2 r Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolkszeitung fRummer 24 Djensfag, den 16. September 1913 2. Jahrgang Monismus und Sozialismus. 15 Vor einigen Tagen, am 2. September, vollendete der berühmte Leipziger Chemiker und Naturphilosoph Professor Dr. Wilhelm Ostwald sein 60. Lebensjahr. Aus diesem An⸗ laß veröffentlichte die Vossische Zeitung in ihrer Nummer 441 einen Aufsatz des Jubilars über den modernen Monismus, zu dessen Hauptvertretern Ostwald gehört. Er versucht in seinem Artikel alles das zusammenfassend in gedrängtester Kürze darzustellen, was zur Aufhellung des Wesens des Monismus dienen könnte. Was nun ist der moderne Monismus? Ostwald definiert ihn wie folgt:„Er stellt nach der Ueberzeugung seiner An— hänger die vorderste Front in dem vorwärts dringenden Denken des menschlichen Geistes dar. Der Monismus des 20. Jahrhunderts ist, mit einem Worte gesagt, die wissen— schaftliche Weltanschauung. Er ist die theoretische wie praktische Betätigung der Ueberzeugung, daß von allen Schätzen der Kultur, welche der strebende Menschengeist ge— sammelt hat, die Wissenschaft nach dem Worte Gottes tat— sächlich„des Menschen allerhöchste e ee In der Hauptsache nun gründet sich diese modern— monistische oder die„wissenschaftliche“ Weltanschauung auf die Lehren des Darwinismus und auf die neueren Ergeb⸗ nisse der naturwissenschaftlichen Forschung, besonders aber auf die Lehre von der Energetik. Monisten sind zunächst alle diejenigen, welche annehmen, daß die ganze Welt aus einem einzigen„Urgrunde oder Urprinzip“ gebildet sei. In diesem Sinne war daher schon der altgriechische Philosoph Thales ein Monist, weil er lehrte, die ganze Welt sei aus Wasser entstanden, und weil er aus dieser Lehre zu einer möglichst einheitlichen Anschauung des Weltbegriffes und Weltgeschehens zu gelangen suchte. Auch Spinoza war Monist, weil er der Erscheinungen Folge aus der Einheit alles Seienden, aus der Wesensgleichheit von Geist und Materie erklärte. d Der Gegensatz vom Monismus ist der Dualismus. Sein erster großer Vertreter war Platon, dessen Weltanschauung sich auf der Lehre vom Gegensatze zwischen Geist und Körper aufbaute. Seine Ideen werden später— wenig verändert— vom Christentum adoptiert und beherrschen noch bis heute die christliche Philosophie, die ihre schönste Blüte in der mittelalterlichen Scholastik erlebte. Das„Urprinzip“ nun des modernen von Haeckel und Ostwald inaugurierten wissenschaftlichen Monismus ist die Lehre von der Energie, die sogen. Energetik. Sie ist be— gründet auf den Entdeckungen des Naturforschers Robert Mayer, der 1842 sein„Gesetz von der Erhaltung der lebendi— gen Kraft“ aufstellt. Mayer bewies darin, daß ebenso wie die Materie auch jede wirkende Kraft, wie die Wärme, die Bewegung, die Elektrizität, das Licht usw., unzerstörbar sei, d. h. mit anderen Worten, daß sie nie verloren gehen könne, sondern sich nur immer in andere Erscheinungsformen um⸗ setze. Der Sturmwind, welcher Bäume knickt, die Wellen eines Wassers hoch aufpeitscht, erhält seine Gewalt oder lebendige Kraft— die der Physiker Energie nennt— aus den Bewegungen der an verschiedenen Stellen der Erdober— fläche ungleichmäßig erwärmten Luft.