fe Hag Hibe en dle am n Unna hat d fung l mospen fich hn Num cle nich K b Al 100% 1 60% el tube 0 b aun 01 lich 1 be 1 1 e CCC CC... ̃ͤͤ— —— 1 1 9 1 1 9 * waltung erlebt. Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolks zeitung Nummer 29 Dienstag, den 21. Oktober 1913 2. Jahrgang Georg Büchner und die Politik. Georg Büchner ist nicht ein positiver Sozialist gewesen; aber es wäre falsch, ihm jeden Platz in der Geschichte des Sozialismus zu verweigern. Politische Systeme treten nicht fertig in die Welt; von hundert und aberhundert Ansätzen her wachsen sie zusammen. Büchners politisches Denken be⸗ deutet zum mindesten einen höchst wesentlichen sozialisti⸗ schen Ansatz. In seinen Briefen finden sich Stellen wie diese: „Ich.. habe in neuerer Zeit gelernt, daß nur das not— wendige Bedürfnis der großen Masse Umänderungen herbei⸗ führen kann, daß alles Bewegen und Schreien der einzelnen vergebliches Torenwerk ist.... Der einzelne ist nur Schaum auf der Welle, die Größe ein bloßer Zufall, die Herrschaft des Genies ein Puppenspiel, ein lächerliches Ringen gegen ein ehernes Gesetz, es zu erkennen das Höchste, es zu be— herrschen unmöglich. Es fällt mir nicht mehr ein, vor den Paradegäulen und Eckenstehern der Weltgeschichte mich zu bücken.... Die Gesellschaft mittelst der Idee, von der ge— bildeten Klasse aus reformieren? Unmöglich...“ Und mehr als einmal spricht Büchner den Gedanken aus, der einzige politisch bedeutsame Gegensatz, den sein Zeitalter— der Vormärz— enthalte, sei der Gegensatz zwischen Arm und Reich. Er spricht noch nicht von Kapital und Proletariat; das Problem so zu formulieren, blieb einer reifen sozialistischen Erkenntnis vorbehalten. Gleichwohl ist die Unterscheidung, die Büchner gemacht hat, wahr, wesentlich und modern: moderner jedenfalls als fast alles, was die bürgerliche Demokratie des Vormärz ge— sagt hat. Wie sehr die antiindividualistische, kollektivistische Ge— schichtsauffassung, die Büchner vorbereitete, berechtigt war, das bewies im Grunde seine eigene Entwicklung. Wir fragen uns, wie es wohl kam, daß just ein hessischer Demokrat zu solchen fortgeschrittenen Auffassungen gelangte? Diese Mög— lichkeit lag eben gerade in der politischen Kultur Hessens. Hessen war damals das radikale Land in der deutschen Welt. Die demokratischen Anschauungen waren nirgends in Deutsch⸗ land so erschlossen und so durchgebildet. Dafür gab es in Hessen zwei entscheidende Gründe. Die hessischen Bauern— Hessen war Bauernland— lebten in einer besonders drückenden Armut. Sie waren indes nicht miserabler daran als andere Bauern in Deutschland, und die Tatsache ihres Elends hätte nicht genügt, um sie revolutionären Ideen zu⸗ gänglich zu machen. Aber nun trat zum passiven ein aktives Element hinzu. Hessen stand im Bannkreis der Ueberlieferungen der großen französischen Revolution, und diese Ueberlieferungen wurden in Frankreich wie in dem nahen Hessen durch die Pariser Julirevolution des Jahres 1830 aufs neue belebt. Auch hatte Hessen die revolutio— nierenden Einflüsse der rheinbündisch-napoleonischen Ver⸗ So kam es, daß Hessen revolutionären Ge— danken weiter offen stand als die anderen deutschen Länder, in denen übrigens mancher bürgerliche Geist einer revo— lutionären Propaganda geneigt war. Der revolutionäre Gedanke erfaßte gerade in Hessen aber nicht nur die bürger— liche Intelligenz, sondern eben auch die bäuerlichen Massen. Auf die Dauer behielt freilich Büchner Recht, wenn er nicht bloß in die revolutionäre Energie und Begabung der Intellektuellen, sondern auch der Bauern einige Zweifel setzte. In der Tat genügten die revolutionären Voraus- setzungen nicht. Die Bauern kamen nur bis zur Steuerver⸗ weigerung und einigen kleinen Lokalrevolten. Die In⸗ tellektuellen kamen nur zur Gründung revolutionärer Konventikel, von denen die Anregung zu Attentaten ausging. Nicht daß die deutschen Zustände, und die hessischen zumal, eine Revolution nicht gerechtfertigt hätten. Aber es fehlte schließlich doch an einem genügenden und organisierten revo— lutionären Gesamtwillen und es fehlte von vornherein die unentbehrliche Breite einer gesamtdeutschen Bewegung. Hessen war nur Hessen; und Revolutionen von nur land— schaftlicher Ausdehnung sind immer erfolglos, wenn sie über— haupt zum Ausbruch