bil. r Kun schhet abe de Cohn ur u. n. 8 isch N Lahn zu ein zwischen u Ela chat rer N Und l her Uh tigleln 9g, ennbae g klin dt.. chl, N en. M tes M 10 Ee g Zee gen l. ellen. 5, N. all de lil 10 fie be N bel 0 5 die 1 — — p— Wiss enistsnacht öchentliche Beilage der Oberhessischen Volkszeitung Nummer 51 0 Dienstag, den 25. März 1915 „Mein Selbstgeunß“. Von Karl Marx. (Unvecöffentlichtves aus dem Nachlaß.) Vorbemerkung. Der Brüsseler Aufenthalt von Marx und Engels(1845—1847) wurde von den beiden Freunden dazu benutzt, die wissenschaftliche Grundlage ihrer Theorie auszuarbeiten. Es geschah dies vor⸗ nehmlich in kritischen Abhandlungen wider die halb oder ganz auf bürgerlichem Boden stehen gebliebenen Vertreter des radikalen Junghegelianismus. Diese Abhandlungen sind Kollektivarbeit, bei der sich nicht mehr seststellen läßt, wieviel von jeder auf das Konto von Marx und wieviel davon auf das Konto von Engels zu setzen ist. Nur soviel ist mit Sicherheit anzunehmen, daß, wo die Philo⸗ sophie in Frage kommt, Marr der durchgebildetere Philosophe von Fach war, als der Hauptverfasser angesehen werden muß. Eine der intereffautesten der bezeichneten Abhandlungen ist die Streitschrift gegen Mar Stirner, dessen Buch„Der Einzige, und sein Eigentum“ 1845 erschienen war und großes Aufsehen gemacht hatte. Radikaleres über die Stellung des Menschen in Natur und Gesellschaft schien noch nie gesagt worden zu fein. Alle bisher hoch⸗ gehaltenen Ideen und Begriffe wurden von Stirner mit unbarm⸗ herziger Logik zerpflückt und als etwas, dem Menschen als Persön⸗ lichkeit Jenseitiges, als„heilig“ verhöhnt. Stirner ließ nur das Ich als maßgebend gelten. Der Mensch als„Einziger“ — im Grunde nur ein auderes Wort für Persönlichkeit— solle nichts über sich und seine Eigenheit gelten, nur von ihr die Maß⸗ stäbe seines Verhaltens zu anderen bestimmen lassen. Es war eine Auflehnung gegen den Kultus der ideologischen Begrisse, die in vielem das Richtige traf, aber insolge von Ignorierung der Fäden, welche das Individuum mit der Gruppe und der Allgemeinheit verbinden, notwendig zu unhaltbaren Konsequenzen treiben mußte. Mit derselben Unbarmherzigkeit, die Stirner der überlieferten Ideologie gegenüber walten ließ, geht Marr— oder Marx⸗Engels — gegen Stirner ins Feld. Mit ätzendem Spott wird entwickelt, daß Stirners„Einzigkeit“ selbst etwas Kouftruiertes, selbst jen⸗ feitig ist und daher erst recht die Bezeichnung„heilig“ verdient. Außerdem wird nachgewiesen, daß seine fortgesetzte Berufung auf den gesunden Menschenverstand Stirner zu den wissenschaftlichen unhaltbarsten Vorstellungen und Behauptungen verleitet, daß sie ihn, wo es sich um die Erklärung naturgeschichtlicher und sozialer Erscheinungen handelt, auf eine Stufe mit dem täppischen Begleiter des Don Quixote, dem platten Baller Saucho Pansa bringt. Ab⸗ wechselnd wird Stirner daher der„heilige Max“ und„unser Sancho“ genannt. Ein Teil der Abhandlung, die auch als Ganzes den Titel der heilige Max führt, ist in den Jahrgängen 1903 bis 1905 der„Doku⸗ mente des Sozialismus“ verössentlicht. Im solgenden geben wir ein Kapitel aus ihrem Schlußabschnitt, das auch ungeschulte Leser mit Vergnügen und Frucht genießen werden. An Stirners Genuß⸗ theorie wird mit vielem Wig nicht nur deren Zerfahreuheit, son⸗ dern auch das Falsche aller Genußtheorien aufgedeckt, die von den geschichtlichen Umständen und namentlich auch den Klassenunter⸗ schieden und Klassenzuständen absehen. Es ist ein interessantes Beispiel dafür, wie Marx⸗Engels in jener Frühepoche ihres Schaffens die materialistische Geschichtsbetrachtung angewendet wissen wollten. Die Philosophie, welche das Genießen predigt, ist in Europa so alt wie die cyrenäische Schule. Wie im Alter⸗ tum die Griechen, sind unter den Neueren die Fran- zosen die Matadore in dieser Philosophie, und zwar aus demselben Grunde, weil ihr Temperament und ihre Gesell⸗ schaft sie am meisten zum Genießen befähigte. Die Philo⸗ sophie des Genusses war nie etwas anderes als die geistreiche Sprache gewisser zum Genuß privilegierter gesellschaftlicher Kreise. Abgesehen davon, daß die Weise und der Inhalt ihres Genießens stets durch die ganze Gestalt der übrigen Gesellschaft bedingt war und an allen ihren Widersprüchen litt, wurde diese Philosophie zur reinen Phrase, sobald sie einen allgemeinen Charakter in Anspruch nahm und sich als die Lebensanschauung der Gesellschaft im ganzen proklamiert. Eduard Bernstein. 