„Die chemische Arbeit, die in unseren Muskeln oder im Benzin unseres Motors enthalten ist, bewirkt unsere geschwinde Bewegung und je Arten Energie ineinander... Was im Sturme wirkt, ist sendet, ist strahlende Energie... Die Energie ist in allen, realen oder kontakten Dingen als wesentlicher Bestandteil enthalten, der niemals fehlt, und insofern können wir sagen, daß in der Energie sich das eigentlich Reale verkörpert“(Professor Ostwald in seinem Werke:„Die Energie“.). „Daß in der Energie sich das eigentlich Reale verkörpert“, ist der oberste Glaubenssatz des„wissenschaftlichen“ Monis⸗ mus. Er sieht zwar die Energie nicht als das Prinzip an, „aus welchem die ganze Welt abgeleitet, entwickelt oder ge⸗ schaffen worden ist, wohl aber als dasjenige Ding, welches bei allen Vorgängen, Ereignissen, Erlebnissen, kurz, bei allen Elementen unseres Lebens entscheidend in Frage kommt.“ 10 1 Marx und Vakunin. Von Kurt Eisner. (Schluß.) Es ist klar, daß die ungeheure Einfachheit des System Bakunins, das mit einem einzigen Begriff und mit einem einzigen Mittel aus⸗ kam, und doch zugleich verhieß, wie über Nacht, die Menschheit von vieltausendjähriger Qual ganz und auf einmal und für immer zu erlösen, einen überwältigenden Zauber auf die bedrängten Menschen ausüben mußte; und es ist nicht minder begreiflich, daß auch in unseren. Tagen solche Stimmungen immer wieder ausbrechen, die den langen, mühseligen, öden Weg politischer Arbeit durch eine große, jauchzende Anspannung menschlichen Heldentums abkürzen und vollenden zu können wähnen. Aber es ist ebenso klar, daß ein solches Programm keine politische Tätigkeit, keine parlamentarische Arbeit, überhaupt keine Parteiwirksamkeit möglich macht. Es ist ein Warten und Harren im luftleeren Raum und dann die Revo⸗ lution eines Tages. Marx trieb Politik, Bakunin träumte das tausendjährige Reich(wie immer er auch in revolutionär tätigen Ekstasen träumte!) Das Scheitern einer Revolution konnte Bakunin allenfalls zur Vorbereitung einer neuen Revolution bewegen; so⸗ bald sich aber die Unmöglichkeit einer solchen Erhebung herausstellte, gab es für Bakunin gar nichts mehr zu tun, gar nichts mehr zu hoffen. Er war tot. Marx dagegen stand zwar immer dort, wo Proletarier kämpften, sein Herz schlug mit den März⸗ und Mai⸗ stürmern von 1848/49, wie mit der Pariser Kommune von 1871. Aber eine Niederlage in der Revolution war für Marx keine Ent⸗ mutigung, geschweige eine Verzweiflung. Die Revolution war nur ein Mittel im Freiheitskampfe des Proletariats, ein Mittel von vielen proletarischer Politik. Die Dinge trieben weiter, für Marr gab es keinen so düsteren und hoffnungslosen Tag, an dem nicht irgend etwas für die Erhebung und Befreiung der Menschheit getan werden konnte. Das hatte die wissenschaftliche Erkenntnis Marx früh gelehrt, und als die Kommune zufammenbrach, wurde der utopische Anarchismus auch durch die Ereignisse widerlegt. Die Arbeiter- bewegung ging zu ihrem Heile den Weg Marxens, den Lassalle noch stärker politisierte. So ward jene proletarische Weltmacht der Par⸗ tei, der parlamentarischen Fraktionen, der Gewerkschaften, der Ge⸗ nossenschaften, der sozialpolitischen Verwaltungsarbeit. Nach Balunins Geist wäre die Arbeiterbewegung eine Heldentragödie in fünf Akten geworden, am Schluß den Tod des Helden; sie hätte sich in sich selbst verzehrt, wie das in drück Not und