ang. en · woch woc Aufwärts! Gemeinlchaitsblatt für Bellen Erscheint alle vierzehn Tage. Verlag der Buchhandlung der Pilgermission Gießen. — Redakteur: Stadimfssionar F. Herrmann, Dießen. Verschiedene Mitarbeiter. Druck von J. G. Oncken Nachfolger, G. m. b. H., Cassel. Nr. 33/34. Sonntag, den 15. und 22. August 1920. „Gott hat die Seit der Unwissenheit übersehen; nun aber gebietet Er allen Menschen an allen Enden, Buße zu tun.“ Apg. 17, 50. Beim Pflügen. Zwei junge christ⸗ liche Eheleute fanden für nötig, zur Beihilfe bei ihrem Ackerbau einen Arbeiter ins Haus zu nehmen. Da traf sich's denn, daß sie einen Bruder der Frau, einen wilden, dem Fluchen er⸗ gebenen jungen Mann nehmen mußten, der in seinem Sündenleben so verwegen und ausge⸗ lassen war, daß manche sich zuweilen recht vo ihm fürchteten. Am Tage vor seiner An⸗ kunft schlug die Frau, von schwesterlicher Liebe gegen ihren Bruder er— füllt, ihrem Manne vor, sie wollten gemeinsam für ihn beten. Sie beschlossen denn, damit anzu⸗ halten, bis Gott ihr Gebet erhören würde. Acht Tage darauf war der junge Mann am Pflügen. Da ward ihm auf einmal, wie er sich hernach aus⸗ drückte,„ganz sonderbar zumute“. Er fühlte, daß er ein armer, verlorner Sünder sei, und fühlte dies so sehr, daß er sich fast nicht mehr zu helfen wußte. Er ließ seine Pferde mitten in der Furche stehen, fiel auf seine Knie und schrie zu Gott um Gnade. Es dauerte nicht lange, so fand er Vergebung seiner Sündenschuld. Auch wir leben in einer Welt voll Sünde und Schuld, voll Ach und Weh, voll Kampf und Herzeleid. Aber inmitten dieser Welt voll Trauer gibt es einen Weg des Friedens, den Gott selbst bereitet hat. Der Sohn Gottes hat gesagt:„Ich bin der Weg.“ Gott hat in Seiner unendlichen Liebe und Gnade für uns arme, sündige Menschen Jesum Christum, Seinen geliebten Sohn, am Kreuze sterben beugen wie die alle Erkenntnis übersteigende Liebe lassen. Ungerechten die Strafe getragen, damit wir Frieden Dort hat Jesus als der Gerechte für die hätten. Ohne Vergebung der Sünden zu besitzen, gibt es keine Gemeinschaft mit Gott und ohne Ge⸗ meinschaft mit Gott keinen Frieden. Am Kreuze aber findest du zum Heil und zur Freude deiner Seele, wie Gott dich liebt, der du doch von Natur, wie alle Menschen, nichts als ein Sünder bist und in Sünden so lange dahingelebt hast. Und zugleich erkennst du dort am Kreuze, wie Gott dir, unbeschadet Seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit, deine Sünden vergeben und damit Frieden schenken kann. Gnade und Gerechtigkeit begegnen sich dort am Kreuze des HErrn Jesu. Auf dem Boden des Kreuzes Christi kann der gerechte Gott den Sünder annehmen und ihm Frieden schenken. Nichts kann das stolze Herz des Sünders so 13. Jahrg. Gottes, der Seinen Sohn am Kreuze für unsere Sünden sterben ließ. Wenn ein Sünder schuldbewußt seine Missetaten vor dem HErrn bekennt und um Gnade und Erbarmen fleht, so darf er auch hinblicken nach Golgatha, wo Jesus, der Sohn Gottes, den Tod erlitten hat und damit Frieden mit Gott machte. Gott hat sich vor Grundlegung der Welt ein Lamm ersehen,„ein Lamm ohne Fehl und ohne Flecken“. Ihn hat Er in diese Welt gesandt, und Ihn hat Er dahingegeben und leiden lassen am Kreuze, damit wir, du