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Um diese Arbeit würdigen zu können und um zu erkennen, wieviel Bienenfleiß sie enthält, muß man sie erst selbst gesehen haben. Die Arbeit, die die Leipziger Genossen, besonders auf dem Gebiete des Bildungswesens, geleistet haben, muß jeden mit Bewunderung erfüllen, der die Anfänge der Arbeiter⸗ bewegung mitgemacht und die Armut und Verfolgung der Arbeiter in den siebziger Jahren kennen gelernt hat. Es bedarf keiner Schönfärberei, die Zahlen sollen selbst reden, um die Wahrheit des Gesagten zu beweisen. Im Jahre 1861 gründeten bürgerliche Politiker den gewerblichen Bild— ungsverein in Leipzig, der auch eine Bibliothek schuf. Ein Jahr später war Genosse Bebel als Vorsitzender in der Biblio⸗ thekabteilung tätig. Im Jahre 1875 enthielt die Vereins- bibliothek 1936 Bände. Neben der Bibliothek wurde noch ein Archiv geführt, welches 396 Schriften sozialpolitischen, gewerblichen, statistischen und sonstigen Inhalts enthielt. Im nächsten Jahre stieg die Zahl der Bücher auf 2040; sie ist wohl auch im Jahre 1877 vergrößert worden, doch wurde der wei— teren Entwicklung bald ein Ende gemacht. Die Stürme des Sozialistengesetzes brachen auch über diesen Verein herein. Er wurde nach der Veröffentlichung des Sozialistengesetzes aufgelöst und der Polizei fiel der größte Teil der Bibliothek in die Hände. Nur wenige Bücher hatten kurz vor der Auf⸗ lösung gerettet werden können. Als man nun 1879 einen neuen, den Fortbildungsverein für Arbeiter gründete, richtete man mit den geretteten Büchern wieder eine Bibliothek ein. Es waren herzlich wenig Bücher, denn zwei Jahre später(1881) wird der Bücherbestand mit 574 Bänden angegeben. Nahezu drei Viertel des Be⸗ standes vom Jahre 1876 gingen durch das Sozialistengesetz den Bildungsbestrebungen der Arbeiterschaft verloren. Die Arbeiterschaft bekam ihre Bücher nicht wieder, die Polizei hat sie dem Verein für Volkswohl überwiesen. Bis zum Jahre 1890 brachte der Fortbildungsverein, dessen Vorsitzender Genosse Friedrich Bosse war, seine Biblio— thek auf die Höhe, daß er eine wichtige Aenderung vornehmen konnte. Es wurden nach und nach in den Vororten Lindenau, Neuschönefeld, Neureudnitz, Connewitz, Gohlis, Kleinzschocher, Anger⸗Crottendorf und Eutritzsch Unterabteilungen einge— richtet. Im Jahre 1890/91 wurde die Bibliothek durch Dr. Franz Diederich neugeordnet und zum erstenmal ein Kata⸗ log gedruckt, der 1892 erschien; ein Jahr später stiftete eine Buchhandlung eine Anzahl Bücher, außerdem der Konsum— verein 300 Mk. Im Jahre 1893 enthielt die Bibliothek 2257 Bände, die Leserzahl betrug 572, und die Zahl der Entleih- ungen 1922. Die Unterabteilungen des Vereins wurden selbständig und beschränkten sich in ihrer Tätigkeit auf die Vororte; der Arbeiterverein galt aber noch lange Jahre als Zentrale für die Bildungsbestrebungen der Arbeiterschaft, bis er 1906 im März seine Verschmelzung mit dem Sozial⸗ demokratischen Verein beschloß. Diese Vereinigung ermöglichte es, unter anderem auch eine Zentralbibliothek zu gründen, nachdem sich alle Gewerk⸗ schaften, mit Ausnahme der Buchdrucker, Buchbinder und Metallarbeiter, bereit erklärt hatten, ihre Bibliotheken mit der des Arbeitervereins au verschmelzen. Unter der Leitung des Sozialdemokratischen Vereins für den 12. Wahlkreis wurde nun eine der größten Arbeiterbibliotheken in Deutsch⸗ land geschaffen. Sie wurde im Jahre 1908 noch durch die Büchereien der verstorbenen Genossen Schoenlank, Wittich und Jaeckh um 2000 Bücher verstärkt, die sich als ein wert⸗ volles Andenken in der Zentralbibliothek befinden. Seit dem Jahre 1893 bis 1910 hat die Leipziger Ar⸗ beiterschaft die Bibliothek auf eine Höhe gebracht, die sich zuvor wohl niemand träumen ließ. Denn im Jahre 1910 besaßen die Arbeiterorganisationen in Leipzig und Umgegend 64 Bibliotheken. Der Bücherbestand machte 48 116 Bände aus. Noch im Jahre 1907 war ein Bücherbestand von 31972 Bänden, und eine Ausleihe von 70885 Bänden. Im Jahre 1910 dagegen betrug die Zahl der Bücher 48 116, und die Ausleihe stieg auf 163 935 Bände. Die Zentralbibliothek Leipzig⸗Stadt hatte 1910 einen Bücherbestand von 7787 Bänden, und eine Leserzahl von 1114, die entliehenen Bücher betrugen 13 640 Bände. Der Gesamtwert der Bibliothek ist mit 25 000 Mk. anzunehmen. Die Bibliothek des Ortsvereins