müder Ent⸗ sagung erlöschende Dasein Bakunins f An seinem Irrtum mußte Bakunin persönlich und geschichtlich zu Grunde gehen, auch dann, wenn ihm von Marx und dessen Gesin ungsgenossen minder übel mitgespielt worden wäre, wie ihm ta chlich geschah. Marx vollzog nur das Richteramt der geschichtlichen Vernunft, und wenn er es nicht ohne Grausamkeit, selbst nicht ohne Verschlagenheit, menschlich ungerecht vollzog, so entlastet ihn die selbstsichere Klar⸗ heit und Gewißheit seiner durch hingebende harte Gedankenarbeit nachdem wir unsere Lampe mit Brennöl, Gas oder Elektrizi⸗ proletarischen Bewegu gewonnenen Erkenntnis, worin allein das Heil und die Zukunft der na verbürat sei: und seine Gewalttätigkeit tät speisen, verwandeln wir chemische oder elektrische Arbeit in Licht... Es handelt sich um Umwandlungen verschiedener, kinetische oder Bewegungsenergie, und was die Sonne uns . n 3 5 war begreiflich inmitten der Unklarheit, Zerrüttung und Ohnmacht der damaligen Verhältnisse, wo nur wenige das Licht in der Finsternis erblickten und Sorge tragen mußten, erlösche. Das allzu strenge mora gewiffe peinliche Machenschaften Marxens fällt, wäre nur gerecht⸗ selten in inneren Partei- nur um eine unbe⸗ Marx aber führte einen Ver⸗ fertigt, wenn sie— was ja nicht ganz kämpfen geschieht— angewendet worden wären, queme Persönlichkeit zu beseitigen. zweiflungskampf um seine ve verwundbare Sache und d Gewalt seiner Persönlichkeit gefährlichen Gegner, kannt, daß dieser die Arbeiterbewegung mlißte. Es ist sicher ein me f dem nicht gerade mit philolog lose Verdächtigungen ausgesprochen wurden. Haager Kongreß(Sept Bakunin und die Balunisten ausschließen peinlichsten Geheimkommission gefällte und begründete Tod der dritte Punkt:„Der Bürger Bakunin hat sich ganzen oder eines Teiles des Ver⸗ bemächtigen, welche Handlung eine baren juristischen Formel lich, wenn Marx den gericht zusammensetzte Und am Manöver bedient, um sich des mögens von einem anderen Tat der Gaunerei ist.“ Hinter dieser furcht harmloser Tatbestand: ge geraten war, hatte von einem lten, Marx'„Kapital“ zu über⸗ steht in Wahrheit ein sehr wirtschastlich in sehr schwierige Lage russischen Verleger den Auftrag erha fetzen und darauf 300 Rubel dieser Arbeit, schon desbalb n. sich ereigneten, die sein Juteresse able Krleg und die Kommune. Die Rückzahlur keiten. Das war das irnes zum Cottaschen Verlag gefällt Literatur stimmen!) Ludwigs 2 gegen Baku, aus der deutf waren Alles das ist gewiß nicht sich, wie er selbst damals nationale. Hen Wen Freilich durch die von Bakunin rettete zerstörte sie. Denn in der organ isatori Gegensatz zw schen der„Anarchist“ Rech 2 auf der Marx beharrte, w wicklung in den einz 0 Folge die Grundlage der neuen gewaltigen Intern Zeit geworden. So ist es allein die Anerkennung der, unausgleichbarer Gege gerade weil Marx vor der Geschichte unbefangen und beldenhafte Wollen Organisator des Boden gewesen ist, des verurteilt, Bakunins würdigen roßter leidenschaftliche r des Proletariats gelang, der schwärmer, der Führe neigung, die große stische Liebenswürdigkeit alles überwältigte un vergessene und verdächtigte Bakunin verdient wohl die Auferstehung in dem ehrenden Gedächtnis der heutigen Arbeiterinternationale. Die Darstellung, die Brupbacher mit ruhiger