en e⸗ E es if⸗ ten ger ort igt zen Ol⸗ He⸗ lict erie ein. erst rth⸗ sen⸗ das rger ete; J.) zum gou⸗ das Seit in zung der ende⸗ an⸗ wen tags. Wat tele⸗ rrscht Ober Heer, t mi „ P. mthei n auf e sind en bi 3 fuß andes nicht —— ießen, Hessische Volkszeitung. N 27. Mittwoch, 28. Juni 1848. T a g li ch erscheint dieses Blatt und kostet hier vierteljährig 1 Gulden, monatlich 20 kr., die einzelne Rummer 2 kr. Auch wird die Samstagsnumme als besonderes Abonnement für 15 kr. vierteljährig abgegeben. Einrückungsgebühr für Anzeigen ist 2 kr. die Zeile. Bestellungen darau nehmen alle löbl. Postämter und Zeitungserpeditionen an. Die Arbeiter frage. Die Frage vornehmster Wichtigkeit für unsere Zeit ist die Arbeiterfrage. Nicht die Entwickelung der Begriffe von Staat und Recht, nicht, wie man sich ausdrückt, das„zur Reife gediehene politische Bewußtsein“ ist es, welches unsern neuen Zustand herbeigeführt hat; es ist einzig und allein die Lage des arbeitenden Theils des Volkes. Diese, die große Menge drückende Lage, wurde für sehr Viele durchaus unerträglich; fast alle Welt aber fühlte sich dadurch zunehmend gedrückt. Hierin liegt der Grund, daß die arbeitende Classe überall nach⸗ haltige Anstrengungen machte, einen verbesserten Ge⸗ sellschaftszustand zu erringen. Selbst die Hebung der Bildung unserer Handwerker hat zum Theil da ihre Wurzel. Das Nothjahr 1846 vermehrte die Noth der Ar⸗ beiter, und reifte die Sache.— Hätten wir in unse⸗ rer Nähe noch große Strecken Landes, das um ein Geringes käuflich wäre, hätte der Handwerkerstand Gelegenheit, ohne große Anstrengungen Arbeit zu finden; so hätte sicherlich noch ein zweites Hungerjahr auf das erste folgen, und noch viel schlechter re⸗ giert werden können,— wir wären gleichwohl nicht dahin gekommen, wo wir sind. In den großen Städten wurde unsere neue Freiheit erkämpft, und in diesen hauptsächlich durch die Handwerker. Einem so wichtigen Gegenstand, wie die Arbeiter⸗ frage, schenkten aber die Regierungen lange so gut wie gar keine Rücksicht. Weder die Menschlichkeit, noch die Klugheit führte sie dazu. Im Gegentheil, sie steigerten jahrelang das Uebel selbst. Es sind noch nicht gar viele Jahre her, daß von allen Lehr— stühlen herab aus der wachsenden Bevölkerungszahl die zunehmende Blüthe des Landes bewiesen wurde. Die Sache hatte Verführerisches. Mit der zuneh⸗ menden Bevölkerung stiegen die Bodenerzeugnisse und die Hausmiethen, die Capitalien in Grundstücken und Häusern verdoppelten sich dadurch. Daneben wurde die Arbeit durch den zunehmenden Mitbewerb(Con⸗ currenz) wohlfeiler und besser. Die Landbebauer, denen Niemand mehr Geld leihen wollte, weil sie neben den Abgaben die Zinsen nicht mehr aufbringen konnten, fanden wieder Darleiher, und man war so kurzsichtig, das Auswandern zu beungünstigen, um Dieß ........ Alles noch höher zu treiben, noch mitzuwirken, daß der sich immer straffer spannende Bogen noch weiter gespannt werde. Die Welt hatte ja so lange schon gestanden, und Uebervölkerung hatte sie noch nicht umgestürzt. Seuchen und Kriege hatten immer wie⸗ der Luft gemacht. Damit scheint man sich getröstet zu haben. Die ersten Anzeigen des Sturmes, der jetzt losgebrochen ist, hat man gesehen; man hat sie nicht in ihrer wahren Bedeutung gewürdigt; man hat sie mit vornehmem Aburtheilen für beseitigt geach⸗ tet. Nun ist es nicht mehr so. Niemand kann mehr die Wichtigkeit der Sache leugnen. Hätte nicht un⸗ sere Landwirthschaft