1 Mit der Hungerpeitsche! 15 Stockprügel auf den Magen waren schon immmer das letzte 85 schon greift die Gewaltherrschaft der Franzosen in den Aehaktion: Gießen Bahnhosstraße 23 Fernsprecher 2008. betheff Organ für die Interessen des der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete. werktätigen Volkes eitung Bahnhosstraße 23 Ferusprecher 2008. Die Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Der Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Blatt der Frau“ und„Land⸗ wirtschaftliche Beilage“ beträgt monatlich 3000.— Mek, einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezog. 3000.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120— ek Vergntwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M. Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(5 mm breit) oder deren Raum lokal 30.— Mt, auswärts 40.— Mk., die Retlamemillimeterzeile 125.— Mk. Bei größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends. — 5 22 Nr. 50 Gießen, Donnerstag, den 1. März 1923 18. Jahrgang 5 Stinnes und der deutsch⸗französische Trust. Die französische Regierung hat jetzt das Gelbbuch über ie Reparätionsverhandlungen, insbesondere über die letzte Londoner Konferenz der Oeffentlichkeit übergeben, aus dem die Stellungnahme der einzelnen Ententeregierungen zu der N deutschen Note vom 9. November ersichtlich ist, die bekannt⸗ ich einen deutschen Eventualplan für eine provisorische 0 egelung enthielt. Allgemein war bei den Regierungsver⸗ fttrretern der Ententemächte die Auffassung vorherrschend, daß * ie deutsche Note zu unbestimmt sei. Auch Bonar Law teilte f diese besonders von Poincaré hervorgehobenen Bedenken. Er 4 verteidigte jedoch den deutschen Vorschlag für eine innere 1 fa mit dem Bemerken, daß nur dadurch die ins Aus⸗ and gebrachten Kapitalien nach Deutschland zurückgeholt werden könnten. Aus dem Gelbbuch geht insbesondere her⸗ Die Feststellungen des französischen Gelbbuches zu verwirklichen glaubte. Er erklärte u. a. in London, daß die deutschen Industriellen wiederholt bei ihm Schritte unternommen hätten, um mit ihm über die Kohlenfrage und die Ausführung der Versailler Wirtschaftsbestimmungen und ein wirtschaftliches Abkommen, dem umfassende politi⸗ sche Abmachungen folgen würden, zu sprechen. Poincaré fügte hinzu, daß die französische Regierung ein derartiges Abkommen mit Deutschland niemals ohne Uebereinkommen mit den Verbündeten abschließen würde. Namentlich be⸗ zeichnete Poincare Stinnes, Glöckner und Sil ver⸗ berg als diejenigen, die an ihn herangetreten seien. Daß die Judustriellen, insbesondere Stinnes, sich be⸗ müht haben, den deutschfranzösischen Trust zu⸗ standezubringen, wird heute von den beteiligten Seiten nicht mehr bestritten. Das jämmerlichste an dieser Tatsache ist, daß die Industriellen hinter dem Rücken der Regierung diese Besprechungen führten, was schließlich einen. Hauptanlaß zum Sturze des Kabmetts bildete. e L]. a or, daß Poincaré bereits am sichersten die Lösung des Repa⸗ 1— durch eine Besetzung von Essen und Bochum rr Das letzte Mittel. auch das barbarischste Mittel eines jeden Krieges. Mit chauern lesen wir in der Geschichte von dem Grauen des 11 ungers und dem Wüten der Hungerpest, diese Folgen der elagerung einer widerstandsfähigen Stadt. Noch ist in er Erinnerung das völkerrechtswidrige Aushungern der eutschen Frauen und Kinder und noch haben wir unter iesen Kriegsfolgen mehr als unter allen andern zu leiden esetzten Gebieten zu diesem verzweifelten Mittel, um den iderstand einer friedlich gesinnten Bevölkerung zu brechen sie selbst zum Erliegen zu bringen. Wie aus Essen ge⸗ [det wird, gehen die Franzosen jetzt dazu über, in ößerem Umfange Lebensmittel zu beschlagnahmen. Es ind das nicht etwa Ausschreitungen einzelner Truppenteile der Uebergriffe einiger Kommandanten, die Beschlagnahme ird auf höheren Befehl durchgeführt, der auch die über die renze eingeführten Lebensmittel verfallen. Um diese Maßregel noch wirksamer zu machen und um besonders die um Widerstond entschlossene Arbeiterschaft zu treffen, wer⸗ en auch in größerer Menge die zur Lohnzahlung bestimmten der geraubt, eine Maßnahme, die die Erbitterung nur och steigern muß. Die täglichen Gewaltakte. Es vergeht keine Stunde, die nicht Neuigkeiten über weitere anzösische Gewaltakte bringt. In Essen sind am Dienstag 60 chu pobeamte verhaftet und abgeführt worden. Gleichzeitig urde von dem französischen Divisionskommandeur die Auflösung er Schutzpolizei für Essen Stadt und Land angeordnet. Von . U her kommen Beschwerden über die Fortführung von Lebens⸗ 9 4 und deren Beschlagnahme. In Kupferdreh wurden 230 Mil⸗ lionen Mark Dohngelder beschlagnahmt. In Kaub ist g Verbandsbureau der Binnenschiffer durchsucht wor⸗ Ergebnis: Das Verschwinden verschiedener Aktenstücke und die sogenannte Beschlagnahme von 12 Millionen Mark. In Witten ist ein Kaufmann zu 5 Tagen Gefängnis und 500 000 Mark Gelostrafe und ein Buchdruckereibesitzer zu 200 000 ark Geldstrafe, in Dortmund ein Stadtsekretär, der angeblich ein be⸗ leidigendes Protestschreiben an den französischen Kommandanten unter⸗ zeichnet hatte, zu 4 Monaten Gefängnis und 200 000 Mark Geldstrafe verurteilt worden. 5 An der Kontrollstelle in Aplerbeck ist ein kommunistischer Agi⸗ tator namens Becker, der kommunistische Flugblätter in das besetzte Gebiet bringen wollte, verhaftet worden. Der mit ihm zusammen⸗ reisende kommunistische Abgeordnete Stoecker ist unerkannt geblieben. In Bochum find 10 führende Geschäftsleute, die zu einer internen Besprechung zusammengekommen waren, sestgenommen und abtraus⸗ portiert worden. In Herne wurde ein Polizeimajor und ein Poli⸗ eileutnant verhaftet. In Recklinghausen ist ein Kurier der egierung Münster von den Franzosen festgenommen worden. Der Frauenbund in Essen hält alle 14 Tage in einem Restaurant 1 Damenkränzchen ab, in dem neben anderen Dingen besonders über nterstützungen an bedürftige Familien beraten wird. Während der etzten Sitzung drangen plötzlich 50 bis an die Zähne bewaffnete Sol⸗ ö 55 in das Lokal und trieben die Damen hinaus, wobei sie ihnen um Teil nicht einmal Zeit ließen die Garderobe und Wertsachen mit⸗ zunehmen. Auf der Straße sahen sich die Damen einem Truppenauf⸗ gebot gegenüber. An 5 Straßenecken stand je ein Maschinengewehr. Eine Dame, die den kommandierenden Offizier fragte, ob denn ein solches Aufgebot allein wehrlosen Frauen wegen unternommen wor⸗ den sei, erhielt eine verneinende Antwort. Das wurde aber Lügen gestraft durch die Tatsache, daß unmittelbar nach dem Weggang der Damen die Truppen wieder abzogen. In Esfen wurde Bergleuten, die von ger Zeche„Graf Beust“ kamen, wo sie ihren Lohn ausgezahlt erhalten hatten die ganze Lohnsumme von den Soldaten abgenom⸗ im en. Es liegen bei den Behörden Meldungen über vierzehn der⸗ artige Ausplünderungen vor. Der Betriebsrat der genannten Zeche ill bei dem 5 Kommando Vorstellungen erheben. Die fiene won af. o mobilen durch die Besatzunasbebörden 0 nehmen den größten Umfang an. Privat automobile, Lastkraft⸗ wagen aller müglichen Firmen und auch Autodroschken, die die Franzosen bisher verschmähten, werden auf der Straße angehalten und„requiriert“. In einer Anzahl von Fällen wurden die Chauf⸗ feure der beschagnahmten Autos gezwungen, die Wagen für die Franzosen zu führen. Auf der Straße Essen— Düsseldorf sind beson⸗ ders zahlreiche Automobilfallen angelegt. Die Lage in Bochum. Ueber die Absperrung des inneren Stadtteils schreibt unser Bochumer Parteiblatt, das Volksblatt: 0 Die Absperrung ist in solch raffinierter Weise vorge⸗ nommen, daß sie eine direkte Lebensgefahr für das arbeitende Volk Bochums bedeutet. Denn 75 Prozent der Einwohner⸗ schaft sind Arbeiter, Angestellte und Beamte. Die Sperre ist so vollständig, daß nicht einmal die Krankenwagen zuge⸗ lassen werden. Dies eine Beispiel illustriert den ganzen Widersinn des Vorgehens. Die Brutalität desselben wird aber erst recht klar, wenn man die Wirkungen bedenkt, die sich naturnotwendig daraus ergeben müssen. Die Geschäfte in der Stadt und die Lokale müssen geschlossen bleiben. Die Straßenbahnen müssen durch die gesperrte Zone leer fahren. Wer