3 Sa 1 FFP 1 N ä daß nicht auch in Frankreich belegt, als gerade in vernünftiger Mensch als im im Auslande auch in dieser Sache nicht zu rechnen ist. der französischen Deputiertenkammer 1 0 1 2 Hedaktien: Pießen Bahuhoffraße 23 Frusptecher 20d. berhessi Organ für die Interessen der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. lkszeitung des werktätigen Volkes Crpebition: Sleßen Bahuhofstraße 23 Ferusprecher 2005. Die Oberb. Volks seitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. 12555 Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Blatt der al und„Land⸗ einschl. Bringerlohn. 0 liche Beilage“ beträgt monatlich 3000.— Pak. Habe left bezog. 3000.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120 Mk U— Nr. 57 Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenfeil verantworklich: R. Strohwig. 1 von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(8 mm breit) oder deren Raum lokal 30.— Mk, auswärts 40.— Mk., die Retlamemillimeterzeile 125.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird 12 70 en⸗ der Rabakt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. Gießen, Freitag, den 9. März 1923 — 18. Jahrgang 5 4 Bei Beginn der Reichstagssitzung vom Mittwoch verlas Präsident Loebe ein Schreiben der Interalliierten Rheinland⸗ stommisston, in dem mitgeteilt wird, daß die Ausweisung des demokratischen Abgeordneten Korell aus dem besetzten Gebiet wegen seiner dort ausgeübten verhetzen⸗ den Tätigkeit ersolgt sei. Aus demselben Grun set auch seiner e aufgegeben worden, innerhalb vier Tagen das besetzte Gebiet zu verlassen.(Stürmische Eutrüstungskundgebungen.) An Sese Mitteilung knüpfte der Prästdent die Bemerkung, der neue Fewaltakt beweise nur, daß Korell seine Pflicht als deutscher Ab⸗ geordneter erfüllt habe, wofür ihm der Dank des Reichstags ge⸗ büßre.(Lebh. Beifall.) Das Haus tritt dann in die Besprechung der Erklärung des Reichskanzlers ein. Als erster Redner erhält das Wort Abg. Dr. David(Soz.): Eine einzige Kette von Zwangsmaßnahmen, Drohungen, Bar⸗ Hareien, Brutalitäten, Raub an öffentlickem und privatem Eigentum, Schädigungen von Leib und Leben der Bevölkerung, das sind die Be⸗ gletterscheinungen des Kriegszuges, den die französischen und belgi⸗ schen Gewaltpolitiker in das friedliche Ruhrgebiet hineingetragen 3 Ueber hundert Tote liegen bereits auf dem Kampfplatze. Tiefste Empörung muß dieses Schreckensregiment auch jenseits un⸗ serer Grenzen auslösen. Es ist schwer zu verstehen, es ist geradezu ein völkerpsychologisches Rätsel,. 0 ich sich ein Sturm der Entrüstung erhebt. (Lebhafte Zustim bei den Soz.) Das französtsche Volk zeichnet sich durch ein besonders hochentwickeltes Nationalgefühl aus und nir⸗ gends in der Welt wird der, der es wagt, sich gegen die Interessen Nation zu stellen, oder 1 7 0 ste zu verraten, mit schärferen Strafen ö F. eich. Wie ist es möglich, daß gerade dieses Volk so wenig Achtung und Ehrfurcht vor dem Ehr⸗ und Frei⸗ heitsgeflihl eines anderen Volkes zeigt? Fühlt das französtsche Volk zu Hause nicht, daß seine Vertreter hier die nationale Ehre ihres (genen Volkes vor aller Welt herabwürdigen? All diese Gewall⸗ tätigkeiten und Schändlichkeiten den Unternehmern dieses Kriegszuges garnichts gebracht. Anstatt dieses beschämende und kost⸗ spielige Experiment abzubauen, sehen wir die weitere Ausdehnung er- Unternehmung: neue Besetzungen. Dieses systematische Vortrei⸗ ben der ganzen Aktion im Zusammenhang mit dem planmäßigen Vor⸗ gehen der Franzosen im altbesetzten Gebiet und mit der dort seit Jahren betriebenen Politik, die weit über das hinausgeht, was ein Interesse und zur Sicherung der Be⸗ satzung ansehen könnte, spricht dafür, daß die Franzosen das Ziel verfolgen, das Rheingebfet dauernd zu beherrschen.(Lebhafte Zu⸗ stimmung im ganzen Hause.) 5 Die Kernfrage in dem ganzen Problem lautet: Wollen die Franzosen wirklich mir Reparationen und Ruhe oder dauernde Ab⸗ sperrung der besetzten Gebiete von Deutschland und ihre Verwandlung in einen französischen Vasallenstaat? In Deutschland glaubt man mehr und mehr das letztere. Aber die svanzösis Staatsmänner bestreiten auf das entschefdenste diese Ab⸗ sicht. Sie sagen, Deutschland saboliere die Reparationszahlungen, es sei ein böswilliger Schuldner und es bleibe nichts anderes übrig, als das, was es schuldig ist und nicht bezahlen will, durch Gewalt einzutreiben. Im Ausland finden im allgemeinen die Worte der franzö sischen Staatsmänner noch mehr Glauben als die Worte der deutschen Staatsmänner. Diese alte, im Kriege erzeugte Einstellung sitzt noch so tief, daß von vornherein auf Sympathie für Deutschland (Sehr wahr!) Wir müssen, wenn wir eine Bresche in die Phalanx unserer Gegner nehmen wollen, die Kernfrage des Problems mit objektwem Material beantworten. Das ist außerordentlich wichtig für uns und das französische Volk. Denn das soll man drüben wissen: mit einem Frankreich, das nur Reparationen und Ruhe will, können und wollen wir uns jederzeit verständigen.(Sehr wahr! links und in der Mitte.) Mit einem Frankreich aber, das uns das Ruhr⸗ und Rheingebiet ent⸗ reißen will, kann es eine solche Verständigung nie und nimmer geben! (Allseitige lebhafte Zustimmung.) Das ist die klare Stellung der Frage. So muß sie auch in Frankreich gesehen werden. Aus franzö⸗ sischen Veröffentlichungen wissen wir, daß die Franzosen im Jahre 1919 mit einem Rheinlandprogramm nach Versailles kamen in dem Elsaß⸗Lothringen, das Saargebiet bis Grenze des früheren Großherzogtums Lothringen und die Abtretung des linken Rheinufers von Deutschland gefordert wurde. Die Durchführung dieser For⸗ berungen scheiterte; aber man gab den Franzosen doch die Saar⸗ verwaltung und die Besetzung am Rhein. Damit gab sich zwar Clemencsau, nicht aber Tardieu und Foch zufrieden. Nachdem durch den Rückzug Amerikas der Ga cantiev eren gg gegen einen eventl. deutschen Angriff nicht zustande kam, erklärten die französischen Staatsmänner, sie hätten keinerlei Sicherheit und müßten das alte Sicherheitsprogramm wieder aufnehmen. Der erste Schritt dazu ist, daß sie sagen, die Räumungsfeist für das Rheinland hat noch nicht zu laufen begonnen. Hier setzt auch das zweite Bewelsstlick n, die Denkschrist des Vorsitzenden der Finanzkommission Dariac. Die Denkschrift fordert die finanzielle Orgautsation des Nheinlandes, die Er⸗ setzung der schifsbrüchigen Mark durch ein gesundes Geld, bie Ab⸗ lösung der preußischen Beamten durch cheinische, die Ausdehnung der Gewalten der Hohen Kommission und die Einberufung einer gewählten Versammkung. Die Prapis bestätigt, daß die Darigesche Denkschrift die Vorlage flir die Politik Poincarés bildet. Während Dariae die Ansicht vertrat, man könne das Ruhrgebiet von Duis⸗ Furg und Düssseldorf aus beherrschen, gingen Foch und Poincaré über ihn hinaus. Der Vertreter Amerikas in der Oberkommissson in Coblenz, Pierpont Royes, schrieb vor einem Jahre einen Ar⸗ tikel aus Anlaß der Ernennung Poincarés zum Ministerpräsi⸗ denten. Als Vorsitzenden der Wiedergutmachungskommission hatte Noyes Gelegenheit, Poincare genau zu beurteilen. Er schrieb: „Wider meinen Willen zwang sich mir die Ueberzeugung auf, daß Poindaré gar kein Abkommen wünschte, daß er auch garnicht so sehr größere Kohlenmengen für Frankreich erstrebte, als vielmehr, daß er darum kämpfte, Deutschland in der Rolle des Vertrags⸗ brechers zu erhalten, um auf diese Weise eine Möglichkeit und Be⸗ rechtigung für militärische Angriffe zu haben“(Lebh. Hört! Hört!) Nimmt man nun diese Reihe der Dinge zusammen, so glaube ich, daß das Gesamtgewicht dieser Tatsachen, die nicht aus deutscher Quelle stammen, zeigt, daß die französischen Gewaltpolitiker ganz konsequent das gleiche Ziel verfolgt haben, das Rhein⸗ und Ruhr⸗ gebiet unter ihre Herrschaft zu bringen.(Sehr wahr!) Die Mehrheit der friedlichen Arbeiter Frankreichs steht ganz gewiß nicht hinter diesem Ziel. Wenn das französische Volk in seiner großen Mehrheit das nicht will, dann ist es aber Zeit, daß es sich gegen eine solche Politik auflehnt, sonst würden die Folgen auch das französische Volk schwer treffen. Hier auf dem Punkt kann das deutsche Volk und zu allerletzt die deutsche So⸗ zialdemokratie unmöglich nachgeben. Die Entwendung des Ruhr⸗ und Rheingebietes ist ein Ziel der Franzosen, mit dem sich unter Belsul e Deutschland irgendwie versöhnen kann.