I K fe Gt inte dul, fin delhh, c l. 0. dbeng 1 Ul iht ler hy r ga 10 9 55 b In N Mlle alten! vülche lich h schiche d. Nui! r pa ber geh 0 de% ef Nui des lf gebiet 4 1 Crsbe des le eigne N rat“. erh! itt na Nathel 1 M Ethel Nei le lh l. immer Er llt bol de ki Mt! b? d * * 7 Wissenistsacht Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Volkszeitung Nummer 47 Dienstag, den 25. Februar 1913 I. Jahrgang Universitäts⸗Proletarier. Betrübende Einblicke in die traurige Lage der Prager Studenten eröffnet das soeben veröffentlichte Ergebnis einer Umfrage von Dr. Wilhelm Winkler. An der ältesten deut⸗ schen Universiät gibt es über 2000 Studenten, davon etwa 800 Techniker, 600 Juristen, 400 Philosophen, 300 Medi⸗ ziner und 50 Theologen(also ungefähr soviel wie an den kleineren Universitäten Deutschlands, nur daß in diesen die Philosophen erheblich zahlreicher find). Die Frage nach dem Beruf des Vaters ergab sogleich, daß der Anteil des Prole⸗ tariats und des unteren Mittelstandes beständig im Wachsen begriffen ist, und so dürfte die Lage der Studenten bald noch trostloser fein. Und trostlos genug ist sie schon jetzt, denn das Monatseinkommen der halben Studentenschaft war niedriger als das vom volkswirtschaftlichen Seminar der⸗ selben Universität festgestellte Existenzminimum von 80 Kronen Girka 68 Mk.), jeder fünfte hatte weniger als 60 Kronen, und 12 hatten nicht einmal 30 Kronen= 25 Mk.! Dabei ist in dieser Monatseinnahme alles eingerechnet: so wohl das, was der„Alte“ schickt, als auch Stipendien und Nebenerwerb. Diesen Nebenerwerb verdienen sie in drei Vierteln der Fälle mit Privatstunden, in einem Fünftel mit wissenschaftlichen Hilfsarbeiten, und in den übrigen Fällen mit freier künstlerischer und journalistischer Tätigkeit, die immerhin noch am meisten einträgt. Und hier zeigt sich en beschämender Mangel an sozialem Sinn: die reichen Söhne der Prager, die zu Haus bei ihren Eltern wohnen und„es garnicht nötig haben“, bringen durch ihre bessere Kenntnis der Verdienstmöglichkeiten in der Stadt und durch schamloses Unterbieten ihre darbenden„Kommilitonen“ um die paar Groschen, die mit Stundengeben zu verdienen sind— um das Geld für Suff und Weiber auszugeben. Denn nur drei Prager geben etwas davon zu Hause ab,— während die sechs am besten(nämlich mit je zirka 100 Kronen) Honorier⸗ ten auch nicht einen Pfennig abgaben, sich im Gegenteil noch bis zu 40 Kronen zuschießen ließen! Zwei dieser Edlen, die außer Wohnung. Nahrung usw. im elterlichen Hause noch über ein Taschengeld von je 120 Kronen verfügten, hatten die Dreistigkeit, noch ein Stipendium von 20 Kronen monat- lich anzunehmen, das sie natürlich auch noch für sich verbrauch ten! Da es in Prag so wenig wie anderwärts ein amtliches Nachhilfe-Vermittlungs⸗Bureau gibt, so werden die Stun⸗ den eben nicht an diejenigen vergeben, die darauf angewiesen sind, sondern an die, die das Geld zum Annoncieren und die nötigen Konnexionen haben! Daher finden die notleidenden „Auswärtigen“ nur halb so oft eine solche Stelle, als die gutgestellten Söhne der Prager! Wenn auch bei der Ver⸗ teilung der Stipendien im allgemeinen die Bedürftigkeit besser berücksichtigt wird, so gehen doch die lohnendsten Stipendien an die Söhne von Staatsbeamten, erst dann kommen die Waisen— und eine Anzahl wird an Gemüts⸗ menschen mit 107 bis 140 Kronen Monatswechsel vergeben — weil es in Prag wie auch anderwärts Stipendien gibt, die nur an Studenten mit bestimmter Konsession, bestimmter Geburtsstadt, bestimmter Semesterzahl, bestimmten Beruf des Vaters usw. usw. verliehen werden— kurz, mit soviel Klauseln, daß sich in manchen Jahren überhaupt niemand darum bewerben kann— was die Arbeit der mit ihrer Ver⸗ waltung betrauten