„ teusprecher 2008. gleichen Teilen zusammen zwei Fedaktion: Gießen Bahnhofstraße 23 alesfisge Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. U fozeitung Fppedition: Gießen Bahnhofstraße 23 Ferusprecher 2008. Die Oberb. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Der Abonnementspkeis mit den Beilagen„Das Blatt der Frau und„Land⸗ wirtschaftliche Beilage beträgt monatlich 3000.— Mt einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezog. 3000.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120.— Mt Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren Raum lokal 30.— Mk. auswärts 40.— Mk, die Retlamemillimeterzeile 125.— Mt. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird„ der Rabakt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. — Nr. 52 Gießen, Samstag, den 3. März 1923 18. Jahrganb 8 Arbeitslosenversicherung. Zu dem vorliegenden Gesetzentwurf. Alles ist jetzt vorläufia in Deutschland: der Stand der (Valuta, die Preise, die Gehälter und Löhne wie alles andere, einschließlich der Ruhrbesetzung. Der Vorläufige Reichswirt⸗ schaftsvat beschäftiat sich gegenwärtig mit dem Entwurf eines Gesetzes über eine vorläufige Arbeitslosen⸗ versicheruna Vorläufig“ deshalb, weil— wie in der Be⸗ ründung des Entwurfs ausgeführt wird—„bei der Dauer und der Intensität der Wirtschaftskrisen und der unberechenbaren Lage des Arbeitsmarkts“ der voraussichtliche Aufwand, die Voraus⸗ setumg für jede Wahrscheinlichkeitsberechnung ohne die eine reine Versicherung sich nicht aufbauen läßt. sich unmöglich nach ver⸗ sicherungs technischen Grundsätzen schätzen läßt. Ferner wird die Bildung örtlich oder beruflich begrenzter Gefahrengemeinschaften 5 70 re 1175 i le die bestimmte 92 rke besonders r trifft, heu undurchführ⸗ bar Bezeichnet. g* 1 Schließlich kommt der Charakter vorläufigen Regelung auch dadurch zum Ausdruck, daß zwar die geltende Erwerbslosen fürsorage durch eine Arbeitslosen versicherung abgelöst wird. in diese Versicherung jedoch noch Momente der Für⸗ sorge insofern aufgenommen werden müssen. als es der orga⸗ nische Uebergang von der Fürsorge zur Versicherung er⸗ heischt. Beim Inkrafttreten der Arbeltslosenversicherung sind wohl versorgungsbedürftige Arbeitslofe vorhanden, aber keine an⸗ a Ae e Arbeitslosenver⸗ ö. ill in sich gleichzeitg gen Abbau der Fürsorge un 0 dee Versiiherune. Fürsorge und den 5„Entwurf gebt von der Problemstellung aus,. nächst gilt den Eintritt der Arbeitslosigkeit möglicht 5 5 einer verhüten weiter aber die eingetretene Arbeitslosigkeit bald⸗ möglichst wieder zu beendigen den durch sie eingetretenen Schaden zu heilen und schließlich für den Fall der Arbeitslosigkeit eine laufende Unterstützung zu gewähren. Die Einführung einer vorläufigen Arbeitslosenversicherung muß als ein notwendiges Uebel betrachtet werden. Mögen wir vorläufig von einer Stabilisierung unserer Mark 8 Aemlich entfernt sein. so wird und muß sie doch einmal N und damit muß die deutsche Arbeitnehmerschaft durch eine Krise hindurch, die an Umfang und Dauer der Ar⸗ beitslosigkeit wahrscheinlich alles übertreffen wird, was wir in Deutschland auf diesem Gebiete bisher erlebt haben. Es mag be⸗ guemer sein, die Beibehaltung und Ausgestaltung der Erwerbs⸗ 1 senfürsorge zu fordern und vom Reich den Ländern und Gemeinen zu fordern. daß sie die Lasten der Fürsorge allein tragen. Soll dies auf die Dauer möglich sein, so nicht ohne in⸗ direkte Heranztebung der Arbeitnehmerschaft, in Vergleich mit der freilich eine direkte Mitbeteiligung in Form der Arbeits⸗ losenversicherung den Vorzug verdient. Sind wir also im Prinzip mit der Versicherungspflicht einverstanden, so doch nicht ohne weiteres auch mit allen einzelnen im Entwurf vorgesehenen Be⸗ stimmungen. . In Artikel 163 der Reichsverfassung wird jedem Deutschen das Recht auf Arbeit zuerkannt und, soweit ihm angemessene Arbeit nicht nachgewiesen werden kann, ihm die Sicherung des notwendigen Lebensunterhaltes gewährleistet. Daraus ergibt sich in erster Linie die Aufgabe der Or ganisa ion des Ar⸗ beitsmarkts weshalb die Reichsregierung zunächst die Regelung des Arbeitsnachweiswesens in Angriff genommen, das Arbeitsnachweisgesetz vom 22. Juli 1922 eingeführt hat. Hieraus wird in dem Entwurf die weitere Folgerung abgeleitet, daß die Mittel der Arbeitslosenversicherung mit dazu dienen sollen„die Lücke auszufüllen“, die das Arbeitsnachweis⸗ gesetz bezüglich der Kosten der Arbeitsnachweis⸗ ämter gelassen hat. Diese Kosten der Arbeitsnachweisämter sollen nach§ 67 des Arbeitsnachweisgesetzes„durch besonderes Gesetz geregelt werden“, Zu dieser Regelung soll die Arbeits⸗ losenversicherung herangezogen werden. Von den„notwendigen“ Kosten der Arbeitsvermittlung sollen zwei Drittel zu Lasten der zur Arbeitslosenversicherung beitragspflichtigen Personen gehen, das letzte Drittel soll für jedes Arbeitsamt die⸗ jenige öffentlich⸗rechtliche Körperschaft tragen, bei der das Amt errichtet ist.— 5 Obwohl den Arbeitsämtern ein großer Teil der Verwal⸗ tungsarbeiten sür die Arbeitslosenversicherung aufgebürdet wird, bedeutet diese Art der Kostenregelung für die Versicherung von vorneherein eine erhebliche finanzielle Belastung. Organe der Anbeitslosenversicherung sind die öffent⸗ [ichen Arbeitsnachweise und die Krankenkassen. Einmal um die Verwaltungskosten möglichst niedrig zu halten, weiter aber um die Vereinheitlichung der Sozialversicherung nicht noch mehr zu erschweren, mußte von der Schafsung eines beson⸗ deren Verwaltungsapparates für die Zwecke der Arbeitslosenver⸗ sicherung abgesehen werden. Die Feststellung des Schaden ⸗ falles, 5. h. die Entscheidung darüber, ob Arbeitslosigkeit im Sinne des Gesetzes vorliegt, kann ohnehin nur durch den öffentlichen Arbeits nachweis erfolgen. Er ist daher vorgasehen als Fachstelle für die Prüfung und Kontrolle der Arbeitslosigkeit. Die Begründung spricht von„Arbeitswillig⸗ keit“ ein sehr anrüchiges Wort— das an keiner Stelle in das Gesetz übernommen werden dürfte— für die Beendigung der Arbeitslosigkeit und für ihre Einschränkung durch plan⸗ mäßige Regelung des Arbeitsmarktes. Die Durchführung des Beitrags systems soll den Krankenkassen übertragen werden, da sie die Voraussetzungen sukr diefe Aufgaben besser bieten als jede andere Organisation der Sogzlalversicherung. Die Beiträge sollea für die Arbeitslosen⸗ und die Krankenversicherung zusammen erhoben werden. An die Krankentassen soll für ihre Tätigkeit ein schätzungsweise zu er⸗ mittelnder Vetrag erstattet werden. 5 1 Die Aufbringung der Mittel die vor allem die⸗ jenigen Kreise tragen müssen,„die an der Acbeitslosenversicherung am stärksten interessiert find und deren Mitwirkung bei ihrer Durchführung unentbehrlich ist“, 115 11 6 Weise erfolgen Arbeitnehmer un rbeitgeber zu folgen, daß Drittel in Gestalt von Bei⸗ Drittel zu einem Sechstel auf mägen zahlen. während das letzte An das Gewissen der Welt. Die städtischen Körperschaften, sämtliche Gewerkschaften und der Arbeitgeberverband erließen folgende Kundgebung: „Am 20. Februar d. J. wurden in Bochum 14 Schüler der Oberrealschule, weil einige von ihnen zwei Spitzel an⸗ gezeigt hatten, verhaftet und so sehr mißhandelt, daß sie zum Teil schwer verletzt wurden. Am 22. Februar wurde auf dem Wilhelmsplatz ein Mädchen von französischen Soldaten mißhandelt, in die zornige Menge wurde geschossen, Ein Arbeiter wurde getötet, zwei Mann schwer verletzt. Im Warenhaus Alsberger und in mehreren Kaufhäusern wurden Waren für viele Millionen Mark, gewaltsam ent⸗ nommen. Abends um 8 Uhr wurde die Innenstadt für den Verkehr gesperrt und 60 Bürger verhaftet und eingesperrt. Da der Befehl über die Straßensperrung erst um 7 Uhr abends in die Hände des Magistrats kam, hatten die Bürger vor der Gefahr nicht mehr gewarnt werden können. Seit⸗ dem werden jeden Abend um 8 Uhr die Straßen gewaltsam gesäubert, Bochumer Bürger verhaftet und eingesperrt. Am 24. Februar wurden außerdem viele Straßenpassanten miß⸗ handelt und geschlagen. Am 23. Februar nachmittags wurde das Rathaus um⸗ zingelt und aus der Tagung der Stadtverordneteu⸗Ver⸗ sammlung der Magistrat und 18 Stadtverordnete verhaftet. Die deutschen Eisenbahnen. Todesstrafen für die Eisenbahner. Die Franzosen haben am Donnerstag weitere Bahn⸗ stationen im neubesetzten Gebiet mit Militär belegt und ebenso die Besetzung des albbesetzten Gebietes auf ver⸗ schiedene Bahnhöfe ausgedehnt. Das alles sind Vorbe⸗ reitungen dafür, die bereits seit 14 Tagen in Paris be⸗ schlossene„kaufmännische Organisation der deutschen Eisen⸗ bahnen“ durchzuführen. 5 Der Pariser Ministerbeschluß ist jetzt von der Rhein⸗ landskommission sanktioniert worden. Dieses Gebilde, das sich als ausführendes Organ französisch⸗belgischer Gewalt⸗ taten zeigt, kündigt an, daß die deutschen Eisenbahnen jetzt in„alliierte Regie“ übernommen werden und daß diese Regie über das gesamte Eisenbahnnetz des besetzten Gebietes „absolute Vollmacht“ hat, auch in der Frage der Einstellung und Entlassung des Personals. Der Beschluß wird mit der Haltung der Reichsregierung und der Bevölkerung im Westen begründet. Ein Vorläufer der Verwirklichung dieser Absichten ist die Ankündigung von Todesstrafen für unsere Eisenbahner unter den verschiedenartigsten Umstanden. Diese Maßnahme weist am klarsten auf die Unfähigkeit der Franzosen und Belgier hin und soll schließlich in ihrer Auswirkung ver⸗ hüten, daß die Welt auf den französisch⸗belgischen Mangel en Fähigkeiten zur Bewirtschaftung des besetzten Gebietes aufmerksam wird. Gegen die Todfeinde des Prosetariats Das Vorstandsmitglied des Alten Deutschen Bergarbeiterver⸗ bandes, Gen. Martmöller, der bei der Bergarbeiterschaft viel Sym⸗ pathie besitzt und über die Stimmung im Industriegebiet gut unter⸗ richtet ist, schreibt uns zur Lage im Ruhrgebiet u. a. folgendes: „Nicht für die Kapitalisten wird der Kampf im Ruhrgebiet von den Gewerkschaften geffihrt, sondern im Interesse der Arbeit⸗ nehmer, für den Bestand der deutschen und auch der internationalen Arbeiterbewegung. Militarismus und Imperialismus sind die Todfeinde des Proletariats. Wo der Kampf gegen sie geführt wird, gehören die Gewerkschaften und die sozies⸗ demokratische Partei in die vordersten Reihen, sind alle Kräfte zu konzentrieren. Werden wir erst mit dem französisch⸗belgischen Mili⸗ tarismus und Imperialismus fertig, dann wird es umso leichter mög⸗ lich sein, die Auseinandersetzungen mit dem deutschen Kapitalismus zu führen. Gleichzeitig aber nach zwei Fronten einen Kampf aus⸗ fechten ist unmöglich. Dieseniqen, die immer darauf hinweisen, daß Aach im gegenwärtigen Augenblick der Kampf gegen das deutschen Kapital unumschränkt geführt werden soll, erweisen der Sache des Proletariats einen schlechten Dienst. Sie zersplittern die Kräfte, die dringend notwendig gebraucht werden, um die schlimmste Gefahr von der Arbeiterschaft abzuwenden. Darüber sollte doch endlich Klarheit Cr.* N das Reich entfällt und das weltere Sechslel, also je ein Zwölftel von den Ländern und Gemeinden je zur Hälfte zu tragen ist. Die Festsetzung der Beiträge erfolgt durch den Reichsarbeitsminister mit dem Verwaltungsrat des Reichsamts für Arbeitsvermittlung zusammen, alljährlich in der zweiten Hälfte des Jahres für das folgende Kalendersahr. Die Festsetzung bedarf der Zustimmung des Reichsrats und eines vom Reichstag gewählten Ausschusses von 28 Mitgliedern. Für die Bemessung der Beiträge wird der Aufwand zugrunde gelegt, den die Versicherung im Reichsgebiet vom 1. Juni des vorhergehenden Jahres bis zum 30. Juli des⸗ jenigen Jahres erfordert hat in dem die Festsetzung erfolgt. Da sywohl die Geldentwertung wie der Grad der allgemeinen Arbeits⸗ losigkeit eine große Rolle spielt ist weiter vorgesehen daß die Beitragshöhe im Laufe des Kalenderjahres abgeändert werden kann, wenn außergewöhnliche Umstände dies rechtfertigen. Die Verteilung der Beitragslast auf die einzelnen Arbeit⸗ geber und Arbeitnehmer sol der Gesahr der ⸗Arbeitslosigkeit im FCC Stadtrat Stumpf, die Stadtverordneten Geheimrat Wehr⸗ mann, Diplomingenieur Weih, Rektor Gürse wurden aus⸗ gewiesen, die übrigen Herren wieder entlassen und ihnen mitgeteilt, das sei die erste Warnung gewesen für nicht aus⸗ geführte Requisitionen und wegen Tagung des Stadtverord⸗ netenkollegiums ohne Anmeldung. Bochumer Handelskammer vollständig ausgeräumt und was nicht entfernt wurde, mit schweren Schmiedehämmern und mit Beilen zerstört, sodaß nur noch die kahlen Wände vor⸗ handen sind. 5 Da die französischen Machthaber die Annahme von protestieren wir hiermit feierlich vor aller Welt gegen die Greuel und Gewalttaten, die an unserer friedlichen Bevölke⸗ rung begangen werden und laden Zeugen von auswärts ein, sich in Bochum an Ort und Stelle von diesen franzö sischen Gewalttaten zu überzeugen. 5 sie für die der Stadt Bochum und ihren Bürgern angetane Gewalt volle Genugtuung von der französischen Regierung fordert.