— — . A 2 S 2 8 AK Aer n Ae IA Fa AFFAIR ö N 4 schaltion: Gießen Nagl n * Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Gpenltion: Sieben Bahnhofstraße 22 Ferusprecher 2008. Die Reichsregierung dürfte, wie zuverlässig verlautet, t ihrer neuen Note von dem Angebot der deutschen Wirt⸗ haft, die sich unter bestimmten Voraussetzungen bereit⸗ klärte, jährlich eine Garantie über die Gesamtsumme von 90 Millionen Goldmark zu übernehmen, Gebrauch machen. Bir haben bereits darauf hingewiesen, daß die Leistungs⸗ thigkeit der deutschen Wirtschaft größer ist als sie von naßgebenden Vertretern dieser Gruppe selbst eingeschätzt ird. Wenn die Regierung dennoch von dem ziffern⸗ büäßigen Angebot Gebrauch macht, dann ist das auf Grund hrer Zusammensetzung zu erklären und bleibt ihre Sache. erwahren müssen wir uns aber schon heute dagegen, daß 5 Entgelt die von der Industrie geforderten Voraus⸗ zungen Anerkennung finden. Die Durchführung dieser horaussetzungen würde ein neues, gutes Geschäft ür diejenigen bedeuten, die schon während des Krieges und der Nachkriegszeit reiche Gewinne gemacht haben! Bekanntlich hat die Industrie in erster Linie die Forde⸗ ing auf gänzliche Beseitigung der Ausfuhrabgabe erhoben. Bas heißt das? Im März verzeichnete die Reichskasse eine innahme von 46 855 Mill. Mk. Ausfuhrabgabe. Bei einem dollarstand von 20 000 waren das 9 390 000 Goldm., also jähr⸗ ich 112 648 000 Mk., auf die das Reich jetzt den Industriellen Liebe verzichten soll. Aber betrachten wir die„Voraus- etzungen“ weiter! Vor dem Kriege hatte die Industrie 5 Milliarden Obligationen ausgegeben, die, soweit sie icht längst in Papiermark abgelöst sind, auch gegenwärtig ö och mit ungefähr 5 Prozent verzinst werden. Während zu tieser Verzinsung früher 225 Goldmillionen erforderlich paren, genügen heute bei einem Dollarstand von 80 000 f ünnähernd 11 250 Mark in Gold. wie überhaupt anzunehmen N sst. daß der Industrie aus der Einziehung der Obligationen in Gewinn von rund 200 Millionen Mark jährlich Rente hutgeschrieben werden kann. Dieser Verdienst erfolgte natür⸗ ich auf Kosten der Rentner, die vor Jahren ihr Geld in fest⸗ N berzinslichen Papieren anlegten und jetzt die bittere Er⸗ sahrung machen, daß sie um ihr Geld betrogen werden, weil en Aktionären die Gewinne erhalten bleiben müssen. Außer ill dem verlangt die Industrie aber auch die restliche Auf⸗ hebung der Zwangswirtschaft. Hierfür kämen in erster deinie Kohle und Kali in Frage. Bei dem gegenwärtigen Dollarstand ist der deutsche Kohlenpreis um mindestens 90000 Mark die Tonne geringer als der Weltmarktpreis. Die Aufhebung der Zwangswirtschaft würde in diesem Falle bedeuten, daß die Differenz zwischen Inlands⸗ und Welt⸗ arktpreis bald ausgefüllt wird. Bei einer Jahresförde⸗ tung von 130 Millionen Tonnen käme das einem Gewinn in Gold 195 Mil⸗ on 3,9 Billionen Papiermark, das sind i 1 5 11 5 Mark, gleich. Aehnlich würden die Gewinne bei der Aufhebung der Zwangswirtschaft für Kali sein. Der Kali⸗ berbrauch beträgt rund 8 Millionen Tonnen im Jahr. Vor dem Kriege war der Preis 6.20 Mk., gegenwärtig 50 450 Mark für den Doppelzentner. Die Steigerung der Kali- bpreise auf Weltmarktpreise, die bei einer Aufhebung der Zwangswirtschaft zweffellos zu ermarten ist, müßte nach dem heutigen Dollarstand einen Preis von 124000 Mk. er⸗ geben. Das kommt einem Gewinn von 5,8 Millionen Papiermark, in Gold 294.2 Milliaonen Mark, gleich. Nun zur Landwirtschaft! Unter der Zwangswirtschaft vurden im laufenden Wirtschaftsjahr 2 100 000 Tonnen Brotgetreide abgeliefert. Für die letzte Quote ist ein Roggen⸗ breis von 685 000 Mk. gezahlt worden. Im freien Verkehr stieg der Preis für Roggen langsam auf 2 Millionen 1 Bleibt dieser Zustand aueh wen ente der 5 gewinn für das kommende Wirtschaftsie rob ee psben oder 2,7 Billionen aussetzung, daß mit dem Umlagepreis die Zwang abgelieferte Getreide. Selbst wenn se Summen nicht wesentlich. Man 0 zu bringen. Die hypothekarische Belastung der Landwirt- illiarden abgelöst. Das bedeutet für die Landwirtschaft läufigen Inhalt der neuen fanden mit den Parteiführern Besprechungen über die tigsten Einzelheiten der vorläufigen Fassung statt. englischer Seite hat sich das Verwirklichung von Bedingungen knüpft, behandelt werden. Besprechung mit den Parteiführern. Die Reichsregierung hat am Montag vormittag den vor⸗ Note fertiggestellt. Am Nachmittag wich⸗ Auf Grund angeblicher Informationen von autoritativer Kabinett entschlossen, die Nennung einer Summe im Gegenwartswert und deren Abgeltung durch Jahreszahlungen aufzugeben. Statt dessen will man die stimmten Voraussetzungen einem internationalen Sachver⸗ ständigenausschuß überlassen. Die Garantiefrage soll in erster Linie durch Verwendung des von der Industrie gemachten Angebots, das sich bekanntlich an Voraussetzungen und die Als weitere Garantieleistung will die Regierung die Zoll⸗ einnahmen und die Einkünfte der Eisenbahn verpfänden. Die Voraussetzungen des Reichslandbundes. Freiheit der Preisbildung und Gewähr für Ruhe und Ordnung. Während die Reichs regierung über vier Wochen versucht hat, eine Note zustandezubringen, dachte die deutsche Landwirtschaft nicht daran, sich mit der Frage der Abgeltung unserer Repara⸗ tionsverpflichtungen zu beschäftigen. Am Mittwoch soll die neue Note den Regierungen der einzelnen Ententestaaten überreicht wer⸗ den,— am Montag hat es endlich der Reichslandbund für not⸗ wendig gehalten, sich ebenfalls mit seiner Opferbereitschaft zu be⸗ 117 Aber immer noch nicht hat er Gelegenheit genommen, tesen Opfern in finanzieller Hinsicht einen Rahmen zu geben. Statt dessen aber wird die großtuerisch angekündigte Opferbereit⸗ schaft, über deren Maß in sorgsamer Weise geschwiegen wird, an „gewisse Voraussetzungen“ geknüpft. Diese Voraussetzungen er⸗ blickt die Vertreter⸗Lersammlung des Reichslandbundes nach dem Zentralorgan der Agrarier„auf wirtschaftlichem und innerpoliti⸗ schem Gebiet in erster Linie darin, daß nicht der Immobilienbesitz allein mit den Garantielasten beschwert wird, daß für die Inten⸗ siwierung der landwirtschaftlichen Produktfon jegliches Hin⸗ dernis beseitigt wird und daß unbedingt die Gewähr für Ruhe und Ordnung im Innern geboten ist.“ Unter Intensivierung der Landwirtschaft verstehen die deutschnationalen Agrarier natürlich Aufhebung jeder Zwangswirtschaft— Weltmarktpreis. Ihre außenpolitisch: Forderung läßt die Demagogie erkennen, mit der diese Herrschaften arbeiten. Als außenpolitische Voraussetzung stellen sie die Be⸗ Entscheidung über Deutschlands Leistungsfähigkeit unter be⸗ srusptecher 2008. *— 8 e Sberb. Volksseitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gi icher Red 15 1 e. 5 22 (0 e 8 urch die Post eee 0 einschl. Bestellgeld. eee e Druck: 7 Offenbacher Abendblatt G e M. ee ee e ee Mär abend. 535 Nr. 126 Gießen, Mittwoch, den 6. Juni 1923 13. Jahrgang Die neue deutsche Antwort. . 5 5 Die Reichsregierung macht von dem„Angebot“ der Industrie Gebrauch. 225 7 dingung der Erreichung des Zieles, Rhein und R c erst Gewinne dann Gpfer!] Pon Inhalt det vorläuügen Fasung. d d een t Ee Ke um im Lande den Anschein der Vaterlandsliebe zu erwecken, wäh⸗ rend ihre Voraussetzungen, vor allem aber die Forderungen der im Reichstag befindlichen Deutschnationalen darauf hinauslaufen, kein neues Angebot an die Entente zu richten. Wie soll das Ruhr⸗ gebiet befreit werden, ohne daß wir uns zu einem neuen diplo⸗ matischen Schritt entscheiden? dafür vor, daß die Opferbereitschaft der Industrie und vor allem der Landwirtschaft noch lange auf sich warten lassen wird und daß diesen Herrschaften der Patriotismus nur durch Zwang beigebracht werden kann. Englands Absichten. Belgien und England drängen auf gemeinsa Handeln. 8 Vorbereitungen der französischen Regierung. Aus London wird gemeldet, daß England die Frage der deut⸗ schen Abrüstung erneut in der Botschafterkonfevenz aufgerollt hat. Dieser Schrit wird mit dem Wunsch der englischen Regierung in Zusammenhang gebracht, die Sicherheitsfrage gemeinsam mit der deutschen Reparationsfrage zu lösen. In diesem Sinne hat sich auch der neue englische Ministerpräsident gegenüber einem bekannten eng⸗ lischen Journalisten ausgesprochen. Er will das Sicherheitsproblem mes lösen. g In der Montagssitzung des englischen Unterhauses erklärte der auswärtigen Amtes in Beantwortung Unterstaatssekretär des mehrerer Fragen einiger sich andauernd mit der Reparationsfrage beschäftige, es ihr aber un⸗ möglich sei, im Rahmen einer Antwort auf eine kurze Anfrage den gegenwärtigen Stand der englischen einanderzusetzen. 0 5 Wie aus Brüssel verlautet, drängt Belgien auf den Abschluß de Ruhrabkommens durch eine endgültige Löfung der Reparationsfrage. Von England wird der belgischen Regierung in diesem Vorgehen jede Unterstützung gewährt, was in Paris nicht ohne großen Eindruck gewesen ist, wenn man auch dort versucht, England gewisse Verhal⸗ tungsmaßregeln zu diktieren. Nach Presseäußerungen, die das fran⸗ zösische Volk darauf vorbereiten sollen, scheint man sich in Paris ge⸗ zwungen zu sehen, diesem Drängen nachzugeben, wenigstens gibt man sich dort den Anschein, auf die gemeinsame Beantwortung der neuen deutschen Note eingehen zu wollen, hält sich aber nach allem noch einige Hintertürchen offen, durch die man jederzeit wieder diesen Abmachungen entschlüpfen kann. Eine gemeinsame Beantwortung sei für Paris nur möglich, wenn Deutschland in der neuen Note er⸗ kläre, daß es auf die Fortführung des passiven Widerstandes ver⸗ zichte, im anderen Falle erwarte man von England, daß es sich mit Frankreich vereine, um Deutschland bestimmte Bedingungen aufzu⸗ erlegen. In Paris wird durch Ausstreuung von llerlei Ver⸗ mutungen über den Inhalt der neuen Note Stimmung zu machen 1 0 das neue Angebot von vornherein als unzulänglich erscheinen zu lassen. g 106 liarden Hypotheken bei dem gegenwärtigen Dollarstand mit 12 500 Goldmark zu 5 Prozent zu verzinsen sind. Aus den vorstehenden zahlenmäßigen Berechnungen er⸗ gibt sich nicht nur, daß die deutsche Wirtschaft an ihre Opfer⸗ bereitschaft große Gewinne knüpft, sondern auch ein großes Interesse an der Entwertung der Mark hat, die zu ihren Gunsten die nahezu restlose Enteignung der Hypotheks⸗ und Obligationsbesitzer bringt. Eine Aufrechnung der bisher gezogenen Vorteile in Verbindung mit den künftig bean⸗ spruchten Gewinnen nach ihrem Reparationsprogramm er⸗ gibt folgendes: ö Ausfuhrabgabe 112 684 000 Goldmark Gewinne aus Kohlen 195 000 000 Goldmark Gewinne aus Kali 294 000 000 Goldmark Gewinne aus Ind.⸗Obligationen 200 000 000 Goldmark Gewinne aus Landw.⸗Hypothek. 250 000 000 Goldmark Gewinne aus Getreide 138 075 000 Goldmark Gewinne aus anderen landwirt⸗ schaftlichen Produkten 138 075 000 Goldmark Insgesamt 1 328 034 000 Goldmark In dieser Berechnung fehlt der Gewinn aus der Löschung der Grundstückshypotheken der Fabriken, des städtischen Grundbesitzes und der Villen sowie die Gewinne der Banken und des Großhandels, die aus der Konjunktur nicht weniger Vorteile gezogen haben. Außerdem verlangt die Industrie aber die Freigabe der Wohnungsbwirtschaft, die, nach ben heutigen Baukosten berechnet, eine Steigerung der Wohnungsmiete um das 15fache zur Folge haben muß. Daß die Sozialdemokratie unter diesen Umständen ihre Zustimmung zur restlosen Verwirklichung der Voraus- setzungen der Industrie nie geben wird, versteht sich von selbst. Ueber die Gegenleistungen für die Opfer einer Volksschicht, die seit Jahren nicht gedarbt hat, haben nicht Herr Stinnes und seine Freunde zu bestimmen. sondern Politische Uebersicht. Bayerische Französlinge. Zum Hochverratsprezeß Fuchs, Machhaus und Genossen. Unser Münchener Korrespondent schreibt uns: Gerade vor elf Monaten in der ersten Juliwoche 1922, saß auf der Anklagebank des Volksgerichts München ein wappen⸗ gegierter junger Mann der des Verrats am Vaterlande beschuldigt war; Leoprechting. Man erinnert sich, daß dieser Prozeß eine Verschwörung gegen den Bestand des Deutschen Reiches aufdeckte, die angezettelt und finanziert war vom offiziellen Vertreter Frank⸗ reichs beim Freistaat Bayern. Die Ergebnisse des Prozesses, die dem Gesanbten Dard eine schwece Bloßstellung brachten, wiesen den Pariser Imperialisten bei der Verfolgung ihrer Pläne neue Wege. Wohlvertraut mit den e bayerischer Parti⸗ lularisten und Separatisten beauftihagten sie den Monsicur Richert, einen schon mehrfach mit politischen Aufgaben betrauten höheren Militär, an Stelle Dards die Fäden in Bayern in die ind zu nehmen. Richert war nicht etwa ein Neuling auf bayerischem Boden; denn es ist nachgewiesen, daß er bereits im Dezember 1921 mit hochgestellten Personen in München Konserenzen hielt und der Inspirator jener Kreise war, deren politische Auffassung schon im November 1921 vom Vorsitzenden des Bauerischen Ord⸗ nungsblocks, dem sattsam bekannten Dr. Tafel, folgendermaßen gekennzeichnet wurde: 7 „Die Berliner Regierung erweist sich als unfähig, die vielen Nöte, in denen das Deutsche Reich sich befindet, Herr zu wer⸗ den. Der Reichswagen rollt unaufhaltsam dem Abgrund zu und muß früher oder später zerschellen. Darum ist es klüger und ein Gebot der Selbsterhaltung, das gefährdete Fahrzeug zu verlassen, solange es noch Zeit ist. Bayern muß sich von Berlin unabhängig machen. Bayern ist aber kein selbständiges Wirtschaftsgebiet, es kann sich nicht selbst ernähren, und vor allem reicht seine eigene Kohlenförderung bei weitem nicht aus, den Bedarf von Gewerbe und Verkehr zu decken. Folglich muß es sich an eine Großmacht anschließen, die ihm die Lieferung der fehlenden Existenzmittel gewähcleistet. Diese Großmacht kann nur Frankreich sein.“ Diurch die Leoprechting⸗Aufdeckung erlitt die Aktivität all dieser Bestrebungen einen leichten Rückschlag. Richert betätigte sich darüber fällt der Gesetzgeber die Entscheidung. obgegolten sind, pro Tonne 50 95 000 77 N b ür das bisher un N ee ve le Geltentwertung der letzten Zeit, die vom Erntejahr nur kurze Zeit umfaßt, berücksichtigt wird, verringern sich die wes N wird nicht sehlgehen, den Gewinn aus den übrigen e schaftlichen Produkten mit einer gleichen Summe in nsatz ist mi j illi zoldmark vor dem Haft ist mit ungefähr 10 Milliarden Go e en Sicherlich sind davon mindestens illi im Zinsen⸗ ü von 250 Millionen Goldmark im 10 5 775 berücksichtigen ist, daß die restlichen 5 Mil. Das ist und bleibt die Auffassung der Sozialdemokratie! als Kohlenkommissar im Saargebiet. Erst mit der Ruhrbesetzung machte man auch einen neuen Vorstoß in Jedenfalls liegen endlose Anzeichen . Bayern. Seine wohl⸗ fzeitung liberaler Abgeordneter, daß die Regierung 2 Reparationspolitif aus⸗ 8 . e 5 Fepffegren Verbindungen In. Baßern na pte Wrpert dream durch 2 München, wo er im Mittelpunkt eines sogen. bayerisch⸗vater⸗ [Die Streikbewegung ländischen Konventilels eine schuelle Reife der französischen Annexionspläne betrieb. Seine Münchener Vertrauten waren: Prof. Fuchs, Kapellmeister Machhaus, Kohlenhändler Munk, Kauf⸗ mann Berger(biese beiden Deutschböhmen), Landwirt Guter⸗ mann, Regierungsbaumesster Schäfer. Bei einer der ersten ge⸗ heimen Zusammenkünfte führte Richert u. a. aus: „Es begint sett eine neue Aera in der curopäischen Politik. Die Ruhrgebietsoperation ist keine Fortsetzung der Nepa⸗ catlonspolitik, sondern leitet eine neue europäische Politik ein. Unter der Vormachestellung Frankreichs wird ein europäischer 13 Völkerbund geschassen, der Frankreich, Italien, dle kleine 5 Enteate, Bayern und einzelne Teile von Deutschösterreich um⸗ 5 faßt. Frankreich bat jetzt zweifellos für die nächsten fünfzig 4 1 die erste und stärkste Rolle in Europa. Dagegen kann 150 ayern Frankreichs Dankbarkeit erwerben, wenn zur Unter⸗ e de frangösischen Ruhroperation jetzt eine Aktion in M geschicht. Zu diesenm Zweck ist ein Staatsstreich in Bayern herbeizuführen, vor allesn, um die deutsche Abwehr⸗ front an der Ruhr zu verwirren und zu zerbrechen. Meine Heren, wenn Sie nicht in diesen Tagen handeln, hat eine erische Aktion für Frankkeich kein Interesse mehr.“ im die Person Richerts und wohl auch mehr oder weniger um seine Aufgabe in Banern wußten aber noch eine Reihe anderer jönlichkeiten, die zum Tei die Aufdeckung dieser Verschwö rung, ie der jetzige Prozeß klären soll, veranlaßt haben. Zu diesen ge⸗ hören in erster Linie dem Major a. D. K. Mayr, früher Chef des 3 tenburcaus beim Wehrkreiskommando in München, und e e g. D. Kautter von der Organisation C, dann der unte Hakenkreuzler Dr. Arnold Ruge, der Ordnungs⸗ blöckler Hofrat Pixis, die beiden Kahrfreunde Sanitätsrat Dr. Pittinger und der ehmalige Polizeipräsident Pöhner, ferner Frhr. von Cramer⸗Klett und der Bezirksoberamtmann Frhr. v. Soden, bende aus der nächsten Umgebung des früheren Kronprinzen Rupp⸗ rocht, und schließlich auch der Minister des Innern, Schweyer, so⸗ wie lige Polizeipräsident Nortz, die über dle Tage von Richerts letzten Aufenthalt in München(Ende Februar) genau informiert waren. Am 20. Februar abends fand die letzte Ver⸗ schwörersitzung in Gegenwart Richerts statt, die„unter vorheriger Benachrichtigumg und Billigung ihres vaterländischen Zweckes Eine die fan denn höchsten Amtsstellen“ abgehalten wurde. ne Verhaftung des Richert. die, wie es heißt,„aus innerpolits⸗ 0 Gründen“ hinausgeschohen wurde, scheiterts an der recht⸗ döeitt en Flucht des Franzosen. Das ist die Materie des Hochverratsprozesses, der am 4. Juni vor dem lsgevicht in München begann, und das sind die Per⸗ sonen, die nach einstwefliger Kenntnis entweder zu den Ver⸗ schwö zählen, oder doch von den Umtrieben des Richert, N„ Machhaus und Genossen gewußt haben. Sie und zweifel⸗ los noch masch andere hochgestellte Persönlichleit wird man also entweder als Angeklagte oder als Zeugen dieser Tage vor den Schranken des Gerichts sehen wenn eine vestlose Aufdeckung aller Aar seit Jahren gepflegten politischen Beziehungen des 0 cet zu bayerischen Kreisen erfolgen soll. Gießen und Umgebung. Ruhrhilfe. An das Gewerkschaftskartell Gießen gingen weiter ein: Väcker, Gießen 15 000 /, Brauerei⸗ und Mühlenarbeiter Gießen den 4, Karl 392 a(Oberh.) 10 800 J, Ton⸗ werke Abendstern 48 180 /, Fabrikarbeiterverband Rockenberg 14 000 , durch Hrch. Schmidt 3. 10 000. Den Gebern besten Dank! Gewerkschaftskartell Gießen und Umgegend. Provinzialtag der Provinz Oberhessen. Am Samstag, den 2. Juni, vormittags 10 Uhr trat der Pro⸗ (vinztaltag zu einer öffentlichen Sitzung zusammen, im der folgende Gegenstände zur Tagesordnung standen; .— 50 ngs⸗ und Verwaltungsbericht für 1921. 0 91 dee 1 Voranschlag der Provinzialkasse. N Nena lag der Pr. 1 r 1923. Rechnungs⸗ und Verwaltungsbericht des Provinzialwasser⸗ werks in Inheiden für 1921. 5. Voranschlag des Provinzialwasserwerks Inheiden für 1923. 6. R. igs⸗ und Verwaltungsbericht der elektrischen Ueber⸗ landanlage für 1921. 7. nungs- und Verwaltungsbericht über den Bau der Ueber⸗ landanlage für 1921. 8. Voranschlag der Ueberlandanlage fiir 1923. g. Grundsätze über Anstellungen. ö 10.. der Provinz Oberhessen zur Gemeinwirtschaft erhessen. „Die Sitzung wird um 10 uhr durch den Provinzialdirektor athias eröffnet, Zu Urkundspersonen die Mitglieder des inzialtages Diehl und Christ ernannt. In den Provinzialtag eten füür die Provinzialausschußmitglieder, die ihr Mandat zum rovinzialtag niedergelegt haben, folgende neue Mitglieder ein: Von unserer Partei Frau ole a ek. Ju bach und Heinrich Lachmann 3. Schlitz, der an Stelle des Genossen Repp⸗Schotten, der inzwischen verstorben ist, nachrückt. ne Verschärfung der Lage. Elberfeld, 4. Juni.(Eig. Drahtb.) Zm Zentrum des In⸗ dustriegebiets herrscht im allgemeinen äußersich voll ommene Ruhe. Nur jm Bezirk Hagen hat sich die Lage verschärst. Die Bezirks⸗ leitung des Deutschen Metallarbeiterverbandes hal hier den Generalstreik beschlossen. Dieser Beschluß ist auf die Gewissen⸗ losigkeit bestimmter Unternehmerkreise zurückzuführen. In Gevels⸗ berg wurden infolge des Metallarbeiterstreits Metallarbeiter ge⸗ maßregelt. Dadurch hat man einen Funken in das Pulverfaß geworfen, der schnell gewirkt hat. Infolge der wachsenden Erregung lassen sich die Krenn im Hagener Bezirk, wenn nicht bald eine Regelung getrofsen wird, gar nicht absehen. Die Gevelsberger Arbeitgeber sind Stützen des na⸗ tionalsozialistisch orientierten Wirtschaftsbundes, der unter der Führung des deutschngtionalen Abgeordneten van Kerkhoff steht. Gegen diesen Herrn schwebt bekanntlich seit vielen Monaten ein Strafverfahren wegen Stenerhinterziehung, ohne daß es bisher zu irgend einem Verfahren gekommen wäre. Kerlkhoff und seine Leute brachten es u. a, fertig, in dieser kritsschen Zeit Herrn Geisler, der aus der Deusschen Volkspartei ausgeschlossen wurde, zu Vortragsreisen unter der Parole„Befreiung der Arbeit von der gewerkschastlichen Fessel“ zu verpflichten. 5 Teilstreiks werden u. g. noch aus den Grenzbezirken des neu⸗ besetzten Gebiets, so aus Hamm, Zserlohn und Hohenlimburg ge⸗ meldet. In Remscheid stimmten 87 Proz. der Metallarbeiter in einer Urabstimmung ffir die Weiterführung des Streiks. Kurz vor Schluß der Redaktion wird noch gemeldet: Der Me⸗ tallarbeiterstreik im Bezirk Hagen ist allgemein durchge⸗ führt. In Schwelm streiken 15000 und in Hagen 20 000 Arbeiter. Der Arbeitgeberverband des Bezirks Hagen wendet sich gegen die Maßregelungen von Arbeitern. Unter 100 Firmen bestehen nur noch 4 auf Maßregelungen. Die Lage in Köln. Köln, 4. Juni.(Eig. Drahtb.) Am Montag wurde dis Arbeit mit Ausnahme auf der Straßenbahn überall wieder aufgenommen. Die Straßenbahnverwaltung hat einen Anschlag anbringen lassen, nach dem sich diejenigen Straßenbahner, die bis Dienstag früh die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben, als entlassen betrachten müssen. In der Stadt machen sich die Folgen der großen Ver⸗ kehrshemmung bereits stark bemerkbar. Die Versorgung der Vor⸗ orte ist außerordentlich erschwert. Auch im Braunkohlenrevier herrscht eine starke Streikstimmung. Das Gewerkschaftskartell in Bergheim hatte am Samstag unter kommunistischem Druck be⸗ schlossen, am Montag den Generalstreik auszurufen. Da sich auch gegen diesen Streik die freien Gewerkschaften mit Entschtedenheit wandten, folgte die Arbeiterschaft dieser Parole genau so wenig wie in Köln. 4 1 0 f 0 3 g 670 t. c 5 an Rhein und Nuh [Nationalistische Radauhelden als Heimkriege Am Samstag abend landete in Köln ein großer Schiffstrans ausgewiesener Flüchtlinge. Es kam dabei an der Dampfera stelle zu tiefbedauerlichen Radauszenen, die wahrscheinlich noch weste zier zu schützen. Einer der Leute, den man festgenommen und i Unfallstation vom Roten Kreuz untergebracht hatte, demolierte in sinnloser Wut das ganze Operationszimmer. Ein zweiter fr zösischer Offizier, der durch Zufall in die wütende Menge ger wurde ebenfalls angegriffen. Auch er konnte nur mit Miihe von den besonnenen Beamten und Arbeitern in Sicherheit gebracht werde Die Kampfgenossen als Deuunzianten. Der Kriminalpolizei in Dortmund ist es gelungen, einen weiteres Spitzel zu verhaften, der in französischem Solde stand und der Ange⸗ höriger der nationalistischen Putsch⸗Organisation Heinz ist. Er hat u. a. den vom Düsseldorfer Kriegsgericht zu lebenslänglicher Zwang arbeit verurteilten Sadowski in die Hände der französischen Be⸗ satzungsbehörden gespielt. Im ganzen sitzen vier Spitzel wegen diese Angelegenheit hinter Schloß und Riegel. Die Verhafteten waren der Organisation Heinz und in anderen nationalistischen roa tionen sehr aktiv tätig. Es steht fest, daß Angehörige der Orga⸗ misation Heinz nach der Verhaftung Schlageters noch 70 000 von den Franzosen bekommen haben. Da diese Feststellung kommen mußte, suchten ihr die„national n Blätter entgegenzuarbeiten, indem sie fälschlich ausstreuten, Sozialisten als die Dennuzianten Schlageters ermittelt und verhafte seien. Am Südrande des besetzten Gebietes, besonders in Elberfeld, macht sich eine neue Sammelorganisation zur Aufnahme der au ge lösten Organisationen bemerkbar. Sie führt den Namen„Seeste rn Die Angehörigen tragen blaue Seemützen mit gelbem Schild. kommen Leute in Frage, die bereits verbotenen natlonalsozialistische Organisationen angehörten. Im Kreis Lennep wurde ein Waffen, lager aufgefunden.„Die Bewohner leisteten Widerstand. Es mußken Verhaftungen vorgenommen werden. g f r ¾ f ðV“) V p DS U U bemerkt, daß zum erstenmal mit der Frau Holzapfel eine Frau in den Propinzialtag einziehe. Er knüpft daran die Hoffnung, daß die anerkannte und segens eiche Mitarbeit der Frauen in den ver⸗ schiedenen Parlamenten dieselben Erfolge auch hier auswirken möge. Nach einem kurzen Nachruf für das verstorbene Mitglied Nepp umd des ehemaligen Provinzialausschußmitgliedes Falck⸗ Friedberg, zu deren Ehren sich die Abgeordneten von den Plätzen erhoben haben, wird in die Tagesordnung eingetreten. Die Nach⸗ tragsvoranschläge von 1921 werden einstimmig genehmigt, ebenso die Voranschläge für 1923. Da infolge der rasenden Geldent⸗ wertung die Voranschläge doch nur als formell gelten können, die eingesetzten Zahlen zum Teil überholt sind, wird dem Provinzial⸗ ausschuß die Ermächtigung erteilt, bei Kreditüberschreitung die Mittel flüssig zu machen. Eine kurze Debatte entsteht über die Straßenwalzarbeiten und Reparaturen. Das Mitglied Rabenau trat dafür ein, einen höheren Betrag für Straßenwalzarbeiten im Kreise Blidingen zur Verfligung zu stellen und an Stelle des Flicksystems die Straßen neu zu decken und zu walzen. Genosse Knaf ist ebenfalls der Meinung, daß eine vollständige kilometer⸗ weise neu hergerichtete Straße nicht viel teurer komme, wie die Flickerei. Lu vertritt die Meinung, daß nicht ein Kreis vor dem anderen vorgezogen werden könnte, die Straßen seien überall in einem schlechten Zustand, besonders im Kreise Friedberg, wo der Lastfuhrwerksverkehr nach Frankfurt recht stark sei. Er stellt den Antrag, den Antrag Rabenau dem Propinzialausschuß zu über⸗ weisen. Nachdem noch die Abg. Jost und Mogh für bessere Berlicksichtigungen bei Straßenreparaturen für die Kreise Lauter⸗ bach und Bildingen eingetreten sind, wird der Antrag Lux ein⸗ stimmig angenommen. Auf eine Anfrage Fenchel über die Kreditübenschreitung beim Wasserwerk Inheiden, teilt der Vor⸗ sitzende mit, daß diese zu Lasten der Stadt Frankfurt gehe.— Lu x kritistert einig Mißstände, die sich bei dem Ablesen der Zähler be⸗ merkbar gemacht haben und tritt für angemessene Bezahlung dieser Leute ein. Zu Punkt 9, Grundsätze über Anstellungen werden die ausgearbeiteten Richtlinien einstimmig angenommen. Zu Punkt 10 macht der Vorsitzende die Mitteilung, daß bis jetzt 220 Gemeinden der Gemeinwirtschaft Oberhessen beigetreten ind, das Unternehmen als gesichert zu betrachten sei. Der Fropinzialtag beschließt einstimmig den Beitritt der Provinz zur Gemeinwirtschaft Oberhessen. Der Vorsitzende begrüßt die neu eintretenden Mitglieder und Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. Grünewald über 5 Sen pie auf der Bibertalbahn erfolgt Schluß 1 Sitzung. — Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen trat am Montag vormittag zur Sitzungsperigde des zweiten Vierteljahrs zusammen Wie kürzlich bereits mitgeteilt wurde, standen diesmal sechs Frauen auf der Geschworenenliste, die aber, soweit sie für die Geschworenen bank ausgelost, von der Verteidigung abgelehnt wurden. Fil Montag waren zwei Fälle zur Verhandlung angesetzt, es wurde des. halb die Geschworenenbank für beide Fälle zugleich gebildet.— Wegen Notzuchtsversuch hatte sich der etwa 40 Jahre alte Arbeiter O. Fourier aus Gießen zu verantworten. Die Verhandlung findet unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Aus der öffentlichen Verkündigung des Urteils geht hervor, daß dem Angeklagten N zuchtsversuch an einem 14jährigen Kinde zur Last gelegt wurde. Die Geschworenen hatten ihn unzüchtiger Handlungen an einer Frauens⸗ person mit Anwendung von Gewalt schuldig gesprochen, worauf de Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr 3 Monaten 5 W urteilt wird. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird seine sofortige Verhaftung verfügt. Mordversuch war in einem zweiten, am Montag Naß verhandelten Falle dem Angeklagten zur Last gelegt. Der 69 Ja alte Schuhmacher Grüning in Burkhardt war angeklagt, die Wit Susanne Schäfer und deren Sohn, in deren Hause Gr. seit mehreren . e S SSS e S E= Wie bringen Sie es fertig, liebe Frau Schmitz, trotz der schrecklichen Teuerung sich und Ihre Kinder immer so elegant zu kleiden? Sehr einfach; ich färbe alles selbst nur mit den weltberühmten echten Heitmaun's Farben, Marke Fuchs kopf im Stern. Heitmann's Farbe spart den Färber. .... ˙¹üAm ˙-l] ͤ 222... ßß0T0fßß0ß0T0ßTTT0TTbTTTTTTTTTT Der Deserteur. 15 Roman von Robert Buchanan. All seine Pläne sind gereift, seine Befehle erteilt, er will nur noch ein paar Stunden ruhen, ehe er dem Siege zueilt, nach dem eine unersättliche Seele dürstet. Sieg? Ach ja, sein Glückostern wird ihn nicht verlassen, wird mit seinem Glanz alle Feinde blenden! Er wird sich wie ein a Racheengel erheben, mächtiger und furchtbarer als bisher! . Die Feinde glauben ihn in ihren Netzen gefangen zu haben, . aber sie werden sich täuschen! 9 Der kleine große Mann tritt ans Fenster und starrt ins 2 Dunkel hinaus, jetzt hört er deutlich die Schritte der auf und 9 ab marschierenden Schildwache; das für die Nacht ausge⸗ gebene Losungswort wird von der kommenden und der 5 gehenden Ordonnanz gewechselt. Er sieht und hört das alles 8 wie im Traum, dann zieht er den Vorhang wieder zu und marschiert rastlos durchs Zimmer. Man klopft an die Türe, er ruft mit leiser, klarer Stimme:„Herein!“ ö„Eine Ordonnanz überreicht ihm ein Schriftstück; er 1 reißt es auf, überfliegt es hastig und erteilt den Befehl, ihn, falls nicht sehr wichtige Nachrichten eintreffen sollten, in den nächsten zwei Stunden nicht zu stören, da er schlafen wolle. Die Türe schließt sich sanft und Bonaparte ist wieder allein. Er liest das Schriftstück noch einmal aufmerksam, wirft es dann auf den Tisch, lockert seine Krawatte, sinkt ers in den Lehnstuhl und schließt die Augen. Um zu schlafen? Kann er, auf dessen Haupt das Schicksal von Königreichen ruht, win dieser Nacht schlafen? O ja, und zwar so leicht und fest wie ein neugeborenes Kind! Kaum hat er die Augen geschlossen, als er auch schon fest bie Sorgen, die ihn wachend niederdrückten, sind aus seinen Zügen verschwunden; er scheint seine Kraft abgeworfen zu haben, wie ein Gewand, das er nur am Tage trägt. Großer Gott, wie alt. wie mitleiderregend alt und gebrochen sieht er aus! Dieser grauhaarige, alte, gebrochene Mann ist Napoleon, und er schläst sanft und traumlos wie ein Kind! Und in allen Ecken und Enden der Welt wälzen sich arme, sündige, von Gewissensbissen geplagte Menschenkinder, die, vielleicht von Leidenschaft und Zorn hingerissen, ein Menschenleben vernichtet haben schlaflos auf ihren Kissen! Napoleon hat brusttief in Blut gewatet und doch schläft er wie ein Kind! Das Feuer im Kamin ist fast herabgebrannt, die Lampe auf dem Tisch brennt niedrig, dort oben über dem schwarzen Balken schleicht etwas, nun kriecht es vorsichtig die Leiter hinab; der Kaiser stöhnt im Schlaf, die schattenhafte Gestalt kauert sich einen Augenblick am Fuße der Leiter nieder. Nun ist's wieder still und sie schleicht mit nackten Füßen bis dicht an den Schläfer heran, in ihrer Rechten blitzt ein bajonettartiges Messer, wie es die Jäger in den Ardennen tragen. Die Augen blitzen von Mordlust— wehe dem Schläfer! Er tritt ganz dicht zu ihm heran. Der Anblick des Schlafenden scheint seinen leidenschaftlichen geistigen Hunger zu stillen, er neigt sich immer tiefer zu ihm hinab, schon streift sein Atem die bleichen, eingefallenen Wangen. Er richtet das Messer auf das Herz des Schläfers; dieser bewegt sich unruhig, erwacht aber nicht, denn er ist von den Strapazen des Tages zu erschöpft. Wenn er wüßte, wie nahe ihm der Tod ist! Er hat den Gipfel irdischen Ruhmes erklommen, er hat alle Könige der Erde gefesselt an den Füßen seines Thrones und nun soll dies das Ende sein? Von dem Stahl eines Meuchelmörders im Schlafe ins Jen⸗ 0 N 8 schläft. Sein Kopf ist auf die Brust gesunken, er sieht bleich i und fahl aus wie ein Toter. All die heftigen Leidenschaften, 1 5 Im Vorzimmer rührt es sich, die Wache ruft„Wer da?“, dann ist's wieder still. 4 Geist des Lebens, der du in den Lüften schwebst, un⸗ hülle die beiden Menschenkinder in dem stillen Gemach mit deinentz Atem, denn aus dir sind sie erschaffen und zu dir werden sie zurückkehren! Wer von den beiden ist jetzt kaise lich? Die Riesengestalt, die mit dem Ausdruck eines Wahr sinnigen das Messer zum Stoße ausholt oder der ge⸗ brechliche Kleine, der den Todesstoß empfangen soll? Welches von diesen beiden Menschenkindern, die jetzt die⸗ selbe Luft atmen, ist Abel und welches Kain? 4 Wie fest der Kaiser schläft! Im fahlen Lampenlicht sieht der Mörder die feinsten Linien dieses scharfgeschnitte⸗ nen Gesichtes, er studiert sie förmlich. Aber nichts wirklich Majestätisches prägt sich darin aus; müde und abgespannt wie ein schlafender Bauer, sitzt Napoleon in dem Stuhl, die eine Hand ruht auf der Lehne, sie ist weiß und klein, wie die eines Weibes. Und doch, ist dies nicht die Hand Kains, der seinen Bruder erschlug? 7 Stoß zu, Mörder! Die Stunde der Vergeltung hat schlagen! Du hast ja zu Gott und zu unserer„Lieben Fr vom Hasse“ gebetet, daß diese Stunde kommen möge! G hat deinen Todseind und den demes Stammes in deine Hand gegeben, stoß zu, stoß zu! Du zögerst? Denke doch an Jena, Eylau und Moskau; denke an die Beresina mit ihren 40 900 Toten! Denke doch an die Tausende und Tausende, die in dem großen Schnee schlafen! Stoß zu, stoß zun? ⁶ Denk' an all deine Qualen, an die schlaflosen Nächte, die du verbracht, an dein verpfuschtes Leben, an deine storbene Liebe, an deine unglückliche Mutter! Stoß zu, kennt kein Mitleid, kenn auch du keines! Denke daran, dieses eine Wesen der ganzen Erde den Frieden raubt. seits befördert zu werden?.. seinem Erwachen erwachen Krieg, Hunger und neues 6 metzel! Stoß zu, stoß zu!(Schluß folgt.) äser dem Angeklagten erklärte, er m nach und nach raut aßen, wurde es ihnen Angeklagte leugnet, die er habe dazu keine zen nicht herbeigeführt Angeklagten der ihm en gelegten Tat für schuldig, während der Verteidi i N—— at mit aller Entschledenhest für mitschuldig eben and 7 lem alb, weil mit untauglichen Mitteln eine stvafbare Handlung nicht Wein 0 1 75 könne. Zwar steht das Reichsgericht auf anderem lane a 5. angesehensten Strafrechts⸗Kommentatoren von V cht wer eren Verlaufe des Plädoyers zu interesf aal Ange e 5 essanten Auseinandersetzun⸗ gen.— Der Spruch der Geschworenen lautet f i worauf der Angeklagte von Strafe und Koste e e n freigesprochen f* Eine Sitzung 1.. ö 5 1 l der Stadtverordneten fit d n, Don ers cher J tag, 7. Juni, nachmittags 5 Uhr statt. indet morgen, 1 — Brand eines Lagerschuppens. Am Sonntag früh kurz nach 7 ul wurde in dem Lagerschuppen von Sontheim aden We Feuer bemerkt. das nicht ungefährlich schten, da dort Oele und andere leicht brennbare Stoffe lagerten. Die Feuerwehr war jedoch sofort zur Stelle, griff den Brand mit der Autospritze an und konnte ihn 905 in kurzer Zeit löschen.— Vor längerer Zeit war schon einmal in dem gleichen Lagerhause Feuer ausgebrochen. — Ein dreister Einbruch wurde am Samstag, den 2. Juni, nach⸗ 7 1 Mitteilung nimmt die Kriminalabteilung entgegen. ö — Nieder Bessingen. Durch den anhaltenden kalten Regen verfaulen die Gurkenkerne in der Erde. Neuer Gurken⸗ samen ist nur sehr schwer zu beschaffen. Voraussichtlich werden in diesem Jahre die Bessinger Gurken nicht in der Menge der Vor⸗ 1 lhre auf dem Gießener Wochenmarkt erscheinen.— Wie wäre es, wenn der Gießener Konsumverein die Gurken für seine Mitglieder an Ort und Stelle auflaufen würde. Dies würde eine ganze Anzahl Vorteile bieten. Erstens bekämen die Gießener Hausfrauen billigere Gurken. Da einmal für den Erzewger keine Transport⸗ und Ver⸗ kaufszeitverlustkosten darauf ruhten, zweitens wäre der manchmal etwas hohe Händlergewinn ausgeschaltet und drittens wäre die Ware immer frisch. Der Kauf der Gurken an Ort und Stelle wäre um so u leichter durchführbar, weil der Konsumperein Gießen und Umgegend 00 ein eigenes Fuhrwerk zur Verfügung hat. n. Wertungssingen des Deutschen Arbeiter⸗Sängerbundes, Rhein⸗Main⸗Gau, 2. Bezirk. a Anläßlich der 50jährigen Jubiläumsfeier des Gesangvereins „Eintracht“ ⸗Gießen veranstaltete der 2. Bezirk des Deutschen Ar⸗ beiter⸗Sängerbundes im Stadttheater ein Wertungssingen. Es be⸗ a. 9 5 sich 31 Männergesangverelne, 1 Frauenchor und 2 gemischte 1 . auf 8 Uhr festgesetzte Beginn verzögerte sich durch eine umliebsanne Zugverspätung. durch welche dle Sachverständigen— die Herren Rudolf und Karl Werner aus Frankfurt a. M.— erst eine volle Stunde später eintrafen. 95 75 Das Thoater war von einer festlich gestunmten Zuhörerschast gefüllt. Alle Sitzplätze waren vergeben und an den Gängen und Türen drängten sich die„Standespersonen“. 5 In einer kurzen kernigen Ausprache entbot der Porsitzende des Bezirks, Herr Wagenbach, den Gastvereinen den Willkomm⸗Gruß und gab dabei dem Wunsche Ausdruck, daß auch dieses Wertungs⸗ singen zur Pflege und Hebung des deutschen Liedes im Bunde bei⸗ tragen möge. Dann begann das Wertungssingen. Gewertet wurde mit 1—8 Punkten. Der Schwierigkeitsg cad der selbstgewählten Der Gopflogenheit mancher Vereine bre blieb außer Betracht, 125 0 t der Wahl schwieriger Kunstchöre über ihre Leistungsfähigkeit hinauszugehen, ward dadurch gesteuert. 8 f 8 Die 3. Gruppe, in der die am Zahl schwäche ren Vereine ver⸗ lichen treten waren, machte den Anfang. Als Pflichtchor war varge⸗ ni n schrieben:„Helline Freiheit“ von Henschel. In Bezug auf, Ton⸗ 75 4 veinheit würde er von keinem Verein einwandfrei zu Gehör ge⸗ Rur bracht. Alle strauchelten, mehr oder weniger am. der harmonisch . etwas schwierigen Stelle vom 20. Takte an. Auffallend war bei . vielen Vereinen die sentimentale Auffassung dieses„Freiheits⸗ ores“ der durchweg ein frischeres Zupacken vertragen hätte. Ne e die Sentimentalität! Diese Schwäche des Deutschen im Allgemeinen und des deutschen Sängers im Besonderen. Mlt Vorliebe wählt er Lieder. die dieser Stimmung Rechnung tragen. Die meisten dieser Gesänge. soweit sie nicht der Volkslied⸗Gattung der damft endele, daß der Sohn der vom den mit so zärklicher Liebe von manchen Veresnen gepflegten Ehöven mit Baß⸗ oder Tenorsoli, die selten einen edlen melodischen Gedanken aufweisen, sondern in ihrer Trivialität jeden kllnstlerischen Geschmack vermissen lassen. 5 „Hier ist ein wunder Punkt, auf den hinzuwessen, eine ernste Pflicht der Kritik ist. Die musikalische Neigung unseres Volkes, die gerade im Maͤnnergesang ihre liebevolle Pflege finden soll, darf nicht auf Ab⸗ und Irrwege geführt werden. Wenn man sich im Lyrischen bewegen will: warum greift man nicht zu dem Volkslied, dem Urquell aller Musik. aus dem selbst unsere großen Komponisten, von den Klassikern bis zu den, Allermodernsten, schöpfen? Warum erinnert man Kan nicht der schönen, sangbaren Chöre Mendelsohns, Schuberts, Schumanns. Kreutzers u. g.? In dieser Beziehung müssen manche Dirigenten sich ihrer Verantwortung mehr bewußt werden und darauf bedacht sein, ihren Geschmack himsichtlich des Textes und der Musik zu bilden und zu läutern. In den Wertungs⸗ tabellen aber sollte man eine Rubrik für die Wertung des selbst⸗ 105 1650 Liedes nach seiner textlichen und musikalischen Seite hin einrichten. Die beste Leistung erzielte in der J. Gruppe nach Ansicht der „Merker“ der Sängerbund⸗Nauborn. Er zeichnete sich durch eine frischere Auffassung deg Pflichtchors aus und umschifste noch am sichersten die Klippe des 20. Taktes. In dem 2. Chor:„Abendlich vauscht der Wald“, dem stimmungs voll vertanten schönen Gichen⸗ dorff'schen Gedichte zeichnete sich der Verein durch eine schöne Ton⸗ gebung und sorgfältige dynamische Schattierung aus. Auch „Sängerlust“⸗Daubringen bot im selbstgewählten Chor eine durch⸗ aus aperkennenswerte Leistung, die er bei seinem guten Stimmem⸗ material noch stesgern kann, wenn auch die Bässe einen verständnis⸗ vollen Gebrauch des Kopfregisters anstreben. Die Reihenfolge der Vereine nach der erzielten Punktzahl ist: 1. Sängerbund⸗Nauborn 1010 6. Eimtracht⸗Großen⸗Buseck 86 2. Lahngruß⸗Naunheim 100 7. Eintvacht⸗Krosdorf 78 ga. Sängerlust⸗Daubringen 99 8. Heitertbeit⸗Gleiberg 76 b. Konkordia⸗Rüddingshausen 99 9. Bruderkette⸗Holzheim 73 4. Eintracht⸗Kinzenbach 9710. Harmonse⸗Atzbach 66 5. Liederkranz⸗Allertshauben 92 Die 2. Gruppe stellte 11 Vereine. Pflichtchor war: Seyffert „Kampfruf“ mit seinen unangenehm auffallenden Reminiscenzen an Stellen aus Kreutzers„Kapelle“ und Löwes„Erkennen“. Die Vereine waren bei diesem Chor, man denke nur an die stimm⸗ lichen Anforderungen der Ten ve und einzelne relativ schwie lr ige Härmonßen vor eine schwierlge Aufgabe gestellt. Restlos konnte sie von keinem Verein gelöst werden. Viele suchten über die Schwierigkeiten durch Aufbietung eines Kvaftaufwandes Herr zu werden, der die Grenzen des Schönen überschritt. Bei der Wahl dieses Chors ist offenbar nur die Zahl der Sänger, nicht aber die durchschttliche Leistungsmöglchkeit ins Auge gefaßt woden. Bei den frühzeitig beginnenden Vorarbeiten für die Wertungssingen smilßte eine aus erfahrenen Fachleuten bestehende Musikkommission beslellt werden, die aus dem im Verlage des Deutschen Arbeiter⸗ sängerbundes erschienenen Liederbestand die Pflichtchöre für die einzelnen Gruppen auswählt. Die Vereine Launsbach und Kleim-⸗Altenstädten brachten den Chor noch verhaältufsmäßa am besten zu Gehör. Ihre selbstgewähl⸗ ten Lieder waren musibalisch sein empfunden und gesangsktechnisch sorgfäluig ausgearbeitet. Marburg, das mit dem Pflichtchor ganz gut abschnitt, setzte offenbar infolge elner plötzlichen, nervösen Auf⸗ Legung, den 2. Chor so unrein ein, daß der Dirigent nach wenigen Takten abklopfen mußte. Im übrigen zelgten die selbstgewählten Lieder dieser Gruppe viel weniger den oben gerügten senchmentalen Einschlag und das kräftig Männliche, wie es dem Männergesang eigen sein soll, kam mehr zur Geltung. Vei dem Bestraben, dyngmnisch alles sorgfältig zu beachten, darf diese Klefuarbeit doch nicht zu einer gekünstelten, manirlerten Vor⸗ tragsweise ausarten wle dies stellenweise im Chor:„Maienmacht“ von Seibert vorkam. Mit dieser Ausstellung soll übrigens die schöne Gesamtleistung des Vereins lelne Einbuße erleiden. Auch Londorf und Alten⸗Buseck dürfen lobend hervorgehoben werden, wegen ihres liebevollen Versenkens in die Intentionen der Kom⸗ ponisten. Das Wertungsergebnis in allen 3 Gruppen war oft beein⸗ trächtigt durch das unruhige, umklare Dirigieren der Chorleiter. Der Dirigent darf kein Rhythmus⸗Schlager sein, der es für nötig hält, die Notenwerte fast jeder Textsilbe zu markieren. Fast durch⸗ weg sah man dieses unruhige Umherflattern des Taktstockes in der Luft. Die durch die Taktvorzeichnung verlangte Taktfigur ist ruhig zu schlagen: sicher gebe der Dirigent die Einsätze, wo es gilt zu dämpfen oder anzufeuern, geschehe es mit dem Auge oder mit emsprechenden Bewegungen der linken Hand. Die rhythmischen und dynamischen Abstufungen müssen dem Sänger bei den Proben so in Fleisch und Blut übergegangen sein, daß es bei der Aufführung selbst nur weniger Erinnerungszeichen bedarf. Ganz zu verwerfen aber sind alle Körperverrenkungen und gleichmäßigen Bewegungen des Kopfes, der Hände, die für den Zuschauer leicht ans Komische grenzen. Die Vereine der 2. Gruppe haben folgende Punktzahl erreicht: 1. Liedertafel⸗Launs bach 136 6. Germanig⸗Alten⸗Buseck 120 2. Freihest⸗Kl.⸗Altenustädten 128 7. Einigkeit⸗Reiskirchen 119 3. Arb.⸗Sängerver.⸗Londorf 126 8. Eintracht⸗Marburg 109 4. Liederblüte⸗Garbenteich 125 9. Volkschor⸗Dllenburg 94 10. Arb. Ges.⸗Ver.⸗Lauterbach 91 12211. Germania⸗Waldgirmes 68 Nach einer einstündigen Mittagspause wandte sich das Haupt⸗ interesse den Vorträgen der 1. Klasse zu. Den 9 Vereinen war als Pflichtchor die schöne, schwungvolle Komposition von Uthmann: „Ich warte Dein“ aufgegeben. a Als erster der konkurierenden Vereine trat„Eintracht“⸗Giessen auf. Der Verein verfügt über ein gut geschultes Shimmenmaterial und zeigte in seinen Darbietungen eine anerlennenswerte technische 5. Harmonse⸗Watzenborn⸗ Steinberg guter Kräfte mit leichter Tongebung. Dleser offenbare Mangel, die großen Raumperhältnisse des Theaters und die für den 1. Tenor unbequeme Höhenlage am Schluß des zweiten Liedes nahmen dem Vortrag manches von seiner Wirkung.. Der Volkschor Wetzlar, der beim letzten Wertungssingen in Alsseld an erster Stelle stand, bot mit seinen seinsinnig ein⸗ stubterten Chören eine hochachtbare Leistung, Man fühlte hier die ielbewußte, energische Leitung, die auf Wohlklang, auf eine sorg⸗ fältige rausarbeitung eines einheitlichen Chortones und Chor: wortes großes Gewicht legt. Mit einer sorgfältigen Ausgeglichenheit und geschmakvollen, seimsfühlßgen Aufsasfung interpretierte die„Hoffnung“ von Treis d. d. Oda. das bekannte niederländische Madrigal;„An einem Bächlein, von H. Walbrant. Sauberkelt und Akkurratesse, sorgfältige Texlbehandlung und schün abgewogene Schattierung machten die Darbietung zu einem wirklichen Genuß. Der Gesangverein„Vorwärts“ ⸗Lollar brachte Hegars äußerst schwierigen Chor„Schlafwandel“ zu Gehör. In lebensvoller, den Text trefflich illustrierenden Weise und in kraftvollem Aufbau zum Höhepunkt löst der Komponist in diesem Werke die jerige Auf⸗ gabe den dramatischen Stil mit prägnanter Charakteristik der Einzel⸗ heiten zu verbinden; Man steht und sört den Geschwindschritt des glut dahin marschlert und von einem Eden der fernen Heimat träumt — den Alarmschuß— die Kampfbereitschaft— das Weiterziehen—. Die Sänger brachten die Komposition mit einem Aufwand aller musikalischen Finessen sehr gut zur Geltung. Sowohl die lyrischen, wie realistischen Stellen kamen zu charakteristischem Ausdruck. Die rhytmisch äußerst schwierige Synkopenstelle wurde spielend überwun⸗ den; die bei aller Klangfülle doch edle Tongehung im Forte und der ppp, morendo verlaufende Schluß brachten den Verein und seinem strebsamen Dirigenten einen vollen Erfolg, der ihn mit der höchsten Punktzahl(150) an die erste Stelle der Gruppe stellte. Die anderen Vereine reihten sich in nachstehender Ordnung an: 2. Arb.⸗Gesv.⸗Sbausenberg 150 6b. Vorwärts⸗Rodheim an 3. Volkschor⸗Wetzlar 145 der Bieber 13⁵ 4. Hoffnung⸗Treis a. d. L. 139] 7. Eimtracht⸗Gießen 131 5. Eintracht⸗Wißmar 1388. Arbeitet Ges.⸗Perein⸗. 6a. Sängerkranz⸗Wieseck 135 Heuchelheim 129 Neben den Männerchören brachte noch ein Frauenchor und zwei gemischte Chöre eine angenehme Abwechslung in das Programm. Die dem Z3⸗stimmigen Gesang eng gesteckte Grenze der Harmonie⸗ sierung und des Stimmenumfangs führen leicht zu einer Monotonie. Sie wurde in diesem Falle von dem Verein durch eine angenehm empfundene sichere Reinheit der Intonation und anmutigem Vortrag überwunden.