2— 1 ö ö —.— — . 15 17% or * rechhalle zeitgemäße Mittheilungen. . Dienstag den U. April 1848. 0 0 nzleiberg Lit. B. Nr. 1. Plangemäße Dieses Blatt erscheint künftig wöchentlich 2 Mal, Montag und Donnerstag. Der Pränumerationspreis ist viertelfährlich 36 kr. Ein⸗ ücksichtigt. FFF Freies Wort. O freies Wort! Der Deutschen Hort! Hall' mächtig in den Gauen wieder! Gieb Schwachen deine Götterkraft! Dein Ruf durchdring' der Völker Glieder Für Freiheit! Gleichheit! Brüderschaft! O freies Wort! Der Deutschen Hort! Laß weithin deine Fackeln strahlen, Entfeß'le jeden knecht schen Zwang; Steig segnend zu den Erdenthalen In hellem, feierlichem Klang. O freies Wort! Der Deutschen Hort! Dring' freundlich in die Kerkersräume Und mach' den armen Dulder frei; Verscheuch' des Wahnes düst're Träume Mit deinen heil'gen Farben drei! O freies Wort! 5 Der Deutschen Hort! Beleuchte all' die Gräuelthaten, Erschütt're mächtig den Tyrann, Durch dessen schwarze Höllen-Saaten Das Blut so vieler Braven rann! O freies Wort! Der Deutschen Hort! Ruf laut die Schatten all', die bleichen, Aus ihrer blut'gen Gruft hervor! Laß grell den Mörder sie umschleichen, Ihr Klageton durchdring' sein Ohr! O freies Wort! Der Deutschen Hort! Der Herrschaft morsche Säulen wanken, Im Sturm ihr eitler Bau zerfällt. Der Freiheit Geist durchbricht die Schranken Zum Jubelfest der ganzen Welt. Mit Energie beseelt bestrafen sie jeglichen Frevel, Den ein Kaiser sich anmaßt, ein König oder ein Herzog; Jenen strafen sie blos, indem sie ihm ernstlich verweisen, Dort den setzen sie ab, und diesen, o blut'ges Entsetzen! Ackungsgebühren per Zeile 2 kr. Auswärts abonnirt man sich bei den zunächst gelegenen löbl. Postämtern; in Gießen bei der Expedition, Beiträge wolle man an die Redaktion dieses Blattes abgeben. Anonyme Einsendungen werden nicht 77 PP P—F——— O freies Wort! Der Deutschen Hort! Laut donn're zu den Fürstenthronen Und schleudre deinen Blitz herab Auf die schon halb erblich'nen Kronen! Ihr Glanz verweht— sie ruft das Grab. Doch, freies Wort! Europa's Hort! Wen soll der Lorbeerkranz umwallen? Dem Fürst am freien, deutschen Rhein, Dem Ludwig! hochgeschätzt vor Allen! Dem soll die Kaiserkrone seyn! Theodor Loos. Die Bitteri ade. (Episch komische Hyperbel.) Erster Gesang. Nenne mir Muse den Mann und die Männer vom bit— teren Tische, Die des Abends im Stier erscheinen, politischen Sinnes, Rath dort haltend, das Wohl der sterblichen Menschen zu schützen! So die siebente Stunde des Abends vom Thurme herabtönt, Legt der bittere Mann Pantoffel und Schürz' auf die Seite Hin, und hüllt sich ins feine Gewand. Zuerst zieht er die Stiefel An die bebenden Füße von schwarzem Leder verfertigt, Häufig geflickt und versehen mit Ristern, die selber er an⸗ legt; Auf den dicken Sohlen sind Nägel die Hülle und Fülle Von der Größe des Hellers bis zu jener des Thalers; So das Schicksal gebeut, daß einer verloren ihm gehe, Wird die leere Stell' ersetzt durch einen der folget; So die Bekleidung der Füß'! Alsdann zieht er an seinen Leibrock, Ehedem dunkelbraun, doch jetzt wie die Farbe des Schiefers, Blank, wie geglätteter Stahl ist, oder gewichsete Stiefel. (Fortsetzung folgt) da; seit Napoleons Zeit ging es ganz in verschiedene Staaten auseinander, die, nachdem das französische Joch von uns abgeschüttelt war, durch die Verbin— Freiheit! Gleichheit! Diese Worte hört man so oft rufen und aus⸗ sprechen von Leuten, die weder wissen was Freiheit ist, noch was man unter dem Worte Gleichheit verstehet. Der sicherste Beweis, wie weit die Ver— standesgaben eines gewissen Theils(Gott sey Dank der kleinste) des hiesigen Publikums gehet, konnte sich der ruhige Beobachter leicht in der am Samstag Abend den 1. April stattgefundenen Versammlung im Busch'schen Garten wahrnehmen. Man will Freiheit, und läßt dem Einzelnen noch nicht einmal Redefreiheit!— man will Gleichheit vor dem Ge— setze, und tritt das Gesetz der Vernunft und das des Anstandes mit Fuͤßen. Nur Leute, die die erhaltene Freiheit nicht ver— dienen, indem sie pochend auf ihre rohe Brutalität, nicht einmal anerkannte verständige Männer ihre Ansichten entwickeln lassen, sondern vorneherein ihre Geistesgaben durch Stampfen, Pfeifen, Zischen und andere Ungezogenheiten zu Tage fördern, solche Leute sind nicht werth, öffentlichen Versammlungen beizuwohnen, und es wäre sehr zu wünschen, wenn der größte und besser denkende Theil Gießens Buͤr⸗ ger dafür bedacht wäre, solche Tollhäusler unschäd— lich zu machen, indem sie bedächten, daß gerade der bessere Theil hiesiger Einwohner bei solchen rohen ungeschlachteten Demonstrationen, in den Augen aller nicht Gießer leiden müssen. Wir wollen glauben, daß das pfeifende, zischende und pochende Publikum nur einzig und allein von Leuten herrührte, die entweder der Schule noch nicht entwachsen oder der Ruthe des Lehrers zu frühe entlaufen waren, denn der wirklich kluge frei— denkende Mann wird nimmer ein so rohes Betragen billigen können. Burger! es ruft euch einer eurer Mubürger zu, seyd auf eurer Hut und laßt euch durch ein nur geringes Häuflein Menschen, die statt Verstand nur rohe ungeschlachtete Brutalität besitzen— laßt euch durch solche Menschen nicht in den Augen Auswärtiger entwürdigen, entfernt diese Schreier, wo ihr sie findet, bedenkt, daß zur wahren Freiheit vor allen Dingen Redefreiheit gehört, bedenkt, daß klar besonnene und mit Kenntnissen aller Art aus— geschmückte Redner, welche zu Euch reden wollen und belehrend in eure Mitte treten,— durch solche Behandlungen zurückgeschreckt— nimmer wagen werden, frei zu reden, wo nur viehische Gewalt zu regieren den Anschein hat. Man berufe keine Ver— sammlung mehr, wo das Local nicht vollkommen erleuchtet ist, man lasse unwürdige der Schule noch nicht entwachsene Knaben in solchen Versammlungen nicht zu, Knaben, die ohne zu wissen was sie thun, von einzelnen exaltirten Köpfen angesteckt, Ungezo— genheiten begehen— die der freie brave Mann nie billigen kann. Tauschet eure Meinungen gegenseitig aus mit Ruhe und in Ruhe; was dem Volke nicht gefällt, zerschlägt sich von selbst und ein einfaches Nein oder Ja reicht hin, eure Gesinnungen kund zu geben. In jedem andern Falle, wird ein kluger und anständiger Theil, in seinen Mittheilungen ge— hemmt, sich zurückziehen, und da sich Niemand ver⸗ höhnen lassen wird! werdet ihr einer bedenklichen Zukunft preisgegeben. 