Plagwitz⸗Lindenau⸗ Schleußig hat sich im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhun⸗ derts sehr rasch entwickelt. Die Zahl der vorhandenen Bücher stieg bis 1910(von 717 im Jahre 1901) auf 6500; die Zahl der Entleihungen(von 2522 im Jahre 1901) auf 36 798. Der Geldwert der Bibliothek beträgt 20 500 Mk. Um dem Elend und der Aermlichkeit der Leipziger Schulbibliothek durch ein geeigntes Mittel entgegenzuwirken, wurde im Jahre 1902 der Lindenauer Ortsvereinsbibliothek eine besondere Jugendbücherei angegliedert. Die Entwick— lung dieser Bibliothek war überraschend gewesen. Sie wurde mit einem Bestande von 19 Bänden eröffnet, der bis 1910 auf 1139 Bände stieg. Die Entleihungen stiegen 1902 bis 1910 auf 10 606. Die Ausleihungen der Jugendliteratur machten 29 Prozent der Gesamtausleihe aus. Die dritte Bibliothek, die ich noch besuchte, war die in Leipzig⸗Kleinzschocher, in der 1856 Bände vorhanden sind, und deren Entleihungen 19 969 Bände 1910 betrugen. Diese drei Bibliotheken, von denen ich hier schreibe, fand ich in gemieteten Räumen untergebracht, also nicht, wie es üblich ist, in Schanklokalen, was man als etwas Anerkennens⸗ wertes bezeichnen muß. Die Opferwilligkeit der Leipziger Arbeiterschaft offen⸗ bart sich uns dann noch mehr, wenn man sieht, daß diese ganze, man kann sagen, Riesenarbeit ehrenamtlich verrichtet wird, und wieder nur von Arbeitern allein, die doch tagsüber ihrer Beschäftigung in der Fabrik, oder sonstwo nachgehen müssen. Jede Bibliothek wird je nach ihrem Umfang bis von 25 Arbeitern und Arbeiterinnen verwaltet und die Bücher ausgeliehen, die Statistik geführt und sonstige Arbeiten be⸗ sorgt. Selbst Genosse G. Hennig, der die Seele des ganzen Unternehmens ist, muß von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends in der Buchhandlung seiner Arbeit nachgehen. Und doch sind diese Bibliothekare so gewissenhaft in ihrer Arbeit, daß kurz nach dem neuen Jahre der Bericht aller Bibliotheke gedruckt erscheinen kann. Neben dieser Arbeit wird auch noch von der Leipziger Arbeiterorganisation der„Arbeiterbibliothekar“ herausge⸗ geben und von den Bibliothekaren redigiert und expediert. Zu der Gesamtausgabe von 16 322,24 Mk. im Jahre 1910 trugen die Parteiorganisationen 12 535,88 Mk. bei, während die Gewerkschaften 3786,36 Mk. aufwendeten. —— — 2 Die Lelpziger Arbeiterschaft ist gew a Wege und kann mit Befrie die geleistete Arbeit turückblicken. J r i Möge doch diese Arbeit den übrigen Arbeiterorganisationen in Deutschland als gutes Veispiel dienen! W. H. iß auf dem besten 0 t 5 D 92 2 2.8 — * 2 2 Vom„Ding an sich“. Indem unsere Sinnesorgane— Auge, Ohr, Geruch, Geschmack und Haut— durch die Dinge der Außenwelt beeinflußt werden und den empfangenen Reiz den Nervenzellen der Großhirnrinde, mit denen sie verbunden fortleiten, bekommen wir die Mög⸗ lichkeit, uns in der Umwelt zu orientieren. Wir bauen uns auf Grund unserer neseindrücke unser Weltbild auf Fehlt uns eines der Sinnesorgane, so wird unsere Orientie— rung in der Umn mangelhaft, unser Weltbild wird anders als bei den normalen Leuten. Ein Blindgeborener kennt keine Farben. Auch Leuten mit sonst normalem Gesichts inn sehlt zu⸗ weilen die Fähigkeit, Rot von Grün oder Blau von Gelb zu unter⸗ scheiden: sie sind„farbenblind“, sie sehen anders als normale Menschen, die Dinge der Außenwelt erscheinen ihnen anders als uns. Wenn wir einem Kranken, der Spulwürmer hat, das Wurm⸗ mittel Santonin geben, um seine Würmer abzutreiben, und der Patient zu viel auf einmal von der Arznei nimmt, so bekommt er Vergiftungserscheinungen. Die erste Veränderung, die an unserem Kranken auftritt, ist eine Veränderung seines Gesichtssinnes: der Kranke teilt uns mit, er sehe nunmehr alles gelb und schließlich violett. Wir wollen an einem Kranken eine kleine Operation vor⸗ nehmen, etwa eine kleine Geschwulst, die er unter der Haut sitzen hat, herausschneiden. Wir spritzen ihm an der Stelle, wo er operiert werden soll, etwas Cocain unter die Haut, und unser Patient fühlt jetzt keinen chmerz, wenn wir ihm die Haut mit dem Messer durchschneiden. C r meiner Lehrer hatte seine besondere Freude daran, bei solchen Operationen, nachdem er den betrefsen⸗ den Patienten die Augen verbunden hatte, so ruhig mit dem Operationswerkzeug zu hantieren, daß die Patienten glaubten, die Operation habe