“ f 0 herrschen, daß die Verwirklichung der Pläne Poincarés den wiri⸗ schaftlichen und politischen Zerfall Deutschlands und da⸗ mit den Zerfall der gewerkschaftlichen und politischen Organisationen der deutschen Arbeiterschaft bedeutet. Der Kampf muß fortgesetzt werden, bis Frankreich zu der Ein⸗ sicht kommt, daß mit Gewaltmaßnahmen keine wirtsc Dissecenzen geregelt werden können, daß das nur möglich ist, wenn man sich an den Tisch setzt und verhandelt. Dabei ist es ganz selbst⸗ verständlich, daß Deutschland bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit die Folgen des verlorenen Krieges auf sich nimmt. Dieses Ziel wird aber nicht dadurch erreicht, daß täglich nach Verhandlungen gerufen wird, wie es leider in einem Teil der Parteipresse geschieht. Dadurch wird unsere Lage nur erschwert, zumal in den eigenen Reihen Ver⸗ wirrung hervorgerufen wird. Auf deutscher Seite ist die Verhand⸗ lungsbereitschaft vorhanden, auch bei der Regierung. Ein Hindernis lungen müßte sich demnach an Herrn Poincars richten. Die Arbeiterschaft an der Ruhr lehnt jeden gewaltsamen Kampf ob und wird sich auch zu wehren wissen, wenn vor irgend einer Seite hierzu ein Versuch gemacht werden sollte. Wir sind aber auch ent⸗ schlossen, den passiven Widerstand so lange fortzusetzen. bis eine Ver⸗ handlungs möglichkeit erreicht ist.“ 0 Diese Ausführungen glauben wir als Gradmesser der zuversicht⸗ lichen Auffassung unserer Bergarbeiterschaft im Nuhrrevier werten zu können. 6 Die Fortsetzung der Gewaltakte. Im Rathaus in Steele haben die Franzosen eine Fettvper⸗ kaufsstelle errichtet. Sie geben dort beschlagnahmte und gestohlene Waren unter dem Tagespreis, angeblich für die ärmere Be⸗ völkerung ab. Es ist bisher nicht bekannt geworden, daß diese Verkaufsstelle irgend welchen Zuspruch an deutschen Abnehmern bekommen hätte. 6 Die gewaltsame Wegnahme von Waren aus Geschäfts⸗ häusern, Wirtschaften und Kaffeehäusern durch französische Sol⸗ daten scheint zu einer ständigen Einrichtung zu werden. In allen Stadtteilen Essens werden derartige Vorfälle beobachtet, wobei täglich die gleichen Lokale besucht und Waren ohne Bezahlung weg⸗ genommen werden In zahlreichen Fällen ist beobachtet worden, daß die Täter die Nummern ihres Truppenteils entweder ent⸗ fernt oder verdeckt hatten, um eine Anzeige zu erschweren. Die Ausweisungen der Eisenbahner und die gewaltsame Räumung ihrer Wohnungen werden immer schärfer. In Kettwig mußte z. B. ein 72jähriger pensionierter Eisenbhahner mit seiner 68jährigen Frau innerhalb weniger Stunden seine Dienstwahnung verlassen, ohne die geringsten Kleinigkeiten mitnehmen zu können. In Oberhausen wurden die Eisenbahnerfrauen gezwungen, die Betten in den geräumten Wohnungen noch frisch zu überziehen. Der Hauptbahnhof Bochum In der Nacht zum Freitag wurden wieder Polizeiwachen in Essen von den Franzosen aufgehoben. Die Sicherheitsverhält⸗ nisse der Stadt haben sich durch den ungenügenden Schutz in er⸗ schreckender Weise verschlechtert. Die Diebstähle mehren sich in einem bisher nie erreichten Umfange. Das Obdachlosenasyl ist für französische Zwecke beschlagnahmt worden.. Von den in Bochum verhafteten Schutzpolizisten befinden sich etwa 300 Mann in der Oberrealschule in Haft. Die gestrige Ver⸗ N Dann durften sie das Haus verlassen. ist noch außer Betrieb. Berufe entsprechen. Es sollen drei Gefahrenklassen geschaffen werden und zwar eine für die Angehörigen derjenigen Berufs⸗ gruppen, die regelmäßig die Arbeitslosenversicherung über den Durchschuitt in Anspruch nehmen, zweitens für die Angehörigen solcher Berufsgruppen mit geringerer als der durchschnittlichen Arbeitslosigkeit. Diese Art der Beitragsfestsetzung hat wohl den zorzug, daß die notwendigen Mittel unter allen Umständen her⸗ beigeschafft werden, ein Versagen der Unterstützung aus Mangel an Mitteln nicht eintreten kann, birgt aber auch die Gefahr einer in Krisenzeit überaus starken Belastung für die Vollarbeiter in sich. Dar Entwurf rechnet mit einem Personenkreis von 15,7 Millionen versicherungspflichtigen Mitgliedern. wovon er etwa 4,5 Milllonen in der Land- und Forstwirtschaft ausnehmen will, so daß 11,2 Millionen Versicherte bleiben würden. Auf Einzelheiten des Entwurfs wird nach Abschluß der Beratungen im Vorläufigen Reichswirtschaftsrat näher einzugehen sein. In der Nacht vom 23. zum 24. Februar wurde bie Protesten verweigern oder sie dem Papierkorb überliefern, Von der deutschen Regierung aber verlangen wir, daß hierzu bildet die französische Regierung. Der Ruf nach Verbands pflegung bestand aus 2 Schesben Brot, einem kleinen Stück Schinken und einem Eimer Wasser. Der Sberkommandierende gab e 1 8 125 A N 91 10 wache attet ist, die die gufgelöste 1 erse soll. Die Gemein wachen dürfen 25 nicht stärker als 350 Mann sein. Von der Polizeidirektion Bochum sind a Verhandlungen in dieser Arche abgelehnt worden. Der gestern in ver⸗ haftete Polizeirat Ernst befindet sich auf freiem Fuß. Die Polizei⸗ nunmehr von abends 7 Uhr bis morgens 7 Uhr festge⸗ belgische Wache 2 gegen die des Bahnhofes Mülheim⸗Dumpken er⸗ Die Beamten wurden unter fahren wir folgende Einzelheiten: Der 77 dem Dienst getrieben, der Vorsteher verhaftet. Einen mit Kohlen und S. iftftücken sandte man nach dem Bahn selldorf, Die Eifenpahnwerkstätte von Spellborf wurde besetzt. er Verkehr ruht zwischen Mülheim⸗Essen. Auf der ie Strecke ruht augenblicklich noch der Verkehr. Die Tageskasse wurde geraubt. raubt wurde, ist zur Zeit nicht bekannt. 2 amten wurden aus den Werkstätten getrieben und mußten den Bahnhof verlassen. Auch die Bure und Telephonzellen mußten geräumt werden, sodaß in ganz Mil der Verkehr ruht. Das tägliche Eisenbahunglück. Aus Düren wird ein schwerer Eiseubahnunfall gemeldet. Ein Zug, der aus Aachen kam, geriet auf ein falsches Gleis und fuhr auf einen stehenden Zug auf. Die ersten beiden Wagen wurden zertrümmert. 32 Personen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Gegen die Einreise deutscher Minister. Eine Nachrichtenagentur meldet aus Gelsenkirchen, daß das interalliierte Kommando zur Verhinderung heimlicher Einreise deutscher Minister in das besetzte Gebiet angeordnet habe, die Beamten und Angestellten im unbesetzten Deutsch⸗ land die sich in die besetzte Zone zu begeben wünschen, vor⸗ her bei den Besatzungsbehörden um eine Ermächtigung hierzu nachzusuchen hätten. Sie erhalten dann einen Er⸗ laubnisschein. Ein französischer Soldat standrechtlich erschossen. In Stockum wurde am 27. Februar ein französischer Soldat aus bisher unbekannten Gründen auf dem Schul⸗ hofe standrechtlich erschossen. Pariser Phantasicn. Die Pariser Presse scheint es zur Aufrechterhaltung des „Durchhaltegeistes“ bitter notwendig zu haben, ihre Leser über die eigenen Schandtaten im Ruhrgebiet, ebenso aber über die Stimmung in Deutschland falsch zu unterrichten. Am Donnerstag leistete sie sich das Vergnügen, die ersten Anzeichen einer Uneinigkeit in Deutschland festzustellen. Die Phantasie, an der es in Paris nie gefehlt hat, führt diesen Zustand auf eine„Unzufriedenheit der Bergarbeiter“ zurfick, durch die der sozialdemokratische Parteivorstand sich veranlaßt gesehen habe, von der Politik der Reichsregierung * In der Rede des Genossen Wels auf dem Berline Bezirksparteitag sehen die Pariser Phantasten deutlich den ersten Schritt zu einer Opposition gegen die Politik der Reichsregierung. Auf Grund dieser Darstellungen, die jeder Grundlage entbehren und die scheinbar von Herrn Poincaré abermals infolge„besserer Informationen“ veranlaßt sind, ist der Soz. Parlamentdienst vom Genossen Wels zu folgender Fest⸗ stellung ermächtigt: f Neues vom Tage. Hitler⸗Sturm auf unser Parteiblatt in München. 13 Als Flüchtlinge aus dem Ruhrgebiet hatten sich in München immer mehr recht fragwürdige Gestalten einge⸗ funden, die unter diesem Deckmantel um so sicherer ihre dunklen Absichten verbergen konnten. Unser dortiges Partei⸗ blatt, die Münchener Post, hatte, so meldet der Korre; spondent der Frkft. Ztg. vom Donnerstag abend, auf diese Leute, die überall in der Stadt mit schwarz⸗weiß⸗roten Arm⸗ binden auftreten und gestern geschlossen mit schwarz⸗weiß⸗ roter Fahne durch die Stadt zogen, aufmerksam gemacht und erklärt, daß es sich dabei um arbeitslose und arbeitsscheue Elemente handle, die zum„Freikorps“ Hitler stoßen wollten. Zur Antwort darauf marschierten heute nachmittag diese Leute, verstärkt durch Nationalsozialisten, in einem mehrere hundert Mann starken Zug von dem Parteilokal der „Nationalsozialistischen Arbeiterpartei“, wo sie offenbar Weisung erhalten hatten, zu der innerhalb des Bannkreises gelegenen Münchener Post. Die Leitung des Blattes hatte aber vorher von dem Unternehmen Nachricht erhalten und das Gebäude durch das eiserne Gitter absperren lassen. Die Angreifer sprengten dieses. Ein Teil drang in das Gebäude ein und wollte die Rotationsmaschinen zerstöbren. Es gelang aber, die Eingedrungenen in einem Raum festzuhalten und sie dort der Landespolizei zu übergeben; insgesamt wurden sechzehn Personen verhaftet. Wie ich höre, so berichtet der Korrespondenk weiter, wurde der Minster des Innern, Schweyer, schon gestern auf die Gefahr aufmerksam gemacht, die durch das Zuströmen dieser„Flüchtlinge“(die übrigens ankündigten, daß noch eine große Anzahl nach München kommen werde) entstehe. Die Polizei hat es aber trotzdem unterlassen, die notwendigen Mafznahmen zu ergreifen.„ Kein Staatspräsident für Bayern. Im bayerischen Landtage haben die von der Bayerischen Volkspartei und von der Bayerischen Mittelpartei einge⸗ Tbrachten Anträge düf die Verfassüngsänderüng nicht N 7 die wendige Zweidrittel⸗Mehrheit erhalten und find damit 2 gelehnt worden. Gegner der Anträge waren außer de Sozialdemokraten die Demokraten und die Bauernbündler. Rücktritt des Königs von Spanien? b. wird, daß der König zugunsten des Kronprinzen abdanken aus Smyrna. französische Regierung über die plötzliche Abberufung der lischen Kriegsschiffe aus dem Hafen von Smyrna verschnupft 8 da sie darin aan Aber Schritt Englands und den ach sich bei der Türkei beliebt zu machen. Die englische Regierung reich und Italien, sich schon vor einiger Zeit bereit erklärt hatten, l. Smyrna zu beschränken und daß die Zahl ihrer Krieasschiffe vor ae dan 3 England als die einzige Macht ihre Tonnen dort verankert hatte, folgerichtiger e der Schiffe abberufen hat. Ein einziges Schiff von 1000 Tonnen ist zurückgeblieben. um die mehr als Frankreich und Italfen sich diesem Standpunkt anschließen. Aus der türkischen Nationalversammlung. Die Beratungen in der Nationalversammlung von über den 77 Friedensvertrag dauerten a 4 Sine Reuf Bey und Ismed Pascha unterrichteten die Versam über den Verlauf der Konferenz von Laufaune und leg Anträge der Regierung vor. Wie die Havasagentur berichte die Regierung der Nationalversammlung vorschlagen, den ah hof von i en das westliche Ufer der zu legen und die Meerenge gegen die Frage von finanziellen Bestimmungen abzutrennen und sie bezw. in 6 Monaten zu erledigen. Nach englischen soll die W bereit sein, nehmen. in e BBB r In Deutschlaud gibt es nicht eine Partei, die den Kampf gegen den französischen Militarismus im Ruhrgebiet so ent⸗ schieden geführt hat und weiter führen wird, wie die Sozial⸗ demokratte. Die sranzösischen Hoffnungen, daß die Sozial⸗ demokratie die Interessen des Herrn Poincars jemals fördern könnte, sind deshalb nicht nur falsch, sondern auch trügerisch gegenüber der Bevölkerung Fraukreichs. Und frauzösischer Katzenjammer. Im Verlauf der großen Kundgebungen der belgischen Arbeiter zur Verteidigung des Achtstundentages, die am Sonntag in Charleroi stattfand und an der rund 50 000 Menschen mit 220 Fahnen teilnahmen, sprach für die fran⸗ zösischen Sozialisten eon Blum; der bekannte Führer der sozialistischen Fraktion der französischen Kammer. In seiner Rede griff Blum die Politik der militärischen Gewalt, wie sie seit dem Vertrag von Versailles üblich ist und wie sie zur Besetzung des linken Rheinufers geführt hat, scharf an. „Die 15 oder 16 Milliarden Francs“, führte Blum aus, „die Deutschland bezahlt hat, sind vollkommen verschlungen worden durch die Besatzungskosten. Statt unsere Häuser aufzubauen, hat man in Mainz und anderswo große Ge. bäude für das Militär errichtet. Unsere Besatzungsarmee am Rhein wurde von Deutschland bezahlt. Jetzt, wo sie an der Ruhr ist, wird sie von uns bezahlt; und jeden Tag ist der Zahlmeister in Mainz gezwungen 3 Millionen Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. Der Schullehrer nickte. Seine Augen suchten diejenigen Rohans, und was er darin las, war die offene Auflehnung einer gepeinigten Seele gegen die Unmenschlichkeiten der Menschen. Er machte sich im stillen Vorwürfe, denn er hatte 40 „ seinen Rat einem gewöhnlichen Geschöpf zu geben geglaubt — in der Hoffnung es zu belehren und das Richtige tun zu heißen, und nun fand er zu seinem grenzenlosen Er— staunen, daß Rohan Gwenfern, sein gelehriger Schüler, ihm über den Kopf gewachsen und ein ganz außergewöhnlicher Mensch war, wie ihn die Natur in solcher Vollendung nur selten schafft. „Nicht wahr, Sie erinnern sich?