5 Tauschet frei und offen mit der größten Ruhe eure Meinungen aus! belehrend stehe Einer dem Andern gegenüber; dann erst werdet ihr das Drückende verschiedener Stände beseitigen, indem ihr euch allgemein eine höhere Bildung aneignet und im sichern Gefühle dieser, die Gleichheit auch einge- räumt werden muß, nach welcher ihr sonst ver ebens ringen werdet. Mögen Euch kuͤnftig diese Worte stets vor Augen stehen, und möget ihr bei ähn⸗ lichen Fällen Alle darauf bedacht seyn, unter allen und jeden Umständen euch als ruhige kluge und thatkräftige Bürger zu beweisen. Es leben Gießens brave Bürger!! Ein Bürger. VVV Mehrseitig ist der Wunsch geäußert worden, es möchte sich hier in Gießen ein Scharfschützen⸗ corps mit Büchsen und Hirschfängern bewaffnet, innerhalb der Bürgergarde constituiren. In Folge dieses erlaubt man sich alle Diejenigen ohne Rücksicht auf Stand, welche wo möglich dieser Waffengattung gewachsen sind, oder aber dazu sich zu bilden gedenken, auch aus eignen Mitteln die Armatur bestreiten wollen, auf nächsten Mittwoch den 5. April d. J., Abends 8 Uhr, 10 die Leib'sche Wirthschaft zur Besprechung einzu- aden. a Ausdrücklich wird bemerkt, daß nur Leute ein— geladen werden, die vorneherein von der Zweck mäßigkeit eines solchen Corps überzeugt sind, und man keineswegs beabsichtigt, sich mit Personen an⸗ derer Meinung streiten zu wollen. Im Falle es nicht genugsamen Anklang findet, soll die Sache als vorerst erledigt betrachtet werden. Verst ande n212! ensellig J ke nicht n fache* N kund l 10 1 lluget fur gen ge⸗* 57* 2 b n, zeitgemäße Mittheilungen. l f .(Bei blatt.) n Ruhe et dem yr das Lieben Landsleute zu Stadt und Land! Die Köllnersche Rede, die nachher kam, dem iht Es wird wol Vielen schon seyn bekannt, Im ganzen dieselbe Richtung nahm, let und Daß auf der Wiese bei Großenlinden Nur, daß er noch mit stärkern Ausdrücken 0 Ange Eine Volksversammlung thät stattfinden, Die 2. tadelte 10 1 1 0 eee, Es ist selbige, wie ich selber gesebn, ee e eee ee e Am Sonntag Nachmittage geschehn. 8 i 115 15 1 80 15 el ähn⸗ Will also flux zu erzählen anfangen, aß ein Hab und kei f r alen Wie es allda ist hergegangen, In der Republik sei sicher gestell. ge und Unparteiisch, kurz, einfach und gut, Kurz, er meinte es sei ein Graus, j So es dem deutschen Mann ziemen thut. Wenn uns käm die Republik ins Haus. Nachdem sich mit Fahnen und Fähnelein Zeigten auch nach ihm im selben Sinn i Traulich versammelet Groß und Klein, Noch andere Redner auf dieses hin. ger. Stellte sich Alles still und stumm Plötzlich— zu aller Erstaunlichkeit— um das Rednergerüste rundherum Trat August Becker vor die lieben Leut, Die Fahnen wurden, wie sich's gebührt Wollte Alles, was vor ihm gesprochen worden, Vom Winde bis unten zum Schaft gerührt, 5 mit 1 3 5 Welches der ganzen Versammlung eben, ard indessen von der rechten Sei 30 5 den, es Auch ein rührendes Ansehn gegeben. Oft unterbrochen durch Schreien und Pfiffigkeit. hützen⸗ Wie nun Alles erwartungsvoll Und wurde herunner“ gerufen laut, wafflel, Steht ob dem Ding, das da kommen soll, Was, nach meiner Meinung, nicht paßte gaut. n Folge Sprach zuerst ein geistlicher Mann, Dieses stören von der rechten Seit 55 05 e In salbungsreicher Rede die lieben Landsleute an, That indessen dem Präsdenten herzlich leid; 0 dieser Mahnte an Ordnung und Einigkeit. Hat auch kräftiglich diesermaßen agu sich Welches auch gehört ward von der Anwesenheit. Gesprochen, jedmänniglich reden zu lassen teln die Hat zu End' auch geschlagen vor Welches von den Landleuten mit lautem Ja Als Präsident Herrn Peppler, den Major; Ist versprochen— Hallehlufa. Dieser hat denn auch sofort Hillebrand nahm nachher auch das Wort Ergriffen den Präsidentenstah und das Wort. Im Becker'schen Sinn am selben Ort: Welches letztere von Zeit zu Zeit Sagte den Leuten, es sei kein Haar einzu⸗ Erfüllte die Versammlung mit Begeisterkeit. An der Köllnerschen Rede wahr i. 6 So hat er erzählt, wie in der Jugend früh Sie wollten die Geldkasten gewiß nicht plündern, ute ein⸗ Er geroren und erzogen hie, Auch nicht Handel und Gewerbe hindern; Zweck Hat mit Begeisterung auch erzählet, Aber das sei der Republik hoher Sinn, id, und Daß er den Kriegerstand erwäblet, Zu We gegen Verschwendung hin; nen an Daß er auf dem Felde der Ehr' Was Minister vergeuden im Ueberfluß, alle e Treulich gezogen weit umher. 3 i hungern und 18 muß e Sache Thät dann aber auch noch beschreiben Wan e ten sie auf ase Weis Der Republikaner Thun und Treiben, Vezahlen des Armen Müh und Fleiß; 21 Und daß er auch Republikaner sei, Sprach auch, wie der Bauer sich hebe 24 Aber doch bliebe seinem Fürsten treu Wenn er in einer Republik lebe. Welches den Republikanern allen In Hinsicht der Fürsten hielt er davon, In manchen Stücken hat sehr gefallen. Daß sie versprochen gar Manches schon, Zu Schluß der Rede brachte er noch Aber, so bald der Sturm verweht, Dem Großherzoge ein Lebehoch⸗ Nasen dem Volke hätten gedreht. Mit Energie beseelt bestrafen sie jeglichen Frevel, — — NN S 1 0 7 — —— 7 4 da; seil Napoleons Zeit ging es ganz in verschiedene Staaten auseinander, die, nachdem das französische Joch von uns abgeschüttelt war, durch die Verbin— Den ein Kaiser sich anmaßt, ein König oder ein Herzog; Jenen strafen sie blos, indem sie ihm ernstlich verweisen, Dort den setzen sie ab, und diesen, o blut'ges Entsetzen! 