltung der Betriebsvertretungen des Rhein⸗ und bietes einen Triumph des Rätegedankens und gibt das 9 den Kampf um die Neuwahlen im unbesetzten Ge gleichen Geiste proletarischer Solidarität zu führen, der gebiet so große Erfolge aufzuweisen hat. N Die Reichskonferenz nimmt dagegen mit Erstaunen rüstung Kenntnis von dem Versuch der Reichsregierung lisierung der Mark sowie den Preisabbau auf Kosten 9 nals der Reichs und Staatsbetriebe vorzunehmen und d der Sttatsgewalt zu gebrauchen, um auf dem Wege de tungs verfahrens und der Verhindlichkeitserklärung von sprüchen die Löhne und Gehälter auf dem Niveau des 0 auf seinen tiefsten Punkt gesunkenen Reallohnes zu sie Ste erblickt in diesem Vorgehen der Reichsregierung ein Lohnpolitik, die einseitig das Interesse des Unte wahrnimmt und den Lohn⸗ und Gehaltsempfängern rigen Lasten an Steuern, Arbeitslosigkeit usw. Das Ziel unseres Wahlkampfes ist daher, nebe 0 tüchtiger Interessenwertreter der Arbeiterschaft im B Stärkung unserer Organisation, des D. E. V., und aller Zersplitterungsversuche, die zu einer Schwächung sation und damit zur Benachteiligung ihrer Mitgliede müßte. Unsere Propaganda gilt ferner der Förderung dankens der Einheitsorganisation, für die das Zusam von Betriebs⸗ und Beamtenräten die wirksamste Vo ckelt stellt, und einer Reform der Verwaltung und ihrer Personal po Reichs gerichtliche Beurteilung des Teilstreiks. er Verneinung der Pflicht zur Fortzahlung des ige bei einem Teilstresk ist in dem letzten hafter Erörterung zwischen den verschieden⸗ und Arbeitnehmerorganisationen gewesen. Von echtskunde und Einzelgerichten wurde sie unter⸗ Während ein Teil der Juristen den Stand⸗ stverpflichtete nach 8 615 BGB. das hnes auch beim Teilstreik habe, wenn Annahme der Dienste in Verzug darauf hingewiesen, daß es zu müsse, wenn nur ein Teil der ik zu treten brauchte und dann der Arbeit⸗ allen übrigen, deren Dienstleistung infolge den Lohn sortzuzahlen. sondern Unmöglichkeit der rpflichteten in Frage(§ 323 BGB.). ichsgerichtz hat nun vor kurzem in einer ter eingehender Begründung entschieden, e Vertrauensmänner⸗Versam n Gebietes vom Fra der französischen Au unehmen, abzulehnen. Ein harter Habitzheim wohnhafte aus Der Hilfsweichensteller Heuboden so unglü mlung der Eisenbahner ukfurter Direktionsbereich beschloß die Arbeit unter fran⸗ Jußmes an Aebel Jahren Gegenstand leb sten Arbeitgeber⸗ u Autoritäten der R. schsedlich beurteilt. Recht auf Fortzahlung de der Dienstberechtigte mit d. kommt wurde von anderer Seit sonderbaren Konseguenzen führen Arbester in den Stre⸗ geber gezwungen sei des Streiks dieses Teil, Mithin komme lein Annahmeverzug, Leistung auf Selten des Dienstve Der 3. Zivilsenat des Rei konkreten Klagosache un; daß bei einem Teilstreik bleibens des elektrischen Strome auf Seiten der Arbeitnehmer v Arbeitswillige keinen A Das Reichsgericht ist be wisser Beziehung über dem Gesetz Gesetz nicht mehr zu einer befri schöpferisch neues geschildert geschehen übel ber durch reichsgerichtlich bei ihren Enkschlleßungen Re durch tarssliche Ve Richtlinien maßge zösischer Regie aufz Darmstadt, 7. Mai. traf eine zurzeit in aus Heidesheim. (heute vormittag v Stelle tot blib. Der 1 Wanderung durch die Rabenau, über Rüddingshausen berg a. d. Ohm. Daselbst Zusammenkunft mit der Arbeiten Nieder⸗Ohmen. Sammelpunkt