5 — 1 die Reichsbank, Aehaltion: giesen Bahubosstraße 23 Jerusprechet 2005. közeitun Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Expedition: Gießen Fernsprecher 2008. Die Oberb. Volksseitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Der Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Blatt der Aran und e wi liche Beilage“ beträgt monatlich 3000. Dur Pie wost bezog. 3000.— Mt. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120.— Mek .— Mek. einschl. Bringerlohn. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Seen Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimetergeile(35 mm breit) oder deren Raum lokgl 30.— Mk. auswärts 40.— Mt., die Reklamemillimeterzeile 125.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entf 2 der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr N Nr. 51 Gießen, Freitag, den 2. März 1923 — 13. Jahrgang Frankreichs schöne Aussichten und Zusicherungen. Die Folgen der Nuhraktion. Stillstand der belgischen Hütten industrie. Die Folgen der französisch⸗belgischen Ruhraktion machen sich in Belgien jetzt auch in der Kalkindustrie stark bemerkbar. Aus Namur, dem Zentrum dieser Hilfsindustrie für Eisen⸗ verhüttung, wird unserem Brüsseler Parteiblatt, dem Peuple, 800 seinem Korrespondenten geschrieben, daß die Lage in der Kalkindustrie immer schwieriger wird. Die Krise wütet infolge des Mangels an Koks in der Ver⸗ hüttungsindustrie und die Bestellungen werden seltener. So hat man in den Kalksteinbrüchen in Einey einen Ofen ab⸗ edampft, und in den Kalksteinbrüchen in Aisemont sind vier fen von sieben ausgelöscht worden. Die Firma Moreau in Aisemont, der diese sieben Oefen gehören, erklärte auf nfrage folgendes: „Wir liefern Kalk an die Stahlwerke des Großherzog⸗ ums Luxemburg und Lothringen. Unsere Lieferungen nach 5. sind von täglich 100 Tonnen vor der Ruhr⸗ esetzung auf 30 Tonnen zurückgegangen; die Fabriken von elval in Esch stehen volllommen still. Wir haben keine Be⸗ stellungen mehr erhalten. Wir lieferten für diese Werke is zu 70 Tonnen täglich. In Lothringen ist nur eine leichte Erholung zu verzeichnen. Im ganzen ist unsere Produktion um die Hälfte zurückgegangen; sie beträgt nur noch 120 Tonnen täglich statt 200 Tonnen. Wir haben vier Oefen won sieben abdämpfen müssen. Die Geschäfte gehen im gegenwärtigen Augenblick sehr schlecht.“ Und auf die Frage, was kommen soll, wenn es so weiter geht, erklärte dieselbe Firma:„Das bedeutet den Still⸗ stand der Hüttenindustrie und infolgedessen eine beträchtliche Verlangsamung in der Kalkindustrie.“ Betriebseinschränkungen in Frankreich. f In Longwy, so berichtet der Korrespondent der rkft. Ztg. waren zu Ende der abgelaufenen Woche von insgesamt 54 vorhandenen Hochöfen nur noch etwa 17 gegen 33 am 1. Januar unter Feuer. Im Revier von Naney arbeiten noch 9 von insgesamt 27 Hochöfen. Die schöne Aussicht. Der französischen Kammer ist bekanntlich ein Gesetz⸗ vorschlag für die Ausgaben im Ruhrgebiet zugegangen. In diesem Entwurf stellt der Finanzminister die Bezahlung der militärischen Kosten im Ruhrgebiet durch Deutschland in Aussicht. In Aussicht stellen ist leicht gemacht— aber noch 11 5 diese Ausgaben für rein militärische Zwecke von Deutsch⸗ 0 land nicht bezahlt. Wir halten es für selbstverständlich, daß Frankreich selbst wenn bald das Ruhrgebiet wieder geräumt werden sollte, seine Besatzungsaktion⸗ vollständig selbst be⸗ zahlt oder zum mindesten die Kosten für die französisch⸗ belgische Unvernunft auf das Reparationskonto überschreiben wird. Als s. Zt. Frankfurt a. M. besetzt worden ist, sind die Kosten hierfür nach schwierigen Verhandlungen ebenfalls zu Lasten des Reparationskontos geschrieben worden. Im übrigen besteht zwischen Deutschland und den Alliierten eine feste Abmachung, die zwar nicht von Briand, aber später von Poincaré anerkannt wurde, nach der Deutschland für die Zeit der Besetzung bestimmt festgelegte Kosten zu tragen hat. Das sind z. B. für Frankreich 460 Millionen Franken. In Aussicht stellen, das kann also nur eine Beruhigungspille sein für das französische Volk. Bekanntlich hat uns Luden⸗ dorff auch allerlei in Aussicht gestellt, aber dabei ist es ge⸗ blieben. Technische Schwierigkeiten trotz schöner ö Zusicherungen. Die französisch⸗englischen Verhandlungen über die Aus⸗ händigung gewisser Eisenbahnlinien in der von den Eng⸗ ländern besetzten rheinischen Zone an die Franzosen ge⸗ stalten sich äußerst schwierig. Die amtlichen Poriser Stellen geben nach Pressemeldungen unumwunden zu, daß„große technische Schwierigkeiten“ zu lösen sind. Die in Köln be⸗ schlossene Lösung müßte erst die Billigung der englischen Regierung erhalten. Der Versuch französischer Banken und Industriekreise, die Engländer zu einer Beteiligung an der wirtschaftlichen Ausbeutung des Ruhrgebiets zu bewegen, habe trotz der schönen Zusicherungen bisher keinen Erfolg gehabt, wenigstens gilt dies für die englische Großindustrie und den englischen Großhandel.— Wenn dich die bösen Buben locken Der französische Wechselkurs wird steigen. Der Abgeordnete Loucheur hat in der Kammer über die Aus⸗ gleichung des Budgets eine Rede gehalten, aus der folgende Stelle wiedergegeben zu werden verdient: Die Frage, wie sie jetzt auftrete, sei eine politische Frage. Die Stunde sei ern st. Der Redner habe nicht zu denen gehört. die in einem gewissen Augenblick zu einer gewissen Maßnahme gedrängt hätten. In der Minute aber, wo die französische Fahne sich entfalte, hätten alle Franzosen die Pflicht, hinter ihr zu stehen mit kühler Entschlossenheit und sich die Schwierigkeiten nicht zu verheimlichen, die Frankreich werde durch⸗ machen müssen. Er verlange nicht, daß man Frankreich erkläre, mor⸗ gen werden Kohlen ankommen. Das erscheine ihm lächerlich. Das Entscheidende sei, daß im jetzigen Zeitpunkt im Ruhrgebiet Willensmächte aufeinanderstießen. Von Frankreich werde der Sieg seines Willens erstrebt. Dieser Wille brauche sich nur zum Aus⸗ be uch zu bringen und der französische Wechselkurs werde wieder eigen. Raub und Plünderung. Mit Ausnahme der Städte Gelsenkirchen und Dortmund ist jetzt das ganze innere Industriegebiet von Polizei entblößt. Dem Trauerspiel der vergangenen Woche in Essen haben die Franzosen am Mittwoch in Bochum die Krone aufgesetzt. Gewaltsam wurden auch die Schupo⸗ beamten aus den Kasernen und den Privatquartieren geholt. Nachdem sie dann in 20 Lastautos wegtransportiert bezw. in Bochum festgehalten waren, konnten die Plünderungen und die Beschlagnahme öffentlicher und privater Gelder vor sich gehen. Ein öffentliches Institut nach dem anderen wurde besetzt. Auf dem Hauptbahnhof fielen den Spitz⸗ buben neun Millionen Mark in die Hände. a Noch geräuschvoller als die Entwaffnung der Schupo vollzog sich die Beschlagnahme öffentlicher Gelder. Ganze Häuserblocks wurden durch Tankautos und Maschinen⸗ gewehre umstellt. Es wurden nacheinander besetzt: Der Hauptbahnhof Süd, das Zollamt, die Lotterieeinnahmestelle, die Hauptpost, die Stadthauptkasse, die Steuerkasse in der Franzstraße und das Finanzamt. Die Banken schlossen ihre Geschäftsräume gleich, nachdem sie Kenntnis von dem Aufmarsch der Truppen erhalten hatten. Sofort wurde auch offenbar, daß man Geld haben wollte. Einmal war es den Franzosen bekannt, daß die Beamten der Privatindustrie entlohnt würden, dann benötigten aber auch die Besatzungstruppen zur Lohnzahlung am Donners⸗ . tag die notwendigen Gelder. Durch die Besetzung des Bahn⸗ hofes war es den Reisenden mehrere Stunden lang nicht möglich, ihre Reisen fortzusetzen. Im Hauptbahnhof wurde die Stationskasse, in der sich die Gelder für die Gehalts⸗ und Lohnzahlungen der Beamten und Arbeiter befanden, be⸗ schlagnahmt. Im Hauptpostamt nahmen die Franzosen die Tageseinnahme im Betrage von mehreren Millionen Mark. Die Lohngelder waren vorher in Sicherheit gebracht worden, ch die gesamten Gelder der städtischen Steuerkasse. Bei 15. Kalle lind den Franzosen mehrere Millionen Mark in die Hände gefallen. In der Stadt entstand bei Bekanntwerden des Raubzuges eine Panik, weil man glaubte, es wiederholten sich auch hier wie bei der Gelsen— kirchener Aktion die Beschlagnahmen von Brief- und Akten⸗ taschen auf offener Straße. Die gestern in dem Hause der Maschinenbauanstalt Balke vorgenommene Verhaftung von 12 Industeiellen und Prokuristen sind auf Verrat zurück⸗ zuführen. Es wird ein von der Firma entlassener italienischer Arbeiter damit in Verbindung gebracht. 