in: Giesen guhefftraße 23 sprecher 2008. erhessi ce Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. olkszeitung Erpedition: Gießen Bahuhofstraße 23 Fetusprecher 2008. Oberh. Volkszeitung erscheint jed i in Gi 5 Wufdnche Bei 5 8 59 ane ber een ab. cha rägt monatlich 4400.— Mk. ei Bringe„ bie wo bezog 4400.— Mt einschl. Bestelfeerd. Eine laumm. 180. Verantwortlicher Redakteur: J. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. 1 von Hermann Neumann& Lie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag ffenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(5 mm breit reu Raum sotal 60. Mk. auswärts 80.—. M. 718 Melee e 900.— Mek. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. 183. Jahrgang 4 Nr. 125 Gießen, Dienstag, den 5. Juni 1923 6 f 5 Wiie die Mark zu fützen wa . urk zu stützen wäte. Die Regierung Cuno-Becker hat im Reichstag me 1 J rklärung abgeben lassen, daß sie die Ae Spätestens in der Mittwoch⸗Nacht? 155 5 90 1 155 geraume Frist durchhalten werde Der neue Vorschlag der Reichs regierung an. die Ententemächte 100 er trotzdem, die Wk steht heute unter der österreichi⸗ soll nach den letzten Dispositionen spätestens in der Nacht von Dienstag 1 Krone. Hilflos steht die Regierung Cuno da, nach- du Mittwoch den deutschen Vertretungen in den Ententeländern über⸗ gem sie alle Mittel, welche die früheren Leiter des Reichs⸗ mittelt werden, so daß die Uebergabe überall am Mittwoch erfolgen n ertrtschaftsministeriums vorgeschlagen haben, viel zu spät könnte. Aundern würden mir urs niht, wenn auch diefer Termin eelängli Firm 180 1 el zu spat wieder verschoben wird denn die Art der Vorberatungen des neuen * end U 8 icher Form angewendet hat. Vielleicht] Angebots läßt schließlich alles erwarten. Mit peinlichster Vorsicht hat e ö„die der„ 5 1 5 10 5 5 on Parvus herausgegebene erfuhren, geheim zu halten. Aber dennoch ist manches durchgesickert, spie deraufbau in seiner nächsten Nummer als Ergebnis einer staterredung mit Staatssekretär z. D. Professor Dr. Hirsch geröffentlicht. Die Unterredung handelt im wesentlichen on der Entstehung und dem Ausbau der Devisenverord⸗ tung, die bekanntlich von den, dem Kabinett Cuno nahe⸗ tehenden Kreisen bei hrem Erlaß aufs heftigste bekämpft, ann aber von Cuno-⸗Becker keineswegs aufgehoben, sondern Monate lang im wesentlichen unverändert beibehalten ind erst spater ganz in der von dem früheren sozialistischen Virtschaftsminister Genossen Schmidt gewollten Richtung, über immer noch nicht ausreichend, weiter ausgebaut wurde. Hirsch verweist darauf, daß die bestehende Verordnung sioch eine schwere Lücke enthält, indem der Kauf von aus⸗ aͤndischen Wertpapieren weiterhin ohne jede Kontrolle mög⸗ lich ist, so daß Markflucht und Markzerrüttung auf diesem Wege noch völlig ungehemmt vor sich gehen können. Ueber die neue Fassung der Devisenverordnung und die not⸗ vendigen Maßnahmen äußert er sich wie folgt: Qn der jetzigen ungemein schweren Lage des Reiches mitten im Ruhrkampf und bei nicht geregelter Repa⸗ nanctionslast ist jeder Versuch des Eingreifens auf dem Devisenmarkt nur relativ zu bewerten. Immerhin ist 23 schon viel gewonnen, wen der Sturz der Valuta verlang⸗ samt wird, bis eine neue Regelung unserer Lage eine völlige Neueinstellung auf längere Sicht ermöglicht. Auch Par N nach einer Neuregelung der Reparationspflicht wird es du zunächst schwerlich ohne Valutaschwankungen abgehen. un Augenblicklich, wo handels politisch wichtige Teile des Reichs der Zentralgewalt entzogen wird, wird sich wirt⸗ schaftspolitisch nicht übermäßig viel tun lassen, wohl aber .% sollte auch jetzt alles geschehen, was den Sturz der Valuta user aufzuhalten oder doch zu verlangsamen geeignet ist. Neben der wichtigsten Frage, nämlich der geeigneten Behand⸗ u lung des Reparationsproblems und neben einer technisch ben geschickten Fortführung der Interventionen in geeigneten Momenten scheint mir da auch das eine von großer Wich⸗ — tigkeit: Daß man überall da, wo ein wirtschaftliches Interesse am Fallen der Valuta besteht, dieses Interesse een deseitigt, so weit es in der Macht steht. Was hier möglich und folglich notwendig ist, sind die folgenden Punkte: 1 1. Eine grundsätzliche Aenderung der ganzen Kredit⸗ — politik der Reichsbank, welche augenblicklich außer dem it Steuereinnehmer wohl die einzige Stelle im Reiche ist, ekt welche rechnet: Mark ist gleich Mark. Die Reichsbank Sätzen des freien Marktes, jedem ft, die schließlich nur aus der Tasche ihrer Zwangsgläubiger, nämlich aller Papiermark⸗ besitzer und aller Papiermarkempfänger, genommen ist. Und sie nährt damit ungewollt, aber weitgehend die Spekulation gegen die Mark. Deshalb sollte die Reichs⸗ ban * 2 5 9 ah) binnen ganz kurzer Frist nur meh Wechselkredite ausgeben(Kredite 5 Mark oder in Goldwert), 5 b) bis zur Durchführung dieses Gedankens in ganz 1 kurzen Etappen den Reichsbankdiskont scharf hinauf⸗ ri 9 setzen. zunächst vielleicht auf etwa 100 Prozent jähr⸗ 4 u bein schenkt, gemessen an den Krediteinnehmer Kaufkra 15 wertbeständige in kurzgesicherter lich, binnen ganz kurzer 1 5 55 55 Sätze des freien es für gan kurzfristige Kredite. 0* 955 eig ede mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln die Möglichkeit der Inflationsgewinne auf dem U Gebiet der Steuern und der Tarife eindämmen, und zwar 2 a) durch ein sofortiges Notgesetz, welches bei Nichtzahlung N fälliger Steuern die ganze Lost der Geldentwertung dem säumigen Steuerpflichtigen auferlegt und 10 Ablieferungstermine für indirekte Steuern, zuma Umsatz⸗ und Luxussteuer, auf ganz kurze Termine, Monat, abkürzt; 1 der Tarife der öffentlichen Be⸗ Eisenbahnen und Post, gemäß der lche die wirklichen Unkosten dieser chultern ihrer Benutzer legt; längstens auf einen bh durch Heraufsetzung triebe, insbesondere Geldentwertung, we das zu schweren Gesinnungsänderung der Regierung über die Bel rationsproblems in der neuen Note spricht allgemeinen Fähigkeiten des gegenwärtigen kein großes Kunststück und es erscheint wirklich nicht verwunderlich, wenn die Regierung fortgesetzt hin⸗ und her⸗ erst in letzter Minute zu einer endgültigen Meinung sschließen müssen, die nach Bedenken Anlaß gibt und nicht ollen u. d. außenpolitische Einflusse schuld sein, Kreise zum eigenen Vorteil uuszunutzen wissen. artige Ausnutzung schwankt und si jüber den Inhalt der Note entscheidet. war, fassung innerhalb der Regierung allgemein deren Abgeltung umschriebene Summe im Gegenwartswert, Jahresleistungen erfolgen sollte, jetzt über die Behandlung dieses Meinungen. Das Gleiche galt, Regelung der Garantiefrage. Auch hier stehen sich Meinungen gegenüber. ü Aufwendung aller Kraft darauf Sachwerterfassung auszuschalten hebung einer neuen gleichen zu bewerkstelligen. erneut betonen zu müssen, sie den ernsthaften Versuch darstellt, bringen und das Ruhrgebiet von der Besatzung zu befreien. einen ungeheuren Sondergewinn erzielt haben. größerer Summen auf sehr irgend einer anderen Schicht des Volkes. Eine besondere wendig, und sie ist unerläßlich dieser Schicht endlich einmal mit gutem Recht Kreise des Auslandes plötzlich Art triigerisch sind und daß, falls die ihrer Politik macht, das deutsche Volk diese büßen müssen. Es ist besser, sich auf sich selbst zu verlassen, zu handeln, wie es das eigene Gewissen unter Berücksichtigung katastrophalen Wirtschaftslage vorschreibt. sich zuch die Regierung der gebot verlangt. Noch einige Aenderungen. dem vorliegenden Text, der aber als endgültig den kann, abermals Aenderungen vorgenommen wurden. Montag sollen erneut Verhandlungen Opferbereitschaft stattfinden. Die Vertreterversammlun zur Garantiefrage zu erklären. Der Welt am Montag wird von folgendes mitgeteilt: unterrichteter Seite für eine entschiedene handlung des Repa⸗ An dieser Tatsache die bestimmte deutsche In Anbetracht der Kabinetts ist eine der⸗ Während in den letzten Tagen der vergangenen Woche die Auf⸗ i daß eine vorsichtig angeboten werden muß, bestehen Punktes wieder völlig verschiedene wenigstens am Sonntag, von der noch verschiedene Vor allem wird von bestimmter Seite unter hingewirkt, die von uns geforderte und eine Garantieleistung durch Er⸗ Vermögenssteuer, deren Veranlagung nach gemeinen Wert erfolgen soll und durch Anbieten von Zöllen und der⸗ Mit Rücksicht auf diese ungeklärten Verhältnisse glauben daß die Sozialdemokratie nur dann ist, die politische Verantwortung für die neue Note mitzutragen, wenn a durch einen konkreten und sub⸗ Baldwin kommt nicht nach Paris. stantiierten Vorschlag die Reparationsfrage der Lösung näherzu⸗ wir für eine endgültige Lösung sind, halten wir an der Belastung der Sachwertbesitzer fest, die allein in der Zeit des Valutasturzes Dadurch ist ihre steuerliche Leistungsfähigkeit und ihre Fähigkeit zur Mobilisierung lange Zeit hinaus weit größer als die ziehung der Sachwerte ist auch produktionspolitisch unbedingt not⸗ angesichts der ganz klaren Forderungen des Auslandes, das die Kriegs⸗, Revolutions⸗ und Inflationsgewinne einer bestimmten deutschen