gelangen. Büchner selbst hat das alles zuletzt genau eingesehen. Wie Büchner selbst in seinem politischen Denken stark von französischer Kultur bestimmt war, datierten die revo— lutionären Ueberlieferungen Hessens aus dem Beginn der großen Revolution. Damals verkündete der Naturforscher und kurerzbischöfliche Bibliothekar Georg Forster in Mainz die Gedanken der großen französischen Revolution, die er als Sendling der mainzischen Republikaner in Paris auch persönlich studieren konnte. Nach den beiden welt— bürgerlichen Jahrzehnten, die Hessen mit dem republikanischen und mit dem napoleonischen Frankreich verbunden hatten, kam dann eine national⸗deutsche Reaktion. Man war zwar nach wie vor den Grundsätzen der großen französischen Revo— lution zugeneigt, aber man wollte— wie es schließlich dem in der Entwicklung zurückgebliebenen Deutschland zunächst auch entsprach— die revolutionären Prinzipien vorderhand einmal in deutscher, womöglich gesamtdeutscher, anstatt in weltbürgerlicher, übernationaler Form verwirklichen. So waren die hessischen Träger revolutionärer Gedanken im Jahrzehnt der Freiheitskriege ausgesprochen deutsch gesinnt: deutsch bis zum lächerlichsten Chauvinismus. Unter ihnen ragten namentlich der Pfarrer und Rektor Weidig aus Butzbach, die Brüder Welcker, der Advokat Hoffmann aus Offenbach und die Brüder Fol len hervor. Der wich— tigste der radikalen hessischen Demokraten war der Jurist Karl Follen. Follens politische Lehre hatte zwei Gesichtspunkte: er erklärte, daß niemals das Gesetz, sondern nur die persönliche sittliche Ueberzeugung den einzelnen in seinem Verhältnis zum Staat bestimmen dürfe und daß weiter jedes Mittel, das technisch geeignet sei, die sittlich-politische Ueberzeugung eines Individuums in der Oeffentlichkeit durchzusetzen, be⸗ rechtigt sei. Follen erklärte ausdrücklich, daß zu diesen Mitteln die organisierte wie die individuelle Gewalt der Revolutionäre gehöre, und nannte den Fürstenmord aus⸗ drücklich„einen Akt der allgemeinen Gerechtigkeitspflege“. Sachlich war er fest davon überzeugt, daß jede logisch begabte und sittlich strenge Persönlichkeit zum konsequenten Repu⸗ blikanismus gelangen müsse, und er hat seine Begeisterung für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in mehr als einem überschwänglichen Gedicht zum Ausdruck gebracht, in solchen Gedichten nicht selten auch mit blutigen Worten zum Tyrannenmord aufgefordert. Da hieß es wohl: „Dann wird's, dann bleibt's nur gut, Wenn du an Gut und Blut Wagst Gut und Blut, Wenn du Gewehr und Axt, Schlachtbeil und Sense packst, Zwingherrn den Kopf abhackst.“ Follens revolutionäre Propaganda hatte in den Kreisen der jungen Akademiker Erfolg. Die radikal-demokratischen Studentenzirkel der Schwarzen in Gießen und der Unbe⸗ dingten in Jena, die sich von der Burschenschaft als einer politisch zu lauen Organisation abgesprengt hatten, schwuren auf die Worte Follens. Die Ermordung des reaktionären Staatsrats Koßzebue durch Sand hing mit der revo⸗ lutionären Propaganda Follens zusammen, wenn nicht un; mittelbar, so doch mittelbar, und ähnlich das mißlungene Attentat des hessischen Apothekergehilfen Löhning auf den hessischen Regierungspräsidenten Ibe ll. Es war kein Zufall, daß die Kommission, die auf Metternichs Anregung eingerichtet wurde, um die sogenannten Demagogen zu be— kämpfen, in Mainz zusammentrat— in jener Stadt, von der die revolutionäre Idee in Deutschland ihren Ausgang ge⸗ nommen hatte, und es war kein Zufall, wenn die politische Ingquisition in Hessen— nächst Preußen— am scheußlichsten zu Werke ging. Je mehr Follen den Schwindel erkannte, den das fürst⸗ liche Legitimitätsprinzip sich zur Verfälschung des demokrati- schen Geistes der Freiheit riege gestattete, desto mehr rückte er von dem deutschnationalen Gedanken ab. Hierin glich ihm Büchner. Im übrigen war Büchners politisches Denken von dem Follens grundverschieden. Zunächst zwar hatte auch Büchner Sinn für das politische Attentat. Als im Jahre 1833 republikanische Intellektuelle versuchten, durch Ueber- rumpelung der Frankfurter Konstablerwache den reaktionären Bundestag— jene hochnäsige Diplomatenversammlung, die seit den„Freiheitskriegen“ Deutschland regierte zu sprengen, spendete Büchner dem Putsch lebhaften Beifall, und er verurteilte ihn