inn ch he Jochen 5 der 0 9 den le g ohe 15 ite die si Den Käme habe sie dn m N ohen 15 N er ei get i 09 fh . AN 15 u fl 5 lige ele p 0 k. lach ce l ist Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolkszeitung Nummer 28 Dienstag, den 14. Oktober 1913 2. Jahrgang Die Steuerquellen der Gemeinde. Die Aufgaben der Gemeindeverwaltungen werden immer umfangreicher. Im Zusammenhang damit steigen auch immer mehr die finanziellen Lasten, die durch Steuern aufzubringen sind. Nachdem Reich und Staat unablässig auf der Steuersuche ist, hat das Feld, das den Gemeinden zur Ernte dienen könnte, eine immer größere Einschränkung er— fahren. Die in Deutschland herrschenden Gemeindesteuer— systeme haben daher im Laufe der Zeit eine Umgestaltung erfahren. Mehr und mehr sind die Ertragssteuern in den Vordergrund und Verbrauchs- und ähnliche Steuern in den Hintergrund getreten. Eine Steuerstatistik, die alle deutschen Gemeinden um— faßt, ist leider noch nicht vorhanden. Nur für die Städte mit mehr als 50 000 Einwohnern liegen einheitliche Angaben vor. Die hieraus gewonnenen Ergebnisse lassen aber doch eine Uebersicht über das heutige Gemeindesteuerwesen zu, da die betreffenden Gemeinden etwa ein Viertel der gesamten deutschen Bevölkerung umfassen. Diese Städte, 84 an der Zahl, hatten im Jahre 1911 eine Steuereinnahme von zusammen 591 Millionen Mark. Die Bedeutung dieser Summe läßt sich ermessen, wenn man bedenkt, daß die Gesamteinnahme des Deutschen Reichs an Zöllen im selben Jahre auch nur 638 Millionen Mark be— trug. Auf den Kopf der Bevölkerung berechnet be— trug der Gesamtertrag der Steuern 1907: 33,05 Mk., 1909: 386,27 Mk. und 1911: 38,73 Mk. Das ist in den fünf Jahren eine Erhöhung von 5,68 Mk. pro Kopf der Bevölkerung. Die wichtigste Steuerquelle ist die Einkommensteuer. Sie brachte im Jahre 1911 allein rund 300 Millionen Mark. Ihre Erträgnisse in den einzelnen Städten sind natürlich sehr verschieden. Von 100 Mk. aller Gemeindesteuern kom— men aus der Einkommensteuer in Dessau 92,94 Mk., Plauen 89,93 Mk., Leipzig 80,10 Mk., Braun⸗ schweig 69,23 Mk., Elberfeld 62,29 Mk., Bielefeld 62,25 Mk. usw., dagegen in Nürnberg nur 26,14 Mk., Fürth 25,80 Mk., Mülhausen i. E. 22,20 Mk., Stra ß⸗ burg 16,83 Mk. An zweiter Stelle stehen die Steuern vom Grund- und Hausbesitz. Sie brachten insgesamt 170 Millionen Mark. Davon entfallen 139 Millionen Mark auf die Grund- und Gebäudesteuer, 325 Millionen Mark auf die Steuer vom Grundbesitzwechsel und 5 Millionen Mark auf die Wertzu— wachssteuer. Auch hier ist in den einzelnen Städten die Be— teiligung der Steuer vom Grund- und Hausbesitz an der Aufbringung der gesamten Gemeindesteuerlast sehr verschie— den. In Altona bringt sie 53,54 Prozent des Gesamt⸗ ertrags der Gemeindesteuern auf, in Plauen und Zwickau bestand dagegen im Jahre 1911 überhaupt noch keine Gemeinde-Grund⸗ und Gebäudesteuer. Zwischen diesen beiden Extremen bestehen viele Zwischenstufen. Die Gewerbesteuern brachten 77 Millionen Mark, und zwar die Steuern vom stehenden Gewerbebetrieb einschließ— liech der Warenhaussteuer 75,6 Millionen Mark, die Steuer von Gast⸗ und Schankwirtschaften, die sogen. Betriebssteuer, 1.5 Millionen Mark, die Steuern von Wanderlagern und Wandergewerben 77 000 Mk. Von 100 Mk. Gemeindesteuern entfallen auf die Gewerbesteuer 38,15 Mk. in Kaisers⸗ lautern, 32,92 Mk. in Nürnberg, 31,39 Mark in Stuttgart, dagegen nur 10 Pfg. in Chemnitz und 6 Pfg. in Dresden. artige Steuer. Die Verbrauchssteuern brachten bei den in Frage kom— menden Städten 20 Millionen Mark. Diese Steuern sind bei vielen Gemeinden überhaupt nicht eingeführt. Die Aufwandsteuer(Hundesteuer, Lustbarkeitssteuer usw.) brachte Plauen kennt überhaupt keine der— 13 Millionen Mark. Sie schwankt von 4,26 Mk. pro 100 Mk. Gesamtsteuern in Bonn, bis 19 Pfg. in Offenbach a. M. Die Kapitalrentensteuer, die nur in süddeutschen Städten anzutreffen ist, brachte 6,8 Millionen Mark., die Verkehrs- steuern 2 Millionen Mark. Letztere betragen in Wil- mersdorf 15,84 Mk., Neukölln 14,47 Mk. usw., da⸗ gegen sind sie in Heidelberg, Mainz usw. überhaupt unbekannt. Die Wirtschaftskonzessionssteuern brachten 12 Millionen Mark, die Mietsteuer 677 000 Mk. usw. Die letzt- genannten Steuern sind in vielen Städten überhaupt nicht anzutreffen. Das gesundeste Steuersystem ist zweifellos das der direkten Einkommensteuer. Es sollte möglichst überall zur einzigen Steuerquelle erhoben werden. Ob die Grund- und Gebäudesteuern den namentlich von den Bodenreformern ihnen beigemessenen hohen Wert haben, ist sehr zu bezweifeln. Die sonstigen Aufwands⸗, Verkehrs- und ähnlichen Steuern sind auf das entschiedenste zu bekämpfen. Gniseppe Verdi. 