um 6 Uhr am Bahnhof Alles erscheinen! Lorenz Appel Gewerkschaftshaus bode cklich ab, daß er auf der Inglisckliche hinterläßt Frau und vier Kinder. Das Wüten der Nachdem auch das n san die Eisenbahner nicht zur französischen neuerliche Ultimatum der Franzosen me der Arbeit geführt Eisenbahndirektionsbezirk vormittags vom Vereinslokal. in der rücksichtslosesten Weise on“ haben die Franzosen die nungseinrichtungen der den allernotwendigft verjagt werden. Widerstand der reichs es unmöglich werde ten Kleidungsstücken versehen, von diese Gewaltmaßnahme treuen Beamten zu brechen Erbitterung der Be⸗ der Lahnbrücke. vermag nicht dem völkerung auf äußerste zu steig . Zugentgleisung. eilmünster entgleiste Der Materialschaden ist bedeu zerkehr wird durch s) eine Unmöglichkeit der Leistung orliege und daß schon deshalb der spruch auf Foctzahlung des Lohne die einzige Instanz, die in ge⸗ steht und in den Fällen, wo das ausreicht, selbst⸗ In der Nähe von W. lend, Personen wur⸗ Umsteigen auf⸗ edigenden Lösung Recht bahnbrechend schaffen kann. Arbeiterbewegung wird wohl oder en End id geschaffenen Rechtslage ichnung tragen müssen, Sache andere und bessere uf dem Heimwege ne Schweinehändler f der mißhandelt und seiner llianen Mark beraubt. ach Rimmels(bei Hünfeld) wurde der von drei Personen Barschaft in Höhe von etwa zwei N in dieser d nach modernen wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunten.“ l Versammlungs kalender. Gießen. Arbeiter⸗ Jugend. Am Hi — Freitag, den 11. Mai, 8½ Uhr Ve Launsbach. Freie Turnerschaft. Am Himme urngang über Hangelstein⸗Alten⸗Bu seck⸗Treis. Abmarsl Gießen. Frauengruppe der sozialdem. Partei. 2 immelfahrtstag) gemeinsamer Morgenspaziergang nach anmenkunft früh 7 Uhr am Ludwigsplatz. Zahlreiche Genossinnen und Genossen wird gewiünscht. Gießen. Freie Turnerschaft. Donnerstag(Hin tag) Turngang nach dem Dünsberg ꝛc. Abmarsch 7 Uhr Vevor das Tagewerk beginnt, müssen dem Körper kr Jährstoffe einverleibt werden— gerade so, wie eine Ma die arbeiten soll, gut angeheizt werden muß. Besonders ist das für schwächliche, nerpöse Menschen, für die heranwachse Schuljugend Ueberhaupt für alle, die einer Aufbesserung Kräfte und ihrer Leistungsfähigkeit bedürfen. Versuchen Size mal, Fu te ke“,— in Wasser aufgekocht und mit 3 etwas Milch oder Kakao, ist es ein Frühstücksgetränk“ nus Kassee und Tee ersetzt, sondern diese an Wohlgeschm trifft und gleichzeitig durch seine kräftigende Wirkung J 2 befinden u. Ihre Tatkraft erhöht. Auch vorzügliche Suüppeh N aus Kufeke! zu bereiten; lassen Sie sich in der näch Ahotheke oder Drogerie gratis das„Ku e Beha e „Kufete ist außerdem billig, denn es verbraucht ich sparsam und der Inhalt einer Dose reicht längere Zesß vägen zu spannen. riebercn zm Deulschen Reiche feierte die Reakklon en Geburtstag„ihres Kronprinzen“, indem sie groß aufe gacen Denkmalseinweihungen für die Gefallenen vornahmen. In der Bannmeile Groß⸗Berlin gleich zwei an einem Tage, in Döberitz und Spandau. Hoch ging es beim ehemaligen 3. Garderegiment her. Schon am Freitag abend war Auftakt innerhalb einer Reichswehr⸗ kaserne in Lichterfelde, in Gegenwart von Hindenburg und Eitel Friedrich, dessen Kapitalsverschlebung seiner Offiztersehre in die⸗ sem erlauchten Kresse nichts anhaben kann. Zur Denkmalsein⸗ weihung auf dem