Behörden allerdings wesentlich erleichtert. Diesen ungenügenden Einkommen entspricht natürlich die Lebenshaltung der Studenten. Es zeigt sich auch hier, daß der Arme alles verhältnismäßig viel teurer bezahlen muß als der Reiche. Dreifünftel der Studenten bewohnen ein Loch, das den Anforderungen der Hygiene nicht im ge⸗ ringsten entspricht; jeder Siebente hat nicht einmal soviel Bodenfläche, wie das Gesetz über die Ledigenheime verlangt, und jeder Vierte hat ein halbdunkles oder ausgesprochen dunkles Zimmer! Nur jeder dritte bewohnt sein Zimmer allein; mehr als die Hälfte mußten es mit einem, 10 Prozent mit zweien, 3 Prozent sogar mit mehr als zwei Personen teilen! 27 Zimmer sind, abgesehen von solchen mit schlechten Oefen, überhaupt nicht heizbar, 27 haben Ungeziefer, 67 Lärm, 16 schlechten Abort, 22 sind schmutzig und 82 haben andere wenig angenehme Eigentümlichkeiten, so daß jeder siebente Stundent über wenigstens einen dieser Schönheits⸗ fehler zu klagen hat. Dafür geht es einigen wenigen um so besser: diese ruinieren sich freiwillig die Gesundheit, um die etwa vorhandene geistige und körperliche Frische loszuwerden, die ihnen in ihrer Karriere schaden könnte— und die an⸗ deren ruinieren sie sich unfreiwillig, weil sie in den Entwick⸗ lungsjahren bei angestrengtem Studium in gebückter Hal⸗ tung ohne Licht, Luft und Wärme aushalten müssen, so daß sie, wenn sie schließlich das Ziel erreicht haben und die Früchte ihrer Anstrengungen genießen sollen, krank zusammenbrechen. Das ist halt so in dieser vollkommensten aller Welten. Aber die fetten Korpsstudenten unterstützen ihre armen Kameraden nicht einmal aus dem an manchen Universitäten bestehenden allgemeinen Fonds, zu dem jeder einzelne Student zwangs- weise den gleichen Betrag beisteuern muß, sondern verwen⸗ den ihn für Fackelzüge und anderen Repräsentationsschnick⸗ schnack. Und man glaube nur nicht, die geschilderten Zu⸗ stände beständen nur in Prag: auch in Wien und Brünn hat man ähnliches festgestellt, und die für Berlin geplante Um⸗ frage wird auch viel Erbauliches zutage fördern. Kam doch neulich in einer Gerichtsverhandlung zur Sprache, daß ein Berliner Medizinalstudent nur 10 bis 15 Mk. Monatswechsel bekam, weswegen er Betrügereien beging. Hier hat man vor einem Jahr mit großem Lärm ein Wohnungsamt ge⸗ gründet, d. h. man nimmt denen, die eine Wohnung ver⸗ mieten wollen und die es dazu haben, eine Mark pro Zeile an Insertionsgebühren in den Berliner Akademischen Nach⸗ richten ab!(Bei Wiederholung Rabatt.) Wenn so viele Studenten nicht einmal des Nötigste zum Leben aufbringen, so können sie natürlich keine Bücher kaufen und deshalb müßten wenigstens die Bibliotheken auf der Höhe sein. Müßten. Wieviel ein hohes k. k. Kultus⸗ ministerium für Bibliotheken übrig hat, zeigt folgende Klage eines Innsbrucker Privatdozenten: dort stehe für Bücher⸗ wünsche eines Universitätslehrers der immense Betrag von 4 bis 8 Kronen jährlich zur Verfügung! Was tut nun die k. k. Universitätsbibliothek? Sie sucht jedes neu erschienene Buch zunächst antiquarisch, und wenn es dann antiquarisch auftaut, wird es gewöhnlich nicht mehr gebraucht und man kann die Anschaffung sparen! Wenn die Universitäts⸗Professoren wirkliche Lehrer wären, würden sie sich ja mehr um das Wohl und Wehe ihrer Studenten bekümmern und energisch verlangen, daß die Re⸗ gierung etwas für sie tut. Aber sie werden sich hüten— am Ende könnte Zar der langersehnte„Hofrat“ oder„Geheim⸗ rat“ ausbleiben. Rabe. Fr 0 cc——T—T—ß—T—T6—T—F—Ä——— .