. 5 f is viertelfährli u Post⸗ ö Erscheint fünfmal wöchentlich, ö ce e e wenn es nöthig ist mit Beilagen Postbezirk 1 fl. 20 kr., in Gießen (Sonntag, Dienstag, Mittwoch,. E 1 st er 3 a h 1 9 an g. mit See ere n 5 e. 15 2 25 Anzeigen 5— dir Prime nelle 2 r. nahme der hohen Festtage). Für Abonnenten bis 25 Zeilen die ü Hälfte. 9 Nr. 145. Gießen, Sonntag den 28. Juli 1850. 3——— 8 ae e 2 5 wolle, zur Anerkennung 0 5 ringen zu helfen, und ist er nicht nach Erfurt ge⸗ Die Gothaer und der Landtag gangen, um der Laune der Willkür und des Hochver⸗ Die Politiker aus Gotha, die edelsten und Besten raths zu dienen? Hat er nicht durch seine ganze kleindeutscher Nation, die Männer, aus deren Taschen Persönlichkeit in dem Parlament die Macht gehabt, das Brausen des Zeitgeistes kommt, deren Wiege schon Deutschland einig, frei und glücklich zu machen, die Genien der Staatskunst umstanden haben, die an und hat es ihm bei solchem Einfluß nicht an gutem dem Webstuhle der Zeit der neuen Ideen ihre Gewän⸗ Willen oder an der nöthigen Fähigkeit gefehlt? der weben, dieselben Männer,—— sind tollkühn Ihr Männer aus Heppenheim, was zaudert Ihr, genug, ihre bekannten, erkannten und verkannten Per⸗ warum greift Ihr nicht mit beiden Händen zu, um sönlichkeiten bei den nächsten Wahlen wieder zur den Besten der Besten durch Euer Vertrauen Schau zu stellen. zum Deputirten zu küren? Habt Ihr kein Vertrauen Seht, Ihr Männer aus Heppenheim! da steht zu dem, dessen ganze Seele einst aus Vertrauensvoten unser Gagern, der hessische Cincinatus aus Mons⸗ für die Reaction zusammengeflickt war? Wollet Ihr * heim, da steht der Mann mit dem kühnen Griffe nicht den Freund Schmerlings und die Gesinnungs 4 und den buschigen Brauen,— Ihr sollt ihn zu Eu⸗ genossen Radowitzens zu Eurem Abgeordneten? O rem Abgeordneten wählen. Er ist die stolzeste Perle Ihr zweifelnden Heppenheimer, warum wollt Ihr den in dem Jungfernkranze der bleichen Germania!— Kelch nicht trinken, den wir Euch zum Munde führen? Vergeßt, was Gagern thun konnte, denkt nur daran, Gagern wird gegen Oesterreich kämpfen, und ein was er gethan hat. Hat er nicht für Hessen und für Kleindeutschland auf die Beine bringen, das mik der Deutschland Alles gethan, was nur möglich war? kleindeutschen Flotte„die Civilisation nach Osten tra⸗ Hat er nicht die tolle Revolution bezwungen, und das gen wird. Und Nikolaus ist mit Gagern ein Vertrauen, die Ruhe und das Sauerkraut den verstanden, und Radwitz ist mit Gagern einver Deutschen wieder schmackhaft gemacht? Hat er nicht standen, und Manteuffel will mit einem Manne das Parlament in Mißkredit gebracht und die Belage⸗ wie Gagern gehen, und Dalwigk hat ihn in rungszustände und das Octryiren— indirekt— in Monsheim besucht, und Heppenheimer— Ihr seid dem deutschen Vaterlande einheimisch gemacht? Hat er unschlüssig und zweifelt noch?—— i nicht wegen seines Einflusses die Blutlachen in Schleswig⸗ Schaut, wie ganz anders benehmen sich die Wähler Holstein(Malmböer Waffenstillstand) zu verantworten, aus Langen und der schönen Umgegend. Sie wissen, und durch sein Verstocktsein gegenüber der Reaction was ihnen der Treue ist und sein wird. i den Tod der deutschen Patrioten in der Brigittenau,„O Welt! du. bist der Wald für diesen Reh, in Baden und in der Pfalz, in Desden und in Iser⸗ Und er, o Welt! ist seines Waldes Stolz!