nur insofern, als er technisch mißlungen war. Er schrieb: „Wenn in unserer Zeit etwas helfen soll, so ist es Ge walt. Wir wissen, was wir von unseren Fürsten zu erwarten haben. Alles, was sie bewilligten, wurde ihnen durch die Notwendigkeit abgezwungen. Und selbst das Bewilligte wurde uns hingeworfen, wie eine erbettelte Gnade und ein elendes Kinderspielzeug, um den ewigen Maulaffen Volk seine zu eng geschnürte Wickelschnur vergessen zu machen. Man wirft den jungen Leuten den Gebrauch der Gewalt vor. Sind wir aber denn nicht in einem ewigen Gewalt- zustand, weil wir im Kerker geboren und großgezogen sind, merken wir nicht mehr, daß wir im Loch stecken mit ange— schmiedeten Händen und Füßen und einem Knebel im Munde. Was nennt ihr denn gesetzlichen Zustand? Ein Gesetz, das die große Masse der Staatsbürger zum fronenden Vieh macht, um die unnatürlichen Bedürfnisse einer unbedeutenden und verdorbenen Minderheit zu befriedigen? Dies Gesetz, unterstützt durch eine rohe Militärgewalt und die dumme Pfiffigkeit seiner Agenten, dies Gesetz ist eine ewige, rohe Gewalt, angetan dem Recht und der gesunden Vernunft, und ich werde mit Hand und Mund dagegen kämpfen, wo ich kann.“. n Allmählich wich Büchner von diesem Standpunkt inso⸗ fern ab, als er Attentat und Putsch prinzipiell verwerfen lernte und dann nur noch eine in die Breite organisierte Revolution für sinnvoll hielt. Aber nicht nur das unter- scheidet ihn von Follen, dem älteren Typus. Er trennte sich von dem älteren hessischen Radikalismus auch dadurch, daß er die politische Kraft der persönlichen, logischen und sitt⸗ lichen Ueberzeugung allmählich geringer einschätzte und schließlich ein ganz irrationales Element zur Grundlage der Revolution machte den Hunger der Massen. Büchners größtes politisches Dokument, der Hessische Landbote, ein Manifest von alttestamentarischer Größe der Sprache, der det politischen Weltliteratur angehört, faßt die Bauern beim Steuerproblem: eine unerhörte Verbindung von größtem Pathos und aufreizender finanzpolitischer Statistik. Immer wieder erklärt er auf der Höhe seiner politischen Entwicklung den Hunger der Massen, den Unterschied zwischen Arm und Reich für das„einzige revolutionäre Element“. Er ver- achtet die Bildungshochmütigen und lächelt über den Dichter Gutzkow die soziale Frage durch eine Organisation erlauchter Utopisten, durch die„Ritter vom Geist“(ösen wollte. Follens politische Dichtungen sind nicht nur formal tob neben den wundervoll feinen Dichtungen Büchners. Sie der sind auch menschlich leer neben Büchner. Sie sind abstrakt. Büchner ist positives Leben— als Dichter, als Mensch und als Politiker. So kam es, daß er eher als die meisten den Anschluß an die größte Tatsache der neueren Geschichte fand: an den physischen Hunger der Massen, der zur Politik treibt, der sie unwiderstehlich macht. Handelspolitischer Umschwung in Amerika. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben einen Schritt ge⸗ tan, der weittragende Folgen für die gesamte weltwirtschaftliche Entwicklung, auch für Deutschland nach sich ziehen muß. Eine a gemeine Herabsetzung der Zölle wurde durch die gesetzgebenden Körperschaften beschlossen und von der Regierung sanktioniert. Not- wendig wurde das, weil bei der letzten Präsidentenwahl der bis dahin herrschenden republikanischen Partei, die sich für eine Ooch⸗ schutzzollpolttik einsetzte, durch die demokratische, mehr freihändlerisch gerichtete Partei eine schwere Niederlage zugefügt wurde. In diesem Parteisiege kommt aber nur die wirtschaftliche Entwicklung zum Ausdruck, die das große Land, das nahezu den gesamten nord- amerikansschen Kontinent umfaßt, in den letzten Jahrzehnten N. gemacht hat. Während früher die Union ein Ausfuhrland für Ro produkte, insbesondere für Erzeugnisse der Landwirtschaft war, beginnen letzt schon in der Ausfuhr die Industrieprodukte an Wert die Rohprodukte zu überwiegen. Das muß sich in den kommenden Jahren noch rapide steigern, so daß in absehbarer Zeit die Ber⸗ einigten Staaten neben England und Deutschland, wa rscheinlich sogar bald vor diesen älteren Industrieländern, in der ersten Reihe der Industriemärkte der Welt stehen werden. Diese veränderte Stellung der Union zum Weltmarkt erklärt sich wiederum daraus, daß das starke Wachstum der