“ fuhr Rohan erregt fort. „Nun denn und Sie raten mir, meinen Eid zu brechen? Ich schwor damals, niemals Soldat zu werden und lieber zu fterben als Blut zu vergießen. Die Zeit ist gekommen, da ich mein Wort einlösen kann. Sie sagen, es gebe keinen Ausweg, ich aber sage: ich kann sterben!“ 25 Die wilde Verzweiflung war von ihm gewichen. Er sprach leise, feierlich und sanft; seine Worte waren nicht mißzuverstehen, fie drückten einen unbeugsamen, durch nichts zu brechenden Willen aus. Meister Arfolls Saat hatte Früchte getragen; der Schüler belehrte und ermahnte den Meister. Tränen rieselten an dessen Wangen herab; Rohan sah sie und zitterte, obgleich seine Augen jetzt trocken waren. Sie schlenderten langsam weiter, bis sie an den Klippenrand kamen und zu ihren Füßen das rollende Meer erblickten, dessen Brandung sich an dem sandigen Ufer brach. Rohan setzte sich auf einen Steinblock, stützte sein Gesicht mit dem rechten Arm und starrte über die glasige Wasserfläche. Plötz- lich bemerkte er ruhig, wie wenn ein Fischer dem anderen seine Beobachtungen mitteilt:„Heute Nacht wird es Wind und Regen geben. Sehen Sie doch, wie die zusammenge. ballten Wolken ans Südwest hervorkriechen.“. Der Lehrer antwortete nicht, Rohan hatte ihn noch nie so schweigsam gesehen. Nach einer Weile fragte Rohan, ohne seine Stellung zu verändern:„Zürnen Sie mir, Meister Arfoll?“ Arfoll mit immer heftiger rieselnden Tränen auf.„Ich zürne nur mir, daß ich so hilflos und schwach bin! Die Dinge kommen zu sehen und unfähig zu sein, auch nur einen Finger zu rühren! Ich verdiente Deinen Vorwurf, denn Du hast recht und ich unrecht. Es ist unrecht, sich in ein Uebel zu fügen, selbst wenn man sein Leben damit retten kann— unrecht, das Schwert für den Kaiser zu schwingen, selbst wenn Frankreich bedroht ist. Ich weine für Dich, als ob Du mein eigen Fleisch und Blut wärest. Es tut mir weh, Dich verfolgt und von aller Welt verlassen zu sehen, aber im innersten Herzen flüstert eine Stimme: Gott segne ihn, er hat recht! Er ist ein tapferer Mann, ein Held! Wäre ich sein Vater, ich würde auf einen solchen Sohn stolz sein!“ Schon nach den ersten Worten des Lehrers war Rohan aufgesprungen, streckte ihm beide Hände entgegen und rief mit freudig leuchtenden Blicken:„Mein Vater, endlich hast Du das rechte Wort gefunden, um dessentwillen ich Dich auf gesucht habe! Ja, die ganze Welt ist gegen mich, nur Du und meine arme Mutter nicht! Sogar das Mädchen, das meinem Herzen am nächften steht ist es! Aber nicht wahr, ein guter Vater sieht seinen Sohn lieber tot als entehrt? Du bist mein guter Vater und weißt, daß in den Krieg ziehen schändlich ist, obgleich sie sagen, es sei ruhmvoll. Du hast mich mit Deinen lieben Worten stark und glücklich gemacht! Gib mir nur noch Deinen Segen und dann laß mich ziehen!“ „Meinen Segen?!“ kam es bebend von den Lippen des Wanderlehrers.„Rohan, Du würdest ihn für wertlos hal- ten, wenn Du alles wüßtest!“ Aber Rohan sank vor ihm aufs Knie und blickte flehend zu ihm empor:„Segne mich nur, mein Vater! Du bist der einzige wirklich gute Mensch den ich kenne. Die Leute behaupten, Du seiest einmal Priester gewesen. Deine Lehren, Deine unendliche Güte und Liebe haben mich zu dem ge⸗ macht, was ich bin: Dein Segen wird mich besser, stärker machen! Du versicherst mir, daß ich recht handle und vor Gott gerechtfertigt sein werde. Segne mich, alles andere mag Gott entscheiden!“ Er neigte sein Haupt. Meister Arfoll legte die Rechte auf sein dichtes blondes Haar, richtete das kränenüberströmte bleiche Dulderantlitt gen Himmel und segnete den Empörer. und zwar umsonst, 1 Million Tonnen Koks im Monat; jetzt erhalten wir keine. Wir haben in Lothringen Hochöfen, die gelöscht werden, und selbst unsere Metallindustrie im Norden Million Tonnen Koks monatlich in England zu werden sie in englischen Pfund bezahlen müssen. So Frankreich und Belgien Käufer von Pfund und Dadurch erklärt sich zum Teil das Steigen der Mark das Fallen des Franc gegenüber it der Ruhrbesetzung ist unsere Schuld um 30 Milliarden Francs gestiegen! Der Einzelne selbst bekommt die Wirkungen der Ruhrbesetzung zu spüren durch die Tatsache des schnellen Steigens des Preises aller Lebensmittel. So wird die Arbeiterklasse die Dummheiten der Männer be⸗ sie zu sprechen.“ 0 5 Mussolini über den Geduldkrieg an der Ruhr Im Ministerrat sprach Mussolini über verschiedene Punkte der äußeren Politik. Die Lage an Wochen stationär zu sein, während die beiden Gegner bisherigen gegenseitigen Widerstandspolitik festhalten. habe seine leichte ablehnende Haltung nicht geändert. Italien habe ringert. Der Geduldkrieg, der sich gegenwärtig im, Ruhrgebiet abspiele, könne trotz allgemeinen Erwartungen eines raschen Endes noch lange dauern. Italien wird sich keinem Versuch zur raschen Wiederherstellung der Ruhe in Zentraleuropa entgegen⸗ stellen. Die faseistische Regierung will eine autonome Außen⸗ politik führen. Sie kann keine Blindnisse dulden, die nicht eine solide Garantie bieten. Das fascistische Italien kann weder jetzt noch später einem Bündnisse zustimmen, das dieser Grundlage ent⸗ behrt. Es wäre ein unverzeihlicher Fehler, sich in irgend einer entschiedenen Weise während der Ententekrise und dunklen Punkte in der Weltlage zu verpflichten. Politische Uebersicht. Wenn man den Antrag des Zentrums, der D. V. und der Deutschnationalen über die Aenderung des Abfindungs⸗ vertrages mit dem verflossenen Großherzog, Wortlaut am Donnerstag veröffentlicht haben, kühl be⸗ trachtet, so muß man notgedrungen zu dem Schluß kommen, Republikanern zum Ausdruck kommt, wie man sie sich raffinierter nicht leicht denken kann. Unter dem Deckmantel einer Fürsorge für Beamte und Bedienstete des früheren Großherzogs, die von ihrem„Arbeitgeber“— sofern dies Wort hier Anwendung finden darf, denn ob für etliche dieser 4¹ nicht die„Arbeit“ in tatsächlichem Müssiggang oder mindestens doch in Unproduktivität besteht, mag einer näheren Untersuchung vorbehalten bleiben— bei den heutigen Teuerungsverhältnissen werden, vertrages hinausläuft. Das bedeutet Die Montagsausgabe der Madrider Zeitung La Aktion 1 wurde wegen eines Artikels beschlagnahmt, worin erzählt wolle. Die Zeitung El Sol spricht von ähnlichen Gerüchten. (Das kommt uns ziemlich spanisch vor.) 431 Die Zurücziehung der alliierten Kriegs schissfe Der Daily Telegraph brachte aus Paris die Meldung, daß die eng⸗ sehe, den Allkierten gegenüber einen Vorspcung zu gewinnen ud erwiderte darauf in einer Note. daß die Alliierten also auch Frauk- Weise den größten Teil spürt allmählich die Krise. Wir werden gezwungen sein, eine kaufen. Wir wer 1 den dem englischen Pfund. Seit den wir im 5 grundsätzliche Einigkeit der Alliierten in dieser Frage zu betonen. Es sei anzunehmen, das chn⸗ Entwurf anzunehmen 17% tatuten im Entwurf a 1 5 Mossul sowie die mira 2 eldünge diese Vorschläge anzu⸗ Papiermark zu kaufen. Wir erhielten vor der Ruhrbesetzung, 1 5 zahlen, die sie regieren und die sich das Recht anmaßen, für der Ruhr schien in den letzten in ihrer Englaud 5 seine technischen Elemente an der Ruhr weder vermehrt noch ver⸗ 8 angesichts er Eine Herausforderung der Republikauer Hessens 1 daß in ihm eine Herausforderung gegenüber allen hessischen 5. nicht ausreichend bezahlt derden, leitet eine parlamentarische Gruppe eine Aktion ein, die auf weiter nichts, als eine Revision des Abfindungs. eine so schwere Be⸗ lastung für die junge Republik, daß sie die schwersten inner ⸗ politischen Kämpfe zur Folge haben müßte. Das Vorgehen 13 der genannten Parteien ist um so unverständli i 1 rständlicher, als sie sämtlich dem Vertrage von 1913 zugestimmt haben. Mit keinem Wort haben sie damals die Grundlagen des Ver⸗ trages und seinen Sinn, nämlich den der Abfindung, ange⸗ fochten. Sie haben beide also durch ihre Zustimmung den Vertrag anerkannt. Und heute stellen sie in ihrem Antrag den Rechtsschutz hinsichtlich der Domanen it den 1 gutz hinf ö m auf, daß„mit dem Besitz und Nutznießung die vorzugsweise Verpflichtung, den standesgemäßen Unterhalt des Großherzogs und seines Hauses zu gewährleisten, untrennbar verbunden t.“ a „Wie könnte ich Dir zürnen mein lieber Sohn?“ fuhr (Fortsetzung folgt.) solcher Standpunkt ist heute nichts mehr u i * An 1 i r und nichts wen als Verfassungsbruch. Aus der Verfassung 5 frühe — Ein S S. e 3 vu— ¹·— al. un) 58t * de 31 850 be ft Gießen, Samstag, den 3. März 1923. Oberhessischen Volkszeitung Nr. 52 Gießen und Umgebung. Die Sünden der Väter. Zur bevorstehenden Preiserhöhung des Bezugsgeldes der Zeitungen schreibt uns ein Leser: Bekanntlich gehört das Zeitungs- und Buchdruckgewerbe zu denjenigen, bei denen die Teuerungswelle die allergrößten Verheerungen angerichtet hat. Die Materialien, wie Druckpapier, Farben und Oele usw. haben eine sich hoch über den Durchschnitt erhebende Preissteigerung erfahren. Daß auch unsere Zeitung leider gezwungen war, zum 1. Märs den Be⸗ zugspreis abermals bedeutend zu erhöhen, dürfte nicht nur den Betriebsdelegierten und sonstigen Eingeweihten, sondern wohl jedem denkenden Leser klar sein. Nicht so allgemein einleuchtend und verstandlich dagegen ist, daß die Arbeiter⸗ presse on den Opfersinn ihrer Leser zu appellieren gezwungen ist. Hier rächen sich die Sünden der Väter an dem drohenden Zusammenbruch unserer Arbeiterzeitungen. Der bitteren Wahrheit die Ehre. Seit Gründung unserer Zeitung hat der größte Teil der Arbeiterschaft allen Mah⸗ nungen der Einsichtigen zum Trotz, den— kapitalistischen Zeitungen die Treue bewahrt und dadurch zu ihrem Ausbau und Aufstieg nicht wenig beigetragen. Großkapitalistische Verleger gründeten sogenannte General-Anzeioer, um durch niedrigen Preis und geschickte Aufmachung die Leser anzu⸗ locken. Man schlug zwei Fliegen mit einem Schlag; man machte Dank der Arbeitergroschen, über deren Vergeudung man sonst so gern heulmeierte, ein Bombengeschäft und hielt die um bessere Arbeitsbedingungen kämpfenden Arbeiter nieder. Ohne unsere täglich erscheinende Parteipresse würden auch die freien Gewerkschaften an Bedeutung und Schlag— kraft einbüßen, aussichtslose Streiks und Aussperrungen würden folgen, die trostlose Lage der Arbeiterschaft würde sich noch mehr verschlechtern und von tausenden Arbeitern ungeahnte Opfer erheischen, demgegenüber die Preis⸗ erhöhungen unserer Zeitung minimal zu nennen sind. Organisieren wir den Kampf für die Erhaltung unserer Zeitung, aber nicht zwischen Tür und Angel, sondern in den Betrieben sei unser Hauptbetätigungs⸗ feld. Die Zeit drängt. Nutzen wir jede Pause zur Auf⸗ klärung, jede Bahnfahrt, überhaupt all und jede Gelegen⸗ heit von und nach den Arbeitsstätten. Versuchen wir in allen Groß- und Kleinbetrieben jedem einzelnen den Ernst der Stunde klarzumachen und das„Opfer bringen“ ins rechte, ins hellste Licht zu rücken. Wenn jeder seine Schuldig⸗ keit tut im Erhalten und Gewinnen von neuen zahlenden Lesern, wird sich in kurzer Zeit die Auflage unseres Partei- blattes verdoppeln. Es soll und muß gelingen! Auf zur Tat! 0 Der Arbeitsmarkt im Jauuar. Das Landesamt für Arbeitsnachweis in Frankfurt a. M. gibt über die Lage des Arbeitsmarktes in Hessen, Hessen⸗ Nassau und Waldeck im Monat Januar 1923 folgenden Bericht: Der rechtswidrige Einbruch der Franzosen in das Ruhr⸗ gebiet hat im Jannar die Arbeitsmarktlage in Hessen, Hessen⸗Nassau und Waldeck noch nicht so tiefgreifend zu be⸗ einflussen vermocht, wie man es zunächst allgemein anzu⸗ nehmen glaubte. Es liegt in der Natur der Dinge, daß derartige Ereignisse meist nicht unmittelbar die schädlichsten Folgewirkungen zeitigen, sondern daß diese erst in einem gewissen zeitlichen Abstand auftreten, dann aber auch um so zwangsläufiger und unhaltbarer. Eine Anzahl Firmen, die Reparationslieferungen im Auftrage des Reiches zu tätigen hatten, waren genötigt, diese auf Anordnung der Regierung sofort einzustellen, lokale Arbeiterentlassungen waren daher in diesen Fallen nicht zu umgehen; vorzugsweise waren es Waggonbauanstalten und ähnliche Firmen. Im engsten Zusammenhang aber mit der durch die Ruhrbesetzung geschaffenen politischen Lage stehen die Schwierigkeiten im unbesetzten Deutschland, mit denen unsere Wirtschaft heute zu kämpfen hat. Auf die rapide Senkung unserer Markwährung und der damit verbundenen außerordentlichen Verteuerung der Rohstoffeindeckung hin⸗ zuweisen, wird sich erübrigen. Kleinere Betriebe und namentlich solche, die weniger mit Rohmaterialien ein⸗ gedeckt waren, mußten verkürzte Arbeitszeit einführen und auch größere Fabriken und Handelsfirmen sehen sich zu den gleichen Maßnahmen gezwungen, da mit der Steigerung der fremden Valuten die einheimische Kaufkraft in keiner Weise Schritt halten konnte, ganz abgesehen davon, daß heute eine einigermaßen sichere Kalkulations⸗ und Produktionsgrund⸗ lage völlig ausgeschlossen ist. Befanden sich