bethess 0 9* G 9% 1 bee n Organ für die Interessen des werktätigen Volkes women gen — 5 5 5 15 Bahuhosstraße 23 i bahnen a. der Provinz Ob d der Nachbargebiet 2 hahe. der Provin erhessen un er achbargebiete. de a chen. b. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Verantwortlicher Redakteur: F. 0 Anzei is beträgt für die Milli ile ge i J77JJJ%JCGCJVGUVJVJVJVJJ%½%%%Cò(%%% ²ps vi U.— Mk. 1 ohn. exla mn Neumann„ sämtlich i.— Mk. 1 i i 5 Neat Se Mt einschl. Bestellgeld. Ciel 190er] Druck: Herlag Offenbacher Abendblalt Gn N.. Dread a... 5. Maße aer. Aeg, Nun bis Jie e n 15 0 n Nr. 104 Gießen, Dienstag, den 8. Mai 1923 13. Jahrgang ben baz i Ni 7 1 8 450 2 22 2 2 ad. 5 je franzosisch- be gische Nntwort. N runter N 22 22 2 8 a f blehnung der deutschen Porschläge. Nüumung des Ruhrgebiets nach der Zahlung lle bein 0* und es werde Deutschland leicht sein, sie wieder zur Diskussion zu] dernden Zinssatz von 5 Prozent einbringen soll und eine zu amorti⸗ 0 00 Der Wortlaut der Note. stellen, bevor sie Wirklichbeit geworden seien. Gewiß behaupte die sierende Annuität bilden werde.“ Noch weniger Garantien biete sie achte Sonntag abend 7 Uhr wurde der deutschen Botschaft in deutsche Regierung, daß es im Augenblick nicht möglich sei, die für die beiden Ergänzungsbeträge von je fünf Milliarden, die im en ea Paris die gemeinsame Note Frankreichs⸗Belgiens überreicht sesten und endgüllhigen Ziffern der HJahlungsfähigbeit Deutschlands] Grundsatze am 1. Juli 1925 bezw. am 1. Juli 1931 bezahlt werden enn?! Sie hat folgenden Wortlaut:„zu bestimmen Als die alliierten Regierungen den Jo rd ner sollen. ö ngefüähe.. Zahlungsplan ausgestellt hätten. bäkten sie Rücsicht ge⸗ Die deutsche Regierung erklärt, eine internationale d Gene. Ich habe die Ehre, Ihwen den Empfang Ihres Briefes vom] nommen auf das. was diese Bemerkung Gerechtes in sich schließe, Kommission solle darüber entscheiden, ab diese beiden Müsch db. Mai zu bestätigen und im Namen der französtschen Regierung und sie hätten die Zahlung von annähernd Zweidrittel der deut⸗ ausgegeben werden sollen und desgleichen, ob die Zinsen am 1. Juli folgende Antwort zu erteilen: 5 95 N 1 e auf eine unbestimmte Zeit verschoben die durch den 1923 bezahlt werden sollen oder nicht. Derartige Unsicher⸗ Die belgische und die franzöfische Regierung können eine große ohlßend Deutschlamds allein hätte sestgesetzt werden sollen. Seit⸗[heiten machten jede ernste Schätzung des Wertes des Angebotes Anzahl der von der deutschen Regierung gemachten Erklärungen nicht durchgehen lassen, ohne ihnen zu widersprechen. Einerseits ist es nicht richtig, daß irgendeine der von Frank⸗ reich und Belgien ergriffenen Maßnahmen in Verkennung des Friedensvertrags von Versailles erfolgt ist. Andererseits stehen ie heute von Deutschland formulierten Vorschläge in mehreren Punkten im Widerspruch mit diesem Vertrag. Der Vertrag von Versallles hat die Bedingung bestimmt, unter denen die Schulden Dieutschland⸗ i und dann gezahlt werden sollen. Die Festsetzung ist Ende April 1921 erfolgt. Die Zahlungsbediug⸗ ungen sind am 5. Mai 1921 sestgelegt worden. Deutschland hat formell an diesem Tage die Festsetzung und die Modalitäten an⸗ genommen. Inzwischen hat es die Verpflichtungen, die es über⸗ eee hat, nicht gehalten. Ein zeitwetliges Moratorium st ihm bewilligt worden, es hat aber nicht einmal seine herabge⸗ setzten Verpflichtung erfüllt. Infolge dieser Feststellung und in Ausführung des Vertrages haben Frankreich und Belgien Pfänder bier gen Entgegen der Behauptung der deutschen Regierung ist iese Pfandnahme ohne die geringste Gewalt von seiten Belgiens und Frankreichs erfolgt, und wenn es nur von diesen beiden Mächten abhängig gewesen wäre, hätte dies sofort im Ruhr⸗ 15 eine Zusammenarbeit zwischen den deutschen Indu⸗ triellen, Ingenjeuren und Arbeitern und den französischen Indu⸗ striellen, Ingenieuren und Arbeitern ermöglicht. Die Befehle, die von Berlin gekommen sind, haben allein diese Zusammenarbeit ver⸗ hindert. Die deutsche Regierung beauptet, daß die Bevölkerung mit einem pafftven Widerstand auf die Besetzung des Ruhrgebiets geanwortet hat. Nichts ist weniger richtig Es ist nicht dre Bevölkerung, sondern die deutsche Regierung, chen. Bi i die den Widerstand gewollt und organistert hat. Die deutsche Re⸗ gierung erkennt dies implicite übrigens selbst an: denn sie erklärt Al, 6 beute, daß dieser Widerstand erst nach einem Uebereinkommen über bereele l, die jetzigen Vorschläge ein Ende finden werde. Wenn der Wider⸗ der stand von ihr nicht organisiert ist, wie würde also die deutsche Re⸗ gierung Herr sein, ihn abzukürzen oder zu verlängern? Dieser . MWiderstand ist aber nicht passiv, sondern aktiv, während der Frie⸗ emisch densvertrag von Versailles formell bestimmt, daß Deutschland nicht das Recht hat, eine Sanktion, wenn ste nach Feststellung einer Ver⸗ 8 fehlung durch die Reparationskommission erfolgt, als einen Akt dienstm 1 der Feindschaft anzusehen. Die deutsche Regierung hat nicht nur 2 Streiks von Beamten provoziert, sondern einen allgemeinen syste⸗ 7 6 matischen Konflikt, Angriffe, Sabotage und Vergehen gegen das 1(mn emeine Recht. Die belgische und die französische Regierung können „Biken“ keinen deutschen Vorschlag in Berücksichttgung —„ folange dieser Widerstand fortgesetzt wi rd. oh u, Sie wollen nicht, daß das Leben ihrer Ofstztere, ilrer Sol⸗ e daten, ihrer Ingenieure, ihrer Zollbeamten und ihrer Eisenbahn⸗ E dN beamten Attentaten ausgesetzt sei, während man die zu regelnden N Fragen prüft. Sie wollen ferner nicht, daß die normalen Funk⸗ tionen der militärischen Kontrollkommissionen gestört werden und daß die Entwaffnung Deutschlands durch die einzige Tatsache kom⸗ promittiert werde, daß das unbezahlte Frankreich und Belgien Pfänder genommen hätten, wozu sie ein Recht besitzen. Die fran⸗ zösische und belgische Regierung müßten hinzufügen, daß die jetz i⸗ let ud gen Vorschläge Deutschland in mehrerer Hinsicht 5 vollkommen unannehmbar seien. lieflic 100 In erster Linie stellten die tatsächlichen Ziffern nur ein Donnere Viertel der Summe dar, die die Reparationskommission sestge⸗ ler setzt habe und die von Deutschland als der Betrag seiner Schuld gegenüber den Alliierten anerkannt worden sei. Frankreich und Belgien hätten wiederholt erklärt, und sie seien verpflichtet, dies hier nochmals zu sagen, daß sie die a Herabsetzung ihrer eigenen Forderungen nicht annehmen 2 5 könnten, und daß, wenn sie bereit seien, einen Teil mit den peut alllierten Schulden zu kompensieren, sie in die materielle Notwen⸗ g ö digkeit versetzt seien, den Restbetrag zu empfangen, um die schreck⸗ 1 100 lichen Verwüstungen zu beseitigen, die der deutsche Einfall ver⸗ d be e ursacht bat. Frankreich habe bis zum Augenblick 400 nian ume.„ Frances für das Konto Deutschlands vorgeschossen, Belgien 15 Mil⸗ liarden belgische Franes. Außer den Pensionslasten müßten sie n reparieren. noch die Hälfte ihrer Schäde 5 a liche ere fe Frankreichs, das wirtschaftliche Interesse der gesamten Welt, die Gerechtigkeit f zynischen Verle 1 bis jetzt nicht gestatten, ihre d Eisenbahnen zu bauen. Diese kreich entschlossen, nicht zu 30 Milliarden, das die 0 5b cen Ku 1 7 einem von der f. Regler selbst gebrauchten Ausdruck, eine ge⸗ on der deutschen Reglerung 11 e ee e Die Zahlen, die man angegeben habe, dem habe die deutsche Regierung nicht aufgehört, gegen diese Um⸗ bestimimtheit eines Teiles der Schuld zu protestieren. Sie habe wieberholt gesagt, wenn sie verhindert sei, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, geschäße das wefl sie deren endgültige Ziffern nicht kenne. Heute setze sie sie um nrehr als Deeifünftel des festen Teiles ihrer Schuld herab sie reduziere den unbestimmten Teil um mehr als sieben Achtel, aber sie behalte die Unbestimmtheit bei. Konnten die Alliierten irgend einen Grund haben, anzunehmen, daß Deutschland nicht bald wieder auf seine ursprüngliche Begrün⸗ dung zurückkommen und erklären werde, daß nur der feststehende Teil von Deutschland bezahlt werden könne unter dem Vorwand, daß es den Gesamtbetrag seiner Verpflichtungen nicht kenne? Talsächlich handele es sich bei den deutschen Vorschlägen nur mn eine nominelle und scheinbare Summe von 30 Milliarden Goldmark. Der tatsächliche Betrag rechnet erst vom 1. Juli 1927 und stir eine Summe von nur 20 Milliarden. Deutschland verlange also ein volkommenes Moratorium von 4% Jahren, gerechnet vom 1. Januar 23, dem Tage, an dem der Londoner Zahlungsplan von der Reparations⸗ kommission wieder im Kraft gesetzt worden sei. Die Summe von 20 Milliarden sei übrigens beträchtlich herabzusetzen, weil bis zum 1. Juli 27 die Zinsen von dem Ertrag der Anleihe genommen wer⸗ den müßten. Wenn man einen Diskont von 6 Prozent rechne, würde der augenblickliche Wert der 20 Milliarden also auf 15 Milliarden 820 Millionen herabsinken. Diese ungenauen Vorschläge seien übrigens von Vorbehaltem begleitet, die gestatten würden, in einigen Monaten alles wieder in Frage zu stellen. Die deutsche Regierung garantiere nichteinmal, daß die 20 Mil⸗ larden oder die geringeve ze, die ste ins Auge fasse, tatsächlich an dem genannten Datum bezahlt würden. Sie sehe ganz im Gegen⸗ teil voraus, daß, wenn die 20 Milliarden nicht durch Anleihen ge⸗ deckt werden, der nichtbezahlte Teil nur den zum Spott herausfor⸗ Ueberdies hätten die französische