5 . 2 S S — s Frpeditien: gießtn Bahnhoffraße 23 Ftrusprecher 2008. Maethessiche Volfzzeit ga Organ für die Interessen des werktätigen Volkes 1 der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. geernsprecher 2008. N 0— berb. Volkszeitung ersckeint seden Werktag vormittag in Giezen Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(I mm brei ten Rafe Beilage 95 155 10 N 9 950 eee Wein 110 g eröt Mk., ue 80 img le eee aftliche 5 b 3300.— Mf. einschl. Bringerlohn. 300.— Mk. Ber größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird ent 7 ch die Post bezog. 8800.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120— Mt der Rabatt gewährt— Hanelgen⸗ Kaname Uf Ubr ene 155 Nr. 77 2 7 5 . 3 2 1 5 — Verantwortlicher Redakteur: J Vetterf. Für den Inseratengeil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von ien Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. e . Gießen, Donnerstag, den 5. April 1923 18. Jahrgang 5 25 a f t m Fn N 2 22* he un Alitade trübt. Nach der Essener Karsamstag⸗Schlacht. Man un Die Geldentwertung hat weite Schichten der Bevölke⸗. wenn dung verarmt. Wurde früher aus öffentlichen Mitteln nur Weitere Todesopfer. 1 N Mundtot gemacht. ee die Fürsorge auf Grund des Unterstützungswohnsitzgesetzes Die Todesopfer des blutigen Zwischenfalls bei den Kruppwerken Berliner Mittwochmorgenblätter melden aus Elen, e e e Hie deen Graben wn giltsoendes igen uu. ae 0 eiter men See eee e öffent i 8 u bel. er 0 inge⸗ 5 ungen, Echo, 15 e i drangen drbelter artec vobnsschlach ert Cube dee Worht Nich che Aberteib fear den dane ede en een metzelten deutschen auf dem während des Krieges angelegten Cssener Ehrenfriedhof. Am Tage der Beerdigung ruht bei Krupp die Arbeit. 5 Die Krupp⸗Arbeiter rusen das Weltgewissen auf. 24 Stunden Proteststreik. Am Montag vormittag punkt 10 Uhr ertönte in den Kruppschen Mitglieder einig. Die Kommunisten triebs rätesitzung waren sämtliche da sie inzwischen Anweisung von unterschrieben das Protokoll nicht, der Partet erhalten hatten. Ein Zwischenfall in Hagen. Dienstag nachmittag gegen 6 Uhr fuhr ein mit 4 Franzosen besetzter Lastkraftwagen, der von Herdecke kam, die Kölnische Straße Vor dem Hauptbahnhof 51 gewendet werden. So entstanden die Erwerbslosenfürsorge, gie Notstandsmaßnahmen für Empfänger von Renten aus der Invaliden, Hinterbliebenen⸗ und der Angestelltenver⸗“ sicherung, und die Kleinkapitalrentnerfürsorge. Die Für⸗ geeinrichtungen für alle diese Gruppen sind verschiedene. „Armenpflege ist nach wie vor der örtlichen Regelung 8 a 2 — ö 0 dei fü 5 b um. überlassen. Zwar ist nach Unterstützungswohnsitzgesetz jedem Werken das Signal l 24stündi es in Hagen in der Richtung Haspe hinunter. polen daf Filfsbedürftigen diejenige Hilfe zu gewähren, die zur Be- gegen, be A e ee B wurde der Wagen von einer großen Menschenmenge angehalten und Löhne b seitigung seines Notstandes erforderlich ist, aber welchen Um⸗ standen alle Räder still, die Fabrik, eine Stadt flir sich, lag wie tot die Franzosen zum Aussteigen gezwungen. Die Franzosen schlugen 0 eures Vene e be J., 0 Herschiedener Auffassung unterworfen. In der Vorkriegs⸗ Sekne on die Arbelsersceft. hatte folgende Kund: mung des Bahnhofsplatzes. Gegen 7 Uhr nachmittags wurden die geit hatten sich bestimmte, ziemlich gleichmäßige Uebungen„Noch einmal wendet sich die Kruppsche Arbeiterschaft an das Franzosen, deren Lastkraftwagen nicht 12 5 iet 6 5 1 esetzte Gebiet besördert. Kraftwagen von ber Schutzpolizei in daz Die Untersuchung der Leichen von Buer. Die Unterfuchung der von den Franzosen hat ihren Abschluß gefunden. Nachdem die Poincaré zur Einsetzung einer internationalen Tatbestandes über . Weligewissen, um durch einen 24stündigen Proteststreik ihren Ab⸗ scheu gegen das Blutbad kundzugeben, das der französische Mili⸗ tarismus am Sonnabend unter der Kruppschen Arbeiterschaft ange. richtet hat. In gleicher Weise protestieren wir gegen die Ver⸗ haftung einiger Leiter der Werke die wir nur als eine Folge dieser Vorkommnisse ansehen, um die Schuld an dem Blutbad von dem * = und Unterstützungssätze herausgebildet, durch die sich über⸗ stürzenden wirtschaftlichen Verhältnisse der Kriegs ⸗ und Nachkriegszeit ist jedoch jede Einheitlichkeit verloren ge⸗ gangen. Die Leistungen der Armenfürsorge in den ein⸗ zelnen Orten weisen zurzeit die denkbar größten Verschieden⸗ 0 ertigkeiten auf. Das ergibt manche Reibungsfläche und Schwierigkeit. Die Unterstützungsbeträge für die Erwerbslosen werden 0 eit zu Zeit vom Reichsarbeitsministerium in der Ge⸗ falt von Höchstsätzen, abgestuft nach den Alters. und Familienverhältnissen der Erwerbslosen, festgesetzt. Die Be⸗ r vollkommen unabhängig von dem Maße der daß den Arbeitslosen noch Armenunterstützung gegeben wer⸗ ar ein Gesetz über diese Notstandsmaßnahme in der Vor⸗ 0 ereitung; der Entwurf läßt aber ebenfalls jede Verbindung Nach einer Meldung der Roten Fahne aus Moskau richtete Nach allen aus den Reichsbahndirektionsbezirken Frankfurt, mit den sonstigen Fürsorgeeinrichtungen vermissen. Das ist das Exelutivkomitee der kommunistischen Internationale anläß⸗] Ludwigshafen, Mainz. Frier und Karlsruhe eingelansenen Mel⸗ lich des blutigen Osterereignisses in Essen einen Aufruf an die dungen haben die Eifenbahner den Befehl des französischen Generals Degontte, die Arbeit unter fran zösischer Regie 55 bedouerlich; es müßten die Unterstützungssätze einander angeglichen werden. Am besten ist es, es wird ein Existenz⸗ e gefunden letwa in der Form, wie es für die „Sozialrentner besteht), das dann auch für die übrigen Für⸗ sordeweige maßgebend ist. Dieser unerläßliche Gesamt⸗ bezug müßte in der Form so gehalten sein, daß er allgemein angewendet werden könnte. Namentlich müßte er natürlich auch dem Geldwerte fortlaufend angepaßt werden. Bei seiner Festsetzung müßten die Inderziffern über die Lebens⸗ haltungskosten mit zur Grundlage genommen werden. . Ein solcher Normalmaßstab würde vor allem der Armen⸗ pflege wertvolle Dienste leisten. Er müßte auch hier zur Anwendung kommen. Die Behauptung ist unzutreffend, daß die örtlichen wirtschaftlichen Verhältnisse so grundver⸗ schieden untereinander sind, daß die heutige außerordentliche Differenzierung gerechtfertigt wäre. Gewiß werden im ein⸗ gängig ist und in Wirklichkeit auch geschieht. Heute schon en eine ganze Anzahl von Städten das Existenzminimum aus der Sozialrentnerfürsorge auch für die Armenpflege zur wendung gebracht. Es müßte nur für diese Zwecke etwas beweglicher sein. Es steht dann den Gemeinden frei, für die Armenpflege noch einen Mindestunterstützungssatz zu finden(z. B. de totes i ilfs⸗ ch erfährt, daß der den(3. B. den Wertbetrag des Brotes, das ein Hilfs- fachung rt, 1 1 5 d lä di i Zeitschrift Nati bedürftiger braucht). Innerhalb dieser Höchst⸗ und Mindest. sitzes und damit der gegenseitigen Erstattungen der Armen 4 en babe, e bi dd dee ee Mangel grenzen könnte dann die Armenunterstützung nach der Lage verbände untereinander aufhören— wie es jetzt die Gesetz: an Intelligenz und politischer Erkenntnis zeige, der dem führenden des einzelnen Falles festgesetzt werden, dantit würde die gebung beabsichtigt— so fügt sich dann auch hierdurch die] Manne in Frankreich vorgeworfen werde.“ Longuet glaubt. daß ache daß es in vielen Gemeinden noch höchst unge. Armensürsorge mehr in den Rahmen der staatlichen Hilfs⸗ e 1 1 Fe e at. 0 a 1 8 15 9 e 1 1 4 5 e. D ber 1922 e F 0 tlich nügende Unterstützungssätze gibt, wenigstens voraussichtlich] aktion für die Hilfsbedürftigen ein. Es ist dann leicht an- französischer Berechnung mindestens 77 Prog der Kokslieferungen gemildert. Der Umstand, daß viele Gemeinden Natural- gängig, daß der Staat den Gemeinden Zuschüsse für ihre erhalten, die Deutschland dertragsmäßig schuldete: im Februar leistungen an die Hilfsbedürftigen gewähren, steht einer] Aufwendungen an die Hilfsbedürftigen, die lediglich der 1923 seien im günstigsten Falle 4 Prozent eingegangen. Bei Vielleicht ließe sich dann Kohlen waren es 74 Prozent im Dezember und 6 Prozent französischen Militarismus abzuwälzen.