und ich, errettet werden sollten. Abrahams Hand wurde im letzten Augenblick zurück gehalten von der Opferung seines Sohnes, und ein Widder wurde an Isaaks Statt zum Brandopfer dargebracht. Als aber Christus am Kreuze hing, da war keine Hand, die Gott zurückhielt, Ihn zu strafen für unsere Sünden; da war keine Stimme, die Ein⸗ halt gebot, als alle Wogen des Gerichts über dem unschuldigen Haupt unseres Stellvertreters zusammen⸗ schlugen. Er mußte den Kelch des Zorns Gottes über unsere Missetaten bis auf den Grund leeren. Ihm konnte nichts erspart werden, wenn auch nur ein Sünder dem ewigen Verderben entrinnen und Frieden mit Gott finden sollte. Und Gott ist durch das Kreuz von Golgatha, durch den Tod Seines Sohnes verherrlicht worden. Seine Liebe kann nun ausströmen zu dem Sünder. Der Weg zu Gott steht jetzt allen Menschenkindern offen. Christus selbst ist dieser Weg; einen anderen gibt es nicht. Er sagt:„Ich bin der Weg...; niemand kommt zum Vater als nur durch Mich.“(Joh. 14, 6.) O. D. 83 Das Gedächtnis. Ich glaube, es gibt Tausende von Menschen, die ihre rechte Hand hergeben würden, wenn ne das Ge⸗ dächtnis ihrer Taten austilgen könnten. Es ist ein so schwarzer und dunkler Punkt in ihrem Teben, daß sie es gern vergessen würden. Manche stürzen sich daher in Vergnügungen hinein, um den Gedanken an ihre Sünde zu ertränken. Sie betrinken sich und meinen, im Rausche könnten sie die quälenden An⸗ klagen des Gewissens betäuben Aber der Tag kommt, wo Gott zu ihnen sagen wird:„Gedenke, Mein Sohn!“ Er wird sie sehen lassen das Denkmal, das sie sich selbst gestellt, und dieses wird sie ver⸗ dammen. b Ich möchte euch eine Frage vorlegen. Glaubt ihr, daß Kain je vergessen hat, wie er den Abel er⸗ mordete? Denkt ihr nicht, diese Sünde habe ihn verfolgt bis in die andere Welt hinüber? Sechs⸗ tausend Jahre sind seitdem vergangen, aber denkt ihr nicht, er erinnere sich noch jetzt lebhaft daran, wie Abel aussah auf dem Felde, als er sich gegen ihn erhob und ihn erschlug? Wir wissen nicht, wie er ihn tötete, aber wahrscheinlich tat er es mit einer Keule. Wie wird Abel gefleht haben:„Nimm mir mein Leben nicht; ich liebe dich; ich habe ja nichts gegen dich getan!“ Glaubt ihr, Kain habe dieses Flehen vergessen? O nein, das blieb ihm in der Erinnerung, und die nahm er mit sich fort. Und ich glaube, das ist der Wurm, der nicht stirbt, das ist's, was die Hölle so schrecklich macht. Ich glaube, daß Kain sich erinnert, wie Abel aussah, und er er⸗ innert sich daran, wie das Blut floß, nachdem er den ersten Schlag getan. Das ganze so schreckliche Schauspiel ist ihm in so frischer Erinnerung, als wäre es erst gestern gewesen. Er erinnert sich jetzt daran; mit einer schrecklichen Lebhaftigkeit steht der Anblick des ersten ermordeten Menschen vor seinem Gedächtnis. Er denkt daran, wie jene Wunde aus gesehen und wie er seinen ermordeten Bruder ver- scharrte und es versuchte, seine Sünde zu verhehlen. Er dachte vielleicht, er habe die Sünde begraben und sie werde ihm nie mehr Unruhe machen. Aber denkt ihr, es habe ihn nie beunruhigt und das Ge⸗ wissen sei ihm nie aufgewacht und habe ihn geschlagen? Glaubt ihr, Judas habe die grausame Tat ver. gessen, da er seinen Meister verriet mit einem Kuß? Ich glaube es nicht. Glaubt ihr nicht, Judas er⸗ innere sich daran, wie Jesus ihn anblickte und freund- lich zu ihm sagte:„Verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß?“ Die Erinnerung daran nahm er mit sich, und wenn ihr ihn jetzt sehen könntet, so würde er euch sagen, daß diese Worte es sind, die ihm die Hölle so schrecklich machen. Nicht nur das, sondern ich glaube, Judas erinnert sich der Reden Jesu, die so tiefen Eindruck machten, wenn Er predigte. Er denkt daran, wie Jesus eines Tages sagte:„Kommt her zu Mir alle, die ihr müh'elig und beladen seid, Ich will euch erquicken.“ Ich glaube, Judas kann sich erinnern, wie Jesus aussah, als Er über Jeru⸗ salem weinte und sagte:„Wie oft habe Ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt.“ Ich glaube, daß Judas das Andenken an alles das mitgenommen hat, und ich sage euch, meine Freunde, ihr werdet das Andenken an alle eure Sünden mitnehmen in die andere Welt, es sei denn, daß sie mit dem teuern Blut Christi ausgetilgt werden, das auf Golgatha vergossen ist. Der erste Mord, an den ich mich erinnern kann, daß er in Amerika stattgefunden hat, machte einen tiefen Eindruck, auch in anderen Ländern. In Boston lebte ein berühmter Professor. Er war ein einfluß⸗ reicher Mann und ein großer Geist. Ein Doktor besuchte ihn und forderte Geld von ihm, das er ihm schuldig war. Sie gerieten in Wortwechsel, der Professor wurde zornig und schlug seinen Gläu⸗ biger und tötete ihn. Anstatt nun seine Sünde zu bekennen, begrub er der Leichnam und versuchte, sein Verbrechen zu verheimlichen. Aber es schien ihm, als liege der Ermordete beständig in seinem Bureauz das Bild desselben wollte ihm nicht aus den Augen komme und z fängn morde hinger leben. morde Werk Es Mann die er sieben über Gerick 9 Gewif diesem nicht keine und f. so sch nicht nicht ist ni das, Gedäc nachzi hätte fromn seine hat. für il A Aber und längen Gnad Zeit k furcht euch ziehen und e blick, Tode euch, hindu Heil pflicht Gang nimm auch hat g mir chts eses der Ind das ibe, er · er iche als jetzt der nem aus- ver⸗ len. üben lber Ge⸗ zen? ver⸗ uß? er⸗ und⸗ zohn n er so die das, eden igte. mmt seid, kann ßeru⸗ deine ihre nicht nan neine eure denn, tilgt kann, einen oston fluß⸗ oktor 8 er chsel, Bläu⸗ de zu sein ihm, reau; lugen kommen. Der Professor wurde vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt, und während er im Ge⸗ fängnis war, hörte er beständig die Stimme des Er⸗ mordeten, und es war eine Wohltat für ihn, daß er hingerichtet wurde. Er wollte lieber sterben als leben. Er hörte den Schrei, die Stimme des Er⸗ mordeten. Das Gewissen fing an, sein furchtbares Werk des Verdammens zu tun. Es kam ein anderes Verbrechen vor, wo ein Mann seine Frau ermordete und eine andere heiratete, die er mehr liebte als seine eigne Frau. Er bekam sieben Kinder, und zwanzig lange Jahre gingen dar— über hin. Aber zuletzt lieferte er sich selbst dem Gericht aus. Er wollte lieber sterben als leben. Meine lieben Freunde, die Zeit kommt, wo euer Gewissen ganz aufwachen wird. Wacht es nicht in diesem Leben auf, so doch in jener Welt. Laßt euch nicht vom Satan betrügen mit der Lüge, es gäbe keine zukünftige Vergeltung. Geht in ein Gefängnis und fragt dort einen Gefangenen, was das Gefängnis so schrecklich macht. Er wird euch sagen:„Es sind nicht die dicken Mauern, nicht die ehernen Tore, nicht die Gefängniskleider oder die Gefängniskost, es ist nicht einmal der Verlust der Freiheit.