(Lebh. all. Gegenüber den Behauptungen, die Erfüllungspolitik sei an dem augenblicklichen Zustand schuld, ist zu bemerken: die Er⸗ fülllungspolitik war geboten und die allein richtige.(Sehr richtig! bei den Soz) Sie hat erreicht, daß nicht schon 1919 Deutschland in Stücke geschlagen wurde und daß heute England Gewehr bei Fuß steht. Darum ist auch weiterhin die Erfüllungspolitik die einzig richtige und mögliche für Deutschland.(Sehr wahr! links und in der Mitte.) Diejenigen, die raten, von ihr abzugehen, arbeiten mehr im Sinne der Franzosen.(Erneute Zustimmung links und in der Mitte.) Der Appell an das Rechtsgefühl der Völker müßte vor allem in Amerika eine starke Bewegung auslösen; denn Amerika darf nicht vergessen, daß wir gewissermaßen im Vertrauen auf das Programm Wilsons den Waffenstillstand angenommen haben.(Allseitige Zustimmung.) Das Programm Frankreichs betrifft auch unmittelbar die Interessen Englands, ja es bedroht sogar seine ganze Weltmachtstellung. Wir sind auf uns selbst ange⸗ wiesen und werden nur aus der Sache ohne Zusammenbruch herausgehen, wenn wir geschlossen und entschlossen bei der Ab⸗ wehr beharren, die leider durch mancherlei Erscheinungen im Innern gefährdet wird.(Sehr wahr! bei den Soz.) Es gibt immer noch in Dentschland Verrückte, die glauben, die bewährte Kampf⸗ methode des passiven Widerstandes verlassen und zum Rüfstzeug der Barbaren greifen zu können. Wir begrüßen daher bas gestrige Bekenntnis des Kanzlers zum passiven Widerstand. Zu den großsprecherischen Phrasen und leeren Redensarten kommt die nationalbolschewistische Bewegung, die sich in Drohungen und Verschwörungen gegen die Republik wendet und an der Neuauf⸗ frischung der Dolchstoßlegende arbeitet. Die Verhandlungsbereitschaft ergibt sich aus der Situation, daß ein Wehrloser einem Bewaffneten gegenübersteht. Der Wehrlose wird ganz von selbst zu Verhandlungen berett sein, wenn der andere die Waffen niederlegt und sagt: wir wollen uns über die Dinge aussprechen.„Es wird gar nicht gekämpft um unsere Bereitschaft, sondern das eigentliche Ziel dieses Kampfes geht um die Verhandlungsbereitschaft der anderen. Deshalb liegt nicht bei uns die Entscheidung, deshalb kein leeres Gerede von Verhandlungen!“ Diese Worte des Reichskanzlers sind natürlich sofort von der Rechtspresse in unverantwortlicher Weise verwendet worden. Wir sind selbstverständlich verhandlungsbereit, wenn die andere Seite bereit ist, sich mit uns ehrlich an den Ver⸗ handlungstisch zu setzen und die Sache von Partei zu Partei ver⸗ nünftig und verständig in Ordnung zu bringen.(Zustimmung links.) Die Franzosen werden dazu bereit sein, wenn sie einsehen, daß sie mit den angewandten Mitteln und Methoden weder zu ihren Reparationen kommen noch erreichen, daß die Bevölkerung sich dauernd diese Wegnahme deutschen Gebietes gefallen läßt. Diese Einsicht ist nach meiner Ansicht schon auf dem Marsche. Was haben wir den Franzosen zu bieten, wenn sie ehrlich verhandeln wollen? Meine Partei hat gewisse Richtlinien aufgestellt in Uebereinstimmung mit französischen italienischen, belgi⸗ schen und englischen Sozialisten. Darin wurde als Grundsatz aufge⸗ stellt, daß die Schuld Deutschlands auf das reduziert werden solle, was zum Wiederaufbau notwendig ist, daß dagegen Forderungen für Pensionen usw. nicht eingerechnet werden sollen. Dann Sicherheit gegen einen neuen Krieg, die Durchführung der Abrüstungsvorschrif⸗ ten des Friedensvertrages auch in den anderen Ländern und drittens Zurück hung der Besetzung. Auch das gehört in das Programm hinein. Auch das altbesetzte Gebiet soll frei werden. Dreifach unter⸗ streichen wir den Appell des Kanzlers an die Besitzenden und wir möchten endlich, daß die Taten folgen. Was jetzt auf wirtschaftlichem und ernährungspolitischem Gebiete geschshen ist, liegt keineswegs in dieser Linie, im Gegenteil, manches steht damit im Widerspruch. Die Mahnung an die Arbeiter, jetzt keine Lohrerhöhungen anzustrebemg liegt auch nicht in dieser Richtung, in einer Zeit, in der die Nahrungs⸗ mittel sich von Tag zu Tag verteuern.(Sehr richtig! links.) Auch die hier morgen zur Sprache kommende Steuerpolitik ist von eminenter innenpolitischer Bedeutung. Hier liegen sehr ge⸗ fährliche Punkte für unseren weiteren Erfolg im Abwehrkannpf. Es ist höchste Zeit, daß die Opfer gebracht werden von denen, die es dazu haben.(Sehr richtig! links.) Es geht um die deutsche Einheit und um die deutsche Republik, die ganz untrennbar miteinander verbund sind. Das wissen auch die sranzösischen Militärpolititer. Sie hassen der Reichstag und die französische Kakastrophen⸗Politil. mit dem Nationalisten die deutsche Republik, sie sind unfähig, ihren friedliebenden Grundcharakter zu begreifen, weil sie die Einstellung, die Macht und den Einfluß der Sozialdemokratie nicht kennen. Gegen den Willen der deutschen Arbeiterschaft kann man keinen neuen Krieg 2 5 und die deutsche Arbeiterschaft bürgt der französischen dafür, kein Angriffskrieg irgendwie von Deutschland gemacht wird. Wenn die französischen Militaristen und Nationalisten die deutsche Republik verständen, dann könnten sie nicht ihre Gegner sein. Aber sie hassen sie, weil sie in der deutschen Republik die deutsche Einheit verankert sehen. Das ist es, was ihnen so bedrohlich erscheint. (Sehr wahr! links umd in der Mitte.) Die politischen Demütigungen der letzten vier Jahre haben die nationalistische Strögumg in Deutschland wieder stark gemacht. Der Sieg des französischen Mili⸗ tarismus wäre zugleich ein Sieg des französischen Kapitalismus, dem die wirtschaftliche und soziale Machtstellung der deutschen Arbeiter⸗ klasse ein Dorn im Auge ist. Gelingt es ihm, die sortgeschrittenste und erfolgreichste Spitzenarmee der internationalen Arbeiterbewegung niederzuschlagen, so erleichtert ihm das zugleich die Niederhaltung der Arbetterklasse in Frankreich und anderen Ländern. Der französische Imperialismus hat der deutschen Arbekter⸗ .„demokratie den Kampf angesagt. Der Geist der modernen Arbeiterbewegung hat sich gegen ihn er⸗ hoben, der Kampfgeist der Sozialdemokratie für die höchsten Ideale des um Freiheit und sozialen Aufstieg ringenden deutschen Arbeiter⸗ volkes. In dem Kampfe gegen diese Kräfte, in dem einstmals auch der Gewaltpolitiker Bismarck gescheitert ist, werden auch Poincaré, Degoutte und Foch scheitern.(Lebh. Zustimmung links.) In den Millionen deutscher Arbeiter ist das Gefühl für die Würde der menschlichen Persönlichkeit, das Ehrgefühl des freien Menschen aufgesprungen. Die Brandung des französischen Militarismus und Kapitaltsmus wird scheitern an dem Widerstand einer um die elementarsten Lebensrechte kämpfenden Bevölkerung und in erster Linie an dem Felsblock der deutschen Sozialdemokratie.