70 der in Herne verhafteten Polizeibeamten sind unter einem Aufgebot von Tanks und Kavallerie nach Bork gebracht und dort ausgesetzt worden. Die in Reckling⸗ hausen ausgewiesenen Beamten der Schupo, etwa 250 Mann sind ebenfalls ausgesetzt 1 Die Polizeioffiziere werden noch zurückgehalten.. Aus Essen werden wiederum 4 Raubanfälle französischer Soldaten auf deutsche Zivilisten gemeldet. In drei Fällen wurden Taschenuhren geraubt, in einem Falle wurde die Witwe eines Invaliden mit vorgehaltenem Revolver ge— zwungen, ihre Handtasche abzugeben. In derselben befanden sich 600 000 Mark, die den gesamten Verdienst der Witwe darstellen. Die Vorstellungen der Geschadigten auf der Kommandantur waren erfolglos, sie wurden dort an die Zivilabteilung verwiesen. Auch bei der Zivilabteilung schickte man die Geschädigten wieder fort, da wichtigere Dinge zu tun seien, als diesen Klagen nachzugehen. Nach Angabe der Zivilabteilung soll es sich übrigens um Truppenteile handeln, die Essen bereits wieder verlassen haben. Der tägliche Zugzusammenstoß. In Mainz stieß auf der Kaiserbrücke, der großen Brücke, die über den Rhein führt, Mittwoch vormittag der von Fran⸗ zosen geführte internationale D-Zug nach Paris mit einem Güterzug zusammen. Da die französische Besatzungsbehörde den Unfallplatz in größtem Umfang abgesperrt hat, ist nicht festzustellen, wie hoch der Schaden ist und inwieweit Merschenleben zu beklagen sind. „ zwei Besetzung des ganzen rechten Rheinufers. Interalliierte Eisenbahnverwaltung im besetzten Gebiet. Nach einer Reutermeldung hat die interalliierte Rhein⸗ landkommission unter Stimmenthaltung des britischen Dele⸗ gierten beschlossen, die neubesetzte Zone zwischen den Brücken⸗ köpfen Köln— Koblenz und Köln— Mainz unter ihre Autorität zu stellen. In einer in Köln stattgefundenen Konferenz der Ober⸗ kommissare wurde die Einsetzung einer interalliierten Eisen⸗ bahnverwaltung im besetzten Gebiete beschlossen. Als ihr Direktor wird der Unterdirektor der französischen Staats⸗ bahnen, Breaud, genannt. direktoren beigegeben, ein Franzose und ein Belgier. Verhaftung von Fabrikdirektoren. In dem Verwaltungsgebäude der Maschinenbau⸗A.⸗G. Balcke in Bochum fand eine Konferenz von Direktoren der Maschinen⸗ industrie Bochums und des 1 Bochums statt, um die Maß⸗ nahmen zur Aufrechterhaltung der Betriebe und zur Sicher stellung der Arbeiter zu beraten. Plötzlich erschien ein großes Truppen⸗ aufgebot mit Tanks und sperrte den Häuserblock ab. Eine Abteilung drang in den Saal, wo 12 an der Beratung teilnehmende Herren verhaftet wurden. 0 Auch in Offenburg. Nachdem gestern Gouverneur Michel in Offenburg an⸗ 5 wesend war, herrscht hier jetzt ein strenges Regiment. In der Nacht wurden sämtliche Gendarmen aus den Betten ge⸗ holt und verhaftet. Im Landgericht wurden bei der Durch⸗ suchung nach Waffen sämtliche Schränke eingeschlagen. Mitt⸗ woch vormittag 10% Uhr wurde Oberbürgermeister Holler während der Stadtratssitzung verhaftet, weil er sich geweigert hat, die Wohnungen der Gendarmen anzu⸗ geben. Die städtischen Beamten sind sämtlich in den Streik getreten. Bürgermeister Dr. Bührer mittags 4 Uhr zu dem französischen Befehlshaber vorge⸗ laden. Gendarmerie⸗Oberwachtmeister Kaiser wurde zuver⸗ lässigen Nachrichten zufolge nach Mainz gebracht. um die Milliarden. Deer Londoner Korrespondent des Temps berichtet, daß außer in der Eisenbahnfrage weitere Differenzen zwischen Frankreich und England durch die Beschlagnahme der deutschen Milliarden ent⸗ standen seien, die von den Franzosen vor Eintritt in die britische Zone vorgenommen seien. Von den 12% Milliarden, die konfisziert wurden, verlangt die englische Militärverwaltung 67 Millionen Mark zurück, da diese für sie bestimmt gewesen seien. Beklemmungen im englischen Unterhaus. Im englischen Unterhaus stellte der Abg. John Simon die Anfrage, ob die englische Regierung von Frankreich Mitteilungen über die Höhe der Summe habe, die Frankreich fordere, ehe es das Ruhrgebiet räumen will. Bonar Law erwiderte:„Ich glaube, in Beantwortung einer aus deu Hause gestellten Anfrage bereits er⸗ klärt zu haben, welche Gründe Frankreich für einen Einmarsch in das Ruhrgebiet angab. In der Frage der Schuldsumme handelt es sich wahrscheinlich um die im Jahre 1921 festgesetzte.“ Abgeordnete Simon erwiderte:„Ist das nicht derselbe Betrag, den der Ministerpräsident als nicht eintreibbar bezeichnet hat?“ Bonar Law antwortete:„Jawohl.“ 5 Auf einige weitere Anfragen wurde vom Regierungsvertreter erklärt: 1 Die Gesamtsumme, die von der französischen Regierung für Anleihen und Kriegslieferungen England geschuldet wird, be⸗ läuft sich auf ungefähr 510 Millionen Pfund. 2. Frankreich hat den Vereinigten Staaten während der letzten drei Jahre für die Kriegsschulden, die es Amerika gegenüber kontrahiert hat, keiner⸗ lei Zinsen bezahlt. 5 Politische uebersicht. Sie mausern sich! Langsam zwar, aber unaufhörlich vollzieht sich die Ent · wicklung auch bei den Kommunisten zum realpolitischen Denken. nicht verhindern, daß der Druck der Tatsachen bei dem denkenden Teil der Kommunisten zu wirken anfängt. Uns liegt ein Bericht über eine Versammlung vor, in der der kommunistische Parteisekretär Wollweber referierte. Einige seiner Aussprüche sind außerordentlich charakteristisch für die von uns schon mehrfach festgestellte beginnende Mause⸗ rung innerhalb der KPD. „Man muß die Dinge betrachten, nicht wie sie sein sollen, sondern wie sie sind. wie sie sich in der Gesamtlinie des historischen Prozesses vollziehen. Wir müssen Realpolitik treiben und müssen uns fragen, was erreicht werden kann. Wir dürfen nicht nur auf die Führer schimpfen....“ Dieser Erkenntnis, daß man mit dem albernen Geschimpfe und mit dem persönlichen Herunterreißen auf die Dauer bei niemand mehr Eindruck erzielt, folgt die weitere Einsicht auf dem Fuß, „Für uns besteht nicht nur die Aufgabe klarzustellen, sondern darüber hinaus praktisch Anschauungsunterricht zu geben, wie eine bessere Poliik gemacht werden kann.... Es hat keinen Sinn zu sagen; Es lebe die Diktatur des Proletaufats! Wir müssen sehen, was als das Zunächstliegende zu tun ist. Was bedrückt die Arbeiterschaft? Es wird von Tag zu Tag schlechter, ein klarer Ausweg ist nicht zu sehen.“ 0 1 Bahuhossraße 22 Ihm werden zwei Unter⸗ wurde auf nach⸗ Der Alles aufgeregte Geschrei der Roten Fahne kann Selbst die Berechtigung der Erfüllungspolitik wird an erkannt:„Wir müssen weiter uns bereit erklären, Er⸗ füllungspolitik zu treiben.“ So verkündet der kommunisti⸗ sche Sekretär als neueste Entdeckung. Es verschlägt wenig, daß dann noch eine konfuse Auseinandersetzung darüber folgt, daß die„sächsische Regierung keine richtige Arbeiter⸗ regierung“ sei. Es gilt auch in der Politik, daß, wer ein ⸗ mal A gesagt hat, auch Bssagen muß. Hat man erst be⸗ gonnen, über die wirklichen Verhältnisse nachzudenken, macht man erst den Versuch, an Stelle des Schimpfens das ehrliche Suchen nach wirklicher Hilfe für die Arbeiterschaft zu setzen, dann muß die Entwicklung auch zu weiteren Einsichten führen. Aenderung in der Sozialgesetzgebung. A. Angestelltenversicherung. 7 Reichsgesetzblatt Nr. 11 vom 17. Februar 1923 ist die perke Bari über die Versicherungspflicht in der Angestell⸗ tenversicherung bekanntgegeben. Die Versicherungspflichtgrenze ist von 1 200 000 Mark Jahresarbeitsverdienst auf 4200 000 Mark erhöht worden. Wer diese Grenze überschreitet, ohne seine Stellung zu wechseln, scheidet erst mit dem ersten Tage des vierten Monats nach Ueberschreiten der Versicherungsgrenze aus der Versicherungs⸗ pflicht aus. Ferner sind Anordnungen getrofsen iber die Auf⸗ rechterhaltung der Anwartschaft und über die Anrechnung der Beiträge die geleistot worden sind in den, zurlickliegenden Monaten, wo der Angestellte infolge erhöhten Jahresarbeitsverdienstes aus der Versicherungspflicht ausgeschieden iste Eing weitere Verordnung regelt die Versicherungs⸗ freiheit bel vorübergehender Dienstleistung in der Angestellten⸗ versicherung und umschresbt genau den Personenkreis und den Be⸗ griff„vorübergehen Dienstleistungen“. Während die erste Ver⸗ ordnung mit dem 1. ruar in Kraft tritt, erhält die zweite über die vorübergehenden Dienstleistungen bereits mit Wirkung vom 1. November 1922 an Gesetzeskraft... B. Weitere Erhöhung der unterstützung für Rentenempfänger der Invalideon⸗ u n d Angestelltenversiche rung. Reichsgesetzblatt Nr. 9 vom 9. Februar 1923 ist eine 17 1 Unterstützung für Rentenempsänger der Invaliden⸗ und Angestelltenversicherung bekanntgegeben. Die Unterststzung ist in der Invalidenversicherung nach den Umständen und im Höchstbetrage so zu bemessen daß das Gesamt⸗ jahreseinkommen des Empfängers einer Invaliden⸗ und Alters⸗ rente den Vetrag von 120000 Mark, einer Witwen⸗ und Witwer⸗ vente den Betrag von 108000 Mark. elner Waisenrente den Betrag von 60 000 Mark erreicht. Entsprechende