2 2 t hen a J. n. chter hren bei em⸗ sam halbe nut auch enem chor olizei — den falt Wi⸗ igen. — 1 Die Sprechhalle erscheint vorerst nar einmal in der Woche und 97 jeden Mitt⸗ woch, als Beiblatt zum hiesi⸗ gen Anzeigeblatt, jedoch unter einer für sich fortlaufenden Nr. Die Abonnenten des Anzeige⸗ blatts erhalten dieselbe Sprechhalle gratis. fůr Auf die* Sprechhalle kann man sich auch besonders abonniren. Ein solches Abon⸗ nement beträgt vierteljährlich 15 kr. Bestellungen sind hier bei der Redaction, auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern zu machen. zeitgemäße und unterhaltende Mittheilungen. (Beiblatt.) 1 24. Mittwoch den 30. August 1848. Berichtigung des Berichts in 15 117. des Jüngsten Tages über Volksversammlung in Garbenteich. (Schluß.) Erst nachdem die Republikaner sich aus dem Kreise der Zuhörer zurückgezogen und in einiger Entfernung aufgestellt hatten, wo sie gleichsam herausfordernd, dem entschiedenen Willen der großen Mehrheit zum Trotz, ihr Lärmen fortsetzten und dadurch fortwährend reizten, so daß ihnen allein die Schuld zugeschrieben werden mußte, wenn es zu Thätlichkeiten gekommen wäre, konnte ich weiter fortfahren.— Ich berichtete nun, daß vor Kurzem ein Redner in einer Volksver— sammlung im Buschischen Garten im Hinblick auf den stockenden Verkehr und die daraus folgende Nahrungs— losigkeit vieler Handwerker und Arbeiter den Antrag gestellt habe auf Unterstützung und Beförderung der Auswanderung nach den vereinigten Staaten von Nordamerika. Dieser Antrag nun habe allgemeine Unterstützung gefunden, weil man seine Zweckmäßigkeit erkaunte.— Sonderbarer Weise wären es einzig die Republikaner gewesen, die ihn bekämpften, obwohl sie stets das Wohl des Volkes im Munde führen und sogar in derselben Versammlung die Verfassung und Zustände von Nordamerika als unübertrefflich geschil⸗ dert hätten, indem seine Bürger der größten Freiheit und des größten Glückes theilhaftig wären; die Repu⸗ blikaner wären also allein gewesen, welche die hlesigen Nahrungslosen des Glückes berauben wollten, das dort nach ihrer eigenen Darstellung, der Auswanderer war⸗ tete. Ja, sie hatten sogar den Antrag gemacht, dieje— nigen unserer deutschen Brüder, welche bereits dahin ausgewandert, also bereits im Besitze dieses Glückes wären, wieder zurückzurufen, ih⸗ nen also ihr Glück wieder zu entziehen.— Ich frage nun, wie das zu vereinigen sei, mit der bei jeder Gelegenheit zur Schau getragenen Sorge für das Wohl des Volkes?!—— Der Hauptgrund, den sie geltend machten, war aber: Vorerst bedürfe man noch der kräfti⸗ gen Arme dieser Arbeiter zur Erkämpfung der Freiheiten, welche Freiheiten namentlich anzu— führen, die Herrn übrigens nicht für gut fanden, was ich und mit mir viele andere Anwesenden umsomehr bedauern, da wir der Ansicht waren und find, daß unsere Verfassung, wozu ich natürlich die durch das Edikt vom 6. März und die National- Versamm⸗ lung anerkannten und noch zu bestimmenden Freihei⸗ ten und Rechte ꝛc. zähle, mehr und größere Freiheiten gewähre, als irgend eine andere, indem wir alle Vor⸗ theile einer Republik hätten, ohne deren Nachtheile. Ich deutete nun in meiner Rede auf den, in diesen Worten liegenden Widerspruch und glaube in den eige⸗ nen Worten der Republikaner nachgewiesen zu haben, daß man die, mit den starken Armen der Arbeiter noch zu erkämpfenden Freiheiten, womit einzig und allein die Republik selbst gemeint sein könne, nicht um der Arbeiter willen erstrebe, sonst würde man nicht den Ausdruck gebraucht haben: „Vorerst bedürfe man ihrer noch;“— Die von einem der Anwesenden mit den Worten: Und dann? an einen Redner gerichtete Frage, was dann aus den nahrungslosen Arbeitern werden solle, hätten die Herrn unbeantwortet gelassen, woraus man wohl den Schluß machen dürfe, man werde dann die Arbeiter laufen lassen, wohin sie wollten.