6 * Zabrgang schen Beschönigung der vorhandenen Gesellschaft, oder sie schlug in ihr Gegenteil um, indem sie eine unfreiwillige Eskese für Genuß erklärte. Die Philosophie des Genusses kam auf in der neueren, Zeit mit dem Untergange der Feudalität und der Umwand⸗ lung des feudalen Landadels in den lebenslustigen und ver⸗ schwenderischen Hofadel unter der absoluten Monarchie. Bei diesem Adel hat sie noch mehr die Gestalt unmittelbarer naiver Lebensanschauung, die ihren Ausdruck in Memoiren, Gedichten, Romanen usw. erhält. Zur eigentlichen Philosophie wird sie erst unter den Händen einiger Schriftsteller der revo⸗ lutionären Bourgeoisie, die seinerseits an der Bildung und Lebensweise des Hofadels teilnahmen und andererseits die auf den allgemeineren Bedingungen der Bourgeoisie be⸗ ruhende allgemeinere Anschauungsweise dieser Klassen teilten. Sie wurden deshalb von beiden Klassen, obwohl von ganz verschiedenen Gesichtspunkten aus, akzeptiert. War beim Adel diese Sprache noch ganz auf den Stand und die Lebens— bedingungen des Standes beschränkt, so wurde sie von der Bourgeoisie verallgemeinert und an jedes Individuum ohne Unterschied gerichtet, so daß von den Lebensbedingungen, dieser Indipiduen abstrahiert und die Genußtheorie dadurch in eine fade und heuchlerische Moraldoktrin verwandelt wurde. Als die weitere Entwicklung des Adels gestürzt und die Bourgeoisie mit ihrem Gegensatz, dem Proletariat, in Konflikt gebracht hatte, wurde der Adel devot-religibs und die Bourgeoisie feierlich moralisch und streng in ihren Theorien, oder verfiel in die oben angedeutete Heuchelei, obwohl der Adel in der Praxis keineswegs aufs Genießen verzichtete und der Genuß bei der Bourgeoisie sogar eine offizielle ökonomische Form annahm— als Luxus. Der Zusammenhang des Genießens der Individuen jeder Zeit mit den Klassenverhältnissen und den sie erzeugenden Produktions- und Verkehrsbedingungen, in denen sie leben, die Borniertheit des bisherigen, außer dem wirklichen Lebens⸗ kinhalt der Individuen und zu ihm im Gegensatz stehenden Genießens, und der Zusammenhang jeder Philosophie des Genießens mit dem ihr vorliegenden wirklichen Genießen und die Heuchelei einer solchen Philosophie, die sich an alle Individuen ohne Unterschied richtet, konten natürlich erst aufgedeckt werden, als die Produktions⸗ und Verkehrsbedin⸗ gungen der bisherigen Welt kritisiert werden konnten, d. h. als der Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat kom- munistische und sozialistische Anschauungen erzeugt hatte. Damit war aller Moral, sei sie Moral der Askese oder des Genusses, der Stob gebrochen. Unser fader, moralischer Sancho glaubt natürlich, wie aus dem ganzen Buch hervorgeht, es komme nur auf eine ihm neu scheinende Lebensanschauung, auf das„sich⸗aus⸗dem Kopf⸗ schlagen“ einiger„fixen Ideen“ an, damit alle ihres Lebens froh werden, das Leben genießen können. Das Kapitel vom Selbstgenuß könnte also höchstens unter einer neuen Etikette dieselben Phrasen und Sentenzen wiederbringen, die er schon so oft sich den„Selbstgenuß“ machte uns zu predigen. Das einzig Originelle darin beschränkt sich auch darauf, daß er allen Genuß verhimmelt und philosophisch verdeutscht, indem er ihm den Namen„Selbstgenuß“ gibt. Wenn die französische Genußphilosophie des achtzehnten Jahr⸗ hunderts wenigstens ein vorhandenes heiteres und keckes Leben in geistreicher Form schilderte, so beschränkt sich Sanchos Sie sank hier herab zur erbaulichen Moralptedigt, zur sophisti⸗ ganze Frivolität auf Ausdrücke wie„Verzehren“ und„Ver⸗ * ——— —— 7 7 5 „ 2 —— rr tun“, auf Bilder wie„das Licht“(soll heißen die Kerze) und auf naturwissenschaftliche Erinnerungen, die entweder auf belletristischen Unsinn, wie daß die Pflanze„Luft des Aethers einsaugt“, daß„die Singvögel Käfer schlucken“ oder auf Falsa auslaufen, z. B. daß eine Kerze sich selbst ver · brannte. Dagegen genießen wir hier wieder den ganzen feierlichen Ernst gegen„das Heilige“, von dem wir hören, daß es in seiner Gestalt als„Beruf-Bestimmung⸗Aufgabe⸗ Ideal“ den Menschen bisher ihren Selbstgenuß versalzen hat. Ohne im übrigen auf die mehr oder weniger schmutzigen Formen einzugehen, in denen das Selbst im„Selbstgenuß“ mehr als eine Phrase sein kann, müssen wir dem Leser noch- mals die Machinationen Sanchos gegen das Heilige, mit den geringen Modulationen dieses Kapitels, in aller Kürze vor- führen. „Beruf, Vestimmung, Aufgabe, Ideal“ Kurz zu wiederholen, entweder: 1. die Vorstellung von den revolutionären Aufgaben, die einer unterdrückten Klasse vorgeschrieben sind; oder bloße idealistische Paraphrafen oder auch entsprechender be⸗ wußter Ausdruck der durch die Teilung der Arbeit zu ver⸗ schiedenen Geschäften verselbständigten Betätigungsweisen der Individuen, oder der bewußte Ausdruck der Notwendigkeit, in der Individuen, Klassen, Nationen