480 So lang auch der Hillebrand geredet hat, War doch niemand der Rede satt, Und mancher Bauersmann hat gesägt, Der schwaßt däi Wahret, der hat Rächt! Vie Versammlung wurde nun bald aufgehoben Und Jeder ist seines Wegs geschoben. Doch ist es mir wahrlich gewesen leid, Daß dies nicht geschehn ganz in Friedlichkeit. Manche haben durch Schimpfen und Schelten Oftmals beleidigt Teller, Keßler und Velten, Und haben selbige, die gescholten, Fälschlich für Republikaner gegolten. Am Abend trug's in Gießen sich zu, Daß allda war große Unruh; Vorzüglich vor Major Peppler's Haus Ist gegeben ein schlechter Ohrenschmaus, Welcher, weil er so disharmonirt, Katzenmusika benamset wird. Wer aber die Musici sind gewesen, Ist bis jetzt noch nirgend zu lesen, Schien mir aber nach den Miaun und Schrein Das Orchester reichlich besetzt zu sein Nachhero aber hat, wie sich's schickt, Jeder sich müdig ins Bett gedrückt. F. Hüne. In Folge des lahm! reitenden Artikels M 98. Pag. 826 des jüngsten Tages, bedarf es wohl keines weiteren Commentars, um einzusehen, daß der Name Jungk und Unbilligkeiten sich durch— aus nicht zusammen reimt. Dies zur Nachricht der Ruhe haltenden?— und Ruhe gebietenden!!! Buͤrger-Cavallerie, L. Jungk. Anfrage. Warum die beiden Gesellschaften: der vaterlän— dische Verein und der hiesige Büͤrgerclub, die doch ganz gleiche Gesinnungen hegen, sich nicht auf der breitesten Grundlage mit einander ver— schmelzen?!? Deuscpbland, werde einig!— Gießen's Büger aber auch!! Die sieben Todsünden. I ib nh ee lun Die Herzogin (For setzung „Was haben Sie denn, Mama Barbanson?“ fragte der Veteran. 0 „Was ich habe, mein Herr? Es handelt sich da⸗ rum, daß Sie mir erlauben müssen, sogleich auszu— gehen.“ „Ganz nach ihrem Gefallen; aber wohin gehen Sie denn, wenn ich fragen darf?“ „Zur Frau Gräfin vou Beaumesnil, und noch dazu in ihrem eigenen Wagen,“ versetzte die Haushälterin mit wichtigem Tone;„es handelt sich um Aufschlüsse die ich ihr allein geben kann, wie es scheint. Ich will Bonapartistin werden, wenn ich weiß, was das bedeuten mag! aber das ist gleich.“ Hier unterbrach sich die ehemalige Hebamme, stieß einen Schrei des Entsetzens aus, als führe eine plötzliche Idee ihr durch den Kopf, und sie sagte zu ihrem Herrn: „Wollen Sie einen Augenblick mit mir in den Garten kommen; ich muß insgeheim mit Ihnen sprechen, aber insgeheim.“ „O! ho!“ antwortete der Veteran, indem er die Gartenlaube verlies und seiner Haushälterin folgte, „ist es so wichtig?.., nun, ich folge Ihnen, Mama Barbanson.“ Die Haushälterin führte ihren Herrn einige Schritte von der Gartenlaube hinweg und sagt mit leiser Stimme und geheimnißvoller Miene: „Mein Herr, Sie kennen ja wohl Madame Her— baut, welche im zweiten Stocke wohnt, die sich vom Handel zurückgezogen und zwei Töchter hat, denen ich vor vierzehn Tagen Herrn Olivier vorgestellt habe?“ „Ich kenne Sie nicht; aber Sie haben mir oft von ihr gesprochen... weiter?“ „Ich erinnere mich jetzt, daß ihre vertraute Freun- din, Madame Lainé, in Italien ist, als Gouvernante bei der Tochter einer Gräfin, die einen Namen hat ungefähr wie Beaumesnil; das ist vielleicht die näm⸗ liche Gräfin?“ „Möglich, Mama Barbanson... Und weiter 2“ „Vielleicht will man bei mir Erkundigungen ein— ziehen über Madame Lains, die ich bei Madame Her- baut gesehen habe.“ „Wieder möglich, Mama Barbanson, nun Sie werden es ja bald erfahren, da sie sich ja zur Frau von Beaumesnil begeben.“ „Ach, mein Gott! Herr, ich habe eine andere Idee!!“ „Nun lassen Sie hören, sagte der Veteran mit wahrer Engels geduld. „Ich erzählte Ihnen seiner Zeit von jener jungen maskirten Frau, welche. „Nun fangen Sie gar diese Geschichte wieder an,“ rief der Veteran, indem er rasch seinen Rückzug zu bewerkstelligen begann. „Nein, mein Herr, wenn aber das alles auf die junge Frau Bezug hätte 20 (Joris folgt.) Druck und Verlag der G. D. Brübl'schen Buch- und Steindruckerei. . Der Minz il mir auf gehalke Corte ac Peppler 729 feier ift frauffurt 1 Gießen 4 ö qu de Noto: 2b. 7 7 Haben e Meusc en, fte Aan es gl ceenwerth. eic. E die ihres ien schon Gacg davo die Sprach don Gemef Gserzunge Magd, de Gedruches schausläßt llt wordes gung verdi, „Polizeihen (man mög eit nen hun, Jr ft J. Ziegel Achau In Proph A dem 9 Im gott lurch dau I sbren wum, er Gem hege Mcled ö Dem anonymen Schreiber des mir am 31. März überschickten schlecht stylisirten Briefes, worin mir auf zudringliche Weise eine stylistische Vorlesung zehalten wird, diene zur Nachricht, daß ich kein Correspondent des jüngsten Tages und nicht Verfasser der gegen die Herren Ferber, Peppler ꝛc. geführten Polemik bin. Der mir unbekannte Briefschreiber meint den either öfters mit mir verwechselten, gegenwärtig in Frankfurt anwesenden stud. theol. Adolph Welker. Gießen den 3. April 1848. f 5 Hermann Welker stud. med., aus Gießen. An den Verf. des Art.: Rügengericht mit dem Motto:„Sechs Tage sollst Du arbeiten ic.“ in 4 21 d. j. T.. Herr Falkenberg! i„Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten.“ Haben Sie es sich denn zur Aufgabe gemacht, die Menschheit zu belügen?— Nach dem von Ihnen, freilich anonym veröffentlichten Artikel muß man es glauben, wenn man die Aussagen mehrerer ehrenwerther und glaubwürdiger Zeugen damit ver⸗ gleicht. Eine so verschmitzt entwickelte Lügenkette, die ihres Gleichen nicht so bald findet, läßt auf einen schon geübten Lügner und Verleumder schließen. Ganz davon abgesehen, daß Ihre Sprache,— und die Sprache zeichnet doch den Charakter— voll von Gemeinheiten ist, daß Ihre kaffeeschwesterliche Lästerzunge mit zierlichen Fraubaasereien über die Magd, den Corridor, die Armenkreuzer, sogar über Gedrucktes und Ungedrucktes mit neidischem Sticheln sich ausläßt, was von Edelgesinnten hier nicht bekrit⸗ telt worden wäre, und gegen Sie keine Widerle⸗ gung verdient, wollen wir nur das mit dem Kraftwort „Polizeiherr“ bezeichnete, von Ihnen mit Unwahrheit, (man möchte es mehr als schuftige Lügenhaf⸗ ügkeit nennen) Vorgefuͤhrte, wahrheitsgetreu dar⸗ thun. Ihr freilich hier„bekannter“ Hr. Schwiegervater A. Ziegelstein, hatte erstens an jenem Samstage durchaus Nichts vorzutragen, am wenigsten aus den Propheten, was, wie die ganze Gemeinde weiß, nur dem Vorsänger zukommt; zweitens, wer, gibt dem gottesfürchtigen A. Ziegelstein das Recht, durch lautes Nachplappern die allgemeine Andacht zu stören? Hr. Dr. Levi machte ihn darauf auf- merksam, nicht als Rabbiner, sondern als Mitglied der Gemeinde. Nun fragen wir Sie, den Hrn. Schwiegersohn, ob ein Recht, das jedem Gemeinde⸗ mitglied zusteht, wenn seine Andacht durch Ihren „ 3 brummelnden demselben ein Zeichen zur Ruhe zu geben: ob dieses laut Schwiegervater gestört wird, Recht, das eben nur damals Dr. L. in Anspruch nahm, demselben als Unterbrechung des Gottesdien— stes angerechnet werden kann? Hätte A. Z. Hrn. L. nicht beleidigen wollen, würde er den bezeichneten Abschnitt leiser nachgesprochen haben, und überhaupt ruhig geblieben seyn. Nein; er mußte seinem Gifte Luft machen, und der zur Ruhe Ermahnende sieht sich genöthigt, eilends das Erste Beste zu ensgegnen. Nach ruhiger und anspielungsloser Predigt besucht Dr. L. den Clubb. Man verlangt nach ihm. Mitterlich weinend fleht Z. Frau,„die Grobheiten ihres Man— nes zu entschuldigen.