Unterstützungen sind an Empfänger von Ruhegeld oder Hinterbliebenenrenten aus der Angestelltenversiche rung zu gewähren, an Witwen jedoch nur wenn sie Invaliden im Sinne der Invalide aversicherung(S 1258 Ab⸗ satz 2 der Reschsversicherungsordnung) sind. 5 Hat der Empfänger Kinder unter 15 Jahren, die nicht auf Grund der Neichsversicherungsordnung, des Reichs versicherungs⸗ gef. är Angestellte oder des Reichsversiche rungsgesetzes vom 12. Mai 1920 oder anderen militärischen Versorgungsgesetzen an Menden beziehen, so erlölt sich die für das Gesamtfahreseinkommen anzurechnende Grenze um 15 000 Mart für jedes Kind. Elternlose Enbel unter 15 Fahren. deren Unterhalt der Empfänger der Rente oder überwiegend bestreitet werden den Kindern unter 15 N„ des Gesamtjahreseinkommens wird nur die no des anti 5 als Teuerungszulgae gewährte Rentenerhöhung angerechnet. Das itseinkommen der Empfänger von Renten oder Ruhegeld Arbe bleibt dagegen bis zum Jahreseinkommen von 120 000 Mark außer Betrage von 20 000 Mark insgesamt sind auf das Gesamti einkommen nicht anzurechnen: Abziige auf Grund des Reichs versorgungsgesetzes vom 12. Mai 1920 oder andere Wit⸗ werversorgungsgesege aus der knappschaftlichen Versicherung. aus den öffentlichen oder privaten Unterstlitzungseinrichtungen sowie aus Sparguthaben. Die Bezlige der Hinterblsebenen sind hierbei zusammenzurechnen. Einkommen aus Unterstützungen ist insoweit 1 anzurechnen, als es über die gesetzliche Unterhaltsyflicht oder über vertraglich übernommene Verpflichtungen hinausgeht. O. Kranken versicherung. Die Jahresarbeitsverdsenstgrenze für die Krankenversicherung ist durch VBeschluß des Reichstagsaustchusses für soziale Augelegen⸗ heiten auf 2400 600 Mark erhöht worden. Ein sozialdemokratischer Antrag, eine Grenze für die Versiche rungspflicht überhaupt nicht zu beslimmen, wurde abgelehnt. Eine neue Verordnung vom Neues vom Tage. Kommunistischer Staatssozialismus. Unsere sächsischen Genossen haben sowohl den Kom⸗ munisten, wie den Demokraten ein Regierungsprogramm zur Stellungnahme übermittelt. Die Kommunisten haben bereits zu dem Programm Stellung genommen und als Antwort ein eigenes Programm als„Diskussionsbasis“ über die Bildung einer Arbeiterregierung aufgestellt. U. a. wird in dem Programm verlangt: Bildung und Bewaffnung von Arbeiterheeren, Besetzung der Polizei und ihrer Verwaltung durch freigewerkschaftlich organisierte Arbeiter und Beamte, Bildung einer sächsischen Kammer beim Staatsgerichtshof, deren Laienrichter von der Arbeiterregierung aus den Reihen der freigewerkschaftlichen renolutionären Betriebs- räte ernannt werden sollen. U. a. wird auch die restlose Auf⸗ hebung des 10prozentigen Steuerabzugs gefordert. Ein Mittäter oder ein Verrückter? In Stockholm ist der ehemalige deutsche Student Hans Hennig von Behr verhaftet worden Er behauptet, daß er an den Attentaten auf Scheidemann und Rathenau beteiligt gewesen sei. 1918 habe er zu einem nationalistischen Offtziersbund gehört, aus dem sich nachher die Organisation Consul bildete. Im Mai 1922 habe er den Besehl erhalten, ein Attentat auf Rathenau zu ver⸗ üben. Im Juni habe er dieses Attentat zusammen mit Günther, Kern, Techow und Fischer ausgeführt und sei dann nach seiner Heimat in der Gegend von Göttingen geflohen. Auch den An⸗ schlag auf Scheldemann habe er zusammen mit Oelschläger mitge⸗ macht. Er selbst habe die Blausäure auf ein gefälschtes Rezept aus der Apotheke beschafft. Er sei nach dem zweiten Attentat unter dem falschen Namen Wermke nach Kiel geflohen und von dort mit dem schwedische Schiff„Schone“ nach Stockholm gefahren, wo er in verschiedenen Hotels und Pensionen gewohnt und von Freunden in Schweden Unterstützung erhalten habe. Die Stock⸗ holmer Polizei hat sich wegen dieser mit ziemlichem Mißtrauen aufzunehmenden Angaben mit der Berliner Polizeibehörde in Verbindung gesetzt. Photographie und Fingerabdrücke sind nach Berlin gesandt worden. 2 Hardings Vorschlag zur Teilnahme am Junter⸗ nationalen Gerichtshof. Die Chicago Tribune meldet aus Washington: Der Wilsonsche Flügel der demokratischen Partei hat beschlossen. die Vorschläge des Präsidenten Harding zur Teilnahme der Vereinigten Staaten am In⸗ ternationalen Gerichtshof des Völkerbundes zu unterstützen. Die Aus⸗ sichten für die Annahme dieses Vorschlags durch eine notwendige Zweidrittelmehrheit sind gewachsen. Indessen kommt die Debatte darüber für die jetzige Parlamentstagung zu spät. Die Frage kann EE ˙——— f erst im Dezember zur Sprache kommen, da Präsident Harding sich weigert hat, nach der jetzigen Tagung eine neue Session anzusetzen. Unterzeichnung des Lausanner Friedens unter gewissen Bedingungen? Aus Konstantinopel wird gemeldet: Einer Depesche aus Angora zufolge hat die Regierung der großen Nationalversammlung in einer vertraulichen Sitzung Vorschläge unterbreitet, wonach die Bedingun⸗ gen des Lausanner Friedens vertrags unterzeichnet werden sollen unter der Bedingung, daß die finanziellen und die wortschaftlichen Fragen davon abgetrennt und zu einem späteren Zeitpunkt, spätestens nach Ablauf von 8 Monaten, erledigt werden. Aus London wird dazu gemeldet, daß der britische Oberkommissar den kemalistischen Ver treter in Konstantinopel davon verständigt hat, daß Großbritannien die Zurückstellung der wirtschaftlichen Bedingungen nicht anerkennen Schwere Tumulte im bayerischen Landtage. Im bayerischen Landtage kam es bei der Beratung des Antrages über die Schaffung eines selbständigen bayerischen Staatspräsidenten zu schweren Tumultszenen, als der konununistische Abgeordnete Eisen⸗ berger die bayerischen Rechtsparteien als Hoch⸗ und Landes verräte ö bezeichnete. Auf der Rechten erhob sich ein großer Entrüstungssturm und der Abg. Graf von der Bayerischen Volkspartei versetzte dem Redner einen Stoß. Zahlreiche andere Abgeordnete sammelten sich um das Rednerpult. Der sozialistische Abg. Probst ging wieder gegen den Abg. Graf vor und zwar drohend mit einem Stuhle. Unter fort währenden Hinaus⸗ und Pfuirufen der Rechten konnte Abg. Eisen⸗ berger seine Rede fortsetzen. Erst nach langer Zeit konnte ihm der Präsident Gehör verschaffen. Schließlich trat wieder Beruhigung ein.* Die Einkommen der Beamten und Staats⸗ arbeiter. Die Spitzenorganisationen der Beamten und Staatsarbeite haben gestern nachmittag beschlossen, eine Eingabe an das Reichs Finanzministerium und das Reichsverkehrsminssterium zu richte und um Anberaumung eines Termins für die Verhandlungen über die Festsetzung der Märzgehälter zu ersuchen In der Ein⸗ gabe wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Verhand lungen möglichst im Anfange der nächsten Woche stattfinden wer⸗ den. In der heutigen Vesprechung wurde davon Abstand genon⸗ men, Forderungen in bestimmter Höhe aufzustellen. Man einigte sich in den Verhandlungen dahin, darauf zu dringen, daß die Ge⸗ hälter und Löhne der Staatsbediensteten dem 1 Stande der Lebenshaltungskosten angeglichen werden. Die amt⸗ lichen Indexziffern für Februar werden bis dahin bekannt sein Zurzeit wird in den einzelnen Eisenbahndirektionsdezirken im Verein mit den Gewerkschasten eine Untersuchung darüber an-? gestellt, wie die Löhne der Staatsarbeiter im Verhältnis zu den Industvielöhnen sich darstellen. Auf Grand des Ergebnisses dicesen Untersuchung wird demnächst eine völlige Neuregelung e rt lichen Sonderzuschläge vorgenommen werden. In diesen Tagen findet in Kassel eine Konferenz mit den Organtsat'onen der Staatsarbeiterverbände statt, die sich auch mit dieser Frage be⸗ schäsftigen wird. 2. Februar 1923 über Grundlöhne und Sterbegeld in der Kranken⸗ versicherung ist im Reichsgesetzblatt Nr. 9 vom 9. Februar 1923 veröffentlicht. D. Unfallversicherung. Die wiederholten Aenderungen über die Erhöhung der Zu⸗ lage in der Unfallversicherung sind durch ein neues Gesetz bereichert worden. Die neue Fassung Gesetzes liber die Zulagen in der Unfallversicherung vom 12. Februar 1923 sind im Reichsgesetzblatt Nr. 12 vom 15. Februar zum Abdruck gebracht. Deutscher Reichstag. Berlin, W. Februar. Der Gesetzentwurf über die Beschaffung von Mitteln zur Bil⸗ dung eines Devisenfonds, der zur ersten Lesung steht, wird ohne Erörterung dem Haus haltsausschuß überwiesen. In der zweiten Beratung des Haushalts der Reichsmarine kenn⸗ zeichnet Abg. Hünlich(S.) die bekannten Vorgänge in der Marineschule Mürwik. aus der sich die Notwendigkeit einer besseren staatsbürgerlichen Er⸗ ziehung in der Marine ergebe. Diesem Zwecke diene es nicht, wenn der Divisionskommandeur in Wilhelmshaven einen Befehl zur Aus⸗ schmückung der Kaserne mit schwarz⸗weiß⸗roten Fahnen erlasse und auch dienstlich eine seiner wichtigsten Aufgaben in der Bekämpfung der sozialdemokratischen Partei erblicke. Das hohe Straf⸗ register der Marineschüler müsse dem Reichswehrminister Anlaß zum Einschreiten geben. Leider sei der Unfug, daß Marine⸗ soldaten außer Dienst mit umgeschnallter Pistole herumliefen und bei jeder Schlägerei dazwischen schössen, noch immer nicht abgestellt. 