Döberitzer Truppenübungsplatz fand sich sogar der republikanlsche Reichswehrminister ein. Die Traditionskom⸗ wpagnie war selbstverständlich auch dabei. Was sich in ihrer Gegen⸗ wart abspielte, sollte man für schlechchin unmöglich hallen. Schon der Divistonsgeistliche fühlte sich in seiner Ansprache verpflichtet, des Geburtstages„Seiner Kaiserlichen Hoheit des Kronprinzen“ zu gedenken. Und dann hielt Hindenburg eine Rede:„Freudig und stolg bekennen wir Alten und Jüngeren, daß wir in diefer Stunde in Treue, Liebe und Ehrfurcht Seiner Majfestät, unseres Aller⸗ gnädigsten Katsers, Königs und Herrn, unseres erhabenen Führers in dem fast isbermächtigen Ringen für die Ehre und den Bestand des Vaterlandes gedenken und daß wir die innigsten Wünsche hegen für Seine Königliche Hoheit den Kronprinzen, der heute sei⸗ nen Geburtstag begeht.“ Jeder ehrliche Republikaner muß einen derartigen Monar⸗ schistenrummel in Gegenwart eines republikanischen Ministers und der republikanischen Reichswehr als einen Skandal sondergleichen empfinden. Wenn Kriegervereine und Vereinigungen ehemaliger Regimenter des kaiserlichen Heeres, diese republikfeindlichen Horte der monarchistischen Reaktion, Feiern und Denkmalseinweihungen i veranstalten mehr, als vom Standpunkt der Republik und der Außenpolitik erlaubt sein sollte, so bliche das immer noch eine An⸗ gelegenheit, bei der sich Reakttonäre und Militaristen unter sich be⸗ finden. Was aber hat die Reichswehr der Republik dabei zu tun? In völliger Verkennung dessen, was not tut, hat man überall innerhalb der Reichswehr Traditionskompagnien früherer Trup⸗ ee eee Dabei ist nichts so dringend geboten wie ein dicker Trennungsstrich zwischen dem alten laiserlichen Heere und dem Heer der Republik, der Reichswehr. Dieses ewige Betonen der Tradition ist schon vom innerpolitischen Gestchtspunkt aus zu verwerfen. Denn das alte Heer war und mußte durch und durch monarchistisch sein. Die Reichswehr sollte jedoch ein Instrument der Sicherhelt für die Republik abgeben. Noch gefährlicher ist indeß der ständige Hinweis guf eine fortbestehende Verbindung zzwischen dem wilhelminischen Heer und dem republikanischen vom außenpolitischen Standpunkt aus. Macht sich aber der Minister der Republik, der die Spitze der Reichswehr verkörpert, gar zum Verfechter dieses durchaus mronarchistisch eingestellten Traditions⸗ fimmels, so beweist er nur, deß er seine Aufgabe als republikani⸗ scher Minister vollkommen falsch auffaßt und als Reichswehr⸗ minister so ungeeignet wie nur möglich ist. 0 i f Französische Wirtschaft. „Der polnische Sejmabgeordnete Stanczyk schildet in der Bazeta Robotnicza, Nr. 90 vom 22. April die Wirtschaft der Frau⸗ dosen im Dombrowaer Kohlenrevier. Wir entnehmen den Schilde⸗ rungen wortwörtlich das solgende. Es bedarf keines Kommentars: „Wenn man das Vorgehen der französischen Kapitalisten in unserm Kohlenrevier beobachtet, dann hat man den Eindruck, daß es Leute sind, die die eigne Volksgesamtheit aus ihrer Mitte hin⸗ ausgeworfen hat und die, weil sie dort nichts mehr zu tun haben, nach Polen gegangen sind, um ohne die Kontrolle der öffentlichen Meinung ihres eigenen Landes hier ungestraft zu wüten Einzeln betrachtet, bieten die Verhältnisse einen geradezu ent⸗ etlichen Anblick. Ganze Gegenden sind ohne Wasser. Die Leute sind