und die belgische Re⸗ gierung auf der Pariser Konferenz im gegenseitigen Einvernehmen den Gedanken ausgeschaltet, daß die Reparationskommission ihrer Kompetenz entkleidet und durch internationale Kommissionen, inter⸗ nationale Ausschüsse von Geschäfts leuten, Schiedsgerichte ersetzt würde. Im Vertrag von Versailles habe Deutschland sich feierlich verpflichtet, die Reparationskommission als Richter über den teilweisen Erlaß der Schulden und den Aufschub von Zahlungen anzuerkennen, und es sei bestimmt worden, daß kein Erlaß anders als durch einstimmiges Einvernehmen der Gläubigermächte gewährt werden könne. Frankreich und Bel⸗ gien könnten sich nicht bereit erklären, die durch den Vertrag von Verfailles ihnen gebotenen Garantien preiszugeben. f J Die deutsche Regierung erklärt sich bereit, Sicherheiten für die Barleistungen und Sachlieferungen zu bieten; diese stellen nichts weiter als eine 0 enorme Verminderung ihrer früheren Versprechungen dar. Was aber diese Sicherheiten anlangt, so beschränkten sie sich darauf, die unbestimmtesten und unklarsten Ideen zu äußern, obwohl die Reparationskommission im Einvernehmen mit den alliierten Re⸗ gierungen bereits seit langem alle Maßnahmen studiert hat, mit Hilfe deren Deutschland seine Währung zu stabilisieren, seine Finanzen wieder herzustellen und zur Aufnahme auswärtiger Anleihen zu schreiten sich verpflichtete. Obwohl die alltierten Regierungen Deutsch⸗ land manches Mal zu den aufrichtigsten Bemühungen anzuleiten ver⸗ sucht hatten, die erforderlich seien, um diese Resultate zu erzielen, sagt die deutsche Regierung auch heute noch nicht, in welcher Weise sie ihre Währung zu stabilisieren suchen werde, oder welche gesetzgeberischen Maßnahmen sie ergreifen werde, 55 unmöglich. Aus Paris wird gemeldet, daß die Regierung Englands bei der französischen Regierung offiziell Schritte unter⸗ nommen hatte, um eine gemeinsame Antwort der Alliierten an Deutschland zu geben. Es heißt sogar, daß diese Ver⸗ suche mit sehr starkem Nachdruck unternommen wurden. Dieser Versuch, der von Lord Curzon selbst unternom⸗ men wurde, ist von Poincaré schroff zurückgewiesen worden mit der Begründung, die deutsche Note verlange eine un⸗ zweideutige und umgehende Antwort, die unverschämte Forderung nach der Räumung des Ruhrgebiets mache das notwendig. Poincars hat sich nun dazu verstanden, die Ant⸗ wortnote den verbündeten Regierungen vorher bekannt zu geben, aber mit der Maßgabe, daß der Wortlaut endgültig und unabänderlich sei. Wie der Korrespondent der Frkfl. Ztg. meldet, ist nach dem Petit Parisjen die offizielle Argumentation, mit der die französische Regierung das englische Verlangen nach einer gemeinsamen Beantwortung der deutschen Note abgelehnt hat, die folgende: 1. Die Lächerlichkeit des deutschen Angebots und die Unverschämt⸗ heit der Bedingungen, von denen es abhängig gemacht worden sei, habe in Frankreich eine viel tiefergehende Entrüstung hervorgerufen als in England. Während man in England die deutsche Note ledig⸗ lich stupid gefunden habe, sei sie in Frankreich als eine Herausfor- derung befunden worden. Die franzöfische öffentliche Meinung habe deshalb einmütig die sofortige und schärsste Zurückweisung gefordert. Diese Stimmung i 1 tragen, die die zur Ausarbeitung eines gemeinfamen Textes erforder⸗ lichen interalliserten Verhandlungen verursacht hätten. 2. Die deutsche Note sei in ihrem Geiste wie in ihrer Fassung völlig beherrscht von den Ereignissen im Ruhrgebiet. Da die englische Regierung an der Aktion nicht teilgenommen habe, sei sie von vorn⸗ herein außerstande, sich einer Antwort anzuschließen, die jenen ver⸗ schleierten Krieg, den Deutschland unter der krügerischen Bezeichnung: „passive Resistenz“ maskiere zum Gegenstand habe. 3. Die französisch⸗belgische Antwort habe rein negativen Charak⸗ ter. Sie stelle lediglich eine motivierte Ablehnung der deutschen Vor⸗ schläge dar, enthalte aber weder Gegenvorschläge, noch ein Verhand⸗ lungsprogramm. 5 g 4. Die französisch⸗belgische Antwort schließe deshalb keineswegs die Möglichkeit einer späteren interallfierten Zusammenarbeit aus, sobald der Augenblick für die Aufstellung eines positiven Programms zur Regelung der Reparations⸗ und der interalliierten Schuldfrage gekommen sei. 4 Die Pariser Blätter teilen mit, daß Lord Curzon bei seiner Zu⸗ Regierung ein Maximum bilden sammenkunft am Samstag mit dem französischen Botschafter St. n Frankreich hätte unmöglich die Verzögerung ver⸗ Ein Versuch Englands. Von Frankreich schroff zur ückgewiesen! Aulaire es bei der Einsichtnahme in die französische Antwortnote nicht bewenden ließ, sondern, das Wünschenswerte einer gemeinsamen Ant⸗ wort an das Berliner Kabinett betonte. Weiterhin enthalten die Blätter im Anschluß an diese Meldung versteckte Vorwürfe an die Adresse Englands, das, so wird allgemein ausgeführt, infolge seiner Zurückhaltung bei der französisch⸗belgischen Ruhroperation jetzt nicht das Recht habe, den beiden Verbündeten Ratschläge zu erteilen. So⸗ bald allerdings das Reparationsproblem als solches zur Sprache kommen werde, sei England natürlich am Verhmdlungstisch will⸗ kommen. a Anläßlich einer neuen am Sonntag aus London eingelaufenen Meldung, wonach das Londoner Kabinett die Abfassung einer gemein⸗ samen Antwortnote vorgezogen hätte, unternimmt es der Temps in einer überaus heftigen und anzüglichen. Sprache, die englische Re⸗ gierung ad absurdum zu führen. Im besonderen meint das Blatt, die englische Regierung hätte sich mit Frankreich und Belgien nur über drei Punkte besprechen können: 1. Regelung der deutschen e Abgabe eines Gut⸗ Schuld; 2. die Frage der Garantien und 3. di. achtens über die von Deutschland vorgeschlagenen Schiedsrichter. Aber dabei würde die englische Regierung hinter den Stellungen, die Frankreich und Belgien einnehmen müssen, zurückgeblieben sein und da sie sich nicht weiter hätte vorwagen können, so hätten eben Frank⸗ reich und Belgien zurückweichen müssen. Zu der Frage der deutschen Schuld heißt es: Der englische Plan enthielt dieselben Fehler wie der deutsche Vorschlag vom 2. Mai. Er verwässerte die Reparations⸗ forderungen und gab ihnen einen ungewissen Wert, während die Deutschen beständig vorgegeben hätten, daß diese Ungewißheit ihnen bei Kreditforderungen hinderlich gewesen sei. Mit welchem Recht fragt das Blatt, hätte das Foreign Office gemeinsam mit der bel⸗ gischen und der franyösischen Regierung eine Antwort ausarbeiten können, um gleichzeitig das Unzulängliche des deutschen Angebots zu verkünden? Sie hätte keine Autorität besessen, um Deutschland zum Vorwurf zu machen daß es ein ungewisses Angebot eingereicht habe. England hätte, wenn es sich bei der Abfassung einer interalliierten Antwortnote beteiligt haben würde, die Note abgeschwächt und in seinen wesentlichsten Punkten entstellt. Was nun die Garantiefrage anbelangt, so wäre es dasselbe gewesen. Frankreich und Belgien, die vor vier Monaten in das Ruhrgebiet eingezogen sind, sind fest entschlossen, die Ruhr nur nach Maßgabe der jeweilig erfolgen⸗ den Bezahlung zu räumen, und, solange der passive Widerstand währt, kein solches Angebot in Erwägung zu ziehen. Wie hätte aber das Foreign Office eine so energische und unzweideutige Sprache mitreden können, wenn die englische Regierung nicht an der Ergreifung der Pfänder teilnehme, oder habe sie sich in irgend einer Weise an den Maßnahmen, die auf dem rechten Rheinufer ergriffen wurden, beteiligt? Kurz und gut, so meint der Temps, da England diese moralischen Verlegenheiten nicht hätte überwinden können, würde es Frankreich und Belgien Vorschläge gemacht haben, die diese beiden Staaten dahin gebracht hätten, mehr oder weniger ihre seit vier Monaten befolgte Politik zu verleugnen. N 5 —— soch aich welche Efraahme cz emen sie fur Baranfterung der verschiedenen Anleiheabschnitte zu verwenden gedenke. 5 l Genau so unbestimmt umd genau so illusorisch seien die Angaben der deutschen Regierung über die Sicherheits garan⸗ ten, die sie, wie sie erkläre, Frankreich zu bieten bereit sei. Sie spreche nicht von Belgien und dieses Versehen erscheine zum aller⸗ mindesten merkwürdig, wenn man sich erinnere, wie Deutschland sich im Jahre 1914, als er Garant der belgischen Neutralttät war, dieser Nation gegenüber benommen habe, deren Unabhängigkeit zu schützen es versprochen hatte. Indessen seien die belgische und die frantzö sische Regierung stets für das„internationale friedliche Verfahren und die„friedesichernde Vereinbarung, die auf Gegenseitigkeit beruht“ ge⸗ wesen, und die deutsche Regierung mißachte trotzdem schon heute die Hauptbedingungen, die der Versailler Vertrag enthalte. In diesem Zusammenhang ebenso wie in der Reparationsfrage, könnten Frank⸗ reich und Belgien sich nicht mit den neuen deutschen Vorschlägen be⸗ gnügen. Sie brauchten Gewißheiten. 