AmtrverlündigmigMatt für die provinziaidirettion Gberheffen und für dar Kreisanrt Gietzen. Urltfxmt DieuStag unb Sttüafl. Hat durch die Post gu begießen. Hr. 95 — 8. Dezember__1925 Znballr-Ucderficht: Ausstellung von Wandergewerbescheinen. — Gewerbelegitimationskarten. — Ergebnis der Hauptlörung 1925. M Diehmarkt in Lich. Detr.: Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen. A« das Polizeiamt Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Da nach 8 60 der Gewerbeordnung die Wandergewerbescheine für die Dauer des Kalenderjahres zu erteilen sind, wollen Sie alle Personen, welche den Gewerbebetrieb im Jahre 1926 fort- zusetzen oder zu beginnen beabsichtigen, durch wiederholt ortsübliche Bekanrrtmachung ausfordern, ihre Anträge auf Erteilung eines Wandergewerbescheines jetzt schon, und zwar so zeitig zu stellen, daß sie zu Anfang des nächsten Jahres im Besitze der Scheine sein können. Die eingehenden Anträge find uns unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars, aus welchem am Kopfe das Jahr, für welches der Schein begehrt wird, anzugeben ist, baldigst vorzulegen. Alte, schon gebrauchte Wandergewerbe- scheine sind nicht mit vorzulegen. Die Beantwortung der gestellten Fragen ist von lohnen so eingehend zu vollziehen, daß Rückfragen und damit Verzögerungen in der Ausstellung vermieden werden. Eine Beantwortung wie .unbekannt" hat zu unterbleiben, es sind vielmehr die erforderlichen Ermittelungen von Ihnen vorzunehmen. Den Anträgen auf Vertreibung von Druckschriften ist ein Verzeichnis derselben in doppelter Ausfertigung beizufugen. Aach der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 4. Marz 1912 — Reichsgesetzblatt S. 189 ff. — ist in die Wandergewerbescheine eine Photographie des Inhabers ernzukleben. Wir verweisen auf unser Ausschreiben vom 12. Oktober 1912 (Kreisblatt Qlr 80). Die Photographie ist in Visitenkartenformal unauf- gezogen bei Stellung des Antrags auf Ausstellung eines Wandergewerbescheines beizubringen. Sie muß ähnlich und gut erkennbar sein, eine Kopfgröße von mindestens 1,5 Zentimeter haben und darf in der Regel nicht älter als 5 Jahre sein. Sie ist zu erneuern, wenn in dem Aussehen des Gewerbetreibenden eine wesentliche Veränderung eingetrelen ist. Bei gemeinsamen Wandergewerbescheinen genügt bie Photographie des Unternehmers, wenn ein Unternehmer nicht vorhanden ist, die emes Mitgliedes. Oluf der Rückseite der Photographie ist die Persönlichkeit des Antragstellers sofort genau zu vermerken, damit Verwechselungen vermieden werden. Gleichzeitig machen wir Sie nochmals besonders auf die Vorschriften des tz 82 ff. der Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung vom 20. März 1912 (Regierungsblatt S. 48 ff.) aufmerksam Anträge auf Erteilung von Wandergewerbescheinen sind nach Regierungsblatt 1912 Seite 131 zu behandeln und die Verhältnisse, insbesondere die gestellten Fragen wegen etwaiger Be- strasungen des Antragstellers und der Begleiter gewissenhaft und erschöpfend zu beantworten. Die Personalbeschreibung ist, wo dies ohne besondere Weitläuftgkeiten ausführbar ist, stets durch persönliche Vernehmung festzustellen. Hat der Antragsteller erst im laufenden Jahre seinen Wohnsitz in Ihrer Gemeinde genommen, so ist, sofern nach Lage der Sache die Möglichkeit mißbräuchlicher Verwendung des Wandergewerbe- scheines nicht