schon Industrie, Handel und Gewerbe Ende Dezember in einer rückläufigen Konjunktur, so wurde diese noch durch die Ruhrbesetzung in jeder Weise verschärft, wie die dauernd, wenn auch noch langsam ansteigenden Erwerbslosenzahlen es dokumentieren. Es muß in diesem Zusammenhange auch darauf hingewiesen werden, daß diese absoluten Zahlen der Erwerbslosigkeit kein ganz zutreffendes Bild der wahren Lage auf dem Arbeits⸗ markt geben, vielmehr wären zu ihrer Ergänzung die Zahlen der verkürzt Arbeitenden anzugeben, deren statistische Er⸗ fassung leider heute noch nicht völlig durchorganisiert ist. Es würde sich zeigen, daß gegenwärtig die verkürzte Arbeitszeit auf 36 und 24 Stunden in einem weit größeren Umfange durchgeführt ist, als es die Oeffentlichkeit anzunehmen in der Lage ist. Namentlich sind es die Firmen der Bekleidungs⸗ branche; ferner der Lederwarenfabrikation und der Luxus⸗ Industrie, die heute ihre Arbeitnehmer nicht mehr voll be⸗ schäftigen können. Aber auch in der Eisenindustrie, nament⸗ lich im Waggon⸗ und Lokomotivbau hat infolge der Unsicher⸗ heit der Lieferungsverhältnisse und infolge der Tatsache, daß die Preise schon teilweise diejenigen des Weltmarktes über⸗ schritten haben,, der Auftragsbestand aus dem Ausland bereits recht empfindlich obgenommen. Eine sehr große Lokomotivbauanstalt in Hessen⸗Nassau sieht sich gezwungen, schon gegenwärtig Arbeiterentlassungen vorzunehmen. Was die Kohlenlage im Bezirk des Landesarbeitsamtes angeht, so sind bisher noch keine Klagen über fehlendes Brennstoff⸗ maberial eingegangen. Recht unliebsam haben sich gegen Ende des Monats durch die Verkehrsstockungen die Arbeits- verhältnisse namentlich in dem Rhein⸗ und Main-⸗Bezirk ent⸗ wickelt, da durch die Eisenbahnstillegung auswärtswohnende Arbeiter ihre Arbeitsstätte nur mit den größten Schwierig⸗ keiten und oft überhaupt nicht zu erreichen vermögen. — Preiserhöhungen innerhalb eines Tages. Mehrfach ist es vor⸗ gekommen, das Geschäfte die Preise ein und derselben Ware im Laufe eines Tages heraufgesetzt haben, teilweise sogar mehrfach. Natürlich ruft das den Unwillen des kaufenden Publikums hervor. Vor einigen Tagen hat die Leipziger Preisprüfungsstelle ein derartiges Verfahren, e — Die Arbeitslosigkeit in Gießen hat in der letzten Zeit etwas zugenommen, etwa gegen 80 Personen erhalten gegenwärtig Arbeits⸗ losen⸗Unterstützung. Außer diesen sind aber noch eine erhebliche An⸗ zahl vorhanden, die arbeitslos sind, aber keinen Anspruch auf Unter⸗ Erhöhungen der Preise innerhalb eines Tages vorzunehmen für un⸗ sorgt werden. Die gegenwärtige schwierige Wirtschaftslage lastet ganz be⸗ sonders auf der Tabakindustrie. Ihre Arbeiter und Arbeiterinnen befinden sich in einer verzweifelten Lage, da die Kurzarbeit und die Arbeitslosigkeit einen nie geahnten Umfang angenommen haben. In der Zeit vom Juli 1922 bis Januar 1923 stieg der Prozentsatz der Arbeitslosen, berechnet auf je 100 Mitglieder des Deutschen Tabakarbeiterverbandes, von 2,58 auf 23,09, der der Kurzarbeiter von 4,70 auf 44,97, sodaß also von je 100 Mitgliedern des Verbandes im Januar ds. Js. 68,96 entweder nur beschränkt oder überhaupt nicht arbeiten konnten. Gegenüber dem Juli 1922 bedeutet das eine Steigerung von 61,68. Die Ursachen dieser riesigen Arbeitslosigkeit liegen zum Teil in der starken Belastung der Tabake und der Tabakfabrikate durch Zölle und Steuern, zum andern in dem durch die schlechte wirtschaftliche Lage hervorge⸗ rufenen Rückgang des Konsums. Das Tabaksteuergesetz schreibt in Voraussicht der durch seine Wirksamleit entstehenden Arheitslofig⸗ keit vor, daß die mehr als ein Jahr im Tabakgewerbe beschäftigten Arbeitnehmer, die nachweisbar infolge des Gesetzes innerhalb der nächsten drei Jahre nach seinem Inkrafttreten arbeitslos oder sonst irgendwie geschädigt werden, Unterstützungen bis zu einem Jahre aus der Reichskasse erhalten. Im Falle der Arbeitslosigkeit darf die Unterstützung nicht weniger als drei Viertel des verlorenen Arbeitseinkommens betragen. Das diejenigen besteht, die bis zum 31. März ds. Js. arbeitslos oder sonst geschädigt werden und noch nicht bis zu einem Jahre Unter⸗ stützung erhalten haben.„ 5 — Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen das am Montag. 5. März, vormittags 9½ Uhr zur Sitzungsperiode des ersten 1 1 2 jahrs zusammentritt, hat folgende Fälle zu verhandeln: Montag, 5 Uhr gegen Emma Adam von Düdelsheim wegen Kindestötung. Die Anklage vertritt Amtsgerichtsrat Dr. Wodaege, Verteidigung führt Rechtsanwalt Peter.— Dienstag, 6. März, vormittags 8%½ Uhr gegen Kätchen Umsonst aus Nieder⸗Florstadt wegen Kindestötung. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Eckert, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Mendelsohn. Mittwoch, 7. März, vormittags 8% Uhr gegen Jakob Phil. Dietz aus Büdesheim wegen Meineid. Die An⸗ klage vertritt Amtsgerichts rat Dr. Wodaege, Verteidiger ist Rechtsan⸗ walt Schröder⸗Friedberg. f — Prämien für Wohnungsnachweisung. Wohnungsinhaber, die ihre Wohnung infolge Wegzug oder Aufgabe des Haushalts dem Wohnungsamt zur Verfügung stellen, erhalten eine Prämie, deren Höhe von der Wohmmgs-⸗Deputation bestimmt wird. Näheres siehe im Inseratenteil. 5 — Hochwasser. Auch die Lahn ist bedeutend angeschwollen und hat die Ufer überschwemmt. Das Stauwasser macht sich in der Wieseck bis weit in die Stadt hinein bemerkbar. — Ausstellung von Handarbeiten. t vereins befindliche Ausstellung von Arbeiten des Handarbeitssemi⸗ nars und des Fröbelseminars der Aljceschule ist nur noch morgen, Sonntag, von 11—1 und von 3—5 Uhr geöffnet. — Das städtische Elektrizitätswerk ersucht uns um Aufnahm des Folgenden: Die ständig wachsenden Schwierigkeiten, mit denen wir bei der Erhebung der Stromgelder zu kämpfen haben, geben Ver⸗ anlassung, uns an unsere Stromabnehmer zu wenden, und ihnen die sorgfältige Beachtung nachstehender Bestimmungen angelegentlich in Erinnerung zu bringen: 1. Sofortige Zahlung des Stromgeldes in bar oder mittels Scheck an den Erheber. Bei Ausstellung von Schecks möchten wir die Anregung geben, auch den Hausfrauen das Recht einzuräumen, dieselben zu unterschreiben, denn gerade hier gehen uns viele Klagen zu, daß der Erheber so lange habe warten müssen, 2. keinen Scheck ausstellen, für den keine Deckung vorhanden ist, 3. bei Zohlung auf Postscheck genaue und deutliche Angabe, für was die Zahlung ist, 4. Aufbewahrung der Quittungskarte am Zähler, 5. Zu⸗ lassung des Erhebers zum Zähler zu jeder Tageszeit. W Dichtung im Dienste des Revanchegedankeus. Man muß es unseren chauvinistischen Haißspornen stberlassen: in der Ausnutzung der Geschehnisse wie der Stimmungen sind sie Meister. Jede einzelne Untat, die da unten am Rhein geschieht, treibt Wasser auf ihre Mühlen, und der Zorn und die Erbitterung, die diese Un⸗ taten auch in den Herzen der Arbeiterschaft auslösen, stärkt ihre Hoff⸗ nung auf Herstellung einer„Einheitsfront“, die sehr aktiv gedacht ist. In den Zeitungen, in Broschllren, Flugschriften und in Versamm⸗ lungen werden die Leidenschaften aufgestachelt, und nun wird gar auch die lurische Dichtung werbend und stimmungmachend in den Dienst des Revanchegedankens gestellt. Vor uns liegt ein dünnes Bändchen lyrischer Gedichte, das die Aufschrift„Deutschland stirbt“ trägt und Herrn Alfred Gramsch zum Verfasser hat und im Edda⸗ Verlag in Leipzig erschienen ist, der es uns in diesen Tagen unauf⸗ gefordert zugesandt hat. 1 Die Lektüre der 43 Balladen und Lieder, an die wir mit einigem Mißttrauen in den dichterischen Wert herangingen, hat uns über⸗ zeugt, daß Herr Gramsch immerhin ein Dichter ist und zu gestalten weiß, wenn auch in der Formgebung manches zu bemängeln wäre. Das kleine Gedicht„In der Irre“, rein und schlicht empfunden und auch sprachlich schön geformt, hinterläßt Befriedigung, auch die eine oder andere Ballade mit ihrer wuchtig herausgeaxbeiteten Handlung und der bildreichen, kräftig tönenden Sprache sind ein glücklicher Wurf, so die„Ballade vom deutschen Tod“, inhaltlich eine Geißelung der Lustseuche inmitten der Not der Zeit. Aber damit ist auch die Zahl der Lieder, die sachlich einen reinen Eindruck hinterlassen, er⸗ schöpft. Alle anderen atmen Blut, predigen den Haß, fordern die Mache. Es wird einem förmlich blutrot vor den Augen, wenn man all biese„blutigen“ Wendungen liest. Da heißt es in einer Schlußstrophe: Wir schritten zu tief durch Haß und Wut. Mitlefd und Güte zerbrach.„ Doch haben wir Zeit erst: mit Feuer und Blut— Merk's Fronkreich! Haben wir Zeit erst: mit Blut Hol'n das Versäumte wir nach! b Was die Feinde, besonders Franzosen und Polen, uns angetan, wir dürfen es, so wird in immer vorkierten Wendungen gesagt, nicht vergessen.„Wir schweigen und wachsen hinein in den Haß“, heißt es im Schlußlied, das„Jungdeulschland“ gewidmet ist.„Wir wachsen hinauf zum Tag des Gerichts: Hlite dich, Frankreich!!“ Auch Gott, der„Herr der Schwerter und Klingen“ wird natürlich als Helfer beim Werk der Rache angerufen. Aber die Art, wie; es geschieht, ist geradezu blasphemisch(gotteslästerlich). Man höre laus einem „Gebet“(1) überschriebenen Gedicht):. 5 Herr, lehre uns durch Schmach den Haß, Herr, laß die Schmach in Haß und Rach' Uns danten!! 5 2 00 Einen Mönch in„kahler Zelle“, in der ein„letztes Licht, Rat wie Blut“ brennt, läßt der Dichter zu Gott rufen: „Und wenn du so uns Plag um Plage schickst, Mein Herr, gib auch den Schlüssel, den wir suchen. Der du uns so in tiefster Schmach erstickst, Wir lernten dulden, Herr, doch du bedrückst Uns immer tiefer noch.— So lehr uns fluchen!“ Gestöhn.— Die Flemme irrer flackt. 6 Stumm horcht er und verstört. Da: durch das Dunkel, starr und nackt, Eine Dornenkrone niederzackt: e, Doch genug von diesen blutrüstigen Phantasien! Aber leider darf, man sicher sein, daß die in solche Sprache ge en Gedanken Ein⸗ gang in manchem unbewehrten, zumal jugendlichen Herzen finden wird. Und nicht einmal nur derer, die schon natfonalistisch eim sostell, sind. Offenbar mit Vorbedacht vermeidet der Versasser alle Ausfälle gegen nicht„national“ Denkende. Er, sagt im Gegenteil in einem Motto:„Vergessen sei eins nur: der alte Groll, der uns vom Nächsten geschieden.“ Doch geht ous einzelnen Wendungen die politische Stel⸗ lung des Verfassers hervor. Um so eindringlicher muß vor diesem Gift, das in schöner, die Sinne belörender Verpackung gereicht wird gewarnt werden. Zumal auch einzelne Lieder unmittelbar auf die heutigen Vorgänge im Ruhrgebiet zugeschnitten sind. So heißt es in einem Gedicht„Ruhrkämpfer“, in dem ein französischer Posten am Laternenpfahl aufgeknüpft wird, zum Schlusse: Wie eine Lawine durchs Ruhrland rast Der Stuvm, wildwütend sichelt und grast. Keine Esse mehr lodert, kein Schlot mehr raucht. Das Land steht dennoch in Flammen getaucht. Das Land loht auf in bramdender Glut: Die Ruhr strömt rot, die Ruhr strömt Blut —„Kennt ihr ein Volk, ein Volk in Wut?!“ Ja, wir kennen es, aber wir wissen auch, daß dieses Volk ver⸗ loren wäre, wenn es im Geiste dieser Kriegsdichtungen handeln würde, ja doß es auch seelisch und moralisch verloren wäre und man an seinem Wiedererstehen verzweifeln müßte, wenn der Leitstern seines Handelns und seines Neuwerdens der Gedanke an Haß, Rache, Krieg sein sollte. Da müssen ganz andere Kräfte der Seele und des Goistes lebendig und wirksam werden. Als Erzieher zum Deutschtum lehnen wir— und wir sind überzeugt, alle Verständigen mit uns— Herrn Gramsch mit aller Entschiedenheit ab. W. Um einen kleinen Gummiball. Bitterlich schluchzend und weinend steht eine Mutter vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte und erzählt, was sie veranlaßt habe, einen Warenhausdiebstahl zu begehen. Sie seit seit 15 Jahren als Aufwärterin bei einem höheren Beamten tätia und babe zuletzt pro Monat ganze 500 Mark Gehalt bezogen. Mit diesem geringen Einkommen habe sie mit ihrem Kinde oft bitterste Not. leiden müssen. Anfang Dezember sei ihr 10 jähriger Knabe täglich zu ihr gekommen und habe ge⸗ bettelt:„Mutti, ich möchte einen Ball haben!“ Als sie eines Tages, da das Garn in einem Warenhause in der Leipziger Straße einsge Mark billiger war als in anderen Geschäften, dorthin gegangen war, um Garn zu kausen, welches sie brauchte, um ihrem Jungen die Anzüge zu flicken sei sie durch das 0 N und plötzlich hätten ihr die flehenden Worte ihres Kindes in den Ohren geklungen. Wie es gekommen sei, wisse sie nicht mehr. sie habe den Ball genommen und sei dann von der Hausdetektivin festgenommen und untersucht worden. wobei' sich der Ball fand. Da die polizeilichen Ermittelungen ergaben, daß die bisher völlig unbescholtene Angeklagte tatsächlich ihre Aufwärterstellung seit 15 Jahren inne hatte. ohne sich das allergeringste zu schulden kommen zu lassen, beantragte der Amtsanwalt da die Angeklagte eine Geldstrase ja doch nicht bezahlen könne eine Gefängnisstrafe von einer Woche, bat jedoch ihr die bedingte Begnadigung zuteil werden zu lassen. Das Gericht erkannte auf fünf Tage Gefängnis mit Strafaussetzung. Merkwürdige Rechtszustände. die sich ein polithsch und kulturell reiches Volk noch gefallen lassen muß. Wucherern erspart man Gefängnisstrafe. Eine hoch ehrbare arme Frau aber die aus Liebe zu ihrem Kinde das Gesetz überschritt, wird unter Aufbietung des gangen komplizierten Gerichtsapparates zu Gefängnis verurteilt. Und das alles wegen eines einzigen kleinen Gummiballs. 