5 Als Gegenleistung für zum Teil mamnehmhare, zum Teil un⸗ zulängliche Vorschlüge beanspruche die deutsche Regierung, daß der unkt der Verhandlungen sein müsse, daß der status quo 0 des Friedens vertrags wfederhergestellt werde, und in Anwen⸗ dung dieser allgemeinen Bestimmumgen verlange sie namentlich, daß die neuerdings in vollem Einklang mit dem Versailler Vertrag be⸗ ten Gebiete geräumt werden, daß die in den Rheinlanden von Rheinlandkommission zur Sicherung des Versoiller Vertrags er⸗ griffenen Maßnahmen zurückgezogen würden, daß die wegen Verletzung der regelrecht erlassenen Ordonnanzen verhafteten und tesenen Deutschen befreit und in ihre Wohnstätten und Sienstselen wieder eingesetzt würden. Also während viereinhalb Jahren, das heißt während der Periode, in der die franzhsische und die belgische Regierung sich bemüht hätten, Sachlieferungen und Geldzahlungen zu empfangen und den Wiederaufbau der ver⸗ wüsteten Gebiete durchzuführen mußten sie geduldig ohne Pfänder ohne Garantien warten, bis es der deutschen Regierung ge⸗ fällt, die Maßnahmen zu ergreifen, die ihr paßten, um dann eine sunbestimmte und winzige Summe anzubieten. Aus dem Ruhr⸗ gebiet müßten sie sogar heraus, in das sie doch nur eingerückt seien, ö um die Garantien und Pfänder in der Hand zu haben, auf die ste einen Anspruch hätten und die ihnen ver⸗ weigert worden seien. Die belgische und die französtsche Re⸗ gierung hätten beschlossen, die neubesetzten Gebiete nur 309 Maßgabe und im Verhältnis der geleisteten 3 ah lungen zu räumen. An diesem Beschluß hätten sie nichts zu ändern. Sie könnten im übrigen nicht die Bemerkung unterlassen, daß die deut Note von Anfang bis Ende nur der kaum verhehlte Aus⸗ ruck eine systematischen Auflehnung gegen den Versailler Vertrag sei. Dies würde schließlich notge⸗ drungen zur vollkommenen und endgültigen Zerstörung diefes Vertrages führen. Dies würde sogar zu einer moralischen, wirt⸗ schaftlichen, politischen und militärischen Revanche Deutschlands ihrem. Unmittelbar nachdem die Botschasterkonferenz noch einmütig festgestellt habe, daß Deutschland seine Verpflichtungen nicht er⸗ füllt habe, sollten Frankreich und Belgien auf die friedlichen Sanktionen verzichten, die zu ergreifen Deutschland sie ge⸗ zwungen habe. Deutschland solle von den Aufgaben befreit wer⸗ den, unter denen es nach seinen Erklärungen zusammenbreche und die es für unproduktiv erkläre. Damit scheine es die Besatzungs⸗ belbbete im Auge zu haben, um Frankreich unh Belgien so der lidesten Grundlagen berauben zu wollen, die ihnen Sicherheit und die Besolgung der vertragsmäßigen Garantien gemährleisten sollten. Die Reparations hommission solle desavouiert und aufge⸗ hoben oder bis zur Ohmmnacht eingeschnürt werden. Deutschland solle befreit werden von dem, was es die politischen und wirtschaft⸗ (lichen Fesseln des Vertrags nennt. Die Alliierten müßten Deutschland sofort wieder in den Genuß Meistbegünstigungsklauseln setzen, was ihm gestatten würde, on den Ruinen die es in Belgien und Frank⸗ dste eich gehäuft habe Nutzen zu ziehen, um sich rasch imd ustrfielle Ueberlegenheit über die Länder zu lichern, die es verwlistet habe. Für die Reparationsfvage solle cht mehr wie der Versailler Vertrag es vorsehe, eine Kom⸗ misston zuständig sein, deren Entscheidungen zu befolgen Deutsch⸗ land sich verpflichtet habe: die Entscheidungen sollten vielmehr internalsonalen Kommissionen unterbreitet werden. Belgien und Frankreich sollten ibre Pfänder aus der Hand goben, sie sollten Gewalttätigkeit der deutschen Regierungs⸗ beamten ausgesetzt bleiben und als Gegenlefstung für alle diese Opfer würben ihnen noch einmal en paar auf Paper geschriebene Worte gegeben werden. Die deutsche Regierung werde, wenn sie über diese Dinge einmal nachdenken wolle, sich nicht wundern, daß Frankreich 5 und Belgien eine derartige Haltung ablehnten. Unwahrheiten neben berechtigter Kritik. Basis zu Verhandlungen gegeben. Die Note der französischen und belgischen Regierung an die Reichsregierung vermag in erster Linie ausschließlich die Geschäfte der Deutschnationalen und ihrer Anhänger zu —. ˙A fördern, da diese Pärtei aus dem gegenwärkigen Elend parteipolitische Geschäfte erwartet. Cuno und Rosenberg hatten bei der Ausarbeitung ihrer Note auf innenpolitische Verhältnisse, auf die Herren Helfferich und Hergt, die den Versailler Friedensvertrag bereits seit langem für null und nichtig erklärt haben, Rücksicht genommen, deshalb auch nicht eine Bezugnahme auf diesen Vertrag. Die Note Poincarés ist ebenfalls ein Produkt der innenpolitischen Rücksichtnahme und stellt man es in Vergleich zur deutschen Note, dann ist festzustellen, daß Poincaré es psychologisch dennoch besser verstanden hat, auf seine Landsleute Eindruck zu machen. Während Einzelheiten in der französisch⸗belgi⸗ schen Note den Tatsachen entsprechen und verschieden Kritik geübt wird, die auch uns angebracht erscheint, werden an anderer Stelle Tatsachen verschleiert und direkte Unwahrheiten wiedergegeben. Herr Poincaré irrt sich z. B. in der Annahme, daß im Ruhrgebiet sofort ein Zusammen⸗ arbeiten zwischen den deutschen Industriellen, ihren Ar⸗ beitern und den verbündeten Industriellen, Ingenieuren und Arbeitern möglich gewesen wäre, wenn nicht von Berlin aus entgegengesetzte Befehle eingetroffen wären. Das eine mag die französische Regierung glauben, daß die deutsche Ar⸗ beiterschaft sich auch ohne die Herren Cunb und Rosenberg gegen den Einfall ins Ruhrgebiet gewehrt hätte. Insofern muß man der französischen Note zustimmen, wenn sie darauf hinweist, daß, wenn der Widerstand spontan ist, er von der deutschen Regierung nie abgekürzt oder verlängert werden kann. Bei dieser Feststellung rächt sich die erste Unge⸗ schicklichkeit in der letzten deutschen Note. Während die Möglichkeit besteht, daß der Teil der Note, ber sich mit den Zahlungen, den Garantien usw. beschäftigt, in dieser Situation von Deutschland als Basis zu Verhand⸗ lungen angenommen werden könnte, scheint uns die Forde⸗ rung auf Einstellung des passiven Widerstandes als Voraus⸗ setzung für Verhandlungen, so wie sie in der Uebersetzung des deutschen Textes der Note gegeben ist, kaum an⸗ nehmbar. Auf die Kunst der Täuschung und der Ver⸗ drehung von Noten in wesentlichen Einzelheiten versteht man sich sowohl in Frankreich wie in Belgien, ebenso aber auch in Deutschland und an einem einzelnen Wort kann manchmal viel abhängen. Politische Uebersicht. Die stinnesierten Inderziffern. Das Wirtschaftsorgan von Hugo Stinnes, die Industrie⸗ und Handelszeitung, berechnet neuerdings eine Teuerungsmeßziffer, die wöchentlich veröffentlicht wird. Angesichts der Tatsache, daß es neben dem Kutezynskischen Existenzninimum nur noch die Teuerungsziffer des Statistischen Reichsamtes gibt, die für die Beobachtung der Veränderung der Lebenshaltungsrosten ernsthaste Beachtung verdienen. ist dieser Entschluß von großer Bedeutung. Es ist nicht ungefährlich wenn ausgerechnet eine, im Redaktions⸗ bureau eines Schwerindustriellenorgans errechnete Ziffer guf Grund ihrer Aktualftät bald den Vorrang in lohnpoldtischen Ent⸗ scheidungen erhalten wird. Man darf daher nicht an Tadel gegen⸗ über dem Statistischen Reichsamt sparen. Ist es nicht ümstande, dasselbe zu leisten was ein Redaktionsstab des Herrn Stinnes iich zutraut? Bei einigem guten Willen wäre man zweifellos dazu imstande gewesen. Wir glauben, daß dem Statistischen Reichsamt nunmehr nichts anderes übria blesbt, als das Verfahren seiner Teuerungsmessuma rasch und gründlich zu modernisteren und zu aktualifieren. Zum minßesten müßte das in der Form geschehen, daß neben der Ziffer für das ganze Reich wöchentlich Zahlen für die Hauptwirtschaftspunkte und Arbeitszentren des Reiches her⸗ ausgebracht werden. Das dürfte keine besondere Arbeit machen, würde aber die Garantie bieten, daß der zweifellos tendenziös zuvechtgestutzten Stinnes⸗Ziffer(mag sie sich auch noch so wissen⸗ schaftlich verbrämen) eine amtliche, der mehr Zutrauen geschenkt wirb stets auf der Stelle gegenübergestellt werden könnte. Dex Unterschied der Industrie⸗ und Handelszettung⸗Teuerungs⸗ meßzifser(abgekürzt: J. u. H.⸗Teuerungszifser) gegenüber der des Statistischen Reichsamts besteht vor allem darin, daß von ihr „alle verfügbaren Tagespreise des Monats“ erfaßt werden, während die Reichsziffer aus zwei Stichtagen jewesls einen Monatsdurchschnitt errechnet. Das stellt zweifellos einen bedeut⸗ samen Fortschritt dar denn gerade die Erfahrungen der letzten Monate haben bewiesen, daß das amtliche Verfahren die Ent⸗ wicklung der Verhältnisse ganz und gar nscht zu bewältigen ver⸗ steht. Beispielswesse im Februar war die amtliche Ziffer alles andere als eine getreue Wiedergabe der tatsächlichen Entwicklung, *.. Wie die Grubenbarone unterm Beckerkurs„ern . f 1 In der amtlichen Meldung über die letzte Sitzung. ele kohlen rats wurde mitgeteilt. daß die Werke die Kof 1 i Lohnerhöhung füss erste ohne Preiserhöhung Die Vertreter des Berabaues hatten dabei betont, f zu bringen beriet schen“. Das letztere ist ein dreister Sapim Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die Grrhuhe Forderungen in Höhe von 400 Millfarden Mark für Enutt verausgabter Lohnsummen für angeblich unproduktive wife der: langen. Diese Forderung schießt weit über das Ziel h 15 und würde bet Erfüllung den Grubenbesitzern einen Vorteil auf foster der Allgemeinheit zuweisen. Aber das gemiügt den Grub wbesitzern noch nicht. Weit davon entfernt für die Lohnerhöhungen Opfer zu bringen“, wollen sie diese Opfer dem Reich auferlege. Ba der undurchsichligen Fimanzwirtschaft, die gegenwärtig it Prutsc⸗ land getrieben wirt und bei der Unterstützung die alle dezartigen Forderungen durch den fetzigen Neichswirtschaftsminister Becker erfahren, scheint dieser Plan auch gelingen zu wollen. bestes nämlich die Absicht, die Beträge die für Lohnerhöhungen essprder lich sind, als unproduktive Ausgaben anzusehen sodaß da Reich diese Ausgaben trägt und nicht die Becgwerksbesttzer, oe die amtliche Melbung wahrheitswidria behauptet. 