“— lohe? Hat nicht Gagern schriftlich gelobt, die deutsche Was wären wir Gothaer ohne unsern Theo Reichs verfassung, auch wenn Preußens König dor? Ohne ihn wäre nicht die Ehre verloren, nicht ieße 1 ätsverhältnisse. Philosophen, der für die Studenten etwas hätte werden können, Gießener Universitä sverhältnisse wenn er nur halb soviel Geduld und Charakter bewährt hätte, (Schluß.) als er Talent und Eitelkeit besitzt, von Ofann dem stotternden Wir könnten uns noch über viele andere, ja über die Professor der Beredtsamkeit, von Fritsche dem unbekannten Poe⸗ meisten Professoren des Breiteren und in ähnlicher Weise aus⸗ ten ꝛc. c. Wo ist da ein Mann, der ein Mann, ein Name, lassen, wir könnten reden von Herrn Schäfer, dem trocknen Pro⸗ der ein Name wäre? Wo ist z. B. in der Theologie ein or⸗ fessor der Geschichte, dem es nun schon seit Jahren selten ge⸗ dinirter Mann, welcher den Muth hätte der Wahrheit die Ehre lingt ein Collegium zu Stande zu bringen, wir könnten Ge⸗ zu geben und zu lehren, daß die Theologie und Philosophie schichten erzählen von dem weiland Censor Adrian, dem Pro⸗ gleich sind in Ursprung und Zweck, daß sie beide dem göttlichem fessor der neueren Sprachen, der es geradezu darauf anlegen Drange des Menschen entsprungen sind, die Welt und die Be⸗ soll keine Zuhörer zu bekommen, eben weil er es vorzieht, stimmung des Menschen zu erkennen, daß sie beide den Zweck vor seinem Haus herumzuspazieren und den bewußten kostspie⸗ haben, die Menschen auf dem Weg der Weisheit und Tugend ligen Katalog nicht fertig zu machen, von Prof. Vogel, dem der Glückseligkeit entgegenzuführen? Wo sind die Rechtsgelehr⸗ gelehrten anatomischen Pathologen, dem aber alle Anlagen zu ten hier, welche erkennen und lehren, daß das Necht und die einem Kliniker abgehen, der seine Kranken, wenn sonst nichts Freiheit identisch sind, wo sind selbst die Lehrer der Natur- helfen will, mit pietistischen Tractätlein zur Stärkung wissenschaften, welche den Veruf erkennen und üben, den des Magens tractirt, und wahrscheinlich, wie ein gewisser Arzt ihnen die Zeit angewiesen hat. Wir wollen die unoergäng⸗ in München alle Krankheiten von der Erbfünde ableitet, und lichen Verdienste nicht verkennen. welche sich der Freiherr von demgemäß Verstopfungen statt mit Bittersalz mit„Arndts wahrem Liebig und die jüngeren Mitlehrer, die er um sich versammelt Christenthum“ beizukommen glaubt,— von Prof. Carriere, dem hat, um die Wissenschaft erworben haben. Sie find die Zierde 9 1 5 u King Ales verloren, wäre ein Mann ein Wort. Er ist ein Fürst unter uns Gothaern, denn auch er ver⸗ spricht und hält es nicht. O in Hessen blüht noch Treue und! Sittlichkeit, und so lange noch, Ihr Lan— ger!