flacher, . Der mt, an rägt er e einer chen ist Deckel. tallenes er kon⸗ n Form Schlag⸗ oder ins Be⸗ der ein Stein, bis fast Kultur⸗ erst seit Zünd⸗ 9 it einem sicht des Lauf der n tiefen ts. Man attungen en Weib⸗ rat und ng eines hat, der, chen Ge⸗ cheit die rbundene hörte das uch nich Weib zu en. Das zu ent⸗ infolge früheren 1 Frauen ie Ober hürdigere sechtlichen rauen sie perleihel S0 viel rr Wissenist acht Wöchentliche Beilage der Oberhessischen Dolkszeitung Nummer 26 Dienstag, den 1. Oktober 1912 I. Jahrgang Timon von Athen oder die Macht des Geldes. — 1 — . Von Franz Laufkötter in Hambrg. (Nachdruck verboten.) II. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich in der ganzen Gegend das Gerücht von Timons Reichtum und auch nach Athen dringt die Nachricht, daß der frühere Mitbürger über Nacht unermeßlich reich geworden sei. Eilig setzen sich die ehemali- gen Freunde und Zechgenossen in Bewegung und von allen Seiten schwirren sie heran. Als Timon sie herannahen sieht, ergreift er sein Grabscheit, um ihnen einen warmen Em⸗ pfang zu bereiten. Da kommt als der schnellste von allen, allen anderen voraneilend, sein bester Zechbruder aus früheren Zeiten, Gnathonides, der an Timons Tafel ganze Fässer Weines geschluckt hatte. Als Timon verarmt war und ihn um eine milde Gabe bat, besaß der Schurke die Frechheit, seinem Wahltäter einen Strick zu überreichen. und ihm den guten Rat zu geben, er solle sich aufhängen. Dieser selbe Mann drängt sich nun an Timon heran:„Sagt ichs nicht immer, daß die Götter einen solch braven Mann, wie unsern Timon, nicht verlassen würden? Guten Tag, mein bester, liebster Freund Timon! Wie stehts mit dir, altes Zechbrüderchen?“ Aber Timon haucht ihn unsauft an:„Guten Tag auch, mein lieber Gnathonides, du aller Geier Gefräßigster und aller Menschen Nichtswürdigster. Sei mir willkommen!“ Und mit dem Grabscheit entbietet er ihm den Willkommgruß, so daß Gnathouides mit blutendem Kopfe davonläuft. Schon taucht ein neuer Gratulant auf, der Glatzkopf Philiades, der schamloseste unter Timons ehemaligen Teller⸗ leckern.„Das ist der Schuft,“ erinnert sich Timon,„der ein ganzes Landgut um zwei Talente Goldes zur Aussteuer seiner Tochter von mir bekam, weil er mein Singen in den Himmel erhob und seine arme Seele verschwor, daß kein sterbender Schwan so lieblich singe wie ich. Als ich aber neulich arm und krank zu ihm ging und ihn um Hilfe an⸗ sprach, wies mich der edle Mann mit Schlägen ab.“ Jetzt pfeift er natürlich eine andere Melodie. Mst ausgestreckter Hand tritt er auf Timon zu und hebt an:„O, ihr Unver⸗ schämte! So nun kennt ihr den Timon wieder! Nun ist auch Gnathonides wieder sein Freund und bereit, ihm wie⸗ der seinen Wein auszusaufen! Es ist ihm recht geschehen, dem Undankbaren. Wir, die wir Timons Jugendfreunde und Stammesgenossen sind, halten uns bescheiden zurück, wiewohl wir ein näheres Recht an ihm hätten. Sei mir ge⸗ grüßt, Timon, mein Herr und Gebieter! Aber laß dich warnen vor diesem Rabengesindel, vor diesen Schmeißfliegen, die bloß deine Freunde sind, solange es was zu schmausen gibt. Siebe, ich kam hierher, um dir ein Talent Goldes zu bringen, als mir unterwegs gesagt wurde, du wärest wieder zu Reichtum gelangt, so mußt du dich also mit meinem guten Willen begnügen.