Bevölkerung, das stark weniger durch den Geburtenüberschuß, als durch die 1. jährlich bis auf 1 Million Köpfe gestiegene Einwanderung, die zunächst zur völligen Urbarmachung des gesamten nußbbaxen Landes geführt hat, so daß jetzt kaum noch in irgend einem Winkel der Weftstaaten kultivierbares Land für die Besitzergreifung übrig ge⸗ blieben ist. Hand in Hand mit diesem Abschluß der landwirtschaft⸗ lichen Besiedelungsperiode geht das stärkere Hineinströmen der Ein⸗ wanderung in die industriellen Betriebe, denen eine beschleunigte Ausdehnung dadurch ermöglicht wird. Dadurch wird wiederum mehr und mehr die Ausfuhr von Industrieerzeugnissen erforderlich gemacht. Einige Jahlen mögen das zeigen. Der Wert der Aus- fuhr der Vereinigten Staaten betrug in Millionen Mark: 1901 1910 Gesamtausfuhr 6134 7182 davon Fabrikate 1956 3221 Wie sehr neben England und Deutschland die Vereinigten Staaten jetzt schon zu den Industrieausfuhrländern gehören, tritt besonders in demjenigen Produktionszweige zutage, in dessen Waren der Wert der industriellen Arbeit am stärksten den Wert der Roh⸗ produkte überwiegt, in der Maschinenproduktion. Im Jahre 1010 gestaltete sich der Wert der Einfuhr und Ausfuhr von Maschinen in einzelnen Ländern folgendermaßen(in Millionen Mark): Einfuhr Ausfuhr Deutschland 64.8 450 Belgien 56,5 40³„ Jrankreich 156,2 50,5 Großbritannien 6170 4225 Kanada 58.0 2.5 Australischer Bund 50,8— Italien 718 4.6 Oeste t reich Ungarn 6052 25.0 Rußland 240,2 2 Schrei 2.0 49,8 Mexiko 40,2— Ver. Staaten v. Amerika 43.2 70 Dauach standen im Jahre 1910 schen die Vereinigten Staaten au dritter Stelle, was die Ausfuhr von Maschinen ift. Der Stand der Naschinenausfuhr ist aber ein Wahrzeichen für* wicklung, die langsamer zwar, aber sicher in späteren Jahren die gesamte tubustrielle Ausfuhr im Verhältnis zu der Ausfuhr von Nohprodukten nehmen wird. Naturgemäß muß die vor unferen Augen sich ee wandlung der Vereinigten Staaten aus einem vorwiegend robukte zu einem vorwiegend Industrieprobukte ausführenden ande auch die Dandelsvolttik unmgestalten. Der Hochschutzzoll wurde in den Vereinigten Staaten einge⸗ führt nach Beendigung des Sezessionskrieges mit der* 4— Ab sicht, damit Prämien für die Entwicklung einer imischen Sroßindustrie zu zahlen. Es ist natürlich wa obgleich nicht festzustellen, daß ohne diesen auf Berei Auobeuter berechneten Schu die wirtschaftliche Entw der Vereinigten Staaten eine noch weit günstigere gewesen wäre. 5 falls hatten die hoben Zölle die nachteilige Nebenwirkung, da unter ihrem Schutz auch das Trustwesen in der ungefund esten* dlübte und eine ganz besonders raffinserte Münderung der masfen lichte. Verderblich hat ber Hochschutz zoll— auf bie Khebere! Angewirkt, die in der Zeit des Freiha in hoher Blttte and. während jetzt das Sternenbanner auß dem nationalen Seeverkehr faßt vollig verschwunden it, und die 2 11 7 7 8 14 1 . mische 55 fahrt sich nur deshalb überhaupt halten kann, weil die Küstenschiffahrt durch Gesetz als Monopol vorbehalten urde. Später wurden auch noch Zölle auf Vieh, Fleisch und Ge⸗ de eingeführt, um die Landwirte der Union gegen bie„kana⸗ he Konkurrenz“ zu schützen. Doch hat diese Maßregel nur den 'oßen Fleischproduzenten die Monopolisterung des Marktes er⸗ öglicht zum Schaden der einheimischen Konsumenten. Von den ursprünglichen Nutznießern der industriellen Schutz⸗ le kamen nun diejenigen Industriellen, die mehr auf die Ver⸗ rtung ihrer Fabrikate im Ausland angewiesen sind, allmählich ahinter, daß sie mehr Nachteile als Vorteile vom Schutzzoll haben, 1 die Verteuerung aller für ihre Fabrikation benötigten Stoffe uch ihnen selbst die Herstellung ihrer eigenen Fabrikate erheblich euert. Für diejenigen Industriellen, die ausschließlich auf den bsatz im Inland angewiesen waren, machte das wenig aus, da sie seberum hinter der Schutzzollmauer ihre eigenen Preise ent⸗ hrechend hochhalten konnten. Anders aber bei dem Absatz im susland. Da wurde die Konkurrenz mit dem billiger produzieren⸗ u Auslande erschwert. So wurden gerade die leistungsfähigsten, f den Absatz im Auslande angewiesenen Industriellen zu Befür⸗ ortern der Aufhebung oder doch Herabfetzung der Schutzzölle. a auch die Ackerbauer und Viehzüchter kein ernstliches Interesse ber Aufrechterhaltung des Hochschutzzolles