die Bahnhöfe benutzen will, muß weite Umwege machen. Das bedeutet praktisch die Unterbindung jeder Lebensmög⸗ lichkeit. die systematische Aushungerung von 160 000 Menschen! Lebensmittel kann niemand kaufen. Mit hungrigen Gesichtern irren Tausende durch die Straßen. Wir haben nicht Lust, uns für heute des Näheren mit den letzten Folgen zu befassen, die eintreten müssen, wenn die Sperre auch nur einige Tage anhalten sollte. Daß dieselben furchtbar sein werden und daß die zur Verzweif⸗ lung getriebene Arbeiterbevölkerung nicht ruhig bleiben wird, daß dürfte auch dem Allerkurzsichtigsten klar sein, der sich gegenwärtig in Bochum aufhält. Lord Curzon über die Weltlage. Lord Curzon sprach in London über die politische Lage. In großen Zügen entwickelte er ein Bild der allgemeinen Weltlage, die voller Hoffnung war in bezug auf England, die Türkei, Polen und Tschechoflowakei, Oesterreich und Italien. Es gebe aber auch schwarze Flecke auf der internationalen Leinwand, Rußland, der nahe Osten und schließlich die Ruhr. England sei von vielen Teilen der Welt von langwierigen und unwillkommenen Aufgaben in Anspruch genommen, in gefähriche und kostspielige Aufträge ver⸗ wickelt und stehe im Ruhrgebiet einer schwirigen und be⸗ sorgniserregenden Lage gegenüber, die der Wirtschafts⸗ lage der Welt schwere, trübe und gefährliche Rück⸗ wirkungen auf soziale und Industrieprobleme ausübe. Er glaube, daß die öffentliche Meinung Englands die britische Politik in der Nührfrage verstehe und unterstütze und mit der Regierung dahin übereinstimme, daß der französische Einmarsch ins Ruhrgebiet, ob mit Recht oder Unrecht, auf jeden Fall unklug war und daß England auf dem rechten Weg sei, wenn es seine Truppen so⸗ lange wie möglich am Rhein belasse, da England ebenso wie andere Mächte an der Lösung des Reparationsproblems interessiert sei. Diese Lösung des Reparationsproblems sei nicht Frankreich, Belgien und Italsen allein vorbehalten, sie sei ein internationales Problem und er glaube und hoffe, daß die Lösung durch eine inter⸗ nationale Unternehmung erfolgen werde. Eine Sabotage des Abwehrkampfes. Während die Arbeiterschaft im Ruhrgebiet unter Auf⸗ wendung aller Kräfte den Abwehrkampf führt, versuchen die Rechtsparteien, die sich stets besonderer„Vaterlandsliebe“ rühmen, die Republik zu untergraben. Ja, sie scheuen selbst vor den gemeinsten Verleumdungen gegenüber der kämpfen⸗ den Ruhrarbeiterschaft nicht zurück. Neuerdings hat die deutschnationale Reichstagsfraktion einen Antrag zur Ab⸗ änderung des Gesetzes zum Schutze der Republik eingebracht, in dem die Aufhebung der Artikel 2 bis 5 verlangt wird. Diese Artikel enthalten Bestimmungen über die Errichtung des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik, über ver⸗ botene Vereinigung, über Beschlagnahme und Verbot von Druckschriften und über die Ausweisung von Mitgliedern vormals landesherrlicher Familien.. In der Begründung dieses Antrags heißt es u. a.:„Die Aufhebung erscheint umso notwendiger, als heute das deutsche Volk zu einer nationalen Abwehrfront gegenüber dem Feind zusammengeschmiedet ist, die erschwert wird, wenn nach wie vor nationale und völkische Kreise unter Aus⸗ nahmerecht gestellt werden.“ Wir sind der Auffassung, daß gerade die Artikel 2—5 des Gesetzes zum Schutze der Republik notwendig sind, wenn die Abwehrfront durch deutschvölkische Machenschaften nicht zusammenbrechen soll. Daß der Abwehrwille der Arbeiter⸗ schaft gelähmt wird, dafür sorgen schon die Deutsch⸗ nationalen durch Verleumdungen zur Genüge. Weiteres zu vermeiden ist möglich durch das Gesetz zum Schutz der Republik. 5 Es scheint, als haben es die Deutschnationalen gerade darauf abgesehen, den gerade von der Arbeiterschaft ge⸗ tragenen Abwehrkampf planmäßig zu sabotieren. Die Macht der Arbeiterschaft scheint ihnen Alpdrücken zu verur⸗ sachen und ihr Sieg rückt ihnen die Gefahr für ihre Geld⸗ schränke in bedrohliche Nähe, und darum wird lieber der Abwehrkampf zerstört, mag auch das Vaterland unterliegen, wenn nur die Herrschaft des Kapitals und die Ausbeutung der Volksgenossen nicht gefährdet ist. Politische Uebersicht. Die Revision im Erzbergerprozeß verworfen. Vor dem 1. Strafsenat des Reichsgerichts in Leipzig fand am Dienstag die NRevisionsverhandlung stalt, die die Staatsanwalt⸗ schaft Offenburg gegen die Freisprechung des der Beihilfe im Erzbergermord angeklagten Kapitänleutnant Manfred v. Killinger angestrengt hatte. Der Angeklagte war selbst nicht zugegen, son⸗ dern lie; sich durch Rechtsanwalt Dr. Lueog⸗brune aus Göttingen vertreten Der Vertreter der Reichs auwaltschast, Dr. Geisler, er⸗ klärte an Hand zahlreicher Entscheidungen die Revision nich: ver⸗ treten zu können. Es besteht kein Anlaß in der gegenwärtigen Zeit, diesen Prozeß nochmals aufzurollen. Der Verteidiger Dr. Tuedgebelne wan die geges die Repision ein, daß das Verfahren bei der Bildung der Vorschlagslitle der Geschworenen en gesetz⸗ lichen Vorschriften des Gerichts⸗Verfassungsgesetzes entsprochen hätte. Die Fragestellung an die Geschworenen sei durchaus zu⸗ treffend gewesen. Sie sei für den Angeklagten noch 1 ge⸗ wesen, als die von der Staatsanwaltschaft gewollte, sodaß das freisprechende Urteil durchaus gerechtfertigt sei. Entsprechend den Ausführungen des Reichsanwaltes und des Verteidigers verwarf das Reichsgericht die Revision und hält das freisprechende Urteil des Schwurgerichts Offenburg aufrecht. * Wieder ein Beweis woher die Papierver teuerung kommt! Wie bekannt. hat kein Geschäftszwesg die Preise so regelmäßig und vollständig dem steigenden Dollarkurs angepaßt, wie die Papierfabrikation. So haben die Preise für Papier⸗ fabrikate aller Art und nicht am wenigsten die für Dru ckpapter eine Höhe erreicht. die in keinem Verhältnis mehr zu einer nor⸗ malen Entwicklung steben. Die Ansicht. daß zum großen Teil kapitalistssches Geschäftsgebaren das die Gewinne der Aktionäre rücksichtslos in die Höhe treibt. daran schuld ist, wird bestätigt durch den jetzt vorliegenden Goschäftsabschluß einer Papierfabrik. Es ist die Fabrik Sebnitz in Sebnitz a. Sa. die ihre Dividenden auf nicht weniger als 375 Prozent erhöht, d. h., sie schüttet mit 17¼ Millionen mehr als das 3* fache des ganzen Aktienkapitals an einem einzigen Jahr als Dividende an d je Aktionäre aus!— Und wo bleibt die Regierung?„ Die Verteuerung der Zeitungsherstellung. ö Die Lage der Presse, insbesondere der von kapitalisti⸗ schen Geldgebern unabhängigen Arbeiterpresse, verschärft sich von Tag zu Tag. Papier, Metalle, Oel, Farbe haben sich in einer Weise verteuert, die weit über das auf den übrigen Warenmärkten beobachtete Maß hinausgehen. So kostete: 1914 Febr. 21 Febr 22 Febr. 23 1 kg Papier. 0,20 M. 3,— M. 7,30 M. 1450 M „ Füde, /i p „, f 1% Waschmittern o i e 1„ Putzlappen o 95 1800„ 1„ Walzenmasse 2,70„ 50,.—„ 115.—„ 13 000„ , ,, e 4600„ In ter 5,50„ 1 3000 Iiir ohen uu ds, 1 Kw Elektrizität. 80 8 8⁰⁰ An der Spitze marschiert die Verteuerung des wichtigsten Rohstoffes, des Papiers, das bereits in der zweiten Hälfte des Februar den 7250 fachen Vorkriegspreis erklommen hat. Es wird nur noch übertroffen von der Kohle, die infolge der 40prozentigen Kohlensteuer den 8940fachen Friedenspreis überschritten hat. Aber um die übrigen Materialien ist es nicht wesentlich besser gestellt. Eindringlicher als ausführliche Darlegungen beweisen die Zahlen, daß es um die Presse und damit um die Sache Fer Arbefkerschäft geschehen ist, wenn diese nicht mit aller f Kraft zu ihr hält und für sie wirbl. Eine politische Bewegung ist machtlos, wenn sie keinen Einfluß auf die öffentliche Meinung hat. Daher muß die gewaltige Verteuerung der Zeitungsrohstoffe, herbeigeführt durch Dollarsturz und 8 Kartelldiktatur, für die organisterte Arbeiterschaft ein Mahn⸗ kuf sein, ihre Presse tatkräftig zu unterstützen. 5 5* Höchstpreise für Zement. Nach Mitteilung des Reichswirt⸗ schaftsministers beträgt der Höchstpreis für Zement ohne Fracht mind Verpa ab 12. 2. 