1 Reichswehrminister Dr. Geßler: Die Reichsmarine hat in der gegenwärtigen Zeit schwere und ernste Aufgaben. Ich erinnere an die Winterexpeditionen vor zwei Jahren, wo ungeheure Anforderungen an Menschen und Material gestellt worden sind. Besondere Schwierig⸗ keiten entstehen dadurch, daß uns das technische Personal nicht mehr sind wir ernstlich bestrebt, die staatsbürgerliche Erziehung in einer Weise zu handhaben, wie sie mit unserem Verfassungswesen und mit unserem politischen Leben im Einklang steht. An die Fachausbildung in der Marineschule Mürwik soll sich in Zukunft jeweils ein beson⸗ derer staatsbürgerlicher Kursus anschließen. Pistolen gehören nicht zur dienstlichen Ausriistung der Matros⸗ . zur Verwendung gekommen sind, waren es keine Dienst. waffen. Beim Sanitätswesen der Marine antwortete General⸗Oberarz. Schulzen auf die Mitteilung des Abg. Dr. Moses über die unver⸗ hältnismäßige graße Zahl von Selbstmorden in Heer und Marine. Er gibt die Richtigkeit der angeführten Zahlen zu, hält aber die dar⸗ aus gezogenen Folgerungen für übertrieben und verspricht eingehende Untersuchung. Der Rest des Etats wird ohne der Etat des Wiederaufbauministeriums. Der Deserteur. 10 Roman von Robert Buchanan. „Ja, ich bin es!“ bestätigte dieser mit erzwungenem Lachen und sich das Haar aus dem Gesichte schüttelnd.„Ich hielt mich unter dem Dolmen versteckt, bis Sie Ihre Schüler entließen. Beim heiligen Gildas, das ist ein düsteres Grab für einen lebenden Menschen] Ich dachte schon, die Stunde würde kein Ende nehmen.“ Wieder brach er in das un- heimliche Lachen aus und seine Augen irrten unstet umher. Der Wanderlehrer legte seine Hand sanft auf den Arm des Gehetzten und blickte ihm änastlich forschend ins Ge— sicht:„Was ist geschehen, mein Sohn? Was bedeutet Deine Scheu?“ „Es ist gekommen, wie ich's vorausgesehen— das ist alles!“ entgegnete Rohan, die Zähne fest aufeinander pressend. „Was ist gekommen?“ „Die Konskription.“ „Das weiß ich. Was weiter?“ „Man hat mich gezogen. Vor zehn Tagen war die Ziehung und vorgestern die ärztliche Untersuchung. Vor. einer Woche stattete mir der alte Pivriac mit einer Schar Soldaten den ersten Bsuch ab. unglücklicherweise war ich nicht zu Hause und konnte sie nicht empfangen.“ Der Lehrer sah nun alles klar und ein unendliches Mitleid erfüllte sein Herz. „Mein armer, armer Rohan! Ich habe täglich für dich gebetet und doch ist das Unheil über Dich gekommen! Du lehnst Dich dagegen auf— Gott helse Dir aus Deiner Not!“ Nohan wandte sein Gesicht ab, um die Tränen zu ver⸗ bergen, die ihm die Augen verschleierten. Die milden Worte seines Gönners erschütterten ihn. Plötzlich faßte er nach den beiden Händen des Lehrers und preßte sie leiden— schaftlich in den seinigen:„Ich wußte, daß es so kommen werde. Ich selbst war nicht bei der Verlosung, aber meine Nummer wurde gezogen. Als die Konskribierten zurück kamen, bot ich ihnen und dem Kaiser Trotz. Jemand hat mich als Widerspenstigen angezeigt. Ich erhielt eine Bot⸗ schaft, mich in Traonili zu stellen, was ich aber nicht tat. Eine zweite kam— ich blieb abermals zu Hause. Die Ge— her, denn es verdroß sie, daß sie ohne mich einrücken sollten. Vor vier Tagen haben sie mich vom Hause weggehetzt. Ich lachte sie aus denn ich kenne die geheimen Wege und Stege tausendmal besser als sie. Die Verzweiflung packte mich und ich dachte an Sie, meinen Gönner und Lehrer. Zwei Nächte bin ich Ihren Spuren gefolgt. Gestern hätte man mich beinahe in einem kleinen Dörfchen dort drüben ge— fangen genommen. Ich mußte meine Sabots abstreifen und mein Heil in der Flucht suchen. Ein Soldat erwischte mich am Arm und zerriß mir die Jacke, wie Sie sehen. Es war ein hartes Stück Arbeit. So mögen sie im Walde von Bernard auf Wölfe jagen,“ schloß er bitter. Bei jedem Satze wurde sein Freund bleicher und ernster; er schüttelte traurig das Haupt, schwieg aber. Rohan fuhr fort:„Des Nachts, wenn man mich nicht kennen konnte, forschte ich nach Ihnen, Meister Arfoll! Endlich fand ich Sie in Traonili. Heute Morgen folgte ich Ihnen aus der Ferne. denn Sie waren nicht allein; deshalb versteckte ich mich hier unter den Dolmen und wartete. Ich war in Angst, daß Sie einen der Schüler nach Hause begleiten könnten und dankte Gott, als ich Sie allein kommen sah.“. Vorsichtig spähten sie die Heide entlang, aber niemand war um die Mittagszeit zu sehen; so schritten sie denn Seite an Seite seewärts. Der Rasen unter ihren Füßen war weich und grün, der Ginster ringsum reichte ihnen bis zur Brust, fast auf jedem Zweig zwitscherten Finken und über ihren Köpfen schmetterten Lerchen ihre Lieder. Primeln und wilde Veilchen wuchsen allerorten; drüben glitzerte das Meer und die bläulichen Vorgebirge erstreckten sich in weiter Ferne. „Raten Sie mir, was ich tun soll!“ geister Arfoll zuckte zusammen, denn die hart hervor⸗ gestoßene Frage weckte ihn aus ernstem Sinnen. „Mein Sohn, das ist furchtbar! Ich bin von dem Ge— hörten betäubt. Ich kann Dir nicht raten, denn ich sehe keinen Ausweg.“ „Keinen Ausweg?“ „Nur einen.“ „Und der wäre?“ „Dich selbst den Behörden auszuliefern und um Ver⸗ zeihung zu bitten. Männer, namentlich so kräftige wie Du, sind jetzt kostbar, man würde sich über Dich freuen. Sonst „Das weiß ich,“ gab Rohan ungeduldig zurück. mich gegen meinen Willen nicht haben! Raten Sie mir wirklich, mich selbst zu stellen?“ „Ich sehe keinen anderen Ausweg.“ „Und des Kaisers Soldat zu werden?“ Gott Welt wird Dir Waffen geben, aber es wird nur Deine Schuld sein, wenn Du sie gegen Deine Mitmenschen kehrst. So kannst Du gesund und heil mit reinem Gewissen heimkom⸗ men, wenn alles vorüber ist.“ f verzeihen. auf! mit niedergeschlagenen Augen. „Ich weiß keinen anderen Ausweg für Dich.“ „Könnte ich nicht aus Frankreich fliehen?“ „Dort drüben liegt Vannes, dort Nantes, auf dieser sern und Weilern; auf jeder Landstraße, in jedem Wirts- hause lauert man auf Deserteure———“ 1 „Wenn es mir gelänge, Morlaix zu erreichen— dort liegen viele fremde Schiffe vor Anker.“ 9 „Das ist unmöglich! Alle Straßen und Wege sind streng bewachts l selbst die geschickteste Verkleidung würde Dich nicht retten, denn solche Leute wie Du gibt es in der ganzen Bretagne nicht viele. Man würde Dich bald aufgreifen und dann kein Mitleid mit Dir haben.“ Rohan schien nicht im geringsten erstaunt. Er hatte all diese Fragen mit der Miene eines Menschen gestellt, der bereits jede Hoffnung auf Rettung verloren hat. Er sagte daher ganz ruhig:„Ich soll mich selbst den Behörden stellen ein Soldat des Kaisers werden? Diesen Rat erwartete ich nicht von Ihnen... O, mein Vater— erlauben Sie mir, Sie so zu nennen— Sie lassen mir nicht Gerechtigkeit wider⸗ fahren. Sie denken, ich sei schwach und wankelmütig; aber ich bin es nicht, glauben Sie mir, ich bin ein Mann! Und wenn ein Mann einen Eid ablegt und Gott zum Zeugen anruft, so ist es seine Pflicht, ihn zu halten oder zu sterben. Erinnern Sie sich, mein Vater, an jenen Abend in Kr laix, an welchem wir die Weiber beim Brunnen beobachtete schichte wurde bekannt und ich sollte verhaftet werden. Meine Verwandten und Freunde waren am schlimmsten hinter mir kann ich keinen Ausweg sehen— wenn sie Dich später fän⸗ den, wär's Dein Tod!“ * und ich Sie fragte, ob es vor Gott gerechtfertigt sei, wer man sich weigerte, Soldat zu sein?“ orts. folgt.) augenblicklichen so zur Verfügung steht wie früher. Bei der Erziehung des Nachschubs sen. Wenn bei Schlägereien Debatte genehmigt, desgleichen 1 I schlimmsten Fall werde ich sterben, aber lebend sollen, sie. „Wenn Du es gegen Deinen Willen wirst, wird Dir Rohan, Du lehnst Dich gegen eine ganze Auch im Kriege kanpst Du Gott dienen. Man „Sonst haben Sie mir nichts zu sagen?“ fragte Rohan 9 Seite Brest und zwischen diesen Städten Tausende von Dör⸗ 1 e S S r r. r r 7 ö 1 5 Gießen und umgebung. 8 Vaterländische Streikkasse. Es gingen weiter bei uns ein: N 0 wsky 200.— Mk., S. 500.— Mk., V. 500.— Mk., 5 N. 500.— Mk., Henry Hofmam 5000.— Ml., zusammen 6700.— Mark, bereits quittiert 320 250 Mk., zusammen 326 950.— Mk. Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne tgegengenommen. es Verlag der Oberhessischen Volkszeitung. Sichtbare Preisverzeichnisse. Auf ministerielle Anordnung müssen von jetzt ab sämt⸗ liche in den Läden, Schaufenstern, auf Wochenmärkten, in Markthallen und im Straßenhandel feilgebotenen Waren, Lebensmittel und sonstigen Verkaufsgegenstände mit deut⸗ lich sichtbaren Preisen versehen sein. Die Preise sind für ein ganzes Pfund, Meter oder Stück anzugeben. Die Durch⸗ führung der Verordnung wird von der Polizei aufs Strengste überwacht! In Gießen und überhaupt in Hessen besteht ja schon eine derartige Verordnung, aber meistens nur auf dem Papier! Greift die Polizei wirklich ein, so verhängen dann die Gerichte lächerlich niedrige Strafen. So sist es begreiflich, wenn die polizeilichen Maßnahmen immer weniger beachtet werden. 0 Bekämpfung der Anwerbung zur Fremdenlegion. Seitens des Reichsministers des Innern ist an die Landes⸗ regierung folgende Zuschrift ergangen: Mit Bedauern muß ich feststellen, daß die Anwerbungen zur Fremdenlegion ihrer Zahl nach nicht geringer werden und daß leider micht daran zu zweifeln ist, daß in der großen Mehrzahl die jungen Leute sich freiwillig bei den französischen Werbebureaus einfinden. Nach Mitteilung der französischen Presse sollen wöchentlich rund 100 Deutsche angeworben werden, die aus einer noch größeren Anzahl von Bewerbern ausgesucht werden. Nach meinen Ermettelungen Bei der großen Anzahl der vorliegenden Gesuche um Befreiung von minderjährig Angeworbenen und mit Rücksicht auf die hohen Kosten für die an Frankreich zurückzuerstattenden Werbeprämien von je 500 Franks können Anträge künftig nur dann Berücksichtigung finden, wenn die Angehörigen einen wesentlichen Teil der Kosten sselbst Übernehmen. Nur bei größter Notlage der Antragsteller wird sejne Beihilfe gewährt werden können. Meine Bemühungen, mit Unterstützung der Reichszentrale für Heimatdienst die Jugend über die Fremdenlegion aufzuklären und sie vor einem Eintritt zu bewahren, bitte ich bei der großen Bedeutung der Sache mit allen nur möglichen Mitteln zu unterstützen und durch geeignete Maßnahmen zu ergänzen. Ich würde dankbar sein, wenn alle geeigneten Stellen ersucht 8 5 bei dieser Abwehr mitzuwirken und über die von ihnen er⸗ auch griffenen Maßnahmen in regelmäßigen Zwischenräumen zu berichten. t Reichsfinanz⸗ und Reichsverkehrsmintsterium habe ich gebeten, das Zoll bezw. Bahnpersonal, 1 der Grenze des besetzten zebietes tätig ist, über den Umfang der Werbungen aufzuklären und es zu ersuchen, seine Aufmerksamkeit auch auf den Durchreiseverkehr junger Leute zu richten und gegebenenfalls auf diese einzuwirken, um ssie von der freiwilligen Meldung zurückzuhalten. 1 5 Für weitere Anregungen zur geeigneten Bekämpfung dieses un⸗ würdigen Menschenhandels der französischen Regierung würde ich be⸗ sonders dankbar sein. 5 Neue Eingänge beim Landtag. 1. Regierungsvor⸗ lagen. Für die Aufbringung der Mittel für die Handwerks⸗ kammer wird ein Betrag von 2 Millionen Mark verlangt Für die rchführung der Kinderspeisung wird ein Betrag von 500 Mill. Mark angefordert. Die Karmeliterkirche zu Mainz soll erhalten werden. Es wird ersucht ein Drittel der Kosten vom Staat zu übernehmen, während je ein Drittel die Stadt Mainz und das Reich übernehmen soll. 2. Anträge. Abg. Kindt und Gen. be⸗ antragen die Vorauszahlung der Dienstbezüge an nicht festange— stellte Beamte. Abg. Werner beantragt, die Vorzugstellung der französischen Sprache in den höheren Lehranstalten zugunsten der englischen aufzuheben. Abg. Herbert beantragt die beschleunigte Auszahlung der Gehaltsbezüge an die Ruhegehaltsempfänger und an die Hinterbliebenen verstorbener Beamter. Der Abg. Köhler beantragt, das Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt keinesfalls vor 1. April 1924 für Hessen in Kraft treten zu lassen. Abg. Schild⸗ bach erbittet 300 000 Mk für Ausbau der Lichtbildstätte. Abg. Delp und Gen. beantragen, die durch das Gesetz über Klein⸗ rentnerfürsorge den Gemeinden zur Last fallenden 20 Proz. der Unterstützungsbeträge auf Staatskosten zu übernehmen. 3. An⸗ fragen betreffen: Abg. Soherr betr. Erweiterung des Flug⸗ platzes bei Wackernheim, ferner betr. Getreideumlage, Knoll betr. Brennholzversorgung im besetzten Gebiet, Abg. Nuß betr. Schaf⸗ fung einer Festmarkanleihe. i — Konsumverein Gießen. Eine außerordentliche General⸗ versammlung des Konsumvereins Gießen und Umgegend findet nächsten Sonntag nachmittag im Saale des Gewerkschaftshauses statt. Auf der Tagesordnung steht der Geschäftsbericht über die erste Hälfte des Geschäftsjahres und weiterhin wird sich die Versammlung mit der Erhöhung der Geschäftsanteile zu befassen haben. Ueber die Ent⸗ glaube ich annehmen zu missen, daß die Zahlen nicht zu hoch ge⸗ griffen a unserem Blatte vom Samstag einen längeren Artfkel, dessen An⸗ gaben flir jedes Mitglied der Genossenschaft von Wichtigkeit sind und dessen Studium deshalb sehr zu empfehlen ist. — Schulerserienkarten. Von der Eisenbahnverwaltung wird uns geschrieben: Um Schliler und Studierenden die Möglichkeit zu geben, noch zu den bis zum 28. d. Monats gültigen niedrigeren Fahrpreisen in die bevorstehenden Osterferien zu fahren, werden Schülerfersen⸗ karten ohne Rücksicht auf den Tag des Schul⸗ bezw. Semesterschlusses bereits am 28. d. M. ausgegeben. Da die bis zum 28. Februar zum alten Fahrpreise gelösten Karten allgemein ihre Atägige Gültigkeit behalten, können somit auch Studierende und Schüler bis zum 3. März 1923 noch die billigeren Fahrpreise ausnutzen. Ferner erhalten Studierende und Schliler, die nachweisbar ihre Angehörigen im be⸗ setzten Gebiet nicht aufsuchen können, Schülerferienkarten nach den Orten, wo sie die Ferien zubringen wollen. — Die Gaskandelaber in der Stadt werden so nach und nach be⸗ seitigt, weil sie voraussichtlich niemals wieder in Benutzung genom⸗ men werden, sondern in Zukunft die elektrische Straßenbeleuchtung mehr ausgestaltet wird. Letzteres ist allerdings höchst notwendig, denn gegenwärtig ist unsere Beleuchtung in der Stadt nicht die beste. Das Abmontieren der Kandelaber macht nicht geringe Arbeit, zumal wenn im Straßenpflaster Betonschichten durchbrochen werden müsssen, um zur Hauptleitung zu gelangen. Die Arbeit macht sich aber darch den gegenwärtigen Wert des Alteisens bezahlt, das dadurch gewonnen wird. Teilweise zeigte sich bei den Rohrleitungen unter der Erde, daß diese stark vom Rost angegriffen, manchmal sogar durchlöchert waren, sodaß früher eine Menge Gas verloren gegangen sein muß. — Die starken Regengsisse der letzten Tage haben erhebliches Steigen der Flüsse verursacht. Die Wieseck ist aus ihren Ufern ge⸗ treten und die Wiesen am Phflosophenwald waren gestern zum Teil überschwemmt. — Das Fahren mit Handwagen auf den Bürgersteigen in der Stadt ist verboten. Das Polizeiamt Gießen macht auf eine Poli⸗ zeiverordnung vom Jahre 1901 aufmerksem, wonach verboten ist auf den Bürgersteigen mit Wagen jeder Art, Karren, Schlitten und Fahr⸗ rädern zu fahren. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis 600 Mk. oder Haft bis zu 14 Tagen bestraft. — Watzeuborn⸗Steinberg. In der Gemeinderats⸗ Sitzung am 22. Februar wurde der Nachtragsvoranschlag der Gemeinde durchberaten und genehmsgt. Durch die Erhöhung des Betriebskapitals auf 305 000 Mark. beläuft sich die gesamte Mehr⸗ ausgabe nunmehr auf vund 980 000 Mark.— Einige Personen, welche um das Ortsbürgerrecht nachsuchten, wurden als Ortsbürger aufgenommen.— Die Unterstützungssätze für minderbemittelte Sozialrentenempfänger wurden ab 1. 2. 23 um 150 Prozent erhöht.— Die Inanspruchnahme der Gemeinde⸗Kranken⸗ schwester soll ab 1. 1. 23 wie folgt bemessen werden: für die In⸗ anspruchnahme bei Tag 20 Mark, bel Nacht 30 Mark. für Nacht⸗ wache 50 Mark. Das Gehalt der Krankenschwester wird ab 1. 3. 23 auf 18 000 Mark monatlich sestgesetzt.— Für die Ruhrhilfe soll anläßlich der Nachfällung von Holz für die Gemeinwirtschaft, der Vetrag für 2 Rm. gezeichnet werden.— Die Gebühren für Feuervisitatoren wurden nach dem Vorschlag des Kreisamts ge⸗ mehmigt.— Der Wasserwärter erhält ab 1. 2. 23 ein Jahres⸗ gehalt von 25 000 Mark.— Die Holzhauer im Gemeindewald sollen 50 Buchen⸗Wellen, mit 20 Prozent Nachlaß vom Durch⸗ schnittspreis, erhalten.— Die 2. Rate des Holzgeldes soll ab 1. 7. 23 mit dem jeweiligen Prozentsatz, den die hiesige Sparkasse für verliehenes Geld erhebt verzinst werden.— Dann wurden noch Wohnungsangelegenheiten geregelt und einem Wohnungs⸗ suchenden eine Wohnuna zugeteilt.— g In der Gemeinderatssitzung am 20. Februar wurde die Ge⸗ mein wirtschaft der Provinz Oberhessen behandelt und beschlossen derselben beizutreten. Der zu leistende Betrag für 36 Festmeter Holz soll auf einmal, und zwar in diesem Frühjahr, bezahlt werden.