haben, gewann schließ⸗ ch bei den letzten Wahlen die freihändlerische Strömung die Ober⸗ Mitgewirkt hat bei diesem Umschwung auch die bevorstehende ertigstellung des Panamakanals. Denn die Möglichkeit, ch der Westkliste Siidamerikas auf erheblich verkürztem Wege und deshalb billiger die Waren von der industriellen Ostküste der reinigten Staaten aus verfrachten zu können, regte die ameri⸗ 1 Exporteure mächtig zur Eroberung des entwicklungsreichen arktes in Chile, Bolivia, Peru, Ecuador und Venezuela an. Jetzt berden diese Märkte noch durch europäische Industrieprodukte be⸗ errscht, die Pankees spielen dort nur eine untergeordnete Rolle. ber geplante Beutezug dorthin verspricht den amerikanischen Ex⸗ rteuren aber umso mehr Erfolg, wenn ihnen außer der bevor⸗ chenden Verbilligung der Frachten auch noch eine Verbilligung der Fnheimischen Produktionskosten durch Herabsetzung der Schutzzölle Im eigenen Lande zugute kommt. Die jetzt tatsächlich durchgeführte Herabsetzung der amerikani⸗ Hen Schutzzölle beläuft sich im Durchschnitt auf die Verminderung snes-⸗Wertzolls von 40 Prozent auf etwa 25 Prozent. Die Fleisch⸗ und Viehzölle sollen ganz aufgehoben werden. Das ist zwar noch icht viel, es ist aber doch ein Anfang, der weitere Herabsetzungen ch sich ziehen muß. Es ist nun unausbleiblich, daß dieser handelspolitische Um⸗ wung in den Vereinigten Staaten eine Rlickwirkung auf Europa ben muß, dessen kontinentale Industrieländer ihre industrielle twicklung gleichfalls zwischen Hochschutzzollmauern eingezwängt ben. Müssen sie jetzt schon im Auslande schwer ankämpfen gegen e Konkurrenz des freihändlerischen Englands, so bedroht sie der ebergang der Vereinigten Staaten zum Freihandelsystem mit ner weit überwältigenden Konkurrenz. Die induftrielle Entwick⸗ ung Amerikas, die jetzt erst in dem kaum völlig besiedelten Lande * hren Anfängen steht und dennoch bereits auf das Niveau der (teren Industrieländer gebracht hat, wird noch dadurch begünstigt, aß sie nicht durch solch furchtbar militaristische Lasten bedrückt bird, wie sie die europäischen Länder in gegenseitigem Argwohn gegenseitiger Bedrohung sich aufgehalft haben. Mit der Ent⸗ ilitarisierung Euronas hat es zwar noch gute Wege; aber die Ent⸗ ung der exportfähigen europäischen, besonders der deutschen In⸗ ustrie durch Aufhebung des Schutzzollsyftems wird notwendig, so ald bie Vereinigten Staaten damit vorangegangen sind. Ss wird dem deutschen Schutz zollsystem das Totenglöcklein 1 Was der Deuntsche besitzt. sc. Der Direktor der Deutschen Bank, Dr. Helferich, hat leser Tage das deutsche Nationalvermögen auf 0 Milliarden Mark geschätzt. Im Jahre 1898 hatte es nach einer Berechnung des Internationalen Volkswirt eine Höhe ve 165,8 Millionen Mark. Der Nationalreichtum Deutsch⸗ ends hat sich also im Laufe von 15 Jahren verdoppelt, ein kihlenmäßiger Beweis für den gewaltigen wirtschaftlichen zufschwung, den das Land in dieser verhältnismäßig kurzen + itspanne genommen hat, ein Aufschwung, der freilich in 1 ster Linie einer kleinen Handvoll Besitzenden zugute gekom⸗ hen ist, während die große Masse der Bevölkerung nach wie die aus Habenichtsen besteht. Und doch wäre das auf den N apf der Bevölkerung fallende Vermögen bei einer gleich- küßigen Verteilung gar nicht so klein. Es hat sich von 1898 beute von 3070 auf 4900 Mark vermehrt. Daß die Stei⸗ ing hier nicht so groß ist, erklärt sich aus dem gleichzeitigen ölkerungswachstum von 84,4 auf 66 Millionen. Die . 1 Lu 8 heute auf jede Familie ein Vermögen von fast 20 000 Mark, in dem allerdings das öffentliche Vermögen an Eisenbahnen, öffentlichen Gebäuden, Kunstschätzen usw. mit einbegriffen ist. Ein Vergleich mit anderen Ländern zeigt, daß das Nationalvermögen in England 260 Milliarden und 5800 Mark pro Kopf, in Frankreich 232 Milliarden und 5924 Mark pro Kopf, und in den Vereinigten Staaten 500 Milliarden oder 5500 Mark pro Kopf beträgt. Wenn uns auch alle diese Länder hinsichtlich der Kopfquote noch überragen, so kann uns dabei doch die eine Tatsache trösten, daß dies 1898 noch in weit höherem Maße der Fall war(England hatte damals die doppelte Kopfquote von Deutschland, Frankreich eine um 70 Prozent und die Vereinigten Staaten eine um 60 Prozent höhere), sodaß wir also hoffen dürfen, den Vorsprung unserer