in derselben Zeit, wo unsere Bevölkerung stieg, sich bedeutend verbessert, so daß der Ertrag des Bodens ebenfalls ein bedeutend grö⸗ ßerer, als früher, geworden ist; so hätte schon frü⸗ her eintreten müssen, was jetzt eingetreten ist. Die Arbeiterfrage muß erledigt werden, mögen wir eine Staatsform haben, welche wir wollen, un⸗ beschränktes Fürstenthum, eingeschränktes Fürstenthum oder Republik. Derjenige Staat, der sie am schnell⸗ sten an die Hand nimmt, und am besten löst, wird der festeste sein, und wäre er unumschränktes Füsten⸗ thum.(Man fragt vielleicht: wie kann man nur den Gedanken haben, ein„Despot“ werde die Ar⸗ beiterfrage lösen wollen! Darauf antworte ich: Denkt an Kaiser Joseph, er despotisirte, um kräftiger für das Heil der Menschheit zu wirken). Die Sociali⸗ listen waren auch seither, glaube ich, darüber einig, daß sie nicht diese oder jene Staatsform, sondern daß sie thatsächliche Verbesserungen des Arbeiterzu⸗ standes schaffen müßten.) Republikaner sagen uns zum Theil, die Arbeiterfrage sei keineswegs eine vom Staat zu erledigende Sache; sie sei eine Privatsache. Es sind dieß die„Rechtsstaats-Män⸗ ner,“ deren Zahl bisher noch eine große war, die jetzt aber rasch schmilzt. Andere Republikaner sagen, daß für die Lösung der Arbeiterfrage nur Heil von *) Sollte ich dieses vielleicht nicht aus Druckwerken nach⸗ weisen können, so habe ich es doch öfters im Munde von Socialisten gehört. Ich nenne hierfür namentlich Sebastian Seiler; leider muß ich jetzt fast glau⸗ ben, er sei kein recht Eingeweihter gewesen„denn er sagte mir: der wahre Verfasser von Weitling's Schrift sei A. Becker; der„jüngste Tag“ hat aber neulich eine Erklärung gegeben, die Dem widerspricht. der Republik zu erwarten sei. Das aber ist unbe⸗ streitbare Thatsache, daß alle denkenden Anhänger der Beibehaltung des Fürstenthum auf die ange⸗ messene Staatsfürsorge für den Arbeiter⸗ stand dringen und dringen müssen, wenn sie nicht ihr eigen Grab graben wollen. Die Arbeiterfrage zerfällt für uns in zwei Theile, nehmlich: 1) was ist zu thun, um auf der Stelle das stets wachsende Uebel zu dämmen, und erträg⸗ licher zu machen, bis die Grundhebung desselben ein⸗ treten kann? und 2) was ist zu thun, um das Ue⸗ bel von Grund aus zu heben.? Es ist recht, wenn man ein Uebel von Grund aus heben will; dann ist und bleibt es gehoben. Aber wenn mir der Keller voll Wasser steht, und die Kartoffeln darin ersaufen wollen; soll ich dann bloß sorgen, daß künftig kein Wasser mehr in den Keller laufe, oder soll ich nicht vor Allem einstwei⸗ len ausschöpfen was darin steht, und meine jetzigen Kartoffeln retten? Ich denke; Letzteres! So ist es mit den beiden Theilen der Arbeiterfrage. Sollen wir die gegenwärtigen Arbeiter zu Grunde gehen lassen, um den künftigen allein eine gute Zeit zu bereiten? oder sollen wir vorerst für die Lebenden so gut als möglich sorgen, und daneben allmählig und nach Kräften auch für Zukünftigen? Fragen wir die Arbeiter selbst, so lagen sie ganz sicherlich: Allerdings soll zuerst für uns gesorgt werden, wir wollen nicht ohne Not h⸗ wendigkeit für die Nachkommen geopfert werden. Ja, sage ich, wenn man Cuch opferte, so würde man Euch ohne Nothwendigkeit ofern, und wäre noch nicht einmal sicher, daß das Opfern den er⸗ warteten Nutzen einbrächte(Forts. f.) Ueber die Erfordernisse zu einem guten Volks⸗ vertreter in der jetzigen Zeit. Der deutsche Volksvertreter muß gesinnungs— tüchtig, muß