l 2 2 AES 1 rn deen, wenn es heute nach derselben Methode verfährt. Der If bpolitik in Europa fortsetzen zu können. Iten Gerichtshofes hinsichtlich des französischen Vertrags⸗ lien Jahren N J Zusammenbruch des griechischen Abenteuers schweren 1 1 fenaktun: gicßen Gahuhofftraße 23 ktusprecher 2008. 0 berhessische Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. Fppehition: Gleßen Bahnhofstraße 23 Ferusprecher 2008. — Die Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Abonnementspreis mit den Beilagen Das Blatt der Frau“ und„Land⸗ irtschaftliche Beilage“ beträgt monatlich 1370.— Nek einschl. Bringerlohn. urch die Post bezogen 1300.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 50.— Mk Vergntwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren Raum lokal 10.— Mk, auswärts 15.— Mk., die Retlamemillimeterzeile 50— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. 0 Nr. 27 n Gießen, Freitag, den 2. Februar 1923 18. Jahrgang * Die neue Krise im Orient. Die Orientkonferenz in Lausanne ist von neuem in ein Fitisches Stadium getreten. Vor Wochenfrist etwa legten gland, Frankreich und Italien der türkischen Delegation enen sehr eingehend ausgearbeiteten Plan vor, der die ung aller strittigen Punkte vorsah. Die Vorschläge nen den türkischen Forderungen in weitem Maße ent- Zen. Es hieß, daß sie die Grenze des Entgegenkommens deuten, zu dem sich die Entente der türkischen Regierung E verstehen könne. Es wurde versichert, daß sich de Alliiserten feierlichst verpflichtet hätten, von diesen Hchtlinien nicht abzugehen. Noch vor dem 1. Februar sollte si die türkische Delegation entscheiden, ob sie die Friedens⸗ veschläge ablehne oder annehme. Neue Diskussionen jäten nicht mehr stattfinden. Wenn auch, eindeutige Jeldungen über die Haltung der Türkei nicht vorlagen, so datete doch manches darauf hin, daß sich die türkische Re⸗ gung darauf vorbereitete, im letzten Augenblick nachzu⸗ chen. Ein Friede stand in Aussicht, der der unabhängigen Tu ei das Leben zu ermöglichen versprach und darüber aus ihr wertvolle Vorteile brachte. Aber dieser Frieden ist es offenbar, den der französische isterpräsident Poincaré am meisten fürchtet. Er ließ die zalistische Regierung wissen, daß der von den Alliierten elegte Vertragsentwurf nicht das letzte Wort Frank- bedeute, und daß die französische Regierung selbst bei kiem Abbruch der Konferenz bereit sein werde, die Ver⸗ hardlungen allein fortzusetzen. Es ist bekannt, daß Frank⸗ teich durch das Abkommen von Angora den Vertrag von Seres gebrochen hatte, es ist bekannt, daß es England nach bet“ Zusammenbruch des griechischen Expeditionskorps in 5 10 Frage der neutralen Zone von Tschanak durch die Zurück⸗ shurne der französischen Besatzungstruppen ein zweites Mal Ihn den Rücken fiel. Es kann also keine Verwunderung er⸗ tend ist durchsichtig. Die Regierung Poincars hält Eng⸗ dauernd im Orient in Atem, um desto ungenierter ihre 12 G Die öffentliche Meinung Englands hat längst mit N Funkreich gebrochen. Die neue Intrige Frankreichs wird llibbitteren Gefühle der Engländer steigern. Aber die eng⸗ lie Oeffentlichkeit ist nicht die englische Regierung. Wir spoisen, wie vorsichtig die englsche Regierung Frankreich be⸗ laddelt. Unser Sonderberichterstatter im Ruhrrevier hat ert kürzlich darauf hingewiesen, daß die wohlwollende Neu⸗ krastät der englischen Besatzungsbehörden im Brückenkopf än weitergeht, als es die Feststellung des obersten eng⸗ xis im Ruhrgebiet erlaubt. Und so begnügt sich der eng⸗ [ße Vertreter in Lausanne, Curzon, dem wieder einmal IPincaré alle Trümpfe aus der Hand schlägt, vorläufig da⸗ t den Informationen en Glauben zu schenken. über die Haltung Frankreichs Das Vorgehen, wenn es den tachen entspreche, stehe im schärfsten Gegensatz zu allen linbarungen der Alliierten und er könne nicht annehmen, ro deutlich wie der Tadel erscheint die Notbrücke, die m ins französische Lager hinüberschlägt, um die Situation er einzurenken. ö 5 ö on; davon zu unterrichten. Das ist sehr deutlich gesagt, U I ö U Aus der Ferne betrachtet nimmt sich die Kompromiß. ü der englischen Regierung in der orientalischen Frage e nermaßen verwunderlich aus. Das Ansehen Englands Hank des französischen Gegenspiels im Orient in den einen katastrophalen Niedergang erlitten, Enand mußte sich von einer rückwärtigen Linie in die tere zurückziehen. Das Ziel einer Gesamtbeherrschung leinen asiatischen Türkei ist borläufig gänzlich aus dem kigtswinkel enschwunden. Auf den Gedanken der unein⸗ eänkten Kontrolle der Dardanellen mußte England nach ezens verzichten. Ictzt stehen die Interessen in den Oel- ten von Mossul auf dem Spiel. Wieder ist es Frank⸗ das die Gegenmine legt, wieder zeigt sich, daß sich kakreich, indem es sich zum Beherrscher Curopas aufwirft. ah zum Beherrscher des nahen Orients macht. Wie ge⸗ 0 sieht England aud dieses siegeslüsterne Frankreich und sün nicht den Trennungsstrich zu ziehen, den Frankreich . lange gezogen lat. Im Orient droht sich ein neues N bitter zusammenzuballen, von dem auch England nicht gelührt bliebe. Wird England den Weg ins Freie finden? 1 George ne seinen Platz nicht zuletzt deshalb Taßren, weil er diesen Weg nicht gefunden hat. Man kaan n sagen, daß sein Nachfolger bisher ein besseres Heil— ie für die Wunden gefunden hat, die Frankreich England 11 8 zient schlagt. 6 Neue Sanktionen. Die Sperrung aller Kohlentransporte. Die französische Regierung hat am Mittwoch dem deutschen Geschäftsträger in Paris, Botschaftsrat von Hoesch, eine Verbalnote überreicht, die noch einmal alle an⸗ geblichen Vertragsverletzungen und Widersetzlichkeiten Deutschlands aufzählt und dann mitteilt, daß von heute, 1. Februar ab alle Kohlen- und Kokstransporte aus dem Ruhrgebiet nach Deutschland gesperrt sein werden. Am Schlusse der Mitteilung wird betont, daß sich Frankreich weitere Sanktionen, die sich später als notwendig erweisen sollten, vorbehält. Eine gleiche Note ist von der belgischen Regierung dem deutschen Geschäftsträger in Brüssel zuge⸗ stellt worden. Die beiden Noten werden vom Pariser Aus⸗ wärtigen Amt als esufache Mitteilungen bezeichnet, die von der deutschen Regierung keine Antwort verlangen. Die Errichtung der Zollgrenze erst später. Die jetzt angekündigte Verhinderung der Kohlen- transporte nach Deutschland bedeutet nicht zugleich die Ein⸗ führung der Zollsperre, sondern diese soll, wie Pariser Blätter wissen wollen, erst später an die Reihe kommen. Die neueste Verfehlungsfeststellung. Am Mittwoch hatte Poincaré eine Besprechung mit Barthon, dem Vorsitzenden der Reparations⸗Kommission, da bekanntlich nach der Entscheidung der Reparations⸗Kommission Deutschland gestern 500 Millionen Goldmark zahlen sollte. Da dieses nicht ge⸗ schehen ist und nicht geschehen konnte, ist mit Bestimmtheit anzu⸗ nehmen, daß die Reparations⸗Kommission,— d. h. der französische und belgische Vertreter unter wohlwollender Zustimmung des italienischen Vertreters und bei Stimmenthaltung des englischen — eine neue„vorsätzliche Nichterfüllung Deutschlands“ feststellen wird. Dach alle diese Beschlüsse der Reparations⸗Kommission sind ungültig, da sie nicht einstimmig zustande gekommen sind. Androhung schärfster Gewaltmaßnahmen. Eine offizielle Ankündigung wird, wie Telunion aus Paris meldet, wahrscheinlich noch heute an Deutschland ge— richtet werden, worin der Reichsregierung die bevorstehende Anwendung einer ganzen Reihe von scharfen Maßnahmen mitgeteilt wird. Es wird dabei darauf hingewiesen werden, daß noch weitere schwere Maßnahmen vorgesehen sind, wenn Deutschland die französische Regierung dazu zwingen würde. Weiter teilen die gestrigen Abendblätter mit, daß zunächst eine ganze Reihe oberer Beamten aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen werden soll. Auch soll die ganze Kohlenzufuhr nach Deutschland gehindert werden. Neue Truppen für das Ruhrgebiet. Die Franzosen lassen immer neue Truppen heranrollen. Immer mehr Bataillone werden aus Frankreich und Elsaß⸗Lothringen an die Ostgrenze geworfen. Aus dem Elsaß sind zwei ganze Armeekorps unterwegs. In Hörde sind 11 Tanks und eine Kompagnie des 172. Infanterie⸗Regiments eingetroffen. Nach den Beamten die Arbeitervertreter. Nach einer Meldung des Vorwärts wollen die Besatzungs⸗ behörden, sobald alle führenden Amtspersonen über die Grenze des besetzten Gebietes gebracht worden sind, das