wirtschaftlichen Hauptkonkurrenten bald einzuholen. In einer Studie„Deutschlands Volkswohlstand 1888— 1903“ schätzt Dr. Helferich ferner das deutsche Volksein⸗ kommen auf rund 40 Millarden Mark oder 600 Mark pro Kopf, während es 1896 etwa 21½ Milliarden Mark oder 410 Mark pro Kopf betragen hatte. Wiederum mit 4 multipli⸗ ziert ergibt dies also ein Durchschnittseinkommen pro Familie von gegenwärtig 2400 Mark. Freilich ist hierbei zu berück⸗ sichtigen, daß von den 40 Milliarden nur 25 in den privaten Konsum eingehen, während 7 Milliarden für öffentliche Zwecke verwandt, der Rest von 8 Milliarden aber akkumula⸗ tiert, d. h. zur Erweiterung der Produktion, zur Anlage von Eisenbahnen, Kanälen, Erschließung von Bergwerken usw. verwandt wird. Der in den Privatkonsum übergehende Teil des Gesamteinkommens von 25 Milliarden auf die Bevöl— kerung verteilt, ergibt ein Durchschnittseinkommen pro Kopf von 375 Mark oder pro vierköpfige Familie von 1500 Mark. Das ist nicht gerade viel und wenn der Sozialismus nur eine gleichmäßigere Verteilung des vorhandenen Einkommens be— zweckte, so wäre das Ziel nicht allzu anreizend. Aber wir hoffen ja, daß die sozialistische Produktionsweise zugleich eine gewaltige Steigerung der Produktivität bringen wird. Der gleiche Geldbetrag— einmal vorausgesetzt, daß auch die sozialistische Gesellschaft zunächst noch das Geld als Tausch— mittel beibehalten wird— wird also dann einem weit höheren Quantum an Gebrauchsgütern entsprechen. Die Genter Weltausstellung. 1 Unser Nachbarstaat Belgien hat uns mit der Genter Weltaus⸗ stellung innerhalb 4 Jahren die zweite derartige Ausstellung de⸗ schert. Daß etwa die Genter Weltausstellung einem dringenden Be⸗ dürsnis entspringt, wird man gerade nicht behaupten können. Vel eher schon wäre es angebracht, zu fragen, ob eine zweite sogenannke Weltausstellung innerhalb solch kurzer Frist, zudem in einem so kleinen Lande, nicht des Guten zu viel ist. Diese Frage ist auch des⸗ balb wohl am Platze, weil der Wert solcher Veranstaltungen lm Laufe der Jahre zum Teil sehr fragwürdig geworden ist. Die Welt⸗ ausstellungen wiederholen sich allzu oft und sie wurden vielfach 100 ohne besonderen Grund oder Anlaß aus irgendwelchen spekulative Griinden vevanstaltet. Die Genter Weltausstellung nimmt im großen und gauzen it dieser Beziehung keine Sonderstellung ein. Und dennech unter scheidet sie sich von fast allen derartigen außerdeutschen Ausstellungen insofern, als ste in hohem Maße den Besuch deutscher Arbeiter ge funden hat. Namentlich aus den weftlichen Provinzen, aus Rheln⸗ laud, Westfalen, Hannover, aber auch darüber hinaus, haben dle Arbeiter die Genter Weltausstellung verhältnismäßig zahlreich de. sucht. Die geringe Entfernung einmal, die selten billige Acise lichkeit in Belgien(man fährt für wenige Franks fünf Tage la im Abonnement durch ganz Belgien die Kreuz und die Qder) zun andern, die vielseitigen und sehr sehenswerten Schönheiten des bez gischen Landes und seiner Städte zum dritten waren der erklärlich Anlaß, neben dem begreiflichen Wunsch, eine solche Ausstellung eln mal zu fehen. So zogen dem Arbeiter⸗Sänger⸗Sereine, Sruppeg wirtschaftlicher Organisationen u. a. in bisher noch nicht gesehe nam Maße zur Genter Weltausstellung. Unter allen Umständen verdient diese Tatsache als durchaus erfreulich bewertet zu werben. In die Freube über biesen Fortschritt, und ein solcher sind die Neisen un; weifelhaft, mischt sich nur die betrübende Sahrbeit, daß sol Relsen nicht der Gesamtheit der Arbeiter möglich ind. Der zahl reichere Besuch der deutschen Arbeiter rechtfertigt des weiteren abex bemilis im Durchschnitt zu 4 Köpfen gerechnet, kommt also auch eine eingehendere Betrachtung der Weltausstellung. e 3 — Nee —— 5 a ———-—-— „ 1 „ Die Reisen sind für die Arbeiter sicherlich in mehr als elner Beziehung sehr lehrreich gewesen. Gent, die französisch⸗vlämlsche Stadt, ist eine der schönsten Städte der Welt. Ihre Schönheiten sind in der Parteipresse in den letzten Monaten von berufener Feder ge⸗ bührend gewürdigt und trefflich geschildert.