dem Charakter nach freih und sel bst⸗ ständig seyn; er muß ein gereiftes Urtheil haben, muß nach eigener gediegener Ueberzeugung handeln, ohne alle andere Rücksichten; er darf weder den Fürsten und ihren Rathgebern, noch dem Volke und seinen Wortführern schmeichelnz er mutz sich von aller Parteiung frei halten, darf sich nicht von Umtrieben leiten lassen, sondern muß sich überall sein freies, unbefangenes Urtheil bewahren. Der Volsvertreter in der gegenwärtigen Zeit muß muthig sein; er darf sich nicht fürchten, wenn ihm Verfol ung und Untergang droht, mag es sein, von welcher Seite es will; er darf sich nicht irren lassen, wenn er weiß, daß bezahlte Bösewichter ihm auf⸗ lauern; er muß auch dann standhaft bleiben, wenn eine Rotte wilder Meuterer in den Saal der Volks— 106 vertreter dringt, und wenn er Hunderte von Ge— wehren auf sich anschlagen steht. Der Volksvertreter muß mit Energie auch Ruhe und Besonnenheit verbinden, er muß stets auf die Erhaltung der Einigkeit— wie im Vaterlande, so auch unter den Volksvertretern, bedacht sein, und da es auch immer verschiedene Ansichten geben wird, so muß er wiederlegen können, ohne zu verletzen. Der Volksvertreter muß im höchsten Grade unei⸗ gennützig sein; er muß sich von aller Selbst⸗ sucht und Eitelkeit frei erhalten. Er muß stets das allgemeine Beste im Auge haben, und dafür wirken, mit Zurücksetzung aller Sonderinteressen, und wenn es zu seinem eigenen größten Nachtheil wäre. Wer nach Vortheil hascht, eitel ist, oder bei wem es durchblickt, daß er etwas werden möchte, der taugt nicht zum Volsvertreter. A A; Etwas über die Bauern. Der„Jüngste Tag“ zeigt, daß Bürgermeister, Gemeinderath und Gemeinde eine Republik im Klei⸗ nen sind. Er hat recht, vollkommen recht. Und es ist auch wahr, daß auch Republiken im Großen ge⸗ hen können, und unter Umständen vortrefflich. Die Frage ist nur: wie wird Republik eben für uns gehen? und wird das demokratische Fürstenthum eben nicht viel besser bei uns gehen? Darauf und auf nichts Allgemeines ist zu antworten. Die Bauern, denen der„Jüngste Tag“ die Republik feil bietet, sind keine Gelehrte, aber sie sind Erfahrungsmänner, da kann man lang sprechen, sie glauben eben Das doch——— was sie sehen. Und was sehen sie? Antw.: daß Handel und Verkehr stocken, seit die Republik an die Thür klopft,— daß die Republik Frankreich nicht mehr weiß, wo die vielen Millionen hernehmen, welche die Arbeiter kosten,— daß die Arbeiter zu den Waf⸗ sen griffen, weil die Bürger nicht mehr wußten, wo die Millionen für sie hernehmen,— daß es hierauf eine große blutige Schlacht in den Straßen von Pa⸗ ris gab ꝛc.— Was sehen die Bauern weiter? Sie sehen, daß der„Jüngste Tag“ das Metternich sche Fürstenthum hinmahlt, um den Bauern satt Fürstenthum zu geben,— sie sehen, daß es noch ein anderes Fürstenthum gibt, das freie Fürstenthum, wie wir es eben ausüben, und nächstens förmlich einrichten werden; und sie sehen nicht, was man mehr haben und wünschen könnte, als das; sie sehen, daß sie künftig selbst bestimmen können, was der Hosstaat kosten soll,— item, daß ihnen der„Jüng⸗ ste Tag“ das Butzemann⸗Fürstenthum zeigt, das be⸗ reits abgefahren ist, während das Volks-Fürstenthum in der Arbeit ist; die Bauern sehen auch, daß ihnen der„Jüngste Tag“ die Goldsonnenrepublik verspricht, EF ene eee.