Wissenist Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolks zeitung ach Nummer 17 Dienstag, den 29. Juli 1913 2. Jahrgang i Anarchismus und Sozialismus. Durch die ganze Geschichte des modernen Sozialismus zieht sich der Kampf mit dem Anarchismus, der die Arbeiter auch zu gewinnen und zum Kampfe zu wecken suchte. Weil der Anarchismus der heutigen Gesellschaftsordnung gleich— falls feindlich gegenübersteht und auch eine kommunistische Gesellschaft wünscht, ist der Vergleich der beiden Anschau— ungsweisen das beste Mittel, die besondere Eigenart der so— zialdemokratschen Grundanschauungen klar hervorzuheben. Der Anarchismus sieht in der Herrschaft von Menschen über Menschen die Wurzel alles Uebels. Durch Gewalt der Starken gegen die Schwachen entstanden, durch materielle und geistige Unterdrückung aufrecht erhalten, findet diese Herrschaft in dem heutigen Staate mit seinen materiellen Gewaltmitteln und seiner Autorität ihren stärksten Ausdruck. Die Macht der Staatsgewalt hält die Arbeiterklasse, die große Volksmasse, in Knechtschaft; ohne den Schutz des Staates könnten die Kapitalisten das Proletariat nicht ausbeuten. Da— her braucht nur der Staat durch die Empörung der zum Freiheitssinn erwachten Massen beseitigt zu werden; dann werden die Menschen, von allem Zwange, von oben erlöst, als freie Menschen ihre Arbeit kommunistisch regeln. Freiheit einerseits, Zwang und Autorität anderseits sind nach dem Anarchismus die beiden Prinzipien, deren Kampf den Inhalt der Geschichte bestimmt. In dieser Anschauung zeigt er sich als der Erbe des alten Liberalismus des auf— steigenden revolutionären Bürgertums, das ja auch die Freiheit zu seiner höchsten politisch-sozialen Forderung erhob. Er sieht nicht, daß diese Freiheit nur der Ausdruck für die Herrschaft des Kapitals war; er nimmt die Losung ernst und bemängelt bloß die Inkonsequenz und die Heuchelei der liberalen Freiheitsfreunde, die die Staatsgewalt zur Unter— drückung der Arbeiter aufrecht erhalten. Sein Kultus der freien Persönlichkeit entspricht der Gedankenwelt des Klein— produzenten oder des im Kleinbetrieb lebenden Arbeiters; in dem Kleinbetrieb kann der einzelne seine Arbeit nach freiem Belieben regeln. Dadurch stellt der Anarchismus sich in Gegensatz zu der Gedankenwelt, die in dem Proletariat der Großbetriebe aufwächst. In dem Großbetrieb ist die Arbeit organisiert; der moderne Arbeiter weiß, daß— mag auch das Gebot des Meisters die Form sein— der notwendige Zu— sammenhang innerhalb der gemeinsamen Arbeit die Freiheit des einzelnen beschränkt. In der Organisation und der Unter— ordnung des Individuums unter eine Gemeinschaft sieht er auch das einzige Mittel, die gewaltige organisierte Macht der Kapitalistenklasse erfolgreich zu bekämpfen. Der Anarchismus operiert mit dem aus der Zeit des Kleinbetriebs stammenden Gegensatz von Freiheit und Zwang und übersieht, daß es noch ein Drittes gibt, das weder die absolute Freiheit noch der Zwang ist: die Organisation mit ihrer freiwilligen Disziplin, das zu dem Großbetrieb, zu unserer heutigen hochentwickelten Technik gehörende Prinzip. Die Organisation allein kann die Arbeiterklasse und damit die Menschheit von der unterdrück— ten Herrschaft einer ausbentenden Klasse befreien; daher geht der wirkliche Kampf zwischen diesen beiden Prinzipien: Zwangsgewalt und Organisation. Darin liegt der Grund, weshalb der Anarchismus praktisch nur in der Jugendzeit der Arbeiterbewegung etwas bedeutete und auf das moderne Proletariat jede Anziehungskraft verloren hat. Während die anarchistische Theorie also im Grunde die alte bürgerliche Theorie don Freiheit und Gewalt ist, statt — auf die Bedürfnisse der von der Bourgeoisie unterdrückten Klassen zugespitzt, steht die sozialistische Theorie den bürger⸗ lichen Anschauungen als eine völlig neue Wissenschaft der Gesellschaft gegenüber. Mehr noch, sie ist die erste wirkliche zusammenhängende Wissenschaft der gesellschaftlichen Er- scheinungen, gegen die alle bürgerlichen Anschauungen nur unwissenschaftliche Phantasien und einen unklaren Aber⸗ glauben bilden. Der Sozialismus sucht nicht in einer Einzel ⸗ erscheinung, in dem Staat und der Gewalt, den Grund alles Uebels und in einem abstrakten Freiheitsprinzip die Rettung. Er bringt das ganze gesellschaftliche Leben mit all seinen ver⸗ schiedenen