hat sich ie nach gehört, unter tungen wenig J heute d heute id mitt⸗ ge und amerika ammen⸗ it einen stellung er oher⸗ illlionen biet der 1 Kilo⸗ hinweg lach den en Erd⸗ . Das entweder nde fest⸗ scheinlich mentlich Gletscher Tonnen h denken, ein mag, lese Eis⸗ s amerl⸗ em um⸗ dem von Eskimos in Land⸗ Grad öst⸗ heschrieb Arktischen der For ut ist und n Norden cker⸗Land, tet jeden⸗ lösen ist. oße Hoff⸗ p Thomas urückgelegt d wichtige n gemacht wird man peraturen n rocker ben, um e Gletscher mu n. Zull . zwei 5 und M Mae dle Koster eine s Sub⸗ — eee e Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Polksze Nummer 5 Dienstag, den 7. Mai 1912 1. Jahrgang Arbeiterbildung in England. Die stürmische Entwicklung, die das englische P roletariat in den letzten Jahren durchgemacht hat, äußert sich am auf— fälligsten auf dem gewerkschaftlichen Gebiete. Aber ein Zweig der Arbeiterbewegung läßt sich von den andern nicht luftdicht absondern, dieselben Ursachen sind auch auf allen anderen Gebieten wirksam, wenn auch der Erfolg nicht überall mit gleicher Schnelligkeit und Klarheit auftritt, und alle wirken wechselseitig aufeinander zurück. Ganz besonders bemerkenswert wicklungen auf dem Gebiete der Bildungsbest 5 der englischen Arbeiterschaft. Auf keinem anderen Gebiete war und ist noch so viel nachzuholen. Keiner Kapitalistenklasse der Welt ist es gelungen, die Arbeiter so sehr in geistge Ab— hängigkeit von sich zu bringen und zu er rhalten, wie der eng⸗ lischen. Bis vor kurzem waren mit sehr wenigen Ausnahmen alle Personen, die in der englischen Arbeiterbewegung eine Rolle spielen, in der kümmerlichen Kost der bürgerlichen Oekonomie aufgewachsen, und selbst die Sozialisten unter ihnen zehrten von den breiten Bettelsuppen der Carlyle Ruskin und Kingsley. Auf der unteren Stufenleiter wurden die Arbeiter neben der Volksschule von den unglaublich weit verzweigten und 1 schlungenen kirchlich-religiösen Einflüssen, die überall mit den gewissermaßen halbamtlichen Wohltätigkei(sorganisationen, der öffentlichen Armenverwal— tung und meist auch mit den lokalen Vertretungskörperschaften im engsten Bunde stehen, ins geistige Joch der Bourgeoisie gespannt. So geschickt ist diese geistige Knechtung und Kor⸗ rumpierung betrieben worden, daß die Arbeiter sie sehr lange gar nicht merkten. Seit einigen Jahren besteht jedoch eine Bewegung, die sich zum Ziele gesetzt hat, die Arbeiter auch in dieser Be— ziehung auf die eigenen Füße zu stellen. Der Kampf ist furchtbar schwer, denn die zu verdrängenden Organisationen kämpfen um ihren korrumpierenden Einfluß mit den ver— zweifeltsten Mitteln. Am heißesten werden zunächst die Bil⸗ dungseinrichtungen für erwachsene Arbeiter, wie Abend— schulen, Lehrkurse und Vortragszyklen, ferner die Einrich— tungen zur vollkommeneren Ausbildung der Elite der jungen Arbeiterführer umfochten. Die Angegriffenen griffen sind die neuesten Ent⸗ ihrerseits zur Offensive und suchten, indem sie sich einen demokratischen Mantel umhingen, offizielle Anerkennung und Unterstützung bei den Arbeiterorganisationen selber zu finden. Bei dem Kampfe spielen die Universitäten eine große Rolle. Auf der einen Seite heißt das Schla, gwort: Zusamm wirken von Universitäten und Arbeiterschaft eine„Co-Part⸗ nership“, also eine Art Kompagniegeschäft zwischen den beiden. Eine mächtige Organisation ist unter dem Namen Workers Educational Association(Vereinigung für Arbeiter erziehung) gegründet worden, die es sich zur Aufgabe ger nacht hat, diesem Grundsatz bei der Schaffung und Ausgestaltung von Bildungsanstalten, 8 für erwachsene Arbeiter, Geltung zu verschaffen. Die Organisation erfreut sich der Gönnerschaft von Leuten wie Lord Curzon und anderer hoch⸗ gestellter Personen, aber sie hat ihr Hauptaugenmerk darauf gerichtet, gleichzeitig auch die organisierte Arbeiterschaft durch die Berufung einiger Gewerkschaftsführer in die Verwal⸗ tungskörperschaft einzufangen. Es hat der größten An⸗ strengungen jener Arbeiter, die sich mit Energie auf dieses N Gebiet geworfen haben, bedurft, um zu verhindern, daß sich die offizielle Gewerksch 5 een mit der W.