“ Nach Tische wird Hr. L., der vielleicht entschlossen war, solcher Gemeinheit bei competenter Behörde zu begegnen, von Ihrem Hrn. Schwiegervater und Fr. Schwiegermutter beehrt, die in tiefster Trauer und Klagen, in Heulen und Schluchzen, in Reue und Leid um gütigste Ver⸗ zeihung bitten, wobei Ihre Schwiegermutter noch ausdrücklich bemerkte:„Verzeihen Sie doch! Es war eine Dummheit von meinem Manne.“ Bereitwillig ertheilte der Beleidigte dieselbe. Nun kommen Sie, da Sie fest versichert sind, Hr. Dr. L. gibt auf Ihre, wer weiß wo zusam⸗ mengestoppelten und erdichteten, Lügen keine Antwort, nach solchen vorliegenden Thatsachen, von denen Sie unterrichtet seyn müssen, nachdem Abbitte gethan ist, und verdrehen das Ganze, als„hochwohlgebor— ner“„wohlgeborner“ oder wer weiß wie geborner Schwiegersohn, zu Gunsten Ihres berüchtigten Schwiegervaters, und vertheidigen und bemänteln eine Bosheit desselben, die er selbst zugestanden hat, und schämen sich nicht, einen Mann in einem Schul- meistertone, den Ihnen Jedermann besser zugetraut hätte, zu beschuldigen, über dessen„Würde“ zu ur⸗ theilen, Ihnen der Verstand ausgeblieben ist und die Flügel nicht gewachsen sind. Anfrage: Haben Sie denn, der Sie neulich von einem hiesigen Geistlichen, viel— leicht Ihres gesitteten Betragens halber entlassen wurden, der sämmt⸗ lichen Geistlichkeit Rache geschworen? Beantworten Sie sich dieses selbst. Jegliche öf— fentliche Entgegnung ist nur ein neues Pröbchen Ihres Münchhausen-Genies. Eduard Kaufmann und andere— Freunde der Wahrheit. Welche Aussichten bieten die Republiken? Keine Volksversammlung war bis dahin stärker besucht, in keiner heerschte mehr der Geist des Miß⸗ — ö Mit Energie beseelt bestrafen sie jeglichen Frevel; Den ein Kaiser sich anmaßt, ein König oder ein Herzog; enen strafen sie blos, indem sie ihm ernstlich verweisen, Dort den setzen sie ab, und diesen, o blut'ges Entsetzen! da; seit Napoleons Zeit ging es ganz in verschiedene Staaten auseinander, die, nachdem das französische Joch von uns abgeschüttelt war, durch die Verbin— 4 trauens und der gegenseitigen Furcht als in der Versammlung am letzten Samstag. War es etwa die Besorgniß in den April geschickt zu werden? oder lagen andere Motive zu Grunde? Antwort: die Versammlung war so zahlreich, so aufgeregt, weil man von der Doppelansicht ausging, daß in derselben 2 boͤse Geister eitirt und beschworen wer— den wurden, der Geist der Reaction und der der Republik. Der eine Theil der Bürger glaubte nämlich den Geist der Reaction bannen zu müssen, der andere da— gegen den Geist der Republik. Daher die furchtbare Aufregung der Gemüther, daher war es nicht zu ver— wundern, daß Herr Professor Credner nicht ge— hört wurde, ein so achtungswerther, ehrenhafter Mann, ein so eifriger Vorkämpfer und Verfechter der Freiheit in einer Zeit, wo der größere Theil der Staatsdiener noch nicht zu der Fahne der Libe— ralität und Popularität geschworen hatte. Aber warum denn diese Erbitterung gegen die— sen Ehrenmann? Weil Herr Credner einen Vor⸗ trag halten wollte, den man nicht erwartete, den man für das Product der Reaction hielt. Wer Herrn Credner von seiner wissenschaftlichen Rich- tung kennt, worin er immer nur Licht, Wahrheit und Freiheit zu seinen Leitsternen wählte, der be— greift es, wie tief Herr Credner sich gekraͤnkt fühlen mußte, seine gewiß redliche Absicht verkannt, sich in der allgemeinen Meinung für einen Ver⸗ treter der Reaction betrachtet zu sehen. Warum aber wurde der einfache schlichte Bürger, Herr Kunz mit allgemeinem Beifall gehört? weil der größere Theil der Bürgerversammlung keine Reaction von ihm fürchtete. Woher kam aber die Furcht vor der Reaction? Antwort: Diese Furcht war wie ein böser Dämon durch die unklugerweise am Freitag gehaltene Versammlung in den Gemüthern der hie— sigen Bürgerschaft aufgestiegen. Daher die furcht— bare Erbitterung des größten Theils der Versamm— lung am Abend des 1. Aprils. Und so kam es, daß wir keine Beschwörungsformel weder gegen das Gespenst der Reaction noch gegen den Dämon der Republik hörten. Die Furcht hatte die Zungen der meisten gelähmt, und so wurden nur Neben— sachen verhandelt. Der Unterzeichnete erlaubt sich nun seine Gedanken auszusprechen, sowohl gegen das vermeintliche Gespenst der Reaction, das wir nicht zu fürchten brauchen, als gegen den bösen Geist der Republik, den Andere mit eben so wenig Grund fürchten, weil der bei weitem größte Theil der hiesigen Bürgerschaft keine Republik will. Diese Gedanken, die ich auch in der Versammlung des 1. Aprils noch mündlich ausgesprochen haben wurde, wäre nicht mein beabsichtigtes zweites Auftreten un— möglich gemacht worden durch die beschränkte Zeit, glaube ich um so mehr veröffentlichen zu müssen, da man zum Theil meine Worte misdeutet hat. Diese 5 Ideen waren ohngefähr folgende: Stimmen, ange— regt durch die am Freitage stattgefundene Versamm⸗ lung, waren unter der Bürgerschaft laut geworden, die Reaction mit ihrem ganzen Gefolge sei im Anzuge, Allein laßt euch meine verehrten Mitbürger nicht bange seyn! denn eure Furcht ist ungegrün— det, ist laͤcherlich. Hat nicht der Solare Riesen— kraft, wenn er die Heiligthümer seines Glaubens vertheidigt? Wer aber wollte uns freien Männern, die wir durch das Gefühl der Freiheit begeistert sind, die heiligsten Guter, politische und religiöse Freiheit und unsere guten Rechte rauben? Sollten wir zwei— feln an der