— — F * — . 2 — — — 2 ortischen Lage. tmenommen: A nllsstische Verhetzung zu ziehen und den Kampf gegen die 3 N Kae * Ichaktion: Gießen . 25 0 dahgesiüge e Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. ll; kitung Cppedition: Gießen Bahnhofftraße 23 Ferusprecher 2008. strusprecher 2008. —— die Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. er Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Blait der Frau und„Land⸗ frtschaftliche Beilage“ beträgt monatlich 1370.— Mk. einschl. Bringerlobn. 1 urch die Post bezogen 1300.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 50.— Mt Vergntwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. 10 von 8 Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. 9 e Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(5 mm breit) oder deren Raum sokal 20.— Mt. auswärts 30.— Mk., die Reklamemillimeterzeile 100.— Mk, Ber größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. — 5 5——— Nr. 32 Gießen, Donnerstag, den 8. Februar 1923 13. Jahrgang Das Vorgehen der Rheinlandkommission. Die interalliierte Rheinlandkommission, die nach dem Prsailler Vertrag die alliierten Mächte im besetzten Rhein⸗ lind vertritt, hat eine Verfügung erlassen, die tatsächlich jde Aufhebung der Staatshoheit bedeutet. Es handelt sich um folgendes: Jedes deutsche Gericht oder jede Behörde, die eine Person bestraft oder ihr Strafe androht oder durch irgend ein Manöver nuf sie einzuwirken sucht, den Besehlen der Interalliierten Mheinlandlommission in Angelegenheiten der Pfänderpolitik zu widerstehen oder ihnen entgegenzuarbeiten, wird mit Geldstrafe eis zu 50 Millionen oder mit Gefängnis bis zu 5 Jahren be⸗ rafft. Keine Person oder Firma, die den entsprechenden Be⸗ ehlen der Interalliierten Rheinlandkrommission nachkommen will, darf daher von den deutschen Gerichten oder durch ein Disgiplinarverfahren gemaßregelt werden. Ist eine solche ange⸗ llagt, so hat sie der anklagenden Behörde zu melden, daß sie fich inter den Schutz der Rheinlandkommission stellt. In diesem flugenblick ist das betreffende Gericht oder die Behörde ver. flichtet, die Anklage sofort dem Kreisdelegierten zuzustellen. Bei liner Verhaftung ist der Verhaftete, der sich 1 die Rheinland⸗ ommission beruft. in gleicher Weise dem Kreisdelegiersen zuzu⸗ ühren. In dringenden Fällen entscheidet dieser selbst. in nor⸗ nalen Fällen die Rheinlandkommission, und zwar mit Be⸗ thleunigung. Firmen oder Geseilschaften oder Unternehmungen irgendwelcher Art, die Zölle, Steuern irgendwelcher Art entrich⸗ n oder Handlungen irgendwelcher Art verrrichten gemäß den Borschriften der Interolliierten Rheinlandkommission, können non keiner deutschen Behörde gezwungen oder veranlaßt werden, fese Beträge oder Waren herauszugeben, oder für ihre Hand⸗ ungen bestraft werden. 5 Damit sollen vor allem die ewig schwankenden Gestalten die Zwecke der Franzosen eingefangen und so versucht 1 den, die Beamten dem Einfluß der deutschen Behörden Zitentziehen.. der Parteiausschuß für geschlossenen Widerstand. Der Parteiausschuß beschäftyhgte sich am Dienstag mit 8 durch die Ruhrbesetzung geschaffenen innen⸗ und außen⸗ Einstimmig wurde folgende Entschließung „Der Parteiausschuß erklärt seine Zustimmung zu den Miptlinien, die von der Vorständekonferenz am 19. Januar bichlossen wurden und fordert die Parteigenossen auf, einig u geschlossen in ihrem Sinne zu wirken. Er wiederholt, dn die gegenwärtige gefahrdrohende Situativn ein ge⸗ schossenes Zusammengehen der gesamten Arbeiterbewegung ürdert, daß es ihre Aufgabe ist, alles zu tun, um die Ab⸗ ver des gewalttätigen französisch⸗belgischen Ein marsches in iwliches Gebiet durch zweckdienliche Maßnahmen zu unter⸗ men und alles zu unterlassen, was geeignet ist, diese Ab— err zu stören und die Pläne des französischen Imperialis⸗ aus zum Erfolg zu führen. Zugleich erinnert er an die mwendigkeit, scharf den Trennungsstrich gegen die natio⸗ 2 ö blttische Reaktion nachdrücklich fortzusctzen. Der Parteiausschuß widerspricht mit Eutschiedenheit elvon der französischen Regierungspropaganda aufgestellten a ädigenden Behauptung, daß der Widerstand der Arbeiter, Aestellten und Beamten gegen die militärische Invasion Fiunkreichs auf eine Anweisung der Reichsregierung zurück⸗ afihren sei. Die Arbeiter, Angestellten und Beamten inen diesen Kampf aus eigenem Antrieb zur Verteidigung rr Menschenwürde und ihrer Freiheit gegen eine mili⸗ aftische Gewalt, die durch ihre sich ständig steigende buttalität den Protest der ganzen Welt heraus fordert. Der Parteiausschuß dankt den fozialistischen Arbeitern Auslands für die zahlreichen Veweise ihrer brüderlichen smnung und bittet sie, in der Unterstützung des kämpfen⸗ 0 Ruhrproletariats nicht zu erlahmen. Er ist sich in lereinstimmung mit den Beschlüssen der internationalen Tennisationen dessen bewußt, daß der gegenwärtige Kampf ih als ein Konkurrenzkampf der Kapitalisten verschiedener ner geführt werden darf, sondern daß er geführt werden uf als Kampf der Arbeiterklasse gegen den Imperialismus l idem Ziel, eine gerechte Verständigung über die Repa⸗ Abinslasten und eine endliche Befriedung Europas her⸗ zuführen. Der Parteiausschuß erinnert schließlich die Reichs- imung an ihre Verantwortung für einen wirkungsvollen lauf des Kampfes, der vor allem durch eine ausreichende orgung der arbeitenden Bevölkerung mit dem not— hnsägen Lebensbedarf gesichert werden muß.“ Der Vorwärts sagt zu der gestrigen Sitzung des Partei- husses u. a.: „Bei der gestrigen Aussprache ist nur eins zu bedauern, ie dem Herkommen entsprechend vertraulich ist und daß e e der Oeffentlichkeit die Gelegenheit entzogen wird, zu Die Staatshoheit im Rheinland aufgehoben. Der Protest des Parteiausschusses. sehen, mit welchem tiefen Ernst und mit welcher Einmütig⸗ keit der Auffassung der berufene Rat unserer Partei zu dem Problem des Ruhrkonflikts Stellung nahm. Das Schau⸗ spiel wäre für die Anhänger der Partei ebenso erfreulich, wie für ihre Gegner entmutigend. Der Versuch, einzelne Teile der Partei auseinader und gegeneinander zu manövrieren, wird heute von zwei Seiten her unternommen und zwar von der französischen Regierungspropaganda und von den Kommunisten. Er wird aussichtslos bleiben wie bisher, wenn sich die ganze Partei von dem Geist, der in der gestrigen Ausschußsitzung waltete, durchdringen läßt.“ Der Erfolg in Frankreich. Die Wirkung der Ruhrbesetzung auf die französische Industrie ist nach den Feststellungen der französischen Blätter geradezu katastrophal. In Lothringen waren am 1. Jannar 40 Hochöfen in Betrieb, von denen bis zum 27 Januar 13 ausgelöscht werden mußten. Nur in zwei Unternehmungen konnten alle Hochhösen in Betrieb gehalten werden. Im Bezirk Longwy⸗Naney steht es nicht viel besser. Von den am 1. November 1922 in Betrieb befind⸗ lichen 40 Hochhöfen wurden bisher 14 gelöscht. Die Ursachen dieser Betriebseinschränkungen sind ohne Zweifel in dem Veclust des deutschen Koks zu suchen. Nach den letzten glaubhaften Infor⸗ mationen erhielt das Office des Hovillières Sinistrées in der Zeit vom 1. bis 12. Januar nur noch 151500 Tonnen gegenüber einer Tageslieserung von 28 000 Tonnen pro Tag im Dezember. Vom 13. bis 16. Januar sank die Kokslieferung auf ein Fünftel der nor⸗ malen Zufuhr, und zwar aus insgesamt 22 800 Tonnen. Am 18. Januar betrug die Lieferung nur noch 600 und am 19. nur noch 20 Tonnen. Auch die Zufuhr von belgischem Koks versagt. Die französische Industrie richtet sich auf eine lange Dauer dieser Brennstoffknappheit ein. Journee industrielle spricht davon, daß es sechs Wochen dauern werde, bis wieder eine normale Zufuhr von der Ruhr zu erwarten sei. Wir haben Grund zu der An⸗ nahme, daß, solange Frankreich mit seiner Gewaltpolitik fortfährt, an eine normale Kohlen⸗ und Kokslieferung aus dem Ruhrgebiet und aus Deutschland überhaupt nicht zu rechnen ist. Lügen propaganda Wegen des passiven Widerstands der Ruhrarbeiter sind die Franzosen jetzt dazu übergegangen, eine Lügenpropa⸗ ganda einzuleiten. Französische Agenturen für den Verkauf von Zeitschriften und Zeitungen sind im Ruhrgebiet ein— gerichtet. Aber nicht einmal aus Neug erde werden die Schriften gekauft. Deshalb gehen die Franzosen dazu über, anonyme Flugblätter zu verteilen. Die Sprache ist in gutem Deutsch, inhaltlich nach kommunistischen Gedanken orientiert: Sturz der jetzigen Regierung und Niederringung der deutschen Unternehmer im Interesse Frankreichs und der deutschen Arbeiter. Wörtlich heißt es:„Frankreich als demokratisches und republikanisches Land will nicht den Ar- beiter ausnutzen. Er soll nebst seiner Familie von einem Arbeitslohn leben können, der wirklich der geleisteten Ar— beit entspricht. Die Sozial⸗ und Arbeitsgesetze werden in Kraft bleiben.