⸗E.⸗A. inden⸗ tifizierte. Auf ihrer Seit N der Kampfruf erhoben: Völlige Selbständigkeit der Arbeiterschaft auf dem Gebiete des Bildungswesens. Deutlicher und schärfer ist bildung der jungen Agitatoven entbrannt. Hier heißen die über den Klassen tarische Wissenschaft. der Kampf um die Aus⸗ und Gewerkschaftsführer Kampfrufe: Hier unparteiische, schwebende Wissenschaft; dort prole⸗ Zwei Institute stehen einander gegenüber und werben um die Gunst der Arbeiter⸗ organisationen: Ruskin College in Oxford und Central— Labour College in London. Beide sind nach dem Muster der englischen Universitätsorganisation Internate. Ruskin College ist die Mutteranstalt, von der 1 sich das Central Labour College vor zwei Jahren loslöste. Ruskin College entstand im Jahre 1899 als die private. zweier Amterinanr, die durch die Propagierung einer Art schöngeistig-sozia⸗ listischer Wissenschaft unter für solche Ideen empfänglichen jungen Journalisten und Künstlern die Welt erlösen wollten. Da es aber sowohl an Geld wie an Schülermaterial mangelte, wandte sich das College an die Gewerkschften mit dem Vor⸗ schlag, sie möchten ihre hoffnungsvollen jungen Agitatoren ein oder mehrere Semester im College ausbilden lassen. Der Vorschlag wurde günstig aufgenommen, und allmählich ent— wickelte sich das College zu einem der Berliner Gewerkschafts⸗ oder Parteischule ähnlichen Arbeiterinstitut. Die Gewerk— schaften, die Schüler ins College schickten, erhielten eine Stimme in der Verwaltungskörperschaft, deren Mehrzahl jedoch nach wie vor aus Universitätsprofessoren, die an der Schule lehrten, bestand. Der idyllische Zustand Gewerkschaft wurde getrübt, als die von den en delegierten Schüler mit der Art des erteilten Unterrichts, namentlich auf dem Gebiete der Nati 1 p. mie, der Gesel lchastswissenschaft und der Geschichte frieden zu werden begannen. Die Lehrer Falle Kathedersozialisten, die mit der selbstverständlich„sympathisierten“, sonst aber gänzlich auf bürgerlichem Boden standen. Klassenkampf war verpönt, dagegen wurde die Versöhnung der Klassen, Gewinnbeteili⸗ gung und ähnliches 1 digt. Unerträglich wurde die Situation aber, als die Verwaltung Versuche unternahm, das College formell an die Universität O Orford anzugliedern, sodaß die günstige Absolvierung von Kursen im Ruskin College zur Aufnahme in gewisse Fakultäten der Universität befähigen e, Unzu⸗ waren im besten Arbeiterbewegung sollte. Aus einer Anstalt zur anbildung 1 Arbeiterführer sollte das College zu einer Stufenleiter wer den, um die A len Kräft⸗ der Arbeiterorgani⸗ = sationen den Arbeitern zu entfre 5 un 5 einer e 5 ˖ Laufbahn“ zuzuführen. Als schlief haltende Rektor des College D revoltierten die Schüler, erklärten 2 E * Streik 11 0 bee in der Folge das Central Babour College, das, nachdem es von den Hausbesitzern in Oxford boykottiert worden, nach London übersiedelte. Es gelang dem Central College nicht, sofort bei allen Gewerkschaften Anerkennung zu finden. Die meisten von ihnen fuhren fort, ihre Schüler nach dem Ruskin College zu schicken, und nur allmählich vermag das Labour College den Ruskin College den Boden abzugraben. Der Kampf zwische: den beiden Richtungen muß bald vor dem Gewerkschafts . 