(W. Hausenstein's Be⸗ trachtung über Gent). Aber darüber hinaus bietet Gent dem Ar⸗ beiter viel interessantes, wissenswertes und lehrreiches. Zwar hat Gent seinen besonderen Ruf als Blumenstadt. Seine Orchideen tragen den Ruf Gents in alle Weltteile. Aber Gent ist auch in ganz besonderem Maße Industriestadt. Die Einwohnerschaft besteht zum weit größten Teil aus Arbeitern. Die Stadt hat sast 250 000 Ein⸗ wohner. Die Mauern Gents bergen demnach Arbeltermassen. Dle Arbeiter geben in Gent beinahe den Tag an. Wer aus den Ge⸗ filden des preußisch⸗deutschen Polizeistaates nach Gent kommt, den wird es wundern, in welch unbehelligter Weise hier an den Sonn⸗ tag⸗Vormittagen in aller frühe„Die junge Garde“ und„Die Kinder des Volkes“ sich um ihre roten Banner mit gleicher Aufschrift in französischer Sprache scharen und mit Musik durch die Straßen hin⸗ aus ins Freie ziehen. Kein Schutzmann kümmert sich um diese nicht einmal angemeldeten Umzlige und kein Bourgeois wird ob der roten Banner nervös und der belgische Staat besteht trotzalledem noch. Mitten durch die Weltausstellung ziehen an den Sonntag-Nachmit⸗ tagen die Arbeiterturner oder Züge sonstiger Arbeiterorganisattonen mit flatternden roten Fahnen, die laut und deutlich die Forderungen der Internationale in den bekannten Aufschriften verkünden. Gent ist klassischer Boden der modernen Arbeiterbewegung. Dle Arbeiter der Spinnereien haben schon 1857 erbitterte Lohnkämpfe geführt. Natürlich sind der Arbeiterbewegung Drangsalierungen und Unterdrückungen nicht erspart geblieben aber: Perceverence obticut tout! Beharrlichkeit führt zum Ziel.„Das sogzialistische Gent“, eine kleine Unterabteilung auf der Weltausstellung, zeigt uns die Bedeutung und die Macht der Genter Arbeiterschaft. Die im Jahre 1881 gegründete Sozialistische Konsum⸗ und Produkllio⸗ Genossenschaft Vorouit(Vorwärts), auf die noch zurückzukommen sein wird, ist eine der vorbildlichsten Organisationen der Welt. Die Ausstellung liegt an der Peripherie der Stadt. Sie er⸗ streckt sich über einen gewaltigen Komplex. Für die Ausstellung ist ein besonderer Bahnhof erbaut, der hinsichtlich seiner Architektur ein Schulbeispiel dafür ist, wie Bahnhöfe nicht gebaut werden sollen. Die Ausstellung selbst präsentiert sich in durchaus vorteilhafter Weise. Der Ehrenhof ist ein recht passabeles Entree. Das gleiche Prädikat verdienen im großen und ganzen auch die Ausstellungs⸗ gebäude, die an der„Straße der Nationen“ aufgeführt sind. Einkge dreißig Kulturstaaten haben ausgestellt. Allerdings würden einige dieser Staaten besser tun, die Kultur in ihrem Lande zu fördern, als Weltausstellungen zu beschicken. Der Genter Weltausstellung ist das besondere Schicksal der großen Ausstellungen in hohem Maße zuteil geworden. Nicht nur Wochen, sondern Monate nach der offiziellen Eröffnung war die Ausstellung unsertig. Deshalb haben die Arbeiterorganisationen gut daran getan, ihren Besuch der Ausstellung erst in die letzten Wochen gelegt zu haben. Wer um die Pfingstzeit herum etwa schon den verlockenden Einladungen der Ausstellungsleitung Folge leistele, mußte froh sein, mit heller Haut aus der Ausstellung heraus zu sein. Die Passage war geradezu lebensgefährlich. Die späte Be⸗ trachtung der Ausstellung an dieser Stelle ist eine Folge der spälen Fertigstellung der Ausstellung. Deutschland ist übrigens offiziell an der Ausstellung nicht be tefligt. Die deutsche Regierung hat die Einladung abgelehnt. In Gent hat man diese ablehnende Haltung vielfach für einen Fehler gehalten. Frankreich ist um so stärker beteiligt. In den nachfolgenden Briefen sollen die Ausstellungen der einzelnen Länder besprochen werden, denen dann eine kritische 74** 1 11** Schlußbetrachtung solgt. Aus unserer Sammelmappe. Ein wissenschastlicher Humbug aufgedeckt. Im Jahr 1868 er⸗ regte in der wissenschaftlichen Welt, nicht nur Amerikas, ein Schädelfund großes Aussehen, der in einer diluvialen Goldgrube des Bald Mountain bei Altaville, Calaveras Connty in Lali fornien, gemacht worden war. Die bis dahin heiß umstrittene Frage, ob auch in Amerika schon in der Diluvialzeit Menschen ge- lebt haben, schien mit diesem Funde endlich in bejahendem Sinne beantwortet zu sein. Die eingehenden Untersuchungen stellten zwar eine große Aehnlichkeit des Schädels mit dem eines Indianers fest, konnten aber anderseits auf Grund der Erdschotter, in denen der Fund gemacht worden war, nicht umhin, das diluviale Alter des Schädels zuzugeben. Jahrzehntelang galt der Calaveras⸗Schädel als der