(Lebhafter Beifall links und in der Mitte.) Abg. Hergt(Dtn.) beschäftigt sich sehr eingehend mit der gestrigen Rede des Reichskanzlers und ruft widerholt lebhaftesten Widerspruch der Linken, insbesondere der Kommunisten, hervor, der jedesmal mit stürmischem Beifall seiner Parteifreunde beantwortet wird. Von den Ausführungen des Kanzlers nimmt der Redner mit Genugtuung Kenntnis, obwohl nicht alle Wünsche seiner Partei erfüllt worden sind. Er fordert den Abbruch der diplomatischen Beziehungen und Vergeltungsmaßnahmen gegen Ausländer fran⸗ zösischer und belgischer Nationalität. Unxecht müsse mit demselben Recht bekämpft werden, das wir völkerrechtlich verantworten können. Den Landesverrätern und Flaumachern müsse energisch entgegen⸗ getreten werden. Autorität der Regierung sei das oberste Gebot der Stunde. Abg Mar x Handlungen vollführt und ein (Ztr.): Wie ist es möglich, daß Frankreich Unrecht unterstützt, das an längst hinter uns liegende Jahrhunderte erinnert, daß es keine Spur von Kultur zeigt, statt dessen ein Raubrittextum und eine Ge⸗ waltpolitik darstellt, wie es in unsere Zeit längst nicht mehr hin⸗ einpaßt. Das ganze Vorgehen Frankreichs ist unerklärlich. Selbst bei Ausbruch des Krieges war am Rhein und Ruhr von Haß gegen Frankreich nicht die Rede. Aber sein gewalttäiges Vorgehen hat solche Gefühle des Hasses und der Abneigung hervorgerufen. Dem uns angetanen Unrecht kann nur mit passivem Widerstand begegnet werden, an dem unentwegt sestzuhalten wir heilig versprechen. Abg. Dr. Stresemann(D. Pp.): In Bezug auf eine Ver⸗ ständgung mit Frankreich besteht zwischen uns und dem Kanzler keine Meinungsverschiedenheit. Es ist abwegig, den Einmarsch in das Ruhrgebiet als eine wirtschaftliche Frage anzusehen. Die Waffen⸗ kammer an der Ruhr ist offenbar nach Meinung Einzelner als Etappe gedacht für Taten, die sich nicht gerade auf Deutschland zu erstrecken brauchen. In dem Kampf, der uns aufgezwungen ist, gibt es über⸗ haupt keinen Sieg, sondern nur eine Entscheidung darüber, in welchem Lande mehr Wirtschaftsgüter vernichtet werden. Frankreich lehnt“ nicht nur Verhandlungen ab, sondern bedroht auch die Mächte, die die Initiative zu internationalen Verhandlungen ergreifen würden. Alle vier Vorschläge, die vor dem Ruhreinmarsch von Deutschland unterbreitet worden sind, wurden von Poincars überhaupt nicht be⸗ achtet. Dargus muß man schließen, daß nach seiner Meinung der Ruh veinmarsch statfinden mußte, unheschadet alles dessen, was irgend eine deutsche Regierung in der Repargtionsfrage vorgeschlagen hat. Zu einer wirksamen Sachbesteuerung kann Deutschland erst greifen, wenn das Maß seiner Reparationslasten feststeht. Vorher würde der Ertrag solcher Steuern nur neues Pfandobjekt für Frankreich sein. In der Abwehrfront kann man die Barteiunterschiede nicht auf⸗ heben, aber man muß sie zurückstellen, das gilt auch für den Gedanken des Klassenkampfes. Der Einheitsfront wird nicht damit gedient, daß Phantasten den passiven Abwehrkampf durch den Appell an die nichtvorhandenen Waffen schädigen. Abg. Dernburg(Dem.): Frankreich verlangt von Deutsch⸗ land Zahlungen, schafft aber gleichzeitig ein zahlungsunfähiges Deutschland. An der Absicht Poincarss, das Rhein⸗ und Ruhr⸗ gebiet zu besetzen, besteht kein Zweifel, aber an dem Felsen deut⸗ scher Einigkeit wird die französische Woge zerschellen.— Abg. Graefe(Otschvölk.) setzt seine Hoffnungen auf die Tat, die den Worten des Kanzlers folgen solle.— Abg. Frau Zetkin(Kom.): Wir stehen trotz aller Differenzen mit den Sozialdemokraten, wenn sie in einer Front mit uns kämpfen wollen, gegen den deutschen und französischen Kapitalismus. Wir wollen die Einheitsfront von Moskau bis Paris gegen den Kapitalismus. Wir haben kein Vertrauen zur Regierung Cuno, wohl aber zur Aktion des Prole- tariats. g Nach den Ausführungen der Abg. Ledebour(U. Soz.) und Leicht(B. Vp.) vertagte sich das Haus. 2 land keine Regierung möglich. an die französische Regierung einer feindlichen Besatzung zu befreien. * Der Vorwärts. 7 Zur Kanzlerrede schreibt das Zentralorgan unserer Partei: f Wer von der... Kanzlerrede eine Ueberraschung er⸗ wartete, wird enttäuscht sein. Eine Ueberraschung wäre es gewesen nach der einen Seite, wenn Dr. Cuno den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Frankreich und Belgien verkündet, nach der anderen Seite, wenn er ein detailliertes Verhandlungsprogramm vorgetragen hätte. Weder das eine noch das andere ist geschehen. Der Reichskes zler betonte zwar mit Entschiedenheit den Willen des deutschen Volkes, im passiven Widerstand gegen die französische Willkür zu berharren— und über die wachsende Stärke dieses Willens kann in der Tat kein Zweifel sein—, er ließ aber die Wünsche der äußersten Rechten nach dem Uebergang zu scharferen, deswegen aber freilich keineswegs wirksameren Methoden gänzlich unbe⸗ achtet. Das muß hervorgehoben werden, obwohl wir durch⸗ aus nicht der Meinung sind, daß Herrn Dr. Cuno dafür besonderes Lob gebühre Nach der anderen Seite hat es der Reichskanzler auch unterlassen, ein ausführliches Neparationsprogramm zu ent⸗ wickeln. Die Meinungen darüber, ob dies ein Fehler ist, sind geteilt. Ein in die Oeffentlichkeit geworfenes deutsches Reparationsprogramm würde zweifellos bei denen, die guten Willens sind, eine propagandistische Wirkung aus- üben, aber würde sich die propagandistiiche Gegenwirkung derer, die anderen Willens find, nicht allzu bald einstellen? Ein mit 1 Rücksichtnahme auf die deutsche benen higkeit aufgestelltes Programm ist gegen eine tendenziöse Pressepolemik schwerer zu verteidigen als gegen sachliche Einwände, die am VPerhandlungstisch erhoben werden. 5 „Darüber hinaus erhebt sich die Frage, ob eine prinzi pielle Verhandlungsbereilschaft bei der gegenwärtigen deutschen Regierung vorhanden ist oder nicht. Aufmerksame Zuhörer haben durch Zählung festgestellt, daß Dr. Cuno im Verlauf seiner Rebe fünfmal die Bereitschaft seiner Regierung zu Verhandlungen und zur Verständigung ausgesprochen hat. Dann aber prägte er den Satz:„Darum fort mit dem Gerede über Verhandlungen, mit den Mah⸗ nungen zur Verständigung, die nicht an die deutsche, sondern zu richten sind.“ Im Zu⸗ sammenhang der Rede könnte dieser Satz kigentlich nur he⸗ deuten:„Die deutsche Regierung war zur Erfüllung, zu Verhandlungen, zur Verstandigang bereit, sie ist es noch. heute; es enssteht nur ein falsches Bild, wenn snan den Ruf danach an sie richtet und nicht an die französische Regierung.“ Aber als Dr. Cuno die Worte sprach„Fort mit dem Gerede über Verhandlungen,“ erhob sich auf der Rechten stürmischer Beifall, in dessen Getöse der folgende Nachsatz unterging. Es ist bedauerlich, daß dieser Zwischenfall zu allerhand Auslegungen und Streitigkeiten dacüber Anlaß geben wird, ob die gegenwärtige deutsche Regierung zu Verhandlungen bereit ist oder nicht. Aber es muß mit Nachdruck darauf hin⸗ gewiesen werden, daß diese Frage nicht die entscheidende ist. Der Wille der Regierung wird unter den gegenwärtigen Umständen durch den Druck des Massenwillens nach der einen oder nach der anderen Seite gelenkt werden, und dieser Massenwille wird die gegenwärtige Regierung oder eine kommende zum Werkzeug gestalten, mit dessen Hilfe er sich durchsetzt. Und da muß gesagt werden: Es ist heute in Deutsch⸗ die vor dem französischen Imperialismus kapituliert, indem sie als Ergebnis von Verhandlungen die Festsetzung ungusführbarer Reparations⸗ bedingungen und das Verbleiben der fremden Truppen in den neubesetzten Gebieten heimträgt. Es ist aber ebenso wenig eine Regierung möglich, die es ablehnen wollte, im Rahmen des Leistharen Geld und Gut zu geben, um die schwer hedrängten Volksgenossen im Westen pon dem Druck Je nachdem, wie die weitere Entwicklung der Dinge die Probe stellt, wird dieses Exempel ngch der einen oder nach der anderen Seite gelöst werden. Die Einheitsfront der Ablehnung. Die Berliner Morgen e vom Dienstag stellt fest, daß die Aussprache im Reichs kerze Kanzlerrede eine allgemeine Zu⸗ stimmig zur Erklärung der Reichsregierung ergeben„Auch der Vorwärts stimmt dem zu und sagt: Zieht man die Bilanz der sechsstündigen Aussprache, so 5 sich ein Bild der Einmtigkeit des deulschen Volkes in seinem Willen zur ersolgreichen Abwehr des Aae schen Militarismus. Gegenüber der Politik Millerands und Poincarés, gegenüber den Gewalttaten l und Tirards, besteht, wenn man es unbedingt so nennen will, eine„Einheitsfront“ der e und der Verurteilung, die Gigefe bis Klara Zetkin reicht. Was jedoch die Mittel und die Ziele dieses Abwehrkampfes betrisst, sind allerdings nicht chen e und Mürgerlichen, sondern auch inner⸗ rlesen selbst tiefe Gegensätze vorhanden. Hier gibt es keine Einheitsfront, enn es keine solche geben und wird es eine solche niemals“ geben.