Kräften in Zusammenhang auf der Grundlage der Produktionsweise. Auf der Produktionsweise, der Form der Arbeit zur Erzeugung des Lebensunterhalts, beruhen die anderen gesellschaftlichen Institutionen, Recht und Sitte, Ge— walt und Kultur, Staat und Politik, sowie die Anschau⸗ ungen und Ideen der Menschen, die alle wieder als Kräfte zur Festigung oder zur Umwälzung der bestehenden Wirt- schaftsordnung wirken. Was sonst als Zufall und Willkür, als Tücke oder Dummheit der Menschen, als Ausfluß ihrer Serrschsucht oder ihrer Knechtseligkeit erscheint, kann dadurch erst logisch und natürlich verstanden werden. Gewiß ist der, Irrtum, die Staatsgewalt sei das Grundübel, einigermaßen, verständlich zu einer Zeit, als eine überflüssig gewordene Ausbeuterklasse nur durch ihre Verfügung über die staatlichen Machtmittel ihre Herrschaft behauptet, und diese ihr also ent⸗ rissen werden müssen. Aber die ganze Geschichte zeigt, daß die politische Macht einer Klasse in ihren ökonomischen Funktionen wurzelt, daß mit der Wirtschaftsform auch die politischen Institutionen entstehen, sich wandeln und ver- schwinden, und daß die Gewalt zwar oft die Geburts- helferin, aber nie die Erzeugerin einer neuen Gesellschafts⸗ ordnung war. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft will die, Umwandlung der Produktionsweise durchführen, die durch die moderne Entwicklung geboten ist, sie will die sozialistische, Produktion an die Stelle der kapitalistischen stellen; dazu muß sie die politische Herrschaft der Bourgeoisie zuerst be⸗ seitigen. N Wenn also behauptet wird, daß Sozialismus und Anar⸗ chismus einander durch ihre verschiedene Stellung zum Staate und zur Staatsgewalt gegenüberstehen, da der eine sie beseitigen, der andere sie erhalten will, so ist das unrichtig. Der Unterschied liegt darin, daß der Anarchismus den Staat, der Sozialismus die Wirtschaft in den Mittelpunkt seiner Lehren und Ziele stellt. Der Anarchismus kümmert sich nicht um die Wirtschaft, denn, wenn nur erst der Staat beseitigt ist, wird sich die Wirtschaft schon gestalten, wie es am besten ist. Der Sozialismus betrachtet umgekehrt die Gestaltung der politischen Organisation als einen Ausfluß der Wirtschafts⸗ weise. Das führt zugleich zu einem anderen Gegensatz. Der wissenschaftliche Sozialismus unterscheidet sich von jeder bürgerlichen Anschauungsweise vor allem als die Lehre von einer natürlichen und notwendigen gesellschaftlichen Entwick⸗ lung. Die marxistische Sozialdemokratie untersucht die Kräfte in der wirklich vorhandenen Welt, um zu entdecken, welche Formen sich aus ihr entwickeln werden; das ganze Wesen unserer Partei beruht auf der Einsicht, daß der So⸗ zialismus sich notwendig aus den Kräften der heutigen kapitalistischen Welt, namentlich dem proletarischen Klassen⸗ kampf, entwickeln wird. Wer nicht auf diesem Boden steht, 1 1 7 5 5 1 1 54. 4 1 für den kann eine andere Gesellschaftsordnung nur als Utopie bestehen, als gedankliche Konstruktion, wie man wünscht oder hofft oder denkt, daß sie sein wird. Das gilt auch für den Anarchismus, der in diesem Sinne als bürgerliche Zukunfts⸗ theorie die Fortsetzung des alten Utopismus bildet. Am klarsten tritt das in den Schriften der Anarchisten selbst zutage. iden die Richtungen nach der Utopie oder Zukunftsvorstellung, die jede verwirklichen will. In ihrer Bekämpfung der Sozialdemokratie heben sie als den Gegensatz beider hervor, daß die Sozialdemokraten eine an- dere Gesellschaftsordnung wollen als sie, und zwar eine schlechtere, eine verkehrte, den sogenannten„Kollektivismus“ oder„Staatssozialismus“, wobei alle Arbeit und alles Leben durch die Zwangs während sie selbst den echten, auf Freil eit gegründeten„Kom- munismus“ wollen. Sie glauben also, daß die Sozialdemo— kraten genau solche Utopisten sind wie sie selbst und auch be⸗ stimmte Konstruktionen der Zukunft im Kopfe haben, die sie verwirklichen wollen. Nun mag es allerdings hin und wieder Sozialdemokraten geben, die sich nicht nur bestimmte Vor- stellungen gebildet haben über die Art und Weise, wie die Zukunftsgesellschaft umgebaut wird, welche Rolle dabei die Staatsgewalt zu erfüllen hat und welche irgend eine andere Institution— sondern diese Vorstellungen auch für das Wesentliche der sozialdemokratischen Anschauungsweise halten und danach die Resultate einer