—v——— Das Geheimnis der Flamme. Von Dr. Erich Schirmeister⸗Berlin. Unter den vielen Naturphänomen, die uns umgeben, ist dem Laien die Flamme am wenigstens rätselhaft; hier scheint Natur ganz entgeistigt zu sein. Flamme, ein rein chemischer Prozeß, die äußere Erscheinung der Oxndation eines brennbaren Gases oder, anders ausgedriickt, die Verbindung des Gases mit dem Sauerstoff der hinzutretenden Luft. Wie will man dabei noch Geheimnisse uchen? Und doch ist es neuerdings gelungen, mit der sogenannten —— Oberflächen verbrennung einen Schritt von so großer Tragweite zu tun, daß die Oeffentlichkeit ein Recht hat, hierüber Näheres zu hören. Jlammenlose Oberflack en verbrennung scheint paradox, denn wo Verbrennung, sollte auch Flamme sein. Um den Fortschritt zu ver⸗ stehen, muß man sich vergegenwärtigen, daß jedes Gasgemisch zur Verbrennung nur einen ganz gewissen Prozentsatz von Luft bezw. Sauerstoff nötig hat. Ther retisch ist ausgerechnet worden, daß zur vollständigen Verbrennung von einem teil Steinkohlengas fünf Telle Luft nötig find. Jede weitere Luftmenge, die hinzutritt, schadet, indem sie den Verbrennungsprozeß beeinträchtigt.(Bei⸗ splelsweise muß auch die hinzutretende Luft erwärmt werden, wo⸗ durch naturgemäß die Wärmeabgabe der Flamme leidet.) Man hat Wärmeverluste und ganz ungeheuerlich muten die Werte an, bie auf diese Weise der Technik, dem Natlonalvermögen, täglich ver⸗ loren gehen. Der Bunsenbrenner, einer jener Riesenfortschritte in der Tech⸗ nir, wie sie nur von Zeit zu Zelt dem Genle gelingen, hat durch vorhergehende Mischung des Gafes mit einem Teil der zur Ver- brennung nötigen Luftmenge ein rationelleres Verhältnis zwischen beiden hergestellt, als wie solches bei der einfachen Gasflamme vor- liegt. Seine Flamme ist insolgedessen bedeutend heißer. Ueber den Bunsenbrenner hinaus ist man lauge Zeit nicht ge⸗ kommen. Man stieß immer auf den Widerspruch, daß, wenn man dem Brennstoff nur die theoretisch zur Verfrennung nötige Luft⸗ menge, welche den größten Oeizeffekt ergeben wilrde, zuflihrt, dann der Verbrennungsprozeß unvolllommen gestaltet wird, indem ein großer Tell des Kohlenstofses als Kohlenoxyd entweicht. Man hat deshalb in der Technik immer wieder mit einem Ueberschuß von Luft bezw. Sauerstoff arbelten miissen, wobei eben dann die schäd liche Abkühlung des Gases entsteht, die den Wärmeeffekt der Jlamme berabsetzt. Hier nun setzt die flammenlose Oberflächen verbrennung ein, deren Erfindung gleichzeitig mit jener seltenen Duplizität der Er⸗ eignisse dem englischen Prosessor Boue und dem deutschen In⸗ genkeur Schnabel gelang. Bringt man ein poröses, seuerfestes Material, beisplelsweise einen ausgehöhlten Apfel aus Quarz als Mündung auf den Ausgang eines Rohre, in das unter Druck ein in theoretisch richtigem Verhältuls zu einander stehendes Gemisch von Gas und Luft geleitet wird, und zündet man das durch die Poren des Quarztörpers bin durchdringende Gemisch au, so ergibt sich die merkwürdige Erscheinung, daß der Quarzlörper ins Glühen gerät, ohne daß an seiner Oberfläche eine Flamme bemerkbar ist. Die restlose Verbrennung des Luftgemisches erfolgt im Innern des Quarzkörpers, wobei eine außerordentliche Steigerung des Wärme⸗ esseltes erzielt wird. Es ist eine Kleinsakeit, den Quarzkörper, der bel Versuchen, wie sie kürzlich gelegentlich eines Vortrages des Herrn Direktors Blum von der Berlin Anhaltischen Maschinenbau⸗ Aktlengesellschaft(im Berltuer Mezirksvereln Deutscher Ingen teure) über„Die flammenlose Oberflächen verbrennung“ gezeigt wurden, in so helle Weißsalut zu bringen. daß der Glanz eines Glühtörpers belm Gasglühlicht oder der Glanz elner Metallsadenlampe weit dahinter zuriick bleibt Wenn wir für die Beleuchaungsindustrle hieraus noch ganz Ueber raschendes erleben werden die flammenlose Oberflächen⸗ verbrennung kaun auch bei Niederdruck-Gas, wie es im Stadtgebiet zur Verfügung steht, zur Anwendung gelangen—, so liegt