Amtsverkündigungsblatt für die provinzialdirettion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen Nr. 61 Dienstag und Zreitag. ' 19. Augttft Mr durch die Post zu beziehen. 1927 InhalLs-Aeberstcht: Erlaß einer Ortssahung über die Hauptkörung im Körbezirk Gießen-Grünberg i. I. 1927. — ©r^eBung t>on Vergnügungssteuer in der Gemeinde Geilshausen. — Ergebnis der Jahresberichte der Schulvorstände. — Dienststunden des Polizeiamts. — Dienstnachrichten. Bekanntmachung. Betr.: Den Erlaß einer Ortssatzung über die Erhebung von Vergnügungssteuer für Tanzbelustigungen in der Gemeinde Geilshausen. > Nachstehende vom Herrn Minister des Innern genehmigte Ortssatzung über die Erhebung von Vergnügungssteuer für Tanzbelustigungen in der Gemeinde Geilshausen wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis' gebracht. Gießen, den 13. August 1927. -Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Bra u n. Ortssahung über die Erhebung einer Vergnügungssteuer in der Gemeinde Geilshausen. Aus Grund der Artikel 15 und 192 L. G. O. und des Art. III §§ 1 bis 14 der Bestimmungen des Reichsrats über Vergnügungssteuer in der Fassung der Bekanntmachung vom 12. Juni 1926 (31. G. Bl. I S. 262) wird auf Beschluß des Gemeinderats vom 22. Dezember 1926 nach Anhörung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Ministers des Innern vom 25. Juli 1927 zu Rr. M. d. I. 26 516 für die Gemeinde Geilshausen solgende Ortssatzung erlassen. 8 1- Die Bestimmungen des § 20 Abs. 2 und 3 der Verordnung des Reichs- rats über die Vergnügungssteuer gelten, soweit Tanzbelustigungen in Frage kommen, für die Gemeinde Geilshausen in folgender, Fassung: Die Steuer beträgt, ohne Rücksicht auf die Gröhe der Veranstaltungs- flädje: 1 s 1. für einen Tag 5 Reichsmark, 2. falls die Tanzbeluftigungen sich auf mehere Tage erstrecken, für den zweiten und jeden weiteren Tag 10 Reichsmark. 8 2. Diese Ortssatzung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung im Amks- verkiindiguugsblatt für den Kreis Gießen in Kraft. Geilshausen, den 13. Jauar 1927. Hessische Bürgermeisterei, gez.: Wagner. Bekanntmachung. Betr.: Das Ergebnis der Hauptkörung im Körbezirk Gießen-Grünberg im Jahre 1927. Nachstehend bringen wir zusammengestellt das Ergebnis der diesjährigen Hauptkörung der Faseltiere im Körbezirk Gießen-Grünberg (Dienstbezirk des Veterinärrates Dr. Martin, Grünberg) zur allgemeinen Kenntnis. | Es wurden besichtigt 67 Bullen, davon mit der Note in Pflege und Haltung „sehr gut 54. Das betrifft oie Gemeinden: Oueckborn, Ettingshausen, Nieder-Bessingen, Altendorf an oer Lumda und Treis a. d. L. (sämtliche GemeindebullenstaU), Grünberg (Hch. Bausch), Stangenrod (Karl Feuerstein), Stockhausen (Karl Bast), Weickartshain (Karl Schmidt), Lauter (Hch. Keil, Karl Schmitt III.), Munster (Ehr. Pfeffer, Wilh. Heß), Villingen (Hch. Leidner), Nonnenrorh (Karl Stephan, Karl Metzger), Ober-Bessingen (Hch. Rühl), Göbelnrod (Hch. Niebergall), Saasen (Otto Koller), Lindenstruth (Peter Zinkann II.), Hattenrod (Hch. Rau IV., Hch. Sehrt), Weitershain (Hch. Theiß XX., Karl Xaiin, Wilh. Schultheis), Riiddingshausen (Wilh. Peter II., Wilh. Dietz, Johann Grün), Odenhaufen (Wilh. Konrad), Lumda (Wilh. Kratz), Kessel- bach (Wilh. Bauer I., B. Schäser), Londorf (Fr. Lich, Hch. Lich VII.), Beltershain (Hch. Kornmann), Bersrod (Joh. Röger II., Karl Gerhardt), Allertshausen (Peter Henkel), Climbach (Melchior Wißner). Mit Note „gut" wurden befunden 12 Bullen in folgenden Gemeinden: Iwthges (Joh. Gontrum Wwe., Gg. Emrich), Villingen (Hrch. Nürnberger III.), Göbelnrod (Otto Lipp), Saasen (W. Erbes), Harbach (Hch. Münch I., Karl Döring), Geilshaufen (Pek. Wagner IX., Wilh. Wag- ner IV.), Reinardshain (Kasp. Löchel), Stangenrod (Otto Horst). Mit „genügend" wurde 1 Bulle befunden in Ober-Besfingen (Ludw. Heßler). Eber wurden 28 besichtigt. Davon mit der Note „sehr gut" 16: Grimberg (Hch. Bausch, Oueckborn (Gemeinde), Ettingshausen (Hch. Stark), Villingen (Hch. Leidner), Nonnen- roth (Gg. Münch), Göbelnrod (Karl Kühn), Saasen (Wilh. Schepp), Weilershain (Karl Schlosser), Odenhausen (PH. Reinheimer), Lumda (Hch. Alebergall), Kesselbach (Karl Stey), Londorf (Gg. Becker), Mendorf (Wilh. (Christ Hpch^^'d (Gemeinde), Beltershain (Hch. Kauß I.), Bersrod 3Nit 9iote „gut" 9 Eber: Weickartshain (W. Becker), Lauter (Ernst pinuner), Ober-Bessingen (Wilh. Keil), Nieder-Bessingen (Hch. Hofmann), Hattenrod (Ed. Walther), Rüddingshausen (Hch. Seip I.), Geilshausen (Hch. Petry), Reinardshain (K. Buchner), Allertshausen (Hch. Kör- badjer II.). Mit „genügend" 1 Eber in Harb all) (P. Albert). 2 Eber in Lindenstruth (Konr. Krug) und Stangenrod utqri Ziegenböcke wurden 36 besichtigt. o. Mit Note „sehr gut" 27: Grünberg (Otto Gebauer), Stangenrod (Otto Lmd), Lauter (Hch. Männchen Wwe.), Oueckborn (Gemeinde), Ettings- hausen (Ernst Blei), Münster (Konr. Heß), Röthges (Hch. Paul Wwe.), Ober-Bessingen (K. Keller Wwe.), 'Nieder-Bessingen (Gemeinde), Linden- struth (Ludw. Schepp II. Wwe.), Hattenrod (Hch. Münster), Harbach (Gemeinde), Weitershaiii (Karl Keller 11.), Riiddingshausen (Joh. Hch. Schneider), Geilshausen (K. Lutz), Lumda (Joh. Orth), Londorf (Hermann DPPer, Mendorf (Gemeinde), Bersrod (Joh. Schmitt IV.), Climbach (Joh. Backhaus). N?te „gut" 8: Villingen (Hch. Pfarrer II.), Göbelnrod (Karl Sch"l.l), Saasen (Wilh. Erbes), Harbach (Val. Weppler), Dbentjaufeu < W"l enfels), Kesselbad) (Joh. Meißinger), Beltershain (Kasp. 3Nauß), Allertshausen (Christ. Werner). Mit „genügend" 1 Ziegeiibock in Reinardshain (Joh. Hofmann). Schafböcke wurden 13 besichtigt. Mit der Note „sehr gut" 10: Lauter, Ettingshausen, Villingen, Mendorf, Trew (famtliche Gemeinde). 'Mit „gut" 3: Harbach (Val. Weppler), Reinardshain, Bersrod. nn Abzufchaffen waren 8 Bullen. Wegen fdsiechter Körperbeschaffenheit 2: Rüddingshanfen, Londorf. Wegen Gefahr der Jnnzucht 3: Göbelnrod, Treis, Bersrod. Wegen Krankheit 3: Querfborn, Röthges, Mendorf. Abzufchaffen waren 11 (Eber. Wegen schlechter Körperbeschafsenheit 4: Stangenrod, Weickartshain, Oueckborn, Geilshausen. c ™e9en Gefahr der Inzucht 6: Lauter, Ettingshausen, Harbach, Kesselbach, Treis, Bersrod. 1 Wegen Krankheit 1: Villingen. _ Abzuschaffen waren 6 Ziegenböcke. Wegen schlechter Körperbeschaffenheit 1: Grünberg. Wegen Gefahr der Inzucht 3: Röthges, Göbelnrod, Weitershain Wegen Krankheit 2: Harbach, Kesselbach. Was die Zucht selbst anbelangt, so ist zu erwähnen, daß im Dienst- bezirk Grimberg bei der Anschaffung des Faselviehes immer nod) viel Zu viel gespart wird, dementsprechend fällt and) die Nachzucht aus Bei öer L-chwemezucht fehlt in vielen Gemeinden die Blutauffrischung auch bei EN weiblichen Tieren, so daß bekannt züchterische Orte nid)t das gleich- matzig