Untersuchung der wirklichen Kräfte in der Gesellschaft beurteilen oder verwerfen. Aber es ist klar, daß dies nur ein augenblicklicher Rückfall in den Utopismus ist. Die Sozialdemokratie hat nicht eine be⸗ stimmte Zukunftsvorstellung zu verwirklichen, sondern die Hemmnisse aus dem Wege zu räumen, die der wirtschaftlichen Entwicklung und ihrer wichtigsten Bedingung, der politischen Herrschaft des Proletariats, im Wege stehen. Sie untersucht die Kräfte, die in dieser Entwicklung von Wirtschaft und Klassenkampf eine Rolle spielen, und sucht ihr Resultat zu er— Sie unterscheid ewalt des Staates von oben geregelt wird, 7 00 0— 1 kennen; diesem Ergebnis paßt sie ihre Vorstellungen über die Zukunft an, nicht umgekehrt. Daher werden ihre Vor stellungen über diese Zukunft sich wandeln mit der Entwick lung der Gesellschaft selbst, die immer neue Einblicke ge— Konstruktonen der Das feste Fun marxistische Grund— währt, im Gegensatz zu den Utop'sten aller g dament der Sozialdemok nur die realen Kr ch vorhandenen Ge— die Zukunft bestimmen und daß nur die Er dieser Kräfte uns einen Einblick in die Zukunft Aus dem Leben von Karl Marx. te von Karl Marr er Zeitung mit. Es handelt sich um die beiden Gesuche, die Karl Marx 1848 und 1861 das zweite Mal mit Unterst ig Lassalle an die preußische chtete, um wiede preußische Stae gerrecht zu Marr bekanntlich den preußischen nachdem ihn die Zensur von akteur der Rheinischen Zeitung am 1. Januar g batte sich nach Paris gewandt, wo er mit deutschfranzösischen Jahrbücher herausgab, von in Heft erschien. Weiter arbeitete Marx damals Vor 8 N erscheinenden schen Verhält ott überschüttete Regierung von is aus Frankreich Anfangs des die a0 Jahres 1845 Regierung Regierung seine ersuchte Marx stimmung] zur den er am 1 s wanderung d zwar angeblich ne Amerika 1845 auch erhielt. Nach dem Gesetz vom 31. De e 1 Erwerb und Verlust der Eigenschaft als preußischer Untertan batte damft Marx sein preußisches t= bülrgerrecht verloren. Aber auch in Brüssel war ind ng u eines Bleibens nicht sehr lange. Die 8 1 des J 18s rief auch in Belgien Unruhen und so ließ die Ne g ihn, der der Bewegung nicht b, verhaften und verfügte am 2. Mürz 1848 seine Ausweisun 1 a Auf Einladung der provi⸗ lorischen Regierung der französischen Republik begab sich Marx nach Paris. Anfangs April war er dann wieder in Köln, wo er vom 1. Juni ab die Neue Rheinische Zeitung herausgab. Da am 80. März der Bundestag beschlossen hatte, daß den politischen Flücht⸗ lingen das aktive und passive Wahlrecht zur deutschen National- Verfammlung zustehen folle, wenn sie nach Deutschland zurllck⸗ kehrten und ihr Staatsbürgerrecht wieder anträten, glaubte auch Marz, sein preußisches Staatsbürgerrecht wieder erwerben zu können und suchte bei der Kölner Stadtverwaltung um die Naturalisation nach. Der Kölner Stadtrat war bereit, dem Ge⸗ such stattzugeben, die Kölnische Bezirks⸗Regierung jedoch machte Schwierigkeiten einmal wegen der Person Marxens, dann auch wegen seiner Tätigkeit als Redakteur der Neuen Rheinischen Zei⸗ tung. Man wollte erst den Ausgang eines gegen Marx anhängig gemachten Preßprozesses abwarten und zog auch Erkundigungen über sein Verhalten in Brüssel ein, die natürlich ungünstig für ihn — im Sinne der Regierung— lauteten. Unter dem 3. August 1848 ging Marx daher ein Bescheid des Polizeidirektors zu, wonach sein Gesuch— vorläufig— abschlägig beschieden sei. Am 29. August richtete darauf Marx die folgende Beschwerde an den Minister Kühlwetter gegen die Entscheidung der Kölner Regierung. die von Herrmann erstmalig veröffentlicht wird. Die Eingabe lautet: „Herr Minister! Ich erlaube mir hiermit, bei Ihnen Rekurs einzulegen gegen einen Beschluß der hiesigen Regierung, der mich persönlich betrifft: Ich verließ im Jahre 1843 meine Heimat Rheinpreußen, um mich einstweilen in Paris niederzulassen. Im Jahre 1844 erfuhr ich, daß auf Grund meiner Schriften vom Königlichen Ober⸗ präsidenten in Koblenz ein Verhaftsbefehl gegen mich an die betreffenden Grenzpolizeibehörden abgegangen war. Diese Nach⸗ richt wurde auch in Berliner zensierten Blättern veröffentlicht. — Ich betrachtete mich von diesem Augenblick an als politischen Flüchtling. Später— Januar 1845— wurde ich auf direkte Veranlassung der damaligen preußischen Regierung aus Frank- reich ausgewiesen