der Wert der Erfindung, auf deren lechnische Einzelhelten au dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden soll, auch noch nach einer anderen Nichtung blu. Es scheint, als ob mit diefer flammenlosen Feuerung das Kesselsystem der Zukunft geschafsen ist. Führt man nämlich durch elnen Kessel eine Röhre, die mit der Schnabel-Boneschen Feuerungsmasse gefüllt Ist, treibt burch dlese NMebre ein Gasgemisch und zündet dasselbe da, wo es wieder aus⸗ tritt, au, so ergibt sich ebenfalls nur ein Glühen der im Innern der Möhre befindlichen Chamottemasse. mit einer geradezu ver- blüffenden Dlocentwicklung im ersten Teile des Nohres, nach der Eintrittsseite des Gasgemisches zu. Die dort berrscheude Tempe⸗ ratur wird auf e bis 1600 Grad geschabk. Dec enorme Wir kungsgrad eines solchen Schnabel-VBoneschen Dampfkessels zeigt sich darin, daß, während der gewöhnliche Dampfkessel mit einer Dampf⸗ menge pro 1 Quadratmeter Oeigfläche des Kessels zürka 20 bis 40 Lllogramm rechnet, der nene Kessel 145 bis 150 Kilogramm erreicht. ja bis 200 Kilogramm erböht werden kann, d. h., die Leistung ist drelsach und mehr so groß Jedoch nicht nur die Wöglichtelt ra jellerer Ausuntzung der Kobleuschäge ist wesenklich, vielleicht noch wichtiger ist die übe raus grohe Unpassungssähigkeit des Kessels an Belastungsschwankungen. wie die Möglichteln eines überaus raschen Jubetxiebsetens. Jusolge der ungemein lebhaften sernürtulation iunerhalb des Kessels— da die böchste Temperatur nur, wie bereits oben gesagt, am Anfang der Röbre sich defindet— und der schnellen Verdampfung. in die Bildung von Kesselsteln außerordentlich gering. Die Gefahr der herabgebrückt. Beiter fällt ins 2 die einfache und billige Herstellung der Anlage, der geringe Pla ebedarf, das Fortsallen er Einmduerung, der Schornsteln⸗Aulage. der und Ruß⸗ biddung und die Verringerung des Bedienungspersonals, da der Kessel fast ganz automatisch arbeitet. Man kann wohl sagen, daß dieser Dampfkessel mit Gasseuerung ohne Konkurrenz dasteht; er wird auf die Preisverhältnisse der Energiearten einwirken und sicherlich eine kolossale Verbilligung erwirken. Insbesondere findet er ein weites Anwendungsgebiet, weil auch minderwertige Gase durch ihn nutzbar gemacht werden können. Er tritt deshalb in schärsste Konkurrenz mit den Großgasmaschinen und Dampftur⸗ binen der großen Zechen und Olittenwerke. Die flammenlose Oberflächenverbrennung wird aber auch für den Jaushalt von aroßer Bedeutung sein. Bei dem oben erwähnten Vortrag wurde ein Diafragma gezeigt, eine quadratische Fläche der Chamottemasse, die durch das Gas ins Glühen gebracht wurde, und eine enorme Oitze abgab. Es scheint, als ob durch die Oberflächen- verbrennung die Frage der Gasheizung, die sich heute bereits als Aushilfsheizung bewährt hat, in ein neues, fruchtbares Gebiet tritt und als ob wir mit einem Schritt die rauchenden OCausschorn⸗ steine los werden könnten, welche heute die Almosphäre der Städte verpesten. Der besondere Wert diefer Gashelzösen ist, daß sie einen äußerst geringen Raum in Anspruch nehmen und sich die Platte nach jeder gewünschten Richtung drehen läßt. Daß auch Badeösen sich damit konstruieren lassen oder Herd⸗ 5 platten, ergibt sich von selbst und braucht nicht besonders betont zu 1 55 werden. Auch hier wird ein größerer Nugeffekt für dasselbe Geld 3 erzielt, auch hier also eine Verbilligung des Gaspreises lediglich 1 durch den technischen Fortschritt. 3 Da man neuerdings mit dem bekannten Mendgasversahren den 1 Torf für die Landwirtschaft nutzbar macht, so ergibt sich auch fürrr die Landwirtschaft eine aussichtsreiche Perspektive durch Ueber⸗. nahme der Schnabel-Voneschen Dampftessel. 