Bevölkerungsschicht kennt und deshalb von Leistungen verlangt. Wir können uns schlecht denken, daß bestimmte nicht mehr für ein weitgehendes An⸗ gebot sein sollen. Es ist zu befürchten, daß Informationen dieser Regierung sie zur Grundlage Taktik einmal wird bitter Geschieht das, dann wird Auffassung der Sozialdemokratie an⸗ wie vor ein konkretes, substantiiertes An⸗ Am Sonntag beschäftigte sich das Reichskabinett mit dem In⸗ halt der neuen deutschen Note und zwar mit dem Erfolg, nicht bezeichnet wer⸗ mit der Industrie über deren Reichslandbundes wird ebenfalls heute tagen, um sich endgültig Macht endlich Ernst!. Die Verzögerung der Absendung der neuen deutschen Note wird damit erklärt, daß zunächst auf den Bescheid der Vertrauens⸗ personen gewartet werden sollte, die zur Sondierung der Stim⸗ imung in den maßgebenden englischen Kreisen nach London ent⸗ sandt worden waren. Diese Vertrauenspersonen haben nicht von besonders günstigen Eindrücken berichten können. Die amtlichen Stellen haben sie nicht zu sehen bekommen, und die nichtamtlichen Kreise, mit denen ste in Verbindung kamen, haben die Vorschläge der deutschen Regierung mehr oder weniger deutlich als 15 reichend bezeichnet. Aber Herr Cuno will jetzt ouf anderem Wege aus England eine Information erhalten haben, die es ihm er⸗ mögliche, eine Note zu formulieren, bei der er von vornherein der Zustimmung Englands sicher zu sein glaubt. Sie soll— das ist das Wesentliche— keine präzisen Ang über die Höhe der deutschen Zahlungen enthalten, d. h., weder die Gesamtsumme nennen, noch die Annuitäten, zu deren Leistung man grundsätzlich bereit ist, fixieren, sondern alle Einzelheiten, was die Höhe der Verpflichtungen und den Zahlungsmodus anbelangt, sollen der Entscheidung den interalltierten Sachverständigen überlassen blei⸗ den. In parlamentarischen Kreisen ist man über diese neueste Wendung der Dinge überrascht.. Im wesentlichen treffen diese Informationen der Welt am Montag zu. N 2 Die neue Brüsseler Konferenz. Die Brüsseler Besprechungen zwischen Poincaré und den bel⸗ gischen Minister Theunis und Jasper wird am kommenden Mitt⸗ woch nachmittag um 2 Uhr beginnen. Poincars wird von dem Finanzminister Delasterie und dem Arbeitsminister Le Troquer be⸗ gleitet sein. Außerdem wird sich General Degoutte und der Vor⸗ sitzende der interalltierten Rheinlandkommisston Tirard in Brüssel einfinden. Man nimmt an. daß die französischen Minifter am nächsten Tage wieder nach Paris zurückreisen werden.. Die Brüsseler Besprechungen werden an die belgischn Denk⸗ schrift anknifen, die am Quai d' Orsau seit einigen Tagen studiert wird. Es handelt sich darum, einen Verwaltungsrat für die wirt⸗ schaftliche Ausbeutung des Ruhrgebietes zu schaffen, außerdem ein Mindestprogramm auszuarbeiten, das den zu erwartenden neuen deutschen Vorschlägen unverzüglich entgegengehalten werden kann. durch dem wir bereit Wie der Berliner Montagsmorgen aus Paris meldet, haben sich die Gersichte über eine Reise Baldwins vorläufig als ein frazösischer Versuchsballon erwiesen. Denn von maßgebender englischer Seite wird jetzt erklärt, daß Baldwin eine Reise nach Paris nicht ins Auge gefaßt habe. 725 Die Erfolge in den chemischen Die Besetzung der im badischen⸗ und rheinischen Gebiet ge⸗ legenen chemischen Fabriken durch die soll den Franzosen und Belgiern weit mehr eingebracht haben, al Deutschland in den abgelaufenen vier Monaten nach dem Friedens⸗ vertrag zu liefern gehabt hat. Insgesamt werden die Erträgnisse! Weil Heran⸗ positive im Werte von 200 Millionen Francs(100 Milliarden Papiermar nach dem Kurs vom Samstag abend) beziffert. Die Beschlagnahme der chemischen Produkte soll in Gegenwart englischer und italienischer Delegierter der Reparationskommission stattgefunden haben. Das Gewaltregiment. ö Die Duisburger Volksstimme, das Organ der sozialdemokratischen Partei, ist von der Besatzungsbehörde verboten worden. Das Poli⸗ zeipräsidium wurde gestern durch französische Alpenjäger besetzt. Für den Verkehr mit der Zivilbevölkerung ist der Kriminalpolizei, die noch im dritten Stockwerk Diensträume hat, ein Eingang freige⸗ lassen worden. Dem Vernehmen nach wird die Ortskommandantur in dem Gebäude untergebracht. 2 Eine nach dem Tageskurse sofört zu zahlende neue Kontribution von 100 Millionen Mark oder 1870 Dollar ist der Stadt Duisburg durch den kommandierenden Generalleutnant Beaurain auferlegt worden. Als Grund wird Sabotage an den Eisenbahn⸗ und Tele⸗ graphenlinien angegeben und zwar an der Dickelsbachbrücke auf der Gisenbahnlinie Oberhausen⸗Weddau, am Fuße des Telegraphen⸗ postens am Bahnhof Weddau und an dem Kontrollposten in Meiderich. Der Stellvertreter des Oberbürgermeisters wird persönlich für die Zahlung haftbar gemacht. 1 Der Hauptschriftleiter der Plälzischen Post in Ludwigshafen, Steffen und der sozialdemokratische Geschäftsführer Gerisch wurden 5 und so unserer daß an Heute g des hierzu d) durch Neuauflegung einer mal auch in Papiermark einzahlbar, der Noteninflation. 3. Die notwendige Steigerung der die Herabsetzung der Kaufkraft der Löhne, jedem Marksturz eintritt. Jeder solche Kurssturz zumal bei Ausfuhr⸗ und solchen Inlandwaren, we nach Weltmarktpreisen richten, den betreffenden besitzern kurzfristige aber sehr reale Gewinne. Lohn⸗ und Gehaltsempfängern sollte schleunigst werden. * 1 7 tel auf die S 77 bebe e Wiederherauffetzung der Kohlensteuer 7 e ef b auf den Stand vor dem 10 und der Ausfuhrabgaben 1.ͥ. Kannar 1923: inn eren Goldanleihe, dies zwecks Minderung Arbeitsfreudigkeit und Arbeitsleistung wird stets wieder unterbunden durch welche bei lche sich Infolge⸗ dessen haben diese Kreise nicht selten ein materielles Inter- esse an der Verschlechterung und manchmal oft keines an der Besserung oder auch nur Aufrechterhaltung des Mark— kurses. Dieser äußere und innere Valutagewinn an allen Die Arbeitnehmer, also Beamte, Angestellte und Arbeiter, sollten die einseitige Last zugunsten derer, die der Bewegung der Valuta alsbald folgen, künftig ablehnen und Gehälter und Festsetzung wertbeständiger Löhne fordern.“ Diese Forderungen halten sich im wesentlichen im Rahmen der Politik unserer Reichstagsfraktion, wie sie von uns bisher vertreten worden ist. 0. 5 Die Berliner Morgenpost meldet, daß im Reichsfinanz⸗ welt und der Reichsbank stattgefunden hat, um über Mittel und Wege zu beraten, wie der katastrophalen Markent⸗ wertung Einhalt geboten werden konn. Ein greifbares Er⸗ gebnis hat die Sitzung nicht gezeitigt. Die Besprechungen sollen jedoch fortgesetzt werden. In der Tat haben derartige Besprechungen in der letzten Zeit fortgesetzt stattgefunden, ohne daß sich aber die Regierung Cuno, die auf währungspolitischem Gebiet bis⸗ her keine eigenen Gedanken entwickelt hat, sondern lediglich in vollkommen ungenügendem Maße die von der Sozial⸗ demokratie geforderten Maßnahmen durchführte, zu dem durchgerungen hat, was wir seit Monaten fordern. Wir sind sicher, daß man schließlich doch zu dem kommt, was die sozialdemokratische Reichstagsfraktion immer wieder verlangt hat, mit dem Unterschied jedoch, daß es dann, wenn sich die Regierung dazu entschließt, wieder ein⸗ mal zu spät ist. bringt, Waren⸗ beseitigt Fabriken. französisch⸗belgische Besatzung dieser Besatzungsmaßnahmen auf 7000 Tonnen chemische an 5 ministerium eine Sitzung mit Vertretern der Berliner Bank⸗ und immer 1 — wahrschetalich in Jasammerthagg me den Bamdenamschmgen auf die sranzösischen Züge— verhaftet. 5 a Vom französischen Kriegsgericht in Mainz wurden drei Gewerk⸗ schaftsfunktionäre zu je 3 Monaten Gefängnis und zu 1 bis 4 Mli⸗ lionen Mark Gelostrafe verurteilt, weil sie Besprechungen über die Versorgung der Eisenbahnangestellten mit Geld gehabt haben sollen. Politische Uebersicht. Späte Einsicht. Die Korrespondenz der Demokratischen Partei nimmt in einem bemerkenswerten Artikel gegen die Treibereien am Devisenmarkt Stellung und verlangt, daß die Reichsbank ihre Stützungsaktion zum mindesten an den ausländischen Börsenplätzen wieder aufnehmen soll. Der Artikel fährt fort: „Auch die Lohn⸗ und Preisströme nehmen jetzt fast unge⸗ hemmt ihren Lauf. Die Regierung fing mit der Kohlenpreis⸗ erhöhung an. Es folgten die Tariferhöhungen für die Eisenbahn, denen sich die Postverteuerung binnen kurzem anschließen wird. Gleichzeitig mußte naturgemäß die Gehaltsschraube wieder etwas angedreht werden. Während aber die private Verteuerung sich fast überschlägt, während Kartelle und Konventionen ihre Preise ver⸗ doppeln, erhöht man Gehälter und Löhne nur zaghaft. Es wäre richtiger, endlich einmal die großen Vereinigungen der Fabrikation und des Verkaufs einer eingehenden Kontrolle hinsichtlich der Be⸗ rechtigung ihrer Preise zu unterwerfen. Aber hier fehlt jeder Apparat, denn man hat bisher immer die Doktrinen der freien Wirtschaft vertreten und organisatorisch nicht vorgesorgt. Hieraus erwachsen auf die Dauer schwere Gefahren für die innere Ordnung und den Frieden des Hauses.