“ 0 g. Awiefpältiakeit in Paris. Unter den zahlreichen Kommentaren zu der Rede des Reichskanzlers Dr. Cuno, die in der französischen Presse vorliegen, bemühen sich nur wenige Blatter, die Rede des Kanzlers politisch ernsthaft zu bewerten Bemerkenswert ist ein Artikel des Gaulois. Dieser schreibt, der erste Eindruck der Rede sei der, daß sie, nichts berderbe. Das Charakteristische in der Rede sei, daß sie, während sie gegen die Pressionen Verwahrung einlegt, gleichzeitig versucht, eine allgemeine Interven⸗ ion herbeizufsihren. er Waaler Koxrrespondent des Journal meint, daß die Rede des 1 skanzlers jede Art friedlichen Verkehrs mit Ain ene unmöglich mache, um so mehr, als Dr. Cuno an erklärt habe, daß 1 2 ae zu Verhandlungen von Frankreich aueh be msisse. Matin meint, N. hätte eine n gehalten. Ex habe keinerlei positive Richtlinien dargelegt, weder für die Ausführung des 2 ages, noch sür die Durchführung des weiteren Wider⸗ standes. 5 Petit Journal vergleicht Cuno mit einem Advokaten, der auf Freisprechung plädiert, aber gleichzeitig auch den Staatsanwalt — Das Echo der Kanzlerrede. spielen will. Das Blatt schreibt: Der Kanzler re in dem Wunsche, die eee Meinung im Auslande, besonders die Amerikas, 125 g zu beeinflussen, durch ein gekünsteltes Gebäude den guten Willen Deutschlands zur Erfüllung der Reparationen darzulegen. 9 5. Eine gewisse i kommt in dem Artikel des 25 zum Ausdruck. Die offizielle Taltik Deutschlands, so schreibt das Blatt, sei nicht provozierend. Es zeige sich entwaffnet und fried⸗ fertig einem Frankreich gegenüber, das den Krieg suche. Diese Taktik sei nicht ungeschickt, denn die deutsche Propaganda ver⸗ breitet dadurch in der ganzen Welt die Legende vom französischen Imperialismus. Die Rede Cunos verfolge diese Grundlinien der deutschen Politik. Sie ist um so geschickter, als sie nichtssagend er⸗ sche int. a g sa Der den 1 5 nahe stehende Temps vergleicht die Rede Cunos mit der Rede des vergangenen eichs⸗ kanzlers Dr. Michaelis am 19. Juli 1917, Auch Michaelis habe damals gesagt, daß Deutschland kein Friedensangebot machen könne, daß es aber bereit sei, zu verhandeln, wenn die Feinde Ver⸗ handlungen wünschen. Bis diese Stunde gekommen sei, werde Fa entschlossen weiterkämpfen. Ferner ist der Temps der Auffassung, daß nicht nur die Worte Michaelis und Eunos übereinstimmen, sondern auch die Lage Deutschlands von heute mit den Verhältnissen von 1917 Aehnlichkeit hat. Auch heute gäbe es zweifellos Parteien in Deutschland, die wie damals Verhand⸗ lungen wollten, und solche, die nicht zu verhandeln wiinschen. Im übrigen scheint man in der Tat in Paris von der Verhandlungsbereitschaft Deutschlands keinen Gebrauch machen zu wollen. Von einer Pariser amtlichen Stelle wurde einen deutschen Journalisten erklärt:„Frankreich bleibt nichts anderes übrig, als davon Kenntnis zu nehmen, daß die deutsche Regierung bei ihrer negativen Haltung zu be⸗ harren gedenkt.“ l 727 Seit wann nimmt Frankreich eine positive Haltung ein? Van weiteren Pariser Pressestimmen meldet Europa⸗Preß noch folgende: Oeuvre legt einen bestimmten Satz der Rede dahin aus, daß der Kanzler bereit sei, in Unterhandlungen einzutreten, ohne daß vorher die Ruhr geräumt werden müßte. Die Rede enthalte jedoch keinerlei bestimmte Vorschläge. Wenn aber Cuno von feiner Genug⸗ tuung über die Stabilisterung des Markkurses und der Ausgabe einer Goldanleihe spricht, so beweise dies, daß die deutsche politische Lage nicht so verzweifelt sei, wie behauptet wird. Die deut chen Abgeord⸗ neten würden gut daran tun, die Regierung aufzufordern, wie sie sich die Erfüllung des Versailler Vertrags denke, d. h. wie sie Frankreich und Belgien Reparationszahlungen sichern will, auf die diese beigen Länder berechtigten Anspruch haben. Die Ere Nouvelle schlägt einen etwas anderen Ton an. Sie schreibt, daß die Rede des Kanzlers enttäuscht habe, da man auf ein rasches Nachgeben des deutschen Wide rstandes gehofft hatte. Es sei somit lächerlich, zu behaupten, die Zeitungen machten Bluff. Tatsache sei, daß der deutsche Widerstand noch nicht am Ende ange⸗ langt sei. Dies sei bedauerlich, aber an der Tatsache sei nichts zu ändern. Die ganze Hoffnung Poincarés beruhe auf der Ermüdung Deutschlands. Man sagf, Pojncaxs habe sich geirrt. In diesem Falle müsse man sich aber fragen, ob man Poinegre den nöfsgen Kredit geben könne, die Ruhropergtjon zu Ende zu führen. Auch in London keine einheitliche Auffassung. Die Rede des Reichskanzlers hat in England ebenso⸗ wenig eine einheitliche Beurteilung gefunden wie in Paris, Auch aus London kommen Stimmen, die Deutschlands Ver⸗ handlungsbereitschaft erkennen, andererseits aber auch solche, die nach der Art der deutschnationalen Presse von einer Ab⸗ lehnung jeder Verhandlung durch Deutschland sprechen. Die Times schreiben u. a.: „Es würde wenigstens die Luft reinigen, wenn die deutsche Re⸗ gierung mit einiger Bestimmtheit erklären würde, wieviel und auf welche Weise sie unter normalen Bedingungen zu zahlen bereit ist. Jetzt aber scheint es, daß der Konflikt sich ohne Ende hinschleppen würde, zum großen Schaden der unmittelbar betroffenen Länder und für ganz Europa. Denn die Besetzimg des Ruhrgebietes ist der Mittelpunkt der europäischen Politik.“ Die Unterhaus⸗-Debatte am Mittwoch brachte keine Sensationen, doch machte die Feststellung Bonar Laws, daß Frankreich gegenwärtig nur durch Krieg sich Englands Willen aufzwingen lassen würde, einigen Eindruck. Be⸗ merkenswert ist die im bestimmtesten Ton abgegebene Er⸗ klärung des Premiermnisters, daß England bei der end⸗ gültigen Regelung aller auf die Reparationen bezüglichen Fragen, das Recht, mitzureden, behaupten werde. Amerikas Haltung unverändert. Die Rede Dr. Cunos wird in New Vork günstig beur⸗ teilt. Die Blätter anerkennen die Konzilianz, jedoch fordert die Post, konkrete Vorschläge Deutschlands. Halbamtlich wird konstatiert, daß der amerikanische Standpunkt unver⸗ ändert sei, auch angesichts der Verluste durch den„Ruhr⸗ grabsch“. Die Beurteilung in Italien. Die Rede des Reichskanzlers wird von der italienjschen Presse wenig kommentiert, da die exwarteten neuen Ankündigungen ausge⸗ blieben sind. Der durch seine jüngste Kampagne hervorgetretene Messaggero meint, der deutsche Widerstand dürfte in absehbarer Zeit erlahmen, denn trotz der stolzen Worte betone Dr. Cuno seine Ver⸗ handlungsbereitschaft und rufe freinde Vermittlung an. Ein Protest gegen die Lahmlegung des Handels? Der Daily Telegraph vermutet, daß die englische Diplo⸗ matie wegen der Beeinträchtigung des Handels in nächster Zeit formellen Protest einlegen müsse. Außerdem erwägt das Blatt die Möglichkeit eines gemeinsamen Vorgehens sämtlicher, durch die Ruührblockade geschädigten Mächte, wie Amerikas, Hollands und der Schmeiz. Aus Newyork wird dem Blatte gemeldet: Zahlreiche Klagen sind wegen der Ruhrblockade bei den zustündigen amerikanischen Stellen eingelaufen. Es wird darüber Beschwerde geführt, daß die Ruhrblockade den amerikanischen Handel schädige. Der Staatssekretär des Handelsministeriums Hpover erklärte, diese Situation müsse das Resultat der Verwirrung sein, die sich aus der französischen Besetzung ergebe. Sie entspringe nicht einer absichtlichen Obstruktionspolitik der französischen Regierung. Im Handels ministerium sowie im Staats⸗ departement sind zahlreiche Proteste wegen der Behandlung des Transportes deutscher Waren für die Vereinigten Stgaten eingelaufen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Schritte unternommen werden um die amerikanischen Interessen zu schüten. Poincaré reist nach Brüssel. Die Pariser amtlichen Stellen bestreiten jetzt entsck daß zwischen Frankreich und Belgien bereits ein gen sames Programm für die Regelung des Reparatie problems und die Sicherheitsfrage ausgearbeitet worden auch soll die in der kommenden Woche erfolgende Poincarés nach Brüssel nichts mit einer derartigen A arbeitung zu tun haben. Wie verlautet, hat die Neise de Zweck, die Besprechung über den Austausch der Besatzun von Rheinland und Ruhrgebiet fortzusetzen. Es ist au fallend, daß sich Herr Poincarés, der Chef der französisch Regierung, diesmal persönlich nach Brüssel begibt, währe bisher der belgische Außenminister oder Verkahrsmi lediglich mit den französischen Ressortchefs über die Ang legenheit verhandelt hat. Die Postinternationale N gegen den fransösischen Imperialismus Vor wenigen Tagen fand in Basel eine Tagung internationalen Vollzugsausschusses der Post⸗ und Te teilnahmen. Ruhrgebietes ausspricht. Eine Vermittlung für die Regierungen richtete, ganzen Problems dem Völker Deutschland vorher als merge Mitglied aufgeno men werden müsse. Ueber die die 198 8 friedliche Lösung d und Telegraphenbeamten Regierung, im Ruhrgebiet zu arbeiten, Folge zu leisten. Fraufösische„Umgruppierung“ große Umgruppierung der Truppen in den besetzten Gebieten abtransportiert werden Weitere Besetzungen in Baden. 