253 Wie wichtig der hier angedeutete Forlschritt ist, dürfte endlich 7 noch die Tatsache illustrieren, daß auch flüssige Brennstosse als 1 Feuerungsmaterial benutzt werden können, gedacht ist blerbei be⸗ 1 sonders an Teeröle. Es dlürste interessieren, daß die Berlin-An⸗ haltische Maschlnenbau-Aktiengesellschaft, welche im Vesigg der in Frage kommenden Patente für Deutschland ist, bereits in Ver⸗ bindung mit der amerikanischen Standard Oil-Companuy steht. Vom Einfluß der Calciumzufuhr auf die Gesundheit. Von Prof. Emmerlich und Dr. O. Loe w. K. K. Betanntlich hat Merschnikow in sehr verdienstvoller Weise darauf hingewiesen, daß der Konsum von gegohrener Milch(Pogurt) die Gesundheit erhöhe und deshalb das Leben verlängere; denn in Bulgarien, wo der meiste Nogurt ge⸗ trunken wird, gibt es auch im Verhältnis die meisten Hun- dertjährigen. Jener Forscher hat die Theorie aufgestellt, daß unsere gewöhnlichen Darmbakterien Giftstosse produzieren, die die für das Altern chgrakteristischen Vorgänge herbei⸗ führen und daß, wenn diese Bakterien durch die Gärungs⸗ bakterien des Vogurt verdrängt werden, jene Giftstofse (Toxine) nicht mehr in dem Maße produziert werden und infolgedessen auch die für das Altern charakteristischen Vor- gänge verlangsamt und somit das Leben verländert werden könnten. 8 Wen. reer Kreer Nun haben aber vor einigen Jahren zwei deutsche Bal- 4 teriologen gezeigt, daß auch bei beträchtlichem Konsum von 5 Nogurt die gewöhulichen Colibalterien des Darmes nicht 3 verdrängt werden können und es muß somit eine andere Erklärung für die günstige Wirkung des Nogurt gesucht wer · den. Diese Erklärung dürfte deshalb nicht schwierig sein, 5 weil eine lebensverlängernde Wirkung auch dei Genuß von unge gohrener Milch beobachtet werden kann, so daß also die speziellen Bakterjen des Vogurt nicht in Betracht kommen. Fragt man hundertjährige Leute, wovon sie hauptsächlich in späteren Jahren sich ernährt haben, so erhält man meistens die Autwort: van Milch. Es wird berichtet, das vor etwa 200 Jahren ein Engländer namens Parr 152 Jahre alt geworden sei und derselbe seit lange nur von Brot und Milch gelebt babe. Det König von England, der sich für den Mann ateresstert batte, lud ihn einmal zur Tafel ein und bei dieser Gelegenheit sprach er den verlockenden Speisen tapfer zu. das war sein Unglück, denn wenige Tage datauf starb er in usolge dieses Gastmahls von Uebermaß an Nahrung. Erst kürzlich wieder wurde von einem 106 Jahre alten Mann, pre Chamel, aus Paris berichtet, der seit seinem 60. Jahre bauptsächlich von Milch gelebt hat. 5 Wodurch zeichnet sich nun die Milch vor vielen andeten Nahrungsmitteln aut? Vergleichen wir eine Mahlzeit aus gleichen Teilen Fleisch und Nartofteln mit Mich, so wäre „ ²˙. TT§T—C.:)½é7U ¼9ieͤ Keffelexploflon wie die Abuntzung wird dadurch auf ein Minsmum in bezug auf die or ganischen Stoffe wegen dethalnnyp 1 9 2 4 mäßig zu geringem Gehalt an Kohlehydrat die Milch im Nachteil. Betrachten wir jedoch die mineralischen Bestand⸗ deile, so ergibt sich sofort ein Hauptunterschied zugunsten der Milch. Bei jener Mahlzeit nämlich ist der Kalkgehalt fast f minimal und der Magnesiagehalt weit größer als der Kalk⸗ gehalt, was ebenfalls ein ungünstiger Umstand ift. Bei der Milch dagegen beträgt der Kalkgehalt(2,8 g im Kilo) acht- dis neunmal so viel wie bei einem gleichen Gewicht jener Mahlzeit, während der Magnesiagehalt weit unter dem Kalk- gehalt liegt, was ein günstiger Umstand ist. Eine genügende Kalkzufuhr ist aber äußerst wichtig für den Körper, wie viel- sache Erfahrungen gezeigt haben. Der Vorteil der gegohrenen Milch(Yogurt) gegenüber der ungegohrenen Milch ist also nicht im Bakteriengehalt der ersteren zu suchen, sondern wohl nur darin, daß man wegen des guten