1923 1 710 128 Mark. Die Vergütung für den Handel ist in diesen Preisen— bei Abnahme von 10 000 Kilogramm Zement— enthalten. Beim Kleinverkauf dürfen zu obigen Höchstpreisen bei Abgabe bis zu 2500 Kg. 30 v. H., bei Ab⸗ gabe bis zu 5000 Kg. 20 v. H., bei Abgabe bis zu 9950 Kg. 10 v. H. zaugeschlagen werden. Die Kleinverkaufszuschläge sind gleichfalls Höchstpreise im Sinne des Höchstpreisgesetzes. Die Umsatzsteuer ist in den Höchstpretsen enthalten. Deutscher Reichstag. Berlin, 27. Februar. Angenommen wird der Gesetzentwurf über die einstweilige Außerkraftsetzung der Vorschriften des 8 247 des B. G. B., nach welchem der Schuldner in dem Falle, wo ein Zinsfuß höher als 6 Prozent vereinbart worden ist, das Kapital nach Ablauf einer Frist von sechs Monaten unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kündigen kann. Diese Vorschrift läßt sich unter den augenblicklichen Verhältnissen nicht mehr rechtfertigen. ö Das Pressenotgese tz.. 5 Der Reichsrat hat gegen das Pressenotgesetz Einspruch erhoben, da eine Erhöhung der Holzabgabe auf 2 Prozent ihm zu hoch erscheint. Diese Erhöhung ale über das hinaus, was die Länder für ihre Finanzen flir tragbar halten. Ein Antrag Hergt verlangt Herabsetzung der Holzabgabe auf 1½ Prozent. 1 Abg. Hertz(Soz.) äußert starke Bedenken gegen eine Herab⸗ setzung der Holzabgabe. Er beantragt nochmalige Beratung im 5 Ausschuß. Die Vorlage geht darauf an den Volkswirtschaftlichen Ausse. Een Antrag Beythien(D. Vyp.), auch dle nicht kündbaren gewerblichen Pachtverträge einer Nachpritfung zu unterziehen, geht an den Bevölkerungsausschuß. Es folgt dann die zweite Beratung der Notstandsmaß⸗ nahmen für Rentenempfänger aus der Invaliden⸗ und Angestelltenversicherung. An den Kosten dieser Vorlage ollen die Gemeinden mit 10 Prozent beteiligt sein. Der Reichstag hat die Beteiligung der Gemeinden auf 10 Prozent festgesetzt. Die een d e aber eine Beteiligung von 20 Prozent. Dem Antrag Reichstagsausschusses entsprechend wird darauf det Plan in der Fassung des Reichsrats abgelehnt. Dann wird die zweite Lesung des Haushaltsplans des Wehemiassteriums fortgesetzt. Abg. Ledobonr behauptet, daß die Reichswehr weiter Fühlung mit der Orgesch habe, und daß das Offizierskorps monarchistisch sei. In diesen Kreisen werde offen von der Möglichkeit eines Krieges mit Frankreich gesprochen. Die Fascisten gehen bereits zu Taten über, wie das Attentat auf die Münchener Post beweise. Abg. Künstler(Soz.): Wir sind mit der letzten Rede des rministers sehr unzufrieden. Eine jeden Zweifel über die e ziehungen der Reichswehr zu den nationalen Vänden ausschließende Erklärung ist bisher nicht ersolgt, und wir erwarten sie noch von ihm. Das ist er dem Volke schuldig. Mit allem Nachdruck muß den nachgeordneten Stellen erklärt wer⸗ den, daß sie sich bei Strafe nicht an verbotenen Vereinigungen beteiligen dürfen. Was ist aus den Untersuchungen herausge⸗ gekommen? Bewußt wird auf die Untergrabung der re⸗ publikanischen Gesin nung in der Beamtenschaft hingearbeitet. Der Redner führt Beispiele für die polltische Betäti⸗ ir wollen keinen neuen Krieg und beine Reichswehr an. keine Kriegsvorbereitung. Wir wollen die deutsch⸗franzö⸗ n 15 tändigung. Für sie werden wir uns mit aller nergie ein en. f Reichs wehrminister Dr. Geßler: Die Beölkerung des Ruhrgebiets hat ein Recht darauf, daß wir nicht hinter ührem Rücken einen törichten Streit auf⸗ slühren, einen deutschen Streit, bet dem ihr unverantwortliche Sera und Skribenten alley Art in den Rücken fallen! In dem iftstück, das Herr Künstler verlesen hat sehe ich das Mach⸗ N— solchen elenden Skribenten! Alle die Leute, die weit vom iß sitzen und nichts von Entbehrung spüren, sollten sich Die Goldwertauleihe vom Reichsrat angenommen. Der Reichsrat stimmte in seiner Vollsitzung am Dienstag dem Entwurf eines Gesetzes für die Beschaffung von Mitteln zur Deckung eines Devisensonds zu. Nach der Vorlage soll bekanntlich der Finanz⸗ minister 50 Millionen Dollar durch Ausgabe von Schatzanweifungen flüsfig machen. Nähere Bestimmungen über Verzinsung usw. sollen dem Finanzminister überlassen bleiben. Die einkommenden Beträge sind zu verwenden zur Bildung eines Devisenfonds im Interesse der Stützung der deutschen Währung. Der Jonds soll von einer beson⸗ deren Stelle verwaltet werden. das Gesetz nach dem Tage seiner Ver⸗ kündung in Kraft treten. Es ist beabsichtigt, die Anleihe auf 3 Jahre laufen zu lassen. Die Einzahlungen sollen am 15. März, 15. April und 15. Mai erfolgen. Zinsscheine werden den Schatzanweisungen nicht beigegeben, vielmehr sollen wenigstens nach den bisherigen Plänen bei der Rückzahlung für 110 Dollar 120 Dollar zurückgegeben werden, was einer Verzinsung von 6 Prozent entsprechen dürfte Die Reichsbank will sämtliche Bürgschaften übernehmen. Den Blättern zufolge ist damit zu rechnen, daß der Entwurf. spätestens Donnerstag den Neichstag beschäftigen und noch im Laufe dieser Woche verabschiedet werden wird. Nach einer Mitteilung des Börsenturiers sind auch die Vorbereitungen für die Ausführungsbe⸗ stimmungen des Gesetzes bereits getrossen und ein Prospekt gibt A N dem holländischen Geldmarkt gesichert. Es soll beabsichtigt sein, eine Reichsanleihe⸗A.⸗G. zu gründen, deren Aktionäre sämtliche Banken sind, die sich zur Uebernahme der Anleihe bereit erklärt haben. Bis. her hätten die Banken die Verpflichtung übernommen, für 25 Millio- nen Dollar, also für die Hälfte des Anleihebetrages, Antkile zu ber⸗ nehmen. Durch das Publikum, Handel und Industrie wären also noch 9 25 Millionen Dollar zu zeichnen. 5 Durch die Errichtung einer besonderen Stelle für die Verwaltung. der Neichsaneihe⸗A.⸗G., würden Ausgaben und Einnahmen nicht durch den Etat laufen; wohl aber ist vorgesehen, daß über Bestand und Ver wendung der Mittel des Fonds dem Rechnungshof des Deutschen Reiches alljährlich Rechnung gelegt werden soll. Für die sormale Be⸗ 7 handlung sollen die Bestimmungen der Reichs schuldenordnung— g n eee jedes Wort doppelt und dreifach überlegen!(Sehr wahr!) Aber es wird in allen Lagern gefündigt. Der Vorsitzende eines Be⸗ triebsrates in Feuerbach hat zum Beispiel am 12. Januar gefagt, daß der Kommunistischen Partei von Rußland in weit⸗ gehendem Maße Hilfe zugesagt worden sei; komme es zur Aktion, so werde Rußland mit seine Roten Armee den deutschen und den französischen Genossen zu Hilse kommen; dann werde jede Re⸗ gierung zum Teufel gejagt und die Räterepublik errichtet uerden.. Ueber die Politik des Reichskanzlers kenn ich keine andere, Erklärung abgeben als kürzlich, denn sonst würde Herr Ledebour sagen. dem Kanzler werde die Politik vom Minister auf⸗ gegeben! Der Reichskanzler ist entschlossen. an seiner jetzigen Politik unter allen Umständen festzuhalten. Wenn ein verantwort⸗ licher Staatsmann. dessen Politik das Haus mit erdrückender Mehr⸗ heft gebilligt hat eine andere Politik für nötig hält. würde er das auf verfassungsmäßigem Wege erklären. Zu den angeblichen Beziehungen zwischen der Reichswehr und den Selbst⸗ schutzorganisationen habe ich nur erklärt, daß ich die politische Lage Deutschlands für außerordentlich ernst ansehe und daß daxum die verantwortlichen Staatsminister allen Anlaß hätten, die Augen aufzumachen, damit sie nicht eines Tages vor peinlichen Ueber raschungen stünden. Gerade aus diesem Grunde habe ich mich mit dem Kollegen Minister Severing zusammengetan und mich mit ihm dahin verständigt, daß wir jenen Bestrebungen in enaster gemeinsamer Arbeit entgegentreten wollten. Ich habe mich bemüht Abhilfe zu schaffen. Die Organi⸗ sationn selbst unterliegen dem Vereinsrecht und ihre Ueberwachung ist Sache der Polizei shre Verfolgung Sache der Gerichte. Meine Aufgabe kann es nur sein, dafür zu sorgen, daß keinerlei Verbindung der Reichswehr mit diesen Organisalionen besteht. Ueber die grundsätzliche Seite der Sache kann gar kein Zweifel sein: Die Reichswehr kann und darf nur den ihr ge⸗ setzlich zustehenden Aufgaben: Schutz der Verfassung. Schutz der Grenzen, Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung dienen und zwar im Zusammenhang mit den verfassungsmäßig dazu be⸗ rufenen Behörden. Diesem Ziel diente meine Besprechung mit dem Miuister Seversng. Ein Zusammenwirken mit den genannten Organisationen ist ausgeschlossen. Ich habe auch meine Organe angewiesen, gegen Zuwiderhandelnde mit aller Schärfe vorzugehen. Die Polizet allein kann die Republik nicht retten, sondern nur durch die Entwicklung der republikankschen Tugenden, von denen man so oft hören kann, daß sie zur Zeit des preußischen Königtums besonders entwickelt gewesen seien, wird die Republik in der kommenden schweren Zeit sich vor dem Untergange retten können! Das ist auch der sicherste Weg um aus dem innerpolitischen Elend herauszufinden.