“ 0 Streik im Saargebiet. Aus dem Saargebiet meldet uns ein Drahtbericht: Auf sämtlichen Zechen des Saarreviers und der Pfalz ruht wegen Lohnstreitigkeiten seit Montag die Arbeit. Der Streik hat auch auf die Steinkohlenzechen in Lothringen übergegriffen. Einige Hüttenwerke des Saarreviers liegen ebenfalls still. Der Streik scheint sich auf die gesamte Metallindustrie des Saarreviers und Lothringen auszu⸗ dehnen. Die Franzosen hatten zuletzt die Saarkoßle als Ruhr⸗ kohle nach Frankreich gehen lassen, um Erfolge im Ruhr⸗ gebiet vorzutäuschen. Militarisierung der pfälzischen Bahnen. Den pfälzischen Eisenbahnern wurde am Dienstag von der französischen Besagung folgender Befehl übermittelt, trotzdem die Besatzungstruppen beim Einbruch in badische Gebietsteile aus⸗ drücklich erklärten, daß eine Militarisierung der pfälzischen Bahnen nicht vorgenommen werden soll: „Von dem Oberkommandlerenden der alliierten Besatzungs⸗ truppen wird dies befohlen; Sämtliches Personal der Cisepbahn hat an Ort und Stelle seinen Dienst aufrechtzuerhalten und alle Besehle auszuführen, die ihm in seinem Auftrage von der inter⸗ alliierten Feldeisenbahnkommission und ihren untergeordneten Stellen erteilt werden. Gemäß Verordnung 1, Artikel 6 der Hohen Interalliierten Rheinlaublommission werden Vergehen aller Art gegen den vorliegenden Besehl kriegsgerichtlich verfolgt“— Hand⸗ schriftlich war diesem Befehl folgendes hinzugefügt: „Vom 6. Februar 1923 ab ist das pfälzische Eisenbahnnetz unter den Befehl des Oberkommandierenden der Befsatzungs⸗ truppen gestellt. Die auf ihren Posten verblesbenden Beamten und Arbeiter behalten alle ihre Rechte und Vorteile und werden als entschlossen, den militärischen Besehlen Folge zu leisten, betrachtet. Unruhestifter werden sofort dem Kriegsgericht ausgelfesert und strengsten Strafen ausgesetzt werden.“ Aus diesem Befehl uns der ihm hinzugefügten handschvift⸗ lichen Anmerkung ergibt sich klar die französssche Taktik. Man versucht jetzt von Baden aus die Eisenbahn zu militarisieren, um diese Taktik dann auf den Direktionsbezirk Mainz und weiter aus⸗ zudehnen. Frankreich vor neuen Plänen? Kohlen hat Frankreich bisher nicht erhalten, d. h., es hat Mil⸗ lionen Franken aufwenden müssen, um die deutschen Kohlenlieferun⸗ gen, die früher gratis und franko gemacht wurden, zu unterbinden. Zu diesem Vergnügen leistet Herr Poincaré jetzt noch die restlose Stillegung des Verkehrs, er schließt durch seine Maßnahmen gegen die Arbeiter die Möglichkeit von Kohlenlieferungen überhaupt aus. Im Kölner Bezirk ist der Bahnverkehr so gut wie stillgelegt, nachdem die Besatzungsbehörde bestimmt hat, daß an Stelle des deutschen Per⸗ sonals auf den Bahnhöfen auf unbeschränkte Zeit fremde Eisenbahn⸗ bedienstete treten., soweit sie bisher schon im Dienst waren, d. h., die deutschen Eisenbahner müssen bis zu einer gewissen Zeit den Dienst quittieren, um den fremden Eisenbahnern Platz zu machen. Auch im Bezirk Trier ist der Verkehr eingestellt worden. Die Sperrmaßnahmen Frankreichs haben bisher den Erfolg ge⸗ habt, daß die Halden der Ruhrzechen völlig überfüllt sind und auf zahlreichen Zechen keine Kohlen mehr auf Lager genommen werden können. Insolgedessen wird die Förderung eingeschränkt und die Bergleute beginnen mit Aufräumungs⸗ und Ausbesserungsarbeiten. Allem Anschein nach hat Poincaré mit diesen Erfolgen noch nicht genug. Die gegenwärtigen Truppenbewegungen im bergischen Lande lassen darauf schließen, daß er beabsichtigt, von Süden her das Wuppertal zu umkreisen. Am Dienstag abend sind mehrere Ortschaften im Wuppertal neu besetzt worden. Damit hat Frankreich sämtliche Ausgänge nach dem von den Engländern besetzten Gebiet im Besitz. Ob diese Aktion als zolltechnische Maßnahme zu werten ist, bleibt dahingestellt. Das Parteiblatt in Höchst verboten. Die Freie Presse, unser Parteiblatt in Höchst a. M., ist am Mon⸗ tag auf drei Tage verboten und der Rest der Auflage beschlagnahmt worden.— Das Verbot wurde dem Verlag erst am Dienstag nach⸗ mitag bekannt gegeben und die ganze Dienstagsauflage konfisziert. Das Verbot wurde aus gesprochen, weil in der Montagsnummer die deutsche Antwort auf den vom französischen Kreisdelegierten erzwun⸗ genen Artikel in der Samstagsnummer erfolgte, in dem sich die französische Regierung auf Teile eines deutschen Reichsgerichts⸗ urteils stützt.. 5 Die italienischen Ingenieure verlassen Essen. Die von der italienischen Regierung dem französischen Ingenieurstab zugeteilten 3 staatlichen Ingenieure haben Essen verlassen, trotzdem Herr Coste sie auf jede Weise durch besondere Bevorzugung zu halten versucht hat. Wohin die Ingenieure sich entfernt haben, ist nicht bekannt. Die Frage einer eigenen Währung im besetzten Gebiet. Die französische Regierung läßt mit der belgischen Regierung die Frage der Einführung einer neuen Währung in den besetzten Ge⸗ bieten prüfen. Dienstag nachmittag hat im Finanzministerfum ein französisch-belgischer Beamtenausschuß getagt, der das Studium be⸗ gonnen hat. Zu gleicher Zeit ist eine Organisations⸗ und Studien⸗ kommission aus Beamten des Finanzministeriums und von Fachleuten aus Frankreich, namentlich von Vertretern der Bank von Frankreich nach Düsseldorf, abgegangen. Dieser Ausschuß soll eine Untersuchung an Ort und Stelle veranstalten. Es handelt sich um die Einziehung der Kohlensteuer und der Zölle. Diese Kommission steht unter der Leitung des ehemaligen Finanzinspektors von Elsaß⸗Lothringen, Schweißguth. Man nimmt hier an daß diese Kommission aus Düsseldorf in einigen Tagen wieder nach Paris zurückkehren wird, um dort die Vorschläge zu unterbreiten. 5 Der Zugverkehr mit Offenburg stillgelegt. Auf der Station Appenweier wurde ein Befehl der fran⸗ zösischen Unterkommission angeschlagen, der folgenden Wortlaut hat:„Der Stationsvorsteher von Appenweier wird hiermit be⸗ nachrichtigt, daß am 5. Februar 10 Uhr abends kein Zug mehr ab⸗ gelassen werden darf in der Richtung nach Offenburg. Die Militär⸗ kommission von Appenweier befiehlt, daß die Signale nach Offen⸗ burg geschlossen werden. Nur französische Lebensmittelzüge und internationale Züge haben das Recht zur Durchfahrt. Der Stationsvorsteher ist persönlich verantwortlich für die Durch⸗ führung des Befehles. Die angehaltenen Züge der Reichsbahn müssen auf Nebengeleise gestellt werden, um die freie Durchfahrt der internationalen Züge zu gestatten.“ Um 11.30 Uhr erfolgte der erste Eingriff auf der Station Windschläg. Die Drabtleitung des Ausfahr-Signals wurde durch⸗ geschnitten, die Züge nach Norden wurden angehalten. In An⸗ wesenheit der Personalverwoltung erhob darauf hin der Vorstand der Betriebsinspektion Sänger Einspruch bei der französischen Besatzungsbehörde. Er wurde sofort verhaftet und die Personal⸗ vertreter sortgeschickt. Dies hatte zur Folge, daß das gesamte Personal der Station Offenburg, der Station Windschläg und der Station Appenweier die Arbeit niederlegte. Die Lage im vesetzten badischen Gebiet. Die Presseabteilung der badischen Regierung meldet: Die französische Besatzung ist zur Zeit damit beschäftigt, eine eigene Fernsprechleitung vom Rathaus und vom Postamt in Offenburg nach Kehl herzustellen. Wahrscheinlich will damit die französische Besatzung aus den reichseigenen Drahtlinien herauszukommen versuchen. Der Zugverkehr Oßfenburg-Appenweier-Niederschopf⸗ heim und Appenweier⸗Gennenbach ruht. Die Post von Offenburg für das Unterland wird nach Gennenbach verbracht und von dort ilber Freudenstadt weitergeleitet, die Post für das Oberland über Niederschorgheim. Die Gemeinde Urloffen bei Appenweier ist seit Montag mittag 12 Uhr mit 120 Mann berittenen Truppen besetzt. Durch Rammersweier und JZell-Weierbach zogen Infanterie⸗ patronillen von je 3 Mann. Die Ausweispflicht ist vorläufig auch nach außen hin aufgehoben. daß er sich aus Kehl die nötigen Weisungen hole. 5 ae Bajonetten arbeiten, insbesondere kein Gramm Kohle Rohans Arien emporgehoben; sie Weitere pfälzische 8 von den Franzosen ese Die pfälzischen Bahnhöfe Neustadt a. H., Kaiserslautern, Landau und Ludwigshafen sind neuerdings von den Frauzosen besetzt worden. Der framzösische Oberkommandierende erließ einen Befehl, daß das pfälzische Eisenbahnnetz den Besatzungstruppen unterstellt sei. Demgegenüber hat die Reichseisenbahndirektion an⸗ geordnet, daß das deutsche Eisenbahnpersonal zwar auf dem Pfosten verbleibt, aber nur den Befehlen der deutschen zuständigen Stellen zu gehorchen hat. Es ist voraussichtlich mit empfindlichen Störungen des Eisenbahnbetriebs zu rechnen. Neue Verhaftungen und Austveisungen. 