Möglichkeit, die umfassenden Concessio— nen, welche uns von unserm verehrten Fürsten ge— macht worden sind, zu verwirklichen? Haben ja doch die Völker in diesen Tagen, entflammt von der Idee der Freiheit, die Gott unserm Urvater Adam mit dem ersten Lebenshauch einblies, Bajo— netten und Kanonen gegenüber die Freiheit der Rede und Schrift und das uralte Recht freier Versammlungen und der Waffen errungen! Und wir sollten uns vor diesem Popanz der Reaction wie die Kinder vor dem Butzenmann fuͤrchten. Wer wollte es wagen, gegen die Allgewalt der gött— lichen Idee der Freiheit und der heiligsten Rechte anzukämpfen? Wäre es nicht die größte Thorheit, nicht Wahnsinn, für Privilegien den Schild erheben zu wollen, die verwittert und veraltet sind? Zeit der Privilegien ist, wie unser Hillebrand sagt, vorüber; das deutsche Volk, zum klaren Bewußtseyn der Freiheit und seiner Mündigkeit erwacht, und zur Ueberzeugung seiner Kraft durch die glücklichen Erfolge seiner politischen Strebungen in allen Thei— len des deutschen Vaterlandes erhöhet, darf mit Zuversicht ja mit lächelndem kleine schwache Häuflein der Anhänger der Reaction hinblicken, und braucht sie nicht zu fürchten; denn die begeisternde Kraft der Freiheit, die Kraft wahr— haft volksthümlicher Ideen ist stärker als Wälle und Mauern, ihr Widerhall gewaltiger und erschüt— ternder als der Donner der Geschuͤtze. Mit dem Recht der Volksbewaffnung, mit dem Recht der freien Rede und Schrift hat das deutsche Volk das Palladium der Freiheit erlangt. Diese Waffen aber, unsrer Vorfahren Lust und Stolz, die man aber den entarteten Enkeln genommen hatte, damit das deutsche Volk feig und knechtisch werde, diese müssen wir erhalten, damit der angestammte Kriegsmuth der deutschen Nation wieder in seiner vollen Kraft erwache. Mit den Waffen in der Hand trotzen wir der Hölle mit allen ihren Heerschaaren. Darum laßt Euch nicht irre machen durch den Popanz der Reaction! Die Freiheit ist unser Panier, und wo Die Bedauern auf das calione ordnun lassen Gesellse der Ch mit all allen heit, d. entging seinen W lik, erste L sende licht d Parteil derte, sende! tränkle Mensc verwal Eltern deten? blikani dem en Bluth. Tage Senat gehors blutdün mil ed Fiege sadteh, Di alten 9 wendet leg, U Gefühl icht, lsen, da Dies N, ange. rann. worden, ge, süͤbürget a igegrün⸗ haubens mern, die sind, die Freiheil ir zwei. oncessio⸗ lsten ge⸗ aben ja imt von Urvater „ Bajo⸗ heit der ht freiet n Und Reaction fürchten. der gött⸗ n Rechte Thorheit, erheben ? Die. nd sagt, wußtseyn ht, und ücklichen en Thei⸗ arf mit auf das Reaction 1 denn t wahr⸗ Wälle erschüt⸗ it dem acht der zolk das en aber, an aber mit das müssen egsnuth n Klaft trotzen Darum anz det und wo mit edler Freimüthigkeit erklärte: — die Reaction ihr Haupt etwa erheben sollte, da laßt uns sie mit den Waffen des Geistes, sowie mit der Schärfe des Schwertes bekämpfen! Laßt uns seyn für Freiheit, Wahrheit, Licht und Recht, nicht aber für die Republik, wo ehrgeizige Parteihäup— ter sich zu Dictatoren aufwerfen und das Spiel unumschränkter Gewaltherrschaft unter der glänzen— den Firma der Volksfreiheit erneuern, wo Ströme von Blut fließen, wie uns die Geschichte zeigt. Kein traurigeres, kein blutigeres Bild bieten uns die alten und neuen Staaten, als gerade in den Zeiten, wo stie Republiken, wo sie Demokra— tien waren. Waren die griechischen Staaten nicht Republiken, als die Iris, gefolgt von Partei— haß, Neid und Scheelsucht ihren blutigen Thron (Zwietracht) aufschlug? als Hinrichtungen, Confis— cationen, Aechtungen, Verbannungen an der Tages- ordnung waren; als alle Furien der Hölle losge— lassen schienen, um die Fugen der menschlichen Gesellschaft zu lösen; als der weise, der edle Socrates, der Christus der Griechen, mit all seinen Tugenden, mit allen Vorzügen des Geistes und Herzens, mit allen Verdiensten um den Staat und die Mensch— heit, dem Neid, dem Haß und der Verfolgung nicht entging, bis ihn der Giftbecher von seinen Henkern, seinen Drängern befreite? War das ewige, das stolze Rom nicht Repu— blik, als unter Tiberius und Cajus Gracchus das erste Bürgerblut in Bürgerkämpfen floß, als Tau— sende von Bürgern gemordet wurden? Waren es nicht die Zeiten der römischen Republik, als in den Parteikämpfen des Marius und Sulla nicht Hun- derte, nicht Tausende von Bürgern, nein Hunderttau— sende das vom Blut der Bürger, der Brüder, ge— tränkte Schwert fraß? wo die heiligsten Bande der Menschheit, die Bande der Freundschaft, der Bluts— verwandtschaft gelößt waren, wo Kinder ihre Eltern, Eltern ihre Kinder verläugneten, verriethen, ermor— deten? wo die Schergen des Marius, des repu— blikanischen Volksfreundes, jeden Bürger ermordeten, dem er den Gruß weigerte? wo sein Gegner, der Bluthund Sulla, 8000 waffenlose Bürger an einem Tage niedermetzeln ließ und dem versammelten Senat ganz ruhig erklärte, daß er nur etliche Un— gehorsame züchtigen lassen War es nicht dieser blutdürstige Sulla, dem Catulus, sein, Anhänger, wenn wir im Kriege die Bewaffneten, im Frieden die Wehrlosen tödten, uͤber wen werden wir herrschen? Dies sind die sanften, die schönen Bilder der alten Republiken! Der fuͤhlende, der denkende Mensch wendet sich mit Abscheu und Entsetzen von ihnen weg, um Trost zu suchen für sein tief verletztes Gefühl, für seinen Glauben an Gott und Weltge— richt, in dem großen Gebiete der Geschichte der Mit Energie beseelt bestrafen sie jeglichen Frevel, Den ein Kaiser sich anmaßt, ein König oder ein Herzog; enen strafen sie blos, indem sie ihm ernstlich verweisen, Dort den setzen sie ab, und diesen, o blut'ges Entsetzen! 