gleiche System auf die Gewerkschafter anwen⸗ den, wenn die Arbeiterschaft weiter auf ihrem passiven Widerstand verharrt. Der Anfang mit der Ausweisung von Gewerkschaftern ist bereits gemacht. In Essen wurde der Ver⸗ trauensmann des Verkehrsbundes ausgewiesen. Auch an anderer Stelle sind Vertrauenspersonen der Gewerkschaf— ten, die an der Organisation des passiven Widerstandes be— teiligt waren, aus ihrem Heimatlande gewaltsam sent— fernt worden. Verhaftete Gewerkschaftsführer nuf freiem Felde ausgesetzt. Die in Essen am Dienstag verhafteten Gewerkschaftsführer der Beamten und Angestellten sowie des Post- und Telegraphenpersonals sind ins unbesetzte Gebiet abgeschoben und dort auf freier Landstraße abgesetzt worden. Attentate auf die Preßfreiheit. Die französischen Besatzungstruppen erlauben sich nun auch die schroffsten Eingriffe in die Pressefreiheit. So ließ in Recklinghausen der französische Kommandeur alle Redak— teure zu sich rufen, verbot ihnen Mitteilungen über den Vor⸗ marsch der Truppen und den Gebrauch von Wörtern wie Ver⸗ tragsbrecher, Eroberer usw. Auch in Bochum wurden sämt⸗ liche politischen Redakteure vor den französischen Komman— danten geladen, der u. a. verlangte, daß der Name Poincaré überhaupt nicht genannt werds. Widerstand gegen den Terror der Tanks und Maschinengewehre. Die Arbeiterschaft der Werkzeug⸗ und Autofabrik Lumeg in Bochum hat am Dienstag den Beschluß gefaßt, die Wiederher⸗ stellung reparationsfähiger französischer und belgischer Auto⸗ mobile abzulehnen. Auf Grund dessen erschien am Mittwoch morgen in der Stadt Bochum ein Bataillon französischer Soldaten in Begleitung von Maschinengewehren und mehrerer Tankauto⸗ mobile. einzelnen Straßenecker stellte man Maschinengewehre bereitschaft auf. Nachdem dieser„Sicherungsakt“ gegen eine Be⸗ völkerung ohne Waffen in geradezu lächerlicher Weise durchge⸗ führt war, besetzten ungefähr 30 französische Soldaten mit aufge⸗ pflanztem Bajonett unter Führung eines Offiziers die Fabrik. Der Betriebsrat lehnte abermals die Ausführung der von den Franzosen verlangten Arbeiten ab und protestierte entschieden gegen diese gewaltsame Betriebsstörung. Die Franzosen ver⸗ suchen augenblicklich die Wagenparks fahrtbereit zu machen, bisher jedoch ohne Erfolg. Gleichzeitig wurden nach starker militärischer Absperrung der in Frage kommenden Gebiete neue Verhaftungen vorgenommen. Unter anderem sind der Postdtrektor und der Telegraphendirektor sestgenommen worden. Auch auf dem Zollamt wurden Verhaf⸗ tungen vorgenommen. Den Vorsteher des Telegraphenbauamtes suchten die schwerbewaffneten Eindringlinge vergeblich. Mittwoch mittag erschien vor der Handelskammer in eine französische Kampagie, die von mehreren Tanks begleitet war, um den Syndikus der Handelskammer festzunehmen. Die Aktion verlief erfolglos, da der Syndfkus nicht anwesend war. In Bochum wird an Franzosen keinerlei Ware verkauft, auch werden keinerlei Dienstleistungen von seiten der Bevölkerung verrichtet. Die französischen Soldaten sind daher dazu übergegangen, aus den einzelnen Geschäften mit Gewalt Waren, die sie zu wünschen, zu entnehmen. Zahlreiche Geschäftsleute sind bereits erwerben lkszeitung Die Hauptstraße wurde vollständig abgesperrt und an in Schuß⸗ mit Verhastung und Ausweisung bedroht worden, bisher haben aber noch keinerlei Verhaftungen stattgefunden. In einer Reihe von Fällen, in denen die Franzosen mit Gewalt Waren entnom⸗ men haben, ist eine Bezahlung nicht erfolgt. Die Besatzungstruppen sind in großer Besorgnis, woher sie den Betriebsstoff für ihre Lokomotiven und sonstigen Maschinen beziehen sollen. Vielerorts traten sie an die Amtsvorsteher heran und fordern von diesen Kohlen. Mit einer Bescheinigung des Amtes Weitmar verlangten die Truppen auf der Zeche„General“ eine bestimmte Kohlenmenge, was ihnen jedoch verweigert wurde. daraufhin wurde der Rechnungsfffhrer der Zeche verhaftet. Als die Truppen mit aufgepflanztem Bajonett auf dem Zechenplatz er⸗ schienen, um die Kohle gewaltsam zu nehmen, griff der Betriebs⸗ rat ein. Zwei Betriebsratsmitglieder wurden verhaftet Da die Arbeiter eine drohende Haltung einnahmen, mußten die ver⸗ hafteten Betriebsratsmitglieder wieder freigelassen werden. Die Belegschaft der Zeche hat heute zum Ausdruck des Protestes nicht gearbeitet. 1 Der Widerstand der Eisenbahner. Die leitenden Beamten der Eisenbahndirektion Essen sind am Mittwoch von den französischen Besatzungsbehörden aufgefordert worden, zu erklären, ob sie den Anordnungen der französischen Besatzungsbehörden Folge leisten wollen. In der Sitzung, an der sämtliche Dezernenten und Silfs⸗ dezernenten der Eisenbahndirektion Essen teilnahmen, wurde beschlossen, die Frage glatt zu verneinen. Ebenso wurde Protest gegen die Verhaftung der leitenden Eisenbahn⸗ beamten erhoben. Die Franzosen stellten sodann die An⸗ forderung, daß die Dezernenten und Hilfsdezernenten aus ihrer Mitte einen Präsidenten wählen sollten. Auch diese Forderung wurde abgelehnt. Die Vertretung des Eisenbahn⸗ direktions-Präsidenten hat der dienstälteste Beamte einst⸗ weilen übernommen. Arbeitsaufnahme in Ludwigshafen. Die Besatzungsbehöede in Ludwigshafen hat am Mittwoch die von den Eisenbahnern gestellten Forderungen nach Wiedereinsetzung des Eisenbahnpräsidenten und der Beamten der Direktion und der Zurücknahme der Reanisitionsbefehle bewilligt. Gleichzeitig wurde erklärt, daß das Personal unter den alten Bedingungen weiterar⸗ beiten könne. Daraufhin wurden die deutschen Eisenbahner von den zuständigen deutschen Behörden aufgefordert, die Arbeit wieder auf⸗ zunehmen. Auch auf den anderen Bahnhöfen der Pfalz wird die Arbeit wieder aufgenommen werden. Meinungsaustausch im Völkerbundsrat. Unter den Mitgliedern des Völkerbundsrats, der gegen- wärtig in Paris tagt, ist, wie der Vertreter der Vossischen Zeitung erfahren will z. Zt. ein Meinungsaustausch darüber im Gange, ob der Völkerbund doch in irgend einer Form sein Interesse an der Ruhrfrage zu erkennen geben könnte. An diesem Meinungsaustausch nahm auch der französische Delegierte beim Völkerbundsrat, Viviani, teil, doch gilt es als ausgeschlossen, daß Branting oder ein anderer Teil- nehmer der Völkerbundstagung einen Antrag einbringt, dem Frankreich nicht im Voraus zugestimmt hat. Verschiebung der Kammerdebatte über die Nuhraktion. Die Diskussion über die Ruhraktion, die am Freitag in der Pariser Deputiertenkammer beginnen sollte, wird auf Wunsch der Regierung ohne Angabe eines Termins vertagt werden. Die Gruppen der Kammer sind der Ansicht, daß eine öffentliche Aus— einandersetzung über die Ruhraktion im Augenblick noch sehr ge— — fährlich fei. Vöoraesehtlich wird t. Böer eh vor Shih ber Sitzung Poincars einige Worte über die Ereignisse im Ruhrgebiet sagen. e ö Zwei neue Protestnoten an Frankreich. Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist beauftragt worden, zwei neue Protestnoten zu überreichen. Die erste Note wendet sich gegen die in den 5 französischen Januar ⸗ noten erhobenen Vorwürfe, daß Deutschland der Versailler Vertrag gebrochen hätte und weist in fünf sehr klaren An⸗ lagen darauf hin, daß in keinem Falle der Vorwurf des Ver⸗ tragsbruchs begründet sei. Die von der französischen Regierung erhobenen Proteste müssen um so entschiedener zurückgewiesen werden, als das jetzige Verhalten der deutschen Regierung nur die unvermeidliche Folge des Ver⸗ tragsbruches sei, den Frankreich und Belgien durch die Be setzung des Ruhrgebietes begangen haben. Dabei sei allen Folgerungen, welche die französische Regierung an die deutschen Vertragsverletzungen knüpfen sollte, von vorn⸗ herein der Boden entzogen. In der 2. Note protestiert Deutschland auf das nach⸗ drücklichste gegen die Beschlagnahme von 300 von 1000 etten in Essener Krankenhäusern, gegen die Räumung der Station für Scharlach, Masern usw. Dieser französische Gewaltakt verletze die einfachsten Regeln des Völkerrechts. Die Regierung fordert die sofortige Räumung der Kranken- anstalten und behält sich vor, Genugtuung zu verlangen. Der verfallende Franken. Der französische Franken hat auch am Mittwoch an der Pariser Börse eine weitere starke Verschlechterung erfahren: das englische Pfund stieg von 75 auf 79,55, während der Dollar an der Nach⸗ dove 17,1 anzog. Damit ist seit dem 2. Januar eine Franken⸗ entwertung um ein Drittel eingetreten. IJInternationale