5 Die Postdirektion Konstanz meldet: Die Franzosen haben als Antwort auf unsere Forderung, den Umschalterraum im Postamt Offenburg zu räumen, um 1½ Uhr nachmittags das Postamt be⸗ setzt. Sämtliche Beamten wurden hinausgewiesen und der Post⸗ direltor Krieg sowie der Oberpaostsekretär Frey verhaftet. Von gut unterrichteter Seite erfahren wir, daß der von den Franzosen ver⸗ haftete Regierungsrat Sänger mit einem Auto nach einem unbe⸗ kannten Ort ins besetzte Gebiet verbracht wurde. Ueber die Verhaftung von Regierungsrat Sänger wird be⸗ richtet: Montag abend 11 Uhr verfammelten sich die Mitglieder des Beamten⸗ und des Arbeiterbetriebsrates der Eisenbahner, um Rücksprache mit dem Kapitän der Bahnbofswache zu nehmen. In der Vesprechung, die schon um 5 Uhr zwischen dem Obersten Haus⸗ meier und den Funktionären der Gewerkschaften stattgesunden hatte, wurde verlangt, daß die Wachen von den öffentlichen Be⸗ trieben zurückgezogen würden. Der französische Kapitän erklärte, Inzwischen war das gestellte Ultimatum abgelaufen, ohne daß die Franzosen den Betrieb der Eisenbahn verlassen hatten. Es sand darauf eine Kon⸗ ferenz zwischen dem Kapitän und den Funkfionären der Veamten⸗ und Arbeiter⸗Betriebsräte der Eisenbahner unter Teilnahme des Bezirksinspektors Regierungsrates Sänger statt. In dieser Konferenz legten die Gewerkschaften ihren Stand⸗ punkt dar, während der französische Kapltän erklärte, er habe die Weisung, die Soldaten von der Eisenbahn nicht zurückzuziehen. Nach langem Hin und Her erklärten die Gewerkschaftsvertreter, daß die Arbeit niedergelegt werden würde, wenn sie den Re⸗ glerungsrat Sänger nicht privatim sprechen könnten. Die Be⸗ amten bestanden darauf, bei Regierungsrat Singer bleiben zu können. Es wurde darauf zwei Vertretern des Betriebsrates das Verbleiben gestattet. Sie waren Zeugen der Verhastung des Regierungsrates Sänger. Die Bitte, daß er sich von seinen Ange⸗ hörigen verabschieden dirfe, wurde ihm abgeschlagen. Auch an der Ruhr und im Rheinland geht bas System der Verhaftungen und Ausweisungen welter. Der Aiderstand der Vergarbeiter kein Nationalismus. Der Vorsitzend⸗ des Alten Bergarbeiterverbandes, Gen. Huse⸗ mann, fiihrte vor wenigen Tagen durch Vermittlung des Vorsitzenden der französischen Meiallgebeiter⸗Verbandes mit einem gewissen Max Hoschiller aus Paris eine Unterredung. Hoschillers Absicht war, die Auffassung unseres Gen. Husemann über die Lage kennen zu lernen, insbesonbere aber den Vermittler zu einer Aussprache zwischen Huse⸗ mann und den französischen Generaliuspekteur der Bergwerke, Coste, zu spielen. Gen. Husemann lehnte es ab, mit Herrn Coste in Essen irgendwelche Verhandlungen zu führen und erklärte sich nur zu einer Besprechung in seinen Bureauräumen bereit. Im übrigen ließ er keinen Zweifel darüber, daß die Ruhrbergleute auf keinen Fall unter für die Wiederherstellung lieferten. Husemann fertigte über diese nterrebung einen Bericht aus, den er verschiedenen Vertrauens⸗ leuten der Vergarbeiterorganisation zukommen ließ. Infolge einer Indiskretion ist dieser Bericht in der Rheinisch⸗Westfälischen Zeitung veröffentlicht worden. Gen. Husemann übermittelt uns deshalb folgende Erklärung: 5 ueber eine Unterredung, die ich am 29. Januar mit Herrn Max Hoschiller⸗Paris und am 30. Januar mit Herrn Daumes von der In⸗ teralliierten Ruhrlontrollkommission hatte, habe ich eine Mederschrift angefertigt und einigen Personen zur Information übermittelt. Jetzt veröffentlicht die Rheinisch⸗Westfälische Zeitung in Essen in ihrer Nummer vom 5. Februar diese Niederschrist mit der Ueberschrift 1 0 Köderung der Bergarbeiter.(Husemanns Enthül⸗ ungen).“ Gegeiüber dicser Veröffentlichung kann ich nur erklären, daß sie gegen meinen Willen erfolgt ist. Ich halte bie Veröffentlichung im Interesse unserer Abwehr gegen den französisch⸗helgischen Gewalt⸗ streich für schädlich. Bochum, den 6. FJeßruar 1923. Fr. Husemann, Vorsitzender des Bergarbeiter-Verbandes.“ bringt. Genosse Adelung aus Mainz ausgewiesen. Aus Darmstadt wird uns telephonisch gemeldet, daß der Präsident des hessischen Landtages, Bürgermeister Adelung in Mainz, der seit ca. 10 Tagen die Geschäfte des ausgewiesenen Oberbürgermeisters Dr. Külb versah, heute, Mittwoch, morgen um 7 Uhr von den Franzosen aus seiner Wohnug geholt und ohne ersichtlichen oder bekannt⸗ gegebenen Grund nach der Grenze des besetzten Gebietes ab⸗ transportiert wurde. Dort hat man ihn dann laufen lassen. Die Ausweisung soll lediglich auf Befehl der Rheinland⸗ kommission vom 6. Februar erfolgt sein. Die Familie unseres Genossen Adelung muß ebenfalls binnen 4 Tagen das besetzte Gebiet verlassen. Unter der Mainzer Bevölkerung herrscht begreifliche Aufregung, die nur schwer zu dämpfen ist. Bekanntlich wurde Genosse Adelung schon einmal, es war während des Dorten⸗Putsches, aus Mainz ausgewiesen. Neues vom Tage. Er wird abgeschoben. Ludendorff, der von der Polizei aus dem Schnellzug ge⸗ holt worden war, den sie in Hötzendorf hatte anhalten lassen, verbrachte die Nacht bei einem Freunde. Er wurde zum Polizeidirektor geladen und es wurde ihm erklärt, daß er seinen Aufenthalt nach Möglichkeit abkürzen müsse. Luden⸗ dorff erklärte, daß er mit dem nächsten geeigneten Zug, der Anschluß nach München habe, abfahren werde. Er habe nur einige Kameraden in Wien besuchen wollen und sehe ein, daß seine Anwesenheit Schwierigkeiten bedeuten würde. Er wolle aber der Regierung nicht Verlegenheiten bereiten. Die Polizei hat dafür gesorgt, daß Ludendorff sich während des Tages an politischen Kundgebungen und Versamm⸗ lungen nicht beteiligte und daß auch am Abend bei seiner Abreise jede nationalstische Kundgebung unterblieb. E Die sächsische Regierungskrise. Am Dienstag sollte die Neuwahl des Ministerpräsi⸗ denten im Sächsischen Landtage, in dem 40 Sozialdemo— kraten, 19 Volksparteiler, 19 Deutschnationale, 10 Demo⸗ kraten und 10 Kommunisten sitzen, vorgenommen werden. Nach der Landesverfassung gilt der Kandidat als gewählt, der mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt. Bei der Wahl gab jede Partei ihre Stimmen für einen Kandidaten aus ihren Reihen ab, was bei den Kom⸗ munisten wie eine parlamentarische Harlekinade wirkte, weil sie zugleich den„bürgerlichen Parlamentarismus“ ver⸗ donnerten, entschieden für eine sich auf die Betriebsräte stützende Arbeiterregierung eintraten, um dann für dieses „bürgerliche Parlament“ einen Parteifreund vorzuschlagen. Allgemeines Gelächter war die Antwort auf dieses wider⸗ sinnige Gebaren. Die Wahl kraten Buck 38 Stimmen, für den Deutschnationalen 19, für den Volksparteiler 19, für den Demokraten 8, für den Kom⸗ munisten 10. Es erhielt also kein Kandidat die Mehrheit der Stimmen. Darum wurde die Sitzung vertagt und eine neue mit derselben Tagesordnung für Dienstag nächster Woche angesetzt. Nach der ergebnislosen Wahl traten die Volksparteiler und die Demokraten mit dem Verlangen an die Sozial⸗ demokraten heran, die Verhandlungen für die Bildung eines Kabinetts zu übernehmen. Das lehnten diche aber mit der Begründung ab, daß die Aufgabe, eine neue Regierung zu bilden, denen zufalle, die die Regierung gestürzt hätten. Es muß nun abgewartet werden, was der nächste Dienstag ergab für den Sozialdemo⸗ worden, aber es bleibe zweifelhaft, ob die finanzen waren, durchaus begründet. Da aber diese Tat Sollte eine rein sozialistische Minderheitsreg e die Sozialdemokratie anstrebt, nicht zustande komn dürfte vor dem Eingehen in eine Koalition mit de lichen die Gesamtpartei Sachsens zu der Situation nehmen. N Politische Uebersicht. Gegen den Preiswucher. Der Haushaltsausschuß des Reichstags beschäftigte sich Dienstag mit 3 Lage in den besetzten Gebieten. Der sekretär flir die besetzten Gebiete, Dr. Brugger, wies dara N 5 daß sich die Besatzung im linksrheinischen Gebiet auf deutsche einen riesigen Verwaltungsapparat errichtet hat. Die Rhei kommisston allein umfaßt 1300 Personen. Auch die Delegier en fügen über ein umfangreiches Hilfspersonal. Die Propagand keit der Franzosen ist besonders wichtig. Jede Möglichkeit aus, um Propaganda zu machen, die allerbings ohne Erfolg ist. Von den amerikanischen und englischen Delegierten n werden, daß sie sich dieser Propagandatätigkeit völlig fernh Rheinlandskommission hat den französischen und 9 akt gegen das Ruhrgebiet durch eine ganze Reihe von Ordo unterstützt und somit die durch das Rheinlandabkommen Rechtsgrundlage verlassen.— Die Abgeordneten gingen 1 auf die französische Propagandatätigkeit ein und warnten davor. französischen Propaganda untätig zuzusehen.— Ein Vertrete Pvessestelle der Reichsregierung machte sodann ausführliche w. trauliche Mitteilungen ülber die deutschen Gegenmaßnahmen. nister Oeser verbreitete sich über die Möglichkeit der Ein l einer fremden Währung im besetzten Gebiet, die augenblic 0 natürliche Schwierigkeiten stoße. Vor allem mache er darauf g merksam, daß zum erstenmal in der Geschichte von einem w losen Volke der Versuch unternommen werde, gegenüber de Waffengewalt den Krieg durch Moral und Vaterlandsgefühl 1 winden.