9 kongreß selber zur Entscheidung gelangen. Eine lassen, 9 Das rote Blatt. J ntersuchung 1 a g hinterlassen 8 ö. 5— 0 2 Au. 90 1 3 4 We für. Der stilgewaltige und leidenschaftliche Begründer des deutschen f das Ruskin ollege tatsäch 9 8 een Ultramontanismus Joseph Görres begann seine öffentliche 1 0 Arbeiterbewegung geworden ist. Ich selbst habe einen an] Laufbahn als wilder Republikaner. Die Urkunden dieser Zeit ge⸗ eine Londo D richteten Brief des Sekretärs des hören zu den stärksten Zeugnissen deutschen Revolutionsgeistes, und l Ruskin Coll finanzielle Unterstützung sie verdienten eine Ern euerung. Der spätere Widerruf des fromm ebettelt u if daß 0 r Unterricht den und reaktionär gewordenen Mannes trübt wohl den Wert der Per⸗ t gebettelt wi b I e sönlichkeit, aber nicht die Macht und Wucht seiner jungen Be⸗ Arbeitern ermöglicht,„soziale Fragen nd und ohne un- kenntnisse. Als die Tochter von Görres seine gesammelten Werke a vil sass urteil en was wie der Brief] herausgab, teilte sie von seinen literarischen Jugendsünden nur ein ö aus den gelegentlichen] paar zahmere Proben mit.„Das rote Blatt, eine Dekaden⸗ in⸗Studenten in der Presse schrift“, das Journal, das Görres„im VI. Jahre der Re⸗ Fr ne publik“(1798) zu Koblenz herausgab, ift eine der größten Selten⸗ dieser schone Zweck den heiten des Büchermarkts geworden; trotzdem hat man bei aller ne ht. Die Gewerkf Bibliophilie einen Neudruck noch nicht unternommen. gel im il n Kräfte auszubilden. Wenn„Den Vätern und Pflegevätern der Eudämonia, der ganzen 9 sie rganisationen zurücklehren, sind sie„ge- Aristokraten, Zeloten und Obskurantenbande, widmen diese Zeit⸗ 5 1 seworden, ihr revolutionäres Feuer ist er schrift die Herausgeber“— mit diesem Spruch beginnt die Zeit⸗ N 1 jeworden, ihr rer 3 i schrift ihr Dasein. Mit verwegener Ironie werden zu Beginn die ö loschen und sie werden zum Hemmschuh der Bewegung. Da erlauchten Glieder des Bundes für Wahrheit und Licht“, die 0 0 1 a it ni f sehr zu beklagen, daß sie zumeist] Konter revolutionäre wider die Aufklärung, gefeiert; indem 9 nic in den Organisationen wir— eg den E l Jargon P 9 1 Fan It gan dar Moszer un dieser Fratze sein stürmisches Republikauertum. Die Aufklärung ker dchleungst von der Regierung wird als„Hirnwut“ bezeichnet, dann aber die Vernunft dieser au en in den Arbeiterbörsen und] Hirnwut aufreizend gemalt. Die Hirnwut habe immer weiter um so! sie allerdings ebenfalls noch] sich gegriffen und endlich in die niedrigsten Kasten des Staates ver— einen dannen Einfluß auf die Arbeite rbewegung ausüben breitet: können.„Allgemein glaubten die Schwachsinnigen, Königtum sey 4 Das Zentral Labour College steht ausdrücklich auf dem 2 5* T 8 ein 1 a 5. f as erste Lasttier des Staats. Fürstenstlühle setzte man 1 Standpunkt des Klassenkampfes, Nation alo konomie wird vom unterste Stuse des tones des Gesetzes 1 0 Aan N— 5 n 1 marxistischen und Geschichte und Soziologie vom materia— schämt genug zu glauben, Fürstenköpfe stünden nicht fester auf 0 2 listischen Standpunkt aus gelehrt. Zwar W es in Eng ihrem Rumpfe, als der Kopf jedes anderen Verbrechers, und 1 land an bewährten Kräften, die einen solchen Unterricht er-] scheute sich nicht, diesen verruchten Satz mit Experimenten zu be⸗ g teilen können, und so setzen sich die Lehrkräf fte zum großen legen. Man bewieß durch chemische Untersuchungen, Bürgerblut 0 8 FFF N Note und hochadliges Blut seyen aus denselben Bestandteilen zu⸗ 0 Teil aus begabten früheren Studenten zusammen. Beson sammengesetzt. Man wollte behaupten, die ersten Stammbäume 1 1 ders anregend und bildend wirkt der ständige Verkehr der] wären in der Gegend von Galgen und Hochgerichten aufge⸗ 1 N Schüler untereinander. Die allgemeine Atmosphäre macht] schossen: in Schlachtfelder und Weinleller verpflanzt, hätten sie 1 . auf den B günstigsten Eindruck, man hat dort fortgewuchert, und wären in dem setten fruchtbaren Boden, 1 5 VV 7 mit den. Tränen der unterdrückten Menschheit begossen, bis zur 4 0 das Gefühl, der Zukunft der en gegenwärtigen Höhe aufgeschossen. Man nannte die Geistlichen 1 15 Arh eite zu r brau icht. Mit einem— Bonzen, die Söhne der Heiligen— Kuttenmänner, nahm 9 WM an k zutage nur bei kämpfenden Arbei— ihnen ihre zeitlichen Güter, und gab ihnen dafür Inskriptionen 1 g 8 50 Udet, werfen e K. angebenere auf 8 Man wand endlich, o Schaude über das acht⸗ 41 N 2 Wer 5 ee ee 8 zehnte Jahrhundert! der Gottheit den Blitz aus den Händen und 1 — jedes 9 vo rx und Eng selbst solche wie die„Hei machte sie zum gütigen barmherzigen Schwächling,— und die l 1 a 8 wird, so wie es durch Uebersetzungen des Leute, die das alles glaubten und taten, nannten sich aufge⸗ 4 ö rr-Verlags zugänglich gemacht ist, mit Heiß klärt.