und ließ mich in Belgien nieder. Da auch hier von der preußischen Regierung Anträge auf meine Auslieserung bei dem belgischen Ministerium gestellt wur⸗ den, sah ich mich endlich genötigt, meine Entlassung aus dem preußischen Staatsverbande zu fordern. „Ich mußte dies letzte Mittel anwenden, um mich solchen Verfolgungen zu entziehen. Daß ich nur aus Notwehr einen Auswanderungs⸗Konsens verlangte, dafür ist der beste Beweis, daß ich in keinem anderen Staat das Bürgerrecht angenommen habe, obwohl es mir in Frankreich nach der Februar-Revolution von Mitgliedern der provisorischen Regierung angetragen wurde. Ich bin nach der März⸗Revolution in meine Heimat zurück⸗ gekehrt und habe mich in Köln im Monat April um das Bllrgec⸗ recht beworben, das mir auch vom hiesigen Stadtrat ohne Anstand bewilligt wurde. Der Paß ging nach dem Gesetze vom 31. Dezember 1842 an die Kgl. Regierung zur Bestätigung. Ich erhielt nun vom hie⸗ sigen kommissarischen Polizeidirektor Herrn Geiger ein Schreiben folgenden Inhalts: Ew. Wohlgeboren benachrichtige ich, daß die Kgl. Regie⸗ rung nach Lage Ihrer bisherigen Verhältnisse von der durch § 5 des Gesetzes v. 31. 12. 42 ihr beigelegten Befungnis, einem Ausländer die Eigenschaft als preuß. Untertan zu verleihen, zu Ihren Gunsten für jetzt nicht Gebrauch gemacht hat, Sie daher nach wie vor, als Ausländer zu betrachten sind(§ 15 und 16 des angeführten Gesetzes). Köln, d. 3. August 1848. Der kommiss. Polizeidirektor (gez.) Geiger. An den Herrn Dr. Marx Wohlgeboren Nr. 2678 Hier. Ich halte den Bescheid der Kgl. Regierung für ungesetzlich und zwar aus folgenden Gründen: Nach dem Vundesbeschlusse vom 30. März dieses Jahres sind wahlberechtigt und wählbar zur deutschen Nationalversammlung nicht nur die politischen Flüchtlinge, wenn sie nach Deutschland zurückkehren und erklärt haben, ihre Bürgerrecht wieder antreten zu wollen Beschluß des Parlaments, das zwar keine direkte gesetz⸗ igkeit hat, aber das für die Aussichten und Verhelßun⸗ ud ist, die dem deutschen Volke gleich nach der Revo⸗ ge t wurden, gibt das aktioe und passive Wahlrecht t denjenigen politischen Flüchtlingen, welche im Auslande er geworden sind, aber ihr deutsches Bürgerrecht wieder an⸗ wo Jedenfalls ist aber der Bundesbeschluß und die auf beruhende Wahlordnung des Winisteriums Camphausen in Preußen gesetzlich gültig.— Da ich durch meine Anmeldung zur Erwerbung des Niederlassungs rechtes in Köln, meine Absichk, deutsches Bürgerrecht wieder antreten zu wollen, deutlich werklärt habe, so steht es fest, daß ich zur deutschen National- Verfammlung Wähler und wählbar war, also mindestens das deutsche Keichsbürgerrecht besitze.— Wenn ich aber das höchste Recht besitze, das ein Deutscher baben kann, so wird mir das niedrigere Anrecht auf das preußische Staatsbürgerrecht um so weniger verweigert werden können. Die Lal. 1 0 viel Köln beruft sich auf das Gesetz vom 51. Dezember 1842. Au dies Gesetz im Zusammenhang mit dem obigen Bundesbeschluß, spricht für mich. Man verliert nach§ 15, 1 und 9, die Eigenschaft als Preuße durch Entlassung auf Anträg des Untertanen oder durch zehn⸗ 2 u hat. l lan den beine Aun Nenn mist . us hrigen Aufenthalt im Auslande. Es sind viele politische Flücht⸗ inge nach der Revolution in ihre Heimat zurückgekehrt, die über ihn Jahre im Ausland waren, also nach 8 15 des erwähnten sesetzes die Eigenschaft als Preuße ebenso gut verloren hatten s ich. Einige von ihnen, zum Beispiel J. Venedey, sitzen sogar der dänischen Nationalversammlung. Die preußischen Landes⸗ ylszeibehörden(§ 5 des Gesetzes) könnten also diesen deutschen sesetzgebern ebenfalls, wenn es ihnen beliebt, das preußische (taatsblirgerrecht verweigern! „Schließlich halte ist es für durchaus ungehörig, daß die hie⸗ ge Kgl. Regierung resp. der Herr kommissarische Polizeidirektor seiger sich in der mir gemachten Anzeige des Wortes„Untertan“ dienen, wo das vorige sowohl wie das jetzige Ministerium diese sezeichnung aus allen ihren offiziellen Aktenstücken verbannt hben und dafür nur von Staatsangehörigen sprechen. Ebenso gehörig ist es, selbst von einem preußischen Staatsbürger⸗ icht abstrahiert, mich einen deutschen Reichsbürger als„Aus⸗ inder“ zu bezeichnen. Wenn ferner die Kgl. Regierung nach age meiner bisherigen Verhältnisse die Bestätigung des preußi⸗ hen Bürgerrechts