Geschmacks überhaupt mehr von Nogurt ge— nießt als von Milch; auch mag die freie Milchsäure des Vogurt mit dazu beitragen, die Verdauungsvorgänge im Magen zu fördern. Der spezifische Wert der Milch und des Yogurt beruht ferner nicht nur auf den organischen Bestand— teilen(Casein, Albumin, Fett und Milchzucker), sondern in ebenso hohem Grade auf dem relativ hohen Kalkgehalt. Der Untergang der großen Armee. Von Kurt Elsner. II. Den äußersten linken Flügel der großen Armee— nach den Ostseeprovinzen zu— bildeten die Preußen und die Oesterreicher. Napoleon kannte ihre Unzuverlässigkeit und er mochte bei dem Hinmarsch glauben, ihrer Hilfe nicht zu bedürfen. Auf dem Rück⸗ marsch gewannen aber gerade diese noch ziemlich unversehrten Truppenteile eine verhägnisvolle Bedeutung. Das Verhalten der Preußen war von Anfang an zweideutig, das der Oesterreicher unverhüllt verräterisch. Die Oesterreicher hatten die Aufgabe, den MRlickzug der Hauptarmee zu decken. Graf Schwarzenberg aber, der Befehlshaber der Oesterreicher, ließ die Russen durch, und beim Uebergang über die Beresina kam es zum Zusammenstoß. Der Fluß trleb Eisschollen. Es mußten zwel Brtlcken über den Strom geschlagen werden. 150 Pioniere standen mit halbem Körper in dem eisigen Wasser und arbeiteten, unter den Augen des Kalsers. Ein deutscher Major hat ihnen diese Ruhmestafel errichtet: „Welche Zauberkraft besitzt die Ehre, nur diese konnte es sein, welche die heldenmiltigen Pioniere leitete und ihnen Ausdauer und Kraft gab. Sie sahen den Tod vor Augen, ihre Kameraden gingen unter, ihre Körper wurden von den Eisschollen zerschnitten, aber sie ar— belteten weiter.“ Ufer und Grund waren morastig. Es fehlte an geeignetem Baumaterial. Die Russen standen in der Nähe, und wenn sie nicht guch jetzt noch militärisch unzurechnungsfähig gehandelt hätten, so hätten sie die Armee am Uebergang hindern können. So war schon ein großer Teil der Truppen über den Fluß, als die Russen an den Brficken eintrafen. Am 28. November begann die Schlacht, viel— leicht die größte militärische Leistung Napoleons; mit 33000 Mann beslegte Napoleon 87 000 Russen unter Kutusow. Die Russen wur⸗ den zurückgeschlagen. Während aber die Armee sich an den Ufern Heldenmifttig schlug, bis zu roölligen Aufopferung, entstand auf den Brücken unter den Abgespreugten und Nachzliglern ein grauenvolles Gemetzel. Die Eingänge zu den Briicken verstopften sich. Obwohl Napoleon selbst dicht an der klinken Briicke zu Fuß stehend den Uebergang überwachte, entstand bald ein mörderisches Gedränge. Die verworrene Menschenmasse, so schildert einer der Geretteten den Hergang, drückte mit wildem Geschrei gegen die Brücken. Die Stärkeren siberritten oder überschlugen die Schwächeren und brachen sich mit Gewalt eine Bahn; umsonst flehten die Kranken und Ver⸗ wundeten um Erbarmen. Tausende fanden ihren Untergang in den halbgefrorenen Fluten des Flusses, wurden im gräßlichsten Gewlühl erstickt oder flelen in die Hände der Russen. Fürchterliche Einzelheiten berichten andere. Ein deutscher Offizier stand vor einer der Brücken eingekeilt, auf dem Leibe einer noch lebenden rau:„och fühlte die Bewegung ihres Körpers unter meinen iden, ich hörte ihren Schmerzensruf, und dennoch konnte ich sie erst nach einer zlemlich langen Pause von meiner Last befreken.