* 1 de zeitgemäße Die Sprechhalle erscheint vorerst nur einmal in der Woche und zwar jeden Mitt⸗ woch, als Beiblatt zum hiesi⸗ gen Anzeigeblatt, jedoch unter einer für sich fortlaufenden Nr. Die Abonnenten des Anzeige— blatts erhalten dieselbe gratis. Sprechhalle für Auf die Sprechhalle kann man sich auch besonders abonniren. Ein solches Abon⸗ nement beträgt vierteljährlich 15 kr. Bestellungen sind hier bei der Redaction, auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern zu machen. und unterhaltende Mittheilungen. (Beiblatt.) 36. Freiheit! Der Freiheit Ruf erschallt vieltausendstimmig, In alle Lande dringt ihr Losungswort! O hört's, ihr Fürsten, hört's auf Eurem Throne; Laßt fahren alte, morsche Herrschgedanken, Und reicht die Hand dem Volk zum ew'gen Bunde! Jetzt ist es Zeit! Eh' sich die Fesseln lösen, Die hundertfach um's Menschenherz gelegt; Eh' sie hervorbricht alle Saat des Bösen, Und„Wahnsinn“ Jeder auf der Stirne trägt! Noch seid Ihr Fürsten vieler guter Menschen, Noch glüht für Treue hoch des Jünglings Brust; Noch lauscht der Dichter gern den stolzen Tönen, Wenn Euren Einzug schmetternde Fanfaren Und Eure reiche Fürstenpracht begrüßen. Noch kennt der Bürger seine Bürgertreue, Noch ist man deutsch am alten, deutschen Heerd. Doch wenn die still genährten Feuerfunken Sich plötzlich dehnen— eine Feuersbrunst, Wenn man vergißt das ernste Wort„Gehorsam“ Und sich herausreißt aus dem schönen Wahn Der Fürstentreu', und Die, auf die man traute Erst trotzen und dann feige beben fieht. Wenn durch die Straßen heult des Aufruhrs Stürmen, Auf Barrikaden blut'ge Fahnen wehn, Und durch die Gassen die gehöhnte Freiheit, Wie Furien mit den Rachefackeln raset. Wenn Gräuel dann geschehn durch Volkeswüthen, Das in dem Blute gräßlich sich berauscht; Vor denen still der Mensch sein Aug' veehüllt; Zum Spotte werden Volk- und Fürstentreue, Der Jüngling schwört für's ew'ge Volkesrecht, Und stumm der Dichter nach dem Schwerte greifend, Die sanfte Leyer an dem Stein zerschellet, Und will das Recht sich von den ew'gen Sternen Herunterholen, wenn er's hier nicht findet; Wenn seine Sense schwinget jeder Knecht, Im Zorne für ein unverstanden Recht, Ja, wenn erst schweigt das ewige Gesetz, Das in der Menschenbrust geschrieben steht, Und die Natur auf blühn'der Städte Trümmern, Zum Tod verwundet, sterbend, man noch schmäht; Der Deutsche selbst, verläugnend sein Gemüth, Zum blutbegierigen Barbaren wird, Und gräßlich spotlet, wenn die Flamme sprüht, Und prasselnd um die Flürstenschlösser lodert, Wenn sie entfesselt um die Krone lecket, Und auf dem Haupt die goldne Krone glüht: Dann ist es nicht mehr Zeit! Im Flammenmeere, Da bricht zusammen Eure alte Macht, Warum verschmähtet Ihr der Wahrheit Lehre! Ihr selber habt die Flamme angefacht! O steigt herab von Eurem Herrscherthrone, Mittwoch den 22. November 1848. Und seid der erste Bürger Eures Volks, Reicht Eure Hand dem Volk, dem lange treuen, ö Der Fürst, der Gutes will, den Volkswohl freuet, Der darf die That, die schwerste selbst nicht scheuen. Seid Fürsten in dem schönsten Sinn des Worts Und trotzet nicht auf Bajonettenheere; Schließt einen Wall um Euch von Bürgertreue, Sie schwinget froh für Euch ein heilig Schwert. Der Jüngling kämpft für Fürst und Vaterland, Der Dichter singet seine lust'gen Weisen, Und deutsch ist man am alten, deutschen Heerd. O schaut um Euch! Die schrecklichste Verwirrung: Man schreit um Freiheit