Abwägung— nur 1 die und da wie erwähnt allzu heftig üb; Pur„aun 1 Durchdringung des Urteil über Necht und Un Vakunin zu fällen. Den deutschen Sozialisten manche neue Erkenntnis bringen. Sehr 7 — Jura, deren damalige besondere Daseinsbedin und Bedüfuisse die antipolitische anarchistische Anschau baben. Das Ergebnis dieser urkundlichen Darstellung wird sein: das reine und heldische Wenschentum Vakunins, bei allem er⸗ wesentlich bestimmt fü griffenen Gefühl für die Tragik seines Bewunderung und ein relferes Verst Marxen ad für das Wesen seines Leb Rettung des Anarchisten ist auch Beitrag zur Würdigung des Sozia Bildbeigaben des f Wissens bisher un 18 befindet, dessen Besitz daß es nicht ganz alische Urteil, das Brupbacher über allen Seiten bedrohte, noch leicht m fällte er den durch die bezaubernde nachdem er er⸗ in den Abgrund führen wenn Marx hinter dem licher Fleck, reunde schickte, in Rücken Bakunins ein Zirkular an die Parteif scher Genauigkeit dunkle und beweis⸗ Es ist nicht erfreu⸗ ember 1872), der wie esurteil, besonders örschuß erhalten. Er weil einig 1 ilsch⸗französische ganze Verbrechen(Wer etwa die Beziehungen für Ausschluß Börnes die Bezichtigungen natürlich nur Vorwand, um den Ausschluß zu begründen. zu verteidigen, aber für Marx handelte es schrieb, um Leben und Urteil gemessen, fachlich durchaus notwendige— Tre Marx nicht die Internationale, sondern er schen Frage, d hen Bakunin und Marx zur Entscheidung trieb, hatte zt. Die zentralistische Form der Internationale, zar, angesichts der Verschiedenheit der Ent⸗ elnen Ländern, unmöglich, und Valunins An⸗ schauung von der Selbständigkeit der nationalen Arbeiterparteien, die in Haag auch ein Grund seines Ausschlusses war, ist in der jationale unserer Verweigerung des politisch⸗parlamentar ischen Kampfes, die als sprengen⸗ fat Marr und Bakunin schied. Aber Recht behielt, könne Menschentum und das Wann, der der n revolutionären Aufstandes auf deutschem Dresdner Mai⸗Ausstandes, der, zum Tode 1810 bis 1857 in gerecht auch das große ein gehetzter Flüchtling, vom preußischen, österreichischen und russischen Kerkern schmachtete, und dann noch vier Jahre in Sibirien, bis ihm die Flucht in die Schweiz und Freiheits- innerster Herzeus⸗ und furchtlose Persönlichkeit, die mit Leib und Leben ihre Ideen betätigte und verantwortete, und deren enthusia d hinriß— dieser Menschenfreund Zergliederung und sicherer Leser selbst das in dem geschichtlichen Prozeß Marx⸗ wird das Buch interessant ist die Dar- stellung der Verhältnisse der Ubrmacher-Proletarier im Schweizer gungen gibt, ermögli aber des Studiums bei aller Verehrung al, als unter den uch die Reproduktion eines unseres chtigen Marxporträts Züricher Stadttheaters ein Stand⸗ betrügerischer Bakunin, der kam nicht zu Zwischenfälle in Schwierig an jenem d der Inter⸗ * — unung ie den n wir heute Erfahrungen ng Bakunins ine gesteigerte ie Genialität e literatische interessanten Jos. Danegger ist. Uns will es das schönste Bild erschelnen, das wir von Marx haben, und die herbe Mil auch am besten die übertriebenen Angrisse auf seinen menschlichen Charakter, zu denen der Verfasser im redlichen und gerechten Eiser der Verteidigung eines Schuldlosen sich hinreißen läßt. Begriff, wie 18 naive, teils den Erdkern darauf schl Nato Meter. ei sich aus der ergießt. 