0 Monats⸗ Beilage 0 zum f Gießener Anzeiger 1904 5 Die Bedeutung und die Ausführung der Vieh- zählung am 1. Dezember. Durch den Bundesratsbeschluß vom 22. v. Mts. ist die sechste allgemeine e im Deutschen Reiche auf den 1. Tezember d. Is. festgesetzt worden. Planmäßig sollte sie drei Jahre später stattfinden; nachdem aber die fünfte Vieh⸗ zählung, welche eigentlich erst 1902 fällig gewesen wäre, zur Be⸗ schaffung einer Reihe von unentbehrlichen Unterlagen für die bereitung der neuen Handelsverträge auf das Jahr 1900 vor⸗ gerückt war, konnte man mit veralteten Angaben über den Be⸗ stand und die Zusammensetzung der Hauptviehgattungen nicht sieben Jahre auskommen. Die unausgesetzt wechselnde Menge und wachsende Bedeutung des Viehstandes, der einen namhaften Teil unseres Volksvermögens bildet, für die Landwirtschaft, die Ernährung und Kleidung der Menschen, für die Verwaltung und verschiedene andere wichtige Zwecke erforderte vielmehr dringend eine Zwischenzählung. Verstärkt wurde die Notwendig⸗ keit einer solchen noch dadurch, daß infolge des Regenmangels während des verflossenen Sommers in manchen Gegenden des Reichsgebiets sich ein empfindlicher Futtermangel geltend machte, welcher dort nicht ohne Rückwirkung auf die Viehhaltung bleiben wird, so daß die Kenntnis der in ihr eingetretenen, stellenweise recht erheblichen Aenderungen zwecks einer für die Folgezeit aus⸗ reichenden Fleischversorgung nicht zu entbehren ist. Tie jetzige Erhebung ist wiederum eine zweifache. Sie besteht vor allem aus einer Viehzählung mittleren Umfanges, die sich auf Pferde, Rinder Schafe, Schweine sowie Ziegen nebst den wichtigsten Unterabteilungen der beiden ersteren Viehgattungen und der Schweine erstreckt. Für sie ist die Vorderseite der Zähl⸗ karte bestimmt, deren Rückseite einer Aufnahme derjenigen Schlachtungen eingeräumt ist, bei denen kein Tierarzt oder Fleischbeschauer eine Schlachtvieh⸗ und Fleischbeschau vorgenommen hat. Es sind das in der 0 die sogenannten Hausschlacht⸗ ungen, welche nach dem Fleischbeschaugesetze vom 3. Juni 1900 von der Untersuchung befreit sind. Bei der bevorstehenden Vieh⸗ zählung handelt es sich also einzig und allein um die Feststellung der während der letzten zwölf Monate vor der Zählung vom 1. Dezember 1903 bis zum 30. November 1904 5 den einzelnen Gehöften geschlachteten Tiere, deren Fleisch aus chließlich im eigenen Haushalte des Besitzers Verwendung findet. Dagegen bleibt alles übrige geschlachtete Vieh, welches den gesetzlichen Vorschriften, Polizeiverordnungen oder örtlichen Gemeinde⸗Be⸗ schlüssen gemäß vor und nach der Schlachtung der amtlichen Untersuchung unterliegt, außer Betracht weil es infolge einer neuerlich vom Bundesrate getroffenen Anordnung von den Fleisch⸗ beschauern bereits vierteljährlich nachgewiesen wird. In allen solchen Fällen, namentlich in den Städten mit Schlachthauszwang, d. h. wo sämtliches Vieh im öffentlichen Schlachthause geschlachtet und untersucht werden muß, bleibt daher die Rückseite der Zähl⸗ karte unausgefüllt. Es ist nun von nicht zu unterschätzender Be⸗ deutung, daß bei der gegenwärtig zum ersten Male erfolgenden Ermittlung der Schlachtungen ohne Vornahme einer Schlacht⸗ vieh⸗ und Fleischbeschan weder Auslassungen noch Doppelzähl⸗ ungen vorkommen, weil ihre Zahlen zusammen mit denen der 1 der einer Untersuckung unterstellten Tiere, unter Berücksichtigung des aus dem Auslande eingeführten Fleisches, den Fleischverbrauch überhaupt ergeben. Zuverlässige und richtige Angaben über dieses bisher völlig unbekannte Gebiet helfen mithin die nicht immer leichte Fleischversoraung fördern und dienen zugleich zur Beleuchtung mancher wichtigen Fragen der öffentlichen Gesundheitspflege. 