sich jeden Augenblick befinden, um durch ganz bestimmte Tätigkeit ihre Stellung zu behaupten; oder „die in den Gesetzen, der Existenzbedingungen der herrschenden K die bisherige Entwicklung der Produktion), die von ihren Ideologen mit mehr oder weniger Bewußtsein theoretisch verselbständigt werden, in dem Bewußtsein der einzelnen Individuen dieser Klasse als Beruf usw. sich darstellen können und den Individuen der beherrschten Klasse als Lebensnocm entgegengehalten werden, teils als Beschönigung oder Bewußtsein der Herrschaft, teils als moralisches Mittel derselben. Hier wie überhaupt bei den Ideologen ist zu be⸗ merken, daß sie die Sache notwendig auf den Kopf stellen und ihre Ideologie sowohl für die erzeugende Kraft wie für den Zweck aller gesellschaftlichen Verhältnisse ansehen, während sie nur ihr Ausdtuck und Symptom ist. 5 Von unserem Sancho wissen wir, daß er den unverwüst⸗ lichen Glauben an die Illusionen dieses Ideologen hat. Weil die Menschen sich ja nach ihren verschiedenen Lebensverhält— nissen verschiedene Vorstellungen von sich, d. h. dem Menschen, machen, so glaubt Sancho, daß die verschiedenen Vorstellungen die verschiedenen Lebensverhältnisse gemacht und so die Engros-Fabrikanten dieser Vorstellungen, die Ideologen, die N 0 J 0 Welt beherrscht haben. Vgl. p. 433. „Die Denkenden herrschen in der Welt“,„der Gedanke beherrscht die Welt“,„die Pfaffen oder Schulmeister“„setzen sich allerlei Zeug in den Kopf“,„sie denken sich ein Menschen ideal“, wonach sich die übrigen richten müssen(p. 442). Sancho kennt sogar ganz genau den Schluß, wonach die Menschen den Schulmeistergrillen unterworfen wurden und in ihrer Dummheit sich selbst unterwarfen:„Weil es mir(dem Schul- meister) denkbar ist, ist es den Menschen möglich, weil den Menschen möglich, so sollten sie es sein, so wäre es ihr Beruf; und endlich nur nach diesem Beruf, nur als Be- rufene hat man die Menschen zu nehmen. Und der weitere sind, um dies 2. Moral usw. ideal ausgedrückten Klasse(bedingt durch Schluß? Nicht der Einzelne ist der Mensch, sondern ein Gedanke, ein Ideal ist der Mensch⸗Gattung Mensch⸗ beit“.(p. 441.)(Fortsetzung folgt.) Der Völkerkrieg der Fürsten. 1819/15. Von Kurt Eisner. (Schluß des II. Kapitels.) Von der wahren Soldatenehre handelt Arndt im fünsten er verkündet er den Eidbruch als die wahre Ehre des daten, die ihrem Eide treu bleiben, Höllenstrafen: Kapitel, und! Soldaten, la er droht den Sol Namen des Christentums e 1 m daß er es tief und inniglich fühlt: das Land und das Volk sollen unsterblich und ewig sein, aber die Herren und Fürsten mit ihren Türen und Schanden sind vergänglich. Siehe, Gott wird seden — Gericht fordern, er wird auch ein strenges Gericht halten über n knechtischen und tierischen Soldaten, der nicht wissen— wozu Gott dem Menschen Gewissen und Vernunft in die Brust gelegt hot.“ Diese Vülesophle des Eidbruchs wurde mitten im Kriege von einem Preußen im Lager des Feindes geschrieben und auf dessen Kosten verbreitet. Man stelle sich vor, daß etwa in einem deutsch⸗ französischen Kriege ein Deutscher eine von den Franzosen be⸗ zahlte Schrift verössentlicht, daß die Deutschen nicht gebunden seten, dem Kaiser den Fahneneid zu halten, sondern vielmehr zu den Franzosen übergehen sollten. Damals galt xussische Ueberläuferei als deutscher Patriotismus und danach handelte Jork. wenn er den faft unverfehrten preußischen Truppenteil, 10000 Mann, zu den Russen überführte, und dadurch erst dem russischen Feind 2 lichte, sich auf preußischem Boden festzusetzen in der bestimmten A sicht, die mit preußisch⸗militärischer Hilfe gewonnene Beute nicht mehr herauszugeben, sondern dauernd dem russischen Reich ein⸗ zuverleiben. Was York für die Russen tat, versuchte Gneisenau zu gleicher Zeit für die Engländer; in den ersten Tagen des Dezember hatte er dem englischen Prinzregenten eine Denkschrift überreicht, in der er ihn aufforderte, in Deutschland zu landen und ein großes Welsen⸗ reich in Norddeutschland unter seiner Herrschaft zu gründen.„Der größte Teil Deutschlands, schrieb damals Gueisenau dem Prinz⸗ regenten, und seine schönsten Landschaften gehörten einst diesem Hause.