— Reh lebt, so lange ist uicht nur Langen, sondern auch Polen noch verloren. Ja, Theodor ist der Größte unter den keinen Deutschen, und der Kleinste unter den deutschen Größen; er ist ein Ad⸗ vokat der alten Schule, der nur der Anwalt seines eigenen Ich's ist, und der neben seinem Ich, außer den König von Preußen, der octroyirten Union, Gagern und wenn es nicht anders möglich— dem auferstan⸗ denen Bundestag ꝛc.— nichts Anderes anerkennt. Er ist ein Weltmann, der allen Verhältnissen Rechnung trägt und den Mantel nach allen Winden dreht. Nicht wahr, Ihr Lang'ner, solch eine Wetterfahne thut noth in unserer nächsten Ständekammer und sei's auch nur der Unterhaltung wegen? Ihr wißt, was Ihr an Eurem Reh habt, er ist auf allen Sätteln zugeritten, und macht sich aus keinem Unglück nicht viel. Ja, ja Theodor hat ein dickes Fell, er kann viel vertra⸗ gen— doch Ihr lang'ner müßt noch handfester sein, denn ihn als Abgeordneten zu ertragen, geht fast unter alle menschliche Kraft. Doch Heil Starken⸗ burg, Heil Langen— was sonstwo nicht möglich wäre— Euch war es. f gc! Und nun, Ihr unbekannten Männer, wie nennt sich der Bezirk, der Euch in seinen Grenzen duldet, Ihr Männer, die Ihr Kastar-Gagerns Pollux, den uusterblichen Niersteiner wählen wollt? O dreimal glücklich der Erdwinkel, der vom blassen Mondesstrahl matt beschienen, Eures Daseins Spuren trägt.„Die höhere menschli che Geschichte“ wird mit Flammen⸗ schrift in Erz. und Stein Euere Namen eingraben. Ihr gleichet den königlichen Adlern, die in dem Purpur der“ Alpgletscher ihrer Augen Götter⸗Strahlen weiden, und zu ihrem Piestal den säuselnden Zephyr sich aus⸗ erwählen.(Homerisches Gelächter.) Ihr wollet un⸗ sern Wernherr, den urdeutschen Jüngling, küren, dessen erfinderifcher Geist aus dem jetzt hohlen Kopfe feines Gagerns— wie Minerva aus dem Haupte Ju⸗ piters— voll erhabenem Pathos in reichstelegraphischer Bewewegung ich in Nierstein niedergelassen hat. Ja, „ohne Kreuzestod kein Christenthum“, ohne Gagern kein Wernherr, ohne Monsheim kein Nierstein und ohne Friedberg kein Abgeordneter Hofmann.. 5 5 a Ha! Friedberg, du⸗ stilles, idyllisches, Usa⸗ um⸗ schlängeltes Plätzchen, du traute Heimath der gesin⸗ 578 nungstüchtigen Wohlgesinnten, du lieblicher Bazar germanischer Reichszöpfe, du holdes Utopien spießbür⸗ gerlicherlichen Stolzes und kindischen Cantönli⸗Geistes! Was wäre Hofmann ohne dich, was würde er ohne dich sein! Wohl nur ein gewissenhafter, humaner Richter, ein treugeliebter Familienvater, der in stillem häus⸗ lichen Kreise— beim braunen Methglase und beim Rauchringlein entsteigen lassenden Meerschaumkopf— ruhig seinen Kohl pflanzte. Denn erst Friedberg und wir schleuderten ihn hinaus auf das sturmbewegte Meer politischer Meinungen und Parteien, erst Fried⸗ berg und wir zogen solch ein in politischer Beziehung „verkanntes Genie“ aus seiner tuscullarischen Ruhe und christlich⸗germanischen Gemüthlichkeit.