(Lebhafter Beifall rechts und in der Mitte.) Abg. von Gallwitz(Dnat. Vp.) rühmt die Tätigkeit der nationalen Veebände und lält die Gewalt der Ausführungen für die Frage der Aufhebung der Schutzgesetze zur Republik vor. Abg. Fröhlich(Komm) hält eine zweite Rede zum Militär⸗ 15 ün der er wieder die stärkften Angriffe gegen die Offtsiere vichtet. 2 Das Gehalt des Ministers wird bewilligt. Eine lange Entschließung der Kommunisten, die u. g. sofortige Ent⸗ n lassung des Generals v. Sec und die Errichtung von Arbeiter. en fordert, wird gegen die Anttagsteller abgelehnt. 3 Vei den Ausgaben für des Sanitätswesen der Reichs⸗ wehr erinnert Abg. Dr. Moses(Soz.) an die erschreckende Zu. nahme der Selhstmorde in Heer und Marine. Aus dem Jahre 1951 stünden 137 natitrlichen Todesfälle innerhalb der Reichswehr 105 Selbstmorde gegenüber; ähnlich ist das Verhältnis im 1 1922. Die Sanitcktsverwal tung ee den 1 1 dieser surchtbaren Erscheinung ener, nachgehen. Nicht weni 15 als e dieser Selbstmorde seien auf Geschlechtskrantheiten 85 721 est des Etats wird ohne wesentliche Erörterung ge⸗ nehmtgt. 1 Nächste Sitzung Mittwoch 2 Uhr: aufbaumintsterium. Goldanleihe. Gießen und Umgebung. Schützt die Parteipresse! 33 Unseren Lesern ist bekannt, mit welchen Schwierigkeiten unsere Parteipresse jetzt zu kämpfen hat. Weiter oben geben N wir die Steigerung der Materialpreise wieder, die für die Presse hauptsächlich ins Gewicht fallen. Auch für diefen Monat muß infolge der hohen Papierpreise wieder zu unserem großen Bedauern eine Verdoppelung des Abonne⸗ mentspreises erfolgen! Was am Schluß des obigen Artikels 5 über die Verteuerung der Zeitungsherstellung gesagt ist, trifft in vollem Umfange auf die Oberhessische Volkszeitung zu. Sorge deshalb jeder Parteigenossc für deren weiteste Verbreitung trotz des erhöhten Preises! b — 5 Marine-Etat, Wieder ⸗ 1 — Einschränkung des Straßenbahnverkehrs. Mit dem heutl⸗ gen Tage tritt die seit längerer Zeit in Aussicht genommene Ein⸗ schränkung des Straßenbahnbetriebes ein. Die Linie Marktplatz⸗ Bahnhofstraße⸗Bahnhof wird stillgelegt. Zwischen Marktplatz⸗ Ludwigsplatz⸗Schützenhaus findet ein Pendelverkehr statt. Die Wagen vorgenannter Linie haben Anschluß an die Wagen der Linie Wieseckerweg— Marktplatz Seltersweg— Bahnhof. Der Friedhofs⸗ N ist mit Rlicksicht auf die außerordentlich geringe Benusung gänzlich eingestellt. Die Wagen verkehren nur bis zum Wiesecker⸗ weg. Der Verkehr nach dem Schlitzenhaus findet nur viertel ünd: lich statt, während bis zur Moltkestraße alle 7% Minuten Wagen 1 verkehren. Der Fahrplan ist in der heutigen Nummer bekannt ge⸗ geben und wir machen darauf aufmerksam. i — Lichtbildervortrag zu Gunsten des Arbeiterwohlfahrtaus⸗ schusses. Der am vergangenen Sonntag Abend im Gewerkschafts⸗ haus abgehaltene Lichtbildervortrag.„Volk in Not“ wurde von den Besuchern mit lebhaftem Interesse verfolgt und hinterließ bei denselben einen tiefen Eindruck. Genosse Häuser schilderte an Hand von Lichtbildervorführungen die Ursachen von Deutschlands Der Deserteur. Roman von Roberi Buchanan. „Alle knieten um ihn herum und beteten ihm nach:„O Herr, ich flehe Dich an, schütts Teine Gnade in die Herzen dieser Kinder, damit sie, wenn die Zeit kommt, Dich erkennen und nicht den Antichrist, Deine göttliche Hülfe fühlen. Deine Wahrheit und Weisheit begreifen und nicht auf die Erde 38 kommen und gehen wie die wilden Tiere des Feldes. Er⸗ leuchte sie, o Herr, denn sie bedürfen des Lichtes. Amen! Lehre sie, denn sie wollen belehrt sein. Awen! Stärke sie, o Herr, damit sie nicht vor einem Götzenbilde oder einem schlechten Menschen anbetend niederknien. Amen! Mögen ihre Seelen von dem großen Eyangelium der Liebe und des Friedens erfüllt werden. Ammer! Amen!“ Bei jeder Wiederholung des„Amen!“ bekreuzigte sich die kleine Katel fromm. Keinem der Schüler schien das Ge— bet von allen andern Gebeten abzuweichen, obgleich der Lehrer es, seiner Gewohnheit gemäß, improvisiert und ihm eine tiefe Bedeutung unterlegt hatte. Alle erhoben sich und umringten den Lehrer. „Für heute genug! Morgen wollen wir zur selben Stunde uns wieder hier treffen, meine Kinder!“ „Mutter ist böse, daß Du, seit Du nach Traonili kamst, noch nicht ein einziges Mal bei uns warst. Sie läßt Dir sagen, daß sie ein Paar Lederschuhe und andere Sachen für Dich hat.“ piepste Klein-Katel, „Sag' Deiner Mutter, daß ich heute abend zu Euch komme.“ erklärte Arfoll lächelnd. „Nein, das geht nicht!“ rief einer der Backfische, vor dem Lehrer höflich knicksend.„Sie haben ja meiner Tante Nola versprochen, den Abend bei uns zu verbringen!“ „Sch werde sehen, was sich machen läßt, Kinderchen! Jetzt ellet nach Hause, denn es hat längst zu Mitlag ge— läutet. Nur Geduld, mein lieber Penvenn— Du wirst noch ein prächtiger Schüler werden!“ Die Aufmunterung galt dem ältesten der Klasse, der vor Vergnügen grinste und dann im Dialekt den Lehrer dringend bat, doch auch seinen Bruder Mikel Penvenn bald zu besuchen, auf dessen Gehöft er arbeite, Im nächsten Augenblick war die Schule aufgelöst: Penvenn stiefelte quer über die Heide, die Backfische gingen nach rechts, die beiden Buben rannten, Purzelbäume schlagend, nach links, während Katel mit ihrem Brüderchen Hand in Hand artig der nächstliegenden Hütte zusteuerte. Nun dürfte es an der Zeit sein, auch etwas näheres über die Eigentümlichkeiten von Meister Arfolls Beruf zu sagen. Vor der großen Revolution hatte die Bretagne un⸗ zählige Wanderlehrer, die in Seminaren erzogen worden waren und dann von Dorf zu Dorf von Gehöft zu Gehöft wanderten, die Kinder lateinische Gebete, das Angelus domini und den Katechismus lehrend. Es waren gewöhn⸗— lich Leute, die sich gerne dem Priesterstand gewidmet hätten, aber aus irgend einem Grunde nicht in denselben aufge⸗ nommen wurden. Ihr Leben als Wanderlehrer war ein sehr schweres, sie mußten sich mit der einfachsten Nahrung beschefden, iht Beruf war mit Professionsbettelei verbunden. Sie unterrichteten zu allen Stunden und an den ver⸗ schiedensten Orten: sehr oft unter freiem Himmel, auf offener Landstraße unter einem Wegkreuz, in einer Scheune, im Kuhstall. Ihre Bezahlung war eine elende— monatlich sechs Sous von jeder Familie oder den Wert dieser Summe in Naturalien. Besonders gutmütige Eltern beschenkte sie eußerdem mit Speck. Honig, Leinwand und Kornfrüchten. Man nahm sie überall gerne auf und bezeugte ihnen gewisse Ehren denn ein Hauch von Heiligkeit umschwebte sie, da sie doch am Puten der Kirche aufgezogen worden. Wenn sie einmal so alt waren, daß sie keine langen Fußwanderungen mehr unternehmen konnten, trachteten sie, sich einen billigen Maulesel oder Esel anzuschaffen; war ihnen das nicht mög⸗ lich dann wurden sie eben Berufsbettler, die von Tür zu Tür um milde Gaben baten. Der Feueratem der Revolution zerstreute diese Wander- lehrer wie Funken nach allen Windrichtungen. Die meisten von ihnen verschwanden für immer von der Bildfläche. Wöbrend der'piteren Jahre des Kaiserreiches, als Napoleon es für angez eig biclt, sich als Vater der Religion und der Begründer eines neuen und heiligen Regimes aufzuspielen tauchten viele von ihnen wieder auf, um ihren alten Beruf auszuüben. Bei Ausbruch der Revolution dürfte Meister Arfoll ungefähr 30 Jahre gezählt haben: aber niemand in der ganzen Bretagne vermochte sich daran zu erinnern, ihn jemals vor Beginn des neuen Jahrhunderts gesehen zu haben. Als er zum erstenmal in der Gegend auftauchte, sah ö 0 ö er schon aus wie ein ältlicher Mann, dessen Gesichtszüge die Spuren großen Kummers trugen. Er sprachs oft so seltsame und ungewöhnliche Dinge, daß man an seinem gesunden Menschenverstand zu zweifeln begann. Niemand wußte, ob er je an einem Seminar studiert habe