„ K e r r„ r r een — n— 107 die angefahren werden soll, während Leute darin sitzen, von denen man glauben muß, daß sie zuletzt den Fuhrmann vom Bock werfen und mit der Re⸗ publik Lustfahrten halten wollen. Darum schreie nur, „Jüngster Tag“; wenn du bei den Bauern nicht allein das Wort hast; wenn sie mit guten Gründen ge⸗ warnt werden, so gehen sie nicht in die Falle. Sie wissen, was sie seit dem 6. März sind. Was sie aber in Deiner Republik werden sollen, wissen sie noch nicht so gewiß, haben aber in Frankreich ein Muster vor Augen, das sie nicht reizen kann. F. F. Wir lesen soeben das Schriftchen„Zur Syno⸗ dalfrage ꝛc.“ von A. L. Hunsinger, Fried⸗ berg bei Bindernagel, 16 Seiten stark. Wir haben unsere Erwartungen darin weit übertroffen ge⸗ funden; und wir erwarteten schon Gutes darin, weil wir bis jetzt von Hrn. Hunsinger nur Gutes, Klares, Warmes gelesen haben.— Wir fürchten, daß in diesem Augenblick die nicht das Kirchliche be⸗ treffenden Staatsfragen die Aufmerksamkeit für das Kirchliche verschlingen, und daß daher diese Sache nicht nach Wichtigkeit und Verdienst beachtet werden möge. Darum halten wir für Pflicht, besonders da⸗ rauf aufmerksam zu machen. Kirchliches und Politi⸗ sches hängen unzerreißbar zusammen. Bei Feststel⸗ lung der neuen Staateverfassung muß die Kirchen⸗ verfassung mit festgestellt werden. Darum muß sie auch vorher besprochen, den Nichtgeistlichen allen klar gemacht werden. Es wird ein Leben, eine Thätig⸗ keit auf dem kirchlichen Gebiet eintreten, wie sie we⸗ nigstens seit der Reformation nicht gesehen wurde. Dieß muß durch die neue Kirchenverfassung,(zu wel⸗ cher Hr. H. die Grundzüge giebt), hervorgerufen werden. Die Gemeinden werden wieder werden, was sie zu Anfang des Christenthums waren. Es wird auf dem von Hrn. H. bezeichneten Wege ein mächtiges, aber auch ein ruhiges, die Zeit nicht über⸗ eilendes Fortschreiten auf dem kirchlichen Gebiet ein⸗ treten. Mitbürger! Ihr sollt in kirchlichen Dingen wieder selbst denken, selbst reden und mit handeln. Setzet Euch draum auch zeitig in den Stand gehöri⸗ ger Reife, und leset darum auch, was auf diesem Gebiet im Werk ist, selbst wenn es manche Geistliche und Weltliche noch so heftig herabwürdigen und an⸗ fechten sollten,— das bleibt bei allen guten Dingen Anfangs nicht aus. J. J. Tagesneuigkeiten. Neu⸗York, 7. Juni. Man vernimmt aus Mexico, daß die Kammer der Abgeordneten am 17. Mai mit 51 gegen 35 Stimmen den Friedensvertrag mit den vereinigten Staaten von Nordamerika gutgeheißen stand erklärt. habe. Doch fehlt noch eine amtliche Bestätigung. General Taylor's Aussichten auf die Präsidenten⸗ Würde bessern sich. Der Baumwollenmarkt ist leb⸗ haft, der Getraidehandel aber unbedeutend. Irlands Freunde haben in Neu-York eine große Versamm⸗ lung gehalten. Pesth, 19. Juni. Gestern sind hier viele flüch⸗ tige ungarische und deutsche Familien aus Neusatz angekommen. Sie erzählen, daß der Stand der Dinge in der untern Gegend sich eher verschlimmert als gebessert habe. Die insurgirten Serbier und Illyrier erwarten in festen Stellungen den Angriff der Ungarn. Sie behaupten in ihren Proklamatio⸗ nen, vom Gebiete der Magyaren nichts erobern oder verheeren, sondern nur ihre eigenen Bezirke vertheidigen zu wollen. Der Kommandant von Pe- terwardein, Feldmarschall-Lieutenant v. Hrabovsky, soll unserem Ministerium erklärt haben, daß er 40,000 Mann brauche, um mit Erfolg gegen die Aufstän⸗ dischen operiren zu können. Frankfurt, 26. Juni. Die um 5 Uhr begon⸗ nene Abendsitzung der N.