5 Im übrigen ist bei der bevorstehenden Erhebung noch sorgfältig darauf zu achten, daß, abweichend von dem Verfahren bei den Volkszählungen, die Viehzählung nicht nach Haushalt⸗ ungen, sondern nach Gehöften ausgeführt werden soll. Das als Zähleinheit geltende Gehöft(Anwesen) kann auch nur aus einem Hause bestehen. Jedes Vorwerk und jedes außerhalb eines Gutshofes bezw. der Vorwerke gelegene Insthaus(Knechts⸗ oder Tagelöhnerhaus) und dergl. ist als ein besonderes Gehöft zu betrachten. In die Zählkarte ist der gesamte auf dem Ge⸗ höfte(im Hause) vorhandene Viehstand und die Zahl aller in ihm wohnenden viehbesitzenden Haushaltungen(Haus wirtschaften) einzutragen. Gehöfte und Haushaltungen, in welchem während des letzten Jahres wohl Schlachtungen stattfanden, aber zur Zeit der Zählung kein Vieh vorhanden ist, dürfen nicht als viehbesitzende angesehen werden und bleiben deshalb in der Spalte 4 der Kontrolliste sowie in den Spalten 4 und 5 der Ortsliste unberücksichtigt. Gehöfte ohne Vieh oder Schlachtungen erhalten gleichfalls eine Karte, welche dann auf der Vorderseite nur im Kopfe auszufüllen und auf der Rückseite zu unterzeichnen ist. Es ist darüber zu wachen, daß innerhalb der Städte zer⸗ streut in Häusern oder auf Schiffen usw. vorhandene vereinzelte meide Vieh sowie Pferde in den Bergwerken nicht übergangen werden.. Ebenso wie bei früheren wird auch bei der in wenigen Tagen bevorstehenden Viehzählung eine rege Beteiligung der Be⸗ völkerung am Zählgeschäfte erwartet. Vor allem ist Selbst⸗ zählung, nämlich die eigene Ausfüllung der Zählkarten durch die Hausbesitzer, Eigentümer, Pächter und Verwalter, wünschens⸗ wert. Das Gelingen der Zählung hängt indes nicht weniger davon ab, daß sich überall eine recht große Zahl freiwilliger Zähler melde, die bei Ausübung ihres Ehrenamtes die Eigen⸗ schaft von öffentlichen Beamten besitzen. Endlich ist noch in geeigneter Weise, namentlich durch Besprechung in den Gemeindeversammlungen und in den Schulen sowie durch die amtlichen Blätter und die Tagespresse— welche letztere sich durch die Verbreitung einer solchen Belehrung in ihrem Leser⸗ kreise ein großes Verdienst erwerben würde— zur möglichst allgemeinen Kenntnis zu bringen, daß die in den Zählkarten ent⸗ haltenen Einträge zu keinerlei Steuerzwecken benutzt werden dürfen. Die Angaben des einzelnen Viehbesitzers sind vielmehr in den aus jenen zusammenzustellenden Gesamtergebnissen, wel seitens der Gesetzgebung und Verwaltung behufs Lösung wirt⸗ schaftlicher Fragen und für wissenschaftliche Untersuchungen Ver⸗ wendung finden, nicht weiter erkennbar. Die 19. Wanderausstellung der Deutschen Tandwirtschafts- Gesellschaft zu München vom 29. Juni 4. Juli 1905. Die gewaltige Entwickelung, welche die Technik der Land⸗ wirtschaft in Deutschland in den letzten Jahrzehnten ge⸗ nommen hat, ist nicht zum mindesten durch das landwirt⸗ schaftliche Vereinswesen mit hervorgerufen worden. An⸗ fangs nur lokal tätig, hat sich dasselbe dank der Ver⸗ kehrsentwickelung in unserem Vaterlande bald von von den engen Kreisen losgelöst und sich weitere Grenzen gesteckt. — 42— Aber in der Hauptsache war die Vereinstätigkeit in ihrer einheitlichen Organisation auf engere Bezirke, Kreise, Pro⸗ vinzen oder Bundesstaaten des Deutschen Reiches beschränkt, es fehlte noch immer bis vor wenigen Jahrzehnten eine Vereinigung, welche die gesamte deutsche Landwirtschaft um⸗ faßte und von Nord bis Süd und von West bis Ost zu— sammenschloß. Auch hatte bis vor wenigen Jahrzehnten das landwirt⸗ schaftliche Ausstellungswesen in Deutschland, soweit dasselbe bestimmt war, die Leistungsfähigkeit der gesamten Gebiete des deutschen Vaterlandes zu vergleichen, noch nicht die gewünschte Höhe erreicht, während man doch in anderen Ländern hierin uns bei weitem voraus war. Wohl hatten in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahr⸗ hunderts sowohl allgemeine deutsche landwirtschaftliche Aus⸗ stellungen als auch Ausstellungen, welche auf einzelne Teile des Deutschen Reiches sich bezogen, stattgefunden, denen unbedingt eine segensreiche Wirkung zugeschrieben werden muß; aber bei der zum Teil unregelmäßigen und seltenen Wiederkehr solcher Ausstellungen und bei den lokalen Be⸗ strebungen derselben standen die Erfolge doch nicht im rechten Einklang mit dem Erhofften. Dem Bedürfnis nach einem einheitlichen Zusammen— schluß der deutschen Landwirte zur Förderung der Technik der Landwirtschaft und nach einem geregelten Ausstellungs— wesen zu diesem Zweck wurde abgeholfen, als auf Ver⸗ anlassung des Ingenieurs Max Eyth die Deutsche Land⸗ wirtschaftsgesellschaft mit ihrem Sitz in Berlin gegründet wurde. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft, welche seit nun⸗ mehr 20 Jahren besteht, hat demnach die Aufgabe, unter Zusammenschluß der gesamten deutschen Landwirte in allen Teilen des Vaterlandes für die Förderung der Technik der Landwirtschaft zu sorgen. Diesen ihren Zweck glaubt sie unter anderm ganz be— sonders dadurch zu erreichen, daß sie alljährliche wieder— kehrende landwirtschaftl. Wanderausstellungen veranstaltet, auf denen gezeigt werden kann, bis zu welcher Höhe die landwirtschaftliche Gütererzeugung schon fortgeschritten ist, und die dazu bestimmt sind, zu fernerem Fortschritt und weiterer Tätigkeit anzuregen. Um aber dem gesamten deutschen Vaterlande den Segen dieser Ausstellungen zuteil werden zu lassen, werden diese nicht immer an ein und demselben Orte abgehalten, 1 die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft wandert. amit von Gau zu Gau. Zu diesem Zwecke ist ganz Deutschland in 12 Gaue eingeteilt, die in folcher Reihenfolge besucht werden, daß ab— wechselnd einmal östlich der Elbe, einmal westlich von der Elbe und nördlich vom Main und dann südlich vom Main Versammlungen abgehalten werden. Im Jahre 1905 wird nun die Deutsche Landwirtschafts— esellschaft mit ihrer Ausstellung ihre Einkehr in Gau 10, Halten, und es wird auch zu erwarten sein, daß nicht nur dieses Land, sondern auch die anstoßenden Länder regen Anteil an dem Unternehmen nehmen werden. Das Präsidium innerhalb der Gesellschaft für das Jahr 1905 hat Se. Königl. Hoheit der Prinz Ludwig von Bayern übernommen. Seitens Sr. Königl. Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern wird dem Unternehmen das größte Interesse entgegengebracht und hat der Fürst allergnädigst geruht, einen Ehrenpreis zur Verfügung zu stellen. Die ersten einleitenden Schritte zur Veranstaltung des Unter— nehmens werden am 30. November in München getroffen werden, an welchem Tage eine Versammlung der staat⸗ lichen und städtischen Behörden, der landwirtschaftlichen, gewerblichen und Handelskörperschaften und der ange— sehensten Privatleute aus München und Bahern statt⸗ finden wird. 8 Zum erstenmale war der Gau 10 im Jahre 1893 von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft besucht und zwar war als Ausstellungsstadt München gewählt worden. Im Jahre 1905 wird ebenfalls die Stadt München wieder ihre gastlichen Tore den Besuchern und Beschickern öffnen. Damals war die Ausstellung mit 398 Pferden, 12222 Rin⸗ dern, 207 Schafen, 384 Schweinen und 40 Ziegen beschickt. Außerdem waren in der Tierabteilung ausgestellt 1411 Num⸗ mern Geflügel und 12 Kaninchen. An Erzeugnissen waren 1252 Nummern und an Geräten 3319 Nummern ausgestellt. Als Preise kamen im ganzen 78260 Mk. und 120 andere Wertgegenstände zur Verteilung. Die Ausstellung selbst wurde von 106 654 Personen aufgesucht. Man darf wohl annehmen, daß im Jahre 1905 die Ausstellung eine gleiche Beschickung haben aber zweifellos eine größere Besucher⸗ zahl sich ergeben wird. Dies ist schon aus der gesamten währleiset der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft ge⸗ währleistet. Die Landwirtschaft in Bayern und die landwirtschaft⸗ liche Maschinenindustrie 415 sich nunmehr zu rüsten, um die Vorbereitungen zur Ausstellung zu treffen, damit ein lehrreiches und interessantes Bild in den Junitagen des nächsten Jahres dem Besucher geboten werden kann. Die nähere Auskunft über alle Fragen, die diese Aus⸗ stellung betreffen, wird von der g der Deutschen en Berlin SW., Dessauerstr. 14, erteilt. Anser Garten im Dezember. Joe unbeständiger die Witterung im Dezember ist, desto mehr haben wir zu tun. Denn die unbeständige Witterung ermöglicht keine einheitliche Pflege. Bald heißt es bei drohenden Froste zudecken, damit die Pflanzen nicht vom Froste leiden, bald wiederum bei eintretendem Regen auf⸗ decken, damit Fäulnis kein Unheil anrichten kann. Dieses beständige Auf und Ab ist vielleicht nicht angenehm. Wer aber seinen Garten mit 5 betritt, hat von der Feuchtigkeit des Bodens und von seiner Kälte nicht zu leiden, ihm ist die frische kühle Luft erquickend und der Aufenthalt im Garten, weil er sich geborgen weiß gegen