noch gar nicht begonnen. Dann nahm er ihnen die Binde von den Augen und freute sich über den glückstrahlenden Anblick der Patienten, die setzt sahen, daß die gefürchtete Operation schon überstanden war. Sie haben keine Schmerzen gehabt, weil das Gift Cocain die Nerven in der Haut, deren Reizung Schmerz⸗ empfindung veranlaßt, so verändert(lähmt), daß sie ihre Arbeit nicht mehr tun können. Von der betreffenden Hautstelle aus wer— den keine Schmerzempfindungen mehr ausgelöst. Es gelir E igt dadurch, den Vatienten über seine augenblickliche welt zu „täuschen“, sie 1 anders darzustellen, als sie uns, denen kein Cocain eingespritzt worden ist, erscheinen würde. Aus all diesen Beispielen können wir eine ganze Menge lernen. Wir sehen, daß die Welt uns anders erscheint, we uns irgend⸗ eines der S 0 ie sehlt oder wenn eines der Sinnesorgane oder die diesem S gorgan zugeteilten Nervenzellen in unserem Gehirne verändert sind. Es 1 stalso unser Weltbild ab- hängig von dem Zustande unseres Körpers, von dem Zustande unserer Sinnesorgane und unseres Gehirnes. Sch ine or das zweisellos 0 dem Tierreich. Der Spuren, an denen wir mit unserer Na eser Gersche existiert für uns Nun stellen wir uns vor, wir würden mit anders ge⸗ arteten unesorganen und anders geartetem Gehirn geboren Es würde de die tuns anders erscheinen als heute Daß 0 in müßte, zeigt uns manche Beobachtung aus r Hund verfolgt mit seinem Geruchsorgan se gleichgültig vorbeigehen gar nicht. Tiere kennen 4* Die Welt Anzeichen eines kommenden Erdbebens, die uns völlig entgehen. Auch die Tatsache, daß wir durch ki istliche Verfeinerung unserer Sinnesorgane 3. B. mit Hilse der verschiedensten Meßapparate, Ferngläser, Mikroskope usw Dinge entdecken, die uns ohne diese völlig entgangen zeigt, daß unser Weltbild anders wäre, wenn wir andere Sinnesorgane oder mehr Sinnesorgane als fetzt hätten. Das Ergebnis dieser Betrachtungen könnte zum Schluß ver⸗ führen, daß ö der Wirklichkeit, der Welt um uns entspricht. bild, wie wir, die wir schmack usw. sind, es gerade in uns herumtragen, und wäre anders, wenn wir anders wären. Unser Weltbild sei nur Erscheinung, nicht Wirklichkeit. Unserem kennen der Wirklichkeit seien Schranken gesetzt, denn über unsere Sinnesorgane— auch wenn wir sie durch allerlei Dilfsinstrumente verfeinern— können wir nicht hinaus. Unser Erkennen der Wirklichkeit habe seine Grenzen, denn n is würden wir die eigentliche Wirklichkeit, die Dinge, wie sie wirklich sind, das Ding an sich“, wie der technische Aus- druck in der Wissenschaft lautet, erkennen. Alles nur Schein, was die Grundlage unseres Denkens unseres Handelns abgibt, die wahre Welt bleibe uns hinter ewigen Siegeln. Es ist klar, daß diese S Menschen herab- stimmen, seinen Forscherdra Die Schluß folgerung, daß das Wesen der Dinge, die wi n Dinge, das Ding an sich uns ewig verschlossen bleiben 1 wäre gleichsam ein Erwachen aus dem Rausche, in den der go iche Mensch sich 1 1 1 gerungen hineingewiegt hat. Die wissenschaftlichen Vertreter der Theologie haben sich auch den hier gezeichneten Sachverhalt sehr zunutze ge⸗ macht, um den Leuten zu zeigen, daß es noch„etwas“ gebe, was der denkende Mensch, die Wissenschaft nie und nimmer erfassen würde, daß die Wissenschaft gar nicht allgewaltig sei, daß die Wissenschaft sich gar zu viel anmaße, wenn sie die heiligen Geheimnisse der Religion anzutasten erstrebe. Es bleibe immer noch„etwas“ zurück, was nicht erfaßbar, nicht menschlich denkbar sei— und das sei dann so ein Reservatgebiet für den lieben Herrgott. Neulich habe ich einen Theologieprofessor aus Jena in einer öffentlichen Versamm⸗ lung sprechen hören. Er sprach von allerlei Dingen und schließlich auch vom„Ding an sich“. Sobald er vom„Ding an sich“ zu sprechen angefangen hatte, bekam seine Stimme einen pastoralen Ton, seine Augen richteten sich auf die Decke des Saales, in der die Versamm⸗ lung stattfand und der alte Herr im Himmel erschien auf dem Ist es aber wirklich richtig, daß unser Weltbild nur Schein sei, daß es hinter der Wirklichkeit, wie wir sie mit unsexen Sinnes- organen und unserem Gehirn erfassen, eine Wirklichkeit gebe, wie wir sie nie erfassen könnten, hinter den Dingen, wie sie uns er⸗ scheinen, wie wir sie erkennen,— das uns unzugängliche„Ding an sich“'? Wir haben gesagt, man könnte durch eine Reihe von Tat⸗ fachen