und Generalstreik. Wenn die Nationalisten in Deutschland der Hilfsaktion des Amsterdamer Gewerkschaftsbundes für das Ruhrgebiet mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen und die Hilfe der Weltarbeiterschast für Deutschland möglichst gering ein⸗ schätzen, so ist das begreiflich. Ebenso überrascht es kaum, wenn die Rote Fahne Nachrichten über die Vorgänge und Aussprachen in den Beratungen des Amsterdamer Gewerk⸗ schaftsbundes bringt, die den Eindruck erwecken sollen, als habe die Aktion der Gewerkschaften, besonders in der General⸗ streikfrage, bereits mit einem völligen Fiasko geendet. Weil aber größere bürgerliche Blätter den kommunistischen Schwindel nachdrucken, so sei folgendes bemerkt: Wie steht es mit dem internationalen Generalstreik? Schon in der ersten Sitzung des Amsterdamer Gewerkschafts⸗ bundes wurde die Bereitwilligkeit zum Generalstreik betont, doch sollten die verschiedenen Vertreter erst nochmals mit ihren heimischen Organisationen Fühlung nehmen. Das ge⸗ schah. Es waren alle Länder bereit, auch die Franzosen. Doch erklärten diese, daß sie sich irgendwelche nennenswerte Wirkung auf die französische Regierung nicht versprechen, da die französischen Arbeiterorganisationen durch die kom⸗ munistische Spaltungsarbeit beinahe zur Ohnmacht ver⸗ urteilt sind. Wenn es aber sein müsse, würde man den Streik wenigstens in gewissen Berufen und Distrikten durch⸗ führen. Daraufhin sagte man sich in Amsterdam, ein Genetalstreik, der nicht allgemein sei, habe keine durch⸗ schlagende Kraft. Auf den Vonkott franzöfischer Waren verzichtete man deshalb, weil einmal die Durchführung des Boykotts eine genaue Kontrolle nötig macht und zweitens— und das war entscheidend— handelt es sich bei den französischen Waren hauptsächlich um Luxuswaren, die für die Arbeiter ohnehin nicht in Frage kommen. Der Verzicht auf den Generalstreik und den Boykott be⸗ deutet jedoch in keiner Weise ein Versagen der Gewerkschafts⸗ ferfrärfoftafe It Wegheffrerf, Fer Nmsterdemer Gewerk schaftsbund ist dabei, durch wirkungsvollere Maßnahmen die deutschen Arbeiter an der Ruhr pofitiv zu unterstützen. Er wird, wie wir von gut unterrichteter Seite hören, auch über die von der soeben veröffentlichten Proklamation ge⸗ forderten Schritte hinaus, je nach Gestaltung der Lage gegen die Versklavung der deutschen Arbeiter durch den französischen Imperialismus Stellung nehmen. Vor allem die englischen Arbeiter haben erklärt, daß sie nicht eher ruhen, bis sich auch die englische Regierung in scharfer Weise gegen die„Er⸗ oberung“ des Ruhrgebietes durch Frankreich und Belgien wenden wird. 1„ ee Solidarität der dänischen Arbeiter. „Wir führen den Krieg nicht gegen das deutsche Volk, sondern gegen den Kalser und das Preußentum!“ An diesen Ausspruch Poin⸗ carés aus der Kriegszelt erinnert unser Kopenhagener Bruderblatt Socialdemokraten, das führende Organ in Dänemark und schließt daran folgende Worte:„Das deutsche Volk hat das Preußentum gestürzt. Die deutsche Republik wurde in der ersten Zeit ihres Be⸗ stehens von Sozialdemokraten geleitet und heute noch ist ein Sozial⸗ demokrat der Präsident der deutschen Republik. Vom ersten Tage des Bestehens der Republik an war Frankreich gegen die Republik und hat mit seiner imperialistischen Politik die Reaktion in Deutschland gestärkt. Wenn die Welt noch einmal in Brand gerät, dann nützt keine Ausrede: Frankreich ist der Brandstifter!“ Der Artikel schließt mit der Aufforderung an alle dänischen Arbeiter, ihre deutschen Kameraden im Ruhrgebiet zu unterstützen. Wie diese Aufofrderung und die Meldungen von dem Elend im Ruhrgebiet auf die unter großer Arbeitslosigkeit leidenden dänischen Arbeiter gewirkt hat, zeigt die Tatsache, daß auf der Redaktion des Socfaldemokraten bereits Hunderte von Briefen eingegangen sind, in denen sich dänische Arbeiter bereit erklären, deutsche Kinder aus dem Ruhrgebiet zu sich zu nehmen. Das aus Arbeitern zusammen⸗ gesetzte und unter Führung des in Deutschland rühmlichst bekannten „Kindervaters“, Genossen Nielsen, stehende„Komitee für die deutsche Hilfsaktion“ wird demnächst eine große Aktion für das Ruhrgebiet Politische Uebersicht. Jeternationale, Zollkonferenz und Welt⸗ wirtschaftskonferenz. Der Völkerbundsrat hat nunmehr die Einberufung einer internationalen Zollkonferenz für den 15. Februar festgesetzt. Es sollen dazu auch die Staaten eingeladen werden, die nicht zum Völkerbund gehören, besonders auch Amerika, Deutschland, Mexiko und Equador. In Washington fand Mittwoch ein Kabinettsrat statt, nach dessen Schluß offiziell mitgeteilt wurde, daß die ameri⸗ kanische Regierung den Augenblick zur Einberufung einer Weltwirtschaftskonferenz noch nicht für gekommen hält. Würden die Vereinigten Staaten jetzt eine derartige Initiative ergreifen, so würden sie sich damit in ein un⸗ günstiges Licht setzen. 4 n e Vandervelde und die Reparationen. In bemerkenswerten Ausführungen nimmt Genosse Vandervelde in unserem Brüsseler Parteiblatt, dem Peuple, Stellung zur Reparationsfrage. Eine Lösung sieht er nur darin, daß die deutsche Schuld ein für allemal festgesetzt wird. Das sei zwar im Londoner Zahlungsplan vom Mai 1921 festgelegt, aber die Summe von 132 Milliarden Goldmark bedeute eine Unmöglichkeit und eine Ungerechtigkeit. Niemond, auch Herr Poincars nicht, glaube, daß Deutschland das zahlen könne. Wenn jedoch die deutsche Schuld durch ein Uebereinkommen oder einen Schiedsspruch auf eine ver⸗ nünftige Ziffer, z. B. 50 Milliarden Goldmark, herabgesetzt würde, dann wäre es für Deutschland leicht, in einer inter⸗ nationalen Anleihe den notwendigen Kredit für die Repa⸗ rationen zu finden; und dann hätte Deutschland, allein schon aus Rücksicht auf die Befreiung seiner besetzten Gebiete, das 1 Faftergrößre Interesse an erffer schfresfen Abzar Reparationsschuld. Gewiß würde dann Deutschla wieder seine frühere Blüte erleben und für seine ein gefährlicher industrieller Konkurrent werden. gebe nur zweierlei: ein ruiniertes Deutschland, zahlen kann, oder ein Deutschland, das zahlen wird un wieder aufblüht. Ein ruiniertes Deutschland bedeu Ruin Europas, ein aufblühendes Deutschland bedeu Gedeihen all derjenigen, die mit ihm zusammeng England wäre seine Arbeitslosigkeit los, Frankreich für seine lothringischen Hütten die rheinischen Kohlen. nicht durch Beschlagnahme und Gewalt, sondern auf d Wege des Austausches und der Bezahlung der N produkten. Und daher sei, allein schon vom Standpu N Alliierten aus, die Ruhrpolitik nicht nur ein ge Abenteuer, sondern eine empörende Verrücktheit. Geld, statt welches einzubringen: sie verhindere die 1605 gutmachungen, statt sie zu erleichtern; sie vermehre 4 Widerstände, statt sie zu beseitigen: sie verarme die 1 f Welt und bereichere niemand. Sie sei ebenso bedrohlich die belgischen oder französischen Arbeiter wie für schen. Daher sei es nicht nur Pflicht, sonde elementarstes Interesse, alles daran zu setzen, diese wachsender Zwietracht zu ersetzen durch eine Politik tracht und des Friedens. 4 e b Die Beratung des Reichsetats. Der Haushaltsausschuß des Reichstages setzte am Mitt Etatsberatungen fort und strich entsprechend den Beschll Unterausschusses bei der Kanzlei des Justizmintsterlums Kanzlei des Reichsgerichts je 10 Prozent.— Bei der Berat Etats des Reichsministerium des Innern berichtete Abgeord Schreiber(Ztr.) über die Arbeiten des Sparausschusses. D Aufgabe des Ministeriums des Innern sei, die Pflege des Einheitsgedankens vor allem in der Verwaltung hervorkt lassen. Auch in kirchenpolttischer Beziehung sei eine größere Ein lichkeit zu erwarten.— Abg. Mu m m(Dtn.) forderte, daß die schüsse der Religionsgesellschaften der Geldentwertung g werden.— Abg. Morath(D. ö „ Vp.) wünscht eine Rev Urlaubsdauer der Beamten und Staatsangestellten und ein staltung der Beamtengesetzgebung, die als nicht mehr zeit zeichnet werden müsse. Reichsminfster des Innern Dr. O widerte, er wünsche dringend die baldige Verabschiedung amtenrätegesetes und habe selbst eine Entscheidung des beantragt. Zur Regelung der kirchen rechtlichen Fragen habe sprechung mit den Regierungen Sachsens, Thüringens und schweigs stattgefunden, die ergeben habe, daß bei der Ausle Artikels 135 der Reichsverfassung Zweifel entstehen kö Reichsregierung stehe auf dem Standpunkt, daß die Länder seien, Feiertage einzuführen und zu ändern, solange re nichts anderes bestimmt sei. Diese Tatsache habe der Reichs Veranlassung gegeben, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die tigsten Feiertage reichsgesetzlich sestlegt.