für die Provmzialdirektioil Gberheßeu und für das Ureisamt Eiehen. Erscheint Dienstag und Freitag. Aur durch die Post zu beziehen. Nr. 94 - 23. November 1926 Jnhalts-Aeberstcht: Ergebnis der Hauptkörung im Körbezirk Giehen-Grünberg im Jahre 1926. — Maul- und Klauenseuche in Hungern Treis a. d. Lda., Steinbach, Harbach und Queckborn. Kreisstrafjensperre. — Felbereinigung Harbach. — Verbot von öffentlichen Tanzbelustigungen. — Straßensperre. — Dienstnachrichten. Bekanntmachung. B e t r.: Ergebnis der Hautkörung im Körbezirk Giehen-Grünberg im Jahre 1926. Nachstehend bringen wir zusammengestellt das Ergebnis der diesjährigen Hauptkörung der Faseltiere im Kreise Gießen (Körbezirk Gießen-Grünberg, im Dienstbezirk des Amtsveterinärarztes Vet.-Rat Dr. Martin-Grünberg) zur allgemeinen Kenntnis. Es wurden besichtigt: 63 Bullen, davon mit der Note sehr gut in Haltung und Pflege: 55 Stück. Dies betrifft die Gemeinden Ober-Bessingen (Halter: Ludwig Heßler und Hch. Rühl II.), Nieder-Bessingen (Gemeindebullenstall), Göbelnrod (Hch. Niebergall), Harbach (Pet. Albert und Hch. Münch L), Saasen (Otto Roller), Lindenstruth (Pet. Zinkann II.), Bersrod (Joh. Bücher II. und K. Gerhardt), Grünberg (Hch. Bausch). Stangenrod (Karl Feuerstein), Stockhausen (Karl Bast), Ettingshausen (Gemeindebullenstall), Münster (Wilh. Heß II. und Christ. Pfeffer), Röthges (Otto Guntram und Gg. Emmrich), Villingen (Hch. Nürnberger III. und Hch. Leidner), Ronnenroth (Karl Stephan), Weitershain (Wilh. Schultheis, Karl Rahn, Hch. Theiß XX.), Rüd- dingshaufen (Wilh. Peter II., Joh. Grün, Wilh. Dietz V.), Lumda (Wilh. Kratz), Keffelbach (Wilh. Becker Ww. und Balthasar Schäfer), Londorf (Fr. Lich und Hch. Lich VII.), Allendorf a. d. L. (Gemeindebullenstall), Treis a. d. L. (Bullenstall), Beltershain (Hch. Kornmann), Reinardshain (Otto Niebergall), Allertshausen (Pet. Henkel), Climbach (Melior Wißner) und Queckborn (Gemeindebullenstall). Mit der Note Gut wurden besunden: 5 Stück. Und zwar in den Gemeinden Weickartshain (Joh. Trüller), Saasen (Wilh. Erbes), Odenhausen (Wilh. Konrad), Reinardshain (Kaspar Löchel). Mit der Note Genügend: 3 Stück. Und zwar Geilshausen (Pet. Wagner IX. und Wilh. Wagner IV.), Göbelnrod (Otto Lipp). ■ Eber wurden besichtigt: 26. Davon mit der Note sehr gut 17. Und zwar: Grünberg (Hch. Bausch), Stangenrod (Kaul Theis), Weickartshain (Wilh. Becker), Queckborn (Bullenstall), Ettingshausen (Hch. Stark), Nillingen (Hch. Leidner), Ronnenroth (Gg. Munch), Nieder-Bessingen (Hch. Hofmann), Göbelnrod (Karl Kühn), Harbach (Pet. Albert), Bersrod (Christ. Graulich), Odenhausens (PH. Reinheimer), Lumda (Hch. Niebergall), Londorf (Gg. Becker), Treis a.d.L. (Bullenstall), Beltershain (Hch. Kauh I.), Allertshausen (Joh. Kor- Mit der Note gut wurden befunden: 8. Betrifft Saasen (Will). Schepp), Ober-Bessingen (Wilh. Keil), Lindenstruth (Konr. Krug), Weitershain (Karl Schlosser), Rüddingshausen (Wilh. Seipp I.), Geilshausen (Hch. Petry), Kesselbach (Karl Stey), Allendorf a. d. L. (Wilh. Wallenfels II.). m x Mit genügend 1, und zwar Reinhardsham (Karl Buchner). Ziegenböcke wurden besichtigt: 31. Davon mit der Note sehr gut: 19. Dies betrifft die Gemeinden Allendorf a. d. L. (Gemeindestall), Londorf (Hch. Opper), Stangenrod (Adolf Lind), Geilshausen (Karl Lutz), Queckborn (Bullenstall), Treis a. d. L. (Bullenstall), Röthges (Hch. Paul Ww.), Ronnenroth (Christ. Hednch Ww.), Ober-Bessingen (Wilh. Keller I. Ww.), Nieder-Bessingen (Bullenstall), Göbelnrod (Karl Schulz),Harbach (Val. Weppler), Lindenstruth (Liidw. Hepp III.), Bersrod (Joh. Schmitt), Weitershain (Karl Keller II.), Odenhausen (Karl Wallenfels), Lumda (Joh. Orth). Mit der Note Gut: 10. Und zwar in den Gemeinden Grunberg (Otto Gebauer), Ettingshausen (Ernst Bley), Villingen (Hch. Pfarrer IL), Saasen (Wilh. Erbes), Rüddingshausen (Joh Hch. Schneider), Kesselbach (Joh. Meisinger), Beltershain (Kaspar Mauß). Mit genügend: 2, und zwar Reinhardsham (Joh. Hofmann), Allertshausen (Christ. Werner). Schasböcke wurden besichtigt 21. Davon nut der Note sehr gut 14. Dies trifft zu für die Gemeinden Stangenrod, Grunberg, Queckborn, Ettingshausen, Villingen, Allendorf a. d. L., Treis a.d.L. Mit Gut wurden befunden: 6. Und zwar in Harbach, Saasen, Bersrod, Geilshausen, Reinhardshain. . Abqekört wurden wegen Inzucht 7 Bullen, und zwar in den Gemeinden Stangenrod, Stockhaufen, Villingen, O^er-Beffmgen, Göbelnrod, Rüddingshausen, Reinhardshain. Aus demselben Grunde 5 Ziegenböcke in den Gemeinden Grünberg, Nonnenroth, Nieder- Bessingen, Harbach, Allendorf a. d. L., und ebenfalls wegen Inzucht 6 Eber Dies betrifft die Gemeinden Weickartshain, Ober-Bessingen, Saasen Lindenstruth, Kesselbach, Allertshausen. Abgekort wurden wegen Krankheit 2 Eber, und zwar in Villingen und Vel^rshmu Abgekört als nicht der Zuchtrichtung entsprechend wurde 1 Bulle in Allendorf a. d. L. und 1 Ziegenbock ebenfalls in Allendorf a. d. L. Bekanntmachung. B e t r.: Maul- und Klauenseuche in Steinbach. In Steinbach ist die Maul- und Klauenseuche erneut amtlich festgestellt worden. Was die Haltung anbelangt, so ist alich dieses Jahr festzustellen, daß diese am besten in den Gemeindebullenställen ist. Die Faseltiere in Gemeindeställen unterzubringen, muß Sorge der größeren Gemeinden sein, weil bei großer Geldausgabe für die Unterhaltung sonst wenig geschieht. Außerordentlich gebessert hat sich die Haltung in Weitershain, einer Gemeinde, die nicht auf Billigkeit des Halters sieht; zurllck- gegangen ist die Bullenhaltung in Geilshausen und die Eberhaltung in Reinhardshain. Viele Halter halten immer noch nicht richtig die Sprungregister in Ordnung, dies dient in manchen Fällen zur Verschleierung der Anzahl ausgeführter Sprünge, um eventuell der Anschaffung eines dritten Bullen zu entgehen, ebenfalls eine falsche Sparpolitik gewisser Gemeindeverwaltungen. Zu der Zucht im allgemeinen ist sestzustellen, daß die Simmentaler Zucht genau ans dem demselben Standpunkt steht, wie voriges Jahr. Hier wird immer noch zu wenig frisches Blut eingeführt und neues Zuchtmaterial — um zu sparen — recht in der Nähe gekauft, dementsprechend fällt auch die Nachzucht aus. Ein ähnliches Bild bietet die Schweinezucht; Gemeinden, die früher für gute Zucht bekannt waren, erleben Fehlschläge, weil nicht genügend für Blntanf- frischung gesorgt wird. Die Tiere sind infolgedessen nidjt genügend widerstandsfähig und neigen zu allen möglichen Krankheiten. Werden hier bei der Schweinezucht nicht die (von uns) gemachten Ermahnungen befolgt, dann kommt es zum Rückschritt der Zucht, nachdem Stillstand schon lange eingetreten ist, und damit fällt manche schöne Einnahme für den Schweinezüchter weg. Erfreulicherweise geht die Zucht des Vogelsberger Rindes voran; was an den schönen Resultaten, die bei der in Grünberg stattgesun- denen Bullenauktion erzielt