— Ich zeigte also den Leuten, welche sehen wollen und sehen können, daß aus diesen Wor— ten klar genug hervorgehe, daß man sich ihrer nur als Werkzeug bedienen wolle, wie der Affe in der Fabel sich der Katze bedient habe, um die gebratenen Kastanien aus dem Feuer zu holen? die er sich dann herr⸗ lich schmecken ließ, während die arme, ver⸗ brannte Katze die Schmerzen— und oben⸗ drein das Zusehen hatte!— Das war es, was ich in Garbenteich sprach!— 5 Wie nun der Berichterstatter davon sagen kann, ich hätte von der Sklaverei gesprochen, um den Leuten die Lust an der Republik zu verderben, das begreife, wer kann; ich wenigstens kann es nicht und überlasse dem Publikum die Beurtheilung, ob der Berichterstatter des Jüngsten Tages irgend welchen Glauben verdient, ob ich zu viel sage, wenn ich behaupte, daß er nicht einmal halb, d. h. nur mit dem Körper, sondern daß er gar nicht anwesend war aber absichtlich die Un— wahrheit, alsodüge berichtet hat!—— Hanstein. Kritik der„Abfertigung“ in Nr. 22 der Sprechhalle. Wie bekannt, hat der hiesige Märzverein„über die Lage Gießens“(die geographische ist hier nicht gemeint, sondern die politische und sociale) eine hübsche Denk— schrift veröffentlicht und dem Großherzoge treugehorsamst zugestellt, welche dann in Nr. 20 und 21 der Sprechhalle ohne Complimente und Schönrednerei nach Gebühr ergänzt und beleuchtet wurde. Darauf ist nun von Seiten der Herren Moritz Carriere, Julius Hillebrand, Dr. Bork und Georg Noll, den Verfassern der Denkschrift, in Nr. 22 der Sprechhalle eine„Abfertigung“ erschienen. Diese s. g. Ab⸗ fertigung ist aber keine, ste ist völlig bedeutungslos und nichtig. Es hätten darin vor allen Dingen die von dem Gegner angeführten Thatsachen, welche die Denkschrift in ihr rechtes Licht zu setzen bestimmt und wohl geeignet waren, widerlegt werden müssen. Das geschah aber nicht, es geschah nicht, weil es nicht geschehen konnte; denn wirkliche Thatsachen, welche zudem größtentheils der ganzen Einwohnerschaft be⸗ kannt sind, sie lassen sich nicht mit einem Federstriche 116 hinwegwischen, auch nicht mit einigen leeren Phrasen und vermeintlichen Witzen escamotiren oder wegstipitzen. Die Herren scheinen aber auch Thatsachen nicht als „Gegründetes“ gelten zu lassen. Wenn aber That— sachen nicht Gegründetes sind, was in aller Welt ist denn gegründet? Etwa lediglich axriorische Hirngespinnste irgend eines in's Blaue philosophirenden Schwätzers?— Die Herren wollen indeß, wie sie sagen, mit ihrer Denkschrift nur„aufklären, rechtfertigen und versöh— nen, nicht denunciiren, verhetzen und verdächtigen.