— Ministerialdirekb Falk gab einen Bericht über die vom Abg. Morath be Disaiplinarverfahren gegen Beamte im Reichsministerium des die sich lediglich gegen solche Beamte gerichtet haben sollen, tisch im rechten Lager stehen. Der Ministerialdirektor wies hin, daß es sich bei diesen Disziplinarfällen vielfach um die setzung der republikanischen Staatsform gehandelt habe. Ersing(3Ztr.) wünschte auf beiden Seiten etwas mehr 2 ein erträgliches Verhältnis zwischen der Beamtenschaft und d 1 Volksstaat zu schaffen.— Die Genossen Müller und Steinke begrüßten das Verhalten der Reichsregierung in der 7 14 Disztplinaserungen, die wegen Beschimpfungen der Repub sind.— Am Schluß der Aussprache kam der Mimister no auf die Frage der Stellung der Beamten zur Republik zu Bei jeder. sei auch eine Umwälzung der tung vor sich gegangen. Die deutsche Republik aber babe ch Aufgabe betrachtet, den bestehenden Beamtenkörper zu k Maßgebend für diese Haltung sei das feste Vertrauen auf d erhaltende Auffassung der deutschen Beamtenschaft gewesen. gemeinen habe dieses Vertrauen auch Rechtfertigung gefun Ausnahmen zutage treten, muß, so sagte der Mimister, der der Erhaltung der Republik richtunggebend sein für alle Maß Im übrigen stehe man jetzt an einem pfychologischen W wozu der unerhörte Gewaltstreich der Franzosen im Ruhrgebi getragen habe. Jetzt sei es möglich, auch in der Beamtenscha vaterländische Einheitsfront zu schaffen. Diese Bewegung we Der Deserteur. Roman von Robert Buchanan. Weit hinten an der Biegung einer Hecke erhob sich ein verlassenes Kruzifir, so zerbrochen und verstümmelt, daß nur ein mit der Gegend vertrautes Auge wahrnehmen konnte, was das Ding vorstellte. Der Kopf und die Beine des Gekreuzigten fehlten, nur der Rumpf und ein Arm waren unversehrt. Auf dem Boden wucherten hohe Ginster, Brennesseln und anderes Unkraut. Aber obgleich zerstört und zerbrochen, beherrschte das Christusbild die wilde Land— schaft ringsum und verlieh ihr ein noch wilderes und ver— lasseneres Aussehen. f„Siehst Du, mein Kind, das ist der Krieg!“ erklärte Meister Arfoll feierlich.„Unsere Landstraßen sind mit Steinköpfen unserer Heiligen und den Marmorbeinen des Heilands bedeckt, das Evangelium der Liebe ist verloren, Christus, der Gott der Liebe, vergessen, die Welt ein Schlachtfeld, Frankreich ein Beinhaus und— Du hast recht, mein Kind!— der Kaiser ein Gott!“ Marcelle blieb die Antwort schuldig, ihr Herz war von Entrüstung erfüllt, aber sie fühlte sich ihrem Gegner nicht gewachsen.„Das ist Verrat,“ dachte sie im stillen,„und wenn der Kaiser ihn hörte, würde er ihn sicherlich töten lassen!“ Verstohlen blickte sie in das kummervolle Antlitz des Wanderlehrers und ihr Zorn machte sofort aufrichtigem Mitleid Platz.„Die Leute haben recht, sein einsames Leben und die Sorgen scheinen seinen Verstand ein wenig getrübt zu haben. Armer Meister Arfoll! Man kann ihm nicht zürnen!“ Mittlerweile hatten sie das äußerste Ende des Dorfes erreicht; ein schmaler Fußpfad führte zur Kirche; hier gab Marcelle ihrem Vetter ein stummes Zeichen, indem sie mit einem Seitenblick auf den Wanderlehrer seine Hand leicht drückte, und schlich sich davon. Arfoll bemerkte ihre Abwesenheit nicht, sein Herz war schwer, sein Hirn arbeitete geschäftig und er blickte gedanken— voll zu Boden. „Meister Arfoll, sagen Sie mir, was geschehen ist! Marcelle hört uns nicht mehr. Ich fürchte, es muß etwas Entsetzliches sein!“ störte ihn Rohan aus den Grübeleien. 13 „Sei doch nicht so ungeduldig, böse Nachrichten zu hören, mein Sohn! Ein Sturm bereitet sich vor— ein Gewitter sturm!“ „Ein Gewittersturm?“ „Ja, ein Erdbeben— die Vernichtung! Der russische Schnee hat noch nicht genug Opfer gefordert, auch die Ge— wässer des Rheins müssen uns noch verschlingen! Wir stehen am Vorabend einer neuen Konskription“(Aus⸗ hebung), erklärte Arfoll düster. 555 Rohan erbebte, denn er wußte, was das zu bedeuten abe. „Und diesmal wird es, mit Ausnahme der Familien⸗ väter, keine Befreiungen geben. Halte Dich bereit, mein Sohn, diesmal werden sie auch die einzigen Söhne nehmen.“ Rohan stockte das Blut, ein neues, namenloses Ent⸗ setzen erfaßte ihn. Aufblickend sah er das zerbrochene Kruzifix wie ein Zeichen des Jammers und der Vernichtung empor— ragen. Er öffnete die Lipven, um etwas zu sagen, da ging das Friedhofstor auf und„Monsieur le euré“(der Herr Pfarrer) trat mit seinem Brevier unter dem Arm und der stark angerauchten Meerschaumpfeife im Munde heraus. Fünftes Kapitel. Die um ihre Kinder trauernde Rachel. Rolland, der Dorfpfarrer, hatte einen watschligen Gang, sein Schmerbäuchlein wackelte bei jedem Schritt. Er war von untersetzter Gestalt, hatte Säbelbeine und lange, kräftige Arme, die beim Gehen wie Pendel schlenkerten. Uebrigens glich er keineswegs einem verweichlichten Syba— riten. Wenn es darauf ankam, konnte er mit jedem Krom⸗ laixer Mann um die Wette laufen, springen und ringen. Sein feistes, wohlgenährtes Gesicht hatte fast die Farbe von Mahagoni, denn er scheute sich nicht, es der Sonne und dem Winde frei auszusetzen; ein Paar kleine, äußerst gut⸗ mütige Augen blitzten daraus hervor. Marcelles Oheim. der Spaßmacher des Ortes, hatte dem allgemein beliebten Pfarrer den Spottnamen„Rotkehlchen“ gegeben— nicht mit Unrecht, denn Vater Rolland teilte zwei Eigenschaften mit diesem niedlichen Tierchen: unerschöpfliche Geduld und eine tüchtige Portion gutmütiger Streitlust. Er führte ein musterhaft regelmäßiges Leben, stand mit den Hühnern auf . N 1 e St— ̃˙— und legte sich in der Regel auch mit ihnen nieder. Er be— wohnte eine ärmliche Hütte, erfüllte seinen heiligen Ven gewissenhaft und war zu jeder Stunde des Tages oder d Nacht, bei Sturm und Wetter, bereit, seinen Ge mitgliedern die Tröstungen der Religion zu spenden. besaß nur eine Schwäche— eine gewisse Vorliebe fü guten Tropfen, der ihm stets die Zunge löste und seine Laune erhöhte. Er plauderte sehr gern und sagte „Wenn die Erde plötzlich entvölkert würde und ich m Gottseibeiuns allein darauf hauste, würde ich nicht nehmen, mit diesem Feind der Menschheit anzustoßen mit ihm ein Plauschchen zu halten.“ Ja, der gute vermochte keinem Menschen böse zu sein, nicht ein Gottseibeiuns oder— Bonaparte. Er bekleidete seinen Posten in Kromlaix erst seit Jahren, und zwar als Nachfolger jenes Geistliche Rohan einst so viel zu schaffen gemacht. Als Eing des Bezirks kannte er jeden Menhir, jedes Häus Dorfe, jede Klippe weit und breit; er sprach auch mit liebe den in der Gegend üblichen Diolekt. Deshalb man aber ja nicht, daß er kein belesener Mann gewese Er war ein guter Lateiner, zitierte auch einige 4 Zeilen aus dem Homer im Original, war aber nich dem Holz geschnitzt, aus dem man Gelehrte oder Märtyrer macht. Er war ein guter Hirt, der für seine getreulich sorgte— weiter nichts. 1 Sein gutmütiges Gesicht strablte vor Freude, als aus dem Kirchhofstor tretend, Meister Arfoll erkann streckte ihm herzlich seine beiden fetten Hände entgegen nickte Rohan zu. 3 „Willkommen, herzlich willkommen, Meister Sie machen sich jetzt sehr rar bei uns! Seit Monate wir kein Schlückchen mehr miteinander getrunken un ausgiebigen Plausch gehabt. Wo haben Sie so la steckt? Was haben Sie getrieben? Noch einmal kommen!“ a 1 Der Wanderlehrer erwiderte die herzliche Be ebenso freundlich. Schweigend schritten die beid Weile nebeneinander ber, während Rohan hinterhe Plötzlich schob der Priester seinen Arm vertraul seines Begleiters und bat um Neuigkeiten. (Fortsetzung folgt.) * * 1 1 1 0 * * 1 * 5 n * ———— r . D r * 1 1 runn durch Veranstal A in der Sen denen he von Herzen gern 0 ben. sel jederzeit zur Verständsgung bereit, aber auch gur Abwehr und werde pflichtgemäß der Republik mit aller Ent⸗ schiodenheit dienen.— Hierauf vertagte sich der Ausschuß. 