5 Der Schieber. Unter dieser Spitzmarke veröffentlicht der Darmstädter Volksfreund folgendes hübsche Stimmungsbild: In der Ludwigstraße traf ich ihn. Massig und fett gleich einer ge⸗ nzästeton Sau aus dem Odenwald war er geworden. seit ich ihn zuletzt gesehen hatte.„Wie geht's?“ war seine Frage.„Arbeits⸗ los“, antwortete ich.„Aber Menschenskind, wie ist das denkbar und möglich, Was beißt arbeitslos? Sie waren doch ehedem nicht auf den Kopf gefallen. Machen Sie's wie ich, hängen Sie Ihre Idoale und den ganzen Ingenfeurberuf an den verrosteten Nagel, verschassen Sie sich etwas Kapital und lassen Sie das Ar⸗ beiten, davon bekommen Sie wenigstens keine Gehirnschwielen. Ich habe an Margarine allein in einer Woche zweihunderttausend Mark verdient und habe heute wieder ein Bombengeschäft in Aus⸗ sicht. Sie kennen doch den kleinen D... vor Jahresfrist pumpte er andere Leute um Geld an und hat sich in diesem Jahre zwei Häuser gekauft. Sie sehen verhungert und herabgekommen aus; ja natfirlich. Ehrgefühl schafft kein Mark in die Knochen und keinem Pelzmantel auf den Leib, und für Ihre vornehme Gesinnung gibt Ihnen heute kein Bankdirektor und keine Erzellenz auch nur einen einzigen braunen Lappen.“—„Ausgeschlossen, für solche Geschäfte bin ich nicht zu haben. Ich als Sozialdemakrat denke in diesem Punkte..“„Was?“ unterbrach er mich und prallte zurück, „Sie find Sozialdemokrat? Aber Mann Gottes, Sie schienen doch ehedem ein nationalgesinnter Mann zu sein. Na. hören Sie, ich als überzeugter Deutschnationaler bin wahrhaftig entsetzt über Ihre politische Einstellung, ich bleibe Monarchist und überzeugter Ehrist bis zum letzten Atemzug! Eh repwort! Bei den roten Bridern——“„Ich verstehe“ unterbcach ich seinen Redeschwall. „bei den roten Brüdern würden Sie mit Schimpf und Schande aus der Partei fliegen. Bleiben Sie also bei Ihren famosen Go⸗ sinnungsgenossen, zu denen Sie mit Leib und Seele passen.“)— Der edle Patriot murmelte etwas zwischen den Lippen und nahm einen schnellen Abschie Gesetz ist am 1. April 1920 in Kraft getreten, sodaß der Anspruch auf Unterstützung nur noch für Die in den Räumen des Kunst⸗ Spielwarenlager gekommen, 5 5 Die Teuerunge zahlen in Hessen. Die Tenerungszahlen sind angehöriger und kann daher nicht als ortsansässig belrachtet wer⸗ 5110 richter berechnet auf Grund der Preis 8 24. Januar 19235 für den den: Seine Wohngemeinde sei Marburg, wo derselbe zur Zeit als 2 Kleine Nachrichten. Vormonat(in Klammern beigefügt) vom 20. Dezember 1922: RNeichswehrangehöriger stationiert sei.— 4. wurde beschlossen, von N 5 3 denn 5 Mainz 120 506(60 450), Darmstadt 122 328(59.784), einschgießlich dem seitherigen Jagdpächter den 2000 fach erhöhten Friedensjagd⸗ In der kleinen Gemeinde Marzhausen erschien dieser Tage ein 5 1 Bekleidung 156 530(83626); Offenbach 122 644(58 237), Worms preis für 1 mit 2250000 Mark zu fordern. Erkläre der⸗ Herr der den Gemeinderäten erklärte, das Ortsnetz der Ueberland⸗ 75 0 125 868(01 735), einschließlich Bekleidung 164 701(84 956); selbe nicht bis zum 15. März seine Zustimmung, so soll der Rechts⸗ zentrale sei zu dünn und milsse durch einen stärkeren Kupferdraht er⸗ bels Gießen 110 745(86 353), einschlteßlich Bekleidung 145 395,74 978). weg beschritten werden. J. setzt werden, wobei allerdings der Ort einen Tag ohne Licht sein 11 f Durchschnitt der fünf großen Städte 121638(59 414), 1— Lollar. Ver. Sozd. Wablverein. 5. Vortgsabend am müsse. Selbtverständlich erklärte man sich mit dieser Verbesserung bn lich Bekleidung 157 580(81 307); Neu⸗IJsenburg 125 486(57 298), Dienstag dd en 6. März, abends 8 Uhr, in der Schule: Herr Rechts⸗ einverstanden. Kurz darauf erschienen auch einige Monteure, die im 7 550 Friedberg 127/033(57950), Lampertheim 121257(29 274), anwalt Homberger über„das eheliche Güterrecht.“— Die Genossen Handumdrehen beinahe 1000 Meter der Hauptleitung abschnitten, ein⸗ geiler Bad Nauheim. 130 987(61865), Viernheim 124 306(64 931), wollen mit ihren Familien wie gewohnt, vollzählig erscheinen. le f ein Fug luden und damit nach der mächsten Bahn⸗ dm 7 Bensheim 131.251(64 235), Bingen 116 823(60 fg), Alzey b 2 bier dampften die Herrschaften mit un Gin f 1130/9(51 680), Rüsselsheim 126 071(55993), Heppenheim Kreis Als feld⸗Lauterbach. ee Jie* Gemeinde Marghausen itzt um feit einigen 1 120 961(30 357, Dieburg 107 078(58 262), Groß⸗Gerau 146 540 Heiltundiger und Aerzte. dorcemten Dunklen und wartet sehnfüchtig auf den Ersatzdrubt. Der 1 b 5 ⁰ be 1 5 0— 8 4550 e— 3— 923 Aus Alsfeld erhalten wir eine Zuschrist, in. ge. Gemeinderat war Gamern ersten Ranges in die Hände gefallen. 1 11 * Laute roa 9 5 9) enhete— 59 327), 1 i Ji f wift 1 Heilkundigen 0 2— 5 5 2 1 0 Nüdingen 103 073(52 304), Erbach 11445(58 143), Schotten Merge e ee e treibt. Massenverhaftungen von Millionenschiebern. 4 1 05 90 113 841(53310); Durchschnitt der 24 Gemeinden ausschließlich Wir geben im Folgenden das Wesentliche aus der Zuschrift wieder, Die Berliner Kriminalpolizei ist einer 1. Faber 15 N 5 5 Betleidung 118 715(58 96) und einschließlich der Bekleidung der wir dann noch einiges hinzufügen wollen.— Also vor längerer Schieberbande, die sowohl aus Zollsekretären, aus 10 e d lunlle 107 154607(89 089). Die Teuerung ausschliestich Bekleidung ist vom Zeit hat sich in Alsfeld ein Heilkundiger niedergelassen namens Prokuristen größerer und mittlerer ä at 105 N 10 Da l Dezember auf Januar um 104 Prozent und einschließlich Be⸗ Daub, der sich als„Augendiognostiker“ bezeichnet. Er hat viel Exportlaufleuten besteht, auf die Spur. 4 45 ö ice kleidung um 93 Prozent gestiegen. Julauf von Patienten und es ist begreiflich, daß dieser Umstand fester Hand zugegriffen. Die Bande 11 due 2 12 Der März oder der Frühlingsmonat beginnt nach dem hundert⸗ den Aerzten nicht besonders angenehm ist. Diese haben daher den bewillzzungen Hunderte 7777 M 5 1 mußte jestgestelt werben 1 0 jährigen Kalender rauch und kalt die Mitte bringt schönes Welter. Beschluß gefaßt, allen Kranken, die den Heilkundigen in Anspruch daß Auland de rschun dzzesches diese Sunne errelg f⸗ de 90 der Schluß aber wird wieder kalt. Die Natur erwacht zu neuem genommen haben, die ärztliche Hilfe zu versagen. Zu 5 zum Schaden des 8 8 um Millionen. sondern Die Leben die Knospen sprießen die Sträucher ziert frisches Grün. diesem Zwecke sollen die Aerzte„schwarze Listen“ angelegt haben, in e handelt es sich 5 5 Zollsetretäre vom Lehrter ad Die her henwencen verkünder den Mucha tes rien der denen die Kundschaft Daubs verzeichnet steht. Dieser Beschluß sei] um 1 Mlliarde. Veggostet e 1042 Prokuristen von Spedi⸗ hre am 21. kalendermäßja seinen Einzug hält. Eine partielle Mond⸗ in nachweisbaren Füllen in die Tat umgesetzt worden. Sogar ein Bahnhof, Laue und Klein, 7 fleuten. Eine gane deihe 7 finsternis findet am 3. März vormittags 4 Uhr 32 Minuten statt. Sanitätsrat, der als erfahrener, edeldenkender und gerechter Arzt tions mer und einigen 6 00 auftsuken. 5 a fie Der Beginn ist sichtbar im westlichen Asten, in Curopa. Afrika,. bekannt ist und sich nicht daran kehrte, wurde von einem viel fün⸗ weiterer Verhaftungen ste ht bev zr. a Fböter Slld⸗ und Nordamerika In unserer Gegend geht der Mond vor⸗ geren Kollegen sogar bis vor das Ehrengericht zitiert, weil er 5 Ein Holzhändler als Millionenschwindler verhaftet. FGeispi mitlags 7 Uhr unter, steht also während der Finsternis im Süd⸗ gegen den Aerztebeschluß gehandelt hatte. Das Stärkste war aber In München ist der Holzhändler Belschner aus Ulm festgenom⸗ 0 1 1 westen, Eine ringförmige Sonnenfinsternis findet am 17. März] das Verhalten von Dr. Rotschird. Die Frau Daubs kam am 22. men worden, der bei Holzgeschäften Millionenschwindeleien begangen 1 statt, ist aber bei uns nicht zu sehen. g Februar 5* 8 3 1— haben soll. 100 Bauernregel* März. witter im Märzen, gehen dem nommen werden. rr Dr. schild wurde gerufen.* ösischen Militärjustiz. Aus Kob⸗ 0 Bauer zu 2 e 99 8 weng 3080 Herr Doktor hörte, daß er zur Frau Daub kommen solle, da ant⸗— verhan⸗ wollt Lange Schnee im März bricht dem Korn das Herz. Säst Du im wortete er wörtlich:„Frau Daub, nein, danke.“ Ein anderer Arzt delt 51 n die Redakteure Pickard, Sozialdemokrat,(hein. Warte), and März zu früh, ist's oft vergebene Müh. Märzenstaub bringt Gras war durch Geburtshilfe im Krankenhause zur selben Zeit verhin⸗ 2 1 9 5(Kobl General⸗An iger; Dr. Mehrmani(Kobl. Zeitungs N Land. und Laub. Märzenfertel Margenfohlen alle Bouern haben wollen. dert, die Antwort des jüngeren war leicht vorauszusehen und sos Neige e gol. Volksheitiunc), welche unter der Auflage fan. e Ist's an Maria Verkündigung schön und rein, so soll das Jahr ging der alte Sanitätsrat wieder in seiner vornehmen Gesinnung und N 2(Ao 0 nich 8 1 senommen zu haben, welche ihnen f kroke sehr fruchtbar sein. Mit Märzenschnee die Wäsche bleschen, machet hin und rettete Mutter und Kind. Wichtig wäre es nun, einmal den, eine ee e e. nicht alle 31. Januar zur Veröffeutlichmg. wütd — Flecken weschen. März trocken, April naß, Ma laftig. von In erfahren, ob ein Arzt gesetzlich Geburtshilje versagen kann, wenn der französische Bezirks. 1— Gerich bshafe laue r 5 beiden was bringt Korn in den Sack und Wein in das Faß. Auf ihm nachweislich keine anderen dringenden Fälle vorlagen und er hatte zugehen lassen. Das Urteil de fes Mauna 8 0 900 i l 5 0 Märzenregen bleibt der Sommer trocken und die Aecker hocken. Zeit daß hatte. Auch dürfte es nutzbringend sein, wenn sich die der Angeklagten auf 40 000 Mark Geldstrafe eventl. 2 Ist an Ru tt der Himmel rein, so wird er's auch im Juli sein. Herren Landtagsabgeordneten einmal in der Kammer darüber fänguis. autbi indet, ist 0 9 j 5. 725 2 2 unterhielten, ob das persönliche Freiheit im demokratischen Staate Ein neuer Prophet der auch Gläubige findet, ist der Wander⸗ f 12 Wie viele Nebel und im März so viele Glisse im Jahr ohne Scherz bedeutet, da auch dem Alsfelder Apotheker bis jetzt der Verkauf prophet Häuser. Wie aus Berlin berichtet wird verfügt er eln — Kegt hier kein Wucher vor? Wie wir hören, steht der naturheilkundlichen Mittel verleidet wurde, und diese von über einen großen Anhang: er nennt sich jetze„Präsident der Ge⸗. Dal die Engel⸗Apotheke zum Verkauf. Der seitherige einer wa e Apothete in der Nahe bezogen werden en reinigten Staaten von Europa“ und an der Spitze seines Blattes, ö eilen Besitzer, der sie von seinem Vorgänger Haller⸗Munk für Soweit die Zuschrift in ihrem hauptsächlichsten Inhalt. Uns das den Titel„Der Haußer“ trägt und für 300 Werk verkauft i c 975 000 Mk. gek. hat, soll jetzt nicht weni wie liegt es fern, für den Heilkundigen, seine Methode, seine Praxis wird, als seine Mitarbeiter Michael Kohlhaas. Huß⸗Nitzsche, 1 15„gekauft hat, soll jebt nicht weniger wie und seine Erfolge irgendwie eiggutreten. Doch die Ansicht dürfte Niobesrkerre und Jauss von Katar neun dae sig ec eg bit dert Millionen Mark verlangen. Wenn das richtig l ee 5 3. ee s und Beeren gegen d b 5 hun 5 8 17 4 von allen vernünftigen Menschen geteilt werden: ein Arzt hat Anklage wegen Verbrechens und Vergehens gegen 0 f gang 3 die Staatsanwaltschaft einschreiten. Die Kranken die e 8 1 1 1 N N der seine 1 Sch 5 1 der. ubli 15 Aude er 1410 5 99 7* 8. k ind es, die dafür blut üßten. ärztli ilfe sucht, ihm diese zu gewähren, ohne zu fragen, wer schledenen Volksversammlungen im Novemd, zem„. 5 betet 5——.— Vahnsirege⸗ 5 Auf der Strecke Köln Gießen ist oder was der Hilfefuchende ist. Wer das als Arzt nicht 5 tun ge⸗ die Mitglieder der Regierung sämtlich als Betrüger und f 3 seit 1. März zwischen Bahnhöfe Troisdorf und Wahn der Betrieb willt ist, soll sein Metier aufstecken, der ist nicht dafür geeignet. Schieber die Staatsanwälte und Richter als Lügner und Betrüger ee itillgelegt. Schnellzüge und Personenzüge fahren bis auf weiteres 4 2 und die Justiz als eine Hure bezeichnet haben; weiter soll er dazu 1 tand Sead irg. uff 11 esterwald und Unterlahn. iufgefordert haben. die bestehende Regierung zu beseittgen. und er bis und ab Siegburg. Jenseits Wahn ist Pendelverkehr zwischen. 2 2 2 5 aufgeforder en die bestehende Mes 0 und ö als ei ö Ki. ingeri 9 ar el Eine Gewalt⸗Aktion des Landrats in Haiger. Ein unglaube bat sich auch gerühmt. daß er mit 25 dn lionen Dollars, die ihm 1 Köln und Porzburg eingerichtet. Auch Bahnhof Engers ist sti liches Vorkommnis spi ie dee in b. Dort it 97 tänd E Nepier stütrzen werde. Weiter hat am! gelegt. Zwischen Siehrshahn und Sayn besteht Pendelverkehr. 