— Der subsidäre Beitrag für die Kirche. welcher seither von der politischen Gemeinde aufgebracht wurde, wird für 1923 vom Gemeinderat abgelehnt. Somit ist von nun an politische und Kirchengemeinde getrennt. Ein Nachtrag der Kirche für 1922 wird bewilligt, weil für dieses Jahr der subsidäre Beitrag im Ge⸗ melmdevoranschlag mit aufgenommen war.— Ein Gesuch des Kirchen rechners, um Natural vergütung von der Gemeinde(2 Rm. Holz), wird abgelehnt.— Das Jahresgehalt des Spritzenmeisters wird auf 2000 Mark sestgesetzt— Dem Gemeinderechner, welcher um Naturalvergütung in Holz nachgesucht hatte, wird eine Ver⸗ güttung für Heizmaterzal in Geld in Höhe von 180 000 Mark für 1923 bewilligt.— Die Umwandlung der Gesellschaftsschäfereien in eine Gemeindeschäferei wird zurückgestellt.— Das Pachtgeld für ein Schaf aus der Gemeinde wird auf 150 Mark für das Jahr 1923 festgesetz. Für auswärtige Schafe die einer Herde beigetrieben werden, soll der doppelte Betrag erhoben werden. Bisher betrug die Pacht für ein Schaf 5 Mark.— Ein Gesuch eines Einwohners um Aufnahme als Ortsbürger, wird ge⸗ nehmigt.. „reis Friedberg⸗Bübingen. — Ungeheuere Pachtpreise für Ackeeland. In Friedberg beschloß die dortige Stadtvertretung von den Pächtern der Klein⸗ gärtengrundstücke für ein 2500 Quadratmeter also einen Morgen, großes Stück jährlich achttausend Mark zu ver⸗ laugen. Der seitherige Pahtprels bekrug 60 bis 80 Mark. Unsere Genossen gaben sich die erdenklichste Mühe, der Mehrheit das Un⸗ soziale eines derartigen Veschlusses klar zu machen; es nützte nichts. Bis auf zwei rühmliche Ausnahmen waren sich die bürgerlichen Parteien von den Demokraten bis zu den Deulschnationalen, einig; so, wie sie es ja meistens sind wenn es gegen die Interessen des geringen Volkes geht. Die Folgen dieses verhängnisvollen Be⸗ schlusses werden sein, daß viele ihre Stücke aufgeben werden, weil für sie nichts mehr dabel herauskommen wird. Die Preise für Sämereien sind ebenfalls ins Ungeheuerliche gestiegen. Es sind Fälle bekannt, daß heute über 20 000 ark ausgegeben werden mußten, um für ein derartig großes ck den Samen zu be⸗ * 1 Nαν s a2. neee. Stü wickelung der Genossenschaft im letzten Halbjahre brachten wir in 0— 2 0 Wal Aus dem Ruhrgebiet. Ein Parteigenosse, der sich dieser Tage im Ruhrgebiet aufhielt, gibt uns über die dortigen Verhältnisse unter der Herrschaft der Franzosen folgende Schilderungen: Als ich in Gießen in den Schnell⸗ zug stieg, wurde mir die Frangosenherrschaft im Ruhrgebiet geschil⸗ bert und ich dachte mir dabei, daß die Erzählungen wohl etwas ge⸗ färbt wären. Doch es war nicht übertrieben. Zunächst kam die Paß⸗ kontrolle in Hengstei. rote Fahne. Der Zug hält, die Paßkontrolle beginnt. führen, zusammen mit einem belgischen Zollbeamten. Je muß seinen Paß vorzeigen. Verschiedene, die leinen Paß haben, wer⸗ gen mit herausgenommen zur Feststellung ihrer Personalien und Reiseziele. Hier und dort werden auch Gepäckstücke und Pakete unter⸗ sucht. Der Aufenthalt daxert etwas über eine halbe Stunde. Dann geht es weiter nach Aplerbeck, wo Maschinenwechsel ist. Alle Maschi⸗ nen aus dem unbesetzten Gebiet gehen wieder; zurück, desgleichen die im besetzten Gebiet sind, bleiben drin. Aufenthalt eine halbe Stunde. Der Zug kommt in Bochum, meinem Reiseziel etwas nach 11 Uhr abends an. Aussteigen⸗ und aus dem Bahnhof heraus und 2 75 5 es i verschlossen, die Straßen leer von Passanten, dagegen sehe ich Franzo⸗ Drei Mann mit aufgepflanztem Seitengewehr kom⸗ ist ihr Zuruf, Ich, bleibe stehen, zeige meinen Paß, aber das nübl mir nichts. Ich werde in die Mitte ge⸗ nommen und in das Nestaurant Fiege geführt, das die Franzosen be⸗ schlagnahmt haben. Wir mir, so geht es auch andern 0 n dem Lokal Hunderte von Männern untergebracht, Frauen werden er Wir werden dort aufgestellt wie Rekruten. Setzen noch mehr Ver⸗ beginnt die Revision. Heder Einzelne wird von einem Offizier nach Waffen und Papiere ein Nachtquartier besorgt, ist mein Gedanke. Aber o weh! sen in Menge. men auf mich zu. Prissonier! von dem verschärften Belagerungszustand nichts wisfen. laufen galassen. kann und darf sich niemand. Es kommen immer hastete hinzu. Nach ungefähr 1½ Stunden e eee ee* Ein Franzose tritt hewor und schwenkt die Elsässer, die früher bei uns Soldat waren, sind es, welche die Kontrolle durch⸗ Jeder Reisende unte rsucht. 3 fragt dieser nach„Mineuren“. Ich dränge mich auch vor und zeige meinen Paß. Wo Sie arbeiten? ist die Frage, denn in dem Reiseanzug sehe ich nicht aus, wie ein Bergarbeiter. Ich zeige auf meinen Paß, worin es vermerkt ist. Er sieht mich an und mit einer Handbewegung bin ich entlassen und auf der Straße. Nachts, ungefähr 1½ Uhr. entsteht die Frage: Wohin? Auf den Straßen streifen fortwährend Patrouillen. Als Angehöriger des Bergarbeiterverbandes gehe ich nach unserem Verwaltungsgebäude und finde dort bei einem Kameraden für die paar Nachtstunden ein Unterkommen, ein Lager auf dem Sofa. Am andern Tage nach Be⸗ endigung unserer Kenferenz b tigen die Teilnehmer von auswärts die Handelskammer, welche die Franzosen ausgeräumt haben. Vorn am Eingang prangt ein großes angeklebtes Papier mit der Inschrift:„Französisches Kulturm useum“. Viele Men⸗ schen stehen davor, finden abox keinen Einlaß. Unser Führer, der Kamerad Martmöller, weiß es aber möglich zu machen, daß wir hinein kommen. nsern Augen bietet loses Bild. Al was die Franzosen gebrauchen konnten, haben sie mitgenommen. Ueberall liegt der Fußboden voll von Aktenstücken und Papieren. Eine Bibliothek von 2000 Bänden haben sie mitgenom⸗ men. Telephone sind abgerissen, auch die Lichtleitung in einzelnen Zimmern. Einen Geldschrank haben sie aufgemeißelt und den In⸗ führt, ist der eine Knauf abgerissen. Was wir gesehen haben, ist wirklich ein französisches Kulturmmseum! Von meimem Nachtquartier aus beobachte ich abends um 8 Uhr die Ankunft der Franzosen. Sie kommen mit 4 Tanks und ungefähr 300 Mann Infanterie. Die Passanten auf den Straßen verschwinden schnell, alles ist geschlossen. Die Einwohner im unbesetzten Gebiet können sich hiervon ungefähr ein Bild machen, wie es unsern Brüdern im Ruhrrevier geht. Darum, Bürger, gebt, sammelt und helft, damit unsern Volksgenossen das schwere Los erleichtert wird und sie den Abwehrkampf bis zum guten Ende durchführen können. H. Seibert. sich in allen Räumen ein trost⸗ halt von ca. 30 000 Mk. mitgenommen. An der Treppe, die nach oben schaffen. Wenn die Mehrheit wellet beschloß dem die Ermächtigung zu erteilen in ihm geeignet ersche die Pachtsumme herabzusetzen, so ist davon nicht viel zu 5 denn die Art, wie gerade der Bürgermeister den Antrag auf Er⸗ höhung der Pachtsumme motlvierte, zeugte nicht von en ö sozialen Verständnne. Im übrigen muß gesagt werden, daß die weitaus größte Zahl der Pächter zu denen gehören die so wie so schon Not leiden. und wenn alle diese heute beantragen, die Pacht⸗ fumme herabzusetzen dann werden von den 800 Pächtern nicht vel übrig bleiben, von denen die Stadt 8000 Mark erhalten würde. Der Beschluß wäre dann von solch geringem finanzeellen Ergebnis. daß es besser gewesen wäre man hätte ihn überhaupt nicht gefaßt. Doch die Mehrheit war gewiß von dem Gedanken durchdrungen. der Bürgermeister biete Garantie bafür, daß die Zahl der Fälle. die ihm„geeignet“ erscheinen recht klein sein wird. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach. Zell b. Alsfeld. Von einem Mordversuch wird in unserem Orte erzählt. Man hört docliber Folgendes: Im vorigen Jahre wurden einem Ingenteur, der hier ein Bureau unterhielt, nacheinander Fahrräder und andere Sachen gestohlen. Der Dieb und seine Angehörigen sollen nun versucht haben, eine dritte Person die mit dem Bestohlenen verkehrt oder in Diensten steht zu Bürgermesster Fällen veranlassen, den Ingenieur durch Gift zu beseitigen. Nach längerer Weigerung, erklärte sich der Betreffende dazu bereit. scheint dann aber anderen Sinnes geworden zu sein und entdeckte dem Ingenieur die Geschichte. Eine Unterfuchung ist eingeleitet, die das Weitere ans Licht bringen wird. Arbeitsrecht, Gewerlschastliches, Arbeiterbewegung. Aufruf an die Betriebsräte und Betriebsobleute! Die Generalversammlung am 11. Februar hat beschlossen: 1. Die Neuwahlen der Betriebsräte in der Woche vou 19. März bis 21. März vorzunehmen. 3 5 2. Alle Betriebsräte und Betriebsobmänner(ganz gleich, wie lange sie amtieren) legen bis spätestens den 19. März ihre Aemter nieder mit der Erklärung, ihre Funktionen bis 8 Tage nach er⸗ folgter Neuwahl weiter zu versehen. 3. Der Betriebsrat hat dann sofort(spätestens 4 Wochen vor der Wahl,§ 23 B. R. G.) drei Wahlberechtigte als Wahlvorstand zu wählen. 4. Dieser stellt sofort eine Liste der Wahlberechtigten auf, ge⸗ trennt nach Arbeitern und Angestellten. 5. Der Wahlvorstand erläßt spätestens 20 Tage vor der Wahl das Wahlausschreiben. 