9 n Gegen diese Absicht erheben wir auf das schärfste Einspruch Wir glauben verlangen zu dürfen. daß der 2 h mit diefer Angelegenhaht beschäftigt. Denn was bedeutet Nen lung? Das Kohlensyndikat hat vor Monaten schon eit m feht Reich erhalten. Durch den Murksturz Kredit, der nicht wertbeständig gegeben worden 11 Kredit durch das 1 dieser etwa die Hälfte entwertet Nehmen wir an, das Koh lensendie habe efnen Kredit von 700 Milliarden Mark erhalten, so wire das bei einem Dollarstand von 20 000 35 Millionen Wollar. Jetzt aber ist bei einem Dollarstand von 40 000 die gleiche Mark summe nur noch etwa 17½ Millionen Dollar. Angesichts dieses übergroßen Enthegenkommens an das Kohlensyndikat da 8 1. jet 1 noch eine Erstattung der Lohn durch das Reich in Frage kommen. 22 Es ist übraus kennzeichnend für den Kurs, der jetzt im f wirtschaftsministerium herrscht, daß an Unternehmen vollen Händen gegeben wird, daß aher jede Lohn der Arbeiter von dieser Stelle aus die schärfste Bekämpfi 0 f Der abgeänderte Versammlungsschuß. Die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft des Reichstags wolff einer Milderung des Antrags Stresemann wegen Bestrasthig Versammlungssprengung entschlossen. Der Ankrag soll f gende Formulterung erhalten: „Wer in nicht verbotenen Versammlungen oder bei n botenen Aufzügen oder Kundgebungen Gewalttätigkeiten in sicht begeht, die Versammlung, den Aufzug oder die Ki zu spreugen, wird mit Gefängnis und Geldstrafe oder eine dieser beiden Strafen bestraft.“ Dieser Beschluß der bürgerlichen e als — ein erster Erfolg der sogialdemokratischen Fraktion in e. bitterten Kampfe gegen das geplante neue Aus nahm 9. buchen. Zunmächst ist nach dem neuen Antrag der„Versuch“ nicht mehr strasbar. Außerdem find auch die Zusammenhan setzbuches. Diese Feststellung ändert nichts daran, daß die lende; 3 auf besonderen Wunsch der Demokraten und des Zentrums erfolgte, die dem Antrag jede Schärfe nehmen wollten. Bewaffnete Banden. Es wird uns geschrieben: In Nürnberg, der größten bayeri⸗ schen Industriestadt, sind die Nationaltsoztaltsten noch in hoff⸗ nungsloser Minderheit. Ste machen sich zwar bet den Wermmftal⸗ tungen der Arbeiterschaft bemerkbar, aber zu größeren iktonen, haben ste es noch nicht gebracht. Offenbar hatten sie aber far den 1. Mai eine solche Aktion vorbereitet, die rechtzeitig vereste! wer⸗ den konnte. In der Nacht zum 1, Mai wurde der Nürsterget Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. Nun fiel ihm auch der unterirdische Fluß ein, über dessen berschüttetem Bett Kromlaix erbaut sein sollte und die ge⸗ heimnisvollen Töne, die an stürmischen Tagen aus dem Erd⸗ innern zu dringen schienen und dem abergläubischen Volk viel Legendenstoff boten. Er erinnerte sich auch daran, daß er als Knabe oft sein Ohr am unteren Ende des Dorfes an die Erde gedrückt, um das geheimnisvolle Rauschen des unterirdischen Flusses zu hören. Nun stand er vor der Lösung des dunklen Rätsels. Das schwarze Wasser da unten u seinen Füßen war vielleicht ein Nebenfluß oder gar der in ein künstliches Bett gezwängte Fluß selbst. Wenn er, Rohan, den Mut hätte, in die Tiefe zu tauchen, würde er szweifellos auf die Ruinen der einstigen Römerstadt stoßen. Die Erlebnisse der letzten Stunden erschienen ihm wie ein 91 schöner Traum oder ein Märchen! Für heute wollte er nicht weiterforschen, denn er mußte vorerst seine Gedanken sam⸗ meln und das konnte er am besten in seinem neuen Versteck auf der Stirnseite der Klippe. Dorthin zurückgekehrt, warf sich Rohan auf sein Tang⸗ lager und brütete stundenlang über all die neuen Wunder. Ihm war's, als ob er vom Grabe auferstanden und von den Toten ein seltsames Geheimnis mit ans Tageslicht gebracht hätte. Die Entdeckung des ungeheueren römischen Wasser⸗ gewölbes, der dunklen Verbindungsgänge mit dem Meere, überwältigte ihn schier. Ebenso der Gedanke an die schwarze Marmorstatue, die ihm als Wahrzeichen einer vergangenen Welk erschien. Wer der Verewigte auch sein mochte, er hatte vor vielen Jahrhunderten zweifellos gelebt und geherrscht, sein Haupt mit Lorbeer bekränzt und sich in Purpur gekleidet, während seine Untertanen darbten. Auf seinen Befehl waren wahr⸗ scheinlich kostbare Bauten erstanden, Städte errichtet oder vernichtet, Länder erobert oder verloren worden, und ehe der Tod ihn ereilte, wurde er vielleicht als ein Gott gepriesen. Sklavenseelen hatten wohl die Statue zu seinem Andenken in dem ungeheueren Gewölbe errichtet und andere, noch kost⸗ barere vielleicht auf den belebtesten Plätzen großer Städte, vor denen die Menge in den bewundernden Ruf ausbrach: „Heil Dir, o ruhmreicher Cäsar, Dein Volk liebt und verehrt Dich!“ Der Herrscher lag, längst vermodert, in seiner Gruft, aber die schwarze Statue stand noch immer dort unten! Je mehr Rohan über seine Entdeckung grübelte, desto weniger wagte er, das geheimnisvolle Gewölbe noch einmal aufzusuchen, denn er fürchtete, das Erlebte könnte sich als eine Ausgeburt seiner krankhaft erregten Phantasie ent⸗ puppen. Zwei Tage long saß er sinnend in seinem luftigen Lugaus, beobachtete er den Flug der Mömen und die zahl⸗ losen Fischerboote; es war gerade die Saison, in der die Seetangernte eingeheimst wird, die man teils als Brenn⸗ material, teils als Dünger verwendet. Stundenlang beob⸗ achtete er das lebhafte Treiben der an der Küste lavierenden, rotbewimpelten Boote und erkannte auch manchen Kame⸗ raden, mit dem er sonst zusammen ausgezogen war, um die Schätze des Meeres zu heben. Am dritten Tage war der Himmel stark umwölkt, dichte Wassernebel stiegen auf und verhinderten jede Aussicht. Eine unheimliche, bedrückende Stille erfüllte die Luft, die zeitweise von einem heftigen Regenguß unterbrochen wurde. Die Atmosphäre schien mit namenlosen Schrecken geschwängert zu sein, wie sie einem heftigen Sturm und Gewitter voranzugehen pflegen. Spät am Nachmittag begann es stark zu regnen. Rohans Unruhe wuchs von Minute zu Minute; schließlich hielt er es in seinem Versteck nicht länger aus, zündete seine Laterne an und machte sich auf den Weg in das römische Gewölbe, um sich zu überzeuge doß er nicht geträumt habe und es Oberbürgermeister davon unterrichet, daß sich im. ihm nicht ergehen werde wie dem Manne, der einen großen Schatz entdeckt hatte und ihn dann vergebens suchk Er atmete erleichtert auf, als er die erste Wasserhöhle, dis mit dem Meere verbunden war, unverändert fand. Errez legle er auch den weiteren gefährlichen Weg durch die schmalen, finsteren Gänge und über die schlüpfrigen Stiegen rü bis er vor der gewölbten Oeffnung stand, die in das Inmgerste der Klippen führte. Sier schlug ihm ein starkes Gurgeln entgegen, wie wenn ein Gewässer ein sich ihm entgegen; stellendes Hindernis durchbrechen will. Er blieb figgernd stehen und lauschte, denn das hatte er bei seinem ersten esuth in dem Gewölbe nicht vernommen. Ein furchtbares Etihnen, Brausen und Gurgeln drang aus dem Raume. Rohan faßte sich ein Herz und eilte weiter. Je mehr er sich dem gawölbe näherte, desto ohrbetäubender wurde das Geräusch: daß Gegurgel hatte sich in ein Donnergebrüll verwandell die Erde zitterte unter seinen Füßen wie bei einem Etbheben schaudernd trat er in das Gewölbe. Der Fluß toltt und raste; der heftige Strudel drohte die Steinwände, in genen er gebettet war niederzureißen. Rohan kroch vorsichiih zur Statue hin und sah, daß die breite Steintreppe, die in daß Bassin führte, bereits zu drei Vierteln überschwemis wok und daß das Wasser mit rasender Geschwindigkel istieg, wahre Schaumkämme mit sich führend. Im Nu ü hei er seine gefährliche Lage; wenn er länger verweilte, n ein Kind des Todes. Das Wasser brüllte ohrbetäuben de feste Boden unter seinen Füßen wankte und trieb! die Flucht. Er war um keine Minute zu früh geflohen die aufgeregten Wasserfluten stürzten ihm nach kletterte mit Mühe die Treppen zur kleinen Wasf⸗ empor, in der es auch schon wie in einem Zauberkes haft brauste und kochte. Die vor kurzem noch klare, grüne Flut war jetzt kaffebraun und trüb. (Fortsetzung folat.) Ale! 1 8 0 0 rein e be, ens noch F ee ccd ee men De serolsche imd laufmän arsche . e 1 e ee hatte. Eine zu unterwerfen. i a Fortbildunge chüler oll umter dem 5 l 5 etwa notwen⸗ ee eben 8 e e Der deulschnononole Antrag wird abgelehnt und der loniuidemo- dig werbender E gohungen an Sah age 1den an kira a 00 t. r d 11 ft 55 lit Si 19 alenkreuzler, darunter kratischen Antrag mit Unterstützung des Zentrums angenom- erhöht werden. Die Erhebung erfolgt in zwei Raten, im Monat leichte schaßferlige F eee K B(Soz.) b. tet eine Entst Awell und im Monat Okwber. un Frotent diefer Schien maten 18 90 W 1 1 blen, 2 Abg. Brey(Soz.) besütrwortet eine Entschließung, wonach Ar⸗ nach den gleichen Grundsätzen wie bei den hö eren Lehranstalten Jufanterfsegewehre, 6 Seitengewehre und 8000 Patronen mit sich. beiter, die infolge von Betriebsgefahren erkrankten(Berufskrank⸗ Freistellen erhalten. 