1512 n besgeh 7 du ofgebäudes unter 10% Mann i Amis zim 1 75 15 Bevölke folge des Eingrif 0 M 5 abends 150 Franzosen, wie wir es tagtäglich an der Ruhr e i wird noch weiter gemeldet, daß die Franzosen verschiedene und beladene Güterzüge nach dem Elsaß befördert haben. schein nach versuchen die Franzosen, den 7 1 senbahn im alt⸗ und neubesetzten Gebiet Kehls selbst durchzuführen. Sperrung der Speyrer Rheinbrücke. brücke ausgefahren und damit den Verkehr über die Brücke unm det, die Brücke müsse für die Rheinschiffahrt geöffnet bleiben, dem sich das Brückenpersonal geweigert habe, seine Arbeit wieder verrichten. Hierzu ist zu bemerken, daß das ieee er das Eisenbahnern besteht,(die Schiffsbrücke ist Eigentum der E verwaltung) aus dem Grunde die Arbeit niederlegte, weil die Fran⸗ drängten. Der Vormarsch im Industriegebiet Linie Wipperfürth ist vorläufig zum Stehen gekommen. Di Kavallerie wurde durch Infanterje abgelöst. Der gestrige Tag war Ruhetag. Wipperfürth ist besetzt. fortgesetzt worden. größtenteils in die englische Zone fällt, französischen Bes Besetzt sind ferner ö Wattenscheid. Die Lippebrücken nördlich von Datteln sind durch Drahtperhaue versperrt. Störkere Truppenbewegun⸗ gen werden aus der Gegend von Dortmund gemeldet. Kohleusyndikat. 25 in Hamburg hören, hat dieses als alleiniger Schuldner de Kohlensteuer sämtliche bis jetzt fällig gewordenen Kohlen⸗ steuerbeträge an die Reichskasse gezahlt. Das Syndikat be⸗ sprechenden Beträge zurück. Politische Uebersicht. Ein bayerisches Umsturzkomplott. Ueber ein Komplott zum Sturze der bayerischen fassung erfährt der Korrespondent der F folgendes: pen er Frankfurser graphenbeamten statt, in der zwei Vertreter aus Deutschlan„ ferner aus Frankreich, England, Oesterreich und der Schw Zur Besetzung des Ruhrgebietes wurde eine Entschließung angenommen, die sich gegen die Besetzung des seitigung dieses Zustandes solle herbeigeführt werden, es. halb der Vollzugsausschuß einen Appell an die beteiligten unde anzuvertrauen, in dem gung ersährt der Karls. ruher Volksfreund aus zuverlassiger Quelle, daß die Ver⸗ treter Frankreichs erklärten, daß gegen 35 französische Post⸗ in den letzten Tagen verhaftet wurden, weil sie sich geweigert hatten, den Befehlen ihr Nach dem Journal soll von Ende dieser Woche ab 7 bieten erfolgen. Die 3. Division und die 91. Auland ee f division sollen Ende dieser Woche nach dem Rheinland ab⸗ gehen. Vom 15. März ab soll das zweite Kontingent der 1922 ausgehobenen Rekruten ebenfalls nach den besetzten 3 Die Franzosen haben die drei Brsickenjoche der Speyrer 1000 gemacht. Diese Maßnahme wurde von den fe damit beg 5 Eisengahn⸗ zosen die Eisenhahner in der Pfalz aus den Bahnanlagen ber⸗ 1 Der Vormarsch der Franzosen gegen Elberfeld auf der Tag n Hückeswagen ist frei. Auch ein weiterer Vormarsch auf Dieringhausen ist noch nicht erfolgt. In der Richtung Steele ist der Vormarsch Langendreer ist besetzt. Auch Nemscheid hat, obgleich es erhalten, durch den die Verkehrswege nach dem Wuppertal, nach Elberfeld usw. unter Kontrolle gebracht werden sollen. die Bahnhöfe Bochum-Nord und Entrichtung der Kohlensteuer durch das Wie wir von dem Rheinisch⸗Westfälischen Ko lensundik 20 hält bei der Bezahlung der Kohlenlieferungen die ent · 5 li a nüchster Zeit eine gewaltsame Aenderung der bapyerischen And Liegenschaftsabteilung ist bereits am 1. April 1922 dem vorgenommen. stellung des Sachverhaltes wieder aus der Haft entlassen München. München, Dr. Kühles, festgenommen, Solln erschossen, 1 9 In einer Münchener Versammlung Aberfchlhtten der bayerische Februar sst amklichen Stelen bekannt geworden, Reihe von Persönlichkeiten, die außerhalb der poli⸗ Parteien stehen, den Entschluß gefaßt hatte, in aller⸗ Verfassung herbeizuführen. Bisher wurden 15 Verhaftungen Von den Festgenommenen wurden 7 Per⸗ sonen dem Richter übergeben, während die übrigen nach Fest⸗ wurden. Die Hauptbeteiligten sind der Professor Georg Fuchs und der Kapellmeister Hugo Machhaus, beide aus In derselben Hochverratssache wurde am Mitt⸗ Rechtsrat der Stadt jedoch nach einigen Stunden mangels Belastungsmalerials wieder freigelassen. Dr, Kühles hat sich aber gestern abend in seiner Wohnung in woch, den 28. Februar auch der frühere Hitler als Amokläufer. Fas eistenführer Hitler die Reichsregierung wieder mit einer Reihe une ber Mptree Seine Ausssihrungen, bewegten sich wit die ganzen Wochen her in der Linie des Kampfes gegen die nationale Elußeiksfront. So bemerkte er, die tatsächliche Gleich⸗ gültigkeit der Reichsregierung in der Rührbesetzungsfrage zeige sich in ihrer verlogenen Parole vom sogenannten passiven Widerstand und der sogengunten Einheitsfront. Eine wirkliche nationale Re⸗ gierung müßte die nationalen Leidenschaften aufpeitschen, aber da⸗ zu seien die ee e nicht fähig. Die Reichsregierung müßte die Nation in einen umel der Raserei versetzen und die La⸗ ternenpfähle mit 10 Novemberverrätern füllen. Auch gegen die Ruhrhilfe trieß Htlex die alte Hetze, indem er erklärte, es sei der Regierung mit ihr nicht daß und es könne nicht zum Geben an⸗ feuern, wenn man wisse⸗ daß aus Mitteln der Ruhrhilfe im neu⸗ besetzten Gebiet Gewerkschafkssekretäre unterstützt werden, wäh⸗ rend man die Bergarbester als Sklaven Frankreichs in den Schacht fahren lasse. Die Absicht ist klar: damit soll dem deutschen Volke die Gebefreudigkeit für die Ruhrhilfe vergällt werden. Ein im bürgerlichen Lager stehender Oberschlesier teilte der Münchner Post 85 Münchener Eindrücke über diese Versamm⸗ lungshetze Hitlers mit. Er bemerkt, daß solche ungeheuerlichen Beschimpsungen der Reichsregierung in den schwersten Schicksals⸗ stunden wohl in keinem anderen Lande der Welt denkbar seien als in Bayern. keinen Deut anders handeln, wenn Hitler könnte um er französischer Agent oder Spitzel wäre. Der Oberschlester fragte den wahnsinnigen Amokläufer zum Schluß, wie lange man noch gegen sein eigenes Volk wüten lassen werde. * Tie Auflösung des Reichsschatzministeriums. Zum Zwecke der Vereinfachung und Verbilligung der Reichsverwaltung, zu deren Durchführung die Reichs regie⸗ rung den preußischen Finanzminister a. D., Präsident des Rechnungshofes Sämisch, als Kommissar bestellt hat, beab⸗ sichtigt die Reichspegierung nunmehr, den gesetzgebenden Körperschaften eine Vorlage zu unterbreiten, in der die Auf⸗ lösung des Reichsschatzministeriums mit Wirkung vom 1. April 1928 vorgeschlagen wird. Der Unterbau der Bau⸗ Reichsfinanzministerium unterstellt worden. Nunmehr soll auch die Ministerabteilung für Liegenschaftsangelegenheiten und für Bausachen dem Reichsfinanzministerium unterstellt werden. Die Vermögensverwaltung für die besetzten Gebiete soll dem Reichsministerium des Innern angegliedert werden. Die Industrieabteilung soll aufgelöst werden. Die Reichs⸗ regierung beabsichtigt, die bisher von dieser Abteilung ver⸗ walteten Vermögenswerte auf eine Aktiengesellschaft zu übertragen, die als sogenannte Dachgesellschaft nach wirt⸗ schaftlichen Gesichtspunkten den Aktienbesitz des Reiches ver⸗ walten soll. Selbstperständlich wird bei der Auflösung des Reichsschatzministeriums auf die Interessen der Beamten und Angestellten die gebührende Rücksicht genommen werden. Die Aktiengesellschaft, auf die die bisher von der In⸗ dustriegabteilung des Reichsschatzministeriums verwalteten Vermögenswerte übertragen werden sollen, trägt die Firma „Vereinigte Industrieunternehmungen A.⸗G.