Schäden, angenehm. Er wird deshalb seine Rosen so lange von der Winterdecke freihalten, als es angängig ist. Er wird sie stärker gegen Frost schützen, wenn größere Kälte eintritt. Er wird seine Rosenstecklinge im Kasten, seine Einerarien, Pantoffelblumen, seinen Goldlack und dergl. bald mit Schutz versehen, bald sie mehr frischer Luft aus⸗ setzen, ganz wie es die Witterung gebietet. Wechselnde Witterung hat weniger Einfluß auf die rechten Winterarbeiten. Das Düngen der Bäume mit Kalk, Jauche oder strohigem Dung nimmt ungestörten Fortgang. Das Schneiden der Bäume nach Pekrun wird unentwegt fortgesetzt. Die Bekämpfung des Krebses und des Brandes durch Karbolineum, die Bekämpfung von Schildlaus und Blutlaus durch Karbolineum nimmt ebenfalls seinen Fort⸗ gang. Mit dem Kalkanstrich warten wir besser bis zum, Frühjahr hin. Der Winter ist die beste Zeit die Düngung mit Kalk vorzunehmen. Kalk macht die anderen Nährstoffe im Boden mobil, Kalk schafft einen schnellen Umsatz im Nährstoff⸗ kapital. Kalk schafft Gesundheit und Fruchtbarkeit. Die Duͤngung mit Kalk ist deshalb eine der wichtigsten nicht allein im Obstgarten, sondern auch im Gemüse- und Blumen⸗ garten. Wir treffen Vorsorge für die demnächstige Anlage unseres Mistbeetes. Der Dünger muß dazu auf kleine Haufen gesetzt werden, damit er nicht verbrennt und er⸗ wärmungsfähig für 7 Zeiten bleibt. Wer über An⸗ lage und Ausnutzung des Mistbeetes nähere Auskunft haben will, dem empfehle ich das Werk von R. Betten:„Das Mistbeet“. Es kostet 1 Wk. und ist mit seinen 140 Abbil⸗ dungen ein wirklicher Schatz für jeden Gartenbesitzer. Im Zimmer beginnt das Treiben der Treibpflanzen. Azaleen mit stark vorgebildeten Knospen werden ins Wohn⸗ zimmer gestellt, Alpenveilchen erhalten, damit die Knospen sich schneller entwickeln, einen etwas wärmeren Stand. Hyazinthen, Tulpen, welche schon einen längeren Trieb zeigen, kommen ebenfalls ins Wohnzimmer. Mau ätherisiert Flieder, pontische Azaleen, Deutzien sowie, andere Treib⸗ sträucher, damit sie zu Weihnachten im vollsten Flor stehen. Wir pflanzen Eismaiblumenkeime ein, die ebenfalls mit ihren Blüten den Weihnachtstisch erfreuen sollen. Im kühlen Zimmer, auch im Keller richtet mangelnde Luft oft argen Schaden au. Wir sehen Kaktus, Agaven und andere Fettpflanzen Faulstellen bekommen, sie müssen aus⸗ geschnitten und mit Holzkohlenpulver eingerieben werden. Wir sehen Abutilon, Pelargonien und andere Gewächse icht ist e. stocken und schleunigste 8, die stockenden Trie abzuschneiden, die welken Blätter zu entfernen, sowie durch Heizen und Lüften eine trocknere und etwas gesündere Temperatur zu schaffen. für die Zimmerpflanzen 5 die Erde zum Verpflanzen schon jetzt mik Hornspänen un Kalk zu mischen. Es sind — 43— noch Stecklinge von Johannisbeeren und Quitten zu machen, es sind noch Apfelkerne zu säen, Pflaumenkerne zu legen. Es sind die Gehölzgruppen auszulichten, hohe kahle Sträucher bis dicht über den Boden zurückzuschneiden. Der Boden ist zu graben und zu düngen. Nur 10 oft wird die Düngung der Sträucher vergessen und deshalb mangelhaftes Laub und schlechte Blüten erzielt. Die Obstkammern sind durchzusehen, die Sämereien zu reinigen. Es ist an die Bestellung der Obstbäume und Rosen zu gehen. Wer früh bestellt, bekommt bessere Pflanzen.— Ein gutes Sortiment Rosen, das elbst in den Vorgärten der Städte sich prächtig entwickelt, ist: Grace Darling, La France, Caroline Testout, Princesse Alice de Monaco, Frau Karl Druschky, Gensral Jacqueminot, Gloire de Dijon, Malmaison. Viscounteß Folkestone, G. Nabonnand, Mad. Hoste, Reine Marie Henriette, Thusnelda. Letztere ist völlig winterhart und blüht den ganzen Sommer. Aepfel, die reich tragen, sind: Wintergoldparmäne, Charlamowsky, Adersleber Calvill, Landsberger Renette, Cox Orangen⸗ Renette. Birnen: Williams Christ, Gute Louise von Avranches, Doppelte Philippsbirne, Clairgeaus Butterbirne. Pflaumen: The Czar, Hauszwetsche, Kirkes Pflaume. Stachel⸗ beeren: Früheste Gelbe, Früheste von Neuwied, Maurers Sämling. Johannisbeeren: Holländische Rote und Weiße, Bar le Duc, Kaukasische Rote. J. CE. Schmidt, Erfurt. Der Kinderarbeitsacker. .„Deutschen Städteztg.