1— 8 1 Deutscher Reichstag. Berlin, 31. Januar 192g. Auf eine klemme Aufrage des Abgeordneten Dr. Mo st(D. Vpt.) die Pläne der rheinischen Separatisten zur Errichtung einer Rheknischen Republik läßt Reichamsmister des Innern Dr. Oeser erklären, daß diesen hochverräterischen Pläuen mit allen Mitteln entgegengetreten wird und daß das in dieser Richtung N Erforderliche veranlaßt ist. 1 Auf der Tagesordnung steht der von allen Partesen mit Aus⸗ nahme der Kommunisten eingebrachte Antrag lber die durch die Besetzung des Ruhrgebiets veranlaßte Schließung von 0 Schulen. er Antrag wendet sich„gegen jede Kürzung und Schädigung des anterrichts, da sie eine schwere Einbuße an kulturellen und er⸗ Zieherischen Werten bedeutet; ebenfalls wendet sich der Reichstag gegen die Besetzung von Jugendheimen, dle einen Elngriff in die Jugendbewegung und Jugendfürsorge darstellt. Der Reichstag for⸗ dert die Reichsregierung auf, gegen diese Uebergriffe der Besatzungs⸗ behörde scharfen Einspruch zu erheben.“ Abg. Dr. Schreiber(gtr.) zählt eine sehr lange Rohe von Orten auf, in denen Volksschulen und höhere Lehranstalten sowie Lehrerwohngebäude beschlagnahmt und besetzt worden sind und wo sinfolgedessen der Unterricht ganz oder zum Tell eingestellt werden mußte. Diese unheilvolle Entwicklung greift auch bereits auf den Be⸗ zürk Münster über. Eine allgemeine Verwilstung und Zerstörung des Unterrichts ist die Folge. Neben den Schulhäusern n die Be⸗ satzungstruppen auch Krankenhäuser in rücksichtsloser Weise beschlag⸗ ehm. ee„ e 0 5 ie ber Trutyyen auf anderen Gebieten. In Duisburg werden z. B. pro Tag 3 Liter 16. die Angehörigen der Besatzungstruppen gefordert, während flür die Deutschen mir 9 Liter vorhanden sind. Wir fordern alle 1 ausländischen Spender, die der Kultur des deutschen Kindes zur Hilfe kommen wollen, auf, gegen diese kulturelle Verkümmerung des deut⸗ schen Kindes feserlichen Einspruch zu erheben. a Ohne weitere Debatte wird der Antrag vom gesamten Hause einstimmig angenommen. 4 Es folgt dann die zweite Beratung des Gesetzentwurfs Über die Kleinrentner⸗Fürsorge Ausschuß hat nicht nur die Kleinrentner, sondern auch diejenigen, ie ihnen eichgestellt sind, dem Gesetz unterworfen und den Kreis ieser Fil sorgeempfänger genau umischrieben. Es sollen darunter en alle die in Not Geratenen, die durch Arbeit ihren Lebensunter— alt erworben haben, die wissenschaftliche, künstlerische oder gemein— 0 tzige Arbeit verrichteten und jene, die infolge geistiger oder körper⸗ licher Gebrechen nicht mehr arbeiten können. Die Vorlage sah eine stattung der Kosten des Gesetzes an die Gemeinden in Höhe von 1 5 — 7 —— Prozent durch das Reich vor. Der Ausschuß beschloß eine Er⸗ 0 g, der Erstattung 1. 90 Prozent. 155 inistertalbirektor Schlieben bittet im Namen des Reichs— finanzministers, es bei 80 Prozent der Erstattung zu lassen, da es deus den verschiedensten Gesichtespunkten nicht erträglch sel, den Nei trag der Gemeinden für die Kleinrentner⸗Fürsorge nur mit 10 Prozent zu bemessen. Abg. Frau ae:(Soz.): Trotz allen Bemühungen ö der Parteien ist es nicht gelungen, den§ 1a so zu fassen, daß er unserer Anschauung entspricht. Der Kreis der berechtigten Für⸗ sorgeempfänger muß noch weiter gefaßt werden. Wir werden dle weitergehenden Anträge der Kommunisten unterstützen und selbst 11 Tanten, daß alle„ohne eigene Schuld“ in Not geratenen Per- 1 sonen im Sinne dieses Gesetzes fürsorgeberechtigt sein sollen. „Nach Zustimmungserklärungen der Abg. Ober fohren (Otn.) und Frau Matz(D. Vp.) erklärt Abg. Dr. Külz(Dem.) Die Anträge der Kommunisten und Sozialdemokraten stießen weit tber das Ziel hinaus, oder sind überflüssig oder gar undurch⸗ führbar. An der Frage, ob die Gemeinden 10 oder 20 Prozent der slufen“ bestreiten sollen, werden wir das Gesetz nicht scheitern Nach kurzen Bemerkungen der Abg. Schwarzer(B. Vp.) und Malzahn(Komm.) wird das Gesetz in zwelter und dritter Lesung mit der Aenderung verabschiedet, daß das Reich 80 Prozent der Kosten an die Gemeinden zursickerstattet. „ Nach debatteloser Erledigung der zweiten Lesung des Jugend— een en wird der Gesetzentwurf über Berücksichtigung der HGeldentwertung in den Steuergesetzen dem Steuerausschuß über⸗ wiesen.— Nächste Sitzung: Donnerstag 2 Uhr. Hessen und Nachbargebiete. Gießen und umgebung. Aus dem Schulwesen. ö Reform des Geschichtsunterrichts. Die Erwartung, daß nach der politischen Umwälzung und der Schaffung der Reichsverfassung, die ja grundsätzliche 0 Festlegungen für die Neugestaltung des Schulwesens gebracht hat, die Schulreform in rascheren Fluß kommen würde, hat sich leider nicht erfüllt. Wenn auch ein Haupthindernis für eeine durchgreifende und einheitliche Neuregelung in dem Umstand zu sehen ist, daß das Schulwesen nach wie vor den Landern untersteht und keine Reichsinstanz dafür geschaffen worden ist, so liegt doch auch ein Teil der Schuld bei den Landesbehörden, die mit bureaukratischer Langsamkeit ar— beiten oder deren Zentrale sogar vielfach noch mit Elementen diurchsetzt ist, die einer Neugestaltung im demokratisch-repu⸗ blikenischen Geiste unmittelbar entgegenarbeiten. Auf dem Gebiet der äußeren Schulorganisation ist ja manches ge— N schehen, aber in Bezug auf die Reform der Lehrpläue, die ja schon vor dem Krieg auf die Fingernägel brannte, ist noch so gut wie nichts geschehen. So hätte schon längst etwas Durchgreifendes im Sinne der Anpassung an die Forde— rungen der neuen Zeit für den Geschichts unterricht 9 getan werden müssen. Dies gilt besonders auch für Hessen, wo man sich sehr viel Zeit läßt. In Preußen, wo überhaupt schon manches Fortschrittliche durch Konrad Hänischs mini sterielle Tätigkeit geleistet worden war, arbeitet man sogar unter dem Ministerium Boelitz, dessen Leiter in mancher anderen Hinsicht seine Zugehörigkeit zu einer Rechtspartei nicht verleugnen kann, auf diesem Gebiet etwas rascher. So hat das preußische Kultusministerium vor kurzem einen Erlaß Über die Umgestaltung des Geschichts- unterrichts herausgegeben, der volle Beachtung 0 ferdient Schon wegen der Unbefangenheit, mit der grund— flätzlich zu der Frage Stellung genommen wird. Der Ge schichtsunterricht. heißt es in dem Erlaß, soll zu einem ver⸗ tieften Verständnis der Gegenwart führen und durch Kürzung vieler Stoffgebiete Raum für die Behandlung der Gegenwart im Sinne wahrhaft staatsbürgerlicher Erziehung hafen. von Wandervorträgen und gegen⸗“ heiten des ufruf! Dag gewalttätige Vorgehen der Franzosen und Belgier im Ruhrgebiet hat die dortigen Arbeiter, Angestellten und Beamten zu einem geschlossenen Widerstand veranlaßt, der bereits eine Anzahl von Opfern gefordert hat. Die unterzeichneten Organisationen haben deshalb eine freiwillige Sammlung von Geldern in allen Betrieben, Geschäften und Bureaus beschlossen und fordern nun auf, jeder nach seinen Krüften diesem Aufrufe Folge zu leisten. Die gesammelten Betrüge sind au das Gewerkschafts⸗ kartell abzuführen. Wir ersuchen die Arbeiter, Angestellten und Beamten, eine Beteiligung an allen möglichen privaten Sammlungen zu unterlassen und sich nur auf die von uns veranstaltete zu beschränken, die eine Gewähr für genaue Kontrolle bietet. Es können auch Beträge direkt auf das Postscheckkonto Otto Ottilie, Giessen, Schanzenstr. 18(Postscheckamt Frank- furt a. M. Postscheckkunto Nr. 64 422) eingezahlt werden. Ueber die eingegangenen Gelder wird das Gewerk— schaftskartell öffentlich quittieren. Gewerkschaftskartell Gießen. J. A.: Otto Ottilie. Allgem. Deutscher Beamtenbund. J. A.: Gg. Grünig. Afa⸗Bund. 1 25 Die eigentliche Absicht des Erlasses hat die Schaffung neuer Geschichtsbücher im Auge, die dem freien Wett⸗ bewerb überlassen werden soll. Es werden aber einige Hauptforderungen aufgestellt, denen sie genügen müssen. Nur das, was geschichtlich wirksam ge⸗— worden ist, soll aufgenommen werden. Das gilt vornehm— lich für die Behandlung von Kriegs⸗ und Fürsten⸗ geschichte, von diplomatischen Zwistigkeiten, von Erbfolge⸗ und Rechtsstreitgkeiten. Große Persönlichkeiten sowie die geistigen, wirtschaftlichen und sozialen Strömungen der be⸗ treffenden Zeitalter sind in gleicher Weise zu berücksichtigen. Die Stoffauswahl soll den Anteil des deutschen Volkes an der modernen Kultur und die Leistungen, Aufgaben und Verpflichtungen Deutschlands gegenüber der Kulturmensch— heit gebührend hervorheben. Maßgebend sind auch hier die in der Reichsverfassung gegebenen Richtlinien für„Bildung und Schule“. Selbstverständlich ist die Wahrung der geschichtlichen Wahrheit und die von der Reichs- verfassung gebotene Rücksicht auf die Verschieden ⸗ Bekenntnisses und der Welt- anschauung der Erziehungsberechtigten. Die neu zu schaffenden Lehrbücher sollen die freie Gestaltung des Arbeitsunterrichts nicht hemmen. Schön und gut, aber