“ Timon ladet ihn ein, etwas näher zu treten, damit er ihm seine Dankbarkeit bezeugen könne. Und er bezeugt sie ihm durch ein paar gutgezielte Hiebe mit dem Grabscheit. Aoer schon erscheint ein dritter auf der Bildfläche, mit einem großen Aktenstück in der Hand, der Redner Demeas, der sich einstmals Timons Vetter und intimster Freund nannte. Als er einmal in Schuldhaft abgeführt werden sollte, kaufte Timon bei ihm um eine Unterstützung aus der Staatskasse vorstellig wurde, antwortete der Biedermann, er kenne ihn nicht und er bezweifelte überhaupt, daß der Bittsteller ein athenischer Bürger sei. Jetzt ist seine Stimmung umge⸗ schlagen. Würdevollen Tones beginnt er seine Ansprache: „Sei mir gegrüßt, o Timon, du edelste Zierde deines Stam⸗ mes, du Stütze von Athen und du Hort des ganzen Griechen⸗ landes! Schon lange warten beide Ratskollegien und das gesamte Volk auf deine Rückkehr. Zuvor aber erlaube mir, dir den Gesetzentwurf vorzulesen, den ich deinetwegen abge⸗ faßt habe. Und nun liest er:„In Anbetracht, daß Timon, des Echekratides Sohn, ein Mann ist, der sowohl an Recht⸗ schaffenheit und guten Sitten wie auch an Weisheit und Ver⸗ stand schwerlich in ganz Griechenland seinesgleichen findet, der sich diese ganze Zeit her auf jede Weise um das Gemein⸗ wesen befonders verdient gemacht hat, der an ein und dem⸗ selben Tage bei den olympischen Spielen im Faustkampfe, im Wettlauf sowie im Rennen mit zwei⸗ und vierspännigen Wagen den Preis davongetragen hat.“— Timon unterbricht ihn:„Ich habe ja in meinem ganzen Leben nicht an den olympischen Spielen teilgenommen!“—„Desgleichen im vergangenen Jahre bei Acharnage sehr tapfer für unsere Stadt gekämpft und zwei Bataillone peloponnesischer Truppen in die Pfanne gehauen hat!“— Timon ruft dazwischen:„Ich bin ja niemals in Acharnae gewesen!“—„Nicht weniger auch auf viele andere Weise durch Rat und Tat in Kriegs⸗ und Friedenszeichen dem Staate ungemeine Dienste geleistet hat, so ist für gut befunden und beschlossen worden, unserem erlauchten Mitbürger Timon auf öffentlichem Markte eine goldene Bildsäule zu errichten, ihn mit sieben goldenen Kronen zu krönen und diese Belohnung durch einen Herold allem Volk verkünden zu lassen. Dies Gesetz hat in Vor⸗ schlag gebracht Demeas, Timons nächster Verwandter und Schüler.“ Und dann redet er noch von einem Sohne, den er zu Ehren seines berühmten Verwandten Timon genannt hat. worauf Timon erwidert, daß er seines Wissens weder Frau noch Kinder habe. Nun erhebt Timon das Grabscheit und läßt es auf den Kopf des Redners niedersausen. Demeas setzt sich zur Wehr und fängt an zu schimpfen, aber Timon ruft ihm hohnlachend zu:„Das müßte doch sonderbar zu⸗ gehen, wenn ein Mann wie ich, der zu Olympia im Faust⸗ kampf gesiegt und der Acharnge zwei Bataillone pelopon⸗ nesischer Truppen in die Pfanne gehauen hat, nicht mit einem einzigen Schurken sertig werden könnte.