1 it solcher — nicht 3,1! intuitive Deutungsversuche der Welt. Vom frommen Glauben drang die Ansicht vom glühen⸗ den Köpfen nach. 87 ein Teil eines zentralen glühenden Weltgebildes war, daß alle Sonnensysteme sich auf diese Art bilden, in ihren Teil- Alb wird es und Silberge ratur nicht mehr zu ertragen vermögen. Man nehme also an, daß schon in wenigen tausend Meter Tiefe die Erdwärme solche Beträge erreiche fach schmel Aber es widersprechen. 8 Wenn d Füßen nicht ein Glutmeer, sondern ein Gasball. Buß 1 dall aber hätte eine derartige Explosivkraft, daß der Erde längst in zerstoben würde. Also kann das Erdinnere nicht mit gefüllt es füllt, es je Naturforscher haben die Erdkugel gewogen. A iche Dichtigkeit bestimmt. man nach verschiedenen Methoden vornahm, übereinstim ⸗ mend als mittlere Dichte der Erde 5,5 an. eine ungeheure Ueberraschung. der Erdrinde, wie Granit oder Sandstein, haben nur eine Dichte bis zu 2.81! Sogar Basalt oder Parphyr überschreiten feines Ausdrucks widerlegt Er sieht Verderbnis, wo irrender Zwang nur mißleitete.. andere Lein 5 Das Innere des Erdballs.* Von H. Falkenfels. 1 Zu den ersten Fragen, die sich dem Menschen aufdräng⸗.— ten, als er begann, über das Wie und Warum seines Lebens 5 1 nachzudenken, gehört die nach dem Wesen der Erde, die er de bewohnt. Was ist zu unseren Füßen? Wie sieht es im 1 2 Innern der Erde aus? Diese Fragen waren aber rasch be⸗* wirkt das von der antwortet, als man den ersten Vulkanausbruch sah. Inso⸗ f 2 sern ist der Begriff der Feuerhölle ein naturwissenschaftlicher K alle Religionen eigentlich nichts sind als teils in die Wissenschaft ein und wirkt bis heute in Die Naturphilosophie hat aus ihr sogar 3 eine Weltentstehungslehre abgeleitet, nämlich die von Kant n! und Laplace, die aus dem feurig-flüssigen Erdinnern 1 9 N * daß einst die Erde überhaupt ein Glutball, stücken, in die sie sich sondern, immer mehr erstarren, bis sie it in leblose Kugeln verwandelt sind, gleich dem Mond. dun Wer im Kreise einer gebildeten Gesellschaft heute an 3 dieser Theorie zweifelt, wird mit demselben Kopfschütteln. empfangen, wie vor hundert Jahren die Gelehrten, die sie 4 15 zuerst verfochten haben. Man wird ihm vorrücken, daß jedes N ie tiefere Bohrloch, jeder Tunnelbau die Richtigkeit der Lehre en vom glühenden Erdinnern erhärtet. Man weiß, daß, aller⸗ Aut dings je nach der Art des Gesteins, die Temperatur in einem 40 Schacht steigt, je tiefer man gräbt. In der Schwäbischen N leer mit je 11 Meter Tiefe um einen Grad wärmer; 1 in Nordamerika in der Nähe des Oberen Sees entspricht die due gleiche Temperatursteigerung erst einer Tiefe von 55—67 we Immerhin haben die Arbeiter in allen den großen N 00 Alpentunnels schwer unter der dort herrschenden Hitze zu n leiden gehabt und im Comstockbergwerk zu Nevada in Nord- nt amerika muß man auf die Ausbeutung enorm reicher Gold⸗ 26 änge verzichten, Fun je Arbeiter die dort herrschende tropische Tempe⸗ weil sie in 800 Meter Tiefe 1 ö N e, daß alle Gesteine 1 zflüssig, d. h. in die Lava verwandelt seien, die Vulkanen als den Abflußlöchern des Erdinnern 1 gibt eine Reihe von Naturtatsachen, die dem ie Temperatur mit wachsender Tiefe durchschnitt⸗ Meter um einen Grad zunimmt, dann dehnt sich iderttausend Grad Hitze müßten im Erdinnern 1 Gestein, kein Metall könnte dem widerstehen, dann in glühende Gase verwandelt sein. Ein tausend Splittern in alle ann nicht sonnenähnlich sein. Mit anderen ist nicht möglich, daß sich die Temperatur der Maße wie in den obersten Schichten steigert. 