“ Trotz der Erregung, die sich in der Stadt Essen überall zeigt, siegt die Selbstbeherrschung. Neue Zwischemfälle ereigneten sich im Laufe des Montag nicht! Dagegen setzten die Franzosen ihre Suche nach zwei weiteren Bergwerksdirektoren fort. Die vier bereits ver⸗ hafteten Werksdfrektoren sollen Ende der Woche abgeurteilt werden, obwohl die Schuld an dem blutigen Vorfall nur den Franzosen zu⸗ fällt. Auch in Essen versucht die Besatzung, sich durch Anschläge an die Bevölkerung ins Recht zu setzen. protokollarisch vernommen wurden, oder gar eine Verhandlung gegen sie stattgefunden hätte. 5 Ligen gestraft. Kein Franzose verletzt. Die Verurteilung der Essener Bluttat im Auslande ist allge⸗ mein— in England, in Holland, in Schweden. Die französischen Rechtfertigungsversuche werden durch die ausländische Presse Lügen gestraft. So besagt z. B. ein Londoner Telegramm, daß der Daily Chronicle die Tatsache hervorhebt, daß dein einziger fran⸗ zösischer Soldat irgend eine Verletzung davongetragen habe. Das beweise, wie wenig Gewalt von deutscher Seite angewandt wurde. Das Blatt führt ferner die Essener„Metzelei“ auf einen Nerven- anfall der-französischen Soldaten zurlick.— Auch die übrige eng⸗ lische Presse verhält sich ähnlich. Moskauer Protestphrasen. französische Arbeiterschaft, in dem diese aufgefordert wird, gegen die französische Okkupation im Westen Deutschlands zu demon⸗ strieren Die deutschen Arbeiter dagegen sollen den deutschen Na⸗ tionalismus bekämpfen und sich mit den französischen Soldaten verbrüdern.— Zur Verbrüderung gehören bekanntlich immer zwei. Und wenn nun die anderen nicht wollen? Tie„Notwehr“. Eine französische Aerztekommission stellt Rückenschüsse fest. Die verlogenen französischen Presseberichte über die„Notwehr“ der Soldaten usw. ist den Franzosen im Ausland nicht gut bekom⸗ men. Sie haben jetzt nachträglich eine Untersuchung über die Vor⸗ gänge im Kruppwerk eingeleitet, um den wahren Tatbestand festzu⸗ stellen. Eine sranzösische Aerztekommission hat sich bereits am Montag davon überzeugt, daß von den 13 Toten 12 ausschließlich durch Rückenschüsse verletzt worden sind. Ferner haben von den 53 Verwundeten 29 ihre Verletzungen durch Schüsse erhalten und von djesen wiederum 14. also 50 Proz., Rückenschüsse, ein Beweis dafür, daß die französischen Truppen ge⸗ fürsorge im einzelnen Fall der rein subjektiven Auffassung der Organe der Armenpflege(meist ehrenamtliche Helfer) ein wenig entzogen wird, so ist das übrigens kein Unglück. Es ist bekannt, daß hier vielfach Mißstände zutage getreten sind. Wenn dann noch die Armenpflege dadurch eine Verein⸗ Begriff des Unterstützungswohn⸗ Armenpflege unterliegen, gewährt. solchen mehr einheitlichen Regelung nicht entgegen. Ist es ngig, diese dann zum Sel bstkostenpreis auf die anzurechnen. Wenn die, Festsetzung der Armen⸗ doch g Bar sich nicht ergeben. Neue Besetzungen. Im Bergischen Land sind des Dienstags von Kavallerie Dierolshausen sind noch frei. An der Ostgrenze des Einbruchsgebietes Truppenverschiebungen der letzten an Auf der südlichen Strecke Transporte nach Frankreich abgerollt. Die Franzosen besetzten ferner di in Buer und die private Es handelt sich allem Anschein nach un eine Dauer, zu dem Zwecke, die auf den Zechen Kohlenvorräte abzutransportieren. Die Eifenbahner unerschütterlich. Massenvertreibungen. bis zum 3. April früh 8 Uhr aufzunehmen. einmütig abgelehnt. jagung der Familien aus den Dienstwohnungen. Teilweise ist mit bereils begonnen worden. schlag der französischen Eisenbahnregie erfolgt, wonach die für die Meldung zum verlängert wird. 40 Pinanzer aus Wiesbaden ausgewiesen. Am Dienstag hat die französische Besatzungsbehörde Wiesbaden nicht weniger als 40 Finanzbeamte ausgewiesen. Familien müssen binnen 4 Tagen folgen. Berichterstatter der Der diplomatische Frankreich das Ersuchen schreibt, er erfahre, daß England an stellt habe, eine Verbindung zwischen schen Bahnkontrollpostens zu England stattfindet. Die Bilanz der Ruhrpolilik. In der Pariser Exe Nouvelle land als die„größte Dummheit“, ja sogar durch einen engli Staatsmann als das„größte Verbrechen der Zeitgeschichte“ zeichnet worden sei. Fast ganz Europa und Amerika seien Februar. Die englische, amerikanische täglich von Vorgängen im besetzten Ge auch für die Armenunterstützung eine andere Bezeichnung finden. Schamröte ins Gesicht treiben müßten. rstützungen in anderen Fürsorgeeinrichtungen. Nicht 7 von hi kam stehen sie hinter diesen zurück, sogar häufig auch hinter Im Zuchthaus. Nachrehegen senzen sich vier Schußverletzungen. Ein Schuß in⸗ iereubungssäten der Armenfürsorge. Die Folge it, ee werheteten Tire der aan ng dag fre aher Aeheltspinte. für Mien den been das Züchthaus nach Werden überführt worden, ohne daß sie bisher Anhaltspunkte für Mißhandlungen an den beiden Getöteten den Günderoth und Gymborn im Laufe besetzt worden. Gummersbach und dauern die starken Tage von ünd nach Frankreich sind am 29. und 30. März 7 e staatliche Zeche Walltropp Zeche König Ludwig bei Recklinghausen. Besetzung auf längere lagernden Koks⸗ und N Die Franzosen drohen mit Massenausweisungen und 17 70 a⸗ Andererseits ist in Trier ein An⸗ Frist französischen Eisenbahndienst um 14 Tage aus Die Der französische Druck in der englischen Jol e. Aufhebung der französischen Bahnkontrolle? Weitminster Gazeite Köln und London durch die gewähren. 0 zelnen Unterstützungsfall die wirtschaftlichen und Familien- rade auf die fliehenden Arbeiter geschossen haben. Weiter haben Beseitigung des französti 8 0 0 3 verschieden sein. Aber darauf muß bei der Fest⸗ die srenzöß hen 91 fen, b von ben Verwundeten biet ba d 175 1 5 Au wan 55 en ben setzung im einzelnen Fall Rücksicht genommen werden] Schüsse dadurch erhallen haben, daß sie von, den Dächern ge⸗ iet mit Kohlen, Eisenerz und anderen No offen aus dem bisher ö f 5 ö 4 11 15 rungen und beim Weglaufen hingestsürzt sind. besetzten und dem neuebesetzten Gebiet versehen wird und knnen, genau so, wie es in der Soziolrentnerfürsorge an.. aaluufen iunne eee Aassuhr aller Güter aus dem beitischen beseßzen Gebiet nach beschäftigt sich Genosse Longuet mit der„unheilvollen Bilanz der Ruhrpolitik“, die bereits in 5 5 schen Ausdruck und neutrale Presse erzähle biet, die jedem Franzosen die Herd die Sia„ knsbesor re Fir gergrat⸗ organ, der Peuple, setzt den Kampf gegen die Nuhrbesetzung trotz der sortgesetzten Angrifse der bürgerlichen Presse sort. Erneut er⸗ klärt der Peuple:„Wir glauben auch weiterhin, daß die Ruhr⸗ besetzung ein tolles Abenteuer ist und werden es auch weiterhin als solches behandeln. Von dem ersten Tage an haben wir voraus⸗ gesehen, daß das Unternehmen, weit entfernt, etwas einzubringen, als Belastung wirkt, daß es unentwirrbare Schwierigkeiten wirt⸗ schaftlicher und technischer Art verursacht, daß es von Streiks und blutigen Zwischenfällen begleitet sein und Frankreich und Belgien von der übrigen Welt isoliert wird.“ Daß es auch im bürgerlichen Lager Belgiens über den ver⸗ hängnisvollen Einbruch ins Ruhrgebiet zu dämmern beginnt, dafür liefert die Libre Belgique einen Beweis. Im Ruhrgebiet, so führt 1 aus, seien zwar ungsheure Kohlenvorräte aufgestapelt, aber es schwierig, zu sagen, wieviel Zeit man für den Abtransport der Koplen brauche, wenn man bedenke, daß die belgischen Truppen jetzt schon dre Monate im Ruhrgebiet seien. Vor die schmierigste Frage werde men aber gestellt, wenn man sich frage, was werden oll nach dem Abtransport der beschlagnahmten Kohle. Denn überall, wo ein Eingriff in die Werke erfolge, legten die Arbeiter 1 Arbeir nieder. und um die deutschen Bergarbeiter zu zwingen für die Besatzung zu fördern, dazu bedürfe es bundcst⸗ tausend Soldaten mehr im Ruhrgebiet. Gar keine Rede könne aber davon sein, daß Belgier und Franzosen selbst die Berawerke des rgebiets ausbeuten.„Ohne die wohlvollende oder erzwungene Unterstützung der Deutschen wäre das eine kostspielige Verrückt⸗ it.