“ Und er haut un⸗ verdrossen weiter, bis Demeas heulend und blutend sich drückt. Ein vierter Freund naht sich mit Glückwünschen und guten Ratschlägen, der Philosoph Thrasyklos, der am Morgen philosophische Reden hält über Tugend und Unsterblichkeit und die Genügsamkeit predigt, während er bei den Mahl“ zeiten wie ein Stoßvogel über die Speisen herfällt und um die größten und leckersten Portionen kämpft, als ob es sich um seine Seligkeit und um die höchsten Güter handle. Mit pathetischen Worten wendet er sich an seinen einstigen Wohl- täter, bei dem er sich jahrelang durchgefressen hat:„Nicht aus eigennützigen Beweggründen komme ich zu dir, o Timon, nicht mit dem lüsternen Seitenblick auf dein Gold, womit jene anderen Leute dir auf den Hals gekommen sind. Ich bin ein Freund der Genügsamkeit, für mich ist, wie du jo selbst weißt, ein Stück Brot eine ausreichende Mahlzeit, Zwiebel und Kresse genügen mir als Zuspeise, ein Körnchen ihn Timon mit 16 Talenten Goldes los, als aber neulich Salz ist der leckerste Nachtisch. Mein liebstes Getränk in — 3 n Dee egen Nr ——— . 3 * . 4 9 1 0 4 N 8 — a r 8 8 8 2 2 9 — Der Untergang der großen Armee. Der Krieg von 1812 Der Aufmarsch. Prophetenwitz aß er r sich luer 0 0 des 1 vo ten— U(ig ihrer n 1 Rauschende Feste ud zweifelte daran der In 3 Über den Feld- zer Jahre des ige Geschichtsauf⸗ bei sich zu sehen „Man hätte ta! nen, seiner hegend, ihn f N 2 — ihrer de Alle waren nur für ihn die ex nur allzu gut— 5— ndere Meinung als die seinige. von seinen Vasallen. — „Sein Lever 1* 7 uveräne Fürsten Besiegers von Europ er 7— dle Höfling a—— schiede 3 den: rige. Diese Abhängigkeit aller schien um ihn her alle gleich⸗ zustellen.“ rigten sich Poeten so weit, ihn zu ver⸗ wurden so seine Schmeichler. Diese 8 b n und Völkern wenig verschieden: sie iterg 1 U damit, daß einer den anderen hätte es Uebereinstimmen, ob⸗ die Fran⸗ zu sehen, er Klugheit, so hoher Macht ab, gestump ft, es seiner „diesell zu mißbrauchen; aber— logar gegen seine Vor⸗ fehl stone. och hen, fetzt als Allsieger und a dneten Rücksichten fügen mäßig und suchte zu ge⸗ ne sichtliche Anf trengung. ch mehr als Ansehen, sie zu sein. ürsten und ihre Unter⸗ letzte Hoffnung nur die 2 1 fich a zu d. laden sich erniedrigt hätten, um über alles Maß zu erheben und ihn o zu verblenden. imen nlten e gab ihre Haltung, ihre Sprache, sa selbst seinem Uebergewicht über sie Zeugnis Immer bereit, seine Ueberlegenheit— anzuerkennen, äußerten sie kaum eine Ein Lehnsherr hätte wenig mehr merkwürdigeres Schauspiel dar. 1sich dort ein, um auf die Audienz des : sie standen dort so zwischen seinen h oft ui tereinander aufmerksam machten, So laeh die— rt Na poleons alle Unter- ebenso sehr ihr Gebieter als der Am 20. Mai* Napoleon von Dresden aus dem Zaren noch⸗ mals den Fried ein. Noch in großen Armee Am 30. Mai im polnischen Land rsprochen. Am Memen, erläß nolni point de iges Bündnt is mit Am 28. Mai traf die abl nende Antwort verließ Napoleon Dresden, m sich zur ist Napoleon bereits in Posen. Ende Juni wird ag die Wiederherstellung des Königreichs Polen 4 tte ber vor der