-V. nahm einen so stür⸗ mischen Charakter an, daß Vicepräsident v. Soi⸗ ron die parlamentarische Ordnung zu erhalten nicht mehr im Stande war. Nach wiederholten, aber ver⸗ geblichen Versuchen, dieselbe wieder herzustellen, und namentlich den von einem großen Theile der Galle⸗ rie ausgegangenen Tumult zu beschwichtigen, wurde die Sitzung auf eine halbe Stunde vertagt. Nach Verlauf dieser Pause gelang es zwar dem Vice⸗ präsidenten, sich wieder vernehmlich zu machen, je⸗ doch nur, um die Aufhebung der Sitzung anzukündi⸗ gen, da nicht anzunehmen sei, daß bei der vorlie⸗ genden Aufregung eine ordnungsmäßige Fortführung derselben zu bewerkstelligen sein würde.— Nächste Sitzung: Morgen 9 Uhr. Paris. Der am 23. gegen 5 Uhr durch ein heftiges Gewitter unterbrochene Kampf wurde mit großer Heftigkeit wieder aufgenommen.— Die Na⸗ tionalversammlung versammelte sich am 24. Morgens um 8 ½ Uhr. Es wurde folgendes Dekret angenom⸗ men:„Art. 1. Die Nationalversammlung bleibt in Permanenz. Art. 2. Paris ist in Belagerungszu⸗ Art. 3. Alle Gewalt und Autorität ist dem General Cavaignae übertragen.“— Die Na⸗ tionalversammlung votirte einstimmig ein Decret, durch welches alle Wittwen und Kinder von Bürgern, die bei der Vertheidigung der Ordnung gefallen oder noch fallen, vom Lande adoptirt werden.— Die Nacht über war die Errichtung weiterer Straßensperren ver⸗ hindert worden. Mit dem Tag begann der Kampf wieder. Nationalgarden aus weiterer Ferne trafen ein. Die Aufständischen wurden bis gegen 3 Uhr Nachmittags mehr und mehr zurückgedrängt. Auch an den Barrieren von Paris schlägt man sich. Die 108 Dörfer la Vilette und la Chapelle sollen ganz ver⸗ barrikadirt sein; die Aufständischen denken sich dahin zurückzuziehen. Ihr Ruf ist:„Es lebe die socialistisch⸗ demokratische Republik! es lebe Barbès! nieder mit der Nationalversammlung!“ Pesth. Der illyrisch-serbische Aufstand tritt mit immer größerer Furchtbarkeit hervor. Ge⸗ stern kam hier eine Estafette aus dem Baeser Comi⸗ tate an, welche die schleunigste Hülfe gegen die In⸗ surgentenhaufen urgirt. Das Pesther Comitat wird um die Absendung von 10,000 mobilen National⸗ garden angegangen. Die ganze serbische und eroati⸗ sche Militaͤrgränze und Syrmien ist insurgirt. Von den römischen Schanzen bis Tamenitz bei Carlowitz dehnt sich das feste Lager der bereits 20,000 M. starken und immer zunehmenden Aufständischen. Ein großer Theil von diesen besteht aus Gränzern, deren soldatische Tapferkeit weltbekannt ist. Sie haben auch 10 Ge⸗ schütze und sind mit Munition hinlänglich versehen. Von Ungarn und dem ungarischen Ministerium wol⸗ len die Serbier nichts wissen, und sie nehmen nur von ihrem eigenen provisorischen National⸗Comite Be⸗ fehle an. Der k. k. Regierungs⸗Commissär, Feldmar⸗ schall⸗Lieutenant v. Hrabovsky, Kommandant von Pe⸗ terwardein, ist noch zu schwach, um gegen die Auf⸗ ständischen etwas unternehmen zu können, und er hat sich daher genöthigt gesehen, einen Waffenstillstand mit ihnen auf zwei Wochen abzuschließen. Die Hauptfor⸗ derung des provisorischen National-Comite's geht, nach dessen uns vorliegenden Proklationen dahin, daß der serbische Theil des Banats und der Militärgränze zu einer von Ungarn getrennten Wojwodenschaft unter dem bereits gewählten Wojwoden Oberst Schuplikatz gebildet, und mit Kroatien, Slavonien und Dalmatien verbunden werde. Die griechisch nicht-unirten Serbier sollen im äußersten Falle auch entschlossen sein, den religions- wie stammverwandten Russen sich in die Arme zu werfen, wogegen die römisch⸗ katholischen Kroaten einen Scheu vor dem russifizirenden Popen⸗ thum hegen sollen.