“ Und woher die Arbeitskräfte nehmen? Selbst wenn sich elche fänden, so entstünden dadurch Kosten, daß die Tonne Kohle einen fabelhaften Gestehungspreis erreichte. Zum Beweis für die Schwierigkeiten erzählt der Berichterstatter der Libre Pelgique, daß man die größte Mühe gehabt habe, vier Kranensührer für den Hasen Ruhrort aufzutreiben. Man hat schließlich alle vier unter den Arbeitslosen Antwerpens gefunden und mit einem Tages verdiensi von 40 bis 45 Franes angeworben. Politische Uebersicht. Dollaranleihe und Marksturz. Das Ergebnis der Dollaran leihe bleibt mit einem Zeichnungsbetrag von 50 Millionen Goldmark wesentlich hinter den Erwartungen zurück, die man an sie knüpfen ißte angesichts der Tatsache, daß die Devisenbestände der itschen Wirtschaft fraglos um ein Vielfaches größer sind der geforderte Betrag. Das Zeichnungsergebnis ist eine sstarke Anklage gegen Industrie und Handel, die es unterlassen haben, dem Reiche in seiner größten Not nicht unbedingt notwendigen Devisenvorräte zur Ver⸗ ung zu stellen. Auch die Tatsache, daß Deutschland jetzt eine bürger⸗ iche Regierung hat, in der Wirtschaftler vom Schlage des Herrn Dr. Becker maßgebend sind, hat auf das Verhalten Devisenbesitzer nicht den geringsten Einfluß gehabt. Es hat keinen Sinn, wenn man darauf derweist, daß er drohende Einspruch der Reparationskommission gegen ie Dollaranleihe des Reiches die Stimmung der Anleihe⸗ ichner beeinträchtigt habe. Den Banken war bekannt, daß, nachdent die Reichsbank einmal auch autonom geworden „sie auch zur Mitbürgschaft herangezogen werden konnte d schon dadurch eine ausreichende Gewähr für die Sicher⸗ eit der Anleihe vorlag. Aber auch in der Organisation der Anleihe wie ihrer Durchführung sind wesentliche Mängel zutage n. Die schmerzliche Erfahrung hat gezeigt, daß die ozialdemokratie durchaus recht hatte, als sie verlangte, daß ine wertbeständige Anleihe zusammen mit anderen Maßnahmen zur VBeschränkung der Devisen⸗ spekulation erfolgen müsse. Statt dessen kam die Depisenanleihe erst vier Monate nach der Devisenverord⸗ ng. Dann aber hat die Reichsbank entgegen dem Inter⸗ sse ber Anleihe gearbeitet, als sie, dem Drängen des Groß⸗ handels nachgebend und in zu weitgehender Rücksicht auf Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. Es kann nicht verschwiegen werden, daß der Korporal eit dem Absturz Rohans eine große Unruhe an den Tag egte. Er, der dem Kanonendonner standgehalten hatte, hne mit einer Wimper zu zucken, zitterte, wenn die großen, urigen Augen Mareelles sich vorwurfsvoll auf ihn ichteten. Er fühlte sich schuldig und war froh, wenn ihm emand Gesellschaft leistete; er hätte auch mit Mikel Grallon rlieb genommen; aber dieser blieb bald nach dem denk- ürdigen Ereignis in der Kathedrale ganz aus. Wer den urschen genau beobachtet hätte, würde gesagt haben, daß r das Opfer eines folternden Kummers sei. Er begann ein tilles, geheimnisvolles Wesen zur Schau zu tragen, sprach wenig, suchte die tiefste Einsamkeit auf und verbrachte seine 5 in planlosem Herumstreifen auf den Klippen, seine a0 chte zur See. Von seinen Streifzügen auf den Klippen rachte er weder Seegras, noch Meerfenchel, vom Meere 8 Fische mit heim. Von Natur ein arbeitsamer, tätiger ensch, wurde er plötzlich träge. An einem regnerischen Tage fand er sich bei der heiligen ffinesleiter plötzlich einer alten auf einen Stock gestützten rau gegenüber, die ein Körbchen auf dem Arme trug. Sie euchte vom Aufstieg. Als sie seiner ansichtig wurde, wich 5 Bluttropfen aus ihrem vergrämten Antlitz und ihre ippen färbten sich ganz blau. „Ei, Mutter Gwenfern! Ihr seid das letzte Weib, welches ich in diesem Hundewetter hier zu finden gedacht ätte! Darf ich Euch den Korb abnehmen? Ihr scheint er⸗ schöpft zu sein.“ Als er den Arm ausstreckte, um ihr die Bürde abzu- nehmen, wich sie zitternd vor ihm zurück. „Um des Himmels willen, Mütterchen, Eure Zähne klappern ja wie im Fieder! Wie konntet Ihr in diesem strömengen Regen daran denken, auszugehen? Macht, daß Ihr so bald als möglich in die trockene Stube kommt! Euer * ist ja ganz durchnäßt, Ihr werdet Euch den Tod olen!“ Während er mit erheucheltem Mitleid sprach, durch⸗ hohrte er mit scharfen, spähenden Blicken die zitternde Alte, lockert hat und so es den Privaten ermöglichte, zu der⸗ selben Zeit Mark gegen fremde Devisen zu verkaufen, wo sie selbst Devisen kaufte, um die Mark zu stützen. Das muß jetzt anders werden. Die Stützungsaktion der Mark ist durch den Fehlschlag der Devisenanleihe keineswegs ge ⸗ sährdet. Dadurch, daß die Banken sich zur Abnahme von mindestens hundert Millionen Goldmark verpflichtet haben, wird immerhin ein erheblicher Betrag an fremden Zahlungs- mitteln dem Zentralnoteninstitut zufließen; außerdem hat es die Möglichkeit, mit seinem Gold zugunsten der Mark zu arbeiten. Aber diese Stützungsversuche müssen nutzlos bleiben, wenn man nicht unter allen Umständen die Kredite, die das Hamstern von Devisen und mit Devisen erkauften Importwaren ermöglichen, auf das äußerste Maß zurückschraubt. Die Reichsbank, die nun seit Jahren zum ersten Male einen zaghaften Versuch gemacht hat, ihre Aufgabe, die Aufrechterhaltung der Währung, zu erfüllen, sonst aber nur zusah, wie die Währung sich verschlechterte, ist und bleibt dafür veranwortlich, daß die Stützungsaktion gelingt. Sache des Reichswirtschaftsministeriums wird es sein, darauf zu dringen, daß die notwendigen Maßnahmen auch durch⸗ gesetzt werden. 8 Getreidepreis⸗Liebesgaben. Das Reichskabinett hat den Preis für das letzte Sechstel der Ge⸗ treideumlage auf 650 000 Mark für Roggen festgesetzt, trotzdem sich im Zwanziger⸗Ausschuß eine Mohrheit für irgend eine Preisfest⸗ setzung nicht bildete. Wie amtlich zu dem Beschluß. der Reichs⸗ regierung bemerkt wird, wurde er von der Erwägung aus gefaßt, daß dem Sinne der Umlage gemäß eine Preisfestsetzung nicht in Be⸗ tracht kommen konnte, die einschließlich der mit der Umlage varbun⸗ denen Erfassungskosten und sonftigen Unkosten des rens den freien Marktpreis fast erreicht haben würde. Sie konnte dies im so weniger, als zwecks Durchflihvung des Abwehrkampfes die ge⸗ auf das engste zu berechnen. Andererseits ist auch nicht an dem Preis des fünften Sechstels von 600 000 Mark festgehalten worden, weil wenigstens in dem bezeichneten engen Rahmen das Mögliche ge⸗ schehen soll, um der Landwirtschaft den weiteren Düngemittelbe zug während der Frühjahrsbestellung zu erleichtern. Eine Erhöhung des Abgabepreises der Ueichsgetreidestelle, die auf den Brolpreis ein⸗ wirken würde, ist nicht beschlossen. Die Euhöhung des U s erfolgt also, ohne daß in dem porlamentarischen Preisausschuß eine Mehrheit für eine Preis⸗ festsetzung zustandegekommen ist, Sachlich bedeutet die Erhöhung, daß der Unterschied zwischen Umlage⸗ und Marktpreisen des Getreide⸗ handels verschwindet. Damit ist die Voraussetzung für die Boseiti⸗ gung des Umlageverfahrens geschaffen, ohne daß hierüber im 5 tag iiberhaupt infolge der Quertreibereien der bürgerlichen Parteien ein Beschluß zustandekommen konnte. Gegen ein derart ei. tiges Vorgehen der Reichsregierung muß entschieden Verwahrung eingelegt werden, um so mehr, als sie mit der Festfetzung des Umlage⸗ preises flir das letzte Sechstel lediglich die agrarischen Interessen be⸗ rücksichtigt hat. Dadurch, daß die Abqabepreise der Reichsgetreide⸗ stelle nicht erhöht werden, bleibt die sonst unvermeidliche Rückwirkung des erhöhten Umlagepreises auf den Brotpreis aus. Die Differenz, die in die Milliarden geht, wird von dem Reiche durch Verbilligungs⸗ zuschlisse übernommen. Wer diese Zuschüsse zahlt, steht außer Zweifel, wenn man sich daran erinnert, daß die schwebenden Schulden des Reiches in stetem Wachsen sind und daß jede einschneidende Be⸗ lastung des Besitzes mit Stewern wieder von den bürgerlichen Par⸗ teien hintertrieben worden ist. Derselbe Verbraucher, dem jetzt der Brotpreis niedrig gehalten wird, wird später durch indirekte Steuern und durch die Notenpresse den Fehlbetrag des Reiches decken. Das festzustellen, ift notwendig, um die Ernähwmgs politik, die jetzt in durchaus falschen Bahnen betrieben wird, zu kennzeichnen. 2 Neue Verhandlungen über die Beamtenbezüge Am 31. März fand zwischen dem Reichsfinanzmintster und Vertretern der gewerkschaftlichen Spitzenverbände eine Aussprache statt, in der als Termin für die neuen Besoldungsverhandlungen der lich fand sie ihre Sprache wieder:„Ich bin ausgegangen, um Schnecken zu suchen, die nur bei feuchtem Wetter auf den Strand kriechen. Ich wollte mir ein Süppchen kochen; aber Du hast ganz recht, Mikel, der Weg ist lang, ich hätte nicht so weit gehen sollen.“ „Alte Beine sollten sich nicht mehr so übermüden! In Eurem Alter müßtet Ihr hübsch ruhen. Die Nachbarn finden es als merkwürdig——“ „Was finden sie merkwürdig?“ unterbrach sie ihn scharf. „Bis vor kurzem seid Ihr stets nur vor dem warmen Herd gesessen, oder Ihr habt Euch im Hause beschäftigt; selbst an Feiertagen überschrittet Ihr nur selten Eure Schwelle, so daß wir dachten, Ihr seid leidend und Euch immer bedauerten. Seitdem Ihr aber Euren Sohn verloren habt— er ruhe in Frieden, Amen!