ausgeschlossen erscheint, durch Aachfrage bei der Polizeibehörde des früheren Wohnorts festzustellen, ob dem Antragsteller bereits ein Wandergewerbeschein erteilt war. Wegen der vorher zu regelnden Krankenversicherung der im Wandergewerbe beschäftigten Personen machen wir Sie darauf aufmerksam, daß alle Wandergewerbetreibenden die in ihren Betrieben Beschäftigten und soweit sie von ihnen von Ort zu Ort mitgeführt werden sollen, bei den zuständigen Krankenkassen vor Beantragung des Wandergewerbescheines als Mitglied anzumelden haben. ... Zum Schlüsse weisen wir wiederholt darauf hin, daß dre ausgefertigten Wandergewerbescheine von uns an die Finanzämter abgegeben und von d i e s'e n nach Verwendung des Urkundenstempels und nach Regelung der Wandergewerbesteuerfrage an djie Gewerbetreibenden ausgehändigt werden. Gießen, den 17. Aovember 1925. Hess. Kreisamt Gießen. I. D.: Wolf. B e 1 r.: Gewerbe-Legitimationskarten. An das Polizeiamt Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wer nach § 44 der Gewerbeordnung Warenbestellungen aufsucht oder Waren ankauft. bedarf hierzu einer Legitirnationskarte, welche nach § 44a der Gew.-Ordn, für die Dauer des Kalenderjahres erteilt wird. Sie wollen die Interessenten, welche chren Geschäftsbetrieb im Jahre 1926 fortzufetzen oder zu beginnen beablichtlgen, durch wiederholte ortsübliche Bekanntmachung auffordern, ihre Anträge auf Ertellung der LegitlmatwnSbarte bei Ihnen jetzt schon um) so zeitig zu stellen, daß sie zu Anfang des nächsten Jahres im Besch dec erforderlichen Legitlmatlonstarten sein können. Die Anträge wollen Sie uns. unter Benutzung des von uns durch Ausfchreiben vom 25. Januar 1906 — Amtsblatt ohne Hummer — vor geschriebenen Formulars, baldigst vorlegen. Zur Erstattung des Berichtes ist die Bürgermeisterei des Rieder lass ungsortes der Firma zuständig, in Gießen das Polizeiamt. Ferner ist bestimmt worden, daß in die Legitimationskarten ein Lichtbild des Inhabers einzukleben ist. Es sind nur unaufgezogene Lichtbilder zuzulassen, die eine Kopsgröße von mindestens 1,5 Zentimeter haben, ähnlich und gut erkennbar und in der Regel nicht älter als 5 Jahre sind. Auf der Rückseite des Bildes ist die Persönlichkeit sofort genau zu vermerken, damit Verwechselungen vermieden werden. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß Staatsangehörigkeit und Geburtsort in den Berichten anzugeben sind. Gießen, den 17. Aovember 1925. Hess. Kreisamt Gießen. 3. D.: Wolf. Vekanittmachung. B e 11.: Das Ergebnis der Hauptkörung 1925. Aachstehend bringen wir zusammengestellt das Ergebnis der diesiahrigen Haupttörung der Faselttere im Kreise Gießen lKörbezirk Gießen—Grünberg) im Dienstbezirke des Vet.-Rates Dr. Martin, Grünberg, zur allgemeinen Kenntnis: Es wurden besichtigt 58 Bullen: davon mit der Aote in Pflege und Haltung sehr gut — 36 Bullen. Dies betrifft die Gemeinden Grünberg — 4 Stück (Halter: Heinrich Bausch), Stangenrod (K. Feuerstein), Weickartshain — 2 Bullen (Joh. Trüller VI), Lauter (Hch. Keil), Queckborn — 3 Bullen (Gemeindebullenstall), Ettingshausen (Gemeindebullenstall), Dil- lingen (Hch. Leidner und Hch. Aürnberger), Aonnenroth (Ludwig Renker), Aieder-Bessingen (Gemeindebuklenstall), Göbelnrod (Hch. Aiebergall), Hattenrod (Hch. Rau IV. und Hch. Sehrt), Harbach (Hch. Münch I. und Peter Alber), Rüdbingshausen (Wllh. Peter 