“ Aber das, was das Gefängnis so schrecklich macht, ist das Gedächtnis. Er geht in diese Zelle und fängt an nachzudenken. Er denkt daran, was aus ihm Besseres hätte werden können, er denkt an die Gebete seiner frommen Mutter, an sein gottesfürchtiges Weib, an seine Kinder, die er in Elend und Schande gebracht hat. Es ist dieses Gedächtnis, was sein Gefängnis für ihn so schrecklich macht. Auch wir werden unser Gedächtnis mit uns nehmen. Aber ich hoffe, daß der Heilige Geist euch aufwecke und euch dazu bringe, daß ihr eure Rettung nicht länger aufschiebt. Denkt daran, jetzt ist der Tag der Gnade, dies ist der Tag des Heils und die angenehme Zeit des HErrn. Ihr könnt jetzt Buße tun und dieses furchtbare Andenken austilgen lassen. Jesus ist bereit, euch zu vergeben; Er hat gesucht, euch zu Sich zu ziehen. Er will diese schwarze Erinnerung auswischen und euch retten. Ihr könnt euch bekehren diesen Augen⸗ blick, wenn ihr wollt.„Ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, spricht der HErr; darum bekehrt euch, und ihr sollt leben.“ (Aus einer Ansprache von D. L. Moody.) K Der Zustand der Seele. Viele, viele Menschen widmen das ganze Jahr hindurch nicht eine einzige Viertelstunde ernstlich dem Heil ihrer Seele. Und selbst dann, wenn sie sich pflichtgemäß zwei- oder dreimal im Jahre zu einem Gang aufraffen, um Gottes Wort zu hören, ver⸗ nimmt doch die Seele Gottes Stimme nicht, denn auch unter der Predigt ist man der alte. Die Seele hat gar nicht das Zeug dazu, die Wahrheit in sich aufzunehmen, weil sie am Erdenstaub festklebt. Sie hat ja keine Flügel; wie kann sie sich zum Licht emporschwingen! Hätten manche so wenig für ihren Leib getan, als sie für ihre Seele gesorgt haben, längst säßen sie im Siechenhaus. Es ist ein Trauer⸗ spiel ohnegleichen: Menschen, nach dem Bilde Gottes geschaffen, zum ewigen Leben bestimmt, die Fähig⸗ keit besitzend, mit der oberen Welt in Beziehung zu treten, dabei die Zerbrechlichkeit und Unzulänglich⸗ keit alles Irdischen stets vor Augen habend— und dabei doch kein Seelenheimweh nach Gott empfindend. Es gibt zahllose Familien, wo nicht gebetet, wo der Name Jesus nicht genannt, wo Gottes Wort nicht gelesen und wo das Wort Be— kehrung gehaßt wird. Das ist hier nicht gesagt von solchen Familien, die allem Religiösen aus⸗ gesprochen feindlich gesonnen sind, bei denen der Unglaube zur Familientradition gehört, sondern von denen, die keineswegs für Ungläubige gelten wollen. Könnte man von Haus zu Haus gehen, um eine Untersuchung über vorhandenes Glaubensleben vor⸗ zunehmen, man würde über den großen und bedenk⸗ lichen Mangel an wirklichem religiösen Leben ge⸗ radezu entsetzt sein. Fange an von dem zu reden, was des Lebens höchstes Kleinod ist: der Friede mit Gott, und die einzige Antwort ist verlegenes Stillschweigen. Und doch ward uns die Sprache gegeben, damit wir uns über das Höchste und Tiefste, was es geben kann, äußern könnten. Und nun dies beängstigende, be⸗ drückende