— scheint Ihr keine Ruhe mehr zu haben, Ihr seid immer unterwegs.“ „Das ist wahr, seither bin ich rastlos!“ gab die Alte zu. „Ja, seit sie meinen einzigen Sohn ermordet haben, finde ich nirgends mehr Ruhe!“ „Aber in solchem Wetter auszugehen!“ „Wer an einem gebrochenen Herzen leidet, dem kann weder Wind noch Regen mehr etwas anhaben. Guten Tag, Mikel Grallon!“ Grallon wartete, bis die Frau in der Richtung des Dorfes verschwunden war. Ein eigentümlich schlauer und verbissener Zug lagerte um seinen Mund, als er dann ruhig die Treppe hinabstieg, rasch den Strand entlang eilte und ganz dicht an das verwunschene Tor des Heiligen Gildas herantrat. Die Flut stand noch zu hoch, um ein Eintreten zu gestatten. Er wagte sich bis an die außerste Wasserkante und versank in tiefes Sinnen; plötzlich kreuzte ein Gedanke sein Hirn und er bückte sich, um den mit grobem Kies be⸗ deckten Meeresstrand aufmerksam zu untersuchen. Gar bald entdeckte er menschliche Fußspuren an Stellen, wo die zurücktretende Flut den Singel feucht und dunkel ge⸗ lassen hatte. Kein Zweifel, es waren die deutlichen Spuren von derben Holzschuhen und siehe da— jetzt entdeckte er auch solche eines krästigen nackten Mannerfußes. Mit der Sorg. falt eines Naturforschers maß er dieselden nach allen Richtungen; selbst der unsterbliche Robinson Crusoe konnte die Fußspuren auf der einsamen Insel nicht mit lebhafterem Interesse studiert haben, als es jetzt Mikel tat. Ein be⸗ die sich vergeblich bemühte, ihre Fassung zu gewinnei; end⸗ ernz ela Irdusttiettesse die Kredsteinschränkungen ge samte Richtung unserer Volkswirtschaft dechin gehen muß, alle Preise endlich erhob; aber es war ein böses, grausames Lächeln, * 8. Aprtr bestmme wurde. rspriinglich wolte ge Rege am 10. April über die Verrechnung der am 19. März Die Vertreter der Spitzenorganisati termin zur Folge n könnte se Her Bente mont Mitte April ohne B sein dürften. e 9. g ö 1 u nee e eine e 110 Teue rungszulage für März und April erfolgen müsse. Der Re finanzmimister erklärte srine Bereitwilligkeit, an 6. April sonh über die Regelung der Grundgehälter als auch über eine Teuenn zulage zu verhandeln. 3 1 Kommunistischer Parteiwirrwarr. „Koufuse Tendenzen“. Meber di ärfe des Kampfes in der Kommunistischen Par täuscht die e e ihre Leser durch Totschweigen und fristerte Berichte hinweg. Bezeichnend ist ein Ber über Deltglieberversammlung in Koln, den die Sozial bringt. Nach Darstellung der Ausführungen der Fischer heißt es wörtlich:* N 1 „Die instruktiv wirkungsvollen Ausführungen 0 nossin Ruth wurden von den Mitgliedern mit Beifall auf dal nommen. In der Diskussion machten sich einige lonfuse De denzen bemerkbar. Zwei Genossen glaubten die Haltung Zentrale in der Frage der Arbeiterregierung in Sachsen v teidigen zu müssen.(1) Die erdrückende Mehrheit der Versan* died eier en me den eee Here 2598 die im Schlußwort die Argpmente der beiden Genossen geü lich zerpflückte.(1) Eine im Sinne des Referats der 6 Ruth gehaltene Resolution wurde von den über 500 anw Mitgliedern gegen 4 Stimmen angenommen.“ Wenn in irgendeiner sozialdemokratischen Mitgliederv sammlung die ganze Versommlung sich auf den Standpunkt Oppofition gestellt hätte und die Anhänger des Warte vorstan damit abgetan nürden, daß man ihnen„konfuse Tendenzen“ jagte, in welch sensauoneller Aufmachung würde die Jahne nt f eine soiche Miiglied zversammlung berichten. Daß das in ie c Enn eigenen Partei an der Tagesordnu st,s vert hort! das kon d chm munistische Zentralorgan wohlwe Abstlmmung auf um rheinischen Varteitag, wie das Ergebnis dieser Mitgliedern 0 sammlung in Köln, zeigt daß die Stellung der Opposirson 9 1 0 KD. immer gefestigter wird. Nicht nut die Bezirke. Wasserkante und Mitteirhein stehen geschlossen hinter der O 0 sition gegen die Zentrate, auch das. beginnt gegen d Opportunismus“ zu rebellieren und die f en Abmachung vunten nur gegen eine Minderheit durchgeführt werden. zwecklos es wäre, daraus voreilige Schlüsse auf emen Zerfall KPD. zu ziehen— die Rote Fahne würde das natsivlich sefort so sind diese Symptome außerordentlich wichtig miissen bei der Beurteilung der Stärke und Leistungsfähigkeit Kommmnistischen Partei genügend berücksichtigt werden. 5 0 Parteitag der Ledeboursekte. Heilloses Durcheinander. Die Ledeboursekte hielt am F un Berliner Rathaus f ersten Parteitag ab, der 3 W Oeff erentin Der Referent Liebknecht ließ u. a. 0 seinen n, der 2% Inte atio machen.“ Efne ken a en er inv en. 1 wird uns noch aus Berlin 2 Herr Ledebour soll seines Lebens nicht froh werden. 8 Emiakeit lebt in seiner Sekte Uneinigkeit. zwei Flligel, die in Bi 8 Lächeln eines Großinquisitors, der ein Opfer peinigen il Von dieser Stunde an wurde sein Benehmen noch son 1 barer. Er vernachlässigte die Mahlzeiten und verlor den Schlaf. Mutter Gwenferns bescheidene Hütte übte en solche Anziehungskraft auf ihn aus, daß man ihn zu alen Tages- und Nachtzeiten in der Nähe derselben finden ko at. So kam es, daß die alte Frau, so oft sie ihre Schw 1 f übertreten wollte, Mikel begegnete, der ihr unter ta en Ausreden seine Begleitung aufdrängte, so daß sie sich,— seiner Gesellschaft zu entgehen, sehr oft gezwungen fühl welt erde ins Haus zurückzukehren. Wenn er einmal der Aut bid, erde pflegte, wachten zwei andere Augen für ihn. Er benahm a wie jemand, der eine verborgene Mine vorbereitet und a 0 an verstand es, sein Geheimnis vor jedermann zu hüten. oft er Marcelle begegnete, verwandelte sich seine geheimmi volle listige Miene in eine mitleidige.— Kurz nach seiner ersten Begegnung mit M ü Gwenfern an der Triffinisleiter hatte Mikel Grallon ein 855 5 77 anderes Abenteuer, das ihm zu denken gab und ereign bach reiche Folgen nach sich zog. Als er eines Abends nicht w wie von jener Stelle, an welcher der Kampf zwischen Rohan n u 2 den Gendarmen stattgefunden hatte, herumlungerte, huschl a eine Gestalt dicht an ihm vorbei bis an den äußersten ane der Klippen. Es war schon ziemlich spät und der Mond nh dg 90 nicht aufgegangen; im Zwielicht des Sommerabends konnt 15 der er ganz deutlich das ihm zugewandte Gesicht sehen.* Na Gestalt bewegte sich nach Gespensterart rücklings. Ei u det Augenblick stockte Mikel der Atem, denn er war abergläubisk J de e er faßte sich jedoch rasch und sprang dem vermeintliln N50 Gespenst nach, um es zu fassen. Zu spät, der Abgrund schir 1 es verschlungen zu haben. Auch jetzt huschte ein grausant 9 Lächeln über Mikels Gesicht. Von nun an hatte er schon g . N r 5 friedigtes Lächeln schwebte um seinen Mund, als er sich keine Ruhe mehr und er verbrachte fast seine ganze 8 ae zwischen den Klippen. Selbst auf die Kunde von dem A ace langen der Makrelen veränderte er seine seltsame Leben n fl weise nicht und statt, wie gewöhnlich, den Oberbefehl ubs We sein Boot zu übernehmen, setzte er einen anderen an seiß Ten Stelle und nahm mit einem Anteil an dem Fang dor 8 dar. Er sah aus wie jemand, der stets auf der Lauer liegt, n 0 8 0 ein Schmuggler, der darauf gefaßt ist, üderrascht zu we 1 oder— selbst zu überraschen. W (Fortsetzung folgt.) g 0. a a Aer * hlaker sich heben, bekempfen sich zur Echefterung der ichle e Eine n ne „wie sie heute an der Tagesordnung sind, ist das Ebenbild für f etzt in im tagenden Parteitag der sogenannten„US.“. Bei N Beratung über die Ruhrfrage kommt es fast zu Prügeleten, und ! Liebknecht⸗Gruppe eine Resolutton einbringt, die eine inter⸗ e nationale Aktion und schärssten Kampf gegen den deutschen Kapitalis⸗ Sen,—.— sagt Ledebour:„Selbstmord der USp.“ Er bezeichnet ind e Ausführungen Liebknechts, der in erster Linje den Kampf gegen das deulsche Kapftal führen will und damn erst so nebenbei an einen 8 im Ruhrgebiet denkt, als einen Schlag ins Gesicht der Fiternationalen Sozialisten unnd eine Blamage für die deulschen So⸗ Fbialisten. Mit solchen Arschaummgen lehnt Ledebour jede Gemein⸗ ab, da nichts getan werden war. 9 haft 0 8 ürfe, was so ausgelegt werden önmte, als sollte Poincaré und seine dates ka nn werden. Aber trotzdem gin die Mehrheit des Parteitages gegen Ledebour mit nicht nur in der Abstimmung über die erste Resolution, auch, als über eine Entschließung abgestimmt wurde, in der U. S. P. die„Einheitsfront“ ebenso die passive Resistenz ent⸗ eden ablehnt und die Arbeiterschaft auffordert, den Ruhrkonflikt zu en, um das deutsche Kapital zu der von ihm verschuldeten ergutmachumg zu zwingen.