“ f griffen, st jert ind debattiert, einzelne haben Die heutigen klerikalen Schatzhüter des Görresschen Geistes er⸗ 1 egri en, üdiert und debattiert, einzelne haben ee e 1 99 3 a 1 8 1 ö geternt, um die Were der klären die jähe. Wandlung des jungen Republikaners daraus, daß 1 g**„ 5 3 die Reise nach Paris, die Görres als Abgeordneter 1799 unternahm, 1 zu können. Dabei bleiben die Schüler in den ihn durch eigene Anschauung der französischen Znstände von seinen 1 hungen mit der Bewegung und den Kämpfen] Illusionen g t habe 1 3 f gemeine beiterbewegung. Diese Legende wird durch das„Rote Blatt“ widerlegt; denn 5 züler des College ii jetzt schon hier spricht er schonungs auch von den Ausschreitungen der f 1 die e brei e Revo olution und der Revolutionskriege, und wie Fichte ruft er aus: 1 1 alt and, ub]„Die gegenwärtige Generation ist verloren für die Kultur; der a ben aufmertsamf folgenden ist es aufbehalten, dem erhabenen Ziele der Menschheit a Zufall, daß die ssum einen Schritt näher zu kommen.“ Aber die Grundsätze der College aus Dele Revolution verteidigt er: denn Tugend. selbst von Teufeln ge⸗ 1 beiter. 8 predigt, ble immer So fordert der Görres des roten ö W ahhh lat kamen der en die konstituierten Gewalten des f Rhein- und Moseldep f. „Eine brave, aber ungebildete Menschenklasse findet ihr auf 1 dem Lande vor euch... Allarmiert durch die Einlispelungen der Pfaffen und Mönche, geschreckt durch die bramarbasierende Miene 8 seiner kleinen Despoten, blinzt der Landmann gegen die Fackel, 1 die ihm vorhält. Die langen Leiden des Krieges haben seine Muskeln abgespannt, und seinen Mut entwaffnet: unschlüssig wankt er an der Grenze zwischen Licht und Finsternis. Nehmt ihm den Druck ab, der auf ihm lastet; entfsernet seine Schinder; 5 bringt die Fan atiter zum Schweigen und dann leuchtet ihm vor; er wird euch folgen... In den größeren Städten tresst ihr auf eine diesen ähnliche zahlreiche Klasse: auf dumme Zeloten, die 1 sich ihre Spielwerke aus den Händen gewunden zu sehen fürchten; 1 eifrig bewachende Zünftlinge; auf Schranzen und Kreaturen der Höfe; auf Mitglieder der alten Regierungen und Magistrate, die sich vor der Rechenschast fürchten: aber auch auf eine Menge N Patrioten, die sich mit jedem Tage lauter und ungescheuter er⸗ 0 klären, und die gute Sache verteidigen. Entfernet die Zeloten, strafset die Intriguanten, verbannt den Zunftzwang, verscheucht den Schranzengeist, zielt jene Beamten zur Rechnung, und ihr werdet bald die erstere Klasse von der letzteren verschlungen n in weniger sehen.“. trie rum und jeder]. Görres sordert, daß man alles aufbiete, um das Volk aus wohl eine Ursache wie auch die Wider- seinem bisherigen Stande der Unmündigteit herauszureißen, es reif igeberin e machen für die Kultur und Wahlfähigkeit. Man soll sorgen, daß everin de enestei eie det dinge] beim Eintreten der Wahl keine Aristokraten an die Spitze der Ge ⸗ schäfte kommen, keine Royalisten oder elende Schwächlinge, damit auf, durch Intriguanten verhetzte, ihre widersinnigen Privilegien f . 