Schweigen, sobald die Unterhaltung auf das Gebiet des Göttlichen hinüberleitet! Dabei sind es meist nette, anständige und achtungswerte Menschen, mit denen wir es da zu tun haben. Wie wertlos muß denen allen die Seele erscheinen! Wer eine von Gottes Lebensgeist geweckte Seele be⸗ sitzt, kann es kaum fassen, wie Hunderttausende das ganze Leben zubringen können, ohne daß sie Gottes entbehren, und doch ist es unbestreitbare Tatsache, daß sie die Gemeinschaft mit Gott gut missen können.— An diesem Urteil ändert auch die Tat⸗ sache nichts, daß sich zu den religiösen Veranstal⸗ tungen oft ganze Scharen drängen, so daß die Räume kaum zureichen. Wahres Christentum sucht und will man nicht; denn auf ihm hat noch zu allen Zeiten die Schmach gelegen, die sein HErr und Meister in der Welt zu tragen hatte. Bei allem sogenannten religiösen Interesse schläft die Seele, und sie schläft nicht nur, sie ist von allem ursprünglichen Hungern nach Gottesbrot, das nie⸗ mals gestillt wurde, zuletzt todesschwach geworden. Man spürt sie nicht mehr; sie beherrscht nicht die Entschlüsse, die man trifft, und entscheidet nicht über die Wege, die man einschlägt. Sie ist durch ständige Vernachlässigung zu sehr zusammengeschrumpft. Arme Seele! Denke bitte, lieber Leser, über den Zustand deiner Seele nach! 2 N Kürasster F. Im Jahre 1750 war L. Kürassier in Berlin. Er hatte das Zeugnis eines guten Soldaten, war aber dabei ein ruchloser Mensch. Nicht nur hatte er von Jugend an eine wilde Gemütsart, sondern er ließ sich auch mit den Jahren ganz in den Sünden⸗ dienst hineinziehen. Neben anderem trieb er auch die Taschenspielerkunst. Viele Jahre war er nimmer zur Kirche gegangen.“ Da an einem Sonntag, als er an der Dreifaltigkeitskirche vorübergeht, bekommt er einen starken Antrieb, in diese hineinzugehen und zu hören, was gepredigt werde. Als er hineintritt, sagt der damalige Feldprediger H. gerade die Worte: Es möchte doch ein jeder der noch Unbekehrten die Worte des kanaanäischen Weibes auf sich anwenden und sagen:„Ach HErr, Du Sohn Davids, erbarme Dich mein! Denn meine Seele wird vom Teufel übel geplagt.“ Ja, mancher dürfte sagen:„Meine Seele wird von mehr als einem Teufel geplagt, vom Sauf.:, Spiel- und Hurenteufel.“ Diese Worte fuhren unserem Kürassier wie ein Donnerschlag ins Herz, und es hieß bei ihm: Ein solcher Mensch bist du. Als er hierauf einen Mann neben ihm fragte, wer der Prediger sei, und die Antwort erhielt: „Kennt er ihn denn nicht? Es ist ja euer Feld. prediger,“ da vermehrte sich die Angst seines Herzens noch. Um sie los zu werden, suchte er nach der Kirche seine gewöhnliche Gesellschaft auf, fand aber hier keine Ruhe. Deshalb ging er in sein Quartier und forderte von seiner Wirtin Bibel und Gesang⸗ buch, die höchst verwundert über ein solches Be⸗ gehren ihm beides aushändigte. Er hoffte durch das Lesen in diesen beiden Büchern seine Angst zu beschwichtigen; allein sie wurde so groß, daß er gar nicht fähig zum Lesen war. In der folgenden Woche hatte L. eine Aussprache mit seinem Feld⸗ vrediger, und dieser fragte ihn:„Nun, wie steht es mit Ihnen?“ Er antwortete:„Mein Herr Prediger, recht schlecht. Ich bin ein erschrecklich großer Sünder.