Ueberschreitung Armee die folgende Proklamation: zilkowischki, 22. Juni 1812. ö 1 1 5 hat begonnen! Der Til sit In Tilsit schwor Rußland A und ewigen Krieg gegen Eng⸗ and 4 aber bricht es feinen Schwur! Es erklärt, über sein es Franzose Rußland Geschick erfüllen! über den unsere Verbündete Benehmen erst 1 Aufschluß geben zu wollen, wenn die zurückgegangen seien, wodurch jedoch — Willkür preisgegeben wären. gerhänignis entgegen! Möge sich sein Hält es uns— für entartet? Sind wir denn nicht mehr die Soldaten von Es läßt uns die Wahl zwischen Schande und Krieg? Dlese Wahl kann nicht zweifelhaft sein. Wir werden vorrücken, den Niemen Uberschreiten und den Krieg in das Innere des russischen Reic Frankreichs Der zweite polnische Feldzug soll für Waffen Ä 5 glorreich sein als der erste! Aber der Frieden, den wir schließen werden, muß seine Gewährleistung in sich tragen; er wird jenen stolzen, Übertriebenen Einfluß vernichten, den Rußland seit fünfzig Jahren auf die europälschen Angelegen⸗ heiten ausübt!“ In heller Stimmung. voll von abenteuerlichen Erwartungen und frohen Erlebnissen war die große Armee durch Deutschland gezogen. Paul Oolshausen hat füngst alle—— gedruckten und ungedruckten Aufzeichnungen der deutschen Teilnehmer dei Feldzuges zu Deutschen in Rußland 1812. Deerfahrt. Berlin wir in der folgenden Darstellun eindrucksvollen Darstellung gesammelt.(Die Leben und Leiden auf der Moskauer 1012.) In diesem Werk, dessen reiches Material mehrfach benutzten, wird anschau⸗ lich bargestellt, wie heiter und hochgemut die Deutschen nach Ruß⸗ land ziehe mit ofsenen Armen heißes Liebesg Die Bevölkerung nimmt die kühnen frischen Burschen offensten die Frauen. Buntes und spinnt sich an allen Orten an und durch⸗ leuchtet die letzten Erinnerungen des Lebens Die wer ligen, 15 1 dem ruf ssischen Schlund entronnen waren und 18 Über all dem Grauen der russischen lden Umarmungen der letzten Nacht ver⸗ felder hat sogar die Liebesfreuden der im Gedächtnis geborgen. Er war. mit eimarer Profsessor einquartiert. Wäh⸗ Derrn über die Geographie Rußlands rieste 10 1 Kamerad mit der jungen Pro⸗ Zn hing ihm die Frau 8 seinen Aufzeichnungen bemerkt Ich babe die guten Leute nicht auf meiner Riickreise nicht durch ö . — — . — en, ob⸗ Fran⸗ ehen, lügheit, seiner ber— e Vor⸗ er und fügen zu ge⸗ engung. hen, sie Unter⸗ nur die en, um enden. ga selbst geugnis, helt— im eine ig mehr fel dar. enz bes n seinen machten, mischten Unter⸗ als der gleich⸗ en noch⸗ Antwort sich zur nt wird 5 Polen breitung mation; 1812. ul Der Rußland en Eng⸗ ber sein Weimar. Sonst würde ich sicher nicht unterlassen haben, mich zu erkundigen, ob im Hausstande des Herrn Professors inmittelst nicht eine klelne Veränderung eingetreten sei.“ „Die Gutmütigkeit dieses Volkes hat wahrlich keine Grenzen“, 3 ein württembergischer Leutnant beim Durchmarsch durch e Zeitzer Gegend,„und felbst die blauäugigen und rotbackigen Mädchen glaubten aus lauter Gaftfreundschaft uns mehr einräumen zu müssen, als wir mit autem Gewissen erwarten konnten.