es wird doch letzten Endes wieder darauf ankommen, wie die Lehrer beschaffen sind, die nach diesen neuen Lehrbüchern unterrichten sollen. Im gleichen Erlaß wird nämlich gesagt, daß die Geschichtabücher so ge⸗ staltet werden sollen, daß sie die eigene Leistung des Lehrers im Unterricht nicht einengen; die Bücher werden also das Gerippe darstellen, das durch den Vortrag des Lehrers Fleisch und Blut und auch den— Geist erhält. Wenn also wirklich der Geschichtsunterricht in neue Bahnen gelenkt werden soll, so muß zur Einführung der neu orientierten Lehrbücher auch eine scharfe Kontrolle der auffichtführenden Organe darüber treten, daß auch im Geiste dieser Bücher unterrichtet wird. Vor allem ist notwendig, daß, soweit es zur Zeit irgend möglich ist, der Geschichtsunterricht nur in die Hände solcher Lehrer gelegt wird, die un— bedingte Gewähr dafür bieten, daß sie den Unterricht im Geiste der neuen Staatsauffassung er⸗ teilen. Und wo diesem Geiste widerstrebt oder auch nur mit Lauheit verfahren wird da muß die Aufsichts— behörde, die ja zu einer ständigen Ueberwachung verpflichtet ist, rücksichtslos einschreiten. Und auch das gilt wiedrum auch für Hessen! w. W 15 — Unfall, Unfallverhütung und Unsallentschädigung. Im 9, Vor⸗ trag wurden Unfälle behandelt, die durch Einatmung von Rauch, giftigen Gasen insbesondere Chlor, schweseliger und salpeteriger Säure, Kohlenoxyd, Schwefelwasserstoff und Dämpfen von Nitro⸗ benzol, Anilin und Schweselkohlenstoff oder beim Eindringen von Wasser in die Atmungsorgane Ertrinkender Erstickung hervorrufen. An Lichtbilbern und durch Ausfiihrung von Wiederbelebungsversuchen am Lebenden zeigte der Vortragende die zur Hilfeletstung bei der⸗ artigen Unfällen anguwendenden Methoden ohne und mit Sauerstoff⸗ apparaten z. B. des Drägerischen Pulmotors. Nächster Vortrag über Unfallverhütung mit Vorführung eines Lehrfilms der Reichs anstalt flir Arbeiterwohl⸗ fahrt Sonmtag, den 4. Februar, morgens 10% Uhr im Licht⸗ fpielhaus, Bahnhofstraße. Eintritt frei. Auf dlese Vor⸗ führung sei ganz besonders aufmerlsam gemacht. Es darf erwartet 1 0 daß die Arbelterschaft diesem Vortrag Interesse entgegen- bringt. — Hauskonten. Auf die in der heutigen Nummer unseres Blattes veröffentlichte Ortssatzung über dle Einrkchtung von Hauslonten vom 27. Januar 1923 sei hierdurch nochmals hinge⸗ wiesen.— Es ist bei Elnrichtung der Hauskonten der Zweifel aufgetaucht, ob der Hausbesitzer verpflichtet ist, die vorgeschrle⸗ benen Beträge auch dann abzuführen, wenn zur Zeit schon Ar- beiten zu Lasten des Hauskontos ausgeführt werden missen oder ausgeflihrt sind. Die Entscheidung wird dahin gu tressen sein, daß mit Zustimmung der Mieter über die auf das Haus⸗ konto abzuftshrenden großen Instandsetzungs⸗Zuschläge verssigt werden kann und daß sich dadurch eine Ablieferung dieser Be— träge erübrigt. Es ist jedoch notwenbig, daß bie Zusttnonzung der Mieter zur Verwendung des Geldes der Stadtkasse, hier, schrlft⸗ lich mitgeteilt wird, um den Zahlungs pflichtigen entsprechend ent⸗ lasten zu können. — Die Gas- und Wasserpreise sind ab 1. Februar wiederum erhöht worden, wie aus der Bekanntmachung des Gas- und Wasserwerks im heutigen Vlatte hervorgeht. Das Kubikmeter Gas kostet 200 Mk., Wasser 120 Mk., Anlaß genug, äußerst spar⸗ sam damit umzugehen. — Hunbertsätze zum Reichs mietengesetz. In einer Bekannt⸗ machung im heutigen Blatte gibt der Oberbürgermeister die vom Kreisamt sestgesetzten Hundertsätze bekannt, die insgesamt 2850 Prozent betragen. — Das Notgelb des Dillkreises, Gulschelne zu 1000 und 500 Mk. vom 15. September 1022(braune und blaue Scheine) muß nun am 5. Februar endgliltig eingelöst sein. Danach werden sie nicht mehr angenommen. — unterhaltungsabend. Die noch nscht verkauften Prog amm wolle man bis heute, Freitag abeud, in der Oberhessischen Bolbs⸗ zeitung zurlückltefern. Nuswärlige, die welche in Vertrieb haben, wollen die nicht verkauften morgen abend vor Beginn an der Kasse auf der Liebigahöhe abllefern. — Zugverkehr Frankfurt⸗Köln. Bei Elnschränkung des Zugver⸗ rahrs war das Schnellgugspaar Franksfurt⸗Köln über Gießen⸗Hagen als ausfallend gemeldet worden. Die beiden Zlige verkehren aber bis auf weiteres und zwar: D.⸗Zug Köln ab Gleßen 8.41 vorm, und D.⸗Zug nach Frankfurt abends 10 Uhr. — Leihgestern. In der Gemenbderats⸗Sltzung am vorigen Freitag gab es lebhafte Auselmanderfetzungen gwischen 5 serem Genossen und den übrigen Mitglbedern. In der ersten ung, in ber man die Wahl einer Wohnungskommissson vorgenommen 4 kam es schon zu Melnungsverschiedenhelten darllber, ob die Gegen⸗ seite ablehne, einen Vertreter in diese Kommtssion zu entsenden. Ge⸗ nosse Funk wies seinerzeit schon darauf hin, daß die Talrik der Bllrgerlichen durchaus zu verstehen sei. Die Tätigkeit der Wohmungs⸗ kommission sei eine sehr undankbare und es 7 5 oft, daß man sich bel der rücksichtkosen Durchführung bezliolsch der Mohnumgs⸗ zuwelsung in Widerspruch zu den eigenen Parteifreunden setze. Das wolle man verhündern und im Falle elner Beanstandung könne man dann leicht die bösen Sozis daflir verantwortlich machen. Der dann von uns vorgeschlagene bürgerliche Vertreter Faber übte dann auch selne Tätigkeit nicht aus. Darum stimunten unsere Genossen auch ncht für die Vorschläge der anderen Seite. Darsiber große Ent⸗ rlistung, die sich noch steßgerte als Funk erklärte bei jenen Leuten, herrsche kein Verstöndufs für die Lage der Proletarler. Im Anschluß daran mußte F. noch Har machen, was man unter dieser Bezeichnung versteht. Im weiteren rief der Blrgermesster F. zur Ordnung, wo⸗ gegen dleser entschteden protestlerte. Auch bei der Erhöhung des Ge⸗ halts für die Krankenschwester kam es zu Ausefnandersetzungen. Die Kirankenschwester bekommt das Gehalt von sage und schreibe 4000 (plertausend) Mark monatlich. Daß dasselbe erhöht werden muß, ist also eine glatte Selbstverstämdlichkett. Um num uscht jeden Monat sich mit dem Gehalt der Krankenschwester besassen zu müssen, schlugen wer durch den Genossen Miihl vor, ihr ein Drittel der Bezüge der Besoldungsgruppe 1 nebst Ortszuschlag und Teuerungszuschlag zu gewähren, was füür den Monat Januar rund 15000 Mk. ausgemacht hätte. Der Bilrgermeister erlaunte wohl an, daß diese Summe durch⸗ aus nicht zu hoch bemessen sei, jedoch sei zu berlicksichtigen, daß die Schwester der Klein-geinderschule auch nur 6000 Mk. bekäme, die dann bestimmt ebenfalls mit einem Gesuch um Erhöhung an die Ge⸗ meindevertretung herantreten wllrde. Genosse R. Funk bekämpfte die Ansichten des Bllrgermelsters; man könne sich doch nicht nach an⸗ deren Gemeinden richten, die schlecht bezahlen, sondern sich danach richten, was zum Lebensunterhalt notwendig sei. F. ging weiter noch auf die Beschlußfassung betreffend Berechnungsart des Gehalts des Flurschlitzen ein, was wieder zu lebhafter Debatte Anlaß gab. Schließlich machten die bürgerlichen Vertreter die weitere Verhand⸗ lung unmöglich. n. Lollar. Vortrag. Am nächsten Dienstag, 6. Februar findet abends 8 Uhr in der Schule eine Versammlung des soziald. Wahlvereins statt, in der Herr Lehrer Engel einen Vortrag halten wird füber:„Der Charakter der alten Gesellschaft als Grundlage der heute füblichen Erzlehung“.