(Das älteste Haus der Welt nannte es Gneisenau). Es ward derselben ungerechterweise beraubt, und es könnte darauf gerechte Ansprüche machen, da die Zeit niemals Handlungen des Unrechts zu heiligen vermag. Das Schicksal hatte die Ungerechtigkeiten der Menschen wieder gut gemacht, und das Guelfische Haus sitzt auf dem ersten Throne der Welt. Aber infolge der für diesen Thron fest⸗ gesetzten Erbfolgeordnung würde dieses Haus sich eines Tages ohne Erbe sehen, da ihm sein väterliches Erbe auf dem Festlande durch einen Usurpator geraubt ist. Im jetzigen Augenblick erblaßt das Gestirn dieses Räubers. Die Zeit ist gekommen, wo Ew. 3 g Hoheit Ihr väterliches Erbe wieder fordern und es durch alle die Länder zwischen den Mündungen der Schelde und der Elbe vom Ufer des Meeres bis ins Herz Deutschlands vermehren kann, welche der Lauf der Revolution ohne rechtmäßigen Herren gelassen hat. Diese Völker würden sich sehr glücklich finden, unter Eurer König⸗ lichen Hoheit zu leben.“. Das war eine pätriotische Mitgift, die Gneisenau— er stand in steter Verbindung mit Stein in Petersburg, aber auch mit der Berliner Regierung Hardenbergs— England und den Welfen für eine Truppenlandung in Deutschland in Aussicht stellte, die man in unseren Tagen der Familienversöhnung zwischen Hohenzollern und Welsen wohl doch nicht als Morgengabe anzubieten wagen würde. Gneisenau pries in senem Brief die Welsen als das einzige Haus,„welches sich nicht durch einen Bund mit dem glücklichen Ver⸗ brecher befleckt, noch sich durch Annahme seiner Orden herabgewilr⸗ digt hat. Das sind große Titel in den Augen aller derer, welche von patriotischem Haß gegen den Usurpator und seine Trabanten beseelt sind.“ In der dem Brief beigelegten Denkschrist entwickelt er einen förmlichen Kriegsplan der englischen Landung in Deutschland. In Deutschland müsse der Eutscheidungskrieg geführt werden. Die Landung eröffnet dem Handel wieder seine natürlichen Kanäle, und die Kolonsalwaren können dazu dienen, die ersten Kosten des Feld⸗ zuges zu bestrelten, welche zu Anfang nicht zu entbehren sind. Der Handel mit Deutschland war in der Zeit vor den französtschen Der- boten sehr beträchtlich geworden, da der Geschmack und die Genüsse der deutschen Bevölkerung einen großen Verbrauch der Waren und Fabrikate Englands bewirkt hatten. Die Wiederherstellung des Handels mit Deutschland würde sofort den Wechselkurs zum Vorteil Englands verändern.“ Als Ziel des Unternehmens bezelchnet Gneisenau„die Zerstörung der Regierung dieses Ungeheuer welches noch gefährlicher durch das Gift, das es ausatmet, als durch seine Klauen ist. Jeder Entwurf, welcher unter dlesem Ziele blelbt, wird vergeblich sein. Wer immer einen gewöhnlichen Krieg gegen diefen Böfewicht führen will, um schließlich mit ihm zu verhandelům ZZZ EFF oder durch einen Frieden in den Formen der gewöhnlichen Diplo⸗ 2 matie zu endigen, wird dobel der Gimpel und das Opfer sein. 5 17 zu Boden werfen, ihn zerstören, ihn und selne Trabanten, das E 9 die Aufgabe, welche sich eine gesunde reine und starke Politik auf?* erlegen muß.“* D mit Gneisenan auf den Die englische Regierung verhandelte Grundlage seiner Denkschrift. Sie fragte, ob die vorgeschlagene Landung in Deutschland auch ohne den Beitritt Preußens und Oesterreichs gelingen könne. Gneisenau bejahte die Frage. 3 Augenblick sei ungewöhnlich, es handle sich darum, einen aus seinem 5 Käfig entkommenen Tiger mit äußerster Austrengung zu verfolgen Auf Preußen sei nicht zu rechnen:„Die Unglücksfälle des 8 1 von Preußen haben ihn furchtsam gemacht. Er wird nahe 1„ er ist zum Teil sehr übel umgeben. Sein Land ist durch zwei Rei 9 Festungen mit französischen Garnisonen durchschnitten. Es ist u 3 2 wahrscheinlich, daß er sich erkläre, bevor die Wahrscheinlichkeit des Erfolges ihn ermutigt; aber da er sich enge mit Oester ver⸗ bunden hat, und die Geschicke dieser Macht teilen will, so wird er vereint mit ihr handeln.“ N 5 — * 22 „Das ist die teutsche hre, daß der brave Krieger dem Könige oder Fürsten, der ihm zu gebieten wagt, für die Frauzosen und ihren Despoten den Degen zu ziehen und gegen die Freihelt und Ehre ihres Landes zu sechten, den Degen im Ang t zerbre Uer nicht den Mut hat, gleich seinen Vätern stolz und sr ben oder freier und stolzer zu vergehen Denn wer 5 0 in der Hand für das Vaterland zu sterben d g der Fürst sein und andern go bieten? Das ist S re, daß der Soldat fühlt: er war ein teutsch sch, ehe er vo schen Königen und Fürster wußte: es war ein teutsches Land, ehe Könige und Fürsten waren; r In diefer Zelt gerset der Hauptagent der entlischen Belreluns 5 alt dem Führer der russischen Befreiung Deutschlands, Gneisenau, mit Stein in persönlichen Zwist Gneisenau warf dem Freiherrn von Stein in einem Briefe vor, daß er seine Pläne allzu oft und ändere. In einem früheren Entwurf habe er das ganze nörd⸗ Deutschland an Preußen geben wolle. Das würde nicht nur Undank gegen England sein, sondern auch in den verschiedenen beutschen ee ben heftigsten Widerstand finden. Jetzt wolle er umgekehrt ganz Deutschland zur Einheit unter Oesterreich