1 —— — —— —— chnerisch sicherem Wege haben sie ihre dur Wenn Wasser als die Ein⸗ Bestimmungen gilt, so zeigten die Rechnungen. Das bedeutete Denn die schweren Gesteine r Wenn die ganze Exdkugel aus festem Balalt be⸗ 3 R r—— . lungen. stehen würde, wäre sie noch viel weniger dicht als sie wirklich ist. Von dem bekannten Gesteinsmantel der Erde wissen wir, daß er aus keinem anderen, schwereren Material besteht, also muß das auf direktem Wege unerforschbare Erdinnere andere und vor allem viel schwerere Stoffe enthalten als Steine. Solche kennen wir und nennen sie Metalle. Eisen hat die Dichte 7,8, Blei hat 11,5, die schwersten Metalle wie Gold haben 19,4, Platin sogar 21,4. Man hat nun ausgerechnet, daß jede Kugel, die sich dreht, aus physikalischen Gründen gegen den Mittelpunkt zu immer dichter werden muß und man hat, als man diese Be— rechnung auf die Erde übertrug, folgende Möglichkeit ge— funden: i Die durchschnittliche Dichte des Gesteinmantels unserer Erde, soweit wir ihn kennen, beträgt 2,7, in einer Tiefe von etwas über ein Drittel des Erdhalbmessers muß sie demnach an 8, im Erdmittelpunkt 21,7 betragen. Andere derartige Rechnungen fanden für den Erdmittelpunkt nur 9—11 (8. B. Lipschitz), alle aber stimmten darin überein, daß zwei Drittel des gesamten Erdinneren Metalldichte besitzen. Und hieraus leitet sich die neuestens von den Geologen all— gemein verfochtene Annahme ab, daß die Erde einen Metall— kern besäße, der wahrscheinlich zum größten Teil aus Eisen, im Innersten aber aus Edelmetall, wahrscheinlich aus Gold und Platin bestehe. Was von diesen Metallschätzen in Ge— stalt von Erzadern und gediegenen Metallen in unseren Besitz gelangen könne, das seien nur versprengte einzelne Tropfen des großen Meeres, teils durch Umlagerungen in der Erdrinde in die äußere Erdhülle gelangt, wie z. B. der Erzberg in Steiermark, der schon seit Jahrtausenden abge— baut, ein unerschöpfliches Lager von Spateisenstein darstellt, teils durch heiße Dämpfe und Wasseradern in früheren Erd— epochen in aufgelöstem Zustande weit in Gesteinspalten ver— frachtet und dort als Erzadern niedergeschlagen. Eine sehr vielsagende Bestätigung dieser Meinungen liefern die Meteorsteinfunde. Denn wenn es richtig ist, daß Meteoriten Bruchstücke eines zersprungenen Himmels— körpers sind, so sind uns durch sie Blicke mitten in dessen Inneres gestattet. Und sie zeigten, daß jener Weltalls— gefährte unserer Erde aus Eruptivgesteinen und aus Nickel— eisen bestand, das manchmal in ungeheuren Massen„vom Himmel fällt“, wie jener berühmte Meteorstein von Ovifak in Grönland, der aus 25 000 Kilogramm gediegenem Eisen zusammengesetzt ist. So besteht denn derzeit wenig Zweifel, daß unsere Erde eigentlich eine Metallkugel mit einem relativ dünnen Mantel von Gesteinen sei. Und sogar über den Zustand dieses Metallkernes machen wir uns immer bestimmtere Vorstel— Sicher sind große Herde flüssiger Laven darin vor— handen, aus denen die Vulkane gespeist werden, aber diese können nur