und in der Bretagne geboren war. Man erzählte sich, daß er ein Bewohner einer der großen Städte gewesen sei und dort während der Schreckenszeit Furchtbares erlebt haben müsse, das sein Haar frühzeitig gebleicht habe. Wie dem auch sein mochte, die Leute kannten und liebten ihn. Ein guter Mensch, mag er was für persönliche Meinung 9 immer haben, entwaffnet seine Gegner, und daß Meister 0 Arfoll wirklich ein guter Mensch war, daran zweifelte ö niemand. Man hieß ihn in der kleinsten Hütte willkommen. Und genoß er einmal keine Gastfreundschaft, so entnahm er seinem Ränzel ein Stück Schwarzbrot— Kresse dazu fand er an jedem Bächlein. Die Schüler waren bald außer Sehweite und Meister Arfoll wandte sich dem Meeresstrande zu. Heute hatte er wieder„seinen Samen gesäet“, das machte ihn glücklich. Mit einem Lächeln der Befriedigung auf den Lippen, beide Hände auf dem Rücken gekreuzt, passierte er den moos⸗ bewachsenen Dolmen. Plötzlich ertönte ein eigentümlicher Laut hinter seinem Rücken und eine kräftige Hand berührte seine Schulter. Er drehte sich barsch um und traute seinen Augen nicht. Wie aus dem Erdinnern emporgeschossen, stand Rohan Gwenfern vor ihm. 5 Auf den eksten Blick erkannte er seinen Schüler nicht, denn er hatte sich in der kurzen Zeit gar sehr verändert. Das Haar hing ihm in wilden Strähnen bis über die Schultern, der Bart war nicht rastert, die Augen blutunter⸗ laufen und unstet, das sonst so schöne, gutmütige Gesicht ab⸗ gehärmt und bleich. Es bedarf nur weniger Stunden, um einen Menschen, auf den man Jagd macht, in ein wildes Tier zu verwandeln. Das traf auch bei Rohan zu. Er hatte bereits den lauernden, verängstigten Blick eines gehetzten Wildes. Seine Kleider waren zerfetzt und mit Lehm be⸗ deckt, der eine Aermel seiner Jacke war bis zum Ellbogen aufgeschlitzt seine Füße waren nalkt. 75 „Rohan?“ rief Meister Arfoll halb fragend, halb ei setzt, denn er glaubte den Burschen viele Meilen wei fernt und vermochte sich sein vernachlässigtes Aeußere zu erklären. 5(Fortsetzung fol . ö P,,. e 8 — T ³˙ E SS ö e r 3 r S D ee S 2 „ S A 2 E 5 S Z . 7 E FE. r 7 5 1 1 e— 105 2. A gr. 2 5 armung, den Zufammendruch unserer Wöh rung letzt auf das 2 755 entstaudene a Elend Deutschlands übergehend. Es waxren ergreifende Bilder, die den Anwesenden vor Augen ge⸗ ihr würden.— Nach Schluß des Vortrags ersuchte Gen. Noll in warmen Worten die Erschienenen, den von der Soziald. Partet gebildeten Arbesterwohlsfahrtsausschuß, der es sich zur Aufgabe stellte, neben der tätigen Mitarhelt in der öffentlichen Wohlsahrts⸗ pflege auch seins Hilse den wirtschaftlich Schwacen und Notletben⸗ den men zu laffen, in seinem sozialen Hilfswerk nach besten Krä en zu unterstützen dervc) Sammlung von Geldmitteln in den Betrieben Verfammkungen oder sonst sic) bietenden Gelegenheiten, ö dlese Bitte nicht umsonst an unsere Arbelterschaft gerichtet 1 sein, Spenden für den Arbeiterwohlfahrtsausschuß werden in der Oberh. Volkszeitung jederzeit entgegengenommen. — Das Deutschlandlied im Case. Zu dem von uns berichteten Vorfall im Cafe Amend erklärt Herr Göbel, daß die Sache sich abgefpielt habe, als in unserem Artikel geschildert sei. Er habe niemand belästigt, sondern den jungen Mann nur veranlassen wollen, aufzustehen und ihn gefragt, ob er Deutscher sei. Ueber die darauf erfolgte unpassende Antwort set er erregt gewesen und habe 8 age ausgeholt, aber den Gegner mir leicht gestreift. Herr G. erklärte welter, daß er noch nie mit semand in derartige Dif⸗ seren eraten sei; um eine nationalistische Demonstration habe 11 ee— Wir geben diese Erklärungen wieder, um auch der andern Sette gerecht zu werden. Im wesentlichen wird umnsere Darstellung damtt bestätigt. Bemerken möchten wir nur nochmals, daß es sedermanns eigene Angelegenhekt ist, ob er bet Absingung des Deutschlandliedes oder eines anderen ausstehen will öder n Wir haben uns deshalb mit dem Vorfall beschäf⸗ tigt, um gegen Belästigung friedlicher Leute zut protestieren. — Versteigerung von Nutzholz für Gießener Handwerker. Wir werden von zuständiger Seite ersucht, darauf hinzuweisen, daß die Stadt Gießen für das ortsansässige holzverarbeitende Handwerk wie⸗ der, wie in früheren Jahren, eine Versteigerung von Nutz⸗ und Werkholz veranstalten wird, die voraussichtlich in der nächsten Woche stattfindet; eine freihändige Holzabgabe läßt sich aus Gründen nicht ermöglichen. Näheres über die Versteigerung demnächst in einer Be⸗ kanmtmachung in dieser Zeitung. — Ethöhte Wasserpreise. Das städlische Gas⸗ und Wasserwerk gibt bekannt, daß der Wasserpreis vom 1. März ab auf 220 Mk. für den Kubikmeter festgesetzt ist. Auf die Bekanntmachung im heutigen Blatte sei aufmerksam gemacht. — Erledigte Lehrerstellen. Das Landesbildungsamt gibt bekannt, an der Volksschule in Wieseck zweit Stellen für evangelische erledigt sind. Eine e flir einen verhelrateten er ist vorhanden, aber zur Zeit nicht frei, eine weitere Famillen⸗ 0 ung kann zunächst nicht beft werden.— Ferner sind zwei Schulstellen in Heuchelheim Volksschule frei. Hiervon ist eine mit einem evangel. Lehrer, andere mit einer Lehrerin zu besetzen. Eine Dienstwohnung für einen verheirgteten Lehrer ist vor⸗ handen, aber zur Zeit nicht frei, für eine alleinstehende Lehrerin kann eine Mietwohnung beschafft werden. Großen⸗Linden. In der am 19, Februar stattgefundenen Ge⸗ meinderatssitzung stand der Antrag der Holzhauer⸗Rotte Meyer, um 100 Proz. Zuschlag zum derzeitigen von der Oberförsterei 7 Lohn zur Beratung. Ein Schreiben der Oberförsterei f t, daß Zuschläge in dieser Höhe nicht zulässig sind. Aus einem anderen Schreiben des Bauarbeiterverbandes konnte man jedoch ent⸗ nehmen, daß ein Zuschlag zu den Akkordlöhnen zugebllligt werden könnte. Da der Bürgermeister keine Unterlagen besaß, wurde der schon bereits früher gewährte Zuschuß von 50 Proz. trotz Einspruch der Oberförsterei beibehalten. Man konnte den erlangten Lohn der Holz⸗ Hauer als flir ausreichend ansehen und wurde die Zubilligung der übrigen 5 Proz. dem Finanzausschuß mit Zuziehung des Försters überwiesen.— Zur Erhebung der Gemeindeumlagen für 1923, schlug der Bürgermeister für Grund⸗, Gewerbe⸗ und Gebäudesteuer gleiche Sätze vor Hierliber entspam sich eine lebhafte Debatte, da man seitens imserer Genossen den Grundbesitz stärker als den Gebäudewert heranzieehn wollte. Es wurde von uns betont, daß die Gebäude heute schon stark durch die Wohnungsbauabgabe leiden und auch noch stark unter der. stehen würden. Letzteres wollte auch ein Vertreter der/ Laut wirte auf die Landwirtsckaft beztehen und man glaubte, trotzdem seither schon ein Unterschicd bestand, heute die Sätze gleichstellen zu mülssen. Da man sich nicht einigen konnte, wurde auf Antreg ven einem unserer Genzssen der Antrag gestellt zur Besprech⸗ ung die Sitzung auf 5 Minuten zu unterbrechen. Nach kurzer Be⸗ sprechung wurde von uns vorgeschlagen, die Grundsteuer und Gewerbe⸗ steuer auf 50, die Gebändesteuer auf 20 Proz. sestzusetzen und ent⸗ spricht dleses 1: 2¼. Ein Vorschlag, welcher die Gemeindesteuer⸗ erhebung nicht allzustark belastet. Dieser Antrag wurde deshalb an⸗ scheinend auch befriedigt von der Gegenseite angenommen; man er⸗ EEE 3 e 1 eee doc letzten Sitzung eine erhöhen. Härte, mam mifsse sich ja wegen ber Mindertelt anschlloßsen.— Bel Ralionserung des Holzes im Gemeindewald geriet einer unserer Ge⸗ nossen in einen nierung infolge Mangel an Hartholz nicht glaubte vernehmen zu können. Dies benutzte ein fast immer unsachlicher Herr der rechlen Seite, unserem Genossen eine Unverschämtheit vorzmperfen. Dies gab Veranlassung zu heftigen Auseinandersetzungen. älteren Genossen, den Herrn nicht mit seiner ganzen Kampfesweise ernst nehmen, wurde 5 75 hier Protest erhoben und der Blürgermeister aufmerksam gemacht, Wortwechsel mit dem Bürgermeister, der eine Ratio⸗ Trotzdem unsere hon seit 3 Jahren im Gemeinde rat sitzenden endlich dieses Mitglied einmal zu rligen. Hatte er doch in der Beleidigung gegen 8 unserer Genossen bei einem Zuhövrerkreis von 20—30 Leuten Lahin ausgesprochen, daß er sagte: „Die Kerle spucken einem ins Gesicht und sagen, es hat einem hinein geregnet.