— Genosse Hoch wandte sich scharf gegen den 0 Imperialismus und warnte vor der Schaffung einer Hurr — Genosse Sollmann machte die Regierung darauf 2 daß die Arbeiterschaft den Kampf gegen die französische Gen J schaft unter stärkstem wirtschaftlichen Drucke führt. Mit seh Maßnahmen miisse sich die Regierung gegen den Preiswucher den. Dem Taumel an der Börse misse Einhalt geboten wer dürfe nicht der Eindruck aufkommen, als sähen die Führen Nation dieser ungesunden Entwicklung tatenlos zu. Wenn me demokraten, so betonte Sollmann, Forderungen stellen und Kritik nicht zurückhalten, so tun wir das, un den Abwehr einem guten Ende zu führen. Mit Predigten und Stimmun allein kann man die Massen nicht zum Durchhalten zwinge Durchführung dieses Heldenkampfes gehören Waffen, genau in jedem anderen Kampfe. Diese Waffen sind: Lebensmittel! träglichen Preisen. Diejenigen, die sich in diesem Kampfe be lind es, die den Doschstoß in den Rüchen des Volles führen. 9 Willen, die Ansprüche des französischen Imperialismus weisen, lassen sich die sozialistischen Massen Deutschlands von nien dem übertreffen. Die Regierung muß sich auch darüber klar daß die Massen aufs neue erleben, daß sie die festesten Säule Staates sind. Wie der Kampf auch ausgehen möge, er w Selbstbewußtsein der arbeitenden Massen stärken, die ihre sationen gegen die größte Wehrmacht der Welt ins Feld g haben.— Staatssekretär Hamm versicherte daß die Reichs der Bekämpfung des wirtschaftlichen Druckes ihr ganz besonder reer fag deen e gegenüber is emeldungen fest, setzten Gebiet keine Kohlen nach Frankresch befördert wurden. sei im linksrheinsschen Gebiet n Kohle 25 a9 enge 9 eee eee Tonnen betrage, wie die französische Presse behauptet.* Aus der Volkswirtschaft. Arbeiter und Beamten die Träger der Reichsfinanz Als seit dem Herbst vorigen Jahres die Geldentwertung so w Fortschritte machte und daher auch die Löhne und Gehälter eine gesstzte Erhöhung erfahren mußten, wurde naturgemäß auch U teil der Steuerabzlige von Gehalt und Lohn an den Gesamtstem eingängen bei den Finanzämtern immer größer. Da von den meist anderen Steuerzahlern die Beträge erst lange Zeit nach der Verm lagung eingehen, zuweilen erst nach 1 oder 2 Jahren, so war von den Gehalts⸗ und Lohnempfängern aufgestellte Behauptung Arbeiter und Beamten in den letzten Monaten die Träger der Der Deserteur. 1 Roman von Robert Buchanan. An diesem denkwürdigen Tage jedoch, da ihr Rohan seine Liebe gestanben, hatte Marcelle in ihrem überschweng⸗ lichen Glücksgefühl ihr Ideal fast vergessen. Während sie geschäftig im Hause herumarbeitete, fühlte sie sich von hörte sein zärtliches Liebesgeflüster und fühlte den brennenden Kuß auf ihren Lippen— einen Kuß, der ihr das Blut in den Adern sieden machte. Jeder Gegenstand in der Hütte erschien ihr heute in ganz neuem Licht. In Wirklichkeit unterschied sich ihr Häuschen durch nichts von den Nachbarhäusern. Es enthielt im Erdgeschoß einen großen Raum, der als Wohn-, Speise⸗ zimmer und Küche zugleich diente. Ein großer Speisetisch mit seinen für Sugpe bestimmten Aushöhlungen stand in der Mitte; Löffelb- hälter und Brotkorb hingen an einem Flaschenzug von dem rauchgeschwärzten Querbalken her⸗ unter, der eine Vorratskammer ersetzte, denn Oelkannen, Speckseiten, Zwiebelkränze, Ziegenfelljacken. Wasserstiefel und anderes mehr führten dort oben ein interessantes Still— leben. In einem Winkel, neben dem offenen Kochherd, stand ein fast bis zur Decke reichendes Kastenbrett mit selt⸗ sam geschnitzten Schiebepaneelen, ihm gegenüber ein etwas kleineres von derselben Art. An einer starken Kette hing ein großer, blankgescheuerter Kupferkessel über dem Herd. Alles in diesem geräumigen Gemach atmete Sauberkeit und peinlichste Ordnung.. Eine alte geschnitzte Holztreppe führte in den oberen Teil der Hütte, in das Frauengemach, das die Witwe mit ihrer Tochter bewohnte. Die Familie hatte gerade ihr Abendbrot beendet, der Korporal war zu einem Abendplauschchen zu einem Nachbar gehumpelt, die Zwillingsbrüder Hoél und Gildas lungerten auf einer Bank, Alain stand, sein Pfeifchen schmauchend, vor der Haustür und Jannick, der jüngste der Familie, streckte seine ungeschlachten Glieder vor dem Feuer aus, Mutter Derval saß bereits vor ihrem Spinnrocken, während „Was ist denn heute mit Marcelle los?“ bemerkte Hosl plötzlich.„Sie tut ja seit Stunden den Mund nicht auf und blickt wie geistesabwesend bald hierhin, bald dorthin, gerade wie die verrückte Johanna unten im Dorfe.“ Marcelle stieg das Blut ins Gesicht, aber sie antwortete nicht. 1. „Vielleicht hat sie gar den Korigan gesehen?“ scherzte Gildas. 5 „Gott und alle Heiligen mögen sie davor beschützen,“ rief die Witwe, sich rasch bekreuzigend. Der„Korigan“ gilt beim Bretagner Volke als ein Geist des Bösen; wem er er⸗ 50 0 dem steht etwas Schlimmes bevor, ost sogar der od. „Unsinn!“ brauste Marcelle auf. „Das Kind ist heute wirklich blässer als sonst. Marcelle ißt zu wenig und arbeitet zu viel. Sie faulenzt nicht so viel wie ihr Buben. Zwei Paar Frauenärme müssen sich tüchtig rühren, um alle Arbeit in einem so großen Haus— wesen ordentlich zu versorgen, wie das unserige ist,“ nahm Frau Derval sie in Schutz. Das Mädchen blickte dankbar zur Mutter hin, welche durch diesen Blick das Geheimnis der Tochter erriet. „Das ist alles ganz schön,“ nahm jetzt Jannick das Wort, „aber Marcelle verrichtet doch ihre Hausarbeit nicht am Tore des heiligen Gildas?“ Marcelle zuckte zusammen nud hätte beinahe die Schüssel, die sie in der Hand hatte, fallen lassen. Sie warf einen nicht gerade freundlichen Blick auf ihren Peiniger, der ihr boshaft zunickte. „Was meint der Junge damit?“ forschte die Mutter. „Er ist ein Flegel und sollte eine tüchtige Tracht Prügel bekommen“ erklärte das Mädchen ärgerlich. „Mein Rücken ist breit genug, probier's einmal,“ höhnte der junge Riese.„Mutter, frag' sie doch, ob sie die Wäsche am Tore des heiligen Gildas wäscht. Und wenn sie mit Nein antwortet, dann frage sie, was sie heute so lange dort getrieben hat.“ Die Mutter blickte fragend zu Marcelle hin, die sich noch Marcelle sich damit beschäftigte, den Tisch abzuräumen.] immer am Tische zu schaffen machte, aber nichts sagte. Ihre Mutter beobachtete sie von ihrem Winkel aus. Das„Warst Du heute dort, mein Kind?“ fragte die Alte Mädchen kam ihr heute so sonderbar vor. endlich. ö 8 7* 2 74 2* 5——* e————— „Ja, Mutter,“ lautete die sofortige Antwort. „Es ist ein langer Weg dahin; was hat Dich bew ihn zurückzulegen, mein Kind?“ 2 „Ich wollte am Strande Tang suchen und stieg Triffinesleiter hinab; plötzlich fiel mir ein, daß ich sch lange das„große Tor“ und das Trou à Gildas nicht ge. sehen hatte. Da es gerade Ebbe war, schlenderte ich hin aber die Flut überraschte mich; ich hatte große Mühe, Strand mit heiler Haut zu erreichen.“ 1 „Du hast eine zu große Vorliebe für gefährliche Orte mein Kind,“ bemerkte die Mutter mißbilligend.„Du wirt noch einmal Dein Leben dabei einbüßen, wie Dein Vale Ein Mädchen hat sich im Hause zu beschäftigen und nich Strande herumzustreichen. Ich lebe seit fast flinfzig Jahr hier in Kromlaix und habe das„große Tor“ nur ein el ziges Mal gesehen, als mich Dein Vater in den schlir Tagen in seinem Voote mitnahm, um die heilige Messe au 0 offener See zu hören.“ Während des Sprechens Mutter Derval fleißig ihre Spindel, denn sie geh jenen Frauen, die keine Minute ohne Beschäftigung zu 0 vermögen. 1 „Ich will Dir erzählen, Mutter, was ich heute 1 1 habe,“ sagte Jannick, sich erhebend und seine liede streckend.„Als wir vom Fischzug heimkehrten, trieb uns b Flut nahe am Tore des heiligen Gildas vorbei, plötzlich t Mikel Grallon, der Augen wie ein Falke hat:„Seht del seht!“ Wir blickten alle ins Tor hinein, aber wir wal doch zu weit entfernt, um die Gesichter zu erkennen, sahen wir einen Fischer, der bis zur Brust im Wasser und auf seinen Armen eine Frauensperson trug. war ungewöhnlich hoch, und er trug sie ums Tor und setzte sie erst am Strande ab. Dreh' doch Dein zu mir herum, Marcelle! Dann küßte der Mann die und sie küßte ihn wieder, mehr konnte ich nicht sehen, unser Boot glitt um die Ecke.“ Die Zwillinge lachten belustiat und zwinkerten! celle gutmütig an. Sie bewahrte ihre Ruhe, zuckte! Schultern und heuchelte Gleichgültigkeit. Jannick. d ihre Fassung erbost, wandte sich erregt an die alte F „Mutter, frag' sie doch, ob sie allein zum Tore des h Gildas ging.