zu diesem Schlusse verführt werden. Wo liegt nun der Fehler, den man begeht, wenn man aus den oben betrachteten Tat⸗ sachen den Schluß zieht, wir würden durch unser Weltbild über die Wirklichkeit getäuscht, die wahre Wirklichkeit, das„Ding an sich“ könnten wir nicht erfassen, wir sehen die Wirklichkeit verändert durch unsere Sinnesorgane? Um es gleich zu sagen: der Fehler dieser Schlußfolgerung liegt arin, daß wir dabei uns selber— unseren Körper mit den innesorganen und dem Gehirn— nicht als einen Teil der Wirk⸗ chkeit betrachten). Wir selber find aber genau so „wirklich“, wie z. B. die Kirsche, die wir betrachten, die wir erkennen. Erkenne ich eine Kirsche, so müssen z wei Bedingungen erfüllt sein, zwei Teile der Wirxklichkelt zu einander in Beziehung treten: mein Körper und die Kirsche. Das Bild „Kirsche“, wie ich es in Gedanken trage und wie es einen Bestand⸗ teil meines Weltbildes überhaupt bildet, ist nur dann da, wenn der erkennende Mensch und die Lirsche zu einander in Beziehung getreten sind. Die„Kirsche an sich“ und„mein Körper an sich“ geben beide zusammen die Grundlage ab für mein Bild der Kirsche. Dann ist unser Bild der Kirsche und unser Weltbild Über⸗ haupt nicht Schein mehr, sondern ein Stück Wirklichkeit selber, so wie sie ist, wenn die bestimmten zwei Teile von ihr zu einander in Beziehung getreten sind. Verändern wir den einen Teil der Wirklichkeit, der zum ande⸗ ren— zu unserem Körper— in Beziehung getreten ist. Wir über⸗ malen zum Beispiel eine rote Kugel grün. Indem nun die ver⸗ änderte Kugel in Beziehung zu meinem Körper tritt, ist auch das Bild der Kugel, das ich bekomme, anders geworden: ich sehe nunmehr eine grüne Kugel, nicht eine rote. Verändern wir nun den zweiten Teil der Wirklichkeit, der zur Kugel in Beziehung tritt, unseren Körper. Geben wir ihm z. B. das Gift Santonin, wie in dem oben erwähnten Falle. Die Kugel wird jetzt gelb gesehen. Während wir früher hätten sagen müssen, daß wir dabei über die wahre Farbe der Kugel getäuscht werden, können wir jetzt sagen: wie durch das grüne Uebermalen der roten Kugel die rote Kugel wirklich grün wird, so wird durch die durch das Gift Santonin hervorgerufene Veränderung unseres Gehirnes die grüne Kugel wirklich gelb. Für den mit Santonin vergifteten Menschen i st die grüne Kugel gelb. Bringen wir dieselbe grüne Kugel zu einem anderen Teile der Wirklichkeit in Beziehung, z. B. zu einem nicht vergifteten Menschen, so üst fie grün. Der Gallensteinpatient, der Morphium bekommen hat, wird nicht über die Wirklichkeit der Schmerzen getäuscht, sondern ex hat w irklich keine Schmer⸗ zen mehr S b U Die Wirklichkeit seiner Schmerzen ist da, wenn normale Nervenzellen und der Gallenstein in Beziehung zu einander treten. ind die Nervenzellen durch das Morphium verändert, so ist damit die frühere Wirklichkeit nicht mehr da, sondern eine andere, eine neue Wirklichkeit, die aus den vergifteten Nervenzellen und dem Gallenstein besteht. Diese Wirklichkeit bedeutet Schmerz⸗ 0 A. — Da hilft uns vielleicht folgendes Beispiel, die Sache leichter zu begreifen. Ein Topf mit Wasser steht auf einem kalten Herd. Solange das Wasser zum kalten Herd in Beziehung steht, ist es eine Flüssigkeit. Sobald wir den Herd heizen, beginnt das Wasser zu verdampfen: in Beziehung zum heißen Herd ist das Wasser keine Flüssigkeit mehr, sondern Dampf. Also ist Wasser ein Schein bloß, eine„Täuschung“? Nein, es ist Wirklichkeit: flüssige Wirklichkeit, wenn es zum kalten Herd, und dampfförmige Wirklich⸗ keit, wen es zum heißen Herd in Bezlehung tritt. Ebenso wird die Umwelt einmal menschliche Wirklichkeit sein— wie wir sie aus unserem Weltbild kennen— wenn die Umwelt zum Menschen, als einem Teile der Wirklichkeit, in Beziehung tritt, und das andere Mal etwa tlerische Wirklichkeit— wie sie dem Hunde- oder dem Affenweltbilde entspricht—, wenn sie zu dem Tiere, das mit anderen Sinnesorganen und einem anderen Gehirn ausgestattet ist, in Beziehung tritt. Das Weltbild des Menschen ind des Tieres sind beide verschieden, aber das eine ist ebensowenig Schein oder Täuschung wie das andere. zach seinen gewaltigen Triumphen im Kampfe mit der Natur ) Diese Vorstellung bat der Physiologe Ber worn in einer Reihe von Schriften entwickelt. — 3 3 5— 8 3 — einzelnen Menschen ist verschieden: man 5 modernen Arbeiters dem eines