organisieren. Auch zu diesem zweiten Entwurf müsse Gneisenau seine Mitwirkung verweigern:„Die Ausführbarkeit einer Zer⸗ elung Preußens ist wohl vorhanden, aber ob das Verschwinden eines Staates von der Bedeutung als Preußen nicht das Gleich⸗ gewicht auf andere Weise stören werde, mögen diejenigen berechnen, eine solche revolutionäre Maßregel anraten und unterstützen“. ö Man erkennt: in dem einen wie in dem andern Lager will man Deutschland durch das Ausland befreien. Hinsichtlich Preußens aber besteht die Meinungsverschiebenheit schließlich nur darin, ob man es noch weiter zerstückelt, oder nach des Freiherrn vom Stein Meinung ganz beseitigen solle. Man konnte es am Ende unter diesen Umständen dem König von Preußen nicht einmal verdenken, daß er bei der Wahl, von Rußland oder Oesterreich verzehrt zu wer⸗ 3 N in den Büchern steht, muß gar nicht in der Welt stehen. Es gibt ein Mittel, die Bücher nach ihrem innersten Wert zu überprüfen, und dieses Mittel ist: dein Auge. Du hast ein Buch über das Leben der Tiere gelesen. Gut; am nächsten Sonntag nimm den Stock zur Hand und schau einmal nach, wie denn diese Ameisen draußen leben. Und wenn du nach⸗ siehst, wirst du selbst die Entdeckung machen, daß ergreifender noch als das Wort die Wirklichkeit ist und daß dich dein Auge oftmals schneller zur Wahrheit führen kann als das Wort. Da liegt vor dir ein Buch über die Wirtschaftsgesetze, über die Zerklüftung der Menschenwelt in Klassen, über die Er⸗ zeugung der Waren, über Arbeit und Kapital. Aber schreite einmal durch die Straßen, sieh durch die Fenster einer Werk— statt hinein auf die Lehrlinge und Gesellen und Meister und Maschinen— und alles, was dir in den Worten so schwer und unfaßbar erschienen ist: mit geheimem Schreck wirst du sehen, daß es mehr als Worte sind, daß es das Leben ist, in das dich selbst die Zeit verstrickt hat. Wenn du so lebst, wird den, lieber immer noch auf die französische Karte setzte. 1 1 1 1 te dir bald das Wort Goethes zum Leitwort: Schon mit Schauen 1 ist Denken. 5 Merkworte Wenn du von einem Vortrag nach Hause gehst. Wenn er f* 0 1 . Von Josef Luitpold. du von einem Vortrag nach Hause gehst, so glaube niemals, 0 Vom Reden. Die Menschen verwechseln vieles mitein— daß der. 5 1 0 1 0. zu le ander. So glaubt man meistens, daß man lesen kann. Man Ende ist. Die eigne Arbeit benin in wirklin erf 154 15 5 kann aber gewöhnlich nur buchstabieren. Und vielfach glaubt Bedenke was dir gesagt wurde. Nimm es nicht treuherzig 8 man, reden zu können, aber man kann nur sprechen. Reden hin; es kann ragte gewesen sein—aber auch falsch. Du bist l ist eine Kunst, und jede Kunst muß durch Fleiß und Uebung dazu auf der Welt, daß du nichts, 957 n 1 0 erworben werden. In der Schule lernen wir das Reden sondern alles mit deinem Bae ers ande 5 0 nicht. Der Grund ist klar: der Staat braucht keine Bürger, Ueberprüfe also, was man dir heute gesagt hat durch enke es 15 die reden können. Wenn alle Menschen reden könnten, wäre besprich es mit deinen Freunden, greife nach Büchern und 0 die Regierung verzweifelt. Wenn du in der Schule aufge⸗ Zeitungen, die sich mit denselben Fragen befassen, komme zu 155 standen bist und etvwas hast reden wollen, so FFF Urteil. Wen du 8 einem Vortrag 7 he Lehrer oftmals als Keckheit gerügt. Und wenn du zu deinem Hause gehst und nicht den,. hast, zu einem eignen. r⸗ l. Meister etwas sagen willst, so hält auch er es oft für Dreist⸗ teil zu kommen, so war 5 Zeit deines Zuhörens vergeu 5 1. heit. Daheim wird es dir nicht selten ganz ähnlich ergehen.] Der Zweck N Vortrages ist 85 deinen 9 070 Geist 1 10 Da darfst du dich nicht abschrecken lassen; die Menschen fürch.] sam zu N Fw 1 3 und zu 55 er ten überall dort, wo es Unrecht und Unterdrückung gibt, das schäftigen. Warum muß es denn so viele Zorträge in der ür Reden der Entrechteten und Unterdrückten. Gerade darum ist Welt geben? Weil es so viele verschlafene Geister gibt. Wenn in es notwendig, daß du gut reden kannst; daß du es nichtsein großes Wort große Menschen fände, dann müßte es nur 5 schreist, wenn du Recht willst; daß du nicht grob wirst, wenn einmal ausgesprochen werden. Laßt uns geistig wach sein 1 du Gutes forderst; daß du nicht so lange wirst, daß du nicht und bald in es in der Welt weniger Vorträge und mehr et⸗ unperständlich wirst, daß du knapp, scharf, überzeugend und umstürzende Veränderungen geben. . freimütig das sagst, was not tut; und daß du immer nur.. che sprichst, wenn du etwas zu sagen hast.