— Und auch jetzt wollt Ihr Männer von den Gestaden der Usa das größte Licht Eueres Städtchens leuchten lassen, auch jetzt wollt Ihr ihn entsenden gen Darmstadt, damit er den Honig seiner Lippen in begeisternden Reden von der zum Kampf bereiten Tribüne fließen läßt. O habt Dank, Ihr Männer, die Ihr den einzigen Posten in Oberhessen für unsere edle Sache besetzt haltet. Ihr gleichet den treuen Zionswächtern an der heiligen Bun⸗ deslade. Seid wach, damit die Demokraten nicht aus Mulhwillen Euer schaukelndes Kähuchen umstürzen, wo⸗ rauf dann Deutschland auch ohne Friedberg kleindeutsch werden muß. O wir vermissen schon manch patrioti— sches deutsches Teltow, wo Ochsen, Menschen und Esel an gleicher Krippe ihr Futter verzehren, aber Friedberg, so lange es noch von solch trauten Genossen unferes herben Glaubens bevölkert ist, ja Friedberg möchten wir um keinen Preis der Hölle außerhalb unseres kleinen deutschen Vaterländchens wissen. Wahrlich, wir könnten nicht ohne Friedberg sein, wie der edle Demokrit nicht ohne sein Abdera leben konnte. Wer sollte, wenn Ihr es nicht wäret, die deutsche Reichssturmfahne tragen, wer sollte, wenn Ihr es nicht wäret, dem wilden Ur auf dem grünen Teppich der Natur den Kampf anzubieten wagen? Seid darum klug wie die Tauben und ohne Falsch wie die Schlangen, verheimlicht Euren Feldzugsplan und lasset erst in der zwölften Stunde Euren schweigsamen Hofmann als Wahlcandidaten das Licht der Welt erblicken. Ha! wie werden die nahen Ortschaften Eurer klugen Führung vertrauen, wie werden sie sich mit den Herrn Beamten, den Herrn Offizieren, den Herrn Geistlichen, den Herrn Taubstummenlehrern, den Be— amtenwirthen, den Beamtenmiethsleuten, den Beamten⸗ handwerkern, den Beamtendienern und sonstigem Anhänsel verbinden, um einem Mann der R uhe und des stillen und der Trost der Universität, sie machen Gießen in Bezug auf die Naturwissenschaften immer noch zur ersten Universität Deutsch⸗ lands. Aber wecht geschähe es diesen Jüngern schoͤn, wenn ihr Meister noch einmal von den Muckern als Hexenmeister öffentlich verbrannt würde. Denn was thun sie, dem hereinbrechenden Köhlerglauben zu stenern? Wann ist es ihnen eingefallen, dem armen Volk, das im Finstern wandelt, etwas mitzutheilen von den wissenschaftlichen Schätzen, die sie im geheimnißvollen Schoß der Natur entdeckt haben? Wahrhaftig, diese jungen Herren Chemiker, Geologen, Technologen u. s. w., scheinen, wie die Engländer, zu glauben, die Naturwissenschaften seien nur für die Fabrikanten, Gutsbesitzer und Professoren da,— um Geld zu machen. Ihrem ⸗Altmeister Liebig selbst scheint während seines häufigen Aufenthalts unter den steifstolzen, stockköpfigen, muckerischen Geldmachern. Altenglands der rechte Begriff von dem erhabenen Beruf seiner Wissenschaft abhanden gekommen zu sein,, denn sonst würde er ein— socialer Demokrat sein, wovon wir bis jetzt nichts verspürt haben.— Um zu einem Schluß zu kommen: Es fehlt unseren Pro⸗ fessoren weniger an Gelehhrsamkeit und Kenntnissen, als an Charakter. Wem's an Chaeakter fehlt, der ist langweilig, denn ihm mangelt der Muth der Begeisterung. Die Langweile aber wirkt ansteckend. Ein Professor, der nicht mit der Zeit und dem Volke lebt, der statt des lebendigen Wortes der Zeit und der Wahrheit, die langweiligen Doctrinen einer veralteten Wissenschaft vorträgt, wird sich an langweiligen Zuhörergesichtern langweilen müssen. Wo soll der wissenschaftliche Sinn, wo soll die Anregung herkommen, wenn es die Studenten den Profes⸗ soren anhören, daß