AmtZveMMgungsblatt für die Provinzialdirektion Gberheffen und für das Kreisamt Sieben. Erscheint Dienstag und Freitag. Aur durch die Post zu beziehen. Rr. 5 15. Januar 1926 Znhalts-llcbersicht: Der Verkehr mit Schweinepestserum. - Merkmale der falschen Rentenbankscheine. — Maul- und Klauenseuche in Rödgen — Ernennung der Schätzer und Stellvertreter. - Jahresarbeitsverdienst land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter. - Bildung der Kreiskommissivn bei dem Kreisjugendamt Gießen. — Einschränkung von Lustbarkeiten. - Wahl der Vertreter der Krankenkassen. — Dienstnachrichten Verordnung den Verkehr mit Schweinepestserum betreffend. Vom 29. Dezember 1925. Auf Grund des § 1Z Ziffer 1Z des Aeichsviehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (RGBl. S. 519) und der § ZS bis 88 der dazu oom Bundesrat erlassenen Ausführungsvorschristen vom Z. Dezember 1911 (RGBl. S. 20) wird verordnet: 1. Seruni, das zur Impfung gegen Schweinepest bestimmt ist. darf aus den Erzeugungsan stakt en nicht abgegeben oder zur Einfuhr aus dem Ausland nicht endgültig zugelassen werden, bevor es einer staatlichen Prüfung unterworfen und für brauchbar erklärt worden ist. 2. Serum der bezeichneten Art darf nicht in den Verkehr gebracht werden, wenn es nicht staatlich geprüft und hierbei den vorgefchriebenen Bedingungen entsprechend befunden worden ist. '3. Staatlich geprüftes und vorschriftsmäßig gekennzeichnetes Serum genießt ohne Rücksicht auf sein Herkunftsland Freizügigkeit im Reich«. 4. Lieber zwei Jahre altes Schweinepestserum wird von Amts wegen «ingezogen und darf nicht weiter im allgemeinen Verkehr abgegeben werden. 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden gemäß § Z6 Ziffer 1 des Reichsviehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 bestraft. Dar m st a d t. den 29. Dezember 1925. Der Minister des Innern, von Brentano. Betr.: Merkmale der falschen Rentenbankscheine zu 10 Dm. der Fälschungsklasse 69. An sämtliche unterstellten Kassen. Wir weisen auf die in der „Darmstädter Zeitung" Ar. 4 voin 6. ds. Mts. veröffentlichte Bekanntmachung der Deutschen Renten- bank vom 1. und 3. Dezember 1925 ausdrücklich hin. Gießen, den 9. Januar 1926. Kreisamt Gießen. I. D.: Dr. H e ß. I Bekanntmachung. B e t r.: Maul- und Klauenseuche in Rödgen. In Rödgen ist die Maul- und Klauenseuche amtlich fest- gestellt worden. Es wird gebildet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarkung Rödgen, und ein Beobachtungsgebiet, bestehend aus der Gemarkung Trohe. Llnfere Dekanntmachung vom 10. Oktober 1925 in Ar. 82 des Amtsverkündigungsblattes findet sinngemäße Anwendung. Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Anordnungen werden mit erheblichen Strafen geahndet, wenn sie wissentlich begangen sind, sogar auf Grund des § 328 des StGB mit Gefängnis. Gießen, den 12. Januar 1926. , Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Braun. Betr.: Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes: hier: Ernennung der Schätzer und Stellvertreter. An den Herrn Oberbürgermeister zu Gießen und die Dürger» melstereien der Landgemeinden des Kreises. Wir erinnern nochmals die Rückständigen an die alsbaldige Erledigung unserer Verfügung vom 30. Aovember 1925 (Amts- verküirdigungsblatt Ar. 94 vom 4. Dezember 1925) mit Frist von 8 Tagen. . ’ 1 Gießen, den 11. Januar 1926. Kreisamt Gießen. I. D.: Dr. Braun. Bekanntmachung Betr.: Festsetzung des durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter. Der für den Bereich der hessischen land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gebildete Ausschuß zur Festsetzung der durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienste land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter hat gemäß § 933 der