“ Man kam daran erkennen, swes Geistes Kind dieser Ge⸗ meinderat ist. Hoffentlich gibt der Bürgermeister unserem Ersuchen statt und sorgte dafür, daß die Mitglieder des Gemeinderats von An⸗ rempeleien geschützt werden damit eine fachliche Beratung möglich ist. Nachdem Schluß der Debatte geftellt und angenommen wurde, wurde der Holzverteilung unter Heranzlehung des Försters gleichfalls dem Finanzausschuß überwiesen.— Die Abschasfung des Gemeinde⸗ pferdes wurde nach kurzer Debatte abgelehnt.— Bezahlung der auf Gemeindeeigentum logernden Komposthaufen. wurde beschlossen, bekannt zu geben, daß eine Genehmigung zum Lagern einzuholen sel.— He i⸗ zung der Kirche und des Schulsaales für den Kirchengesangverein. Nach längerer Aussprache wurde durch Abstimmung beschlossen, die Kirche während des Gottesdienstes durch die Gemeinde weiter zu heizen, jedoch die Heizung des Schulsaales für den Kirchengesangverein abgelehnt. Gleichfalls hat letzterer den Verbrauch an Licht zu zahlen. — Antrag um Veröffentlichung der amtlichen Bekannt⸗ machungen in der Oberhessischen Volkszeitung. Dieser Punkt gab ebenfalls wieder Veranlassung zu hestiger Debatte mit dem schon vorher erwühnten Gemeinderatsvertreter. Wiewohl der Antrag von einem unserer Genossen gemligend begründet wurde, glaubte der Mann amehmen zu dürfen, daß nach dem Vorlauf der Eltzung er geglaubt Fätte, dieser Antrag würde noch vor Beratung zurückgezogen werden. Einen Antrag solcher Art glaubte er nicht verantworten zu könen, schon allem aus Sparsamkests rücksichten. Er ging so weit, daß er meinte, eine amtliche Bekanntma⸗hung von einer Holzversteigerung usw. hätte in dieser Zeitung keinem Zweck, denn wer, sagte er, wird diese Zeitung lesen, wahrhaftig lein Geschäftsmann, der sich zu einer Holzsüͤbmission einfände. Einer unserer Genossen erwiderte ihm noch⸗ mals eingehend, daß, wenn man die Bekanntmachungen im Gießener Anzeiger streichen könne, er dieselben auch aus Sparsamkeitsrücksichben in der Oberhess. Volkszeitung nicht veröffentlicht haben wolle. Da aber letzteres nicht der Fall sei und ein Abonnieren beider Zeitungen jedem heute nicht möglich sei, sei der Antrag doch gerecht. Auch set seit dem Erscheinen bes Anitsverklündigungsblattes der Gießener An⸗ zeiger nicht ein Kreisblatt mehr, wie der Gegner des Antrags ge⸗ schildert hätte,. eine gleiche Tageszeitung wie die Oberhessische Volkszeitung. Hierauf wurde der Antrag auf, Veröffentlichung der gemeindlichen Bekanntmachungen in der Oberhessischen Volkszeitung angenommen. Schluß der Sitzung 12 Uhr. Kreis Wehlar. Für ein Kriegerdenkmal wird zurzest in unserer Gemeinde gesammelt. Der Gemeinderat hat die Er⸗ richtung eines Denkmals für die Krieger beschlossen; da aber die Gemeindckasse leer ist, soll dafür gebetkelt werden. Das Andenken en die gefallenen Kriegstellnehmer kann viel besser durch aus⸗ veichende Unterstützung der Witwen und Warsen geehrt werden,. wie durch ein Denkmal. In unserer Volksschule ist schön Monate keine Tinte zum Schreiben, da sehlen die nötigsten Lehr⸗ und Lernmittel. Hier wäre das Geld angebracht. Für unsere Genossen heißt die Parole: Keinen Pfennig für ein Kriegerdenkmal! Arbeitsrecht, Gewerkscha tliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 26. Februar. In der Lohnstreftsache des Deutschen Metallarbeiter⸗ verbandes, des christlichen Metallarbetterverbandes und des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer mit dem Arbeit⸗ geberverband für Lahngau und Oberhessen Schiedsspruch: 1. Für die Zeit vom 15 bes einschließlich 28. Februar 1923 beträgt der Spitzenlohn der gelernten Arbeiter über 25 Jahren Mk 1520.—. Die übrigen Löhne sind in demselben Verhältnis zu Fünf und mehr Mark in der letzten Stelle sind dabet auf bolle 10 Mark nach oben, weniger als 5 Mark auf Null nach Atzbach. unten abzurunden. 2 2 42 ane erging folgender — 2. Die Soßfalauagen erhöhen iich In bemfelden Verhalme jedoch sind hier Mk. 2,50 und mehr in der letzten Stelle auf 5 Mark ben, weniger als 2,50 Mk. auf Null nach unten abzurunden, 50 und mehr auf 10 Mark nach oben, ueniger als Ml. 7,50 auf 5 Mark nach unten. 3. Die Regelung unter Ziffer 1 und 2 gilt auch für den Be⸗ zirk der Ortsgruppe Limburg des Arbeltgeberverbandes für Lahn⸗ gau und Oberhessen. Der Schlichrungeausschuß nimmt an daß er für diesen Bezirk in der Streitigkeit für das ganze Gebiet zuerst angerufen worden ist. 4. Durch diesen Schiets spruch wird den noch schwebenden Ver⸗ fahren Arbeitgeberverband gegen Metallarbester⸗ verband betr. Löhne der Firma Römheld⸗Friedrichshütte und Industriewerke Stockheim sowie dem etwa noch nicht erlebigten Verfahren beim Schlichtumgsausschuß Limburg betr. die Löhne der Limburger Blechwarenfabrik nicht vorgegrissen. 5, Die Arbeiterinnen erhalten 75 Prozent der Löhne der Arbeiter derselben Gruppe und Altersklasse mit derselben Ab⸗ rundung wie unter Ziffer 1. Es ergaben sich hiernach folgende Stundensohne der Arbeiter über 25 Jahren: Gelernte Mk. 1520.—, angelernte Mk. 1490.— und ungelernte Ml. 1460.— Die Streitteile erhielten 3 Tage Frist für ihre Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schledsspruches. ö g. „Einheilsfront der Arbeitgeber und Arbeitnehmer.“ Davon ist in der letzten Zeit in der bürgerlichen Presse und ihrem Anhang die ede, Es wird viel von„gemeinschaftlichen wertschaftlichen Inte ressen“ geredet, die namentlich in der Ruhrak⸗ tion vorhanden sein sollen. Immer, wenn sich die Herrschaften in bebrängter Lage befinden, erinnern sie sich der Proleten mit der schwieligen Faust. Aber wie diese Herrschaften die„Einhestsfront“ und die„gemeinfamen wirtschaftlichen Interessen“ auffassen— o schrelbt man uns— beleuchtet blitzartig die Handlungsweise det Gießener Großhandels firmen. Diese, die Milltonen⸗ Gewinne im Schlafe etngeheimst haben, find eine befondere Er⸗ scheinung im Kampfe um die„Einheitsfront und die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen.“ 5 Die Herren fassen die„Einheitsfront“ so auf, daß wohl sie verdienen wollen, indessen aber die Arbeiter verhungern kön⸗ nen. Mit der Hungerpeitsche läßt soch entschleden eine bessere„Ein⸗ heitsfront“ herstellen. Sie scheinen bet Tag und bei Nacht nur den einen Zweck zu verfolgen: wie können die Arbeiter um ihven Lohn gebracht werden. Die Großhändler gehören dem Arbeitgeberverband für Handel und Gewerbe an und gehören ihm auch wieder nicht an. Direkte Verhandlungen über die Regelung der Löhne und der sonstigen Arbeitsbedingungen lehnen sie ab, sodaß noch stets der Schlichtungs⸗ ausschuß angerufen werden mußte. Auch müßte in fast allen Fällen der Demobilmachungskommissar in Anspruch genommen werden. Neuerdings sind die Herren auf einen ganz besonderen Trick verfallen, indem Vorstandsmitglieder erklärten, daß lch der Ver⸗ band aufgelöst habe. Feststellungen ergaben jedoch, daß den Mit⸗ gliedern des Arbeitgeberverbandes für Handel und Gewerbe von einer Auflösung des Verbandes nichts bekannt ist Diesse Maßnahmen sehen elner arglistigen Täuschung sehr ähnlich. Es ist eine Schiebung, nur berechnet zu dem Zweck, die Arbeiter um ihren Lohn zu prellen. So sieht das wahre Gesicht jener Leute aus, die im gegenwärtigen Augenblick nicht genug von der„Einheitsfront“ und den gemeinsamen wirtschaftlichen In⸗ teressen“ faseln können. Die Arbeiterschaft soll aber aus diesen Vorgängen die richtigen Lehren ziehen und daftir Sorge tragen, daß auch der letzte Mann sich seiner Organisation anschließt, um solchen Machinationen der Unternehmer mit Nachdruck entgegen⸗ treten zu können..