gezwungen, das Wasser aus den Flüssen zu schöpfen, die durch Schmutz aus den Fabriken und den Gruben verunreinigt sind: denn die Franzosen richten es sich so bequem ein, daß sie, wenn ihnen das Wasser zur Verschlemmung in den elgenen Behältern ausgeht, ganz einfach den Wasserleitungen Wasser entnehmen, wes⸗ b die des Wassers beraubte Bevölkerung auf die Magistrate chimpft. Diese erheben bet den Franzosen 3 die aber in den Papierkorb gelle werden. Wenn wir eine einer fran⸗ zösischen Bergwerksgesellschaft gehörige Arbeiterkolonie betreten, Dann fällt uns sofort der schrecklsche sanitäre Zustand der Wohnungen in die Augen, die oft ohne Fenster sind, eingestürzte Simmerdecken haben und überall vor entsetzlichem Schmutz stratzen. Das setzt uns in Erstaunen und Verwunderung iger die Wider⸗ standskraft und den heldenulltigen Heroismus der Wesen, die diese 5 Zimmer und ein Personal von wenigen Angestellten worden find. Untersuchen wir bas Syscem ber n der Arbeiten unter Tage, und wir werden uns überzeugen, baß es ein Naubsystem ist. Es gibt Fälle, in denen 50 v. H. der Kohle, deren Förderung größeren Aufwand erfordert, für immer unter der Erde verbleiben und für das Land verloren sind. Das Sustem der Ar⸗ beiten beruht einzig und allein darauf, in möglichst kurzer Zeit auf die möglicht billige Art und Weise Kohle aus ber Erde heraus⸗ zuholen, soviel sich herausholen läßt, ohne Rücksicht darauf, wie⸗ viele Arbeiter Gesundheit und Leben verlieren und wieviel Ver⸗ mögen der Staat einbüßt.“ 6 Nach einem Hinweis auf einen Prozeß vor dem Gerichte in Sos⸗ nowice, in dem die dortige französische Gesellschaft die Beseitigung der Pächter kleiner Kohlengruben fordert, nicht etwa dazu, um diese Gruben in eigene Verwaltung zu nehmen, sondern, wie die Klage ausdrücklich besagt, um sie zuzuschütten, heißt es in dem Artikel weiter:„Daß die in diesen Gruben geförderte Kohle, wenn die Ab⸗ sichten der Franzosen verwirklicht werden sollten, für den Staat für immer verloren ginge und über 20 000 Menschen ihrer Arbeits⸗ 2 und damit auch ihres Unterhalts beraubt werden wlülrben, as rührt die Franzosen überhaupt nicht Was für einen sachlichen Grund aber kann man anführen, um die Zuschüttung dieser Gruben zu rechtfertigen?— Die Verteidiger der Franzosen haben diese Gründe vor Gericht diskret verschwiegen; wir werden sie ent⸗ hüllen. Der eigentliche Grund liegt darin, daß die kleinen Gruben den großen Konkurrenz zu machen beginnen; um sich dieser Kon⸗ kurrenz zu entledigen, milssen sie geschlossen werden.“ Das ist französische Wirtschaft. So„arbeiten“ die Franzosen in dem befreundeten Polen! Raubwirtschaft, die Arbeiter gehalten mie Sklaven, auf die Straße geworfen, wenn sie dem Proftt im Wege stehen! Die Westfalen haben recht, sich gegen einen Sklaven⸗ dienst für diese Nation zu wehren. 0 Freunde von links. Die Pfälzische Freie Presse in Kaisers⸗ lautern berichtet aus Otterberg: Einen bedauerlichen Aus⸗ gang nahm die Maifeier in Otterberg. Als Genosse Landtagsabg. Klement, der dort als Festredner auftrat, seine Ausführungen be⸗ endet hatte, wurden von einigen Rohlingen Biergläser nach dem Vorstandstische geworfen, wodurch Genosse Klement am Kopfe schwer verletzt wurde und mit dem Wagen nach Hause gebracht werden mußte. Ein weiterer Genosse wurde gleichfalls schwer ver⸗ letzt. Das find die Früchte der maßlosen Verhetzung, wie sie gerade in Otterberg von sich Kommuntisten nennenden Burschen in der letzten Zeit betrieben wurden, wobei die Erwerbslosen als Objekt benützt wurden. 