“ (Fortsetzung folgt.) kedhlsgerichteten Presse recht undegunem war, wurde sie esusach be⸗ f Ja, selbst die demokratische Frankfurter Zeitung“ schrieb am 10 zember: die noch vielsach gebrauchte agitatorlsche Behauptung, Elnkommensteuer werde im wesentlichen nur von Arbestern und Be⸗ amten bezahlt, ist mindestens eine starke Uebertresbung. Um ein für allemal Klarheit zu schaffen, stzten die sozialdemo⸗ kratischen Miiglteder des Steuerausschusses beun Reschsfinanzmimi⸗ sterhium durch, daß dieses genaue Zahlen zur Versllgung stellte, die auch die durch Ueberwetsung(nicht nur die durch Entrichtung in Steuermarken) gezahlte Lohnsteuer erkennen ließen. Da ergab sich dann ein Bild, welches die aufgestellt Behauptung als vollständig Politisches Erwachen— jawohl, aber das be⸗ steht darin, daß der Arbeiter die wirtschaftlichen und poli⸗ lischen Dinge gründlich kennen lernt und das kann er nur, wenn er sich der sozialdemokratischen Be; wegung anschließt, in die Gedankenwelt des Sozialismus vertieft. Diese wird ihm erschlossen durch die sozialdemo⸗ kratische Literatur und ganz besonders durch die sozial⸗ demokratische Presse! Milchmangel und Milchfälschung Die Milchkatastrophe bedroht die deutsche Volksgesund⸗ heit und besonders das Leben des Nachwuchses heftiger als alles andere in unserer arg gefährdeten Ernährung. Nicht nur die beständig wachsende Teuerung der Milch spielt da⸗ bei eine Hauptrolle, sondern auch die Verschlechterung ihres Gehaltes, die Verwässerung und Verschmutzung, die auf das Schulkonto der Milchfälscher und Milchpantscher fällt. In das schändliche Treiben dieser Gesellschaft leuchtet ein 1 2 N 5 9 1 ründet erscheinen läßt. Die folgende Tabelle gibt die genauen 9 1 5 1 1 1 1 Halen für E August— Oktober wieder: 1 Parlamentarisches. Artikel„Zur, Frage der Milchhygiene, insbesondere über A Aufkommen Auftommen Anteil des Steuer⸗ Dem Landtag sind folgende Vorlagen zugegangen: 1. Regie⸗ die Verhütusfg der Milchfälschung durch zweckmäßige Be⸗ N 1022 durch auf Grund der; abzugs am rungsvorlagen: Für den Neubau des Phystologischen Instituts in] rechnung des Milchpreise““ von dem Greifswalder N 1 August in e n. eee Gießen sind verbraucht 9 200 000 Mk. Der Rohbau wird fetzt auf] Hygieniker Prof. E. Friedberger in der Klinischen Wochen ⸗ * r 283 Millionen Mark geschätzt, sodaß di Genehmigung des Finanz⸗ schrift hinein. Er betont, daß die behördlichen Bestimm⸗ . 1 Ottober 15 757„ 5 N 1 ausgeschusses angefragt wird, ob unter diesen Umständen wetter ge⸗ ungen über Milchkontrolle nicht im entferntesten mit den * 1 Für die Monate November und Dezember stehen die genauen baut werden soll. Die in Aussicht genommene Warmwasserheizung 5 1 gagen der Belräge nach nicht zur Verfiigung, es steht jchoch sest, wird auf 0 Millionen Mart veranschlag. Für die Kretsärzte und strengen und wirksamen Maßnahmen verglichen werden 0 F ue Ja auch zu ernarben war, der Anteil des zuuftommens dich Kreisassisen ärzte in Worms, Gießen. Offenbach und Heppenhenn können, darch die die, eralkeanc ien dem Genuß gesund⸗ N Steuerabzug eine weitere Steigerung erfahren hat, Er beträgt für ist je ein Neubau von Wohn- und Dienstgebäuden vorgesehen um heitsschädlichen Fleisches geschützt wird. Die Schwierigkeit, —, ⅛, ,,,,«.. 1 5 5 581105 als erste Rate der Betrag von 29,2 Milljonen Mark vorgesehen. Es zuführen, liegt in der ezentralisierung der zeu⸗ 8 18 den— 4 e eee wird um baldige Bereitstellung und baldige Inangriffnahme gebeten gung und des Milchhandels. Ein großer Mißbrauch wird mit * Steuerpolitik doch wohl die Folgerung ziehen müssen, daft schleunigst N 5 N. 5 der Bezeichnung„Vollmilch“ getrieben. Diese soll min⸗ 0 Maßnahmen für eine wirksamere Steuerleistung der Veranlagungs⸗ Für außerordentliche standsmaßnahmen r die enten⸗ destens 2,7 Proz. Fett enthalten. Der Fettgehalt der Kuh⸗ 60 egen( nbustrielle Betriebe, Handel usw.) und eine stärkere] empfänger der Invaliden⸗ und Angestelltenversicherung wird die Be⸗ milch schwankt 1455 in. erf guat 8 N Schonung der Lohn⸗ und Gehaltsempfänger zu treffen seien. Aber reitstellung des Betrages von 1172 124 Mark erbeten.— Für die 2 Proz. und 5,5 Proz. Es erscheint aber eradezu absurd 0 dafür waren die blürgerlichen Parteien nicht zu haben. Das Gegen⸗] Beamten usw. in besetzten Gebiet wird un Bewilligung einer für Mil ch ohne Fett h lt di f M 15 il 1 1 715 0 teil ist eingetreten: bei der Behandlung der Novelle zum Einkommen⸗ laufenden Wirtschaftsbeihilfe lu doppelter Höhe wie seither gebeten. 12 lfte des 55. gehe i ie sog. 5 1 mi 3 1 ie 5 seeuergese am Steueraussguß beben diese Parten gegen die lena, Hebt bennagen die Zulagen: Onietiasse 4 6000, b ioo, c, b und Hälfte des Preises zu zahlen wie für Milch mit 25 Proz. eee e bn ven n a mer e den deen wen ar neh e weden gehalt ben deen res zu enteichen wie fir Nag af N 5. 7715 115 1 ee ö Staatsbeamten, Lehrer usw. wird um Genehmigung der neuesten 9 tr n ir M i 4 N eee Erhöhung gebeten, für die im Muhestand befindlichen Notare wird etwa doppeltem Fettgehalt, die auch als„Vollmilch“ be⸗ * Geldentwertung in immer größerem Ausmaß zugute kommt, wenig- um Gewährung von Bethilsen gebeten. 1. 5 900 N 1 n l 5„ 10 stens einen prozentualen Teil der Steuerschuldigkeit sosort zu er⸗— auf 2, rozent festgesetzt ist, so hat si iese Min 6 * heben. Von der gegenwärtigen Leitung des Reichsfinanzministeriums Ei 5 zit iges Profekt ganz unberechtigterweise rasch zur Normalzahl heraus * ist derartiges nicht zu erwarten. Dagegen war dasselbe Minsstertum in großz gig J 8 ebildet. Die Milchfälscher erhalten dad erade 7 N. gleich bereit, den Industriellen 30 Millenen Kohleusteuer zu stunden, Es bedarf keiner näheren Begründung, daß durch die Anreiz 11 1 5 und 9 5 8 ee cee aber d geri. men der cheldent. wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Nachkriegs⸗ Vollmilch Der kleine Milchproduzent und der Händler Wag in der Saler eren die Lordende fle zie Eintenmer. zelt and besonders der loten Monate auch, die Salbe. berwaässer, setere Milch und macht see auf diese Wee zu und Vermögenssteuer⸗Erklärungen noch nicht ausgeben, d. h. man waltungskörper(Gemeinde, Kreis, Provinz) in eine der üblichen„Vollmilch“. Die großen Molkereien ver⸗ 1 übt auch hier wieder eine zarte Rilcksicht gegenüber allen Steuer- finanziell schwierige Lage geraten sind. Eigene Steuer- wenden von vornherein die fettreichsten Milchquoten mit * e die 9 9 N NN dee e eme des erträge, Umlagen usw. sind weggefallen oder stark be. 3—5 Prozent zur Sahne und Butterbereitung.„Gegen N 8 en(durch Erhöhung 5 ee 0 schnitten, die Anforderungen für Gehälter, Löhne, Material, die Verfälschung der Milch durch Wasserung und Ent⸗ 10 eintretenden Ermäßigungen), so sind die Herren vom Reichsflnanz⸗ soziale Fürsorge usw. gewaltig gestiegen. Dazu kommt die rahmung und gegen die systematische Fernhaltung der . ministerium sehr zugeknöpst? mit Mühe und Not haben die Gewerk- Geldversteifung und Geldentwertung, die den Selbstverwal- Milchquoten mit hohem Fettgehalt vom Konsumenten,“ 8 ie f 2 f je 1 5 rarer K 7 1 1 f 2 33 1 75 %%% t „ Krmüßigungen bei den Steustabzügen verdreifacht werden selen. w. dener mehr erschwert, ja fast unmöglich macht. Es wäre die Preisfestsetzung der Milch nicht nach dem Volumen, 1 i 5 aber im höchsten Grade bedauerlich, wenn diese Körper⸗ sondern lediglich nach dem Fettgehalt.“ Wenn heute ein 1 i f schaften ihre gemeinnützigen een nicht mehr erfüllen Liter Vollmilch mit 5 Prozent 5 Mk.(natürlich mit der 1 3 Hessen und Nach bargebiete. 0 1 1 in 50 92 5 16 1 8 7 0 jeweiligen Teuerungsinderzahl multipliziert) kosten würde, 8 0 10 b und im besonderen di orge für ranwachsende] mit 2,5 Prozent Fett 2,5 Mk. usw., Milch mit weniger als 1 Gießen und Umgebung. Jugend, die, wie bekannt, infolge mangelhafter Ernährung 05 Prozent Fett als Magermilch 50 Pfg. so würde scch kein 2 195 1 es 5 e% e eee 6 117 Milchpantscher mehr die Mühe machen, seine Milch zu ver⸗ größerem Umfang tuberkulösen un rofulösen Er⸗ wässern. 1 Vaterländische Streikkasse. krankungen ausgesetzt sind. Eine wirksame Bekämpfung f 8— 1 an 1 15 uns 0 e eee dieser Krankheiten erfordert ungeheure Mittel. ae N N Es 1 54. 7 1— . B.⸗ 500 Mk., von den Angestellten der Fürma Lamm 8 1 2 rovinzi lt 5 esen. heute(Donnerstag) a*. Hüter N ö eee 8350 Mk. Bereits quittiert 212 550 Mk., sie N e eee 118 5 zweiten Vortrag über die Entwicklung der Menschheit hält. dark. 9 4 3 i S will, ie nöti eldmi Afft.. 5 1 4 5 f ben Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne will, das die Höktess Geldmittel schafft. Das Un ernehmen— Nothilfe in Gießen. Am Montag fand eine Sitzung entgegengenommen. soll den Namen„Gemeinwirtschaft Oberhessen 5 1 8 5 Verlag der Oberhessischen Volkszeitung. führen und zunächst in der Form eines rechtsfähigen Ver⸗ des Gietener Ausschusses für die hessische Nothilfe statt. Zu- 12 3 1 eins des bürgerlichen Rechts errichtet werden. Die Be⸗ W eee, 5 a 5„Politisches Erwachen 1 teiligung der Gemeinden ist freiwillig. Die Aufgabe soll 9 92 1 1 Adee 8 1 b Dieser Tage wurde auf dem Gießener Bahnhofe an die sein: N 1 25 15 4 7 14 7 5 d 5 5 1 ie Sammlung von Industrie, Handel und Banken usw. ein⸗ Eisenbahner und andere Arbeiter ein Flugblatt verteilt 1. Mittel für die einheitliche Bekämpfung der Skrufulose i a a 1 N a Arbe 1 b 5 e 1 gebracht hat, noch 1 728 990 Mark eingegangen sind. Hiervon 1 das obige Ueberschrift trägt. Der Verfasser des Blättchens 8 Tuberkulose bei Kuugern f Verfügung zu stellen, entfält 1 Million auf den Staat, 100 000 Mk. auf die Samm⸗ tteellt sich als Arbeiter und Sozialist vor, als einer,„der 2. Den Selbstverwaltungskörpern Betriebsmittel für lung in Schulen, deren Sammlung von Darmstadt aus wie „beute noch am Schraubstock steht“, er unterzeichnet mit kurze Frist bereit 5 halten. 