1813— 10. Oktober— 1919. Von Mar Denk. Am 10. Oktober feiert die Welt Giuseppe Verdi, den be⸗ deutendsten italienischen Komponisten des 19. Jahrhunderts. An diesem Tage sind es hundert Jahre, daß Verdi in Roncole, einem kleinen, dem alten Herzogtume Parma zugehörigen Städtchen ge— boren wurde. Sein Vater, ein unbemittelter Wirt, versäumte nicht, der frühzeitig sich bekundenden Begabung des Knaben eine tüchtige Erziehung zu Teil werden zu lassen, und der junge Verdi erhielt zunächst von dem Organisten Provesti einen tüchtigen Unterricht. Dem Können seines Lehrers entwachsen, ging er, unterstützt von wohlhabenden Gönnern und versehen mit den besten Empfehlungen, nach Mailand. Aus heute noch unaufgeklärten Gründen lehnte jedoch das Konservatorium die Aufnahme des jungen Musikus ab, was für ihn zunächst eine bittere Enttäuschung, für sein späteres Fortkommen dagegen insofern eine glückliche Fügung sein mochte, als er in dem Theaterdirigenten Lavigna einen Meister fand, dessen Unterweisung ihn viel mehr förderte als eine nochmalige Schul— fuchserei. Mit 26 Jahren kam Verdi auf die Bühne und errang mit „Oberto“, der 1839 in Mailand aufgeführt wurde, einen Erfolg, der wohl in erster Linie dem Umstande zuzuschreiben war, daß das unselbständige Werk durch seine Anlehnung an Bellini dem Ge— schmacke des Publikums entgegenkam, der dem Komponisten aber den Auftrag verschaffte, drei weitere Opern zu schreiben. Auf eine furchtbare Weise bewahrte das Schicksal Verdi vor der naheliegenden Gefahr, dem Theaterschlendrian anheimzufallen: innerhalb dreier Monate verlor er sein junges Weib und die zwei Söhne, die sie ihm geschenkt hatte. Daß die komische Oper, die er in dieser Zeit schreiben mußte, ihm eine Niederlage eintrug, erscheint unter solchen Um⸗ ständen fast als Notwendigkeit. Die Frucht der inneren Wandlung, die sich nach dieser Prüfung in Verdi vollzog, war die Oper „Nabucco“(1842), ein Werk voll hohen Ernstes, strenger Herbhei: und wirklicher Größe. Mit einem Schlage war Verdi nun ein be— rühmter Mann geworden und der Erfolg begünstigte treu jede der zehn Opern, die er bis zum Jahre 1849 schrieb. Dieses Jahr be⸗ deutete einen zweiten wichtigen Wendepunkt in Verdis Leben: einerseits hatte die Revolution die allgemeine politische Spannung gelöst, die, wie wir später sehen werden, für unseren Meister von hoher Bedeutung war, andererseits fand Verdi damals in Giuseppina Strapponi, der genialen Darstellerin mancher seiner Bühnenheldinnen, eine Lebensgefährtin, die es vermochte, sein Leben in der Idee der Familie zu zentralisieren. Schon in„Luisa —— ——————— Miller“(1840) kündigte sich die Wandlung in Verdis Art an— wozu noch die Anregung kam, die er als Musiker von Meyerbeers „großer Oper“ erfuhr. In steigender Mächtigkeit trat sie dann in den Werken in die Erscheinung, die Verdis Weltruhm begründeten: in Rigoletto(1851), Troubadour und Traviata(1853), Masken⸗ ball(1850). Aida, die heute noch am häufigsten aufgeführte Oper Verdis, markiert endlich den Beginn der letzten Periode des Meisters, in der sich der Einfluß der Wagner schen Grundsätze geltend macht. Diese Oper, die um den Preis von 100 000 Frcs. von Jsmael Nascha, dem Khedive von Aegypten zur Eröffnungsfeier des Suez⸗ kanals bestellt worden war, und noch mehr Othello(1887), bedeuten so etwas wie eine Vermählung der großen Oper mit dem Mufikdrama, und zugleich, ergänzt durch den auf die moderne „klemische Oper“ stilbildenden Falstaff(1893), den Höhepunkt in Verdis Schaffen. Neben diesen zahlreichen musikdramatischen Ar⸗ beiten hat Verdi auch noch einige Werk für Kirchenmusik hinter⸗ lassen: ein Requiem— 1874 zu Manzonis Gedächtnis—, das trotz einiger Hinneigung zur Theatralik durch seine tiese Religiosttät und die Inbrunst seiner Empfindung zu den wertvollsten Vertonungen der Totenmesse gehört, und, als letzte Gabe, vier religiöse Stücke (1808), die die ungebrochene Meisterschaft des Fünfundachtzig⸗ jährigen überwältigend dartun. Verdi starb zu Mailand am 27. Januar 1901. Die gewaltige Energie, mit der sich das kulturelle Leben in den letzten Jahrzehnten zu neuen Werten umsetzte, hat es ermöglicht, daß wir heute Erscheinungen, die zeitlich noch nahe liegen, mit der vollen Objektivität des Historikers beurteilen können. Die Ursachen, die sie bedingen, haben ihre Wirkungskraft auf das Heute verloren, und so sind sie uns eben Wirkungen, die wir unter klarer und nüchterner Abwägung