“ Ein Preuße bekennt:„Der Gleichmut und die vollkommene Siegesgewißheit, die angesichts der Gefahr aus den Augen der Soldaten strahlten, bewiesen wohl deutlich genug, daß alle diese Kriegshaufen, welcher Nation sie auch angehören mochten, sich nichtsdestoweniger doch als ein großes Ganze fühlten und als solche zu handeln entschlossen waren.“ Aehnlich der sächsische Premierleutnant v. Meerheim:„Unver⸗ helle Freude blickte vom ersten Marschtage an aus jeder Mine, und lauter Jubel ertönte fortwährend im langgestreckten Zuge der Geharnischten.“ Die Leute fühlten sich sicher. Napoleon führte nicht nur zum Siege, sondern sorgte auch für die Zukunft seiner Krieger. Nicht umsonst hatte Napoleon, einen Monat vor seiner Ankunft in Dres⸗ den, 46 Dresdener Invaliden des Feldzuges von 1809 eine Rente von 500 Frank überwiesen. Von der Bühne herab wurden in Bremen die abziehenden Truppen gefeiert: „Euch öffnen sich des Glückes gold'ne Tore, Mit Euch will ich den mächt'gen Feind bezwingen. Moskau ist reich an Gütern; unermeßlich An Gold und Ebdelsteinen ist sein Schatz Der Zaren: meine Freunde kann ich königlich Belohnen, und ich will's! Wenn ich als Herr Und Sieger einzieh' auf dem Kreml, dann, ich schwör's, Soll sich der Aermste unter Euch, der mir Dahin gefolgt, in Samt und Zobel kleiden, An Gold und Silbergeld und Bankozetteln weiden.“ Wirkungslos verhallte der vom Freiherrn vom Stein verfaßte russische Aufruf„an die Teutschen“, der vom Oberfehlshaber der rufsischen Armee unterzeichnet war. Die„unglücklichen Werkzeuge zur Erreichung ehrgeiziger Zwecke“, die in dieser Urkunde ermahnt wurden, dachten nicht daran, dem Zarenruse zu folgen:„Ihr, die der Eroberer auf die Grenzen Rußlands getrieben, verlaßt also die Fahnen der Knechtschaft, sammelt Euch unter denen des Vater⸗ lands, der Freiheit, der National-Ehre, die unter dem Schutz Seiner Majestät des Kaisers, meines Allergnädigsten Herrn errichtet werden.“ Die„Teutschen“ fühlten sich nicht im mindesten als unglückliche Werkzeuge. Emile Zola. Zu seinem 10. Todestage am 29. September 1912. Nicht allen Menschen gewährt der Anblick der Natur gleichen Gewinn und Genuß. Dem einen ist ein Sturzbach, der von Bergeshöh ins Tal hinabschäumt, nichts anderes als sein schönes Schauspiel dem anderen ofefnbart sich darin eine Welt. Aus der Betrachtung der gleichen Naturerscheinung entnimmt jeder soviel, als seinen geistigen Anlagen ent— spricht, als seine Phantasie zuläßt. So auch in der Kunst. Nicht jedem entschleiert sie ihren letzten Gehalt, ihre tiefste Schönheit. Aber daraus zu folgern, wie es die heute herr⸗ schende Nur⸗Aestheten tun, daß die Kunst in ihrem Wirkungs- gebiet auf einen kleinen Kreis der in ihre Mysterien Einge⸗ weihten beschränkt sei, daraus das Dogma vom Selbstzweck der Kunst(l'art pour l'art) herleiten zu wollen, ist blinde Torheit. Die Kunst muß als größte gelten, die auf al le wirkt, die klar und schlicht genug ist, aller Seelen zu rühren. Verderblich sind die Folgerungen aus dem vermeinten Selbst⸗ zweck der Kunst: der aristokratische Charakter, den man da⸗ durch ihr aufzwängt(der entwicklungsgeschichtlich so leicht zu widerlegen), ihre