* n ö 8 Wir müssen lesen. Die Volksschule, die wir besucht haben, Geschichte der Romauows. War schlecht. Wir haben kaum das Lesen und Rechnen er— Wie schon mitgeteilt wurde, begingen die russischen 90 lernt. Aber Tag um Tag vollbringen die großen Geister der] Patrioten 8 diesen Tagen auch eine J a 8 ndertfeier: vor e Menschheit, die Gelehrten, die Techniker und die Künstler, 300 Jahren hat der ersse Romauow mit dem Alen era 8 0 immer neue Werke, die wir nicht verstehen können, wenn wir F e n 5 8 N bei der unsern Geist im Dunkeln lassen. Es gibt einen Freund der] diefer Gelegenheit die Familienchronik der gefürsteten Romanows er⸗ Licht in unsere Hirne streuen kann, und das ist: das Buch.] noch ein wenig näher zu betrachten. se Aber mancher von uns als einzelner ist zu arm, sich Bücher Mit dem Tode des Sohnes Jwans des 3 3 8 ee benen Es geben wie dem in unfere ron aten ente ger legen deze eee dee def 1 ation, tragen unser Geld zusammen, und was der einzelne Boris Godunow. Kach dessen Tode(1605) begann eiue Zeit toller 1 5 nicht vermag, vollbringt der gemeinsame Wille: alle zusam⸗] Wirren für das Moskowiterreich. Thronprätendenten traten auf 1 15 men erwerben wir uns eine kleine Bibliothek. Und wenn unter andern der falsche Demetrius), 1 Schweden 1* 8 ich es Abend wird und die Arbeit zu Ende ist, dann holen wir F 3 1 af g 5 5 uns Bücher über die Arbeiterfrage, Werke über die Natur Romanow von den Bolaren zum Zaren gewählt. Sowohl er wie ö 1155 und Schöpfungen großer Dichter. Und wenn wir auch unter⸗[sein Sohn Alexei und sein Enkel Theodor waren durchaus unbe⸗ 1 1 tags nur verachtete und rechtlose Lehrlinge waren, jetzt können. 5 E und nun N 0 5 wir auf einmal Zwiesprache halten mit den Großen, mit 85 Anwartschaft 1 Thron stand den Kindern des Zaren 1 it Goethe und Shakespeare, mit Marx und Lassalle, mit Dar- Alexei aus seiner zweiten Ehe mit Natalie Narischkin zu. Es 1 . win und Haeckel, und können hineinblicken in Zeiten kühner] waren die Tochter Sophie und die Söhne Johann und Peter.. 11 Bolksbewegungen, in die Sturmtage der Bauernkriege und Jehan. 5 1 f 1 0 2 französischen Revolution. Und so, 20 so verändern 1 Bedenken. me Narischktin hatte ein ziemlich lockeres Leben as selber, uns kaum merkbar, wachsen an der Größe der] geführt, die Vaterschaft des Zaren Alexei staud stark in Frage, 1. andern und beginnen, die Fülle und die Bedeutung unserer oder vielmehr, sie stand nich in Naa 1 1 5 2 5„ Fe- 83 V 1 D Bo Für Balizit S 1 10 1 3 Gegenwart zu genießen, gehen daran, 3 5 ze 5 N 5 ele Eeppie urs ecke es ö 0 danken der andern eigene Taten zu gestalten, und werden durch daß die beiden Brüder gleichzeitig zu Zaren gemacht W 1 . das, wozu wir geschaffen sind: tätige Zeitgenossen. während Sophie die Regentschaft übernahm, wobei er selbst das 1 00 Nicht nur lesen, auch schauen. Jede Uebertreibung] Regiment führte. Andre Bojarengeschlechter neideten dem Empor⸗ 1 t schadet. Bücher sind gut, aber sich nur auf Bücher verlassen kömmling sein Gläick und Lalfen im Achreen and 7e damals 17. 1 eden wic dead werte abe d wiege eg een Seele de ae ee, were nec 1 15 0 Leben besteht nicht aus Worten. Wenn du die Buchstaben 5 1 ist, daß im Vergleich mit den rufsischen Klöstern jener Zeit 1 N 3 kenn die Verliese Sranieus und die Bleikammern Veuedigs idullllche N unst, so kannst du vieles zusammenlesen. Aber das, was! wen der Zar als Staatsgefangenen ins langsam, Aufenthaltsorte waren:. Staat N Kloster schickte, der wurde mit asiatischer Grausamkeit abet unfehlbar zu Tode gemartert. f ö. Peter, genannt der Große, begann ein neues Regiment. Er inder, Holländer und Engländer, die damals einen schwunghaften Handel mit Rußland trieben, und begann mit den asiatischen Zuständen in Rußland aufzuräumen Das brachte die Popen und einen Teil der Bofjaren in Aufruhr, sie zettelten Verschwörungen an, bei denen sie sich der Zarin selber, Endoxia Lopuchin, und ihres Sohnes Alexei als Werkzeug bedienten. Peter warf sie nieder, Eudoxia kam ins Kloster, der Sohn wurde andern Erziehern übergeben, aber er fligte sich nicht. 1718 wurde er wegen Staatsverrats angeklagt und zum Tode verurteilt. Peter wollte von ihm ein Geständnis erpressen. stützte sich auf die Aus Da er auch sonst den Folter⸗ inechten ins Handwerk zu pfuschen pflegte, vollzog er an seinem eigenen Sohne die Folter und knutete ihn dabei zu Tode. 5 Die zweite Fran Peters war Katharina, eine Troßdirne, die der Günstling des Zaren, Menschikow, irgendwo aufgegabelt und zu seiner Geliebten gemacht hatte, bis er sie an den Zaren verkaufen mußte. Dieses Dirnlein war jedensalls ein geniales Krastweib, das den Gewaltmenschen zu zügeln wußte und ihn endlich zwang, sie zu heiraten. Nach seinem Tode bemächtigte sie sich des Thrones und herrschte zufammen mit ihrem früheren Buhlen Menschikow 2 Jahre lang als Katharina J.