5 Deutscher Reichstag. Berlin, 7. Maj. Der Reichstag beschäftigte sich in selner Montagssitzung stunden⸗ lang mit dem schleunigen Antrage der drei deutschvölkischen Abgeord⸗ neten, die sich durch das Berliner Polizeipräsiduum in ihrer Be⸗ wegungsfreiheit als Abgeordnete beschränkt fühlen. Die Berliner 0 Polizei hat ihnen bei der Auflösung der Deutschvölkischen Freiheits⸗ partei und ihrer Partei⸗Zentrale von ihren bisherigen 1 fen. elassen. Darob führen die Deutschvölkischen in der Montagssitzung durch den Mund des Abg. Wulle Beschwerde über Vergewaltigung. Der Ge⸗ schäftsordnungsausschuß des Reichstags hat gegen die Stimmen der Deutschvölkischen, der Deutschnationalen und Deutschen Volkspartei⸗ ler das Verfahren des Berliner Polizeipräsidiums als nicht ver⸗ fassungswidrig bezeichnet. Abg. Dittmann(Soz.) erinnerte die Rechtsparteller daran, daß sie, als in fruheren Jahrzehnten die So⸗ zialdemokratie in einer Weise polizeilich verfolgt wurde, gegen die das jetzige Verfahren ein Kinderspiel ist, niemals zum Schutz der Immunktät sozialistischer Abgeordneter etwas getan hätten. Man könne bei dem Vorgehen 1 5 die Deutschvölllsche Freiheitspartei durch die Polizei von einer Einschränkung der Tätigkeit ihrer Abge⸗ ordneten beim besten Willen nicht sprechen. Nach längerer Auseinandersetzung wurde in namentlicher Ab⸗ stümmung bei 203 Ja⸗ und 116 Nein⸗Stimmen der Antrag des Aus⸗ schusses angenommen und damit das Vorgehen der Berliner Polizei als kein Eingriff in die Immunität der Abgeordneten festgestellt. Das Haus setzte dann die zwelte Berakung des Haushalts des Reichsarbesltsministeriums fort. Abg. Abg. Frau Sender(Soz.) hatte Gelegenheit, in aus⸗ führlichen Darlegungen unseren Standpunkt zu wichtigen Ar⸗ beiterfragen, vor allem zur Erwerbslosenfürsorge und zu den Betriebstätefragen, auseinanderzusetzen. Sie verwies darauf, tage der mangelnde technische Aüsbau der Betriebe. Unsere Reduerin verlangte automatische Anpassung der Erwerbslosensätze an bie Teuerung und flir den Augenblick bie sofortige Verdoppe⸗ lung der Erwerbslosensätze. Sie verwies darauf, daß der Groß⸗ handels⸗Inder im Monat April um ein Drittel gestiegen sei. Das milsse in den Erwerbslosensätzen zum Ausdruck kommen. Sie legte an zahlreichen Einzelfällen die Behinderung der Betriebsräte durch die Unternehmer dar und erläuterte, wie versucht werde, die geringen Rechte der Betriebsräte noch mehr auszuhöhlen. Sie verlangte demgegenüber einen Ausbau des Rätesystems im Sinne der Reichsverfaffung. In eine große Verlegenheit gerieten die bürgerlichen Parteien durch einen sozfaldemokratischen Antrag, ber die Wiedeveinstellung der Arbeiter verlangt, die im neu⸗ und altbesetzten Gebiet durch die Ruhrbesetzung arbeitslos geworden sind. Sodann wurde eine sozialdemokratsche Entschließung, die Schutzmaßnahmen für die nach dem Tabaksteuergesetz ausge⸗ steuerten Tabakarbefter verlangt, angenommen. Ferner wurde ein Antrag angenommen, die Reichsregierung zu ersuchen, die be⸗ stehenden Unt erstützungssätze der Erwerbslosen⸗ fflesorge unverzüglich den Teuerungsverhält⸗ nissen anzupafsen und ein weiterer