15 5 1 0. er Nartnalsozialisten, im„Beckengarten“, er Höherer? frürkbe⸗ Die Waffen wurden sämtlich beschlagnahmt, ein Wachtmeister der i ichsverft 1 füil. i 1 2 der 8 ee, heiten), nach den Bestimmungen der Reichsversicherungsorbnung über Nach Ausführungen von Beig. Dr Seib berechnen sich die sach⸗ lädtischen Polizei, der sich unter den Nakionalsozialisten befand, so: die Unfallversicherung entschädigt werden sollen. lichen Kosten der Schule im Jahre 1023 auf ungefähr 107. Millionen sort entlassen. In der Sitzung des Stadtrats vom 2. Mai inter⸗ Nach zustimmenden Erklärungen der Abgg. Moldenhauer Mark. Die Schule wird zur Zeit von 989 Schülern besucht, devon a te Genosse Eichenmüller i ister ü f und ua 18 1 1905 e 0(D. Vp.) und Tremmel(3Ztr.) wird die Entschließung ange⸗ sind rund 570 Schüler nicht aus Gießen. Die Kosten auf den Kopf Nationalsozialisten, daß sie die Absicht haten, die Maidemonstration. des Schülers berechnet belaufen sich auf 10 617 Mark. Dem Antrage der sozialistischen Arbeiterschaft zu stören und die Teilnehmer zu Fortsetzung der Beratung Montag 2 Uhr nachmittags. Außer⸗ wird zugestimmt. urg provozieren. Es konnte noch nicht sestgestellt werden, woher die] dem Lerne einen eee eee File die Inshandsepung der Klngelaulage der Stabtknabenschule Waffen stammen. In geheimer Sitzung beschäftigte sich der Stadt⸗ Verletzung der Immunktät der deutsch⸗volktschen Abgeordneten durch wird ein Kredit von 100 000 mark bewülgt, 145 % Fa wie der berdurge meter beracent mit den Mihlereeen den de Berliner Politel l wetter Belrgnentwemen en ben Ng g e eee* * r e 80 E nationalsozialistischen r—— 750 1—— Mk. N 16 5 Hauptagitator, ullehrer Streicher, wegen seine t. K 5 b ür Ausgrabungen durch das essische Museum wird em 4 15 eee ee Gießen und Umgebung. Kredit von 20 000 Mk. bewilligt. Als Beitragsleistung für den Se⸗ 6. i wird ein Kredit von 100 000 Mk. zur Ver⸗ 15 f o 78 ügung gestellt. f 5 Die Verhältnisse in der Gießener Ober⸗Realschule. Ge Sagte egen g dee greg und 14 2 0 enossen. Von Haupt, Seng u ierau wird die Errichtung einer N Wie in der Samskagsnummer kurz bemerkt wurde, kam Küche befürwortet, die sich als notwendig erweisen werde. Stabdtv. am Samstag vor der Strafkammer in Darmstadt eine Be-] Kraus müller bemerkt, daß man sich schon im vorigen Herbste 10 leidigungsklage gegen den Redakteur der deutschnationalen mt dieser Sache beschäftigt habe. Stadtv. Schmidt meint, daß die 7 f 5 Kochschule der Fortbildungsschule vielleicht an ältere Leute Essen ialistische Frechheiten in München und Hessischen Landeszeitung Zur Verhandlung. Als Neben abgeben könne. Beig. Dr. Set b macht auf die Schwierigkeiten auf⸗ polizeiliche Schlappigkeit. kläger trat der Beleidigte Prof. Michel auf. Die Verhand. merlsam, die Einrichtung und Betrieb einer Volksküche verursacht. Mitglieder der Stadtrats Strafantrag zu stellen und bei Kreisregierung die Einleitung des Disziplinarverfahrens zu be⸗ 5 antragen. Der Oberbürgermeister richtete ferner an die bayerische⸗ Regie rung den öffenlichen Appell, die Gesetze gleichmäßig nach allen Seiten anzuwenden und für den Schutz des Staates, so wie er sei, energisch einzutreten. N Nationalsoz 4 gesetzten Beschimpfungen gegen den Oberbürgermeister und andere der 1 4 lungen dauerten bis zum Abend. Sie endete mit einem ö ü 61 N ie i g Unser Münchener Parteiblatt berichtet: 2 5 Im gleichen Sinne äußern sich noch mehrere Redner, doch wird 14 05. 3 1. Mai 8 e Vergleich e, der dahin geht. daß der Angeklagte die An⸗ schließlich einstimmig beschlossen, den Antrag nochmals dem Finanz⸗ ö* egen friedlich demonstrierende Arbekter. Ein Zug Festteilnehmer griffe und Beleidigungen mit Bedauern zurücknimmt und e 1 ür N fü i 1 0 marschterte von der Theresienwiese nach Hause. In der Schleiß⸗ die Kosten trägt. Der Vergleich soll in einer Darmstädter 155 E 1 e für eie eee 225 14 bheimerstraße bog ein Tump Arheiter(Belegschaft Großlappen), und einer Gießener Zeitung veröffentlicht werden.— Be⸗ 135 W e 80 b. M e 9 5 1 U sso berichtet ein Augenzeuge, mit Reichsfahnen und Musik in die merkenswert war no ch paß der frühere Direktor Tr., Sch ell 125 392 Mk, bewilligt. Stadtv. Maier regt wie rholt die Errich⸗ e Elisabethenstraße ein. Es waren etwa 90 Mann. Als sie Ecke Jsa⸗. e e. re Direktor Dr. Schnell tung einer Erwerbzbeschränten Rertsele ent 1 1 bellastraße angekommen waren, erschol plötzlich Sturmgeschrei und von der Oberrealschule zugeben mußte, daß er das Material Stadt. Mann bemerkt noch am Schluß, daß das Mietseinig⸗ 19 11 Angehörige der Freikorps Blischer, Roßbach, Oberland und des zu den Artikeln geliefert habe, die zu dem Prozeß Veran⸗ ungsamt jeden Schein vermeiden solle, als ob mit zweierlei Maß M „ Stoßtrupps der Nationalsozialisten überfielen den Zug und lassung gegeben haben.— Ausführlichen Bericht bringen gerbessen werde, ö spfrengten die unbewaffneten Zugteilnehmer mit Gummiknütteln wir noch f 15 918; auseinander. Den Fahnenträgern wurden die Reichsfahnen ent⸗ ö— Erfolglose nationalistische Agitation. Vorige Woche 0 rissen, die 1 1 0 angezündet und mit klingendem Spiel 5 4 war in unsere Gegend ein gewisser Dr. Stadler aus e e mutig. eee babe Stadtverordneten⸗Ver ammlung. Berlin tätig, der, wie uns mitgeteilt wurde, eine umfassende g mehrere Schüsse ab. Grüne Polizei, die anscheinend eingreifen Sitzung am J. Mal.(Schluß.) f Agitation für die Deutschvölkischen entfallten wollte. Im ö wollte, fuhr mit Panzerauto und Lastauto unter Heil⸗ und Hoch⸗ Die Fremdenabgabe soll für die in hiesigen Gasthöfen unter⸗ Schlosse in Lich hielt er„Kurse“ ab, zu denen nur einge⸗ rufen der Hitlerleute dem Zug der Nationalsozialisten entlang, gebrachten Ruhrflüchtlinge erlassen werden, soweit sie ord⸗ ladene Personen Zutritt hatten. Was der Herr damit fürn überholte ihn und— sprengte die Teilnehmer des Arbeiterzuges mungsgemäße Ausweispapiere besitzen. Dagegen wird nichts ein⸗ Erfolge gehabt hat, entzieht sich unserer Kenntnis; jeden⸗ 1 vollends auseinander. Die Nationalsozialisten nahmen zwei Ars gewendet. Stadtv. Fischer gibt hierbei dem Wunsche Ausdruck, falls in min der V ersammlung am Freitag im Katholischen beiter gefangen, fesselten ihnen die Hände auf den Rücken und den Flüchtlingen in Bezug auf Bereitstellung von Wohugelegen⸗ 5 führten die Gefangenen an der Spitze des Zuges mit durch die bel e ee 3 e 1 1 0 Vereinshause nicht viel los. Anwesend waren etwa 150 bis . 1 1 5 1855 5 3 5 Die Nuhegehaltsbezüge der zuletzt in die Besoldungsordnung ein: 170 Studenten und Schüler und ein paar Dutzend ältere a, Lan eiu werden 15 i senen a mäßigen Beamt ienstet i 8 5 1 zeuge schäct diesen Zug der Natfonalfvsial sten auf 1800 bis 1800 e e e e 9a r a ben Leute. denen ein Heor eicher aus dae ee e 1 5 Mann; sie waren mit Stahlhelm, Lederzeug, Revolver und Gepäck] Bestimmungen der Ruhegeldordnung fitr die städtischen Arbeiter mit e Dentschlands e. ausgerüsttet. 55 1 Wirkung vom 1. Oktober 1922 dergestalt geregelt, daß Beamte der war nicht anwesend, er war, wie es hieß, nach Berlin ab⸗ Eine Reihe anderer Augenzeugen bestätigt oder ergänzt diese] Gruppe 1 wie ungelernte, Beamte der Gruppe II wie angelernte und gereist, an seiner Stelle sprach der obengenannte Schott. icstung b. 1 115 arg e de e e solche der Gruppe III wie gelernte Arbeiter behandelt werden. Er erging sich, wie uns von Teilnehmern der Versammlung ien Left 0 1 1 Die Versarmnlung stimmt dem zu— Das Gesuch des Ziegen⸗ mitgeteilt wird, in allgemeinen Redensarten, ohne daß klar werde ebenfalls besetzt. Mit welcher Roheit der Ueberfall in der 5 15 8 2. Glisabethenstraße dur geführt wurde, geht aus einem Vorfall e ee, ee Zuschusses zur Bock geworden wäre, zu welchen Schlußfolgerungen die ganzen V erkenn deen, een ee e, dee e icke uh Straße er lief aus dem Hause und sah, wie ein Zug von Arbeitern häuser) sind eine Reihe Kredite erforderlich und zwar: 5.0 Millionen gekommen war, sagte uns ein Besucher der Versammlung, t die 9— auseinandergesprengt wurde. Halenkreuzler mißhandelten den Mark zur Herstellung der Stromleitungen; 2 Mill. Mk. zur Her⸗ die kurz nach 10 Uhr schon zu Ende war.— Wenn unsere e oder ein Feen a 75 we zufah, mit. 15 als die 1. e 5 2 9 55. Bevölkerung den natonalistischen Treibereien e Mutter des jungen eiters aus der Wohnung herbeieilte, um sich 5 1 edititb, 5 ühle be. ist begrüßen; hoffentlich blei 0. 1— Sohnes anzunehmen, rief ein Hakenkreuzler: Nehmt die Hure ae deren dale aut kr Ser r.„F a 2 8 8 e i een e den bee afendeeugen dee Mark fiir die Herstellung des Verbindungskanals zwischen n dem Re⸗— Aus den amtlichen Personal⸗Nachrichten. Ernannt 6 i inch W n eerncte di een der Jellenstrafanstalt Butzbach die Hilfsauf Post noch: genwasserkanal in der Straße„Am Kugelberg“ und dem Flutgraben wurden am 256. April 1923: zu Strafanstaltsoberwachtmeistern an 0 ute elle eh ber dale magic e ehe fe, e e kenfeld zu Rockenberg, 2. Ernst Engelhardt zu Butzbach, 0 rag soll seher 1. Georg Bir⸗ verständigt, sie stellte sich aber teils ungläubig, teils erklärte sie, Für einen Geräteschuppen am städtischen Pflanzgarten an der 0 n sie könne auch nichts machen] Von einer re Morbunger Straße wird ein Kredit von 37 Mill. M. gefordert und 2 Ce t J Vubbach, 4. Karl Schunk zn Butzbach lde. dteerlie, zer Rechtsbolschewisten wußte die Zentrale nichts, es lag, wie man bewilligt. Wagner zu Butzbach: am 27. April 4928. der W. dieter ze fagte, keinerlei Meldung vor, und als ihr von einem Augenzeugen Für die Liebigshöhe werden für Ausbesserung und Anstrich der 54. e e 5 Laich 1 „ e gaßgeunesen wurde daß on Jug Vea saste der im Innern Gartenmöbel uud fir die Entwässerung des Bierkellers ein Kredit 192 ab; i der Jchrlam zanwgrter Frieda Franz aus Sesbel s“ 0 der Stadt marschiere, versprach man gnädigst, der Sache nachzu- von 14 Mill. Mk. gefordert und bewilligt. Der Anstrich des Garten⸗ bart zum Lehrer an der Volksschule zu Vilbel— Wer 17 fe gehen. möbels wird der Vereinigung der Maler⸗ und Weißbindermeister in 5 925 25 ee , daß Der Skandal in München schreit wahrhastig zum Himmel. Gießen, freihändig zum Angebot vom 14. April 1923 übertragen. b 185 Selber an dee de dan det entered 8. e e e Siadto Berau findet es aaffällg, daft erst on nt enden schaft in die Forstwartet Alsfeld der Oberförsterei Eudorf.