“ Das sind aher die rechten Aufklärer, welche aus einer Menge gewichtiger und notorischer Thatsachen eine tabula rosa machen; das sind die rechten Versöh— ner, die einen guten Theil der ehrenwerthesten, bieder— sten Mitbürger verdächtigen, verläumden und kränken, und damit eben erst hetzen, und damit eben auch brave Männer einer gewissen unlöblichen Volksjustiz denun— ciiren!! Und wie läßt sich denn auch ein so krasser und vielgestaltiger Unfug, wie der gerügte, wahrhaft „rechtfertigen“? Wäre derselbe in den Augen jener Herren vom Märzverein wirklich gerechtfertigt, so müßte es wahrlich traurig um ihre Gesinnung und Bildung stehen. Die Herren bemerken ferner, sie hätten die Denkschrift in einer Volksversammlung vor— getragen, und es wäre ihnen gleich Anfangs eine be— lehrende Gegenrede willkommen gewesen; allein ihr Gegner hat längst, gleich sehr vielen andern hochacht— baren Männern, den Geist der hiesigen Volksversamm— lungen, wie er sich, früher wenigstens, geäußert hat, gründlich verabscheuen gelernt, und darum längst die— selben gemieden, er ist daher mit dem Inhalt der Denkschrift erst durch die Zeitung bekannt geworden, und säumte dann nicht mit seinen Bemerkungen. Wenn nun die Verfasser der Denkschrift etwas Ele— phantenartiges in deren Beleuchtung zu erkennen glauben, so hat dies darin seinen Grund, daß der Beleuchter, ein Freund der ungeschminkten Wahrheit ebenso, wie ein Feind der geschminkten Lüge, die Thatsachen einfach in ihrer nackten Wirklichkeit vor- führen, sie, ohne viel Zeit zu verlieren, nur flüchtig hinwerfen wollte, ferner darin, daß er es nicht ent— fernt für nothwendig oder passend hielt, dem Memoi— renschreiber und seinen Genossen zu Liebe, welche den Thatsachen so wenig Rechnung getragen, den bitteren Kern der Wahrheit nach ihrer Manier bis zur Un⸗ kenntlichkeit zu verzuckern, oder denselben trotz ihrer ungebührlichen Angriffe auf so viele wackere Männer unserer Stadt noch in höfischer Höflichkeit oder serviler Unterthänigkeit den Bart zu streichen. Etwas Derbes liegt allerdings in der Beleuchtung, allein der Ver— fasser wollte diesmal nicht polirt oder sonderlich zärtlich seyn. Wenn aber die Dreistigkeit, mit welcher derselbe der Wahrheit allein die Ehre gab, ihnen zugleich wie eine mückenartige, widrige Zudringlichkeit vorkam, so mögen sie dieses der eingeführten Preßfreiheit zur Last legen, welche ja wohl auch für Männer da ist, die überall nur das Wahre und Rechte gegen das Falsche und Unrechte wollen. Uebrigens hätten Leute, die mit einer unwahren, weil entstellenden und grundlos ver⸗ dächtigenden Denkschrift selbst des Großherzogs König⸗ liche Hoheit behelligten, es ängstlich vermeiden sollen, von„widriger Zudringlichkeit“ zu sprechen. Endlich glaubte der Beleuchter sich vollkommen mit dem schwe⸗ ren Gewichte der Wahrheit allein begnügen zu können, ohne auch noch das etwaige Gewicht seines bescheidenen Namens in die Wagschale legen zu wollen. Die Wahrheit ist sich selbst genug, und wenn nur die Wahrheit„mit offenem Visier“ auftritt, so braucht sie sich nicht erst durch einen Begleiter zu legitimiren, sondern hat freien Paß und ungeschmälerte Geltung in aller Welt. Ihr Zeuge, ihr Gewährsmann in dieser Sache ist übrigens die Stadt Gießen. Schließlich aber hat der Verfasser auch gerne anerkannt, daß es jetzt in der That um Vieles besser in Gießen geworden ist, er freute und freut sich herzlich mit vielen Andern, daß der eigentliche Kern der hiesigen Einwohnerschaft, jedenfalls in seiner weit überwiegenden Mehrheit, end— lich seiner vernünftigen und ehrenwerthen Gesinnung, seinem Sinne für wahre Freiheit und für gesetzliche Ord— nung Geltung zu verschaffen bestrebt und entschlossen ist. Nach allem Gesagten wäre es also weit besser, wenn die Herren vom Mäxrzverein bescheiden und ehrlich ihren offenbaren Fehltritt bekännten, statt ihn steif und fest rechtfertigen und wohl gar als besondere Bürgertu zend, hinstellen zu wollen. Und damit Gott befohlen! Gießen den 20. August 1848. Ein Freund des Gegners der Denkschrift. 