“ Der jungen Frau eines französtschen Offtziers, die eln vierjähriges öchterchen mit sich führte, wurde ein Schenkel zerschmettert. Da erdrosselte sie das Kind mit ihrem blutigen Strumpfband und ließ sich dann selbst lautlos überfahren. Es war nichts seltenes, so wird 5 chtet, Niedergetretene sich mit den Zähnen an die über die Hin⸗ schreitenden festklammern zu sehen, von denen sie aber gleich den en Feinden gemordet wurden. Bald war der ganze Fluß mit schen gefüllt. Vier Tage dauerte der Uebergang, vom 26. bis 20. November. Die Szenen des Grauens steigerten sich ins Un⸗ vorstellbare, wenn die Nacht hereinbrach. In der Dunkelheit 7 550 alles Menschliche. Wir schritten Über Berge von Kadavern, erzählt ein Babenser von der letzten Nacht an der Beresina, alles, was sich Ausern Basonettspitzen entgegensetzte, wurde niedergestoßen. Mehrere Keufend waren noch auf dem linken Ufer zurücgeblleden, als die Brücken verbrannt wurden. Dreißigtausend Mann kamen in diesen vier Tagen um. In völliger Auflösung eilt die große Armee der russischen Grenze zu. Anfangs Dezember sind kaum noch 9000 Mann in Relh und Glied. Fast steigern sich die Leiden. Die littauischen Bauern übertreffen noch die Russen an Grausamkeit gegen die Wehrlosen. Die Kälte sinkt anfangs Dezember auf 20, 24, 27 Grad Reaumur. In diesen Eisnächten sterben ganze Biwaks aus. Die Leichname benutzten die Neuankommenden als Kopfkissen, bis sie selbst er— starren. Viele verfallen in Frostdelirien, und unter rasenden Ge— bärden, in wilden Fllchen brechen sie zusammen. Das Entsetzen der Beresinanächte übersteigt noch die Leichen greuel von Wilna. Als die Reste der Flüchtigen in der Stadt Schutz suchen, dringen die Kosaken ein und morden alles. Ein mit dem russischen Heer in Wilna einziehender Engländer schildert, was er im St. Kasiliushospital geschaut. Das Spital bot den schrecklichsten Anblick dar: 7500 Leichen waren in den Gängen wie Bleimuld em übereinander geschichtet; auch in allen anderen Räumen lagen solche herum; und die zerbrochenen Fenster und die Löcher in den Mauern waren mit Füßen, Beinen, Händen, Rümpfen und Köpfen, wie sie in die Oeffnungen paßten, zugestopft, um die kalte Luft von den Lebenden fernzuhalten. Das Faulen des tauenden Fleisches, wo die Teile sich berührten und der Prozeß ber Zersetzung vor sich ging, verbreitete ringsum einen leichenhaften Gestaunk. Als die gefrorenen Leichen zu zwanzigen oder dreißigen auf einmal in Schlitten fortgeschafft wurden, um in eine Grube außerhalb der Stadt geworfen zu werden, waren die verschiedenen Stellungen, in welchen der Tod sie gelassen hatte, sehr merkwilrdig zu beob- achten: jede Leiche schien in einem Augenblick der Muskelanstrengung und tätigen Wollens erstarrt zu sein. Selten war Ruhe in einem der Glieder; fast alle drückten eine Bewegung von hoher Spannung, Schmerz oder Flehen aus, welcher dle Augen entsprachen. Es war eine illustrierte Geschichte der Todesqualen, die dem sinnenden Beobachter reichen Stoff zum Denken gab. Selbst jensetits der russischen Grenze fanden die in abenteuer- lichen Vermummungen schleichenden Gespenster keine Ruhe und Menschlichkeit. Auch die Ostpreußen mißhandelten diese wie aus einem Hungerturm entlassene Armee von Bettlern und Krüppeln, peinigten sie und— beuteten sie zugleich aus. Soldaten, die noch vom Moskauer Raub Gold gerettet hatten, mußten den guten Königsberger Bürgern zehn, zwölf Taler für die Ueberlassung eines warmen Winkels zahlen. Wer nichts hatte, mußte in der Kälte nächtigen. Mehr als 600 000 blühende Männer waren nach Rußland ein— marschiert, 30 000 bis 50 000 zu Tode ermattete Greise mögen aus Rußland zurlickgekehrt sein. Auch die deutschen Truppen waren mit Ausnahme der Preußen und Oesterreicher nahezu aufgerieben; nur von den Sachsen konnten noch etwa 3500 Mann in Dresden ein- ziehen; 22500 Sachsen waren von Rußland verschlungen. Napoleon war bis zu dem Augenblick, da nichts mehr zu retten war, bei seiner Armee geblieben. Er war eben doch nur ein Empor⸗ kömmling und verstand sich nicht auf das Gottesgnadentum eines Friedrich Wilhelm III., der sechs Jahre zuvor, nach der ersien