verweigert, so kann dies sich nicht auf meine sateriellen Verhältnisse beziehen, da selbst nach dem Wortlaut es Gesetzes vom 31. Dezember 1842 nur der Kgl. Stadtrat hrüber zu entscheiden hatte und zu meinen Gunsten ent⸗ Hieden hat. Es kann sich nur auf meine Tätigkeit als Redakteur und Chef er Neuen Rheinischen Zeitung beziehen und heißt dann: nach age meiner demokratischen Gesinnungen und meines oppo⸗ stonellen Auftretens gegenüber der bestehenden Regierung. Wenn aber selbst der hiesigen Bezirks⸗Regierung oder auch em Ministerium des Innern in Berlin die Befugnis zustehen te, was ich leugne, mir in diesem speziellen unter den Bundes⸗ eschluß vom 30. März gehörenden Falle das preußische Bürger⸗ cht zu verweigern— so könnten doch derartige tendenziöse (ründe nur im alten Polizeistaat, keineswegs aber im revo⸗ tionierten Preußen und bei seiner verantwortlichen Regierung it Anwendung kommen. Endlich muß ich noch bemerken, daß der Herr Polizeidirektor füller, dem ich erklärte, nicht auf das Ungewisse hin meine samilfe aus Trier nach Köln übersiedeln zu können, mich ver⸗ scherte, meine Naturalisation werde keinen Anstand finden. Aus allen diesen Gründen verlange ich, daß Sie, Herr inister, die hiesige Kal. Bezirksregierung anweisen, das mir um Vilen Stadtrat bewilligte Niederlassungsrecht zu bestätigen lid mir dadurch die Eigenschaft als Preuße wieder zu verleihen. Genehmigen Sie, Herr Minister, die Versicherung meiner voll— mmenen Hochachtung.“ Der Minister gab der Beschwerde nicht statt; in seinem Ent⸗ ed, der schon am 12. September erfolgte, heißt es: „Daß die Königliche Regierung zu Köln, wie ich Euer Wohl⸗ (boren auf die Darstellung vom 23. vorigen Monats erwidere, Ihnen die nachgesuchte Verleihung der Eigenschaft als Preuße r Zeit versagt hat, kann ich nicht für ungesetzlich erachten, da lie ein Recht auf Naturalisation nicht besitzen; denn durch bnpfang der von Ihnen 1845 behufs Auswanderung nach Nord⸗ tmerika nachgesuchten Entlassungsurkunde, von welcher Sie auch lerch Uebersiedelung in das Ausland Gebrauch gemacht haben, ist uch§ 20 des Gesetzes vom 31. XII. 42 Ihre Eigenschaft als aufe erloschen. Ein Anspruch auf Wiederaufnahme ist aber em Ausgewanderten weder in jenem Gesetze beigelegt, noch aus em Beschluß der Bundesversammlung vom 30. III. d. J., noch aus allgemeinen Rechtsgründen herzuleiten.“(Forts. folgt.) Die Jugendschristeufrage. 5 Die Förderung und die Zusammenfassung des Biblio— ewesens war ein wichtiger Bestandtell jener Bildungs- leit, für die der Mannheimer Parteitag von grundlegen— Bedeutung war. Auf ihm wurde in den Referaten von gulz und Zetkin die Größe der Aufgaben umrissen, an den mit gutem Willen und ehrlicher Begeisterung in den klossenen Jahren gearbeitet wurde. Seit einiger Zeit id nun auch dem Problem der Jugendschrift größere Be— hung geschenkt, wird versucht, gute, billige Jugendlektüre weitere Kreise der Arbeiterschaft gelangen zu lassen. Auf zm Gebiete, das für uns zweifellos von außerordentlicher deutung ist, haben uns die besten Köpfe der deutschen slrerschaft— in erster Linie Hamburger und Berliner rer— eine nicht zu unterschätzende Vorarbeit geleistet. Im Anfange der neunziger Jahre wurden die ersten Mendschriftenausschüsse gegründet, die sich bald zusammen⸗ Ussen, gemeinsam arbeiteten und 1891 das erste Verzeich⸗ empfehlenswerter Jugendschriften herausbrachten. Wi N alle Wertung und Beurteilung damals noch wankte und wie wenig sicher der Boden war, auf dem die sche Sichtarbeit geschah, geht aus der Tatsache hervor, von den im ersten Katalog empfohlenen Büchern Wenige Jahre später kein einziges Buch mehr aufgenommen wurde. Nichtsdestoweniger gewann die Bewegung an Umfang. 