1723) Gießen. Ich halte es für meine Pflicht, nachstehende Erklärung des damaligen Geh. Staatsr. Jaup auch hier zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, damit die Verbreiter der so ausführlich widerlegten Anschuldigung dem Publikum nicht mehr weiß machen können, jene Anklage sey ohne Widerlegung geblieben. Er kl ür n Ein Zeitung, welche seit dem 1. März d. J. in Gießen unter dem Titel:„Der jüngste Tag“ er⸗ scheint, sagt in Nr. 40 vom 20. April, man höre von verschiedenen Seiten, daß über die Verwendung der französischen Kriegsentschädigungsgelder noch keine Rechenschaft abgelegt worden, wohl aber eigenmächtig vom verstorbenen Großherzog zum Bau des Theaters u. s. w. verwendet worden seyen, was eine unverant⸗ wortliche Verschleuderung der Staatsgelder wäre. Darum fordere man auf, näheren Aufschluß über diese Sache zu geben, namentlich mich fordere man auf, da ich damals im Ministerium des Auswärtigen angestellt gewesen. Ich würde wohl, wird weiter dabei gesagt, in meinem eigenen Interesse dieser Aufforderung ent⸗ sprechen, da ich durch Darlegung der Sachlage die über mich circulirenden Gerüchte, wie z. B. daß ich durch ein Geschenk von 24,000 fl. bewogen worden wäre, durch die Finger zu sehen u. s. w., widerlegen könnte.— Von mehreren Freunden in Gießen wurde mir dieses Blatt zugesendet, mit dem Rathe, nur durch stille Verachtung hierauf zu antworten, indem ich in Gießen und überhaupt in Oberhessen viel zu gut bekannt sey, als daß ich den geringsten nachtheiligen Einfluß von einer solchen Aeußerung erwarten könnte; über⸗ dies auch dieser„jüngste Tag“ ein sehr gemeines Schmutzblatt sey, das nirgends geachtet werde. Diesen Rath habe ich bisher befolgt. Da aber eine geschätzte Zeitschrift, der in Michelstadt erscheinende„Oden— wälder,“ in Nr. 34 vom 2. Mai jenen Artikel des jüngsten Tages aufgenommen hat, und ich nicht erwarten kann, daß man mich in allen Theilen unse⸗ res schönen Odenwaldes genau kennt, so gebe ich über die erwähnten Kriegsentschädigungsgelder recht gerne Erläuterung. Zwar habe ich als Mitglied des Mini⸗ steriums des Auswärtigen mit dieser Sache ganz und gar nichts zu thun gehabt, wie für jeden, der die ge— wöhnliche Einrichtung der Staatsverwaltung auch nur einigermaßen kennt, von selbst klar ist. Denn das 0 Min Zah unte ihre Ich lich 182 unse Loch Sta Con Bud erste rath statt rung die! zu l der Gehe nam Gen den nahn Alles 2 0 daher sirten betru Beha über so e cireu erfu falne D Er dingg bestin sit h liege Met in G sollen 1789 vorm von gekeh an f icht, itsr. gen, gten chen ben. Ministerium des Auswärtigen konnte wohl über die Zahlung solcher Gelder von Seiten Frankreichs mit unterhandeln. Sobald sie aber gezahlt waren, gehörte ihre Verwendung lediglich vor das Finanzministerium. Ich erläutere aber dennoch, was schon längst öffent— lich erläutert und allgemein bekannt wurde. Im Jahr 1821 stellten nämlich in der Sitzung der 2. Kammer unserer Landstände am 30. Januar die 4 Abgeordneten Lochmann, Hax, Bläß und Prinz den Antrag, die Staatsregierung um Aufklärung über die französischen Contributionsgelder zu bitten, damit