dem Gesteinsmantel angehören, da sie niemals Metalle an die Oberfläche bringen. Der Metallkern selbst ist sicher heiß, aber keinesfalls gasförmig oder auch nur flüssig. Er mag eine zähe plastische Masse sein, die sich aber nach außen verhält wie ein starrer fester Körper. Die Beobachtung der Erdbebenwellen hat uns das ge— lehrt. Sie werden in ganz bestimmter Weise abgelenkt und gebrochen, so daß hieraus allein der Astronom E. Wiechert neuerdings darauf geschlossen hat, die Erde bestehe aus zwei Teilen: aus einer Kugel von 7,8 Dichte und einer darüber gelagerten Kugelschale von 2,8 Dichte. Wie man sieht, ent spricht der Kern gerade der Dichte des Eisens, die Schale jener der uns bekannten Gesteine. Man hat aber auch noch auf anderem Wege erkannt, daß das Erdinnere nicht flüssig sein könne. Ein Sohn des großen Eharles Darwin, der Erdforscher ist und ein viel ge⸗ rühmtes Werk über Ebbe und Flut schrieb, hat darin zuerst aufmerksam gemacht, daß durch eine dünne Erdrinde unbe⸗ dingt die wechselnde Anziehung von Mond und Sonne in dem flüssigen Erdinnern eine Art Ebbe und Flut ertzeugen müßten. Von einer solchen, die natürlich lebensvernich⸗ tende Katastrophen bedeuten würde, ist jedoch nicht das ge⸗ riugste wahrzunehmen, also sei das Innere starrer als Stahl. Das ist etwa vorläufig das letzte Wort der Wissenschaft in dieser frage. Daß es sich mit der Kant⸗Laplaceschen! unserer Tage wenig Unbehagen.„Umso schlechter für jene Theorie“, sagen sie kaltherzig. Sie haben eben im Radium eine Wärmequelle kennen gelernt, die ihren Ideen eine ganz andere Richtung gibt, wenn sie darüber nachdenken, Woher die Wärme zu unseren Füßen stammen mag. Und hat sich auch die Radiumforschung auf dem Gebiet der Erdbaukunde noch wenig bemerkbar gemacht, so folgert daraus noch keines wegs, daß dies immer so bleiben wird. Denn die eben dar— gelegten Aenderungen der Ansichten über den Bau der Erde müssen notgedrungen unser Naturbild auch in anderer Hin— sicht ändern. Der Geueralstreik der Chartisteubewegung in England. (Schluß.) Im Jahre 1842 hatte sich die Bewegung von den Schlägen wieder erholt. Wir folgen hier dem Genossen Beer in seiner Schilderung: „Der Monat August wird in der Geschichte des Chartismus ewig denkwürdig bleiben. Es war der Monat des Kulminations⸗ punktes der chartistischen Bewegung, der Monat des Generalstreiks in der nördlichen Hälfte Englands und der Unterordnung der Trade Unions unter die politische Bewegung. Die wirtschaftliche Not der Arbeiter erreichte ihren Tiefpunkt. Die Löhne sanken, trotz aller trades-unionistischen Anstrengungen, sie auf dem Niveau der vorher— gegangenen Jahre zu halten. Die Mehrheit der Arbeiter ergriff der Gedanke, daß ihr gewerkschaftliches Wirken nur Sisyphusarbeit sei und daß ihr Heil vornehmlich in der Durchsetzung des Volkscharters in der Eroberung der politischen Macht liege. Chartistische Redner konnten um jene Zeit, ohne Widerspruch zu erregen, in öffentlichen Versammlungen der Trades-Unionisten erklären, daß deren Organi⸗ sationen vollständig versagten, da sie nicht einmal imstande seien, Lohnherabsetzungen vorzubeugen.