0 . deute en ganzen ese Zeit⸗ ie, Zeit⸗ ginn die te, die indem er hinter üfklärung st dieser eiter um gates ver⸗ tum sey in König an die unver- ster auf s, und n zu be⸗ irgerblut ilen zu⸗ umbäume maufge⸗ ätten sie u Boden, bis zur eistlichen „ nahm riptionen das acht⸗ nden und und die aufge⸗ heistes er⸗ raus, daß ternahm, n feinen gt: den. ingen der t er aus: tut; der Nenschheit sätze der useln ge⸗ es roten alten des f ihr auf —— nicht Pinsel oder Bösewichter über das Schicksal des Vaterlandes entscheiden. Auf Batavien, die Schweiz, solle man schauen, auf Italien,„wie der Republikanis'm dort in seinem ganzen Jugend⸗ feuer glüht; wie die erhabenen Grundsätze der Freyheit auf einem Boden gedeihen, von dem man vor zwey Jahren noch glaubte, daß nur die Dornen des Aberglaubens und der Bigotterie in ihm Wurzel zu schlagen vermögten“, auf Italien, in dessen Dornen⸗ gestrüpp sich dann ein paar Jahre später Görres selbst wieder verstrickt! Zwei Tage nach der Uebergabe von Mainz hält Görres eine Rede in der patriotischen Gesellschaft zu Koblenz: „Maynz ist unser!— Auf den Wällen dieser stolzen unbe⸗ zwingbaren Veste weht die dreyfarbige Fahne; ihre schrecklichen Feuerschlünde sprühen nicht mehr Tod über die Heerschaaxen der Freyheit; drohend und fürchterlich strecken sie jetzt den Königen und ihren Helfershelfern den alles verschlingenden Rachen ent— gegen. Sie ist verlohren diese Sternschanze des Despotismus, zerschnitten der Samen der berüchtigten Reichsintegrität.“ Zu einem Traumbild gestaltet der Redner leibhaftig dieses Ge— spenst, der„Reichsintegrität“, wofür wir heute etwa Boden der staatlichen Ordnung sagen würden: „Eine aus Urkunden und Adelsdiplomen zusammengeflickte pergamentene Toga umkleidete das Gespeust. Vor ihm aufge— schlagen lag die deutsche Konstitution, ein Buch ohne Anfang und Ende... Auf der Böschung des Felsens lag Germania gesfesselt und weinte; aber das Ungeheuer spottete ihrer Tränen. Von Zeit zu Zeit schrie es in einem kreischenden Tone: Konstitu— tionelle Basis; alte hergebrachte Reichsverfassung.“ un strömen die Vertreter der alten Mächte heran, um von dem Gespenst Hilfe zu erflehen. Zuerst eine Gesellschaft bejahrter Leute, mit Allongeperücken, Sturmhüten, spanischen Mänteln und Wickelstrümpfen; an den stupiden Physiognomien erkennt man sie als Mitglieder des alten deutschen Reichstags. In weinerlichem Tone und im lächerlich verschränkten Kurialstil wenden sie sich an die allerhuldreichste Göttin, um ihr im ehrerbietigsten Vertrauen alleruntertäuigst zu hinterbringen, was Maßen ein unversöhnlicher und grausamer Reichsfeind usw. Dann trabt heran ein Haufen von Kurfürsten, Bischöfen, Herzogen, Grafen, Baronen, Rittern und Freiherren, ein buntes Gemisch von siechen Schwächlingen, seisten Fettwänsten, entnervten Wollüstlingen und elenden Halbmenschen. Ein dritter Haufen folgt, weinend und schluchzend:„Mönche, Pfaffen und Nonnen, von hundert verschiedenen Orden, Gestalten, Habitten; Frisierte und Glatzköpfe, mit spitzen und stumpfen Ka⸗ puzzen, Kaloschen, Tiaren und Mützen, mit und ohne Insulu, mit Bärten und Bartlose: baarfuß und gestiefelt, mit und ohne Hosen, mit seidenen und hänfenen Stricken... Sie hatten sich Asche auf die Köpfe gestreut; in den Händen trugen sie schwarze brennende Kerzen; die Rücken der Devotesten waren entblößt, und eine stark— geschwungene Geisel furchte sie tief; das Blut floß in Strömen herab, die Büßenden sangen Psalmen dazu. Langsam und maje— stätisch wälzte sich die Masse über die Ebene; sie schwoll immer mehr an, denn alte Taugenichtse, Pflastertreter, Rabulisten, Frömmler, Fanatiker und Dummköpfe stießen zu ihr.“ Und ein Ge⸗ bet hebt an: O Schützerin aller Bonzen! Was ist aus uns geworden? Sieh unsere Bäuche: sie waren einst so glänzend und feist, daß du dein Götterangesicht in ihnen, wie in einem polierten Schilde hättest bespiegeln können. Aber sieh! Wie sie jetzt zusammen⸗ geschrumpft schlottern: sie hängen in hundert Falten herab, und erwarten mit Sehnsucht bessere Zeiten... Unsere Nasen! Einst waren sie mit den schönsten Rubinen und Kaxfunkeln besetzt. Das Feuer des Rheinweins erzeugte sie jedesmal von Neuem, wenn ihr Glanz je einmal verloschen war; aber, o weh! Der Rhein soll den Franzosen zufallen und wo nehmen wir den edlen Rebensaft dann her?... Wir lechzen nach dem Labetrunk. Aber ach! Wo ihn hernehmen? Unsere Güter sind in den Händen der Gotteslästerer; unsere Weingärten zerstört; der Landmann, an⸗ gesteckt von den Grundsätzen einer verdammlichen Aufklärung, verschließt uns mit karger Hand seine Scheunen und Vorräte Ach! Was waren unsere Vorgänger so glücklich! Ihre Becher und Schülsseln füllten sich immer von selbsten; unmerklich erhob sich ihr Bauch vom niedrigen Hügel zu einem von Fett strotzenden Chimborasso.