solche in das Budget in Einnahme gestellt werden könnten. Der erste Ausschuß schloß unter dem Vortrag des Geheimen— raths von Breidenstein und einem am 6. Februar er- statteten Bericht dem Antrag sich an, die Staatsregie— rung zu ersuchen, den Ständen eine Nachweisung über die Bestimmung und Verwendung dieser Gelder zugehen zu lassen. Diese Nachweisung erhielten die Stände in der Sitzung vom 12. Februar durch den damaligen Geheimen Staatsrath von Kopp. Die Gelder waren nämlich in die Staatskasse(die damals sogenannte Generalkasse) und in die Kriegskasse geflossen, und in den Rechnungen von 1818 auf 1819 gehörig verein nahmt und zu Staatsausgaben verwendet worden. Alles dieses steht in den gedruckten Verhandlungen der 2. Kammer von 1821 im 4. und 5. Band, und ist daher schon längst allen denen, die sich dafür interes— sirten, bekannt gewesen. Diese Kriegs- Contribution betrug ungefähr 1,260,000 fl.— Was übrigens die Behauptung im jüngsten Tag betrifft, als eireulirten über mich Gerüchte der Art, wie dort angeführt wird, so erkläre ich diese Behauptung, daß solche Gerüchte circulirten, für eine von dem Verfasser jenes Artikels erfundene, durchaus niederträchtige, boshafte und in— fame Verläumdung und Lüge. Darmstadt den 6. Mai 1848. Geheimer Staatsrath Jaup. 1707) Beuern. g Parzelleu vermessung in Beuern. Erwiederung auf die Antwort 1440 der Sprechhalle. Die Parzellenvermessung in Beuern war Aller⸗ dings nach dem im Flurbuch enthaltenen Flächengehalt bestimmt und hätte Derjenige, welcher zu viel im Be— sitz hatte, dieses wieder an die in derselben Gewann liegenden Besitzer abtreten müssen. Eine solche Meßungs⸗ Methode, wie sie wirklich der Herr Geometer Wießner in Großenbuseck ausgeführt hat, hätte nicht stattfinden sollen. Er sollte füglich keine Wiese von der Neu— 15 75 mühl bis vor die Appelspeck tragen. In obiger Er⸗ wiederung wird vom Stehlen einer Wiese gesprochen. Ich habe übrigens keine Wiese bei der Neumühle stehlen und vor die Appelspeck tragen können, denn die wäre mir zu schwer gewesen,/ Stunden Wegs⸗ weit zu tragen. Der Herr W. spricht auch selbst, es sei keine Wiese für Friedrich Weimer im Flurbuch eingetragen und auch nicht mit einem Zettel besteckt gewesen, und dennoch will W. in seiner Antwort dem Weimer eine zusichern. Den Kostenaufwand, den er der Gemeinde zu ersparen vorschützt, will er derselben zur Last legen, — das klingt sonderbar; was hat denn die Gemeinde dabei verschuldet, daß sie einen nochmaligen Vermessungs- kostenbetrag bezahlen sollte? War Er nicht Kataster— geometer, und war es nicht seine Pflicht, sich den Flurbuchsauszug zu verschaffen, und darnach seine Ar⸗ beit richtig auszuführen?— Er sucht seine Ehre zu rechtfertigen und anderer Leute Ehre zu schaden, indem er spricht: die Wiesenbesitzer vor der Appelspeck hätten sich ein Stück von dem Gemeindewald zugeeignet. Das sind reine Lügen, welche nicht in die Sprechhalle ge— hören, sondern in den Jüngsten Tag, wo schon so manche Lüge Platz gefunden hat. Die Waldgrenze war vor mehreren Jahren abge⸗ streckt und es fiel ein Theil von den Wiesen dem Wald, und ein Theil von dem Wald den Wiesen zu, und so wurde den die Grenze mit großen Steinen bestimmt. Die Forstbehörden würden es nicht zugelassen haben, etwas von dem Wald zu entwenden.— Daß Herr W. mich wegen zu viel Inhalt an etlichen meiner Grundstücke beschuldigt, das erhitzt mich wenig; denn ich habe keinem mit Wissen Etwas genommen. Bin auch deshalb noch von keinem angeklagt worden.