“ und verfügt über ein Kapital von 600 Millionen Mark. Die Gründung erfolgt durch das Reich, das die Werte einbringt, und vier Gesellschaften, deren Kapital ausschließlich dem Reich gehört. Der eingebrachte Aktienbesitz des Reiches erstreckt sich auf das Gebiet der Elektrowirtschaft, der Aluminjumwirtschaft u. a. m. Dazu kommen die Deutschen Werke als dasjenige Unternehmen, das am meisten an der Fertigfabrikation be⸗ teiligt ist. 0 8 Die Türkei verwirft den Friedensvertrag. Nach einer Havas⸗Meldung aus Konstantinopel besagen amtliche Telegramme aus Angora, daß die Nationalver⸗ sammlung beschlossen habe, den Lausanner Friedensvertrags⸗ entwurf zurückzuweisen, da er dem nationalen Pakt wider⸗ spricht. Die Nationolpersammlung weist alle Verantwortung für den Fall, daß die Großmächte auf der Annahme des Ver⸗ trages nach Geist und Buchstaben bestehen würden, zurück. In London ist inzwischen der Text des Communiqués einge⸗ Englische Wahlniederlage. 1 Die Regierung Bonar Law hat in den letzten Tagen bei Ersatzwahlen nicht weniger als drei empfindliche Niederlagen gegen die Arbeiterpartei erlitten. Man hält es in Londoner politischen Kreisen für möglich, daß in der Zusammensetzung des Kabinetts Law Aenderungen eintreten werden. Das Kabinett besitzt gegenwärtig im Unterhause noch eine Mehr⸗ heit von 65 Stimmen. Die Arbeiterpartei verfügt nun über 148 Mandate. 4 Preis abban. Zur Preispolitik der Regierung wird mitgeteilt, daß sie bemüht sei, den eingeleiteten Preisabbau trotz aller Hemmnisse weiter durchzuflihren. Die befürchtete Brotpreiserhöhung wird nicht eintreten. Von der zunächst in Aussicht genommenen weiteren Erhöhung der Fra chttarife auf den Reichsbahnen wird abgesehen. Untersuchungen sind im Gange, welche eine Verbilligung der wichtigsten industriellen Grundstoffe zum Ziele haben. Die bisherigen Ergebnisse lassen erkennen, daß eine weitere Erhöhung der Kohlenpreise nicht erfolgt. Die für die landwirtschaftliche Er⸗ zeugung notwendigen Düngemittel wie Superphosphat Nakronsalpeter wurden in diesen Tagem um 10 Prozent herabgesetzt. Mit der Verbilligung weiterer Dlingemittel ist zu rechnen. Für den durch öffentliche Mittel geförderten Wohnungsbau ist eine Senkung der Baustoffpreise durchgeführt worden. Unter diesen Um⸗ ständen ist zu hoffen, daß der mit der Führung der Mark eingetretene Preisrückgang der Einfuhrwaren nach und nach auch zur Auswirkung auf dem Warenmarkt im übrigen gelangt. Soll dieses Ziel erreicht und festgehalten werden, dann ist es freilich auch dringend nötig, daß die Preiswelle nicht durch Lohnerhöhungen neuerlich in Be⸗ wegung gesetzt wird. Erfreuliche rweise wächst diese Erkenninis, daß höhere Papferlöhne nicht ohne weiteres eine Verbesserung der Le⸗ benshaltung zur Folge haben, wohl aber immer die Warenpreise weiter steigern. Zu dieser halbamtlichen Erklärung wäre zu bemerken, daß bis⸗ her die Lohnerhöhungen noch immer hinter den Preissteigerungen zurückgeblieben sind. Sorgt die n nur flir den Preisabbau, das endere komunt ganz von selbst Gießen und Umgebung. Leichenbestattung durch die Gemeinde. Bekanntlich ist eine alte Forderung des sozialdemo⸗ kratischen Kommunalprogramms, daß die Leichenbestattung von der Gemeinde in deren Regie ausgeführt werden soll. Durch die Entwicklung der Verhältnisse ist dieser Forderung mehr Nachdruck gegeebn worden; die Kosten einer Beerdigung haben sich derart erhöht, daß sie viele geringer bemittelte Familien nicht aufbringen können, wenn sie von einem Todesfall betroffen werden. Verschiedene größere und kleinere Städte waren deshalb schon genötigt, in dieser Richtung etwas zu tun, Landgemeinden sahen sich veranlaßt, wenigstens das Holz zu den Sürgen zu liefern. Immerhin ist die Durchführung der Kommunalisierung des Be⸗ stattungsweesns nicht ganz so einfach. Frankfurt z. B. hat sie wohl beschlossen, aber unseres Wissens noch nicht durch geführt. In Darmstadt verhandelte die Stadtvertretung vor etlichen Tagen darüber. Dort kam man zu dem Be⸗ schluß, daß zunächst ein Einheitssarg eingeführt wer⸗ den soll. Man beabsichtigt ein Modell dieses Einheits sarges anzufertigen und diesen für jeden Bewohner der Stadt vorzuschreiben. Es ist ein einfacher, viereckiger Sarg ohne Prunk, der schwarz gebeizt ist. Durch Ortsstatut muß die Einführung dieses Einheitssarges vorgeschrieben wer⸗ den. Die Einführung des Einheits sarges könnte nun so geschehen, daß ein Mustersarg angefertigt und im übrigen vorgeschrieben wird, daß jeder Sarg, der zu Beerdigungs⸗ zwecken benutzt wird, diesem Mustersarg entsprechen muß. Es könnte aber auch andererseits so gemacht werden, daß die Stadt Sarge in großer Zahl herstellen läßt, um sie an die Leidtragenden zum Selbstkostenpreis abzugeben. Die Stadtvertretung Darmstadt hat dem ersteren Wege zuge⸗ stimmt, nur den Mustersarg einzuführen. Nach unserer Meinung wäre es schon praktischer, wenn die Stadt Särge in genügender Anzahl anfertigen lassen würde. Diese könnten einfach, aber doch in verschiedenen Mustern gehalten sein, daß sie von den Angehörigen des Verstorbenen aus⸗ gewählt werden könnten. Dabei könnten die Preise einheit⸗ lich festgesetzt werden. Ob man die Kosten durch Umlage auf die Steuerzahler deckt, oder sie einfach auf die Gemeinde kasse übernimmt, ist auch noch eine Frage, die der Regelung bedarf. Zu den besten Werken Hermann Suder⸗ manns gehören zweifellos seine 3 unter dem Sammelnamen Mo ri⸗ turi zufammengefaßten Einakter Teja, Fritzchen, Das Ewig⸗Männliche. Während die beiden ersten Werke tragischesn Charakter haben, bringt Das Ewig⸗Männliche zum Schluß das heitere Moment zur Geltung. Mit Ausnahme von Fritzchen sind die Werke im neuen Hause noch nicht aufgeführt worden und dürften bei der sorgfältigen Vorbereitung der Spielleitung des Herrn Teleky umd der glücklichen Besetzung, in der fast alle unsere Kräfte — Vom Stadttheater. gangen, in dem die Angoraxegierung den Lausanner Friedensvertrag ablehnt. Es heißt darin: Der Vertragsentwurf, der unserer Dele⸗ gation als das Resultat der Lausanner Konferenz mitgegeben wurde, ist von der Nationalperfammlung als umannehmbar abgelehnt wor⸗ den, da er Bestimmungen enthält, die unsere Unabhängigkeit schä⸗ digen. Sollten die Ententemächte auf der Annahme dieses gegenwär⸗ tigen Entwurfs bestehen, so lehnen wir die Verantwortung für die Folgen ab, die daraus entstehen werden. Die Nationgsversammlung hat mit großer Mehrheit die Regierung ermächtigt, die Friedensver⸗ handlungen 0 aber nur unter der Voraussetzung, daß die für uns lebenswichtige Mossulfrage unter Berücksichtigung unserer wirtschaftlichen und nationalen Interessen behandelt wird und daß die heute bereits widerrechtlich okkupierten Gebiete wieder geräumt werden. zu Worte kommen, lebhaftem Interesse begegnen. J. Reiskirchen. Zur Befriedigung des Landhungers wird letzt an Stelle des geplanten Schliebergwaldes im Distrikt Buchwald die Pfingstweide abgeholt. Es werden hier etwa 6 Morgen Land ge⸗ wonnen. Den Rest des benötigten Landes sollen die jetzigen Besitzer von Pachtland, welche ohnedies einen ansehnlichen Privalbesitz haben, stellen. Letztere Regelung wird allerdings noch einige Schwierigkeiten haben, aber wo ein Wille ist, wird und muß sich auch ein Weg fin⸗ den lassen.— Die hiesige Gemeinde ist der Gemeinwirtschaft Oberhessen als Mitglied beigetteten. Die Aufbringung des Pflichtbeitrages findet seine Deckung durch die Abholzung der Pfingst⸗ weide.— Für die Lehrer Rausch und Roth wird ein Wirtschafts⸗ gebäude bej der neuen Schule errichtet. Gut wäre es, wenn für Lehrer Faber ebenfalls eine ähnliche Eiprichtung in der Schul⸗ ber Wanderhaushalküungsschule des Kreises Gießen hier abgehalken⸗ Leider scheinen unsexe Genossen den guten Zweck eines solchen Lehr⸗ ganges für ihre Töchter und Frauen noch nicht erkannt zu haben, denn das beweist die geringe Teilnehmerzahl aus unseren Reihen. 21 Schiller nehmen insgesamt am Unterricht teil. Eltern und Schliler sind über den bisherigen Verlauf des Kurses sehr zufrieden.