“ Der wirtschaftliche Druck in der Arbeiterklasse rief eine ver⸗ zweifelte Stimmung hervor. Am 4. August traten die Arbeiter von Stalybridge in den Streik ein, und unter Hochrufen auf den Charter, O'Connor und den Northern Stra zogen sie nach Asthon, wo sie ihre Kollegen in den Streik mitrissen. Von Ortschaft zu Ortschast marschierend, legten sie überall die Fabrikbetriebe still, die Zahl der mitmarschierenden Arbeiter wuchs zu einer mächtigen Prozession an, die am 9. August auf Manchester konvergierte. Außerhalb der Stadt trat ihr Militär entgegen, das von Oberst Wemyß, dem Nachfolger und Gesinnungsgenossen Sir Charles Napiers, kommandiert war; in Begleitung der Truppen befand sich auch ein Magistratsbeamter, der die Aufgabe hatte, im Bedarfsfalle die Aufruhrakte zu verlesen. Nach Unterhandlungen mit ihm und den Demonstrationsführern, die die Verantwortung für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Friedens übernahmen, zog die Prozession in Manchester ein. Hier löste sie sich in Gruppen auf, die von Fabrik zu Fabrik zogen, um die Arbeiter zur Teilnahme am Streik zu veraulassen. In den meisten —— — ———— N Fällen schlossen sich die Arbeiter freiwillig dem Streik an. Zwang und Einschüchterung waren in Manchester nur ausnahmsweise nötig. Von Manchester als Mittelpunkt pflanzte sich der Streik strahlenartig nach allen Richtungen fort und umfaßte Lancashire, Norkshire, Warwickshire, Staffordshire, den Töpferbezirk, und griff nach Wales hinüber; gleichzeitig standen auch die schottischen Berg⸗ leute im Streik; auch in London hielten die Chartiften geheime nächtliche Versammlungen ab, um sich auf das Losschlagen vor⸗ zubereiten. In der zweiten Augustwoche schien sich Benbows Traum verwirklichen zu wollen: die Dampfkessel erkalteten, die Kraftstühle ruhten, die Hochöfen erloschen, die Bergwerke lagen erloschen da, die Fabrikglocken verstummten— alle Räder standen still. Nicht überall indes vollzog sich die Einleitung der Arbeiterferien so friedlich wie in Manchester. In manchen Gegenden wurden die Arbeitswilligen gewaltsam aus den Werkstätten geholt, Fabrikfenster und Fabriktore eingeschlagen, die Zapfen der Dampfkessel abge⸗ schraubt und Widerstand leistende Fabrikherren körperlich ange⸗ griffen. Im großen ganzen jedoch war gewaltsames Vorgehen eine Ausnahme. Nirgends aber wurde geplündert oder Eigentum mut⸗ willig zerstört. Hungernde und im Bürgerkrieg stehende Arbeiter, bettelarme proletarische Insurgenten befanden sich während einer Woche im Besitze des reichtumstrotzenden Mittelpunktes der Textil⸗ industrie, ohne auf den geringsten Wertgegenstand Hand gelegt zu haben. Mit Bewunderung hebt die leitende englische Presse diesen Umstand hervor. Zu Zusammenstößen zwischen Streikenden und Militär kam es in Preston und Blackburn, wo zusammen sechs Arbeiter getötet und mehrere verwundet wurden. 5—. Wenige Tage nach Beginn des Streiks trat die Lohnfrage in den Hintergrund. Der Gedanke brach sich Bahn, daß dieselbe An⸗ strengung, die zur Erzielung besserer Löhne nötig sei, wohl hin⸗ reichen würde, den Charter zu erobern. Und wenn der Charter ge⸗ wonnen ist, wird bie Entlohnung nicht nur besser, sondern auch ge⸗ schützt und gesichert sein, während ein Streikerjolg im besten Falle —— —.. — 2 29 22 2 0 2„— u W„„ 5— 2 2 5**— 75— 0— 9 a— 2 2 7— 698* 8 8 5 2 — 0 1 ö g 1 1 — 1 60 8 1 2 8 2 1— 2 — 7. —„ 5 1 71* 1 2 0 4 9 3 7 6 — 8 * 8 2 2— r —* 1— a 2 1 n ———* 8— — 1—.**—— 5 —*