“ Unter Verkaufs⸗Anzeigen findet sich auch ein„Avertissement“ des kurhessischen Landgrafen, gegeben zu Kassel am 15. Mai 1798, das also beginnt: „Wir Wilhelm der IX. von Gottes Gnaden Landgraf von und zu Hessen, Ordensmeister der Tapferkeits⸗ und goldenen Löwenorden, Besitzer der Bergvestungen Spangenberg und Babenhausen, Erbauer einer neuen Bastille, Oberaufseher über die Pantalons und Hüthe aller Katten, weitberühmter Schweins⸗ händler usw. usw. entbiethen hiemit allen unseren Handelsfreun⸗ den und resp. Gönnnern unsern Gruß, und machen denselben be⸗ kannt, was Maaßen wir ein vollständiges und ausgesuchtes Assortiment von 12 000 Stück Menschenvieh erhalten haben; es geht daher an alle, die dieser Waare bedürftig, die Bitte, uns ge⸗ fälligst mit ihrem Zuspruche zu beehren. Wir haben darauf ge⸗ sehen, nur lauter bildschöne junge Leute wie Milch und Blut zu⸗ sammenzutreiben... Ein zwölffähriges Abrichten mit Stock und Prügel hat es endlich dahin gebracht, daß sie sich für ihren Herrn todt schießen lassen, ohne nur dabey zu muxen, oder eine Miene zu verziehen... Wir werden uns jedoch nicht mit dem Handel en detail abgeben, sondern sie nur Tonnenweis, und zwar die Tonne von 100 Stück zu 40 Pfund Sterling ablaßen Doch bittet man auf jede Tonne für Emballage 6 Groschen beyzulegen. Dafür werden aber auch alle Verschimmelte zurückgenommen... (Schließlich wird noch angefragt:„ob unsern Gönnern nicht mit Weibern gedient sey“, die wir gern um ein Spottgeld abkassen würden, vielleicht daß in den kommenden Kriegen die Potentaten damit die Festungsgräben ausfüllen könnten.)“ 5 So schäumt und strudelt es in der ungeberdigen Zeitschrift des 22jährigen Mannes, die von den Behörden unterdrückt, dann noch kurze Zeit als„Rübezahl“ auflebte. Der jähe Umschwung ist keineswegs aufgeklärt; er fällt zusammen mit seiner Anstellung als Physiklehrer an einer Koblenzer Schule, der bald die Heirat folgt. Zwei Jahrzehnte später, als er längst im Lager der Feinde seiner Jugend stand, hat er als Grund seiner einstigen Irrtümer ange— geben, er habe den Zeitgenossen mehr zugetraut, als sie zu leisten imstande gewesen. Auch das ist keine Erklärung; denn eine gewisse Verzweiflung an seinen Zeitgenossen beherrscht schon das rote Blatt. Das Renegatentum von Görres scheint deshalb innerlich so unmotiviert, weil seine revolutionäre Begeisterung sich nicht— wie bei andern— 1789 entzündete und dann bei der Hinrichtung Ludwigs ins Gegenteil verkehrte, sondern erst nach den Schreckeus— zeiten aufbrauste. Dem roten Blatt selbst wird in dem klerikalen„Staatslexikon“, das sich unter das geistige Patronat von Görres gestellt hat, nach— gerühmt, es habe freimütig die öffentlichen Angelegenheiten be— sprochen und die Mißgriffe der Freunde ebenso getadelt wie die Uebergriffe der Gegner. Aber den Beweis für das Lob durch seine Herausgabe hat die Görresgesellschaft denn doch nicht zu erbringen gewagt. Elektrizität aus Kehricht. Der Generaldirektor der Budapester Allgemeinen Elektrizitäts— Gesellschaft, Hofrat Stephan v. Fodor, hielt am 26. April im Elektrotechnischen Verein München le. V.) eine von zirka 180 Licht— bildern begleitete Vorlesung über die Frage der Müllverwertung. Der Vortragende wies vor allem nach, daß die Verwertung des Mülls als Dünger überall ein Fiasko erlitten habe. Als beson— ders bemerkenswertes Beispiel führte er die Mülldüngerfabriken in Paris an, die trotz einer jährlichen Subvention von 400 000 Frances durch die Stadtgemeinde ihre Geschäftsgebarung dennoch mit einem Defizit von 387 000 Francs schlossen. Hierauf illustrierte der Vor— tragende mit zahlreichen Lichtbildern das sogenannte Dreiteilungs— system, bei dem der Müll schon in den Häusern nach drei Klassen geteilt(Asche und Kehricht, Speisenreste, Gerümpel) eingesammelt wird, wobei der hauptsächlichste Teil des Mülls, nämlich die Asche, als Dünger verwendet werden soll. Dieses System hat wenig Nach— ahmer gefunden und aus diesem wie aus vielen anderen Beispielen läßt sich die Schlußfolgerung ableiten, daß die große Masse des Mülls auf eine andere Weise beseitigt werden muß. Bevor dies jedoch geschieht, wird in vielen Städten vorerst das verwertbare Material ausgelesen, d. h. heraussortiert. Der Vortragende zeigte in zahlreichen Lichtbildern die Sortierung des Mülls auf freiem Felde, wie z. B. in Wien, ferner die auf maschinellen Betrieb ein— gerichteten Sortier-Anlagen von Budapest und Puchheim. Er weist nach, daß diese Sortieranlagen nur durch einen erheblichen Zuschuß der Stadtgemeinden ein Erträgnis aufweisen können. Der Netto— Zuschuß, den die Stadtgemeinde München an die Puchheimer Sortier-Unternehmung seit dem Jahre 1898 leistete, betrug Ende 1911 die stattliche Summe von 1926000 Mk. Der Vortragende ge— langt zur Folgerung, daß, wenn die Stadtgemeinden von den Müll— abfuhrunternehmern schon zur Beitragsleistung herangezogen wer— den, die Städte die Beseitigung des Mülls wohl auf hygienischere Weise bewerkstelligen sollten, als dies gegenwärtig in den Sortier- anlagen geschieht, wo auch das kleinste Partikelchen des Unrats durch Menschenhände gehen muß. Die einwandfreieste Beseitigung des Mülls sei wohl seine Verbrennung, die in England zuerst angewendet wurde und sich seither in diesem Lande in allen größeren Städten einbürgerte und sich auf dem Kontinent zu verbreiten beginnt. Der Vortragende schilderte die technische Entwicklung der Müllverbrennung in Eng⸗ land und geht nach Vorführung verschiedener Beispiele auf die Ent⸗ wicklung über, die die Müllverbrennung auf dem Kontinente ge⸗ nommen hat. Die Stadt Hamburg führte zuerst die Müllver⸗ brennung ein, doch hatten die englischen Konstrukteure der Anlage nicht berücksichtigt, daß der Heizwert des Mülls hier geringer ist als in England. Die Hamburger Anlage hatte daher im Anfang mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, was manche Städte, die das Hamburger Beis Jahre 1896, war, beschlossen br strukteuren ausgeführt und Frederiksberg. der Entwicklung Periode mit Anlage, bei jene von Wies die Anlagen vo beiden 5 strukteure, wurde it tern errichtet, in Fürth i. B. Der Vortragende geht dann auf jene Anlagen über, brannt, jedoch einer frühere mit die verwertbaren weist indessen nach, sortierung außerordentlich ärmliche der Sortierung von 1000 Kilogra weist nach, daß die geg Großstadt befinden sollen, Glas, Knochen, Hade sürter Anlag aus dem in wie z. B. Kannen eventl. die etwas stopfen würden. Auslese unnötig sei, 1 Weise geschieht, nicht vor die Oefen gelangen läßt Mit den lungsperiode ab; es solgt ihr die dritte, des Mülls der Endergebnis, sühren und zu mit Menschenhänden wieder Hlerauf über, den wir Hand zahlreicher geholter authentischer Daten wies aus einem Kilogramm Müll dur erzeugt werden Elektrizität verwendet. Kilowattstunden eine günstigere werdenden Sortierung 8 Nerhbr der Verb sprechend verwe Zürich, Barmen derartigen Absatz n iel, Uri, n neuester Zeit Müllverbrennungs aus diesen 3 sei 5 dadewüirdbi Speichern eingelager fe, Koch e dimensionierten Verbrennung daß diese ee einsammelt und die Verbrennungsöfen und Verbrennung resultierenden geschieht. Der ungen wieder in vortrefflichen Lichtbildern ziehen der bei vor und gelangt in Berührung kommt. „daß dieses Resultat, das gege erreicht nwärtig— min mitt abfuhr in den verschiedenen Städten bewerkstelliget wird. Wir sehen da in Originalaufnahmen besonders interessante Reproduk⸗ N der Mülleinsammlung