Niederlage seines Heeres, in Windeseile seine unerfetzlich kostbare Majestät in Sicherheit brachte, und nicht eher dle Pferde ver⸗ schnaufen ließ, bis er sich an der äußersten Grenze seines Landes, unter dem Schirm der Russen geborgen fühlte. Erst Anfang Dezember verließ Napoleon die Armee. Die höhere Pflicht zwang ihn. Er wußte, daß er nun rüsten mußte, eine Welt zu verteidigen. Vor seiner Abreise, am 3. Dezember, ver- faßte er— von Malodaczno datiert— jenes 29. Bulletin, in dem er den Untergang der großen Armee verkündete: „Dle Gesundheit Seiner Majestät ist nie besser gewesen.“ So schließt dieser Bericht von den Siegen, dem Heldentum und der Vernichtung der Großen Armee. Gedankeufabrik. Von Dr. A. Lipschütz. Bon einem, der dummes Zeug spricht, sagen wir„es fehlt ihm eine Schraube im Kopf“. Wir meinen damit bloß, dieser Mensch könne nicht richtig denken. Aber in diesem Schlagwort liegt mehr, als bei oberfläch⸗ licher Betrachtung scheint. Denn in diesem Schlagwort liegt die Anerkennung, daß dem Denken, genau wie allen anderen Erscheinungen der leblosen und belebten Natur, chemische und physikalische Vorgänge zugrunde liegen und daß bei einer Störung dieser Vorgänge auch eine Störung im Denken zu⸗ stande kommt. Wie eine Maschine stockt, wenn irgendeine Schraube gebrochen ist, so steht auch das richtige, das logische Denken still, wenn im Gehirn oder in der Gedankenfabrik eine Störung im Betriebe eingetreten ist. Es ist der große Triumph der modernen Naturwissen⸗ schaft, gewaltige Breschen geschlagen zu haben in das Gebiet der Gedankenarbeit. Wie haben sich hier unsere Vorstel⸗ lungen geändert! Was im achtzehnten Jahrhundert ein Wagnis war, zu behaupten, das schwer gebüßt werden munts. —— —— 5— ——— 8 DD 8 — —. i ——— N ä 1 — ——— 3 e—— 2 3 1 9 9 4 10 „ . 16 0 0 1 5 9 0 1 66 1 0 5 9 1 1 13 16 N ö 1 f 1 1 1 6 1 . g J . 0 K 15 N 5 ö 1 N 5 . ö 5 K. Spinnengiste. Die Kreuzspin 2 n durch Abklemmen der beiden Halsschlag⸗ orderen Teil des Gehirns führen. N h die Zufuhr von Sauerstoff 1 C solc. te vor 8 ** 1* 57 Mosso t d Finger 11 hen ist, da diese 1 1 r Haut des Halses o 1 1 1 Bl a r zugeführt. en r 1 den bloßz⸗ fhörte. Der Patient verfiel 11 6 aa in Ftlosigkeit und der f. sobald Mossa die Halsschlagadern nun der Sauerstoff Aus unserer Sammelmappe. Laboratorium des Gerichtsarztes. Die B itigkeit L hat auf allen Gebieten der w haftlichen arse Spezialisierung 9 affen. So bewigt der Ger t au n ganz anderen Boden, pr 4 wenn er auch in seinen Studien⸗ nes gelebt hat oder zrenen, das noch nie gelebt hat, sinkt sosort, aus dem imen und ins Wasser gelegt, unter, während die mit und ins Wasser gelegte eines Lebendgeborenen zergiftung mit Blaufäure ist er sofort imstande, lhöhle den bezeichnenden bitteren geruch zu Arsenlkvergiftung weist er im Marshschen Apparat des Giftes nach. Er wird an beliebigen Körperstellen b ch, nachdem das rst beigebracht worden sind, um eines uschen und dergleichen. Die moderne Rechts⸗ aupt nicht mehr do tau la hne deer ohne diesen je mehr minen, desto d die Tä en. So bringt em menschlichen elfe, den kranken u fäubern. hrem Körper elne er Be a zu vielen Unter⸗ letzten Zeit gaben. Außer allgemein wirkenden Staates vor konnten nämlich Stosse isoliert werden, welche die Eigen⸗ die im Tier- und Menschenblut in großer Zahl vor⸗ Wenschenblut etwa 5 Billionen) kleinen roten gab diesen in der Spinne vor⸗ ubstanzen die Bezeichnung„Arachnollsine“. enzsipinne enthaltene Gist genügt, um di: enthaltenen viele Millionen Blul⸗ bringen. Auf die verschiedenen Blut- it jedoch nicht in gleicher Weise. Das bemmt die lösenden Wirkungen des Spiunen⸗ konnte durch vorsichtige Behandlung von West- mit Arachnolysin ein hochwertiges Serum gegen das erhalten.