— Wie ich meine Grundstücke bekommen babe, so habe ich sie zu erhalten gesucht. Schließlich danke ich dem Herrn Geometer für das, was er mir noch gelassen und zugemessen hat. Auch der Vetter J. B. wirds ihm danken, daß er ihm an dem Hofacker bei meinem Acker mehr Flä⸗ chengehalt zugemessen, als ihm im Flurbuch zu⸗ steht. Erwähnen muß ich noch zum Schluß, daß der Herr Wißner aus meinem Wiedersprechen eine Na⸗ tur macht, dies mag wohl seinen Grund darin haben, weil ich die gepriesene freie Republick wieder⸗ spreche,— Gott weiß es!— Ich wiederspreche, glaube ich, nur das was Natur und Recht widerspricht. Beuern am 13. August 1848. Adam Kumpf, und die andern Wiesenbesitzer vor der Appelspeck. Intelligenzblatt. 1729) Hungen. Karl Klotz von Holzheim, 1789 geboren, der als Soldat im 2. Bataillon des vormaligen Gr. Garde⸗Füssilierregiments, den Feldzug von 1814 mitgemacht, ist aus demselben nicht zurück⸗ gekehrt, und sein Schicksal ist nicht zu ermitteln gewesen. Da sein Vater, Martin Klotz, sein Vermögen an seine beiden anderen Söhne abgeben will, so wird Karl Klotz aufgefordert, sogewiß binnen 3 Monaten Nachricht von seinem Leben und Aufenthalt zu geben, als sonsten die Theilung, wie sie entworfen ist, ohne Rücksicht auf seine etwaige Einsprache, bestättigt wer⸗ den wird. 8 Hungen den 12. August 1848. Gr. Hess. Fürstl.⸗Solms. Landgericht. Hofmann. 1710) Gießen. Nächsten Freitag den 1. September l. J., Morgens 11 Uhr, a wird in dem hiesigen Posthof ein zum Postdienst nicht mehr geeigneter sechssitziger Wagen nebst zwei Reserverädern, eine Hemmmaschiene, einem Radschuh 1c. an den Meistbietenden, gegen gleich baare Zah⸗ lung versteigert werden. Die Einsicht dieses Wagens kann täglich beim Wagenmeister Reit statthaben. Gießen den 27. August 1848. Gr. Postamt. 0 Schön. 1711) Gießen. Mehrere zum Nachlaß der Wittwe des Gr. Professors Dr. Sell gehörigen Gegenstände, bestehend in Schränken, Bettladen, 118 Commoden, zwei Trümeau, Spiegel, Bettwerk, Glas, Porzelain, Küchengeräthe, Fenstervorhänge, Bilder und Flaschen sollen Donnerstag den 31. August, Nachmittags von 2—5 Uhr . und folgende Tage, im Gasthause zum Russischen Hof, gegen baare Zahlung an den Meistbietenden versteigert werden. Gießen den 25. August 1848. Gr. Hofgerichts-Commissär Stürz, Hofgerichts-Secretair. 1712) Grünberg. Die Verpachtung der Jagd in der Gemar— kung Grünberg betr. Da bei Verpachtung der obigen Jagd der Betrag des Pachtanschlags nicht erreicht worden ist; so soll solche Freitag den 1. September d. J., Vormittags 10 Uhr, in dem dahiesigen Rathhause einer nochmaligen Ver— pachtung ausgesetzt— wozu Pachlliebhaber hier— durch eingeladen werden Grünberg am 26. August 1848. Der Gr, Bürgermeister Haberkorn. Annerod. Jagdverpachtung. Donnerstag den 31. August l. J., Morgens 9 Uhr, soll auf dem hiesigen Gemeindehaus die Ausübung der Jagd in der Gemarkung Annerod an den Meist— bietenden verpachtet werden. Annerod am 26. August 1848. Der Buͤrgermeister Peter. 