sie nur um des Geldes Willen lesen. Daß Männer von Geist und Charakter, die den Muth einer red⸗ lichen Ueberzengung haben, anregend auf die Studenten wirken können, beweisen die gefüllten Hörsäle des Professors Hillebrand. Die Geschichte der Nationalliteratur ist ein Lehrzweig, in welchem die Studenten nicht examinirt werden. Dennoch werden diese Vorlesungen besucht! Woher kommt das? O, die Herren Pro⸗ fessoren, welche mit der„Deutschen und Darmstädter Zeitung“ correspondiren, sollten sich an der eignen Nase zupfen, ehe sie sich über die abgestumpften. Gesichter der Studenten mokiren. — —— lichen Verlegenheiten in dieser Weise 579 Bürgerglücks ihr Mandat zu ertheilen. Dann Männer! gedenken auch wir Euerer, wenn wir wie⸗ derum in unser Reich gelangen werden. Ach, welch erquickendes Gefühl durchschauert uns bei dem süßen Gedanken, daß bei solchen Aus— sichten unsere Ansichten bald zum Durchbruche kom⸗ men werden.— Tagesneuigkeiten. * Oießen, 23. Juli. Ist es wahr, daß Staats⸗ rath, Kanzler und Professor v. Linde noch fortwährend 4000 fl. Pension aus dem Beutel der großherzoglich⸗ hessischen Unterhanen bezieht, während er bekannter⸗ maßen in Lichtenstein⸗Vaduz'sche Dienste getreten ist? Kann ein Beamter oder Pensionär in fremde Staats- dienste treten und dabei seine Besoldung fortbeziehen? Warum hat man Herrn Linde nicht längst Ordre ge⸗ schickt, seine Vorlesungen in Gießen wieder anzufangen? . Gießen, 26. Juli.[Eisenbahn.] Seitdem wir durch Eröffnung des Eisenbahnkurses zwischen Lollar und Marburg dieser letzteren Stadt um 3 Stunden näher gerückt sind, erhalten wir die Zeitungen, welche die Frankfurter Post bringt, um 14 Stunden später. Woher das? Gehen die Bahnzüge alle von Frankfurt ab, ehe die dortigen Zeitungen zur Post gegeben sind, oder gehen die Zeitungen erst nach Lollar oder Mar⸗ burg? Möglich, daß das Letztere geschieht, denn die hier ankommenden Postwagen und Omnibusse dürfen sich gar nicht aufhalten, sondern müssen gleich weiter. Ist das auch recht? Ist es nicht den Reisenden, welche 6 Stunden weit in einem Omnibus oder einem Postwagen geradbrecht worden sind, zu gönnen, daß sie sich hier in Gießen einen Augenblick ausschnaufen und erfrischen? Oder ist vielleicht in Lollar für das Nöthige gesorgt?— Die Förderung der Reisenden von Lollar nach Gießen, ist dem Postmeister von Marburg gegen eine sehr hübsche Vergütung übertragen worden, da der hiesige Posthalter den Transport derselben nicht hatte übernehmen wollen. Nun aber hatten sich auch die hiesigen Hauderer erboten, die Eisenbahnreisenden zu fördern. Früher, als man in Bezug auf die Wei⸗ terbeförderung dieser Reisenden von hier nach Friedberg in Verlegenheit war, nahmen die betreffenden Behörden keinen Anstand, mit den hiesigen Hauderern in Accord zu treten, und jetzt übertragen sie die Förderung der Neisenden einem Kurhessen, der im Großherzogthume Hessen keine Gewerbsteuer zahlt und zum Vau der hessen⸗ darmstädtischen Wege und Eifenbahnstrecken keinen Heller beigetragen hat. Ist das auch recht?