(1725 bis 1727). Ihr folgte Peter II., ein Sohn des ermordeten Alexei, der 1730 als 15jähriger Jüngling an den Blattern starb. Mit ihm er⸗ losch das Haus Romanow im Mannesstamm. Die Bojaren mit den Familien Galizin und Dolgoruki brachten nun die Prinzessin Anna, eine Tochter des Idioten Iwan, Peters Bruder, auf den Thron. Sie begann ihre Herrschaft damit, daß sie die Galizins und Dolgorukis nach Sibirien schickte und die Herr⸗ schaft ihtem Buhlen Biron, einem kurländischen Zunker, aus⸗ lieferte. Als sie 1740 starb, machte Bixon ihren Großneffen Iwan zum Zaren, den Sohn Annas, einer Nichte der verstarbenen Zarin und des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig. Da Jwan un⸗ mündig war, übernahm seine Mutter die Regentschaft. Diese Anna versuchte es der Tante nachzumachen: sie schickte Bicon nach Sibirien und wählte sich andre Günstlinge. Es gelang aber nicht, und schon nach einem Jahre wurde sie samt ihrem Manne versagt, ihr Sohn kam ins Kloster. Die Hauptrolle bei dieser Palastrevolte spielte ein französischer Arzt, der Geliebte der Prinzessin Elisabeth, einer Tochter Peters I. und der Katharina. Da Elisabeth geboren war, ehe ihre Mutter die Ehe mit Peter geschlossen, war ein Teil des Hosadels gegen ihre Thronbesteigung. Aber ihcem Leibarzt Lestocg standen reichliche Geldmittel der französischen Regierung zur Ver⸗ fügung; man hoffte in Frankreich, durch den Buhlen die Zarin zu beherrschen und Rußland in den Krieg mit Oesterreich zu verwickeln, mit dem Frankreich damals Fehde hatte. Der Plan mißlang, denn auch diese Zarin verfagte den Geliebten, der ihr den Thron ver schafft, und wählte sich neue Buhlen unter den Russen. Die Tochter der Dirne Katharina schlug nicht aus der Art. Die Zahl ihrer Ge⸗ liebten ist Legion, und diese nennenswert sind Woronzow, Bestuschew, Rasumowsky waren zeitweise die eigentlichen Regenten Rußlands. Nach ihrem Tode(1702) bestieg den Thron Peter III., ein Sohn der zweiten Tochter Peters I., einer Katharina, die mit dem Herzog von Holstein⸗Gottorp verheiratet war. Aber der neue Zar sollte sich nicht lange seiner Würde erfreuen: schon nach einem halben Jahre wurde er ermordet unter freundlicher Beihilse seiner Gattin Natbarina, einer Prinzessin von Anhalt⸗Zer bst. Peter war ein vollendeter Trottel und Katharina erzählt in ihren Memoiren, daß er, wenn er abends in das Schlafgemach kam, sie zwang, mit ihm Soldaten zu spielen, Regimenter von Zinnsoldaten auszu stellen usw. Sie hielt sich schadlos, indem sie sich mit den Oof kavalieren amüsierte, und diese— die Brüder Orlow und Panin an der Spitze— nahmen den Zaren gefangen, zwangen ihn, abzu⸗ danken, und brachten ihn nach dem Schlosse Ropscha, wo er dann nach ein paar Tagen von den Orlows, dem Fürsten Barfatinsky dem Schauspieler Walkow und einigen andern in bestialischer Weise abgemurkst wurde. Die Anstisterin des Mordes bestieg als Katharina II. den Thron und regierte bis 1796. War unter Elisabeth der russische Hof ein großes Bordell geworden, so ging es unter Katharina, der nordischen Semiramis, im gleichen Stile sort. In bunter Reihe wechseln die„anerkannten“ Liebhaber der Zarin, das heißt jene, die sich einige Zeit in ihrer Gunst behaupteten. Es war ein ge⸗ naues Zeremoniell eingeführt bei der Wahl dieser Buhlen, wobel sie von einer Vertrauten Katharinas in bezug auf die Leistungs⸗ fähigkeit als Männchen erprobt wurden. Auf Alexei Orlow solgte Potemkin, dann Korsakow, Lanskof, Jermolow, Mamonow, Platon, Subow, Soltikow. Kathacina hinterlief einen Sohn. Wer sein Vater war, ist bei dem raschen Verbrauch dieser Dame an Männchen nicht sicher. Aus ihren Memoiren will man schliezen, daß es Soltikow gewesen sei Dieser Sohn bestieg 1790 als Paul 1. den Thron. Er war ein Gamaschenknopf und vollendeter Trottel, sei 0 der Umgebung bis aufs Blut peinigte. 1801 wurde er abgemurkst und zwar, wie heute leststeht. unter Mitwissen und Beihilfe seines Sohnes Alexander J. Die Mörder waren Offiziere unter der Führung von Subow und igsen, während Alexander dafür gesorgt hatte, daß die Tat sicher gelinge, indem er an etrefsenden die Wache im Schlosse des Zaren durch Leute besetzen ließ, denen er vertrauen konnte. Kennzeichnend f le Zustände ist, daß der Kriegsmi Benu Tage Tage ster und Gouverneur von Petersburg, Graf Pahlen, zu den Ver⸗ schwörern gehörte. Er hielt die Treuppen bereit und lag auf der Lauer: mißlang der Plan, dann war er entschlossen, die Verschwörer samt Alexander an Paul auszuliefern; da aber der Mord gelang, ließ er die Truppen Alexander huldigen. Auch das gehört daß Pauls Frau auf