“ Daß der Abbau der Zwangswirtschaft vor einer Stabili⸗ sierung der Mark eine schwere Gefahr bedeutet, haben unsere Genossen immer betont. Sie sind aber in Regierung und Parlament von den Bürgerlichen, unter denen die Demo⸗ kraten auf diesem Gebiete besondere Energie zeigten, immer überstimmt worden. Die Einsicht kommt spät, aber es ist immerhin erfreulich, daß sie überhaupt kommt. Man sollte jetzt, wo der Fehler einmal gemacht ist und von denen, die ihn begingen, zugestanden wird, wenigstens dafür sorgen, daß die Löhne und Gehälter der sprunghaften Teuerung folgen. Das ist jetzt die gebieterische Pflicht. 2 Um die Beamtenlöhne. Die Spitzenorganisationen der Beamten, Angestellten und Ar⸗ beiter des Reiches, der Länder und der Gemeinden haben in den letzten Tagen Beratungen über einen Gegenvorschlag über die Neu⸗ regelung der Grundgehälter gepflogen, der der Reichsregierung über⸗ geben werden soll. Die Vorlage ist nunmehr fertiggestellt und den gesetzgebenden Körperschaften zugegangen. Sie bezweckt in der Hauptsache eine bessere Berücksichtigung der mittleren und unteren Gehaltsgruppen. Während die Regierungsvorlage z. B. in Gruppe 3 eine 18fache Erhöhung der Grundgehälter vorsieht, fordern die Be⸗ amtenorganisationen eine 20 fache Erhöhung, um sich nach den oberen Gruppen hin mit dem Vorschlag der Regierung zu treffen. Anm Montag nachmittag beginnen im Reichsfinanzministerium Verhandlungen über die Anpassung der Gehälter und Löhne an die neue Teuerung. Die Forderungen der Gewerkschaften werden am Vormittag in einer gemeinsamen Besprechung formuliert werden. Am Samstag fand im Finanzministevtum bereits eine Konferenz mit den Vertretern der Länder über die neue Teuerungsaktion statt. g 8 1 Soziale Hilfe auf dem Verordnungswege. Amtlich wird uns mitgeteilt: Das Reichsarbeitsministerium hat dem Reichstag und den beteiligten Reichstagsausschüssen einen Verordnungs⸗ entwurf zur Erhöhung der Sozialrentner-Unterstützung vor⸗ gelegt. Der Entwurf berücksichtigt die seit März eingetretene Verteuerung der Lebenshaltung und auch den neuen Brot⸗ preis. Die Kleinrentnerfürsorge gleicht gesetzlich nach Art und Umfang derjenigen für Sozialrentner. Den besonderen 1— wird Rechnung getragen.— Ein anderer Entwurf schlägt höhere Leistungen in der Wochenhilfe und Wochenfürsorge vor. 5 Wegen einer erneuten Heraufsetzung der Erwerbslosen⸗ unterstützung ist die Reichsregierung mit einem Verord⸗ nungsentwurf an den Reichsrat herangetreten.— Für die⸗ jenigen Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, die im wesentlichen auf die Renten angewiesen sind, sind durch eine Verordnung vom 31. 5. 1923 die Teuerungszuschüsse für Juni erhöht worden. Ferner sollen sofort an alle Kriegs⸗ beschädigten und Kriegshinterbliebenen auf Grund eines Erlasses vom 17. 5. erhebliche Vorschüsse auf die Renten⸗ beträge gezahlt werden, die ihnen nach der dem Reichstag vorliegende Novelle zum Reichsverordnungsgesetz für die Zeit vom Januar bis Juni zugedacht sind. Die weitere Be⸗ messung der Renten für Kriegsbeschädigte und Kriegshinter⸗ bliebene wird sich entsprechend den Vorschriften der Novelle zum Reichsverordnungsgesetz nach den Maßnahmen richten, die auf dem Gebiet der Beamtenbesoldung getroffen werden. 0 Austritt der Sozialdemokraten aus der württembergischen Regierung. Der württembergische Staatspräsident und gleichzeitige Kultusminister Hieber Justizminister Bolz zum Minister des Innern und den Kanzleidirektor Beyerle, den Führer der württembergischen Zentrumspartei, zum Justizminister ernannt. Anläßlich dieses Schrittes, der gegen den Willen der sozialdemokrati⸗ schen Landtagsfraktion erfolgte, hat unsere Fraktion be⸗ schlossen, aus der Regierung auszutreten, da ihr nicht der⸗ jenige Einfluß eingeräumt werden sollte, der ihr auf Grund der Fraktionsstärke zukommt. b Zwischen den württembergischen Regierungsparteien, Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten, schwebten seit dem Tode des Innenministers Graf Besprechungen über die Neubesetzung des verwaisten Ministeriums. Diese Be⸗ sprechungen führten bisher zu keinem Ergebnis, der württembergische Staatspräsident über den Kopf der sozialdemokratischen Partei hinaus die Ernennung des Justizministers Bolz zum Innenminister vornahm. Die Schuld für den ergebnislosen Verlauf der Beratungen trifft ausschließlich die bürgerlichen Parteien. Die sozialdemo⸗ kratische Fraktion ist durch 27 Mitglieder im Parlament ver⸗ treten, während das Zentrum nur 23 und die Demokraten noch weniger, nur 17 Abgeordnete, hat. Beide bürgerlichen Parteien besitzen trotz ihrer geringeren Abgeordnetenzahl zusammen vier Ministerposten und den des Staatspräsi⸗ denten, während der Sozialdemokratie nur das Arbeits- ministerium unterstand. In den Verhandlungen haben so⸗ wohl das Zentrum wie die Demokraten die Forderung unserer Fraktion als berechtigt anerkannt, sich aber dennoch geweigert, ihr in der Praxis Rechnung zu tragen. Der Austritt der Sozialdemokratie aus der Regierung ist gleichbedeutend mit der Entziehung der Unterstützung des jetzigen Kabinetts durch die sozialdemokratische Fraktion. Auch durch Hinzuziehung der Deutschen Volkspartei, die in Württemberg nur vier Abgeordnete zählt, ist eine parla⸗ mentarische Mehrheit nicht zu erreichen. Wollen Zentrum und Demokraten mit einer parlamentarischen Mehrheit regieren, dann müssen sie sich entweder der Hilfe der Deutsch⸗ nationalen bedienen, oder aber den Wünschen der Sozial⸗ demokratie Rechnung tragen und ihr entsprechend der Fraktionsstärke die berechtigten Zugeständnisse machen. 0 9 Verhältnisen im besetzten Gebiet und im Einbruchsgebfet] hat am Samstag den bisherigen. weshalb a 5 — 2——¾—— Großer Stinnesaufkauf. Der Allgewaltige im Reichsverband der Industrie, Herr hat bekanntlich vor wenigen Wochen das Blatt der F. Orgesch, die Frankfurter Nachrichten, für 300 Millionen Mark worben. Von Frankfurt aus beabsichtigt er jetzt, ganz Suid⸗ Mitteldeutschland mit Presseerzeugnissen zu bearbeiten. ständlich geschieht das im Sinne der Schwerindustrie. Sein geht dahin, daß die Frankfurter Nachrichten⸗Druckerei schon in und Hteadeneshend Bberseneniment epd(c u. i eutst i mmen. ät gemein politischer Teil und nur verschiedener lokaler Teil) des Frankfu Stinnesblattes bestehen bereits für Heidelberg und Fulda. Ohne Zweifel läßt sich Stinnes nicht von dem Gedanken große Gewinne zu machen, die heute an sich bei einem Zestungsu nehmen ausgeschlossen sind. Er hat die Bedeutung der Presse e kannt, er weiß, daß die öffentliche Meinung heute eine Macht ist, um diese Macht in seinem Sinne wirken zu lassen, kauft er, n irgend möglich, bestehende Zeitungen auf und gründet neue usw. Arbeiterschaft sollte im eigenen Interesse erkennen, daß diesem streben nur entgegengearbeitet werden kann durch eifrige Ag für unsere Presse. * 8 Die soziale Gärung im Reiche. Es liegen heute folgende Meldungen vor: Köln. Die Streiklage ist unverändert. In einer Versa lung der kommunistischen Betriebsräte soll für Montag Generalstreik beschlossen worden sein. In dieser Versammlung h eine Deputation der streikenden Straßenbahnarbeiter erklärt, d Arbeit nicht früher wieder aufzunehmen, bis die bekannten. munistischen Dortmunder Forderungen in der Kölner Privati strie überall Anerkennung gefunden haben.— Die Gasvorräte Stadt sind am Samstag vormittag zur Neige gegangen. Koch⸗ un Leuchtgas gibt es nicht mehr, die Straßenbeleuchtung ist sehr spär lich, soweit sie nicht durch elektrische Lampen erfolgt. Die The liegen still. Ausschreitungen sind bisher nicht erfolgt.— Wie Montagsmorgen ferner aus Köln meldet, haben die Or sationen der Staats⸗ und Gemeindearbeiter, ffreie und chr 8 am Sonntag in einer öffentlichen Sitzung mit 287 gegen 80 Stim⸗ men die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen. Die Bewegung, die von den kommunistischen Betriebsräten ausging, ist dam ein neues Stadtum getreten. 5 Elberfeld. Die Streiklage im Remscheider Bezirk ist unver ändert. 90 Proz. der Abstimmenden haben sich für Fortsetzung des Streiks ausgesprochen.— In Haspe haben die Metallarbeiter d Generalstreik beschlossen.— Im Wuppertal dehnt sich die Stre bewegung aus. Am Samstag sind in Barmen drei große Betrie der Metallbranche in den Streik getreten.— Im Industriegebiet geht die Polizei jetzt gegen die Anstifter zum Streik scharf vo Neuerdi wurden in Dortmund wieder 500 Personen en ings men. Bei den vorgenommenen Haussuchungen sollen Waffen Munition in reichem Maße gefunden worden sein.. Wiesbaden. Die Demonstration, die die Arbeitslosen u Notstandsarbeiter am Samstag vor dem Rathaus geplant hat mußte auf Anordnung der Besatzungsbehörde unterbleiben. den Verhandlungen wurde den Antragstellern die Bezahlung zweiten Pfingstfeiertages und des Fronleichnamtages zu N 77 Tarifs zugesagt. 1 iel. Die Arbeiter sämtlicher Betriebe haben heute mor die Betriebe verlassen, um gegen die Teuerung für gerechten ausgleich zu demonstrieren. Massenziige von Demonstranten wegen sich zum Rathaus. Die Gewerkschaften haben in die wegung vermittelnd eingegriffen.