“ schreibt Bürgermeister Schulz in Fischhausen(Ostpr.): 5 5 5 Im Nachstehenden handelt es sich um einen, meines Wissens in dieser Art noch nirgends gemachten Versuch. Ich habe in diesem Frühjahr an 34 hiesige Volksschulkinder— 20 Mädchen und 14 Knaben— je ein Gartenstückchen von ca. 35 Quadratmeter zur Selbstbewirtschaftung ausgetan. Der Acker liegt unmittelbar an der Stadt, also nicht nur den Kleinen bequem, sondern auch unter den Augen des Publikums. Und zwar habe ich den 10 bis 14 Jahre alten Kindern sowohl das Land, als auch die Aus⸗ saat, je nach Wunsch Kartoffeln(9 Zentner), Gemüse und Blumen, kostenfrei überlassen. Sie dürfen mit diesen ihren Ackerstückchen während des Wirtschaftsjahres ganz nach Belieben schalten und walten; was sie ernten, ist ihr unverkürztes Eigentum. Nur müssen sie alles ohne Ausnahme, vom Vermessen und Einteilen des Planes bis zur Ernte, selbst verrichten. Erwachsene Personen, insbesondere Eltern und Geschwister, dürfen zwar Rat erteilen, aber mit keinem Finger helfen. Daß die Kinder sich gegenseitig Hilfe leisten und auch sonstige Altersgenossen hinzuziehen, ist dagegen nicht nur gestattet, sondern sogar erwünscht. Denjenigen, die ihre Sache am besten machen, hatte ich zum Herbste eine kleine Prämie zugesagt. Es ist mir schließlich schwer gefallen, die besten N da sich fast alle Kinder große Mühe gegeben atten. Es war eine wahre Freude, zu beobachten, mit welchem Eifer die Kleinen während des ganzen Sommers gruben, pflanzten, gossen, jäteten und schließlich ernteten. Das veranlaßt mich, den dies⸗ jährigen kleinen Versuch bei uns womöglich zu einer dauernden, recht vielen Kindern zugute kommenden Einrichtung zu machen und auch die Oeffentlichkeit für diese Sache zu interessieren. Der Landschaftsminister hat mir bereits für das nächste Jahr eine Staatsbeihilfe von 100 Mark überwiesen. Ich würde es sogar eines Versuchs für sehr wert halten, sämtliche Schulkinder, ins⸗ besondere Volksschüler, die ein gewisses Alter, etwa acht Jahre, erreicht haben, zuzuziehen, gleichviel ob arm oder nicht arm, und zwar, soweit irgend möglich allerorts. Auch die wohl⸗ habenderen Eltern würden mit geringen Ausnahmen sicherlich damit einverstanden sein. Tie einzelnen Ackerstückchen müßten nach dem Lose verteilt, ganz durcheinander liegen, vielleicht nur die der Mädchen und Knaben getrennt. Ausseher und eventuell auch Sberaufseher, aus der Mitte der Kinder gewählt, hätten sich gegen eine kleine, von allen aufzubringende Naturalvergütung der Anpflanzungen mit besonderer Sorgfalt zu widmen. Es könnte sogar, wenigstens versuchsweise, ein aus den ältesten Kindern zu wählendes„Gericht“ bestellt werden, das über etwaige Ordnungsstrafen(Entziehung von Früchten usw.) zu beschließen haben würde. Eine unbeteiligte Vertrauensperson müßte oberste 11 9 sein. Also alles ganz nach konstitutionell monarchfstischem rinzip. Was hier nur kurz ükizziert ist, warum es am besten so und nicht anders sein könne, we die Kinder bald einsehen, eine Erkenntnis, die im späteren Leben ihnen und der Allgemein⸗ heit nur heilsam sein dürfte. Vor allem aber halte ich außer⸗ ordentlich viel davon, und das war der Beweggrund für meinen Versuch, daß die Kinder schon in den frühesten Jahren Gelegen⸗ heit haben, an der Hand der großen Lehrmeisterin Natur das Selbstwirtschaften, insbesondere den Wert und die Erfolge eigener praktischer Arbeit schätzen und dadurch Landwirtschaft und Garten⸗ bau kennen und lieben lernen. Ferner wird dadurch den Kin⸗ dern das Streben nach einer eigenen Scholle eingepflanzt, und das Miteinanderarbeiten weist sie von selbst hin auf den Schutz fremden Fleißes und Eigentums. Jung gewohnt, alt getan. Es ist eine alte Erfahrung, daß, wer erst einmal den Reiz des Eigenbetriebes von Land⸗ und Gartenwirtschaft mit all seinen Freuden und Enttäuschungen recht genossen hat, sich ihm kaum jemals mehr völlig entziehen kann. Wie viele Kinder gibt es doch, nicht nur in Großstädten, sondern auch in kleineren Ge⸗ meinden, und nicht nur in wohlhabenden, sondern auch in armen Familien, die kaum einmal Gelegenheit haben, einen Spaten in die Hand zu nehmen, geschweige denn die Acker⸗ oder gar Gartenbestellung