(Wie wir hören, sind die betreffenden Unterhandlungen mit den Herrn Hauderern deßhalb abgebrochen worden, weil die Forderungen derselben zu übertrieben waren. Jun diesem Falle, wäre ihnen schon recht geschehen. Es ist gar gewöhnlich, aber doch Zar nicht edel, die öffent⸗ zum eignen Pri⸗ vatvortheil auszubeuten. D. Red.) e Oberhessen, 26. Juli. Ihr geschätztes Blatt erwähnte schon mehrmals der großen Willkür, welche bei Pensionixungen geübt wird. Das erinnert uns an die große Härte, welche in der Versetzung nrißliebiger Beamten sich offenbart. Art. 16 des Edicts dom 12. April 1820 betr. die öffentlichen Dienstver⸗ hältnisse der Civil⸗Staats⸗Beamten besagt:„Jeder Staatsbeamter kann aus Gründen der Verwaltung von Uns versetzt werden.“ Dieses Recht muß der Regie⸗ Allein was sind denn nun Gründe der Verwaltung? Wir denken so, nach diefen Gründen thut man auf die beschwerlicheren Stellen junge, kräf— tige Männer und läßt die leichteren Posten durch ältere 5 Beamten beziehen, man besetzt überhaupt die Stellen stets so, daß für eine jede der brauchbarste Mann her⸗ ausgesucht wird. rung verbleiben. Das wären Gründe der Verwaltung. Allein es gibt noch eine andere Auslegung des Gesetzes. Wenn ein nach Oben mißliebiger Beamter in seinem Bezirke besonders geachtet und eiuflußreich ist, husch! wird er versetzt. So war der Assessor Gustav Lich teuberg in Starkenburg sehr beliebt. Er wagte es aber vorigen Herbst bei den Landtagswahlen als Gegenkan⸗ didat von Gagern aufzutreten, und auf einmal wurde er nach Homberg a. d. O. versetzt, in einen ihm völlig unbekannten Bezirk. ö Das härteste Beispiel jedoch dieser Willkür bietet die Versetzung des Steuereinnehmers Ludwig Bern⸗ beck. Dieser Mann war seit vielen Jahren in dem Bezirke Rodheim bei Gießen angestellt und er gedachte hier seine Tage zu beschließen. Zwar gehörte seine Besoldung zu den geringeren, er schlug aber das hoch an, daß er eine wohleingerichtete Oekonomie betreiben und auf diese Art eine sorgenfreie Existenz sich ver⸗ schaffen konnte. Der Bezirk selbst war außerdem sehr angenehm, da nur 7 nahe gelegene Ortschaften dazu gehörten. Endlich war Bernbeck in jener Gegend all⸗ gemein beliebt, was schon daraus hervorgeht, daß er im Jahr 1848 in den Bezirksrath gewählt und 1849 ohne sein Zuthun viele Stimmen bei den Landtags- wahlen erhielt. Plötzlich erhält dieser Mann um Pfingsten d. J. ein Deeret, das ihm befiehlt, den Er⸗ hebungsbezirk Oberohmen zu übernehmen, mit der Ver⸗ pflichtung in Grünberg zu wohnen. Dieser Bezirk ist offenbar der beschwerlichste im ganzen Lande. Es ge⸗ hören dazu 19 Dörfer, von denen einige im Winter nur mit größter Mühe und selbst mit Lebensgefahr zu erreichen sind. Während andere Steuererheber in 2—3 Tagen mit den auswärtigen Geschäften fertig sein können, sind hier 10—12 Tage darauf zu ver⸗ wenden. Dazu kommt der Umstand, daß Bernbeck in Grünberg ungleich größere Ausgaben hat, als in Rod⸗ heim, während sein Gehalt derselbe geblieben ist. Ge⸗ nug, Jedermann mußte sagen, ein härteres Verfahren könne gegen einen mißliebigen Mann nicht geübt werden. Bernbeck selbst, ein Mann von unbeugsamer Willens⸗ kraft, hat sich auch hier ehrenwerth benommen; er ist nach seiner neuen Stelle