* Breslau. Während die Arbeitslosen⸗Demonstrationen Breslau am Freitag ruhig verliefen, trat am Sams eine Ver⸗ schärfung der Lage im Verfolg von Lohnverhandlun ein. D Leitung der Linke⸗Hofmann⸗Werke in Breslau lehnte die Jo derungen der Belegschaft auf Lohnerhöhung ab. Darauf demon⸗ strierten 8 Arbeiter, wogegen die Betriebsleitung d Werk als in Gefahr befindlich erklärte, zur Vermei! von Sa⸗ botageakten den Betrieb schloß und die gesamte Belegschaft aus⸗ sperrte. Von einem Teil der Linke⸗Hofmann⸗Arbeiter wurden dann die Arbeiter des anderen großen Breslauer Industrieun er- 1 nehmens, der Archimedes⸗Werke aufgefordert, ebenfalls den Be⸗ trieb zu verlassen, was auch geschah. Die freien Gewerkschasten 1 2 Verhandlungen über die unerfüllten Forderu angebahn a 0 9 5 Englands Protest gegen den Saarskandal. Die unerträglichen Zustände im Saargebiet veranlassen die englische Regierung, auf eine Besprechung der Verhält nisse an der Saar im Völkerbund zu drängen. Vor allem Der Deserteur. f Roman von Robert Buchanan. „Onkel, Onkel, fühlst Du Dich besser?“ fragte Marcelle. „Ach, Du bist's, Kleine? Was hast Du von der großen (Schlacht gelesen?“——— 1 „Jetzt ist's nicht an der Zeit, von Schlachten zu sprechen, Herr Korporal,“ unterbrach ihn der Priester,„denn Sie sind sehr krank und werden bald vor dem Richterstuhl Gottes stehen. Ich bin gekommen, um Ihnen die Sterbesakramente zu verleihen und Ihre Seele für die große Reise vorzu⸗ bereiten. Machen Sie Frieden mit dem Himmel, Herr Korporal!“ 0 Alle Anwesenden zogen sich still aus dem Gemach zurück; Vater Rolland blieb eine halbe Stunde mit dem Sterbenden allein, dann rief er die Anwesenden zurück:„Es ist ge⸗ schehen; der Aermste ist nicht ganz bei Sinnen und hat mich nicht erkannt; aber der Kranke ist jetzt bedeutend ruhiger.“ Während die Anwesenden sich dem Bette näherten, schlug der Sterbende die Lider auf und blickte mit klaren Augen umher. Jetzt erkannte er auch den Priester; ein leichtes Rot färbte seine fahlen Wangen; er erhob mühsam seinen Kopf und rief mit lauter Stimme:„A bas les Bourbons! Vive l'Empereur!“ 5 Mit diesem Kriegsschrei auf den Lippen schwebte er in das große Biwak der Armee der Toten hinüber. Achtunddreißigstes Kapitel. 5 Bonaparte. f Wir wollen nun wieder zu den goldenen Tälern zurück⸗ kehren, in welchen der blutige Kampf der Armeen sich ab⸗ spielte, in den Wald, wohin sich der Ausgestoßene verkrochen hatte. Der Mann hoch zu Roß war Napoleon. Als er den Gipfel des Hügels erreicht hatte, stieg er ab und blickte ge⸗ spannt in die Richtung von Ligny. Es regnete noch immer in Strömen. Er war in einen abgetragenen Soldaten⸗ mantel gehüllt, der Dreimaster saß ihm tief im Gesicht, die Beine sleckten in hohen Stiefeln; die Hände über den Rücken gefaltet, den Kopf zwischen die Schultern gesenkt, stand er in Gedanken versunken da— sein Gefolge dicht hinter ihm. 112 ginnt er unruhig auf und ab zu gehen, bis er auf der Land⸗ straße einen Reiter erblickt, der im rasenden Galopp, als gelte es das Leben, dahergesprengr kommt. Im nächsten Augenblick steht er vor dem Kaiser und überreicht ihm eine Depesche. Er liest sie, sein sorgenvolles Antlitz erhellt sich, er spricht mit seinem Gefolge, das ihn umringt, begeistert die Schwerter zieht und in den Ruf„Vive l'Empereur!“ ausbricht! Die Preußen ziehen sich von Ligny zurück, der erste Sieg ist erfochten! f Der Kaiser geht zu Fuße langsam den Hügel hinab. Als es wieder still geworden, kriecht Rohan aus seinem Versteck hervor, er zittert und fröstelt wie im Fieber, seine Augen flammen wilder denn zuvor und verfolgen die Gruppe am Fuße des Hügels. Er schleicht sich wie eine Katze den Hügel entlang, dann rennt er wie ein Reh durch den dichten Wald, ohne jemandem zu begegnen. Vor einem großen Gebäude, das sich in einer Lichtung erhebt, bleibt er stehen. Es ist eines jener antiken Landhäuser, die man in Belgien so häufig findet— ein seltsam gegiebeltes großes Wohnhaus das von Scheunen. Wirtschaftsgebäuden und Obstgärten umringt ist. Aus keinem der vielen Fenster dringt ein Lichtstrahl und es scheint augenblicklich unbe⸗ wohnt. 8 Rohan steht in der offenen Türe und blickt den Hügel hinab, sein scharfes Ohr vernimmt Pferdegetrappel, und noch ehe das Kavalleriekorps auf dem Schauplatz erscheint, ist er hinter der Türe verschwunden. Drinnen ist's finster, aber er schreitet durch eine große Küche in ein noch größeres Gemach, das spärlich durch zwei Fenster beleuchtet wird. In der Mitte steht eine Leiter, die auf einen luftigen Heuhoden führt. Das Zimmer ist alt⸗ modisch, aber bequem eingerichtet, auf dem Tische liegt ein Stück Brot und etwas grober Käse. Große schwarze Balken stützen das Dach. Rohan hat nicht lange Zeit, sich umzu⸗ sehen, denn Fußtritte nähern sich dem Zimmer. Rasch wie der Blitz klettert Rohan die Leiter hinan und verschwindet in der dunklen Dachkammer. Ein Offizier tritt mit einer brennenden Lampe in der Hand, ein. Er sieht sich neugierig in dem großen Gemach um, ißt lachend ein Stück von dem Brote, dann erteilt er Unten dauert das Bombardement fort; mit einem Mal hört es auf, Napoleon horcht eine Weile gespannt, dann be⸗ rasch einige Befehle. Soldaten bringen Holz herein und ent⸗ zünden im Kamin ein Feuer. Abermals ertönt Pferde⸗ getrappel, sodann Kommandorufe. Das Gebäude ist auf allen Seiten von Soldaten umringt, das Zimmer beginnt sich allmählich zu füllen. Draußen regnet es noch immer in Strömen. Jetzt tritt ein Diener mit einer kleinen silbernen Lampe ein und zieht die mottenzerfressenen Vorhänge vors Fenster; die Leute sprechen mit leiser Stimme, als ob ein Vorgesetzter anwesend wäre. Plötzlich geht die Türe auf Napoleon schreitet, den Hut in der Hand, über die Schwelle. Er wirft den durchnächsten Mantel ab und steht in einfacher Generalsuniform vor dem Kamin, wo er sich die Hände wärmt. Man bringt ihm Brot und Wein, er ißt und trintfʒkt nur wenig, dann erteilt er mit klarer, fester Stimme einige Befehle und wünscht allein gelassen zu werden. Das Ge-. folge entfernt sich ehrerbietig und schließt die Türe hinten sich. 0 4 Er ist allein in dem großen Gemach: über seinemm Haupte dehnen sich die schwarzen Sparren, auf denen grelle Schlaglichter des gegenüber lodernden Feuers tanzen. Rings um herrscht eine solche Stille, daß man jeden Regen⸗ tropfen gegen das Fenster klatschen hört. Obgleich das Ge⸗ bäude von Truppen umringt ist, hört man kaum einen Laut. Mit vorgeneigtem Haupt, die Hände über dem Rücken ge- faltet, durchmißt Napoleon das Gemach— nicht ahnend, daß ein flammendes Augenpaar von der Bodenöffnung her jede seiner Bewegungen beobachtet. Draußen strömt der Regen und heult der Wind; aber Napoleon ist so sehr in seine Ge⸗ danken vertieft, daß er nichts hört als die Stimmen seines Innern. Was mögen ihm diese zuflüstern? Vor seinem geistigen Auge ziehen ungeheure Armeen vorbei, die gleich den Sturmwolken einem höheren Willen gehorchen. In der Ferne erheben sich brennende Städte, gleich dem ewig lo⸗ dernden Höllenfeuer; dumpfer Kanonendonner mischt sich mit dem Gebrause der Brandung des Meeres der Ewigkeit, das an einer gestirnten Küste donnert. Seht, wie er seine Adleraugen beschattet, um die furchtbaren Visionen zu ver⸗ scheuchen! Es ist Nacht, stockkinstere Nacht, und er ist allein, allein mit den Geistern der von ihm Gemordeten! Er fühlt sich, trotzdem er weiß, daß seine Kreaturen im anstoßenden Zimmer über ihn wachen und daß das Haus von Truppen umringt ist, einsam und verlassen. Wie eine wilde Bestie ihren Käfig, durchmißt er unruhig das Zimmer. (Fortsetzung folgt.) „— 0 1 „ 5 F ͤ Uͥ:12!C̃̃ͤ!ñ; ̃⅛ 1X 5 1 3 155 aon 155 e ene einer Unter- J fiel es auf, daß er, obwohl ohne Stelle und Einkommen, auf maßnahmen) beteilcgt werden. Die Bevürstigreitsfrage son aun 1 gebiet lebhaft erörtert. Di er politischen Zustände] großem Fuße lebte, Auto fuhr usw. Als der Kapp Putsch Engherziglelt entschiehen und insbesondere nicht deahalb ze 145 8 aft erörtert. Die französische Regierung] ausbrach, fühlte er sich in Darmstadt nicht mehr sicher und werden, a ane deer i erg cu ahen. Pie 1 0 r 8 im englischen Kabinett durch ihren] rückte nach München aus. Von München aus blieb er ol ch 5. lochen, 5 500 cler n Lo i 1 1 0 3 15 er henicgen füt zal rentner angleichen, don protestieren lassen. U. a. soll sie] dauernd in Fühlung mit seinen hessischen Anhängern, von den Werhälknissen des Eingellalles auf und aus der Eigenart i ie Abe 8 1 808 tig die Abänderung der berüchtigten Ausnahme- denen einige jedoch von ihm abrückten, als sie sein dunkles des Notssamdes heraus die Mittel far Abhilfe n a * 0 N serordnung vom 7. März unter der Voraus 1 f in einmaligen oder laufenden Geldunterstützungen N scht gestellt haben, daß England auf in Ae ie dener d de ro i ten veuter Nunmehr derlauted daß die enclisge Hobpusdstag I Selen., Semih lere ie au den en Geda en eee geg it i 6 1 850 nungsbau in en. Selbsthilfe⸗Organisattonen und 8 zu bezahlen. 