der bedingenden Umstände als Objekte gleich- sam wägen und messen können. Verdis Eigenart wurzelt in lulturellen und politischen Zuständen, zu denen wir heute einen genau bestimmenden Abstand haben. Ich habe in der Darlegung von Verdis Lebensgeschichte vier Perioden angenommen, die sich in seinem Schassen abzeichnen. Diese Einteilung, so wenig sie natür- lich als eine strenge Form angewandt werden soll, ermöglicht es, der Persönlichkeit des Meisters nach allen Selten gerecht zu werden; denn es ist klar, daß eine Beurteilung vom einseitigen Standpunkt des Musikers aus notwendig ungerecht sein mußte. Und Verdi ist ein viel zu interessantes Problem der Kulturgeschichte, als daß sein Wert mit dem Streitruf„Hie Oper— hie Musikdrama“ stehen und fallen sollte. Verdi unterschied sich zu Beginn seiner Laufbahn in nichts von dem DTurchschnitt der italienischen Opernkomponisten jener Zeit. Es bedurfte eines tiefgreifenden Erlebnisses, um das Genie in ihm zu erwecken. Der Schlag, der Verdi die Familie raubte, nahm ihm das Interesse am Einzelnen, Individuellen, wie es in dem Begrisse Familie zum Ausdruck kommt und machte ihn frei für das All⸗ gemeine. Sein Gesichtskreis weitete sich und erstreckte sich Über die eigenartigen Zustände, wie sie damals im politischen Leben Italiens herrschten. Es war gerade damals, daß sich die Ideen, die der Turiner Philosoph Vinzenzo Gioberti in seinen Schriften vertrat, einer außerordentlichen Beliebtheit erfreuten. Giobertis politisches Streben bezweckte einen Föderativbund aller Staaten Italiens unter dem Vorsitz des Papstes und unterstützt durch die Waffengewalt Sardiniens g J Lieblingsidee vieler Päpste den Italienern, die eine politische Freiheit anstrebten, umso an⸗ nehm vorkommen, als die Energie ihrer Religiosität der ihrer poli Denkart von je so ziemlich das Gleichgewicht hielt. In der Fo a sich d Freignisse in einer vorher nicht zu erwartenden Weise 1, stellte sich freilich mehr und mehr heraus, daß die klerikale in einer lichen endenz der freiheitlichen Bestrebungen ihren Grund dem eben erwähnten Volkscharakter leicht verständ⸗ äuschung hatte. Die Ideen Giobertis verloren all⸗ mung direkt und unverblümt der Revolution zu. Wer den pracht⸗ vollen Radikalismus des romanischen Temperaments kennt, kann sich vorstellen, was in diesen Tagen ein Künstler, ein Musiker, dem Volke sein konn Verdi war gewiß kein„Tendenz“⸗Komponist Volkswillens geschickt benutzte, um dadurch mit einem Schlage der Liebling der Masse zu werden; aber er war eine leidenschastliche Natur, die nach Rasse und Erziehung den instinktiv demokratischen Zug verkörperte, der den Italiener auszeichnet und neben klimati⸗ schen Gründen vielleicht einer der Hauptgründe für seine enorme nie 1 1 leere rer 380 1 7 1 7 11 Lebenskraft in kulturellen Dingen ist. So entstand zwischen dem Verdi jener Zeit und dem Publikum, nein: dem Volke, eine innige Wechselwirkung. Die suggesttive Kraft von Verdis Musik,„das leiden⸗ schaftliche brechen des melodischen Gedankens, die wilden, a e kräftige und einfache, ja gerade wegen bell auflodernd zur jubelnden Humne, bald nieder⸗ rigsten Klage, ein großartiger, erhabener seelischer o) begeisterte die dörer und rissen sie zu den Kundgebungen hin; die intensive Spannung im e Liebe des Volkes, das mit dem Rufe„viva es politisch verpönten„viva l' Italia!“ seine u ndete, und seine eigene, tatkräftige An⸗ teilnahme an den Geschicken des Landes inspirierten den eister zu neuem Schaffen. Heute freilich ist diese doppelte Wirkung er⸗ storben; die Werke jener Periode erhalten nicht mehr, wie Taine in einem geistvollen Baszag-Essay sagt, ihre Berechtigung vom Publikum. Aber der Fall Verdi ist doch ein ebenso eigenartiges wie erhebendes Dokument in der Kunstgeschichte, die der r wohl nur— und das mit Recht— nach Urfachen, der Nicht⸗Künstker dagegen nach Wirkungen studieren mag. Mit der Revolution des Jahres 1849 wird der Patrlot Verdi frei, beginnt, wie wir oben sahen, die Reihe der Meisterwerke. Die Untersuchung dieser Schöpfungen von den Gesichtspunkten des modernen Musikers aus kann hier nicht unsere Aufgabe sein. So⸗ viel ist gewiß, daß die fortschreitende Vervollkommnung der Ueber- einstimmung von Wort und Ton uns manches von Verdis Werken entfremdete. Wir finden da des öfteren Texte, die schließlich fast nur Gelegenheit zur Musik, zur„Arie“ sind und, wie sehr wir den musikalischen Einfall bei diesen Sachen meist schätzen können, als individuelle Aeußerung wenig bedeuten. Eine gewisse Primitivität der Formen, die wohl auch den Vorzug