“ Der Prediger, der nichts von dem wußte, was am Sonntag mit ihm vorgegangen war, ließ sich's er⸗ zählen, und seine Seele freute sich über die Hirten. treue des HErrn, der die Verloruen auf allerlei Weise sucht. Er nahm sich des Bekümmerten herz lich an und zeigte ihm aus dem Evangelium Den⸗ jenigen, der keinen Sünder hilflos und ungetröstet von Sich weist, wenn er Ihn bußfertig und gläubig sucht. L. nahm diefe Anweisung mit großer Freude an. Er fand bei Jesu Trost und Ruhe für sein geängstetes Herz und war in Zukunft vor allen seinen Kriegskameraden, die ihn in seinem vorigen Zustande kannten, beides, ein Wunder und ein wirk⸗ sames Beispiel davon, daß es auch dem gottlosesten Menschen möglich sei, ein Kind Gottes zu werden. Er machte auch seinem Bekenntnis Ehre und bewies sich dabei als ein rechtschaffener Soldat. Als er in der Schlacht bei Frankfurt a./Oder ein Quetschung an den Füßen davontrug und hierauf seinen Abschied erhielt, begab er sich nach Haus zu Frau und Kindern, wurde in B—t Waisenvater und ging endlich dort selig zur Ruhe des Volkes Gottes ein D Erst Selbsterkenntnis. Gott will von uns Menschenkindern erkannt sein Der Weg zu wahrer Gotteserkenntnis führt erst durch die Tiefen der Selbsterkenntnis. Wenn wir uns selbst erkennen lernen und in unserem verlornen Zu⸗ stand weder aus noch ein wissen, dann öffnet uns das Erbarmen Gottes das Verständnis für wahre Gotteserkenntnis. Wir erkennen Ihn in dem Opfer Christi als den Gott, der die Sünden vergibt und unsere Missetat hinwegtut. Wir erkennen Ihn als den Gott des Friedens, der unsere Herzen selig⸗ machen will in der Tat. O daß wir Übung hätten im rechten Eindringen in die Erkenntnis Gottes, die uns gegeben ist zu unserer Seelen Seligkeit! Versammlungs Anzeigen. Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Löberstraße 14 Jeden Sonntag 1% Uhr Sountagsschule; 4 Uhr Jungfrauenverein; n Uhr Bersa mwg; 4½ Uhr Christlicher Verein junger Männer; eben Mitich ½ e Dibeistunde; jeden Freuag 3½ Uhr Gebetsstunde. N Bezirk Bellnhausen. Jeden Soumtag 2 Uhr Bersammlung im Vereinshaus Bellnhausen. N Bezirk Friedberg. Stadtmission Friedberg, Ludwigstr. 24. Jeden Sonntag vorm. 11 Uhr Sonntagsschule; nachm. 4 Uhr Unter⸗ haltungsstunde für die Jugend; abends 8½¼½ Uhr Predigtgottesdienst; Dienstag abends 8 Uhr Blaukreuz⸗ oder Frauenstunde; Mittwoch abends 8½ Uhr Jugendbund; Donnerstag abends 8½ Uhr Bibel⸗ und Gebetsstunde. Bab Nauheim; Erholungsheim Bethesda, Frankfurter Str. 87½. Jeden Dienstag und Donnerstag abends 8½ Uhr Bibelstunde. Stammheim und Schwalheim. Jeden Sonntag Versammlung. Bezirk Nidda ⸗ Schotten. Nibde(in Burg he). Jeden Sonntag abenbs 9 Nin Derfemmlung jeben Montag abends 9 Uhr Gebetsstunde; ieden Dienztag abends 9 Nr Bibelstunde. Schotten, Hauptstr. 99. Jeden Sonntag mittags 12½ Uhr Seu tagsschule; jeden Sonntag abends 9 Uhr Bersammlung, jeben Mittwoch abends 9 Uhr Bibel und Gebetsstunde. Anderungen siehe Tageszeitung der Orte. n Bezirk Sellnroö. Jeden Sonntag abends 8½ Uhr Bersammlung und eden Mittwoch und Freitag Gebetsstunde mit Bibelbetrachtung. e Sel hint sie 6 alte ruht und sand hatt kom alle brü⸗ vor bew man der Her war gän, Mo gebe war Hau dem eine an d Sel pral gött das verkt dir schie Tag öfter quäl