5 Geno e sich eee der Ber eee. n F rasen in de er e spreh — Versammlung des Reichsbundes für Kriegsbeschädigte. Am er e Trott ständiger Vertreter des Bürgermeisters. Er Häußer einen„Tagesbefehl erlassen, in dem er sich„ Volks⸗ So 5 5 05 15 eee,. hat auch während der Erkrankung des Bürgermeisters dessen Ge⸗ kaiser“ bezeichnete und feine Getreuen aufforderte⸗ die Gefängnisse dann (Sonntag hielt der Reichsbund für Kriegsbeschädigbe⸗ e schäfte übernommen und zwar im Einverständnis der Stadtver⸗ Zuchthäuser und Irrenanstalten zu öffnen. um alles zu vernichten, werh . im Cafe Leib eine gut besuchte öffentliche Versammlung ab, waltung. Jungdentschlandbund und Orgesch paßte dies natürlich da ihn als„Bluthund auch nach Blut dürste“. Wegen dieser An⸗ f in der auch insbesondere Vertreter von Behörden terlnuhmen. Nach nicht. In einer Versammlung. die von ihnen auf dem Marktplatz klage sollte sich Häußer am 21. Februar vor der Strafkammer ö inicen einleitenden Begrüßungsworten nahm der Reserent Gau euberufen wurde. wollten ie dagegen Protest einlegen. Da zu in Oldenburg verantworten. Der„Volkskaiser“ zog es aber bon ö Monberger⸗Darmstadt das Wort.— In einem zweie befürchten war daß diese Demonstration zu Reibungen mit der vor nicht zu erscheinen. Die Strafkammer erließ einen Haft⸗ SEiof stündigen Referate gab er ein Bild über die eigentliche Entwicklung] Bürgerschaft führen würde wurde von Genossen Trott die Ver⸗ befehl und zwei Tage darauf wurde Häußer in Konsta mz aber Der gesamten Versorgung. Er beleuchtete hauptsächlich in uren Um⸗ fammlung verboten vom Landrat in Dillenburg aber genehmigt. verhaftet. Er soll nun zur Untersuchung seines Geistes⸗ Vat aulssen dbe Gesetze von früheren Jahren, hanptsächlich seit dem Kriege] Der Dillenburger Landrat glaubte es auch mit seiner Eigenschaft zustandes in eine oldenburgische Irrenanstalt gebracht 9 von 1870—71. Daraus ging hervor, daß in Bezug auf die heutige als Hüter von Recht und Gesetz vereinbaren zu können. ungesetz⸗ werden. dassin sorgung der Kriegsopfer der Ausbau der damaligen Gesetze in liche Maßnahmen vorzunehmen. Unter seiner Führung zogen 5 Vom König der Hochstapler. dak Baziehumn vieles zu 1 übrig ließ. 1 8 0 n 1 1 auf das Rathaus, um dem Genossen Trott Vor drei Jahren hielt in einem Berliner Dienstauto und reich mit geschaffenen neuen Gesetze weisen in dieser Beziehung die Au ig seines Amtes zu unmtersagen. Der Landrat bedeutete Ausweisen aller hohen Reichsbehörden versehen, ein Freiherr 1 grundlegende Neuerung der gesamten Versorgung her⸗ persönliche Sicherheit garantieven. Trott erwiderte dem Landrat, häufer Wohnun⸗ nn er mit de g ö Redner ging sodann auf die Bestümmungen des Reschs⸗ er möge die Orgeschlente nur bereinkommen lassen er fürchte den den den ann hen de h daten 7 5 0 rgumgsgesetzes vom 1. 4. 20 ein und erläuterte die einzelnen Tod nicht. Die Arbeiterschaft hielt sich auf den Rat des Genossen schaften— und ward schlie ßlich 0 l 88 Kriminalpolizei ein wenig Bestümmungen. Besonders erwähnte er die Tätigkeit der Organi⸗ Trott zurück; es wäre sonst aber durch das provokatousche und unge⸗ näher betrachtet. Diese fand heraus, daß der Freiherr ein Schwind⸗ Kriege och erhebliche Mängel auf. Erst durch die rege Mitarbeit der ihm wenn er nicht freiwillsa auf die Aussibung der bürgermeister⸗ eff ef 1710 itischer e e e ist es nach dem Kriege ge⸗ lächen Dienstgeschäfte verzichte damn köune er nicht mehr für seine 90 lion denten eng i. e mage. ee 1 tionen am Versorgungsgericht. Seine weiteren Ausführungen waren setzliche Verhalten des Landrats zum Blutvergießen gekommen. n f 5 9 9. ber in Kürze zu erwartenden e Novelle zum Reichsversorgungs⸗ Unter der Begleitung von fünf Landjägern wurde Genosse Trott e 11 1 al Bee sich ben über die 2 gesetz gewidmek. Hieraus ging hervor, daß für die gesamten Kriegs⸗ in schne Wohnung gebracht. Am andern Tag schickte der Landrat Keiminalkommisf e 1 Aich eschwerte. Trotzdem gab rer cer upfer in bezug auf die Versorgung wesentliche Aenderungen bevor⸗ abermals elf, Gendarmen nach Haiger. die das Rathaus besetzen 8 5 5 e e gen Forschungen nach dem He dec stehen, die weit günstiger sind, als die seitherigen Bestimmungen. a e den Henossen Trott an der Ausübung seiner Geschäfte daß 1 5 Pee e eilen 5 Wirklichte e 1 hatte. 1 e 5. 1 5 f 5 5 2 0 1 er besagte F i 5 1 u Seine Ausflihrugen wurden mit großem Besfoll aufgenommen. Ju dul rerhaaderg w aluch svrach ibm der Landed die duealldana dat Oerthel aus Dresden war und wegen tausendfälkiger Hochstapeleen an der anschließenden Diskussion meldete sich der Reichstagsabgeordnete polizeilichen Gewalt ab. Genosse Trott entgegnete ihnen daß nicht ten ganges 5 8 10955. 0 n 5 8 5 1 der Landrat, sond 5 egierungsprasident sei setzt ersten Ranges von allen deutschen Staatsanwaltschaften gesucht wurde. i Bechmann zum Wort. Er erklärte, daß er als Mitglied des 19. Aus- ber de sondern der Regierungspräfident sein Vorgesogter Derthel wurde verurteilt, kam wieder frei, trieb wieder Schwindeleien bee schusses des Reichstages für eine zeitgemäße Versorgung der Kriegs⸗ sei. Im Auftrage der Regierung hat dann abends Bezirkssekretär n ar 5 8 i 2 sern opfer jeder elt. e wens 7 17 1 n die 8 Genosse Röhle mit dem Landrat verhandelt und bewirkt daß er un großen, wurde im letzten Oktober abermals in Berlin eingesperrt, 5 Versorgung im Parlament gediehen ist. Auch er erntete den Beifall nachts seine Maßnahmen gegen die Haigerer Stadtverwalkung„ 5, a der Versammlung. Da keine weiteren Wortmeldungen vorlagen telegraphisch zurücknehmen mußte. Trott amtiert also weiter. Jetzt nahm Oerthel seinen Hochstaplerberuf uit aller Kraft anf, un„te schloß der Versammlungsleiter mit einem vortrefflichen Schlußwort Zum Protest gegen die landrätliche Gewaltmaßnahme haben sämt⸗ der Flagge eines amerikanischen Konsulatsbeamten Lutz Egloffstone üther und dem Wunsche, daß auch die Regierung für eine zeitgemäße Ver⸗ liche Sladtverordnete ihre Aemter niedergelegt; dor Magistrat hat prellte er viele sächsische Geschäftsleute um bedeutende Summen, ver⸗ Weg sorgung eintreten soll, die Versammlung. 6 0 sich mit dem Genossen Trott solidarisch erklärt. Der Landrat von kauste ihnen u. a. gegen gutes deutsches Papiergeld gefälschte amerika⸗ ö — Sprechtage der Hauptfürsor stelle für Kriegsbeschädigte. Die Dillenburg hat sich nach dieser seiner Handlungsweise für unge⸗ dische Dollaruoten und fiel jetzt endlich der Polizei wieder in die bens pestiche Henptfürsorgestelle 152 805 beschadigten⸗ 11 700 eg 1 8 eignet für einen derartigen Posten gezeigt. 2 die ihn nach Plauen, dem Hauptort seiner letzten Schwindler⸗ 0 Stag bliebenenfürsorge zu Darmstadt hat mit Rücksicht auf die sich Kreis Wetzlar. ener renate in Wen 70 0 15 80 11 1 9 6 1 5 43 150 1 5 0 5 2„Freilassumg ga nde rügereien ver 1 eg ens 5 2 12 155 Auch e» Nuderbiel. Mit der Erschiehung eines Schulfungen durch hat.— Wann wird man von diesem„König der Hochstapfer“ wieder 9 12 vormittags v 1 1 h bestimmt 3 einen Jäger beschäftigte sich hier eine stark besuchte Versammlung. etwas hören?? 5 0 ind Staufenberg. In der heutigen Gemeinderatssitzung wurde Ueber diesen Vorfall herrscht starke Erregung im Orte. Es wurde Jar als erster Punkt die Gehaltserhöhungen der Gemeindebeamten und ee daß den an der Kinderschießerei beteiligten Jägern Briefkasten. 305 Bedsensteten beraten. Diese sollen nach Vorlage immer gleich⸗ unter allen Umständen die Waffenscheine entzogen werden müssen G. D.⸗Nidda. Es dürfte genügen, wenn Sie adressieren: G. n 8 eh Fr 8 8 a 5 8 8. genügen,: General⸗ . r e und Tage Wer auf Kinder schießt, ist ein gemeingefährlicher Menseh. der auf konfulat der Republik Argentinien, Frankfurt a. N. Straße und 5 der Pre g Forrhessen zur ae eee e die keinen Fall länger Schußwaffen tragen darf. Hätte ein Arbeiter I aber 4 übe*. eee, 1 hae Gemeinwirtschaft als zweckmäßig anerkannt. Wurde aber bis zur einen Sohn der Herrenkaste getötet, so würde er schon längst hinter uns bebonn it W e bekommen soviel a nächsten Sitzung zurückgestellt, um Erkundigung einzuholen, in Schloß und Riegel sitzen. Das Blut eines Arbeiterkindes ist aber ist es aber iner Bi lleicht ist es menen ee ben welcher Weife der Preis für den Festmeter des Holzes auf je einen. nicht minder halli 85 der Serreffkinder Die Verf e noch besser, wenn Sie sich direkt N datt Hektar aulgerechlet Wen fell. 8 der Durchschnitt⸗Erles eh nicht min er ballig als das Blut der Herrenkinder. Die Versamm⸗ an die Stadtverwaltung von Buenos⸗Aires wenden, deren genaue 5 diesjährigen Holzsubmissionen zugrunde gelegt, eder der Preis nach lung spricht ihre Empörung über dieses zweierlei Maß aus und] Adresse das Konsulat sicher mitteilen kann. den Abzug der Hauerlöhne und der Kulturarbeiten in Rechnung ge⸗ erwartet, daß sich die Behörde des Falles mit äußerster Strenge 14242 2 7 S 7 aft stellt werden. Drittens, wurde ein Antrag auf Ortsbürgerrecht[annimmt. A itiert Ir die Ober E U 1 70 1 eh untt der Begründung abgelehnt:„Der Autragsteller sei Reichswehr⸗ 3* 0 Hel Ang 90 . 8 r e rr e. rg„ 7 11 2 5 3—— 2 00 0 2 Saag Warum ist Leurio allen anderen Haus- 1 2— 14 N haltseifen überlegen:* Veil Feurio die Wäsche nicht angreist daz and im Sebrauch viel sparsamer ist⸗ 1 1 Feurio Haushaltseife enthält 805% Fett. 21 re r t f 2 * . A r AS lle Grofberzogs möchte vielleicht eine solche Auffassung, wie sie in dem Dreiparteien⸗Antrag niedergelegt ist, herauszulesen verschwunden, und Wortbrüchen. AA en — sein. Mit dem Sturz der Monarchie ist auch der Großherzog gibt es auch ein„großherzogliches Haus“ nicht mehr. Das haben die Staatsrechtslehrer bestätigt. Obwohl durch ausdrücklichen Akt des revolutionären Ar⸗ beiter: und Soldaten rates. der unzweifelhaft auch juristisch damals der Trager der öffentlichen Gewalt war, die Domänen dem Staate zugesprochen wurden, hatte sich nach⸗ her der Landtag, dem Recht der Billiokeit folgend. zu einer Abfindung des bisherigen Großherzogs bereitgefunden, wie sie in dem Vertrag von 1919 niedergelegt wurde. Das war das Aeußerste, wozu sich die Sozialdemokratie herbeilassen konnte. Wenn von Ernst Ludwig oder seinen Beauftragten 17 daran gerüttelt, wenn von der Seite jetzt unter forma⸗ listischen Berufungsgründen die Vereinbarung nicht mehr anerkannt werden sollte, dann wäre das, vom Standpunkte 5 hessischen Volkes gesehen, ein glatter Vertragsbruch. Die Geschichte der deutschen Fürsten ist ja nicht arm an Eid⸗ Die Verfassungskämpfe, die vor 100 Jahren in Deutschland von den damaligen Liberalen ge⸗ führt werden mußten, geben ein Beispiel davon. Wir können zunächst noch nicht glauben, daß Ernst Ludwig diese ispielsreihe verlängern möchte. Aber das wollen wir doch in aller Deutlichkeit sagen: ein solcher Vertragsbruch würde das Signal dafür sein, das nachzuholen, was in und mit der Revolution von 1918 in Hessen versäumt wurde. Und wer wollte bezweifeln, daß das werktätige Volk in Stadt und Land nicht tagtäglich Anlaß hat, einen Stoßseufzer ob solcher Versäumnisse zum Ausdruck zu bringen. Wir Sozialdemo⸗ kraten könnten die Lawine nicht aufhalten, wenn versucht würde, der hessischen Republik wirtschaftlich das Rückgrat zu brechen, was das Ergebnis einer solchen Revision der Domänenfrage wäre. 5 Wir glauben recht unterrichtet zu sein, wenn wir mit⸗ teilen daß die Landtagsfraktion des Zentrums und der Deutschen Volkspartei, die übrigens den Antrag nur als einen solchen einzelner ihrer Mitglieder. nicht als einen offiziellen ihrer Fraktionen angesehen wissen wollen, in ihm bereits ein tüchtiges Haar gefunden haben und nach einem gangbaren Ausweg suchen. Die Vertreter der sozialdemo⸗ kratischen Fraktion haben in interfraktionellen Besprechungen bereits ganz unzweideutig zum Ausdruck gebracht, daß für unsere Fraktion diesem Antrag gegenüber schärsster Wider⸗ stand mit allen Konsequenzen nicht mehr und nicht weniger als eine Existenznotwendigkeit ist. und daß die Froktion, die am Mittwoch zusammentritt, nur ein glattes Nein aus⸗ sprechen könne und werde. Welche politischen Folgen sich dann ergeben, dafür müssen die Antragsteller die Verant⸗ wortung übernehmen. Wird der Antrag trotz Widerstand der Sozialdemokratie won den bürgerlichen Parteien angenommen, dann muß die Sozialdemokratie aus der Regierung austreten. Sie wird aber dann gegen einen solchen Beschluß des Landtags den Volksentscheid auf Grund des Artikels 12 der hessischen Ver⸗ fassung anzurufen haben. Dann mag einmal das hessische Volk beweisen, ob es noch eine republikanische Mehrheit hat. 0 Nationalismus, Jnteruationalismus. Der utopische Sozialismus stellte sich außerhalb des bestehenden Slaates. Er versuchee sozuscgen hinter dem Rücken dieses Staates eine sozialistische Gesellschast zu errichten. Nach Marx ist der Nationalstaat Schöpfung und Vollzugsorgan der herrschenden und besitzendon Klassen. Marx war scharsäugig ge⸗ mug, die Kreft des nationalen Gefühls zu bemerken, unterschätzte aber diese Kraft. Durchaus wirtschaftlich denkend, sah er den Gegensatz zwischen Proletarigt und besitzenden Klassen aller Länder und Staaten als viel wirkfamer an als die nationalen Greuzen zwischen den einzelnen Völkern. Insosern war er durch und durch international; er teilte die ziwlisierte Menschheit wesentlich in gegensätzliche Klassen. Den bürgerlichen Staat stellte Marx inso⸗ fern in Rechnung, als es galt. sich seiner zu bemächtigen, um ihn umzuwälzen und ibn als Werkzeug der gesellschaftlichen Revolution zu verwenden. Jacht Verbrüderung der National staaten, sondern „internationale Verbindung der Arbeiterklassen im gemeinschaft⸗ lichen Kampf gegen die herrschenden Klassen und deren Regierungen“! Im Gegensatz hierzu entwickelte sich innerhalb der Sozial⸗ demokratie eine Bewegung die sich auf den Boden des gegebenen Staates stellen wollte. Vollmar forderte das Zusammenwirken der Sozialdemokratie mit dem gegenwärtigen Staat zur Förderung der sozialen Entwickluma: ie friedlicher, geordneter, organischer diese Entwicklung vor sich gehe desto bessor sei es für die Arbeiter und für das Gemeinwesen. Dieser noch auf dem Magdeburger Parteitag 1910 theo retisch stark bestritteue Standpunkt setzte sich jedoch in der politischen Praxis förmlich elementar durch, so daß am 4. August 1014 die Zuftimmung der Soztaldemokratischen Partei zur Bewilligung der Mittel für die Kriegsführung nur den logi⸗ sche Abschluß dieser geschichklichen Entwicklung bedeutete. Die hieg⸗gen erhobenen Vorwürse waren daher völlig unbegründet. In der Gegenwart handelt es sich darum die Lage genau zu erkennen um daraus die Folgerung für die praktische Politik der Partei zu ziehen. 