1 7 der verteilt wurde, der Rest auf die Sammlungen in den A. Drexler, Werkzeugschlosser, München. Dieser Mann hat 3. Ihnen Darlehen für werbende Anlagen, möglichen⸗ Kreisen der Beamten, Gewerbetreibenden, Arbeiter, Frauen „ also soviel Geld übrig, seine Weisheit in riesigen Massen falls auch für ohnungs bauten zu gewähren. vereine usw. Nach dem Antrag des Vorsitzenden wurde be⸗ bon Flugblättern der horchenden Welt vorzutragen. Solche Die Organisation ist so gedackt daß die Mitglieder 7 fü illigu 2 7 770 85 kost 5 ö 1 imliche S 5 Geld, üb 91(Gemeinden), die Wald besitzen, ein Zwölftel der Erträg senosten den een een ee e e Slug lätter kosten aber unheimliche Summen Geld, über die wit, g N F von Kohlen für die Bedürftigen zu verwenden. Die Ver⸗ SBieser Herr Trerler nicht verfügen wird, deshalb hat sich en an die abe ee abführen. Für] billigung soll auf die Hälfte des Preises erfolgen, die das „Die„Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“ seiner die Gemeinden ohne Wald soll ein Ersanstausschuß die bei-] Wohlfahrtsamt l 515 äre. Dadi 1 nungenommen 15 laßt das Flugblott herstellen und ver- zusteuernden Beträge festseten. Der insfuß richtet sich 005 0 e e e 1 1 e W Hreiten Ueber dies F 2 nach dem Durchschnitt des Neichsbankdiskonts des vorher- j 3. f„ W Ueber dieses Parteigebilde haben unsere Leser K 1 5 9 1 4 beliefern zu können. Die Verteilung selbst wird dem Wohl⸗ 10 cchon Nähsses erfahren. Diese Portei hat schon ihren Namen gebenden Halbjahres. en dadurch, daß zwischen den Zins- fahrtsamt überlassen. siestohlen, er— der Name— ist außerdem ein dreister 167 0 geleistete Veiträge(2 Prozent 2 Neichs⸗— Wucherpreise für Spiritus. Während sich der Friedenspreis 60 Schwindel, mit dem man Dumme einzufangen sucht. Dreister ankdiskont) und in Anspruch genommene Darlehen(2 Pro- für den Liter Spiritus im Durchschnitt der leuten Jahrzehnte auf 1 Schwindel und auf Dumme berechnet ist auch das Flug ⸗ zent über Reichsbankdiskont) eine Spannung von 4 Pro- etwa 20 Pfennig stellte wird die gleiche Menge augenblicklich mit Satt. N„ iche Gesi lit zent festgesetzt wird, sollen Beträge in solcher Höhe eingehen, 2400 Mark bezahlt, und wird schon in den allernächsten Tagen glatt; darum heuchelt der Verfasser gleiche Gesinnung mit 419 N 5 6000 Mark kosten. Wir haben also auch hler ein Erzeugms von 10 den sozialdemokratisch denkenden Arbeitern, er verdächtigt[daß nicht nur die geringen, Verwaltungskosten, sondern auch uns, das mit einem 400 0 fachen Friedenspreis weit N nber gleich darauf die Sozialdemokratie und ihre Vertreter die unter 1 behandelte soziale Fürsorge bestritten werden tber der Goldpar tät steht und dessen Preis der Geldentwertung olgendermaßen: kann. Etwa 1000 Kinder sollen alljährlich von den Ein- gängen in Behandlung genommen werden. um ein beträchtliches vor ausgeeilt ist. Daß eine derartige Preissteigorung viele Industrien ganz beträchtlich in Mitleiden⸗ 10 Viele von unseren Führern sind gewiß ehrliche 1 5 1 N 0 2 1 0 f„Resszi f schaft zieht, hat die wirtschaftliche Entwicklung in weitestem Umfang 1 Männer und wollen für den Arbeiter das Beste. Aber es e W 100 e Gemeinden erwiesen. Der Spirituspreis hängt mit den Ausfall der Kar⸗ 00 gibt auch eine große Anzahl, die in fremden Diensten stehen. uten Nalebe it von 35000 Hektar haben und den hohen sosselernte aufs sunkaßte zusammen, deun fat der gauze in Deuisch⸗ 15 N. l 1 ö Wert des Holzes berücksichtigt, so leuchtet ohne weiteres ein, land gebrauchte Spiritus wird zur Zeit noch aus Kartoffeln her⸗ 0 Sie haben die Arbeiterbewegung als Instrument für be⸗ e 0 N a e af rd 15 lande gelungen i i 2 1 8 4 je Arbeiter. daß die Erwartung, in den Besitz ausreichender Geldmittel gestellt troßdem es der Chemse längst gelungen it auf andere 10 timmte Sonderinteressen benutzt. sie haben die Arbeite zu kommen, wohl berechtigt ist. Wir wollen hoffen, daß die Weise diese jetzt so teure Fllissigkeit herzustellen. Noch vor einem Jahr 7 organisationen zu einer Schutztruppe des unproduktiven bee Gemein 1 soviel Weitbli 1 etwa stellten die Spiritusvorräte der Reichsmonopolverwaltung * Börsen und Leihkapitalismus gemocht.“ Nach diesen schon 0 erhessischen Gemeinden soviel Weitblick und Gemeinsinn einen See von erheblichem Umsang und beträchtlicher Tiefe dax. 5 or Jahrzehnten vorgebrachten, ebenso dummen als ver⸗ aufbringen, daß das Unternehmen, das man als ein soziales Heute ist eine außerordentliche Knappheit eingetreten, eine Nach- ö 19 sgogenen antisemitischen Schmutzereien verkündet der Ver⸗ Werk ersten Ranges bezeichnen muß, bald zustandekommt! a Se N Tel„ür de 8 1 7 0 1 1 2 isher in ge 5 aasser das von ihm entdeckte Geheimnis:„Es giebt einen. 1 erzeugung freigegeben werben. weil die Regterung mit Recht auf 1 geheimen Weltbund, der viel von Freiheit, Die Teuerung in Hessen. 115 Standpunkt stcht daß zunächst einmal die Ernährung der— „ ementttt van Teles redet dun doc nials dnderes be. ie Telermng zahlen der uf grötten Siedte geen des Pre n der Spleens en Jö pee e e wweckt, als die Völker in ein neues Joch zu spannen. Diesem auf Grund der Preise vom 21. Januar 1923/(20. Dezember brennrechts eingeschränkt. Die Folge war das außerordentliche 40 Jeltbund gehören auch eine Anzahl Arbeiterführer an.“ 1922) ausschließlich der Bekleidung betrugen für Mainz] Ansteigen des Spfrituspreises Deshalb sollte die Regierung die 15 Zür die Arbeiter ist es beleidigend, daß die Herren 126 596(60 450); Darmstadt 132 338(59 784), einschließlich] Spurktusherstellung auf chemilchen Wege nicht länger verbieten, 11 1 ee a 1 8 14 20 55. 5 1 0 590 wodurch gleichzeikia vielen Arbeitslosen Arbeitsgkegenheit ver⸗ 11 dationalsozialisten ihnen die Dummheit zutrauen, den ein- Bekleidung 156 530(83 626); Offenbach 122 644(58 737); schafft würde. Unter den hoben Spirtuspreisen haben eine ganze aältigen Schwatz zu glauben und es wäre für unsere Leser Worms 125 868(61 745), einschließlich Bekleidung 164701] Anzahl von Industrsezweigen zu leiden so die Lack- und Farben- 40 eleidigend, wenn wir uns mit desson Widerlegung befassen(84956); Gießen 110745(56 953), einschließlich Bekleidung herstellung die Industrie der Spirituosen, die Parfümeriefabriken 1 Bollten. Es sind dieselben nichtslautenden, abstoßenden 145 395(74978). Die Turchschnittsteuerungszahl für die und vor allem die chemische und pharmazeutische Industrie.. + Töne, mit denen seiner Zeit die Ahlwardt, Bruhn und ähn- fünf größten Städte beträgt für Ernahrung 107 483 F eee e 15 5 sche verdrehte Köpfe die Welt erfüllten. Sie wurden ja von.(50519), für Heizung und Beleuchtung 13 580(8545), Woh- sicherungsorbnung ändernde Gese dem 10 Noemdes iu 1 einem vernünftigen Menschen ernst genommen und so ging nung 566(350), für Bekleidung 35892(21893), zusammen[Altersrente beseitigt. Es sei daher zur Aufklärung weiter 2 9 5. 5 N ö ber Wind über die von ihnen entfachte„Bewegung“ hinweg. 157 530(81 807). N. ehe folgendes 9 Vom 1. Har nat 1028 an „4s blieb nichts von ihr übrig, hier und da vegetieren noch Tie Teuerung ausschließlich Bekleidung ist vom bel der 0 wwallb 1 mehr kesdgesent. Ade 5 Nhe Aten. * ini 1 4 771 3 1% cd 770 0 5 923„ N r In enversicherung verficherten Personen, haben, wenn 5 inige kümmerliche Pflänzchen. Diese Entwickelung wird[Dezember 1922 auf Januar 1923 um 105 Prozent und ein. sie die Wartezelt erfüllt haben, Anspruch auf Invalldenrente, obne 14 auch die famose Schwindel⸗Gründung nehmen, die sich schließlich Vekleidung, um 91 Prozent gestiegen, vom J Mlcckstcht 1 ob sie noch einem Erwerb nachgehen oder nicht. 11 Mationalsozialistische Arbeiterpartei“ nennt, ihr Wesen ist 10. Januar ab ausschließlich Bekleidung um 68 Prozent und n* Aae Nr 19 5 U 4 7 22„* 4 ee 8 Ea 1 5 dor 9„ er eo a 9* des Ver 1 1 kannt, ihre Taten kennzeichnen sie als ein Produkt haßer-einschließlich Bekleidung um 50 Prozent. höhere Ianallbekrente ante We Mere Tie rege e a— hat jedoch nur für denjenigen Zweck, der nach Festsetzung der sällter Verbohrtheit und Geistesarmut. 