Beweis für die Existenz des dtluvialen Amerikaners, bis sich jetzt die ganze Sache als Humbug herausgestellt hat. 6 durch Zeugen einwandfrei bewiesen worden, daß der Schädel m vielen anderen zusammen aus einer Begräbnisstelle nordamerstan⸗ scher Indianer stammt, die von einem Fluß im Salt⸗Sy durch Auswaschen bloßgelegt worden war. Ein Witzbold fenen Gegend brachte den Schädel erst nachträglich in die difupialen Schotter der Goldgrube und machte dann einen seinex Freu der ein leidenschaftlicher Liebhaber und Sammler von Knoche 5 und Altertümern ist, auf den Schädel aufmerksam. Dieser„Jag mann“ untersuchte den Fund mit nicht allzugroßer Sachken ning und war überzeugt von der Echtheit, als er den diluvialen Charge ter der Fundstelle festgestellt hatte. Er benachrichtigte daraushm den Staatsgeologen Prof. Whitney und lud ihn ein, den Fund besichtigen. Als dann Whitney den Schädel als einen Indianen schädel erklären wollte, holte der Samler seinen Zeugen 4 eben jenen Witzbold, der nun, um seinen Freund nicht bloßzustellen die Angabe wiederholte, der Schädel stamme aus jenen diluose Schottern. Daraufhin mußte natürlich auch der Staatsgeologe den diluvialen Charakter des Fundes anerkennen, obgleich er aus feinen Zweifeln keinen Hehl machte. Jetzt erst, nach Jahrzehnten, it den; Humbug endlich ans Licht gekommen und das schöne Märchen den den diluvialen Menschen Amerikas hat sich als ein grobe Schwindel erwiesen. Nach wie vor fehlt in Nordamerika jede Sym; des Vorhandenseins von Menschen im Diluvium. Wie der Hafen von Pompesi entdeckt wurde. Ueber die Enz, deckung des Hafens von Pompeji macht das Giornale d Italsa aus führliche Mitteilungen. Der Hafen war im vorigen Jahrhandenf hier und da gesucht worden, aber man konnte ihn nicht finden seine Entdeckung ist auch jetzt nur einem bloßen Zufall zue schreiben. Der römische Bildhauer Lorenzo Cossa lenkte, gest! auf Bemerkungen in den Lebenserinnerungen seines verstorbenes Vaters, des Archäologen, Ingenieurs, Bildhauers und Malen Adolfo Cossa, die Aufmerksamkeit des Ministers des öffentliche! Unterrichts auf die von Porta Marina nach Pompest führen Straße. Adolso Cossa war der Ueberzeugung gewesen, daß was! am und im Hafen von Pompeit wichtige Entdeckungen machen! würde, da nach seiner Ansicht am Tage der furchtbaren Katastroph! vom Jahre 79 nach Christus, als der Aschenregen des Vesuns auf Pompeji fiel, ein großer Teil der Einwohnerschaft zum Oaset! hinunter geflüchtet war, in der Hoffnung, auf den Schissen Unten, kunft und Rettung zu finden. Wo aber sollte man diesen Hafen! suchen? Adolso Cossa schloß aus gewissen Zeichen, daß der Hafen damm sich in der Richtung nach Porta Marina hin finden miist und daß man das, was man suchte, finden würde, wenn man 11 der verlängerten Achse der Straße, die vom Hafen zum Meere hit! geführt haben muß, Ausgrabungen veranstaltete. Das tat dens! auch sein Sohn, und er war tatsächlich vom Glücke begünstigt. Mast grub methotisch vom Meere nach der Stadt hin und fand, daß dert feine Meeressand fast bis zur heutigen Eisenbahnlinie reichte. 0. der dritten Grabung erschien eine Fläche in Kalkmörtel und bel der vierten die Hafenstraße. Man war also auf dem richtigen Get. Auf dem Mörtelmassiv entdeckte man Wagenspuren; weiter südlie fand man Reste vom Mauerwerk des Hasendamms: mächtig: quadratische Blöcke; sie tragen noch die Spuren der Wogen, vos! welchen sie bis zur Verschüttung des Hafens an dem denkwürdigen 4. August 790 gepeitscht wurden. Der Hafen von Pompesi befindet sich etwa 1200 Meter von der heutigen Küste und etwa 700 Meter! von Porta Marina und von der toten Stadt entfernt; er ist 2 einer 7½ Meter hohen Schicht von Erde, Asche und Lava bedecr; es folgt dann eine Bank von Asche und vesuvianischem Sand un! weiter eine etwa 2½ Meter dicke Bank von kleinen Steinchen. Da nun die Lage des Hasens festgestellt ist, so ist die Freilegung ganzen Hafenbeckens nur noch eine Frage der Zeit. System Ausgrabungen werden den Schiffs- und Handelsverkehr pom das mit dem Orient und Rom in Verbindung stand, in ganz neuen Licht erscheinen lassen. Man wünscht deshalb in Italien allgemein, daß diese wichtigen Ausgrabungen bald vorgenem werden mögen, selbst wenn darum die Arbeiten in der inneren Stadt einstweilen eingestellt werden sollten.