Loslösung von den übrigen Wertge⸗ bieten der Menschheit und damit ihre völlige Isolierung, end⸗ lich die Ueberschätzung des Rein⸗Aesthetischen, der absoluten Form und deren Abtrennung vom Inhalt. Dieser Forma⸗ Itismus in der Kunst führt aber notwendig zu Künstlichkeit und Spielerei. So ist es grundfalsch, ein Kunstwerk aus⸗ schließlich nach ästhetischen Werten zu bemessen. Wollen wir deiner künstlerischen Persönlichkeit gerecht werden, wollen wir sie in ihrer Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit richtig werten, dann müssen wir sie als Ganzes betrachten, nach Form und Inhalt ihres Schaffens. 7 Nun wird es klar, warum ich diese allgemeine Betrach⸗ tung gerade einer Würdigung Zolas vorausschicke. Es mag vom rein ästhetischen Standpunkt aus unter den Modernen größere geben als ihn. Und doch haben sie für die Mensch⸗— heitsentwicklung nicht entfernt Zolas Bedeutung, dem von allen neueren Dichtern nur zwei gleichwertig an die Seite zu stellen sind, beide wie er große Lehrer der Menschheit: Ibsen und Tolstoi. Auf künstlerischem Gebiet liegt Zolas Bedeutung darin, daß er der Begründer und konsequente Verfechter des natu⸗ ralistischen Romans war. Als solcher hat er auf die gesamte Literatur seiner Zeit unermeßlichen Einfluß geübt, weit über Frankreichs Grenzen hinaus. Und wenn auch gegenwärtig der Roman wieder andere Wege eingeschlagen hat, Zolas Einfluß wirkt fort. Er hat uns daran gewöhnt, vom Roman strenge Beobachtung der Wirklichkeit zu fordern, so daß all das, was früher als charakteristisch„romanhaft“ erschien, ein unbekümmertes Umspringen mit der Wahrheit des Lebens, mit den Tatsachen der Psychologie, mit der Ver⸗ kettung von Geschehnissen, uns unerträglich geworden ist, daß wir den Romanen des„Jungen Deutschlands“, und selbst zum Teil Spielhagens, keinen Geschmack mehr abgewinnen können. Was war nun das Wesen des von Zola geforderten Naturalismus?„Unter Naturalismus verstehe ich die ana⸗ lytische und experimentelle Methode, die sich auf Tatsachen und menschliche Dokumente stützt. Zwischen dem sozialen Zustand, der die Ursache, und der Literatur, die die Wirkung ist, muß Uebereinstimmung herrschen.“ Die enge Verbind⸗ ung, die Zola schuf zwischen seinen Gestalten und ihrem Milieu, die wissenschaftlich zu nennende Art, wie er sie als Produkt ihrer ökonomischen und sozialen Verhältnisse dar⸗ stellt, überhaupt der tiefe Einblick, den er in die Bedingtheit alles Geschehens durch die wirtschaftlichen Grundlagen besaß, das war das ganze Neue bei ihm, das gibt seinem künst⸗ lerischen Schaffen das charakteristische Gepräge. So ent⸗ wickelte er sich bei der Arbeit an seinen sozialen Romanen, an jener gewaltigen, zwanzig Bände umfassenden Rougon⸗ Macquart-Serie(1869—1893), in denen er ein umfassendes Kulturbild des zweiten Kaiserreichs enthüllte, immer mehr zum sozialen Reformator. Von früh an war ihm schon ein heller Blick für die sozialen Nöte der Zeit eigen gewesen, der in langen Jahren der Not, wo er ganze Tage ohne Nahrung im Bett zubrachte, weil das letzte Kleidungsstück ins Pfand⸗ haus gewandert war, noch