11., Wilh. Dietz V. und Joh. Grün), Odenhausen (Wilh. Konrad), Kesselbach (Wwe. Becker), Allendorf (Gemeindebullenstall), Treis a. d. L. (Gemeindebuklenstall), Bersrod (Karl Gerhardt), Beuern (Gemeindebullenstall). Mit der Aote gut in Haltung und Pflege — 14 Dullen: und zwar in den Gemeinden Lauter (K. Schmitt 111.), Münster (Wilh. Heß II. und Christ. Pfeffer), Röthges (Gg. Emmrich). Ober-Bessingen (Hch. Rühl und Ludwig Heßler), Lindenstruth (Pet. Zinkann), Geilshausen (Pet. Wagner 11. und Wilh. Wagner IV.), Kesselbach (B. Schäfer III.), Londorf (Joh. Fr. Lich). Beltershain (Hch. Kormann), Reinhardshain (Otto Aiebergall). Bersrod (Joh. Becker II.). Mit der Aote genügend wurden befunden: 5 Bullen, und zwar Stockhausen (Karl Bast), Röchges (Otto Gontrum), Aonnenroth (Hch. Lang), Göbelnrod (Otto Lipp), Reinhardshain (Kaspar Löchel). Richt befriedigend war die Haltung der 3 Bullen in Wei- lershain (Hch. Theis XXII.). An Ebern wurden insgesamt 27 Stück besichtigt: davon mit der Rote sehr gut in Haltung und Pflege — 12 Stück. Und zwar in den Gemeinden Grün berg (Hch. Bausch), Queckborn (Gemeindebullen stall), Dillingen (Hch. Leidner), Rieder-Bessingen (Ge- ineindebullenstall), Göbelnrod (Karl Kühn), Harbach (Peter Albert), Weitershain (Karl Schlosser), Rüdbingshausen (Hch Seipp 1.), Kesselbach (K. Steg), Beltershain (Hch Kauß I.), Bersrod (Ehr. Graulich). Mit der Rote gut wurden befunden — 15 Stück, und zwar Stangenrod (K. Theis), Weickartshain (W. Decker), Lauter (Hch Seipp), Ettingshausen (Gemeindebullenstall), Ronnenroth (Ludwig Heß III.), Ober-Dessingen (Wilh. Keil), Lindenstruth (H. Keil), Hattenrod (Ed. Walther), Odenhausen (W. Reinheimer), Geilshausen (Hch. Petry), Allendorf (Gemeindebullenstall), Londorf (Gg. Decker), Reinhardshain (Karl Duchner), Beuern (Hch Knupp III.). An Ziegenböcken wurden befichtigt — 41 Stück. Davon mit der Rote sehr gut in Haltung und Pflege 17. Detrifft die Gemeinden Lauter (Hch. Männche Wwe.), Queckborn (Faselstall), 2 Münster (Konrad Heß). Röthges (Hch. Paul Wwe.), Ober- Bessingen (Wilh. Keller Wwe.), Rieder-Bessingen (Bullenstall). Hattenrod (Hch. Münster), Weitershain (Karl Keller II.), Rüd- dingshausen (Ioh. Faulstich), Odenhausen (B. Körbächer), Geilshausen (K. Lutz), Treis a. d.Lda. (H. Göbel). Mit der Rote gut in Hallung und Pflege wurden befunden 23 Ziegenböcke, und zwar in den Gemeinden Grünberg (Otto Gebauer), Stangenrod (Ad. Lind), Dillingen (Hch. Pfarrer II.), Ronnenroth (Ehr. Hedrich Wwe.), Göbelnrod (Karl Schulz), Lindenstruth (L. Schepp III. Wwe^, Harbach (Dal. Weppeler), Kesselbach (Ioh. Stein II), Allendorf (Gemerndebullenstall), Londorf (H. Opper), Beltershain (Kaspar Manns), Bersrod (Ioh. Becker II.), Beuern (Gemeindebullenstall), Climbach (Ioh. Backhaus), Richt befriedigend war die Haltung in Ettingshausen. An Schafböcken wurden besichtigt — 17 Stück. Davon mit der Rote sehr gut — 8. Hru> zwar in den Gemeinden Stangenrod, Grünberg, Hattenrod, Geilshausen und Allendorf a. d. Lda. Mit der Rote gut — 9 Stück. Betrifft die Gemeinden Lauter. Villingen, Harbach und Bersrod. Abzuschaffen sind wegen Krankheit ein Bulle (Hattenrod), und ein Bulle in Grünberg wegen Bösartigkeit. 