und man schreit nach Blut! Und wenn Ihr Blitze selbst zu schleudern hättet, Und Donnerkeile in das wilde Chaos, Hier hilft es nicht! Sprecht zu dem Volk: se i frei! und tragt ihm vor das goldne Freiheitsbanner! Dann gehn nicht auf die blutgetränkten Saaten, Gescheitert sind die unheilvollen Plane; Es schweigt die Wuth gestürzter Barrikaden, Und auf den Trümmern weht die weiße Fahne. G. St. N. N Rö ber i Bu m. Das Kleine muß dem Großen ewig dienen, Auf Leichenhügeln will der Lorbeer grünen. Wo wir in der Weltgeschichte auf hervorragende Zeiten stoßen, da treten, gleich Riesengestalten, Männer hervor, die entweder vom Strudel der Zeit auf die schwindelnde Höhe getrieben, oder durch eigene Kraft, durch Geistesüberlegenheit sich emporgerungen haben. In der Zeit der Willkür, der Aufgeregtheit schwin⸗ deln Gestalten zum Höhepunkt des Ruhms und sinken, wie sie stiegen, wieder herab und es bleibt nichts, als der Name, welcher im Buch der Geschichte den Völ⸗— kern aufbewahrt wird; der Held, welchen Glück auf die Bahn des Ruhmes getrieben, stolz einherschreitet mit dem Lorbeerkranze, sinkt, sobald sich der Himmel seiner Siege verdüstert.— Wer aber nicht vom Glück, nicht durch die Gunst Anderer, nicht durch außerordentliche Zeiten, sondern Kraft seines Geistes, sich von der untersten Stufe der Gesellschaft empor⸗ gerungen, rein und frei dasteht, ein leuchtender Stern seiner Zeit, wer dann auch zugleich in der Zeit der Aufgeregtheit seinen Ruhm zu bewahren vermag, der muß eine Stütze im Volk und das Volk eine Stütze an ihm sein und ist würdig, geehrt zu werden. Einen solchen Mann, hat das deutsche Volk in Robert Blum kennen gelernt. Von den un⸗ tersten Stufen der Gesellschaft hat er sich emporgear⸗ beitet, durch Gradheit seines Charakters, bis zu der . 3 JN 4 N.., D. A. 4 764 Höhe, auf welcher wir ihn von dem Blei einer meuch⸗ lerischen Tyrannei für die Freiheit seines Vaterlands sterben sahen. Robert Blum schwebte erhaben über seiner Zeit, denn schon im Jünglingsalter ahnete er die kommen— den Decennien, schon da leuchtete ihm der Gedanke einer schönern Zukunft vor, in der die Wahrheit siegen und die Lüge vor den gewaltigen Strahlen des Gei— stes verschwimmen werde.— Das Clend, welches er in den Jahren seines aufblühenden Geistes kennen lernen, der Druck, welchen er nachmals durch die drückenden Staateneinrichtungen fühlen mußte, hielten in ihm die Gewißheit wach, daß das Volk, sobald es zu höherer Reife gelangt, das Joch, worunter der Geist und das materielle Wohl seufzten, abschütteln lasse und fest und standhaft beschloß er, mit allen Kräften zu diesem Ziele zu streben, das Volk zu bil- den und ihm das Ziel in voller Würde und Glorie 5 chauen zu lassen. Und wer konnte dem Manne, der so klar und innig, so wahr und edel die Gefühle seiner Brust aussprach, widerstehen? Selbst seine Feinde, oder vielmehr seine Neider staunten ihn an und mußten gestehen, daß sie gegen einen solchen Feind anzukämpfen, zu schwach waren, denn das ist der Segen der Wahrheit, daß sie die Brust, worin sie einzieht, wappnet und stark macht, den Geist frisch und klar erhält— jedem Feinde zu widerstehen.