— Zu diesem Vortrage laden wir alle Genossen, ihre Frauen und erwachsenen Kinder freundlichst ein und erwarten bestimmt vollzähliges Erscheinen. Auch die Arbetterfugend möge diese Vorträge besuchen. reis Friedberg⸗Bildingen. Friedberg, 31. Januar. Ein schwerer Einbruch wurde in dem bekannten Hotel Trapp dahier verübt. Der Einrbecher, ein 24jähriger Mensch, angeblich aus dem Saargebtet stammend, wurde verhaftet und die Beute dem frilheren Eigentilmer zurückgegeben. Kreis Schotten. X. Lardenbach. Was heute ein Arzt kostet! In einem Nachbarsorte benötigte kürzlich jemand für seine kranke Frau einen Arzt und zwar mußte er des Nachts geholt werden. Der Arzt hat einen Weg von ½ Stunde zurügelegt und verweilte 1 Stunde bet der Patientin. Diese ärztlichen Dienste kosten laut Rechnung 15 Silbermark oder 25000 Mark in Papier! Der⸗ artige Rechnungen können nur sehr reiche Leute bezahlen, die gering Bemittelten müßten unter diesen Umständen auf ärztliche Behandlung verzichten. Im vorliegenden Falle kann in der Tat ebenfalls von Wucher geredet werden. Von Nah und Fern. Frankfurt a. M., 91. Jan. Ein vielseitiges Trio. Gemeinsam stahlen der 34jährige Architekt Fritz Tegtmeier und der 2 jährige Kaufmann Alfred Rieck aus Frankfurt, sowie der 20 jährige Gärtner Franz Theis aus Neu⸗Isenburg bei einem, Wohnungseinbruch in der Eschershetmer⸗Landstraße für 500 000 Mark Wäsche, in einer Wohnung der Breitengasse für die gleiche Summe Kleider und in einer Villa wertvolle Haushaltungsgegen⸗ stände. Dann aber betätigte sich das Trio als D-Zugdiebe in den Zügen zwischen Frankfurt und Coblenz. Hier bestahlen sie die Mitreisenden in gründlicher Weise, wobei sie alles, was ihnen in die Finger geriet, nahmen: Mäntel, Taschen, Geld, Schmucksachen usw. Am Montag wurde das Trio auf frischer Tat erwischt und verhaftet. Frankfurt a. M., 31. Jan. Bei Rudolf Bangel wurden am Montag unter gung der Kunsthändlerschaft ewa 280 Meisterwerke der Malerel des 19. Jahrhunderts alts sechs deutschen Gemäldegalerien und Mufseen versteigert. Auch wenn wir im Zeichen der Geldent⸗ wertung stehen, so verdienen doch die dabei angelegten Preise Er⸗ wähnung. Die höchsten Preise erzielten französische Naler. So kam Renvirs„Mädchenbilduts“ auf 44 Millionen Mark, Courbets— „Felsental“ auf 29 Mill. Mk. Von den deutschen Meistern wurde ein Grützner„Weinprobe“ am höchsten mft 13 Mill. Mk. bezahlt. Für drei Lenbachs würden 1,7, 2,8 und 6. Millionen angelegt. Das Monumentalgemälde Bauers„Ueberführung der Leiche Ottos 111“ erztelte nur 500 000 Mark.— IJusgesamt hat die Ver⸗ steigerung nach unseren Informationen eine Bruttoeinnahme von rund 300 Millionen Mark erbracht. Ob die Werke in das Ausland gehen oder in deutschem Privatbesttz verbleiben, konnte ulcht sest⸗ gestellt werden. Es ist aber zu befürchten, daß die hervorragendsten Arbeiten, namentlich die Franzosen und italienischen Meister Deutschland verloren gehen. Ein neuer motorloser Flugrekord. Der französtsche Flieger Menayren hat einen neuen Weltrekord in Cherbourg für motorlosen Flug aufgestellt. Er blieb acht Stunden, 4 Minuten, 50 Sekunden in der Luft und landete erst nach Einbruch der Nacht. Versammlungskalender Beuern. Volksverein. Samstag, den 3. Februar, abends 8 Uhr Mitgllederversammlung. Vollzählig erscheinen! Alten⸗Buseck. Wahlverein. Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 2 Uhr findet im Vereinslokal eine Vorstandssitzung und um 3 Uhr die Generalversammlung statt. Tagesordnung: Geschäfts- und Kassenbericht, Vorstandswahl usw. Alle Genossen miülssen unbedingt erscheinen. Klein⸗Linden. Wahlverein. Samstag, 3. Februar 23: Mik⸗ gliederversammlung im Vereinslokal. Wichtige Tagesordnung. Vollzähliges Erscheinen erforderlich. Lollar. Soziald Wahlverein. Dienstag 6. Februar, abends 8 Uhr, in der Schule: Vortrag des Herrn Lehrer Engel. Pilnktlich erscheinen! Tel a. Lda. Vorträge. Samstag, 3. Februar, im Lokale von K. Amend Lichtbildervortrag:„Volf in Not“. dun Uhr für Kinder, 8 Uhr für Frauen und Männer. Heuchelheim. Frele Turnerschaft. Samskag, g. Februar abends 8 Uhr Versammlung im Vereinslokal. Gießen. Kindergruppe dex Sp. Die sir kommenden Sonntag. den 4. Februax geplante Veranstaltung fällt ans, Gemäldeversteigerung. stärkster Beteill⸗ den * un⸗ * r S n Lokale Pai teinachrichten. g An die Ortsvereinel a Werte Genossen und Genossinnen! Der Bezirksvorstand hat, ver⸗ aunlaßt durch die steigende Geldentwertung die Beiträge für den Monat Februar 1923(4.—8. Woche, beginnend am Sonmtag, den . 9 bis Sonntag, den 25. Februar auf 0 Mark für männliche und 20 Mark für weibliche Witglieber festgesetzt. Von diesen sind je 75 Prozent,= 45 bezw. 15 Mark an die Bezirkskasse abzuführen. Diese Beitrags regelung ent⸗ ppricht nicht der Steigerung der Löhne und Gehälter. Der Begzirks⸗ vorstond glaubte aber den Mitgliedern keine höhere Belastung zu⸗ muten zu wollen in der Erwartung, daß 8 unsere schwie rige finanzielle Lage einfehen und der Partei die Treue bewahren werden. Der Beitrag für den Monat Februar entspricht erst dem 600fachen Friedensbeitrag. Der Geldentwertung und Lohnsteigerung ent⸗ 1 müßte ein Wochenbeitrag von mindestens 150 Mark erhoben werden Von den meisten Ortsveremen wird immer noch nicht genũgend beachtet, daß die Grundlage des Wochenbeitrags ein halber Stunden⸗ lohn im Monat ist, der nach oben durch den festgesetzten Beitrag be⸗ grenzt ist. Parteimitglieder mit einem geringeren Einkommen zahlen 49 1 euen nach entsprechend weniger Beiträge. Ein oberhessischer Ortsverein hat durch e der Mit⸗ gliederversammlung einen niedrigeren Beitrag in der aller⸗ dings guten Absicht sestgesetzt, die Bezürkskasse wicht zu schädigen. Aber andere Ortsvereine haben die Komsequenz aus diesem Beschluß ge⸗ zogen. 1 1 nen hat das Recht, einen anderen Beitrag fest⸗ zusetzen. e Beitragsfestsetzung oblag seither immer dem Landes⸗ parteitag, der mit Rlicksicht auf die sprunghafte Geldentwertung in a Vilbel eme engere Kommission nit dieser Aufgabe betraute. Diese 5 bat aus Ersparnfsgrüünden dem Bezirksvorstand hierzu den Auftrag 1 erteilt. Wir erwarten von der Disziplin der Parteimitglöeder in 0 und Land, daß überall der festgesetzte Beitrag zur Erhebung mt. l Von faßt allen Ortsvereinen sich mit der Quartalsabrechmug tuch die nicht verkauften Notstands marken zurückgeschickt wor⸗ 5 den. Diese müssen restlos abgesetzt werden. Die Notlage der Partei üst immer noch sehr groß. Außerordentliche Mittel sind nach wie vor 1 dringend erforderlich. 6. Die Ortsvereine werden gebeten, sosort nach dem Einkassieren der R BVefträge für den Monat Januar ablesen. an n 88 Bezirkskasse einzuschicken. Trotz unserer wiederholten Aufforderung wird davon noch recht wenig Gebrauch gemacht. Der Parteivorstand in Berlin ist in gleicher Notlage wie wir und verlangt von uns eben⸗ falls monatliche Abschlagszahlungen, weil er sonst seinen* gen auch nicht nachkommen kann. Diese schwere Verantwortung kann kein Parteimitglied auf sich nehmen. Die Eintrittsgebühr beträgt im Monat Februar für Männer und Frauen gleichmäßig 20 Mark. Für verloren gegangenen Mit⸗ e ist on Betrag zu entrichten. Für den Monat Janmar sind an die Bezirkskasse abzuführen: von den Beiträgen der männlichen Mitglieder 3 0 Mark, von den Beiträgen der weiblichen Mitglieder 12 Mark. Mit Parteigruß! Der Bezirksvorstand. Arbeitsrecht, Gewerkfchastliches, Arbeiterbewegung. Ueber die Streiks in den wichtigsten e soweit sie im ersten Halbjahre 1922 erfolgten, bringt die Schweiz. Arbeitgeberzeitung eine statistische Uebersicht,. Am größten war danach die Zahl der Streiks in Amerika mit 1989 und über 63 000 Streiktagen. Das Deutsche Reich steht mit 1416 Streils und fast 28 000 Streiktagen an zweiter Stelle. Dann folgen England(796 Streiks und 21 000 Streiktage), Italien(537 Streiks und 13 000 Streiktage), dann die Tschechoflowakei, Indien, Polen, Holland, Südafrika, Dänemark, Spanien, Mexiko, an, Frankreich, China, Belgien, Deutsch⸗Oesterreich, Ungarn, Portugal, Aegypten, Argentinen, Finnland, Schweden, Norwegen, Schweiz. Wenn die einzelnen Zahlen auch nicht genau miteinander verglichen werden können, da sie in den verschiedenen Ländern auf verschiedenen Er⸗ hebungen beruhen, so ist dennoch das Verhältnis richtig und be⸗ achtenswert. Es ist auffallend, daß Frankreich, trotz seiner Größe und trotz der durch den Versailler Vertrag gewonnenen Industrie an 14. Stelle steht. Vielleicht läßt sich diese Streikzifser als Zeichen des inneren Niederganges werten. Im ganzen streikten im ersten Halbjahr 1922 in den genannten Ländern fast 7 Millionen Arbeiter mit 174 Millionen Streiktagen. Außerordentlich langwierig waren die Kämpfe in den Vereinigten Staaten, wo auf einen Streikenden 31 Streiktage entfallen. Am kürzesten dauerte der Streik in Deutschland mit nur 19 Streiktagen im Durchschnitt auf einen Streikenden. Vielleicht läßt sich auch diese deutsche Streikziffer beutung esnes festgefglen gewerkschastlichen Zusamm wie ihn 2 1 12 eitende Volk Deutschlands in ae besitzt. Insofern kann uns diese Zahl recht lehrreich sein neuem organisatorischem Schaffen— 2 Sport E en I u. II. komb.— Wieseck II. 8:1(2:1) An vergangenen Sonntag trafen sich obengenannte gab 8 Spiele geht es mit 2:1 für G. zur Pause. b S ee ab, 3 75 125 die Mannschaften unter kräfligem mit 8 r G. trennten. Belbenhäusen I.— Lollar I. 2: 2(2: 1). Die beiden 5 trafen sich am Sonntag in Bis Balbdeit Fonnte W N Kurz vor Schluß ko ausgleichen. 2 fehlt mir 7 Wetzlar 225— e e Sonntag, den 28. 