geschärft wurde. Immer weniger erschien ihm die Kunst als Selbstzweck, immer mehr waren es Menschheitsideen soziale Pläne, die sein künstlerisches Schaffen entschieden beeinflußten. So ringt er sich zum Kämpfer gegen die Verwüstungen des Kapitalismus durch, gegen klerikale Bedrückung, gegen chauvinistische Kleinheit, gegen antisemitische Beschränktheit, kurz, gegen all die Ten⸗ denzen, die den vollen Aufstieg der Menschheit zu den Gipfeln der Kultur, an den er bis zum letzten Atemzuge in unerschüttertem Optimismus glaubte, zu verhindern trachten. Bis er endlich von schonungsloser Kritik des Bestehenden zu positivem Aufbauen fortschreitet und der Menschheit ein grandioses Bild der Zukunft aufrichtet, getragen von vier mächtigen Säulen: Fruchtbarkeit,(sozialistisch organisierter) Arbeit, Wahrheit, Gerechtigkeit. Und sein Zukunftsglaube ersteht ihm durchaus auf realem Boden. Keine müßige Ideologie ists, die er treibt. Dazu ist er viel zu wirchlich⸗ keitsgerichtet. Die Grundlage seines Glaubens ist die Wissen⸗ schaft. Sie ist die gewaltigste von allen vorwärts peitschen⸗ den Kräften der Menschheit in der Richtung auf humane Ziele. Die Methoden der Wissenschaft überträgt er auch auf seine Romane, in denen er eine Vereinigung von Kunst und Wissenschaft anstrebt. Wie der Naturforscher, wie der Arzt sucht er in Wesen von Zeit und Menschen einzudringen. Alle Wunden will er sondieren, alle Schäden im Leben des Ein⸗ zelnen wie der Gesamtheit erforschen. Aussprechen was ist, allem die heuchlerischen Schleier entreißen, alle Schönfärberei eines folschen Idealismus verachten, aber alles zu dem ein⸗ zigen Zweck, daß unablässig geforscht, gebessert, neu aufge⸗ halt und Ziel künstler ischen er den Aristokraten, den Bourgeois, —— 5 . n e N A r — —— 5 N —— 1 1 * ö 4 1 * N 8 8 1 11 „ 1 N 7* 1 0 4 2 1 age a 1 0 0 g zung 1 6 a — der 0* —** 5 ** 18 7 * 8 7 * dana, Dee 5* 1 B do 8 *— 1 1 1* den Sqdumut da Ce D * EN 0 * mam ur* 41 8 — 2 Erdar: * Und 0 1 — e 1 11 0 5 * 0 er 5 0 0 no 1 59 8* 0 * 10 0 1 77 ma e Kbten It sich en Er d * io 7 0 Ver 3 1 1 11 3 ul 8 9 8 Ind 1 te 1 1 C Gew de 4 5 1 Ne. d n D * 1 R ent * Win an E mi don 0 n Roma 10 schaff 5 ind l den er „t Ne N * 2 1 1 ** 3 * Gerechtigkeit und Schönheit er⸗ üte, sein Mut, sein Prophetenwort, wirken lebendig unter uns fort. Füllt sein wird, was wir Sozialisten n als tapferen Soldaten im Frei⸗ n„Bürger die nun gekommen sind. — seiern, als den * d Aus unserer Sammelmappe. Die Kraftquellen der Natur. Der Bedarf an maschineller Kraft ist im 10. Jahrhundert so enorm gewachsen, daß der Mensch sich mit Recht eine Uebersicht über die Möglichkeiten zu verschaffen sucht, die einer weiteren Benutzung der Naturkräste offen stehen. Die Kohlen⸗ lager der Erde reichen wohl noch einige Zeit aus, aber es müssen bereits die bebenklichsten Folgen eutstehen, wenn die Länder, die heute in der Industrie die höchste Blüte erreicht haben, an Kohlen⸗ mangel zu leiden beginnen. Bei der Erörterung der gelben Gefahr ist oft genug darauf hingewiesen worden, daß die großen Kohlen⸗ geschäfte Chinas in späterer Zukunft ein