— Diese Partei der Uneinigkeit, der will die Massen sammeln, um sie der Weltrevolution ent⸗ hren! 1 5 8 Der Wert der genossenschaftlichen Eigen⸗ 172 produktion. Die Bäckerei des Konsunvereins Mannheim ist dadurch, daß bas Zentrallager sowohl als auch die Bäckerei im besetzten Gebiet — liegen, stillgelegt worden. Welch eine wertvolle Ein⸗ achtung die Genossenschafter dieses Konsumvereins an ihrem Eigen⸗ N haben, fühlen diese jetzt zunächst an ihrem Geld⸗ und damm sehr am eigenen Leib. Auch in Mannheim gab es, eim altes Sprichwort, und es bewahrheitete sich hier ganz besonders. Die Verbraucher 8 Bezirks sind mm zum großen Teil Opfer der krassesten durch die Kleinbäckermeister geworden, die ihre Monopolstellung, empfangen aus den Händen der fremden Mili⸗ tärmo t, weidlich als nutzen. Nicht nur, daß sie beilweise ein schwer 1 Kommnumalverbandsbrot herstellen, bet dem im vielen 1 sen noch das Gewicht zu beanstauden ist, auch bei der marken⸗ —— kömen die Innungsmeister getrost ihre hohen Preise sten, obwohl die Mehlpreise auf dem freien Markt erheblich zurück⸗ fall M sind. Täglich laufen wum bei den Verwarkungs mitgliedern nwereims Anfragen ein, und auch im den Verteilungsstellen wichlig Mitglieder, wann wieder Brot aus der Konsumver⸗ higkeit“ eins bäckerei bezogen werden kann. Heute vermissen die Ver⸗ bn. Dirancher das dernige, schrackhafte Eigengebäck und selbst die sonst Unzufriedenen erwarten sehnlichst die Wiederinbetriebnahme der ge⸗ mossenschaftlichen Eigenbäckerei. Schwindelnachricht von bewaffneten Arbelter⸗ a Selbstschutz⸗Organisationen. Zu verschiedenen bürgerlichen Blättern wurden vorige Woche hten verbreitet, nach denen am vorhergegangenen Sonntag in Städten Thliringens Uebungen des proletarischen Selbst⸗ aden hätten, bei denen Gewehre, Karabiner und 100 mitgeführt worden seten. Dazu wird vom Thü⸗ laufender Berichte rstettung ausdrücklich angewiesen sind, ist bis eine Nachricht eingelaufen, die erkennen ließe, daß an dieser Meldung von eimer angeblichen Bewaffnung thüringischer republika⸗ scher E z und Ordnergruppen irgendwo ein wahres Wort in Thüringen ist bisher eine Bewaffnung der betr. wahrgenommen worden. Bemerkt sei dabei, daß e überwiegende Zahl der in Frage kommenden Thikr. Poltzetämter n Beumten geleitet wird, die bürgerlich und keineswegs sozial istisch stellt sind. Amgenscheinlich handelt es sich um eine tendenziöse g, die von gewissen politischen Kreisen verbreitet wird, um liche Aufmerksamfeit durch eine Entlastungsofsensioe auf en Thüringens von dem gemeingefährlichen Treiben rechts radi⸗ aer Verschwörerbanden abzulenken. 8 Neucrliche Erhöhung der Stosspreise. . 0 St . Mirge 71 Die unverheltnismäßig hohen Klelderpreise, die im der Haupk⸗ benign* che auf die enorme Verteuerung der Wolle und Baumwolle und auf m noch jan; die Preispolitik der Textilsabrianken zurückzufühven sind, haben die b verlor“ SBekleidungsindustrie in eine schwere Krise gestürzt. Die Kleider und e übte. a klanten verweigern den Arbeitern jede weitere Lohner⸗ iin zu k nme obwohl die Löhne durchweg hinter denen in gleichgelagerten 5 5 wustrjen und Gewerben zurückstehen. Sie begründen ihre ableh⸗ finden ie nende Haltumg damit, daß der Absatz nahezu vollständig stockt. Ein ihre Sn alggemeimer„Preis ban“ für Belleidungsftlücke sei nolwendig, in⸗ unter tau solgedessen müssen nach ihrer Ansicht auch die Arbeitslühne vorläufig sie sith ns stabil bleiben. Während diese Ratschläge den Arbeitern sie sa. Lerteikt werden, deren Lohnenteil am Endpreis kum 10 Prozent be⸗ ungen trägt, werden die Stoffpresse wieder stark erhöht. Die Deutsche Fuch⸗ l der konvention hat soeben erst ihre Preise um 20 bis 40 Prozent erhöhe. r benahm Diese Maßnahme, die vollkommen unberechtigt ist, hat in allen üb⸗ verständliche Empörung rigen. der Belleidungsindustrie a ausgelöst. Frage berechtigt, was Anbetracht dessen ist wohl die Hochschule und Schokolade. 5 eien 9 1 Un 45 perfität sind naturgemäß keine so engen daß ihr auch nur die 0 87 4 rochtgeitig 0 em Die Ehrenpromotion wir gleichzeitig erfahren. noch ein besonders erfreuliches Nachspfel. Es ist daß der neue 277— 1 9 0 3 ole n oltorschmaus gab. doktor 60 6 nen Ttorschmaus, 0 Nektor Magnificus zu sich ber hoffen, daß es dem racchlichen eren Viertelhundert?) der gelehrten Fang, ge leistaten, dort gu gefallen ch ja wohl während jener drei haltung seiner verehrten Gäste, 0 Jedenfalls, land befreit werden. Meischinenge wehre mitge ringen ßamt mitgeteilt: Von keinem der Thür. Polizefämter, die der ermäßigten Preise für Einsuhrwaren auf dem inländischen Markt verlangte und auch einen Lohnabbau empfohlen hat, gegen diesen Skandal der Tuchkonventionsgewaltigen unternehmen wird. 12* Hinter den Kulissen der Sonderbündlerbewegung. Der italienische Publizist Ansaldo hatte Gelegenheit, die ganzen Geheimpapiere der kölnischen Sonderbundbewegung einzusehen und gibt darüber in der Stampa einen Bericht. Dem italienischen Journa⸗ listen wurde gegen ein Trinkgeld von Führern der Separalistischen Partei der gefamte Brieswechsel mit französtschen Behörden gezeigt. Jeder Mann, der Geld springen lasse, könnte diese interessanten Papiere lesen. Aus ihnen gehe hervor, daß die gesamte Separations⸗ beweging vollständig von den Franzosen ausgehalten und bezahlt wird. Die deuttsche Polizei könnte sich leicht in den Besitz diefer Doku⸗ mente setzen, aber leider habe der englische Polizeikommissar Piggot von den Franzosen Befehl erhalten, der deutschen Polizei das ihr noch unbedingt zustehende Recht der Haussuchungen zu verweigern. Es sei traurig, wie ein Haufen von Dummlöpfen oder von bestochenen oder interessterten Individuen der Welt den Betrug einer angeblichen Sonderbewegung der Rheinländer vortäuschen lönne. Von diesen In⸗ dividuen, nicht aber von den preußischen Tyrannen miisse das Rhein⸗ Gießen und Umgebung. Nuhrhilfe. An das Gewerkschaftskartell Gießen gingen weiter ein: Arbeiter der Firma Becker, Nieder⸗Ofleiden 29 740.— Mk. Arbeiter des Sägewerks Ide, Merlau 10 700. Mk. Gemeinde Sbbornhosen(durch Landtagsabgeordn. Hensel) 14 782.— Mk. Telegraphenarbeiter des Telegraphenbauamtes 5 Gießen(3. Rate 133 680.— Mk. Den Gebern besten Dank. Sammelgelder können auf das Postscheckkonto Nr. 64422 Frankfurt a. M., Otto Ottilie. Gießen, eingezahlt werden. Gewerkschaftskartell Gießen und Umgegend. Justiz. Wir entnehmen unserem Darmstädter Parteiorgan, dem Volks⸗ freund, folgende interessante Mitteilungen aus der Hitlerei. München, 27. März. Im Rahmen einer Pressepolemik gegen den Landtagsabgeordneten Genossen Auer versteigt sich Adolf Hitler in Nr. 51 des Völkischen Beobachters zu Ausführungen, die den Oberreichsanwalt auf den Plan rufen müßten, wenn noch ein Funke von Selbstbewußtsein in den verantwortlichen Stellen der Republik lebt. Hitler unterschreibt ausdrücklich mit seinem Namen folgende Sätze: „Ich sehe das heutige Reich weder für eine Demokratie an noch für eine Republik, sondern für einen marxistisch⸗jüdisch⸗ internationalen Saustal l.... Ich bin in meinem Lande noch bei keiner politischen Partei gewesen und hätte eher Jauche getrunken, als einer Partei der Auer, Scheidemann, Ebert usw. anzugehören. Ich war von Beginn der Revolution bis heute der klare unversöhnliche Feind einer Gesellschaft, für die es in meinen Augen nur eine gerechte Strafe: den Strick gibt.“ Es scheint uns relchlich optimistisch, vom„Oberreichsan⸗ walt“ etwas zu erwarten. Bayern hat doch seine„Reservatrechte“ und zumal der oberbayerische Volkscharakter neigt zu herzerfrischen⸗ der Deutlichkeit in Wort und Tat, er macht aus seinem Herzen keine Mörderhöhle und ist manchmal beinahe etwas zu derb, wie obige Beispiele bekunden. Bekanntlich ist man nur empfindlich, wenn ein sozialdemokratisches Verleumderblatt deutlich wird, und überhört leicht den eigenen Sauherdenton. Also Ghren⸗Hitler denkt:„Ich nenne eine Katze eine Katze und Rathenau oder Auer oder Wirth oder sonst einen nichtswürdigen Gegner der, Httlerei einen Schuft.