15 8 Die Kommunisten stehen noch auf dem alten historisch überwundenen Standpunkt. Sie verueinen zugunsten der Gesell⸗ schaft den nationalen Staat. Dieser Staat ist Klassenstaat und enthält nicht die Bedingungen zu einer gerechten Gütervertellung und zu einer gerechten Ordnung überhaupt. Diese Bedingungen enthält allein die internationale Gesellschaft der Arbester die Ge⸗ chat ohne nationale Schranken und klasseuhafte Unterschiede, die allein auf revolutionärem Weg hergestellt werden kann. Die Nationalisten verneinen zugunsten des nationalen Staates die Gesellschaft. Soweit sie nicht blinde Idealisten sind oder kaltrechnende Nutznießer der in den gegebenen Nationalstaaten verwirllichten Klassenschichtung und lapitalistischen Wirtschafts⸗ ordnung, soweit sie also zu sachlicher Würdigung willens und sähig sind, halten sie dafür daß der nationale Staat die letzte mögliche Form einer gerecht georöneten Gemeinschaft ist. Der National- staat lann„sich selbst genug“ sein; aus eigener Machtvollkommen⸗ heit ist er das Haupt der Völker. der Auführer der Zipilisation. der Urquell der Kultur. 12 455 1 Die Sozialdemokratie hat eine historisch bereits längst überwundene Elnstellung aufgegeben und trat auf ben Boden des gegebenen Staates. Die unglückliche Wendung des Kriegs brachte überdies die Demokratie und damit die Pflicht der Arbeilerschaft zur poßtiven Mitarbeit am bestelsenden Staat. Dieser Staat aber ist im Bewußtsein einer Ueberzahl von Zeitgenossen eine. auf dem Boden des Voltstums geeinte Ordnung. So ist er und so will er von der regfterungsfähia gewordenen Sozialdemotratie genommen werden. 17.. : berseits hat es der Krieg besiegelt und die Nachkriegszeit es von Tao zu Taa mehr, daß die Zukunft keinem eingel⸗ nen der national zusamsen, das stärlste und tüchtiaste Volk sich allein nicht mehr behmmten kann. Dies teifst zunächst in machtpolitischer Hinsicht zu, erzwingt eber naturgemäß auch nach ber kulturellen und ethischen Seite hin die Vorstellung einer übernatlonalen Gemeiuschaft. Wenn sonach die Sozialdemokratie unter Ablehnung des Ge⸗ dankens, durch proletarischez Diklat eine internationale Gesell⸗ schaft sozusagen auf einen Schlag einführen zu wollen, sich auf den Boden des nationalen Staates stellt handelt sie gemäß den Wachs⸗ tumsgesetzen politischer Gebilde. Sie wirkt im Sinne organischer Entwicklung. Das ist Nealpolitik. Das Ziel bleibt das alte: die Ueberwindung des bürgerlichen Klassen⸗ und Nationalstaates durch elne höhere Gesellschaftsform. in der die Klassenschichtung beseitigt, die Arbeiter wirtschaftlich und seclisch befreit sind und die natso⸗ nalen Grenzen ihre krennende, esnengeude und feindselige Be⸗ deutung verloren haben. Ob diese hähere Gesellschaftsform über⸗ oder international scin wird wie weit also die Nationen politisch 1 kulturell in ihr aufgehen, ist ein Problem für Köpfe. die Zeit für müßige Reflexionen haben. Zunächst gilt es, inner⸗ halb des Gegenwartsstaates posästiv mitzu⸗ arbeiten unter Einsatz der ganzen Kraft der Arbeiterklasse zur geislig⸗sittlichen Auseinandersetzung mit den Vertretern der noch herrschenden Gesellschafts⸗ und Staats⸗ ordnung. Mehr als je ist heute das Wort richtig:„Das Ziel ist nichts die Bewegung alles.“ Aber selbst bei dieser mehr tali schen Einstellung ist es möglich die zurzeit so stark bemerkbare nationale Haltung der Arbeiterschaft grundsätzlich zu erklären und vor den Grundsätzen der Sozialdemokratie logisch und ethisch zu recht⸗ serligen. Von diesen Grundsäben gibt die Sogialdemokratie nichts auf, weun sie den auf dem Boden des Volkstums gecinten Natio⸗ nalstaat anerkennt und verteidigt, auch wenn er zunächst noch bürgerlich geordnet und geführt ist, weil er ihr eine notwendige Phase in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft be⸗ deutet. Abr. —. ̃—⁵L!:p?«] eee],. * Sir gent B e eee ist, wer sein Parteiblatt abbestellt. Kopflos rennt er durch die Welt, nichtachtend des großen Drachen, genannt Kapitalismus, der gierig eine Zeitung nach der anderen verschlingt. Und gerade die Arbeiter- zeitungen sind ihm die verhaßtesten, da hier Reaktion und Kapitalismus mächtig bekämpft werden. Das Vernichtungswerk wird dem Drachen gelingen, wenn der Arbeiter nicht so viel Mut und Opfersinn aufbringt, sein Parteiblatt zu retten. Des⸗ halb Kopf hoch: Der letzte Partei- und Gewerkschaftsgenosse muß als dauernder Abonnent der Arbeiterzeitung gewonnen 5 werden. —— Deutscher Reichstag. Berlin, 1. März. Der Anregung des Präsidenten, die zweite Lesung der Vorlage über die Schaffung eines Tevisensonds auf die heutige Tagesord⸗ nung zu setzen, versagten die Kommunisten ihre Zustimmung. Das Koblenstenergesetz geht ohne Debatte an den Ausschuß. Die Novelle zum Gewerbegerichtsgesetz und zum Kauf⸗ mannsgerichtsgesetz, wonach die Zuständigkeitsgrenze auf ein Jahreseinkommen von 4 200 000 Mark erhöht wird, wird mit einem sozialdemokratischen Antrag, der diese Summe verdoppelt und den Reichsarbeitsminister ermächtigt, die Grenze bei vorzeitiger Geld⸗ entwertung zu erhöhen, in allen drei Lesungen angenommen. Das Gesetz über standesamtliche Gebühren wird unverändert ange⸗ nommen; es soll am 1. April in Kraft treten. Es folgt die zweite Lesung des Pressennotgesetzes. Der Ausschuß hat die Holzabgabe den Wünschen des Reichsrates ent⸗ sprechend und in Uebereinstimmung mit der ursprünglichen Re⸗ gierüngsvorlage auf 11(statt 2) Prozent erhöht. Der Antrag des Ausschusses wird ohne Debatte angenommen. Der Verkehrsetat, soweit er sich auf die Wasserstraßen bezieht, wird ohne Debatte an⸗ genommen. Freitag: Goldanleihe und Arbeitslosengesetz. * Ats dein Meichs rat. Der Reichsrat erklärte sich am Donnerstag mit dem am selben Tage gefaßten Beschluß des Reichstags einverstanden, die Holzabgabe im Pressenotgesetz auf 1% Prozent festzusetzen. Ebenso schloß sich der Reichsrat den Beschlüssen des Reichstagsausschusses an, die Teil⸗ nahme an der Rückvergütungskasse auf die Gewerkschaftspresse, die religiösen Sonntagsblätter und— auf Antrag der preußischen Re⸗ gierung— auch auf die Organe der kommunalen Spitzenverbände auszudehnen. Angenommen wurde ein Gesetzentwurf, der verbietet, Absinth und ähnliche Erzeugnisse oder die zur Herstellung solcher Ge⸗ tränke dienenden Grundstoffe einzuführen, herzustellen bezw. in den Verkehr zu bringen. Trinkbranntwein, bei dessen Herstellung nur kleine Mengen Wermuthkraut zur Geschmacksverbesserung verwendet werden, fällt nicht unter das Verbot. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 500 000 Mark bestraft. Mit der Ausprägung von 200 Mark⸗Stücken aus Aluminjum bis zur Höhe von 60 Mil⸗ liarden Mark erklärte sich der Reichsrat einverstanden. Die Münzen erhalten die Umschrift:„Einigkeit und Recht und Freiheit!“ Arbeitsrecht, Gewerkscha tliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 27. Februar. Der Deutsche Holzarbeiterverband, der Zentral⸗ verband der Zimmerer und der Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberhessen hatten am 5. Februar die Löhne der Säge⸗ werksarbeiter für die Zeit vom 3. Februar bis 2. März festgelegt. De undenlohn der ersten Maschinenarbetter über 25 Jahren (Tarifgruppe 4) betrug hiernach in der 3. Ortsklasse(3. B. Als⸗ feld) in den beiden ersten Wochen 700 Mk., in der 3. Woche 760 Mark und in der 4. Woche 850 Mk., gegen 435 Mk., in der Zeit vom 20. Januar bis 2. Februar. Die Arbeiter betrachteten diese Löhne als unzureichend und veranlaßten ihre Vertreter zu einer Nachforderung ab Mitte Februar. Der Schlichtungsausschuß schlug aus Billigkeitsgründen Zum Ausgleich der inzwischen eingetretenen weiteren Teuerung für die 4. Vextragsnvoche 155 Ml. Stunden⸗ lohngulage auf die erwähnten 850 Mk. und zu den übrigen Löhnen Julagen in demselben Verhältnis var, In Sücdhessen hatten die gefaßten Staaten gehört und daß selbst J Darssparfesen elne effspre N nde ewilsigung Fe elt vt 17. Februar bis 2. März N* 1 eines einfachen festen Verhältnisses der Löhne der verschiebenen Orts ruppen, Arbeitergruppen und Altersklassen zuetnander über⸗ ließ der Schlichtungsausschuß der unmittelbaren Verhandlung der Streitteile. Die Schirmfabrik Joh. Spieß u. Cie in Gießen soll unter Zugrundelegung der Stusenbezeichnungen des Tartf⸗ der Franlfürter Schirmindustrie und in Anlehnung an den Schied⸗⸗ spruch vom 21. Februax über bie Löhne der Gießenex Da menschnei⸗ dereien, den Schirmnähe rinnen solgende Stundenlöhne zahlen; im ersten Fahr nach der Lehre gb 1. Februar 200 Mk., und ab 15 Feb⸗ ruar 300 Mk., im zweiten Jahr 250 Mk. und 380 Mk., im dritten Jahr 280 Mk. und 420 Ml. und nachher 300 Mk. und 450 Mk. Etwa schon bestehende höhere Löhne werden dadurch nicht hersihrt. Das Schweißwerk Samesreuther in Butz bach hat wegen Mangels an Aufträgen auf Ausbesserung von Lokomotivkes⸗ seln, die einen kleineren Teil der Aufträge überhaupt ausmachen, einen Teil der Velegschaft enflassen, ohne vorherige Arbeits⸗ streckung im Sinne des 8 12, Abf. 1 der Verordnung vom 12. 2. 20. Der Schlichtungsan uß erkannte auf Wiedereinstellung. Ebenfo gab er der Glaserei Euler in Gießen die Wiedereinstellung zweier Gehilfen auf. Die Künigung soll hier als Ankündigung der Arbeitsstreckung gelten. In allen vier Sgchen erhielten die Streitteile 3 Tage Frist zur Erklärung über Annahme oder Ablehnung der Schiedssprüche. Kur zarbeiterunterstützung. Durch ein Initlativgesetz des Reichstages vom 14. Februar ist eine wesentliche Verbesserung der Unterstützung für Kurzarbeiter erreicht worden. Während bisher der einfache Satz der Unterstützung für Erwerbslose Grundlage der Berechnung war, wird von 19. Februar an das Anderthalbfache dieses Satzes berechnet.§ 9 der Verordnung lautet daher künftig: „Erreichen in einer Kalenderwoche Arbeitnehmer infolge vor⸗ übergehender Einstellung oder Beschränkung der Arbeit die in ihrer Arbeitsftätte ohne Ueberarbeit übliche Zahl von Arbeitsstunden nicht und treten deswegen Lohnkürzungen ein, so erhalten die Ax⸗ beitnehmer, sofern 50 vom Hundert des Wochenarbeitsverdienstes das Anderthalbfache des Unterstützungsbenrages der Woche bei gänzlicher Erwerbslosigkeit nicht erreichen, Erwerbs⸗ losenunterstützung in Höhe des fehlenden Betrages, jedoch an Ar⸗ beitsverdienst und Erwerbslosenunterstitzung zusammen nicht mehr als den Betrag des bisherigen Arbeitsverdieustes bei voller Ar⸗ beitszeit.“ Durch diese Aenderung werden künftig die Kurzarbeiter ver⸗ mehrt in den Genuß der Zusatzunterstützung kommen können. Es sei darauf verwiesen, daß für den Bezug der Kurzarbeiterunter⸗ stützung eine Prüfung der besonderen Bedürftigkeit nicht statt⸗ findet und daß die Arbeitgeber verpflichtet sind, Errechnung und Auszahlung der Unterstützung kostenlos zu besorgen. Lokale Parteinachrichten. 