— Blum, dem eisenfesten Mann konnte es durch die Gradheit und Wahrheit seines Characters gelingen, Volksmassen für eine gute Sache mit wenigen aber tiefergreifenden Worten zu entflammen, denn wer in das Antlitz dieses Mannes schaute, wenn er redete, der konnte keinen Zweifel erheben, daß die Worte tief aus der Brust dieses Mannes kamen: Sein Antlitz war der Spiegel seiner Seele. Wenn er langsam, mit erschüt⸗ ternden Worten Schmerz ausdrückte, der an dem Herzen des Volkes nagte, wer sah dann nicht in den Linien seines Gesichts, wer hörte nicht an der zitternden, tiefen Stimme, daß diese Worte aus dem Herzen kamen, und daß er fühlte mit dem Volke; denn seine Worte drangen in die Herzen der Hörer und machte sie eins mit dem seinigen. Und du Jüngling, der du ihn reden hörtest von Deutschlands Zukunft, von der Eisdecke, worunter sein Volk seufze, hast du nicht ge— fühlt, wie er so ganz im Feuer des Jünglings redete, sagten nicht die Blitze seines Auges, wie er im Her⸗ zen so ganz verwandt, ja eins mit dir war? Und wärest du nicht, durchdrungen von seinem Geiste, ihm, deinem Leonidas freudig gefolgt, um für die Freiheit deines Volkes zu verbluten? So war Robert Blum, begeisternd und anfeu— ernd. Wenn aber zügellose Massen des Volkes wie die losgelassene Hyäne daherstürmten mit der Fackel der wilden Leidenschaft, ohne Gesetz, ein Schrecken der Freiheit, wenn es gährte und tobte, und Rache und Blut das Loosungswort geworden, Versprechungen, Drohungen und die Worte der Religion taub verhall— ten, wem war es dann möglich, seinen Worten in dem brausenden Orkan Gehör zu verschaffen und dem Sturm zu steuern? Robert Blum, dem Manne des Volks war das möglich, möglich durch das Vertrauen und den Glauben des Volks, das ihn verehrte, da— durch, daß er mit rechten Worten die Stelle in dem Herzen des aufgeregten Volkes finden konnte, durch welche wie mit magnetischer Kraft der Frieden wiederkehrte. — Und dieser Mann ist nicht mehr; er wurde ge— mordet, weil er gezeigt, daß nicht nur durch Worte * 1 sener n* 7 % 4 die Freiheit errungen werden kann, sondern durch die That, durch die Kraft des bewaffneten Armes; er wurde gemordet, weil die Feinde der Freiheit in ihm den Mann erkannten, der mit gewaltigern Waffen, denn Bajonette und Feuerschlünde in die Schranken trat; er wurde gemordet nicht, weil er Robert Blum, sondern der Mann der Wahrheit und des Volkes war. Um Rache, um gerechte Rache aber schreit sein Volk, denn sein Herz war das Herz des Volks und den Schmerz des tödtenden Bleis, den er auf der Bri⸗ gittenau empfunden, hat sein ganzes Volk gefühlt, und noch immerfort blutet die Wunde des Volks. Um Rache, um gerechte Rache schreit jeder Blutstropfen, die Kämpfer der Freiheit, welche bei der Leiche des Gemordeten erstanden, werden nicht ruhen. Und wahr- lich, die Zeit muß kommen, in der die Saat aufgeht, in der das Morgenroth sich spiegeln wird in dem sperlen— den Frühthau, das ist, in den Thränen der Völker, die es einst geweint um seine Märtyrer! F. Hüne. Der Centralausschuß der konstitutionellen Vereine des Großherzogthums Hessen hat folgende Addresse an die preußische Nationalversammlung erlassen: „Verehrte Männer! Ein zu erwartendes Ereigniß ist eingetreten! Ba— jonette haben Sie aus Ihrem Sitzungs-Saale vertrie— ben. Wir wollen die Frage nicht untersuchen, ob die Krone unter den von ihr entäußerten Rechten, auch das aufgegeben habe, die Nationalversammlung zu ver— tagen? ob Sie also in ihrem guten Rechte sind oder die Regierung? Nur die Ueberzeugung hat uns leb— haft durchdrungen, daß Sie, wenn Sie glaubten in Ihrem guten Rechte zu sein, gehandelt haben, wie es deutschen Männern geziemt, daß Sie die Rechte und Freiheiten des Volkes in wahrhaft