Amtsverkün-igungsblattW sür die provinzial-irekiion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen M.23 Erscheint Dienstag und Freitag. Rur durch die Post zu beziehen. 1934 Gebietsteilen. - Merkmale einer neuen Fälschung von Reichsbanknoten 0 ^ugenorrcyer ver ossentltchen Straßen- und Haussammlungen. — Schulbücher. — Beurlaubung von Lehrern zu politischen Kursen. — Dtenstnachrichten. Bekanntmachung, die Einfuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen betr. Vom 28. April 1934. Der Regierungsbezirk Merseburg und Braunschweig gelten bis auf weiteres als stark verseucht im Sinne der Anordnung vom 13. Januar 1928 (Reg.-Bl. S. 3) und der ergänzenden Bekannt- inachung vom 14. Juli 1932 (Reg.-Bl. S. 91). Alles aus diesen Gebietsteilen nach Hessen eingeführte Zucht- und Nutzvieh (Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen) unterliegt demnach der fünftägigen Absonderung nach Maßgabe der in der genannten Anordnung gegebenen Vorschriften. Die Bekanntmachung vom 23. Februar 1984 ist hiermit aufgehoben. Darmstadt, den 28. April 1934. Hessisches Staatsministerium. Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung). I. A.: Webe r. Bekanntmachung. Das Reichsbankdirektorium gibt folgende Merkmale einer neuen Fälschung von Reichsbanknoten über 20 RM. bekannt, die hiermit zur allgemeinen Kenntnis und zur Beachtung für die staatlichen und sonstigen öffentlichen Kassestellen gebracht werden. Darmstadt, den 27. April 1934. Abteilung Id (Finanzen) des Hessischen Staatsministeriums. I. V.: Krapp. Von den im Umlauf befindlichen Reichsbanknoten über 20 RM. der Ausgabe vom 11. Oktober 1924 ist in Hamburg, Braunschweig und Lübeck eine neue Fälschung festgestellt ivorden, die an nachstehenden Merkmalen zu erkennen ist: Papier: Im Griff und in der Stärke ähnlich dem echten. Pflanzenfasern: Fehlen. Wasserzeichen: Auf der Vorderseite durch Aufdruck mit leicht deckender Farbe schwach vorgetäuscht. Gemusterte Blindprägung mit Koutrollstempel: Grob nachgeahmt. Am rechten Rande ist ein bogenförmiger Abschnitt ungeprügt. Vorderseite: Gröberes Gesamtbild. Im weiblichen Bildnis ist das linke Auge — vom Beschauer aus gesehen — auffallend klein gehalten. Das im Ausdruck entstellt wiedcrgegebene Gesicht erscheint durch die gebrochen gedruckte Schraffur teilweise wie mit leichten Pickeln besetzt. Die Schriften und Unterschriften sind vielfach verkrüppelt. Rückseite: Die rohe Gesamtwicöergabe des Notenbilües mit den ungleichen, zerfressenen Schriften kennzeichnet die Nachbildung als solche ohne weiteres. Der Strafsatz zeigt allgemein zu groß gehaltene, unreine Typen. Reihenbezeichnung und Nummer: U. 7 778169 (veränderlich, meist unsauber aufgeöruckt). Für die Aufdeckung der Falschmünzerwerkstatt und dahin führende Angaben hat die Reichsbank eine Belohnung bis zu 3000 RM. ausgesetzt. Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nimmt für Groß-Berlin die Deutsche Zentralstelle zur Bekämpfung von Geldfälschungen, Französische Straße 33, Anruf: A 6 Merkur 0824, entgegen,' für alle anderen Orte sind die örtlichen Polizeibehörden zuständig. Bekanntmachung. Betr.: Straßcnsperre-Aufhebung. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke „Ortsdurchfahrt Beuern" ist wieder aufgehoben. Gießen, den 8. Mai 1934. Hessische Provinzialöirektion Oberhessen. Betr.: Feuerlöschwesen im Kreise Gießen: hier: Besichtigung der Feuerlöscheinrtchtungen und Abhaltung von llebunge». An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Nach dem gemäß § 8 der Dienstanweisung für die Kreisfeuerwehrinspektoren vom 7. Mai 1921 von uns genehmigten Reiseplan werden die Besichtigungen und Hebungen der Feuerwehren tut ft ah re 1934 in den einzelnen Gemeinden des Kreises, wie in nachstehendem Verzeichnis angegeben, abgehalten. Die Stunde, zu der die Besichtigung an dem betr. Tage stattfindet, wird Ihnen von dem Kretsfeuerwehrinspektor noch mitgeteilt werden. Wir empfehlen Ihnen, dafür Sorge zu tragen, daß die Bekanntmachung Ihrerseits rechtzeitig gemäß § 10 der Kreisfeuerlösch- vrdnung erfolgt. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, daß der Kreisfeuerwehr- inspektor beauftragt ist, insbesondere auch die nach § 11 der Verordnung vom 11. Oktober 1890 und die gemäß § 27 der Kreisfeuer- löschordnung (siehe auch unsere Bekanntmachung vom 20. Februar 1922 — Amtsverkündigungsblatt Nr. 25) zu führenden Listen und Verzeichnis einzusehen und auf die Pflege und Behandlung des Schlauchmatertals zu achten. Wegen etwaiger Entschuldigungen verweisen wir auf unsere Bekanntmachung vom 21. Mai 1922 (siehe Amtsverkündigungsblatt 69 vom 6. Juni 1922) und bemerken dazu noch, daß der Besuch von Festlichkeiten ohne besondere Genehmigung des Kreisamts nicht als Entschuldigung angesehen werden kann. Wir weisen hierbei darauf hin, daß nur in den dringenösten Fällen (familiäre oder geschäftlich unaufschiebbare Angelegenheiten), eine Befreiung durch den Bürgermeister oder Kommandanten gewährt werden kann, damit die Mannschaften bei den Uebungen möglichst vollzählig sind. Es erscheint notwendig, daß die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden bzw. ihre Stellvertreter bei den Besichtigungen anwesend sind, damit etwaige Beanstandungen an Ort und Stelle besprochen werden können. Wir weisen noch darauf hin, daß die in dem nachstehenden Reise- plan nicht benannten Gemeinden unangemeldete Besichtigungen der Feuerlöscheinrichtungen zu erwarten haben. * Reiseplan für die Besichtigung der Feuerlöscheinrichtungen und Abhaltung von Uebungen sür das Jahr 1934. Mai 13.: Stockhausen, Weickartshain. „ 22.: Allendorf a. d. L. „ 27.: Birklar, Muschenheim, Arnsburg. Juni 3.: Harbach, Saasen mit Wirberg und Bollnbach. „ 10.: Bersrod, Winnerod, Reinharöshain. „ , 17.: Uebungs- und Vorführungsfahrt mit der Kreis- motvrspritze nach Nieder-Bessingen, Inheiden, Utphe, Bellersheim. „ 30.: Klein-Linden. Juli 1.: Hausen. „ 7.: Großen-Linden. „ 8.: Garbenteich, Watzenborn-Steinberg. „ 13.: Leihgestern. „ 14.: Heuchelheim. „ 15.: Rüddingshausen, Kesselbach, Appenborn, Allertshausen, Climbach. „ 22.: Lang-Göns mit der Kreismotorspritze Uebungsfahrt und Vorführung. August 4.—6.: Provinzial-Feuerwehrtag in Bad-Nauheim. August 12.: Lindenstruth, Albach, Steinbach. „ 19.: Kreisfcuerwehrtaq in Leihgestern. „ 26.: Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda., Dau- bringen. September 2.: Reiskirchen. „ 9.: Wieseck. „ 16.: Alten-Buseck. „ 23.: Weitershain, Lumda, Stangenrod. „ 30.: Langd, Rodheim, Rabertshausen mit Ringelshausen. Gießen, den 8. Mai 1934. Kreisamt Gießen. I.V.: Grein. — 2 — Betr.: Turnunterricht. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, größere Reparaturen an Turngeräten nur von den Spezialfabriken der Turngerüteindustrie vornehmen zu lassen, weil dadurch die Gewähr für eine in jeder Hinsicht fachliche Arbeit gegeben ist und dem Turner derjenige Grad von Sicherheit gewährleistet wird, den dieser für seine Gesundheit und unter Umständen sein Leben zu verlangen berechtigt ist. Gießen, den 5. Mai 1934. Hess. Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Betr.: Aushänge von Jugendorganisationen in den Schulgebäuden. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die aüschristlich nachstehende Verfügung der Ministerialabtei- lung Ila des Hessischen Staatsministeriums vom 30. April 1934 teilen wir Ihnen zur Kenntnis und genauen Beachtung mit. Gießen, den 6. Mai 1984. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Wir ordnen hiermit an, daß für die Folge Aushänge der Rerchs- jugendführung und sonstige Plakate usw. von Jugendorganisationen nur dann in den Schulen angebracht werden dürfen, wenn entweder die Genehmigung des Herrn Reichsministers des Innern oder unsere Genehmigung aus dem betreffenden Aufruf usw. zu ersehen ist oder sonst vorliegt. Sie wollen für genaue Beachtung Sorge tragen. Betr.: Vorlesungen über „Hessische Urgeschichte" an der Technischen Hochschule zu Darmstadt. A« die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Abschriftlich nachstehende Verfügung des Hessischen Staatsministeriums, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kun,t und Volkstum vom 2. Mai d.J. teilen wir Ihnen zur Kenntnis mit. Gießen, den 5. Mai 1934. Hess. Kreisschulamt. J.V.: Dr. Weigand. Die deutsche Vorgeschichte ist Pflichtfach an der Hochschule für Lehrerbildung geworden. Um den bereits im Amte befindlichen Lehrern Gelegenheit zu geben, sich die für den Unterricht notwendigen Kenntnisse anzueignen, liest Professor Dr. Behn vom Rvmifch- Germanischen Zentralmuseum in Mainz im kommenden Sommer- Semester an der Technischen Hochschule zu Darmstadt „Hefßfche Urgeschichte". Die zur Teilnahme an den Vorlesungen berechtigende Hörerkarte ist beim Sekretariat der Technischen Hochschule zu be- Die Vorlesungen finden Montags von 15 bis 17 Uhr im Hörsaal 326 statt und beginnen am 7. Mai 1934. Es ist beabsichtigt, anschließend an die Vorlesungen wissenschaftliche Exkursionen an bemerkenswert Stätten der heimischen Vorgeschichte zu veranstalten. Wir weisen auf diese Vorlesungen hin und empfehlen, den interessierten Lehrkräften durch geeignete Anordnung des Stundenplans den Besuch der Vorlesungen zu ermöglichen. Betr.: Mitwirkung Jugendlicher bei öffentlichen Straßen- und Haussammlungen. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die nachstehenden, von dem Herrn Reichsminister des Innern herausgegebenen Richtlinien, wie in Zukunft bei Straßen- und Haussammlungen durch Jugendliche verfahren werden soll, teilen wir zur Kenntnis und genauesten Beachtung mit. Gießen, den 5. Mai 1934. Hess. Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. 1 . Zu Straßensammlungen sind Jugendliche vom 10. bis 18. Lebensjahr zuzulassen, sofern sie als Angehörige der Hitlerjugend tauch Jungvolk und Bund Deutscher Mädel) uniformiert sind und mindestens zu zweien sammeln. In gleicher Weise ist bei den Angehörigen des VDA. und der Sportjugend (soweit sie dem Reichssportführer untersteht) zu verfahren. Jugendliche nicht uniformierter Verbände dürfen erst vom 18. Lebensjahr ab zu Straßensammlungen zugelassen werden. 2 Haussammlungen und Sammlungen in Lokalen sind wegen ' der für die Jugendlichen hiermit verbundenen sittlichen und körperlichen Gefahren zu untersagen. 3 . Die Straßensammlungen sind bei Beginn der Dunkelheit ein- 4 Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren dürfen grundsätzlich nicht mehr als an einem Tag im Monat zu Straßensammlungen herangezogen werden. 