kennen zu lernen. Sie liegen dafür auf der Straße zum Schaden ihrer Gemütsbildung und ihrer körperlichen Entwicklung. Nebenbei dürfte die Neuerung des Kinderarbeitsackers auch eine gewisse 1 auf dem Gebiete der Armenpflege bedeuten. Tas von den Kindern Geerntete kommt direkt den in der Mehrzahl armen Eltern zugute. Weiter kommt aber auch ein prohibitives Moment inbetracht, und zwar insofern, als die Kindergärtchen dazu beitragen sollen, wirtschaftlich tüchtige Men⸗ schen zu erziehen, die in ihrem Alter vielleicht der Armenpflege zu entraten in der Lage sind. Das Einsäuren der Rübenköpfe(Köpfe mit Blättern). Von Oekonomierat Viebrans-Wendhausen. Die Rübenköpfe werden unmittelbar nach dem Abtrennen derg⸗ selben von den Rüben in kleine Häufchen zusammengeworfen, damit sie möglichst wenig austrocknen und sich so viel als mög⸗ lich frisch erhalten. Sobald man eine ausreichende Menge Rüben⸗ köpfe, von etwa 5 bis 10 Hektar, zur Verfügung hat, fährt man diese zusammen, indem man über die Miete hinwegfährt, nötigenfalls läßt man sie noch mit Ochsen festtreten. Das Zu⸗ sammentreten darf bei zehn Hektar nicht über zwei Tage Zeit in Anspruch nehmen. Ein langsames Zusammenfahren wirkt schon nachteilig auf die sofort beginnende Gärung ein. Die Breite der Miete muß am Grunde 6 Meter betragen, die Höhe so hoch sein, wie es das Ueberfahren gestattet. Noch am Abend des zweiten Tages bringt man Kaff auf die 9 iete und setzt an die Seiten, wo das Kaff sich nicht halten kann, Langstroh, ähnlich wie bei Kartoffelmieten, und bedeckt am dritten Tage die ganze Miete ausreichend mit Erde. 5 8 Die durch die Gärung entwickelte Wärme darf keinenfalls verloren gehen, was namentlich die Isolierschicht(Kaff mit Stroh) verhindert. Der Erdbewurf muß so stark sein, daß die Außen⸗ temperatur die Gärtemperatur nicht beeinflussen kann, weil an⸗ dernfalls, statt Weinsäure, in der eingesäuerten Masse Buttersäure entstehen würde, welche nachteilig auf die Bekömmlichkeit und Verwertung des Futters wirkt und die Freßlust des Viehes be⸗ einträchtigt. In den ersten 14 Tagen hat man darauf zu achten, daß das Zusammensinken des Inhalts der Miete gleichmäßig vor sich geht. Einbuchtungen müssen ausgeglichen werden, damit kein Wasser auf der Miete stehen bleiben kann; Spalten und Rissen müssen sorgfältig zugeschlagen werden. 5 5 Je frischer die Blätter sind, desto kräftiger erfolgt die Gärung und desto mehr Brühe entwickelt sich dabei. Diese darf nicht in der Masse bleiben, weil sie die Freßlust der Tiere be⸗ einträchtigt. Man leitet sie leicht ab, wenn man gegen die Rübenblätter alle zehn Meter im rechten Winkel(wie Seippe) dicke Strohbunde staucht und solche mit bewirft. Schafft man keinen Abzug, so schießt die Miete, wenn sie sehr hoch ist, leicht ein. Tie Miete darf nicht in die Erde gelegt werden, sondern auf diese, damit die Brühe abziehen kann. Läßt man die Rüben⸗ blätter beim Aufnehmen und nach dem Abtrennen von den Rüben flach auf der Erde liegen, so lagern, sich namentlich die Blätter fest auf derselben und zersetzen sich sehr schnell durch Ein⸗ fluß der Erde, wenn abwechselnd Regen, Sonne und Luft darauf einwirken. 1 Die zersetzten(gefaulten) Blätter lassen keine genügende Gärung aufkommen und stimmen den Futterwert der Masse außerordeutlich herab. 5 Der DToppelzentner grüner Rübenköpfe(Rübenblätter, wie sie hier genannt werden), hat eingesäuert einen Wert von 30 Pf., selbst unter der Berücksichtigung, daß bei der Gärung ein Sub⸗ stanzverlust von rund 25 Prozent eintritt, wogegen getrocknete Rübenblätter sich wesentlich schlechter verwerten, vermutlich weil die Verdaulichkeit durch das Trocknen stark herabgemindert wird. a(Mitt. d. D. L.⸗G.) Aus Nah und Jern. „ Geflügel-Ausstellung. Am 10. 