— Er⸗ wollten. blelbt. Wer mag diese faulenzenden Hitlerbanden mit Geldmitteln Zeit für die Entwässerung des Kellers Mittel bewilligt werden. e 91 1 ift 57 Waere e 15. 8 e Alsfeld 92 5 5 ah der eh nssahe in Send 7 delt mwassterbare Weg Wewerbinngen find bis Ende Mal d. J. bei der Mintfersalabtel⸗ der L in se 2201 lung für Forst⸗. i ichen. . Deutscher Neichstag In Allen Nechae dur in Klan ane den 000 Week en e eee e eee f 11 0 M. e e Kredit von 10 000 wird auf 7 7 9 52 1 die 1 ee A Berlin, den 5. Mai. 5 0 5 eater ein Konzert zum ten der Bedrängten an Ruhr u Der Baugenossenschaft 1894 wird weiter zur Bezahlung der von Rhein. Die Leistungen der Kapelle, die ihr bekannter Dirigent tag* 1. be ee 58 N 8 der Stadt erhaltenen Boumaterfalsen, wie Steine, Holz usw. ein Dar⸗ Obermusikmeister Löber auf eine Stufe der Leistung gebracht hat, erte min tte riums fert, Abg. Giebel zerpflückte die leber i deen den 3358 730 Mark gewährt. 0 die ihm alle Ehre macht, sind als erstklassig zu, bezeichnen, und unglaublich unsoziale Rede Jes Zenkrumsabgeordneten Andre Gebühren beim Wohnungsamte sollen nach dem Vorschlage des übersteigen im Vielen, ich denke eben an die„Unvollendete“ von vom Tage 1 Er wies nach, daß von einer glänzenden Be⸗ Fimanzausschusses erhoben werden und zwar: Für die Zuweisung Schubert, das was man von Militärkapellen dargebracht zu be⸗ zahlung der Krankenkassenangestellten nicht die Rede sein könne⸗ eines möblierten Zimmers oder einer möblierten Wohmmg 1 v. H. komuen pflegt. Eine nicht minder beachtliche Leistung war Beet⸗ 2 1 des Mietpreises, für die Zuweisung von unmöblierten Wohnungen hovens Ouverture zu„Leonore“. Auch in der Begleitung der stimm⸗ da sei Tatsache, daß di elltenversicherung einen un⸗ 5 der einen N Lonsotelgen gut ee Pes sel eine Ver bis zu 3 Zimmern 2 v. H., von 4—6 Zimmern 4 v. H. und von 7 und begabten Sungergn Frau Elli Hindloser von Dessan und des 1 bens 1 schwendung der Beiträge der Privatangestellten. Die Zentrale der]mehr Zimmern 6 v. H. des Jahres mietsatzes. 5 5 Harftsten Herrn Wippert-Gießen, zeigte die Kapelle ihr Können. 15 1 K 90 Angestelltenversicherung beschäftige nicht weniger als 74 hohe Be⸗ Stadtv. Haupt bemerkt dabei, daß Wucherpreise für Zimmer Hoffen wir, daß wir noch recht oft Gelegenheit haben, wem alch 44 serhöle amte, während das Berliner Versicherungsamt, das ungefähr gefordert würden, Wohnungen seien genug vorhanden; viele Leute aus freudigerer Veranlassung heraus, uns an unserer 15er Musik 4 nd. nt ebenfoviel versicherte Mitglieder zählt, nur 4 juristisch geschulte ind aber in Situationen gekommen, daß sie nicht mehr zu vermieten zu erbauen. Die Sängerin verfügt über reiches Stimmatertol und 1 in N ö brauchten. Das Wohnungsamt sollte dabei eingreifen. Stadtv. leistet insbesondere in der Höhe Erstaunliches. Herr Wippert ist die Beamten habe. Gerade die Rücksicht auf die Unsicherheit unserer i g der 5 5 r Win 1 e gesamten Wirsschaftsverhältnisse erfordert eine großzügige Reform Kraus miller wendet sich ebenfalls gegen die übermäßigen For⸗ uns kein Neuling. Die Wiedergabe von Lisgts„Les Preludes n Steben, mit dem Ziele der Vereinfachung und Verbilligung der sozialen] derungen, die für möblierte Zimmer erhoben würden. Ueberall und war als wohlgelungen zu bezeichnen. 85. ie in 5 in allen Kreisen werde Wucher getrieben.— Einbruchsdiebstähle in Gartenhäusern. In der Nacht vom orge.... 2 1 n. 0 i erba Schauspiel: Die Rede des 90 he. je Einfriedigung des Grundstückes von Gail, 3.—4. Mai wurden am Nahrungsberg mehrere Gartenhäuschen b ft Daun erlebte man eid ond daßß Men e oe madehee de, wänden e 11 a gewaltsam erbrochen und folgende Sachen entwendet: 1 bunte Bluse, 6 Zentrumsabgeordneten André, der in seiner Herzenseinfalt vieles Gnauthstr. 13, aus Holz wird genehmigt.— Fiir Ausführung eines— 1 0 175 ö 5 hatte, was klügere Zentrumsleute nur zu denken Schornsteins im Hause Wetzsteingasse 15 wird die Befreiung von 1 schwarzer Frauenrock, 1 8„ 5 graue S 1 Er h wagen, führte zwei seiner Fraktionskollegen Esser und Joost auf die] Bauvorschriften wegen der Wandstärke befürwortet. a ee e et P. 1 8 ee 20 ö inem ei Tribüne, die sich lebhaft bemühten, die Ausführungen Andres abzu Bei den Fachwerkbauten an der Kaiserallee wird die Herstellung 1 dunkelgraues Bein 15 5 ener seg dee Klin E cctbate⸗ schwächen oder ins Gegenteil zu verkehren. Die Linke begleitete von Zementdielenwänden in diesen Bauten in Los Lim Betrage von Messer uit braunen Holzbacken und einen fe inet inge, 1 aue diesen Rückzug mit sich immer wiederholender Heiterkeit. 2144000 Mk. an den Mindestfordernden H. Launspach und die Ar⸗ W e g. Erbsen 10 1 dem Abg. Bohm ⸗Schuch(Sog. hielt dem Zentrum den Spiegel beiten Los 11 an den Zweitmindestfordernden M. Abermann ver⸗ e 1 0 1 esch e Woche W sich bah por uns erklärte daß alle Abschwächungen nichts daran ändern geber. N 5* 2 8 b. e. e 0 5 5 5 5 i itäts ö am Schiffenberger Weg und in VBergwerkswalde herum und be⸗ 2 Geri könnten ö 2 sese unsoziale Rede gehalten habe. Für die Freiwillige Sanitätskolonne werden die Kosten von] am Schi 1*„ 725 0 peru r 1. und hoh 198 000 Mark für die Neubereisung einer fahrbaren Krankentrage Wi. en,. F 1 f Einem b hervor, daß auch die katholischen Jugendverbände mit ber Rede des und eines Krankenfahrstuhles auf die Stadtkasse übernommen. 51775 41 für ein base n 1 0 9 0 berab 5 85 3 eme Herrn Andre nicht einverstanden sein könnten. Unsere Genossin Tarifvertrag mit den Aushilfsangestellten. Der mit Ermäch⸗ J e up möglichst nicht allein in den Wald t 5 Te ssch begründete die Notwendigkeit eines Hausangestellten⸗ tigung des Vorschlagsausschusses abgeschlossene Tarifvertrag für die 11 72 5 5 8 a ö än Gesetzes. As Ulssangestenten wird Lene— Alten⸗Busec. Die Freie Turnerschaft unternimmt Abg. Schli Soz) stellte verkehrte Auffassungen über das Die Richtlinien für Festsetzung des Zinsfußes flir gestundete 0 e g 0 fung. 18 15 i 1 1 Es ange big lcberkehrtele die städische Forderungen werden nach dem Antrag des Finanzausschusses Saag der eg, dee uhr eee Mittel für das Institut zu perweigern. Als Mitglied der Organi⸗ wie folgt geändert: Der Zinsfuß wird in der gleichen Höhe fests] Rödgen, Annerod, Schissenberg, dann über Gießen⸗Wicsei nach, salion könnten wir das unmöglich tun, aber auch ein Abstrich sei un⸗ gesetzt, wie er jeweils bei der Bezirkssparkasse für Lombard⸗ und Haufe. Die Freie Turnerschaft Rödgen kann sich anschließen. tunlich, da das Institut nach einem genau vorher festgestellten Budget sonstige Darlehen maßgebend t. 5 Sämtliche Freunde und Gönner der Arbeiterturnsache sind hierzu 055. 172 19 rde auch in den Verwalkungsberichten das In⸗ Weiter soll erst hei zu stundenden Beträgen von mehr als 500 000 herzlichst e Pünktliches Erscheinen wird gewünscht. ternationale Arbeitsamt die deutsche Sprache berücksichtigen und Mark statt bisher 50 000 Mark, die Zustimmung des Finanz⸗Aus⸗— Lollar. In der Gemeindera tssitzung nom Deutsche seien ja auch bei dem Amte angestellt. Alle Beschlilsse des schusses erforderlücß 1 1 4 5 3 Donnerstag wurde über die Vergebung des Nuczholzes aus dem Internationalen Arbeitsamts müßten mit Zweidrittelmehrheit gefaßt Das Schulgeld in der Höheren und Erweiterten Madchenschule] Gemeindewald berhandelt. Das zu niedrige Angebot der Firma werden. Eine Ueberrumpelung finde nirgends statt. Alle Regierun⸗“ wird nach dem Antrag des Kuratoriums entsprechend dem Vorgehen][Nuhn wird abgelehnt und beschlossen, Eichen⸗ und Buchenholz u. 8 Andi Hessischen S f Kl der Höhere äöchenft ö 1 2 1 gen i ie T irdnung vorher verständigt und außerdem des Hessischen Staates für alle Klassen der Höheren Mädchenschule öffentlich zu versteigern. Das übri Nutzhol N 3 f n Aan über Annahme oder Ab⸗ vom 1. April 1922 an statt auf 6000 Mark auf 20000 Mars und Nah 41110 a u cla 1 Po e.. 8 3 5 0 lehnung etwaiger Konferenzbeschlüsse frei. b 15 demgemäß das Schulgeld für alle Klassen der Erweiterten Mädchen⸗ försterei festgesetzten Tarisppeis angeboten werden. Bei einer ein Abg. Stegerwald(tr.) unterstützt die sozialdemokratische schule statt auf 500 Mark auf 15 000 Mark jährlich festgesetzt. Ablehnung des Angebots wird das Holz in Submisston vergeben. Forderung, verlangt aber eine der imternatlonalen Gleichberechtigung Veig. Dr. Se ib bemerkt dazu, daß die Stadt zu dieser Maß⸗— Zur Friedhofsverordnung wird eine Aenderung beschlossen, wo⸗ i en andlung Dentschlands durch das Arbeitsamt, nahme gezwengen ee wenn sie die Zuschüsse des Staates zu diesen] nach die Leschen spätestens 24 Stunden nach eingetretenem Tode mehr entspr e Beh. i. gate 9 ee eee Schulen auch weiterhin beziehen wolle. Uebrigens würden die Zu in die Leichenhalle überführt werden müssen. Die Ueber antragt vollständige Streichung der schußkosten der Stadt auch durch diese Erhöhung bei weitem nicht führung erfolgt in den Vormittags⸗ oder Abendstunden, die jeweils 1 7(Dn.) be 25 8 5 5. 