Aeichsversiche- rungsordnung die Jahresarbeitsverdienste für den Bezirk des Versicherungsamts Giehen-Land wie folgt festgesetzt: A. Für Arbeiter, Gehilfen, Gesellen, Lehrlinge: II. Lohngebiet über 21 Fahre von 16-21 Fahren unter 16 Fahre I. 3n der Landwirtschaft Beschäftigte a) Gespannsührer 1050 930 570 b) Mäg^e 720 630 540 c) Tagelöhner, männlich 900 750 480 „ weiblich 510 420 300 II. Forstwirtschaftliche Arbeiter, männlich 1140 810 570 „ „ weiblich 690 570 330 III. Gärtner und Gartenarbeiter a) gelernte Gärtner, männlich 1140 810 570 „ „ weiblich 690 570 330 b) sonstige Bartenarbeiter, männlich 900 750 480 „ „ weiblich 510 420 300 B. Für Versicherte, die nicht als Lohnarbeiter bei der Berufsgenossenschaft versichert sind: I. Betriebsunlernehmer 1140 810 570 II. Ehegatten der Vetriebsunternehmer 720 630 — III. Sonstige im Betrieb Beschäftigte und Betriebsfremde, männlich 870 720 480 „ weiblich 510 520 300 Vorstehende Festsetzungen gelten nicht für die in § 42 der Satzung der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft vom 31. Dezember 1912 aufgeführten und die diesen gleichstehen- den Personen. Diese Festsetzung ist am 1. Januar 1926 in Kraft getreten. Mit dem gleichen Tage ist die seitherige Festsetzung außer Kraft getreten. Gießen, den 11. Januar 1926. Kreisamt Gießen (Dersicherungsamt). I. V.: Schmidt. Bekanntmachung. Betr.: Bildung der Kreiskommissivn bei dem Kreisjugendamt Gießen. Aach Aeuwahl des Kreisausschusses des Kreises Gießen ist auf Grund des § 9 deS Reichsjugendwohlfährtsgesetzes vom 9. Juli 1922 in Verbindung mit Artikel 1 Absatz 3 und Artikel 3 des Hessischen Ausführungsgesetzes hierzu vom 1Z. Juli 1924 für die Verwaltung der Angelegenheiten des Jugendamts des Kreises Gießen erneut eine Kreiskommission zu bilden. Gemäß § 2 der Kreissatzung für das Jugendamt des Kreises Gießen (Ämtsverkündigungsblatt Ar. 26 vom 31. März v. Js.) sordern wir die im Kreise Gießen wirkenden freien Vereinigungen der Jugendwohlfahrt und der Jugendbewegung auf, uns innerhalb einer Frist von einem Monat, also spätestens bis zum 16. Februar ds. Js., Vorschläge für die von dem Kreisausschuß des Kreises Gießen zu ernennenden Mitglieder des Jugendamts schriftlich einzureichen. Es sind mindestens 6 Personen, darunter 2 Frauen, vorzuschlagen. Für jedes vorgeschlagene Mitglied ist ein Ersatzmitglied namhaft zu machen. Die Wahlmitglieder müssen zu den Gemeindeämtern wählbar sein. Es werden nur solche Vorschläge berücksichtigt, die von den S pi tz en o rg a n isa ti o n en der einzelnen Vereinigungen vorgelegt werden. Die Einreichung eines gemeinsamen Vorschlags durch die vorschlagsberechtigten Vereinigungen ist zulässig. In den Vorschlägen ist die Zahl der im Kreise Gießen (ausschließlich der Stadt Gießen) wohnhaften Mitglieder der Einzelorganisationen anzugeben. Auf Artikel 3 des Gesetzes vom 1Z. Juli 1924, die Ausführung des Aeichsgesehes für Jugendwohlfahrt betreffend (Deg- Dlatt Seite 290) wird hingewiesen. Gießen, den 15. Januar 1926. Kreisamt Gießen (Kreisjugendamt). I. D.: Schmidt. Betr.: Einschränkung von Lustbarkeiten. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Angesichts der steigenden Aot der Zeit und im Hinblick auf die wachsende wirtschaftliche Bedrängnis weitester Bevölkerungs- — 2 — kreise sehen Mir uns veranlaßt, gegen die immer mehr zunehmenden Tanzlustbarkeiten und sonstigen dem Vergnügen dienenden Veranstaltungen, ausgehend, von Wirten, Vereinen und Gesellschaften, mit einschränkenden Maßnahmen vorzugehen. Wir werden künftig nur solchen Anträgen nähertreten, die vom Gemeinde rat befürwortet sind, und behalten uns auch insoweit vor, unsere Entschließung über die Erteilung der beantragten Erlaubnis und über die Festsetzung der Polizeistunde von tveiterer Prüfung der