gute Material liefern, das man sonst gewöhnt ist. Auch dieses Jahr hat die Ausbreitung des Vogelsberger Rindes zu- genommen. Es konnten daher mehrere ©emeinben' zur Äiischaffuna oon Vogelsberger Bullen übergehen. Die heimische Schafzucht ist wieder iiiehr zurückgegangen, immer mehr werden die Weiden an auswärtiae Schafhalter verpachtet. Nicht unerwähnt wollen wir es lassen, auf die ganz vorzügliche Fasel- Haltung in den ©emeinben Hattenrob unb (Elimbad) hinzuweisen woselbst bic Halter Hch. Rau IV. unb Melchior Wißner ganz Vorzügliches in der Haltung leisteten unb als 'Musterbeispiel hingestellt werben können Gießen, ben 16. August 1927. Kreismnt Gießen. I. V.: G ü n g e r i d). Betr.: Jahresberichte ber Schulvorstände. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Der Verlag Wilhelm Traumüller zu Oppenheim hat einen Vordruck für die von den Schulvorständen zu erstattenden Jahresberichte heraus- gebracht, der die Berichterstattung wesentlick) vereinfacht. Der Vordruck ist von dem Kreislehrerausschuß geprüft unb als empfehlenswert bezeichnet worden, lieber gewisse Kürzungen und Vereinfachungeii, die für einfache Schulverhaltnisse angezeigt erscheinen, werden die Schulvorstände durch die Obmänner ber Bezirksvereine unterrichtet. Der Preis wirb sich für ein Stück auf 40 bis 50 Pf. stellen Dabei ist allerbings erforberlich, daß der Bedarf für die bestellenden Schulen für 5 Jahre auf einmal hergestellt wird. Wir sehe,, bis spätestens zum 25. Augiist Ihrem Bericht darüber entgegen, ob Sie von dem Angebot Gebrauch zu machen wünschen. Wir 2 — sind bereit, die Bestellungen für 5 Jahre — also 10 Stuck für jeden Schulvorstand — zu sammeln und an den Verleger weiterzuleiten. Die bestellten Stücke gehen Ihnen dann unmittelbar vom Verlag zu. Zahlung erfolgt an den Verlag. Gießen, den 15. August 1927. __Hess. Kreisschulamt. I. V.: Fischer._________________ Bekanntmachung. Betr.: Dienststunden des Polizeiamts. Aus dienstlichen Gründen bleiben ab Montag, den 22. d, 211., die zu den einzelnen Revierbezirken gehörigen, seither für den Publikumsverkehr auch in der Zeit von 2ä bis 5$ Uhr offen gewesenen Reoierineldestellen bis aus weiteres für diese Zeit geschlossen. Die Revier,Meldestellen find deshalb ab Montag, den 22. l. M., für den Publikumsverkehr nur in der Zeit von 7 Uhr vormittags bis 12 Uhr geöffnet. Gießen, den 16. August 1927. ' hessisches Polizeiamt. Wolf. Dienstnachrichken des Kreisamkes.. Der Minister des Innern hat dem Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener e. V., Berlin, die Erlaubnis zur Werbung fördernder Mitglieder durch Werbebevollmächtigte und schriftliche Werbung für das Gebiet des Volksstaates Hessen bis zum 31. De, zember 1927 erteilt. Der Minister des Innern hat gestattet: Ausspielung des Blindenbeschäftigungsvereins Darmstadt; Vertriebsgebiet: Provinz Starkenburg, Ziehungstermin: 7. November 1927. Im Wege des Loseaustauschverfahrens: Gklblotterie der Vereinigten Heidelberger Jugendverbände, Wohltätigkeitslotterie „Haus der 3ugenb", Vertriebsgebiet: Hessen. Geldlotterie des Vereins für bas Deutschtum im Ausland, Berlin; Vertriebsgebiet: Hessen, Ziehungstermin: 7. und 8. Oktober 1927. Karl Schmitt I. wurde als Feldschütz der Gemeinde Watzenborn- Steinberg ernannt und verpflichtet. -Druck der Brühl'schen Universitäts.Buch. und Steindruckerei. R. Lauge, Stehen.