0 f 5 8 0 egierung bereit ist, auf diesen Vorschlag einzugehen. ehen Baugenossenschaften, insbesondere solche 15 9 Ent Fällen auch Darlehen) kommen besonders in Betvacht Beschaffung . 5 5* tehen begriffen sind, wird empfohlen, ihre genaue Adresse zur verbilligten Lebensbedarsez Beshilsen zum Ankauf von Lebens⸗ 0 N Festessen in Moskan regelmäßigen Uebersendung der Hessischen Bauwirtschaftlichen Nach⸗ mitbelvorräten und Heisstoffen und zur Veschassung von, Kleidern, * a 0 8 8 f richten, die ihnen kostenkos zur Verfügung stehen, dem Slaats⸗ Zuschlisse für Wohnzwecke, gegebenenfalls verbilligte * 5 oe des deutschen Botschafters in Moskau kommissar für dis wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen.] don Geztlicher Hilfe. von Arzneien und Heilbehandlung. Bel der 8 a en en in Riga, Reichsminister a. D. Köster,“ Darmitadt, Altes Palais, anzugeben. Gewährung lausonder Unterstützungen ist gleichzeitig für geeignete g and skommissar des Auswärtigen Tschitscherin— Heranziehung dies Vermögens zur Bestreftung det 0 em Lssen— 7 5 dem außer den leitenden Persönlichkeiten des 3 Lebens unterhaltes(auch durch Abschluß von Rentenverträgen) l 5 und des Kommissariats für Außen⸗ Gießen und Umgebung 4 Sorge zu tragen: der Stamm des Vermcgens dars, aber bei Leb⸗ Bots Graf Brockdorff⸗Rantzau mit sämtlichen Mitglie⸗ 5 zeiten des Fülrsorge⸗ Empfängers nur ausnahmsweise und nur ine bern der Bolschaft teflnahm.— Na also! Die Kniffe der Kapi⸗ g 9 4 sowelt in Anspruch genommen werden, als es dem Vermögen und a aer den Secdielterne r g sagen pe ole tewe. Staatsbürgerliche Erziehung und Bildung. F—— cen e Prwletarier⸗ eee eee sagen die allein⸗wasch⸗ Ueber dieses Thema sprach vor kurzem im Republikanischen lt auch auf uote endne e des Empfängers. ten„ 8 r Ebner nun? Lehrerbund Herr Univerfitätsprosessor Geh.⸗R. Dr. Mitter ⸗Geschwister ober andere, die in häuslicher Gemeinschaft mit ihm 1 a f mater. Der Vortragende führte— kurz zufammengefaßt— etwa leben und ihn ohne oder über Rechtspflicht, wenn auch vielleicht in Ein sozialdemokratischer Kommunalwahlsie g Folgendes aus; Die Weimarer Verfassung vom 11. 8. 1919 schreibt] Erwartung eines Vermächtnisses, unterstltzen, Rücksicht zu nehmen. In Hirschb g in Art. 148 Abs. 3„Staatsbürgerkunde“ vor. Alle Verfassungen Bet größeren außerordentlichen Hilfsmaßnahmen, deren Kosten den 3 berg a. Saale(Reuß) ergab sich durch enthalten vielsach Programmpunkte, Forderungen für die Zukunft] Beteag der durchschmnttlichen Leitungen eines zweimonatigen Zelt⸗ die Frage der Eingemeindung des Ortes Venzka die Not⸗ Staatsbürgerltiche e ist ein solcher Programmpunkt, mit Traumes überschreiten, ist regelmäßig für Heranziehung des Ver⸗ dem sich die Reichsschulkonferenz 1920 sehr eingehend beschäftigte mögens, namentlich für Festlegung einer seinerzestigen Rücker⸗ 3 S2 J 2 2 1 pendigkeit einer Neuwahl des Gemeinderats, die am 27 4 i N 5 5 18 9 5„umd einige höchst bedeutsame Leitsätze darüber veröffentlichte.— statt 8 Nachlaß 1 8 l F in sonstigen . K n. Es wurden gewählt: von der Liste der 99 fen hat durch eine Verordnung den fe deen Unter⸗ Pente e S U 105 ee wur gf ö 1 wenn 25 iald. Partei 10 Vertreter, der Liste Hartmann(klein⸗ richt in seinen Schulen eingeführt. Leider bestehen an den Uni⸗ soweit das Vermögen über den jeweils steuerfreien Betrag hingus⸗ gürgerlich 4 Vertreter, wirtschaftliche 7 versitäten(mit Ausnahme von Freiburg⸗Br.) noch keine Vor⸗ oder der Verzich stattun nach V 10 treter, Wahlvorschlag 0 F 1 5 lesungen über diesen Gegenstände, sodaß eine geordnete Ausbildung 2 rech seripe f. auf Erstatams sich. d eee einigung sämtlicher bürgerlichen Listen Wen es 5 lich. Lehrkräfte für den genannten Unterricht noch nicht mög ⸗ eee ahmen. an deren Kosten sich das Reich beteiligen SPD., eine glatte Mehrheit in dem neugewählten Ge⸗ Die Forderung staatsbürgerlicher Erziehung ist nicht etwa neu. been Au 5 i Beige 9 1 ben e meinderat zu erhalten. Wenn die bü i ö Schon am 1. Mai 1889 richtete der frühere Kaiser Wilhelm tl. schußweise überwi allen dem Reich angerechneten Auf⸗ den Ausfall der Gemeinderatswahl ürgerliche Presse durch einen Erlaß an das Preuß. Staatsministerium, sen erster e eee muß 155 505 d ober eine Gemeinde oder ein Ge⸗ 8 ahl in Hermsdorf⸗Kloster⸗[ Satz das Ziel des neuen staatsbürgerlichen Unterrichts angibt,] meinde verband mit 20 Prozent beteiligen. f — 2 * 5 lausnitz glaubt den Schluß ziehen zu dürfen, daß ein Um:(der Ausbreitung soztalfstischer und kommunistischer Ideen ente 8 8 f e hwung in der Stimmung der Bevölkerung zugunsten einer gegenzutreten“ Stagtsbürgererzledung sollte allo won denweren iter 255 e bürgerlichen Mehrheit bei künftigen Wahlen eingetreten sei einsetzen, um ein weiteres Anwachfen sogtaldem Shmmer au Wr⸗ Wertungssingen des Arbeiter⸗Süngerbundes. fang so wird ihr durch das Ergebnis der Wahl i ischs S. hindern.— Trotz des„Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Be⸗ 5 8„„ 1 bas Gegenteil vor A 5 in Hirschberg a. S. strebungen der Sozialdemokratie,(187) war die Zahl der Josta⸗ Schon am frühen Morgen hatten sich am Sonntag die das enteil vor Augen geführt. N listischen Stimmen von 311961 im Jahre 1881 auf 763 128 im Arbeitersänger aus den zum 2. Bezirk des Rhein⸗Main⸗ N Jahre 1887 gewachsen.— Zum Soldaten und zum Untertan, desfen[Gaues gehörigen Orte eingefunden, um an dem Wertungs- . 5 0 erste Pflicht die Ruhe war, mußte nun e werde 5 5; Darmstädter Monarchisten in München. 55 125 eur Nachb 0 3 besteht staats⸗ singen teilzunehmen. Eine große Schar war zusammen⸗ nde Das 5 bürgerlicher Unterricht schon seit langem; in Deukschland gekommen: 34 Vereine, von denen die kleinsten 30—.40 1 m baaterlan ischen“ Sumpf. selbst wurden erst seit dem Kriege die Forderungen wieder leb⸗ Mitglieder, die meisten aber weit mehr aufweisen. Die Es ist bekannt, daß eine ganze Anzahl Darmstädter hafter. In einer Demokratie ist staatsbürgerlicher Unterricht] Veranstaltung war ganz gut organisiert; rasch nacheinander 0 1 5 f 5 ebe läßli ü i ie j 8 N 1 8 5 Monarchisten, als sie merkten, daß Hessen kein geeigneter bauen led fle Ui re, dad wee Ne en h e f 1 traten die einzelnen Vereine nach vorher bestimmter Reihen⸗ Boden für einen Rechtsputsch ist ihre Tätigkeit nach Mün- stritten werden, die öffentliche Rein ung it in der donne folge auf die Bühne. Das Theater war bis auf den lezten chen verlegten. Zu ihnen gehört auch der Sohn des früheren immer von Bedeutung, und der Abwehrkampf am Nhein, und Ruhr Platz besetzt, die Zuhörer folgten den Liedervorträgen sehr Darmstädter Stadtverordneten Schäfer, der jetzt, wie unser muß jedem den Wert politischer Bildung zeigen. Es ist die unge, aufmerksam und mit großer Ruhe. Jeder Verein hatte Münchener Parteiblatt mitteilt, in einem Rundschreiben der be N e can einen vorgeschriebenen Chor und ein selbstgewähltes Lied monarchistischen Organisation„Blücher“ gemeinster Ver⸗ Staatsbürger die Bedeutung seines Staates und seine eigene zu singen. Obwohl die Pausen zwischen den Vorträgen der brechen beschuldigt wird. Stellung in diesem Staate und endlich das Verhältnis aller Staaten einzelnen Vereine sehr knapp gehalten waren, es ging alles Dieses wird in dem Rundschreiben auch bewiesen und unseveinander wissen zu lassen. sehr schnell hintereinander weg, so dauerte es doch bis 2 9 en de 9 8 4 Staatsbu kund d N 8 5 1 13 Rudolf Schäfer mit Schimpf und Schande aus dem Bunde den Föher 5 e e W 1 15 71 Uhr, bis die Pause eintreten konnte und zwe nen den e Jen„Blücher ausgestoßen. Aus der Anklageschrift sind fol- gewisser Hinsicht mehr als„sie ist bewußte Er⸗ drei Gruppen, durch waren, in die man die beteiligten Ge⸗ denn ö gende Dinge von Interesse: 5 ziehung zum Verständnis des heutigem Staates, sangvereine eiageteilt hatte. Nach der Mittagspause hatten h e,„Seit Januar 1923 flossen Millionen durch die Hände zum Verstäudnis für die Grundlagen des Gemeinschafts- und noch 12 Vereine zu singen, deren Reihe bis nach 4 Uhr be⸗ on 8 Schäfers, die zum Aufbau des Bundes bestinnnt waren. Von Staatslebens, beruhend auf der Kenntnis der rechtlichen und wirt⸗ g* a. ö t N einem großen Teil der Gelder nahm Schäfer sselbst an daß ste schaftlichen Verhältnisse; Staatsbürgerkunde ist Er⸗ endet war.— Eine eingehende Beurteilung der N wen dom feindlichen Ausland stammen. Schäler felöst tand mit 21 15 5 9 9 15 l l 5 5 fü 8 55 5 8 7 5 11 5 bringen wir noch. Im allgemeinen kann gesagt werden, da ien französischen Politikern in bester Beziehung(u. a. auch mit dem 8 8 verschiedenen senschaften seinen entschiedene Fortschritte in gesanglicher Beziehung zu ver ⸗ Unterbau erhalten. Staatsbürgerkunde muß ein besonderes Fach zeichnen sind. Ueberall zeigt sich Verständnis für die Er⸗ * 2 französischen Major Richert von der Ententekommission, die durch des Lehrplans sein, damit di ön i die Umtriebe in 33 10 a. f 1 sich 8 3 1— 11. 2 1 ee 3 fordernisse, die heute an einen guten Männergesang gestellt 15 e 1 00 en feiner Geld 1 55 n t. Lbiekkive Darstellung der staalichen Verhältuise aber Hin werden und man sucht ihnen gerecht zu werden. Hierin tierten 1 München vor. Schäfer hat bereits Mobil⸗ 5. W 8 zeigt sich der Nutzen des Zusammenschlusses in dem 8 6 8 5. 0 Münschenswert wäre noch, daß das gute Volkslied 1 machumgsbefehl hinausgegeben, dadurch nicht nur, Unruhe. gen] Staatsbürgerkunde unterrichtet dem heutsgen Staat de ö ö Hfteet, somdern eine Rethe nne. 0 große ublik, 8 daß e nur. 1 unseren Arbeitergesangvereinen mehr gepflegt würde. N— 125 e 41 b 22 7 8 5— 7 8 fallen 2 5 darf an der bestehenden Staatsform Die Jubiläumsfeier der„Eintracht“ im Philosophen⸗ Muschen anon dnete, liegt ke der Staatsanwaltschast. Dis ihm if dier ehr zur ein Wiel n e Saat wald batte natürlich teraus starkem deln en vrnen. vom Bund„Blücher“ zur Verfügung stehenden Millionen hat er a ii f 5 0 Das Wetter war nicht ungünstig; doch änderte es sich am Statsbürgerkunde muß sich an den Verstand in persönlichem Aufwand verschwendet, sich u. a. ein Luxusauto 105 l Nami 3 2. 0„ und eine personliche Selbwache gehalten. Wegen un nn gan Fach 8 1 deshalb 1 8 2* Hen 1 5 5 12 7 40 5 1 7 von Bundesgeldern ist bei der Staatsanwaltschaft Antrag auf Hoffnung leben, daß sich das deuische Volk weiterentwickeln, daß 7 Sitz n ngezeig e 5 1 Strafverfolgung gestellt. Ihm unbequeme Kameraden, wie den auch die schweren Schäden, die Krieg und Besetzung i 1 95 Alles zog deshalb in den Saal, wo sich eine zahlreiche Menge chäden, 0„drängle, die den tanzenden Paaren nur verhältnismäßig 1 8 1 1 jetzt nach München übergesiadelten Privatdozenten Dr. Arnold] überwinden wird. lbenn Ruben, der für den Bund„Blücher“ die politischen Richtlinien a— 5 wenig Raum übrig ließ. In einer beifallig aufgenommenen 0 entworfen und ihn so zu einer völkischen Gemeinschaft gemgcht 5 5 4 4 0 hat, hat Schäfer durch Verdächtigungen beim Justizministerium Juniepistel Festrede hatte Genosse Häuser vorher den Entwick⸗ 5 af und der Poliei ins Zuther e, e ee Juni ist die Zeit zum Träumen! Niben hängen an d e ee 1 1 8 8 155 5 ö 5„ 5 g 0 155 75 5 c Was Rudolf Schäfers Tätigkeit in Darmstadt anbe⸗] Päumen,— Blumen prangen weiß und bunt— reich in jedem 1 8 8 7 ne 55 55 5. 5 i trifft, so machte er sich dort dadurch bemerkbar, daß er im Wiesengrund!— Doch der Mensch, der Tag für Tag— sich er⸗ egrützt. Er tua den Wunich aue, 5 der Wirten 1 0„Mückebund“ den radikalen Monarchisten spielte und eine 0 ed 0 1 5 87 e des A— nur 705* 0 eg ei e g. ein hervorragendes Glied . i; 101 ich schindet und sich müht,— sieht von all der Schönheit nichts,— des rbeitersängerbunde eiben möge.— Im ganzen I Einigung der Jugendbewegung hintertrieb. Schon damals ba. be Jo erlag dicge— de, es mug eu 1 an 5 1 1 1 e 52 1 5 * S*———— Soll der Mensch denn ssets geplagt sein?— Soll er Mir sich mühn 6 5 1„ Konzert der Giessener Studentenhilfe und Ganusenden wenn o 1 deen Borten duften?— Soll er auch J 0 5 Im nnenglanz— tr..— Si i 1 1 1 euen Aula am 2. Juni. glanz ragen seinen ornenkranz? Sind nicht alle. bei den elektri tark leitungen. 11 Ni 5 5 8 auch die in geschmackvoller Reihensolge] Desen gleich?— Ist die Welt ncht groß und reich?— Muß es 5 2 S e icht nur der Zweck, auch el-Vorträge von Frau Dr. Elli Sklaventiere geben,— die das ganze Leben— bloß die kalten] welche zur Versorgung der Stromabnehmer mit Licht und Kr un dargebotenen Gesangs⸗ und Flügel⸗Vort e r Ketten tragen,— um ein Stiickchen Brot zu nagen?— Nein, wir dienen, gehören bie Hochspannungsleitungen, die Transformatoren feln Haudloser(Gießen) und Herrn Eberhard 15 wollen, daß die Erde— Allen eine Freistatt werde— für das Stati e 5. 5 M. du! 12 stadt) waren gut. Mit brei bekannten Schubert⸗Liedern(Der Neu- Gute und das Schöne!— Tränen, Seuf 1. Lastgesth Stationen un die Ortsnetze. Wenn Isolatoren an asten durch gierige, Gr schen am Spinnrade, Auf dem Wasser zu singen) wurde verschwinden und 4— eh nl.— Al 188 9 15* EEE. A — der Abend eröffnet. Daß der mit Empfindung und a ee Freilich, wo der Wucher bplüht,— i dle e Saanen aerbusen ung gel db e Beer de 135 N Stimmklarheit singenden Künstlerin u esu 0 90 8 0 0 1 1 muß verschwinden— und die Not ihr Ende sonen gefährdet. Ebene, gefährlich ist es, wenn Gegenstände irgend n,— daß die Hoffnung wieder licht— ihre Strahlenkränze] welcher Art mit den Starkstromanlagen in Berlihrung gebracht b 6. früheren Opernsängerin) das Heitere, Verbrämte am besten elang, war wohl einhellige Ansicht der sta flicht!— Heute ist die Aussicht freilich ganz entschieden gegenteilig; n. i 90 5 20„lichen Bporerste In dezenter fein anschmiegender Weise führte e denn die Zurunft nagt de dunkel,— ohne Glanz und Lichtge⸗ e ee cheufals—— ber Karl Roller die Flügel-Begleitung durch. idergabe einer fun= ba en men en een et spähen aus kann strengstens verboten. Sollte durch irgend ein Creignts eine nb, Mit ebenso seelenvoller wie hochkünstlerischer Widergabe ene in die Zeit!— Und bevor nicht ganz bestimmt— alles das ein Ende Leitung von den Masten bezw. Isolatoren auf die Erde gefallen er he e Arnold Mendelsohn(Op. 66) legte Herr Pelp aufs neue] nimmt,— kann sich auch im Augenblick— wohl kaum ändern das fein, so ist deren Berührung unter allen Umständen, weil lebens⸗ ee de jeines Könnens und seines Verstehen⸗ ab. Daß und wie Geschick!— Zwang von außen, Omang von innen.. läßt sich] geführlich, zu vermeiden. Es ist in solchen Fällen nach Möglichkeit ie* die Seelen der Hörerschaft mitschwangen, muß dem fungen 9 i r e— Wollen wir am Abgrund sitzen länger eine Aufsichtsperson an der betreffenden Stelle zu belassen und die * 3 eine noch höhere Freude gewesen sein, als der starke äußere Beifall. noch und engste schwitzen?— Gilt es nicht: mit aller Kraft—Ueberlandanlage telephonisch(Fernruf 68 u. 84), brahtlich oder auf 1 ch höhere ind⸗ end 1 115 3 N. Strauß, Beethoven und Brahms, belungeln. 95 V. 5 irgend eine Weise(3. B. durch das Bürgermeisteramt oder das 1 K— 12 0 4 Sti 0 0— 1 Lust, bel 0. 4. be 4 loser, folgten mit noch freierer und stärkerer chelschenden Schubert.— u die Wälder, in die Auen?— It's nicht eine Lust, zu hören. der Ueberlaudanlage usw.) zu benachrichtigen. le auch d für sich Piano und Zurückhaltung e 18 05 9 n Die Ueberlandanlage wird die durch diese Benachrichtigung 1 10 bene teber Th Reichen 9 we ee l 75 S 5 5 5 5 entstehenden Kosten ersetzen und außerdem für die erste Meldung 0 ng. 0 jati über ein Thema— e ust einstreichen?— Blumenstrauß un i f 5 i 10„ 3 1 cen ne eswe 57 vorher Men⸗ Blütenkranz— Sommerlust und Sonnenglanz— auch der Armut 1 7 158 en 1 7„ 8 at 1 pen ern Belo 3 Bravourstück. Mit fast r ist gegeben!— Jeder Mensch hat Recht am Leben! 8 den een Besonders machen wir die 1 19 3 1 ster Harmonie in Schulen hierauf aufmerksam. a eule bändigte er die genallge Toggle wund Andante(es liegt e ee, e 5 1 5 g „ e ee Se eie eren we e Richtlinien für die Kleiure tnerfürsorge. uns ve left eee eee 1. 1517 leider im 1 55 Hörer bei der sonstigen Wucht und Schwere Die Reichsregierung hat auf Grund des Gesetzes über Klein- städter Landestheaters bisher nicht möglich war, ihr im Herbste alla, 705 eee schen Musik. i rentnerfürsorge bie Richtlinien. über Art, Umfama und Durch- vorigen Jahres gegebenes Versprechen, Mozart„Dan Juan 10 r typisch Brahm gdloser brachte zum Schlusse ihrem Können be⸗ führung der Kleinxentnersürserge festgesetzt. Sie traten am in Gießen als Gastspiel zu bringen, einzulösen, und erst neuerdings 7 0. 135 Auch Frau 1 218 e: das entzückende Pfitznersche„Gretel„das 1. Juni in Kraft. Folaende Punkte sind bemerkenswert: auch für den Juni eine Absage, erfolgt ist, hat Direktor Stein. n derte bchen Zur Drossegl sprach der Fink“ und, Die Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege goetter, dank seiner guten Verbindungen mit der Intendanz und e Hyllische D' Albert⸗Lie 90 Meyerbe ersche„Pagen⸗Arie“ aus den können mit der Durchführung der Fürsorge beauftragt werden, den Künstlern des Frankfurter Opernhauses ein Gastspiel der helft meisterhaft gesungen, I N in der Regel sollen sie jedenfalls zur Mitarbeit herangezogen wer⸗ Frankfurter Oper sür Freitag, den 8. Juni abgeschlossen. senotten“, en b f einer Zugabe bequemen. den. Personen aus dem Kreise der Fürsorge⸗Empfänger sollen bei Es wird also an diesem Tage der von den Gleßenern den ganzen 1 Beide Küns“ N guten Leistungen auch zu einem Festsetzung von Art und Höhe der Leistungen, bewährte Selbst⸗ Winter sehnlich, aber vergeblich erwartete Don Juan doch als 0 f hilfevereimigungen bei Durchführung größerer allgemeiner Hilfs- offizielles Gastspiel der Frankfurter Oper und des Frankfu ctez pekuniären Clseige J gen de; Aude utenhülse geführt haben!—t. DPernhausorchesters gegeben werden. Es wird ausdrücklich dar⸗ auf hingewiesen, daß dieses Gastspiel nicht vom Theaterverein, u vom Stadttheater aus veranstaltet wird, und daß daher der Besuch möalich ist. 0 1950 Dieses außergewöhnliche Theaterereignis außergewöhnlie Aufwendungen und die Preise mußten deshalb nicht unwesentlich Höher angesetzt werden. als es sonst in Gießen üblich ist; es ist aber doch zu hoffen. daß sich niemand, der es ermöglichen kann, den seltenen Kumsigenuß entgehen lassen wird, zumal ein etwaiger Ueberschuß der Vorstellung zur Erhaltung des hiesigen Theaterbe⸗ kriebes Verwendung findet. Der Vorverkauf beginnt sofort und findet jeden Vormittag von 11—1 Uhr statt. — Selbsterlebtes im Lande des Alkoholverbots. Ueber dieses Thema spricht morgen Mittwoch, abends 8 Uhr im großen Hörsaale der Universität Frl. Gustel v. Blücher. Veranstaltet ist der Vor⸗ trag vom Bunde abstinenter Frauen, — Mäschediebstahl. In der Nacht vom 31. Mai auf 1. Juni wurden von einem Bleichplotz in Wieseck folgende Wäschestücke entwendet: 1 neues Bettuch, gez. A. C., 2 alte Bettücher, 3 weiße und 4 bunte Hemden, 3 Damenhosen, gez. A. C., 5 weiße und 4 ö wee 5 Handtücher, 4 weiße Unterröcke, 3 neue Herrenunterhosen, 3 neue weiße Herrenhemden, 3 blaue Hemden mit weißen Streifen und einige blaue Schürzen. — Hungen. Tod bei der Arbeit. Woche im Tagbau der Grube„Friedeich“, Trafs⸗Horloff, verun⸗ glückte 23jährige Beramann Eber aus Utphe ist im Gießener Klrankenhause seinen schweven inneren Verletzungen erlegen. Krankenheim und Folgerichtigkeit von R. W.s sicch 5 1 0 dem entgegenste! anmeldung des gutgläubig erworbenen Heeresguts, aber dies wollte P. zugunsten der Beteiligten abwenden, wie er es Kreis Friedberg⸗ Büdingen. Errichtung eines Krankenheims in Gedern. Aus Gedern wird uns geschrieben: Es ist gelungen, hier ein im zu errichten welches vom Dienstag, den 5. Juni ab eröffnet wird. Es können feder Zeit Kranke aufgenommen werden. Das Krankengeld wird von Fall zu Fall festgesetzt. In diesem ist jedoch die Vergütung für die Aerzte Verbandszeug usw. nicht ent⸗ halten. Jeder Kranke kann sich seinen Arzt wälen. Es sei noch erwäbnt, daß die Standesherrschaft Gedern das Gebäude des seit⸗ wurde von begründet: : Angeklagt ö 0 5 Auch P.s Verteidiger hatte das Leugnen seines Klienten insofern preisgegeben, als er mit der besagten, ungemein auffälligen Rück⸗ sprache als geschehen rechnete und nur ihrem Inhalt wie Zweck eine für P. günstige Deutung zu verleihen suchte. Dieses Bemühen ver⸗ sagte gleich dem Bestreiten durch den Angeklagten, bei der Klarheit Erzählung. Bringt man damit in Jusammenhang, was R. W. alsbald anderen Mtbeteiligten von P.s Rat, sowie dem zu erwartenden sicheren Freispruch(nebst Ueber⸗ nahme der Verteidigerkosten auf die Staatskasse) berichtete, und wie h dann auch wirklich die Verhandlung vor dem Schöffengericht ab⸗ spielte, so schließt sich die Belastungskette. Hiernach schaltete P. die frühere Verteidigung jener Angeklagten aus und veranlaßte, daß an deren Stelle die von ihm dem R. W. suggerierte(von letzterem selbst flir„erlogen“ gehaltene Ausrede bezüglich der vermeintlichen Auf⸗ nahme der Heereswagen durch den Volksrat rückte. Weder vorher nachher war solches Vorbringen im Sinne der damaligen Be⸗ ö digten, es wurde durch P. bewußt und gegen seine Ueberzeugung in die Beweisaufnahme hineingetragen, während er andererseits jede de hende, sehr leicht zu ermöglichende Aufklärung absicht⸗ lich unterljeß. Alles dies geschah zum Zweck partetischer Sitzungs⸗ leitung mit dem Freispruch als Ziel. Schlimmstenfalls drohte jenen unbestraften Landwirten eine Geldstrafe wegen Nicht⸗ auch dem R. W. in Aussicht gestellt hatte. von der Straflosigkeit jener aus anderem Grunde überzeugt war, durfte er keineswegs so die Verhandlung leiten, indem er die Beweisaufnahme zu ihren Gunsten verkümmerte und verfälschte. Bei dem jetzigen Schuldigspruch war sich das Gericht an⸗ gesichts der Ungewöhnlichkeit und Schwere selbstverständlich setner verantwortlichen Aufgabe sorgfältigster und peinlich genauer Würdigung aller Momente bewußt, und es gelangte derart zur Feststellung von P.s Schuld. Die gesetzliche Mindeststrafe für das 5 85 5 erscher 5 e es mildernde Umstände 5 erschien bei ihrer Schärfe als ausreichende Sühne für die Tat des 54jährigen Angeklagten. 3 8 Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., g. Juni. Die Wäscherinnen streiken. Wegen Lohnstreitigkeiten sind am Samstag die Wäscherinnen der 9. lber bwascherdien in den 1 getreten. Die Ar⸗ ö 0 n nur 800 Mark Stundenlohn geben, während die Arbeitnehmer 1000 Mark fordern.— Die Janne ber Wäscherinnen sind wirklich als sehr bescheiden zu bezeichnen. Frankfurt a. M., 3. Juni. Schwerer Autounfall. In der Darmstädter Landstraße wurde eine Frau André durch ein Auto von ihrem Rade gerissen, wobei sie schwere innere Verletzun⸗ gen davontrug. Den Fübrer des Wagens triff keine Schuld. Selbst wenn er im übrigen Der anfangs dieser ö g Frankfurt a. M., 3. Juni. Der Tod im Main. Bein Spielen stürzte der siebenjährige Schsiler Thill aus der Papageien⸗ 1 den Main und ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden nte. Höchst a. M., 3. Juni. Vom Auto getötet. Im Stadt⸗ teil Sindlingen wurde der Arbeiter Hermann Linz aus Soden a. T. von einem Personenautomobil der Farbwerke angefahren und so schwer verletzt, daß er kurz nach der Einlieferung in das Kranken⸗ haus verstarb. 5 Darmstadt, 2. Juni. Der Klapperstorch auf der Straßenbahn. Dieser Tage genaß in einem Wagen der elektri⸗ schen Straßenbahn der abends 11.20 uhr vom Hauptbahnhof nach der Ohlystraße fuhr, zwischen Niederramstädter⸗ und Hochstraße eine mit⸗ fahrende Frau eines Knäbleins. Der hinzukommende Gatte konnte seinen Sprößling gleich nach Hause tragen. Darmstadt, 2. Juni. Der getaufte Chinese. Heute Nach⸗ mittag machte sich ein kaum der Schule entlassener Bursche an einem Hydranden zum Füllen der Straßenbesprengwagen zu schaffen, als fich auch schon ein starker Wasserstrahl über die Straße ergoß und einen des Weges kommenden chinesischen Studenten vollständig durch⸗ näßte.(Wer den Schaden hat, braucht nie für den Spott zu sorgen. Bens heim a d. B. 3. Juni. Das Pferdsamt dem Wagen wurde diefer Tage einem ärti Landwirt, während er in einem Geschäfte zu tun hatte, von der Straße weggestohlen. Man konnte aber Dieb einholen und zunächst kräftig züchtigen. Mainz, 2. Juni. Hoch klingt das Lied vom braven Mann. Am Dienstag, den 29. Mat stürzte in Maing die einzige Tochter des auf der Durchreise befindlichen Ingenieurs Einar Holter⸗ sen von der Kaimauer in den Rhein und verschwand in den Fluten. Ein junger Mann, der in der Nähe im einem Nachen saß sprang so⸗ fort nach und vettete die junge Dame unter eigener Lebensgfahr. gegllückter Rettung verschwand der Herr in der sich ansammelnden Menge. Wie wir erfahren ist der unerkannte Rettr Herr Hohen⸗ stein aus Groß⸗Zimmern, der in seinen nassen Kleidern noch den Heimweg angetreten hatte. Worms, 3. Juni. Im Verlauf eines Streites schlug ein 15jähriger Kürschnerlehrling einem 16 jährigen Schreinerlehrling mit der Faust auf den Kopf. Der Schreiner brach tot zusammen. Diebstähle an Leitungsdrähten. Wegen Massendieb⸗ stählen von Leitungsdrähten sind in Berlin zehn angebliche „Wandervögel“ nebst vier Hehlern verhaftet worden, die zwischen Berlin und Eberswalde bei nächtlichen Ausflügen an den Delegraphen⸗ und Telephonleitungen Drähte in ansehnlichen Mengen abschnitten. Schlimmer als der materielle Verlust sind die durch den Raub hervorgerufenen Störungen des Signalwesens der Eisenbahn und des Telegraphen⸗ und Delephonbetriebs. Die Post⸗ verwaltung will dem Unwesen gründlich zu Leibe gehen und hat deshalb hohe Belohnungen für weitere zweckdienliche Mitteilungen aus dem Publikum ausgesetzt. Wer find die Männer auf unseren Banknoten? Die Banknotenflut, mit der wir jetzt überschüttet werden, bringt es mit sich, daß die neuen Noten einander förmlich jagen und wir uns an immer anders aussehendes Geld gewöhnen müssen. Auf diesen neuen Banknoten fallen nun zunächst die verschiedenen Köpfe auf, die ihren Schmuck bilden und immer wieder hört man die Frage, wer das nun wohl eigentlich set. Eine Antwort darauf gibt ein Aufsatz„Die Kunst auf der Banknote“ in der Bergstadt. Bei der außerordentlichen Schnelligkeit, mit der heute täglich viele Milliar⸗ kens den gedruckt werden, kann man den alten Kupferstichdruck nicht mehr verwenden, sondern muß sich mit dem mehrfarbigen Buchdruck be⸗ gmügen, und da bleibt für die künstlerische Ausgestaltung nur der figürliche Schmuck übrig. Früher verwandte man dabei Typen, die einem möglichst allgemeinen Schönheitsideal entsprachen. Jetzt steht man auf dem Standpunkt, daß scharfgeschnittene Charakterköpfe dem Fälscher erfahrungsgemäß besondere Schwierigkeiten bereiten, sich aber zugleich dem Beschauer so fest einprägen, daß ihm selbst bei flüchtigem Betrachten Veränderungen oder Abweichungen sofort zum Bewußtsein kommen. Man wählte daher Männerbildnisse aus der größten Zeit der deutschen Kunst, aus den Tagen des Mittelalters und der Renafssance. Der lockenumflatterte, mit einem Diadem ge⸗ schmückte Kopf auf der Banknote zu 100 Mark stammt von dem viel⸗ umstrittenen Reiterstandbild im Bamberger Dom, das um 1250 von einem unbekannten Meister geschaffen wurde. Dies eindrucksvolle Werk, die schönste und lebendigste Verkörperung des mittelalterlichen Ritters, wird bald als Kaiser Konrad III., bald als der Heilige Stephanus von Ungarn gedeutet. Die Banknoten zu 500 Mark sind mit einem schönen Jünglingskopf geschmückt, dessen Meister nicht he⸗ kannt ist. Das im Baseler Museum befindliche Originalge mälde stammt aus dem Jahre 1511 und stellt den Junker Jakob Meyer zu Pferd in seinem 20. Lebensjahre dar. Von den zwei Ausgaben der 5000⸗Markscheine ist die erste aus dem Verkehr schon fust verschwun⸗ den; sie zeigt ein Bildnis, dessen Original sich im Städelschenznstitut zu Frankfurt a. M. befindet und die Forschung lebhaft beschäftigt hat. Ein in der oberen linken Ecke angebrachtes Wappen kennzeichnet den Dargestellten als einen Angehörigen der ausgestorbenen bayerischen Familie Urmiller. Das Gemälde, das zweifellos eines der ausdruck⸗ vollsten deutschen Bildnisse ist, wurde früher für ein Werk Holbeins gehalten, doch stammt es wohl nicht von diesem Meister. Die zweite Ausgabe der 5000⸗Markscheine ist mit einem der berühmtesten Bild⸗ nisse Dürers geschmückt, mit dem Porträt des Nürnberger Ratsherrn Hans Imhoff, das der Meister 1526 malte und das sich im Prado⸗ museum zu Madrid befindet. Ein Porträt Dürers ziert auch die Banknote zu 10 000 Mark. Stammt der Imhoff aus seiner reifsten Zeit, so ist dieses Bild früher, um 1500 gemalt, und stellt wahrscheinlich den jüngeren Bruder des Malers dar. Das auf den Gelbdscheinen stark vergröbert wieder⸗ gegebene Kopfbild ist vielfach ironisch als„Darstellung eines Bolsche⸗ wisten“ bezeichnet worden, und man hat auch entdeckt, daß man eine Art Vecierbild vor sich habe. Wenn man nämlich den Schein so herumdreht, daß sich das Bild links oben befindet, dann zeigt die ge⸗ samte Halspartie ein deutliches Gesicht mit sehr langer Nase; die linke Rockseite bildet eine weiche runde Mütze, die rechte ein Halsschal, die Weste stellt die Haare oder ein Kopftuch dar. Für die Note zu 50 000 Mark hat man eine der schönsten Schöpfungen des vortrefflichen Köl⸗ ner Porträtmalers Barthel Bruyn gewählt, das Porträt des Bürger⸗ meisters Arnold vom Browiller. Die 100 000⸗Marknote ist mit einem der köstlichsten Werke Hans Holbeins des Jüngeren geschmückt, das zu den größten Kostbarkeiten der Berliner Museen gehört. Es stellt den deutschen Kaufmann Georg Gisze im Jahre 1592 dar, wie er an seinem Rechentisch im Kontor sitzt. Gisze war ein Mann des deutschen Stahlhofes in London. Erster sozialistischer Aerztetag. Am 26. und 27. Mai fand im Berliner Rathause die erstmalige offizielle Zusammenkunft der deutschen Aerzte statt, die sich zum Sozialismus bekennen. Wenn auch die Mehrzahl der Teilnehmer aus Berlin und seinen Vororten stammte, so waren doch aus aus dem übrigen Reiche die ärztlichen Parteigenossen in nicht geringer Zahl herbeigeeilt aus dem Beditrfnis heraus, Fühlung zu gewinnen mit den gleichgesinnten Kollegen. Die von den Genossen Dr. Zadeck und Dr. Silberstein, altbekannten ärztlichen Beratern der Berliner Parteibewegung, geleitete Tagung wurde eröffnet durch einen Be⸗ grüßungsabend, auf dem der Genosse Prof. Dr. Tandler ⸗ Wien über die Organisation des Wohlfahrts⸗ und Gesundheitswesens in Wien Bericht erstattete. Erfreulich war es zu hören, welch „große Mittel“ das von unserer Partei regierte„rote“ Wien trotz aller Not der Gegenwart noch für die Wohlfahrtspflege aufzubringen vermag, nachdem die bourgeoise Wohltäterei des weltberühmten„gol⸗ denen Wiener Fettherzens“ in die ihr gebührenden bescheidenen Schranken zurückverwiesen wurde. Für den Arzt besonders interes⸗ sant und sicherlich der Nachahmung wert war die Mitteilung, daß man in Wien jetzt leitende Krankenhausärzte ohne Privatpraxis irgend einer Art anstellt. Das Thema der Tagung war der Frage der N. Verhältnisses zwischen Aerzten und Krankenkass met. Als Referenten sprachen die Genossen Dr. Ebstein⸗ Professor Dr. Grotjahn⸗ Berlin, Dr. Kautsky⸗ Wien, Weyl⸗ Berlin, Dr. Knack⸗ Hamburg, Dr. Wygodzinsk lin und der Kommunist Dr. Wol f⸗Berlin. Fast einstimmig die Referenten zu dem Schluß, daß das fixierte Kassenarzteyf semer heutigen Form wie auch die mit so vielen Hoffnungen tete freie Arztwahl nicht zu einer befriedigenden Lösung im einer würdigen ärztlichen Versorgung der Versicherten geführt rdert wurde der vollbesoldete beamtete Kaffenarzt unter schluß jeder Privatpraxis, für die Zeit des Ueberganges der 2 des Vertrauensarztsystems und eine Heranziehung der Versich zur Aufbringung der Kosten für Arznei und Heilmittel. Der trauensarzt soll gleichzeitig der Sozialarzt sein, d. h. der verst volle und erfahrene Berater in allen Fragen der soziale sicherung, insbesondere auch der Berufsvermittlung. Für behaltung der freien Arztwahl konnte sich restlos nur der Kot Dr. Wolf einsetzen. An der Diskussion beteiligten sich u. a. die nossen Dr. Röder⸗Berlin, Dr. Hirschfeld⸗ Harburg und Direktor der Allgemeinen Ortskrankenkasse Berlin Genosse Al Cohn. Das große Interesse, das die Tagung auch in nichtsozi schen Kreisen erweckte, wurde bewiesen durch die Anwesenheit Vertretern der Reichs⸗, Landes⸗ und Kommunalbehörden, u. a. Leiters des preußischen Gesundheitswesens Prof. Dr. Got tst und des Stadtmedizinalrates von Berlin Dr. Rabnor. 12 7 2 2 3 Arbeitsrecht, Gewerkschaftliches, Arbeiten Lohn vereinbarungen.„ Bei den Lohnverhandlungen für die Metalltudustri r Ser Saen a Er e in Weilburg 8 folgende Stundenlöhne festgesetzt: Für Facharbeiter über 25 g vom 27. Mai bis 2. Juni 2300.— Mark, vom 3.—9. Juni 2700.— Mark, von 10.—15. Juni 3000.— Mark. Für die übrigen Alters⸗ klassen und Gruppen wird der Lohn von 27. Mai bis 2. Juni um 1 vo Die Ar⸗ Lollar soll diese Woche ebenfalls geregelt . sten. le eiue b afeln, alle nach dem neu Wissenschaft, mit den neuesten G 0 bandweise erscheint, ist die Anschaffung jedem A schaffungskosten verteilen sich auf längere Zeit. Den jeweils villigst Preis genießt, wer sofort bei Erscheinem bestellt. Wie der Ver versichert ist er bestrebt, den Schlußband noch im Jahre 1923 auszu geben. Der dritte Band enthält micht mur das gefährliche Stichwor „Politik“, die„Weltklugheit“ wie sie auch verdeutscht wird, er koppe durch den Zwang des Alphabets die Sterne der L George, Mussolini, Poincaré, mit Lenin, Trüger des Sowje „zusammen und auch die Hauptstädte dieser politischen Wet. macher, London, Rom. Paris, Moskau, St. Petersburg rden. gerade in diesem Band behandelt, der noch andere Millionens 1 wie Newyork und Peking enthält. In enger Verbindung damit f die in trefflichen Karten und Abi ausgestatteten Lände 9 N vor allem auf die 1 1 aufmerk. gemacht sei. Text, Karten und Bilder geben gro Zügen einen sriff von der Seele des Landes. Das gleiche finden 0 bei den ausführlichen Artikeln über Preußen und das neue O f reich. Die Schaublühnen der Politik, die Parlamente, führt der! Band in einer hübschen Uebersicht vor, aus der wir auch das der Verfassungen der 84 Staaten Die englische Verfassun die Magna Charta, ist schon über 700 Jahre alt, 85 nächste im die der Vereinigten Staaten von Amerika, zählt erst 136 Jahre; weniger als 40 Verfassungen sind als Folgen des Weltkrieges a fehen. In einer übersichtlichen Darstellung zeigt uns der neue Brockhaus sogar das Uhrwerk der Deutschen Republik, wi die Weimarer Verfassung geschaffen hat. Dem Wendepunkt des? krieges, der Marneschlacht, ist ein wichtiger Artikel mit zwei inf tiven Karten und einer ausgezeichneten symptomischen Uebe ge⸗ widmet. Ins Innerste der Natur geleiten die Stichworte Leben, Mensch, Mendelsche Regeln und vor allem die eingehende U „Relativitätstheorie“. Die rasch orientierenden Uebersichten sind überhaupt ein Glanzpunkt der Stoffkonzentrierung im neuen Brock⸗ haus. Man betrachte die beiden Tabellen„Päpste“ oder die„Haupt⸗ daten der Weltliteratur“ oder die„Nobelpreisträger“. Die letztere Uebersicht bietet einen interessanten Aufschluß, wieviel Deutsche in den fünf Abteilungen des Nobelpreises ausgezeichnet worden sind. Von 1901 bis 1922 waren es insgesamt 109 Preisträger, unter ihnen ein Drittel— 31— Deutsche. Wir wollen nur noch anführen, de außer den Gebieten der modernen Kunst auch die lebenswichtigen Ge⸗ biete der Landwirtschaft, der Technik und alles, was zur Volkswirt⸗ ö schaft im weitesten Sinne gehört, in musterglültiger Reichhaltigkeit n Wort und Bild vertreten sind. In wenigen Monaten wird das Werk vollständig sein und dann seine volle segensreiche Wirkung ausüben können. 3 Dollarstand Montag Mittag 12 Uhr: ca. 76 O0 Mark. Mittwoch, 6. Juni 1923, abends 8 Uhr, im großen Hörsaale der Universität Oeffentlicher Vortrag a 0 „Selbsterlebtes in ande des Alkoholberbote“/ Rednerin: Fräulein Gustel von Blücher, dresden. Karten zu 300 und 100 Mk. an der Abendkasse. N Deutscher Bund abstinenter Frauen Die evangelischen Gemeindefrauenvereine Alice⸗Frauenverein a Elisabethenverein 0 1 Katbolischer Frauenbund f 1 Katholischer Fürsorgeverein 10 Frauenrechtsschutzverein Verein der Freundinnen junger Mädchen Leben die Tolen? Mittwoch, den 6. Juni, abends 8 ubr im Sinasaal der Oberrealschule. Eintritt frei! Redner 5. Beck. Eintritt fret!