'Wegen Gefahr der Inzucht 3 Dullen (Grünberg, Dillingen, Weickartshain), ferner 2 Ziegenböcke aus demselben Grunde in Grünberg und Beuern, und ein Eber in Odenhausen. Abzuschaffen sind ferner, da sie der Zuchtrichtung nicht entsprechen und daher von der Kommission nicht angekört wurden, 2 Dullen (Röthges und Beuern), ferner 2 Ziegenböcke (Grünberg, Beltershain), und ein Eber (Allendorf). Die Gemeinden Grünberg, Lindenstruth und Hattenrod hatten keine Vertreter geschickt und waren am Tage des Körterinins nicht anwesend. In manchen Gemeinden waren die Schafherden nicht bestellt oder die Faselhalter waren nicht in Kenntnis gesetzt, so daß hierdurch die Arbeit der Körkommission recht erschwert wurde. Auch fiel es der Kommission auf, daß ein großer Teil der Halter wie Sprungregister nicht in Ordnung Sielten, dies war besonders bei je einem Halter in Ronnenroth und Göbelnrod der Fall, die es nicht einmal für nötig hielten, anwesend zu sein, um die Tiere vorzuführen. ' Die Besichtigung der Faseltiere mußte in den Gemeinden Saasen, Lumda und Allertshausen unterbleiben, weil daselbst noch die Maul- und Klauenseuche herrschte. Was die Zucht selbst anbelangt, so war festzustellen, daß der Simmenthaler Zuchtrichtung wenig Interesse von manchen Gemeinden entgegengebracht wurde, und daß viele von diesen immer wieder den Fehler begehen, beim Ankauf von Zuchtmaterial auf die Billigkeit zu sehen. Hier müßte vor allen Dingen durch Ankauf von Zuchtvieh aus anerkannten Zuchtgebieten für die nötige Blut- auffrischung der Simmentaler gesorgt werden. Erfreulich war es, festzustellen, daß der Dogelsbergec Zucht mehr Interesse entgegengebracht wird und da'ß manche Ge- meinden die Kosten nicyt scheuten, durch Ankauf von guten Zuchtbullen dieser so Jahre lang vernachlässigten Zuchtrichtung aufzuhelfen. Hier wird es sich bald zeigen, daß der Landwirt, der Verständnis als Züchter besitzt, durch gute Rachzucht sich eine schöne Einnahmequelle sichern kann. Bei Vergebung des Faselviehes müssen die Geineinden ihr Augenmerk darauf richten, daß die Stallungen der Halter auch zur Hinterbringung des Faselviehes geeignet sind, hier wird viel gesündigt. Sehr ost ist auch nicht einmal em anständiger Sprungplatz vorhanden. Die Eberhaltung ist im großen und ganzen eine recht gute, nur muß auch bei dieser Zucht durch Einführung von Zuchttieren mehr für Blutauffrischung gesorgt werden. Zu erwähnen ist, daß die Gemeinden Göbelnrod, Stangenrod, Beltershain und Rüddingshausen grofreä Interesse der Schweinezucht entgegenbringen. Das Zuchtmaterial von Ziegenböcken läßt in manchen Gemeinden noch viel zu wünschen übrig, auch hier wird beim Ankauf zu viel auf Billigkeit gesehen: gut ist -die Zucht in den Gemeinden Hattenrod, Röthges, Stangenrod. Odenhausen, Geilshausen und Lumda. Bei der Auswahl bet’ Schafböcke geht man meist recht wahllos vor. Hier müßte mehr geschehen, um dem Rückgang der Schafzucht vorzubeugen. Reges Interesse für diese Zucht herrscht in den Gemeinden Stangenrod, Allendorf u>rd auch.in Grünberg. Gießen, den 1. Dezember 1925. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Brau n. Bekanntmachung. Betr.: Viehmarkt in L i ch. In den Seuchengehösten zu Langsdorf ist sämtliches Klauenvieh abgeschlachtet worden. Mit Rücksicht hierauf kann der Schweinemarkt am 14. Dezember 1925 abgehalten werden. Gießen, den 4. Dezember 1925. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Drau n. Druck der Brüh l'!ck)en Universitäts-Buch» und Steindruckeret R. Lange G>ehen