— Für die Erbauung des Wohahanses der Gendarmen werden die Mate⸗ vialien usw. schon mit Hochdruck beschafft. Leider kann sich der Ge⸗ meinderat über die Platzfrage nicht schlüssig werden. zm Zusammen⸗ hang hiermit scheint auch die Zurückhaltung der Offenlegung des bereits im vergangenen Jahre vom Gemeinderat mit dem Kreisbau⸗ amt ausgearbeiteten Ortsbauplanes ihre Begründung zu fin⸗ den. Soviel bekannt, hat das Kreisbauamt bereits für das Wohn⸗ gebäude der Gendarmen den günstigsten Platz im Ortsbauplan an⸗ gedeutet. Endlich wäre es an der Zeit, daß die verschiedenen führenden Persönlichkeiten im Gemeinderat auf Abschluß drängten, benn ein einstimmig gefaßter Beschluß, nach irgend einer Richtung, wird, soviel man merkt, das Tageslicht n icht erblicken. Im Anschluß an diese Sache wird auch das zu schaffende Ortsbaustatut noch manchen Seufzer kosten, denn vor lauter Kleinkram findet man ge⸗ wöhnlich dem Blick in die Zukunft nicht. Klar muß man sich auch bei dem Ortsbauplan und Statut darüber werden, daß durch mangelnden Weitblick der an die Zukunft denkenden Männer nur denen gedient wird, die im Trüben fischen wollten.— Für das Rechneramt haben sich 6 Bewerber gemeldet. Durch das Kreisamt wurden bereits Prü⸗ fungen abgenommen. Wer nunmehr durch den Gemeinderat den Sieg davontragen wird, läßt sich noch nicht übersehen. Ganz ausgeschlossen ist es noch nicht, daß durch Ziehen eines Loses die Angelegenheit ihre Erledigung finden wird.— In der Oberhessischen Volkszeitung werden künftig die Ortspolitik und sonstige Neuigkeiten eingehend erörtert. Jeder Reiskirchener Bürger verfolge dieserhalb genau diese Zeitung. — Daubringen. Am weitere solcher Abende zu veranstalten, um umseren Gönnern und Freunden für einige Stunden die Alltagssorgen dieser schweren, dunklen Zeit vergessen zu machen. Die Theatergruppe dankt auch an bieser Stelle nochmals für den zahlreichen Besuch und hofft bei wei⸗ teren Vorstellungen aufs tatkräftigste unterstützt zu werden. — Nüddingshausen. In einer der letzten Sitzungen des Ge⸗ meinderats beschloß man die Neuanschaffung einer Kirchenglocke, die einen Aufwand von mehreren illionen Mark erforderlich macht. aus den schon lichten Waldungen unserer Gemeinde hundert Fest⸗ meter Holz mehr zu hauen als vorgesehen war. Unverständlich er⸗ scheint es uns, daß sich hierzu eine Mehrheit innerhalb des Gemeinde⸗ rats gefunden hat. in einer Zeit, wo man sonst an allen Ecken Spar⸗ samkeit predigt. Vielmehr hat man sich dem Standpunkt der hiesigen Reformiften und Baptisten und wie sie sich noch alle nennen, ange⸗ schlossen, welche die neue Glocke als eine gottgewollte Einrichtung bezeichnen. Zu diesem allem gesellt sich noch ein Ansuchen des Kon⸗ sistoriums von Darmstadt, das die Einrichtung eines neuen Pfarr⸗ hauses innerhalb des Kirchspieles ins Auge gefaßt hat, worüber zur Zeit Verhandlungen mit den Gemeinden geführt werden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß man sich den Ansichten der Kirchen⸗ behörde anschließen will. Im Gegensatz dazu findet man hier inner⸗ halb unseres Ortes die traurigsten Wohmmgsverhältnisse, indem man diefenigen, die mi einmcl nicht in der glücklichen Lage sind, Haus⸗ besitzer zu sein, in die kleinsten Stübchen einkerkert. Unserer Ansicht nach hätte gegen das, was von der Kirchenbehörde von ims verlangt wird, von Seiten des Bürgermeisters sofort Verwahrung eingelegt werden müssen, um sie im Keime zu ersticken. Wünschenswert wäre es gewesen, wem am letzten Sonntag nach den Verhandlungen mit den Geistlichen ein Rundgang innerhalb unserer Gemeinde gemacht worden wäre, dabei hätte man sich davon überzeugen können, ein Gemeindewohnhaus nötiger gewesen wäre als ein Pfarrhaus. Aber wer gedenkt in dieser Hinsicht Abhilfe zu schaffen? reis Friedberg⸗Büdingen. Friedberg. Am Sonntag tagte in Friedberg eine e der Gemeinderatsmitglieder. die sich mit der Gemeinwirt⸗ schaft Oberhessen beschäftigte. Das einleitende Referat hielt Bürgermeister Genosse Rechthien(Vilbel), der in längeren Ausführungen Zweck und Bedeutung der Gemeinwirtschaft in soziaber und finanzieller Beziehung für die Gemeinden und Selbst⸗ verwaltungskörperschaften darlegte und den einzelnen Gemeinden den Anschluß dringend empfahl. In der sehr regen Aussprache wurde eine Reihe von Bedenken erhoben. Unter anderem wurde eingewendet daß mit den 2 Prozent Zinsen, die für soziale Zwecke vorgesehen sind, nichts Nennenswertes geleistet werden könne. weil diese wohl für die Verwaltung benötigt würden. daß die Gemein⸗ den mit minderwertsgem Wald nicht in gleicher Höhe zogen werden dürften wie die mit guten Waldbesitzungen. daß nach dem Satzungsentwurf keine Gewähr geboten sei dafür daß die Gelder auch wirklich gemeinwirtschaftlich verwaltet würden den Gemeinden kaine Möglichkcht gegeben sei aus der Gemeinschaft auszutreten wenn sie nicht mehr mit der Tendenz der Verwaltung zufrieden seien. Grundsätzlich waren alle Redner für den Beitritt der Gemeinden. In seinem Schlußwort ging der Reserent auf alle diese Bedenken ein. Er stellte dabef fest. daß die Ver⸗ waltungskosten der Gemeinschaft nicht erheblich sein könnten. weil miterledigt würden. Es sei nach sie von der Provinziolverwaltung seiner Ansicht ganz selbstverständ⸗ ich, daß auch die waldbesitzenden Gemainden nach dor Qualität ihres Waldes zur Geloͤbeschaffung herangezogen werden müßten, wie dies auch für die übrigen Gemeinden nach ihrer Leistungs⸗ fähigkeit vorgesehen ist. Folgende Entschließung wurde hie einstimmig angenommen:„Die am 4. März 1023 im Lokale des Herrn Ihl zu Frießbera tagende Konferenz der Gemeindevextreter besaßte sich eingehend mit der Gemieinschaft Oberhessen und stimmet grundsätzlich dieser Gründung im Interesse der sozialen Fürsorge und der Finanzierung der Gemeinden zu. Die Konferenz erhebt aber die Forderung daß die Verwaltung auf demokratischer Grund⸗ lage aufgebaut und in der Satzung die Möolichkeit gelassen wird, daß die Gemeinden gegebenenfalls aus der Gemeinschaft austreten können.“ 5 Kreis Alsfeld⸗Lauterbach. Heilkundiger und Aerzte. Mit dem Ersuchen um Aufnahme erhalten folgende Zuschrist: Zu Ihrem Artikel„Heilkundiger und Aerzte“ in der Sams⸗ tagnümmer Ihrer Zeitung geben die Alsfelder Aerzte wir scheune geschaffen werden könnte.— Augenblichl ——— D ne 8 Henkel's Putz⸗ und Scheuerpulver) für Haushalt, Gewerbe und Induffrie umentbchrlleh. Miene gecselter ENR& Cα.DUss HDs. wird ein Kursus eee folgende Erklärung ab:. Herrn Dr. Rothsschild kann kein Vorwurf tressen, da er ledig⸗ Gestorbene. 7. März. Eisenbahnschaffner i. R. Valentin Ruppel,(4 Jahre alt. 9 ue men 1 Jeer b 2 U ö igung; 10. März 25 2 N We— e Partel-Literatur empfieh]t Buchhandlg. Oberhess, Volkszts. Um die entsprechende Summe flüssig zu machen, hat man angeordnet, Konferenz f herange⸗ gegenüber anderen Geldinstituten — 0 7 „ ich dem Ver sbeschluß der Familie Daub ärztliche Hilfe zu verweigern, nachkam. Dieser Beschluß wurde gefaßt, da Herr b die Welt glauben machen will er könne ebensogut oder noch besser, als die Aerzte Krankheiten behandeln. Die drei anderen in tracht kommenden prakt. Aerzte einschließlich des durch Geburts⸗ hilfe im Kramkenhaus damals verhinderten Arztes haben in der . Oberhessischen Zeitung erklärt, daß sie ebenso gehandelt ätten. Da Herrn Daub dieser Beschluß genau bekannt war, so war ts sträflicher Leichtfsinn. daß er sich für die Entbindung seiner Frau nicht rechtzeitig anderweitige ärztliche Hilfe sicherte. a Im übrigen bestand weder für die Frau, noch für das Kind irgendeine Lebensgefahr als er nach dem Arzt schickte. 5 Der Arzt ist gesetzlich keineswegs verpflichtet jedem Ruf, sei es zu Geburten oder zu Erkrankungen, Folge zu leisten. J. A. der Alsfelder Aerzte: Dr. Gleim. Unseren Bemerkungen zu dem ersten Artikel, die dahin gingen, daß ein Arzt sich verpflichtet fühlen müsse einen in Lebensgefahr befindlichen Helfesuchenden diese Hilfe zu gewähren, ohne zu fragen wer oder was dieser ist. haben wir nichts hinzuzufügen. Höchstens, daß der Arzt auch dann seine Hilfe nicht versagen sollte, wenn er annimmt, daß keine Lebensgefahr vorliegt. Letzteres kann er ja mie vorher wissen. Red. Lokale Parteinachrichten. Gemeinbevertreter⸗ Konferenzen. Sonntag, den 11. März 192g. Gießen im Gewerkschaftshaus 9 Uhr vormittags; Referent: Landtagsabg. Mann ⸗ Gießen; Thema: Kommunale Wirt⸗ schafs⸗, Kultur⸗ und Sozialpolitik. Grünberg im Lokale„Case Stein“, nachmittags 2 Uhr: Ref.: Gemeinderat Benner⸗Wieseck: Thema: Die Steuer⸗ möglichkeiten der Gemeinden. 