würdiger und gesetzlicher Weise gewahrt haben. Wir können nicht umhin, Ihnen unseren ganzen Beifall und unsere Theil— nahme hierdurch auszusprechen und Sie zu bitten, in allen Fällen, in welchen Sie das Recht auf Ihrer Seite zu haben überzeugt sind, mit gleicher Ruhe und Würde und in gleicher Uebereinstimmung zu handeln. Gießen den 13. November 1848. Unterm 16. d. M. beschloß der Centralausschuß der constitutionellen Vereine eine Addresse an den Reichs⸗ verweser, die ihn auffordert, in der preußischen Ange— legenheit mit derselben Kraft und Raschheit für das Recht einzuschreiten, wie solches in den kleinen Staa— ten geschehen sei. Politische Umschau. Berlin ist noch immer im Belagerungszustande.— Die Berliner verlangen: Verbannung der Prinzen, Auflösung der Garden, Entfernung der Truppen, Ver⸗ haftung der Minister, Fernhaltung des Königs von den Regierungsgeschäften.— Aus allen Theilen der Preußischen Monarchie, ja aus ganz Deutschland gehen Addressen ein, in denen die Sympathie für die Ber— liner Nationalversammlung ausgesprochen wird. In einem Schreiben aus Süddeutschland heißt es unter Anderm:„das Vorschreiten des Hauses und Ministeriums Brandenburg gegen die Berliner Nationalversammlung erschwert nicht allein das Wir— eine an Ba⸗ ktrie⸗ b die auch ver⸗ oder leb⸗ n in ie es sechte und nicht Theil⸗ , in Ihrer e und deln, schuß leichs⸗ Ange⸗ 7 das Staa⸗ be. rinzen, „Ver⸗ 95 von len der gehen je Ber⸗ hland Hauses gerlinet 5 Wir⸗ 1 ken der Constitutionellen, es setzt entschieden die con— stitutionellen Sympathieen für Sachen und Personen auf's Spiel; um deutlicher zu reden, wir constitutio— nellen Männer stellen die Sache, d. h. wahre Bürger— freiheit über die Form, und der Tag eines wirklichen Angriffs auf die constitutionellen Freiheiten wird uns mit den Republikanern unter einer Fahne finden, und dann sicher die Morgenröthe der Republik sein. Die Todtenfeier Blums, welche wohl in allen Städten Deutschlands begangen wurde, hat auch hier die größte Theilnahme gefunden. Der Zug, bestehend aus der Bürgergarde, dem demokratischen, März—, Arbeiter-, vaterländischen, Studenten-Vereine und vielen andern Theilnehmern bewegte sich am Nachmittage des vergangenen Sonntags nach dem Buschischen Garten (die Benutzung der Kirche zu diesem Zwecke ward nicht erlaubt), wo die Herren Dr. Koch und Hillebrand über Leben, Wirken und Tod des großen Mannes redeten. Die Feierlichkeit schloß mit der Setzung der „Blumslinde“ jenseits der Liebigshöhe. Zur Unterstützung der Familie Blums werden von vielen Orten Beiträge gesammelt.(Auch die Red. dieses Blattes ist bereit, Beiträge zu diesem Zweck entgegen zu nehmen.) Windischgrätz ist nach Ungarn abgereist, Baron Welden ist in seine Stelle getreten— Wien athmet wieder auf. Die Mörder Latours sind gehängt worden. Messenhauser, der Commandant der Wiener 265 Nationalgarde ist am 16., Morgens 8 Uhr, erschos⸗ sen worden. Wir berichteten, die Ungarn seien bei Göding von Simonic geschlagen und zerstreut; diese Nachricht scheint sich nicht in dem Grade zu bestätigen, denn mehrere Blätter berichten übereinstimmend, daß Si— monie sich mit seinen 6000 Mann und 12 Kanonen zurückzieht. Die Armee der Ungarn zählt 20,000 Mann und sollen außerdem 300,000 waffenfähige Ungarn bereit sein, ihre Kraft dem Vaterlande zu weihen. Ein böhmisches, constitutionelles Blatt will aus dem Munde eines Glaubwürdigen von einer en preußisch⸗ russischen Allianz wissen. Der Landtag des Herzogthums Weimar hatte in Uebereinstimmung mit der Regierung den Beschluß gefaßt, daß die Volksvertreter als solche, das Alter von 30 Jahren erreicht haben müßten, als ein Brief aus dem Eisenacher Oberlande eintraf, in dem es unter Anderm heißt:„Wenn die Fürsten von 14— 18 Jahren mündig genug sind, Voͤlker zu regieren, warum sollen es die Männer des Volks erst zu 30 sein?