0 0 1 ae Unterdrückung Deuischlands für uns gedeckt. von der Bürgermeisterei festgesetzt werden.— In Bezug auf die einen ganzen Ort in Aufregung ist, wie jedermann behauptet. Bei der Gemeinderatswahl wurde in Eigenschaften am meisten verbreitet find. * l üdie Maifejer berichtet; Diese verlief hier unter reger Beteiligung gerichtlichen Vollstreckungstitels bevechtigt war. 1 fte der Woßnungssiffe wird beschlossen, marntiche Personen unter 25 Jahren nicht in die Wohnungsliste aufzunehmen. — Für die Stelle eines Backhaus verwalters hat sich nie⸗ mand gemeldet. Künftig soll mittags 12 Uhr auf der Bürger⸗ meisterei gelost werden; die Aufsicht über die Backhänser über⸗ nimmt der Polizeidiener und der Faselhalter Hch. Schupp.— Einem Gesuch des K. Deibel um Ueberlassung von 10 Festmeter Holz zum Wohnungsbau wird stattgegeben.— Zur Herstellung einer Wohnung bei Herm. Moos werden die Mittel bewilligt.— Schließlich wird das Entschädigungsgesuch des Landwirts und Gemeinderatsmitglieds L. Hofmann 5. ftir eine vom Gemeinde⸗ bullen verletzte Kuh einstimmig abgelehnt. — Lollar. Der tappige Gemeindebulle Er⸗ fahrungsgemäß können manchmal kleine Ursachen große Wirkungen auslösen, so daß Verwickelungen daraus entstehen, die geeignet sind, zu versetzen. In Lollar spielt gegenwärtig eine Sache, die schon oͤen Gemeinderat beschäftigte und die, wenn sie auch nicht gerade Aufregung verursacht, so doch viel⸗ fach Gesprächsstoff liefert, und die aus einem ganz unbedeutenden Vorkommnis heraus sich entwickelt hat. Eines Tages war die Kuh des Landwirts und Gemeinderats Hofmann zu dem Gemeinde⸗ bullen gebracht worden. Zwischen den beiden Viechern kaut es aber zu einem Konflikt, wahrscheinlich, weil die Kuh keine Neigung hatte, auf die ihr gestellten Zumutungen einzugehen. Mit Gewalt suchte deshallb der ungeschlachte Balle die Widerspenstige zu zwingen, wo⸗ bei die Kuh stürzte und sich verletzte. Verdientermaßen wurde der Bulle daraufhin als ungeeignet für die ihm übertragenen Funk⸗ tionen erachtet und verkauft. Das geschah ihm gewiß recht. Für die Geueinde war es auch kein Nachteil, den es floß dabei ein ganz ansehnlicher Gewinn in die Gemeindekasse. Nun fand aber der Besitzer der Kuh, daß diese sozusagen von einem Gemeindeange⸗ stellten verletzt worden sei, deshalb erhob er Anspruch auf Schaden⸗ ersatz, weil das Tier zum Fahren nicht mehr taugte. Er fand eine Entschädigung von 100 000 Mk. für angemessen. Vom Gemeinderat wurde der Anspruch als unbegründet abgelehnt und die große Mehrheit der Einwohnerschaft dürfte derselben Ansicht sein. Da⸗ gegen besteht der Kuhbesitzer nicht nur auf Entschädigung, sondern ex beabsichtigt sogar— wie er erklärte— seine Ansprüche an anderer Stelle geltend machen und dabei die Geldentwertung ent⸗ sprechend in Betracht ziehen zu wollen. Die Gemeinde kann sich also auf einen Prozeß gefaßt machen. Von einem Gemeinde- vertreter sollte man eigentlich verlangen dürfen, daß er in erster Linie das Interesse der Gemeinde im Auge hätte und weniger sein eigenes, noch dazu, weim ein Nachteil für ihn gar nicht entstanden dem Flugblatt des Bauernbundes den Sozialdemokraten Einseitig⸗ keit, Egoismus usw. vorgeworfen. Herr H. ist Führer des Bauern⸗ Hundes, er wird also beurteilen können, in welchen Kreisen diese Kreis Friedberg⸗ Büdingen. Bab⸗Nauheim nicht besetzt. In der Oeffentlichkeit ist bis heute noch vielfach die irrtümliche Anficht verbreitet, daß das an der Strecke Frankfurt(Main)—Friedberg—Gießen gelegene welt⸗ bekannte Bad⸗Nauheim von den Franzosen besetzt sei. Sehr häufig werden daher, namentlich im Norden des unbesetzten Deutschland, von den Post⸗ und Eisenbahnbehörden Telegramme, Geldsendungen und Gepäckabfertigungen nach Bad⸗Nauheim mit dem Bemerken zurückgewiesen, der Ort liege im besetzten Gebiete. Es liegt hier offenbar eine Verwechslung mit zwei anderen kleinen schaften„Nauheim“ vor, von denen die eine, bei Groß⸗Gerau an der Bahnstrecke Mainz—Darmstadt gelegen, zum Brückenkopf Mainz gehört und schon seit 1919 besetzt ist, während die andere, ohne Bahnstation, am Ostrande des Flaschenhalsgebietes zwischen den Brückenköpfen Mainz und Coblenz liegt. Dieses Nauheim ist vor etwa 8—14 Tagen durch die Franzosen in das besetzte Gebiet einbezogen worden. Seine nächste Bahnstation ist Niederbrechen zan der Bahnstrecke Frankfurk—Höchst(Main) Limburg(Lahn). Das Bad⸗Nauheim ist also nicht besetzt. Es liegt mindestens 25 bis 30 Km. vom östlichsten Rande des besetzten Gebietes entfernt unb ist aus dem Norden, Süden und dem mittleren und öftlichen Teilen Deutschlands auf den großen Schnellzuglinien über Gießen —Kassel—Ersurt, Würzburg und Karlsruhe—Darmftadt bequem und unbehindert durch Mißhelligkeiten der Besatzung zu erreichen Westerwald und Unterlahn. 5 —Maifeier im Westerwald. Aus Westerburg wird über Dus nah und fern. In bester Ordnung zog der lange Festzug, pont zwei Musikkapellen begleitet, durch die Straßen der Stadt. An der Spitze marschierte vollzählig die Reher Ortsgruppe, die Fahne tragend. Die Genossen Fink von Emmerichenhain und Metzger von Lochum hielten in der Nähe des Landratsamtes Reden Vodeutung des Tages. Genosse Landesrat Witte von Wies⸗ baden traf wegen der schlechten Verkehrsverhältnisse etwas später ein und sprach im Büchlerschen Saale unter großem Beifall. Erst um 7 Uhr trennte man sich. Musikvorträge der Westerburger Kapelle sowje Lieder⸗ und komische Darbietungen des Fräulein Büchler und der Genossen Eugen Schwarz von Emmerichenhain und Paul Schmidt von Pottum hielten die Teilnehmer zusammen. Alles in allem eine schöne Feier zum Nutzen der VS., wozu man der Westerburger Ortsgruppe mit ihrem Führer Willi Schütz gratulieren kann. Kleine Nachrichten. „Frankfurt a. M., 5. Mai. Schnell bezahlte Mil⸗ lionenschulden. Ein in Brüssel ansässiger Kaufmann der Elektroartikelkrangde war einer Frankfurter Firma aus Waren⸗ lieferung den Betrao von 95 Millionen Mark schuldig. Der Brüsseler begab sich nach Frankfurt, um mit der Gläubigerin zu unterhandeln, die ihn, angesichts der Tatsache, daß der Ausländer nicht zahlen wollte. verhaften ließ, wozu sie auf Grund amts⸗ Das Landgericht f Fetenigle ßen rerhangten Terzst. Der Irhastferie zahle ann Mark der Gläubigerin. Eben mit Kosten rund hundert Millivnen als man ihn entlassen wollte, da fand sich ein neuer Gläubiger ein, der 25 Millionen Mark zu sordern hatte. Auch er wurde be⸗ friedigt. Der Belgier wax schon auf dem Flur des Gerichtsgefäng⸗ nisses, um dieses zu verlassen als wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft ihn aufs neue bannte, denn der Ausländer hatte kein Paßvisum. Mit einer Gelöstrafe von 80 000 Mark war die Sache alsbald abgetan Frau und Mutter holten den Belgier im Auto am Gerichtsgefängnis ab und ohne sich umzuseben nach seinen freundlichen Gastgebern in der Hammelsgasse gings zum Bahnhof, um Frankfurt schnell⸗ stens den Rücken zu kehren. Diesem Belgier wird Frankfurt a. M. immer„teuer“ sein. 5 Frankfurt a. M., 6. Mai. Doppelte Bluttat. Der Küfer August Stemmler wurde in der Nacht zum Samstag vor dem Hause seines Schwagers, des Wirtes Max Schneider, in der Stiftstraße von einem unbekannten jungen Manne ohne jede Veranlassung durch Messerstiche in Kopf und Bauch lebensgefährlich verletzt. Sein Schwager, der ihm zu Hilfe eilen wollte wurde gleichfalls durch Messerstiche so schwer zugerichtet, daß er kurz nach der Einlieferung in das städtische Krankenhaus verstarb. Der Täter entkam unerkannt. Frankfurt a. M., 6. Mai. Schurken. Bei der Abholung seiner Pension in Höhe von 400 000 Mark erlitt ein hochbetagter Beamter einen Ohnmachtsanfall. Sogenannte hilfreiche Personen brachten den Bomußtl son dewache, stahlen ihm dabei aber den ge⸗ samten Pensionsbetrag. Seligenstadt, 6. Maj. Millionendiebstahl. Aus einer hiesigen Portefeuillefabrik wurden in einer der letzten Nächte Fertig⸗ e und Rohstoffe im Werte von mehreren Millionen Mark ge⸗ stohlen. Zeitverwirrung. In den nächsten Monaten werden die Uhren in europäischen Ländern so verschieden gehen wie nie zuvor. Ein Reisender, der in dem Orient⸗Expreß über den Simplon fahren will, wird sich am besten nach der Sonnenuhr richten, wenn er nicht bei Berechnung der verschiedenen Fahrzeiten wahnsinnig werden will. Er wird von London kommend, wo die Sommerzeit eingeführt ist, seine Uhr in Calais(Frankreich westeuropäische Zeit) eine Stunde vorstellen müssen, in Ballorb(Schweiz, mitteleuropäische Zeit) eine Stunde zurück, in Domodossola wieder eine Stunde zurück(Italien hat so⸗ wohl mitteleuropäische wie Sommerzeit), eine Stunde vor für die Länder, die mitteleuropäische, aber keine Sommerzeit haben und schließlich wieder eine Stunde zurück für die Länder mit osteuro⸗ päischer Zeit.