5. Agitationsbezirk, Friedberg Büdingen Schotten. Werte Parteigenossen! Sonntag, den 4. März ds. Is., vor⸗ mittags 9 Uhr findet in Friedberg beim Genossen Ihl eine Gemeindevertreter⸗Konserenz statt mit folgender Tagesordnung: Gemeinwirtschaft Oberhessen, Referent: Genosse Rechthien⸗ Vilbel, Am 11. März, vormittags 10 Uhr derselbe Vortrag in Stock⸗ heim. Am 4. März Gemeindevertreter⸗Kursus in Echzell, nachmittags 2 Uhr Unter⸗Bezirkskonferenz des Bezirks Echzell bei Alt. Am 11. März, vormittags 9 uhr Gemeindevertreter⸗Konsereng in Butzbach.: Ich ersuche die Mitgliedschaften zu den Vorträgen über Ge⸗ meinwirtschaft Oberhessen einen Vertreter zu entsenden, sich auch zahlreich an den Gemeindevertreterkursen zu beteiligen. Mit Parteigruß! Bruno Wittig. Bücher und Schriften. „Der Jascismus in Dentschland“ betitelt sich eine Broschüre, die im Verlage von Dietz, Berlin⸗Stuttgart, aus Feder des Genossen Kam pfmeyer erschienen ist. Jede Seite der Broschüre zeigt uns das unheimliche Wirken der Geheimbünde seit dem Tage des Kapp⸗Putsches. Bautale gewissenlose Menschen, moralisch ver⸗ kommene Subjekte sind es, die sich dort zusammenfinden, die mit ihrem Leben abgeschlossen haben und zu jedem Meuchelmord be⸗ reit sind. Mit einer Koltblütigkeit ohnegleichen werden Todes⸗ urteile gegen Gleichgesinnte verhängt, die es wagen, den Befehlen zuwiderzuhandeln oder gar einmal ein unbedachtes Wort über das Wirken der Geheimbünde in der Oessentlichkeit gesprochen haben. Die„Größen“ der bagerischen„Ordnurgszelle“ marschieren Arm in Arm mit Spitzeln und Mördern. Eine Blütenlese aus der deutschrölkischen Lecsse zeigt, wo dis Schürer der Hetze gegen alle Sau⸗ und Regierungsjuden an der Panke, Dahme, Piese, Dosse, an der Havel und an der dreckigen Spree“ sitzen. Man erschrickt, wenn man liest, wie wenig die verantwortlichen Regierungs⸗ männer in Bayern gegen diese Mordhetze unternommen haben, wie unter stillschweigender Duldung, teilweise sogar unter wohl⸗ wollender Förderung durch die Behörde das fascistische Unkraut iy die Höhe geschossen. 3 Dollarstand gestern mittag 12 Ühr: 22 600 Mk. Versammlungskalender. Gießen. Freie Turnerschaft. Samstag. den 3. März, abends 8% Uhr. Monatsversammlung im Gewer schafts haus (Turnerzimmer). Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist er⸗ wünscht. 5. Hausen. Arbeiter-Turnverein. Samstag, 3. März, abends 8 Uhr Generalversammlung. Pünktliches Erscheinen aller Mit⸗ glieder wird gewünscht. 1 — UAlten⸗Buseck. Wahlverein. Sonntag, den 4. März, nach⸗ mittags 2 Uhr, in der alten Schule: Oeffentliche Versammlung. Gießen. Kinder⸗ Gruppe der V. S. P. D. Sonntag, den 4. März, nachmittags 3 Uhr bei günstigem Wetter Treffpunkt Gewerkschaftshaus. Erscheinen der Eltern und Frauengruppe er⸗ wünscht. Bei ungünstiger Witterung fällt die Veranstaltung aus. Die Leitung. — GMDS eI D ib WSW? Kreuzulatzs Giese 0 Ciessen Heute verschied unsere treusorgende, geliebte Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Fnu böllis NRofhenberger Witae Jaguet, geb. Sundheimer nach kurzem schweren Krankenlager im vollendeten 70. Lebensjahre. Giessen, den 1. März 1923. Die trauernden Hinterbliebenen: Jenny Schönthal, geb. Rothenberger, Frankfurt a. M. Moritz Rothenberger und Familie, New-Vork Rosa Oppenheimer, geb. Rothenberger, Giessen Rechtsanwalt Eugen Rothenberger u. Familie, Giessen Simon Schönthal, Frankfurt am Main Kurt Oppenheimer, Giessen Rechtsanwalt Hugo Elsoffer, Giessen 5 75 und Enkelkinder. Die Beerdigung findet Montag, den 5. März 1923, nachmittags 3½ Uhr, auf dem alten israelitischen Friedhofe, Licherstr., statt. Blumenspenden dankend verbeten. 2 4 e 7 1846 der grosse N N r 4 6 Akte! Wr faba-Lialspiete Bellebtestes Kino am Platze l Heute und morgen: Das erstklassige Ausnahmeprogramm Banditen im fra& Kriminal- teuerfilm in 6 Akten von Helmuth Ortmann In den Hanptrollen: Fred Maroussen i der Weltmeisterschaftsringer, Mia Pankau und Herm. Wlach. 2. HK az an Wundervolles Drama aus den Schnee- feldern Alaskas. 222 abo 4 * und Aben- 1342 6 Akte! Die Wissenschaft Die Praxis nach und Einmachen Die Hausfrau * * erklärt: Süßstoff kann Zucker vorteilhaft überall da ersetzen, wo er als Süßgewürz in Frage kommt. Er ist gesundheitlich böllig einwandfrei. Auch der schwächste Magen verträgt ihn. bestätigt dies. Richtig— d. h. sparsam, nur Geschmack— verwendet, werden mit Süß⸗ stoff immer die besten Erfolge erzielt. Er eignet sich sowohl zum Süßen von Getränken, wie Kaffee, Tee usw, als auch zum Kochen, Backen spart Geld, wenn sie teuren Zucker durch Süß⸗ stoff ersetzt oder ihn damit streckt. 0 Kann mitgekocht werden. Erhältlich in KRolonialwaren⸗„Drogen⸗ handlungen und Apotheken. 0 150 8 sind alle Augen auf Ihre blitzblanken Schuhe, diefen und Umgegend! Reichtum liegt in allen Ecken, Die Hausfrau muß ihr Geld oft strecken, Auf dem Boden und im Keller Liegen Flaichen, zinnerne Teller, Lumpen, Eilen, Knochen, Altmetall Findet man noch überall! able stets de höchsten brrise 1347 fil Terioklel 1122 geputzt mit g II. — ö 4 * Nigrin an künftliche 7 7 17 Gg. Koch 1338 Sthürdliche Sthonntnuchungen 15 Bekanntmachung. Bau⸗, Werk⸗ u. Nutzholzversteigerung der Stadt Gießen. Aus den Waldungen der Stabt Gießen sollen am Donnerstag, den B. März 1923, vorm. 9% Uhr beginnend, in der Gastwirtschaft„Zur Liebigshöhe“ ver steigert werden: 8 Eichenstämme J. Kl. mit 15,24 Pm 2¹ II.„ Schnittholz„ 25,09„ 28 15 9555„ 25,51% 1 Buchenstamm II. Kl. Schnittholz„ 1,15„ 11 Eichenstämme IV.„ Stamm⸗„ 7,93„ 17.(Bau-)„ 6,23„ 127 V„ bol!„ 21,84„ 5 Kiefernstämme II.„ 4 i 55 8 li] Schnitte, 29,07„ 9 Em Cichennutzscheiter„ 6,30„ 33 St. Eichenderbstangen B 51„Fichtenderbstangen I. Kl. (Baustangen)„ 6,04 N„ I. Kl(Wagnerstangen), 3,04„ 60 II.„ 2„ 3,48„ 200„ Fichtenreisstangen 1 Nußbaumabschnitte mit zus. 0,64 Pm, lagernd Kaiserallee 44, Hof. Ein Verzeichnis über die Ausmaße der Stämme und Stangen, mit Angabe der Forstwarteien und Ab⸗ teilungen liegt bei der unterzeichneten Stelle vom 3. März 1923 ab zur Einsicht offen. Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wende man sich an die Förster Brück zu Rödgen, Arft zu Forsthaus Hochwart und Geisel zu Gießen. Nach Beschluß der städtischen land⸗ und forstwirt⸗ schaftlichen Deputation werden zum Mitbieten bei dieser Versteigerung nur Inhaber Holz verarbeitender Betriebe aus Gießen zugelassen, die das Holz im eigenen Betrieb verarbeiten. Wird ein Weiterverkauf von unbearbeitetem Holz festgestellt, so hat der erste Käufer eine Vertragsstrase in Höhe des vierfachen Kauspreises zu bezahlen. Gießen, den 1. März 1923. der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Wir haben in letzter Zeit wiederholt die Beobach⸗ tung gemacht, daß unsere Gelderheber bei der Strom⸗ gelderhebung sehr lange haben warten müssen. Wir urschen deshalb nochmals darauf aufmerksam, daß der Erheber sosort abzufertigen ist. Ju Zukunft sehen wir uns gezwungen, allzulan ge Wartezeit desonders in Anrechnung zu bringen. Gießen, den 28. Februar 1923. 1337 Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberlaud⸗ anlage und Straßeudahn der Stadt Gießen. Gold⸗, Silber-, Platin⸗Gegenstände, auch Bruch, Uhren, Brillanten, Hols⸗ brandstifte, Prismenferngläser sowie Zähne und Gebisse kanft zu höchst erteichbaten Prtisen „Gießen Mühlstr. 2, nächst der Bahuhosstr. Gegr. 1894 1325 Fbelmetallsachverständiget. n * Schneider, Neuenweg Telephon 605. zu nehmen. Inh.: R. Russ. 1835 F deschäfts Verlegung. Mit dem heutigen Tage befindet sich unsere Ankaufszentrale Schanzenstrasse 2 Wir bitten Interessenten, freundlichst davon Kenntnis Telmelal und Ldelstein-Jentrale Bad-Nreumach Filiale Giessen, Schanzenstrasse 2. Geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Städt. Arbeitsamt Gießen Liebigstraße 16 Telephon 2054 Kostenlose Arbeitsvermittlung und Berufsberatung für beiderlei Geschlecht, u. a auch für Kriegerwaisen und Kriegsbeschädigtenkinder. Es können eingestent werben: a) bei htesrnaen Acbestgebern: 1. Provistonsreisender, 1 Werkzeugmacher Schnitt und Stanzen. Lehrlinge: 2 Friseure, 1 Bäcker, 2 Lackierer, 1 Einrahmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner, 1 Schriftsetzer, 1 Maler und Weißbinder,. Glaser, 1 Meszger, ein Buchbinder, 2 Speugler und Jnustallateure, 2 Kellner, 1 Schneider. b) bei auswärtigen Arbestgebe ern: 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 verheirateter Knecht, 3 Dreher. 2 Sattler und Poisterer, 1 älterer Bau- schlosser, Maschinenschlosser über 30 Jahre alt. Lehrlinge: 1 Steinmetz, 1 Spengler und In⸗ stallateur. Es suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker. 2 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausburschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Schuh⸗ macher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler, 1 landw. Verwalter, Bäcker und Metzger, 2 Kellner, 1 Kraftfahrer, 1 Zuch⸗ binder, Mechaniker, 1 Heizer, 1 Wagner, mehrere Anstreicher, 3 Weißbinder, 1 Konditor, 2 Bautechniker, 1 Landwirtschaftspraktikant, 1 Maschinenbaupraktikant, 1 Müller, 1 Zantechniker, 3 Schneider. Lehrlingen 1 Kaufmann, 2 Autoschlosser, 2 Schlosser, 1 Spengler, 3 Mechaniker, 3 Elektromon⸗ teure, 2 Schuhmacher mit Kost und Wohnung 1 Schreiner desgl., 1 Schneider. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen— genommen. Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werden: al bet hbiesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und-mädchen für einzelne Tage, tüchtige Allein⸗ mädchen, 2 einfache Stützen, 1 Köchin, 1 Schästestepperin, mehrere Waschfrauen, 1 Zimmermädchen. dl bel auswärtigen Arbeitgebern: 3 landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienstmädchen, Hausmädchen, Zimmermädchen, Allein mädchen, eine auf Köchin, 1 Stütze, 1 Haushälterin, 1 Hotelköchin, ein] f Küchenmädchen. 2 sachen Arbeit: 1 Büglerin, Kontoristinnen, 1 Flickerin, drei Verkäuferinnen, 1 Haushälterin, einige Lauffrauen, auch für Nachmittags beschäftigung, Mädchen für lags⸗ über, Fabrikarbeiterinnen, 1 Waschfran, 1 Kaffeeköchin, 1 Schneiderinnenlehrmädchen, 3 Bürolehrmädchen, eine Gutshaushälterin. Die Berufsberatung und Arbeits⸗Vermittlung für Mufiker findet Dienstag, Donnerstag und Samstag ven 10—12 Ubr statt. Bekanntmachung. Auf Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung soll Wohnungsinhabern, die bereit sind, ihre Wohnungen dem Wohnungsamt durch Wegzug oder Aufgabe des eigenen Haushalts zur Verfügung zu stellen, eine Prämie gezahlt werden, deren Höhe die Wohnungs⸗ Deputation bestimmt. Den Inhabern größerer Wohnungen, die eine kleinere Wohnung beziehen wollen, kann ein Beitrag zu den Umzugskosten gewährt werden. Das Wohnungsamt wird in diesem Fall eine geeignete lleinere Wohnung nachweisen. Juteressenten werden ersucht, Anträge alsbald dei dem Städt. Wohnungs⸗ amt einzureichen. Gießen, den 1. März 1923. Städt. Wohnungsaut. Bekanntmachung. Auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen vom 21. ds Mts, Amtsverkündigungsblatt Nr. 16 vom 23. Februar 1923— Baumwärterkursus an der Land⸗ wirtschaftlichen Schule Lich— wird hiermit hinge⸗ wlesen. Gleßen, den 26. Februar 1923. der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg. HAUSRAT Gemeinndtzige Möbel versorgung für das Rhein-, Main- und Lahngebiet G. m. b. H. * Giessen, Lindenplatz 1 Möbel auf Teilzahlung. 130 Gestorbene. . 28. Febr. Margarete Knobeloch, Kranken⸗ schwester, 71 Jahre alt, Ebelstraße 13. 1. März. Jaquet Rothenberger, geb. Sund⸗ heimer, Witwe, 76 Jahre alt, Neuenweg 22. Beerdigung: 5. März, 2½ Uhr nachm. Für Kranke, Schwache und Genesende ge⸗ hört zu jeder Mahlzeit eine Tasse„Kufeke“ Wenn man„Kufeke“ in Wasser aufkocht und auf besonderen Wunsch vielleicht noch elwas Milch hinzufügt, so ergiht dies ein Getränt von feinem Wohlgeschmack, das räftigend wirkt, leicht verdaulich ist und gern genommen wird. Solch ein Kufete“⸗Ge⸗ änk übertrifft an Bekömmlichkeit Kaffee, Kakao, selbst die Milch u. ist dabei bifliger. Ftauen u. Mädchen erhalten nnentg Nat und Aus kan L Rechtzangelegenbelten im alten Nathans Marktplatz 14, Mittwoch nachmitt von 6 bis/ 7½ Uhr. Daberwünsel! Ig. Mann, evol. 26 J., mittelgr., einz. Sohn e. Geschäftsinh., sehr gut. Gemüt, i. sich. Stell., w. d. Bekanntschaft e. 20—25;jähr. Fräuleins od. Witwe, deren Her⸗ zensw. ein glückl. Heim ist, zwecks spät. Heirat. Verm. nicht unbed. erf. Gefl. Off. u. Nr. 1343 d. a. Oberh. Vlkszt. erb. Krätzurgan beseit. e sofort unauffäll., mild, unschädt. Incken uffast alle b autleid. Drog. Karn, Schulstr. Auch Versd. 432 Lies Linn und le, Lupe up. zahlt die höchsten Preise Zufall Wolken gasse. Ein fast neues „ ö zu verkaufen. Grab 7 raben⸗ Wieseck, traße. Stadttheater Sonntag, den 4. März Außer Abonnement Scampolo (Gassenmädel) Anf. 3 Ende geg. 6 Uhr Meine Frau, das Fräulein Anf. 7 Uhr Ende 9½ Uhr Dienstaa, den 6. März 19. Vorstellung im Dienstag⸗Abonnement Meine Frau, das Fräulein Anfang? Ende 9½ Uhr Mittwoch, den 7. März Operngastspiel des Hessisch. Landestheaters Donnerstag, 8. Mär: Außer Abonnement Operettenpreise Gastspiel des Moskauer Balletts Tamara Gamsakurdia, Alexandel Demidoff, Wassilij Orloff Am Flügel: Paul Meyer Anfang 7 Ende n.9 Uhr Freitag, den 9. März 20. Vorstellung im Freitag⸗Abonnement Morituri(Teia, Frinchen, Das Ewia⸗ Männliche) von Hermann Sudermann Anfang 7 Ende n. 9¼ Uhr Samstag, den 10. März Geschlossene Vorstellung Im weißen Röß'l Anfang? Ende 9¼/ Uhr Sountaa, den II. Mär Außer Abonnement, Meine Frau, das Fräulein Anfang 3¼ Ende 6 Uhr Will und Wiebke Anf. 7 Uhr Ende n. 9½ Uhr N— 2 — — — . fit fl Erber mäßig namen 0 51 endur