5 Menschheit, die doch Gottes ewige Weisheit und Güte für den hohen Zweck der Vervollkommnung erzieh't, damit der Mensch, ein Bild der Gottheit dem Urbilde möglichst ähnlich werde. Vielleicht fin— den wir- diesen Trost, diesen Anhaltspunct für un— sern Glauben in der Geschichte der neuern Re— publiken. War doch die Menschheit durch Christus göttliches Wort gelautert, gereinigt worden von den Schlacken des Heidenthums und bereits um 2000 Jahre weiter fortgeschritten auf der Bahn zum Ziel der Vollendung. Leider finden wir aber auch in den neuern Republiken den Trost nicht. Denn war nicht die erste französische Republik die grau— senhafteste, blutigste Zeit der französischen Geschichte seit 1000 Jahren? waren es nicht die Republikaner Marat, Danton, Robespierre mit dem übrigen Heer ihrer Würger, welche 4 Blutgerichte nieder— setzten und täglich gegen 100 Menschen, unmündige Kinder, schuldlose Jungfrauen, unschädliche, schwache Greise, Monarchisten wie Republikaner durch die Guillotine schlachten ließen und dies eine Wieder— geburt der französischen Nation nannten,(eine schöne Wiedergeburt!). Waren diese republikanischen Bluthunde besser als die römischen, unumschränkt monarchischen Kaiser, als der graue mordlustige Tiberius, als Caligula mit seinem Giftkasten, oder als der wollüstige Nero, der seinen Bruder, seinen Vor— mund, seinen Lehrer, seine Mutter mordete? Nannte nicht der Republikaner Dümouriez selbst die franz. Republik ein unermeßliches Trauer— spiel, das Entsetzen einflöße? Und welche Gräuel erzählen uns nicht die Annalen der italienischen Republiken im Mittelalter? Und welche Aussichten gibt die neue franz. Republik, wo die Arbeiter un— befriedigt durch die 20 Sous Unterstützung, die ihnen der Staat reicht, das Schlimmste fürchten lassen und die Erbitterung von Tag zu Tag steigt? Und was folgt endlich aus der Republik? Unbeschränkte Dictatur, oder schrankenlose Despotie. So ging aus der römischen Republik die blutige Dictatur des Sulla und die maßlose Despoten-Gewalt der rö— mischen Kaiser hervor; aus der englischen Republik nach Karls I. Tode der unumschränkte, finstere, arg— wöhnische Protector, der Königsmörder Cromwell, aus der ersten franz. Republik Napoleon's furchtbar despotische Polizeiherrschaft. Darum keine Republik! Allein Freiheit, Ordnung und Recht, völlige Gleich— heit vor dem Gesetze wollen wir. Diese Gleichheit und die vollkommenste Gerechtigkeit seyen nur die Grundsäulen des Staaten-, des Bürgerthums, undwir werden unter einer wahrhaft constitutionellen Mo— narchie glücklich seyn und unerschüttert stehen in allen Stürmen. Halten wir nur den Grundsatz der Ge— rechtigkeit fest! Verehret dieselbe heilig! Sie ist eine Tochter der Gottheit, herabgesandt zur Verklaͤ— 85 — er* a; seit Napoleons Zeit ging es ganz in verschiedene Staaten auseinander, die, nachdem das französische Joch von uns abgeschüttelt war, durch die Verbin— eee —* 6 rung der Menschheit. Haltet fest den Grundsatz des Christenthums, uns alle als Bruder zu betrach— ten. Dieser Grundsatz muß in Kirche und Staat oben an stehen. Das Büͤrgerthum muß wie ein großes Band uns alle umschlingen. Darum weg mit der Beamtenratte, die noch Manchem mit ellen— langem Schwanze herausguckt. Laßt uns Alle Brü— der seyn und uns als solche herzlich willkommen heißen! Keine Schranke hemme ferner den Ver- kehr der Stände! Und welche segensreichen Früchte wird dieser größere Verkehr, diese Verschmelzung der Stände bringen! Die Volksbildung wird mit Riesenschritten vorwärts gehen; denn die Bür— ger sind in ihrer ungeschwächten, geistigen Natur⸗ kraft empfänglich fur alle Eindrücke des Guten, Wahren und Schönen. Wir muͤssen wahrhaft libe— ral und frei seyn! Der wahrhaft freie Mensch aber kennt keinen Unterschied der Person, keine Sonder— interessen. Also weg mit allen engherzigen Ideen des Kastengeistes! sie sind verwittert. Sie sind wie Hieroglyphen an dem großen Baue der Menschheit. Weg mit allen Schranken, welche eine völlige Ver— schmelzung und Ausgleichung der Stände hemmen! Laßt uns eine große Familie bilden und gestärkt durch Eintracht, Liebe und Vertrauen rastlos ringen nach der Verwirklichung dessen, was von unserm hochverehrten, hochgesinnten Erbgroßherzog, dem füͤrst— lichen Vertreter der freien Richtung uns in Kirche. und Staat frei und willig verheißen worden ist, ringen nach Freiheit, Gleichheit, Licht und Wahrheit! Dr. H. Köhler. (Eingesandt.) Auf den Artikel, welcher im jüng— sten Tag Nr. 14, Lich betreffend, erschienen, muß ich Dir, lieber Einsender, erwiedern, daß Du, wie es scheint, ein Spaßvogel oder Spötter aus Lich selbst bist; denn Du suchst die Ereignisse in Lich in den Augen der Welt lächerlich hinzustellen, scheinst überhaupt vor der Schale nicht zum Kern gelangen zu können. Der Auflauf, welchen Du Revolution bezeichnest, bestand nur aus etwa 10 bis 12 unge⸗ sitteten Burschen und einigen Dutzend Gassenbuben und hätte leicht von der Ortspolizei, ohne alle bür— gerliche Hülfe, verhindert werden können. Was Du von dem Ziegenbock erzählst, ist zwar vorgekommen, wurde aber gerade dadurch, weil der Tyrann Flur— schütz denselben hielt, hervorgerufen. Hätte übrigens der Prinz Ferdinand die Sache gekannt, wie sie eigentlich war, so würde er kein Wort geredet haben; denn wer den humanen Füͤͤrsten und den Wohlthätigkeitssinn der fürstlichen Familie kennt, kann nur sagen, daß die Bewohner Lichs keine Worte von dieser Seite zu hören nöthig hatten, um beschwichtigt zu werden. Was die erste Zusammenkunft betrifft, so war die Zeit der Versammlung eine unpassend gewählte Tagszeit;— auch wurde der Vortrag von einem weniger beliebten Gemeinderathsmitglied gehalten und von Vielen mißverstanden. Liebe Mitbürger Lichs, glaubt nur sicher, daß es auch dasselbe Mitglied war, welches den andern Tag Eure Bitten dem Gemeinderath vortrug, revidirte, reducirte und endlich wieder erschien und Euch das Resultat und Heil verkündigen wollte. Eure Bitten an den Gemeinderath konnten alle gewährt werden, wenigstens konnte vom Stadtvor— stand dahin gewirkt werden, daß dem allgemeinen Wunsch entsprochen wurde; aber der vorerwähnte, gewöhnlich das Wort führende Gemeinderath, hätte lieber gesehen, wenn es ein wenig drunter und drüber gegangen wäre; uͤberhaupt meint er es nicht so gut mit der Stadt,— denkt und handelt über— haupt nicht rechtschaffen, was er nicht nur in Lich, sondern auch anderwärts schon bewiesen hat. Was die Bitte wegen der Niederlegung der Gewerbe des Stadtrechners anbelangt, so liegt hier— über zwar keine specielle Verordnung vor, die dieses untersagt; dagegen aber ist der