0 2 5 1 1 5 K 12 r * 0 — „ . . * 8. bis einschl. 13. Februar 1923, Zimmer 5, gegen haltung der Anwartschaft ist die Entrichtung nom mindestens 20 . ken innerhalb 2 Jahren erforderlich. Wer diese Voraussetzung erfüllt hat, kann bei dem Versicherungsamt des Wohn⸗ oder Be⸗ iftigungsortes unter Vorlegung der letzten Invalidenquittungs⸗ karte Antrag auf Invalidenrente stellen. — Altenbuseck. Unser Wahl verein hielt am vergangenen Sonntag seine Generalversammlung im Lokale von Ph. Einhäuser ab. Der Vorsitzende Stecker gab Bericht über das verflossene Jahr. Daraus war zu ersehen, daß sich die Mitgliederzahl seit der Wieder⸗ vereinigung erheblich erhöht hat. Leider sind einige Genossen nicht Abonnenten der Oberhesstschen Volkszeitung, e jeder Ge⸗ nosse seine Presse lesen müßte.— Den Kassenbericht erstattete der Genosse Friedrich Stecker. Es werden dagegen keine Einwendun⸗ gen erhoben und dem Kassierer wurde von der Versammlung ein⸗ stimmige Entlastung erteilt. Bei der dann vorgenommenen Vor⸗ b ee wurden folgende Genossen gewählt: 1. Vors: Heinrich 0 er 2, 2. Vors.: Karl Panzer, Schriftführer: Orch. Schmidt, Kassierer: Friedrich Stecker, zu Beisitzern die Genossen Peuker, Wagenbach und Keßler.— Weiter wurde beschlossen, etne'schriftliche Eingabe an die hiesige Bürgermeisterei zu richten, welche anregt, in der hiesigen Bürgermeisterei ein Sprechzimmer zu errichten, wo Besprechungen mit dem Bsirgermeister ohne Anwesenheit anderen Publikums gepflogen werden können; ferner, daß die Straßen⸗ lampe in dem nach der Haltestelle Rödgen führenden Gäßchen morgens und abends brennen soll, um Unglücksfälle oder sonstige Unannehmlichkeiten zu verhüten Ein weiterer Versammlungs⸗ beschluß besagt, daß unsere Genossen im Gemeinderat in einer all⸗ wierteljährlich stattfindenden Versammlung Bericht erstatten über die Gemeinderatssitzungen. c. Kreis Alsfeld-Lauterbach. — Opferwilligkeit der Frommen. In Ilbesbausen er⸗ fuchte der Pfarrer Ramge seine Gläubigen wiederholt von der Kanzel herab, doch keine Zehn⸗ und Fünfpfennig⸗ stücke auf den Opferteller zu werfen. Nun, die Leute waren vielleicht von früher her noch der Meinung. daß bei der Kirche Kleingeldmangel besteht, dem ste abzuhelfen be⸗ müht waren! Oder sie schätzten die metallenen Zehn- und Fünf⸗ pfennigstüübe im Werte höher ein, als die papiernen Zwanzig⸗ und Fünfzigmarkscheine! Von Nah und Fern. Frankfurt a. M., 6. Fer. Eisenbahnkrieg. Von fach⸗ kundiger Seite wird uns geschrieben: Schon der Weltkrieg war größtenteils ein Eisenbahnkrieg. Und jetzt im Beginn der ver⸗ tragswidrigen und jeder friedlichen Absicht baren französisch⸗bel⸗ ischen Ruhraktion zeigte sich die überragende Bedeutung der Eisenbahnen, deren reibungslosen Betrieb die Franzosen mit allen nur möglichen Mitteln erstreben, um ihrer Aktion wenigstens einen Schein von Erfolg zu sichern. Getreu den Weisungen der Zentral⸗ stelle hat das deutsche Eisenbahnpersonal alle widerrechtlichen An⸗ maßungen der Franzosen einhellig energisch zurückgewiesen und den Dienst verlassen, wenn seinen Warnungen nicht entsprochen wunde. Die Eisenbahner gingen lieber in die Verbannung als in feindlichen Dient, auch wenn der Franken noch so sehr lockte. Die Folge war die Stillegung des Betriebes auf ganzen oder Teil⸗ strecken oder ganzen Eisenbahnnetzen, wie jetzt es wohl in der Pfalz kommen wird.— Es war vorauszusehen, daß Franzosen und Belgier in diesen Fällen versuchen würden, die Führung des Betriebes der auf hoher Stufe stehenden technischen Einrichtungen Durchfüh gefahrlosen Betriebes bei der Kompliziertheit des Betriebes der auf Hoher Stufe stehenden technischen Einrichtungen des Siche rungsdienstes nur dm Kundigen, d. h. den im Betriebs⸗ amt Ausgebildeten möglich. Welche Mühe es den französischen Eisenbahnpersonal machte, mit dem auf Grund des Waffenstill⸗ standes⸗ und Friedensvertrags abgelieferten Lokomotiven fertig zu werden, ist hinlänglich bekannt. Daß es einem gänzlich ungeschulten Personal vollkommen unmöglich sein mußte, sich in unserem Be⸗ triebs⸗ und Sicherungsdienst zurecht zu finden, leuchtete jeden Fachmann ein und bleibt auch dem Nichtfachmann nicht verborgen. Die Schwierigkeiten mußten ins Unendliche wachsen, je engmaschi⸗ er das Netz, wie das des Ruhrgebiets, ist. Mit den Einrichtungen unseres Betriebsdienstes nicht vertraut, sind deshalb Franzosen und Belgier auf in ihren Betrieb übernommenen Strecken dazu übergegangen, ohne jede Sicherung darauf loszufahren. Es bedarf keiner Erörterung, welche Gefahren dieser wilde Betrieb zeitigen mußte. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß zahlreiche Betriebs⸗ mfälle wie Zusammenstöße, Auffahren auf Prellböcke, Entgleisungen 3. T. mit ernsten Folgen, vorgekommen sind. die Franzosen und Belgier in diesem wilden Betriebe nicht nur Militärzüge, son⸗ dern auch Personenzüge des öffentlichen Verkehrs befördern, kann das reisende Publikum nicht eindringlich genug vor der Benutzung solcher Zilge gewarnt werden. Wer sich selbst oder sein Gut dem von französischen oder belgischen Personal bedienten Zügen anver⸗ traut, trägt seine Haut zu Markt. Für Personen⸗ und Sachbeschä⸗ digungen durch solchen wilden Betrieb verursacht, kann die Reichs⸗ seisenbahn natürlich keine Haftung übernehmen. Oppenheim g. Rh., 5. Febr. Verbot des Nachtver⸗ ehrs. Der Oberdelegierte der Rheinlandkommission für die Provinz Rheinhessen hat nanmehr auch für den Kreis Oppenheim den Nachtverkehr in der Zcit vor 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens auf Grund angeblicher Sabotageakte bei der Eisenbahn untersagt, Der Landeskommissar und der Kreisdirektor von Oppenheim wer⸗ — die Innehaltung dieser Bestimmung verantwortlich ge⸗ a 0 Beerdigung mit Pappsarg. In Heidelberg wurde eine Probebeerdigung mit einem Pappsarg vorgenommen, um zu er⸗ proben, ob die Einführung von Pappsärgen auch hier empfohlen werden kann. Die große Verteuerung der Beerdigungskosten hat bekanntlich dazu geführt, daß schon in vielen Gemeinden Pappfärge eingeführt sind, die um etwa 50 Prozent billiger sind, als Hols⸗ särge und in der Stabilitäs den Holzsärgen keineswegs nachstehen Intersrente weiterhin Marken zur Invaltdenverstcherung verwen⸗ den und die Anwartschaft aufrecht erhalten hat. Aufrechter⸗ 1 Bochwafser⸗Kata frohen. f Aus Mittel⸗ und Süddeutschland kommen zahlreiche Meldungen von Ueberschwemmungen und Hochwasserschäden. So ist die Saale in der Nähe von Halle, Naumburg und Rudolstadt aus ihren Ufern getreten. Weite Flächen sind überschwemmt. Zahlreiche Straßen sind nicht mehr passierbar. Auch die Unstrut und die Helme sind über ihre Ufer getreten und haben Wiesen und Ackerflächen über⸗ schwemmt.. 5 Der Main ist in diesem Winter schon zum vierten Male aus seinen Ufern getreten und hat große Ueberschwemmungen verur⸗ sacht. Die Ufer⸗Mainschisfahrt mußte eingestellt werden. 5 Nahezu ganz Oberösterreich ist von Hochwasser bedroht. Seit Jahrzehnten hat Oberösterreich keine solche Hoch wasser⸗Katastrophe erlebt. In Linz ist der ganze Umschlageplatz überschwemmt. Die Donauschiffahrt mußte eingestellt werden. Zahlreiche in der Donau⸗Niederung gelegene Ortschaften sind von Wasser einge⸗ schlossen. Viel Vieh ist ertrunken. Am Arelberg sind etwa 20 mächtige Lawinen niedergegangen. Tödliche Unfälle. Auf einem Drahtseflwerk in Siegen kam die 19jährige Arbeiterin Maria Graskamp einer Maschine zu nahe, wobei ihr der Kopf zer⸗ drückt wurde.— Der Landwirt Fieser aus Holzburg bei Ziegenhain wurde auf dem Heimwege bei Los haufen von einem Zuge angeramn: und bei Seite geschleudert. Er erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde dem Krankenhause zugeführt, wo er bald nach der Ein⸗ lieferung verstarb. Arbeitsrecht, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung. Wiederbeschaffungskosten der Arbeitskraft. Einem Artikel der Deutschen Techniker⸗Zeitung(Nr. 3), dem Organ des Bundes der technischen Angestellten und Beaniten, entnehmen wir hierüber folgende bemerkens⸗ werte Ausführungen: Nachdem einige Wochen nahezu ein Stillstand in der Preisentwicklung zu verzeichnen war, beginnt nunmehr eine neue Preiswelle heranzurollen. Wann die Teuerungs⸗ kurve wieder einmal etwas flacher verlaufen wird, ist heute bei der Unsicherheit der deutschen Wirtschaftslage, die durch die Ruhrbesetzung noch besonders vergrößert wird, nicht im entferntesten vorauszusehen. Eins aber ist sicher. Die nächsten Wochen, und besonders der Februar, werden eine weitere erhebliche Belastung des Haushaltsbudgets der An— gestellten bringen.. Die Arbeitgeber haben bei den bisher stattgefundenen Lohnverhandlungen sich auf den angeblichen Preisstillstand in den letzten Wochen berufen und nur ganz geringe Lohn- und Gehaltserhöhungen geboten. Die Arbeitgeber wollen insbesondere