— Das ist allerdings zum Verrücktwerden! Unterbindung des Zugverkehrs. Die Franzosen verhasteten vier Beamte des Bahnhofes Sieg⸗ burg und führten sie gesangen fort. Darauf unterbrachen sie den Gisenbahnbetrieb zweischen Siegburg und Honnef und machten seine Wiederaufnahme von einer Anzahl Bedingungen abhängig. Unter französischee Aufsicht. In der Trierer Eisenbahn⸗Hauptwerkstätte arbeiten 38 Deut⸗ sche unter der Aufsicht französischer Werkmeister. Wie wir hören, hat eine Firma aus Luxembarrg die Leitung der Hauptwerkstätten e Im Karthaus traten 16 Deutsche in französische ienste. g Eine verhängnisvolle Wurstvergiftung ist in Deggingen bei Geislingen(Wüuttbg.) vorgekommem. In der Mrtschaft zum Schwanen wurde eine Kuh freigegeben. Nach dem Genuß von Leberwürsten erkrankten 60 bis 70 Personen, davon ein Drittel Kinder. Ein Kind ist bereits gestorben, mehrere Erwachsene schweben noch in Lebensgesahr. Totschlag am Ehemann. Eine entsetzliche Ehetragödie, zu der offenbar wieder einmal der Alkohol den Anstoß gegeben hat, spielte sich am Donnerstag voriger Woche in Köpenick ab. Gegen 10 Uhr abends erschien die 46 Jahre alte Ehefrau Auguste Schwarz, die mit ihrem zwei Jahre jüngeren Manne Wilhelm Schwacz, einen maligen Heizer und ihrem 20 Jahre alten Sohne dem Heizer Karl Schwarz in Amtsfelde Nr. 10 wohnte, auf der Wache des 241. Reviers im Köpenick und beschuldigte sich selbst, soeben ihren Ehemann erschlagen zu haben. Die Frau und ihr Sohn. den sie mitgebracht hatte, wurden in Haft genommen. Kriminalbeamte des Revers begaben sich nach der Wohnung, um den Befund aufzunehmen, und verhörten dann die Frau und den Sohn. Wie sie sagen, kam Schwarz abends be⸗ trunken und sehc aufgeregt nach Hause und brach mit Frau und Sohn einen Streit vom Zaune. Als er seine Frau auch tätlich angriff sprang der Sohn seiner Mutter bei und warf den Vater auf das Bett, um ihn zu becuhigen. Schwarz raffte sich aher wieder auf und sprang sesnem Sohn an die Kehle. Jetzt holte die Frau aus dem Nebenzimmer einen alten Armee⸗ revolver mit Hahnschloß. nachm diesen am Lauf und schlug mit Kolben und Hahn so wuchtia auf den Kopf ihres Mannes ein, daß das Blut aus mehreren Wunden herausspritzte. Während der Sohn nun aus der Wohnung lief, schiug die Frau noch länger auf dem zusammengebrochenen Mann in blinder Wut ein. Als der junge Schwarz bald darauf zurückkehrte, versuchten beide, das Blut zu stillen. Es war jedoch zu spät, der Mann war schon tot. Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 3, Mai. In der Antragssache des Bergarbeiterverbandes Gießen gegen die Gewerkschaft„Friedrich“ in Trais⸗Hor⸗ Loff wegen Wiedereinstellung des kaufmännischen Angestellten Adolf Berg war das Verfahren gemäß§ 86 Absatz 2 des Betriebs⸗ rätegesetzes gusgesetzt worden. Der Abschluß des Verfahrens war jedoch zunächst noch nicht möglich, da die Unterlagen zur Ermittlung der Enlschädfgungssumme noch nicht ausreschten. Die lung wurde daher vertagt. e In der Lohnstreitsache des Verbandes der arbeiter und des Gewerkvereins Deutscher Ziegler furt a. M. gegen die Ziegelei Jamin in Vilbel Schlichtungs⸗Ausschuß mit Wirkung vom 1. 4. 23 als Sit der Gruppe A 1700 Mk., vor, ab 16. 4. 1750 Mk. und 1790 Mk.: die übrigen Löhne sind in demselben Verhältn höhen. Ueber die Aufstellung eines Schlüssels sollen gie teien zunächst unmittelbar weiter verhandeln. Die Antszagst nahmen den Schiedsspruch mit Antrag auf Verbindlich an, die Antragsgegnerin lehnte denselben ab. 1 In Sachen des Deutschen Verkehrsbundes gegen die Wein⸗ und Spirituosenhändler in Gießen owe eine Reihe von Großhandelsfirmen schlug der Schlich! schuß von der laufenden Lohnwoche ab eine Lohnerhöhn 20 Proz. vor und in der Lohnstreitsache des Verkehrsbm das Speditionsgeschäft Lynker in Gießen mit Wirkung von die Geltung der Löhne, wie sie am 26. 4. in der Abmachung Vereinigten Fuhrwerksbesttzezn festgelegt worden sind. 3 Sachen erhielten die Parteien Erklärungsfrist bis zum nachm. 6 Uhr. g 755. 6 In zwei weiteren Sachen verständigten sich die Partihen o Fa mündliche Verhandlung. 5 N Vierter Deutscher Bauhüttentag in Hamburg. 1— Der Verband sozialer Baubetriebe, den etwa 250 soziale Baubetriebe angehören, beruft zum 20 an N essierte Körperschasten eingeladen werden sollen, ein Vorug übe; alte und neue Formen der Bauwirtschaft(mit Lichtbildem) ve Dr. Ing. Martin Wagner gehalten werden, dem sich ein freie Aussprache anschließen soll. Am 27. Mai soll eine gesshlossen Tagung des Deutschen Bauhüttentages stattfinden, auf det innere. Organisationsfragen behandelt werden sollen. Es werden Vor Nit träge gehalten: A. Ellinger über die Bauhüttenorganisatiot über die Finanzkraft der Bauhütten im Wirtschaftskamp Ing. Wagner über die wirtschaftliche Betriebsführung de hütten. Am 28. Mai soll außerdem eine Tagung des 0 nationalen Baugilden verbandes stattsinden w ka Vertreter der ausländischen Baugilden sollen auch an der Mutschen ft Bauhltttentagung teilnehmen. 1 10 fl Schiffsnachrichten der Hamburg⸗Amerika⸗Linie Hamburg⸗Nordamertka, D. Kermit 27. 4. burg nach Boston Baltimore. D. Hansa 28. 4. 0 0 Ausr. D. Reliance 28. 4. in New⸗Hork. D. Kermit W. ele be haben pass. Ausr. D. Brasilia W. 4. ab Norfolk, Hef 1 6 Jethou 1. 5. in Boston. D. Mount Carroll 30. 4. in ö D. Reliance 1. 5. ab New⸗York. D. Mount Clinton 3. 3. 00 g burg nach New⸗York, Hamburg⸗Cuba⸗ Mexikos ie def indien. D. Schwarzwald 27. 4. Ponta Delgada paß, Ausr. r D. Sachsenwald 30. 4. in Vera Cruz, Ausr. D. Toledo. 0 weiflt Vera Cruz, Heimr. D. Antiochia 30. 4. ab Cruz Colon n nge tagena, Heimr. D. Sachsenwald 2. 5. ab Callao, Ausr. burg⸗ Südamerika. D. Teutonia 2. 5. in Curhaven warten. D. Niederwald 1. 5. in Pernambuco. Ausr. Ds 3. 5. in Hamburg. D. Württemberg 2. 5. ab Cijon A Württemberg 3. 5. in Coruna, Ausr. Westküste amerika. D. Spreewald 27. 4. in Antwerpen, Hein Planet 2. 5. in Hamburg. Hamburg ⸗Ostasien. Heimr. M. S. Ermland 28 Shanghai. D. Preußen 2. 5. in Port Said, Ausr. M. e Fapel. n da land 1. 5. Malta pass., Heimr. D. Preußen 3. 5. ab Sue 2 M. S. Ermland 1. 5. ab Shanghai. Ausr. 1 ab Singapore, Heimt. Nord⸗ und Ostsee⸗Die Karlsruhe 29 4. ab Boston(Gr. Brit.) nach Hamburg.. C. Atltpt lenz 28. 4. ab Hull nach Rostock. D. Alesia 2. 5. in Dang. 1 0 Coblenz 30. 4. ab Riga. D. Düsseldorf 30. 4. ab Riga. 7 Kar 10 ruhe 1. 5. in Hamburg. D. Straßburg 1. 5. ab Leith nach Ham⸗ 5 e. g. 0 8 47 1 ind Nächste Abfahrten der Hamburg⸗Amerika⸗ Linie. Hamburg⸗ Nordamerika. Nach New⸗ ol k: D. b Bayern 14. 5., D. Reliance 15. 5., D. Mount Clay 11 eis ff Thuringia 24. 5., D Resoltue 29. 5. Mount Carroll 31. 5 f Philadelphia⸗Baltimore⸗ Norfolk: D. Emd„ Nach Boston⸗Baltimore⸗Norfolk: D. Hessen 22. 5. 1 Westküste Nordamerika: D. Alaskan 2. 5. hr die Hamburg⸗Cuba⸗ Mexiko: D. Holsatia 5 5., D. Tolehe geste 5. 6. Zentral⸗Amerika⸗ Mexiko: D. Feodossa 18. f de Hamburg ⸗Westindien: D. Adalia 12. 5. Hamßurg⸗. Südamerika: Nach Montevideo, Bs. Aidres u. Rosaffo: 5 Frankenwald 14. 5. Nach Rio u. Bs. Aires: D. Tautonit 24. 5 Nach Montevideo, Rio u. Bs. Aires: D. Boden 5. 6. Bhasil-' Dienst: D. Altmarf 5 5. Hamburg⸗Ostasien D inen Göttingen 5. 5. Engl. D Laomedon 16. 5., M. S. Minzerland 0 20. 5. 1* Un Dollerstand Montag Mittag 12 Uhr: ca. 37 500 Nark. 4 lem Versammlungskalender. lb be 4 1 Treis a. Tda. Freie Turnerschaft. Dienstag, an abends 9 Uhr Versammlung im Vereinslokal. N geit Gießen. Frauengruppe der sozialdem. Partei. Dounrers beagle (Himmelfahrtstag) gemeinsamer Morgenspaziergang nach e Zusammenkunft früh 7 Uhr am Ludwigsplatz. Zahlreiche Bell Lin der Genossinnen und Genossen wird gewünscht. 6 Gießen. Freie Turnerschaft. Donnerstag(Him tag) Turngang nach dem Dünsberg ꝛc. Abmarsch 7 Uhr der Lahnbrücke.. Arbeitsvergebung. messungsamtes u. Kreisgesundheitsamtes in Gießen an der Wilhelmstraße sollen unter Hinweis auf den Mimisteriglerlaß vom 16. Juni 1893 nebst Nachträgen folgende Arbeiten, in Losen nach den vorangeführlen Gebäuden getrennt, durch öffentlichen Wetibewerb ver⸗ geben werden: a) Erd⸗ und Maurerarbeiten:(Bruch- und Back⸗ E 8 5 Bahnhofstraße 34. steine vorhanden) je 200 ebm Bruchstein⸗ je 350 ebm Backsteinmauerwerk. b) Eisenbetonarbeiten: se 250 qm Masfivdecken; c Steinbanerarbeiten: je 4 cbm Kunststeine; d) Grobschlosserurbeiten: je 300 kg Anker, Klam⸗ mern usw. e) Zimmerarben:(es kommt nur Dachwerk in Be⸗ tracht) je 350 qmm Mantelfläche; ) Sveuglerarbeiten: je 00 Im Hängerinnen, je 5 Um Abfallrohre; g) Dachdeckerarbeiten:(Schalung und Schiefer z. enen Pappe vorhanden) je 300 qm Dach⸗ e „Die Arbeitsbeschreibungen können, solange Vorrat pee en der 0 ezogen, Zeichnungen und Bedingungen während der Dienststunden täglich auf unserem A eben f unst mke, Stephanstr. 18, EEEEELEEE verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen bis spätestens 19. Dai d. Is., vormittags 11 Uhr, post⸗ frei an uns einzureichen, woselbst sie in Gegenwart evtl, erschienener Bieter geöffnet werden. festgesetzt. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 5. Mai 1923. Hessisches Hochbauamt Gießen. Barth. 5 Heute“ einscie Der Versailler Friedensvertrag „Die Kenntnis dieses Vertrages ist noch längst nicht in alle Voltskreise eingedrungen und haben wir zu diesem Film die Eintrittspreise deshalb bedeutend 5 1 Jugendliche haben Zutritt und sollte keine erstellungskosten von uns— Schule den Besuch versäumen. Für Schulen und Klassen ist Vorstellung vor⸗ mittags von Montag bis Donnerstag. ittwoch⸗; Neustadt 56 erzielt die kluge Hausfrau mit meinen 224 Sparkoch- Täglich praktische Vorführungen In meinen Geschäftsräumen! Besichtigung ohne Kaufz wang gern gestattet. J. B. Häuser, Giessen een Für die Neubauten eines Beamtenmiethanses, Ver⸗ ce ee 8 P A T 8 A In 8 t 2 8 K 0 C h 2 II 6 5 . Lichtspielhaus g Einrichtunge r 123 22 Telefon 660 * Bendtigen d — 1 ri f ermäßigt. 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