die Nachricht vom Morde sich anschickte, Thron zu besteigen. Erst als der Herr Sohn ihr zu verstehen gab, daß sie eine Närrin sei, ernten wolle, wo sie nicht gesät, brach sie in großen Schmerz aus. Auch sie war eine deutsche Prinzessin von Hessen⸗Darmstadt. Mit den deutschen Prinzessinnen auf dem russischen Thron sst das überhaupt so ein Ding. Als Alexander auf dem Wiener Kongreß für die Erhaltung der deutschen Kleinstaaterei eintrat, motivierte er es damit, daß man die Fürstenhäuser beibehalten müsse, damit die Zaren die Auswahl unter den Töchtern hätten. Worauf Freiherr von Stein in seiner grobkörnigen Manler dem Zaren antwortete:„Ich wußte nicht, daß Mafsestät Deutschland zur Stuterei für Rußland ausersehen haben.“ Alexander I. regierte bis 185. Er scheint die Gewissensbisse zeitlebens nicht losgeworden zu sein; sie trieben ihn in den sinn. Er starb plötzlich, und es steht nicht sest, ob er sich selbst ver⸗ giftet hat oder vergiftet worden ist. Da er kinderlos blieb, folgte ihm sein Bruder Nikolaus, der finstere Reaktionär, der die Rolle des Gendarmen von Europa spielte. Auch er starb plötzlich, und bei ihm ist es ziemlich sicher, daß ihm das Gift von Leuten seiner Umgebung beigebracht wurde, die schließlich seine Tyrannei nicht mehr ertragen konnten(1855). Auf den Thron kam Alexander II., der als der Zar⸗- Befreier ge⸗ feiert wird, weil er die Leibeigenschaft aufgehoben hat. In Wirk⸗ lichkeit hat er sehr geringen Anteil an diesem Werk. Er war ein dem Trunk ergebener Schwächling, dem die Furcht vor der revo⸗ lutionären Bewegung schließlich alle Besinnung raubte. Am 1. März 1881 streckte ihn eine Bombe der Revolutionäre nieder. Sein Sohn Alexander III. führte ein Schreckensregiment bis 1894, und ihm folgte der jetzt regierende Nikolaus II. Dieser ist ein Spielball der Hofkamarilla. Seine Neigungen verraten sich darin, daß er sich mit Scharletanen aller Art umgibt und seine besondere Gunst den„schwarzen Hundert“ zuwendet, die seit der Konter⸗ revolution der Schrecken Rußlands sind. Man sieht— eine feine Familie! Geschwistermord, Gatten⸗ mord, Kindermord, Vatermord bilden die Kette, durch die sich der Zarenthron vom Ende des 17. bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts fotterbte. Von einer Familie Romanow kann man freilich nicht sprechen, und das Jubiläum ist purer Schwindel. Abgesehen davon, daß Peter J. zweifellos ein Bankert war, erlosch die Dunastse seden⸗ falls mit Peter II. Man lönnte allenfalls von einer Dunastie Hol⸗ stein⸗Gottorp sprechen, wenn nicht sicher wäre, daß Paul von ber gekrönten Dirne geboren, aber sicher nicht von ihrem angetrauten Gemahl gezeugt war. Die uneheliche Nachkommenschaft Kaths⸗ rinas II. herrscht bis heute. Aus unserer Sammelmappe. Der Künstler im kunstgewerblichen Betrieb. Die Frage der Mitarbeit des Künstlers an der gewerblichen Herstellung, in der sich ja die spezifisch kuustgewerbliche Seite der Stofsveredelung ver⸗ körpert, bedarf noch der Klärung. So namentlich hinsichtlich ihrer Einfügung in den Organismus des wirtschaftlichen Betriebes. Die ncuere Entwicklung hat hier— veranlaßt durch eine Reihe von Ersolgen— die völlige arbeitsteilige Loslösung der künstlersschen Arbeit im eigentlichen Sinne von der technischen Ausführung des Gegenstandes im Stoff immer stärker ausgebildet. Nach meinen Beobachtungen scheint es aber, als ob man in dleser Beziehung teilweise wieder einen Schritt rückwärts wird tun müssen, wenn auf die Dauer die Güte der Produktion nicht leiden soll. Völlige Ar⸗ beitsteilung erweist sich als angebracht vor allem in denfenigen Lunstgewerben, bei denen die künstlerische Gestaltung der Haupt- sache nach eine Aufgabe der Rau mm gestaltung ist, also etwa bel Möbeln. Der Künstler tritt hier als Organisator der archltektom⸗ schen Wittel auf, ähnlich, wie für den wirtschaftlichen Organismus der Unternehmer. Aber überall da, wo der künstlerische Nelz eines Gegenstandes in der liebevollen Ausführung der Einzelhellen liegt/ wie bei Schmuck, Schnitzereien, Zilelierarbeiten und ähnlichem, ge⸗ nügt die sozusagen disponlerende Arbeit eines von der techn ischen Ausführung getreunt sitzenden Entwersers nicht. Denn dort ist die hoͤchste qualitative Veredelung gebunden an die von künstlerischen Antrieben geleitete, gleichzeitig aber zur vollendeten technischen Ausführung befähigte Hand. Diese Gedanken sind nicht neu, abet die Entwicklung zeigt, daß wir da und dort im Begrisse sind, sie zu vergessen. Johannes Buschmann. 0 Aus dem ersten Märzheft des Kunstwarts und Kulturwartz (dalbmonatschau für Ausbrudiaipur, viertellährlich 40 Mk., Ber- W. Callwen, München). ag Georg D