Rechner eines Orts auf Widerruf angestellt und kann auf Antrag des Gemeinderaths aus Gründen der Verwaltung ent— lassen werden. Hierzu liegen Gründe genug vor, ohne zu erwähnen, daß er der Sohn von der Schwester der Bürgermeisterin ist. Auch könnte ein Antrag von Seiten des Gemeinderaths hinlänglich motivirt, und der Rechner genöthigt werden, ent— weder seiner Bäckerei und Wirthschaft oder der Rechnerstelle zu entsagen. Da mit Ausnahme zweier Bitten die übrigen alle an den Gemeinderath gerichtet waren, so hätten billiger Weise die letzteren auch noch an den Bür— germeister zugefügt werden können: zumal, da er und sein Diener keine Leibeserben haben und in Zukunft in der Hoffnung lebten, die gesetzlichen Ge— bühren nicht überschitten zu sehen. —— —(Des Pudels Kern.) Mylord Pal— merston! eine Frage: was kostet Sie, ein Jahr in's andere gerechnet, Berlin? Eure Herrlichkeit sind dort gut bedient, und wenn die deutschen Va— terlandsverräther nicht ebenso wohlfeil als zugänglich sind, so sind Dero geheime Fonds heuer aus nehmend stark in Anspruch genommen. Spanien, Italien, Griechenland und Berlin! das kostet Geld. Indeß, England hat Geld und der Profit, der findet sich. Und wie schön das zusammentrifft: Königin Vik— toria kommt in die Wochen, und der Kartätschendon⸗ ner von Berlin macht Musik dazu, und die Sturm⸗ glocken heulen: Rule Britania! 2 Upps Palm des Dab Ofen und d n, an eil licht über fesche gerstär fam f sic al österre mit Hl war e Oesterr font wirlich zu lase it Ge. Die stiut sie 1 Schweiz land sp lebenon mend ri selgkeit. spricht zum Ve daß Fri Ausichte ld es Migung bringen Siagtef war, alf bei gelet Thronbe monie der Je gegen di das Go Ber und Ru fertheil fühs nem und ichs, lied dem und und alle vor⸗ inen hte, hatte und nicht lber⸗ in at. der hier⸗ sieses Orts des ent⸗ vor, der ein glich ent⸗ der rigen ätten Büͤr⸗ a er d in Ge⸗ Pal⸗ ins sind Va⸗ als heuer lin! d der Vil⸗ ndon⸗ surm⸗ Die Geschichte ist: Der kühne Griff Louis Phi— lipp's nach der spanischen Krone überzeugte Lord Palmerston von der Nothwendigkeit, die Explossion des Kontinents von statten gehen zu lassen. Das war keine Kunst, denn der Brennstoff war da. Oesterreich wurde in Sieilien in die Ferse gestochen, und das alte Oesterreich fiel, zum Tode getroffen, hin. Für den vorhergesehenen Fall Oesterreichs— an eine mögliche Verjüngung Oesterreichs dachte man nicht— war von Seiten Englands die Hegemonie über Deutschland schon seit langer Zeit Preußen zu— gesichert; es bestand dafür längst ein geheimes Ein⸗ verständniß zwischen England und Preußen. Es kam für die preußische Staatskunst nur darauf an, sich auf eine geschickte Weise aus der Schlinge der österreichisch-russischen Allianz zu ziehen; dies geschah mit Hülfe der bekannten preußischen Konstitution. Es war ein schweres Kunststück, mit Rußland und Oesterreich nicht zu brechen, und gleichzeitig dem konstitutionellen Deutschland die Möglichkeit einer wirklichen preußischen konstitutionellen Zukunft merken zu lassen. Frankreichs wurde bei der Gelegenheit mit Geringschätzung gedacht. Die Komödie war vortrefflich eingeleitet: England freut sich der Freiheit überall, es freut sich der preu— ßischen Verfassung, es beschützt die Freiheit der Schweiz, Italiens(und Griechenlands?);— Ruß— land spielt den Wauwau und den Popanz in fast liebenswürdiger Weise, denn es verhält sich ausneh— mend ruhig; die einzige Gefahr besteht in der Red— seligkeit der preußischen Krone; Friedr. Wilhelm IV. spricht zu viel, und wird, ohne es zu wollen, zum Verräther des Verraths. Dazu kommt, daß Friedr. Wilh IV. religiöse, politische und soziale Ansichten hat, die sein persönliches Eigenthum sind, und es war eine Herkulesarbeit, die persönlichen Neigungen und Ansichten der Krone in Einklang zu bringen mit den Intentionen der spezifisch preußischen Staatskunst, deren geheimer Gedanke kein andrer war, als: Antritt der österreichisch-deutschen Erbschaft bei gelegener Zeit. Freilich konnte Preußen bei der Thronbesteigung des neuen Königs die deutsche Hege— monie gefahrlos antreten, wenn es dem Geist der Zeit vertrauensvoll entgegenkam, allein dies war gegen die persönlichen Ansichten der Krone und gegen das Gold— von England und Rußland. Berlin ist nicht der Ort, an dem England und Rußland feindlich sich begegnen; hier im Ge— gentheile wechseln englische und russische Staatsweis⸗ heit freundlichen Händedruck. 5 England und Rußland sind gleich stark interessirt dabei, daß ein mächtiges Deutsch'and nicht auf die Beine komme; beide Kabinette beobachten seit 1814 mit Angst jede Regung des deutschen National— gefühls, und es ist ihnen bisher leider nur zu gut Mit Energie beseelt bestrafen sie jeglichen Frevel, Den ein Kaiser sich anmaßt, ein König oder ein Herzog; Jenen strafen sie blos, indem sie ihm ernstlich verweisen, Dort den setzen sie ab, und diesen, o blut'ges Entsetzen! 7 gelungen, selbst den Versuch zur Einigung schon in der Geburt zu ersticken. Freilich sind die Interessen, welche England verfolgt, ganz andrer Art, als die russischen, allein in der Niederhaltung deutscher Macht trifft englisches und russisches Interesse zusammen. Mit dem alten und eigensinnigen Metternich war kein Geschäft zu machen. Metternich hatte in seiner Diplomatenart Großes geleistet; er hatte— aller⸗ dings durch die unredlichsten Mittel— den Sturz Na— poleons eingefädelt, den Helden des Jahrhunderts be⸗ trogen und dadurch Oesterreich wieder zu der Stellung einer Macht ersten Ranges erhoben. Stolz auf seinen Sieg gegen die Revolutin, vertrauend auf seine Unfehlbarkeit, setzt er sich die Lebens auf⸗ gabe, die Zeit zurückzuführen in das Geleise ver— gangener Jahrhunderte und anstatt die Politik des Hauses Habsburg anzupassen der Zeit, wollte er die Zeit anpassen den alten römisch-katholischen Traditionen seines Kaiserhauses. Durch diese ver— kehrte Dienstleistung hat er Oesterreich an den Rand des Verderbens gebracht, und die Wiener folg— ten nicht nur der Stimme der Freiheit, sondern auch zugleich dem Triebe der Selbsterhaltung, wenn sie unter dem Rufe: Nieder mit Metternich! in ihres