6. Das Wahlausschreiben muß angeben: a) wo und wann die Wählerliste ausliegt, 3 Tage lang, b) wieviel Mitglieder des Betriebsrates von den Arbeitern und den Angestellten und c) wieviel Ergänzungs mitglieder für den Arbeiterrat und den Angestelltenrat zu wählen find, d) bis wann die Vorschlagslisten eine Woche nach Aushang), e) wo die Vorschlagslisten zur Einsicht ausgelegt werden, 1) wo vor der Wahl die Umschläge für die Stimmzettel in Empfang genommen werden können, g) wo und wann die Wähler Umschlag mit Stimmzettel abgeben können. Wir empfehlen weiter, möglichst gemeinsame Wahl der Ar⸗ beiter⸗ und Angestellten⸗Vertreter vorzunehmen. Dies muß aber vorher in getrennter und geheimer Abstimmung der einzelnen Grünen wet Zweidrittelmehrheit beschlossen werden. Es sind nur gewerkschaftliche Listen mit Angehörigen des All⸗ gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Afa⸗Bundes auf⸗ zustellen. Angehörige anderer gewerkschaftlicher Richtungen sind nicht auf unsere Listen zu nehmen. Wir ersuchen die Gewerkschaftsgenossen. in den Betrieben keine politischen Listen nach Parteien aufzustellen und unter keinen Um⸗ ständen solche zu unterstützen, damit Einheitlichkeit bei der Wahl gesichert ist. Merkblätter über das„Wahlrecht und Wgoßlrerfabren e den Betriebsräten“, sowie Muster für Wahlausschreiben sind bei unserer Zentrale in Gießen, Krednerstraße 39, zu haben. Die Kosten des Wahlverfahrens tragen nach dem 822 der Wahlverordnung die Arbeitergeber. 5 Auf zur Wahl! Alle Vorbereitungen treffen! 25 Wahret die Geschlossenheit aller freigewerkschaftlichen Arbeiter und Angestellten! Der Gießener Hausfranenverein und die Hausapgestellten. Uns wird geschrieben: In der Nummer vom 12. Februar der Oberhessischen Volkszeitung wird zu dem Vorgehen des Gießener Hausfrauenvereins den Hausangestellten gegenüber kurz Stellung genommen. Die Hausangestellten⸗Frage ist ja eigentlich erst nach der Revolution mehr in den Vordergrund getreten. weil man dieser Sache bisher in der Oeffentlichkeit wenig Beachtung sckenkte, die Hausangestellten bekanntlich von jeher stiefmütterlich behendelt wurden. Man komme uns nicht mit dem Einwand daß der Haus⸗ halt weder 155 gewerblicher noch ein kaufmännischer. noch ein landwirtschaftlicher Betrieb ist. l a. 50 Unterschled besteht nur darin daß die gewerbliche Ar⸗ beiterin eine bestimmte regelmäßige Arbeitszeit hat. die 8 Stunden pro Tag nscht überschreiten darf und der Lohn durch die wirt⸗ schaftlichen Organifationen geregelt wird; bei den Hausangestellten gibt es nur in sehr seltenen Fällen eine geregelte Arbeitszeit und in fehr wenigen Fällen beträgt die tägliche Arbeitszeit weniger als 12 Stunden. Desgleichen ist die Entlohnung. von Ausnahme⸗ fällen abgesehen, so gering. daß die nötigsten Reparaturen der Vekleidungssrücke von Neuanschaffungen ganz zu schweigen, gar nicht hergestellt werden können. Im Hinblick auf diese Tatsache haben sich eine erhebliche Zahl von Hausangestellten ihrer zustän⸗ digen Organisation. dem Zentralverband der Hausangestellten, angeschlossen. Der Zentralverhand der Hausangestellten. bezw. das Gicßener Gewerkschaftskartell. das mit dieser Frage betraut wurde, hatte die Hausfrauen zu einer gemeinsamen Besprechung am 11. Januar eingeladen. Eine erhebliche Anzahl von Haus⸗ frauen waren der Einladung gefolgt. Wie so oft machten, sich auch hier reaktionäre Einflüsse geltend. Von einem neuen. aufstrebenden Geist war bei einigen Damen. die das Wort ergrifsen, gar nichts zu spüren. Daß die Gesindeordnung am 12. November 1918 auf⸗ gehoben und die Dienstblicher abgeschafft worden simd, schien diesen Damen nicht zu gefallen. Eine Einigung kam wie zu erwarten, an diesem Tage nicht zustande und. obwohl sich sehr viele Haus⸗ frauen nach den ausgestellten Richtlinien richtete, lag es uns daran. die ganzen Fragen durch Abschlüsse eines Tarifvertrages zu regeln. Der Gießener Hausfrauenverein bot dafür die beste Gewähr und er hätte sich wicklich ein Verdienst erworben. wenn er die tarifliche Regelung mit uns vorgenommen haben würde. Er lehnte es ab eine tarifliche Regelung vorzunehmen. Wir wandten uns daraufhin an den Schlichtungsausschuß Gießen. In dem Schrfft⸗ satz des Gießener Hausfrauenereins an den Schlichtungsausschuß heißt es u. a.:„Der Giessener Hausfrauenverein ist kein Arbeit⸗ geberverband. Arbeftgeber ist der Haushaltungsvorstand. Die Ehefrau und Hausfrau würd aus den mit den Hausangestellten ab⸗ geschlossenen Verträgen nicht verpflichtet. sofern sie nicht einen selbstänbigen Haushalt führt. Sie handelt als Ehefrau auf Grun ihrer Schlüsselgewalt und verpflichtet durch die bezüglichen Verträge nicht sich, sondern dem Ehemann.“ Es ist bedauerlich, daß diese Auffassung in den bürgerlichen Kreisen heute noch vorhanden ist. Von einem neuzeitlichen Geist ist hier nichts zu spüren. Mehr und mehr macht sich aber eine neuzeitlichere Aufsfassung geltend und die sich auch durchsetzen wird und zwar auch dann, wenn noch so⸗ viele rechtsstehende Damen dagegen ankämpfen. Die Entwickelung läßt sich nicht aufhalten. Allgemeln gilt heute schon, daß Tarif- verträge im Sinne der Verordnung vom 28. 12. 1918 abgeschlossen werden und daß die Ehefrau, ohne besondere Vollmacht. Haus⸗ angestellte annehmen kann und daß die„Schlüsselgewalt“ abge⸗ tam ist. einzureichen sind(spätesteus n 2 5 1 8 5 7 Der Salt Hammgsausschra Fal. in Jelner Eigung am I. Ferrunr 1 5 2* 125 zwar auf Grund der Satzungen geworfen, 5 bel etwa 70 Frmen verübt und zeitweilig am Kurfürstendamm einen Spielklub mterhalten hat, in dem die zahlungsfähige Gesell⸗ Jaß sie innerhalb 10 Fahren annähernd 3000 Debstähle 7 1 t es:„Mitarbeit an der Lösung Der Hausfrauenverein 8 t wereim nach wie vor. vorüber sehen wir uns wieder, wurde in der krufenen Versammlung des Vereins am 7. Februar. und Darüber 2 wird aber noch ein Wort ge Kleine Nachrichten. Das Feuer wurde gegen ½3 Uhr vormittag Seren konnte sich nur darauf beschränken, die bis auf die Mauern niederbrannte. große Menge Futter fielen dem Feuer ebenf Kurzschlusses entstanden. e Gemeindevertretung besteht mur Hausangestelltenfrage“. batte nun nichts eiligeres zu tun als formell seine Auflösung herbeizuführen. In Wirklichkeit be⸗ seht der Hausfrauen f 01 Gießener Hausfrauenvereins, Im 5 1 Absatz 2 der Satzungen den Winterschlaf benützen, um neue Satzungen glaubt dann die„lästigen Hausangestellten“ dos zu rebet werden. „ Valdmichelbach, 28. Febr. Großfeuer brach in der Lud⸗ wwigsteaße vorletzte Nacht bei dem Kaufmann Gg. Helfrich dahier ee s bemerkt. Die zu schützen, während der Pferdestall des Kaufmanns H. Die beiden Pferde, sowie eine alls zum Opfer. Tiere waren nicht versichert. Jedenfalls ist das Feuer infolge Eine rein sozialdemokratische Gemeinde. Die alte nburgische Semeinde Untergotzenthal bei Meerane hat 224 Einwohner, davon 110 Wähler; bei der letzten Wahl war keine bürgerliche aus Sozialisten; schaft von Berlin W. verkehrte. Die Verteidigung behauptet Am Sonntag Mannschaften in Herborn. Beide Mannschaften flinke Spieler und werden nur du zielen. Der Schiedsrichter handelte korrekt. Hterauf trafen sich umliegenden Herborn 2.— Gießen 2. 126. Die zwingen. Am Sonntag. den 25. Februar trafen sich in Wieseck Wieseck 1.— Lauluseschbach 1. 3 3. zum Gesellschaftsspiel. frei. W. konnte jetzt besser zusammen, kann jedoch nichts erzielen. der Ge⸗ den 18. Februar trafen sich die genannten verfügen über e falten ihrer ir gehindert. H. hat di if sere a schaft und kann bs Halbzeit 2. nach Halbzeit 4 weitere Tore er⸗ G. ist die bessere Mannschaft und kann 6 Tore erzielen. Kurz vor Schluß kann H. durch eine Ecke das verdiente Ehrentor er⸗ Rolladen, 1 Um 2 Uhr gab der Schieds vichter den Ball schon kurz nach Anfang einsenden. L. findet sich Bis zur Pause kann W. noch ein weiteres Tor erzielen. Nach der Pause kann Gefunden, verloren. Das Polizeiamt Gießen gibt bekannt: In der Zett vom 15. Januar bis 1. Februar 1923 warden in biesgor Kid gefunden: 1 Kneifer mit Etui, 1 grauer Hasenpelz, 1 Portemon⸗ mit Anhängsel, 1 Damengürtel, 1 Ring, 1 Hundertmarkschein, eine Brille, 1 Zollstock, 1 Geldtäschchen mit Inhalt, 10 Latten von ein „1 Fünfhundertmarkschein, 1 Regenschirm, 1 gelber Haar⸗ pfeil, 1 weißes Taschentuch, 1 Beutel, 3600 Mark, 1 schwarzer Filz⸗ mit Anbängsel(Herz], 1 schwarzer Schulterkragen 1 weißer Schal mit 2 grauen Querstreifen, 1 schwarzlederne Handtasche mit Mäppchen, 1 schwarze Brieftasche mit Inhalt, 5900 Mk. in einer Lahntüte, 1 Stickeretarbeit mit Garn, Schere und Fingerhut. 1 Paar alte Hosenträger, 1 Sack mit 2 kleinen Säcken, 1 Tausendmarkschein, naie mit Inhalt, 1 Damentasche mit Inhalt, 1 gestrickter Damen⸗ handschuh, 1 Portentonnaie mit Inhalt, 1 Haarufefl, 2900 Mark,. 