gegangen, ohne nur mit einem Wort um die Zurücknahme der wider ihn beschlossenen Maßregel zu bitten. In seinem neuen Bezirk wird er bald beliebt sein, da er einen großen Theil seiner Ju⸗ gend in der Gegend von Grünberg verlebt hat. Das Auftreten Bernbecks am Bezirksrath war jederzeit männlich, entschieden und consequent und mit Rücksicht darauf sind ihm bei den bevorstehenden Landtagswahlen im Bezirk Grünberg, viele Stimmen zugedacht, da der Aufangs in Aussicht genommene Candidat, Assessor Emmerich, durch wichtige Gründe verhindert ist, eine Wahl anzunehmen. 5 Nachrichten aus Schleswig⸗Bolstein. Rensburg, 25. Juli.[Telegraphsche D epe⸗ schen des„Frkf. J.“ Gestern fand von 7½ Uhr Morgens bis 8 ¼ Uhr Abends ein Gefecht bei Lus⸗ busch und Hollibruck statt, das bei Gus beck endete. Die Holsteiner verloren 150 Mann, worunter wenig 1 8 1 1 13 N ö 5 580 Todte, die meisten vielmehr nur leicht verwundet. Es empfunden. Die Trauer um ihn ist tief und allge⸗ wurden sieben Däuen und ein schwedischer Spion ge⸗ mein. Nie ist de fangen. Heute erwartet man eine Schlacht. trauert worden. r Tod eines Fürsten aufrichtiger be⸗ Auf Uebermorgen ist eine großartige Schleswig, 25. Juli, 12 Uhr Mittags. Ein Leichenfeier veranstaltet, um dem öffentlichen Schmerz furchtbarer Kampf wüthet augenblicklich auf dem Schlacht- über den Verlust, den die Stadt und die demokratische felde, besonders auf dem linken Flügel. Von 2 ½ Uhr Partei in dem Tod dieses ehrenfesten Mannes erlitten Morgens an hörte man heftige Kanonade. Die Dä⸗ hat, Raum zu geben. nen haben starke Verluste erlitten, besonders bei dem Hanau, 24. Juli. Der wegen der Lichnowsky'schen Moor Lusbusch, wo die dänische Cavallerie sich ver⸗ Geschichte zu 20 Jahren Eisen verurtheilte Ludwig ist rannt hatte. Die Bagage unf eres Generalstabes ist vor einigen Tagen seiner Haft entsprungen. Die wieder nördlich vorgerückt worden, nachdem sie hierher Nachricht der Oberpostamtszeitung und des Frankfurter zurückgezogen war. 350 Dänen sind zu Gefangenen Journals, derselbe gemacht.— Willisen commandirt im Centrum, Tann worden, ist falsch. Stuttgart, 2 den linken, Horst den rechten Flügel. sei in Hochstadt wieder eingefangen 4. Juli. Die Neuwahlen zur Lan⸗ Ceben sagt man, Tann habe den r echten desversammlung werden Mitte September stattfinden. Flügel der Dänen durbrochen. Dieselben werden noch demokratischer ausfallen, als Riel, 22. Juli.„Holger Danske“, das größte die vorigen. Die Regierung hat Alles gethan, um Dampfschiff der Dänen, der von dem kleinen„Bonin“ selbst den dümmsten Schwaben die Augen zu öffnen. verwundet und in die Flucht geschlagen worden war, Paris, 23. Juli. Von den 25 Mitgliedern des ist nun wieder reparirt und in See erschienen. Die permanenten Ausschusses der Nationalversammlung, sind Maschine und der Schornstein des in die Luft ge⸗ bis jetzt 22 gewählt. Es befinden sich unter denselben spreugten„von der Tann“ sind unversehrt geblieben nur wenige Anhänger des Präsidenten Napoleon, die und geborgen worden.— Gervinus hat für Schleswig⸗ große Mehrzahl besteht aus Mitgliedern der Opposition. Holstein 1000 fl. gezeichnet.