0 Wir erwarten daß alle Gemeindevertreter der betreffenden Unterbezirke vollzählig vertreten sind. Den Ortsvereinen des Unterbezirks Londorf zur Kenntnis, daß die Konferenz am 11 März ausfällt. Die Konferenz findet 8 Tage später am 18. ds. Mis. 2 Uhr nachmittags in Londorf statt. J. A.: H. Häuser. Mit Parteigruß! Schwurgericht Gießen. Vom Liebhaber verlassen, wird die Mutter zur Mörderin. as Dienstmädchen Käthchen Umsonst von Nieder⸗Flor⸗ stadt war in Friedberg in Stellung und lernte dort den Schupo⸗ beamten M. kennen, mit dem sie ein Verhältnis anfing. Infolge intimen Verkehrs wurde das Mädchen schwanger. Ihrem Lieb⸗ 5255 entdeckte sie sich nicht— weil er bet einer gelegentlichen An⸗ spielung auf ihren Zustand das Mädchen kurz abfertigte. Am Neujahrstag 1923 gebar sie in der Wohnung ihrer abwesenden Dienstherrschaft ein Kind, das sie alsbald nach der Geburt durch Schnitte und Stiche mit einer Schere tötete. Ihrem Liebhaber und ihrer Dienstherrschaft verheimlichte sie die Geburt Die Leiche des Kindes schaffte sie in eine Abortgrube des Hauses, wo ste einige Wochen darauf von einem die Grube reinigenden Arbeiter ge⸗ funden wurde. Alsbald fiel der Verdacht auf die Umsonst und nach anfänglichem Leugnen gestand ste die Tat in vollem Umfang ein. Daß das Kind gelebt hatte, gab sie zu. Ihr Liebhaber, der von dem Zustande Kenntnis haben mußte, kümmerte sich in keiner Weise um sie. Am Dienstag mußte sich das Mädchen wegen Kin⸗ destötung vor den Geschworenen verantworten. Sie wurde der Kindestötung unter Zubilligung mildernder Umstände schuldig gesprochen und erhielt die gesetzliche Mindeststrafe von 2 Jahren Gefängnis. Staatsanwalt Dr. Eckert hatte selbst die Mindeststrafe beantragt, da nach seiner Ueberzeugung die Tat nur dadurch veranlaßt wurde, daß der Liebhaber das Mädchen im Stiche gelassen hatte. Die Verteidigung lag in den Händen des Rechtsanwalts Mendelsfohn in Gießen. Um das Familienarmband. Eine Tochter des Landwirts Philipp Jakob Dietz von Bildes⸗ heim war nach kurzer Ehe mit dem Landwirt Heinrich Vetter von Ober⸗Dorselden im Mai 1921 im Wochenbett verstorben. Der Schwiegersohn befand sich zunächst noch in der Familie seines Schwle⸗ gervaters Dietz, verließ aber infolge Differenzen das Haus und kehrte zu seinen Eltern nach Ober⸗Dorfelden zurück. Auf sein Be⸗ treiben fand nun am 9. Januar 1922 eine private Auseinander⸗ setzung hinsichtlich des Nochlasses der verstorbenen Tochter statt. Hler⸗ bel waren dem Schwiegersohn neben anderem auch die Hochzeitsge⸗ schenke seiner Frau zugesprochen worden. Zu diesen gehörte auch ein von einer Tante aus Eschersheim der Tochter am Hochzeitstage über⸗ gebenes göldenes Armband nebst Anhänger. Bei der Ausein⸗ andersetzung wurde das Armband nicht zurückgegeben, da es nach Angabe der Schwiegereltern vorher an die Tante auf deren Bitte wieder zurückgegeben worden sei. Der Schwiegersohn gab sich zunächst hiermit zufrieden; am 11. Januar 1922 war er aber bei der Tante in Eschersheim und frug, ob sie das Armband zurückgefordert und auch zurückerhalten habe. Die alte Tante hat beides verneint. Der Schwiegersohn strengte nun eine Klage auf Herausgabe des Armbandes an, oder auf Zahlung von 2500 Mark. In dem Prozeß wurde auch die alte Tante vernommen, ihre Aussage blieb aber un⸗ beeidigt, und es wurde dem Dietz ein Eid zugeschoben: daß es wahr ist, daß vor dem 9. Januar 1922 und nicht nach dem 9. Januar 1922 das hier fragliche Armband zurückgegeben worden sei. Diesen Eid leistete nun der Schwiegervater Dietz auch am 27. Oktober 1922 vor dem Amtsgericht Vilbel. Die Anklage nimmt nun an, daß mit diesem Eid von dem Dietz eine unwahre Tatsache als wahr beschworen worden sei, denn nach den Angaben der alten Tante sei das Armba eits um Weihnachten 1921 von dem Stief⸗ lugeklagten zurückgeholt worden. In der heutigen Be⸗ me sagte der Stiesbruder des Angeklagten ganz bestimmt ei 5— daß er am 10. Januar 1922 das Arm⸗ n seines Bruders von der Tante wieder zurückgeholt nte weiß nun, daß es bereits kalt und die Tage kürzer waren als das Armband wieder zurückgeholt worden sei, sie will sich heute aber auf ein Datum nicht festlegen. Der Staatsanwalt hält den Angeklagten auf Grund der Be⸗ eee weisausnahme für überführt. Der Verteidiger. Rochtsat Schröder von Friedbera ersuchte in längeren, Ausführungen Grund der Beweiserhebung den Nachweis zu führen, daß der bat, die gestellte Schuldfrage zu verneinen. Die Geschworenen erkannten nach kurzer Beratung den Ange. klagten des Meineids nicht für überführt. worauf der An⸗ gerkag und die St asse mit den Kosten des Verfahrens belastet wurde. Mit Worten des Dankes an die Geschworenen für ihre Mitarbeit schloß der Vorsitzende, Landgerichrsrat Funk die Tagung. 5 Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 7. März. Getreidemarkt. Bei flauer Ge⸗ schäftslage wurde bezahlt für je 100 Kilo Weizen Mk. 80 000 bis 85 000, Roggen 78 000 bis 80 000, Gerste Mk. 75 000, Hafer, imän⸗ discher, Mk. 58 000 bis 70 000, Weizenmehl, südd. 440 000 bis 175 000, Roggenmehl 110 000 bis 120 000, Kleie Mk. 40 000 bis 45 000. Versammlungskalender. 7 Heuchelheim. Freie Turnerschaft. 10. März, abends 8% Uhr Versammlung im sse. ẽůeO mw—— N Marmeladen aus eigener Marmeladefabrik Drtifrucht⸗ Pfund 600 2 * Marmelade* Eiufrucht⸗Marmelade Johannisbeer, Stachel⸗ beer⸗, Kirsch⸗, Himbeer⸗, Heidelbeer, Avrikosen 900 5 mit Apfel Pfd. Mk.* Zuckerrüben⸗Syruy die 500.— Salzbohnen p. 2. 200.— Sauerkraut„ 150.— Gemüsenudeln, 1200.— Misch⸗Obst 680. Pflaumen„ 620.— Block⸗Schokolade Mk. 325 die 100 Gramm⸗Tafel Feinst. Schmelz⸗ Schokolade Mk. 1200 u. 1250 die 100 Gr.⸗Tafel S.& F. Malzkaffee Kernseife Sg amn 900.— leichsoda ve... 130 Schade& Füllgrabe) Meisst Du denn nicht, 1350 daß Seifenpulver Jebneekönig unersetzlich ist. iessener Konzert-Verein Montag, I2. Marz 1923, abends 7 Uhr als 7. und 8. Abonnements- Konzert in der Universitäts-Aula: Orchester- Konzert Ausführende: Mitglieder des Nauheimer Kurorchesters u. Giessener Musikfreunde Leitung: Prof. G. Trautmann. Haydn, Oxford- Symphonie— Wagner, Siegfried- Idylle— Mozart, Symphonie G-Moll(K. 550). Eintrittskarten: Mk. 1000.—, 800.—, 700.— u. 500.— bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Wegen der weiteren Geldentwertung haben die Abonnen- ten Ihre Karten(7. und 8. Konzert) unter Zu- zunhlung von 200 Mark gegen die fur das Orchesterkonzert gültige Karte bei E. Challier elnzutauschen. 13⁴⁸ Sthördliche Bekannkmachungen Nutzholzversteigerung. Versteigert werden Samstag, den 10. März Ifd. Is. aus den Distrikten Beckerswald 2a Seewald 1. 8. und 4. des Gemeindewaldes Garbenteich: Stämme: Kiefern, 3. Klasse 7 Stück⸗⸗5,79 Fstm., 4. Kl. 29 Stück 17,57 Fsim., 5 Kl. 15 Stück 6,27 Fstm. Fichte, 3. Kl., 5. Stück 5,65 Fstm., 4. Klasse, 5 Stück 5,46 Fstm., 52 Kl 39 Stück⸗⸗ 20,31 Fstm., 5b Kl. 83 Stück⸗17,87 Fstm. Derbstangen, Fichte, 1. Kl. 125 Stück 12,16 Fstm., 2. Kl 65 Stück 377 Fstm. Nutzscheit, Kiefern, 3 Rm.(3 Meter lang). Beginn der Versteigerung 9½ Uhr vormittags am Waldeingang der Kreisstraße Garbenteich⸗Lich. 5 Garbenteich, den 5. März 1923. 1349 Hessische Bürgermeisteret Garbenteich: Kissel. 0 Augelteutsche Cretan dnslttätslache für Industrie und Handel 1 Telephon Nr. 1409 u. 2171. Telegramm-Adr.: Lacklõb II 25 Banften, lndustrie 0 Gesellschaft 1— 3 2 5 5 zueigstelle Giessen, lockstr. 3 Geschäftliche Rundschau mit Dauerfahrplan Ohne Gewähr Kapital und Reserve: 0 9 ö 1 1200 000 000 Mk. 1 2 25 Bankmässige Geschäfte aller Art 9 0 55 Darmstädter u. Nationalbank, P05 Kommanditgesellschaft auf Aktien E98 Lweigniederlassung Giessen Johanuesstrasse 1 Ruf 120, 174, 177 Commerz- und Privatbank Aktiengesellschaft Filiale Giessen Pianos Elugel Liane, Harmeniums 0 Besitzer Heinrich Braun August Vörster Bahnhofstrasse 65 b Ankunft aus der Richtung Kreuzplatz 14 Spielwaren Moritz Gregori 7 Allgemeines Nutovertrieb u. 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