“ Der Biedermann Hitler aber kann sich wirklich gratulieren, daß er im Ordnungsstaat Bayern und nicht im Freistaat Hessen lebt. Hätte er gar das Pech, dem Gießener Schöffengericht unter dem Vorsitze des Amtsgerichts rats Steinberger für seine oben zitierten menschenfreundlichen Reden 5 stehen zu müssen, sein Schichsal wäre gar nicht auszu⸗ en ö Wir stellen folgendes Rechenexempel auf. Genanntes Gericht hat den Redakteur Vetters wegen Beleidigung eines anti⸗ semitischen Studienrates durch die Presse, begangen durch die von Vetters in seine Zeitung aufgenommene, nicht von ihm selbst stam mende Behauptung, besagter Studienrat sei„diszipliniert“, während er doch talfächlich nur„im Interesse des Dienstes versetzt“ worden ist, das Gericht hat also diesen Uebeltäter zu 100 000 Mark, in Worten hunderttausend Mark, Geldstrafe verurteilt. Welche Buße Feder begangene Pressebeleidigung des deutschen Reiches als eines marxistisch⸗jüdisch⸗ internationalen Saustalls, zweitens, für einen solchen Grad geradezu(man verzeihe das Wort) stinkender Verächtlichmachung der Partei der Auer, Scheidemann, Gbert usw., wie ihn nur das Bild vom Jauchetrinken als ekelhaft höchste Unmöglichkeit anzudeuten vermag, drittens für die Androhung des Strickes für die Revolutions verbrecher? Selbst wenn unser Schöffengericht Hitler gegenüber die gleiche Milde walten ließe wie gegeniiber Vetters, der nach Ueberzeugung und Antrag, des Gegen⸗ anwalts als vorbestrafter Majestätsbeleidiger ja eigentlich Gefäng⸗ nis verdient hätte, so dürfte sich— stets Gleiches an Gleichem ge⸗ messen und unparteiisch abwägende Gerechtigkeit —..————— 2 das Reschswirtschaftsministerfum, das vor kurzem elne Auswirkung] zum 2. April wurde eine müßte danach dem Urteile desselben Gerichtes(eine grausige Phan⸗ tasie!) Hitler zu leisten haben: erstens, für die mit höchsteigener vo rausgesetzt, immerhin die Strassumme für den armen Hitser loder ist er am Ende aul, schon borbestrafte) auf eine Zahl mit so unglaublich viel Nullen(Billionen?) belaufen, daß sie wohl ohne Logorithmentafel überhaupt nicht mehr zu berechnen wäre. Doch welch furchtbarer, Gott sei Dank, ziemlich unwahrscheinlicher Gedanke, daß der Hitler einem so gevechten Gerichte Rede zu stehen hätte! Armer Vetters! Warum seid Ihr auch so vorsichtig, respektive so unvorsichtig in der Wahl Guerer Vaterländer gewesen, warum habt ihr in so ver⸗ schiedenartigen Staaten so verschiedenartige Gewalten beleidigt? Du, Vetters, im Freistaat Hessen einen mächtigen antisemitischen Sberlehrer, du, Hitler, im Ordnungsstaat Bayern die deutsche Republik“ Du, Vetters, bist verfallen einem Gericht, Du, Hitler, erlebst wohl nie ein Gericht So ve e ist das Menschenlos, sagt da der Weise und sinnt kopfschüttelnd über die deutsche Rechtspflege nach. 4 Nachschrift. Lieber Vetters, nehmen Sie es dem Sattriker nicht übel, wenn er Ihren braven Namen mit dem Hitlers zue. sammen genannt hat. Sie verstehen mich ja. Mir war es nicht zu tun, um die Namen Vetters—Hitler. Namen sind vergänglich, wie man es an den Anwaltsschildern Fischer und Homberger miitig erlebt hat. Ewig ist das Thema: Justiz deutsch: Gerechtigkeit). engen — — Die Höhe der Unfallrente. Auf verschiedene kürzlich an uns gerichete Anfragen über die Höhe der Unfall rente sei kucz Folgendes mitgeteilt: Die Unfallrente bei gewerblichen Berufsgenossen⸗ schaften beträgt ab 1. Jannar 4923 bei voller Ardeitsunfäh'gkeit min⸗ destens 64 000 Mk. monatlich. Bei Renten von 336 bis 50 Prozent mindestens 8333 bis 12 500 Mk., unter 33% Prozent ae Se ö keit berechnet sich die Rente nach dem Verdienst, den ein aglü ter in einem vollen Jahr vor dem Unfall hatte, also nicht etwa der letzte Tariflohn ist maßgebend. Diese kleinen Renten erhöhen sich uch dann nicht, wenn der Unfall etwa schon vor 25 und mehr Juhren bei geringem Lohn geschehen ist und die Pente bald 1000 mal so hoch wäre, wenn der Unfall sich erst jetzt zutragen würde. Die* venten für landwirtschaftliche Arbeiter sind geringer. Ei Rente für volle Arbeitsunfähigken beträgt für diese monatlich min⸗ destens 46 600 Mk., für eine Arbestsunffühigkeit von 33% Prozent bis 50 Prozent— 6000 bis 9000 Mk. Für niedrigere Renten gilt der zur Zeit des Unfalls maßgebend gewesene ortsübliche Jahres⸗ arbeitsverdienst landwirtschaftlicher Arbeiter. Weibliche und jugend⸗ liche Arbeiter erhalten entsprechend weniger. Für solche muß von Fall zu Fall angefragt werden.. 5 g — Zerstörungswütige scheinen in letzter Zeit in Gießen ihr Unwesen zu treiben und es besonders auf Firmen⸗ und Namenschilder abgesehen zu haben. Kurz vor den Feiertagen wurde das Schild des Rechtsanwalts Homberger erheblich beschädigt und noch andere Fälle ähnlicher Art werden mit⸗ geteilt. Selbst die Briefkästen sind nicht sicher, wie aus einer Mitteilung des Postamts hervorgeht, die im heutigen Blatte veröffentlicht ist. Sehr wünschenswert wäre es, wenn die Rohlinge erwischt würden und zur Bestrasung gebracht wer⸗ den könnten.— Im gestrigen Blatte haben wir die niedliche Zuschrift des Rechtsanwalts Fischer an den Gieß. Anz. zun Abdruck gebracht, worin versucht wird, den Prozeß Lenz⸗ Vetters oder den letzteren selber mit der Beschädigung des Fischerschen Anwaltsschildes in Verbindung zu bringen. Wenn es für die Haltlofigkeit und Unsinnigkeit einer solchen Verdächtigung überhaupt eines Beweises bedurft hätte, so ist es die Tatsache, daß eine ganze Reihe derartiger Sach⸗ beschädigungen und bei allen möglichen Leuten vorge⸗ kommen ist. 9 - Gcober Unfug und Sachbeschädigang. Vom Postamt Gießen wird uns geschrieben: Es ist in letzter Zeit wisder dartiber zu klagen, daß an den öffentlichen reichseigenen Briefkasten in Hessen ve. mäßig durch die Postreklame Darmstadt in Davmstadt(Oberpost⸗ direktion) angebrachte Werbeschilder gewalksam beschädigt oder ab⸗ geschraubt, teils auch nur die Befestigumgsschrauben entwendet wer⸗ den. Die Oberpostdirektion Darmstadt sieht sich erneut veranlaßt, vor solchen Ausschreitungen zu warnen. Es wäre angezeigt, wenn auch die Lehrer, Eltern, Vormünder uw. die ihnen anvertrauten Kinder von derrrtigem Unfug abhalten würden. Die öffentlichen 1 8 organe sollten dieser Angelegenheit ihre Aufmerksamfeit schenken. Die Postämter sind angewiesen, jeden Einzelfall umnachsichtlich zur An⸗ zeige zu bringen, damit die Bestrafung der Schuldigen in die Wege geleitet werden kann. — Alerlei Diebstähle. Am Samstag vor den Feiertagen abends gegen 6 Uhr wurde aus einer Wohmmg ein dunkelblaues Kleid mit schwarzen Tressen entwendet. Von 26.— 28. März wurden aus einem 7 Vorgarten zwei Zwerhobstbirnbämnchen entwendet.— In der Nacht eingeschlzgen und aus der Auslage 2 Herren⸗Nickeluhren, 1 Medaillon als Elfenbein in Double gefaßt, in der Mitte ein kleiner roter Stein. ebenfalls in Doublé gefaßt, 1 Elfenbeinhalskette, ferner Teile einer weißen und schwarzen Holzperlenbette entwendet. Vor Ankauf wird 5 5 Sachdienliche Mitteilung ninumt die Kriminal⸗Abteilung egen. k. Leihgestern. Der Gemeinderat stimmte in seiner—— am 28. März einem Antrage unserer Partei auf pachsweise Ve eines Gemeindegrundstückes an Landlose zu. Da trotz zweimaliger Aufforderung zur Vergebung des Schul reinigens sich niemand dar⸗ 3— Wir kermen und bedauern deutschen wissenschaftlichen Zeit und können es insbesondere mit einem Industriellen oder Kaufherrn mitempfinden, daß ihm in dieser eiteln Welt der klang⸗ volle vornehm⸗kurze Doktor⸗Titel gefallen mag, zumal unter den veränderten Staatsverhältnissen. wo die„Kommerzienräte“, die „Geheimräte“, die„Erzellenzen“ usw. zum allmählschen Aussterben verurteilt sind, da diese„Verleihungen eines Charakters“, wie man früher so bezeichnend sagte von den Eberten unserer Ta ge nicht mehr vollzogen werden, laut Weimacer Verfassung Artikel 109— zum besonderen Schmerze aller zu spät geborenen Charakterlosen. Das alles betrachten wir also sozusagen als Milde rungs⸗ gründe. Denn„Verstehen heißt Verzeihen“. Aber trotz alledem halten wir die Vergebung gerade des Doktortitels, der immer nur für wirklich wrrenschaftliche Leistungen zu erreichen war, als bloßen Dank oder gax ale Belohnung für materielle Leistungen für fatal und kerlich, Wir möchten wünschen daß die deutschen Hochschulen,„ ia alle in den letzten Notjahren solche Ehren⸗ urs reichen Gönnern in Masse gemacht haben, von der Hoktoren aus unbedachtsamen Uebung weder zurückkämen. Wir glauben übrigens untere Unipersitäät schon auf dem Wege der Um⸗ kehr und Besserung zu erblicken. Man konnte sich freuen, daß jüngst im Korell und Adelung auch geistige und seelische schaften(Mut und Festigkeit in bedrängter Lage Fer geknechteten Rheinlande vosobilolich geübt) durch akademische Auszeichnung ge⸗ würdigt wurden. Der„Ehrensenator“, diese jüngste Er⸗ findung