— Marburger Schlichtungsausschuß. Die Tapezierer waren gezwungen, den Schlichtungsausschuß an⸗ zurufen, da die Unternehmer ihre Forderungen abgelehnt hatten. Ende Januar forderten sie auf ihren Stundenlohn von 300 Mark 75 Proz. und Anfang Fbruar 125 Proz. Aufschlag und weitere Er⸗ höhungen für Mitte Februar Es kam zu einem Vergleich, wonach ab 25. Januar 500, dann 600, 650, 800 und ab 5. März 850 Mark ge⸗ zahlt werden. Entspvechende Aufschläge follen Akkordarbeiter erhalten. — Die Bäckergesellen sollen ab 5. März, an welchem Tage erhöhte traten, 51 000, 50 000 und 46 000 Mk. Wochen⸗ Kost und Wohnung können bis höchstens 24 000 Mark in Abzug gebracht werden. Es kommen fast mur letztere Gehilfen Gießener Konzertverein. In zer wechselnden Folge seiner Veranstaltungen bot uns der Konzertverein am Sonntag mit reiner Vokalmusik zwei in seiner Schönheit uns unvergeßlich bleibende Stunden. Gerade diese echt mustkalische Darbietung ermöglicht auch weiteren Kreisen einen be⸗ sonderen Genuß, zumal von solch vollendeten Künstlern zum Vortrag gebracht, wie wir in dem Berliner Vokal⸗Terzett kennen lernten. Es fällt mir schwer, eines der zahlreichen Vortragslicder als in ihrer herrlichen Beabeitung wie in der Wledergabe höchst⸗ zubewertendes hier voranzustellen; es bedarf auch keiner Besprechung der einzelnen Leistungen; wir dürfen und können nur Lob spenden. Frl. E. Knüttel's glockenreines jubelndes Organ, das seine Kraft gegenüber den übrigen Stimmen herrlich zu zügeln versteht, der wunderbare in allen Tonstärken überaus sympathisch berührende Alt von Frl. Böhm, die Stützen und Säulen des Ganzen, boten zu⸗ sammen mit dem angenehmen ausgiebigen Mezzosopran von Frl. K. Aulich ein köstliches Ensemble, das neben seiner verblüffenden Sicherheit durch die schlichte und warme Vortragsart ein feines Ver⸗ ständnis für hochmusikalische Auffassung und höch ste Gesangskultur be⸗ wies. Auch die deutliche Aussprache der drei Damen ließ uns heute wenigstens den sonst so ungern vermißten gedruckten Text verschmer⸗ zen und kann so die Anerkennung nur noch verstärben. Das Berliner Vokalquartett widmete seine Kunst voll und ganz dem Volkslied, dessen reicher Schatz ganz besonders uns Deulsche immer wieder gefangen nimmt, ob wir wollen oder nicht. Die Vokal⸗ musik reicht bis ins 17. Jahrhundert hinein und war der Instru⸗ mentalmusik weit voraus, die aus ihr erst erwuchs und auch dann nur die Begleitung umd Stütze des Gesanges war. Die Musik eines Be⸗ gabten vom Volk aufgenommmen wurde zum Allgemeingut, weil sie geschaffen wurde aus dem Volksempfinden heraus, d. h. aus dem Leben. Es sind rein menschlicke Emyfindungen, die aus ihm erklin⸗ rm das menschlice& Ausdruck. Nur durch besonders Begabte, unter denen ich das Genie verstehe, die die Fähigkeit besaßen, sich von der Masse loszulösen und auf eigene Weise die Musik zu gestalten, entstand aus der Volksmusik die Kunstmustk, die ihrerseits auch wieder in das Volk drang und dort zur volkstümlichen Liede ward. Die Pflege des deulschen Volks⸗ liedes, ie ein lebendiger Zeuge für den Geist eines Volkes ist, darf bei uns Deubschen nicht oufhören, sie gehört zu den anzichendsten Er⸗ scheinungen der Kunftgeschichte. Das Kunstlied lernten wir im Madrigale kennen, hundert in die übrigen europäischen Länder drang und bereits Ende des 17. Jahrhunderts durch andere Stilarten verdrängt wurde. Es stellt eine Form des lyrischen Gedichtes dar, ging aber sehr bald in die Musik über, die die Liebe zum Inhalt hatte, die die Schäfer, als Sänger des Madrigale, zum Gegenstand poetischer Betrachtung machten. Außer der in bereftwilliger Weise eingeschobenen Liederabteilung erzwang der stürmische von Herzen kommende Beifall die drei Künst⸗ lerinnen zu mehreren Zugaben(Freier Mut, Polksweise a. d. 16. Jahrhumdert; Der Kuku Harem hesstsche Volksweise; Suse, liebe Suse, Brandenburgisches Kinderlied.) Hoffen wir, Volal⸗Terzett recht bald hier einmal wiederkehren zu sehen. J. Staditheater Gießen. „Meine Frau das Fräulein.“ Der kritische Besucher der Erstauf⸗ führung dieser zu Unrecht als„Operette“ ausgegebenen Posse mit Gesang, die aber z. B. an die Posse„Bis früh um Fünfe“ nicht im entferntesten heranreicht, weiß nicht: soll er mehr die unbefangene Pflichtgefühl unserer Künst⸗ stürmische Freude der Besucher oder das 2 E nN n eee 1 dessen ur⸗ sprlingliche Heimat Italien im 14. Jehrhundert war, im 16. Jahr⸗ das Berliner ler bewundern. Eines ist jedenfalls umbestritten, daß Herr Goll, der zugleich die Spielleitung und die Rolle des„Vollmann“ meisterte, der erklärte Liebling Oberhessens, von Stadt und Land, ist. Den Gang der„Handlung“ zu erklären, erilbrigt sich ebenso wie die Nennung der Namen von„Dichter“ und„Komponist“. Der Ge⸗ danke, daß auch unser Stadttheater kein Lachkabinett, sondern eine Erziehungsanstalt ist und unsere Künstler Menschenbildner find, kann bei der Wahl des Stückes nicht ausschlaggebend gewesen sein. Aber Lachsalven durchtobten das lbervolle Haus und die Kasse wurde ge⸗ füllt. Wen die Bühne kalt ließ, erfreute sich an dem Jubel seiner Mitmenschen. Daß Richard Hellborn mit Leichtigkeit eine treffliche Hauptfigur auf die Bühne stellte, ist selbstverständlich. Er wurde von Frl. Ilse Wissendorff schauspielerisch und gesanglich erstklassig unterstützt. Kar! Volck gab einen famosen Baron und Oskar Feigels„Konsul von Columbia“ zeigte daß auch er jeder Rolle unbedingt gewachsen ist. Tu Wander sang und spielte reizend. Ihr Partner Martin Jacob ist vielleicht darum am meisten zu loben, weil er es— was schwer war— zu vermeiden wußte, in dem jungen Gelehrten(Graf Trautherz) einen Trottel zu sehen, vielmehr eine Gestalt schuf, der man zwar nicht beim Sturm auf Frauenherzen, aber in einer Versammlung von Botanikern die Führung wohl zu⸗ trauen konnte. Wir haben uns über seine Leistung ehrlich gefreut. Hermann Stichels„Gerichtsvollzieher“ war gut getroffen, Karl Holls„Diener“ einwandfrei gespielt. Lutse Rammel erfreute durch eine köstlicheͥ„Köchin“ die im Zusammenspiel glänzend war. Die kleine Esther Schott als Töchterchen des Malerehepaars machte hre Sache brav und lieb.— Ein Dank den Klünstlern, nicht zuletzt auch der musikalischen Leitung(Karl Knübel), daß sie ihr Können— aus Griinden, die wir nicht kennen— einem solchen „Werk“ zur Verfügung stellten, das keinen Gewinn fikr Kunstfreunde bedeutet.. 1 wissen Sie den Unterschied zwischen Kernseise und Feurio: Feueio verbraucht sich viel sparsamer, schont die Wäsche und verleiht ihr frischen Duft. Feurio Haushaltseife enthält 80% Fett. Berelnigte Jeifenfabriken Muttgart A.-G. CCC 2 Sen 3 3 3 * Vokäle Parteinachrichten. b. Agitationsbezirk, Friedberg Büdingen Schotten. Werte Parteigenossen! mittags 9 Uhr findet in Friedberg beim Genossen Ihl eine Gemeindevertreter⸗Konferenz 5 mit folgender Tagesordnung: Gemeinwirtschaft Oberhessen, Referent: Genosse Rechthien⸗ Vilbel. 5 11. März, vormittags 10 Uhr berselbe Vortrag in Stock⸗ Am 4. März Gemeindevertreter⸗Kursus in Echzell, nachmittags Mit Parteigruß! Bruno Wittig. Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 26. Febr. Frankfurter Viehmarkt. ie Wucherpolizei schaffte heute unter der Händlerschaft reine Bahn nd verwies ihrer 33 aus dem Schlacht⸗ und Viehhof, da sie sich als sog.„milde“ betätigten. Das im Besitz dieser Leute, die übrigens ber Staatsanwaltschaft zur Anzeige kamen, befindliche Vieh wurde urch die Wucherpolizei freihändig verkauft. Aufgetrieben waren: 104 Ochsen, 67 Bullen, 650 Färsen und Kühe, 122 Kälber, 56 Schafe 720 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebend⸗ gewicht: Ochsen 150 000— 260 000. Bullen 160 000— 230 000 Mk, ärsen und Kühe vollfleischige 220 000—260 000 Mk., mittlere Tier⸗ 00 000— 220 000 Mk., gering genährte Tiere 100 000—200 000 Mk., älber feinster Qualität 230 000—270 000 Mk., mittlerer Qualität 90 do- odo Mr., gersngerer Sonntag, den 4. März ds. J., or! 0 5. Schafe 200 000 260 000 Met., Schweine unter 80 Kilo 250 000—280 000 Mk., von 80—400 Kilo 280 000310 00 Mk., von 100150 Kilo 300 000— 220 000 Mk., über 150 Kilo 320 000330 000 Mk. In allen Vieh⸗ gattungen war schleppender Handel, Schweine hinterließen Ueber⸗ stand.— Die Preise zogen wieder etwas an, durchschnittlich um 400 Mark das Pfund.