— Punktzahl: 119. Von den beiden in ihren Dabietungen wohl gleichwertigen ge⸗ mischten Chören erhielt: 5 „Eintracht“-Alsfeld: 112,„Eintracht⸗Marburg: 116 Punkte, Wie bei allen Wertungssingen, so wird es auch bei diesem an Unzufriedenen nicht fehlen. Einer oder der andere Verein hält sich — ob mit Recht oder Unrecht, bleibe ununtersucht— für zu ünstig beurteilt. Von den Eachverständigen gibt selbstredend jeder nach bestem Wissen Rechts und der Wahrheit muß es doch einmal offen und unumwunden ausgesprochen werden, daß in der Tonkunst eine ziffernmäßige Fest⸗ legung mustkalischer Leistungen ein Unding ist. Man denke nur an das zufällige Unterliegen des berühmten Kölner Männergesangver⸗ eins bei dem Gesagswettstreit in Frankfurt a. M. 1903. Darum weg mit diesem unsinnigen Wertungssystem auch in dem Deutschen Arbeltersängerbund. Die Vereine sollten bei den maß⸗ gebenden Stellen darauf 5 eine schriftliche Kritiken ausgefertigt werden die Lobenswertes herausheben und auf Fehler und Mängel aufmerksam machen. Auf öiesem Wege werden Sänger und Dirigenten mehr lernen, als g tote Ziffern. Nur so wird das Wertungssingen in klinstlerischer, aber auch in moralischer und sozialer Beziehung segensreich wirken. Dann gibt es keine Unzufriedenheit mehr, kein Gegeneinander, keine Rivalität, keinen onkurrenzkampf es gibt nur ein Füreinander und Rivalität, keinen Konkurrenzkampf; es gibt nur ein Filreinander und des bisherigen Wettstreites und Wettkrieges tritt auch auf diesem idecklen Gebiete der Friede, dem wir als Brlider doch alle dienen wollen. f In diesem Sinne: Frisch auf zu neuem Streben!* Aus den amtlichen Bekanntmachungen. Das Amtsverkündigungsblatt für das Krefsamt Gießen usw. vom 1. Juni enthält: Prüfung der Mineralwasserapparate.— Schweinemarkt in Hungen.— Hessen.— Waisenbüchsengelder.— Störung der Gottesdienste darch Umzüge— Erwerbslosenfürsorge.— Aenderung der Ortssatzung über den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Gemeinde .— Die Badeanstalten zu Gießen.— Gefunden, ver⸗ oren. a Gefunden, verloren. In der Zeit wurden in hiesiger Stadt gefunden: mehrere Portemonnaies und Geldmäppchen mit Inhalt, 1 Kinder⸗ zipfelmütze, mehrere Hand⸗ und Brieftaschen mit Inhalt, 1 Garten⸗ tisch und vier Stühle, 1 Vierzipfel, 1 Stallhase,, 1 Herrensommer⸗ mantel, 1 Brille, 1 Gesangbuch, 1 Halskettchen; verloren: Portemonnaie mit Inhalt, 1 schwarzlederne Brieftasche mit Inhalt, 1 Ackerleine, 1 Matrosenmütze, 1 braunlederne Briestasche mit ea. 20 000 Mk., 31000 Mk. Steuermarken, Studentenkarte und sonstige Kleinigkeiten, 1 glatter, goldener Armreifen, 1 Geldtäschchen mit ca. 22000 Mk., 1 braunlederne Brieftasche mit cg, 100 000 Mk., ein Paar Turnschuhe, 1 Geldtasche mit ca. 100 000 Mk. 1 Karton mit Waffeln und Schokolade, 1 goldene Brosche- mit Brillantstein, 1 graute Viehdecke. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 8—12½ l hr vormittags und 2½—5 Uhr vom 1.15. Mai 1 mehrere Geldbeträge, angehören, sondern Nachenwfin dungen unberusener Ia hallt auch Sicherheit. Der 1. Tenor bedürfte allerdings der Zuflihrung einiger nachmittags im Polizeiamt, Zimmer Nr. 3, erfolgen. nisten sind, stehen auf einem recht niedrigen Niveau. Das gilt auch —— —— ö 192 7 7e 2 2. 9* 9 1 it ec οο. Lackfabrik Gebr. Löb Aktienge ellschaft Gießen gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre. Festsetzung des Ausgabe» Kurses. i 4 5 21 J 9 2 Ermächligung an den Au sichtsrat und Vorstand, die sonstigen Ausgabe ⸗ Stadt- feater 185821. 2 Einladung! Bedingungen und die Einzelheiten der Begebung der neuen Stamm ⸗Aklien 2 5. 5 5 festzusetzen. Der Vorstand und Aufsichtsrat ist auch ermächtigt, Aktien zu Freitag, den 8. Juni 1923 25 Die Aktionäre unserer Gesellschaft werden zu der am einem höheren Neun⸗Werte wie Mk. 1000.— je eme a Die Stück⸗ gas TSPIEL. 2] Donnerstag, den 28. Juni 1923, nachmittags 4 Uhr zahl, hängt dab 3 0 0 Entscheidung des Vorstandes und des Elin den Nänmen des Bartholels Kalserhof in Frankfust a. M., Wiesenbützen.] 7. Beschluß kann nber dlenderung der 5 der Frankiurter Oper und des siraße 36/38 flattfindenden. ge ede on bee e eee 1 a. er die es Grundkapitals und Aufnahme der Bestimmung der ernhaus- Orchesters 0 i Vorzugsaltien über eine 60% kumulative Dividende und einem 10 fachen 05 rdentl. Geueral⸗Versammlung g e e e e ö eingeladen und für den Fall ihrer Teilnahme an derselben gebeten, gemäß 9 10 b die Zeichnung der uisug dure) delt Norttand, D 0 II* 2* 1 7 Statuten ihre Aktien oder die nach der erwähnten Bestimmung zulässigen 1 10 Ale e 1905 Au Grosse Oper von W. A. Mozart. Hinterlegungsschelne spätestens em 26. Juni 127 be unserer Gesellschaftskasse in 9 44 Ablat 0 Aerzülung für den Uussichtsrat l es 2 5 0 Haftskasse.. Kartenverkauf an der Kasse des Stadt- Kia A eee ie en e e Sieben oder Ae 8. Getrennte Beschlußfassung der Vorzugs⸗Aktionäre zu den Punkten 5, 8 und 7. Theaters von Montag, den 4. Juni ab jeden 1 5 Nofas 1 Aertz 1 9„ ö 9. Getreunte Beschlußsassung der Stamm⸗Aktionäre zu den Punkten 5, 6 und 7. f 11—1 Uhr. 417 deuts ö gen. 10. Gemeinschaftliche Beschlußfassung 75 Vorzugs⸗ Aktionäre und der Stamm⸗ Vormittag von Partei-Literat N 0 — cg 2. Entlastung 3. Entlastung 4 — * 2 —.—. 8 8— 3 ö empfiehlt. 5 5 5„Hess. Volksztg.] 5. 1 Buchhandlg. O her eee, 1 7A Pens Lehrer sucht Würmer! 4 gabekurses; nne 7 1 Ki d Erw Le i 5 win eie e Bim mer. Würmol, Zu haben bei 6. Erhöhung 2. an, Henkral-Pregeog l ö nia⸗Yrog. olkszeitung. Edelbel Germ 0 serten u. Nr. 885 an die erbes. 2 Vorlage des Berichts des Vorstandes für das Jahr 1922 mit den Bemerkungen des Aufsichtsrats; Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz und Ge⸗ winn⸗ und Verlustrechnung per 31. Dezember 1922, sowse über die Verwendung des Reingewinus Aussichtsratswahlen. Erhöhung des Grundkapitals von 15 aktien mit 10 sachem Stimmrecht um weitere bis zu Mk. 900000.— 6% kumu⸗ lativer Vorzugsaktien mit 10 fachem Stimmrecht und 25% Einzahlung unter Ausschließung des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre. Festsetzung des Aus⸗ des Grundkapitals von Mk. 11 700 000.— Stammaktien um weitere bis zu Mk. 12 300 000.— durch Ausgabe bis zu Stück Mk. 12 300.— auf Tagesordnung: Akrionäre zu den Punkten 5, 6 und Gießen, den 31. Mai 1823. Der Vorstand der Lackfabrit Gebrüder Löb, e N 5 b. O ö b. den Juhaber lautenden Stamme Aktien zu je Mt. 1000.— Ausschließung des 420 5 des Vorstandes. des Aufsichtsrates. Mk. 300 000.— 6% kumulativer Vorzugs⸗ Ermächtigung an den Aufsichtsrat, die sonstigen Ausgabe-Be⸗ und die Einzelheiten der Begebung der neuen Borzugs⸗Aktien Dr. Gentner's Waschextrakt Goldperle ist so beliebt, weil es Schnitzelseife enthält, die allen Sehmutz vollständig löst. afrikanischen Batafllofis, das im Halbschlaf unter der heißen Wüsten⸗ und Gewissen sein Urteil ab. Aber zur Steuer des drängen, daß in Zukunft für die Einzelver⸗ Die geologische Landesaufnahme in 1923 I biessen, flfterweg d Billige Preise — A Möbelfabrik Ludwig Stern, Ciessen, Bahnholstr. 5 555 e in kleiderstoffen, Blusenstoffen Sowie in allen Manufakturwaren Reelle Bedienung Tondttorei und Café I. HUBER 5 Seltersweg 14 S Telephon 1268 vorzügliche Toften und Gebäcke Aufmerksame Bedienung 5 Lale 12 0 g Tägl. mittags u. abends Kũnstler-Konzert 0 1 0 Sonn- u. Feiertags: Frühschopp.-Konzert Meyerhoff& Goslar Giessen, Kreuzplatz Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Damen- u. Kinderkonfektion ene Konditorei E ig Inh. 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