Kaisers Burg drangen. Allein bei alledem war Metternich ein in den Kreisen der Diplomatie ergrauter Mann, und wußte recht gut, daß es England bequem findet, mit deut— schen Heeren Frankreich zu bekämpfen. Oesterreich hatte oft genug im Bunde mit England gegen Frank— reich gefochten, war von England stets recht zeitig ver— lassen worden. England war in der Regel der ge— winnende, Oestreich der verlierende Theil geblieben. England beehrt nun Preußen mit seinem Ver⸗ trauen, es solle die Rolle Oesterreichs übernehmen, d. h. vorkommenden Falls zum Nutzen Englands gegen die Franzosen kämpfen. Dazu gehört, daß Preußen, natürlich auf Kosten Deutschlands, an Macht gewinne, aber es gehört ferner dazu, daß Deutschland niemals ein mächtiges Reich werde. Ein einiges und mächtiges Deutschland,— nicht ein zerrissenes und zerstückeltes— würde mit Frankreich wahrscheinlich in Frieden leben; nur im Kriegsfall brauchte es Frankreich nicht zu fürchten. England wäre nicht mehr in der Lage, sich unserer gegen Frankreich zu bedienen, uns gegen Frankreich zu be— schützen, und sich für seinen Schutz, resp. für unsere Dienste, von uns theuer bezahlen zu las⸗ sen. Käme es aber gar am Ende zu einer deutsch— französischen Allianz, was gerade keine Unmöglichkeit wäre, so ist es um Englands und um Ruß⸗ lands Macht gethan. Die Theilnahme, welche England den deutschen Zuständen schenkt, ist eben so natürlich als herzlich. Unser Better John Bull wird Sorge tragen, daß ue 5 ——— If 7. 85 5 da; seit Napoleons Zeit ging es ganz in verschiedene Staaten auseinander, die, nachdem das französische Joch von uns abgeschüttelt war, durch die Verbin— * 8 wir nicht allzumager werden, denn er bedarf uns, aber so viel an ihm ist, wird er zu verhüten wissen, daß wir nicht in den Besitz unserer natür— lichen Kraft und Stärke gelangen. Und Rußland? Rußland liegt seit einigen Jah⸗ ren lediglich auf der Lauer. Es ist' im Grunde mit gar keiner Macht des civilisirten Europa's ver⸗ bündet; aber es arbeitet mit dem Instinkte eines Raubthiers immer derjenigen Macht in die Hände, von deren Thun und Treiben Krieg, Verwirrung und sonstiges Unheil zu erwarten ist. In diesem Sinne ist Nicolaus der Verbündete Lord Palmer⸗ stons. Gerathen die Deutschen und Franzosen mit einander in Krieg, so werden Rußland und England auf Kosten Deutschlands sich in den Profit des gemeinschaftlichen Geschäftes theilen. hart hatte Recht, Lord Palmerston des Einverständ— nisses mit Rußland zu bezüchtigen. Kehren wir nach Berlin zurück! Man hatte dem Volke, dem Landtage und insbesondere den lieben Berlinern oft genug mit den Augen zugeblinzelt; man hatte ihnen bald leise, bald derb auf die Zehen getreten, daß sie doch endlich einmal etwas mer— ken sollten, allein unglücklicherweise merkten sie nichts. Endlich nach einer furchtbaren Katastrophe überzeugt sich der König, daß er auf seine Art nicht zum Ziele kommen kann, daß der vom Volke betretene Weg siche rer sey, und findet nun den Muth sich zu seinen und seiner Kamarilla geheimsten Ge— danken offen und laut zu bekennen. Friedrich Wilhelm IV. hat zu viel ge— sprochen. P. S. Allem Anscheine nach hat das preußische Volk die Korrektur der Reden seines Königs be— reits übernommen.(N. K.) Landwirthschaftliches. flanzenfeinde. Nutzen des Studiums der Insektenkunde für den Landwirth und Forstmann. IV. Schmetterlinge. A. Familie: Tagfalter. (Fortsetzung) 2) Der Baumweißling, Weißdornfalter, Lilien vogel, Adernweißling(Pontia Crataegi T.), ein all⸗ Urgue⸗ bekannter gemeiner Tagfalter, der im Juni und Juli oft in Unzahl herumfliegt. Seine Raupen findet man im Herbste auf allen Obstbäumen im gemeinschaftlichen Neste, einem zusammengerollten, übersponnenen und an dem Baumzweig angehefteten Blatte(Raupenneste), welches über Winter auf dem Baume hängen bleibt. Wenn man im Spätherbst und im Winter bis Mitte März alle derlei auf den entlaubten Obstbäumen zu⸗ rückgebliebenen, mit feinen Fäden angehefteten Raupen⸗ nester vorsichtig abnimmt und vertilgt, so zerstört man die Raupen des Baumweißlings. Auf Zwergbäumen kann man auch mit leichter Mühe schon die Eier des Falters im Juli zerstören, welche in Haufen auf der obern Seite der saftigen Blätter liegen und ihrer gelben Farbe wegen leicht bemerkt werden. B. Familie: Spinner. 1) Der Weidenbohrer, Kopfweidenspinner, Weidenholzbohrer, Pappelbohrer, Holzbohrer,(Cossus Ligniperda I.), ein ziemlich großer Nachtschmetter⸗ ling, mit trockenen, graubraun gewölkten und schwarz— braun gegitterten Flügeln. Er wird in der zweiten Hälfte des Juni und im Juli früh Morgens auf den Stämmen der Weiden, Pappeln und der Obstbäume sitzend gefunden; er sieht da einem fingerdicken, abge— brochenen, nach aufwärts gerichteten Aestchen ähnlich. Die Raupe lebt stets in Mehrzahl zwei Jahre hindurch in dem Holze der Bäume, wo sie mit ihrem starken Gebiß fingerdicke Gänge macht. Die Vertilgung ist schwierig. Gewöhnlich bemerkt man schon zu spät die Gegenwart der Raupe. Leichter ist das Fangen und Tödten des Falters. 2) Der Fastanienspinner, Lindenbohrer, Holz spinner, das Blausieb(Cossus Aesculi J..), ist etwas kleiner und seltener als der vorige Schmetterling, seine Flügel sind glänzend weiß, mit zahlreichen schwarzen, grün und blau schillernden Flecken besetzt. Er fliegt im Juli und August in der Dämmerung. Seine Raupe lebt nach Art des Weidenbohrers in den Stäm— men und Aesten beinahe aller Laubbäume der Wäl— der und Gärten und verpuppt sich auch daselbst. (Fortsetzung folgt.) Da sich die Beiträge zur Sprechhalle so anhäufen, daß der bisherige Raum dazu durchaus nicht mehr genügt, so soll dieselbe vom 1. April d. J. an, mit Verschmelzung des bisherigen, in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienenen Oberhessischen Unterhaltungsblatts, als ein selbstständiges Blatt ausgegeben werden, welches wöchentlich zweimal erscheint. Einzelne Nummern werden zu 2 Kreuzer abgegeben. das Vierteljahr sind 36 Kreuzer. Der Preis für Inserate werden mit 2 Kreuzer für die gespaltene Petitzeile berechnet. Die Redaction. Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei in Gießen.