Antrag, auf die Länder in dem Sinne einzuwirken, baß der Elgen⸗Wohnungsbau 2 1 Ersbellung von Beamten⸗ und Staatsarbeiterwohnungen zwecks Hebung der Bautätiokeit und der Entlastung des allge⸗ meinen Wohnungsmarktes mehr als seither gefördert wird. Abg. Dißmann(Soz.) sprach über die Stellung des Reichs⸗ arbeitsministeriums zu den Tarifvecträgen, zum Ginigungswesen und zum Achtstundentag. Er wies auf Grund von Zahlenmaterial, bas auf allen Seiten des Hauses Aufmerksamkeit fand, nach, wie stark ber Reallohn der Arbeiter gesunken ist. Man dede immer von der Erhaltung wirtschaftlicher Substanz, dazu gehöre auch die Gefundheit der Arbeiter. Die Politik des Reichsarbeitsminl⸗ stertums werde umhollvoll von dem Reichswirtschaftsminister Becker mit beeinflußt.. Die soßztalbemokratische Entschließung auf Maßnahmen gegen die Umgehung des Betriebsräte⸗Bilanzgesetzes wurde dem Aus⸗ schuß Überwiesen und der Rest des Etats bewilligt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt der unter dleser Rubrik zum Abdruck kom⸗ menden Artikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Der heilige Stuhl im Kreisamt Gießen. Am 3. Mai war ich gezwungen, bei Herrn Oberregierungs⸗ cat Welker wegen 10 Kranken. die in der hiesigen Hautklinik ge⸗ legen haben eine Verhandlung zu führen, um zu erreichen, daß das Krelsamt Schritte unternimmt, diese Schwer kranken, die schan 2 Tage und 2 Nächte auf der Straße liegen(des Nachts mußten sie im Freien schlafenh irgendwo unterzubringen.(Auf den. weiteren Inhalt dieser Verhandlung und den eigenartigen Stand⸗ punkt des Herrn Oberregserungsrates einzugehen erspate ich mir, diese Mitteilung soll lediglich zur Charakteristik dienen.) Herr Obecreglerungsrat Welker mußte wissen, daß eine derartige An⸗ gelegenheit nicht in 5 Minuten erledigt sein konnte; auch kounte er sich denken daß ich keine Lust hatte, während der ganzen Ver⸗ handlung neben seinem Schreibtisch stehen zu bleiben und den Stuhl, der an diesem Schrelhtisch stand, unbenutzt zu lassen. N einiger Zeit der Verhandlung glaubte ich, Herr Oberregierungsrat würde mir den neben mir stehenden Stuhl anbieten. Das geschah nicht. Auch glaubte ich nichts Strafbares zu begehen, wenn ich Platz nahm; also setzte ich mich. Aber o weh! Nie hätte ich ge⸗ ahnt, daß, ein Mensch der selbst auf einem Sessel sitzt, sich darüber empöven kann, wenn ein anderer auf einem Stuhl Platz nimmt; Ahnungen sind aber trügerisch und so erging es auch mir. Nach⸗ dem ich mich gesetzt hatte nahmen die Augen des Herrn Regie⸗ rungs rates ebnen eigenartigen Glanz an und mit den Worten, daß sich mur dann ein anderer setzen dürfe, wenn„Er“ es erlauben oder gestatten würde schien er zu glauben, daß er sich soviel Respekt verschafft hälle, daß ich aufspringen mlüsse, um vielleicht in Parade⸗ stellung vor ihm zu stehen um dann meine Wünsche vorzubringen. Weit gesehlt, Herr Oberregserungsrat, die Zeit ist vorbet! Nach einigen belehrenden Worten, die er sich selbstverständlich verbat, schloß die interessante Geschäftsordnungsdebatte und die„Sitz“⸗ angelegenheit war erledigt. 