2 Pelzquasten, eine Kette von einem Lastwagen, 1 Paar Puls wärmer, 1 1 Brosche, 1 Handleiterwagen, 1 Sportmütze, 2 Kneifer, 1 Uhrkette but, 1 größere Anzahl Schlüssel: verloren l goldene Hauke mit Häkelzeug, 1 filberner Anhänger mit blauem Stein, 1 grüner natürlich, daß Frau Roeber kleptomanisch sei, und zwar von„00 Mk., 2. Jahreskost mit Wohnung, Bra Jugend auf. und Licht für männliche und weibliche Personen 155 2 1 89 Wenm der 1—— Ferner auf das 3 berechnet: 8 19855. 2400 995„4. Fa⸗ eigens ein——— m immer mit Zubehör) g da e W= Sport SA auszub rüten Mark, 6. Beleuchtung für Einzelpersonen 1500,00 Mk., für eine sein. Herborn 1.— Marburg 1. 6 0. Familie 3000,00 Mk. L. 3 Tore aufholen welchen W. den Ausgleich entgegensetzt. Dem Schiedsrichterobmann wäre ans Herz zu legen, seinen Verpflichtungen besser nachzukommen. Er hatte sich am 25. Febr. mach Lauluseschbach verpflichtet war aber nicht 5 1 Aus den amtlichen Bekanntmachungen. Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 17 vom 27. Febr. enthält: Erhöhung für die Benutzung des Bohrzeugs der Geologischen Landes⸗ anstalt.— Erhöhung der Erwerbslosen⸗ und der Kurzarbeiterunter⸗ stützung.— Festsetzung des Wertes der Sachbezlige.— Gebühren der unsteinfeger.— Feuerlöschwesen Kreis Gießen.— Jahrbuch des Vereins für das Deutschtum im Ausland.— Errichtung einer Maler⸗ 1 bramer Seefuchsmuff, 1 grauer Damenfilzhut, 1 Kinderhandschuh 5 mit 2 Rändern 1 Brieftasche mit Inhalt(Jagdwaffen⸗ 85 pässe und Personalausweis], 1 Pelg, 1 braune Brieftasche mit Inhalt, 1 schwarzes Geldtäschchen mit Inhalt, 3 Schlüssel am Ring, 1 wollene 6 Decke mit 2 schwarzen und 1 weißen Streifen und ein österreichischer Militärmantel.— Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentage im Polizeiamt von 10 bis 12 Uhr vormittags und 3 bis 5 Uhr nachmittags, Zimmer 3, erfolgen. 3 0 Versammlungskalender. 1 0 Gießen. Freie Turnerschaft. Samstag, den 3. März. ens 8 9 5 Monatsversammlung im Gewerkschaftshaus (Turnerzimmer). Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist ere indevorstand ist Sozialdemokrat. Schulpflichtige Kinder hat die Gemeinde 42, welche alle den Sitten⸗ und Moralunterricht besuchen. 50 Personen sind aus der Kirche ausgetreten. Gewerkschaftlich or⸗ ganistert find 92, politisch 58. Alle Haushaltungsvorstände sind als Genossenschaftsmitglieder eingetragen. Labendiebinnen aus besten Gesellschastskreisen. In Berlin begann der Prozeß Morvilius, in sich 16 Personen wegen gemeinschaftlichen schweren Dieb stahls, Beihilfe, Be⸗ günstigung und Hehlerei zu verantworten haben. Im Dezember 1921 wurde eine Frau Dora Roeber bei einem Ladendiebstahl er⸗ Ea bel einer Haussuchung in ihrer Wohnung ein ganzes f 5 abgegeben worden. Das Wahlrecht hatten 102 ausgeübt. g lenes Warenlager gefunden. Besonderes Aufsehen erregte der Fall, als sich herausstellte, daß auch eine Tochter der Frau Gesche; und— 2 9 5 5 N 5 55 e für die Stadt und 1 Gießen. wünscht. N 0 0 reuhandgesell vorstand und recht wohlhabend galt,— ichtung einer er⸗Zwangsinnung.— Viehseuchen.— 5 5 8 in die Angelegenheit verwickelt war. Der Frau Roeber wird vor⸗ Feldbereinigung Holzheim.— Gefunden, verloren. Dollarstand gestern mittag 12 Uhr: ca. 23 000 Mark. 0 „—.. 5 7 7 b f 8.. ͤ cc* inn n 4 „Bekanntmachung. f les lun und, Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk des f f f 0 f. N Försters Arft, Forsthaus Hochwart, Ableilungen 84,* Megane Tl U für un 0 bam Lauper Ua. 4 0 86, 88 b, 93. und ö, solen am 1 3 e e e höchsten Pre b f Montag, den 5. März 1923, 2 555 ten Sie durch da zahlt die böchten Preise 4 vormittags 9½ Uhr 5 1 Wirtschaftliche Zufall beginnend, versteigert werden:. 3 5 e 2,4 Rm. Buchenscheit E. G. m. b. H. ltengeffe 1 i i 5— f en 2 Aachens Sonntag, den 4. März 1923, nachm. 3½ Uhr C 1 U el f I I 45,8„ Buchenknüppel findet im geheizten Saale des Gewerkschastshauses die 1923 U gel kk 9 1 84,4„ Eichenknüppel„ 0 6„„ 8„ Eschenknüppel 1 9. 6 l. 9 1 s enthält alles, was a Freitag, den 2. März 7 5 a 5* 8 0 Ha 10 Ee klera kk li Ung gc auen eee 19. Vorstellung im 4 1 11 Fichtenknüppel statt, wozu wir unsere verehrlichen Mitglieder freundl. einladen ung. Karle e Sozial Greitag Abonnement 1 3 Birkenknüppel 8 versicherung, Erwerbslosenfürforge, Arbeiter⸗ Will und Wiebkfte 8 500 Wellen Kiefernreisig Tages-Ord nung: schutz, Arbeits vermittlung, Reichs mietengesetz, Lustspiel in 4 Akten ei 110 Nm. Fichtenreifig 1. Bericht über das abgelaufene 1. Geschäftshalblahr 1922/23. Lobnsteuer, Bildangswesen. Balutafragen⸗ von F. v. Zobeltitz 1 580 Wellen und 243 Nm. Buchenreisig 2. Statutenänderung: Sai 7 8 e anfane! n e 1 750 Wellen und 177„ Eichenreisig 8 10 Ziffer 1 soll folgende Fassung erhalten: statistit(Preise, Lohne, furse, Produttion,[ Samstaa, den 3. Prärt Außenhandel. Arbeitslosigkeit usw.) Beim Zeitunaslesen, in der Versammlungs⸗ debatte, beim Studinm zu Hause, bei Be⸗ ratung von Kollegen, beim Schutze eigener Kindervorstellung! Kleine Preise! Zum letzten Male! Wellen und 43„ Weichholzreisig 2,6 Rm. Eichenstöcke 7,1 Rm. Fichtenstöcke. Nach erfolgter Aufnahme ein Eintrittsgeld von Me. 300 statt seither Mk. 50.— § 42 Ziffer 1; 15 f 5 2 Hiffer 1 g Die drei Haule- 0 5 Interess 1 ö r in der Gaßmnischaft Faroe ee h en d 10 00 1 1 lets bilft Ibnen schnell und sicher bas f männerchen 1 9 15 Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, statt seiiher Mk. 2000.— Arbeitnehmer ⸗Jahrbuch!! Anfang 3 ½ Ende 5˙½ Uhr 1 . vorgefundene Mängel jeglicher Art 3. Beratung und Beschlußfassung etwaiger einlaufender Anträge. n chen en bebunden Sonntag, den 105 März: 0 f Wie Abfuhrscheine sind vom 8. März 1923 ab, Für den Rufsichts rat: Preis 1600 Mark eee I 1 5 ee Sen aße 4 61 115 Fr. Vetters 1308 Zu beziehen durch die Anf. 3½ Ende geg. 6 Uhr* da er asse, Gartenstraße 2, Eingan 2 50 1* don der Südanlage, in Empfang zu nehmen. 1 N Buchhandlung Oherhess. Volkszeitung Meine Frau, 7 10 105 Gießen, den 28. Februar 1923. 4 s das Fräulein m Der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg. lis 5 22 1———— anf 7 ur Ende 9¼ uy r f ö 0 1 r 2 C 1 1 8. e— 5 2 ir mr n i f 1 Banken, Industrie PD: Aud uat Lörstes i Moritz Gregori 1 All f 1 n 2 emelnes ö n Llanos iel Waren l 9 Disconto N Gesellschalt 0. e NN e f RNutovertrieb u. Neparaturwerkstüttef 5 1 0 geschäftliche Rundschau mit Dauert 155 r Zweigstelle Giessen, Plockstr. 13 eschäftliche Rundschau mit Dauerfa plan eppler& Faber 5 Kapital und Reserve: nne dewanr Ankunft aus der Richtung Onne Gewähr Ruf 301 Südanlage 7 Ruf 361 N 8 en ee 85 Köln Koblenz, g Fulda 5 ene Londf. 5 e jalität: Rarosserien 0 1200 000 000 M.„ e i e e e e er e n f n Spez 2 f 3 25 ö 6²⁴ 2²¹ 5. W 203 802 P 126[W753 8⁰⁰ W 7 42⁷ 730 W330 W725. 10 Bankmässige Geschäfte aller Art 77, 5 wð 75 Daus we] 2%., deen te e; 7 2% l 2 0 g f i heinrich schäter, marztstr.20 5 Darmstädter u. Nationalbank. 5 Her 738 f Sicke Pfeif 5 80 5 0 Kommanditgesellschaft auf Alttien E98 5 6⁴⁵ 0 9³⁵ 9 3 5 f 5 1 Zweigniederlassung Giessen 7 140 cke emen ke ö Johannesstrasse 1 cigarren. Cigaretten, Tabahe Siegfried Haas Papiergrosshandlung W= Wochentags. Sa= Samstags. D D-Zug. E Eilzug. Die Zeiten von 6 Uhr abends bis 522 Uhr morgens sind in den Minutenzifiern Ruf 126, 174, 1770 Commerz- und Privatbank Aktlengesellschaft Filiale Giessen unterstrichen 4 Gasthaus Gambrinus, Wieseck L. Löwenstein, Wieseck Besitzer Heinrich Braun Manufakturwaren, Wäsche und Herrenstoffe 1 1 1 ö U 1 bahnhofstrasse, Ecke Westanlage- Butzbach. Wilnelm 11 11„ Weseck Selters weg 68 a. e 8—— 1 Aeisch- und Wurstwaren 4 2. Isidor Krämer, FBüfzbpach Lren Ioldwaren Taschen- Uhren 5 it eldeutsche reditbank e 1 15 n 8 14 Karat Trauringe 8 Karat f 888 l Waren, men-. 7 3 onfektion. Wäsche-— 2 O„Nu 2. Kreuzplatz 8 9 filiale biessen, Johannesstrasse l. g benen e Carl Chambrè, Lich 555 755 9 Rene 7 f Wilh. Hadermann, Butzbach Manufaktur waren Nite Gere. vogm. 1 Kühn, giessen 5 Handels-und Gewerb eb ank Herren- u. Knaben-Kleidergeschäft 2 F 1 biesen k. g. n. b l. lesen Carl Hadermann, Butzbach Karl ühler, hirh Ilessen] M. Ch. Mühistein, Seltersweg 88 5 Kurz-, Weiss- und Woll Maren Hulunialufaręn- Säcke aller Art, sowie Papier-Gewebe Säcke 8 ld! Ulle Debensmittelhaus W. Hahn, Lich Oberstadt 2 Oberstadt 7 bolis Stiefel, bich kunzteriallen Uualitatslache lür Industrie Und Handel bächlabrik Gebrüder bäb Aktiengesellschaft& diessen Telephon Nr. 1409 u. 217I. Telegramm-Adr.: Lacklöb . 8 5 e, Flügelstern“ Paeer Erusshandlung Männerchöre, Vereins- Musikinstrumente Autäbrangen 211er Ernst Challier, Giessen. 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