verhängnisvolles Ueber⸗ der gelben Nasse herbeiführen könnten. Mit den Wasser⸗ der Erde läßt sich auch nicht weit rechnen, wenigstens im dinblick auf die des fließenden Wassers der Festländer nicht. Eine andere Frage wäre es, ob es gelingen wird, auch die Kräfte des den Dienst des Menschen zu zwingen. Namentlich die ung von Eöbe und Flut würde erhebliche Aussichten bieten. Nach der Theorie müßte es möglich sein, bei einer Fluthöhe von 6 Metern eine Kraft von etwa 570 Pferdestärken auf 1 Quadrat⸗ kilometer zu gewinnen. Die bisherigen Versuche aber haben er⸗ geben, daß man wahrscheinlich nicht mehr als ein Drittel dieser Kraft wirklich zur Verwertung bringen kann. An der Ausnutzung des Windes hat mau seit langem gearbeitet, aber der einzige Fall, ie wirklich lange Zeit in Uebung gewesen ist, kommt fetzt sast gar nicht mehr in Betracht, näutlich der Gebrauch zum Treiben von Schiffen. Die Windkraft kann eben in dieser Hinsicht, auch abgesehen von ihrer Unzuverläfsigkeit, mit der Dampfkraft nicht entfernt in Wettbewerb treten. Ein Wind von 15 Kilometern Geschwindigkeit wurde etwa 17 Quadratmeter Segelfläche erfor⸗ dern, um nur eine Pferdestärke zu liesern. Wollte man mit dem⸗ selben Wind eines der modernen Riesenschisse treiben, so würde fläche von mehr als 1 Million Quadratmeter nötig sein. Daß man jemals noch auf den Wind als bewegende Kraft auf dem Meer zurückgreifen sollte, ist aus diesem und anderen Gründen gänzlich unwahrscheinlich. Namentlich trifft auf den Bind dasselbe zu wie auf die Gehzeiten, daß die Kraft nicht regelmäßig wirkt und daber nur dann eine zuverlässige Benutzung ermöglichen würde, wenn sie eine Aufspeicherung unter günstigen Bedingungen er⸗ jahren köunte. Unter diefer Voraussetzung wäre freilich auch da⸗ mit zu rechnen, daß der Mensch künftig einmal die Kraft der ich]! Brandungswellen eines starken Sturmz in untzbringeude Energie 3 sein sollte] verwandeln könnte. Am meisten haben in der letzten Zeit drei olchet elend-] Vorschläge von sich reden gemacht, deren Ausführbarkeit freilich 4 ꝓtesse auch noch im weiten Feld zu liegen scheint. Das ist einmal die 6 chtigleit] Ausuntzung der Erdwärme durch Schassung tines tiesen Bohrlochs, ein Unternehmen, das kein geringerer als Charles Parsonz, der Erfinder der Dampfturbine, empfohlen hat. An zweiter Stelle steht als ein Mittel allererten Manges die Ausnutzung der Sonnen⸗ rahlen, die bei Harem Pimmel rund 15 000 Pferdestärken auf ein 2 son und] Hektar ergeben würden. Eublich ist von der Verwertung des Und was umvorrats gesprochen worden, aber in dieser Hinsicht hat einer 1 der der hervortagendsten Sachverständigen, Willtam Namsaz, die Hoff⸗ es en nung sehr herabgestimmt. Er schätzt nämlich den Nadtumgehalt der 3 zum f auf wenig mehr als fünf Zentner, die ihrer dad e und etwa 115 000 Tonnen Kohle gleichzusetzen wären. nende An-] Da diefe Energie erst im Verlauf von 950 Jahren entwickelt wer⸗ une den könnte, so würde die gesamte Nabiummenge im Jahre nur 328 Tonnen Kohle oder 50 Pferdestärken ergeben. Das Nabium würde 1 ser Inkunstemusik keine Dauptstimme übernehmen *