des Hochschuldankes für materielle Beihilse, dürfte viel⸗ leicht eine glückliche Lösung des ganzen Problems fein. Herr Senator“ ist doch auch ganz einschneichelnd für empfängliche Ohren. es klingt so„hamburgisch“ So könnte der altehrwürdige Chara des nur auf geistige Leistung gegründeten„Doktor“ glücklich noch gerettet werden. — Der Krümperwagen. Welcher Zeitgenosse der verflossenen Militärherrlichkeit keumt ihn nicht? Amtlich und dieustlich war er so schön ein rangiert in die große Maschine des Milltarismus als„der zum Anfahren der Fourage und zu sonstigen Gernisondiensten benutzte. nicht etat⸗ mäßige Wagen“, natürlich nebst den dazu gehörigen Krümper⸗ pferden. Der„sonstige Garnisondienst“ überwog schließlich alle seine frühoren, eigentlichen Funktionen, und zum son stigen Garnisondienst gehörte natürlich in erster Linie billige Besördevung der Herren Ofsigzseve. Der Krümperwagen scheint unsterblich. Es gibt dreierlet Fohrzeuge Jur Menschenbeförderung. Erstens und vor allem di Autos. Die sind selbstverständlich nur für die Hautevolee was sich heutzutache mit locker sigenden Zehntausenden dazu vechnen dars. Dann die bürgorljche Elektrische, die aber niemand bensitzt. Zu Fuß⸗Lausen mit dem Reisegepäck im Kinderwägelchen ist billiger und gesunder. Nur der Herr Reichs wehvoffizier laßt sich noch kutschseren— eben in„Rr ements⸗ Krün evwagen“ Kite sam und erhaben weben seinem Köfferchen ki deezenc, der in Deufsch⸗ land nie aussterbende Jobaun auf dem Bock. 0 A 0 Vorneym und hills zugleich. Und die Steuerzahler? Ach, was!„Nicht etatmäßßig“. schon gesprungene Scheibe eines Erkers 5 geben. den heutigen Verhältnissen kann man aber unmöglich voraussehen, f de Arbeitsbedingungen weiter gestalten. Daher ist es jetzt auf Seiten der micht das nötige Ver⸗ auf ein halbes Jahr 0 3 1 esen, Putzluumpen usw.) zu stellen. Hierbei leisteten sich einige Mit⸗ hlieder den Antrag, das Schulreinigen den erwerbslosen Tabak⸗ urbeftern zu übertragen. Dagegen wurde angeführt, daß die Arbeits⸗ it bei den Tabakarbeitern wohl nicht das ganze Jahr andauern „denn durch die Aenderung des Dubaksteuergesetzes und der * steuer werde wohl eine Besserung in der Tabakindustrie und zum andern sei es nicht jedermanns Sache, eine Arbeit das Schulreinigen zu machen.— Damm wurde ein Erwerbslosen⸗ ef gewählt. Zum Schluß entspann sich noch eine De⸗ ie Genehmigung einer Kirchenrechnung für Hostien. Unsere Genossen waren der Meinung, daß dies Angelegenheiten der Kirche seien und daher auch die Kirche für die Deckung Sorge tragen — Lollar. An dieser Stelle sei mitgeteilt, daß zum Statut er Allgemeinen Kranken⸗ und Sterbekasse der Metallarbeiter(Hamburg) ein Nachtrag herausgekommen ift, der neue Beitrags- und Krankengeldsätze bringt. Sen 1 5 wird bestimmt: wöchentlichen Beiträge richten sich nach der Höhe des [Krankengeldes und betragen in der 1. Klosse 30 Mark, 2. Klasse 80 Mark, 3. Klasse 150 Mark, 4. Klasse 300 Mark, 5. Klasse 500 Mk. Der Beitritt sowie der Uebertritt zur 3., 4. und 5. Klasse ist gestattet, wenn der gesamte Anspruch auf Krankengeld ein⸗ ießlich anderweitiger Unterstützungsbezüge den durchschnittlichen rbeitsverdienst nicht übersteict. Auch ist der Uebertritt nach vollen⸗ tem 45. Lebensjahre nur bis zur 3. Klasse einschließlich gestattet. 8 9 Absatz 3. Das Krankengeld beträgt in der 1. Klasse pro Tag 135 Mk, pro Woche 810 Mk. **** 360*** 16* D 4050 1 100% es Dasselbe beträgt nach einer Dauer der Mit⸗ 15 Ja hren 810) Mk. 21600„ 2 5 5 8 4.*** 5 2 2 Jahren 5 Jahren 10 Jahren 4050 Mk. 5400 Mk. 6750 Mk. 10800„ 14400„ 18000 20250„ 27000„ 33750 40500„ 54000„ 67500„ „ 54000„ 67500 90000 112500„ 135000 Im Statut zur Sterbekasse sind folgende Aenderungen bdeingetreten: 8 5. Der Beitrag beträgt monatlich in Klasse 1 40 Mark, sse 2 100 Mark, Klasse 3 200 Mark. Uebergangsbestummung. nnerhalb 3 Monaten vom Tage des Inkrafttretens dieser Satzung it jedem Mitgliede der Uebertritt in eine höhere Klasse gestattet. 8 6. Stirbt ein Mitglied, so kann ein Sterbegeld gewährt wer⸗ den, und zwar von Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3 4800 Mk. 12000 Mk. 24000 Mk. nach 26wöchiger Mitglied schaft % 24000„ 428000„„ 52 0 15000„ 36000„ 72000 78„ 85 Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 3. April. Frankfurter Viehmarkt. saufgetrieben waren: 69 Ochsen, 34 Bullen, 492 Färsen und Kühe, 120 Kälber, 73 Schafe, 924 Schweine.— Es wurden bezahlt für n Zentner Lebendgewicht Ochsen 160— 285 000 Mk., Bullen 240 000 Mk., Färsen und Kühe vollfleischige 250—280 000 Mk., 200250 000 Mk., gering genährte 100—180 000 Mk., feinster Qualität 270—300 000 Mk., mittlerer Qualitat 220 200 000 Mk., geringerer Qualität—.— Mk.; Schafe 80—180 000 Schweine unter 80 Kilo 260—280 000 Mk.; von 80—100 Kilo 0 000 Mk.; über 100 Kilo 290—3 10 000 Mark. Der Markt rde bei lebhaftem Geschäft geräumt. Frankfurt a. M., 3. April. Ein vielseitiger Verbrecher Unter mehr als einem Dutzend verschtedener Namen ist der angeb⸗ suche Chemirer Herbert Biltz aus Dresden in fast allen süddeutschen Städten aufgetreten und hat sich hier als ein Verbrecher von seltener seitigbeit betätigt In Frankfurt verlübte er einen großen Bril⸗ stahl, in Weil⸗ Kreuzlingen unterschlug er sehr bedeutende Posten Schuhe; überall, wohin er kam, knüpfte er Beziehungen zu jungen Mädchen an und betrog sie, steckte sie auch vielfach an. Unber seine ungezählten Straftaten hat Biltz selbst Tagebuch geführt, und zwar in einer Geheimschrift, die jetzt entziffert werden konnte. Die Angabe des Biltz, er selbst sei nicht mehr in der Lage, aus dem Gedächntis heraus über die Fülle seiner Verbrechen Auskunft zu — erscheint durchaus glaubhaft. Biltz leidet an ausgesprochener Großmannssucht und legte sich öfter den Doktorgrad bei. Den meisten 0 utschen Behörden ist er unter folgenden Namen bekannt: Bock, 5 Bertram, Börner Benkenhörner, Block, Beermann, von Cham⸗ ignon, Berg, Dr. Binger und Dr. VBösler. Jetzt nach vielen Mo⸗ maten gelang es, den gefährlichen Menschen in Berlin festzunehmen. Frankfurt a. M., 3. April. Großfeuer. In einem Hause auf Hühnermarkt brach nachts ein Dachstuhlbrand aus, der sich vasch iber den ö ausbrettete und die Löschmannschaften größte Lebensgefahr brachte. Erst als man mit mehreren Rohren dem Brandherd energisch zu Leibe rückte, konnte das Feuer lokalisiert wer⸗ den. Durch die riesigen Wassermassen wurde in den unteren Stock⸗ werken erheblicher Schaden ange richtet. Mainz, 3. April. Die Verkehrssicherheit der Fran ⸗ zosen. Wie erst jetzt bekannt wird, fand kurz vor dem letzten schweren Unfall des Pariser D.⸗Zuges im Wiesbadener Hauptbahn⸗ bei der Ausfahrt eines Persanenzuges Wiesbaden⸗Mainz ein Zusammenstoß mit einer Lokomotive statt, wobei Material schaden entstand und mehrere Fahrgäste verletzt wurden. Mainz, 2. April. Das warme Wetter der letzten Tage hat die Mainzer Jugend veranlaßt, auf eigene Faust die Badesaison am Rhein zu eröffnen. Auf der Kasteler Seite sieht man sie auf den be⸗ kannten Badeplätzen schon fleißig im— freilich noch recht kühlen— Wasser tummeln. Bensheim, 2. April. Schwer verunglückt ist heute nach⸗ mittag zwischen Bensheim und Schönberg ein Motorradfahrer, der mit einem zu Tal fahrenden Radfahrer zusammengestoßen ist. Der Motorfahrer wurde in das Hospital nach Bensheim verbracht, wäh⸗ rend der Radfahrer mit leichten Verletzungen davonkam. Zu dem Gattenmordprozeß gegen den deutschnationalen Redak⸗ teur Reis, der, wie mitgeteilt, freigesprochen wurde, bemerkt der Vorwärts: Das Urteil, das in Elbing und darüber hinaus in ganz Deutschland allgemeines Aufsehen erregt, erklärt sich aus den ost⸗ preußischen Verhältnissen. Ostpreußen ist ein Heerlager der Deutsch⸗ völkischen, das Bayern nichts nachgibt. Schon ganz allgemein ge⸗ hört hier die Mehrzahl der Geschworenen agrarischen Kreisen an. Im vorliegenden Fall kam noch hinzu, daß die Verteidigung von ihrem Recht der Ablehnung außerordentlichen Gebrauch machte. Auch die Stimmungsmache der deutschnationalen Presse Ostpreußens, die noch jetzt für Reis eintritt, muß in Betracht gezogen werden. In Mittel⸗ oder Westdeutschland ätte der Staatsanwalt die Geschworenen nicht zu Mut und kannhaftigkeit auffordern zu brauchen. Verwunderlich ist aber auch manches von Gerichtsseite. Warum wurden die Unterfragen egen Totschlag und wegen Körperverletzung nicht gestellt? Reis hat, indem er bei der Eheschließung