— Der Schlacht⸗ und Viehhof ist als Sperr⸗ gebiet erklärt worden, da vom Landwirtschaftlichen Verein aus umter die Viehbestände des Schlachthoses die Maul⸗ und Klauen⸗ seuche eingeschleppt worden ist. Frankfurt a. M., 26. Febr. Frankfurter Getreide⸗ 2 Uhr Unter⸗Bezirkskonferenz des Bezirks Schzell bei Alt. börse. Bei matter Haltung wurden heute bezahlt für je 100 Am 11. März, vormittags 9 Uhr Gemeindevertreter⸗Konferenz Kilo Weizen 95 000 bis 98 0000 Mk., Roggen 90 000 bis 93 000 in Butzbach. Mark, Gerste 90 000 bis 92 000 Mk., Hafer, inländischer, 62 000 Ich ersuche die Mitgliedschaften zu den Vorträgen über Ge⸗ bis 75000 Mk., Weizenmehl, südd., 160 000 bis 000 Mk., — 1 1455 Oberhessen einen Vertreter zu entsenden, sich auch] Roggenmehl 130 000 bis 140 600 Mk., Kleie 50 000 bis 54000 Mk., sicht erkannt f reich an den Gemeindevertreterkursen zu beteiligen. Erbsen 140 000 bis 170 000 Mk. äglichen Bedarfs untersagt. Eingebildete Not. Vor einigen Tagen wurde die Witwe des Inspektors Schaper in Groß⸗Cocbetha bei Leipzig tot aufgefunden. Der Tod muß schon in den Weihnachtsfelertagen eingetreten sein. Die Tote lebte nur von Brot und rohen Mohrrüben. In ihrer Wohnung selbst fand man nicht ein Brikett vor. Sie lebte im Wahn daß sie mit ihrem Geld nicht mehr auskäme dabei hinter⸗ ließ sie eine Doppelvilla mit Gartem Einrichtung für firka 10 Zimmer, Gold. Silber silberne Bestecke. goldene Ringe, neue Stoffe. Bettzeug usw. Vieles ist davon verdorben und verstockt. II. a. fand man etwa einen Zentner rohen Kaffee, serner Bohnen. Erbsen Kakao und Schokolade. Etwa ein Zentner Wurst hing unter den Vetten. Die allzu sicher versteckte Million. Ein Landwirt eines Nach⸗ bardorfes von Jena, der vor einiger Zeit zwei Schweine und ein Kalb verkauft und dafür eine Million Papiermark erhalten hatte, * 0 13 4 Den Zeitverhältnissen Rechnung tragend, bewillige ich ab heute bis einschliesslich 6. März auf sämtliche Artikel 20 Prozent Skonto dewarenhaus Carl N. bwack bewahrte die Summe in seiner Rehausung in esnem sicheren Ver⸗ Fam fffenmftgriede, auch seiner Che Da erkrankte der Landwirt plötzlich und Fer 5 nicht bekannt war. ohne daß ex die Die Strafkammer a die drei „ vonfß Aus den amtlichen Bekanntmachungen. Das Amtsverkündigungsblatt für das Kreisamt Gießen usw. Nr. 16 vom 23. Februar enthält: Gewährung von Unterstützung in Krankheitsfällen.— Einkommensteueranteile der Gemeinden für das Ni. 1921.— Abrechnung der Samenklenge Ganmelsbuch für 1921.— Vergütung für den nebenamtlichen Unterricht an den öffentlichen Schulen.— Reisekostenverorduung.— Baunwärterkursus an der Landwirtschaftlichen Schule Lich.— Errichtung einer Baumterneh⸗ mer⸗ ister⸗Zwangsimung für den Landkreis Gießen.— Baumfrevel. Viehseuchen.— Das Deckgeld für Bedecken von Stuten.— Einsendung der Kreisdeckereiverzeichnisse.— Regelung des Verkehrs mit Getreide.— Dienstnachrichten.— Feldbereinig⸗ ungen Grüningen und Geilshausen. 4 „ Dollarstand gestern mittag 12 Ühr: 22 400 Mark. 23 . sind meine Preise ab heute: 1 5 Hosenträger Fader von 250.— Selbstbinder.. von 95.— Normalhemden 8500 stegattes u. Diplom. von 95.— Normalhosen.. 8500. Sportkragen.. von 650.— Einsatzhemden von 12500. Sportserviettes. 2750.— = Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk des Försters Geisel, Abteilungen 1012, 110 a, 110b und 113% sollen am 5 Freitag, den 2. März 1923, vormittags 9% Uhr beginnend, versteigert werden: . 5 Rm Kiefernscheit Vein Vollghochshnle Gießen Mitgliederversammlung am Samstag, den 3. März, abends 8 Uhr in der Oberreal⸗ Tagesordnung: 1. Jahres- u. Kassenbericht 2. Entlastungen. 3. Neuwahl des Vorstandes 4. Neu⸗ wahl der Ausschuß mitglieder. 5. Sicherstellung der Weiterarbeit. 6. Anträge. 7. Verschiedenes. Hüte Konfirmandenhüte von 2500.— De Woll-Filz und Woll-Velour 5500.— 7500. 8500.— * Oberhemden, Zephir mit Kragen enn * schule(Eingang Bismarckstraße) Filiale Offo pohle giessen 5 Marktstrasse 2¹ 1333 7 Telephon 1021 1 1 Der Vorstand. Fe Stadttheater N Freitag, den 2. Mär 19. Vorstellung im 5„ FJichtenscheit 2„ Birkenscheit 125 1 8 ichtenknüp 4740 Wellen Kiesernreisig 11 Rm Fichtenstöcke 159,1„ Kieferstöcke Zusammenkunft: Licherstraße, 5. Schneise. Die Abfuhrscheine sind vom 6. Marz 1923 ab, spätestens jedoch dis zum 13. Wärz 1923 gegen Bar⸗ zahlung bei der Stadtkasse, Gartenstraße 2, Eingang von der Südanlage, in Empfang zu nehmen. g Gießen, den 26. Februar 1923. der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg. Wasserpreise. „ Jufolge der außerordentlichen Steigerung der Preise für Kohlen, Frachten, Betriebs materialien usw. wird der Wasserpreis vom 1. März ab auf 7 220.— Mk. für den Kubikmeter erhöht. Es wird mindestens erhoben: 25. Febr. Neustadt 59 26. bach, Beerdigung: 2 Wine. 0 Gestorbene 28. Jebr. Johann Gottfried Bohrmann, Weichensteller i. R., 82 Jahre alt, Licherstr. 157. 24. Febr. Konrad Funk, Arbeiter, 52 Jahre alt, Bleichstraße 40. 15 24. Febr. Willi Eduard Weil, 2 Monate alt, am Riegelpfad 18a. 24. Febr. Karl Groß, Buchhalter, 33 Jahre, glt, Moltkestraße 83. Lieselotte Maus, 8 Monate alt, 26. Febr. Elisabethe Plank, geb. Bepler Witwe, 88 Jahre alt, Moltkestraße 28. Beerdigung: 1. März, 2 Uhr nachm. ebr. Margarete Schäfer, geb. Diefen⸗ itwe, 75 Jahre alt, Eichweg 2. 1. März, 4 Uhr nachm. Mit dem heutigen Tage befindet sich unsere Ankaufszentrale * Telephon 605. 5 Wir bitten Interessenten, freundlichst davon Kenntnis zu nehmen. 95 Geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. 1305 N * 7 Wee Geschäfts⸗Verlegung. Schanzenstrasse 2 Edelmetall. und Ldelstein-Leurale Dad-Nrusnach Will und Lustspiel in Sonntag, den . 18 Filiale Giessen, Schanzenstrasse 2. Anf. 30, Ende geg. 6 Uhr Anf. 7 Uhr Freitag⸗Abonnement von F. v. Zobeltitz Anfang 7 Ende n. 9½ Uhr Samstag, den 3. März Kindervorstellung! g Kleine Preise! Zum letzten Male! Die drei Haule⸗ männerchen Anfang 3½ Ende 5½ Uhr Meine Frau, das Fräulein Ende 9½ Uhr Wiebe 4 Akten. 4. Mär: a) Für Gebäude mit Wohnungen bis 3 Zimmern einschließlich: für 1 Familie 320.— Mk. 2 Familien 480.—„ „3 und mehr Familien 800.—„ b) Für Gebäude mit Wohnungen von mehr als Fahrplan der Städtischen Straßenbahn Gießen Linie J— Rote Linie Marktplatz— Moltkestraße— Kaserne— Schützenhaus. vom 1. März 1923. eee Gießen, den 28. Februar 1923. Direttion der Elektrizitätswerke und der Straßenbahn: Stolte 3 Zimmern: N für 1 Familie 50 655 Ml. Bahnhof. ulm. 828 900 . ee 15 5. Markt. 607637 707 722 720 787 745 752 800807 815 822 880 887 848852 900 stündlich 722 720 727 74 752 830907 00 Für wörten mit Wirkung vom 1. April 1923] Molttestraße 612 64 71 727 785 742 750757 805 812 820 827 885 842 880 18 9⁰0⁵ der eben 72 7 72 7 7 8 972 jährlich 1000.— Mk. Kaserne. 615 645 715 730 7⁴⁵ 8⁰⁰ 815 83⁰ 845 0⁰ Minute 730 7⁴⁵ 800 835 915 Gießen, den 26. Februar 1923. Schützenhaus 647 717 732 747 802 817 832 847 902 bis 732 7¹ 8. 877 917 Städtisches Gas⸗ und Wasserwerk Gießen. 0 b Sees Sele Schützenhaus— Kaserne— Moltkestraße— Marktplatz. 8 Schützenhaus 650 727 742 757 812 8²² 8⁴² 857 usw. 742 757 805 838 920 2 Soeben erschien: Kaferne. 616658 730 74⁵ 8⁰ 8¹5 8³⁰ 84 900 stündlich 7 80 808 87 925 8 Die Grundzüge des Molttestraße 618 655 782 740 747 755 802 8100817 825 832 840 847 855 902 910 der selben 70 72 755 80 810 84 955 Schlichtungswesens 2 Markt. 622 700736 744751 800807 815 821 829 836 844 851 859 906 914 Minute 7 751 759 805 815 85 980 2 ung dei LEE hof ö bis 783882957 5 81 von Dr. Georg Flatow, ahnhof. f——1— 5 ee e Lane Li 2 f 5 22 Li 3 5 Ur andel un verbe, Seiten,— a gutem Unischlag auf besserem Papier ncbrudl. S mie rune 5 nie 2 wreis 480 Mark 2 Bahnhof— Marktplatz— Wieseckerweg. er Verfasser des bekannten„K tars ö den e Bahnhof 651700715 750 757 745 f 752800 807815 822830 887/845 852900 f 7200787745822 ö ee jeden Pralle we 2 Markt. 607 687 707 722 787 745 752 800 S7 S8 822 880 887 845 885 900 907„eee, 77 75 75 805 907 O TLbbcbreiuer des neuen kolleltiden Arbens⸗ Wieseckerweg 614,645 714 729 744 752 759 80 gie 22 829 887 8⁴⁴ 852 859 907 9144 7 7⁵² 759 887 931 5 8 an den We N U ö 0 0 e g 8 f. est 1 U 2— 2 3 Kegebe. e S eede Wieseckerweg— Marktplatz— Bahnhof. 5 ö a rbeitgeber, wie für Schlicht hörden, 9 5 e een ere Gewerbe. Auf. E Wieseckerwegs 15 652 715 750 758745759 800 808815 825 880 888 848 853900908 f 7272872 758800 8889221018 Abcs eamten, urdgtem Wie d anwälte von 1 Markt 622 700 722 737 745 752 800 807 815 8²2 830 837 845 852 900 907 915 hae 757 7¹ 72 800 857 855 930 1025 8 Vughandlung Oberhes. Vollzzeitung 8 Babnbof„ Js 5er 70 7 76s 800 807 845 888 886 887 84h 88e de 505 1e de i e e eee ee E N n Sonn- und Feiertagen beginnt der Fahrbetrieb auf beiden Linien um 1100 Uhr vormittags.