(Und wenn er 100,000 fl. Auch General Lamoriciere befindet sich daruter. Die gezeichnet hätte, er wird die Schuld, aus Eitelkeit, bonapartistischen J Angst, Sevilität und Feigheit sein hübsches Scherflein! London, 22. ournale sind wüthend. Juli.[Wichtige Nachricht.] zum Verderben Deutschlands und Schleswig⸗Holsteins Der Präsident der vereinigten Staaten Zacharias Tayler, beigetragen zu haben, nicht abwaschen.) ist am 8. Juli an der Cholera gestorben. Der Vice⸗ Kiel, 25. Juli. Seit 2½ Stunden hört man präsident Phillimore wurde darauf als Präfident ver⸗ eine anhaltende Kaucnade von Eckernförde her. eidigt. Das Cabinet ist abgetreten. Hiernach scheint Hanau, 26. Juli. Der unerwartete, verhängniß⸗ es, daß Phillimore der demokratischen Partei angehört. volle Tod unseres demokratischen Bürgermeisters Rühl Diese plötzliche Erhebung eines Demokraten auf den wird von den tapfern Bürgern dieser Stadt als ein Präsidentenstuhl der Vereinigten Staaten wäre für unersetzlicher Verlust, als eine öffentliche Kalamität] Amerika und Europa von unberechenbarer Wichtigkeit. Anzeigen. z Aach richt für Auswanderer Amerika. Concessionirte regelmäßiger Fahrgelegenheiten zwischen Havre, New⸗York und New⸗Orleans, sowie der reg elmäßigen Postschiffe zwischen Havre und Philadelphia, unter Leitung von Herrn Washington Finlay& Comp. in Havre . 5 und Washington Finlay in Mainz. Die Abfahrten von Havre nach New⸗Nork finden am 8., 18. und 28., und die nach Philadelphia am 18. eines jeden Monates statt. Für den 18. August fährt die„Noémie“, Capitain Holberton, von Havre nach Philadelphia, ein Paketschiff von 1000 Tonnen. Nach New⸗Orleans werden Einschreibungen in den Frühlings⸗ und Herbstmo⸗ naten vorgenommen. Von den rheinischen Häfen aus werden die Auswanderer von zuverlässigen Conducteuren bis Havre begleitet.— Nähere Auskunft ertheilen Die General-Agentur: Washington Finlay in Mainz, oder deren Agenten Herren N A. Beaufrere in Frankfurt a. M. Carl Mayer in Worms. Verner Ramspeck jun. in Alsfeld. Flor. Pult in Fulda. Och. Wolff in Alzei. L. H. Clever in Gelnhausen. Friedr. Vogt in Bingen. Jean Gonze in Hanau. C. F. Mayer in Darmstadt. General-Agentur 250 Aachener und Münchener Feuerversicherungs⸗ Gesellschaft. Die obige Gesellschaft übernimmt, durch Vermittelung des Unterzeichneten, Versi⸗ cherungen auf bewegliche Gegenstände. Die Garantieen, welche die Gesellschaft darbietet, ergeben sich aus der letzten, in öffentlicher Generalversammluug abgelegten Rechuung. Neben dem Grundkapital von 5¼ Millionen Gulden besteht eine Reserve von 2,489,915 fl. — Die Jahreseinnahme an Prämien be⸗ trug 1,577,823 fl.— An Versicherungen waren in Kraft 843 Millionen Gulden.— Gießen, 26. Juli 1850. Joh. Balth. Holl. )))) 128) Eine kleine Dampfmaschine zu De⸗ monstrationen in Realschulen und Gym; nasien besonders geeignet, ist billig zu ver⸗ kaufen. Wo sagt die Redaction d. Blits. S 5 Gegen Erstattung des Kost⸗ geldes wird ein Druckerlehrling gesucht. Bei der Expedition ds. Blattes das Nähere. Verantw. Herausgeber: A. Becker und F. O. Schenck.— Verleger: C. Sartorius. 5 Druck von M. Merck in Gießen. N