1893 wurde die Jugendschriften⸗Warte gegründet, die noch heute das Organ der 125 Jugendschriften⸗Ausschüsse ist. Damals bestand berejts eine recht ausgedehnte Jugend— literatur. Christoph v. Schmid, der Augsburger Domkapi⸗ tular, Gustav Nieritz, der Dresdener Volksschullehrer, und der Buchhändler Hoffmann, Autoren, die alle eine unglaub⸗ lich produktive Tätigkeit entwickelten, deren Arbeiten, mit einer religiösen Sauce durchtränkt, noch heute die Schüler⸗ bibliotheken füllen, verkörpern die religiös⸗moralische Periode in der Entwicklung der Jugendschrift. Nach dem siebziger Kriege trat die patriotische Tendenz stärker hervor. Diese Gattung der Jugendliteratur fand ihren produktivsten Vertreter in dem ehemaligen Berliner Lehrer Ferdinand Schmidt. Neben ihm versuchten zahlreiche andere, z. B. Oskar Höcker, Hauptmann Tanera u. a., die Jugend mit patriotischem Geist zu erfüllen. Eine dritte Spezies ist dann die Abenteuer⸗-Erzählung: die Reisebeschreibung in Romanform und die Indianer— geschichte. Auf diesem Gebiete schlägt Karl May die Konkur— renz der Wörishöffer, Zobeltitz siegreich aus dem Felde. Es ist klar, daß die Lehrer, als sie an die Reinigung des Augiasstalles herangingen, nicht nur die„beliebten“ Jugend— schriftsteller gegen sich aufbrachten, sondern auch alle jene, die ein Interesse an der Vermuckerung und der patriotisch-mili⸗ tärischen Erziehung der Jugend hatten. Der Hamburger Lehrer Heinrich Wolgast, der unerschrockene Leiter der Jugendschriften-Warte, war der Rufer im Streit. Sein im Jahre 1906 erschienenes Buch„Das Elend unserer Jugend— literatur“, das in der These gipfelt:„Die Jugendschrift in dichterischer Form muß ein Kunstwerk sein!“ erregte großes Aufsehen. In diesem Buche wurde zum ersten Male mit voller Klarheit die Notwendigkeit der Ausschaltung morali— scher, patriotischer und religiöser Tendenzen aus der Jugend— schrift gefordert. „Die Dichtkunst kann und darf nicht das Beförderungs⸗ mittel für Wissen und Moral sein. Sie wird erniedrigt, wenn sie in den Dienst fremder Mächte gestellt wird.“ Nun gingen Verleger und Verfasser der Tendenz— Jugendliteratur zum offenen Kampf gegen die Lehrer über, deren Motive sie als umstürzlerisch denunzierten. Daß die Jugendschriften-Ausschüsse von katholischer Seite angegriffen wurden, ergibt sich bei ihrer ablehnenden Stellung zu konfessionellen Tendenzschriften von selbst. Aber alle Angriffe und Verdächtigungen hielten die Bewegung nicht auf. In immer größerer Zahl beteiligten sich die Lehrer an der Arbeit der Ausschüsse. 1898 wurde mit der Herausgabe und Verbreitung der ersten billigen Jugend— schrift— Theodor Storms„Pole Poppenspäler“— der An⸗ fang gemacht, der einen glänzenden Erfolg bedeutete. In den folgenden Jahren folgten Roseggers„Waldbauernbub“, Liliencrons Kriegsnovellen und andere gute, billige Bücher. In dem ganzen Jahrzehnt stand aber die Frage im Vordergrund der Diskussion, ob man die Jugendschrift nur nach ästhetischen Gesichtspunkten beurteilen dürfe. 1906 erst einigte man sich auf folgende Thesen: Tendenz im Sinne des Dranges nach Darstellung einer Idee mit den Mitteln der Dichtkunst ist ein not⸗ wendiges Moment dichterischen Schaffens. Tendenz im Sinne des absichtlichen Werbens für einen außerhalb der Kunst liegenden Zweck bringt ein fremdes Moment in das dichterische Schaffen(eigentliche Tendenzschriften). 2. Dichtungen, die bei voller Wahrung der Gesetze künstlerischen Gestaltens, eine religibse, moralische oder patriotische Wirkung ausüben, sind, sofern sie im übrigen der Aufnahmefähigkeit jugendlicher Leser gerecht werden, als Jugendlektüre unbedingt zu empfehlen. 5 3. Eigentliche Tendenzschriften müssen vom Kinde fern gehalten werden, weil sie die Naivität des künstlerischen Genießens zerstören und falsche Normen für die Wertung von Dichtungen festlegen. 5 Einen sehr breiten Raum in den Diskussionen über die Jugendschriftensachen nahm auch die Frage ein, inwieweit das Geschlechtliche in der Jugendschrift behandelt werden e e e ee e e e dürfe. Es dauerte sehr lange, bis man sich in dieser immer⸗ hin heiklen Sache auf einer gemeinsamen Grundlage der Wertung zusammenfand. Die Jugendschrift dürfe das erotische Element, so hieß es in den Leitsätzen, insoweit ent⸗ halten, als die Darstellung die Liebe in ihrem wahren und edlen Verlaufe enthalte; die Jugend müsse dichterisch wert⸗ volle Liebesgeschichten und Liebeslieder kennen lernen, damit die erwachenden Gefühle in gesunde Bahnen gelenkt werden. Werke dagegen, die bei allem künstlerischen Wert geeignet seien, auf unreife Geister geschlechtlich erregend zu wirken, seien abzulehnen. Bedeutsam ist dann aber der Schluß dieser Festlegung der Jugendausschüsse:„Aenderungen und Kürz⸗ ungen der dramatischen, lyrischen und epischen Dichtungen der klassischen und Volksliteratur sind als Uebergriffe der Engherzigkeit und Scheinmoral gegen das Recht der Persön⸗ lichkeit des Schöpfers energisch zu bekämpfen.