— Es verbreitet sich das Gerücht, daß es in Groß⸗Tikinda zu einem Kampfe zwischen den Insurgenten und dem Militär gekommen, bei welchem letzteres den Kürzeren gezogen hätte. Es bedarf sehr der Bestätigung. München. Der alte Görres macht wieder ultramontane Umtriebe. Er war bekanntlich im An⸗ fang der 90er Jahre ein Ultraradikaler. Von der Donau. Trotz des Verbotes der Baarsendungen aus Oesterreich sollen seither bei 3 Millionen Dukaten Metternich'sches Vermögen nach England gesandt worden sein. Darmstadt. Bei Bildung des constitutionell⸗ monarchischen Vereins zu Darmstadt waren gegen 2000 Personen aus allen Ständen versammelt. Cassel. Ein Theil des Volkes ist für Anschluß an Hessen-Darmstadt. Wien Nach der Agramer Zeitung hat das Mi⸗ litär bei Carlowitz den Kürzern gezogen. Von der schlesischen Gränze wird berichtet, die Truppenzusammenziehungen der Russen hätten nichts Beunruhigendes. Man brauche sie, um Polen in Ruhe zu halten. Polen. Das Lager bei Kalisch, für 100,000 abgesteckt, wird nur von 16,000 Mann bezogen. Frankfurt, 27. Juni. Die N. V. hat beschlos⸗ sen: 1) Bis zur definitiven Begründung einer Re⸗ gierungsgewalt für Dentschland soll eine provisorische Eentralgewalt für die gemeinsamen Angelegenheiten der deutschen Nation bestellt werden.(Ungeheure Mehr⸗ heit!) Der Vorbehalt des Einverständnis— ses mit den Regierungen fiel durch mit 577 gegen 31 Stimmen.— 2) Die Centralgewalt hat a) die vollziehende Gewalt zu üben in allen Angele— genheiten, welche die allgemeine Sicherheit und Wohl⸗ fahrt des deutschen Bundesstaates betreffen; b) die Oberleitung der gesammten bewaffneten Macht zu übernehmen und namentlich die Oberbefehlshaber der⸗ selben zu ernennen; c) die völkerrechtliche und han⸗ delspolitische Vertretung Deutschlands auszuüben und zu diesen Ende Gesandte und Consuln zu ernennen. (Daß die Centralgewalt die Beschlüsse der N.-V. zu verkünden und zu vollziehen habe, wurde mit 277 gegen 261 Stimmen verworfen.) Die Abstimmung über die ferneren Punkte wurde gestern noch fortgesetzt. Paris. Auch am 24. wurde den ganzen Tag blutig gekämpft. Jede Barrikade, die genommen wird, kostet gegen 50 Menschenleben. Am frühen Morgen des 24. rechnete man schon 2000 Todte, von da bis gegen 4 Uhr wieder 1500. Der Tag über schwiegen die Kanonen nur kurze Zeit. Die Natio⸗ nalgarde begreift, daß sie für Leben und Gut im Kampfe steht. Die aufständischen Arbeiter kämpfen ihrerseits mit Verzweiflung für die socialistische Re⸗ publik, wie sie der Pöbel versteht. Auf ihrer Seite fallen auch viele Frauen. Die Aufständischen sollen 8 Kanonen haben(schwerlich aber Schießbedarf dazu).— Sie sind keineswegs überall im Nachtheil, sondern an den Barrieren zum Theil im Vortheil. Im Pantheon sollen 1500 Insurgenten die Waffen gestreckt haben.— Alles das, Mitbürger, müssen wir auch in Deutschland erleben, wenn wir nicht zeitig der Aufwieglung der unverständigen Arbeiter entgegentreten; begreift das, so lange es Zeit ist! Großenlinden. Als nach der Butzbacher Volks— versammlung die Republikaner hier durchfuhren, und die Demonstration machten, Hecker'n, den sie zu ih⸗ rem Heiligen machen, hoch leben zu lassen, wurden sie gegendemonstrationsweise mit Steinen beworfen. Verantwortlicher Redacteur: Dr. F. Fischer. Druck und Verlag von G. D. Brühl J, in Gießen.