sein Alter um 5 Jahre höher angab, doch eine intellektuelle Urkun⸗ denfälschung begangen. Warum wird er wegen dieses Delikts nicht verfolgt? Das Gericht hält für erwiesen, daß er die„Bombe“ die ihm acht Tage vor dem Morde„ins Haus geworfen“ wurde selber fabriziert hat. Im Küchenschrank hat die Polizei noch Restmaterial und das Werkzeug gefunden. Auch hier weder Anklage noch Bestrafung. Reis hat den Leutnants⸗ und den Ober⸗ leutnantstitel und das Eiserne Kreuz erster Klasse gestohlen. Auch hierfür wird er nicht bestraft. Einzig und allein wegen un⸗ berechtigter Führung des Doktortitels hat er zwei Wochen Haft er⸗ halten. Moralisch ist die Deutschnationale Partei gerichtet, in der es möglich ist, daß solche Hochstapler ihr Wesen treiben können. Reis hat in seiner Marienburger„Redaktions- tätigkeit“ die Sozialisten und die Arbeiter ständig in der schlimm⸗ sten Weise begeisert. Man kann sich aber darauf gefaßt machen, daß die Rolle dieses Abenteurers noch nicht ausgespielt ist, und man sollte ihn deshalb nicht aus den Augen lassen. Die deutsch⸗ nationalen Zeitungen aber bringen den traurigen Mut auf, von einer„Hetze der Soztalisten“ zu sprechen, die zur Anklage gegen Reis geführt habe. Aus dem besetzten Gebiet. Der Landtagsabg. Gen. Körner in Ludwigshafen wurde am Freitag aus dem Amtsgerichtsgefängnis Ludwigshafen nach Mainz gebracht, wo demnächst die Verhandlung gegen ihn stattfinden soll. Was ihm zur Last gelegt wird, ist noch nicht bekannt geworden. In Elberfeld wurde am Sonntag vor 8 Tagen ein 157½jähriges Mädchen von zwei betrunkenen franzö⸗ sischen Soldaten vergewaltigt. Die Täter wurden von eimer französtschen Streife verhaftet und sollen vor ein Kriegsgericht ge⸗ stellt werden. Ein politischer Mord? Am Karfreitag wurde im Grunewald bei Berlin die Leiche eines Mannes gefunden. Der Tote ist wahrschein⸗ lich mit dem etwa 22 Jahre alten griechischen Studenten der Medizin Dimitrjew Papademetruios identisch. Die Leiche wies zwei Schußwumden auf. Man nimmt an, daß ein Mord vorliegt, ver⸗ mutlich aus politischen Grlinden, da der Tote nicht beraubt ist. Die Feststellung des Gerichtsarztes ergab, daß die Schüsse hinterrücks abgegeben wurden. Der Polizeipräsident hat auf die Ermittelung des Täters eine Belohmumg von 100 000 Mark ausgesetzt. Eine Familientragödie. In Magdeburg tötete am Mittwoch abend auf der Straße der Maschinenmeister Gürth seine von ihm getrennt lebende Frau durch 5 Revolverschüsse. Straßenpassanten und Schutzpolizei verfolgten den Mörder, der in die Wohnung seines Vaters flüchtete. Als er kein Entrinnen mehr sah, stsürzte er sich aus dem 4. Stockwerke auf den Hof. Er starb auf dem Transport ins Krankenhaus. Der Täter hinterläßt zwei kleine Kinder. Parteinachrichten. Wo zäher Wille ist. Eine erfreuliche Nachricht, die Zeugnis ablegt von dem vorwärts⸗ strbenden Geist und dem zähen Willen in unserer Partei, kommt aus dem Ruhrgebiet. Unser Parteiblatt für die westfälischen Bezirke Recllinghausen, Buer, Bottrop und Gladbeck, der Volksfreund in Recklinghausen, ist am Gründonnerstag zum ersten Mal auf eigener 16seitiger Rotationsmaschine im eigenen neuerrichteten Betriebsge⸗ bäude hergestellt worden. Trotz aller Nathkriegswehen ist damit ein in die J Plan Daß das damals gesteckte fäl tsche Kohlengebiet so erreicht Genossen nur zu um so größerer Ehre. zumal wenn 125 2 man seit dem 1. Dezember orzensur durch den ü Ausdruck entfalten wie bisher! 3 Lokale Partei nachrichten. 6. Agitationsbezirk Gießen, Alsfeld, Lauterbach. Kursus für Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge. An die Ortsvereinel Auf Veranlassung des Landeswo fahrtsausschusses findet für fahrtsgesetz in Gießen im Gewerkschaftshaus statt: Sonntag, den 8. April, nachmittags 2% Uhr: 3. Vortrag: Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge in der P 4 und ihre Anwendung und Durchführung durch Organe der Gemeinden. Referent: Beigeordneter Delp⸗Darmstadt. Sonntag, den 22. April, nachmittags 2% Uhr: 1 4. Vortrag: Die rechliche Stellung zwischen Eltern und Kind und das Vormundschaftswesen.* Ref.: Rechtsanwalt Homberger, Gießen. Wir erwarten bestimmt, daß sich unsere Genossinnen und Ge⸗ nossen im besonderen diejenigen, die in der sozialen Flürsorge tätig sind, zahlreich beteiligen. Um es den weiblichen f 0 ermöglichen, an dem Kursus teilnehmen zu können, wird das Fahr⸗ eld vergütet. 9 5 17 Mit Parteigruß! J. A.: H. Häuser. Letzte Nachrichten und Telegramme. Ein Eisenbahn⸗Sabotageakt! Paris, 4. April Dag Journal veröffentlicht ein Telegramm aus Krefeld wonach ein deutscher Sabotageakt zwischen Friedrichs⸗ feld und Wesel begangen worden sei. Auf dem Bahnhof von Friedrichsfeld seten auf der Strecke nach Wesel 9 leere Züge von zwei Lokomotiven, alle ohne Heizer und ohne Führer setzt worden sodaß eine Katastrophe unvermeidlich gewesen sei⸗ Diese trat ein, als ein achter Zug in voll r Fahrt auf der Lippe⸗ brüde in den 7 Zug hineinfuhr. Die Folgen der Entgleisung waren fürchterlich. 70 Waggons wurden vollständig zerschmettert und hatten sich teilweise übereinander geschoben. Es wurden 0 Personen fesigenommen, die man beschuldigt, an dem Sabotagealt beteiligt gewesen zu sein.— Deutsche Meldungen liegen über den Vorfall bisher nicht vor. Bolschewistische Truppenansammlungen an der bessarabischen Grenze. London, 4. April. Die Morning Post läßt sich aus daß an der bessarabischen Grenze beun⸗ bolschewistischen Bukarest melden, ruhigende Zusammenziehungen von Truppen zu verzeichnen seien.— Gestern kamen, wie er⸗ innerlich, Meldungen aus Bukarest über einen angeblichen Ausbruch der Revolution. Krise in Spanien. Madrid, 4. April. ist, geht in der Hauptsache auf Gerüchte zurück, die mit der Lage in Marokko und mit religiösen Fragen in Zusam Der Druck der Rechten ist außerordentlich stark. Der nal Soldevilla, Erzbischof von Saragossa, hat einen Brief veröffent⸗ licht, in dem er sagt. daß die Reform des Artikels 2 der fassung, der auf Grund von Forderungen der reformistischen Partei in das Programm des Kabinetts eingefügt ift, einen Bruch des Konkordales mit sich führen könnte. Die spanischen Bischöse haben sich diesen Ausführungen angeschlossen. Nachrichten, die aus Rom eintreffen, besagen daß der Vatikan bereit ist, zu inter⸗ venieren. In der Abdankung des Finanzmg nisters der die reformistische Partei vertritt ist ein Zugeständnis an die Rechte zu erblicken zumal der Finanzminister in religiösen Fragen eine exponierte Stellung einnahm. Versammlungskalender. Großen⸗Buseck. Gesangverein„Eintracht“. Sams⸗ tag abend 9 Uhr Gesangsstunde. Vollzählig erscheinen! Geschäftliches. Kein Leidender versäume den Vertreter der Bandagenfabrik Otte Brandner in Karlsruhe i. B. zu besuchen, der am Samstag, 7. April im Gasthof Pfälzerhof von 10—6 Uhr mit Mustern zu sprechen ist. Auskunft kostenlos. Näheres die in heutiger Nummer enthaltene An⸗ zeige über„Bruchleidende“.— ⸗Instrumente sind viele Bandagen gegen meine r einzigartige überall Aufsehen erregende Kon⸗ struktion ohne Schenkelriemen, ohne Gummi: band, ohne Feder befreie ich Dich schließlich ganz von Deiner Qual. den 6. Agitationsbezirk ein Kursus be⸗ stehend aus 4 Vorträgen zur Einführung in das Reichsjugendwohl⸗ Mitgliedern entfernter Ortsvereme a in Fahrt 4 Die Ministerkrise die bereits überwunden W Teac 1 All bun. 1 ius Ging ius! ut Hallige u Airug, 1 un Krupp l lurch di suzehn d hd. Me 6 mfͤgelle aut don Alurnus i toduk cn das d Andere ar die ahmen de muh Vor! ten bei gullage wer eue Vaffe t an di n Heamten hit wi ügewies! a und Unt Aheschlag lich werd 1 5 wilt pon n nd Kink in Mlaß Vessaker sen, ab f wasn i Die fre uta ö 5 Wilen dal und i ae a dite b. regte; . beuge Menschen, die innere Sekretion und ichtspiel-H L— Bruchleidender Du mußt zu mir kommen u. wenn Du 10 8 P 1 E All Du wirst wieder lebensfroh. Dein Gersuch denk Sich nie 2—.— Bahnhofstrasse 34 ragende Dankschreiben lege ich Dir vor. Auskunft kostenlos: in Gießen Gasthof Pfälzer Hof am Samstag, den 7. April, von 10 bis 6 ubr; in Wetzlar Hotel Kaltwasser am Sonntag, den 8. April, von 11 bis 2 uhr. 15 1 1 5 Baubagenfabrik Otte Brandner, Hirschstr. 67, Karlsruhe i. B. 5 Tüchtiges de m, i Mü 1558 üdchen g 5 für Küche u. 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Maiser⸗Allee 8. empfiehlt Doll i U 0 ß 5. g Beerdigung: 5. April, 3 Uhr nachm Buchhandlg. Oberhess. Volksztg. N ae 9 0 1 1