— Nach Arnold Ruge wird in Berlin noch im⸗ mer gefahndet, ist aber bis jetzt noch nicht gefunden worden. Der König von Würtemberg verzichtet jähr⸗ lich an seiner Civilliste auf 300,000 Gulden. Intelligenzblatt. 2240) Gießen. Samstag den 25. November d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause: % Stecken Fichten⸗Stockholz, 125 Wellen„ Reisholz, 1 Kiefern⸗Stamm von 7 Cbff., 7 n Stangen von 28 ½ Cbkf., 26 Fichten⸗„ von 22% Cbkf., 6 Lerchen⸗„ von 5 ½ Cbkf., öffentlich versteigert werden. Das Holz liegt im Distrikt Zollstockswäldchen, an der Franzosenschanze, und ist der Forstschütz Hahn zu Rödgen angewiesen, dasselbe am Tage der Ver— steigerung, Morgens 8 Uhr, an Ort und Stelle vorzuzeigen. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 24. Juni 1849 gestattet. Gießen am 18. November 1848. Der Bürgermeister Gg. Reiber. 2226) Gießen. Gr. Armen-Commission hat die nach dem Versteigerungs-Protocoll vom 6. d. M. gemachten Gebote, hinsichtlich der Lieferung der Schuhe und des Biebers für die armen Kinder, als zu hoch, nicht genehmigt und beschlossen, daß nunmehr diese Lieferungen, denjenigen überlassen werden sollen, welche bis zum 25. d. Mts. die billigsten Forderungen, unter den, im Versteige— rungsprotocoll vom 6. d. Mts. enthaltenen Bedin— gungen, machen. Hinsichtlich der Lieferung der Schuhe ist weiter bestimmt worden, daß deren Anfertigung Dutzend— weis an einzelne hiesige Schuhmacher überlassen werden soll. Die Gebote, worin anzugeben, wie viel für ein Paar Knabenschuh, oder wie viel für ein Paar Mädchenschuh und wie viel für die Elle Bieber / breit und geköppert, nach dem bei dem Unter— zeichneten zur Einsicht vorliegenden Muster gefordert wird, werden schriftlich und versiegelt bis zum 25. d. M. einschließlich, bei dem Unterzeichneten einge reicht. Nach der vorläufigen Berechnung besteht der Bedarf in 58 Paar Knabenschuh und 69 Paar Mädchenschuh, sowie in 285 ½ Ellen Bieber. Gießen am 16. Novbr. 1848. In Auftrag Gr. Armen-Commission C. Lauer. Butzbach. Brennholzlieferung. Dienstag den 28. d. M., des Vormittags um 10 Uhr, soll die Lieferung des in 36 Stecken Buchen- und 188„ Eichen-Scheidholz bestehenden Brennholz-Bedarfs der Garnison Butz⸗ bach auf das Jahr 1849 auf dem bekannten Sou— missionswege in Accord gegeben werden. Man bringt dies hierdurch mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß die Lieferungs-Be— dingungen von heute an jeden Tag auf dem Ver⸗ waltungs-Büreau besagter Garnison eingesehen werden können, woselbst auch die Soumissions— Formulare in Empfang zu nehmen sind. Butzbach den 14. November 1848. In Auftrag Cellarius, Oberquartiermeister. 2227) 266 2253) Fellingshausen. Mittwoch den 29. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen in dem hiesigen Gemeindswald, Distrikt Rup— persbach 1) 27 ½ Stecken Buchen⸗Scheidholz, 20 4„ Eichen⸗ 1 3) 9„ Buchen⸗-Prügelholz, 2973 1 1 Eichen⸗„ 5) 49„ Buchen⸗Stockholz, 6) 650 Wellen Buchen-Reiserholz, 75 25 1 Eichen 95 öffentlich meistbietend versteigert werden. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird solches bis Jo— hannitag k. J. verborgt. Fellingshausen am 21. November 1848. Der Buͤrgermeister Weber. 2234) Gießen. Donnerstag den 23. November l. J., Vormittags 10 Uhr, werden in der Wohnung des Wirths Schlierbach zu Rodheim, fuͤr Rechnung des dasigen Kirchenkastens circa 30 bis 35 Malter Korn und 12 Malter Hafer öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zah— lung versteigert. Gießen den 18. November 1848. Der Decanats-Kirchenrechner Dauernheim. 2239) Gießen. Man bringt hiermit zur öffent⸗ lichen Kenntniß, daß nächsten Donnerstag den 23. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, eine bedeutende Anzahl gebrauchter Spielkarten in dem Gesellschaftshause dahier, gegen gleich baare Zahlung, versteigert werden soll. Gießen am 18. November 1848. Der Vorstand des Gesellschaftsvereins. 2248) Wieseck. Montag den 27. November, Mittags 12 Uhr, sollen im Schulhause zu Wieseck f — Mrg. 42 Rth. 7 Schuh Acker in den Hopfen⸗ gärten, e e e„ in dem Sandacker l 2„ auf dem Ruppen⸗ strauch, 1„ 17„ẽ—„Wiese im Daubenanger, 8— 10 Wagen guter Kuhmist und einiges Ge— räthe, versteigert werden. 2266) Gießen. Johs. Walters Wittwe zu Kiederbessungen beabsichtigt ihre zwei Pferde mitt⸗ lerer Größe und 5jährig, mit Wagen- und Acker⸗ geschirr aus der Hand zu verkaufen. 2235) Gießen. Neue Modelle für Män⸗ tel und Mantillen habe ich so eben erhalten. W. Nehmeyer. 2225) Gießen. Most⸗ und Tafel Senf, Limburger Käse, Häringe und Sardellen, Rum, Arrak, Cognak, Bischoff und Punsch-Essenz ꝛe. bei Höstere ich, auf der Mäusburg. 2250) Gießen. Gummi ⸗Ueberschuh i neuester Fagon und recht solid gearbeitet, empfiehlt Fr. Berg, Lit. D. e 19. 2247) 8 Gießen. 5 Staats⸗Lotterie⸗Ziehungen 5 am 1. December dieses Jahres. Badische 35 fl. Loose, Hessische 40 Nth. Loose und Sar dinische 36 Fr. Toose. Original⸗Obligations⸗Loose coursmäßig bei N. Budge. 2091) Gießen. In dem Berlinischen Hause vor dem Wallthor ist ein Logis, bestehend in vier in der unteren Etage ineinandergehenden geräumigen Zimmern, einer Küche, 2 Zimmern im 3. Stock⸗ werke, Keller, Waschkuͤche, Holzstall und die Hälfte des am Hause liegenden Gartens zu vermiethen und ist sogleich zu beziehen. Auch ist in dem Nebenbau eine kleine Familienwohnung zu vermie— theu. Das Nähere ist bei dem Uuterzeichneten zu erfahren. Adolph Homberger. 2005) Gießen. Eine Familienwohnung ist zu vermiethen bei Heinrich Kämmerer, am Markt. 2251) Gießen. Ein schwarzer langhaariger geblakter Hund mit gelben Extremen, mit einem Halsband mit zwei Ringen um den Hals, ist mir am 22. Nobr. entlaufen. Christ. Bellof. 2249) Gießen. Kranke Kartoffeln kauft C. Koch, auf dem Seltersweg. 2238) Gießen. In hiesiger Stadt wird eine Amme gesucht. Das Nähere ist bei der Redaktion dieses Blattes zu erfahren. 2253) Gießen. Eine junge schwarze Dachs⸗ hündin mit weißer Brust ist am 21. d. M. abhan⸗ den gekommen. Man bittet dieselbe bei der Red. d. Bltts. abzugeben. 2230) 55 Gießen. Bürger von Gießen! Als Opfer eines militärischen Despotismus fiel Robert Blum. Er hinterläßt eine hülflose Familie. Deutschland wird und soll sie aber nicht hülflos lassen. Tretet darum zusammen, alle die ihr für Deutschlands Freiheit erglüht, tretet zusammen, sprechet aus und bewahrheitet, daß sie auch ohne liebenden Vater nicht hülflos sind. Der Vorst and des Märzvereins. Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei. 0 2