wurden, zu ersehen mar. Leider machen manche Gemeindevertretungen der Einfuhr der Vogelsberger Zucht Schwierigkeiten, es wird "ba leider wenig Entgegenkommen den kleinen landwirtschaftlichen Betrieben gezeigt, den Betrieben, für die die Zucht des Vogelsberger Rindes sich immer noch als die rentabelste gestaltet. In manchen Gemeinden, in denen zwei bis drei Bullen aufgestellt sind, kann ganz gut einer davon der Vogelsberger Zucht angehören und so wird dann jeder Richtung Rechnung getragen. Die Schafzucht geht leider immer mehr zurück, es werden Jahre kommen, in denen die Schafweiden unansgenutzt daliegen und manche Einnahmequelle versiegt dadurch für die Gemeindekaffe. Gießen, den 19. November 1926 Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Brann. " Bekanutmachnng. Betr.: Maul- und Klauenseuche in Hungen. In Hungen ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt ^°Es'wird gebildet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarkung Hungen und ein Beobachtungsgebiet, bestehend aus der Gemarkung ^Unsere' Bekanntmachung vom 10. Oktober 1925 in Nr. 82 des Amtsverkündigungsblattes findet sinngemäße Anwendung. Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Anordnungen werden mit erheblichen Strafen geahndet, wenn sie wissentlich begangen sind, sogar auf Grund des § 328 des StGB, mit Gefängnis. Gießen, den 19. November 1926. __________Kreisamt Gießen. 3. D.: Dr, K rüge r. Bekanntmachung Betr.: Maul- und Klauenseuche in Treis a. d. Lda. In Treis a. d. Lda. ist die Maul- und Klauenseuche amtlich fest- gestellt worden. Es wird gebildet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarkung Xr Unfcre Bekanntmachung vom 10. Oktober 1925 in Nr. 82 des Amtsverkündigungsblattes findet sinngemäße Anwendung. Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Anordnungen werden mit erheblichen Strafen geahndet, wenn sie wissentlich begangen sind, sogar auf Grund des § 328 des StGB, mit Gefängnis. Gießen, den 19. November 1926. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Brau n. — 2 — Es wird gebildet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarkung Steinbach und ein Beobachtungsgebiet, bestehend aus der Gemarkung Albach. Unsere Bekanntmachung vom 10. Oktober 1925 in Nr. 82 des Amtsverkündigungsblattes findet sinngemäße Anwendung. Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Anordnungen werden mit erheblichen Strafen geahndet, wenn sie wissentlich begangen sind, sogar auf Grund des § 328 des tot®23. mit Gefängnis. ; Gießen, den 20. November 1926. Kreisamt Gießen. I. 23.: Dr. Braun. Bekanntmachung. B e t r.: Maul- und Klauenseuche in Harbach. Da die Maul- und Klauenseuche in Harbach keine weiteren Fortschritte gemacht hat, wird die Kolbenmühle aus dem Beobachtungsgebiet. ausgeschieden und für freies Gebiet erklärt. Gießen, den 20. November 1926. Kreisamt Gießen. 3. 23.: Dr. Braun. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche in Queckborn. Da die Maul- und Klauenseuche in Queckborn nicht weiter fortgeschritten ist, wird das Gehöft des Ludwig Aff V. zu Queckborn, Bruchgasse 3, zum Sperrbezirk erklärt. Der übrige Teil des Ortes und der Gemarkung Queckborn wird zum Beobachtungsgebiet erklärt. Gießen, den 22. November 1926. ! Kreisamt Gießen. I. 23.: Dr. Bra u n. Bekanntmachung. Biegen Bornahme dringender Gleisunterhaltungsarbeiten am Bahnhof Harbach wird die Kreisstraße Harbach—Ettingshausen am Montag, dem 29. d. M., für den Fuhrwerks- und Automobilverkehr gesperrt. Gießen, den 22. Novernber 1926. Kreisamt Gießen. I. 23.: Dr. Heß. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung Harbach; hier: den allgemeinen Meliorationsplan. In der Zeit vom 22. November 1926 bis 6. Dezember 1926 liegt auf dem Amtszimmer der Hess. Bürgermeisterei Harbach! der allgemeine Meliorationsplan nebst Erläuterungsbericht und Prüsungsprotokoll zur Einsicht der Beteiligten offen. Reklamationstermin findet daselbst Dienstag, den 7. Dezember 1926, vormittags 10 bis 11 Uhr, statt, wozu ich die Beteiligten mit dem Hinweis einlobe, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich und mit Gründen versehen, einzureichen. ; Lauterbach, den 17. November 1926. ■ 1 Der Hessische Feldbereinigungskommissar. Ohly, Regierungsrat. Bekanntmachung. 2lm Vorabend des 1. Advents (27. November 1926) sowie in der ganzen Adventszeit dürfen öffentliche Tanzbelustigungen nicht stalt- sinden. Auch sind für den 1. Weihnachtsfeiertag und für den Vorabend desselben sonstige öffentliche Lustbarkeiten untersagt. Theatralische Aufführungen, Vorführungen in Lichtspielhäusern und Konzerte an den beiden letztgenannten Tagen werden mir dann zugelassen, wenn die Darbietungen ernsten oder belehrenden Inhalts sind und der besonderen Bedeutung und Weihe dieser Tage angepaßt werden, ebenso rein sportliche Veranstaltungen, die ohne ösfentliche Umzüge oder Musik stattfinden. Gießen, den 17. November 1926. Polizeiamt Gießen. B ü ch l e r. Bekanntmachung. Die Jnstandseßungsarbeite» der Kliniksbrücke sind beendet. Unsere unterm 4. November 1926 angeordnete halbseitige Sperrung der Brücke wird hiermit wieder aufgehoben und die Brücke dem Verkehr freigegeben. Gießen, den 16. November 1926. Polizeiamt Gießen. B ü ch l e r. Dienstnachrichten des Kreisamtes. In Ober-Erlenbach (Kreis Friedberg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. In B i n d s a ch s e n und B l e i ch e n b a ch (Kreis Büdingen) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. In Roth (Kreis Marburg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. --In R o d h e i m a. d. 23. (Kreis Biedenkopf) ist amtstierärztlich die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. In G a m b a ch (Kreis Friedberg) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. In K a i ch e n , Ossenheim, Bauern heim, Ober- Florstadt und Vilbel (Kreis Friedberg) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die Maul- und Klauenseuche in Orleshausen, Düdelsheim, Aulendieb ach und auf Hof-Leu st adk (Kreis Büdingen) ist erloschen. Die Maul- und Klauenseuche in Vissenberg (Kreis Wetzlar) ist erloschen. Daniel Ludwig S o m m e r l a d zu Beuern wurde zum Rechner für die Gemeinde Beuern ernannt und verpflichtet. Der Minister des Innern hat gestattet: „Zweite Hessische Dombaulotterie", Geldlotterie zugunsten der Wiederherstellung des Mainzer und Wormser Domes und der Karmeliterkirche in Mainz; Vertriebsgebiet: Valksstaat Hessen. Der Minister des Innern hat dem Bund für Kolonialfreunde E. 23. in Berlin, Am Karlsbad 10, die Erlaubnis zum Vertrieb von Werbemarken durch Aufrufe in der Bundeszeitung und in den Tageszeitungen zugunsten der Verbreitung des kolonialen Gedankens für das Gebiet des Volksstaates Hessen bis zum 30. Juni 1927 erteilt. Druck der Br üb loschen LlniversttätS-Buch- und Steindruckerei. lX. Lange, Gießen.