enthält, allgemein und leicht verständlich zu wirken, trägt dazu bei, manches verhältnismäßig schnell veralten zu lassen. Andererseits aber: welch eine dramatische Kraft an den Höhepunkten, welch ein Reichtum der Rhythmen und welch ein Schwung der melodischen Linien. In Aida und Othello tritt übrigens der ausgesprochene Operncharakter zurück, die Neigung, durch äußere Mittel und durch eine bloß numerische däufung der Effekte zu wirken, verliert sich und Verdi wird ein innerlich gefestigter absoluter Künstler— und das infolge einer logischen, harmonischen Entwicklung, die alles Sprunghafte, Gewaltsame vermied. Daher denn diese letzten Werke so richtig als die eines Meisters, eines geklärten, in sich abgeschlossenen Schöpfers angesprochen werden dürfen(was auch aus der Tatsache erhellt, daß die Anregung, die Verdl von Wagner erfuhr, ohne jeden Einfluß auf die Seele seiner Werke blieb!). Jalstaff endlich ist eine mächtige Prophezeiung: die Tendenz zur komischen Oper, wie wir sie als Reaktion auf den Wagnerschen Pathos seit den Meistersingern in dem Schassen eines Hugo Wolf und Wolf⸗Ferrart tätig sehen, tritt in diesem prächtigen Werke in einer genialen Formvollendung zu Tag. Gerade diese feine Oper wird sa bis fetzt am meisten vernachlässigt. Das hängt wohl mit der immer noch bestehenden Vorliebe des Publikums für den„Gesang als Selbst⸗ zweck“ zusammen. Vielleicht aber wird jetzt, gelegentlich der offiziellen Verdi⸗Feiern, in diesem Punkte Wandlung geschafsen, eine Bewertung des Meisters angebahnt, die sich wie auf die Vor⸗ zlige feiner bedeutenden, großzligigen Persönlichkeit, so auf die Er⸗ kenntnis seiner wirklich un vergänglichen Meisterwerke— eben des Othello und Falstaff— grlündet. Woher stammt die menschliche Energie. Von Dr. ing. Richard, Nürnberg. Arbeit kann nicht aus nichts geschaffen werden! Das ist ein Grundgesetz in der Natur. Wenn ich eine Last, etwa einen Stein in den obersten Stock eines Hauses trage, so leiste ich Arbeit; ich überwinde die Energie, mit der der Stein zur Erde hingezogen wird, die Fallenergie wollen wir sie kurz nennen. Der Stein ist unverändert an Stoff. Wenn ich denselben Stein vom Fenster des obersten Stockes auf die Straße fallen lasse, so verrichtet er wieder Arbeit, frei⸗ lich nicht immer nützliche. Man sagt, der Stein enthielt mechanische Energie aufgespeichert.— Ein anderes Bild! Wenn wir einen Dampfkessel heizen, so wird das Wasser durch die Wärme in Dampf verwandelt, der sich auszudehnen sucht. Wir können die in ihm steckende Energie zu nützlicher Arbeit verwerten, wir können etwa mittels eines Damps⸗ krans eine Last heben oder einen Eisenbahnzug fortbewegen. Man sagt, der Dampf enthält Wärmeenerige; diese Energie kann mittels einer geeigneten Maschine mechanische Arbeit leisten, sie kann ebenso elektrische Energie erzeugen, diese können wir wieder in Lichtenergie umwandeln. Und es ist eine Grundeigenschaft der Energie, daß sie umwandelbar ist; eine Energieform kann man in die andere umformen und Ostwald sagt einmal:„Es gibt kein Geschehnis ohne Energieumwandlung.“ Woher stammt diese Energie, die wir dem Dampf entnehmen? Zweifellos aus der Kohle. Beim Verbrennen mit Luft wird diese Energie in Form von Wärmeenergie an das Wasser abgegeben. Der Dampf ist der Träger der Wärmeenergie; hat er diese Energie abge⸗ geben, dann wird er wieder in Wasser zurückverwandelk. Aehnlich verändert die Kohle ihre Form, aber wenn die Energie verausgabt ist, dann erhalten wir die Kohle nicht wieder zurück; die Verbrennungsgase sind durch den Schorn · stein in die Luft gewandert und nichts als ein wenig Asche und Schlacke ist zurückgeblieben. Der Stoff der Kohle ist also vollkommen verändert und solche Energie, bei deren Verausgabung auch der Stoff eine dollkommene U tung erfährt, nennt man chemische Energie. Moher stammt mim die menschlicht nta 5 b „ 2 9 r e ee r., aß wir ohne Nahrung keine Arbeit leisten können, so wenig e die Dampfmaschine ohne die Energie der Kohle er⸗ eint uns selbstverständlich. Man hat daher auch den mensch⸗ gen Körper mit einer Maschine verglichen. Die Muskel- iergie, mit der wir menschliche Arbeit leisten, die Wärme⸗ ergie, die unserem Körper die notwendige Wärme liefert, d die Nervenenergie, mit der wir Gedanken hervorbringen, Is alles ist nichts anderes als die umgeformte chemische statt der Kohle lergie unserer maprung eie könnten ch Nahrungsmittel unt einem Dampfkessel anzünden, Jud wir würden dieselbe Arbeit leisten können, wie wenn Ir diese Nahrungsmittel unserem Körper einverleiben. Die ahrung