0 Da ich nun wesß, wie ich mich in Zukunst zu verhalten habe, wenn ich den Herrn Oberregierungsrat Welker zur sprechen heab⸗ sichtige, werbe ich mir einen Frack, Zylinder und Lackschuhe pumpen; vielleicht ist in diesem Aufzuge möglich, daß der„heilsge Häuser bewohnen, 5 5 1 1 01 J. B. die Statistik der Unfälle irgendeiner 1919 1 e 1 an der 9 1. Löhne Stuhl“ im Kreisamt Giessen besetzt werden darf. A, E. vor, und wir werden erfahren, daß 90 v. H. der Unfälle dure machten heute durchweg nur die Hälfte der Produkt onskosten aus, 717* 8 5 strafbare Außerachtlaffung der gesetzlichen Bestimmungen über die während die Preise meist über die Weltmarktprolse hinausge⸗ Agitiert für die Oberhessische Volkszeitung Art und Weise der Burchführung der Bergarbeiten veranlaßt J klommen seien. Eine Hauptschuld an der verteuerten Produktion 8 e Sehürdliche Bekaunkmachungen ö Arbeits vergebung. Für den Neubau eines Vermessungsamtes zu Grünberg sollen unter Hinweis auf den Minfsterial⸗ erlaß vom 16. Juni 189 nebst Nachträgen folgende Arbelten durch öffentlichen Wettbewerb vergeben werden Erd⸗ und Maurerarbeiten: 110 cbm Bruchstein. 220 cbm Backsteinmauerwerk; Eisenbetonarbeiten: 165 am assivdecken; Steinhauerarbeiten: 6 ebm Kunststeine; Grobschlosserarbeiten: 300 kg Anker⸗Klammern usw.; Spenglerarbeiten: 25 lfd. m Hängerinne, 25 lid. m Abfallrohre; Dachdeckerarbeiten: 340 qm Dachfläche. Die Arbeits beschreibungen können, solange Vorrat reicht, Konditorei und erstes Wiener Kaffehaus H. Rettler Tuma Indem ich allen meinen Freunden. Gästen und Kunden für das mir in langen Jahren bewiesene Vertrauen herzlichst danke, teile ich mit, dass mit dem heutigen Tage mein seitheriger Betrieb geschlossen und der veränderte als Konditorei verbunden mit Tageskaffee am Himmelfahrtstage dem Verkehr übergeben Wird. lch bitte mir auch fernerhin Wohlwollen zu bewahren Hochachtungsvoll“ gegen Erstattung der Herstellungskosten von uns be⸗ zogen, Zeichnungen und Bedingungen während der Dienststunden täglich auf unserem Amte, Stephan⸗ straße 18, eingesehen werden. Die Angebote sind ver⸗ schlossen und mit entsprechender Aufschrist versehen, bis spalestlens 19. ds. Its, vormittags 11 Uhr, post⸗ srei an uns einzureichen, woselbst sie in Gegenwart eptl. erschlenener Bieter geöffnet werden. Zuschlags⸗ frist: 8 Tage.. 2⁵⁵ Gießen, den 5. Mai 1923. 1 Hessisches Hochbauamt Gletzen. Barth. Auf dem Stadtbauamt Asterweg Nr. 9 liegen die 1 Unterlagen zur Vergebung der Dachdecker⸗ u. Spengler⸗ 9 5 für die Kleinwohnungsbauten Gnauthstraße Hausgr. VIII. offen. Verdingungstermin 14 Mai ds. Js vorm 10 Uhr. 3 Stadtbauamt. Braubach. 0 PPP Benötigen dringend 4— 5000 Kg. Tulerahabtade Mager auch kleinere Quantiläten per Kg. Mk. 6—6500.— Mfsanische Wetallverwertungs⸗ elsa in, b. H. Herborn(Dilltseis). 8 2 Gestorbene. . 4. Mai. Dr. Arthur Looß, Universitäts⸗ 8 Preiser, 62 Jahre alt. Ostanlage 21. N Vaen donb., zebrrat- ute 8 SEN Slllige Seforderung über deutsehe und sls ndis che Häfen.— Hervorfe gende . Klesse mit Speise- und Rauchsaal. Srstélessige Safon- d. Kalütendampfer Etwa wöchentliche Abfahrten von 5 RN Net E enk, Auskünfte and Drucheaehen dureh 0 ANU NG ARENA LINIE biens und deren Vettreter int 9 4 Cigarrenb. S. Loeb 0 GIESSEN 95 1 52a. n ud Absage billiger und haltbarer als Leder, noch zu äusserst bilsigen Preisen J. P. Mono 8 Ein unvermeidlicher neuer Weltkrieg (gelbe Gefahr— in bibl. Weissagung) Oeffentlicher Vortrag: Mittwoch, abends 8½ Uhr. im Singsaal der Oberrealschule. Redner: H. 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