“ Der Völkerkrieg der Fürsten. Die Kriege 181315. Von Kurt Eisner. Drittes Kapitel: Jacobinerspiel und Opfer⸗ legende. III. Ueber die damalige Geldbeschaffung hat ein Menschenalter später der preußische Staatsminister v. Rother, aus seinen persön⸗ lichen Erinnerungen, einen amtlichen Bericht erstattet, den 1904 Friedrich Meinecke veröffentlichte. Rother erzählt im Wesentlichen: „Alle erdenklichen Versuche, im In⸗ und Auslande das damalige dringende Geldbedürfnis zu beseitigen, blieben ohnerachtet der täg⸗ lichen Beratungen und der vielen gehaltlosen Projekte fruchtlos, und die Soldbezahlungen für das Heer, sowie die Auschafsung der vor allen Dingen nötigen Munition kamen ins Stocken. Bei den immer drängender werdenden Verhältnissen mußte in Schlesien, zum größten Teile in Breslau, eine Zwangsanleihe bei den wohlhaben⸗ den Kapitalisten ausgeführt werden, deren Ertrag von ungesähr 1½ Millionen zu den gedachten ersten Bedürfnissen verwendet wurde. Das Heer rückte ins Feld, und als das Hauptquartier Sr. Majestät des Königs solgte, waren in der damaligen interimistischen Generalkasse, aus welcher alle Geldbedürfnisse der Armee bestritten werden sollen, nicht volle 3000 Taler vorhan⸗ den. Alle weiteren Soldzahlungen mußten demnach unterbleiben und erst auf dem Rückzuge der Armee durch Dresden nach der Schlacht bei Großgörschen erhielt ich endlich und zwar erst am vor⸗ letzten Tage vor dem Abzuge, abends, auf mein dringendes Vitten von der damaligen oberen Verwaltungsbehörde der okkupierten feindlichen Provinzen, dem Winister Freiherrn von Stein, welcher die frühere Ausführung dieser Maßregel verhindert hatte, weil er immer der Meinung war, daß sich Sachsen mit den verbündeten Mächten vereinigen würde, die schriftliche Erlaubnis, die dortigen offentlichen Kassen mit Hilse der mir beigegebenen sechs Kosalen in Beschlag zu nehmen. Ich konnte nur ohnegesähr 100 000 Taler bar beschaffsen, mußte aber andere in Veschlag genommene 100 000 Taler, zu deren Transport es an Wagen fehlte, zurücklassen. Ich nahm daher, am Morgen kurz vor der Zerstörung der Elbbrücke, mit Zustimmung der sächsischen Behörden, die meine Verlegenheit wegen der Transportmittel nicht kannten, den aus Leipzig dort anwesenden Bankier Frege mit auf das rechte Elbuser und sicherte nur dadurch die gedachten letzten zurückgelassenen 100 000 Taler, indem ich den p. Frege vermochte, mir diese Summe in Wechseln auf Berlin zu überliesern. Mit diesen 200 000 Talern und den serner in Bautzen, Görlitz und allen bis zur schlesischen Grenze in Sachsen zu ereichen⸗ den Städten in Beschlag genommenen Kassenbeständen konnten die Truppen die Soldrückstände gezahlt und das erste Bedürfnis im Kriege, Pulver, an welchem schon während der Schlacht von Bautzen Mangel eingetreten und von den Russen erborgt worden war, ange kauft werden In Bautzen konnte die Beschlagnahme der Gelder auch erst im letzten Augenblick, als die Truppen den Ort schon verlassen hatten, erfolgen, das Geld lag zusammengehäuft auf dem Marktplatze Mit dem Eintritt des Wafsenstillstandes fingen auch im Haupt⸗ quartier die Beratungen wegen der Geldbeschaffung wieder an, sie wurden dis kurz vor dem Wiederausbruch der Feindseligkeiten ohne Erfolg sortgesetzt und selbst die vielen Prosektionsmacher, welche sich inmitten des unentschiedensten Krieges im Hauptquartier zu Reichen⸗ bach mit allerhand Vorschlägen und einem unausführbaren Plane zur Errichtung einer Nationalbank eingefunden hatten, konnten keine klingenden Münzen herbeischafsen. Eine an den Staats⸗ ranzler 8 oder 10 Tage vor Ablauf des Waffsenstillstandes gerichtete kurze Allerhöchste Ordre... gab der Sache eine andere Richtung Meine früheren Vota, die dahin gingen, daß die augenblicklichen Geldbedürfnisse nur durch Zwangsanleihen geschafft werden Wunten. sanden nun endlich bei dem Staatskanzler, nicht ohne Widerspruch von anderen Seiten, Eingang. Ich eilte mit den nöti⸗ En kur ch Berlin, um mit den Geheimen Staatsräten v 6 nd Staegmann bei den reichen Kapi⸗ talisten und wol den Kauflenten der Hauptstadt und der nahen tierungen wurden gegen 2 Willlonen Taler in einsgen Tagen sammengebracht, welche von mir mit Kuxierpferden zum Te 2 Hauptquartier gesandt, zum Teil an das bei der Nordarmte be liche v. Bülowsche und an die übrigen Armeekorps gezahlt 5 fördert