1. lieferte Dautphe sein 1. Spiel im zirk in Wetzlar. D. war die technisch bessere⸗ 1 konnte das Spiel 5: 1 für sich gewinnen. W. spielte Tormann De Cu eine höhere 1 Der Spielausschuß 9. Kreis 3. Bezirk. J. A.: Briefkasten. W. Heß⸗Gießen. Die Angelegenheit ist 115 uns „Andere Schritte“ können Sie tun soviel Sie wollen. B in L. Daß jemand eee erhält, der nicht bed ist, dürfte kaum vorkommen: in Gießen wenigstens wir unserer Kenntnis sehr genau geprüft, es wird keinem Gefu zu leicht gemacht. Natürlich gibt es Leute die ihre Lage schlin darstellen, als sie in Wirklichkei, ist und manchraal ist die amt sie nicht nötia haben, sollte eben an den zuständigen Stellen suchung beantragen. Manchmal werden auch unter 2 un verantwortliche Dinge geredet. Daß in Grünberg ein von zwei großen Häusern Unterstützung erhalten soll, möchten bezweifeln. Im üb igen besten Dank! werten, und zwar als Symptom für die Macht und Stärke und Be⸗ Dollarstand gestern mittag 12 Uhr: ca. 42 000 Mk 8 4. Brandversicherungs beiträge in he des zwei⸗ Eehördliche Bekanntmachungen Otrtssatzung über die Einrichtung von Hauskonten. 3 Vom 27. Januar 1923. 155 Auf Grund der Vorschriften des Reichsmietengesetzes 0 dom 24. März 1922 und der Hessischen Ausführungs⸗ perordnung vom 13. Juni 1922 wird auf Beschluß Stadtvertretung mit Genehmigung des Ministertums des Junern und des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft zu Nr. M. A. W. 1020 vom 15. Januar 1923 für den Bezirk der Stadt Gießen folgendes bestimmt: 5* 5 Die Führung der Hauskonten erfolgt durch die 9 Stadtkasse. 92 9 0. 1. Für jedes Haus wird ein Hauskonto geführt, soweit nicht Befreiung auf Grund des 80 der Stadt⸗ verordneten⸗Versammlung vom 1. Dezember 1922 eintritt. 2. Die Einzahlung der Zuschläge für große Instand⸗ setzungsarbeiten hat durch den Vermieter, der die Beträge von den einzelnen Mietern einzuziehen hat, f bei der Stadtkasse in den ersten 10 Tagen der 5 Monate Januar, April, Juli und Oktober zu er⸗ g folgen; dies gilt auch bei monatlicher Mietszahlung. 6 9 3. ö Anträge auf Auszahlungen aus dem Hauskonto für große Instandsetzungsarbeiten sind von dem Ver⸗ mieter bei dem städtischen Wohnungsamt zu stellen. Die gesetzlichen Voraussetzungen für die Auszahlung (schriftliche Zustimmung der Mieter, bezw. Mieterver⸗ trelung oder Entscheidung der Justandsetzungsstelle) sind bierbei nachzuweisen. Die Auszahlung aus dem Hauskonto durch die Stadtkasse erfolgt auf Entscheldung des Wohnungsamtes. Der Vermieter ist verpflichtet, Aufzeichnungen über die Einzahlungen und Auszahlungen zu führen und sie den Mietern oder der Mietervertretung auf Verlangen vorzulegen. 3 5. Rückständige Einzahlungen auf die Hauskonten können von den Zahlungspflichtigen wie Gemeindeab⸗ gaben beigetrieben werden. 58. 95 Ortssatzung tritt mit ihrer eee raft Gießen, den 27. Januar 1923. Der Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Seib. Bekanntmachung. Das Hessische Kreisamt Gießen hat auf Einspruch des Gießener Hausbesitzer⸗Vereins die Hundertsätze zum Reichsmietengesetz wie folgt festgesetzt: in 1. Steigerung der Zinsen 4000 2. Betrsebskosten 210% 3. Kosten für laufende Instandsetzulgs⸗ arbeiten 16000% 4, Schaffung von Mitteln für große In⸗ standsetzungsarbeiten 10000% zusammen: 28500% Diese Sätze treten am 1. Februar 1923 in Kraft. Die in§ 3 Abs. 2 der Anordnungen vom 16. No⸗ Wassergeld und Schorusteinsegergebühren, sind in obigen Sätzen nicht enthalten. Das Wassergeld wird nach der Kopfzahl und der Zahl der Wohn- räume, die Schornsteinfegergebühren werden ent⸗ sprechend der Höhe der Grundmieten der einzelnen Wohnungen auf die Hausparteien umgelegt. Ferner sind in obigen Sätzen nicht enthalten die für das Jahr 1921 nachträglich zu zahlenden vember 1922 aufgeführten Leistungen, insbesondere Hb fachen Betrags des für das Jahr 1921 berechneten A eee nebst Reichsstempelabgabe. Dieser Nachtragsbetrag ist entsprechend der Höhe der Grundmieten auf die Hausparteien umzulegen. Gießen, den 30. Januar 1923. Der Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Seib. Gas⸗ und Wasserpreise. Infolge der außerordentlichen Steigerung der Preise für Kohlen, Frachten, Betriebsmaterialien 15 wird der Gaspreis vom 1. Februar d. J. ab auf N 260.— Mk. für den Kubikmeter und der Wasserpreis vom gleichen Tage ab auf 120.— Mk. für den Kubikmeter erhöht. N Für Masser wird in den Monaten Februar und März mindestens erhoben: a) Für Gebäude mit Wohnungen bis zu 3 Zimmern einschließlich für 1 Familie 160 Mk. „ 2 Familien 240„ „ 3 und mehr Familien= 400„ b) Für Gebäude mit Wohnungen von mehr als 3 Zimmern: für 1 Familie— 240 Mk. „ 2 Familien 400„ „3 und mehr Familien= 640„ 1910 Gärten jährlich mindestens ab 1. April 1025 500 Mk. Gießen, den 31. Januar 1923. Städtisches Gas⸗ und Wasserwerk Gießen. Steding. dlessener Kourert Terel Sonntag. den 4. Februar, nachmittags 5 fünftes Konzert Id Nenen bn fverstei 1 0 Frau a 1. Kol.-Sopran von der Staatsoper in Stuttę Am Klavier: 0 1 Prof. G. Trautmann Lieder von Pfitzner, Wolf und Strauss. Eintrittskarten Mk. 200.—, 180.—., 150.— u. bei Ernst Challier und abends an der Kasse, Stu tenkarten Mk. 60— nur im Vorverkauf beim Facasgeah. Witwer vom Lande, alt, sucht ein nur sozi gesinntes Fräulein bis 40 Jahren ode hängige Witwe, in aus- und landwirt rbeiten erfahren, Heirat. Off. unt. an die Geschäftsstelle Oberhess. Volksztg. Ales Lian und Hei, Loper ey. zahlt die höchsten Preise Zufall Wolkengasse. Gestorbene. 5 Januar. Johann Momberger, Schlosser, 51 Jah re, Katharinengasse 7. 0 — eee 2. 5 8 5 nam Banken, Industrie Kapital und Reserve: 1200 000 000 Mk. Kommanditgesellschaft auf Aktien Iweigniederlassung Giessen Johannesstrasse 1 Commerz- und Privatbank Aktiengesellschaft Filiale Giessen 1= Bahnhofstrasse, Ecke Westanlage IPianos Disconto- Gesellschaft. Zweigstelle Giessen, Plockstr. 13 Bankmässige Geschäfte aller Art 0 Darmstädter u. Nationalbank Rut 120, 174, 77 55 77 Hör IN Bahnhofstrasse 65 b 1 Zugel, Tiangs, Harmoniums Gasthaus Gambrinus, Wieseck Mitteldeutsche Credithank Filiale bes sen, Jphannesstrasse 17 Besitzer Heinrich Braun JSI Butzbach zeistungstfähiges Haus für Kleiderstoffe, Baumwoll. waren, Damen- und Herren-Konfektion, Wäsche- Ausstattungen Handels-und Gewerbebank Giessen E. G. m. b. H. Giessen dor Krämer, Büfzhach Wilh. Hadermann, Butzbach Herren- u. Kknaben-Kkleidergeschäft Carl Hadermann, Butzbach Kurz-, Weiss- und Woll-Waren Geschäftliche Rundschau mit Dauerfah Ohne dewühr Ankunft aus der Richtung Onne Gewähr Kassel Frankfurt-M. Köln Koblenz Fulda Gelnhausen Londf. vorm. nachm.] vorm, nachm.] vorm, nachm.] vorm., nachm. vorm. nachm. vorm. nachm. 59 1225 147 124 704 1221][ 601 W364?[ 515 W270 W712 12¹ 527 6²⁴ 2²¹ 57 W203 802 D 126[W753 8⁰⁰ 97778 42⁷ 759 7/330[ W720 1 D 7¹7 515[WII D 305[5931 2³9 9⁴⁸ 9⁴⁰ 7⁵5 8¹² 9⁴⁰ 7⁵³ 287 W721 8003 Sa 324 52⁴ D 112 120 98644 D517 D 8 55 W748 0 957 D 9 DI W339 9²⁰ E 945 6⁴⁵ D 9³⁴ W 75 10⁰¹⁰ Wochentags. Sa= Samstags. D D Zug. E= Eikzug. Die Zeiten von 600 Uhr abends bis 552 Uhr morgens sind in den Minutenziffern unterstrichen Spielwaren. 1 14 L.. Löwenstein, Wieseck Manufekturwaren, Wäsche und Herrenstoffe oritz Gregor oigarren, Gigaretten, Taba Wilnelm Haas, Wieseck Fleisch- und Wurstwaren Lich Carl Chambre, Lich Manufakturwaren Karl Kühler, uirh IHRSssen] Jualitatslacke für Industrie und Handel bachlabrik Gebrüder böb N Aktiengesellschaft& Glessen Telephon Nr. 1469 u. 2I7l. Telegramm-Adr.: Lacklöb Schuhhaus Britt, Butzbach Weisslerstr. 25 Grosse Auswahl Weisslerstr. 25 lsdl HKnlunialularen- Fsd Säcke aller Art, sowie Papier-Gewebe-Sä bench gather 1 Sföcke pfeifen Schirme Siegfried Haas Papiergross handlung 1 155 Seltersweg 68 a 7 Goldwaren, Taschen- paß 14 Karat Trauringe 8 Karat C Bruck, Kreuzplatz 8 Otto Georg, vorm. H. Kühn, Giessen Seltersneg 36—(egr. 1844— Telephon 1 Bureau bedarf M. Ch. Mühlstein, Seltersweg 8 Männerchöre, Verei miusikinstrumente Auftabrangen aller Urusshandlung Lebensmittelhaus „Solidita Inhaber: C. BRIT T Butzbach, Wetzlarerstr. 19 Schuhwaren aller Art und Schaftenstepperei mit Pulver 0 nt lil 0 Elstern“ Kernseifen- Hermann Löb, Butzbach Uhren— Goldwaren— Brillen— Musikalien W. Hahn, Lich Oberstadt 7 Oberstadt 7 balls Stielel, Bichkanzenzlen Ernst Challier, Giessen, Neuenweg Nr. Optiker Magnus, Marktplatz Fachmann. Bedienung. Ilekerantale Louis Rothenberger, Neuenweg Alteisen Metalle Lum