örtlichen Verhältnisse im Einzelfall abhängig zu machen. Wir empfehlen Ihnen daher, alle Anträge auf die eingangs erwähnten erlaubnispflichtigen Vergnügungen dem Gemeinderat in einer vorher stattfindenden Sitzung zur Stellungnahme vorzulegen und den ergangenen Beschluß dem Antrag und Ihrer eigenen eingehenden gutachtlichen Aeußerung in Abschrift bei- zusügen. Zugleich geben wir'der sicheren Erwartung Ausdruck, daß der Gemeinderat bei seiner Beschlußfassung sich nicht von persönlichen Rücksichten auf die Antragsteller bestimmen läßt, sondern dem Ernst der Zeit und der allgemeinen wirt- fchaftlichen Rotlage Rechnung tragend, sich gegen die Genehmigung aller solcher Veranstaltungen aussprechen wird, die das Volksempfinden verletzen, unzeitgemäßen, übertriebenen Aufwand vermuten lassen oder hervorzurufen geeignet sind oder die in Rücksicht auf Zahl und Art der bereits zugelassenen ähnlichen Vergnügungen unangebracht erscheinen. Die in Betracht kommenden Wirte und Vereine wollen Sie hiervon in Kenntnis setzen und bedeuten, daß die Anträge so frühzeitig bei Ihnen zu stellen sind, daß die Stellungnahme des Gemeinderats eingeholt und unsere Entschließung noch, rechtzeitig ergehen kann. Sofern es sich um karnevalistische Veranstaltungen irgendwelcher Art handelt, ist dies in den Anträgen besonders zum Ausdruck zu bringen. Gießen, den 13. Januar 1926. Krelsamt Gießen. I. V.: Dr. Krüger. * Bekanntmachung. Betr.: Die Wahl der Vertreter der Krankenkassen und Aerzte für den gemeinsamen Zulassungs- und Vertragsausschuß der Verficherungsamtsbezirke Gießen-Stadt und Gießen- Land. Da für die auf den 11. Januar 1926 anberaumte Wahl der Vertreter der Krankenkassen und Aerzte für den gemeinsamen Zulassungs- und Vertragsausschuß der Versichrrungsamtsbezirke Gießen-Stadt und Gießen-Land nur je eine gültige Vorschlagsliste eingegangen ist, sind als Vertreter bzw. Stellvertrete» gewählt: a) V er treten der Krankenkassen für den Zulassungs- und Vectragsaus schuß: 1. Geschäftsführer H. Fourier von der Allg. Ortskrankenkasse Gießen, 2. Geschäftsführer Sy Becker von der Betriebs-Krankenkasse der Main-Weser-Hütte, Lollar, 3 Verwaltungsdirektor Bcchthold von der Allgemeinen Orts- . krankenkasfe für den Landkreis Gießen. b) S t e l l v e r t r et e r der K r a.n ke n k a s s e n v e r t r e t e v, f ü r den Zulassungs- u n d B e r t r a g s a u s s ch u ß: 1. Richard Strohwig, J.; Vorsitzender der Allg. Ortskrankenkasse Gießen, 2. Ludwig Wellhausen, Geschäftsführer der Betriebs-Krankenkasse der Firma Bänninger G. m. b. H., Gießen, 3. Kammerrat Ludwig Cleinm, 1. Vorsitzender der Landkran ken- lasse Gießen, Wohnung: Winnerod, 4. Dtto Täubert, Kaufmann, Vorstandsmitglied der Allg. Ortskrankenkasse Gießen,. . 5. Wilhelm Rittmann, 1. Vorsitzender der Allg. Ortskrankenkasse für den Landkreis Gießen, 6. Friedrich Boeck, Geschäftsführer der Fleifcher-Jnnungslran- lenkasse Gießen. c) Vertreter der Aerzte für den Zulassungsund Vertragsausschuß: 1. Reinewald, Theophil, Dr. med., Facharzt in Gießen, 2. Veumann-Spengel, Werner, Dr. med., Arzt in Gießen, 3. Schmidt, Wilhelm, Dr. med., Arzt in Hungen. d) Stellvertreter der Aerzte für den Zulassungs- und Vertragsausschuß: 1. Brüning, August, Dr. med., Professor, Facharzt in Gießen, 2. Gros, Franz, Dr. med., Facharzt in Gießen, 3. Stuhl, Karl, Dr. med., Arzt in Gießen, 4. Ploch, Karl, Dr. med., Arzt in Gießen, 5. Geugnagel, Fritz, Dr. med., Arzt in Großen-Buseck, 6. Schänd, Friedrich, Dr. med., Arzt in Lich. Gießen, den 21. Dezember 1925. Versicherungsamt der Stadt Gießen. Der Wahlleiter: Dr. Freh. Diettstnachrichtcu des üircisamtcs. In Schwa l bach (Kreis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. . Druck der Brüh loschen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen.