böchs gechmacdollen r Jterese der Damen N derelben ist bestenz g„Schultögchen“ de schall. Jehe Nummer als besondere Bellagen te— keine punktierten das Journal auch in auchbar und wertvoll dchentlich erscheinenden w uur 10 Pfennig erden kann, man also zu abonnieren, düͤrste testen und berbrettetsten — urg, Verantw. Redal⸗ mann, beide in Glezen. 10. 2 5 rg. tr. 10 Pfg. 228 er 42 Abonn. ger,“ e gäusen vol 00 been e 7 n —— Nr. 26 1897. Postztg. Nr. 3239 a. Telephonu⸗Nr. 112. Gießen, Sonntag, den 31. Jannar Ausgabe Gießen. Postztg. Nr. 3239. Telephon⸗Nr. 112. Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzelle. Lokales und Provinziesles. * Gießen, 30. Januar, Stadtverordneten⸗ versammlung. Der Oberbürgermeister Gnauth er⸗ öffnet um 3½ Uhr die Sitzung. Ein Gesuch des Kom⸗ merzienrats Wilhelm Gail, bei seinem Tonwerk einen Trockenofen und eine Halle erbauen zu dürfen, wird, da es sich um die Erweiterung einer industriellen Anlage handelt, ausnahmsweise genehmigt.— Ein Baugesuch des Wilh. Schäfer II für den Asterweg wird aufgrund des§ 16 des Lokal⸗Baustatuts beanstandet, weil nach Ausführung des Gebäudes weniger wie/ der bebauten Fläche als Hof verbleibt und dem Gesuch nur stattzugeben ist, wenn das hinter dem projektierten Vorderhause befind⸗ liche Stallgebäude entfernt wird.— Das Gesuch des Heinrich Benner, seine an der Anatomie belegene Wasser⸗ bude umbauen und gleichzeitig etwas vergrößern zu dürfen, findet die Genehmigung der Versammlung.(Der Gesuch⸗ steller hat bei Errichtung der Verkaufsbude eine Abgabe von 3 4, später 30„ pro Jahr an die Stadt gezahlt und soll jetzt für die Benutzung des Platzes 120, pro Jahr entrichten.)— Georg Appel III und Johannes Kasp. Heß haben gemeinsam die Kutscher Huhnsche Hof— raithe in der Löwengasse erworben und wollen die alten Gebäude niederlegen und an deren Stelle ein Doppelhaus errichten; sie beantragen die Bauflucht— linie für die Löwengasse festzusetzen. Ihrem Ersuchen wird nachgegeben, indem diese Linie nach vorliegendem, vom Stadtbauamt gefertigten Plane, auf eine Straßen⸗ breite von 8 Meter festgesetzt wird.— Der evange⸗ lische Arbeiterverein ersucht um Abtretung städt. Geländes zur Erbauung von Arbeiterwohnhäusern rechts von der Frankfurterstraße. Die Baudeputation schlägt hierfür ein Gelände von 4000 Quadratmeter, am Wege nach den Kohlensträngen als geeignet zu dem Zwecke vor und empfiehlt als sogenannter Freundschaftspreis pro Quadratmeter 4, von der Baugenossenschaft zu ver⸗ langen. Stadtv. Helfrich ist der Meinung, daß die Stadt das Gelände in Rücksicht auf den gemeinnützigen Zweck, den die Gesuchstellerin mit der Erbauung dieser Wohnhäuser ausübe, das Gelände mit 3 pro Quadrat⸗ meter abgeben solle. Stadt v. Heyligenstädt ist der Meinung, daß 4 /, die man fordere, gerade kein Freund⸗ schaftspreis sei und daß man doch bedenken müsse, daß man seitens der Stadt gleich eine größere Parzelle los würde, wenn für die projektierten Häuser mindestens pro Haus 250 Quadratmeter annehme, so würde A 4/ der Bauplatz zu teuer, er sei der Meinung, daß 3/ für das Gelände ein angemessener Preis sei. Der Oberbürger⸗ meister weist darauf hin, daß man von Seiten der Freunde der evangel. Baugenossenschaft der Sache einen schlechten Dienst leiste, wenn man es etwa so hinstellen würde, als wenn das fragliche Gelände überhaupt nur 3 oder 4, Wert habe. Der wahre Wert des Geländes sei entschieden höher und man könne ja, wenn es gewünscht werde, den Versuch durch eine Versteigerung machen. Stadtv. Petrie, Mitglied der Baudeputation, ist für die Abgabe von 3„ pro Quadratmeter. Stadtv. Löber hält den geforderten Preis von 4/ für sehr gering. Stadtv. Wallenfels hält das Gelände für den geforderten Preis für halb geschenkt. Die Baugesellschaft scheine es nicht zu würdigen, wie entgegenkommend sie von der Stadt bei ihrem Geländeerwerb behandelt werde. Stadtv. Helf— rich ist der Ansicht, daß bei einer Versteigerung des Baugeländes im einzelnen nicht viel mehr als 4 Mark für den Quadratmeter herauskommen werde, sei doch am Seltersweg für das Volksbad für den Quadratmeter nur ca. 10/ bezahlt worden. Der Oberbürgermeister erklärt, daß der Stadt gar kein Gefallen damit geschehe, wenn die Baugesellschaft ihr das ganze Gelände abnehme. Man gebe derselben zu dem angebotenen Zwecke auch weniger ab. Er wolle bei dieser Gelegenheit mitteilen, daß die Eisenbahn⸗Direktion Frankfurt wegen Gelände, zur eventuellen Erbauung von Wohnhäusern für ihre Be⸗ amten angefragt habe und den geforderten Preis von 6 A pro Quadratmeter für sehr mäßig erklärt habe.— Stadtv. Heichelheim bemerkt, er habe jüngst eine ab⸗ fällige Kritik über die Arbeiierhäuser in der Zeitung gelesen(Hessische Landeszeitung. Red.) und frage an, ob diese Kritik berechtigt sei oder nicht.— Stadtv. Heyligenstädt erklärt, daß die Arbeiter-Wohnungen gut und gesund seien, daß es wohl vorkomme, daß einer oder der andere der Hausinhaber einmal ein Zimmer ab⸗ vermiete, aber Mißstände hätten sich dabei noch nicht herausgestellt.— Stadtv. Vogt stellt den Antrag, den Vorschlag der Baudeputation abzulehnen und das be— treffende Gelände öffentlich meistbietend zu versteigern.— Stadtv. Löber erklärt, sich persönlich davon überzeugt zu haben, daß die Inhaber der Wohnhäuser in der Landmannstraße ganze Wohnungen abvermieten, nur um den Hauszins bezahlen zu können. Entweder seien die Häuser für den Ar⸗ beiter zu teuer, oder die Sache werde nicht so gehandhabt, wie es solle. Der Hinweis des Stadtverordneten Heichel⸗ heim sei wohl am Platze gewesen. Die Abstimmung ergiebt Annahme des Vorschlages der Baudeputation, da⸗ mit ist der Antrag Vogt beseitigt.— Aus der Vorlage des Voranschlags des Stadterweiterungsfonds pro 1897/98, gegen den die Versammlung nichts zu erinnern hat, er⸗ giebt sich, daß die Stadt einen Zinszuschuß von 3500 1 gegen 2800, des Vorjahres zu diesem Fond zu leisten hat. Verfügbare Mittel sind in Höhe von 34000 , vorhanden. Der Quadratmeter Baugelände der früher Rabenauschen Besitzung, rechts von der Frank⸗ furterstraße, stellt sich nach Veräußerung der Hofraithe auf 92 pro Quadratmeter, deren effektiver Wert ist natürlich bedeutend höher.— Die Versammlung ge⸗ nehmigt auf Antrag der Direktion des Gas- und Wasser⸗ werks, welchem Antrag die Gas⸗ und Wasserdeputation zustimmt, in Rücksicht auf das Steigen der Kohlenpreise, eine Erhöhung der Kokespreise um 5 resp. 10 per Zentner mit Wirkung vom heutigen Tage, dabei soll die bisher gewährte Vergünstigung bei größerer Abnahme dieses Materials nur im Sommer und nur wenn Vor⸗ räte vorhanden, gewährt werden. Der Voranschlag des Gaswerks pro 1897/98 schließt in Einnahme und Aus⸗ gabe mit 323 531,40„ ab. Der veranschlagte, an die Stadtkasse abzuliefernde Ueberschuß beträgt 38 000 ,, 10000„ mehr als im Vorjahre. Eine Verbilligung des Gaspreises empfehle sich nicht. Für die Besol⸗ dung der Later nen wärter ist im Voranschlag eine Erhöhung von 500/ vorgesehen, ebenso sind Gehalts⸗ erhöhungen für die Beamten im Etat berücksichtigt. 3500 sollen verwandt werden zur Verbesserung der Straßen⸗ beleuchtung(Glühlicht) und sind hierzu 82 Laternen in Aussicht genommen, so daß mit den schon bestehenden 224 Laternen mit Glühlicht versehen sein werden, während im Ganzen 560 Straßenlaternen vorhanden sind. Der Voranschlag wird nicht beanstandet.— Stadtv. Ihre erste Liebe. Novelle von E. von Bischdorf. (Fortsetzung.) „Bei Leibe nicht! Das halt' ich nicht aus. Sieh, mein Frauchen, ich mach mich den Tag über müde und habe an so viel anderes zu denken, da mag ich denn am Abende gern etwas Leichtes, Lustiges hören, bei dem man sich ausruhen kann. Und das mußt Du mir doch zugeben, Reginchen, amüsant ist Dein Freund Goethe wirklich nicht!“ So kam es, daß Regine sich entschließen mußte, die ausgesuchten Bücher allein zu lesen. Des Abends kam dann Hans Arnold mit dem frischen, uxwüchsigen Humor an die Reihe und scheuchte die Sorgenfalten von des Hausherrn Stirne, der nicht genug lachen konnte über die, dem täglichen Leben so glücklich abgelauschten Scherze. 9* * Ende November machten Hellings zu meersten Male eine kleine Gesellschaft mit bel Gutsnachbarn. In der Hausfrau begrüßte Regine eine alte Be— lannte und Verwandte— Lottchen Palzin, die den dicken Rittergutsbesitzer von Rechow vor zwei Jahren geehelicht hatte. Sie war eine tüchtige, rundliche, kleine Dame geworden, die ihre Wirtschaft vortrefflich im stande hielt. Die frühere Redseligkeit schien noch größere Dimensionen angenommen zu haben. Sie empfing Regine mit zahllosen Küssen und Lieb— kosungen. „Das ist zu herrlich, Regine, Dich nun so in der Nähe zu haben! Aber nun komm, packe Dich aus und erwärme Dich an einem Täßchen Kaffee. Du findest hier heute alle versammelt, die zu unserem näheren Verkehr gehören zu Ehren von meines Richard Geburtstag; lauter nette Menschen, sie werden Dir sehr gefallen!“ Damit ward Regine hineinkomplimentiert in den Saal, in welchem eine Schar geputzter Menschen der jungen Frau voller Spannung entgegen sah. Nun begann die Vorstellung. Da war Onkel Rechow, alter Junggeselle, Gutsherr auf Ditten, eine urfidele Haut mit ewig durstiger Kehle. Da war der lange, kahlhäuptige Assessor Abesser, der in das stagnierende Leben des Nachbarstädtchens immer Bewegung zu bringen wußte. Er arrangierte Bälle und Liebhabertheater, machte den ehrsamen Bürgersfrauen in unerhörter Weise den Hof und hätte einmal beinahe ein Duell zu stande gebracht. Aber dieses sensationelle Ereignis ward zum ge— heimen Bedauern der ganzen Bewohnerschaft durch die unerschütterliche Friedfertigkeit des Geforderten hintertrieben, der öffentlich um Verzeihung bat. Der jugendliche Landrat war mit der jugendlichen Gattin vorhanden, beide noch etwas verlegen im Gefühl der Verantwortlichkeit ihrer Stellung, beide eifrig nach Beliebtheit trachtend. Ferner erblickte man den behäbigen Großgrund— besitzer von Mellenthin mit Frau und zwei hübschen Töchtern, welche es aber für frivol hielten, sich modern zu kleiden, und ein ohrenverletzendes Ost— preußisch sprachen. Einige junge Offiziere der nächsten Garnison vervollständigten die Gesellschaft Frau Lottchen Rechow hielt es für die erste und wichtigste Hausfrauenpflicht, keinen ihrer Gäste ohne verdorbenen Magen zu entlassen. Um vier Uhr gab es Kaffee mit massenhaftem Kuchen; um sechs Uhr ward Obst, Torte und Wein gereicht, um acht Uhr kam Thee mit belegten Brödchen, um neun Uhr endlich das warme Abendessen von drei Gängen. Regine bemühte sich, liebenswürdig zu sein. Sie antwortete geduldig auf die stereotype Frage: „Wie haben Sie sich in Ihrem neuen Heim einge— lebt, gnädige Frau?“ daß sie sich ausnehmend wohl fühle im viel geschmähten Ostpreußen und suchte sich in ihrem heiß entbrannten, wirtschaftlichen Eifer Wallenfels fragt an, woher es kommt, daß die Glüh⸗ lichtstrümpfe, welche das Gaswerk liefere, erheblich teurer seien, als die von privater Seite offerierten. Direktor Bergen erklärt, daß es bei dem Artikel sehr auf den Gasverbrauch der verschiedenen Fabrikate ankomme, auf die Brenndauer der Strümpfe.— Der Voranschlag für das Wasserwerk schließt mit 159 360,20„ in Ein⸗ nahme und Ausgabe ab, er stellt sich insofern günstiger, als die Stadt das Wasser für öffentliche Zwecke, welches sie früher mit 25 pro Kubikmeter, im letzten Vor⸗ anschlag mit 20, für das gleiche Quantum im vor⸗ liegenden Voranschlag mit 15„ in Rechnung stellen konnte, sodaß bei diesem Posten allein 11 000& erspart werden. Der Wasserbedarf belaufe sich im Jahre auf täglich 2090 Kubikmeter, wovon die alten Quellen 560, Queckborn 1530 Kubikmeter liefere. Im Jahre würden 880 000 Kubikmeter Wasser konsumiert, von denen die Eisenbahn allein 255 000 Kubikmeter erhalte. Das Queck⸗ borner Wasserwerk liefere aber allein pro Tag 3000 Kubikmeter Wasser und werde daher erst zur Hälfte in Anspruch genommen. Der Wert des Wasserwerks steht mit 1 280 000& zu Buch und liefere an Zinsen zu 4 pCt. gerechnet 500 000& an die Stadtkasse ab. Der Voranschlag des Wasserwerks wird hierauf genehmigt.— Die Vorlage der Rechnung des Gas- und Wasser⸗ werks pro 1895/96 wird, nachdem dieselbe von den Stadtv. Schiele und Keller geprüft und richtig be⸗ funden, zur Kenntnis genommen.— Als Mitglieder des Vorstandes für die Aktien⸗Gesellschaft„Gießener Volks⸗ bad“ werden die Stadtv. Dr. Gaffky und Haubach gewählt.— Stadtv. Vogt hat unter Angabe stichhaltiger Gründe seine Wahl als Mitglied der Viehmarktkommission abgelehnt. Auf Vorschlag der Stadtv. Heichelheim und Schmall wird an dessen Stelle Stadtv. Orbig gewählt. — Dem Heinrich Knorr wird die Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb für den alten Schützenhof, Grünberger⸗ straße, erteilt.— In Abwesenheit des Oberbürgermeisters berichtet Stadtv. Scheel über die Prüfung der Rechnung pro 1896/97, welche keine Anstände ergeben hat.— Es folgt eine geheime Sitzung. * Gießen, 30. Januar. Ein bemerkens⸗ wertes Urteil hat das hiesige Gewerbe⸗ gericht gefällt. Es handelt sich um die Frage, ob die sogenannten Heimarbeiter Anspruch auf Kündigung erheben können. Das Gießener Gewerbegericht— gebildet aus dem Beigeordneten Wolff als Vorsitzenden und dem Bahnhofsrestau— rateur Kirch, sowie dem Metallarbeiter Krüger als Beisitzenden— bejahte nach Vernehmung von drei Sachverständigen diese Frage. Ueber den Sachverhalt entnehmen wir der heutigen Nummer der„Mitteldeutschen Sonntags⸗Zeitung“ das folgende: „Der Regimentsschneider Gonder vom 116. Inf.⸗Reg. in Gießen beschäftigte seit Jahren eine Anzahl Schneider, die in ihrer eigenen Wohnung für ihn arbeiteten, und zwar„auf Stück“. Seither wurde nie gekündigt, wenn das Arbeitsverhältnis gelöst wurde. Der Schneider ging oder, besser gesagt, arbeitete nicht mehr für Gonder, wenn es ihm nicht mehr paßte und dieser gab keine Arbeit mehr, wenn es ihm gefiel. Zur Kranken- oder Alters⸗ und Invaliditätsversicherungs-Kasse hatte Gonder keinen der Schneider angemeldet. Zwischen Weihnachten und Neujahr glaubte sich Gonder von einem seiner 57 Expedition: 85 Kreuzplatz Nr. 4. Schneider, Müller, vernachlässigt und gab demselben keine neue Arbeit mehr heraus. Müller klagte nun seinen durchschnittlichen Verdienst für 14 Tage in Höhe von 40& ein. Er machte geltend, daß er nur Geselle des Gonder gewesen sei und demgemäß Kündigungszeit verlangen könne. Gonder bestritt das. Er habe dem Müller seiner Zeit, als dieser ihn nach Arbeit gefragt, Arbeit mitgegeben. Seitdem habe M. ununterbrochen für ihn gearbeitet. Er betrachte den Müller als einen selbst⸗ ständigen Schneider, dem er nicht zu kündigen brauche. Er wisse z. B. auch, daß M. nebenher noch für andere Schneidermeister gearbeitet habe. Müller giebt das in zwei Fällen, wo es sich um mehrere Paare Hosen gehandelt habe, zu. Das sei aber zu einer Zeit gewesen, in der ihn Gonder nicht ausreichend beschäftigt habe. Sonst habe er nur während der ganzen Dauer des Ver⸗ hältnisses für Gonder gearbeitet. Dieser habe oft so viel Arbeit gehabt, daß er, Müller, auf Anraten Gonders, sich noch einen Schneidergesellen habe zur Hilfe engagieren müssen. Als Sachverständige waren geladen die Herren Nathan Stamm und Wilhelm Stumpf, beide Ju haber größerer Geschäfte, die sowohl Werkstatt⸗ als auch Heimarbeiter beschäftigen. Stamm erkennt eine Kündigungspflicht nur den Arbeitern gegenüber an, die auf der Werkstatt arbeiten. Seinen Heimarbeitern zu kündigen, halte er sich nicht verpflichtet. Dasselbe schienen auch die Arbeiter für das Richtige zu halten. Im Stich gelassen hätten Heimarbeiter ihn schon, vorher gekündigt habe noch keiner. Stumpf meint, es würde wohl nie gekündigt, aber er glaube, die Verpflichtung dazu liege vor. Auf Vorschlag des Vorsitzenden, Beigeordneten Wolff, wird nun auch noch der zufällig als Zuhörer anwesende Schneider Diehl, Heimarbeiter, als Sach⸗ verständiger vernommen. Dieser fpricht sich in bestimm⸗ tester Weise aus. Wenn auch auf beiden Seiten fast stets auf das Kündigungsrecht verzichtet werde, so könne dies doch nichts daran ändern, daß die Kündigungspflicht zu Recht bestehe. Der Heimarbeiter sei genau so gut der Geselle des Meisters, wie derjenige, der auf der Werkstelle des letzteren arbeite. Gelte für diesen die Kündigungs⸗ zeit— und das sei zweifellos— so gelte sie auch für jenen.— Der Gerichtshof fällte nach längerer Beratung das Urteil, daß der Beklagte verurteilt sei, dem Kläger die für die 14 Tage beanspruchten 40& zu zahlen und die Kosten zu tragen. Die letzteren betragen sonst meist nur wenige Groschen, sind aber diesmal etwas höher, weil Herr Stumpf für seine Vernehmung 1,50 4 beanspruchte. Von den übrigen Herren verlangte niemand etwas.“ Gießen, 30. Jan. Das Großherzogliche Ministerium der Finanzen hat kürzlich beschlossen, daß die Staatsschuldverschreibungen der dem⸗ nächst auszugebenden Zprozentigen Großh. Hessischen Staatsanleihe bei Stellung von Kautionen aller Art zum Partikurse ange⸗ nommen werden sollen. * Gießen, 30. Jan. Für die Aktionäre der Hessischen Ludwigs⸗Eisenbahn⸗Ge⸗ sellschaft dürfte es von Interesse sein, daß, wie von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, den e Ständen in aller Kürze ein Gesetzent⸗ wurf über die Einrichtung eines Großh. Hessischen Staatsschuldbuches zugehen soll. Der Entwurf schließt sich im wesentlichen tttere den Rat der erfahrenen Hausfrauen zu Nutze zu machen, der besse Weg, um ihre Gunst zu gewinnen. Aber nun fühlte Assessor Abesser das Bestreben, die Gesellschaft, in der sich Männlein und Weiblein zu sondern begannen, in anderer Weise zu teilen, indem er Alter und Jugend zusammenbrachte. Alles, was die Vierzig noch nicht überschritten hatte, wurde an einen großen Tisch zitiert, auf welchem Papier und Bleifedern bereit lagen.„Schreibspiele“ hieß die Losung. Wenn es etwas gab, das Regine haßte, so war es diese Art des Zeitvertreibens. „Sollen wir berühmte Männer aufschreiben, deren Namen mit S beginnen, oder befehlen Sie Städte mit dem Anfangsbuchstaben W?“ fragte sie mit resigniertem Seufzer. „Nichts dergleichen, meine gnädige Frau, mit solchem Kleinkinderkram befassen wir uns hier nicht“, lautete des Assessors stolze Antwort,„wir schreiben Romane.“ „Romane?“ klang es überrascht von allen Seiten. Abesser mußte sich näher erklären. „Ein jeder schreibt auf sein Stück Papier obenan einen Romantitel, knifft dann um und reicht das Blatt seinem Nachbar zur Rechten, der das Vorhergeschriebene nicht lesen kaun und nun den ersten Satz liefern muß. Dann wird wieder um— geknickt, der nächste schreibt weiter, und so geht's fort. Keiner darf ahnen, was auf dem Zettel steht. Hat jeder seinen Senf dazu gethan, dann wird vor— gelesen. Punktum, anfangen!“ Allgemeine Stille trat ein. Man sah nur einige, ratlos aufblickende Augenpaare, die wohl auch verzweifelt nach dem Papier des Nachbars schielten, hörten einige Stoßseufzer und das Kritzeln der Bleifedern. Nach einer Viertelstunde Arbeit war das Werk gethan. Abesser entfaltete den ersten Bogen. „Kousinenmord aus Ueberzeugung oder der blutige Knochen“, hub er an. Schallendes Gelächter. „An einem wunderschönen Sommernachmittage saß Karl in seinem Zimmer und speiste ein Butterbrot.“ „Vielversprechender Anfang“, murmelte der Landrat. „Halt ein, Schurke“, rief die totblasse Melanie, und fiel ihm mit lautem Aufschrei hindernd in den Arm. Lauter Beifall.„Hatte wohl selbst Hunger“, wintzelte ein Lieutenant. „Auf den Wellen sah man in weiter Ferne ein rätselhaftes Etwas treiben. War es ein umge— stürzter Kahn oder gar die entwendete Kassette?“ „Jetzt wird's spannend“, meinte Rechow. „Nein, es war ein langer, schwarzer Sarg, in dem der Herr Assessor die erhaltenen Liebesbriefe des letzten Winters beigesetzt hatte.“ Allgemeiner Lärm. Der Vortragende energisch Ruhe. „Die Herrschaften werden sich überzeugen, daß hier gemogelt worden ist; der Satz bezieht sich auf Vorhergegangenes. Der Schuldige hat sich zu melden und ein Pfand Strafe zu entrichten“, ver— kündete er in vollendetem Gleichmute, als ahnte er garnicht, welcher Assessor gemeint sein könne. Wirres Durcheinander von Stimmen; natürlich wollte niemand der Thäter sein. Endlich meldete sich der Verfasser des Titels, nun ward nach rechts hin abgezählt, und der blonde Lieutenant von Dewitz sollte als Schreiber des vierten Satzes ungeachtet seines Sträubens eben ein Pfand zahlen, als Frau Lottchen zum Abendbrot rief. Der Assessor aber hatte beschlossen, sich vor der Großstädterin Regine in seinem vollen Glanze zu zeigen. Kaum war der letzte Bissen verzehrt, gebot audeszeitung 4 — — S—— * — 3 3 —— 2 r — — * 8—— 3 1 an die bereits für das Reich, Preußen und Sachsen bestehenden Gesetze an. Hiernach sollen auch die Schuldverschreibungen der aus Anlaß der Verstaatlichung der Hessichen Ludwigsbahn aufzunehmenden neuen Zprozentigen Hessischen Staatsanleihe zur Eiunschreibung in das Staats- schuldbuch zugelassen werden. Nach den Er⸗ fahrungen in Preußen und Sachsen ist zu er⸗ warten, daß auch die Besitzer der neuen Hessi⸗ schen Anleihe demnächst von der gegen Verluste aller Art absolut sicher stellenden Umwandlung ihrer Staatsschuldverschreibungen z schulden vielfach Gebrauch machen- werden. Gießen, 30. Januar.(Stadttheatexr.) Die- Theater⸗Direktion Kruse⸗ Helm wird Mitte Februar hierselbst ihre Vorstellungen wieder beginnen. Wie uns mitgeteilt wird, hat die Direktion einige interessante Gastspiele abge- schlossen und mehrere der hervorragendsten Novitäten für hier erworben. Die Abonne⸗ men sliste wird bereits in den nächsten Tagen zirkulieren. Gießen, 30. Jan. Mit einer un beab⸗ sichtigten Oktroihinterziehung hatte sich gestern das Schöffengericht zu beschäftigen. Dem Bauaufseher Johann Otto Schneider von hier machten am 23. November v. J. aus⸗ warts wohnende Verwandte eine Quantität Fleisch und Wurst zum Präsent. Da niemand daran dachte, daß sich auch der Oktr oi erheber für dieses Geschenk interessieren würde, unterließ man es, die Sachen zur Besteuerung anzumelden. Jetzt kommt das Präsent nun sehr teuer, denn außer 3 Mark Geldstrafe muß der Beklagte auch noch die Prozeßkosten bezahlen. Ver⸗ säume also niemand, von auswärts eingeführtes Fleisch anzumelden, auch wenn man es von Ver⸗ wandten als Geschenk erhält.. „Gießen, 29. Jan.(Schöffengericht.) Der schon mehrmals vorbestrafte Metzger Albert Rennerie aus Barmen entwendete vor kurzem dem Metzger Keßler, bei welchem er beschäftigt war, eine Messerscheide. Der Angeklagte, welcher früher die That leugnete, ist heute geständig und wird zu vier Wochen Gefängnis verurteilt.— Wegen Sachbeschädigung erhält der Tag⸗ löhner Wilhelm Horn von hier drei Tage Gefängnis. H. hatte am 30. September v. J. dem Wirt Gerhardt eine Scheibe zertrümmert und die Thür beschädigt, weil ihm dieser keine Getränke verabreichen wollte.— Die Ehefrau Jakob Dingel von hier hatte sich am 11. De⸗ zember v. J. bei einer hiesigen Firma Stoff im Wert von 25& verabreichen lassen unter der Vorspiegelung, derselbe ssei für die Frau Poli⸗ zeirat Fresensus. Die Angeklagte, welche in sehr bedrängten Verhältnissen lebt, erhält eine Geld⸗ strafe von 3. * Gießen, 30. Jan. Gestern feierte Herr Lokomotivführer Reinschmitt und Gemahlin das Fest der silbernen Hochzeit. Möge das Jubelpaar noch viele Jahre glücklich sein. * Gießen, 30. Januar. Die Gründung eines allgemeinen Kohlensäure-Ver⸗ kaufs⸗Vereins ist gegenwärtig das neueste auf„wirtschaft“lichem Gebiete. Den hiesigen Gastwirten wurde dieser Tage von den Kohlen- äure⸗Händlern die Mitteilung gemacht, daß sich ämtliche Besitzer von Kohlensäure⸗-Werken zu einem Verkaufs⸗Verein(G. m. b. H.) zu⸗ sammengeschlossen hätten, der eine Erhöhung der Kohlensäure⸗Preise bezwecke, wodurch sie(die Kleinhändler) nicht mehr in der Lage seten, die Kohlensäure zu dem seither billigen Preise abzugeben. Vom 1. Februar tritt daher ein Aufschlag ein. Viele Wirte dürften sich infolge⸗ dessen wieder veranlaßt fühlen, zur Luftpumpe zu greifen, und mancher Wirt hätte insofern Ursache dazu, als er infolge schlechten Geschäfts⸗ anges genügend Zeit findet, seinem Bier en nötigen Nachdruck durch Luft einzuflößen. als er Onkel Rechow und mehrere andere Mit- glieder der Gesellschaft bei Seite zog und die übrig Bleibenden auf ein paar Stuhlreihen vor den geschlossenen Flügeltbüren des Gartenzimmers gruppierte. Man wollte der jungen Frau einige Szenen klassischer Dichter vorführen und ihr be⸗ weisen, daß man auch außerhalb der Metropole nicht auf derartige Genüsse zu verzichten brauche. Onkel Rechow, der sich groß fühlt als Mime, trat als erster auf. Er hatte ein weißes Laken um sich drapiert als Mantel und sprach Leicesters letzten Monolog während der Enthauptung Maria Stuarts mit rollendem, überschwänglichem Pathos, die schlechten Schauspieler an den Bühnen kleiner Städte mit Geschick karikierend. „Horch! Der Schemel wird gerückt— Sie kniet auf's Kissen— legt das Haupt“— preßte er jetzt noch dumpf zwischen den Zähnen hervor und warf sich dann voller Gewandtheit platt auf den Boden. Alles klatschte und jubelte. Regine aber dachte an jenen Abend, da sie als zwölf— jähriges Kind bebend vor Aufregung diesen Worten zuerst gelauscht und vollig vergessen hatte, daß das, was sie vor sich sah, nicht Wahrheit, sondern nur Spiel sei.— Erhitzt Rechow sich unter die Zuschauer. führung begann. Auf einem steifbeinigen Sopha lag der dicke Rechow in eine rote Bettdecke gewickelt mit einem alten Kürassierhelme auf dem Kopfe, der noch aus seiner Dienstzeit stammte, und bedeutete„Egmont.“ lleber ihn gebeugt stand Lottchen, mit dem runden Kindergesichte und der etwas niedrigen Stirne unter den glatten, braunen Scheiteln ein unendlich pro— saisches Clärchen und hielt in Ermangelung der uns: Ueber die mangelhafte Abhilfe bei den Verkehrsstörungen wird hierorts sehr viel ge⸗ klagt. beiter, Hause kehrten, Gießen oder in Wieseck zu übernachten, da die Kreisstraße zwischen letzterem Ort und hier durch Schneewehen nahezu unpassierbar geworden ist. ist seither leider wenig gethan worden und wenn auch die bereit ist, fugnis, der Kreisverwaltung übernommen worden ist.— In der Umgegend im Schnee stecken geblieben. 5 wurde gestern Vormittag eine Frau auf dem Wege Trohe Aehnlich erging es einem Mädchen aus Wismar, das vor einigen Tagen auf dem Feldwege in der Nähe des Eisenbahndammes durch Arbeiter aus dem Schnee gerettet wurde. 16., 20., 23. und 27. Februar l. J. werden die Maße und Gewichte der hiesigen Gewerbe— treibenden in dem Großh. Aichamt(Neuweg⸗ 5 zu Gießen einer Revision unterworfen. ie weiterer Nachteile, ihre Maße, Gewichte und Wagen an das Großh. Aichamt Gießen an einem der benannten Tage zur Revision zu bringen. Versteigerung der und des Turnplatzes wurden 11000 Mark geboten. vereins erteilte dem Letztbietenden, schind, Gleigel Ludwig Kreh hier, den Zu⸗ schlag. sammlung den Kauf großen Geländes für soll neuen Turnplatzes angekauft werden. Januar wurden die betreffenden Verträge end⸗ gültig abgeschlossen.— Das der Adam Melchior Witwe gehörige Haus„Gasthaus zum Stern“ wurde an den seitherigen Metzger Wilhelm Schneider, zum Preise von 50000. verkauft. Gaunerstückchen wurde in dem Dorfe Unnau vor einigen Tagen vollführt. jähriger, flotter, schwarz gekleideter Herr kam nämlich zu einem Wirt und stellte sich ihm als von der Anstrengung mischte Onkel Eine neue Auf— „Alten⸗Buseck, 30. Januar. Man schreibt durch Schneeverwehungen entstandenen Eine Anzahl in Gießen beschäftigter Ar⸗ die sonst regelmäßig abends nach zieht es jetzt vor, entweder in Zur Aufräumung des Schnees hiesige Gemeinde Abhilfe zu schaffen so fehlt es ihr an der nötigen Be⸗ da die Instandhaltung der Straße von sind bereits einige Personen Mit vieler Mühe und dem benachbarten zwischen hier hervorgezogen. aus einer Schneewehe Hause und hatte gerade die Hausthüre aufge⸗ schlossen. „Grünberg, 30. Jan. Am 6., 9., 13., Gewerbetreibenden haben bei Meidung * Butzbach, 29. Januar. Bei der letzten seitherigen Turnhalle Die Generalversammlung des Turn⸗ Maurer- und Gleichzeitig genehmigte die Generalver⸗ des 2612 Quadratmeter eine neue Turnhalle; es Gelände zur Anlage des noch weiteres Am 23. Mieter der Hofraithe, * Vom Westerwald, 28. Januar. Ein Ein etwa 40jäh⸗ ein Verwandter aus Amerika vor. Er wußte, weil gut unterrichtet, sich das Vertrauen des Mannes zu gewinnen und erzählte viel von einem vor 40 Jahren nach Amerika ausgewan⸗ derten Verwandten des Wirtes, dessen Sohn er sei. Nach einigen Tagen will der Vetter aus Amerika nach Frankfurt, um eine Dollarsnote in deutsche Münze umzuwechseln, versäumte jedoch vorher nicht, da ihm das Kleingeld aus⸗ gehenden seine Verwandten um Vorschuß anzu⸗ gehen und dampfte dann mit der Versicherung, am nächsten Tage wieder zu kommen und reiche Geschenke mitzubringen, mit etwa 55 K. wohl⸗ gemut ab. Wie sich später herausstellte, hatte sich der Schwindler in dem benachbarten Korb die Familienkenntnisse zusammengefragt. Auch in einem Dorfe bei Siegen soll eine ähnliche Schwindelei verübt worden sein. „Mainz, 28. Januar. Der Küchenchef einer Restauration geriet gestern Abend mit der Köchin in Streit, wobei er ein Beil ergriff und der Köchin, die ein loses Mundwerk hatte, zwei gefährliche Hiebe über den Kopf versetzte. Der ungalante Küchenchef wurde sofort verhaftet. Lorbeeren einen großen, alten Erntekranz über den Schlummernden. Man fand den Witz vortrefflich. Regine aber war empört. Voll scheuer Ehrfurcht hatte sie sich so oft Egmonts letzte, herrliche Worte wiederholt; kaum das größte Genie unter den Schauspielern durfte sich nach ihrer Meinung daran wagen, sie im Geiste des Dichters wiederzugeben— und nun dies— sie wandte sich ab. Was uns im tiefsten Innern bewegt und ergriffen hat, das können wir nicht ohne Schmerz zum Zerrbilde hinabreißen sehen. Empfand denn keiner mit ihr? Aber auch Felix lachte mit dem anderen.„Sieht er nicht köstlich aus, der dicke Richard? Verstehen sie hier nicht prächtig zu schauspielern, was meinst Du, Reginchen?“ Lottchen Rechow hatte ihren Posten verlassen und trat heran.„Nun, Regine, ist es an Dir, etwas für die Unterhaltung zu thun, laß uns ein bischen Musik hören!“ Die Umstehenden baten mit, und Regine mußte sich fügen. Was aber sollte sie geben, das dem Geschmack der Gesellschaft eutsprach? Den neuesten Operettenwalzer vielleicht, der hätte in die Stim— mung gepaßt, aber das vermochte sie nicht. Kaum hatte sie die ersten Töne angeschlagen, als sie ihre ganze Umgebung vergaß. Sie spielte nur noch für sich selbst, das eigene, gestörte Gleich— gewicht der Seele wieder zu erlangen, und immer schöner, edler perlten die Töne, bis sie endlich aus— klangen in einer göttlichen Harmonie.— Man lauschte erstaunt, wagte kaum noch zu flüssern; man fühlte, daß man etwas Bedeutendes zu hören bekam, doch klang es fremd hinein in den fröhlichen Zuhöreckreis. * Mainz, 28. Januar. Der hiesige Kon⸗ sul der Vereinigten Staaten Nordamerikas, Hr. Perry Bartholow, ging in der Nacht vom 24. zum 25. Oktober mit einem Freunde nach Hause und traf vor seiner in der Schott⸗ straße gelegenen Wohnung die Bahnbeamten Quant und Stengel. Ersterer wohnt in dem Als Bartholow mit eintreten wollte, verweigerte Quant den Eintritt und verlangte von dem Konsul, er möge sich lemitigieren, daß er auch wirklich in dem Hanse wohne. Bartho⸗ low lehnte dies ab, worauf Quant versuchte die Thüre zuzudrücken. Es entstand eine Rauferei, bei der Bartholow den Quant mit einem Revolver derart auf den Kopf schlug, daß Quant blutüberströmt und besinnungslos zu⸗ sammenbrach. Während Stengel zur Polizei⸗ wache eilte, legte der Konsul und sein Freund den Verwundeten auf die Straße, ohne sich weiter um ihn zu bekümmern. In einer Blut⸗ lache liegend fanden ihn die Schutzleute. Der schweren Körperverletzung angeklagt, stand heute der Konsul Perry Bartholow vor dem Schöffengericht. Der Amtsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Wochen, die Ver⸗ teidigung plädierte auf Unzuständigkeit des Ge⸗ richts und auf eine milde Bestrafung, da der Konsul sich im Zustande der Notwehr befunden habe. Das Gericht erklärte sich für zuständig, verneinte den Zustand der Notwehr und verur⸗ teilte den Angeklagten zu 200 Geldbuße oder sechs Wochen Gefängnis. Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde. Matthäusgemeinde. Taufen. Am 23. Januar. Dem Schuhmacher Karl Friedrich Stumpf eine Tochter, Katharine, geb. den 15. Dezember. — Am 24. Januar. Dem Oekonom Christian Nebe eine Tochter, Paula Lina Minna Kätha, geb den 1. Januar. Beerdigte. Am 23. Januar. Georg Zeiß, Tagelöhner, ver⸗ heiratet, 48 Jahre alt, starb den 21. Januar.— Am 24. Oktober. Robert Sparr, Dienstmann, verheiratet, 39 Jahre alt, starb den 22. Januar. Markusgemeinde. Taufen. Am 24. Januar. Dem Gerichtsvollzieher Emil Geißler ein Sohn, Friedrich Emil, geb. den 9. Dez.— 24. Dem Tagelöhner Wilhelm Schnabel eine Tochter, Anna Luise, geb. den 3. November.— 24. Dem Weiß⸗ binder Friedrich Schupp ein Sohn, Wilhelm, geb. den 14. Dezember.— 24. Dem Tagelöhner Johannes Föl⸗ sing eine Tochter, Elise Katharine Sophie, geb. den 10. November. Trauungen. Am 24. Januar. Karl Albert, ein Witwer, Tage⸗ löhner zu Gießen und Elisabeth Hermann zu Gießen. Beerdigte. Am 29. Januar. Georg Gelzenleuchter, Hilfspedell, verheiratet, 55 Jahre alt, starb den 26. Januar. Lukasgemeinde. Tausen. Am 24. Januar. Dem Landbrtefträger Heinrich Listmann ein Sohn, Willy Johannes Hermann, geb. den 20. Dezember. Neuefte Telearamme. Hd. Berlin, 30. Januar. An der internationalen Sanitätskon⸗ ferenz am 10. Februar zu Ven ed 1g wird wahrscheinlich der Direktor im Reichsgesundheitsamt, Dr. Köhler, sowie ein Medizinalsachverständiger teil⸗ nehmen. Hd. Berlin, 30. Januar. Der„Lokalan⸗ zeiger“ meldet: Der neue Gouverneur von Ostafrika, Oberst Lie bert, traf am 19. „Mir etwas zu klassisch“, hörte Regine ihren Mann entgegnen,„was ist's denn eigentlich?“ „Das erste Präludium von Bach“, meinte der Landrat, der sich auf sein Musikverständnis etwas zu gute that. „Woher wissen Sie denn das?“ fragte Felix ganz betroffen; er harte wirklich keine Ahnung, ob er schon jemals etwas von Bachs Musik gehört hatte, oder nicht. Die gemütliche gute Laune blühte doch erst wieder auf, als Regine ihr Spiel beendet hatte; man sagte ihr manches Artige darüber, aber keinem kam es so recht von Herzen. Ein kräftiger Punkt regte die Lebensgeister von neuem an. Der dicke Richard lachte immer dröhnender, Onkel Rechows Scherze klangen immer gewagter. Erst um ein Uhr trennte man sich; die Fahrt durch die kühle Nachtluft that Regine wohl. „Nun, Frauchen, hast Du Dich gut amüsiert?“ fragte Felix, sich behaglich streckend.„War's nicht lustig, was sie uns alles vorführten? Der Assessor ist doch ein Schwerenöter!“ „Findest Du es sehr geschmackvoll, wenn man unsere größten Dichter in's Lächerliche zieht?“ fragte sie gedehnt. „Wie Du auch alles immer so tragisch nimmst, Reginchen, laß doch den Leuten ihr harmloses Ver— gnügen“, meinte Felix begütigend, machte es sich in den Kissen bequem und schlief befriedigt hin. Regine hatte noch viel zu sinnen. Also das würde ihr künftiger Verkehr sein! Diese Art der Geselligkeit entsprach ihrem Ideal vom fördernden, anregenden Gedankenaustausche, der den Gesichts⸗ kreis weitete, noch viel weniger als diejenige, die sie daheim verlassen. Ein bischen Politik, die Ge— Januar in Tango ein. Am 20. fand groß⸗ artiger Empfang statt, woran auch die vor⸗ nehmen Inder und Araber teilnahmen. Am 21. übernahm der Gouverneur die Gesch äfte. Hd. Berlin, 30. Januar. Wie der „Börsen⸗Kurrier“ vernimmt, ist das Unter⸗ suchungs⸗Verfahren wegen Ma jestäts⸗ Beleidigung gegen Normann⸗Schumann bereits im Gange. Gestern haben zahl⸗ reiche Vernehmungen in dieser Sache statt⸗ gefunden. 5 Hd. Berlin, 30. Januar. Der in dem Prozeß Leckert-Lützow verurteilte L kert wird dem„Lokalanz.“ zufolge mit der Ein⸗ reichung eines Gnadengesuches bis nach Ausgang des Prozesses von Tausch warten, und zwar deshalb, weil man anläßlich der Zer enar⸗ feier am 22. März eine Amnestie erwarlet. Hd. Berlin, 30. Jan. Auf Ver⸗ anlassung der deutschen Reichsregierung wird, wie verlautet, eine Sachver⸗ st än digen Kommission nach Bombay behnfs Studiums der Beulenpest entsandt werden. Maß⸗ gebenden Orts sei auch erörtert worden, ob nicht Professor Koch aus Süd⸗ Afrika zur Leitung der Expedition zu⸗ rückzuberufen sei. Hd. Hamburg, 30. Januar. Gegen den Redakteur Stengel vom„Hamb. Echo“ ist durch die Vermittelung des Reichskanzleramts wegen Beleidigung des Königs von Belgien ein Strafverfahren eingeleitet. Das genannte Blatt will den Wahrheits- beweis seiner Behauptung antreten. Hd. Dresden, 30. Januar. Auf sieben sächsischen Nebenbahnen ist infolge von Schnee-Verwehungen der Verkehr unter⸗ brochen. Auf den Hauptbahnen erleiden die Züge bedeutende Verspätungen. Hd. Budapest, 30. Jan. In Maramaros Sziget geriet eine mit Stroh bedeckte Baracke des dort auf Uebung weilenden 35. Infauterie⸗ Negiments in Braand. Elf Mann wurden durch die einstürzende Baracke lebensgefähr⸗ lich verletzt; sieben andere erlitten leichte Ver⸗ letzungen. Hd. Paris, 30. Januar. Seitdem die Kammer das Gesetz, betreffend die Zuckerprämien erörtert, sind die Wandelgänge von den inter ⸗ essierten Zucker⸗Fabrikanteu und Spekulanten überfüllt, da dieselben einen Druck auf die Presse auszuüben suchen. Ein Mitglied des Kammer⸗Bureaus forderte gestern den Präsidenten auf, diesem Uebelstande zu steuern, worauf der Letztere die Wandelgänge sofort rãumen ließ. Marktpreise. Gießen, den 30. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1,05— 1,10 Hühner⸗ eler 1 Stück 7—8, Enteneier—, Gänseeier——, Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 28 Pfg., Tauben per Paar 70—90 Pfg., Hühner p. St. 1,00— 1, 20, Hahnen 1,20— 1,50, Enten 1,50— 1,70, Gänse per Pfund 48— 54, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh- und Rindsleisch 60 bis 66, Schweinefl. 56— 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50— 54, Hammelfleisch 50—65, Kartoffeln pro 100 Kilo 5,50 6,00, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg. Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen. —— 2 ganze, gemeinsame Gesprächsstoff. Man erlebte eben nicht viel, nahm sich nicht die Zeit zur Lektüre — was sollte man sich also immer erzählen? Da amüsierte man sich eben auf solche Weise. Regine sah auf ihren Gatten. Ach, fast be⸗ neidete sie ihn um sein anspruchsloses Gemüt! Sie hatte es nun einmal nicht gelernt, harmlos fröhlich zu sein mit den Fröhlichen, zu lachen um des Lachens willen, ohne recht zu wissen warum. Am nächsten Morgen hatte Regine Kopfweh und fühlte sich verstimmt. Felix war schon längst wieder bei der Arbeit, als sie am Frühstücke tische erschien. Lässig trat sie ihre allmorgentliche Haus- wanderung an und kam auch mit Mamsell Christinchen in deren Zimmer, in welchem diese ihr ein Rezept zum Apfelgelse heraussuchen wollte. Sie kramte dabei ein Buch auf den Tisch, in dem Regine zu ihrem Staunen Gedichte erblickte. „Sieh da Christinchen, Sie lesen Gedichte?“ „Ja, denken denn gnä' Frau, daß ich mir nur auf's Kochen versteh? Unsereins will doch auch seine Plaisier haben. An mein Gedichtbuch erdau— mir oft, besonders wenn ich mir mit die Leut' hab rum ärgern müssen. Und wenn ich zum Weihnacht ins Theater.“ Ins Theater, Christinchen? Was werden Sie sich denn da ansehen?“ aus. Ehristincheu ließ den Dänenprinzen entschieden von Noahs zweitem Sohne und dem Gatten des zu ab⸗ Sodom in stammen. Salzstein verwandelten Weibes Klassische Musik“, sagte Onkel Rechow respektvoll. treidepreise, die Wirtschaft— das war fast der (Fortsetzung folgt.) * 3 .———.— 2— besorgen fahr' in die Stadt, geh' ich auch wieder e eee „O, ich suche mich allemal was extra Schönes Das letzte Mal war's Hamlot.“— „Hamlot?“ Regine rang ein Läppeln nieder U Nona 10 Uht 965 1115 Juen apache bun Gießen, Großh l 0 ie Sade ibrer Sigur, 10 Bergstaße ge gegebene 0 geil runpue Tage ang lch verdunge f dan 5 nd 1186 Neinigun unt lurEinsiht fe Aätrebenen bei um genannten I Fe 4 a Ole zen, 9.9 Ml ie zur Vornuh — 2 Stadtmal eines neuen Lehrsa eines Dienerzimme Haderäume, ersordt Sclosser⸗ und We Donnerstag, 5 vorm Iffenllich verdunge Nan, Acbeitsbes liegen während del bel uns offen. n das vol i zum genannle mit entsprechender wichen.— Juschle Gießen, den 25. Studt. Ir Heule 0 ch nicht ladenreit Schw nicht ladenrein, in 9 at val Auskunft an Berufs denden Unfall⸗Au Eingaben aller? Sprechfunde Uhr, Sonntag N Ed. Lelbgesernerweg 9 —— 10 no eht zu Oaffoi W gofnan 8 0 f 1 wünschen a ben 8 Dee Guter, bill In und 0 Aeslaur — 8. Maller 0000; age iu 2 Betten, sow angie e Auf ban Leong 1 5 geöffnet ine Te 1 dien, Jeutefimal A — aus Si r Erbeditlon zn Januar. Gegen den „Hamb. Echd⸗ sst 5 Reichskanzleramtz es Königs gon fahren eingalettet den Wahrheits— antreten. Wa Auf sicben en ist infolge der Perkehr anten tbahnen erleiden die gen. an. In Marauaros oh bedeckte Baracke enden 35. Jufaulerie⸗ Elf Mann wurden cke lebensgefähr⸗ ie erlitten leichte Ver⸗ Jauuar. Seitdem esetz, betreffend en erörtert, sind von den inter⸗ Fabrikanten überfüllt, da k auf die Presse Ein Mitglied ureaus forderte uten auf, diesem nern, worauf der [gänge sofort ——— ise. ar. Auf dem heutigen Pfd. 1,051, 10 Pihuer⸗ 5 Gänseeier-—, Käse Liter 18, Ansen 28 fg hühner p. St. 1,00 120, 1,70, Gänse per Ind Kuh⸗ und Nindsleisch 0 chweinefl., gesalz. 7012 sch 50—65, Kartoffcln pro 1 per Zentner 4,00 Marl, — — Verantw. Reda. farburg, bebe l Gehen „Ottmann, — e Man erlebte 1 5% zur Lektüre icht die Zeit zul es nicht!? J. le De Bekanntmachung. Die amp Hohleichweg unterhalb des unteren Wehres gelegene bisher als Kieslagerplatz ver⸗ wendete städtische Wiese soll für das Jahr 1897 Montag, den 1. Februar 1897, vor⸗ mittags 10 Uhr, auf dem Bärgermeisterei— Bureau Zimmer Nr. 15 öffentlich meistbiet nd verpachtet werden. Gießen, den 29. Januar 1897 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnautb. Bekanntmachung. Die Stadtverordneten-Versammlung hat in ibrer Sitzung vom 21. l. Mts. beschlossen, die Bergstraße nur auf 10 Meter statt bisher vor— gesehener 11 Meter zu verbreitern. Der dem⸗ entsprechend abgeänderte Fluchtlinienplan liegt während 14 Tagen, vom Erscheinen dieser Be— kanntmachung angerechnet, auf dem Bureau des Stadtbauamts Zimmer Nr. 7 zu Jeder— manns Einsicht offen. Einwendungen gegen denselben sind in gleicher Frist bei der unter— zeichneten Behörde vorzubringen. Gießen, den 29. Januar 1897. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Wolff. Verdingung. Das Setzen und Reinigen der Oefen in den städtischen Gebäuden im Rechnungsjahr 1897 98 soll Freitag, den 12. Februar mittags 12 Uhr, öffentlich verdungen werden.— Vorgesehen sind 124 Oefen zu setzen, bezw. umzusetzen und 1136 Reinigungen. Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote sind auf dem vor⸗ geschriebenen, bei uns erhältlichen Formulare bis zum genannten Termin einzureichen.— Zu⸗ schlagsfrist 14 Tage. Gießen, 29. Januar. 1896. Das Stadtbauamt. Schmandt⸗ Verdingung. Die zur Vornahme baulicher Veränderungen in der Stadtmädchenschule, wie Schaffung eines neuen Lehrsaales, eines zweiten Aufgangs, eines Dienerzimmers, sowie Vergrößerung der Baderänme, erforderlichen Maurer-, Schreiner-, Schlosser⸗ und Weißbinderarbeiten sollen Donnerstag, den 11. Februar d. J., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden zur Einsicht bei uns offen. Augebote auf vorgedrucktem e das von uns zu beziehen ist, sind is zum genannten Termin verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, einzu— reichen.— Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 26. Januar 1897. Das Stadtbauamt. Schmandt. Städk. Schlachthaus Freibank. Heute und Montag Ochsenfleisch, nicht ladenrein, pro Pfund 52 Pfg. 6 2 Schweinefleisch nicht ladenrein, pro Pfund 50 Pfg. t in Rechtssachen und Ver⸗ d waltungs angelegenheiten, Auskunft auch Betreibung aller an Berufsgenossenschaften zu bil⸗ denden Unfall⸗Ausprüche, Fertigung von Eingaben aller Art, Reklamationen pp. Sprechstunden: täglich von 8 bis 5 Uhr, Sonntags von 8 bis 3 Uhr 166 Ed. Rotté. Leihgesternerweg 3, bei der Altienbrauerei. Ein noch guterhaltener Schlitten steht zu verkaufen bei 168 Gastwirt Hoffmaun, Bersrod(Kr. Gießen). Tüchtige Mädchen wünschen Stelle für sogleich und später.(167 Frau Schmidt, Vermieterin, Neustadt 59. Einen Schreiner sucht 148 Philipp Hofmann, Heuchelheim. Guter, billiger dorittagstisch in und außer Abonnemenk. Nestaurant Mühleißen, 3 Braudaasse 3. WWenners arenhaus o ον o Elehgärten 10. [Lager in Möbeln, Spiegeln, Betten, sowie aller sonstigen Gegenstände. Kommissions⸗ und Agentur⸗Geschäft. Ankauf von Waren jeder Art. Textors Terrasse täglich geöffnet. Fh. Bob.(139 ine Dezimalwaage und eine neue eutesimalwaage, welche 30 Zentn, wiegt, billig abzugeben. Zu erfragen in der Exped. d. Ztg. 89 Das berühmte Oberstabsarzt und Phy- sikus Dr. G. Sehmidt'sche Gehör-Oel beseitigt temporäre Taubheit Ohrenfluss, Ohrensausen un Schwerhörigkeit selbst in veralt. Fällen; fallein zu beziehen à Mk. 3,50 p. Flasche m. Gebrauchsanweis. durch die Adler-Apotheke in Frankfurt a. M. 165 „Zum Gambrinus“. Guten bürgerlichen Mittagstisch empfiehlt A. Albold.(110 uten billig. Mittagstisch, im Abonnement zu 45 Pfg., lt Wirt Böhm um Lahuthal“, 1 5 Renz t 48. Holzversteigerungen. Oberförsterei Vadenrod. Mittwoch, den 3. Februar, von vormittags 9 Uhr an e Hachberg und Wingerwald und 9 und Windfallhol! ber Forte 1 0 Nie 3⁰ Eichen(Bauholz 18,57 tm, 144 Eichen(Wagnerholz= 27,05 (Bauholz 2 20 5 5 65,65 tm, 20 Kiefern(Schnit holz)— 10,94 fm, 93 Lärchen 11 Zusen 5 km, 11 Birken 3,48 fm; Derbstangen: 66 Fichten(Leiterbäume)= 3,10 ft N f unft im Distrikt Hachberg an der Kreisstraße Vadenrod—Renzendorf. Das zer— reut agernde Dürr⸗ und Windfallholz wird nicht vorgezeigt 2 5 Oberförsterei Windhausen. Freitag, den 5. Februar, vormittags 10 Uhr, im Distrikt Lichteplatt(an der sogen. hölzernen Hand) aus Lichteplatt, Volpertswiesenkopf, Langer seifen, Lager und Weidenberg: 326 Nadelstämme— 244,32 fm(hierunter schweres Kiefern⸗ 1 Mb 1 Fot en 3 Eichen= 0,85; 1 Buche S 1,94 fm. Scheiter: uchen„Nadelh. 20; Knüppel: Buchen 23, Na 37; ifig: 87 5 546; Stöcke: Buchen 5, Nadelh. 56 5 VVV . Arnsburg. Mittwoch, den 3. Februar, beginnend vormittags 10 Uhr am Jägerpfad, werden im Revier Arnsburg versteigert: Buchen: 307 rm Scheiter, 35 rm Prügel, Eichen: 90 rm Prügel, Nadelholz: 7 rm Prügel, Buchen: 103 xm Stockholz, Eichen: 121 rm Stockholz, Nadelholz: 8 rm Stockholz, Buchen: 790 rm Reiser, Eichen: 403 xm Reiser, Nadel— holz: 194 xm Reiser. ö f Oberförsterei Brandoberndorf. Dienstag, den 2. Februar, vormittags 10 Uhr in der Hofmannschen Wirtschaft in Cleeberg aus ben Hispritten lere. 12 80h 12b, 13d Streitwalo; 22 Spechtischheck; 27a Cleebaum; 31e Gr. Brombergerstein und Totalität Eichen: 53 rm Scheit, 49 rm Knüppel, 9,05 Hundert Wellen 2. Cl., 18,80 Hundert Wellen 3. Cl., 25,00 Hundert Wellen 4. Cl. Buchen: 21 rm Scheit, 43 rm Knüppel, 18,50 Hundert Wellen 2. Cl., 33,35 Hundert Wellen 3. Cl, 0,75 Hundert Wellen 4. Cl. Anderes Laubholz: 15 rm Knüppel, 68,00 Hundert Wellen 3. Cl. Nadelholz: 16 xm Knüppel.— Donnerstag, den 4. Februar, vormittags 10 Uhr, in der Zimmerschen Wirtschaft in Espa aus den Distrikten 3 und 4 Espaerwäldchen und Grubenwald, Totalität aus Distr. 1 Kellersacker und Distrikt 2 und 3 Espaerwäldchen. Eichen: 20 Stämme mit 2,32 fm, 7 rm Nutzknüppel, 8 Stangen 1. Cl., 14 rm Knüppel, 2,75 Hundert Wellen 3. Cl. und 1,25 Hundert Wellen 4. Cl. Buchen: 32 rm Scheit, 23 rm Knilppel, 9,85 Hundert Wellen 3. Cl. Anderes Laubholz: 5 rm Scheit, 14 xm Knüppel, 5,25 Hundert Wellen 3. Cl. und 1,75 Hundert Wellen 4. Cl. Nadelbolz: 41 Stämme mit 6,14 km, 317 Stangen 1. Cl., 81 Stangen 2. Cl., 162 Stangen 9 11 175 Handert Stangen 4. Cl., 6 rm Sheit, 17 rm Knüppel, 19,75 Hundert Wellen „ Classe. Seilhofen(Gemeindewald). Dienstag, den 2. Februar, vormittags um 10 Ubr anfangend, Distrikt Hinterste Wald: 115 Stück Fichtenstammholz(Bau- und Schneidstämme), zu 121,38 fm. Bei ungünstiger Witterung findet die Versteigerung um 12 Uhr in der Hoeres⸗ schen Wirfschaft zu Seilhofen statt. Villingen(Gemeindewald). Montag, den 1. Febraar in den Distrikten Blau⸗ stück, Hochroth und Marksteinmühl: 116 Eichenstämme von 21—47 om Durchm. und 2— 16 m Läuge, mit 75,06 obm, 9 Fichtenstämme mit 4,82 ebm, 10 Buchenstämme mit 11,05 ebm.— Dienstag, den 2. Februar werden daselbst versteigert: 283,6 rm Buchenscheiter, 146,4 1m Knüppel, 252 rm Reisig, 89,8 rm Stöcke, 29 rm Eichenknilppel, 128,6 rm Reistg, 48,3 rm Stöcke. Die Zusammenkunft findet an beiden Tagen in dem Distrikt Blaustück bei Holz-Nr. 1 vormittags 9½ Uhr statt. Herbornseelbach(Gemeindewald). Donnerstag, den 4. Februar, morgens 10 Uhr anfangend, Distrikte Wasenberg und Süßerain: 80 Eichenstämme— 13,57 km, 20 Eichen- stangen 1,20 fm, 467 Fichtenstämme von 20—24 m lang und 25—33 Durchm.= 274 31 km, 36 Fichtenstangen 1. Cl., 21 Fichtenstangen 2. Cl., 107 Nadelholzstämme S 46,75 fm. Der Anfang wird im Wasenberg bei Nr. 1 gemacht, jedoch bei etwa eintretender ungünstiger Witterung im Gemeindebause abgehalten. a Donsbach. Die am 23. und 25. Januar 1897 abgehaltenen Holzversteigerungen im Donsbacher Gemeindewald, Distr. Mottenhard und Lauberg, haben die Genehmigung er⸗ halten. Die Ueberweisung des Holzes findet am 5. Februar er., morgens 10 Uhr statt. i Grünberg. Die am 22. d. M im hiesigen Stadtwald abgehaltene Holzversteiger ung ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können von Montag, den 1. Februar ab bei Großh. Bürger— meisterei Grünberg in Empfang genommen werden. Ausschreibungen. Gießen. Die Abgabe von leinenen ꝛc. Lumpen, eisernen Bettstellen und Stilhlen soll Montag, den 3. Februar d. J., vormittags 12 Uhr, auf dem Submissionswege ver— geben werden. Offerten, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum genannten Ter⸗ mine einzureichen. Bedingungen liegen auf dem Verwaltungsbureau der chirurch u. ophthalm. Univ.⸗Klinik, nachmittags von 3—5 Uhr offen. Die Zuschlagsfrist beträgt 10 Tage. Gießen. Die Lieferung des Bedarfs für 1897/98 von etwa 14300 kg Petroleum, 210 ebm Brennholz, 476 Haarbesen, 176 Piassavabesen, 323 Besenstielen, 35 kg weiße, 410 kg grüne Seife, 900 Eg krystallisterte Soda, sowie die An- und Abfuhr der Steinkoblen, werden am 1. Februar 1897, vormittags 11 Uhr, im Geschäftszimmer der Garnisonverwaltung verdungen. 2 Gas⸗Cokes. Infolge Stadtverordneten-Beschlusses vom 29. d. Mts. wurden die Preise unserer Gas⸗Cokes bis auf Weiteres festgesetzt wie folgt: für den Zentner ab Gaswerk. Stück⸗Cokes 5 e 1.05 Mk. Nuß Cokes in drei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung zerkleinert und für alle Osenschächte passend: Größe Nr. 1, etwas größer als Anthracit, gangbarste Sorte, 1.15„ eee oß die üthrg?? 2 Größe Nr. 3, kleiner als Anthracit. 1.25.„ Für Anfuhr an das Pig. die vom Gaswerk aus bei Abnahme von fünf Zentner erfolgt, werden 5 Pfg. für den Zentner berechnet. Die seitherige Ermäßigung des Cokespreises bei gleichzeitiger Entnahme in Wagenladungen von mindestens 35 Zentner kommt vorläufig in Wegfall. Da wir die Cokesbestellungen bei dem stets zunehmenden Verbrauch nicht immer sofort ausführen können, so empfehlen wir, die Aufträge möglichst zeitig vermerken zu lassen. Gießen, 30. Januar 1897. Städtisehes Gas⸗ und Wasserwerk Gießen. Schrapenborg's „NRheumatica“. per F. 1,70 Mk. incl. Schafswolle. Anerkannt bestes Mittel gegen Rheumatismus. Angemeldet beim Kaiserl. Patentamt 1641½. Dieses aus stark ätherischen, flüchtig und scharf durchdringenden Pflanzenstoffen und Kräutern zusammengesetzte, mit Weinrückständen destillierte Extrakt hat sich, wie aus täglich eingehenden Attesten ersichtlich, auf's Beste gegen rheumatische Leiden bewährt. Die Erfolge sind derart gross, dass schon überaus viele an Rheumatismus leidende Personen geheilt wurden, bevor nur Reklame oder aber auch nur dureh den Fabrikanten selbst Propaganda gemacht wurde. Alle Atteste be- stätigen, dass schon nach 4 oder 5 maligem Einreiben die Beulen gelôst und die Schmerzen gelindert wurden, ja sogar bei vielen Kranken die Schmerzen vollständig weg waren. 1372 Zu 100 L. AIk. vini 10 Ko. Aesculus Hypocastanum, Arnica mon- tana, Malva rotundifolia, Semen Cochlearin, Baccae Juniperi, Herba ser- billy, Bryonia alba, je 5 Ko. E 2 Ko. Resina Pini. Zu beziehen in verschiedenen Apotheken und Droguerieen. Alleiniger Fabrikant: J. Schrapenborg, Mainz. Wiederverkäufer gesucht. Sehen dee Pa. Flaschenbler Sicherer Heiler folg! : uaubpnuos uud pun sen ett, Sopha, Kom⸗ — 2 7— Brauere mode, sowie eine Näh⸗. G. Bichler empfiehlt in 87 / Flaschen à 18 Pfg., masehine sind preiswert zu ver⸗ kaufen. 142 Prima Sauerkraut, sowie eingemachte Bohnen empfiehlt J. Hainer, Ecke Bahnhofstraße und Tiesenweg⸗ Neuenweg 12. 7: 4 1 15 Louis Ockel, Neustadt 24. Lieferungen frei ins Haus. erträge, Gesuche und Eingaben 8 aller Art fert. bill. an W. Poppels⸗ dorf, Hammstr. 12. 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