11. und 12. Dezember hält der„Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen und Umgegend 1897 Eingetr. Verein)“ hier im Neuen Saalbau seine V. Allgemeine Geflügel- und Vogelausstellung ab, mit welcher diesmal auch eine allgemeine Kaninchenausstellung verbunden sein wird. Den bereits zahlreich eingegangenen Meldungen hervorragender Züchter aus Nah und Fern nach zu urteilen, verspricht die Aus- stellung sehr interessant zu werden, und die Entscheidung da⸗ züber, wem die zahlreichen Geld- und Ehrenpreise zufallen sollen, dürfte den als Preisrichter berufenen ersten Autoritäten der Geflügel- und Kaninchenzucht nicht leicht werden. Den Besuchern der Ausstellung wird Gelegenheit geboten sein, alle existierenden Geflügel-Rassen, Gänse, Enten und Hühner, letztere von den großen Asiaten an bis zu den zierlichsten Zwerghühnchen, daneben Tauben der verschiedensten Arten, Ziergeflügel, Fasanen und Perlhühner und die Freunde un⸗ serer gefiederten Sänger finden die edelsten Kanarien, ein— heimische Singvögel und Exoten in großer Auswahl vor. Auch geschlachtetes Mastgeflügel, frische Eier, Mast- und Auf- züchtgerätschaften, Intterartikel, Litteratur usw. werden zahl⸗ eich vertreten sein. Eine besondere Anziehungskraft bildet iesmal auf der Ausstellung die Kaninchenabteilung. Eine solche war in unseren Mauern bis jetzt noch nicht zu sehen und es ist daher im Interesse der Kaninchenzucht, welche in den letzten Jahren auch in unserer Gegend bedeutende Fort— schritte gemacht hat, mit Freuden zu begrüßen, daß den Züchtern dieser Tiere Gelegenheit geboten ist, auch in unserer Stadt einmal zu zeigen, was auf diesem Gebiet durch ver— ständnisvolle, zielbewußte Zucht geleistet werden kann. Be— sondere Bewunderung werden die schweren Rassen erregen, und den Ausstellungsbesuchern wird wohl beim Anschauen der prächtigen Tiere, von welchen viele das respektable Ge— wicht von 14—18 Pfund erreichen, das Vorurteil, das in vtelen Kreisen gegen einen Kaninchenbraten herrscht, genommen werden und wir wollen hoffen, daß in nicht allzuferner Zeit das Fleisch des Kaninchens, das heute schon in vielen Ge— genden als das„Schwein des kleinen Mannes? betrachtet werden kann, ein Volksnahrungsmittel im wahrsten Sinne des Wortes wird. Wer einen schönen preisgekrönten Stamm Geflügel oder Kaninchen gewinnen will, der tut gut, sich an den bekannten Verkaufsstellen ein Ausstellungslos zu kaufen, denn, wie wir hören, ist die Nachfrage groß und die beschränkte Anzahl der noch vorhandenen Lose dürfte bald vergriffen sein. — Die Geschäftslage der landwirtschaftlichen Maschinenfabriken. Tas HGeschäft in landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten dürfte sich, soweit es sich jetzt übersehen läßt, im Gesamtresultat des Jahres 1904 nicht ganz so ungünstig gestalten, als man in Rücksicht auf den abnorm trockenen Som⸗ mer befürchten mußte. Tie Bewegungen im Absatz verteilten sich folgendermaßen: Das heschäft in Ackergeräten ist infolge der durch die Türre des Sommers hervorgerufenen Mutlosig⸗ keit der Landwirte unbefriedigend. Reserveteile zu Ackergeräten wurden dagegen ungewöhnlich stark begehrt, die Bearbeitung des Bodeus führte infolge der Härte desfelben eine ungemein schnelle Abnützung der Teile herbei. Das Geschäft in Drill⸗ maschinen und Säemaschinen erhielt sich annähernd in den Grenzen des vorjährigen Geschäfts. Das Geschäft in Dampf⸗ dreschmaschir und Lolomobilen war sehr gedrückt, die Türre des Sommers hatte die vielversprechende Halmfruchternte, welche für die Entwicklung des Dampfdreschmaschinen⸗Geschäfts maß⸗ gebend ist, derart ungünstig beeinflußt, daß viele bereits an⸗ gebahnte Geschäfte sich zerschlugen. Ter Absatz in Kartoffel- und Rübenerntemaschinen stockte ganz, da in fast allen Landes⸗ teilen eine schwache, in einigen eine Mißernte in diesen Früchten zu verzeichnen war. Dagegen hat sich ein lebhaftes Geschäft in Futtermaschinen besonders in Schrotmühlen entwickelt. Ter Landwirt ist gezwungen, viel gewonnenes Getreide als Schrot zu verfüttern, um den empfindlichen Mangel an Futterpflanzen als Klee, Gras. Gemenge, Mais usw. einigermaßen auszugleichen. Ebenso war das Geschäft in Häckselmaschinen lebhaft, auch eine Folge des gänzlichen Mangels an Futterstoffen. Die Zahlungen gehen nur sch eppend ein. Die Aus sichten für das kom⸗ mende Geschäftsjahr sind in Rücksicht auf den befriedigen⸗ den Stand der Wintersaison ermutigend, jedoch werden die Schäden, welche die Türre des verflossenen Geschäftsjahres ver⸗ ursacht hat, sich e noch mehrere Jahre empfindlich fühlbar machen, schon im Hinblick auf den faßt durchweg