gänz⸗ schen Landarbeiters gegenüber. Der lbe Ding ganz anders an, als der ersten ist durch Erziehung, Auch das Weltbild der teile nur das Weltbild eine e ungebildeten hinterpommerf kuuurmensch sieht ein und dasse mebildete Mensch. Das Gehirn des un eigene Erfahrung anders geworden: jede Erfahrung, gleich obstie direkt empfangen oder auf dem Wege von Geschichtsüberliefe⸗ tu gen als gesprochenes oder geschriebenes Wort vermittelt worden verändert unser Gehirn, indem sie eine Spur in ihm hinterläßt, haftet. Je nach dem Reichtum an Er⸗ Art unserer Erfahrungen ist unser emp⸗ Gehirn verschieden und je nach Art der rfahrungen sehen wir die für uns je⸗ lt verschieden. Dr. A. Lips ch ü tz. intem sie im Gedächtnis farungen und je nach der endes und denkendes srher schon vorhandenen E wels neuen Dinge der Umwe * 1 Verschwender Alkohol. In den von Heinrich Braun herau gegebenen Annalen it soziale Politik und Gesetzgebung veröffentlicht der Wiener miversitätsprofessor Max Kassowitz einen Aufsatz über die rtschaftliche Seite der Alkoholfrage. Kassowitz geht davon 58, daß der Alkohol ein narkotisches Gift ist, das alle unter m Einfluß des Gehirns stehenden Funktionen herabsetzt und ließlich vollständig lähmt. Der Alkohol rufe auch, so setzt Fnssowitz weiter auseinander, in den übrigen Organen des Körpers Schädigungen hervor, die zunächst latent bleiben, sich aer bei häufig oder regelmäßig wiederholter Einführung des (äftes, wenn diese eine(im wirklichen Leben niemals ver⸗ nandte) unschädliche Minimaldosis überschreitet, früher oder säter in schweren Störungen der Gesundheit geltend machen daher käme es auch, daß nach der Statistik der englischen Lebensversicherungsgesellschaften die Alkoholenthaltsamen eme um 25 Prozent bessere Lebenserwartung hätten als die enderen Versicherten, die sich zu einem ihrer Ansicht nach mäßigen Alkoholgenusse bekennen. Für die Erzeugung al⸗ k holischer Getränke(Bier, Wein, Schnaps) gebe das deutsche viel als für 8 * 1 — — (Jolk nahezu 4 Milliarden Mark aus, 3½ mal so Heer und Flotte zusammen, sechsmal so viel als für die Ar⸗ 1 eiterversicherung, siebenmal so viel als für die Volksschule. 1 Irgendwelchen Nutzen für den Körper habe der Alkohol icht. Er werde zwar im Körper verbrannt, wodurch Wärme 1(zeugt werde, aber diese sei vollkommen wertlos. Der Al- hiholgenuß kabe eine Lähmung der Hautgefäße zur Folge, wo⸗ Wärmeausgabe herbeigeführt und die lurch eine vermehrte W᷑ Ein Genußmittel sei befahr des Erfrierens erhöht werde. per Alkohol nur für jene, die sich das Verlangen nach seiner barkotischen Wirkung künstlich herangezüchtet haben. Die cht Such kigenschaft, nach öfter wiederholtem Gebrauch eine inch neuen und immer größeren Dosen zu erzeugen, teile der kohol mit allen narkotischen und vielen anderen Sub- banzen: mit Opium, Morphium, Chloral, Veronal und den enderen Schlafmitteln, aber auch mit Kokain und Nikotin. dur S Stillung des Durstes brauche man alkoholische Getränke licht. Dazu reiche das Trinkwasser vollkommen aus. Wein und Bier enthielten ja auch ungefähr 90 Prozent Wasser. Die [Dein⸗ und Biertrinker litten nur noch mehr Durst als bloße Jassertrinker, weil der Alkohol durch seine giftige Wirkung inen abnormen Protoplasmazerfall und damit einen stär⸗ eren Wasserverlust des Körpers hervorrufe. Der Brannt⸗ weintrinker, der ja nur wenig Wasser in seinem Branntwein Hurst, sondern er opfere sie nur seiner Sucht nach dem ge⸗ pohnten Gift. „Die für die Wort zum Besten des Volkes verwendet werden könnten.“ könnten Er verweist auf die riesigen Verluste, die den Alkoholflut, auf ihr wertvollstes Kapital, den M erleiden. der Schaden, Straffälligkeit und frühzeit Familien und in den f richten. jugendli Debilität der Trinkerkinder, aber auch nur partielle trächtigung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die lekomme, stille mit seinen Gläschen überhaupt nicht seinen alkoholischen Getränke aufgewandten Mil⸗ barden,“ so sagt Kassowitz dann weiter,„werden also nicht ausgegeben, um ein natürliches und unabweisbares Bedürf— Iris zu befriedigen, sondern es wird ein unnatürliches Be⸗ lürfnis künstlich erzeugt und zu dessen Befriedigung werden nesige Summen vergeudet, die zur Beschaffung von guter Nahrung, zur Herstellung von Wasserleitungen, zum Bau von Straßen und Kanälen, für Wissenschaft und Kunst, mit einem