nicht einsehen, daß die Angestellten von den Gehältern für Januar im Februar leben müssen, und daß deshalb die zu erwartende Februarteuerung bei der Festsetzung der Januargehälter zu berücksichtigen ist. Wie drei grüne Inseln ragen aus dem Meer des Unverstandes die Schiedssprüche der Schlich—⸗ tungsausschüsse Köln, München und Plauen hervor, in denen grundsätzlich anerkannt wurde, daß die voraussicht⸗ liche Preisentwicklung im Verbrauchsmonat zu berück⸗ sichtigen ist.. Leider hat sich bisher noch kein weiterer Schlichtungs— ausschuß zu einem ähnlichen Standpunkte durchgerungen... Die katostraphale Markentwertung bedeutet für das gesamte Unternehmertum Aussicht auf ungeheure Valuta— gewinne, für die Angestelltenschaft(Rann auch für die ge⸗ samte Arbeitnehmerschaft gelten. Red.) dagegen weitere große Verelendung, wenn es nicht gelingt, den zu erwarten⸗ den Preissteigerungen bei den Verhandlungen Rechnung zu tragen. Wir werden deshalb mit größtem Nachdruck unsere Forderung, Festsetzung der Gehälter auf Grund der Lebens— haltungskosten im Verbrauchsmonat, bei den Ver⸗ handlungen mit den Arbeitgebern und vor den Schlich— tungsinstanzen vertreten. Gesetzliche Regelung der Arbeitszeit im Reichs wirtschafts rat. Der Vorläufige Reichswirtschaftsrat hat als Berater der gesetz⸗ gebenden Körperschafren mit allen gegen die Stimmen der Arbeit⸗ nehmervertreter gefordert, daß ein ihm vorgelegter Gesetzentwurf über die Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter derart abgeändert werde, daß in Tarifverträgen Ausnahmen, das heißt Verschlechterungen der gesetzlichen Vorschriften über die Arbeitszeit festzulegen sind, soweit das Gesetz derartige Abweichungen überhaupt zuläßt. Es soll dabei Rücksicht genommen werden sogar auf die Konjunktur nicht nur des einzelnen Gewerbes, sondern auch des einzelnen Betriebes. Es soll weiter besonders Rücksicht genommen werden auf die Leistung von Ueberstunden, nicht nur zur Vermeidung erheblicher Schäden, sondern cusch zur Bewältigung außergewöhnlicher Häufung von Arbeitsauf⸗ trägen. Die reichsgesetzliche Höchstarbeitszeit von 8 Stunden soll für die am Bau beschäftigten Gewerbe während 8 Monaten des Jahres statt 8, täglich 9 Stunden umd statt 48, wöchentlich 54 Stunden be⸗ tragen. Darüber hinaus sollen im Bedarfsfalle noch Ueberstunden geleistet werden. Wie der Vorwärts mitteilte, wurde in der Vollsitzung des Reichs⸗ sollen. AZiucker⸗Ausgabe. Der Haushaltszucker für Januar 1923 wird, soweit derselde eingetroffen ist, durch die Kleinhandels⸗ geschäfte und den Kon sumverein in der Zeit vom 8.—18 Februar 1923 ausgegeben. Auf die Marke entfallen 2 Pfund. Preis für gemahlenen und Kristall⸗ zucker 410.— Mk., für Grießraffinade 420.— Mk., für Würfelzucker 440.— Mk. für das Pfund. Diese Preife sind Höchstpreife im Sinne des Gesetzes. Nicht recht⸗ zeitig abgeholter Zucker verfällt. Vorbestellung für Februar 1923. Die Bestellmarken 4 für Februar 1923 sind bis spätestens Montag, den 12. Februar 1923 bei dem⸗ be gen Geschäft abzugeben, von welchem der Zucker bezogen werden soll. 8 Die Geschafte haben diese Marken zu 100 gebündelt is zum 13. ds. Mts. rest los mit Bestellschein, Zimmer 4, einzureichen. Sonderausgabe von Zucker an Säuglinge, U Killende Mütter und Kinder bis zu 2 Jahren. Bezugsberichtigte erhalten vom staͤdtischen Lebens ⸗ mittelamt besondere Bezugsscheine, die in der Zeit vom Vorlage des Milchausweises in Empfang genommen werden können. Auf den Kopf entfallen 4 Pfund zum Preise von 230.— Mk. für das Pfund. Ausgabetag und Geschäfte werden noch bekannt gegeben. Gießen, den 7. Februar 1923. Der nter.(Lebens mittelamt.) wirtschaftsvats am 17. Januar von 1. für unsere Formerei zum sofortigen Eintritt gesucht. Wetzlarer Metalfabrik 6. m. h. Weblar, Hessenstr. 17. Unternehmerseite beantragt, die n 2—* L E ist sparsam im Gebrauch und billig. ALLEE NSH STECCE AENKET a Cik., Sonntag, den 11. Februar, 5 Uhr in der Neuen Aula aßen 7 1185 H. Herrn Ritter. Und bes Anbensellgesebes in betracht der angemeinen 1. „„ Einigung zwischen Arbeitnehm * Arbeitgebergruppe des Reichs wirtschaftsrats über 1 eit zeitgesetz noch nicht erzfelt ift. Die Arbeitnehmervertret treter 1 1 5 tungen widers der Vertagung: eine mne 11 945 2 schiedung des Arbeitsgeitgesetzes sei gerade im Hinbli 15 W gänge im Ruhrgebiet durchaus wünschenswert. Da das 1 1 ministerium sich mit einer Verabschiedung der Beratung 20 9 drei Wochen einverstanden erklärte, sprach sich schließlich doch Mehrheit des Reichs wirtschafts rates dafür aus, das Arbeitszeitgesetz nochmals dem Sozialpolttischen Ausschuß zu überweisen, damit dort eine Einigung zustande komme. — Kleine Nachrichten. 9 i i r. it Jahren ein⸗ — Frauen im Richteramt. Trotz der mumehr se en gesührden weiblichen Gleichberechtigung war bisher unseres Wissens in Hessen noch kein weiblicher so bemerkenswerter er des Darmstädter Wohlfahrtsamt in der allgemeinen Fürsorge tätig ist 1 iber Lebenserfahrung, rc für die neue Aa der Strafrechtspflege verfügt. Möge 1 bald weitere Nachfolgerinnen finden und auch der Schwurger chts⸗ saal neben einer entsprechenden Zahl Arbeitern dem Geiste der Gegenwart gemäß Frauen sehen, die zum Wohrspruch der Ge schworenen mithelfen. 9 Lokale Parteinachrichetn. 6. Agitationsbezirk ,, 8 Gemeindevertreter⸗Konferenzen. n 3 Die begonnenen Gemeindevertreter⸗Konferenzen finden nicht 5 r, sondern am 5 n Sah den 18. Februar 1923 wie folgt statt: J Alsfeld, Lotal Zum Stadtpark, 10 Uhr vormittags. 0 a. Gießen, im Gewerkschaftshaus(Doppelzimmer) 1% Uhr nachmittags. f Trais⸗Horloff, im Lokale Rudlof, 2% Uhr nachmittags. Grünberg, im Lokale„Cafe Stein“, 1½ Uhr nachmittags. Londorf, im Lokale„Zur Stadt Gießen“, 2 Uhr nachmittags. Nieder⸗Ohmen, im Lokale Ziegenhain, 1% Uhr nachmittags. i Tagesordnung in allen Konferenzen: 1 12. Die Selbstverwaltung der Gemeinden im Rahmen der heu⸗ tigen Gesetzgebung. 8* b. Rechte und Funktionen der Gemeindevertretung. 0 Referenten: Landtagsabg. Mann, Bltrgermeister Walz. 1 Stadtv. Maier, Stadtv. Vetters u. Gemeinderatsmitglied Benner. Zu diesen Konferenzen werden hiermit alle neu⸗ und wiederge⸗ wählten Stadtverordneten und Gemeindevertreter, sowie die Vor⸗ sitzenden der Ortsvereine eingeladen. Wir erwarten, daß kein Ver⸗ treter fehlt. Den Vertretern aus den einzelnen Orten bleibt el überlassen, den Vortragsort selbst zu wähl en.. Der Vorstand der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei. J. A: 5. Häuser. An die Parteivereine des 7. Unterbezirks(Rabenau). 2 Sonntag, den 11. Februar, nachmittags 3 Uhr findet unsere diesjährige Generalversammlung im Lokale von Gastwirt Weber⸗Kesselbach statt. Tagesordnung: Vorstandswahl, Kassen⸗ bericht, Beitragsfrage. Gleichzeitig findet eine Gemeindevertreter⸗Kon⸗ ferenz statt, wozu die Interessenten eingeladen sind. Jeder Ge⸗ nosse mache es sich zur Pflicht, die Versammlung zu besuchen. Gemeindevertreter-Konferenz wollen die Vereine Delegierte senden. 4 Der Vorstand des 7. Unterbezirks. J. A.: H. Schäfer. . ent⸗ 5 —— 7 1 1 An die Vertrauensmänner der Ortsvereine der Amtsbezirke Gießen, Grünberg, Lich und Hungen. 1 In diesem Monat werden durch den Kreis ausschuß die Beisitzer und Ersatzmänner der Pachteinigungs⸗. ämter gewählt. Ich habe es übernommen, für unsere Partei eine Vorschlagsliste einzureichen. Ich bitte daher die Ver⸗ trauensmänner, die Namen geeigneter Genossen(Vor⸗ und 90 Zuname, sowie Beruf) an mich unmittelbar und möglichst umgehend einzureichen. 9 Da die Listen diesmal in 3 Gruppen aufgestellt werden, nämlich für Klein-, Mittel⸗ und Großpachtungen, so muß bei jedem Namen bemerkt werden, ob der Betreffende Kein⸗ oder Mittelpächter ist. Kleinpachtung= 1—10 Morgen, Mittel. pachtung= 11-20 Morgen. 7 Es ist sehr wünschenswert, daß möglichst viel Vertreter f für Mittelpachtung auf die Liste kommen und die Gemeinden mit viel Pachtland vertreten sind. 3 Nach dem eingegangenen Material werde ich die Liste dann so aufstellen, daß die einzelnen Gegenden gleichmäßig berücksichtigt werden. Prof. Weißgerber. Sport Arbeiter⸗Turn⸗ und Sportbund, 9. Kreis, 3. Bezirk. Den Bezirksvereinen nochmals zur Kenalnis: Sonntag, den 11. Februar, nachmittags 1% Uhr findet in Krofd orf im Saale des Gastwirtes Freund unser Bezirksmeisterschaftsturnen statt. Beide Stufen treten zugleich an, ein pünktliches Antreten wird er⸗ wünscht. Hrch. Amend, Bezirksturnwart. ———— 1 . . oh tähgkeigronzert zum Besten der Gießener Studentenhilfe e. V. Werke von Chopin, Schubert, Brahms. Vorverkauf bei Challier, Studentenkarten bei Dollarstand gestern mittag 12 Uhr: 38 000 Mark. ste . G — nachmittags der Universität reußischen Ausführungs⸗ Deutlicher als in 95 Pachtschutzordnung tritt in dem neuen der Pacht⸗ Preis 150 Mk. Buchhandl. Oberhess. Voltsztg. 1244