wegen Futternot wesentlich verringerten Viehstand. Rumäniens diesjährige Ernte. Rumänien ist, wie bekannt, infolge der großen Tärre dieses 1 es von einer sehr starken Mißernte betroffen worden. Aller ings ist sie wie wir einem Bericht des Landwirtschastlichen Sachverständigen in den„Mitteilungen der Teutschen Landwirtschafts⸗Gesellschaft“ 44— entnehmen, nicht so allgemein und schwer, wie die Mißernte des Jahres 1899, aber gleichwohl bleiben doch die Erträge ganz er⸗ heblich hinter den Turchscknittserträgen zurück. Daß das——ů nicht einen vollständigen Ausfall gehabt hat, ist im wesent⸗ lichen dem stärkeren Regenfall in einigen obermoldauischen Be⸗ zirken und in der Donauebene zu verdanken. Der Tur schnitts⸗ ertrag von Roggen betrug in den letzten 5 Jahren 12,5 Hektoliter vom Hektar, in diesem Jahre nur 5,8 Hektoliter. 5 Gerste ind diese Zahlen 13,2 bezw. 7,6, für Hafer 18,9 bezw. 10,4, ür Raps 9,6, bezw. 4,6, für Lein 6,7 bezw. 0,9; nur in eizen reicht der Ertrag mit 11,0 nahe an den Turchschnitt von 13.5. Es ergibt sich also, daß der Ernteausfall Rumäniens in diesem Jahre sehr erheblich sein wird, und die Lage des Landes, das bereits durch das Jahr 1899 hart mitgenommen war, wiederum chlechtert. Vergleichende Kartoffelanbauversuche 1 dem Versuchsfelde der landw. Winterschule Als el d. Im letzten Sommer wurden auf dem Versuchsfelde der landw. Winterschule Alsfeld vergleichende Anbauversuche mit acht Kar⸗ toffelsorten durchgeführt, deren Ergebnisse für die praktischen Landwirte von allgemeinem Interesse sein dürften, sodaß wir uns 3 sehen, sie nachfolgend bekannt zu geben. Der Boden des Versu ldes ist milder Lehm, tiefgründig, zur eit aber noch nicht in besonders hoher Kultur. Vorfrucht war erste und Hafer. Gedüngt wurde 2 Morgen(½ Hektar) mit 150 Zentner Stallmist, 3 Itr. Thomasmehl und 3 Ztr. Kainit und im Frühjahre mit 50 Pfond Chilisalpeter. Tas Saat⸗ gut wurde von den Originalzüchtern bezogen. Die Ernte gab, auf den Morgen berechnet, folgende Erträge: 1. Magnum bonum 1444 Ztr. 2. Präsident Krüger 3 4 1 3. Richters Imperator„ 4. Silesia 32% 5. Professor Märcker 2 4„„ 124 6. Professor Wolthmann 106„ J. Paulsen's July(Frühkartoffel). 99„ 8. Selchwwer Rofen Kleine praktische Natschläge. Ueber den Wert von sog. Erdnußkleienmehl macht Geh⸗Rat Emmerling im„Organ der schlesw.⸗holst. Land⸗ wirtschaftskammer“ interessante Mitteilungen, denen wir Fol⸗ gendes entnehmen: Als Erdnußkleienmehl oder kurzweg„Futtermittel“ kommen in letzter Zeit öfters Erdnußhülsen in den Handel, die infolge ihres niederen Protein- und Fettgehaltes keineswegs ein vor⸗ zügliches Futtermittel sind. Im Mittel von 8 Analysen ergab sich ein Gehalt von Brotemmmm R 1185 Kohlehydrate„„ Der berechnete Wert im Vergleich zu Erdnußkuchen beträgt rund 2 Mk. loco Hamburg, der Verkaufspreis 4 Mk. für 1 Ztr. Letzterer ist also ein viel zu hoher. Citerarisehes. — Landwirtschaftslehre, ein Leitfaden für Fortbil du ngsschulen, zusammengestellt und praktisch er⸗ probt von S. Leidich. 3. Teil: Tierzucht. Verlag von Emil Roth⸗ Gießen, 1905. Das Büchelchen faßt kurz alles zu⸗ sammen, was in den Rahmen des Lehrziels der Fortbildungs⸗ schule gehört und darf für den Gebrauch im Unterricht warm empfohlen werden. Wiedersehen macht Freude. (Nach einer wahren Begebenheit.) (Driginal-Beitrag des„Hess. Landwirt“.) Woas mer net alles hent erlewe kann, Saht gest' zu mir e Bauersmann E Hinkel harr ich, es woar en Staat, m Kamm en Swanz woar's und ak'rat, Seid ner Wochene drei fehlt mers uf em Hob Wos sonst so gravitätisch uf em Mist erum ob. Ter Hab'ch hoats geholt, saar eich zur Käth; Wenn er deich nur schon am Krage hätt, Saht sei en gukt zum Fenster enaus, Uf amal kreischt se en läft eraus. Woas war dann luß, woas war bassiert? Ei des Hinkel kam grad a marschiert Un hat elf Junge noch bei sich, gen e ee een Eich setzt se rasch in die St! Cn streut en gelbe Hirse hin Dann packt ich se in en Kaste ein. Un schlept se in die Stadt enein, Da stbe se bei'er Dampfheizung Un komme später uf die Ausstellung. H. S. Redaktion: Auaust Goetz.— Rotatlonsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch⸗ und Steindruckerei. R. Lange. Gießen⸗