Kassowitz wendet sich dann gegen die Behauptung, daß Staat und Gemeinden die Alkoholsteuern nicht entbehren . das Vationalvermögen der Völker durch den Alkoholismus er⸗ leide. Die Verluste des Nationalvermögens durch die Um⸗ Ernährung wertloses Produkt dürfte verhältnismäßig gering sein, im Verhältnis zu den ganz unberechenbaren Verlusten, die der Staat und die ihn durch die verderbliche Einwirkung der immer noch ansteigen⸗ zusammensetzenden Gemeinden genschen, rechnung,“ so führt Kassowitz aus,„spottet den Krankheit. Arbeitsunfähigkeit, Irrsinn, iger Tod der Ernährer in den ie beherbergenden Gemeinwesen an— Körperliche und geistige Verwahrlosung der Kinder, ches Verbrechertum, angeborener Schwachsinn und Beein⸗ „Jeder Be G11 8 19 Keil sich ohne die Schädigung der ne durch chronische Vergif⸗ tung des elterlichen Organismus normal entwickelt hätten — lauter Momente, die zweifellos wirksam sind, die aber un⸗ möglich auch nur schätzungsweise in Ziffern ausgedrückt wer⸗ den können. Soviel ist aber klar, daß sie alle miteinander gemein haben, daß sie die Steuerkraft der von ihnen Betrof⸗ senen auf ein Minimum herabsetzen oder vollständig auf⸗ heben; und so würde sich der Gewinn, den die Gemeinwesen aus der Besteuerung des Volksgiftes zu ziehen glauben, wenn eine Berechnung ausführbar wäre, von den ideellen Einbußen abgesehen, ganz sicher auch schon rein geldmäßig in einen effek⸗ tiven Verlust verwandeln.“ Was für die Volkswirtschaft gelte, gelte in noch viel höherem Grade für die Einzelwirtschaft. Und zwar hätten gerade die Lohnarbeiter oft besonders schwer unter dem Al- koholismus zu leiden, weil infolge der Verwendung eines oft beträchtlichen Teiles des Einkommens für alkoholische Ge⸗ tränke wichtige Bedürfnisse unbefriedigt blieben. Untersuch⸗ ungen hätten ergeben, daß der Alkohol gar nicht selten ein Fünftel, in Ausnahmefällen noch mehr, von dem Lohn ver⸗ zehre. „Unterernährung, Wohnungselend, geringe Wider⸗ standskraft gegen Krankheiten, frühzeitige Arbeitsunfähigkeit oder vorzeitiger Tod des Ernährers und völlige Verelendung der Hinterbliebenen sind in der großen Mehrzahl der Fälle die fast unausbleiblichen Folgen einer solchen unglückseligen Konstellation, die nur scheinheiliges Pharisäertum als die ge⸗ rechte Strafe für das Laster der Trunksucht erklären kann, während der billig Urteilende einsehen muß, daß eine Gesell⸗ schaftsordnung, die die allgemeine Trinksitte nicht nur duldet, sondern in jeder Weise hätschelt und propagiert, allein für das unermeßliche Elend verantwortlich ist, das mit Naturnot⸗ wendigkeit aus der schrankenlosen Verbreitung des heimtücki⸗ schen Giftes emporwachsen muß.“ Zur Bekämpfung des Alkoholismus müßten wir in Mitteleuropa dieselben Mittel anwenden, die in anderen, in diesem Punkte fortgeschritteneren Ländern schon erfolgreich gewesen seien, wie Zusammenschluß der alkoholfrei Lebenden in Abstinenzvereinen, Einführung des obligatorichen Unter- richts über die Eigenschaften des Alkohols in den Volksschulen. Eine weitere Etappe im Kampfe gegen den Alkoholismus hätte dann das Gemeindebes immungsrecht zu sein, das jeder Gemeinde das Recht einräumt, von Zeit zu Zeit ihre Mit⸗ glieder(mit Einschluß der Frauen) darüber abstimmen zu lassen, ob der Verkauf von alkoholischen Getränken noch ge⸗ stattet sein solle und als letztes Ziel bliebe dann die stattliche Prohibition, die den Verkauf von alkoholischen Getränken mit denselben strengen Kautelen umgibt, wie den Verkauf von anderen Giften. Selbstverständlich wird kein haupten, und das tut auch Kassowitz nicht, daß alle Not und alles Elend auf den Alkohol zurückzuführen ist. Wir Sozial- demokraten wissen, daß der heute herrschende Kapitalismus unendliches Elend über zahllose Menschen bringt. Aber das ohnehin infolge der Herrschaft des Kapitalismus schon vor⸗ handene Elend wird verschlimmert und vermehrt durch die verkehrte Gewohnheit, ein Gift, wie den Alkohol, als Genuß⸗ mittel zu verwenden. Die Arbeiterbewegung, die die Bil⸗ dung der Volksmassen erhöht und ihnen einen Lebensinhalt E vernünftiger Mensch be⸗ gegeben hat, hat den Alkoholismus vielfach in seinen häß⸗ lichsten und augenfälligsten Formen zurückgedrängt. Aber Pandlung von vorzüglichen Nahrungsstoffen in ein für die wenn man auch heute viel seltener einen Menschen betrunken 3 ˙ * — * ——* SS ² 22...