und-Abfuhr in Paris, Wien, Buda⸗ est, Hamburg, Brüssel, Frankfurt, Stockholm, Brünn, Kassel und schließlich auch aus München und Fürth i. B. Auch die Anwendung von Automobilen bei der Müllabfuhr wurde in verschiedenen Bildern gezeigt, die sich erheblich billiger stellt als der Betrieb mit ließlich weist* Vortragende nach, daß die Müllverbrenn⸗ U utzutage so staubfrei, geruchlos und hygienisch einwandfrei d führt werde, daß man eine Verbrennun gsanstalt selbst in ten Sta eilen errichten könne. In verschiedenen Bildern heutige Verbrennungsanlagen von Wohnungen um⸗ geben sind, ja daß solche Anlagen sogar in unmittelbarer Nähe von Kirchen und Spitälern ohne Nachteil für die Nachbarschaft ihre Auf⸗ stellung gefunden haben. Zum Schluß erwähnte Hofrat v. Fodor noch die Bewegung, die gegenwärtig behufs Einführung der Müllverbrennung in allen Städten wahrzunehmen ist. Besonders hebt er das Beispiel von Wien hervor, wo die städtischen Elektrizitätswerke sich anheischig gemacht haben, die Regelung der Müllfrage vollständig in die Hand zu nehmen und nicht nur die Verbrennung, sondern auch die Einsammlung und Abfuhr des Mülls in eigener Regie zu besor⸗ gen. Die Fachmänner der Stadt Wien sind von dem im Müll schlümmernden Heizwerte derart überzeugt, daß sie von der Ge⸗ meinde keinen anderen Zuschuß verlangen, als den Betrag, den die Stadt bisher für die Abfuhr des Mülls vor die Tore der Stadt be⸗ zahlt hat. D er Vortragende weist an der Hand von mehreren Beispielen nach, wie die Unvollkommenheiten der ersten Anlagen so manche Stadtverwaltungen davon abgeschreckt haben, die Milllbeseitigungs⸗ frage endgültig durch die 3 einer Verbrennungsanstalt zu lösen. Heute aber, wo man sowohl in England als auch auf dem Kontinent infolge übereinstimmender Erfahrungen zur Ueber⸗ zeugung gelangt ist, daß nur solche— sanstalten moti⸗ viert sind, in denen die Beschickung als auch die Entschlackung der Oefen in mechanischer Weise geschieht, kann lebe Stadtgemeinde ge⸗ 5 trost die Errichtung einer Verbrennungsanstalt umsomehr wagen, als die hierbei erzielten Verdampfungszissern nunmehr durch eine Reihe von Jahren hindurch einwandfrei dastehen und von niemand mehr bezweifelt werden lönnen. Wenn man ferner gleich im vor⸗ hinein für die Verwertung der Nebenprodukte Sorge tragen würde und diese behördlich fördere, so könne an dem Erfolge einer Verbrennungsanstalt lein Zweifel mehr bestehen. Nur eine der— artige Anstalt gibt einer Stadtverwaltung die Mittel an die Hand, den Müll auf vollkommen hygienische Weise zu beseitigen, ohne da⸗ durch den Stadts empfindlich zu belasten. Aus unserer Sammelmappe. Juristendeutsch. Der Untersuchungsrichter beim Landgericht Düsseldorf leistet sic, wie in Nr. 3955 des Deutschen Fahndungs⸗ blattes zu lesen ist, solgendes Satzungeheuer:„Der Fleischtrans⸗ porteur Henry Wollers ist zur Untersuchungs* zu bringen, weil 1 ichtig ist, zu Ratingen am 4. 12 gemeinschaftlich dem jetzt in Untersuchungs shaft doenben Theodor walt gegen eine Person fremde bewegliche Sachen nem anderen in der Absicht weggenommen zu haben, sich dieselben rig anzueignen und zwar auf einer Straße, indem sie den Johan den sie in einer Wirtschaft kennen für si ahlt und bei dem sie einen größeren hatten, von der Wirtschaft Querling in Eckamp er itsstelle an der Volkardeyerstraße in i em dann auf diesem Wege in der Nähe des anges auf der Ratherstraße in Ratingen Wollers den kötzlich anpackte festhielt, während Eggert ihm aus asche seine Barschaft im Gesamtbetrage von ungefähr Zwei⸗, Drei- und Fünfmarkstücken herausnahm, worauf * beide wegliesen.— Verbrechen SS 249, 250 Zisser 3, 256, 47 Str.⸗G.⸗B.— und weil ein B ratz d den Gegenstand der Unter⸗ suchung bildet und daher Fluch acht gesetzlich begründet ist.“ Vera utwortlic her Redakteur: F. Velters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Ofsenbacher Abendblatt. G. m. b. H., Offenbach a. M. ——