erleidet in unserem Körper eine ähnliche Um— Jandlung, wie wenn wir sie verbrennen und man spricht her mit Jug und Recht von einer langsamen Verbren— ung dieser Nahrung in unserem Körper, bei der allerdings inerlei Feuererscheinung auftritt. In unseren Verdauungs- pparaten wird die Nahrung zunächst verflüssigt und was nicht in flüssige Form bringen läßt, aus dem Körper ent⸗ Urnt. Die Nahrungsflüssigkeit gelangt ins Blut, das außer⸗ m mit Hilfe des roten Blutfarbstoffs aus der Lunge sich aftsauerstoff heranholt. Das Blutgefäßsystem unseres Kör⸗ Frs schafft diese Stoffe nach allen Winkeln, wo sie teils als Jaumaterial abgelagert werden, teils zu Muskelarbeit usw. krbraucht werden. Ueberall in unserem Körper, wo Energie brbraucht wird, können wir den langsamen Verbrennungs- urgang erkennen und Kohlensäure und Wasserdampf ver— ssen als Verbrennungsprodukte durch Vermittlung des utes und der Lunge den Körper. Auch halbverbrannte (chlacken fehlen nicht, sie werden durch das Blut der Niere und der Haut zugeführt und aus dem Körper ausgeschieden. Nur noch weniges von der Nervenenergie, die in imserem Gehirn aus der chemischen Energie der Nahrung ungeformt wird. Auch die Nervenenergie kann nicht aus uchts geschaffen werden und nur das durchblutete Gehirn ann Gedankenarbeit leisten und wenn uns der Kopf vom denken heiß geworden, dann fühlen wir jene chemischen Vor— länge in unserem Gehirn, bei denen als Nebenvorgang der nergieumformung auch Wärmeenergie frei wird. Daß de moralische Energie letzten Endes auch mit dieser Nerven⸗ baft aufs innigste zusammenhängt, braucht kaum gesagt verden. Woher rührt nun die chemische Energie der Nahrungs- nittel? Die Nahrung, die wir zu uns nehmen, ist entweder erischer oder pflanzlicher Herkunft. Es gibt kein Tier, 8 nicht letzten Endes doch von Pflanzenfressern lebt und in Grunde sind wir alle Vegetarier; nur daß wir die Pflan⸗ senstoffe durch die Tiere teilweise in Stoffe umwandeln assen, die in unserem Magen leichter verflüssigt werden, ls rein pflanzliche Nahrung, und deren Energiegehalt uns o vollständiger zu gute kommt. Mit anderen Worten: wir erbrauchen, auch wenn wir tierische Nahrung zu uns nehmen, ie chemische Energie der Pflanzenstoffe und hätten uns am Ende dieser langen Kette von Energieumformungen noch über die Herkunft der Pflanzenstoffe zu fragen. Die Pflan- en bauen sich aus Stoffen auf, die teilweise mit der Wurzel uus der Erde geholt, teilweise mit den Blättern aus der suft herausgesaugt werden. Interessanterweise sind es ge⸗ ade die vom Tier und Menschen als Endprodukte der kerbrennung ausgeatmeten Stoffe, Kohlensäure und Wasser⸗ umpf, die zum Aufbau der Pflanzenstoffe verwendet werden. Freilich ihre chemische Energie haben diese Stoffe schon ver⸗ zusgabt und es bleibt noch immer ein Rätsel, wie gerade liese energiearmen Stoffe zum Aufbau der energiereichen Iflanzenstofe dienen können. Erinnern wir uns, ichen zusammenschweißt, und wie Körper vermittelt, so ist es der in dem sich dieser wunderbare nd die vielt. Im Winter, wenn die Ledensquelle daß keine zflanze ohne Licht fortkommt, Sonnenlicht und Sonnen- mergie ist es also, die jene energiearmen Stoffe zu energie⸗ der rote Farbstoff des Auts jene wunderbaren chemischen Vorgänge in unserem grüne Farbstoff der Blätter, Aufbau der Pflanzenstoffe Aufnahme aller Lebensenergie aus der Sonne ab⸗ ö ö nur kärglich zu⸗ Hießt, dann leben wir von den Vorräten aufgespeicherter strahlt Wurde und wir wärmen unseren Körper mit Sonnen⸗ energie der Kohle, die uns vielleicht schon vor Jahrmillionen zugeflossen ist. Die Sonne ist also der Quell aller mensch⸗ lichen Energie; die Stoffe sind nur ihre Träger, sie werden, wie die Energie, nur umgeformt und machen einen ewigen Kreislauf von der Pflanze zum Tier und vom Tier zur Pflanze. Alle Geschehnisse sind nichts als Energieumwand— lungen, es ist Sonnenenergie, die von den Pflanzen aufge- nommen und an Tier und Mensch weitergegeben und von hier in den weiten Weltenraum wieder hinausgestrahlt wird. Der Wert der Hauttätigkeit. Von H. Falkenfels. Daß eine geregelte Hautpflege die Vorbedingung zur Erhaltung der Gesundheit sei, ist zum Glück bereits zum Gemeinplatz ge⸗ worden, es wird aber selbst den Arzt überraschen, aus den neueren Untersuchungen zu erfahren, daß die Hauttätigkeit geradezu sein mächtigster Verbündeter in der Vorbeugung und Heilung einer ganzen Reihe schwerer Erkrankungen des menschlichen Körpers ist. Sogar auf die Geisteskrankheiten erstreckt sich dieser Einfluß, und eine davon, die Paralyse, die mit ihren unglücklichen Wirkungen besonders unheilvoll aufzutreten pflegt, weil sie jahrelang ihren Schatten vorauszuwerfen imstande ist, und sich als unsinniges Projektemachen, als Verschwendungssucht und so weiter äußernd, gewöhnlich schon die Existenz und Familie des Kranken ruiniert, noch bevor sie ihn körperlich niederwirft, soll nach den neuesten Berichten geradezu in unmittelbarem Zusammenhang mit angeregter oder unterdrückter Hauttätigkeit stehen. So urteilt B. Révesz in seinem vor kurzem erschienenen Werke: Die rassenpsychiatrischen Erfahrungen und ihre Lehren über die Paralyse. Seine sich auf alle Völker des Erdballs erstreckenden Zusammenstellungen offenbaren die merkwürdigsten Verbindungs⸗ fäden zwischen scheinbar ganz weit auseinander liegenden Dingen. Es geht aus ihnen hervor, daß, während in Europa im Durchschnitt ein Sechstel bis ein Fünftel, in manchen Ländern, so z. B. in Ungarn, sogar ein Drittel aller Insassen der Irrenhäuser an Paralyse oder Rückenmarksdarre(Tabes) leiden, diese beiden Krankheiten, trotz⸗ dem die ihnen vorausgehende Ansteckungskrankheit im Orient, in ganz Afrika und im heißen Amerika enorm verbreitet ist, dort fast gar nicht vorkommen. Es liegt nun nahe zu glauben, daß die intensive Inanspruchnahme der Geisteskräfte des Europäers, sein erbarmungsloser Kampf ums Dasein die Ursache dieser Erscheinung sei, und allgemein war man bisher dieser Ansicht. Man wird sich aber bekehren müssen, wenn man aus den Révészschen Tabellen sieht, daß Paralyse in allen kalten Ländern häufiger ist als in den warmen, unbekümmert darum, ob sie sich hoher Kultur erfreuen oder ganz in den Anfängen der Zivilisation stecken geblieben sind. Die armseligen Patagonier im füdlichen Chile werden ebensowenig von geistigen Anstrengungen ermüdet wie die brasilianischen Indianer am Amazonenstrom und dennoch ist bei den einen die Paralyse sehr häufig, bei den Tropenkindern sehr selten. Und ähn⸗ lich verhält es sich auf dem ganzen Erdenrund. Die gleiche Erscheinung in noch interessanterer Form tritt uns entgegen, wenn wir den Folgen der„Kulturgifte“ auf den Menschen in den einzelnen Ländern nachspüren. Die schwersten Fälle von Vergiftung durch Haschisch⸗ und Opiumrauchen kommen— in Paris und London vor; in der Heimat dieser Unsitte, nämlich in Indien und im südlichen China, wirkt der Opium bei weitem nicht so schäd⸗ lich als man nach europäischen Erfahrungen glaubt. Weitverbreitet ist auch die Ansicht, daß der Alkoholgenuß in den Tropen ganz außergewöhnlich schädlich wirke. Das trifft aber nach der Révészschen Zusammenstellung nur teilweise zu. Der Europäer, der sich in den Tropen ohnedies, rein physisch genommen, in einem ständigen Reizzustande befindet, welcher sich ja in dem berüchtigten„Tropenkoller“ oft genug entladet, hat freilich jede Ursache, den Alkohol zu meiden: anders steht es hingegen mit den Eingeborenen. Schon in Süditalien sind die durch chronische Trunkenheit bewirkten Schädigungen des einzelnen und der Gesell⸗ schaft bedeutend geringer als im nördlichen Europa. In Griechen⸗ land und Apulien gibt es unmäßige Säufer genug, relativ sogar viel mehr als in Mittel- und Nordeuropa. Auch die Leistungen der Antike können in diesem Punkte nicht gering veranschlagt werden, trotz der damals üblichen Vermischung des Weines mit Wasser. Aber wir haben kein Zeugnis eines antiken Schriftstellers für eine: Fall von Delirium tremens und ebenso soll diese letzte Strafe des Säufers auch jetzt in Südeuropa unbekannt sein. Wenigstens statistisch kann sie nicht erfaßt werden. Die gleiche relative Harmlosigkeit des Alkohols ist für die Süd⸗ chinesen, die Indianer des heißen Südamerikas und die afrikanischen Neger bezeugt. Die Araber in Algier und Tunis haben sich unter dem französischen Einfluß längst von der Scheu vor dem im Koran verbotenen Weingenuß befreit; sie trinken sehr viel, sogar unmäßig Wein und erleiden doch keinen sichtbaren Schaden dadurch. Alle diese merkwürdigen Tatsachen bringt nun Neévesz dadurch auf einen gemeinsamen Nenner, daß er nachweist, daß Austeckung, Narkotika, Alkohol Überall dort nicht viel schaden, wo der Mensch grbengzenergie, die uns im Sommer von der Sonne zuge⸗ die regste Hauttätigkeit ausübt, vulgär gesprochen, wo er viel Ichwitl Dies enthält scheinbar den Widerspruch, daß der Europäer, der in den Tropen wahrlich vom Schwitzen nicht verschont bleibt, bei weitem nicht so immun gegen die genannten Schädlichkeiten ist wie Neger, Indianer oder Südchinesen. Die Lösung des Rätsels liegt darin, daß er eben doch bei weitem im Punkte der Hauttätigkeit picht so leistungssähig ist wie die Einheimischen. Wer jemals mit ben Bewohnern füdlicher Länder in ihrer Heimat verkehrt hat. wurde nur zu bald auf das Nachdrücklichste darauf aufmerksam. Und so ist denn an einem neuen schlagenden Beispiel die alte Erfahrung vom Wert der Hauttätigkeit auf das gluäzendste, ja in anz ungeahnter Weise bestätigt. Diese Erfahrungen werden ihre ——— Folgen haben nicht nur bei der Bekämpfung von Bolksseuchen, sondern auch für jeden einzelnen in seiner Lebens⸗ führung. Die Durchlüftung der Haut, die Anregung ihrer Tätig⸗ keit, die Schwitzkur, sei es als Dampfbad oder als„Schweiß der Arbeit“, wird offenbar mit den weiteren Fortschritten der Hygiene viel mehr zur Geltung kommen als jetzt, und der alte Volksglauben: man könne eine Krankheit ausschwitzen, hat durch die Wissenschaft eine gewisse, nicht schlecht begründete Unterlage gefunden. Eine banze Reihe von Volkssitten, so z. B. die Dampfbäder der Russen, die Schwitzkuren der alten Römer und der Türken, erscheinen in biesem Lichte gerechtsertigt, und wenn man die altbewährte„Haus- apotheke“ uralter erprobter Mittelchen durchsieht, wird man ent⸗ becken, daß darin mit besonderer Vorliebe der harmlose„schweiß⸗ treibende“ Tee wiederkehrt, zu dessen wiederherstellender Kraft uns nun auch die Wissenschaft neuerdings Vertrauen zu fassen lehrt. Aus unstrer Sammelmappe. Natur, Halbmonatsschrift für alle Natur⸗ Freunde, Organ der Deutschen und Oesterreichischen Naturwissen⸗— schaftlichen Gesellschaft, mit der 5. Beilage„Wunder und Rät⸗ leldes Lebens“ von Dr. N. Rosen. ie Natur beschließt mit dem 24. Heft ihren vierten Jahrgang, der ihr von allen Seiten die höchste Anerkennung eingetragen hat Immer bewußter wird die Natur von Presse und Publikum als die beste, führende Zeitschrift ihrer Art gerühmt. Und in der Tat zeigt das Inhaltsverzeichnis eine derartige Fülle der bedeutendsten Namen aus allen Gebieten der Naturwissenschaft, verheißt einen solchen Reichtum von Bildungs- und Unterhaltungsstoff, daß die anerken— nenden Urteile wohl ihre volle Berechtigung haben dürften.— Was in diesem einen Jahrgange geleistet wurde, mag schon daraus her⸗ vorgehen, daß Zeitschrift und Bücher zusammen 1250 Druckseiten umfassen, auf denen ungefähr 750 Abbildungen Platz gefunden haben. — Hält man hiergegen den Preis von 6.— Mk. jährlich, so muß ohne weiteres zugegeben werden, daß diese Zeitschrift wirklich spott⸗ billig zu nennen ist. Die diesmalige Buchbeilage vermittelt höchst interessante Ein blicke in die Rätsel- und Wunderwelt der Natur. Bei der klaren — ei d N 2 und verständlichen Schreibweise des Verfassers ist dieses Buch, wie kaum ein anderes bestimmt, in die weitesten Kreise zu dringen. Das vorzügliche und seltene Abbildungsmaterial wird seinen Teil dazu beitragen, dem Buche den Weg zu bereiten. Was durch die Gurgel rinnt. In Wien hat der Verein öster⸗ reichischer Alkoholgegner eine sehr lehrreiche Ausstellung veran staltet, über die die Wiener Arbeiterzeitung u. a. berichtet: Das deutsche Reich so erzählt eine Tafel der Ausstellung— gibt 322,9 Millionen Mark für öffentliche Volksschulen aus, 893,7 Millionen für die gesamte Arbe terversicherung, 1504 Millionen für das Heer Aber 3400 Millionen, dreitausendvierhundert Millionen Mark wer⸗ den alljährlich in Deutschland vertrunken! Man vergleiche mit Dieter ungen en Nera: 9 7 1 n 1 77 dieser ungeheuren Verschwendung die Zissern der Reichsschulden; sie betragen 4985 Millionen Im Trunke steckt die Schuld. Eine andere Tafel zeigt uns das sausende Wien Im Jahre 1904 wurden hier lionen Wein und N And um 15 Millionen Kronen Brar utwein, um 32 um 76 Millionen Vier vertrunken. Das macht 123 Millionen Kronen aus, gerade die Hälfte des gesamten Wiener Mietzinses für Wohnun⸗ gen und Geschäftsräume. Welche Möglichkeiten einer Lebenssteige rung gehen durch diese wahnwitzige Tr virtschaft unw derbring lich verloren! Man hat sich die Haushal d tungen von Nürnbe Arbeitern angesehen. — * 1a ger Je mehr sie für den Trunk ausgeben, um so schlechtere Wohnungen müssen sie beziehen. Es ist erschreckend, wie groß die Alkoholausgaben im Verhältnis zur Miete und Lebens Tee führung sind. Wer trinkt trinkt sich ir elendesten Wahnunee elendesten Wohnungen in Munter 1 rend! 1. N hinein, i Mißwirtschaft und Frendle Man sieht eine Fülle IIe Bren 1* 2 von Bildern, Ziffern reib„ Flugblätte und Wandtafeln. Sie 1 beigen alle die Gefahren und die Schädlichkeit des Alkohols. r. Die Zapne als Charaktermerkmal. Eln Londoner ohe arzt hat auf dem Zahnärztlichen Kongreß in Newyork inte ressaut Studien über den Zusammenhang zwischen Zähne und Charakter: publiziert. Er glaubt, daß die Zähne des Menschen die untrüg lichsten Merkmale für dessen Charaktereigenschaften sesen. Weit auseinanderstehende Zähne deuten auf stark erotische Veranlagung 1 Vorspringende Kaninchenzähne in Verbindung mit zu rückspringen⸗ dem Kinn finden sich bei wankelmütigen, geizigen und denkschwachen Personen. Sehr weiße, kurze, reiskozpähnliche, gebrechliche Zähne lassen häusig auf eine sich selbst verzehrende, nervöse Natur schlie ßen und sind Begleiterscheinungen eines mißmutigen, jähzornigen Wesens, während mißgeformte, unebene Zähne das siche rste An. zeichen beschränkter Intelligenz bilden. Sehr kurze Zähne mit Über⸗ ragendem Zahnfleisch gelten als Zeichen von Niedrigkeit im Denken und Starrsinn im Handeln. So verraten die Zähne niedriges, grausames, schüchternes, grobes oder sanftes Naturell und leder junge Mann tue gut, die Zähne seiner Braut vor der Verheiratung vom Zahnarzt untersuchen zu lassen, um hierdurch eine Gewahr für ihre guten Charaktereigenschaften zu erhalten.— Die deutschen Zahnärzte stehen diesen Forschungen nüchterner gegenüber. 89 glaubt Dr. Lewinski in Holzminden, daß, wenn die Zähne auch häufig Fingerzeige für die Charakterveranlagung eines Menschen geben können, die Pfsychologie der Zähne doch noch keineswegt wissenschastlich soweit ersorscht sei, daß man sichere Schlußfolge⸗ rungen daraus ziehen könne. K.K. Neues vom größten Jupitermond. Von den acht Monden des Jupiter, die seit jeher das besondere Interesse unserer Astronomen genießen, hat jetzt der größte, der in der Astronomie als dritter Jupitermond bezeichnet wird, den Forschern elne Ueber⸗ raschung bereitet. Bei seinem Vorübergange vor der Scheibe des Planeten zeigte er im Rohre statt seiner sonstigen kreisrunden Flache eine höckerige Form und zugleich auch eine weiße Kappe am nörd⸗ lichen Pol, ähnlich wie wir sie beim Mars beobachten können. J. Guillaume, der diese Erscheinung zuerst beobachtet hat und darüber in dem Comptes rendus Mitteilung macht, lenkt die Auf⸗ merksamkeit aller Astronomen auf diese seltsame Erscheinung, die zeigt, daß der größte und hellste Jupitermond mit einer Atmosphäre umgeben sein muß, wie sie z. B. der Mond unserer Erde nicht er⸗ kennen läßt. Die Beobachtungen müssen natürlich erst nachgeprüft werden, aber schon jetzt kann man so viel sagen, daß bei Anwesen⸗ heit einer Atmosphäre auf diesem Jupitermond die Wahrscheinlich⸗ keit groß ist, daß er auch Träger organischen Lebens sein wird, daß dort oben eine Welt um den Jupiter kreist, die Pflanzen und Tiere beherbergt. Natürlich wird sosort auch die Frage auftauchen, ob wohl Menschen auf dem dritten Jupitermond leben. Hier sei es vorläufig der Phantasie eines jeden freigestellt, sich eine Welt aus⸗ zumalen, wie er sie sich denkt. Zum Beweis für das Vorhanden⸗ sein von Menschen auf dem dritten Jupitermond gehört doch etwas mehr als der bloße Nachweis einer Atmosphäre und die Kenninis der Oberflächengestaltung. Daß wir aber jemals mehr von so fernen Welten erfahren könnten, müssen wir, wenn wir ehrlich seln wollen, verneinen. Die künstliche Ernährung und ihre Zutunst. Versuchsbesunde von Abderhalden haben unzweideutig dargetan, daß eine künstliche Ernährung sich mit vollem Erfolge ausführen läßt, wenn an Stelle der unumgänglich notwendigen Nährstofse nur geeignete Gemenge ihrer chemischen Bausteine verwendet werden. So ist es dem Ge⸗ lehrten gelungen, Hunde bei Erhaltung ihres Körpergewichts 74 Tage lang vollständig mit einem Präparat zu ernähren, in dem das Eiweiß durch ein Gemisch von Amidosäuren, die Fette durch ein solches von Glyzerin, Palmitin⸗, Stearin⸗ und Oelsäurt[die Komponenten der Fette) und der Zucker durch Traubenzucker ersetzt waren. Doch so reich und berauschend die Zukunftsträume seis mögen, die durch solche Jorschungsergebnisse ausgelöst werden, so arm und nüchtern ist die Wirklichkeit. Eine Abhandlung im Kosmos⸗ Dandweiser(Stuttgart) über die künstliche Ernährung kommt 38 dem Ergebnis, daß nach der begründeten Auschanung der heutigen Wissenschaft auch nicht die geringste Aus sicht vorhanden iist, daß die Lösung des Problems der Nährstosssynthesen einen Einfluß auf unsere Ernährungsweise gewinnt. Dafür sind die chemischen Ber⸗ sahren noch viel zu kostspielig, da sich beispielsweise heute ein aul Steinkohle hergestelltes künstliches Eiweiß etwa 50 000 mal so hoch im Preise stellt, als das Eiweiß in unserer täglichen natürlichen Nahrung. Und das ist sicher gut so. 9