wurden, dergestalt, daß namentlich die Truppen in Schlesse einen Tag vor dem Ausmarsch nach Böhmen, dem Vesehl Sr. N. stät des Königs gemäß, befriedigt werden konnten. In den Ubrige Provinzen wurde zwar auch diese Maßregel durch die är Gouvernements in Ausführung gebracht, die nicht bedentenden 8. träge mußten indessen an Ort und Stelle für die Heeresausr verwendet werden“ „Erst viel später, gegen das Ende des Aufenthalts des quartiers in Teplitz, gingen einige nicht bedeutende Anwef auf bare Subsidien von England, welches indes eine große durch die zur See nach Pommern übersandten vielen Ar Bekleidungs- und andere Gegenstände gewährte, ein. D sidienanweisungen konnten nur in Wien zu dem allern Kurse versilbert werden.(Jorts. 3 Aus unserer Sammelmappe. Im Kampfe gegen die Insekten. Von vielen unbe 1 manchen unbekannt, führt die Menschheit schon seit langer 7 einen ungeheueren Krieg gegen die Insekten, und wenn sie Un Sieg errungen hat, dann wird ein neues Kapitel der Weltge Ki beginnen. Einer der wichtigsten Schauplätze dieses Kampfes* Da Südafrika. Welch gewaltigen Schaden haben hier früher die en, da schrecken angerichtet! Wenn jetzt ein Schwarm dieser ö ein Tiere sich irgendwo niederläßt, dann kommt die Nachricht dot fei blißschnell nach der Ackerbauabteilung der Regierung in Preton das Gras rings um den Schwarm wird mit Arsenik getränt,. das ganze, früher so gefürchtete Riesenheer muß sterben. So it ba Heuschrecke mit großer Schnelligkeit sast ganz ausgerottet Er Eine englische Wochenschrift erzählt, daß vor kurzem ein De aus Peru nach Südafrika kam, um hier die Heuschrecke zu ft Wa aber die einzigen Exemplare, die man ihm zeigen konnte,: sei im Museum. Nicht minder hartnäckig, wenn auch freilich noch nich„drt mit dem gleichen Erfolg, wird der Krieg an der Westküste An Afrika gegen die Moskitos geführt. Sie sind ja die Uebertrager ber drei furchtbarsten Krankheiten, unter denen die Menschhest fel 1 der Elephantiasis, des gelben* und der Malaria. Wird N* Mensch nur einmal von einem Moskitos gebissen, so können dh n. 1 seinem Blute 250 Millionen jener Parasiten entfalten, Malaria hervorrufen. Da diese gefährlichen Feinde in und Morasten wohnen, sind zahllose sumpfige Stellen Ren ni worden; wenn dies nicht möglich war, wurde in die Seine St Petroleum gegossen, das den schlimmen Insekten zu Millsones! eu Tod brachte. In Westindien und auf den Hawai⸗Inseln hat mant um die Natur selbst als Bundesgenossen gegen diese von der Naim ge züchteten Schädlinge ausgenutzt. Eine kleine Fischart, die die Ne 5 ö kitos auffrißt, wird in die Moräste eingesetzt. Das ti“ Werk dieses Fisches bemerkte man zuerst auf Barbados, we am Gewässer und Sümpse eigentlich das Gedeihen der Moslites Ee günstigen mußten. Trotzdem fehlten sie hier und mit ihnen auch N furchtbare Geißel der Malaria, die die umliegenden Inseln 8 suchte. Den Gesundheitsbringer entdeckte man dann in dem Hei a Fisch und nutzte das aus. Der Kampf gegen die Moste us gegen die Malaria ist nicht nur in der römischen Campagna, in del Zone des Panamakanals und in anderen kultivierten vom endlichen Siege begleitet worden; auch in Westafrika, das früher„das Grab des weißen Mannes“ nannte, ist die Kn linie verhältnismäßig gesund und frei von Malaria geworden. anderes Insekt, gegen das man den Kampf mit Macht au hat, ist die Tsetse-⸗Fliege, die grausige Bringerin der Schlaß heit, die die Ursache gewesen ist, daß Hunderttausende de b und ganze Dörser verödet wurden. Da diese unheilvolle J art Bäume und Gesträuch nahe beim Wasser liebt, so sucht hauptsächlich dadurch zu vernichten, daß man das Buschwerk an Ufern von Flüssen, bei Sümpfen und rund um Dörser und niederbrennnt. Eine andere Methode der Ausrottung daß die Leute auf ihrem Rücken eine Art Fliegensänger Das sind Tücher, in eine gewisse Substanz getaucht, die die Jute ten anzieht und sie dann sesthält, wie dies unsere Fli 2 Große Wengen von Fliegen sammeln sich auf diesen Tüchern verschonen so den Menschen, der den Fliegenfänger trägt. Bren, bevor die Schlacht gegen alle diese Unholde geschlagen und der E Serre S r r größeren Städte zwangsweise Geld anzuleihen. Wit vielen Mühen und Umständen, durch starke militärische Exekutionen und Arre⸗ errungen ist, wird noch so mancher ihren kleinen und doch so 8 baren Stichen zum Opfer fallen. 3 r W