— — und den Kam ganzes gesellschaft ergie zu führen. Welche Strafen drohen dem Gesetzesverüchter? Es dürfte in unserem Leserkreise noch vielfach Unklarheit dar— über herrschen, welcher Art die Strafen nach dem Strafgesetzbuch sind und in welcher Weise die Verbüßung der Strafen erfolgt. Wenn wir hierüber einiges veröffentlichen wollen, so können wir natürlich aus Mangel an Raum diese Fragen nicht erschöpfend be— handen. Aber das ö J ste wollen wir doch den Lesern zur Kenntnisnah ne unterbreiten, wissen wir doch, daß alle in der sozialdemokratischen Partei tätigen Genossen mit besonders„liebe— voller Auf werte inet seitens der Gesetzeshüter beobachtet werden. Das Gegenstück davon ist, daß bei man ichen Gesetzesverletzungen der Kläger fehl 7 um den Richter in Funktion treten zu lassen; sonst könnte man nicht so oft die Redensart hören:„Der hat auch schon das Zuchthaus mit dem Aermel gestreift!“ oder:„Der steht schon mit einem Bein im Ge agnis!“ Ist nun das Gesetz in irgendeiner Weise übertreten worden, dann kann auf Freiheits- oder Geldstrafen erkannt wer— den neben der Todesstraßfe, die bekanntlich in Deutschland durch Enthaupten vollzogen Die schwerste Freiheitsf ist die Zuchthausstrafe, die eine lebenslängliche oder zeitliche sein kann. Die zeitliche beträgt im Höchstsall 15 Jahre. mindestens aber 1 Jahr. Die 15 Jahre als Höchstgrenze dürfen nur in ganz besonderen Fällen überschritten werden. Die„Juchthäusler⸗ werden mit den im Zuchthaus ein⸗ geführten Arbeiten beschäftigt oder auch bei öffentlichen oder von einer Staatsbehörde beaussichtigten Arbeiten verwandt, wobei sie allerdings von freien Arbeitern getrennt zu halten sind. Weiter ist zu nennen die Gefängnisstrafe, die für Ver⸗ gehen höchstens 5 Jahre und mindestens 1 Tag beträgt. Die daz Verurteilten können in einem Gefängnis auf eine ihren Fähigkeiten und Verhältnissen angemessenen 005 beschäftigt wer⸗ den; auf Verlangen miüissen die Gefängnisinsassen in dieser Weise beschäftigt werden. Diese letzte 9 hat man bekanntlich häufig inhaftierten sozialdemokratischen„Preßfündern“ gegenüber nicht anwenden wollen, so daß es erst einer Beschwerde Lelbst bis zum Minister bedurfte, um diesen von„Rechts wegen“ Verurteilten zu ihrem Rechte zu verhelfen. Eine weitere Freiheitsstrafe ist die Festungshaßft, welche auch eine lebenslängliche oder eine zeitliche sein kann; im letzteren Falle beträgt sie höchstens 15 Jahre, mindestens aber 1 Tag. Die Strafe besteht in Freiheitsentziehung mit Beaufsichtigung der Be⸗ schäftigung und Fchenmezle* Gefangenen; sie wird in Festungen und anderen besonders dazu bestimmten Räumen vollzogen. tte Frei heits strafe it noch die Haftstrafe zu nennen, welche höchstens 6 Wochen, mindestens aber 1 Tag beträgt und in einfacher Freiheitsentziehung besteht rd auf Geldstrafse erkannt, so beträgt 5 brechen und Vergehen 3 Mark, bei Ueber⸗ 7 le ** Mu Fefe rn 18 Mindestfalle bei Verl tretungen 1 Mark eiheitsstra sen dürfte es von Interess ingen kennen zu lernen, tildernd in Frage kommen. I n Zuchthaus und Festung gestattet, so ist auf Zuchthaus nur dann zu erkennen, wenn die strafbare Hand⸗ lung aus ehr 1 oser Gesinnung begangen ist. Zuchthaus und 2 Gefän auch durch Einzelhaft verbüßt werden, die indes eine ner von 3 Jahren nicht übersteigen darf. Die Ver urteilung zur Zuchthausstrafse hat die dauernde Unfähigkeit zum Dienste in dem deutschen Heere und der kaiserlichen Marine sowie die dauernde Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter von Rechts wegen zur Folge. Neben der Todes- und der Zuchthausstrase kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden; bei Gefängnis nur, wenn die Strafe 3 Monate erreicht und entweder das Gesetz es zuläßt oder die Gefängnisstrafe an Stelle der Zucht⸗ hausstrafe wegen r Umf e tritt. Die Dauer des Ver⸗ lustes ist bei Zu auf mindestens 2 und höchstens 10 Jahre, bei Gefängnis auf mindestens 1 und höchstens 5 Jahre feligelegt, Wäbrend der Zeit des Verlustes der bürgerlichen Ebrenxechte dar 50 f der Bestrafte keine Landeskokarde tragen, ferner keinen digg! deutschen Heer und der Marine ausüben; weiter ist die A politischer Rechte bei Wahlen ausgeschlossen usw. 1 Weiter sieht das Gesetz noch Poli 1 eiaufsicht vor, die 5 Jahre beträgt, aber erst in Wirksamkeit tritt, wenn sheits zstrafe verbüßt, verjährt oder auch erlassen