5 Die sonstigen für Straßensammlungen durch Erwachsene ' üblichen Einschränkungen (verschlossene Sammelbüchsen, Aufdruck oder Bekanntgabe des Verkaufspreises bei Werbemitteln Bericht über den Rohertrag der Sammlungen u. ü.m.) gelten auch für die durch Jugendliche vorgenommenen Straßensammlungen. 6 . Dieser Erlaß tritt mit dem l.Wai 1934 in Kraft. Betr.: Schulbücher. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die nachstehende Verfügung des Hessischen Staatsministeriums, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, teilen wir Ihnen zur Kenntnis und Beachtung mit. Gießen, den 7. Mat 1934. Hess. Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand. Wie wir feststellen mutzten, maßt sich der Verlag Emil Roth m Gießen das Recht an, in Ausschreiben Verfügungen an die hessischen Schulleitungen herauszugeben. Um Irrtümer zu vermeiden, weisen wir darauf hin, daß derartige Rundschreiben keinerlei Beachtung verdienen, auch soweit in ihnen auf Anordnungen anderer Behörden verwiesen wird. Wir behalten uns selbstverständlich alle weiteren Maßnahmen gegen die Firma Roth vor. Für die uns unterstellten Behörden sind nur unsere im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister des Innern getroffenen Anordnungen maßgebend. Hiernach kann in allen Schulen nicht nur das Lesebuch der Firma Roth in Gießen, sondern auch öa^ in Neuauflage erschienene Lesebuch der Firma Diesteriveg in Frankfurt am Main eingeführt werden, einerlei welches Buch seither dort m Gebrauch war. Ebenso verhält es sich mit den ber dem Verlag Roth in Gießen und Hirt & Sohn in Leipzig erschienenen Rechenbüchern. Beide sind für alle hessischen Schulen zugelassen. Betr.: Beurlaubung von Lehrern zu politischen Kursen. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Die nachstehende Verfügung des Hessischen Staatsministeriums, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kuust und Volkstum, vom 30.April d.J. teilen wir Ihnen zur Kenntnis und Beachtung mit. Gießen, den 7. Mai 1934. Hessisches Kreisschulamt. J.V.: Dr. Weigand. Für die Folge können Lehrkräfte, die als politische Leiter tätig sind oder der SA. angehören, nur dann zur Teilnahme an Lehrgängen und Kursen beurlaubt werden, wenn ber Urlaub rechtzeitig, d.h. mindestens 14 Tage vorher, beantragt wird und nicht länger als höchstens drei Wochen dauert. Da aus Mangel an Mitteln Vertretung nicht gestellt werden kann, hat ein Antrag nur dann Aussicht auf Genehmigung, wenn ohne störende Eingriffe m den Schulbetrieb örtliche Vertretung eingerichtet werden kann. Aus keinen Fall hat für die Folge ein Lehrer seinen Dienst zu verlassen, ohne daß von nns ber Urlaub genehmigt ist. Btehrere Beurlaubungen innerhalb eines Schuljahres können grundsätzlich nicht zuge- lassen werden. Die Teilnahme von Lehrkräften an Kursen und Lehrgängen der PO. und der SA. soll möglichst in die Sommerferien verlegt werden. Dienstnachrichte» des Kreisamts. Das Hessische Staatsministerium, Abteilung Ib, Innere Verwaltung, hat nachstehende Lotterie genehmigt: Geldlotterie zum Besten des Thüringer Museums in Eisenach,' Ziehungstermin 19. Juni 1934. Badische Rote-Kreuz-Lotteric, gespielt in zwei Reihen. Ziehung der I. Reihe am 23. Juni 1934, der II. Reihe am 6. November 1934. Heinrich Weiß I. von Mendorf a. d. Lda. wurde zum Polizeidiener .in Allendorf a. d. Lda. ernannt und verpflichtet Druck der Brühl'schen Universitäts-Buch« und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.