1713) 1715) Beuern. Künftigen Donnerstag den 31. d. M., Nachmittags 1 Uhr, sollen dahier in loco 12 Stück Floßtannen von eirca 60 Fuß Länge, welche zur hiesigen Thurmreparatur angeschafft worden, sodann viel altes Eisenwerk von der alten Kirche, dem Thurm und dem Glockenstuhl, worunter aber namentlich über 100 Stück Spann⸗ krappen, welche zur Einrüstung des Thurms auf Rechnung hiesiger Gemeinde vor kurzem erst neu gemacht worden sind,— und das vom alten Thurm genommene Kreuz ꝛc. öffentlich meistbietend versteigert werden. Das Kreuz ist noch ganz gut erhalten und für Gemeinden, wo kleinere Thürme sind, zu empfehlen. Beuern am 25. August 1848. Der Buͤrgermeister Otto. 1719) Albach. Jagdverpachtung. Freitag den 1. September l. J., des Mittags 12 Uhr, wird die der Gemeinde Albach zugefallene Jagd in der Wohnung des Unterzeichneten öffentlich meist⸗ bietend versteigert. e Albach am 27. August 1848. Der Bürgermeister 2 Schäfer. 1717) Gießen. Löwengasse, ist das bisher von Christian Möser be— wohnte Logis, bestehend in drei Zimmer, Kabinet, mehreren Kammern, Küche, Boden, Keller, Stallung und Mistenstätte anderweit zu vermiethen. Auch kann die ganze Hofraithe unter sehr vortheilhaften Bedingungen verkauft werden. Friedrich Hauß. 1724) Gießen. Zwei möblirte Stuben mit Sopha sind zu vermiethen bei Joh. Jughard auf dem Seltersweg. Butzbach. Empfehlung. Einem geehrten Publikum der Stadt Gießen und Umgegend empfehle ich hiermit bestens meine Färberei in Seide und Merino in allen Farben und versichere reelle und billigste Bedienung. Butzbach im August 1848. Louis Braubach. 1714) Steinbach. Den biederen Bewohnern Gießens, Lichs und den naheliegenden Orten, welche uns in Noth und Gefahr im Jahr 1842 so kräfti⸗ gen Beistand und wirksame Huͤlfe geleistet haben, machen wir hiermit die Anzeige, daß am 3. Septem⸗ ber, Morgens 9 Uhr, unsere neue Kirche feierlich eingeweiht werde, wozu wir sie zur freundlichen Theilnahme an diesem, fur uns so wichtigen Feste, höflichst einladen. Der Kirchen- und Ortsvorstand. 1728) Gießen. Diejenigen Frauen und Jung- frauen, deren Namen in den Listen eingetragen sind und die sich künftigen Sonntag bei dem Zuge, der bei Ueberreichung der Bürgergardefahne, stattfinden soll, in der Aula versammeln wollen, werden einge- laden, hierzu die nöthigen Karten, Freitag von Morgens 8 bis Abends 8 Uhr, und ebenso Sam— stags bei den Unterzeichneten in Empfang zu nehmen. Um allen Unannehmlichkeiten vorzubeugen, be— merken wir, daß ohne eine Karte Niemand einge— lassen werden kann. Am Wallthor: Christiane Grieb, Auf dem Seltersweg: Caroline Silbereisen, „„ Neuenweg: Pauline Münch, In der Neustadt: Christine Loos. 1725) Gießen. In dem Nachlasse meines verstorbenen Gatten, des penstonirt gewesenen Gr. Hofgerichtsraths Müller, befinden sich noch ver⸗ schiedene Manual-Akten aus der Zeit seiner Advo⸗ catur, wer etwa Ansprüche daran begründen kann, beliebe sich deshalb innerhalb 3 Wochen an mich zu wenden, gegenfalls ich über dieselbe anderweit ver— fuͤgen werde Auguste Müller. 1726) Gießen. Eine zerbrochene goldene Ohr⸗ glocke ist gefunden worden, und kann dieselbe gegen die Inseratgebühren wieder in Empfang genommen werden. Bei wem? sagt d. Exped. d. Bltts. 1730) Hörns heim. Ein weißes, ¼ Jahr altes Bickfürkel, in der linken Seite mit H. und auf dem Kreuz mit einem Strich gezeichnet, ist mir auf dem Gießener Jahrmarkt, den 30. August, ent⸗ laufen; wer mir es wiederbringt, oder zu deren Habhaftwerden genügende Auskunft ertheilt, erhält eine angemessene Belohnung. Joh. Mack von Hörusheim bei Großenlinden. 1697) Druck und Verlag der G. D. Brühl' schen Buch- und Steindruckerei. In meinem Hause in der r——— — dec ge ph Ci. die En sich wel Se