ist. Eine besonders gefürchtete Strafe ist die uber weine an die Sn eee die z. B. ausgesp werden kann, wenn jemand innerhalb 3 Jahren mehrmals we Bettelns mit Haft bestraft ist oder unter Drohung oder mit gebettelt hat. Die Ueberwiesenen werden dann bis zu 2 Jahren ein Arbeitshaus gesteckt oder zu sonstigen gemeinnützigen Arbe verwandt. tretungen in leichten Fällen auf einen Verweis erkannt werde Es lohnt sich schließlich noch, neben den Strafbestimmungen aufzuzählen. Das Miljtärstrafgesesbuch kennt neben„der Todez strafe, die durch Erschießen vollzogen wird, nur 8 reiheltg strafen, die ebenfalls lebenslänglich oder zeitlich sein könne Bei mehr als 6 Wochen besteht die Freiheitsstrafe in Gefän 11. oder Festungshaft, unter 6 Wochen in Arre ft. Die he Freiheitsstrafe beträgt 15 Jahre, die niedrigste 1 Tag. Die 95 einer Freiheitsstrafe von mehr als 6 Wochen wird auf die gesetz Hat eine Person im Soldatenstand vor oder nach Eintritt in Dienst eine Freiheitsstrafe verwirkt, dann wird die letztere von Militärbehörden vollstreckt. Einiges bliebe noch zu sagen von Arreststrasen. Der Stubenarrest kann nur gegen Offiz Offizier-Arrestzimmer. Der gelinde Arrest, bestehend in Ein haft, kann gegen Unteroffiziere und Gemeine aus zgesprochen werk Der mittlere Arrest gilt für Unteroffiziere ohne Portepee La Lagerstätte und als Beköstigung Wasser und Brot. Der st reg dunkle Arrestzelle. fernung aus dem Heere und der Marine: Erkenntnis der Dien setzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes; bei Unteroffizier 17 serner die Degradation. Kurz erwähnt sei noch, daß die fernung aus dem Heer oder der Marine ohne weiteres ere erstens wenn auf Zuchthaus erkannt wird, zweitens bel Ver der bürgerlichen Ehrenrechte, wenn dieser über 3 Jahre beträgt, Aus unserer Sammelmappe. haben. Was aber kann der arme Menschengeist mit einer grenztheit des Raumes anfangen, die sein Vorstellungsvern hoffnungslos übersteigt? Er muß nach Grenzen suchen, um erst mal zu einer Fassung zu gelangen, und so zieht er auch dem G Schranken, die nichts anderes sind, als das Eingeständnis seines li vermögens, noch weiter hinauszudringen. Die mutmaßliche Gr der Einrahmung des Weltalls, dem die Sonne mit all ihren neten und alle anderen Sonnen angehören, ist die Milchstraße, bleibt dann dem G ankenfing nur noch überlassen, sich in unendlichen Räumen des Jenseits noch andere vielleicht ähnliche! versa zu denken. Ueber die Zusammensetzung der Milchstraße zrofessor Charlier in den Mitteilungen der Sternwarte an schwedischen Universität Lund eine Arbeit veröffentlicht, die so u. die ungeheuren Schwierigkeiten der Forschung in jenen sernen gionen zeigt. In der Tat sind es bisher nur sehr wenige ein fußt. Professor Charlier ist zunächst bemüht, die Zahl der Siem in verschiedenen Teilen der Milchstraße festzustellen, demnächst Verteilung ihrer Helligkeit. Er hat zu diesem Zweck den gane Himmel in 48 gleiche Vierecke eingeteilt. Während in den von Milchstraße am weitesten entlegenen Himmelsgegenden zu 600 000 und 2000 000 Sterne auf je eines dieser Vierecke en ist ihre Zahl innerhalb der Milchstraße auf der gleichen Fläche u schen 30 und 250 Millionen zu veranschlagen. Um die Entsernmm einfacher darzustellen, hat Prof. Charlier ein neues Maß eingeft das Siriometer, das eine Million mal größer ist als der mille Abstand der Erde von der Sonne. Die Grenze unseres Wellen würde dann, in der Ebene der Milchstraße gemessen, zwischen und 1400 Siriometern entfernt sein.* Als strafmildernd gilt für Angeklagte und später Verurt 1 im Alter von 12 bis unter 18 Jahren ihre verminderte rechnungsfähigkeit. Allgemein kann auch bei Vergehen oder Ueber Strafgesetzbuches die wichtigsten Strafen der Militär Dienstzeit im stehenden Heer oder in der Flotte nicht angerechnet ausgesprochen werden und wird von diesen verbüßt in der eine Wohnung oder gewissermaßen als Strafverschärfung in eiter Als Ehrenstrafen kennt die Militärjustiz folgende: m für Gemeine; er besteht ebenfalls in Einzelhaft mit. einer harig Arrest findet nur Anwendung gegen Gemeine und bat als Ver schärfung außer den Bedingungen des mittleren Arrests noch e entlassung gegen Offiziere: bei Unteroffizieren und Gemeinen de Der Bau der Milchstraße. Ein Weltall sollte keine Grene . maßen sichere Beobachtungstatsachen, auf denen die Wissenschaft den